Macher MMnntz. ——-———_ Pränumerationsprei«. Im Lomptoir ganzj. ft. ll, halbj. st. l» 50. ssttr die ZuNellung in« Hau» halbj 5>u fr, M!t d« Post ganzj. st. ,5, halbj. 7 5N. Dienstag, 81. Mai. Inselli°n«gebür: Fill Ntin« Inserat« bi» »u » geilen «l tr,. größere pr. Zelle « lr,; bei öfteren Wieberholungen pr. Zelle 3 lr. 1878. Nichtamtlicher Theil. Österreichischer Reichsrath. ^^ Sitzung dcs Herrenhauses. Wien, 1«. Mai. die^Ment Fiirst Earlos Auersperq eröffnet ei«e > öU"' Gebürengesctz, betreffend die Sicher-kcheL s ^"Nkosten. Der Entwurf wird sofort in ^v! f!^ ^'»omiiien nnd der juridischen ^lomlnisslo!! ^,,^'"s Falkenhayn empfiehlt die Petition der M^".'^chasls^efellfchaft in Troppail gegen die Ein-^ hm? " ^luderpest der anfmerksameu Beachtuug ^»tlM ^'^'^uß des Abgeordnetenhauses über den I^l auf Anwendung des Geseires vom :i0. Juli t>tt wird in erster Lesnnq ^^ 'Ychen Koniinission zugetheilt. ^'öst>>, s ^ Mus er referiert über die Statuten ^i,,^'u)isch.ungarischen Baut nnd der Hypothekar. ^ von 3"^""^ derselben nnd beantragt die Annahme E. ^' Kulnmission vereinbarten Fassnng. sR ^ ^'^ Generaldebatte eröffnet. Als Redner l»liq f!^"leldet Finst Ezartorysti nnd Fürst Schönen, ""b Edler von Plener imd Graf Faltenhayn l>ei ^.^ ^. Plener (gegen) führt ans, das; es fich betn um ?-^ '" ^^"' ^"^ "^^ "'" Gewinn, son- hüM^ 'die Ordnnng nnseres gesammten Geldwesens die ^>s sei natürlich, daß der Dnalismns sich ans ' lciH/^^ecke, aber es frage sich, wie weit er da- !""" ihn / ^rfe. In den staatlichen Fragen müsse '^U ch,.,, ^! ncceptieren, in dein geschäftlichen, banl- ^ihvitl^ ^heile "ber nicht. Di'c Verwaltllug nniß ?^ Ts^. ^^ Ernennnng der Vizegonvernenre Me ge^ ^',"lchl"gen sei nühlich. Der Generalralh ^»gell ^l^f ^ den beiden Direktionen einen zn ge« ^t'oii ^"ungskreis. Es ist möglich, daß jede Di t>l« ^^" "gene Bantpolitik treibt. Die vorgcschrie- l»er Hs "3 des Notencontingents ist ein entschie- Mtini^" ""b enthält den'Keim einer künftigen ü ^lchÄ ungarischen Bank. Der Redner erörtert Wau^l^lliillwneil Schnld und die gegenwärtige Mich Ml' weühe lnan schreckhafter mlsmale. als sie „hl ^. . Der »law« <^uo, der schon ein halbes l?a,!te ys ' ^'"^ ""ch u^ch länger währen. Der !> „.Ä^leich sci das Opfer der Bank nicht werth. "«M lie entweder den ungarischen Prätensionen ^/"ltgegeilj^tri, oder dnrch finanzielle Opfer Imilleton. ^ 2ie Explosion in Paris. ^lh die^s5^ S.raueilhafte Unglück in Paris, welches b? lber ^,-^,^swll von Kiiiderpistolen entstand und ,Uts k'"^' "n telegrafischen Theile nnseres Blattes ^lchki, ^ suchtet haben, liegen nnn in den fran-!.7„lllwlÄ"ttern ansführliche Berichte vor, welche 3?W, l. '"^ graneilhafter darstellen, als es nr-hMli^^ "lnschein hatte. Seit dein Beginn diefes d> ^ in ?i'^ lm^ll die franzöfifchen Zeitllngen — lii.. Aosi^n <" kcm solches Unglilck zngetragen, als ch,, wn/z"' d'e am 14. d. M. abends stattfand, n ' bci l,,,.ll"ßes, sechsstöckiges Wohnhans, in wel-i ^iNdett Pa^ wohnten, ist in die Luft ^,,ziir 3.^'^plosion fand gegen acht Uhr abends, Ki>n b">bes Diners statt, daher die meisten u»a "^hl ^. ,!>chl! oder in ihrer Wohnnng waren. V^ei! ^ ""'unglnckteil kann noch nicht genan ll» ?"l. ,,..!. "' lic schwankt zwischen 100 bis 200 i^lich" , "och am 17. d. Äi. wllrden ei.izelne äe!,l> ^^e,,' ^' /'" ^us den Trümmern hervorgezogen. ^ I^s "äher, «> /stchulig dcr Katastrophe liegt fol^ de>," abe,^^"st''llll"g vor. Am 14. d. M. gegen l>^^ch .') "schulterte ein fllrchtbarer Knall, anf l>!i >""U'n ? Eiliger starke Explosionen folgten, erd hl», ^llnd.. ^^'^'ld des Chüteau d'Eau^Plahes in '> ^ N„ vv" 1500 Metern. Ein fechsstöcl.ges ^!»' ^ie Ä ""'anger, das die Nummer 22 trägt, berichten, in die ^nft geflogen, 'umgebrochen und in den Boden versunteu, so daß jetzt nur noch die Trümmer der obersten Stockwerke den Rettungsmannschaften zugänglich sind. In dem Erdgeschosse dieses Hanfes lagen die Magazine des Spielwarenhändlers Alanchon, desfen Hanptartikel in kleinen Pistolen nnd Kanonen besteht, die mittelst einer papierenen, eine Mischnng von Phosphor und Poltasche - Ehlorat enthaltenden „Lunte" abgefenert werden können. Die Fabrik befindet fich in Vauves, uud im Laden der Rne Äcranger wurde gewöhnlich nnr ein gewisser Vorrath für die Woche, diesmal etwa «00 Gros, anfbewahrt. Voriges Jahr hatten die Be-Horden, anf das gefährliche Spielzeug aufmerksam gemacht, Versnche mit den „Lunten" anstellen und sich überzengen lasjen, daß das Fcner keine Explosion derselben bewirkt, sondern daß diese nnr dnrch eine Reibung, wie der Hahn der Pistole sie hervorbringt, cr< zielt werden kann. Woher nun eine folche Relbuug in dein vorliegenden Falle kam, oder welches fönst die Ursache des schrecklichen Ereignisses war, bleibt noch ein Räthsel. ^ ^> . ^ Ein Augenzeuge sch'ldert der „N. fr Pr." den Moment der Katastrophe in nachstehender Weise: Man hörte plötzlich einen gewaltigen Knall, so eigenartig, wie er weder während der Belagerung noch während der Eommuue gehört wurde. Die Stühle fingen zu wanken an, die Scheiben klirrten, die Glaslnster gerietheil in oscillierende Bewegung. W,r wareu alle wie betäubt, doch giug es bald vorüber, uud keme Scheibe sprang. Als wir die Fenster öffnen wollten drang nns eine dichte Stanbwolke euigegeu. Wir fchlosseu dieselben sogleich und wollten anf die Straße eilen, aber der Concierge hatte das Hansthor geschlossen nnd kam bald mit der Nachricht zurück, es müsse ein schreck- liches Unglück geschehen sein. Man könne vor Staub und Ranch nicht weiter. Wir hielten nns etwa eine Viertelstnnde eingeschlossen. Es waren fürchterliche Momente. Männer, Weiber und Kinder, alle Haus-iusasseu, süllteu die Stiegeu und die Hausflnr. Mehrere stiegen in die Dachkammern, von wo man endlich einen Blick anf die Straße werfen tonnte. Die Läden waren rasch geschlossen worden. Bon allen Seiten stürmten Menschen herbei, Polizcimänner kamen, endlich anch Soldaten, nnd so wagte man sich denn hinaus, wo erzählt wurde, die Fabrik in der gegenüberliegenden Gasse sei aufgeflogen. Doch dauerte es sehr lange, bis man anf der Straße vor sich sehen konnte. Wenn man sich der Nne Acranger nahte, hörte man Knarren und Krachen, Steine, Mailer« nnd Holzstücke wurden umher-geschlendert, und ununterbrochen währte das Klirren der herabfallenden Glasstücke. Es gehörte Muth dazu, sich in die Unglücksgasse zu wagen, nnd wie man später erfnhr, sind sehr viele Menschen durch die Glassplitter im Gesicht mcht unbedeutend verwundet worden. Einigen sollen sogar Glasscherben in die hohlen Körpertheile gedrungen sein, so daß deren Rettung bezweifelt wird. Die Knnde von der schrecklichen Katastrophe beunruhigte die Spaziergänger auf den Boulevards. Die Ease's leerten sich, ^er Menschenstrom