LMchkr TliMatt. Ncdaction und Expedition: Babntiosgasse Nr. Ib. Nr. 113.8WWW Donnerstag, 20.Mai 1880.— Morgen: Felix v. C. 8WZSKS-T 13.ZahUM ________Mit d-r'ö°ft: S-I„i!>hr. O'_________________________________^ >k,,k» bi« b Z-il-n io k.___ Susertio » »prki se: Li». Taaffe und die Ungarn. Nachdem bereits im Verlaufe der letzten Reichs-rathSdebatten wiederholt warnende Stimmen von jenseits der Leitha herüberdrangen, deren Worte immer darauf hinausliefen, dass die gegenwärtigen Verhältnisse Oesterreich den Charakter der Haltlosigkeit und das ganze Coalitionssystem das unverkennbare Gepräge eines planlosen Herumtastens an sich trage, ist nun der „Pester Lloyd" mit einem Artikel vor die Öffentlichkeit getreten, der vermöge seiner ruhigen objektiven Beurtheilung der unausbleiblichen Rückwirkung des Cabinets Taaffe auf die äußere Politik des Kaiserstaates ganz besondere Beachtung verdient. Der betreffende Artikel erklärt, dass gerade infolge des Vordrängens der flavischen Agitation das Nationalbewusstsein der Deutschösterreicher selbst bei solchen Männern mit großer Energie zum Durchbruche kommen muss, bei welchen bisher der nationale Gedanke eine nur sehr untergeordnete Rolle spielte: „Die Stimmung, welche aus den Blättern der Verfassungspartei und aus allen populären Kundgebungen gegen den Sprachenzwang spricht, bedeutet das Wiedererwachen des Nationalbewusstseins der Deutschösterreicher, das durch die reaktionäre Politik des Fürsten Bismarck in den letzten Jahren so glücklich und erfolgreich gemäßigt worden ist." Mit diesen ebenso richtigen als inhaltsschweren Worten leitet das Pester Blatt seine Betrachtungen über die Stellung ein, welche Deutschland gegenüber der unleugbar vorhandenen hochgradigen Erregung der deutschösterreichischen Bevölkerung einnehmen kann, sowie auch über die Folgen, welche hiedurch wieder für die äußere Politik der Monarchie entspringen. Der „Pester Lloyd" sagt: „Die Oppositionsbewegung der Deutschen in Oesterreich findet entweder Wiederhall in den Regierungskreisen Deutschlands, und dann kann sie nur zur Trübung unserer Beziehungen mit dem Nachbar- reiche führen, oder die Regierungskreise Deutschlands willigen ein, gegen die österreichische Bewegung eine ablehnende Haltung zu befolgen, dann wird durch diesen Liebesdienst nur unsere Abhängigkeit von Deutschland um ein neues Moment vermehrt, denn deutsche Liebesdienste sind niemals noch umsonst gegeben gewesen. Wichtiger noch, als die Haltung der deutschen Regierung, erscheint in dem Falle das Verhalten des deutschen Volkes, über welches ein Zweifel gar nicht möglich ist. Es kann sein — und das ist sür den Anfang das Wahrscheinlichere—, dass die Regierung Deutschlands sich eine gewisse Zeit hindurch gegen diese Bewegung ablehnend verhalte; sie wird sogar in ihren als inspiriert bekannten Organen ihre guten Dienste anbieten; allein in dem Maße, wie die Agitation in dem angedeuteten Sinne zunähme, würde entweder die Freundschaft Deutschlands für unsere Monarchie abnehmen oder die Abhängigkeit des Wiener auswärtigen Amtes von Berlin zunehmen. Ob es nöthig oder räthlich ist, namentlich in letzterer Richtung noch weiter vorzugehen, das ist eine Frage, welche gerade dort Beachtung finden sollte, wo man vielleicht schon die bisherige „Entente" der beiden Kaiserreiche nicht ohne Besorgnis gesehen hat." So richtig nun auch diese Ausführungen sind, so könnte man dagegen doch einwenden, dass die Verwirklichung derselben vorläufig noch in weiter Ferne liegt und dass in einem Staate wie Deutschland der Druck der öffentlichen Meinung nicht so leicht zugeben werde, dass die Regierung mit einem Systeme sympathisiere, welches, wenn auch nur unabsichtlich, auf die Vernichtung des deutschen Charakters der österreichischen Monarchie hinausarbeitet. Aber ganz und in jeder Weise unanfechtbar ist die weitere Auseinandersetzung des in Rede stehenden Artikels, dass Graf Taaffe bei Fortsetzung seiner Coalitionspolitik schließlich vollständig in jenes slavisch-söderalistische Fahrwasser einlaufen werde, in welchem bekanntlich auch die Staatskunst Hohenwarts jämmerlichen Schiffbruch erlitt. Weil es aber gewiss sei, dass auch Graf Taaffe nicht erreichen werde, was dem Grafen Hohenwart nicht gelungen ist, könnte man vielleicht sogar mit einiger Genugthuung zusehen, wie die Personen und Parteien der slavisch-söderalistisch-reac-tionären Richtung der Reihe nach ihre Unmöglichkeit darthun, sich und ihre Zukunft compro-mittieren. Es müsse aber in Betracht gezogen werden, dass jedes dieser neuen Experimente Oesterreich selbst compromittiert und dass die Summe dieser Experimente nimmer zur Sicherung der Existenz des österreichischen Staates und der österreichisch-ungarischen Monarchie führen könne. „Männer der Secession können nur Secession fördern. Ihre Herrschaft h-t immer mit Heuchelei begonnen und mit einer Katastrophe abgeschlossen." Wir brauchen unsere Leser nicht darauf zu verweisen, wie wunderbar die Ueberzeugung des maßgebendsten Blattes der ungarischen Reichshälfte mit den Anschauungen übereinstimmt, welche wir schon bei dem ersten Anläufe der Coalitionspolitik geäußert, und dass im gegenwärtigen kritischen Augenblicke ein solches Urtheil