M-erBeM liatholischeMsionsreitölW Herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Söhne des heiligsten Herzens Jesu. Preis ganzjährig: Österreich 2 50 S, Deutschland 2 Mark, Italien 8 Lire, Ungarn 2*50 Pengö, Tschechoslowakei 12 öK, Jugoslawien 25 Dinar. Schweiz 2 50 Franken, übriges Ausland 2 («olomark. Unser Heiliger Vater Pius XI. hat wie schon früher Papst Pius X. der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt. Für Wohltäter werden täglich heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten von Briren. Brünn. Graz, Leitmeritz. Linz. Olmütz, Marburg, Trient, Triest und Wien und Druckerlaubnis des Generalobern. <öeft 4 April 1934 XXXVII. Jahrgang. Dstergedanken. Von P. Jakob Lehr. Wenn die Krippe bon Bethlehem um-woben ist von bem bestrickenden Zauber eines holdlselii^en Kindleins, so strahlt das Grab von Gethsemani im blendenden Glast männlicher Kraft, gottmenschlicher Macht. Die Erde bebt. Felsen bersten, und aus dem umgeworfenen '(SmiBftein predigt der siegreiche Glaube einer wahrheitsdürstenden, glückshungrigen Welt die frohe Botschaft neuen Lebens und neuer Liebe. Neues Leben — körperlich, geistig und seelisch! Aus der dunklen Öffnung dieser Gruft grinst nicht die widrige Fratze der Verwesung. Weißgekleidete Engel find die Künder eines neuen Lebens ohne Not und ohne Tod. Tod, wo ist dein Stachel? Grab, wo ist dein Sieg? Was liegt harnn, wenn eine Handvoll Weiser, die p Taren geworden find, ein solches Wunder nicht zu fassen vermag? Wie das erste Osterfest vor fünsunddreißighundert Jahren vom Jubel über die Befreiung aus Pharaos Knechtschaft umbraust war, so flattern die goldenen Bänder der Ostersonne noch immer wieder über den gesprengten Ketten höllischer Herrschaft. Aus dem Grabe Christi quillt die Freiheit der .ganzen menschlichen Rasse. Es war ein persönlicher Sieg, nicht über seine Feinde, sondern über die schrecklichen Zustände, !ir>esd>e dieses Leben zum Tod und diese Erde zum Leichenfelde machten. Einige Gewaltmenschen hielten ben Erdkreis wie mit Tyrannenfaust umklammert. Was er bat, war nur für sie. Selbst ben Titel der Gottheit wandten sie sich um die stolze Stirne. Die große Masse her Menschheit schmachtete in hen Banden der grausamsten Sklaverei. Der einzelne war eine völlige Null. Welches Recht hatte er gegenüber seinem Herrn? Alles, was man ihm gnädig zugestand, war, daß er für ihn kämpfen und sterben durfte. Selbst die Frucht der Arbeit seiner Hände fiel in den unersättlichen Schoß seines Gebieters. Wenn heutzutage anders aussteht, so nur deshalb, weil Christus zugleich mit den Banden des Todes die Ketten der Sklaverei gebrochen hat. Jetzt weiß auch der höchste Machthaber dieser Welt, daß ein noch Größerer über ihm waltet. Ebenso weiß der letzte Untertan, daß er eine Seele hat mit unveräußerlichen Rech>ten, die er gegen Willkür und Übergriffe, selbst der Mächtigsten, verteidigen.bans und muß. Die Freiheit be§ Geistes brachte die Freiheit des Leibes, und niemand kann einen Menschen zum Sklaven machen, der überzeugt ist, das Recht gat haben, frei zu sein. Ein Sprichwort sagt: L e b e n und L t e-ben beginnen mit einem L >wie L e i d. Tatsache ist, daß für den Menschen Leben zugleich Lieben bedeutet. Der Mensch, muß lieben wie der Teufel hassen. Aber sowenig die Menschheit vor Christus ein wahres Leben kannte, ebensowenig wußte sie etwas von wahrer Liebe. Wie ein neuer, hellstrahlender Stern am tief,schwarzen Himmel auch dem Unverständigen ömom.benmgi abnötigt, rüttelten Christi Worte von dem neuen Gebot der Liebe, von seinem Gebote, die liebeleere Menschheit muS dem rücksichtslosen Taumel selbstsüchtiger Vergnügungen auf. sie empfanden nicht, iste verstanden nicht, aber sie stammelten dennoch: ©ef)t, wie sie einander lieben! Diese Liebe war von jeher und wird für immer das leuchtende Merkmal der Kirche Christi sein. Sie hat aus der Armut einen Schatz gemacht und selbst in den beweinens-werten Tagen, als der erste '(Sifer ihrer Kinder erkaltete, tausend Werke christlicher Barncherzigkeit mit der Glut ihres mütterlichen Herzens zu neuem Leben entfacht. Wenn heutzutage die Kirche mit materiellen Mitteln nicht mehr so viele Samariterdienste an der leidenden Menschheit leisten kann, so ist das wahrhaftig nicht ihre Schuld. Wenn man die Art ihrer Ausplünderung nur mit dem Fremdwort Säkularisation bezeichnen konnte, so verrät das allein schon, wie gründlich die Diebe am 'SSerfe waren. Beraubt und angefeindet, opfert die Kirche immer noch wie die arme Witwe im Evangelium. Übrigens, was wäre die lrtobeme Welt ohne die Errungenschaften, die sie der Kirche verdankt? Ist das Wasser vielleicht deshalb schlechter, wenn man in die Quelle spuckt, aus der man getrunken hat? it&erabe an Ostern kommt es uns so recht znm Bewußtsein, daß die Kirche ein lebendiges Wunder ist. Sie ist das Wunder des großen Osterwunders. Die Kirche ist gestiftet von dem auferstandenen Christus. Die Apostel sind gesandt von dem auferstandenen Christus. Ihre unvergleichlichen Vollmachten erhielten sie von dem auferstandenen Christus. Man kann daher füglich! sagen: Die Kirche kam hervor aus dem Grabe Christi. Denn wäre Christus nicht von'den Toten auferstanden, dann gäbe es keine Kirche und kein !Christentum, weil