bewegte sich gegen den Unglücksort, ^e näher man kam, eine um so un« heimlichere Gestalt nahmen die Bonlevards an. Äeim Theater Samt Martin mußte man den Wagen verlassen. Man sah bereits Männer, Weiber und Kinder jammernd herumirren. Die Verwandten der Stlaßen-bewohncr eilten herbei, aber die Zugänge waren bereits abgesperrt. Die Berichterstatter der Journale winden eine Stabilisierung des Ausgleiches erzielen. Da aber jetzt keines von beiden geschieht, sei Redner gegen den Ausgleich uud das Aankstatut. (Beifall.) Fürst Ezart orysky (für) erklärt, daß die dualistische Staatsform anf die Daner nnerträglich fei, uud daß keiii Staat alle zrhu Jahre eiue Ansgleichstrife mitmachen könne. Der nächste Ausgleich wird wol auf Grundlage einer gemeinsamen Rl'vision der 18<»7er Ge» setze stattfinden. Eine künftige Regiernng müsse die Regelung des Staatshaushaltes uud die Versöhnung der Nationalitäten in ihr Programm nehmen. Jetzt aber müsse man dem vorliegenden Ansgleich zustimmen, um eudlich weuigstcus aus 10 Jahre iu einen Zustand der Ruhe zu gelangeu. (Beifall.) Graf Falkenhayn verzichtet anf das Wort. Fürst Schönbnrg (für) unterstützt die Ansschnß-antrage, da sie den eigenen Wünschen der Bank mög lichst entsprechen. Konrad Sch midt betrachtet die nenen Ansgleichs-gesetze nnr als Nothbehelfe, um über momentane Verlegenheiten hinüberzuhclfen. Er wünschte eiue kürzere Dauer des Ausgleichs, um recht bald zu eiuer definitiven Revision der 1867er Gesetze zu gelangen. M. v. Kaiser feld schildert die Nachtheile der steten Ausgleichsirrnngen. Die Besorgnis, die nene Bank könne nicht gnt fungieren, fei übertrieben, nnd das Bankstatut dürfe daher recht wohl angenommen werden. Eine einheitlichere Staatsform als die jetzige fei in Oesterreich anf friedlichem Wege nicht herzn-stellen. Das dnalistische Sistem hat zwar zahlreiche Mängel, welche der Redner eingehend erörtert, aber die Personalnnion ist doch nur ein sehr gefährliches Schlagworl, denu durch fie verlöre die Mouarchie ihre Großmachtstelllmg, nnd der Eenlralisinus ist unerreichbar. Der Redner empfiehlt die Annahme des neuen Äankstatntes. Fürst Liechtenstein beantragt Schlnh der Debatte, was abgelehnt wird: doch wird die Sitznng für hentc geschlossen. Die nächste Sitznng findet Montag den 20sten Mai statt. 384. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 1". Mai. Der Ministerpräsident übermittelt das mit der Nationalbank abgeschlossene Uebereinkommen, betreffend die Achtzigmillionen Schuld. Die Gesetzeutwürfe, betreffeud die Abänderung mehrerer Bestimmungen des Wahlgesetzes bezüglich einiger Wahlbezirke in Galizien, Böhmen und Krain, werden in erster Lesnng dem ^egitimationsansschusse, die Regierungsvorlage, betreffend die Einführung eines neuen Forstgesetzes, einem aus dem ganzen Haufe zu wählenden Ausschusse von 12 Mitgliedern überwiesen. Abg. Freiherr V.Hopfen beantragt im Namen des Ansgleichsansschnsses, baß die zweite Lesung des Gesetzes, betreffend das Ausgleichsprovisorium, vorgenommen werde, ohne daß der Bericht des Ausschusses iu Druck gelegt werde. Das Haus nimmt deu Antrag an, nnd wird die mündliche Berichterstattung in der nächsten Sitzuug erfolgen. In Fortsetzung der Tpezialdebatte' über das Ge bäudesteuergcsetz wird tz 5 (Veranlagung der Hans^ zinsstener) unverändert angenommen. Ein vom Abg. Wol fr um gestellter Antrag, zwischen 8 ü und 0 eine weitere Bestimmung betreffs Bemessuug der Hausziussteuer einzuschalten, wird an den Allsschuß verwiesen. Es wird in die Spezialdebatte des tz 6 des Gebäudesteuergesetzes eingegangen. Abg. Teuschl stellt den Antrag, daß mit dem 8 6 zugleich Artikel 2 des Einführungsgesetzes zur Beschlnßfaffung gelange. Abg. Neu wir 1H findet das Ausmaß der Hausziussteuer für die Landeshauptstädte mit 2.', Perz. zu hoch uud bcautragt 24 Perzeut. Dr. Heilsbcrg erklärt sich mit den, Vorredner vollständig einverstanden; aber auch für alle übrigen hanszinsstencrpflichtigcn Orte fei das Ausmaß mit 20 Perzent vom steuerbaren Zinsertragnifse zn hoch, und stellt er den Antrag, dasselbe auf 18 Perzent herabznsetzen. Abg. Dr. Klaic beantragt, aus dem Verzeichnisse die Orte Zara, Spalato, Ragusa und Eattaro zu streichen. Dasselbe beantragt Dr. Koch a now sti m Bezug auf Ezernowitz nnd Dr. v. Perg er in Bezug auf Baden, Alland uud die Badeorte Teplitz, Schöuau, Karlsbad, Maricubad uud Franzensbao. Dr. Äareuther unterstützt auf's wärmste den Antrag Pergcrs. Dr. Promber schließt sich den Ausführungen Dr. Heilsbergs an nnd beantragt gleichfalls Herab-fetznng anf 1« Perzent. Dr. Nitsche stellt den Antrag, daß alle Anträge, welche bei Debatticrnng des tz (i bereits gestellt find oder noch gestellt werden sollten, dem Ausschüsse zuzuweisen seieu. Abg. Dr. v. Hof er beantragt, deu § l'> an den Stenerreformansschnß zu nener Berathung und An tragstellnng zurückzuweisen mit dem Auftrage, nochmals zn erwägen, ob nicht ein anderer zweckmäßigerer, weniger Veranlagnngstoften verurfachender Modus der Gcbäudesteuer für Tirol und Vorarlberg, als der 9iM in diesem Paragraph angenommene, vorgeschlagen werden könne. Regierungsvertreter Ministerialrath (5 hertek setzt auseinander, aus welchen finanziellen wirthschaftlichen und steuerpolitischen Gründen dic Negierung zu der Fassung der vom Ausschusse leider nicht accepticr-ten Vorlage gelangt sei. Er bedaure die Nichtannahme, denn die Regierungsvorlage gehe nach gerechterem Modus vor als der Ausschußantrag. Redner bittet, keinesfalls den Antrag des Abgeordneten für Stcier-mark (Heilsberg) anzuuchmm; denn die Annahme dieses Antrages würde alle die vielversprechenden Pläne, welche an die Reform geknüpft wurden, gänzlich zunichte machen. Abg. Baron Riese - Stallburg stellt den Antrag auf Schluß der Debatte über H 6. Der Antrag wird mit 8<) gegen 72 Stimmen abgelehnt. Hierauf fchließt Vizepräsident Vidulich die Sitzung. Die nächste Sitzung findet Montag den 20. d. statt. Die Lösung der orientalischen Frage. Ein diesertage in einem hochoffiziösen russischen Blatte, der „Agencc gcncrale russc", erschienener bc-merkenswerther Artikel behandelt die Möglichkeit der Lösung der orientalischen Frage in folgender Weise: „Es gibt in Wahrheit nur zwei mögliche Lösungen der orientalischen Frage. Es liegt nicht in der Macht der Menschen, irgend etwas gegen die Natur und die Gewalt der Thatsachen zu thun, welche gegenwärtig in der Türkei entweder nur den Sturz des ottomanischen Reiches und demgemäß seine Auflösung und Theilung, oder eine in der Weise berechnete Umwandlung zulassen, daß auf der einen Seite dieses Ncich in einem für Alle unschädlichen, aber doch lebensfähigen Zustande aufrecht erhalten und auf der andereu die christliche Bevölkerung der Balkan-Provinzen von ihrer unmöglichen