URN_NBN_SI_doc-W5UTRQ62
309 Šolski vrt – vznik in izoblikovanje mnogostranskega učno-vzgojnega sredstva Der Schulgarten entwickelte sich als Lehrmittel aus den Gärten, die viele Schulen be- saßen und zur Bebauung gebrauchten. Bis dahin hatten die Schulgärten nämlich größtenteils als ein Teil der Natureinkommen für den Lehrer gedient, in einigen Fällen dienten sie auch als Beitrag einem besseren Materialstand der Schule, nur hie und da als Mittel für den Unterricht (zumal des Obstbaus und auch der Bienenzucht). Es gab aber eine ziemlich große Anzahl von Lehrern, die sich freiwillig naturkundliche Kenntnisse aneigneten und dann experimentierten sie mit dem Garten auch im weiteren Sinne, das heißt, als mit einem guten Erziehungsmittel. Mit der Inkraftsetzung der neuen Gesetzgebung 1869 wurde der Schulgarten an jeder Lehrer- bildungsanstalt (irgendwo: an jedem Lehrerseminar) als pflichtgemäßer Teil; an Volksschulen auf dem Lande wurden die Schulgärten ein so streng empfohlener Bestandteil des Unterrichts und der Erziehung, dass die Schulaufsicht melden mußte, unteranderem, auch die Tatsache, ob jede dieser Schulen über einen eigenen Garten verfügte und ob – und auch wie – der Lehrer ihn in den Lehr- und Erziehungsprozeß einschloß. Das Hauptproblem lag in der Tatsache, dass die zur Zeit der Inkraftsetzung des Gesetzes angestellten Lehrer aus einem Vorbereitungskursus kamen, wo sie an keinem naturkundlichen Unterricht teilgenommen hatten, sodass er nun sogar als etwas Widriges angesehen wurde. Das nötige beiderseitige naturwissenschaftliche (das heißt: biologische plus physikalische und chemische) Wissen und Können verschafften sich die Lehrer später im beruflichen Leben von selbst, sowohl aus den Handbüchern, die »Die landwirtschaftliche Gesellschaft« veröffentlich- te, als auch an besonderen landwirtschaftlichen Lehrgängen für Lehrer in Wien und Graz. Solch eine Art Weiterbildung der Lehrer war nach dem Erlass des neuen Schulgesetzes sehr stark vertreten. In diesem Sinne wurde an der Wiener Weltausstellung um Jahre 1873 auch eine mus- tergültige Einklassenschule mit einem vorbildlichen Schulgarten zur Schau gestellt. Die Meinungsaustausche über die Problematik und die Methodik, die den Schulgarten im Jahrzehnt 1869-1879 angehen, besagen, was für eine wichtige Rolle der Schulgarten an der neuen österreichischen Schule annahm, und auch eine weitere Tatsache spielte eine Rolle, dass nämlich nachher an keiner der damals auf dem Lande neu erbauten Schulen das geeignete Grundstück fehlen durfte, das für den Schulgarten vorgesehen worden war. Unter den Beiträgen, behandelte jener des Dr. Erazem Schwab am ausführlichsten die Absicht, den Inhalt, die Methode und das Aussehen eines Schulgartens – dabei meinte er, dieser Garten sei ein so wirkungsvolles und allseitiges Lehrmittel in den Händen eines demgemäß ausgebildeten Lehrers, dass jener – mit diesem verbunden – ein allgemeines Gut der europäi- schen Völker darstelle. Wenn wir den Beitrag der Aufklärung der Provinz opferbereit gebraucht hatten, sind wir schuldig über die prophetische Meinung von Dr. Schwab jetzt, wenn wir in die Vergangenheit hinblicken, uns durchaus einig zu sein. Mit der Ausnahme der »Benečija« (das ist: des slowenischen Venetien, einst in Italien »der italienischen Slavia«) und des »Prekmurje« (das heißt – dem Wortlaut nach – »des Landes jenseits der Mur«), betraf das österreichische staatliche Volksschulgesetz, das die neue Schu- lung formte, das ganze slowenische Territorium. Wegen der allmählichen Verwandlungen in der inneren Beschaffenheit der darauffolgengen Geschlechte, verwandelte sich auch die Beschaf- fenheit der slowenischen Provinz: die Quellen dieses Fortschritts waren das Volksschulgezetz und auch der Schulgarten.
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