Dienstag den 16. December 1834. Wäpstliche Staaten. > ^lu Bologna hat man am 6. December die betrübende Nachricht von dem Tode des Kardinals ' Joseph Alb ani, apostolischen Legaten von Urbi-no und Pcsaro, erhalten. Der Verblichene war zu Rom am »3 September »750 geboren, und starb am 3. December zu Pesaro. Als muthmaßliche Kandidaten für den heiligen Purpur, die im nächsten (Zonsistorio erwählt wer« den dürften, nennt man: den Bischof Pianetti von Viterbo, den Maggioroomus Zabrizzi, und die Bischöfe Della.Porla, Spada und Bi. anchi. DasDiario di Roma meldetausTivoli, dal? die Minengrädcr in den letzten Tagen Novembers in den Gängen die man zur schnelleren Ableitung dcS Flusses Anio durch den Berg (Z^illo gcgra. ben hat, g^nau zusammengetroffen sind. Die Ar. heiter, welche mit den Ausgrabungen an beiden Seiten des Berges beschäftigt waren, begegneten sich am 27. November in der projeccirten Rich, tung und Höhe. Dieses großartige Unternehmen lvard in nicht vollen 14 Monaten beendigt. (r«'I. ck Ver.) Polen. Warschauer Zeitungen vom 26. November melden : Gestern Mittags wurde Warschau durch die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers und Königs beglückt. Der Kaiser begab sich unter dem Jubel-rufe der zahlreich versammelten Einwohner nach dc>- cy w e i j. Dem vorörtlichen Staatsrathe hat die Regie-lung von Bern d^s Memorandum mitgetheilt, wel» chcs sie direct an das österreichische und französische Oübinett gelangen läßt. und worin sie anführt, wie sie in Folge der Stcinhölzliversammlung dtn Hand» werkern zu verstehen gegeben habe, dah solche Bcr. sammlungen aufhören müssen, und die diesem Zu, widerhandeltiden rveggewiescn habe. Auch versichert die Regierung von Bern, wie sie alle diejenige», welche von ihrem Gebiete aus oic Ruhe bcnachbar« tcr Staaten stören, wegweiscn, und überhaupt durch ihr Benehmen als Borort ein freundschaftli» chesVernehmenzuunterhallen sich angelcge» l.,ffen seyn werde. (Oest. B.) Fl r a n k e c i ch. Toulon, 25. November. Das Schiff Tri« ton, (Zapitain Bciudin, das zuerst nach der Lcvan» te, dann nach Brest scgcln folUe, hat den Befehl erhalten, nach Tripoli mit einer beträchtlichen Aus« statlung von Bomben :c. behufs der Unterwerfung der Insurgenten in Sce zu gehen. (ANg. Z.) Spanien. Der Generalcapitain von Arragonien hat emen Tagsbefehl erlassen, worin er allen jungen Leuten, die sich in den Freicorps, die man jetzt vildet, an. werben lassen, die Hälfte der Dienstzeit erlaßt, die sie halten aushalten müssen, wenn sie in der Zwi. 393 schcnzeit dev Conscription heimgefallen waren. Ear. nicer, der mit etwa 1000 Mann seiner Anhänger nach Arragonien vorgerückt war, wurde mit Ver-lust der Hälfte seiner Lence von den Truppen der Königinn zurückgeschlagen. Aus Eoruna wird vom 5. November gemeldet, daß durch eine englische Brigantine die spanische Regierung 12,000 Flinten, 2000 Karabiner, eine große Zahl von Pistolen und Säbeln und endlich eine Halde Million Feuersteine erhalten habe. Mina steht an der Spitze von i5,ooo Mann. Die Junten von Navarra und Guipuzcoa werden unaufhörlich von seinen Truppen verfolgt, und sie haben bei ihrer Flucht Papiere hinterlassen, die große Personen compromittiren sollen. Der Vapor von Barcelona meldet in seiner Nummer vom 20. Nov., daß Llauder am 19. in diese Staot zurückgekommen sei, nachdem er die Earlistiscde Verschwörung, die einen Aufstand in den Gebirgen erregen wollte, vernichtet habe. Er erhirlt an demselben Tage, dem Geburtstage der Königinn, Glückwünsche von Seite aller Behörden. „Eatalonicn, sagt der Vapor, bietet ein Muster yes Friedens ^^ ^ Aufschwungs zu Reformen dar, das für das übrige Spanien nicht verloren seyn wild." — Die (Zholcra hatte in Barcelona