von solcher Seite gewiss nur dazu beitragen wird, die von Tag zu Tag unhaltbarer werdende Stellung des gegenwärtigen Cabinets bis aufs Innerste zu erschüttern. Vesterreich-Vlngarn. Die Meldung, das» Graf Taaffe nach der officiellen Vertagung des Reichsrathes die Demission des Gesammtministe-riums dem Kaiser überreichen werde, wird von officiöser Seite bestätigt. Es soll damit das bekannte Wort, dass das Ministerium die Conse-quenzen des Votums über den Dispositionsfond nicht ingnorieren wolle, eingelöst werdeu. Doch ist der Wert dieser zarten Rücksicht aus parlamentarische Gepflogenheiten deshalb nicht besonders hoch anzuschlagen, weil Gras Taaffe auch Jeuilleton. Eine treue Seele. Novelle von Leviii Schücking. (Fortsetzung.) „Nun ja," fuhr der Schulmeister fort, „es war ganz sicherlich etwas, was der Bnrgbauer nicht erwartet hatte. Und der Mann ist auch anders geworden seitdem, stiller und in sich gekehrter, wenn er das Trinken und Wirtshansgehen auch nicht ganz hat von sich abthun können. Und vor fünf oder sechs Jahren ist er gestorben und die Anna . ." „Das von der Burgbäuerin geholte Kind ?" „Das Kind ist seitdem frisch und gesund aufgewachsen, die Bäuerin hat's gehalten, wie ihr eigenes, sie lässt sich von ihm Mutter nennen — es thut auch, als ob cs ihr eigenes wäre; und das ist's, was ihr nun die Leute nicht verzeihen, denn die Anna soll auch ihren Hof erben, und es sind doch auch Anverwandte da, die von ihrem Blute sind, und darum sagen die Leute, es sei ein Seandal und eine Schande, dass der schöne Burghof an solch' einen wilden Schossen kommen solle, der ganz wo anders hin gehöre, und darüber ist denn, wenn die Leute Sonntags nachmittags müßig in der Stube sitzen und zu reden haben müssen, viel Schwabens und Schimpfens. Das hört denn das unnütze Bubenpack an und schreibt sich's hinters Ohr, und wenn ihnen die Anna begegnet, dann wollen sie's ihr zu verstehen geben; denn frech und lümmelhaft ist die Bande, die ganze Rasse taugt nicht, die Alten sind hoffärtige Egoisten und schadenfrohe Neidhämmel und die Jungen freche Schlingel; das ist die Bauernrasse hierorts!" Mit diesem Krastausspruche über den Charakter seiner Brotherrn schloss der Schulmeister seine Erzählung. Egbert dankte ihm für dieselbe sehr lebhaft und fragte dann, ob er nichts thun könne von nun an, das arme Mädchen wirksamer zn schützen. Der Schulmeister gab Versprechungen — aus denen Egbert doch nicht viel Zuversicht entnahm, dass die „frechen Schlingel" sich in Zukunft einer energischeren Beaufsichtigung erfreuen würden. So verabschiedete er sich von dem Lehrer und wanderte jetzt zuni Burghofe hinüber. Die Frau war ihm in hohem Grade interessant geworden. Aus dem Hofe aber wurde ihm der Bescheid zutheil, dass die Frau nicht daheim sei, sondern mit im Felde, wo Aecker zusammengelegt werden sollten. Nur Anna sah Egbert; sie blickte, als Egbert am Herde stand, von außen über die quergetheilte Seitenthür in die Küche; es fiel ihm auf, welch' feine, intelligente Züge das Kind habe und wie erschrocken und scheu es ihn anstarrte. Er näherte sich ihr nun, um mit ihr zu reden ; aber wie ein scheues Eichhorn flog sie davon und war, als Egbert bis zur Thür gekommen, schon längst unsichtbar. Sie musste ganz vom selben Alter wie Paul sein. VI. Egbert wiederholte den Versuch, die Bauerin zu sprechen, nicht. Was sollte er auch der Frau sagen? Vielleicht hätte sie ihn nur derb heimgeschickt, wenn sie auf den Gedanken gekommen, er sei, wie die Dörfler alle, wider die Anna voreingenommen und wolle diese bei ihr anklagen. Pauls Wunde venrarbte bald; und als ob er sich den erhaltenen Denkzettel zu Herzen genommen, wurde er in der nächsten Zeit sehr lenksam, still und fleißig. Die Censur, welche er im Anfänge des Dezember erhielt, war deshalb außerordentlich gut und Egbert sah ihm mit großem Inneren dem nächsten Ministerium erhalten bleiben soll. Dagegen wird Baron Horst seine Parteitreue gegen.die Linke des Abgeordnetenhauses nicht verleugnen und die tiefe Trauer, in welche ihn die Unglücksfälle in seiner Familie gestürzt haben, als Anlass benützen, um seine Demission zu geben. Baron Kriegsau, welcher den Aufregungen seines Amtes beinahe erlegen ist und an hochgradiger Nervosität leidet, wird ruhmlos vom Schauplatze abtreten. Baron Korbs Verhalten in der Krise ist noch unbestimmt. Dagegen bleibt uns Dr. v. Stremayr glücklich erhalten. Die „Bohemia' schreibt über ihn: „Was speciell Herrn v. Stremayr betrifft, so ist über dessen zukünftige Stellung nichts bekannt, ja es wird von mancher Seite behauptet, dass die Position desselben eine durchaus feste sei und dass auch Herr v. Stremayr persönlich den gegenwärtigen Moment zum Rücktritte nicht geeignet erachte." Dass Herr v. Stremayr bei seiner bekannten Anhänglichkeit an das Ministerportefeuille nicht geneigt ist, sich ohne zwingende Noth von der Regierung zu absentieren, ist unschwer zu begreifen. Die Verfassungspartei aber dürfte kaum einen Grund haben, sich über das Verbleiben Stremayrs im Amte zu beklagen. Denn je länger er sich zum Schildknappen der Coalition hergibt, um so weniger wird es ihm für die Zukunft möglich sein, seine Dienste im Gesetzauslegen auch einer späteren