Christus nicht Gott wäre. Aber >er ist auferstanden! Daher ist uns 'Christus nicht ein Weltweiser, sondern die ewige Weisheit selbst, nicht ein Säkularmensch', sondern d e r G o t t m e n s ch'. Das Christentum bildet uns nicht ein Mäntelchen für äußere Anständigkeit, sondern die notwendige Grundlage unseres 'gesamten Lebens. Die Kirche er-sch'eint uns nicht als eine nützliche Anstalt, um widerspenstigen Menschen 'Gehorsam zu predigen und sie in irdischem Ungemach' mit den Wonnen des Himmels zu vertrösten, sondern sie ist uns der fortlebende Christus, der, triumphierend über Tod und Hölle, am Ostermorgen seine ewige Herrschaft antrat. Nimm die Versehtasche mit! Von P. Karl Fischer. Mehrmals in der Woche reite ich- in die Außenstationen, um Gottesdienst zu halten, Katechismusunterricht zu erteilen und die Neger in ihren Hütten zu besuchen. Dabei fyafiie ich' stets meine Bersehtasche bei mir, die das heilige Öl, Stola, Rituale, Kerzen und Weihwasser enthält. Wie kam td). dazu, mir diese Gewohnheit anzueignen? Ich war schon längere Zeit in der Mission und hatte mich immerfort über die Gewohnheit der alten Missionäre, bei Ausgängen stets die Versehtasche mit sich zu tragen, leichtfertig hinweggesetzt. Nur wenn ich mußte, hing ich das unliebsame An- hängsel an die Schulter oder an den Meit-sattel. Eines Tages herrschte eine so schwüle und niederdrückende Hitze, d>aß ich es im Zimmer nicht mehr aushalten konnte. Ich griff zum Stock und verließ das Haus, um im Walde Kühlung zu suchen. Da erscholl hinter mir die Stimme meines Vorgesetzten,, eines ergrauten Missionärs: „Wo gehst du hin, ohne die Versehtasche mitzunehmen?" — „Ach, ich gehe nur spazieren!" — „Kehre um und nimm die Versehtasche mit!" rief mir der alte Pater zu. Ich mußte also ins Haus zurückgehen, meine Versehtasche holen und mit ihr meinen Spaziergang antreten. Um mir ine Grillen aus dem Kopf zu schila-gen, pfiff ich einen lustigen Marsch und schritt rasch dem SÜMb-e zu. Immer wieder ärgerte ich mich über die Tasche, denn oft blieb ich mit ihr im Gestrüpp hängen. Das verleidete mir bald den ganzen Wald, und ich spähte nach dnem andern Ziele aus. Auf einer Anhöhe jenseits des Tales erhoben sich drei Hütten. Dort hatte ich einige Tage zuvor einen -kranken Bursch-en versehen. Halt, dachte ich mir, den könntest du besuch-en und seihen, -wie es um ihn steht. Ich eilte -dem Talgrund zu, übersprang den Bach auf -den in sein Bett eingelegten großen Steinen und stieg zu den Hütten empor. Mach La-ndessitte kroch ich ohne Anmel-bung durch, den niederen Eingang in das Innere und kauerte mich- rechts von der Türöffnung aus fb.er Männerseite nieder. Obschon viele Leute in dem Raume anwesend waren, kümmerte sich doch niemand um mich. Nach einer Weile erhob ich mich, ging auf den Herrn der Hütte zu und begrüßte ihn. Damit war ich in die Gemeinschaft aufgenommen und durfte nun mit allen -sprechen. Die zahlreichen Besucher gaben sich Mühe, den Kranken und dessen Eltern zu trösten. So taten es ja auch die Freunde Jobs, -als dieser, vom Aussatz befallen, aus der Dün-gerstätte saß. Nach Auffassung unserer Zulu weilte der geduldige Job in der neben d-er Herrenhütte liegenden Umfriedung, die zur Nachtzeit die Herde beherbergt. Der dort errichtete Sitz ist ein Ehrenplatz für den Hausherrn. In gesunden Tagen erfreut er sich- daselbst an seinem Reichtum, dem Viehbestand; in kranken Tagen erträgt er -ebenda auch sein Leid und feine Schmerzen, solange er noch- einige Schritte sich bewegen kann. Andere kranke Familienmitglieder aber liegen entweder in d-er Hütte oder vor der Hütte. Der Bursche, -d-en ich besuchte, hatte sein Lager an d-er rechten Hüttenwand. Es ging ihm besser.. Er bat mich, ihm bald wieder die heilige Kommunion zu Ernngen. Diese Neuchristen 'suchen Trost im Empfang der Sakramente und haben das größte Vertrauen auf -deren Wirkungen. Unterd-essen sprachen -die übrigen Bewohner von -allen möglichen Dingen. Dabei fiel mir eine Frau aus, eine Heidin, die traurig an der Wand lehnte und ictin den Gesprächen nicht teilnahm. Ich fragte den Hausherrn nach ihrem Namen und d-er Ursache ihres Schmerzes. Nach Landessitte durfte ich sie selbst nicht fragen; denn -aus Ehrfurcht vor -den Ahnen d-arf niemand seinen Namen selbst angeben. Muß er ihn doch -nennen, -so -umschreibt er ihn. Auch sein Selb darf er nicht selbst offenbaren. Nachdem -a-b-er -der Besitzer mich mit ihr bekannt -gemacht hatte, durste ich mit ihr reden. Sie erzählte mir, ihr Sohn, -der auswärts gearbeitet habe, sei krank heimgekehrt. Sein Vater befrage -alle Medizinmänner, -aber keiner könne dem Kranken helfen, der schon öfters d-en Wunsch geäußert habe, -getauft gat werden. Doch der Mutter bei der Arbeit. — Abc Familienmitglieder dieses Zuluhaushaltes in Südasrika schauen der Mutter zu, die mit dem Flechten einer roten Matte beschönigt ist. Das Bild stammt aus Eshowe. too die Missivnsbenediktiner von St. Ottilien gegen 14.000 Katholiken Betraten. tie KMZL Häuptling der Wagadugu. — Eine kleine Ansicht der Weitzen-Bäter-Mijswn Wagadugu, die sich über einen Teil des Sudan und des Nigerflusses erstreckt. Wir sehen den -Ortshäuptling Albert hoch zu Roß. Im Mvssv-Distrikt wurde bor kurzem ein Katholik zum Distrikishäuptling