Nr. 157. Piannmrra»! c> » » p l e i s: Im , l> s«. ^iir die Zustellung <»« Hou« halbj. KU ll, Äiil der Poft gnnzj, ft. I5>, hall j, ft, ? 5><». Mittwoch, 12. Juli. Inseitl<>n»l>tbül: Für N«<» ,u « feilen »5, lr.. größere pn Zille !! li ! bei i'slere» Vicbclhowngen P»l Zeile « lr. 1882. Amtlicher Theil. Se. t. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Gendarmerie-«lttmeister erster Klasse Johann Stumpf den Adel« Nand mit dem Ehrenworte „Edlcr" allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. .Se. Majestät der Kaiser haben dem Kreuzer-verelne zur Unterstützung von Wiener Gewerbsleuten zur Förderung der Vereinszwecke 100 sl. allergnädigst zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der ..Osser-vatore Triestino« meldet, zur Restaurierung der Pfarr-llrche u, Lusingrande 400 fl. allcrgnädigst zu fpenden ... Se Majestät der Kaiser haben, wie das unga-njche Amtsblatt meldet, für die röm..lath. Gemeinde ^läglllm Zalaer Comitate 10l) st. und für die röm.. lath. Gemeinde in Szokuly W0 sl. zu spenden geruht. Wien, 10. Juli. (Orig.-Corr.) Wenn bei einem Bezirksgerichte irgend eine cze-^'lche oder slovenische Eingabe überreicht wird, so darf mau sicher sein. dass diese Thalsache von den Harteiblättern eingehend gewürdigt wird. Umso tiefer 'st daher das Schweigen dieser Organe, wenn irgend «was vorkommt, was thatsächlich ihre tendenziösen «uzstreuungen dementiert. Der Erlass des Untcrrlchts-nmnsters betreffs der Staatsprüfungen an der czechi-a?^ ^"""sitäl trifft diefcs Schicksal deS Todlschwei« ^'lv """ begreift das, denn damit wird der ^n«Ä! ?' legllcher Vorwand zu tendenziösen Klagen ^ "Ulhlltch der Prager Universität entzogen. Erinneren) ljl, oass seinerzelt in allen opposilwnellen Blättern 5. 5'" Nal'dlger Refrain war, an der czechischcn Uni-we d,, 5'"e die wahre Wissenschaft nicht gepflegt na« n, 0" nationalen Profefsoren würden dcn natio-leb?« ^"^nten bei den Prüfungen durch die Finger welck l, ^' Nun »mrd dieselbe Prüsungscommission, der « ^! ^ deutschen Universität fungiert, auch bei uucb '^li des Amtes walten, und damit dürfte änusil.ü! m'/ Uus", jener um die „Wissenschaft" so ., "' 'H besorgte,, eine Garantie gegen jeglichen na« dai« >!" ^eftotlsmuS geschaffen sein. Man weiß ferner, ae/pi. '^ "^ '^" Abstimmung gegen das Universitäts-" >ry damit motivierte, dass keine Garantie für die vollständige Kenntnis der deutschen Sprache bei den Kandidaten gegeben sei. Der Erlafs des Unterrichts-ministkrs gibt diese Garantie im vollsten Maße, und der Antrag Granitsch', der damals den Vorwand abgeben musste für das „Iustamfninichl", hätte auch nicht b»sser das Recht der deutschen Sprache gewählt. Kanu anqesichti dieses Erlasse« noch jemand von einer Vergewaltigung, einer Zurücksetzung des Deutsch' thums sprechen? Bei den äzechen hat derselbe im elften Momente einige Aufregung hervorgerufen, el'en weil cr dem — berechtigten — deutschen Standpunkte Nechnnilg trägt. Jetzt hat man sich bereils beruhigt, denn auch der enragiertcste ^ialionalc sieht ein. dass die Kenntnis der Amtssprache der Zentralbehörden unbedingt nothwendig ist. Die Staatsprüfungs-Zeugnisse der. czechischen Universität sollen ja auch die Befähigung zur Bekleidung von Aemtern in anderen Ländern, nicht bloß in Böhmen gewähren. Ebcilso begreiflich ist rs, wenn man andererseits von den deutschen Candidate» nicht die Kcnninis des Czechischen verlangt, denn diese ist nur Landes-, nicht Staats- und Amtssprache. Uebri-gens sieht man in deutschen Kreisen bereits ein, dass dieses „Vorrecht" der Deutschen in der Praxis kein „Vortheil" ist. Dem czechischen Candidate!,, welcher die vollständige Kenntnis der deutschen Sprache nach. weisen muss, stehen alle Aemter offen — natürlich folche ausgenommen, die etwa noch die Kenntnis einer anderen als der deutschen und czechischen Sprache be» dingen. — Dem Deutschen, welcher der czechischen Sprache nicht mächtig ist, bleiben jene Aemter verschlossen, bei denen die Kenntnis der böhmischen Sprache gefordert werden muss. Vielleicht macht jetzt die Ovpo> sition dem Cabmete einen Vorwurf daraus, dass es nicht den Zwang zur Ellernung der böhmifchen Sprache statuierte. Möglich ist alles. Wien, 10. Juli. (Orig..<5orr.) Die „Neue preußische Zeitung" sagt in ihrem zweiten, die Lage in Oesterreich betreff,',!-den Artikel unter anderem wie folgt: „Mit dem Ze» fall des liberalen Ringes ist nun die Bahn für eine sachlich'segensreiche Action der Negierung für positive Mahregeln eröffnet, denn es würde allerdings nichts fehlgegrisfener fein, als wenn man annehmen wollte, dass dadurch im Grunde etwas gebessert sei, weil andere Männer an der Spitze stehen, weil die be« stehenden schädlichen und geradezu voltsfeindlichen Gesetze nur mit Schonung ausgeführt werden, Wenn n'ohldenlei'de Männer in den Geschäften sind, denen nicht das Partei-Interesse, sundein das Interesse des Reiches, des Volkes, das Ziel ihrer Thätigkeit ist. Es ist der fernere Zllflufs des Verderbens damit verstopft; aber im Grunde bedarf es eines folchen auch gar nicht mehr. Die Gesetze und Einrichtungen, welche die liberale Aera eingeführt hat. q-nügen vollkommen zum Verderben von Reich und Volk; sie genügen, um nicht nur eine. nein, zehn Dynastien in die Luft zu sprengen, wenn sie, sei es auch gemäßigt, in ihrer Willsamtl'it belassen werden. Keiner Reaction, keines Zurückgreife»? auf abgelebte Institutionen bedarf Oester-reich, >o»dein einer gründlichen Revision feiner gesetz» lichen Zustäide, einer Reform