verfassungstreuen Regierung anzubicten. Bis zu welchem hochgradigen Fanatismus die VersöhnuugSära Taasses das czechische Nationalbewusstsein steigerte, beweist folgendes, vom 18. d. M. datierte Prager Telegramm: Gestern abends trafen über Tetfchen 35 Studenten der Berliner Technik mit den Professoren Dr. Winkler und Göring in Prag ein, um hier Ingenieurbauten zu besichtigen, und wurden auf dem Bahnhofe von den deutschen Studenten Prags in herkömmlicher Weise begrüßt. Kaum waren die Berliner Gäste im Hotel „zum Erzherzog Stefan" abgestiegen, als ungefähr lOO czechische Studenten und ein Pöbelhaufe vor dem Hotel sich ansammelten und unter Pereatrusen eine Katzenmusik anstimmten, worauf sie Reißaus nahmen. Die Berliner wussten anfangs nicht, um was es sich handle, und wurden erst später über diese czechische Demonstration aufgeklärt. England. Wie den „Times" aus Kabul telegraphisch mitgetheilt wird, soll Ende dieser Woche die Antwort Abdurrhamaus auf das ihm bedingungsweise gemachte Anerbieten der Emirwürde von Afghanistan an General Stewart ein-treffen. Wenn Abdurrhaman das Anerbieten on-nimmt, wird er sofort nach Kabul kommen, um Glücke zu, wie er sie in einen Brief packte, um sie der Mutter zu schicken. Ueber das Vorgefallene begann Egbert sich zu beruhigen; er dachte den größten Theil des Tages, der ihm zu solchem Sinnen übrig blieb, wieder an die Zukunft — an die Osterferien zunächst, die doch wohl eine Katastrophe bringen würden, wenn Paul bei Leontinen Ferien mache, und er dachte mit einer größer» in-nern Ruhe an diese Katastrophe. Er wollte dann mit allem bescheidenen Stolze eines Gerechtfertigten zu Leontinen sprechen: „Ich glaube durch das, was ich gethau, habe ich mir ein kleines Verdienst um Paul erworben, lassen. Sie mir als Lohn dieses Verdienstes die Erlaubnis, ruhig meine Aufgabe fortzusetzen und Paul weiter zu bleiben, was ich ihm bisher war: sein Lehrer, Leiter und Freund." Was konnte Leontine dagegen sagen? Was konnte sie sagen auf Pauls Bitte, wenn dieser darauf bestand, dass er von Egbert nicht getrennt sein wollte? Unterdes ahnte Egbert wenig, dass Paul seiner strengeren Überwachung von Zeit zu Zeit ein Schnippchen schlage. Als Orientwanderer hieng Egbert an seinem Kaffee, den er auf seinem Zimmer einnahm, während die Knaben ihn im großen Recreationsfaale zu sich nahmen. Die Knaben, heißt die genauen Bedingungen kennen zu lernen, von denen die englische Unterstützung seiner Ansprüche abhängt. Man erwartet im britischen Hauptquartier, er werde als Verbannter und Pensionär, was ec so lange gewesen, keine Schwierigkeiten erheben. Zweifelhafter ist es, ob seine Macht seinen Versprechungen gleichkommen wird und ob seinem bloßen Worte getraut werden darf. General Stewart hat wahrscheinlich einen ändern Candidaten in Reserve, falls Abdurrhaman zögern sollte, sich den englischen Anschauungen zu fügen, und es vorzöge, vermöge seiner eigenen Stärke auf den Thron zu gelangen. Serbien. Das „N. Wr. Tgbl." knüpft an die von ihm gebrachte Meldung über einen in die zweite Hälfte des nächsten Monats fallenden Besuch des Fürsten Milan in Wien nachfolgende Bemerkung: „Man hat es da mit mehr als einem Höflichkeitsacte zu thun. Bei der Wendung, welche die gesammte europäische Politik in den letzten Monaten genommen hat, scheint man in Belgrad von der Besorgnis nicht frei zu sein, dass die Orientfrage in der einen oder ändern Form abermals aufgerollt und Serbien auf die eine oder andere Weise in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Besorgnisse flößt insbesondere die in Ostrumelien eingeleitete Agitation zugunsten einer politisch - nationalen Vereinigung mit dem Fürstenthume Bulgarien ein. Dass eine derartige großbulgarische Bewegung die Interessensphäre Serbiens wesentlich tangieren würde, liegt auf der Hand. Andererseits scheint bei allen Völkern des Ostens die Ueberzeugung von der geringen Lebensfähigkeit der Türkei vorzuherrschen und die Eventualität eines gänzlichen Zerfalles des os-manischen Reiches schon jetzt ernsthaft in Betracht gezogen zu werden. Dass diese Erwägungen den Staatsmännern in Belgrad den Wnusch nahe legen, einen Rückhalt an den Großmächten, namentlich an Oesterreich, zu gewinnen, ist selbstverständlich. Man darf daher der Reise des Fürsten Milan nach Wien, wo chm, wie wir hören, ein sehr sympathischer Empfang bereitet werden dürfte, eine gewisse politische Bedeutung vindicieren. vermischtes. — Kaiserreise. Der Kaiser unternimmt in den ersten Tagen des Monats Juni eine Jn-spectionsreise nach Böhmen, von welcher Se. Majestät erst am 18- wieder nach Wien zurückkehren wird. Der Kaiser wird kurze Zeit in Prag verweilen und sich dann nach Königgrätz, Josefstadt und Theresienstadt begeben und in diesen Festungen das, ohne Paul, der nicht selten durch Ausbleiben seine Gleichgiltigkeit gegen diesen orientalischen Genuss andeutete. Wäre Egbert ihm nachgegangen, so hätte er ihn dann in dieser dunkelnden Dämmerstunde zwischen 4 und 5 Uhr am Ende des Gartens erblickt, auf das kleine Gitterthor gelehnt, an dessen anderer Seite, zwei oder drei Schritte davon entfernt und seitwärts im Schatten des Hohlweges, der hier hinab in'S Dorf führte, Anna stand, ihre von Kälte gerötheten