gewählt. en hatten Brust und Beine mit Fett ein-geschmiert, so daß ihre Leiber in der Sonne glänzten. In den Haaren trugen sie verschiedenfarbige Bänder und um den Leib bunte Tücher und Tierfelle. Eines von ihnen hatte eine Stirnbinde und um die Schultern einen blauen Mantel, was ihr das Aussehen einer Königin verlieh. Die Mädchen führten einen Tanz auf, wobei sie große krumme Messer geschickt in den Händen schwangen. Unter einem breitästigen Baume war der Koch an der Arbeit. In einem großen Tops brodelten Fleisch und die Eingeweide, wie man sie mit vollem Inhalt aus d-em toten -Ochsen herausgenommen h-atte. In -anbeten Töpfen nebenan dampfte M-aismus. D-er -Koch- verheilte seine leckeren Gerichte -unter die Schwarzen. Nachdem sich alle satt gezecht und getanzt hatten, zog die -ganze -Gesellschaft in Form einer Pro-zefsto-n in den Wald, wo ein Trinkgelage mit Negerbier die Feier beschloß. Auf dem Heimweg bat mich -ein Neger, ich möcht-e ihn und sein Tö-chterlein taufen; denn er wolle auch katholisch- werden wie sein V-ater im Swaziland-. Nur hab-e -es eine -Schwierigkeit, -er fände keine Zeit zum Lernen. Ich riet ihm, jeden Abend nach der Arbeit -d-en Katechismus zur Hand zu nahmen, d-ann werde -er bald -die sten Wahrheiten und G-eb-ete wissen. Leid-er konnte ich ihm nicht viel Zeit widmen, da ich nur selten nach Komatipoort kam. Komatipo-ort liegt an d-er -Grenze -be§ Jagdreviers; -man -kann deshalb oft die Löwen brüllen hören. Zuweilen -kommen sie ganz nahe -an die Ortschaft heran. Oft spielen freilich- Furcht und- Phantasie -eine gewaltige Rolle. So berichteten -einmal die Zeitungen, zwei Löwen s-ei-en -auf den Straßen Komatipoorts herumspaziert, was alles -erdichtet w-ar. Wohl -aber geschah es einmal, daß sich ein Löwe jenseits des Flusses blicken ließ. Ein Piginin sah d-en Löwen, kletterte auf einen Baum, -brachte die ganze Nacht dort zu und getraute sich erst viele erdichten gruselige Löwengeschichten, um am nächsten Morgen wieder herunter. Wohl die Leute in Furcht zu halten, begegnet man diesen Bestien nicht gern, aber (Schluß folgt.) Stammesleben der Bapedi. (©(puss.) 33'uin Br. August Cagol. C. Erbschaft. Die Erbgesetze der B-apedi sind im ganzen gerecht und ähneln im Wesen jenen der zivilisierten Völker; doch gibt es gewisse Unterschiede, die mit bei Vielweiberei und der Sitte des Frauenkaufes zusammenhängen. Es besteht auch ein kleiner Unterschied in den Grundsätzen, welche die Erbschaft eines Häuptlings regeln, und jenen, die für einen gemeinen Mann in Betracht kommen. Ein Häuptling kann bas Eigentumsrecht über -alle Günter beanspruchen, die sein Vater, der verstorbene Häuptling, besing -auch wenn sie nicht zu dem H-aus-halt gehörten, in dem er geboren wurde, wie er auch das Besttzrecht auf altes Rindvieh erheben kann, bas -als Heiratsgut für seines Vaters Töchter übergeben wurde, gleichgültig, ob biete seine Schwestern oder Halbschwestern vo-n Nebenfrauen sind. -Es ist -allgemeine 'S'iti-e, daß ein Map-n -mit zwei oder mebr rauen feine Vesitztümer den- verlschied-enen La-pas, -die seinen Ge-samt-haush-alt -aus-ma-chsn, zuteile. Wenn zum Beispiel eine Tochter der zweiten Fra>u> heiratet, so gehört bas Brau toi eh der Lapa (Haushaltung) der zweiten fyrau. Daher kommt beim Tode eines gemeinen Mannes das zu j-e- d-er Lapa gehörige Besitztum dem -Erben d-er betreffenden Lapa zu. Der -älteste Sohn der Häuptfrau -folgt dem Dat-er als Haupt der Familie -na-ch. Er erbt alles Vieh -und sonstigen Besitz, der zur L-apa seiner Mutter -gehört, fo-m-ie ,alle persönlichen Sachen seines Vaters, die nicht Teilgehöften der übrigen Frauen zugewiesen wurden/Sollte über d-er Vater zu Lebzeiten von einem Teile des ihm zukommenden Besitzes eine Schenkung an -einen längeren Bruder oder auch an einen entfernteren Verwandten gemacht haben, so hat der älteste Sohn den klar erkannten Willen des verstorbenen Vaters zu berücksichtigen und das geschenkte Gut auszuhändigen. Der -älteste Sohn der -ersten Frau erbt auch alle -Guthaben seines verstorbenen -Vaters, wird ab-er -auch f-ür dessen -Schulden verantwortlich. D-er älteste Sohn jeder weiteren Lapa -erbt den dazugehörigen Besitz wie auch- das Vieh, das durch Verheiratung feiner eigenen -Schwestern hereinkam. Es besteht die P-odi-Redens->art, daß -eine Lapa -nicht eine andere Lapa -aufessen könne. Wenn -daher beim Tode des Familienhauptes eine Lapa einer anderen verschul- Missionssountng in einer „Buschschule". — Die Kinder des Urwalds aus der Hcilig-Geist-Mission Nord-Katanga in Belgifch-Kongo bringen ihre Gaben für das Werk der Glaubensverbreitung. Die Körbchen enthalten Maniokmehl und kleine Fische. Erzbischof Dcllcpiane, der Apostolische Delegat des Kongogebietes, berichtet, daß das Werk der Glaubensverbreitung in vielen Kongomissionen- eingeführt ist. Die Einheimischen halten darauf, auch ihren Teil beizutragen, selbst wenn dieser oft nur in einem Korb mit Lebensmitteln besteht. Einheimische Lehrerin beim Unterricht, der, soweit möglich, im Freien gehalten wird. bet ist, .so muß der Erbe der verschuldeten ßctpci die Schuld abtragen. Handelt es sich dabei um eine Viehschuld und ist kein Vieh vorbanden, um die Forderung zu erfüllen, so muf; die Sache in der Schwebe bleiben, bis