Verwaltung befreit wird. Die Autonomie der letzteren, gehandhabt von einer unabhängigen und nationalen Regierung, und deren Vasallenschaft, aufrecht erhalten durch einen jährlichen Tribut dieser Provinzen, dies sind die einzig möglichen Bedingungen einer ernstlichen uud einigermaßen dauerhaften Lösung des gegenwärtigen Problems. Ueber die Einzelnheiten, die Wege und die Mittel zur Ans« führung dieser beideu Lösungen können dic Ansichten und Interessen abweichen; über die absolute Nothwendigkeit, zwischen beiden zu wähleil, kann lein Zweifel sein. Diejenigen, welche für eine abenteuernde Politik sind, werden das zweite Mittel ohne Zweifel vorziehen. In dem jetzigen Zustande der Duige in der Türkei ebenso wie unter der christlichen Bcvölteruug und uuter den interessierten Mächten selbst würde die Theilung des ottomamschen Reiches ebenso gefährlich als midurchführbar sein. So allmächtig der Verstand der Staatsmänner und die Kraft eines Voltes sein können, eine Frage zur Reife zu bringen, vermögen fie nicht. Nnn, die Orientfrage - wir wiederholen es — kann noch nicht durch Zergliederung und Theilung gelöst werden, es sei denn künstlich und daher wenig dauerhaft und gefährlich. Hierüber, scheint uns, müssen die englischen Staatsmänner ebenso wie die russischen und österreichischen Einer Meinung sein, wie es einst ihre Vorgänger waren, um so lange als möglich die definitive Liquidatiou des ottomanischcn Reiches zu vertagen. „Wenn dem so ist, bleibt nur die zweite Lösnng übrig, in Bezug auf welche ebenfalls abweichende An- nach Abgabe ihrer Karte allenthalben zugelassen. Vom Explosionsorte stiegen fortwährend Rauch und Feuersäuleu auf. Die Pompiers arbeiteten vergebens mit Handspritzen; erst alZ die Dampfspritzen zu wirkeu begannen, legte sich die Wuth des Feuers. Die Rue Beranger und die naheliegenden Strafteutheile waren mit Glasstücken bedeckt. Eine Apothecke dcs Viertels diente als Verbandvlatz. Was von Aerzten in der Nähe war, eilte herbei, hilfreiche Hand anzulegen. Die Leute, welche hingebracht wurden, sahen mitunter schrecklich verstümmelt aus. Die meisten waren bewußtlos. Die Personen, welche sich zuerst ans Rettuugswerk wagten, übten wahren Heldenmuth. Im nahe liegenden Hause befindet sich eine Crcmerie, Frühstücksstubc, wo jedoch den ganzen Tag hindurch warme Getränke nnd Speisen zu haben sind. In dieser Eremerie sollen etwa vierzig Personen beim Diner gewesen sein; sie wurden förmlich verschüttet. Die ganze Nacht hindurch irrte die Bevölkerung des Quartiers auf den Straßen umher, weinend, händeringend, einer beispiellosen Angst und Verzweiflung hingegeben. Der Direktor des Geschäftes in der Rue Beranger, dessen feuergefährliche Waren diese Katastrophe verschuldeten, Herr Mathieu, hatte ebeu seine Frau verlassen, um deren Bruder nach dem Bahnhofe zu begleiten, als er, kaum hundert Schritte von der Wohnung entfernt, von dem Knalle erschreckt wurde. Er eilte, der neugierigen Menge folgend, zurück, fand aber statt des Hauses uur noch, einen Trümmerhaufen nnd hat bis jetzt vergeblich nach seiner Frau geforscht, die mit vielen anderen vielleicht lebendig begraben ist. Ueber den ganzen Umfang des Unglückes sind die Versionen sichten über die Einzelnheiten der Ausführung, aber nicht über die das Ganze betreffenden Maßregeln stattfinden können. Damit die christliche Bevölkerung im stände ist, eine wirkliche Selbstverwaltung einznrich-ten, sich selbst zu regieren, glücklich und gedeihlich zu leben, das heißt, sich ungehindert dcm Anbaue ihrer Felder, der Industrie, dem Handel, kurz all dem, was die Menschen bereichert uud sie zu Freunden der Ord-uuug macht, zu widmen, muß nothwendigcrwcise ihre Autonomie in politischer und materieller Hinsicht wirtlich durchgeführt und die Abgrenzuug ihres Territoriums derart sein, daß es die Elemente eines solchen glücklichen Gedeihens in sich faßt. Das uttomanische Reich selbst wird dann bei diesem neuen Zustauoe der Dinge die Mittel finden, nicht allein einen neuen Eon-tract mit dem Leben abzuschließen, sondern sogar seine ökonomische uud finanzielle Lage zu verbessern. Der Augenblick wird kommen — und er ist vielleicht nahe, — wo Europa der Mäßigung nnd Weisheit Rußlands Gerechtigkeit angedeihrn lassen wird. Vereinigt zum Kongresse, wird Europa dann sicherlich das durch Rnßland nnternommene Werk der Beruhigung und billigen Lösung vollenden wollen. Deswegen auch, weil die englische Regierung nicht weniger als Rußland den Wnusch hcgcu muß, die definitive Auflösung des ottomanischen Reiches zu vermeiden, ist uns immer eiu Einverständnis zwischen London und St. Peters' bürg, welches so gleichmäßig von beiden Seiten au gestrebt wird, nicht nur als wünschcnswcrth, sondern auch als möglich erschienen." Militärische Vorkehrungen in Dänemark. Bekanntlich werden heller die Lagerübnngen der dänischen Armee, welche jedes Jahr in der Nähe der Stadt Viborg in Jutland abgehalten zn werden pfle^ gen, wegen der bedrohlichen politischen Lage in der Nähe von Kopenhagen, nämlich anf der all das königliche Iagdschlößchen „Eremitage" im Thiergarten au-grenzcudeu Ebene, etwa 1'/^ Meile von der Hauptstadt, stattfinden. Zur Erklärung dessen wird der „Pol. Korr." aus Kopenhagen, Ib. d. M., geschrieben: „Schon längst hatte man hier infolge der bedenklichen Spannung zwischen Rnßland nnd England die Eventualität ills Auge gefaßt, die Trnppcu in der Nähe der Hauptstadt zusammenzuziehen, und daß Kricgs-miuisterium hatte in aller Stille dnrch den Gcncral-stab mehrere Pnnktc der Insel Seeland, der Haupt-iilscl dcs Landes, untersuchen lassen, nm den geeignetsten Ort für die diesjährigen militärischen Sommer-übuugcn zu ermitteln; als solcher Puukt wurde die genannte Ebene des Thiergartens festgestellt, welche aber für die gleichzeitigen Bewegungen der ganzen üblichen Lagerstärke voll io,0l)0 Manu oder einer Division nicht ausreichen dürfte. Es wurde daher die Verfügung getroffen, daß die Uebnngeu früher als sonst, bereits anfangs Inui begiuueu, und daß je eine Brigade abwechselnd vier bis fünf Wochen lang manövriere. Znerst werden die jütischen uud fünischen Abtheilungen einberufen werden; im Falle der Nothwcn-dlgleit können aber diefe Truppen im Laufe weniger Tage dnrch Einbernfnng der secländischcn Mannschaften verdoppelt werden. Sollte die politische Lage während der ersten vier- bis finifwöchentlichen Manöver-Periode nicht einen entschieden friedlichen Eharakter annehmen, so wird man die jütischen und fnnischen Mannschaften über diese Zeit hiuaus auf Seeland zurückbehalten, im entgegengesetzten Falle aber entlassen noch sehr verschieden; man spricht von achtzig, hundert, ja zweihundert Opfern der Katastrophe. Auch die anstoßenden und gegenüber liegendeil Häuser