Hände unter der blauen Schürze bergend, — beide in einer harmlosen Unterhaltung begriffen. „Ich habe." sagte Paul dann wohl, „zwei Amseln zu Hause, ein Eichhorn und in dem Hose hinter unserem Pferdestalle elf Kaninchen. Für die Tauben sorgt schon meine Mutter, sie hat sie gern, aber über die vielen anderen Thiere hat sie immer gescholten, und wie sie jetzt verpflegt werden, das weiß Gott. Dn könntest für sie sorgen, Anna!" „Ja," versetzte Anna leise und nachdenklich, „das könnte ich. Ich würde gut für sie sorgen. Das Eichhorn muss jetzt im Winter sehr warm haben, und für die Amseln muss man Regenwürmer suchen. Wenn du nur mit deinem Herrn Egbert darüber reden wolltest. Er kennt ja deine Mutter!" mehrere Tage verweilen. Auch ein Theil des nördlichen Böhmen wird bei dieser Gelegenheit besucht werden. Im Gefolge Sr. Majestät werden sich der Kriegsminister, die General- und Flügeladjutanten, Officiere der Militär-Centralkanzlei und mehrere Generale befinden. Mehrere böhmische Aristokraten treffen bereits Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers. — Der literarische Fund in Prag. Vor wenigen Tagen brachten Wiener Blätter die Mittheilung, dass in der Bibliothek des Prager Dom-capitels ein Fragment einer ezechischen Uebersetznng des Nibelungen-Liedes gefunden worden sei. Die Zweifel, die mau in die Richtigkeit dieser Nachricht setzte, haben sich bestätigt. Es hat sich nämlich heraus-gestellt, dass dieses Manuskript, welches dem vierzehnte,, Jahrhundert angehört, einer ezechischen Ueber-setznng des altdeutschen Heldengedichtes „Lanrin," oder „Der kleine Rosengarten," welches in zahlreichen Handschriften verbreitet ist, angehört. — Die Kaiserin von Russland. Die „France" erhält aus Petersburg folgende Mittheilung, die sie als besonders zuverlässig empfiehlt: Seit die Kaiserin aus Frankreich zurückgekehrt ist, schwebt sie ununterbrochen in Todesgefahr. Der Kunst des Dr. Botkiu gelang es indes, ihr über den Winter hinwegzuhelfe». Zu Anfang der Fastenzeit war die Besserung so merklich, dass die Zarin ihre geistlichen Pflichten erfüllen und, auf einem Rollstuhl aus ihrem Bett in die Schlosskapelle gebracht, die Communion nehmen wollte. Der griechische Ritus erfordert aber, dass dies entweder stehend oder kniend geschehe. Die Kaiserin unterwarf sich dem Ceremoniel, fiel daher auch wirklich bei dem Acte dreimal in Ohnmacht, und als man sie in ihr Bett zurückbrachte, hielt man sie für verloren. Der Zar verfügte bereits aus besonderem Zartgefühl, dass alle Personen, welche der Kaiserin nicht sympathisch waren, das Schloss zu verlassen hätten, damit die Sterbende nicht durch ihren Anblick gekränkt würde. Eine treue Freundin hinterbrachte diesen Zug der Kaiserin, die nun plötzlich wieder aufzuleben schien. Man wollte es gar nicht glauben, aber die Besserung hielt an und nahm noch zu. Bald konnte die Kaiserin sich jeden Morgen in das Cabinet des Zaren tragen lassen Sie ließ sich dreimal täglich frisieren; es schien, als ob sie wirklich genese. Sie ist gleichwohl rettnngslos verloren. Der Arzt hofft sie noch bis zum Herbste de» Ihrigen zu erhalten; vor einigen Tagen aber fürchtete man wieder ein plötzliches Ende. Der Zar ist äußerlich ziemlich wohl, aber geistig ist er sehr gedrückt. Der wahre Kaiser ist in diesem Angenblicke Loris-Metikoff. Alexander II. Zerstreuung besteht darin, dass er täglich über einige Com- Paul schüttelte bedächtig den Kopf. „Es geht nicht," sagte er. „Er ist wunderlich seit einiger Zeit." „Wunderlich?" „Ja, das ist er eigentlich immer. Er ist wie einer, der etwas anderes im Kopfe hat, als was er thut und spricht. Und seit kurzem ist er launig und schilt viel... ich vertrau's ihm nicht I Wenn du die Kaninchen unter Aufsicht hättest, stürben die Jungen gewiss nicht, wie jetzt, wo's mir die Mutter schreibt." „Sie sollten gewiss nicht sterben!" versetzte Anna. „Ich Hab' ihrer schon viele aufgebracht, bis die Burgbänerin sie alle dem Stefan mitgegeben hat, um sie in der Stadt zu verkaufen. Jetzt sind sie alle fort und ich habe keines mehr. Ich habe nichts. Die Bäuerin will das Gethier nicht, sagt sie." „Sie sinü alle gegen dich, Anna," sagte Paul nach einer Panse, „und das kannst du und brauchst du nicht auszuhalten." „Ich wollt's schon aushalten, wenn nur das Eine nicht wäre, was mir die Großmagd gesagt hat neulich Sonntags, als ich den Milchtopf inS Feuer umgeworsen hatte." „Und waS hat sie dir gesagt?" pagnien Revue abnimmt. Er gibt dem Präsidenten deS Ausschusses nur mit Widerstreben nach und man sah ihn weinen, als er es für nothwendig anerkennen musste, den Unterrichtsminister zu entlassen. Aus allen Theilen des Landes wird von einer großen Beschwichtigung der öffentlichen Stimmung gemeldet. — „Das ist ja Mama!" Ein Telegramm aus Brüssel vom 18. d. M. meldet folgenden Vorfall: „Der König der Belgier, die Königin, die Prinzessin Stefanie und Erzherzog Rudolf besuchten die Abtei von Villers. Während noch die Ankunft des Königs erwartet wurde, trafen bereits die Damen und der Kronprinz in einem Ponywägelchen ein. Als nun die Königin, die Prinzessin und Erzherzog Rudolf in das Stationsgebäude eintreten wollten, verwehrte ihnen der Stationschef, welcher die Königin