einte Tochter der -betreffenden Sapa heiratet. Alsdann mutz das für sie bezahlte Vieh zur Sch-uldentil-gun.g ver-rnenbet werden. Es gchchieh-t nicht selten, d-atz der Familienvater Vieh, das zu einer gewissen Lopa gehört, benutzt, um eine Frau zu erwerben zur -Gründung einer meiteren Lapa. Wenn nun bei seinem Tode das Vieh nicht an die fiapa zurückgegangen ist, von der es genommen wurde, so hat der Erbe der vevschul-deten Lapa die Sadje so bald als möglich -ins reine zu bringen. Der älteste Sohn der Hauptfr.au übt auch- die Rechte eines Vormundes über seine Brüder und Halbbrüder aus. Er ist verpflichtet, ih-nen Frauen zu b-Ssorgen, indem er ihnen Zuschüsse zum Heiratsvi-eh gewährt. Auch erbt er -bie Witwen seines Vaters, abgesehen von seiner eigenen Mutter, doch wird er nicht mit ihnen verkehren. Sollte kein 'So-ljn da sein, so ist bes Verstorbenen jüngerer Bruder der an erster Stelle Berechtigte, die Witwen seines Bruders zu übernehmen. Dieses Recht übt er nur so lange aus, bis ein linzwischen geborener Sohn großjährig geworden ist. In Ermanglung eines jüngeren Bruders wird der Vater öder ein älterer Bruder des Verstorbenen für die Witwen sorgen. Sollte es vorkommen, datz eine Lapa ohne männlichen Erben bleibt -und nur Töchter vorhanden sind, so wird eine Frau hereingeheiratet. Diese verkehrt mit bent etwa vorhandenen Manne oder, wenn dieser gestorben, mit dem ältesten Sohne der Ncichbarlcipa. M sie Mutter eines Knaben, so wird dieser als Erbe der Lapa betrachtet und erhält den Vorrang vor den Töchtern sowie Anspruch auf altes Vieh, das durch Verheiratung dieser Mädchen hereinkommt, es mag das vor oder nach feiner ©eburt der Fall sein. Eine Frau, die unter solchen Umständen verheiratet -ist, untersteht der Hausfrau der Lapa. Falls die -erste Lapa -keinen männlichen Nachkommen hat, so folgt ber Sohn der zweiten Lapa bem Vater -als Familienhaup-t. Wenn -auch die zweite Lapa -ohne Sohn ist, so wird -der Sohn -der -dritten Lapa Nachfolger des'W-erstor-6 e n.en. Stirbt ein Mann, der einen unmündigen Erben -hinterläßt, so übt der Vater des Verstorbenen das Hüter-amt über das Anwesen aus. Es kommt aber auch vor, daß er diese Sorge einem jüngeren Sohne überläßt. Sollte ein Verstorbener, obwohl verheiratet gewesen, keinen Erben hinterlassen haben, -so wird seine Witwe mit einem seiner Brüder verkehren; der erste -Sohn aus dieser Verb-indung wird der Erbe. Wenn ein Manu stirbt, der mehrere Capas, aber keinen Erben -hinterläßt, so -übernimmt die Witwe der ersten Lap-a die Führung der Familienangelegenheiten. Jede der Frauen ist berechtigt, eine neue Verbindung einzugehen; alle müssen aber in des verstorbenen Mannes Kraal verbleib en, bis ein männlicher Erbe alt genug ist, die -Führ-un-g der Familie zu übernehmen. Sollte es vorkommen, -daß ein Mann stirbt, der keine nahen Verwandten -besitzt, so übernimmt der Häuptling die Hinterlassenschaft und spart keine Mühe, um einen gesetzlichen Erben dafür zu finden, mag dieser -auch nur weitläufig mit dem Verstorbenen verwandt sein. Läßt sich -gar kein Verwandter finden, so fällt der Besitz dem Häuptling zu. Ein Vater erbt das Eigentum eines unver- nn sich kein Familie deiche Gewalt über die Frauen aus, die zum Anwesen gehören. Wenn ein Mann stirbt, ehe die Heiratsfövm-lichkeite-n abgefchloffen -sind, -so nehmen die I) ei raiet gestorbenen Sohnes. Eine Frau erbt nur dann, n männlicher Verwandter in ihrer findet. Alsdann übt sie -eheher Hilfe für die Opfer der Trockenheit in Südafrika. — In r>er katholischen Mission Garip, Südafrika, dabcn seit Beginn 1933 täglich 1000 hungernde Kinder ein warmes Essen erhalten. Es war ein Jahr der Dürre und des Hungersterbens. Der ersehnte Regen ist zwar jetzt geiallen, und die Eingeborenen haben ihre Felder bestellt, immerhin fehlen ihnen noch die Vorräte für mehrere Monaie.AufdemBild sehen mir eine Kreuzschwester (Mutterhaus Menzingen-Schweiz) mit einer Erupve hungernder Kinder. Deutsche Patres vom heiligen Herzen (Düsseldorf), schweiierischeund in derMehr-zabl deutsche Schwestern arbeiten in der Präfektur Garip. Hochzeilsvorbereitungen ihren Fortgang, denn zur gegebenen Zeit wird die junge Frau mit einem Manne aus der Familie ihres verstorbenen Verlobten, vorzugsweise mit einem jüngeren Bruder, verheiratet. Ihr erster Sohn wird der Erbe des Verstorbenen, sobald er das gesetzliche Alter erreicht hat. Ein Waisenkind, das keine Verwandten hat, wird vom Häuptling angenommen. Wenn es ein Knabe ist, wird er als einer der Söhne des Häuptlings betrachtet, und sein Pflegevater wird dafür Sorge tragen, daß er zu einer Frau kommt. Wenn es ein Mädchen ist, so gilt es als eine Tochter des Häuptlings; das als Heiratsgut für sie bezahlte Vieh geht in seinen Besitz über. Nach Pedi-Gesetz sollte keine Familie aussterben. Solange Verwandte vorhanden sind, müssen diese es sich angelegen sein lassen, daß die Familie weiterbesteht. Wenn aber eine Familie so verarmt ist, daß keine Frau erworben werden kann, dann muss sie allerdings nus-sterben, D. Sinnbilder. Die Bapedi haben zahlreiche Zeichen oder Sinnbilder, jedes mit seiner eigenen Bedeutung. Es wird nie Mißbrauch mit ihnen getrieben, etwa zum Scherze; Das würde niemand aus abergläubischer Furcht wagen. Hier seien die