aus Grund der natürliche» und ethischen Gesetze, die i>l den Verhältnissen selbst liegen, nnd um deren Erkennen und Zurgeltung» bringen es sich nun handelt." Indem die „Neue preußische Zeitung" einzelnen Werken des Liberalismus Gerechtigkeit widerfahren lässt, seiner Thätigkeit im allgemeinen aber die schöpferische, organisatorische Kraft abspricht, entwickelt sie die Principien der nun in Oesterreich durchzuführenden Reformen und fchließt ihren zwelten Arlitel mit folgenden Worten: „Für diese Reformen muss das Verständnis bei dem gesammten Volte gewrckl werdcn, bevor ihre Durchführung auch nur in Angriff genorn» men werden kann, da ihiicil sonst die erforderliche parlamentarische Unterstützung fehlen würde. Vieles ist in dieser Beziehung bereits durch die conservative Presse geschehen. Ist auf diese Weise durch Beseitigung des liberalen Ringes negativ, durch die Veibreitung echt conservative!- Resormgedanlen positiv der Boden vorbereitet, so ist für die Regierung und das Paria« ment der Moment gekommen, wo fie die tiesen Schäden der liberalen Aera heilen und die Zukunft der Mon« archie auf die sicheren Fundamente einer, den natür« lichen, geschichtlichen und christlichen Prineipien entnommenen social-politischen Ordnung stelle» können. Mag nun Gras Taaffe felbst noch geneigt sein, die Hand an das große Weil zu legen ober mag er das anderen überlaffen, in jedem Falle gebürt ,hm das Verdienst, die unüberwindlich scheinenden Hindernisse durch sein eminent vorsichtiges und kluges Vorgehen beseitigt und die Möglichkeit einer Consolidierung, ja einer Rettung Oesterreichs angebahnt zu haben." Zur Lage. Der Herr Abg. D>. Sturm sprach in seiner in der Wanberoersammlung des Brün»ci deutschen Vneines in Zwiltau gehaltenen Rede von „öffentlichen Organen, welche der Regierung und der neuen deulfchen Volkspartei gleich nahezustehen scheinen." Es ist gewiss ein in» tercssantes Zusammentreffen, dass gerade die „Wiener Feuilleton. Kunst und Her). Origmal. Roman von Harrict-Grünewald. (.W. Fortsetzung.) XVI. „Das Lrbcn ist der Gü heilvolle Ahnung überkam sie wieder, dass sich in dem Herzen des geliebten Mannes rine Wandlung vollzogen halle, in wclchrr die Leidenschaft zu ihr dem Erlöschen nahe sei. Und diese Wandlung halle Mar-cella oder eine andere wachgerufen? Die schöne Frau »rat dicht vor den Grafen heran, der noch immer den Blick scheu zu Boden senkte und fasste seiue Hände: „O mein Gott, so sprich doch ein fieuiidliches Wort, Stanislaus, mein Stanislaus!" Die volle, heiße Glut der Leidenschaft wehte durch diefen bebenden Klang, dabei schmiegte sich daö schöne Weib fester und fester m, ihn an, die meergrünen Sterne hiengen mit vergehendem Ausdrucke an seinen Zügen. Konnte er Sibilla grausam von sich stoßen? Durste er um jener aufkeimenden Empfindung willen die Frau aufgeben, die ihm alles geopfert.' — das höchste Gut des Weibes, die Ehre? Konnte er je um die Liebe des jungen Mädchens werben? „Niemals!" llai'g es in seinem Innersten nach, auch dann nicht, wenn er hier ein schuldbeladenes Leben in den Ab-gründ der Verzweiflung stieh, denn damit konnte er Schuld und Sünde nicht aus seinem Dasein tilgen. Alle diese Gedanken zogen im wilden Chaos durch seine Seele und steiget ten seinen erregten Zustand. „Sibilla!" rief er plötzlich heftig, indem er den Arm um ihre Schultern schlang, „noch nie k^n ich mir so verächtlich vor, als in dieser Stunde; du bringst mir die alte Glut u»d Leidenschaft entgegen, und ich ... 0 ich . . .", — er starrte iu das hell auflodernde Kaminfeuer. „Es ist doch etwas u^agbar Trauriges um ein verfehltes Leben!" setzte er dumpf hinzu. — «Ich war ja bisher der hellste Stern in diesem verfehlten Leben. Warum willst du auch ihn von dir stoße», Stanislaus? O, wir zwei dürfen nicht von einander lassen, dann gibt es ein Unglück oder ein — Verbrechen....." Das schöne Weib schm,egle sich immer fester und fester an die wogende Männerbrust; da war es die alte unbesiegbare Macht der Sirenen» äugen, die Petrowitsch' Seele wieder bestrickte, er beugte sich zu dem Frauenanllitze nieder und küsste es: „Mein Stern!" Das Feuer prasselte und zischelte leise, die hellen Flammenzuiigen verschlangen gierig das Holz. bis es völlig ausgezehrt war. Die rothe, unhelmliche Glut brach durch das vergoldete Gitler wie tausend und aber tausend nach Rache lüsterner Damonenaugen; noch einmal loderte durch einen scharfen Lufthauch im Schornstein die düstere Glut hrll auf und warf ihren zuckeln, grellen Lichtschein über das Paar. I„ diesem Auaeiiblick bewegten sich die Fallen der Porter; zwei duille Augen stcllrli-n Nüt vergehendem Ausdrucke nach Sttnlla uud Petrowitsch. Es' war Marcella, die ihre Winlerpromenaoe im Garte» abgekürzt und sich die englische Uebersetzung von E. Werners reizendem ..Glück auf!" aus dem Salon hole» wollt?. ,O. Siblllll", sagte j>ht Petrowitsch mit klang, loser Stimme, indem er sie plötzlich aus den Armen l»h, „deilic Küsse brennen wie glühende Kohlen auf meinen L,ppen, ich — ich ertrage nicht länger den schmählichen Verralh. den ich Grns Gurden und — seiner Tochter durch unser geheimes Verhältnis zufüge!" Laibatyer Zeitung Nr. 157 1356 12. Juli 1882. Allgemeine Zeitung" bemerkt: „Organe der Regierung und der alten Verfassungspartei sind in dem Bestreben einig, der deutschen Volkspartei gegenüber die Taktik des Todtschweigens zur Geltung zu bringen." Höchst seltsam. Her Herr Abg. Dr. Sturm wirft die Regierungs-vrgane und dle Organe der „Volköpaitei" in einen