hatteu Schaden genommen; in Nr. 24 brach Feiler alls, Nr. 20 hat von oben bis uuteu einen gähnenden Riß nnd droht ebenfalls cinznstürzen; in Nr/l!) sind Spiegel und Möbel in Stücke zerschlagen, und traten dem Portier bei dem Knalle beide Augen ans den Höhlen, so daß er vollständig blind ist. Die Verwirrnng in der ganzen Straße war anfangs unbeschreiblich; Kinder suchten weinend ihre Eltern, Mütter riefen jammernd nach ihren Kindern, und aus der Erde drang das Stöhnen und Wimmern der Verschütteten. Anf die Knnde von dem Unglücke waren die Lösch» nnd Nettuugsmaililschaften der nächsteil Posten, dann die Soldaten des 102. Linicnreqiments alls der Kaserne Prinec Engine herbeigeeilt und hatten ihr Werk begonnen, indem sie sich die gauze Nacht hindurch al> lösten, leider wurden hiebci drei Soldaten, welche den Pompiers dic Fackeln trugen, durch eine einstürzende Mauer erdrückt. Eine Familie des dritte» Stockwerkes, Vater, Mutter und Tochter, konnte alls den Trümmern hervorgezogen werden; ein jnnger Mensch entriß mit eigener Lebensgefahr den Flammen ein jämmerlich schreicudes fünfjähriges Mädchen, und von einem Stadtsergeanten Jakob uud einem Böttcher Dcchaux wird erzählt, daß sie je eilf Menschenleben retteten. Dic meisten Ausgegrabeueu siud mehr oder weniger schwer verwundet und mußten nach dcni Hospital Saint Louis gebracht werden, während andere Obdachlose bei den Nachbarn die liebevollste Aufnahme fanden. können. Durch dieses Arrangement würde DaM im Kriegsfalle unter allen Umständen sofort « 10,000 Mann zur Aufrcchthaltung seiner Ncutw"" verfügen. . „Am 14. Jahrestage des Treffens bei Helgola^ <1. Mai 1804, lies auf der hiesigen Marinewerft °" größte dänische Panzerschiff vom Stapel, wcläB"^ den Namen „Helgoland" trägt. Dieses PanzMV dessen Ball im Mai I87(; begann und wclches "^ lioncn Kronen kosten wird, ist 2l>0 Fnß lang, ^ -Fuß breit, hat 1«'/- Fuß Tiefgang uud 5^,H Wasserraum; seiu Panzer ist 12 Zoll dick. Das^W wird in der Mitte dcs Verdecks :'> KrnpvW M laderkanoncn führen, deren größte :;0'/« ^cnt"' Kaliber hat. Es ist mit einem Widder versch"! ^ besitzt an jeder Scitc der Steven eine VomchtuiD,. Ansschießen Whitehead'scher Torpedos. Eö '1t ^. das größte Schiff, das auf gebaut worden. Schweden und Norwegen l)'^',^ kleinere, alls die Küstcnverthcidigllng bercchnctc SW^ und von älteren dänischen Schiffen hat kcuies . Größe des eben ins Meer gelassenen. ..HeW"^ foll eine Fahrgeschwindigkeit von etwa 12'/« "> ,, haben; die Besatzung wird 300 Mann ausMY^ Mitische Merstcht. Laibach, 20. Mai. Die Delegationen werden, wie aus W,^ meldet wird, Samstag den 25. d. M. — zum """ male ill der lanfenden Session ^ in Wien z"1"'" ^ treten. Man hofft, daß die Erledigung dcs g"" samcn Budgets pro 187<-i kciue Schwicrigkcitcit ^ uud daß es möglich sein werde, dic 'Arbeit^ ^ Delegationen in höchstens vierzehn Tagcu Z" endigen. .^,,,1 Das ungarische Oberhaus crlcdiglc voG>^ die restlichen Artikel des Bankstatnls, s"'""^ Statut für das Hypothckargcschäft sowic den ^ vertrag. . ^, Der deutsche Reichstag erledigte am ^'.M ill zweiter Lesung die Tabakcnqn^tevorlagc, gcn^)^ mit 15)2 gegen 117 Stimmen dic ^ l und ><'^l der Vornahme statistischer Erhelmngcn ilbcr d'^„>^ fabrication uud über deu Talialhaudcl. Dic ^ M lehnte aber die ^ 2 bis U, betreffend dic ^ Mst tungcn der Tabatindustricllcn zu Augabcn g^ der Kommission, ab. ,M Der von der prenßi s ch c n Regierung "" ^ des letzten Mentales auf Kaiser Nilhclm dcm ^ scheu Bnndcsrathe vorgelegte Gesetzentwurf ^^1!' Titel: „Gesetzeutwurf' gegcu AllsfchrcitllNgeil ! ^ demokratischer Aestrebnngcn", zählt acht P"H hs' und ist zunächst für die Dauer von drci I"^^' stimmt. Derselbe ermächtigt den Aimdesratl), " ^' uud Druckschriften, welche' bungcn dicnen, zn verbieten nnd zn "'ltel ^„1 Eine derartige Maßnahme bedarf indeß der ^,^ nlllng des Rcichstages. Letztere ist, wcnn der ,^,, tag versammelt ist, sofort, andernfalls abcr ^'^M nächsten Zusammentritte einzuholen. " ..^ k^ soeial'dcmotratischer Druckschriften und ""'^ M' durch die Ortspulizei erfolgen, dasselbc m'!"^ ^chl wenn cs der Bnndcsrath innerhalb vicr "M tis^' bestätigt. Die Beschlagnahme social - dcnwn ^ Druckschriften kann polizeilich erfolgen, "lM "M richterliche Bestätigung erforderlich ist. Fu) ^M^ handlilngen gegen die' Gcsetzbestiiimlnngcn !". ^ht. ^ nicht unter 'drei Monaten Gefängnis ""!1^ .^^ Bezüglich dcs Eullassnugsgesuchcs dcs 6nln>" .^1 Falk schreibt die „Post"', daß die Bemühung"'^ Rücktritt zu vcrhindern, von dcr Stnndc "" " ^ ^ seien, wo Falk seinen Schritt znr MmM" ^ „1 Kollcgen gebracht hat. Die Annahme, d"!i " Z B dcr schwcbcnden Knsc allein stehe, sei ^ ,7„ut ^, richtig. Die „Post" glaubt nicht fchlzna")^,,^ z"' Behauptung, daß, wenn dic gcgcinoiirtigc ^^r Entlassuug Falks führeu sollte, d'iescs EttV' ",,h ?>'' greifeude Eonsequcnzeu fur dcu Personals Ministeriums uach sich ziehen werde. , ^ j?l Der französische d. M. das Gencralstabsgesctz. In W i ^fu,, antwortete Samstag Minister Mar^re ' ^.„M Spnllcrs inbetrcsf der Katastrophe m dcr " ^„. ^ nnd sagte, es werde nächstens ^ hütnng ähnlicher UncMsfällc Der italienische Minister f"'/''^» « beiten legte vorgestern in dcr Kam im M^n 1 entwnrf vor, betreffend dcn Äctrieli 0" ^ ^ , schell Eisenbahnen vom I.Iuli ^^s; "> Dezember !57l) auf einen Gesetzentwurf über dcn ^..^hniichcs',. bc' Ergänzung des italienischcn 6' ""Ä lich zü Kammer beschloß, die Vorlagen ms " ^ lMdeln. , . dcit A"!"^ Die spanischen Eortes )"wn > ^ trcffs Einsetzung einer P"rlaincntM''Mn ^^n die Wirkungen' der indnstricllcn KU^ ,^c 77 gegen ö'i Stimmen """"^n. . gel'") ^ am 17. d. mit 04 gcgen w Stm""" « !)«1 Ws Anlehen von 4!) Millionen zur Deckung des De-« und Vollendung der öffentlichen Arbeiten. . Im englischen Unterhausc wurde vorgestern me Resolution Stanfords, welche die Ernennung Wel-^Ys zllnl ersten Botschaftssekretär in Wien miß-AUigt, mit 2ü0 gegen 83 Stimmen verworfen. — Die Mncht von dem Tode Lord Rüssels ist falsch; dessen Nsmdell hat sich etwas gebessert. Der rumänische Senat uahm den Gescheut-,, ^> au, durch welchen der dcu bcßarabischen Aancrn "^willigte Termill zur Ablösung der denselben vom vtaate überlassenen Grundstücke um zehn Jahre vcr- In Nnßland dauern die Nüstuugeu trotz der "'MeMmi friedlich lautenden Nachrichten im bisheri-M Umfange fort. Für Turkestau werden acht Ne' MatMone foriuiert. Die Sannnlnng für dic'.Krenzer-' °"c nehnlcn einen günstigen Merlans. Der St. Peters-°"ger Jachtklub zeichnete 215,000 Rubel. Uls l griechische General Soutzo sowie die be-umchten griechischen Offiziere wnrden wieder ein-pulsen und an die Grenze beordert. Die türkischen Mpen. welche bisher iu Thessalieu stationiert waren, "°en sich ^ AM und Salunichi eingeschifft, u,u sich ^"s „ach Bosnien, theils nach der Insel Kreta zu sj ,Das serbische Ministerium Stevka hat demis-^ "'ert infolge seiner Differenzen mit dem Fürsten Mi des Verschwörungsprozesses von Topola. Ristic "c>e mit der Bildnng eines nenen Kabinettes betraut. Oi-, ^!