wichtigsten erwähnt. Fetu u Tschwe, Ein Baumzweig wird, vom El)ernenn an die Türe seiner Frau gelehnt. Dieses Zeichen deutet an, daß er sie von sich weist, und sie ist dadurch berechtigt, zu ihren Eltern zurückzukehren. Kchahlana Schono, Wenn zwei Eingeborene sich zu einer Reise entschließen und toer eine geht dem andern voraus, so wird der vorne Gehende den Nachkommenden dadurch leiten, daß er in der Mitte aller jener Abzweigungen des Weges, die zu vermeiden sind, einen Baumzweig legt und ihn mit einem 'Steine beschwert. Aus diese Weise kann der Freund nicht irregehen. iLödiga. Dornzweige, Äle aus Befehl des Häuptlings quer über gewisse Wege gelegt werden, deuten an, daß diese Wege für den Verkehr geschlossen sind. Peko. Dies ist ein etwa meterlanger Stab, der quer über den Weg gelegt und an beiden Seiten mit Steinen beschwert wird. Er ist auf Befehl des 'Croßhäuptlings vom Medizinmann ausgelegt, der ihn mit einer Weihemischung von Fett und Kräutern gesalbt hat. Er soll die Kraft besitzen, ixts Vordringen von Menschen-oder Tierseuchen aufzuhalten. Pewa, Ein kleiner Erasring, der vor einem Wildbienenstock niedergelegt ist, beutet an, daß der Bienenstock bereits seinen Entdecker gefunden. Wenn ein anderer ihn auch findet/ nachdem er bereits ein Pewa aufweist, so hat der zweite Mopedi Anrecht auf einen Teil des Honigs, wenn der erste Entdecker den Stock laus-nimmt. Piri. Es ist ein Denkzeichen aus Steinen, das den Ort bezeichnet, wo eine Mannbarkeitsschule abgehalten wurde. Pitsi. Das gestreifte Fell eines Zebras, die amtliche Matte eines gerichtsitzenden Häuptlings. Sefuka. Die Pedi-Flagge, aus schwarzen Straußenfedern verfertigt, die im Kriege gebraucht wurde. Die Flagge, die Tulare benützte, befindet sich im Besitz des jungen Häuptlings ‘Sefom ti. Sika fa Masimo. Längere, geschälte Pfä'hile, die gegen einen Baum gelehnt oder in den Boden gesteckt sind, zeigen an, daß der umliegende Erund vergeben ist, sei es als Ackerboden oder als Bauplatz, Smatfo. Ein Steinhaufen neben bent Wege soll die Kraft besitzen, ben Feind zu verhindern, den betreffenden Weg zu benutzen. Es ist Pflicht jeder zum ersten Male des Weges kommenden männlichen Person, einen Stein aufzulesen, daraus zu speien und ihn auf den Smatlo zu legen. Dadurch bricht man den mächtigen Zauber, den der Smatlo sonst auf sehen ausüben würde. Infolgedessen wachsen diese Steinhaufen fortwährend. Wenn es in alten Zeiten als notwendig erachtet wurde, einen Sum Ho zu errichten, so ord-nete der EroßhLuptl-i-ng zunächst -an, daß alle Wege, die zu seinem Kraal führten, -unausgesetzt bewacht würden. Der erste Erwachsene, der nicht zum eigenen oder zu einem befreundeten Stamme gehörte und sich auf diesen Wegen sehen Hiess, wurde festgenommen und vor den Herrscher gebracht. Der Unglückliche hatte gewissermaßen den Grundstein zum Swatlo abzugeben. Ein enges, acht Fuß tiefes Loch wurde itn Voden ausgehoben, so baß ein Mann darin aufrecht stehen konnte. Das menschliche Opfer mürbe getötet und von den Medizinmännern gesalbt, die sodann die Geister der Vorväter des Fürsten anriefen, damit sie dem Orte ihren schirmenden Einfluß gewähren und den Weg vor dem Gebrauch der Feinde behüten möchten. Hieraus ließ man den Leichnam in die Grube hinab und stützte ihn so, d>aß er vollkommen ausrecht stehen b>lieb. Die Vertiefung wurde bann ausgefüllt und mit Steinen belegt. Zum Schluß wurden Rinder unb Schafe geschlachtet und deren Mut über bett Swatlo aus« gegossen. Fortan galt der Tote als ständiger Wächter des Weges. Tfebe. Ein Kind, bas auf dem Felde zur Welt kam, wird auf Befehl des Häuptlings am Ohr verletzt, um anzuzeigen, daß die Mutter gefehlt hat, indem sie ein Kind im Freien gebar. Ein Knabe wird am rechten, ein Mädchen am linken Ohr bezeichnet. Umschau. Asien. (D i t Missionen i m i n d i-s ch e n E r b -b e b e n g e b i e t e.) — Di e Missionen Nordindiens, 'das in ungeheurer Ausdehnung am 15. Jänner vorn Erdbeben heimgesucht wurde, haben nach den ersten Berichten zwar schweren Sachschaden, aber zum ©IM fein Menschenleben zu beklagen. Es arbeiten frort insgesamt 800 Priester, Brüder und Schwestern. Das Erdbeben erstreckte sich- von Assam im Osten bis hinaus über Delhi im Westen. Die dort wirfen-den Missionäre entstammen verschiedenen Ländern, doch, herrschten Italiener, Belgier und Stnterifaner vor. Bettiah, eine blühende Mission an der Grenze von Nepal, hat besonders schwere Verluste zu verzeichnen. Zwischen Bettiah und Mnzassarpur befand- sich -anscheinend ein Hanptherd -des Bebens: 1000 Personen wurden getötet, und kaum ein Haus steht dort noch ausrecht. Die Diözesen Allahab-ad und Agra, die unter Leitung italienischer Kapuziner stehen, sind ebenfalls schwer betroffen. In Delhi, wo sich in Bälde -eine Herz-Jesu-V-otivkirche Der erste aunainitische Bischof, hundert Jahre nach der blutigen Verfolgung. —Bischof Tong, der vom Hl. Vater mit vier anderen ostasiatischen Bischöfen geweiht Itntrße, kehrte nach Hinterindien zurück. Er überbrachte dem Kaiser von Annum ein Handschreiben des Hl. Vaters als Antwort auf dasGlückwunschtelegrammdes Fürsten. Unter Kaiser Ming-Mang brach gerade vor handert Jahren eine blutige Verfolgung aus, die vielen Laten und Priestern das Leben kostete. Aber