aufgehört. Zumalacarreguy befindet sich mit eilf Batail» lonen und seiner ganzen Kavallerie zu Viana; der Prätendent ist bei ihm. Man kündigt an, daß General Mina in öersclben Richtung an der Spitze von 10,00a Mann seiner besten Truppen anrücke. Schon hatten die Vorposten mehrere Scharmützel. Wir stehen wahrscheinlich dem Augenblicke der Entscheidung nahe. (Allg. Z.) - Die Sentinel le des Pyrenees meldet ausBayonne vom 25-November: ,Gin diesen Morgen aus Pucnte la Reyna hier angekommenes Individuum berichtet, daß die Truppen der Koni« ginn, welche Zumaliicarreguy gegenüber bei Esiel, la gestanden hatten, sich naä) Pamplona zurück, gezogen haben, wo'Mina, wie cs scheint, scine ganz? Truxpenmasse concentrilen/ und dann mit vereinter Kraft gegen die Earlisten agilen will; unter Letzteren herrs^ t große Freude über die eng. Usche Mmisterialueränderung." Die Election (von Bordeaux) meldet, daß tcr Scharfricdtci' zu Pamplona auf Befehl Mina's am ,9. erschossen worsen ist. weil er den Insu» gentcn zum Kundschafter gedient hatte. Dagegen hat Mina mehrere Geistliche, Landleute und Frau» en, welche wegen Verdachts eines Einverständnis« ses mit den Insurgenten in Pamplona und Pu-ente la Reyna verhaftet waren, in Freiheit setzen lassen. Eine Depesche aus Bayonne vom 24., in, Journal de Paris vom 3o. November, meldet, daß Linares das gte navarresische Bataillon i>n Thale Adescoa überfallen habe; nur 3c>o Mann entkamen. Der Rest unterwarf sich theils, theils wurde er niedergemacht oder gefangen. Der An» führcr Mancho wurde erschossen. Die Pulver« Fabrik der Insurgenten zu Burgetta wurde zcr» stört und mehrere in derselben beschäftigte Arbeiter wurden erschossen. Der Moniteur vom 3a. November berichtet vom Kriegsschauplätze: Kein neuer Angriff wurde auf Elisondo versucht. Iaureguy rückte am 26. wieder in St. Sebastian ein. Briefe aus Madrid vom 22. melden, daß das Ministerium sich immer mehr in der öffentlichen Meinung und in den Kammern befestige. (W. Z ) Im Memorial des Pyrenees heißt es: ,,In Oloron hat sich das Gerücht verbreitet, daß ein äußerst mörderisches Gefecht, aber ohne ent« scheidende Resultate, zwischen den Truppen der Kö« niginn unter Mina und den Earlisten unter Zu« malacarreguy's Commando vorgefallen sei. Eiste« rer soll durch scine Hitze mitten unter die feindlichen Bataillone fortgerissen, verwundet, und nur dur.h einen kräftigen Kcivallericangriff befreit worden scyn. Obwohl diese Nachricht mit umständlichen Details erzählt wurde, glauben wir doch, daß sie der Be» stäligung bedarf. (Ocst. B.) Portugal. Das französische KauffahrtcischiffIeanne d'Arc, auf welchem gegen 55o ihres Dienstes cntl.iss.ne französische Soldaten sich eingeschifft hatten, um nach ihrer Hcimath zurückzukehren, soll in der Nähe des (3ap Finisicrre gescheitert und fast mit der gan« zen Mannschaft zu Grunde gegangen seyn. (Ocst. B.) Wir haben Blätter von Lissabon bis zum 3. November erhalten, deren InHall aber nicht sehr wichtig ist. Die junge Königinn und die Herzoginn von Braganza sind bei guter Gesundheit, wiewohl letztere unwohl gewesen war. Glsparungsmaßre. geln sollten in allen Staatsdepartements eingeführt werden. Ein Antrag des Grafen v. Taipa in der Pairslcnnmcr, dem Admiral Napier für sein tapfe- 399 res Verhalten lm Julius iL53 eine Danksagung zu votircn, wurde einmüthig angenommen. Der Danksagungsbrief soll auf Pergament geschrieben, vo.i alien Pairs unterzeichnet, und mildem Siegel der Kammer in Gold versehen werden. Auch dem Herzog von Terceira und dem Marschall Saldanha wurden für ihre vor Oporto bewiesene Tapferkeit Danksagungen votirt. (Allg. Z.) Der köni^I. Schooner Pike hat Nachrichten aus Lissabon vom3. November nach England über-bracht. In Portugal scheint