nie zuvor gesehen hatte, den Eintritt. Prinzessin Stefanie sagte dem Beamten: „Aber das ist ja Mama!" — „Ich kenne aber Ihre Mutter nicht," erwiderte der Sa-tionschef. — „Es ist ja die Königin," sagte Prinzessin Stefanie. Der Stationschef gerieth, wie sich von selbst versteht, in arge Verlegenheit, stotterte einige Worte der Entschuldigung und beeilte sich, den fürstlichen Gästen den Zutritt zu gewähren." — Ein Fell- und Wollhändler als Minister des Aeußern. Am vergangenen Samstag wurde bekanntlich in Madrid die internationale Conferenz bezüglich der Naturalisierung der Fremde» im Kaiserreiche Marokko eröffnet. Dieses Reich ist bei der Conferenz durch seinen Minister deS Aeußern, Muhamed Bargasch, vertreten. Wie ,mn die spanischen Blätter melden, war Muhamed Bargasch, der ein Marokkaner von Geburt ist und derzeit in seinem 60. Lebensjahre steht, in seiner Jugend ein Talamid (theologischer Student), gieng jedoch später als Geschäftsagcnt nach Gibraltar, wo er meistens in Wolle und Felle Geschäfte machte. Er ward dann marokkanischer Confnl und später sogar Minister des Aeußern, obwohl er gar nicht schreiben kann. In Gibraltar hat er seinerzeit Spanisch erlernt, doch hütet er sich als frommer Moslim, die Sprache einer christlichen Nation zu sprechen. Uebrigens erzählt man sich in Tanger, dass Se. Excellenz der Minister des Aeußern noch heute heimlich Geschäfte in Wolle und Fellen mache. — Beneidenswerte Prinzen. Der ^,A. A. Ztg." wird aus Pera vom 7 d. geschrieben: „Im WdizMosk war vorgestern große Unrnhe. Sämmtliche Brüder des Sultans verlangten auf einmal eine Audienz bei dem letztern, um sich zu beschweren: 1.) über die strenge Gefangenhaltung; „Dass ich eine Schmach fürs ganze Dorf sei und da so frech auf dem Burghofe herumlaufe, der mich nichts angehe, und n»i den ich die rechten Anerben, denen er von Gottes- und Rechtswegen zukomme, bringen wolle, und dass Gottes Strafe dafür auf mich kommen werde, und viel anderes BöseS noch. Ich Hab' auch schon früher einmal gehört, wie der Vorsteher mit der Burgbäuerin redete, sie solle doch um solch eines fremden Balgs Wille,, — „eines fremden Balgs willen," sagte er. ihre leiblichen Anverwandten, wovon doch eines Gejchwisterkino mit ihr sei, nicht kränken und verkürzen. Ich hab's damals nicht recht verstanden, aber jetzt versteh' ich s, und nun kann ich's nicht oushalten, dass die Leute so reden und glauben und mich verachten, als wollt' ich einen Menschen um das Seine, was ihm zukommt, bringen; lieber will ich gleich todt sein, als dass ich so schlecht wäre; lieber will ich gleich ins Moor laufen und da verhungern und verdursten." Anna brach jetzt in Thränen und in Schluchzen aus, wobei sie die Schürze vor ihr Gesicht schlug. „Weine nicht, Anna," sagte Paul mit auffallend ruhiger Haltung bei diesem Ausbruche weiblichen Gefühles. „Ich Hab' dir's ja gesagt, was ich für dich thun will. Und jetzt schlägt's drei Viertel auf Fünf. Ich muss fort, gute Nacht." sie dürfen außerhalb ihrer feuchten Palaisräume nicht einmal spazieren gehen; 2.) wegen der Nichtauszahlung ihrer Apanagen und 3.) wegen ungenügender und mangelhafter Nahrung. Der Sultan verweigerte die Audienz. Er ließ seinen Brüdern mittheilen, dass sie kein Geld nöthig hätten und dass sie in Bezug auf die ihnen gewährte Nahrung nicht schlechter daran seien, als die übrigen Bewohner des „Hauses der Glückseligkeit." Local- und Provinzial-Hngelegentieiteli. — (Der Abschied der Frau v. Kolli na.) welche gestern unsere Stadt verließ, hat sich zu einer großartigen Ovation für die scheidende Wohlthäterin der Armen unserer Stadt nnd des ganzen Landes gestaltet. Allerdings hatten es die Führer der nationalen Partei, wohl mit Rücksicht aus die Abschiedsworte Ritter v. Kallinas an unseren Bürgermeister, sür angezeigt erachtet, bei dem Abschiede der edlen Dame dnrch ihre Abwesenheit zu glänzen. Dafür hatten sich aber neben dem neuen Landespräsidenten Herrn von Winkler die Spitzen sämmtlicher Behörden, Vertreter des Landes und der Stadt aus dem Bahnhofe eingefunden, um der scheidenden Frau ein herzliches Lebewohl zu sagen, und als der Zug sich in Bewegung setzte, gaben laute Hochrufe Zeugnis davon, dass dieser Abschied keine bloße Sache der Etikette, sondern in der That nur als eine kleine Anerkennung für all' das Gute gelten muss, welches Frau v. Kal-liua während ihres Aufenthaltes in Laibach stets mit freigebiger Hand zu spenden bereit war. — (Reformator Voönjak) hat mit der von ihm für Pfingstmontag nach St. Georgen ein-bernfenen Wählerversanuulung gründliches Fiasco gemacht. Bezeichnend genug, hat der große Staatsmann nicht den Muth gehabt, den in Aussicht gestellten Resolutionsantrag auf administrative Trennung Untersteiermarks vom Herzogthnme Steiermark auch wirklich einzubringen. Da die Versammlung nicht im Freien abgehalten werden durfte, so schrumpfte der projectierte Tabor zu einer Wirts-Hausversammlung zusammen, vor welcher Dr. Voßnjak eine Verhimmlichuug der Coalitionsära, der Krüppelsteuer und ähnlicher neuerer Errungenschaften zum Besten gab. Um Gnade vor seinen Wählern zu finden, kramte der Herr Abgeordnete einen Plan auf Erweiterung der Wahlrechte des Bauernstandes aus. DaS Endresultat der