ihr Blut war der Same neuer Christen. Heute zählt Indochina 1,300 000 Katholiken, 1000 einheimische Priester und 4000 einheimische Schwestern. für ganz Indien -erchebe-n wird, kamen mch- Monsune (jahreszeitliche Winde), also bald, rere Personen am. in Angriff genommen wenden. Die Statio- Ver'hältnismäßig -geringfügi-g> war der not unter den Santals wurden nicht tier= im Gebiet Von Kalkutta angerichtete Sch-a- sch>ont, aber die Bauart aus Stroh und Ton-den, wo die belgischen Jesuiten ihr Missions- erde verschlingt wenigstens nicht zu große seid (jctben. Die Prokuratieber Mailänder Mittel. Auswärtigen Missionen, deren Priester in Eine genaue Schätzung b-e§ Sachsch-adens den Diözesen Dinajpur und Krishnagar läßt sich- nicht gut -anstellen, immerhin berech-wirken, bekunden, bafj keine Verluste an net ihn der Bischof mif 250.000 Dollar. Die Menschenleben gemeldet wurden. In Assam, Weltkrise bereitete ohnehin schon d-er Diö-das den italienischen Salesianern ander- zese große Schwierigkeiten, und jetzt dieses traut ist, sollen die '(Srbbebm besonders stark Unglück von weitestem Ausmaß . . . aufgetreten sein, auch ist der Sachschaden Afrika. (Außerordentliche G e-ein bedeutender. Immerhin erhielt die Winne in B e lg if ch - K o ng o.) Leo-Vertretung der Salesianer in Mom keine poldville. — Nach den letzten Mitteilungen Mitteilung, -daß Menschenleben zu beklagen der Apostolischen Delegatur zählt die katiho-seien. lische Bevölkerung, . Belgisch-Kongos über Aus der Diözese Patna wird gemeldet: eine Million (1,081.957). Das bedeutet für Missionäre -und einheimischer Klerus haben d-as letzte Jahr -einen Zuwachs von 142.446. keine Toten, hingegen drei Verletzte zu be- Da diese Zahl noch- 1931 nur 816.377 beklagen. Darunter befindet sich -ein Priester, trog,, hat sich die Zahl der Katholiken in-d-er d-en Sprung too-m zweiten Stockwerk des nevhalb von zwei Jahren um 32 Prozent Hauses wagte, um nich-t von den umstürzen- vermehrt. Die '©Äyaä)\mfntan\tn erreichten d-en Mauern be-grab-en zu w-erden. dieses Jahr -die Ziffer 109.911. Über Der materielle -Schaden ist höchst bedeutend. 750.000 besinden sich als Tausb-ewerber in 14 Kirchen, das ist die übergroße Zahl der d-er Vorbereitung. Die Kind-ertaufen be-Diözesankirchen überhaupt, sind -eing-estürzt. trugen nahezu 60.000 (58.419), Ehen wur-Die anderen Missionsgebäude: Waisenhäuser, den üb-er 25.000 gesch-loss-en (25.868), über Pfarrhäuser, Klöster, Schulen, haben -alle 16 Millionen Kommunionen -ausgeteilt mehr oder weniger lgelitten. Mehrere müs- (16,448.044). In 294 Kranken-Hänsern und sen niedergelegt und neu aus-geibaut w-erden; Arm-enapothek-en wurd-en über 4 Millionen alle verlangen eine Ausbesserung. Diese Behandlungen vorgenommen. 20 Leprosen-Arbeiten müssen inifrer noch vor Eintritt d-er Heime beherbergen 503 Aussätzige. Praktisch Konvertiten aus den Reihen des Taoismus und Buddhismus. — Bruder Andreas hier im Klostergarten der „Kleinen Brüder vom hl. Johannes" im Apost. Vikariat Ankwo-China ist ein ehemaliger taoistischer Priester! Der chinesische Orden der Steinen Brüder hat seit seiner G>ün-dung im Jahre 1928 schon mnuchebedeutende Konvertiten aufgenommen. Uu Nai Jen. früher Offizier im chinesisch-diplomatischen Dienst, und der einstige Vorsteher des Buddhistenklosters Fa-Uuan Se in Peking gehören hicher. Zur Zeit leben die beiden lletzt-gcnnnntcn im Benediktinerkloster St. Andreas inLophem-les-Bruges (Belgien). (Fides.) Im indischen SrbSesieiißetjiet. — Dns Erdbeben vom 15. Jänner, das einen Grußwil Nord-Indiens in unerhörtem Ausmaße heimsuchte, hal vor allem viel Materialschaden verursacht- In der Diözese Patna, wo die ameiifanifrhen Jesuiten wirken, steht fast feine Kirche mehr aufrecht. Im ganzen Erdbebengebiet arbeiten über 800 Priester, Brüder und Schwestern. Aus ihrer Mitte ist keilt Menschenleben zu beklagen. Bei Betliah an der Grenze von Nepal liegt eine blühende Mission der Diözese Patna. Dort wurden allein 1000 Personen getötet und fast alle Häuser zerstört. (Fides.) genommen, rnht die ganze Erziehung Bel-gisch-Kongos in den Händen der Missionäre. Befinden sich doch über 3,750.000 Kinder in den Missionsschulen. Das auswärtige Missionspersonal hat die Zahl 2122 erreicht (733 Priester, 435 Brüder und 954 Schwestern), während die Einheimischen 33 Priester, 40 Brüder und 70 Schwestern stellen/ In 4 großen und 19 kleinen Seminarien studieren 110 Theologen und 834 Vorberei-tungsschüler. (Die K a m e r u n m i s s i o n e n.) In dem ehemaligen Vikariat Kamerun, das die deutschen Pallottiner von 1870 an mit vielversprechendem Erfolg bearbeiteten und das mittlerweile in vier kirchliche Sprengel geteilt tourbe, beträgt die 'Gesamtzahl der Katholiken jetzt ungefähr 275.000. Die Kriegsläuste zwangen die deutschen Missionäre im Jahre 1916, ihr Apostolat dort auszugeben. In den 25 Jahren ihrer Wirksamkeit hatten die Pallottiner 16 Missionsstationen mit den 'entsprechenden Kirchen und Schulen gegründet, 30.000 Katholiken getauft und ebensoviele Tausbewerber gesammelt. Durch! Loslösung vom Apostolischen Vikariat Kamerun wurde 1914 die Apostolische Präfektur Foumban gebildet und den Vätern vom Heiligen Herzen von St. Quentin anvertraut. Fünf der von den deutschen Missionären gegründeten Stationen führten, im Jahre 1923 in Britisch-Kamerun zur Er- richtung der Apostolischen Präfektur Buea und ihrer Übertragung an die Mill-Hill-Mifsionäre. Die übrigen 11 Stationen der Pallottiner bildeten den Grundstock der Apostolischen Vikariate Duale und Aaunde in Französisch-Kamerun. Gerade diese zwei Gebiete haben in der Nachkriegszeit durch ihre glänzende Entwicklung viel tonn sich reden gemacht. Die dort hausenden Stämme ber Paunde und Bassas sind in einer Massenbewegung zur Kirche begriffen. Ein förmliches Heer von Katechisten — nicht weniger als 2500 — verstärkt die Arbeitskraft des Missionspersonals und sorgt sür religiöse Unterweisung. In den vier letzten Jahren wurden allein 80.000 Taufen gespendet. Das Katechumenat dauert in der Regel zwei Jahre. 