^e der türkischen Rcgiernng ist an die H'dlMren in Bosnien, deren' Pächter sich nach sic i ?^ ^flüchtet hatten, die Anfrage ergangen, ob Än/ ^"^e wären, den zur Rückkehr entschlossenen ,^,'^u Wohnuugeu, Arbeitsvieh, Ackcrgeräthc, Samen »u,^"^ bis zur nächsten Ernte zu verabreichen. Da l"s Büttel dieser Grundhcrren an den Bettelstab "'Molllmen sind. dürfte die Antwort verneinend »M «.'' ' Der „Standard" erfährt, die Pforte ii,i w "e weitere Verstärkung der britifchen Flotte von?!'"""'""" dulden, indeß eine Auswechslung -^^usfeii ini Golf von Ismid gestatten. Hagesueuigkeilen. sM ""(Der erste Vcrgnügungszug nach Paris) s» , "u i^,. ^, ^ ^^ W^„ abgehen, aber es waren spruch'^ ^heilnehiner hicfür erschienen, daß der vcr^ ^liilie^ ^^"^'"tzug dem Unternehmer sehr theuer gc-fiir i/' ^"^'- Er ließ daher diejenigen, welche Karten de», ^ ^"'g„ügil!laszug gelüst hatten, einladen, mit ">acht> ' "ä"N zll fahren. DaS wollten diese nicht. t"»>M - '^'" Vorwürfe, es tan, zn eincin ungemein »uilrd '"l ^lnftritt. Worte wie Schwindler. Betrüger ^,»„.?s ^"" u"d die Polizei zu Hilfe gerufen. Dein t>l!Nl ? ^"l)l gelang es, den Tuluult zn beschwich> z>l f^ '^ "ni^e Personen zn bewegen, mit dem Postzng Elicit ' ^"brre inachtcn keinen Gebrauch hievon nnd 'UM dun dem Unternehmer Ersatz fordern. Elef^/Der Elefant im Netzhemd.) Der große letzt,,^'" d" Schünbrnnner Menagerie präsentiert sich '"ächt "'^'" Netzhemd, welches über seinen ganzen Ü'M»>> ^ reicht und unter demselben mit Vändcrn Thj '^'Mhnltcn wird. Die Bekleidung des kostspieligen ^iev/ ! "^ dem Beispiele namentlich des Londoner ti^ ^rtcns erfolgt. Man hat dort das Netzhemd adop ^eflml ^ '" Indien die sogenannten Tempel. ^ "'>'lche ^.,^ ^ ^^ Ml'r erreichen, seit '"nßici » - ^ tragen. Wenn schon in Indien erfahrungs iil tz '"'ltscnn. sull das Netzhemd, wie versichert wird, ^'"slili ^ ""gleich stärkeren Schutz gegen schädliche liiht stH °^ Nliiil^ nnd Wetters gewähren. Die Probe Eies ' ^ U'nsu leichter machen, als der Schönbruuner gllll, ^ ??^ Retzheind gern zu tragen, in demselben sich "hl in befinden scheint. Wlde^ (. "lo ute,) Deutsche Blätter bringen fol. dciil husche Erinnernng: Als Kaiser Wilhelm nach ^steili?^^ ^"" Baden-Baden zum erstenmale nach ^glch». '"' '»achte ein Berliner Dctcctiue. der ihn ^rfs ^'^' österreichische Polizei auf einen Kurgast ^chti '"'^ ^"' ^" obern Theil seines Gesichtes in ver-^str ^'sl' hinter großen blauen Brillengläsern ver« "^'»vil'l 3 ""'^'" lautete die beruhigende Antwart '"^>n> !> ?^""' Könige nichts thun! Das ist der ge-^ . Mt'zminister Baron Pratvbeoera!" Pratobc-^»lerli ^"'""ls eben sein Portcsenille inl Kabinette Ae^ '9 eines schweren Augenleidens wegen nieder- ^»l ^/^ « stvertrag mit Deutschla n d.) Unter b^sche/aue des Hauses theilte in der 35. Sitzung des ">t. dc,s, "M"3es ^^ Gcncralp^'stmcister Dr. Stephan ^4 i,,^ ^ Verhandlungen, welche seit dem Jahre >n ^ "^crreich-Ungarn über die gleiche Organi-i^°N tii ^"'ll"l Fahrpust mit der dcntschen geschloebt ""gt seis ^ ö" "nein bcfricdigeilden Abschlüsse ge-'"elche j/"/ Dir Schwierigkeiten dieser Vereimgnng, !i ^ricln^ '" bm eigenthümlichen Verhällnissen der ^tcind, ^"sl, theils in der dann nothwendigen ?^gen c"'^ uut der österreichisch ungarischen Mmimchie >' '" Bp?" ^ beseitigt, und in den letzten Taqrn ^«lt>.. ""ter Znziehnng von Vertretern der Post '"gen vun Äairrn und Württelnberg mit Oester- reich-Ungarn ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach noch im Laufe dieses Jahres — der Tag habe lwch nicht genau festgestellt werden tünucn — der vollständige Anschluß der österreichisch - ungarischen Fahrpostordnung an die deutsche erfolgen werde. Mau werde dann von Mcmel bis Cattaro uud Trieft, von Aachen bis Hermannstadt einfache Packcte für fünf Silbergroschen senden können, und diese Organisation werde ein Gebiet von 21,000 Quadratmcilcn umfassen. — (Zur Reise des Schach.) Wie man erfährt, bestand das Gefolge des Schach auf dessen Reise von Teheran nach Täbris aus beinahe 1000 Personen, uutcr denen sich bei 200 Soldaten mit einigen Kanonen befanden. Nebstbei zählte diese Karawane auch einige tausend Kameclc uud andere Zugthicre. Mau tauu sich daher leicht einen Begriff machen, wie kostspielig diese Reise ist. Vor seiner Abreise von Teheran setzte der Schach für die Zeit seiucr Abwesenheit scineu zweit-ältesten Sohn Dschcllel-Eooin zum Rcichsverwcscr ein und verlieh ihn, den Titel „Ncub Bessnltana" (Stellvertreter des Sultans), während er wieder den mit seiner Lieblingsschwester Scheins Eo-Daulet (Sonne der Dynastie) verheirateten Iachia Kahn au Stelle des ihn selbst begleitenden Hnssein Khan zum Premierminister ernannte. Wie aus Dschiddah gemeldet wird. wurde dem Grchscherif von Melk« schun offiziell notifieiert, daß der Schach im Monate Schewal (Oktober) nach dieser hei» ligen Stadt kommen werde, um dort in der Kaaba seine Andacht zu verrichten. Der Großscherif hat daher im Einverständnisse mit den türkischen Behörden schon beschlossen, diesem Pilger einen imposanten Empfang zn l'ereilen und sollen ans der ganzen Strecke, von Dschiddah nach Metta, die zwei Tagreisen in Anspruch nimmt und die der Schach mit seinen Leuteu, gemäß den Normen des Islam, zu Fuß und blos mit einem Tuche (Ihram) um die Lenden geschlagen, zurücklegen muß. Militärposten nnd Zelte mit Erfrischnngcn aufgestellt werden. I» Metla müssen sich dann der Schach und seine Leute anch den Kopf kahl abrasieren lassen. — (Pistolen-Duell.) Man schreibt aus Erlangen. 12. Mai: Gestern wnrdc dahicr das Opfer eines Pistolen-Duells beerdigt. Der Vorfall, wie ihn die „Deutsche Reichspost" mit allem Vorbehalt mittheilt, ist folgender: Premierlirutennnt Hirsch, ein Manu von durchaus gutmüthigem Eharalter. konnte gleichwol im Benehmen gegen die Einjährig-Freiwilligen dcu richtigen Takt uicht immer finden und ließ sich namentlich, wo ihm Nachlässigkeit im Dienst und Mangel au gutem Willen entgegentraten, zu verletzenden Aeußerungen hinreißen, kwä, M. Guido Brand (Mitglied der Burschenschaft „Bnbcnrnthia"), der. wie man hört, in diese Kategorie gehörte, ertrug als Einjähriger von März 1877 bis Itt7^. was er ertragen mußte. Als mm im März 1.