Topf, während die „Wiener Allgemeine Zeitung", das Wiener Hauptorgan der „neuen Volkspartei", die Organe der Regierung und die Organe der „alten Ver« sassungspartei" (also auch des Abg. Dr. Sturm) gra« zws mit einander vereinigt. Dieses gegenseitige czui pro deier hochbegabter Männer misblungen war. . . . Das sich allmählich, nach manchem Personenwechsel conso-lldierenoe Ministerium Taaffe bot in leiner Weise einen positiven Anhaltspunkt für eine liberale Opposition. Dasselbe legte nicht die mindeste ostensible Vorliebe für irgendwelche confervative oder kirchliche Ideen un den Tag, es machte durchaus keine Miene, die liberalen Errungenschaften in Frage zu stellen. Die dlpossedierten liberalen Führer nebst Anhang konnten ul,o leine Gelegenheit sinden, den Hebel einer wirk« sannen und namentlich einer populären Opposition anzusetzen. Auch weder in nationaler noch in staatsrecht' ilcher Beziehung ließ das Ministerium irgendwie ein Bestreben nach föderalistischer oder slavenfreundlicher Umgestaltung durchblicken, aus dem die liberale Oppo» sition Kapital hätte schlagen können. Was auf dem legislativen Wege für die Slaven geschah, beschränkte slch auf zweckmäßige Concessionen ,n Betreff des Ge-biauches des czechljchen Idioms an der Prager Uniuer« sität. Eine Art Zweitheilung wurde beschlossen. In staatsrechtlicher Beziehung begnügte man sich mit einer Herabsetzung des Wahlcensus in den Städten und einer Theilung der Großgrundbesitz-Curie Böhmens, nach welcher es künftig vermieden werden wird, dass durcl eine winzige Majorität eine der beiden Pa>t>ien niund> todt gemacht werden kann. . . Nichtsdestoweniger stei-gelle sich die oppositionelle Wuth der Linken i» manchen Momenten bis zu wahrer Raserei und bis zum Vergessen aller und jeder politischen Klugheit. Ihr schlimmster Feind hätte ihr kein sicherer zum Ruine führendes Verhalten anrathen können. . . Das einfache Kaltstellen der liberalen Partei war ein politisches Meisterstück des Ministerpräsidenten. Es war die Vernichtung der Opposition. Wie es in den Tagen des Missgeschickes der Welt Brauch ist, so begann die ge« stürzte Partei in Uneinigkeit zu gerathen, zu zerfallen. Die bisher unbedingt herrschenden Führer geriethcn bei dem eigenen Anhange in Mlsscredlt. Der „Ring der Fractionen, welcher so lange jeder gesunden Regierungsthätigkeit entgegenstand, wurde nicht sowohl zer« sprengt, als — er zerfiel. Es ist ein bemerkenswertes Stück Politik, was Graf Taaffe in diesen Jahren ge« leistet hat." In ihrem zweiten „Zur Lage in Oesterreich" ge-schricbenen Artikel führt die „Kreuz-Zeitung" aus, dass den Werken des Liberalismus die schöpferifche organisatorische Kraft fehle, entwickelt die Principien der durchzuführenden Reformen und schließt mit den Worten: „In jedem Falle gebürt dem Grafen Taaffe das Verdienst, die unüberwindlich scheinenden Hinder« nisft durch sein eminent vorsichtiges und kluges Vorgehen beseitigt und die Möglichkeit einer Consolidieruilg Oesterreichs angebahnt zu haben." Vom Ausland. Aus Rom wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Mit großer Befriedigung wird es in hiesigen poli» tischen Kreisen und m der Presse entgegengenommen, dass die Regierung die ihr zugeschriebene Absicht einer bewaffneten Einmifchung in Egypten in Gemeinschaft mit Frankreich und England ausdrücklich zurückweisen lässt. „Italien — sagt die „Opinione" — geht in dieser Frage mit Deutschland und Oesterreich und darf sich auch in Zukunft nicht von diesen beiden Mächten trennen." In der französischen Abgeordneten kam« mer brachte, wie schon telegraphisch gemeldet, am 8. d. M. der Marineminister Admiral Iaurcgniberry im Einverständnisse mit dem Finanzminister ein außerordentliches Creolterfordernis von 7.835,000 Francs zur Deckung der durch die Erelgmsse uon Egypten gebotenen Ausgaben em. Daran knüpfte sich jofott eine Debatte; man verlangte Aufklärungen über den Zweck und Umfang der Rüstungen, und dabei gerielhcn der Marineminister und der Ministerpräsident einigermaßen in Widerspruch mit einander, obwohl sie belde bemüht waren, die alarmierenden Uebertreibungen der Presse zurückzuweisen. „Wir wollten einfach nun einige alte Schiffe wieder m Stand fetzen, um die Marine auf denselben Fuß zu bringen, den sie vor 1870 einnahm", sagte Admiral Iaureguiberry. „Zu einer ein« gehenden Discussion liegt gar kein Grund vor. Diese Rüstungen haben nicht den Umfang, den ihnen eine Presse beimaß, der es mehr um Aufsehen als um Wahrheit zu thun ist. Man hat die Aushebung der Seeleute übertrieben. Wir berufen nur die Matrosen em, welche ihre vier Jahre noch nicht ausgedient haben, höchstens tausend Mann." Als dann an die Einleitung der Expedition nach Tunis erinnert wurde, ergriff auch der Ministerpräsident von Freycinet das Wort, „um die Thatsachen in ihrem wahren Lichte zu zeigen, ohne Uebertreibung und Abschwächung". „Es handelt sich Nlcht blos darum, einige alte Schiffe wieder in Stand zu setzen — begann er unter ironi-chen Zwischenrufen — das war' nicht die Meinung des Herrn Marineministers, als er Ihnen sagte, es gelte, unsere Seewehr auf den Fuß z» bringen, auf welchem sie sich vor fünfzehn Jahren befand. Unsere Absicht ist vielmehr, ein Reservcgeschwader herzustellen. Ich protestiere gegen systematische Uebertreibungen, mit denen man im Lande ohne jeden triftigen Grund Unruhe verbreiten will. Es «st n,cht meine Sache, die Zukunft vorauszufagen und den Gang der Ereignisse, den niemand berechnen kann. Es handelt sich um die