Versammlung bestand in einem kaum von der Hälfte der Anwesenden gefassten Resolntionsbeschlusse, welcher besagt, dass nur solche Lehrer und Beamte anzustcllen sind, Damit wandte er sich kurz nnd lies durch die Gartenanlagen heim, während Anna ihre Thränen trocknete und ebenfalls davonlief. Paul kam an diesem Abende denn auch vor Fünf, ohne dass seine Abwesenheit wahrgenommen Wäre, in die Repetitionsstunde; ganz so an den folgenden Tagen, bis etwa am sechsten oder siebenten, wo er, als Egbert seinen Hochsitz in der Klasse einnahm, nicht da war. Eine Viertelstunde vergieng, und er kam nicht. Egbert erfasste die Angst; er verließ seinen Posten nnd eilte in sein und Pauls Zimmer; Paul war auch hier nicht, aber es sehlte seine Mütze, sein Mantel, sogar das warme, gestrickte Halstuch, das Paul sonst immer zn nehmen vergaß, wenn Egbert es ihm vor dem Ausgehen nicht befahl. Der unselige Junge ist einmal wieder allein ins Dorf hinabgegangen und hat wieder eine Fehde mit den Schlingeln des Schulmeisters gehabt, sagte sich Egbert in zornigem Schrecken — Gott besser's I Und das ist die Folge, dass ich es das vorige mal so glimpflich aufgenommen habe und so schwach bin gegen ihn — so entsetzlich schwach, so pflichtvergessen und elend schwach! (Fortschimg folgt.) welche des Slovenischen vollkommen mächtig sind, und dass in Zukunft alle amtlichen Schriftstücke an flovenifche Parteien in slovenischer Sprache auszufertigen sind. Als interessanten Beleg, wie der praktisch denkende Bauer über die moderne Slo-venisierungsära denkt, theilen wir, der „Cillier Ztg." folgend, die Meinung eines slovenischen Wählers mit, welcher den Slovenisiernngsantrag der Voi-njak'schen Getreuen mit folgenden, laut in die Ver» sammlniig gerufenen Worten begleitete: „Mein Sohn besucht bereits sechs Jahre die Volksschule, und doch vermag er nicht einmal das Wort „krom-Iiir« (Erdäpfel) deutsch zu schreiben. Wir haben nicht darum unsere Abgeordneten, damit wir dumm verbleiben und immer noch mehr zahlen als vorher." — (Tagesordnung) für die Sitzung deS Gemeinderathes am 21 Mai um 5 Uhr nachmittags. I. Berichte der Personal- und Rechtssection: I.) über den Verzicht der städtischen Gesällspachtnnz auf den bewilligten Pachtnachlass von 250 fl.; 2) über die Besetzung der Stelle des städtischen Thierarztes; 3.) über die Regelung des Verhältnisses zwischen dem Magistrate und dem hiesigen Civilspitale über die Todtenbeschau- und Brschreib-taxe. II. Bericht der durch Sachverständige verstärkten Bansection über die eingelangten Offerte von Baugründen für den Ban eines neuen städtischen Schlachthofes. III. Berichte der Finanzfection: 1.) über die zu bewerkstelligende Rückzahlung deS Kapitaltheilbetrages pr. 28,000 Gulden an die krainische Sparkasse; 2.) über die nach dem Ableben des Stadtkassecontrolors Herrn Wenzel Denkl vorgenommene Scontrierung aller bei der Stadtkasse verwalteten Kassen und Fonde; 3.) über die für den Empfang des vaterländischen k. k. Feldjägerbataillons Nr. 7 anerlaufenen Kosten. IV. Berichte der Polizeisectiou: 1.) über die angesuchte Bestätigung des nengewählten Feuerwehr« anSschusses; 2.) über die dem Statute deS ständigen städtischen GesundheitsratheS zu ertheilende Genehmigung; 3.) über einen Recurs Wider ein Magistrat-liches Straserkenntnis wegen Straßenverunreinigung bei der Düngeranssuhr; 4.) über einen RecurS wider ein magistratliches Straserkenntnis wegen vorzeitiger Ausfuhr von Abortdünger; 5.) über einen Recurs wider ein magistratliches Straserkenntnis wegen unterlassener Anmeldung der Ausfuhr von Abortdünger. V. Selbständige Anträge deS Herrn Gemeinderathes Joses Regali: 1.) aus Ueberbrückung des Gruber'schen Kanals ; 2.) auf Abschaffung der Todtenbeschantaxe; 3.) auf Abschaffung desStraßen-geläutes beim Steinkohlenverkauf. — (Eine berechtigte Klage) geht uns aus der Mitte des Publicum« über die Rücksichtslosigkeit zu, mit welcher man hie und da bei Thiertransporten vorzugehen pflegt. So wurde vorgestern ein Stier durch die Stadt getrieben, welchem man die Füße in der Kniegegend so fest mit Stricken gebunden hatte, dass dem armen Thiere das Blut stromweise über die Füße rann. — (Ossiciöse Zugeständnisse.) Der allem Anscheine nach aus dem Pressbureau herrührende erste Artikel des „Fremdenblatt" vom letzten Samstage dürste unseren nationalen Chauvinisten gewiss keine große Freude bereitet haben. Es wird darin nämlich das Resultat der abgelaufenen parlamentarischen Campagne besprochen, wobei denn der natürlich von Versöhnungslust überströmende Osficiosus doch nicht umhin kann, sein Erstaunen über die sonderbare Logik auszudrücken, dass selbst Abgeordnete solcher Länder, welche von der anzubahnenden Grundsteuerreform nur Erleichterungen zu erwarten hatten, aus Parteirücksichten die auf Verschleppung dieser Reform abzielenden Bestrebungen unterstützten. Dass unter diese Länder in erster Linie Krain gehört, haben wir bereits wiederholt nachgewiesen. Ebenso ist es bekannt, dass unsere nationalen Abgeordneten zu denjenigen „Volksvertretern" gehörten, welche die Unterstützung der selbstsüchtigen Wünsche der Polen bezüglich der Steuerresormsrage sür höher erachteten, als daS Interesse ihrer Wähler. Nicht minder