es im Allgemeinen ruhig zu seyn. Die Portugiesische Negierung hat den Oberstlieutenant Burrcircs in das Haupt-Quar-tier des Generals Mina gesandt, um über den Stand der Dinge in den Spanischen Nord-Provinzen regelmäßig Bericht zu erhalten. Der Por« tugicsssche General G. Daviles sieht an dcr Noro-granze von Portugal mit 5cioo Mann. (Wien. Z.) Großbritannien. Zwei Sc^hne des Ingenieurs Galloway, der seit längerer Zeit in Alerandricn ansässig ist, sind mit Vollmachten und Geldmitteln von dem Pascha von Aegyptcn in London eingetroffen, um die Anlegung einer Eisenbahn von Kairo nach Suez zu befördern, und werden nächstens den Ankauf von Eisen und Dampfwagen vornehmen. Auck wird thätig an dcr Herstellung einer Dampfschlfffahrt mit Alexandrien gearbeitet. Es sind zrrci Dampsböte in Liverpool gebaut worden, um die F^hrt zu unternehmen. Die Berichte aus Irland lauten fortwährend sehr beunruhigend. Mehrere Mordthaten sind wie. der gegen Zehnten- Einsammler begangen worden, und der Geist der Empörung breitet sich von der Grafschaft Tigpcrary nach den Grafschaften (Zork und Limerick aus. Englische Blatter schreiben : Die Schifft Aetna und Raven sind nach Maocra und Teneriffa gcse, gell, um die Küste von Afrika nördl ch vom Cap Bojador, und dann die Küsten »Linie der Meer. enge von Gibraltar geographisch aufzunehmen. — Die Dampf« Fregatte Mcdca langte am 7. Nov. zu Malta an. Es- war das erste Dampfschiff, welches direct von England nach Malta ging, ohne in irgend einem andern Hafcn angelegt zu haben. Es machte diese Reise in io Tagen und 5 Stun« 0c>, von Plymouth aus. (W. Z.) Die Londoner Blätter vom l. December mcl. den, daß der Herzog von Gloucester am 2o. No. vember Abends in Bagshot.Park mit Tod abgegan« gen ist. Ihre Majestäten der König und die Känigint» sind am l. d. M. von Brighton nach London zu» rückgekehrt. Der König ertheilte gleich nach seiner Rückkehr dem Herzoge von Wellington, dem Lor) Eamden, dem Grafen Roßlin, den Lords Mary« borough, H'N, Menborough, dem Sir I. Beckett, Sir s. M. Sutton und Sir H. Hardinge Audienzen. Graf Spencer (der ehemalige Lord Althorp) hatte gleichfalls Audienz, um Sr. Majestät die Insig« men des Knicdandordens, mit denen sein verfior« bener Vater bekleidet war, zurückzustellen. lOest. B.) Der Hampshire Telegraph schreibt Folgendes aus Malta vom 5,. October: „Admiral Rowky ist noch immer vor Vourla. Seine Escadre bcstcht aus dem Admiralschiffe Ealedonia, der Britannia, demEanopus, der Sdinbourg, Talavera, dem Thun« derer, Endimyon, Scout und Hind. Er will am i. Dec. in Malta eintreffen und zuvor in Nauplia Quarantine machen. Kürzlich sind der Malabar, die (Zolombine, Tribune, der Portland und Rom« ney zu ihm gestoßen. Der Rest der Tscadre, welche zusammen aus 26 Schiffen mit ,018 Feuer« schlündcn besteht, ist so vertheilt: Madagascar bei Nauplia, Endimyon — Smyrna, Tyne — Alexan» dricn, Ehilders — Zanle, Favorit — Tripoli, Jas« seur — Gibraltar, Beacon— Ehios, Mastiff — Smyrna, Volage — Malta. Dieser schickte sich an, nach Konstanlinopel abzusegeln. Hier liege« auch noch Eeylan und Earron, letzterer nach Eng« land segelfcrtig. Hierher kamen ferner die Dela« ware von 64, die Fregatte United States und der Schooner Schark. Das Dampfschiff Nil von 908 Tonnen und :9c) Fuß lang, vollkommen für den Kriegsdienst eingerichtet und geräumig für ,2oc» Mann, ist am iH. nach Alexandrien abgesegelt. Großadmiral der ägyptischen Flotte wird fortwahrend ein englischer Eapitä'n seyn." (Sal;. Z.) In Glasgow wurde auf dem Green eine Versammlung abgehalten, bei welcher, nach dcr Glasgow«Post, gegen 20,000 Menschen vcrsammclt gewesen seyn Men. Das Volk trug Fahnen aller Art, aufweichen Sprüche und Zeichen im Sinne dcr Träger