finanzielle Bestätigung und Ausstattung der militärischen Vorbereitungen, von denen ich der Kammer vor« gestern gesprochen habe. Rings um uns finden in Voraussicht gewisser Eventualitäten bedeutende Rüstungen statt; es wäre unklug, wenn wir zurückbleiben wollten. Aber ich muss noch einmal erklären, dass es uns fern liegt, die Zukunft hinterrücks engagieren zu wollen." In England ist die am 8. d. M. aufgetauchte Ministerkrisis schon wieder beseitigt. W,e der „Ob-server" erfährt, hat nämlich Mr. Gladstone nach einer Besprechung mit den übrigen Ministern beschlossen, die Entscheidung des Unterhauses in Betreff des Artikels 14 der Zwangsbill anzunehmen, wonach polizeiliche Hausdurchsuchungen in Irland nicht nur bei Tage, sondern auch zur Nachtzeit sollen vorgenommen werden dürfen. — Im Parlamente ist jetzt tagtäglich von Egypten die Rede. Bezüglich der Rüstungen in Alexandrlen, welche den englischen Floltencomman-danten zu dem bekannten Auftreten veranlafsten, machte am 0. d. M. Eail Granville im Oberhciuse folgende Mittheilung: „Vor ungefähr fünf Wochen wurde uns von Vorbereitungen, dle im Hafen von Alexandrien begonnen worden und als von feindlichem Charakter gegen die englisch-französischen Flotten ausgelegt wurden, Mittheilung gemacht. Wir setzten uns sofort mit dem Admiral in Verbindung und richteten zugleich an den Sultan das Ersuchen, Befehl zu geben, dafs diefe Vorbereitungen eingestellt würden. Wir haben über die Angelegenheit mchls weitcrcs gehört, bis uns vor wenigen Tagen ein Bericht von der Anlage von Erdwerken, der Armierung eines der Forts daselbst und in Bezug aus einen möglichen Plan zur Sperrung der Mündung des Hafens zugieng. Wir versahen unseren Admiral sofort mit Iilstructionen über diese Angaben. Hinzufiigen kann ich »och, dass der Sultan Befehl sendete, dass irgend neue Befestigungsanlagen, welche un« als nnpassend erschienen, eingestellt werden sollten. Wir haben jrdoch leine osficiclle Nachricht, ob diese Volberettungkarbeiten sistlert wurden sind oder nicht." Die Krisis in Egypten. Eine entscheidende Wendung in den egyptischen Angelegenheiten >st noch nicht eingetreten; aber nach den neuesten Depeschen scheint eine solche unmittelbar bevorzustehen. Vlce-Adnural Seymour hat in Alexan-dilen von neuem mit einem Bombardement gedroht und der dortige englische Generalconsul seine College»» eingeladen, die sofortige Cinjchissung ihrer Schuhbefohlenen zu veranlassen. Schon am «. d. M. wurde aus Alexandrien gemeldet: Die Auswanderung dauert ununterbrochen und im beschleunigten Maße fort. Viele Flüchtlinge waren am 10. d. gezwungen, in die Stadt zurückzukehren, weil sie auf den beiden abgehenden Dampfern keinen Platz fanden. D»e Dampfer waren dermaßen überfüllt, dass die Capiläne sich weigerten, abzufahren, wenn nicht 300 Personen jedes Schiff verlassen würden. — Auch in Triesl sind am 9. d. M< „Ah, die Kleine! Du wirst mit einemmale sehr gewissenhaft — und Marcella hätte doch vor Monaten dein Verweilen in Berlin beschönigen sollen. — Da« «nils machtest du dir kein Gewissen daraus, ihr gründlich den Hof zu machen, das heißt, vor der Welt ein Spiel mit der Kleinen zu treiben!" Die Hand, die noch immer die Sammtfalten krampfhaft festhielt, zuckte auf, so heftig, als habe das Herz, das unter dem schweren Stofftlclde schlug, den Todesstoß aller sonnigen Lebenshoffnungen empfangen, dle es nach langem, öden Winterfchlafe thaufrifch, wie wonniges Frühlingewehen durchzitterten! „Kein Wort weiter, Slbilla! Ich — ich leide un sagbar unter diesen Erinnerungen, die mich nur noch verächtlicher vor mir selbst machen!" „Du leidest?" Slbilla stieß die Frage in gereiz-lem Tone hervor. — „Wie soll ich das verstehen?" — Ihr Blick loderte in jäher Eifersuchtsregung leiden« jchafllich auf. — „Stanislaus, ich will Antwort haben!" „Weil ich den reinen Blick der Mädchenaugen nicht ertrage, — weil ich stets meine, er muss tief, tief n, den Grund meiner Seele dringen", murmelte der Graf, „und all die Irrungen meines Lebens an das Licht ziehen! O, diese Irrungen haben mich unwürdig jedes reinen Glückes gemacht. Ich sehe nur einen boden« losen Abgrund vor mir, der mich rettungslos verschlingen wird. sobald ich mir die Freiheit erkämpfen will." Petrowitsch stich die Worte leidenfchaftlich her-por und warf sich in den nächsten Sessel. (Fortsetzung folgt.) Soeben erhalten wir Heft 17 und 18 des bereits erwähnten Werkes: „Das illustrierte Geschichtcnlmch von Kaiser Josef." Gedenkbuch zur hundertjährigen Jubelfeier der Aufhebung der Leibeigenschaft. Verlag von 3t. v. Waldheim in Wien. Diese beiden Lieferun-schliehen sich bezüglich des interessanten Textes als auch der schönen Illustrationen den früher erschienenen 10 Heften würdig an. An Illustrationen enthalten die beiden Hefte: Leibeigene Landbevüllerung; Cardinal Erzbischof Migazzi (nach dem Gemälde des Franz Palko); Adt Rautenstrauch; Hofrath Burn,- das aufgehobene Nikolaerlloster in der Singerstraße; Papst Pius VI. in Reisetracht; Papst Piu3 VI. mit Josef U. in Conferenz; die Kirche und das Kriegsrathsgebäude am Hof. F. W. Hackläuders Ausgewählte Werle. In tt0zehn« tägigen Lieferungen Classiler-Format, Inhalt je 5 bis 6 Äogen, ü. 25 kr,, oder in 20 monatlichen Bänden Classiter.Format. Inhalt 15 bis 18 Bogen, ü. 75 lr. — Inhalt von F. W. Hackländers Werken: Eugen Stillfried. Roman. 3 Bde. — Handel und Wandel, Meine Lehr- und Wanderjahre. 1 Vd. — Soldatenleben im Frieden. 1 Vd. — Europäisches Sklavenleben. Roman, ö Bde. — Wachtstuben.Abenteuer. 