^78 ein Vetter von ihm. 8W<1. t!iLoI. Heinrich Brand, das Einjährigenjahr begann, that Premierliente-nant Hirsch gegen diesen letzteren eine Aenßernng, die eine Aeleidignng gegen den ersteren enthielt. Darauf stieg dieser dem Offizier ins Zimmer, Revocation verlangend ; Premicrlieutenant Hirsch nahn« jene Aeußerung zurück. Anstatt hiemit zufrieden zn sein, erwiderte Brand einige höhnische Worte: „Ich sehe, man muß Ihnen nnr Ernst zeigen", und dergleichen. Der Offizier machte hievon Anzeige beim Ehrengericht des Offizierscorps, und dieses erkannte auf Duell (mit einmaligem Kugelwechsel nnter Zählnng von cius bis zehn). Freitag deu 10. Mai. morgens halb 5 Uhr, fand das Duell iu einem nahen Walde statt. Premierlieutenant Hirsch, ein ausgezeichneter Schütze, zielte und drückte ab, aber der Schuß versagte. Stndent Brand zielte nun ebcufalls. drückte bei Zahl ueun ab. und der Schuß giug dem Premier in die rechte Wölbung der Brust und durch die Lunge ms Herz. Er stürzte zusammen und gab nach kurzen, Röcheln den Geist auf. Wie dem..Nürnberger Anzeiger" gemeldet wird. hat Brand sich noch im ^anfe des Vormittags den Behörden gestellt nnd wurde sofort in die Untersuchungshaft nach Fürth abgeführt. — (Ausgrabungen iu OlYmpia.) Nachdem man in Olympia alle elf Schatzhänscr, wie sie Pansanias aufzählt, der Reihe uach in ihreu Grundmauern aufgedeckt u»d auch die Basen der Zeus-Statuen gesunden, hat man am 11. Mai 20 Meter südlich von, östlichsten Schatzhause dcu gewölbten Eingaug gefunden, dnrch welchen einst die Kampfrichter in das Stadium von Olympia eintraten. Von der Ez-edra 18 Meter uach Osten fand sich ein dorischer Tempel mit elf Säulen au der Langseite. 20 Meter lang. wahrscheinlich das alte Metroon. So tancht allmälig das ganze Olympia wie ein zweites Pompeji aus der Schuttdecke hervor. fokales. — (Allerhöchste Zufriedenheit.) Anläßlich der von mehreren slovcnischcn Gemeinden des Görzer Gebietes znm Ansdruck gebrachten LoyalitätSkuudgcbungcn bringt der „Osservatore Triestino" vom 10. d. M. folgende Mittheilung: ,.Se. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom i). d. M, mit dem Ausdrucke der Allerhöchste» Zufriedenheit von den Loyalitätstnndgebuugcn aus deu sluveuischeu Theilen der gefnrsteten Gr'asschaft Görz und GradiSta Kenntnis zu uehmen uud zu gestatten geruht, daß den betreffenden' Gemeinden sowie dem Vorstände des Verein? „Sloga" beruhigende Znsichcrnngen über die Grundlosigkeit ihrer Befürchtungen in derselben Weise gegeben werden, welche Se. t. und t. Apostolische Majestät iml der Mrrhöchften Entschließung vom 30. April d. I. bezüglich der Loyali-tätskuudgebungen der italienischen Gemeinden nm rechten Isouzo-Ufer anzuoroncn geruht hatten. Die Gemeinden, um welche es sich handelt, sind: Plez. Saga, Serpenizza. Bcrgogna, Kreda, Sedula, Luiko, Ioersca. Caporetto. Volzana, Tcrnova, Ronziua, Canale, S. Floriano, Pod-gora-Pcuma, Ayba." — (Dr. Nazlag.) Der infolge seiner Krankheit bekanntlich schon seit langer Zeit am Erscheinen im Abgcorouctcnhause verhinderte tramische Reichsvaths-abgeordnete Herr Dr. I. Razlag befindet sich gegenwärtig zum Kurgebrauche in der hydrotherapeutischen Austalt des Dr Ezerwinsky im Fürstenhofe bei Kapsen-berg. — (Vom Schieß staube.) Bei dem vorgestrig gen Bestschicßeu der Laibacher Rohrfchützenciesellschaft wurden die ausgesetzten Beste - auf der Felbscheibe von deu Herren Lorcnzi und Dornil. auf der Standscheibe von den Herreu Ranzinger uud Karingrr gewonnen. — (Freigesprochen) Die des Verbrechens der Brandlegung angeklagte lilijährige Witwe Maria Simsic aus Brcsie, welche beschuldigt worden war, den am 24. Februar d. I. in Brcsie. im Hause ihres Schwagers Matthäus Oimsic ausgebrochenen Brand, durch welcheu die Wuhu- und Wirlhschaftsgrbäude mehrerer dortiger Grundbesitzer eingeäschert uud ein Gesammtschade von über 30(7^) fl. angerichtet wurde, iu böswilliger Weise gelegt zu haben, wurde in der am 18. d. M. vor den, Laibachcr Schwurgerichtshofc durchgeführten Verhandlung von den Geschwornen mit 11 gegen 1 Stimme nicht schuldig gesprochen und sofort auf freien Fuß gesetzt. Als Vertheidiger der !cn füngierte der Advokat Herr Oberlandcegerich^___,, ^rolich. — (Zu Tode geprügelt.) In der zur Ge mcindc Sairach, im Gerichtsbczirlc Idria, gehörigen Ortschaft Verh entstand Sonntag den 12, d. M, unter den im Gasthause des Wirthes Johann Restresen zechenden Bancrnburschcn aus geringfügigem Anlasse eine blutige Schlägerei, iu dercu Verlaufe der an derselben bethei« ligtc Baucrnbursche Lntas Ointovc derartige schwere Verletzuugeu erlitt, daß er noch in derselben Nacht verschied. — (Gemeindewahl.) Bei der am 23. v. M. stattgehabten Neuwahl des Vorstandes der im politischen Bezirke Stein gelegenen Ortsgemeinde Gojzd wurden der Grundbesitzer Martin Nepomöck in KaliSe zum Gemeinde« Vorsteher und die Grundbesitzer Franz Tnozetnil von Podlom uud Blas Kuhar vuu Gojzd zu Gemcinderäthen gewählt. — (Valvnsor.) Die gestern zur Ausgabe ge. langte 33. Lieferung der Valliasor'schen Chronil enthält das 7. Heft des Xi, Buches und führt in der Beschreibung der trainischeu Städte, Märkte, Schlösser und Klöster fort. Die druckfertige Herstellung des vorliegeu-den Heftes verursachte dem Verleger der außerurdent^ lich zahlreichen, dem Texte eingefügten Abbildungen wegen uicht geringe Mühe; es bringt im ganzen 30 Holzschnitte, und zwar befinden sich darunter die Abbildungen folgender trainischcr Schlösser nnd Klöster: Hallerstcin, Hammerstill, St. Helena, Höltzcneck, Hoch straß. Hof Drogcmbel, Hoflok, Hofmannsburg, Höflciu bei Krainburg. Höflein bei Igg, Hopsenlmch, Hotemrsch, Iablaniz, St. Iatobi. Iamma (Grubrnbrunn), St. Iör-genberg, Impelhoff, Kalteubrunn, Katzenberg. Katzen stein (Vor» und Rückansicht), Kcrschan, Ketizh, iihlan, Khlcvisch. Klingeufcls, Klcindorf, Kleinhänsel, Kleinlnck uud Kolobrat. — Dem Hefte ist überdies das sehr hübsch ausgeführte Titelblatt zum 1. Bande beigcgeben; als Vcrlagsurt ist Rudolfswerth augegebeu. (Dürfen Gemeinderäthe remuneriert werdeu?) Die Frage, ob eine Gemeinde berechtigt ist, ihre Gcmcindcräthe zu remunerieren, bildete kürzlich den Gegenstaub einer Entscheidung dcs Vcrwaltnngs-gerichtshofes. Die Vcrtretuug der Stadtgemcinde Nudweis, die dieses Recht fiir sich iu Anspruch genommen hatte, erachtete nämlich die darüber erflosscne gegen-thciligc Entscheidung des böhmischen Laudcsausschusses, wonach die Remunerierung der Gemeinderäthe mit fixen Bezügen unzulässig sei. als einen Eingriff in ihr autonomes Recht und erhob Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshofe, wo vorigen Mittwoch die Streitsache zur Verhandlung kam. Die Beschwerde wurde zurückgewieseu mit der Bcgrüudung. daß uach dem Gemeindegesetze vom Jahre 1804 lediglich dem Gemeindevorsteher ein fixer Iahresbezng zugesprochen werden könne, während die übrigen Mitglieder des Gemeinde-Ausschusses uur eiue Vergütung etwaiger Auslagen, nicht aber eine Entlohnung für Zeitvcrsäumnis und Mühewaltung erhalten dürfen. — (Generalversammlung.) Zu der Samstag in Wien abgehaltenen Generalversammlung des ersten allgemeinen Beamtcnvercius der österreichisch-imgarischsn Monarchie waren 433 Mitglieder persönlich erschil»"', welche 1853 Stimmen repräsentierten. Uel'er drn Vci lauf der Versammlung entnehmen wir der „Presse" ncich-stehenden Bericht: .'