132.000 Einheimische besuchen zurzeit den Religionsunterricht in den Katechistenschulen. Die Neubekehrten Kameruns zeichnen sich durch religiösen Eifer und Frömmigkeit aus. Auch an Werktagen sieht man sie zahlreich der Kirche zustreben, um die heilige Messe zu hören. In Paunde werden täglich Hunderte von Kommunionen ausgeteilt. 1923 wurde das kleine Seminar gegründet, und vier Jahre danach das große. Im ersteren, das jetzt seinen endgültigen Sitz in Mono hat, machen 109 Studenten die vorbereitenden Lateinklassen durch. Das große philosophisch-theologische Seminar in Paunde mit seinen 41 Seminari- Aus dem indischen Erdbebengebiet. sten haben auf Bitten der Väter vom Heiligen Geist die Schweizer Benediktiner von Engelberg übernommen. Den beiden Ordenskongregationen für Eingeborene fehlt es nicht an Kandidaten beiderlei Geschlechtes. sK a t h o I i i\ che A k t i o n i n T r a n s-v a a I.) — Von den vier Provinzen der südafrikanischen Union ist Transvaal am besten und reichlichsten mit katholischen Organisationen versehen. Praktisch finden sich in jeder größeren Gemeinde karitative, soziale oder religiöse Vereine: Marianische Kongregationen, Vinzentius-Vereine, Sakra-mentsbrüdersch>aften, Männer- und Frauenvereine, katholische Sportklubs usw. Im 'Vikariat besteht eine „Catholic Federation“, die alle Katholiken des Vikariats umfaßt und in der Verteidigung der katholischen Interessen im öffentlichen Leben eine ihrer Hauptaufgaben sieht. Neuestens wurden auch die Verteidigung der unterdrückten Eingeborenen und die Förderung der Heidenmission in das Programm aufgenommen. Einer Iber lebenskräftigsten Zweige dieser Vereinigung ist der ^Katholische Männerverein". Was bisher nicht gelingen^ wollte, hat der 28. Oktober, der Christkönigstag, gebracht. Die verschiede-nen unabhängigen Vereine der katholischen Männerwelt im Vikariat J o h a n n e s- b n r lg und in der Präfektur L y fr enburg wurden unter betn Sammelnamen „Pro-vinzialrat der Katholischen Männervereine Transvaals" zu einem großen Verein zusammengeschlossen. Das Gründungsfest in Johannesburg bewies klar, ha)) Transvaal glänzende katholische Laienführer besitzt, die nicht nur gewandte Reldner sind, sondern auch großes Interesse an der Förderung der katholischen Belange im öffentlichen Leben haben. Ein aufrichtiges Streben, mit der katholischen Laienwelt ganz Transvaals (später wohl der ganzen Union) zusammenzuarbeiten, ist nicht zu verkennen. Die Präfektur Pietersburg (Nordtrans-öaaX) ist vorerst noch nicht vertreten, doch ist dieser Anschluß nur eine Frage der Zeit. Eine der Grundsatzungen des „Katholischen Männervereines" schreibt monatliche Kommunion und monatliche Versammlung vor. Wenn diese Vorschrift zunächst viele katholische Burschen und Männer am Beitritt hindert, so hofft man doch gerade durch, diesen Verein eine gute, geübte Elitetruppe unter her katholischen Männerwelt zu schaffen. Ihre Aufgabe wird es fein, hie praktischen Ziele der Katholischen Aktion zu verwirklichen. Eine alljährliche Generalversammlung aller Zweige dieses Geisarntwer-eines ifari das katholische Bewußtsein unter -der Laienwelt Transvaals heben und stärken. Dcr Bischof Von Potna besichtigt die Ruinen einer Kirche. — Stuf eine Viertelmillion Dollar wird der Schaden geschätzt, den die Diözese Patna bei dem Erdbeben in Nordostindien mit 15. Jänner erlitten hat. Bischof Bernhard Sullivan. 8. J., das Haupt der dort wirkenden amerikanischen Jesuiten, ist hier ans den Ruinen der Kirche von Bettuch zu sehen. Dort wütete das Erdbeben ani meisten. Als das Unglück kam, hatte der Bischof einen Zug in der Richtung nach Bettiah bestiegen. Er muhte den Weg weiterhin mit Rad und zu Fuß zurücklegen, was seine Ankunft um mehrere Tage verzögerte. In Nordindien verloren 6000 Personen und in Nepal allein 3000 Personen ihr Leben. Zum Glück hat das MissionIpersonal, es sind auch über 40 deutsche, österreichische und Schweizer Schwestern darunter, keine Verluste an Menschenleben zu beklagen. Bar - el - G >h, e 6 e I (englisch-ägyptischer Sudan). — Ein protestantischer Missionar wollte ein Dutzend Angehörige des Stam-mes der Niam-Niam durch Untertauchen taufen. Er hatte gerade den ersten der Täuflinge in den Fluß getaucht, als ein Krokodil den Unglücklichen an ben Füßen packte und davonschleppte. Amerika. (Leidensweg einer deutschen M isi!i cm i n 6 ü b a m e ri k a.) Pilcomayo hat das zweifelhafte Glück, zum Teil nuif beut Wischen Bolivia und