2 Vde. — Namen-lose Geschichten. Roman, 3 Noe. — Der letzte Bombardier. Roman. 3 Bde. — Der Roman memes Lebens. ' Alles in dleser Rubrll Angezeigte ist zu beziehen durch di« hiesige Buchhandlung Jg. v. «leinmayr He Fed. vamber«. Memoiren. 2 Bde. (A. HartlebcnS Verlag in Wien.) DaS Bedürfnis nach guter, wohlfeiler Unterhal-tungslectüre steigert sich von Tag zu Tag. und unsere Verleger bestreben sich, die ausgewählten Werle der besten deutschen Schriftsteller in billigen Ausgaben allgemein zugänglich zu machen. A. HartlebenS Verlag in Wien war eine der ersten Firmen, welche diesem Im' pulse folgten, und nachdem er kürzlich erst Roseggers Schriften dem gröhern Publicum zugeführt, kommen nun auch Hucklänoers Werle an die Reihe. Von dieser Sammlung liegen uns die Lieferungen bis 44 und die Bandausgabe bis zum 15. Bande vor. Wir haben den glücklich gewählten Inhalt derselbe« ' oben hervorgehoben und empfehlen die Anschaffung der fo wohlfeilen Sammlung jeder Familie, welche nach ge< diegener Lecture strebt, wiederholt bestens. Es gibt lie" lanntlich einen zweiten Erzähler, der sich so angenehm und fesselnd lieSt wie F W. Hackländer, bis heute »och nicht, und darum wird er immer der Liebling der Leser' wett bleiben, und jede neue Generation oeiselben wild sich erfreuen an diesen Schöpfungen, welche eine ölig'' nrlle, durch frischen Humor gewürzte Lecture bieten-Speciell die „Namenlosen Geschichten", welche in del Sammlung gerade an der Reche sind, möchten wir uo« diesem Gesichtspunkte aus erwähnen; wahrhaft ang^ nehme Stunden sind e», die man in ihren Blättern, wie Minuten vergehen sieht. Lallmcher Zcitmw Nr. 1.'7 135,7 12. Inli 1982. wteder 402 Passagiere aus Alexandria eingetroffen. Nle Slaatsschuldeulasse wurde aus Kairo uach Ulexan-orlen gebracht. Die Venvallungsmilglieder und die melsten Beamten der Kasse sind auf maische und «°?«.^ Sch'sse gegangen. — In Kairo hat am v- o. >l)i. d,e aus Alexandrirn eingetroffene Auffor. oerung a,, den französischen Consul Monge. allen «ralizusm zur Abreise behilflich zu sein und sich selber a "" l5unsulatsarchive in Sicherheit zu bringen, u"ve Bestürzung hervorgerufen. — Auch die «Nord« oeutjche Allgemeine Zeitung" schreibt, die noch in typten befindlichen Deutsch''!, und Schweizer werden ausgeformt, das Land schleunigst zn verlassen, da lein o>pwllll,tlli!.r Agent be, der raschen Entwicklung der ^>nge ilostlnide sei, seinen Üandesangehölicien proinpteil Schutz im Innern des Landes angebe,heu zu lassen. Unter diesen Umständen kann die in Const an« tlnnpel erst noch zu fassende Entschließung leicht von de,' Ereignissen überholt werdru. Dort wird die «usforderung zu militälischem Einschreiten in EgUftten °er Pforte zugestellt, und diese soll am 12. d. M. darauf antworten. Der Sultan verwarf auch das neuerliche Gutachten des Mimsterralhes zugunsten der ^ellnahnic an der Conferenz; nichtsdestoweniger aber N»aubt man in diplomatischen Kreisen, dass er schließ, ^"achgeben werde. Ihm selber hat inzwischen Arabi Mcha nun auch den Gehorsam gekündigt, indem er 'H weigerte, einer formelle» Aufforderung des Sul-lans, nach Constantiuopcl zu kommen, Folge zu leisten. .Die am 10. d. M. in Wien eingetroffenen Do pelHen iiber die egyplischen Angelegenheiten lauten: Alexandrien. 9. Juli. (Reuter.Meldung.) xtm ^allfl.' des heutigen Nachmittags gewahrte man °°'" A""pfer «Tanjorc" aus egyptis'che Solda,en. welcye traben aufwarfen und Geschühkugeln von einem coutr.!^.? lc"'!^"" stifle". Der englische F.nanz-coutroleur Colvin und der interimistische englische Ge< neraiconsul Cartwr>ght. begaben sich mit dem übrigen 3v'^ k des englischen Generalconsulate« an Bord des Dampfers „Tanjore". Alexa.idrien, 9. Juli, 11 Uhr nachts. Der mlellimstlsch? englische Generalconsul Cartwright über. M'det den Generalconjuln der übrigen Mächte eine -«ote folgenden Inhaltes: „Ich beehre mich, Sie zu venachrichtigru, dass es wünschenswert ist, Ihre ntaMangehörigen aufzufordern, Alexandrien zu ver-lassen und fich innerhalb 24 Stunden nach Empfang l»eser Note auf einem im Hafen b,findlichen Schiffe Mlschisfen." Sämmtliche Mitglieder der hiesigen ^umulale befinden sich jetzt an Bord hier stationieren-ver ^e. »., ^^5^^'cn. 10. Juli. (Ueber Paris.) Alle K^,?3. ^ vetlassen die Rhedc und begeben sich außer V^. ' "'" l'ch vor dem Feuer der egyplischcn ^, 1" ^". Ml" Die Stadt ist von Europäern ganzlich vei lassen. ^...^''landrien, 10. Juli. (Ueber Paris.) Vice-M,. ?! Seymour ließ gestern abends ein Ultimatum daz n ü' drs Inhaltes, dass er binnen 24 Stunden nickt a - ^rn"'l eröffnen werde, wenn die Forts uenz 1,"^'"U würden. Er benachrichtigte heute mor-Nlle fr" > !'"uMscheu Admiral von d,esem Schritte, sul» ."^slschen Nationalen haben sich mit den Con. Mit ! ^kti'fst- Infolge vorherigen Uebereinkonunens nach y!' ^^ländern wird die französische Flotte sich zm^ -pult'Saiid begeben. — Das Gerücht von der M °"""f'lahme der Arbeiten seitens der Egypter be. beeinsl « ' '""" glaubt aber, dass England die Pforte dilatN" «.^' ""' l'e zu verhindern, bei chren "lalor,schen Manövern zu beharren. Dip3^.ü^"""°pel' 10. Juli. (Ueber Paris.) liat "°/!ch°W wurden von ihren Negierungen ermäch- gl ln,ge redactionelle Aenderungen an der Collectiv-s en« ^'ö"^l)"«e". Die Confercnz wird heule, späte» ens mmgcn. wleder zusammentreten, um wegen der "nba^^ dae'Nölh.ge u ver- M^„ ^ ^'" 3°Ue der Ablehnung der Pforte werden m.deren ^"' D"ff"m «uf sofortige Berathung eins undere Interventlousmodui dringen. M.. ^ "^^^'^'. Drei Panzerschiffe mit zwei ^?'7l..?" """''' "«" Mmecompagnie. einer Art Uerie.Abthellung mit 20 Kanonen und ein Trans- ^„""^ ^ ^""'" Kriegsmaterial sind gestern abends von h,er abgegangen. Hagesneuigkeiten. "" ( Hofjagd,) U,^ Ebensee. ^. b. M.. wird der '.