interessant ist die Missbilligung, mit welcher daS genannte Blatt die consequente Vergewaltigung der verfassungstreuen Minorität durch die autonomistische Liga erwähnt, von welcher sie sagt, dass sie schließlich bis zur Annullierung der Wahlen aus dem ober-österreichischen Großgrundbesitze und zur Verwerfung der bekannten Anträge der Abgeordneten Dr. Herbst und Graf Wurmbrand, bezweckend die Eröffnung einer Debatte über die Sprachenfrage, geführt hat. — Darnach zu urtheilen. scheint die von de» Verfassungsgegnern geübte parlamentarische Taktik selbst dem Pressbnreau deS Grafen Taaffe einen gelinden Schauer zu verursachen! — (Literarisches.) „Dekamerone vom Burgtheater." Wie bekannt, haben sich die ersten 25 schauspielerischen Kräfte des Burgtheaters in Wien zur Herausgabe eineS Werkes unter obigem Titel vereinigt, in welchem jeder derselben einmal mit der Feder in der Hand debütiert und irgend ein heiteres oder ernstes Erlebnis erzählt. Das hoch originelle Buch, welches am 15. d. erschien, enthält Beiträge von Carl v. La Roche, Amalie Haizinger (der „Burgtheater-Mama", welche vor wenigen Tagen ihren 80. Geburtstag feierte), Sonnenthal. Meixner, den Ehepaaren Gabillon, Hartmann und Mitterwurzer, dann von den Künstlerinnen Röckel, Janisch, Kupfer, Wessely und Hohenfels und von den Schauspieler» Arnsburg, Lewinsky, Schöne, Krastel, Reusche, Hallenstein und Thimig, wie man sieht, einer glänzenden Reihe von Namen und den Inhabern einer fast beispiellosen Beliebtheit in allen Kreisen. Wenn auch, wie Schiller sagt, die Nachwelt dem Mimen keine Kränze flicht, so können sich die Schauspieler der Burg wohl an jenen genügen lassen, welche ihnen die Mitwelt darreicht, und in dieser Popularität scheint auch der Erfolg des erwähnten Unternehmens gesichert. Das „Dekamerone von, Burgtheater" wurde zum Besten deS Unterstützungsvereins „Schröder" veranstaltet, und hat der Verleger (A. Hartleben in Wien), welcher das Buch glänzend ausstattete und mit den Porträts und Facsimiles der Mitwirkenden schmückte, wie wir hören, für die erste Auflage allein dem edlen Zwecke ein Honorar von 1000 fl. gewidmet. Der wohlfeile Preis des „Dekamerone vom Burgtheater" (geh. 2 fl., geb. 2'/, fl.) wird dessen weiteste Verbreitung unterstützen, und ist uns mitgetheilt worden, dass der Erfolg schon heute ein gesicherter, ja vollkommener sei. Es ist aber auch ein pikanter Stoff; denn wissen wir auch alle, wie ein beliebter Schauspieler spricht, so möchten wir schließlich einmal wissen, wie er schreibt, und das enthüllt----------- „Das Dekamerone vom Burgtheater." Witterung. Laibach, 80. Mai. Theilweise heiter, heftiger NO. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 7 2«, nachmittags S Uhr -s- 11 6° 6. (1879 -s- 12 4°, 1878 -i- 19 4° 0.) Barometer im Steigen, 735 64 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 7 3°, »m 7 5° unter dem Normale. Verstorbene. Im Ei v i l sp i t a l e: Den Ib. Mai. Johann Nachtigall, Taglöhner, 34 I, 1'uborculosis pulmonum. — Johann Zajc, Taglöhner, 32 I., knsuiuonia et dslirium aleobol. Den 16. Mai. Carl Jereb, Grundbesitzerssohn, 3 I, lutorioatio cum aeido sulkerieo. — Josef Resnik, Buchdruckerlehrling, 16 I, Tuberculosis pulmonum. Den 17. Mai. Barthelmä Piccoli, Schuhmacher, 21 I, luboroulosis pulmonum. — Melchior Kopat, Taglöhner, 44 I., chron Lungentnberculose. Den 19. M a i. Stefan DernovZek, Grundbesitzer, 40 I., II>drops universalis. — Anton Kumara, Tag-löhnerSsohn, 13 Mon., Diphtheritis. Im Garnisonsspitale: Den 15. Mai. Peter Hattcnberger, Infanterist im 27. Infanterieregimente, 22 I, Septieämie. Lebensmittel-Preise in Laibach am 19. Mai. Weizen 10 fl. 24 kr., Korn 6 fl. 50 kr., Gerste 5 fl. 39 kr., Haser 3 fl. 56 kr., Buchweizen 5 fl. 51 kr.. Hirse 5 fl. 39 kr., Kukuruz 6 fl. 50 kr. per Hektoliter; Erdäpsel 3 fl. 40 kr. per 100 Kilogramm : Fisolen 9 fl. — kr. per Hektoliter: Rindsckmalz 80 kr., Schiveinsett 70 kr., Speck, frischer 60 kr., geselchter 64 kr., Butter 70 kr. per Kilogramm; Eier 1'/„ kr. per Stück : Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 58 kr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm ; Heu 1 fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; Harles Holz 6 sl. 20 kr., weiches Holz 4 fl 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother — fl., weißer — fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 2l. Mai 1880 stattfindenden Lici« rationell. 2. Feilb, Faisar'sche Real, Zgos, BG. Radmanns-dors. — I. Feilb., Kolanti'sche Real , Ratschach, BG. Ratschach. — 1. Feilb., Zimmcrmanu'sche Real., Rutscheten-dors, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Dolenc'sche Real., Wippach, BG. Wippach. — 1. Feilb, Simon^iL'sche Real., Weinberg, BG. Tschernembl. — l . Feilb., Plut'sche Real., Krupp, BG. Tsdiernembl. — 3. Feilb., Kasteliz'sche Real., Nassensuß, BG. Nasseusuß. — 1 Fcilb., Ostermann'sche Real, ad Turnau, BG. Tschernrmbl. - 1. Feilb., Ko^ar'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Na-gode'sche Real., Hrasche, BG. Adelsberg. — 3. Feilb , Ma-lik'sä>e Real, Slap, BG. Wippach. — 1. Feilb., Muhvii'sche Real., Mitterradeuze, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Andlovik'sche Real, Lojice, BG. Wippach. AngekommeneFremde am 19. Mai. Hotel Stadt Wir». Dr. Mally,Kraiiiburg. — Frie-derich, Gasselseder, Kans-leute, und Dr. Kirchham-mer, Wien. — Balaschek, Handelsmann, und Strohschneider, Ingenieur, Graz. — Trevisau, Kfm., Triest. Li» M» Mir für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung (Onanie) und geheime» Ausschweifungen ist dar berühmte Werk: l)i'. ketaus — Mittrovich, Besitzer, Ra-gusa. — Freiherr v. Göst-nitz, k. preuß. Hauptmann, 8k>Il8tbkMllI'lllIg. Hotel Elrphant. Stocharre, k. k. Obcrlieut., Steinstetten. — Leitner, Kausm., Zaprestt.