Paraguay strittigen Gebiet, also zwischen zwei Feuern, zu liegen. Der Krieg zwischen den 6eiben Staaten wurde für die ohnehin durch Überschwemmung regelmässig: heimgesuchte Präfektur — sie liegt zwischen den Flüssen Pilcomayo und Paraguay — zum wahren Verhängnis. Das Personal, bestehend aus drei deutschen Patres und sieben Brüdern aus dem OLlatenordsn, muhte drei Wochen lang nor der umherstreifenden irregulären 'Soldateska im Urwald Zuflucht! suchen. Die Indianer, des Hochverrates bezichtigt, wurden mißhandelt >und zum Teil hingerichtet. Als die Missionäre sich ins Mittel legten und Erklärungen 'abgab'en, erlaubte man den Einheimischen — es waren ihrer noch 2000 —, sich aus die 'Station San Leonardo .zurückzuziehen. Fortgesetzte Verfolgungen und Bedrückungen verleiteten die Rothäute, sich an den Ansiedlern zu rächen- 35 Weihe fielen ihnen zum Opfer. Aus Furcht vor den Vergeltunigsmatzregelin flohen jetzt die Schuldigen über den Pilcomayo auf argentinischen Boden. Verfolgt, gingen sie über ben Pilcomayo zurück und versteckten sich in den bolivianischen Wäldern. Die Sperrung der argentinischen Grenze stellte die ganze Lebensmittelversorgung der Mission in Frage. Um das Unglück voll zu 'Machen, wurden drei Missionäre fieberkrank. einer von ihnen, Pater Stahl, erlag der Krankheit. Heuschreckenplage, Kirchenbrand, wiederholte Schließung der Schulen, verderblicher Einslutz der Go&atea auf die heidnischen Indianer kennzeichnen die Lage des verflossenen Jahres. Schwer heimgesucht, doch ungebeugt gingen unsere Missionäre in das neue Jahr hinüber. Bereits haben sie eine Ant Internat in San Leonardo eingerichtet, urn die Kinder fern vom verderblichen Einfluß der Stammesangehörigen. zu erziehen. (Fides.) (Fortsetzung.) Der letzte Franziskaner von Texas.* Eine geschichtliche Erzählung von Robert Streich O. M. I. (Nachdruck verboten.) Um den Hals wand sich eine Kette, die trug die Kette eine große, kupferne Medaille aus Krallen von allerlei Raubtieren znsam- mit dem Bildnis der lieben Mutter Gottes, mengefügt war. Vorn auf der nackten Brust Die Brust war frei, und auf derselben war * A. Laumannische Verlagsbuchhandlung in mit einer bläulichen Flüssigkeit das Bild Dülmen in Westfalen. eines Wiesels eingeätzt worden. Der Anzug des Indianers bestand aus den ausgefransten Leggins hBeinkletder), den ledernen, mit Stachelschweinborsten besetzten Mokassins (Schuhe) und aus einem breiten, mit blinkenden Knöpfen besetzten Gürtel, an welchem die aus heiligem Ton geschnitzte Friedenspfeife und -bei Tabaksbeutel hing. Die Hände auf das doppelläufige Gewehr gestützt, hochaufgerichtet, stumm und starr, stand der Indianer vor der Majestät des Todes, welche er hier schaute. Recht ernste Gedanken mußten es sein, welche ;ben betenden Mönch beschäftigten. Er seufzte tief aus, und seine Hand fuhr über die gefurchte Stirne, als sollte sie dort lästige Besucher verscheuchen. Jetzt blickte er auf. „How! how!" rief der Indianer vom Eingang der Höhle her. „Das Herz des Beters ist betrübt!" 'Pater Diaz erhob sich und reichte dem Sprecher die Hand. „Wumpantomie (das heißt weißes Wiesel) ist willkommen. Der Große Geist sendet ihn zur rechten Zeit. Das Auge Wum-pantomies, des großen Häuptlings der Addays, hat recht gesehen. Das Herz des Beters ist betrübt. Es trauert wie die Prärie nach dem verheerenden Brande. Kennt Wumpantomie dies Bleichgesicht, welches der Große Geist zu sich gerufen hat?" Der Indianer trat näher und beugte sich liber ben Toten. „How! how!" kam es wieder über die Lippen des Häuptlings. „Wumpantomie kennt es, und alle seine Krieger kennen es. Es ist eines von den Bleichgesichtern mit gespaltener Zunge. Ihr Gesicht ist zwar bleich, aber ihr Herz ist schwarz. Es ist ein Feind des Beters und der Addays . . ." „Wumpantomie möge vergraben", fiel ihm der Missionär ins Wort, „wie man vergräbt den Tomahawk nach dem Rauchen der Friedenspfeife, was er Böses von diesem Bleichgesichte weiß und erfahren hat. Es hat in Frieden seine Seele dem Großen Geilste zurückgegeben." „Das Bleichgesicht ist getötet worden", fuhr der Indianer fort. „Der Skalp ist ihm genommen." „Bon den roten Männern", ergänzte kopfnickend der Mönch. „Die Kichis haben es überfallen und ihm die Seele genommen." „Das Bleichgesicht war nicht allein. Meine Krieger haben die Spur vieler Hufe gesehen." „Es waren ihrer mehrere." „Die Kichis sind feige Hunde und die Addays tragen Verachtung gegen sie im Herzen. Aber dem Bleichgesichte ist recht geschehen. Auch Wumpantomie kann dasselbe und dessen Krieger nicht lieben. Sie haben den roten Männern die Beter genommen Im Dienst der Einwanderer und Ansiedler.—Die dienenden Schwestern, „Sisters of Service“, 1923 in Toronto gegründet, verdienen ihren Namen. Sie haben in diesen elf Satiren wirklich große Dienste in sozialer, hygienischer und erzieherischer 'Hinsicht geleistet, vor allem unter der fremden Bevölkerung Kanadas. Sie nehmen sich der neuankvmmen-dkn Einwanderer an, suchen dieSchiffe auf, schauen sich nach den Katholiken um. bieten den einwandernden Mädchen Un-terkunft... Ihre Missionen reichen vom Atlantischen zum Stillen Ozean. Mit Autos, die ihnen einen großen Akiions-rcidius geben, fahren sie von ihren Stationen ans und V0 5EWZ' ' V <