^'nzer Ztg." geschrieben: „Se. Majestät der Kaiser ^!' A"""""°a vormittag von der ersten in Offensee lnachsl Eden,ee) gehaltenen Hosjagd. an welcher auch ^yre Excellenzen dle Herren Gencraladjutant MM Varon Mondel und FML. von Uatour die Mgel. "lutanton Major Graf Rosenberg und von Balo sowie V°s°rzt Dr, Anchenthaler theilnah.nen. nach Ischl zurück "as Iagdergebnis kann als ein äußerst günstiges be-ze chnet werden, denn es gelang. « Hirsche. 4 Thiere ««o'j Gemsen zu strecken. Sc, Majestät erlegten 5> Hirsche ^ Gemsen und l Thier. Schon Freitag, den 7 d M ' nachts 1 Uhr fuhr die hohe Jagdgesellschaft neuerdings ""n >jschl aus, diesmal in hie Langbathseer Nrviere woselbst die zweite Hofjagd begann, bei welcher bis ft Uhr früh bereits 3 Hirsche auf die Decke gekommen waren. Zu dieser letzteren Jagd wurden auch die in Trannkir-chen weilenden l, und l. Hoheiten der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl Sulvator und der dnrch» lauchtigste Herr Erzherzog Leopold (Sohn Sr. k. u. l, Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Karl Salvator) geladen. Im Laufe des Samstag vormittags kehrten Se. Majestät der Kaifer nach Ischl zurück." — (Hofnachricht.) Ihre k. und l. Hoheiten der durchlauchtigste Kroxprinz Erzherzog Rudolf und die durchlauchtigste Kronprinzessin Erzherzogin Ste» fanie sind am 9 d M. mittags von Prag nach Reich-stadt abgereis. Zur AbschildSaufwartung halten sich auf dem Bahnhöfe Se, Excellenz der Herr Statthalter und der Herr Polizeidirector eingefunben. — ( Instructiunsreise) Aus Trieft. 8. d,. meldet daS „Triestcr Tagblatt" : „Se. l. und k Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann. Höchst-luelcher derzeit mit K0 absolvierten Frequcntanten des Stabsofficierscurses ans einer Instructionsveise begriffen ist. ist vorgestern in Begleitung eines Adjutanten mit» telft Eisenbahn hier eingetroffen, im «Hotel de la Ville" abgestiegen und gestern früh wieder nach Görz zurück« gelehrt. Gestern abends traf Se. l. und l Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog wieder, und zmar sammt allen 80 Osficieren hier ein. worauf im genannte,, Hotel ein Souper stattfand, während welchem t>,e M»silbande des 44. InfaüterieregimentS Erzherzog Albrecht auf der Riva dem hohen Gaste zu Ehren eine Serenade darbrachte. Morgen findet die Fortsetzung der Excursion, angeblich >n der Richtung nach Divacca. statt." — (Das serbische Wappen.) An einem der letzten Sitzungstage der serbischen Skupschtma stand auch die Abänderung des serbischen Staatswappens auf der Tagesordnung. Es soll jetzt wieder das Staatswappen Zar Duschan des Mächtigen zur Anwendung lommen. An die Stelle des Mantels, innerhalb welchem das serbische Kreuz mit den vier 6 sich befindet, wird nun. mehr der weihe Doppeladler treten, der das eigentliche Wappenschild des rothen FeldeS mit Kreuz und vier <^ auf seiner Brust trägt. Die Erneuerung oes serbischen Wappens wird auch benutzt zur Stiftung zweier neuer serbischer Orden, und zwar eines Weißen Adlerordens und eines Sweti-Savll'Oidens. Der neue Weihe Adler, orden Serbiens ist wie der Orden der Ehrenlegion Frankreichs organisiert und wird an vil< und Militär« Personen verliehen. Der Sweti.Sawa.Orden soll zur Belohnung der Verdienste auf dem Gebiete der L,te. ratur, der Kunst, Erziehung und Wissenschaft verliehen werden. Der bisher einzige Orden Serbiens, der Ta> lowa.Orden. wird künftighin nur an Militärs für mili. tärische Verdienste verliehen werben, wird also in einen reinen Militärorden umgewandelt. — ( T oi l ette n l „ xus) Vei der Trauung des Prinzen Alfonso Doria Pamphilj mit der zweiten Tochter des Herzogs von Newcastle, Lady Emily Pel» ham Nmton. welche vor knczem in London stattgesunden hat. wurde ein selbst im englischen di^u lilo nur sel« tener Toilettenluxus getriebeu. Das Kleid der Graut von weihcm Atlas, mit Orangenblüten garniert, trug Brüsseler Spitzen von unrrmejslichem Werte. Der Schleier, ebenfalls ganz aus diesen Spitzen bestehend, war mit diamantenen Bienen übersäet und durch zwei große Bienen» Agraffen im Haare befestigt. Halsband. Ohrringe und Armbänder bestanden aus ovalen Perlen und Diamanten, erstere von seltener Größe, letztere von reinstem Wasser und Feuer. Die Kostüme der Brautjungfern bestanden aus feinstem indischen Lawn, fast vollständig mit Va» lenciennes Spitzen bedeckt, weißen Moiiceschürzen und großen Hainsborough Hüten auS ebendemselben Stoffe. Jede der Damen trug ein großes Bouquet von Dama». cenerrosen und eine Broche. welche das Monogramm und Koronet des jungen Paares in Diamanten. Koral. len und Perlen auswies. Geschenke des Bräutigams. DaS Reisclleid der Brant bestand aus gtauem Kaschmir, mit blausilbcrner Schnurgarnitur und einem grauen spa« nischen Hute. — (Ein stürmischer Sommertag,) Die „Neue freie Presse" schreibt: Wer am 9. d. M. abends von der Sonntagsfahrt ins Grüne wieder zur Stadt lehren musste, sah von der Ferne au« eine ungeheure Wolle, die sich gleich einem Vorhang über das ganze Weichbild Wiens legte. Ist es Rauch? Ist es Nebel? Keines von beiden; es ist Staub. Sand und jenes „un-bestimmte Etwas", das unbeschreibliche Gemenge, we -ches die Straßen einer Stadt bedeckt und nun. vom Sturmwinde