angebracht waren. Die erste Fahne war schwarz mit zwei gckreuhten Schwertern auf dcr Spitze dcr Fahnenstange. Die zweite war ebenfalls schwarz; man sah auf ihr eine Hand, die einen Dolch zückte, mit der Inschrift: Freiheit oder 4oo Tod; auf der andern ebenfalls eine Hand mit dem Dolche, auf einen Geier gezückt. Bor den Hu« flings war ein Banner aufgestellt, das mii lebhaf« tem Beifalle begrüßt wurde; es trug das Dur-ham'sche Wappen mit dem Wahlspruche des Grafen: Die Zeit wird kommen. Bei einer Anzahl ondcrcr Fahnen sah man an der Spihe der Stan, gen Speere, Schwerter, Bayonnete und andere Waffen befestigt. Wcitcre Dcnksprüche aufdensel. ten waren folgende: Wir sind gerüstet, Freiheit üder Tod; Wir sind ein freies Volk, darum müs« sen wir eine freie Regierung haben; Too und Ver> »üchtung den gefühllosen Tyrannen, den Feinden der Freiheit; Getäuscht aber nicht besiegt; Nimmer «eichend; Noch einmal in die Bresche tc. Auf der Spitze einer Fahnenstange bemerkte man eine Mas' ke mit zrvei Gesichtern, an welcher eine Krone hin und her schwankte, und welche den Herzog von Wellington vorstellen sollte. Der Lord »Provost führte bei der Versammlung den Vorsitz. Resolutionen und Adressen gegen das Wcllington'sche Ministerium wurden abgefaßt. Dreimaliges Höh. nen (ßi-OÄnz) erhob sich sodann für den Herzog von Wellington, und dreimaliger donnernder Zuruf zu Shren des Grafen Durham und ebenfalls oreima» ligcr Zuruf zu Ehren dcö ParlamentsmitgUedes Joseph Hume, worauf die Versammlung in Ruhe auseinander ging. Am 29. November hatten Lord Hill, Sir H. Hardinge, Lord (Zllcnborough, Graf Roßlyn und der preußische Geschäftsträger Unterredungen mit dem Heizoge von Wellington im Departement deö Innern. Der niederländische Geschäftsträger, Ritter W. G. Dcdel, ist aus Holland wieder- in London eingetroffen, und hat scine Functionen von neuem begonnen. Hr. Salomon Dcdel bleibt mit seiner Familie im Haag. Der Herzog von Gloucester liegt in Brighton an einem Gallcnfiebcr sehr gefährlich krank. Der bisherige Bicckönig von Irland, Lord Welleölci), wollte am 25. Norembcr Abends Dublin verlassen, um nach England zurückzukehren. In Versammlungen zu Liverpool, wo/ nach dem Liverpool Albion, wenigstens i2,c»ao Personen versammelt waren, und in Leeds, wurden Resolutionen und Adressen an den König, in welchen das Bedauern der Versammlungen über die Ernennung des Herzog von Wellington zum Minister ausgedrückt wurde, abgefaßt. THEATER NACHRICHT. Donnerstag den 18. December, wird im hiesigen ständischen Theater zum Vortheile der Gefertigten das nach Castelli's classischer Ballade, von Frau Charlotte B i rch-Pf ei t'e-r verfasste, vaterländische Schauspiel: „PETER SZAPARY," oder: „DER HELD IN SCLAVETS(X.ErTTETSM aufgeführt, wozu ihre ergebenste Einladung macht K. Reger, Mitglied der hiesigen ständischen Bühne. Theater. Heuten «Das Turiller zu Kronsteiu." Lllstspnl in fünf Accc», von Holbein. Nachricht. Da mit dem Scbluße.dieses Monates die Pranumeratic»n auf die Laibacher Zeitung für das zweite Semester zu Eiide gehet; so werden sämmtliche?. ^. Herren Pränu-merantcri, welcke mit ihrem Präliumerations-Betrage noch im Rückstände sind, ersucht, selben ehestens bcnchligcn zu wollen, well man sich sonst gcnöchiget sehen würde, ke>n Exemplar ohne Anticipation abliefern zu können. Gleichzeitig werden auch alle diejenigen löbl. Bezirks- und Herrsckafcsgcrichtc', rvelche sich mit ihvcn Einschaltungs-Betragen gleichfalls noch im 5tückstande befinden, höflichst ersucht, selben ehestens berichtigen zu wollen. Laibach am 1. December i83/,. Dieser Zeitung ist dze Beilage der eingegangenen Museums-Beiträge Nr. 32, angeschlossen. Nevatteur: äfr. kav. Me in rich. Verleger: Mnai M. ^vler V. AleinmaVr.