.Der Präsident deS Verwaltung ratheS. Herr Karl Friedrich Fellma«" R. v. Norwill, 962 begrüßt die Versammlung und hebt dankend die hohe materielle und moralische Unterstützung hervor, welche der Verein beim Allerhöchsten Kaiserhause aus Anlaß der Neberreichnng des siebenten Jahrganges des litera-rischen Jahrbuches „Die Dioskuren", vonseite der deut« schen Kaiserin, in Negiernngskrcisen nnd bei Privaten gefunden, und gibt die Versammlung ihren Dank durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. Es folgt der Bericht des Ueberwachungsausschusses, welcher die Erthcilung des Absolutoriums an den Verwaltnngsrath beantragt. In der sich nuu entspinnenden Discussion unterziehen die Mitglieder Gerichtsrath Stotka, Oberinspektor Kns-manek und Oberingenieur Setz den Rechenschaftsbericht und die Bilanz einer scharfen Kritik; sie rügen die Höhe der für Anlehen der Mitglieder geforderten Zinsen, welche unter Umständen auch 12 Perzent betragen; die hohen Kosten des Vereinsblattes, das abermals ein Defizit ausweise; die Höhe der Regie, die über 166,000 fl. betrage; die Verwendung der Vereinsgelder auf Realitätenankäufe und Bauten u. m. a.; auch werden die schon in der vorjährigen Generalversammlung erörterten Forderungen des Beamtcnvereins an die Beamten-Baugcsell-schaft und an das Haus Reitzes des Längeren besprochen. Schließlich wird dem Verwaltnngsrathe das Absoluto-rium mit allen gegen neun Stimmen ertheilt. Es kommt nun eine lange Reihe von zum großeu Theile schon auf der Tagesordnung der vorjährigen Generalversammlung gestandenen Anträgen verschiedener Lokalconsorticn nnd Ausschüsse zur Verhandlung, die über Antrag des Ver-waltnngsraths sämmtlich abgelehnt werden. — (Landwirtschaftliche Buchführung.) Eine für praktische Landwirthe berechnete Broschüre: „Die landwirtschaftliche doppelte Buchführung", von Anton Klapta, ist soeben im Verlage von Faesy ^ Frick in Wien in zweiter vermehrter Auflage erschienen. Die Vortheile der landwirthschaftlichcn doppelten Buchführung finden unter den Landwirthcn immer mehr nnd mehr Anerkennung, und die Verbreitung dieser Art Rechnungsführung ist eine immer größere. Die vorliegende Broschüre gibt nuu hiczu eine sehr faßlich gehaltene Anleitung, an deren Hand es dem Laudwirth nicht schwer sein wird, die sich bei Einführung derfelben ergebenden Schwierigkeiten zu überwinden und sich auf schnelle Weise genaue Rechenschaft zu geben über sein Wirken und Streben. — ^„Neue illustrierte Zeitung") Nr. 34 bringt folgende Illustrationen: Henry Layard.— Herzkäferchen. Nach dem eigenen Gemälde auf Holz gezeichnet von E. Spitzer in München. — Auf der Wiese. Gemälde von I. Sperling. — Pariser Weltausstellung 1»?8: Der Marschall.Präsident erklärt dic Ausstellung als eröffnet. Der portugiesifche Pavillon. Der italienische Pavillon. — Texte: Ein Frauenlicbling. Roman von E. v. Schwarz. (Fortsetzung.) — Henry Layard. — Auf der Wiese. Gedicht von Rudolf Sperling. — Pariser Weltausstellung 1878: Pariser Brief, von Max Noroau; Notizen. — Aus dem wahren Milliarden-Lande. — Stambuler Brief. — Herzkäferchen. — Zwei Schwestern. Novelle von F. A. Bacciocco. (Fortsetzung.) — Kleine Chronik «. Neueste Post. (Original-Telegramme der „Laib. Zeitung.") Wien, 20. Mai. Da3 Herrenhaus nahm das Bankstatut an und setzte die Dauer des Privilegiums mit Einverständnis des Fiuauzministers bis Ende Itts? fest. Die „Pol. Korr." meldet: Die ganze rumänische Armee trat eine Vorwärtsbewegung gegen Osten längs der Karpathen an. Die Russell erlitte,: im Rhodope-gebirge eine Schlappe. Der Fürst voll Serbien begnadigte die in der Topola - Affaire zum Tode Ver-urtheilten. Pest, 20. Mai. Das Unterhaus nahm das Aus-gleichsprovisorium an, desgleichen das Oberhaus die Bedeckung des Sechzigmillionen-KreditZ. Verlitl, 20. Mai. Die Polizei verbot die anberaumte social-demokratische Volksvcrsammlnng. London, 20. Mai. Ill beiden Häusern begann die Debatte über die Verwendung der indischen Truppen außerhalb Indiens. Stockholm, 20. Mai. Der Reichstag genehmigte den verlangten Kredit betreffs der Maßregeln zur Aufrechthaltung der Neutralität. Der Minister des Aeußern erklärte, daß keiue Macht den Vorschlag machte, die Ostsee als niar« olimuum zu betrachten; er hoffe, daß die Neutralität Schwedens in einem eventuellen Kriegsfalle so wie 1854 anerkannt würde. Port-Said, 20. Mai. Die hier eingetroffenen indischen Truppen setzen die Reise nach Malta fort. Wien, 19. Mai. sGr. Tgpst.) Die im Marmara-meere ankernde englische Flotte hat Vefehl erhalteil, über Auffordernng der Pforte, und uuter gewisseil Umständen auch ohne eine solche, sich unmittelbar vor Konstantinopel zu legen. Berlin, 20. Mai. (Deutsche Ztg.) Man kennt im auswärtigen Amte bereits die Gegenproposilwuen, deren Träger Schuwaloff ist, und betrachtet dieselbell als befriedigend. Auch wird Schuwaloff ermächtigt sein, zu erklären, daß die Räumung der Festuugcu, welche Tottlebcn im Nothfalle zu erzwingen beauftragt ist, kein Präjudiz für die Eutschlicßimgcu des Kongresses zu bilden habeil. Daß seitens Rußlands auf Varna und Veßarabim beharrt wird, scheint gewiß, doch soll Aatum als offcue Frage betrachtet werden. Auf Südbulgarien sott verzichtet werden, falls Oesterreich Bosnien besetzt, was man in Petersburg wie in Acrlin dringend wünscht. Die Oeffuuug der Dardanellen für Kriegsschiffe aller Nationen wird vorgeschlagen. Berlin, 19. Mai. lMontags'Revuc.) Von hier aus iuspirierte Korrespondenzen drücken sich bezüglich der friedlichen Resultate der Mission des (trafen Schuwaloff sehr skeptisch aus und warueu vor Illusionen. Berlin, 19. Mai. (Montags - Revue.) Das Projekt der Ernennung des Kronprinzen zum Statt Halter für Elsaß-Lothringeu ist definitiv fallen gelas« sen, nachdem der Kaiser sich gegen dasselbe erklärt hat. Berlin, 19. Mai. (N. fr. Pr.) Im Bundesrath, anf dessen Tagesordnung hcnte dic Socialistenvorlage stand, wurde, wie verlautet, noch kein Veschlnß gefaßt. Es follen noch nicht alle Negieruugen ihre Vertreter instruiert haben; auch wird eiue präcisere Fassung der Vorlage angestrebt. Die ans morgen angesetzte Plenarsitzung, für welche derselbe Gegenstand auf der Tagesordnung steht, dürfte erst einen Befchluß fassen. Die Berathung im Reichstage ist kanm vor Donnerstag zn erwarten. Bukarest, 19. Mai. (N. Wr. Tgbl.) Das Corps Nadetzky, dessen Stab in Tschataldja stand, erhielt Marschbefehl nach San Stefano. General Tottlebcn erhielt wiederholt die Ordre ans Petersburg, die Pforte mit allen ihm zweckmäßig fcheincuden Maßregeln zu zwiugeil, die Festungen Schumla, Varna und Batnm zn räumen. Pera, 19. Mai. (N. Wr. Tgbl.) Die Pforte hat beschlossen, die kategorisch gestellte Forderung Tottlebeus, die Räumung der Festungen Schumla, Varua und Äatum betreffend, zurückzuweisen. Man befürchtet fehr ernste Ereignisse in den nächsten Tagen. New York, 19. Mai. Russischerseits werdcu die Verhandlungen wegen Ankanfs von Dampfern fortgesetzt. __________^ Wien. 20. Mai. Zwei Uhr nachmittags. (Schlnßlnrse.) Krcditacticu 214 80, 1860er Lose 113 75, 1864er Lose 141 50. österreichische liiente in Papier6205, Ttaatsbahn 254 50, Nord-bahn 208'—. 