aufgewirbelt, durch Plätze und Gassen, über Häuser und Thürme, durch Thüren und Fenster, in Auge» und Ohren, iu Tuschen und Schuhe getrieben wird. Was nützt die Bespritzung der Straßen in solchen Tagen? Eine Wärme von 35 Grad Reaumur in der Sonne und ein heißer Wind. der einer Esse zu ent» strömen scheint, verzehren den Strahl, ehe er die Erde recht berührt, Ist es eine Stadt, was da vor uns liegt, oder ist es eine Wüste, über die der Samnm hinfegt? Nur für wenige Augenblicke zerreiht der Sturm die aelbgrauen Wollen, welche der glühende Strahl der Sonne kaum zu durchdringcn vermag, »md dann taucht vor uns ein Bild auf Grau iu Grau wie eine Kreide-zeichnung. Staubiye Bäume, staubige Straßen, staubize Häuser, staubige Menschen, die Ringstraße leer wie bei Regenwetter Da« Pflaster ftrvmt eine Glühhitze au», die Häuser reflektieren sengende Strahlen. Wie im Nebel tappen die Fußgänger ln Staubwolken dahin, und die Kutscher sind genöthigt, die Passanten fortwährend anzurufen und langsam zu fahren, denn man sieht nur wenige Schritte vor sich hin. Der Prater bot da« Nild einer Wüste, in der ganze Karawanen im Vegriffe zu ersticken sind. Ueber Wiesen und Alleen zogen dichte Staubmollen hin. Die Tischtücher in den Gast- und Kaffeehäusern wurden vom Winde emporgewirbelt. Staub in den Gläsern wie auf den Tellern, Staub in den Speisen; das Fleisch knirscht zwischen den Zähnen und die Haare rauschen, wenn die Finger sie berühren. Man sieht nur Grauhäufttige und Graubärtige — Wind und Staub besorgen das Geschäft des Puder«. Um 10 Uhr abends steigerte sich der Sturmwind zum Orkan, und erst gegen .'5 Uhr morgens kommt der ersehnte Regen, peitscht den Staub nieder, reinigt die Straßen und kühlt die Luft wohlthätig ab. — (Weinbau in Californien) Wenn fich die Nachrichten amerikanischer Blätter bewahrheiten, so wurde jüngst in der Mojave Stock, zu richten. Vom 16. bis 18. Juli befindet sich im genannten Locale das permanente Anmeldebnreau, Daselbst werden insbesondere auch die Karten für das Bankett 5 2 fl. und den Ausflug k 1 fl. 50 kr. verabfolgt, und zwar am 16 und 17. von 12 bis 3 Uhr und am 18ten von 9 bis 12 Uhr. Für den Verein der Aerzte in Steiermark: Professor Helly. Für das Vorbereitungscomite : Professor Lipp. Obmann; Dr, I. Kra tte r. Schriftführer. Für den GeschastsauSschuss des österreichischen Aerztevereinsverbandes: Dr. Gauster. Vor< sitzender; Dr. C. Kohn. Schriftführer. — (Trieft er Ausstellung.) Man meldet aus Trieft unterm 10, d. M.: Das Ausstellungscomite hat behufs Zuweisung von Wohnungen an die Ausfiel, lungsbesucher ein Wohnungsbureau in einem Central-punkte der Stadt activiert, dessen Thätigkeit heute be« ginnt. Eine Expositur dieses Wohnungsbureau befindet sich auf dem hiesigen Südbahnhofe. Die Zuweisungötaxe beträgt 20 Kreuzer für eine und 10 Kreuzer für jede weitere Person. Für llie Mbramller in Veliki sserouec sind bis jetzt eingegangen: Von einer ungenannten Dame 2 sl. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 12. Juli. Ein Communique des heutigen „Fremdenblattes" enthält Folgendes: Zur Äcmltzcillmg des behördlichen Verbotes des uutetsteilischen Partei» tages darf nicht unbeachtet bleiben, dass auch der auf den 9. Juni anberaumt gewesene slovemsche Talior über behördliches Verbot unterbleiben musste. Schon da« durch allein verliert das Verbot des untersteirischen Parteitages den Charakter einer einseitigen, gegen die Deutschen gekehrten Maßnahme. Die Regierung will namentlich an den Sprachgrenzen alle nationalen Reibungen hintanhalten und allen Agitationen entgegentreten, welche den Frieden unter den Natiolialiläten trüben löunten. London, 11. Juli. (Reuter.) Alle seeseitigen Forts von Alexanorien wurden zum Schweigen gebracht. Marinesoldaten landeten und vernagelten die Kanonen des Forts Mex. Die egyptischen Soldaten schlugen sich gut, die Engländer hatten einen Verlust von 40 Verwundeten. Der Rasaltinpalast liegt in Ruinen. Die Panzerschiffe „Monarch" und „Penclope" bo.il» bardieren die Forts lm Innern des Hafens. Prag, 11. Juli. Der deutsche Kaiser richtete an« lässlich des Ablebens der Fürstin von Hanau ein Condoleliz - Telegramm an den Fürsten Moriz von Hanau in Horowltz. Die Leiche der Fürstin geht heute auenos nach Kassel av und wird morgen daselbst bei« gesetzt werden. Paris, 10. Juli. Heute um 2 Uhr nachmittags überreichte der österreichisch.ungarischc Botschafter Vr'af Wimpffen dem Präsidenten der Republik unter dem herkömmlichen Ceremonie! seine Beglaubigungsschreiben. Zwischen dem Präsidenten und dem Botschafter wurden herzliche Worte ausgetauscht. Moskau, 11. Juli. Das Todtenamt für General Skobeleff hat gestern mittags in der Drei-Hei-ligeN'Kirche stattgefunden. Die Großfürsten Nikolaus und Alexis, der Herzog von Leuchtenberg, der Kriegsminister, der Moskauer Gelieralgouverneur, die Ge-neralität, Militär-Deputationen sowie Vertreter städtischer und ländlicher Korporationen haben an der kirchlichen Feier lheilgenommen, welche um 1 Uhr endete. Hierauf wurde der mit Blumen, Kränzen und den militärischen Insignien geschmückte Sarg auf einer ver« goldeten Bahre von den Großfürsten und Generalen hinausgetragen und durch ein von Truppen gebildetes Spalier nach dem Rjäsaner Bahnhof gebracht, von wo aus um halb 4 Uhr ein Separatzug die Lelche nach SpaZloje überführte. Eine große Volksmenge geleitete die Leiche zum Bahnhofe. Petersburg. 