—Filipec, Jaska. — Salomo», Reichenberg. — Kern, Hasnerineister, Graz. — Lapajne, Pfarrer, Bründl. Kaiser von Oesterreich. Burger, Adelsberg. -- Milauc, Plauina. Mohren. Kozellner, Gutsbesitzer, Spiral. - Eifen-städter, Cilli. — Jankost, Laibach. 77. Aufl., mit 27 Abbild. Preis 2 fl. Lese e? jeder, der an de» schrecklichen Folge» dieses Lasters leidet, seine aufrichtige» Belehrungen retten jährlich Taufende von, sicheren Tode. Zu beziehen durch S. ?SnicIros Schulbuchhandlung i» Leipzig sowie durch jede Buchhandlung in Laibad,. (166» 10-2 Wiener Börse vom 19. Mai. Alk»»»«,»« Kl»at»- PaVierrknle .... bilberrenre .... Voldrente............ StaatSlose. 1854. . 1860.. , 1860 zu 100 fi. 1864. . Graväeatkakuag»- Obligatio««». dalizien .... biedenbürgeu . Temeser Banat Ungarn ......... ülfealki«-« Hakekea. vonau»Regul.-Lofe . klug. Prämieaanlehen Wiener Lnleheu . . . Hetiea v. Laakea. Kreditanstalt s.H.u.G. Struonalbank.......... Hcliea v. Äraa»p»»r1 Mföld-Babn........... Donau - Dampfschiff -Llisabetb-Westbahn . -yerdinandS-Stordb. . >>,anz.Ioseph.Badn Äaliz. Sarl-Lndwigd Lemberg - Lzernowly . kiovd-^elellskbafl 97-75 92-50 93 85 94 25 «-id War«' 7S40 72 50 72 15 73 25 88 e. 88 70 irz so 124 — ISO 5V 130 75 ISl'5,0 132 50 I7S'i5 175 6< 98 25 93 - 93 75 94 75 155 L82--186 50 2465 110 50 111 — 110 40 110 70 116 75 117— 276 10 276 20 838 — 840 — 155 50 584 — >87— 2470 169 — 16» 5' 265 30 265 80 167 50 168'— 661-663 - Nordwestbabn . . . NudolfS-Bahn . . . StaatSbahn .... Südbahu............... Ung. Nordostbahn . psaailörief«. Boden creditanstalt in Gold............ in österr. Währ. . Nationalbank........... Ungar. Bodenkredit- . Priori1Sl,-Otki-. «Llisabethbabn, i.iLm Kerd.-Stordb. i. Silbe, ffranz-Ioseph-Bahn Gali-.S-Ludwigb.l.L Oeft. Nordwest-Babri Siebenbürger Lahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn S» 3 Perz. Privaltvs«. Eredillose ... »tudclsslose .... D«vis«a. .'ondcn.............. Ducaten.............. 20 Francs ........... 1«>0 d. NeichSmar? Silber............. Veld ISS 50 158 — 879 — 84 75 146 — 120 — lOl — 10» 35 101 — 98 50 107 25 100— Ware 159 — 158 5t) »80 — 85— 14« ö» ISO 25 101 75 102 50 102— 98 75 107 75 101 — 107-—I--------- 101 50 102 — 81 — 178 — 127 — ,09 50 177 50 17 40 1,8 70 84 50 179 — 127 50 109 80 178 — 17-70 118 80 5-61 5 63 9-45 9 46 58 45 58 LO Telegraphischer Kursbericht am 20. Mai. Papier-Rente 72 40. — Silber-Rente 7310. — Gold-Rente 88 45. — 1860er Staats Anlehen 130 10. — Bankaktien 834. — Creditactien 277 70. — London 118 55. — Silber - —. — K. k. Münzducaten 5 61. — 20-FrancS-Aiücke 9 43°^ — 100 Reichsmark 58 30. FMml-GerMe, in- und «uslänLiscHes Fabrikat, alle Gattungen Angeln, Lachsfäden und Fischzenge; Wirbel, Netze und Messingräder; Schnüre von englischem Hanf und chinesischer Rohseide; Kautschuk-Fischchen und echt englische Mücken für Forellen und Aschen zu jeder Saison; alle Sorten Fischstöcke und Bestandtheile. — Preisverzeichnisse franco. — Bestellungen werden bestens ausgesührt. (180) 1 G. Karinger. heilt (auch brieflich); Dr. Lloel» in >V!ea, Praterstraße Nr. 42. Alan biete äein > 1' - >. „- 90. ^uit.r«L^o ^ortlen 8otort Linsen- duux, kosteln/.itl,lun^ oder >^din»t»ine des Letrnxes mit der brüssten 8orx5»It aus^ekülirt, und orlmlt jedermann von uns die mit dem Staatswappen vorssliensn Orixinal-Lose selbst in 8-inden. Don Lestollun^en werden die erkorderliobeii »mtlivlion klrlns gratis bvi^osugt, und naok jeder LisIrunA senden wir unseren Interessenten unsuk-^ekordert Lmtlielie Listen. Dis ^.usraklunz der 6owinnv erkolxt stets prompt unter 8ti»»tsx»r»u1Ie und kann durvli direeto ilusondun^su odor auf Verlangen der Intsr-essentsn dureli unsere Verbindungen au sllsn xrösseron kliltüon Osstorreieds veranlasst werden. Unsere 6olloete war stets vom 6lvelcs besonders bexi'lnstixt, und kabon wir unseren Intersssontso oktmals die ^rossten Holler Lusboralilt, u. a. solods von Llarlc 2S»,t»0«, 225,»uo, 8N.00«, K«»,N«»U, 4«>,0N« etc. Vorausslobtliclr lcann bei einem solebsn, aut der „»IIU«»»«»» ««-I, xexrllndeten Vutvr-nedmei» überall auk eins »elir rexo LetbeiliAung mit Lestimmtiroit xsrsednst werden, und bitten wir dsdsr, um alle ^uktrrlAs auskübren ru können, uns dis LostollunAsn baldigst und jedenfalls vor dem HI. Aal ü. rukommon ru lasssn. Itaulmana L 8Lmo», linnk- und VvvksvIxvsvkLft ln Hamburg, Lin- und Verkauf aller ^rten Ltaatsobligativnon, Lisendabnaetien und ^nlebenslose. I'. 8. ^Vir Zuolcsn kivräurob für ao» «sittisr ßssodonkt« VvrtrLnev, und i^sm ivir bei Lsxivu äsr vsnvv Ver- Druck von Jg. v. Kleinmayr LFed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans Kraus.