20'Frankeustückc 9 71'/9. uuaarischc Kreditaclien 189 50, österreichische Francobanl ——, österreichische Änglobanl 91'50, Lombarden 73—, Unionbanl 5650. Lloydactien A0 ^. türkische Lose 16 - -. llommunal-Anlchen 90 25, EgYpM ^' Voldrcnte 71 90, ungarische Goldrentc — —. Fest. Telegrafischer Wechselkurs vom 20. Mai. ^,h. Papier-Ncnte 62 05. - Silber-Nente 64 90. -. U ° Rente 71 90. — 1860er Staats-Anlehen 113 70. - sanl-" .' 799. - KreditActirn 214 75. - London 12140. - N 105 50. - K. l. Münz - Dulaten 5 73. - 20-FranlcN"2l"° 9 71V«. — 100 Reichsmark 59 95. Handel und MkswirUäjaftlM Rudolfswcrth, 20. Mai. Die Durchschnitts Pmse s^" sich ans dem hculia.cn Markte, wie folgt: ^ --------------------------------,------------------—-—^ft, Weizen pr. Hektoliter 9 80! (kier pr. Stück - "g Korn „ — -' Milch pr. Liter . - 48 Gerste „ ^ ! Rindfleisch pr. Kilo . - ^z .Hafer „ 3 20! Kalbfleisch „ "" ^ Halbsrucht „ — — Schweinefleisch „ "" ,. Heiden „ — — Schöpsenfleisch „ "" zg Hirse „ 6 50 Hähudel pr. Stück - ^ ^. Kulurich „ 6 50 !j Taube» „ - "" ^ Erdäpfel „ - —!, Hen pr, 100 Kilo . "" ^. Linsen „ - — Stroh 100 „ - ^ Erbsen „ — — Holz, hartes, Pr. Kubll« ^ Fisolen „ — - Meter ... - ^ Rilldsschmalzpr.Kilo — 90 - weiches, „ ^^. Schweineschmalz „ — 90 ! Wein, roth., pr.Heltoli». " . Speck, srisch, „ — ^. ! — weiher, „ Speck, gernnchrrt, „ — 80 i ^^^^^ Angekommene Fremde. Am 20. Mai. , Hotel Stadt Wien. v. Klcmcnsieioic, Generalinspektor der K<^. nerbahn, und Heiden, Dotlor der Medizin, lyniz- ^,.^„ Privatier, Zwischenwässcrn. - Hosslnann nnd Vl'ran< ^.„„i Wien. — Brüder Weber, Morobiz, — Baron D"^,,, sammt wemalin, Pulernire. - Bnsetti, Ksm., Sacilc. ^ ^ niasaartrn, Ariinn. - v. Heinrich, lvnlsbes., lmg^ ' st, Lcchnry. Vä'cker. Rohitsch. — Stanitsch, Eommis. A"'.!.'',,,!' — Vesel, Bauzeichuer. Moräutsch. - - Plauiu^ Dcin ^, Priester, Kraiu. — Kollniaun, Beamter, iiiadma»»"^^ Hladniss, Loitsch. „,,zA Hotel Elcfnut. Burtolo dc Bernardo. — Graf Varbo.-- ",,.^,„, Major, Mustcrnenbnra.. — Datschner nnd Schach"'», "„<,, — Aalschcu, Lcipa. — (^inlovec, .Küstenland. ^,^„!>, Vczirlshauplmanns^atlin, Radmannödors. — PamlN' ^ Littai. — Sara d'Äusclm, Schauspielerin, Pola. Hotel Europa. Max Leopold, Schriftsteller, Pest. ^B< Bllierischcr Hof. Slembersser, ssabrilaul. nnd MM'"'/ -" bnr^, — Ko^ar. Holzhändlcr. Trieft. ^ ..^l,^ Mohren. Stalba Maria. Trieft. — Ziclinsty. WaM« ,„n Dra.^il Antouia, Cilli. — Potolar, Marburg. ^ Maria, Villach. Meteorologische Beobachtungen ilt^nba^ -s W N . :- ?«Z Z zi W °Z ^ 3 ^ 7U.Mg. 7-l? 45 ^15 », ^ Leichenbessännnissc meines nnvergehlichl'» «> W des l. t. GeneralulajorS > Oottftied ^Ldlen v. Kosbantt W vielseilig bell'il'scl»' herzliche Theilnahiue s^Hen' W hieuli! allen freunden und Äelaunleu, üioln, ., W dem Ofsizierscorpö des 12. Artillcricreglmci'io » W ncn inilisssten Danl aus. ^ W > Routine Cdie v. Hofba" » > grd. v. Dnras- ^> Borsenberlcht. Wien, 18. Mai. (1 Uhr.) Mi..der animiert als gestern verharrte die Vürse doch in ziemlich fester Tendenz rncksichtlich der Anwewertbe. Geld Ware Papierrente........ 6220 6225 Silberrente........ 6495 6505 Goldrente......... 71 90 72 - Lose. 1839........ 334 — 336 — . 1854........ 108 - 10850 » 1860........ 113 75 114 — » 1860 (Fünftel) .... 121 75 122 25 ^ 1864........ 141 50 142 — Ung. Prämien.Anl..... 75 50 76 — Kredit.L.......... 162 - 162 50 ^udolss.L......... 14 50 15— Pranuenanl. der Stadt Wien 90 20 9040 Nonau.3telluIieruugs.Lose . . 104 — 10425 Domänen-Pfandbriefe . . . 142- 142 50 Ocsterre.chische Schatzschcine . 9850 99- Ung. bpcrz. Goldrente . . . 85 90 86— Ung. Elsenoahn.Anl..... 99__ 9950 Ung. Schatzbons vom I. 1874 109 75 110 25 Anlehen der Stadtgemeinde Wien in V. V...... 9g.__ gg 25 Grundentlaftungsvbttgatlonen. Vöhmen.........103 25 103 75 Niederösterreich......10425 104-75 Gelb Wa« Zalizien.........8575 86- Siebcnbnraen.......7720 7760 Temcser Banat......78— 7350 Ungarn..........7975 80-25 Actlen vsu Vanlen. Gclb Ware Anglo-östcrr. Baut.....92 — 9225 Kreditanstalt .......216 70 217 — Depositenbank.......1.,.450 155.59 Kreditanstalt, ungar.....191 — 191 25 Nationalbant...... 802 — 804' - Unionbanl ........57.25 5750 Vcrlehrsbank.......9359 94.,.,. Wiener Bankverein.....80-__ 9959 «ctien von Transport-llttterneh mungen. Geld Ware Alfüld'Bahn .......115.-59 115.^. Donau°Damftsschiff..Gescllschast 3<)2 — 394' -Elisabcth'Westbahn . . ... 17250 173 -Fcrdinands-Nordbahn . . 2080-2085" Franz-Ioseph-Vahn .... 128 - 12!)-- Gelb Ware Galizische Karl. Ludwig. Bahn 248— 248 25 KaschaU'Odcrbcrgcr Bahn . . 105— 105 50 Ücmbcrg-Czcrnowiher Bahn . 121 50 121-75 Lloyd'wescllschaft. ..... 445-448-.. Ocstcrr. Nordwestbahn . . . 106-50 107 — Nudolfs-Vahn.......113 25 11-i 75 Staatsbahn........256 75 257 25 Südbahn.........7-^25 73 50 Thcch-Bahn........193.. 1^59 Ungar.-galiz. Vcrbindnngsbahn 82 50 83 — Ungarische Nordostbahn . . . 111-5«) 111-75 Wiener Tramway-Gesellsch. . 147 — 147-59 Pfandbriefe. Allg.öst.Vodenlreditanst.(i.Gd.) 11050 111 — „ „ „ (i.V.-V.) 91-50 92— Nat'onalbank ......93.59 9^70 Ung. Vodcnlrcdit-Inst. (B.-V.) 95-.. 95 25 Priorität« Dbllgatisnen. Elisabeth°B. 1. Em.....9459 95-__ Ferd. Nurdb. in Silber . . . 106 50 107— Franz Joseph-Bahn .... 9025 9050 Wal. Karl Lndwig-B., 1. E,n. 192 75 103 25 -------------------------------------------------' Oeld ^ Ocsterr. Nordwest Bahn - - A90 ^!< Siebcnbürger Bahn . - - ' ^g^ 1;'^ Staatsbahn 1. (5m. . - ' ,,2-50 ^^ Südbahn »3°/«...... 9Z-80 "^ ,, 5°/».....' ^ ^ Südbahn, Bons...... Devisen. 5^ Auf deutsche Pläl,c . - - - ' 12I'" ^l^ Loudon, kurze Sicht . - > ' ^1bt> ^g-P London, lauge Sicht . - - ' ^5 Paris........' ' weldsorte«. ^^ Gelb ^79 ' Dukaten .... 5 fl. " 'r- ^ ?i Napolconsd'or . 9„ "/'" ^ , Deutsche Reichs- 80 „,U " 50 ' banknoten. . - «" " .9 ., 105 „ Sllbergulden . - 105 „ ^" ------^^s Obl'g^i'5^ Krainischc Gr.l>.dmtlc,stmlg War« .^. Priuatnotierung: Geld, ' ^s"" dit 216" bis 216 50, Attglo !" ^ndon^K^^o^ ^llbenenle 64 95 bis 65 05. Goldrente 7.90 bis 72-. Kr.