11. Juli. Die Kriegscorvette „Viljas" erhielt auf kaiserlichen Befehl den Namen „Slobeleff". Rom, 11. Juli. Der Ex - Khedive Ismail Pascha ist gestern abends aus Neapel in Mailand eingetroffen. London, 11. Juli. Per Correspondent des Reuter'schen Bureau in Alexandria, meldet von heute 7 Uhr morgens, dass das Bombardement begonnen hat. London, Il. Juli. Eine zweite Ausgabe des „Standard" enthält ein Telegramm, datiert vom Bord des „Invicible", 7»/. Uhr morgens, welches besagt, dass die Panzerschiffe „Alexandra". „Sultan" und „Superb" das Bombardement eröffneten; die Batterien der Forts antwortete«, sofort, aber die Schüsse derselben erreichten zuerst dle Schiffe nicht. Alsdann be. theiligten sich die übrigen Schiffe der Flotte an der Beschießung. Der Geschühkampf wurde um 7'/^ Uhr ein allgemeiner. Nachdem die Kanonade 20 Minuten gedauert hatte, verstummte das Feuer zweier Forts. Das Fort Pharos scheint schwer beschädigt zu sein; die Schiffe sind unbeschädigt. Constantinopel. 11. Juli. morgens. Pre-mierminister Abdurrahman Pascha ist seiner Functionen enthoben worden. Man spricht viel davon, dass der gewesene Premier Said Pascha wieder an seine Stelle treten werde. Handel und Volkswirtschaftliches. NudolfSwert, 10. Juli. Die Durchschnitts.Preise stellten sich auf dem heutigen Markte wie folgt: st- ! k. j fi,V,'l.' Weizen pr. Hektoliter 8 1A Mcr pr, Stück .. — 1» Korn „ — — Milch pr. Liter . . — « Gerste „ 4 8« Rindfleisch pr. Kilo . - 43 haser „ 3 90 > Kalbfleisch „ __ gy Valbfrucht „ ? 58 Schweinefleisch „ __ 5 - ? 6 ^ n 2^Z 7U.Ug. 7^32 -si0'6 ÖTschwach Nebel N. 2 . N. 734 22 ^-20 9 O. schwach heiter 000 9 . Ab. 75l 78 ^.lU-U O, schwach sternenhell Morgens Nebel, dann heiler, klare Luft; sternenhelle Nacht. Has Tagcsmiltcl der Wärme -j- 111U«, um 39° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamoerg. Wt laneg, W welche heute mittags um 1 Uhr im Alter von « 62 Jahren in ein bcsscrcs IrnseKs abberufen wurde M Die irdische hülle der theuern Verblichenen M wird Donnerstag. den N. l. M. um A Uhr nach- W «l'""as, im Trauerhausc alls dem Dcutjchcn Platze W A' . !^'H? eingesegnet, sodann nach Werd bei ^ vberlalbach überführt und dortselbst in der Familien- ^ gruft beigesetzt. W .- ^ ^ V. Seelenmessen werden in der Pfarr- « llrchc «-t. Nikolaus zu Laibach und in Oberlaibach ^ gelesen werden. W Die theuere Verblichene wird dem frommen ^ Andenken empfohlen. W 2a i bach, den 1l. Juli 1882. W Josef Kotlul, Karl Kstnil, Ignaz Kotnil, Sühne, M — ssrancisca Kotnil vcrchel Heil), I oscfine Kotnil M verehcl. G«U, Töchter. - Franz «otnil, Stiejsohn. « Lr. lkduard Seitz, Wcnzcl Goll. Schwieqrrsühne, - ^ Maria Kstnil, Schwicgerlochlcr, ^ Anna Maria M Paul, Gianina und Antoinette, Enkel. ' ^^ Venbigungsanstalt dl« ssranz Dobeilel, Vaibach. 1350 Course an der Wiener sörse vom i l.Mli 1NN3. (??««dm, 0^°«, . . . «» »b u »9 — Andere öffentl. Nnlehen. Donllu.Meq^'ose 5»/„ »oust, , nu?', 1,4 25, dto. «nleihl I»7«, fttUtll«! . 10» bl! 104 — Nnllhcn d, Elllblgtmeinbe N<«n 10» lü 103 75 Nnleyln d. Stabtaemeinde W« , „ 'N'Sch»ldvevschl.,><»„ »00 — ,oc< lb Oeft. Hypothtlcnbanl inj, 5>/,"/° >»<< »b,wi — Okft.ung. Vanl »eil. ü°/^ . . l^i'Ln >coi — ,c>, ,l> dto. „ 4°/, . . 9«— u«ib Ung. aUg.»obencledit.«c«ilngtl. in Pest in »4 I. v»l. 5'/,°/, . — — — — Priorität«. Obligationen. lfllt 100 fl.!, illisabtlh.Wefibahn I. Vmusion 100 — luo 5,0 z>erbinanb»»Violbbahn in Silb. 105 l>0------- manz ^»olts.Vahn.....103 40 ,«» ?o Oalizijcht »an - Ludwig. »ahn Em. I»«l 300 fi, E, 4'/,»/« - , l«0 »0 ll^i — Grid Walt Oefis«. Nordwtstbah« . , , . Id» «<. 104 — Sltbtnbülger.......!»2 «n !<3 — VtalllObahn 1, Emission . . . i»i 7b .- — Sübbahn «^ »«/»......153 7b 134 lb » ^ l^/°......119-75------- Ung.'gall,. »ah».....,4 40 »4»0 Diverse Lose (prr Sltlll), Lltbitlost 100 fi...... ,?g bO >?7 — «laly«e°st 40 fi....... »0 75 4, 7K 4°/., DonaU'Dampfsch. ioa fi, . — — — — OstNN ^ost 40 fi...... ,9,5 40 »l Palfiy.kosc 40 fi...... 5N75 ,g 2K Mubols'kose 10 fi...... ,l> 4u — Van» - Actien (per etü<). Nnglo.-------»b« - Vanlverein, Wiener, 100 fi. . . 1,4 25, IK b0 Vbncr.°«l!fi.0fi.S,<0'7„ «»1 —,!l»2.- vrdl.Nnft. f. Hand u, O. i»l»fi, »«4 - 3<4 »>l» «irbt'Nnst,, NNg, Ung, »00 ft. , 3« ltOcemPlc'Oes., Nicbclösl, 500 fi Ui>5 — Ü7K — HVVl'l^elcnl'.. öst. ^,» ft. 5>0"/<> ss. V. l^»«/,V, —>— —-— Olfterr.Uxg. Uanl..... 8»« — »!l7 — Unionbanl i40 fi. . . 145 5«^ »46 — Veld wa« Nctien von Iransport» Nnternehmuugcn (per Etils) «llbrecht'Vah» »»0 fi, Gilder . —— — — »l<5l»,.ssium<»«l,«ahr.l0»fi.Silb, ,13« 1?« 7i »usfia..T«pl,«i 500 fi. T«l. 88« — 8«« — 5 itNO fi. , . , 194'— 195 — _VI,b,»Tirol III,!t.i«?««<»uft.S, 18» 7b 18l' -herbinandeiNorbb. 1000 fi, sVl, >?,s. 9720 ifr»n»'Io!e<'«ayn 2«0 fi. Silb, li»5 7K ll» t5 yunfllrchcnVaicscrHiszoufiS.-------. — Gal,.Kar! ifiachcr,estb, r<»0 fi, Silb, «c>? ?5> «0» «b d«°. «lit. ly «uu fi, Silber , 225, bv »»« — Prag.Durer «lisenb. ll>0st.Silb, «0 «5 »0'7b «ubols. »ahn 200 fi, Silber . i«8'50 I««-— Siebenbürger «iisenb. »on fi. S i«4 bL i«5 — Staat»eirt.Ge!flllch«f« ,00 fi, , ,04 — 10« — lurnau.llralup «0!» ft, ö, lv, . »«I — »»» — Nng'gaüz silenb, »uofi, Vilber ,«,<— ,«, b0 Nng, «ordoftbabn »ou fi. Gilbe» 1«4 bo >« — U»,.Wtllb.s«a»b.Vla»)«^»fi.V. 1« — l« « Iuduftrle.»ctie« (per «t«s) Egybi unb lttnbber«. Else«» »nb Stahl.Inb. >n Wien »oo fi. . — — — — «/, — - — — Plager b »b 1« — Trisailer »ohleuw.-Ves. 10« si, . — — — — Devisen. Deutsch« Vla»e . » «» »» - London .... >»«70!><»«b V»ri».........47«. 47 »7. Pt«t»»burg.......—— — — v«l«te». 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