Nr. 61. Mittwsch, 16. März 1887. 106. Jahrgang. Zeitung. PränumerationöpreiS: Vtit Postvcislnbung: ganzjÄhiig ft. ill, halbiähiig fl. 7,5«. Im Comptoir: ganzjährig sl, li, halbjährig fl. 5.L«, Filr die Zuftellun<, ins Hau« ganzjährig sl. I, — Insertionöaebür: ssür tleinc Inserate bis zu 4 Zeilen 2b lr.. größere p«r Zeile ü kr., bei öfteren Wiederholungen pr. Zelle 3 lr. Die >.i!«lbacher Zeitung/' erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertaae. Die !lldm» Höhe» von Trastevere! Tiberufer. Fieberufer. Die Kehrseite» verfallender Häuser stehen am Strome, der jetzt secht und träge dahinfließt. Und bis hmauf sind diese Mauern mit einem ganz eigene» Zierat bedeckt, nut schmutziger Wäsche.' Es ist wohl l't'tboleu. die Wäsche so vor de» Laibacher Zeitung Nr. 61 ,508 16. März 1887. belangt, welche der «Slovenski Narod» in dem mehr-gedachten Landesschulraths-Erlasse erblickt, so können wir diesbezüglich den «Slovenski Narod», aber auch — und das erscheint uns wichtiger — den «lovenski naroä, d. h. das slovenische Volk, vollkommen beruhigen. Wenn nämlich in früheren Zeiten, als es noch keinen Art. XIX gab und daher ein gesetzlicher Ansdruck für das Princip der Gleichberechtigung der Nationalitäten in Oesterreich fehlte, und namentlich in Kram der Volksschlllmiterricht auf deutscher Grundlage beruhte, wenn zu einer solchen Zeit die krainischen Slovenen ihre Nationalität nicht eingebüßt haben, dann ist wahrlich keine Gefahr vorhanden, dass dies unter den gegenwärtigen Verhältnissen geschehen könnte, da die slovenischen Volksschulen mit slouenischer Unterrichtssprache organisiert sind nnd felbst die Mittelschulen theilweise eiue slovenische Einrichtung erlangt haben. Wenn man dies bedenkt und noch in Erwägung zieht, dass gerade die maßgebenden Factoren, das heißt die Landesvertretung, der Laibacher Gemeinderath und die betreffenden Ortsschulräthe, welche alle in ihrer gegenwärtigen Znsammensetzung eine hinlängliche Bürg schaft für die Wahrung der Rechte und Interessen der slovenischen Vcvölkernng gewähren, sich mit dem derselben gewiss auch nicht abgeneigten Landesschulrathe in vollem Einklänge befinden, so kann man wohl nicht umhin, die Besorgnisse des < Slovenski Naroo» für durchaus unbegründet zu erklären. Während wir diese Zeilen schreiben, kommt uns der neueste Leitartikel des «Narod» vom 14. d. M. zu Gesicht, welcher dasselbe Thema behandelt, ohne jedoch irgend welche neue Argumente zu bringen. Wir fühlen daher kein Bedürfnis, uns in eine Besprechung dieses Artikels, welcher schon durch unsere vorstehenden Aus- Politische Ueberstcht. (Verhandlungen des Reichsrathes.) Im Abgeordnetenhause des Neichsrathes faud vorgestern die Debatte über den Artikel 82 der Baukvorlage betreffs des Notentexles statt. Abg. Trojan beantragte die Einführung des Polyglotten Notentextes, für welchen Antrag die Abgeordneten Grcgr, Vaöaty, Poklukar uud Kowalski eintraten. Der Finanzminister empfahl die nngeänderte Annahme des Artikels uud betonte, die Regierung könne in der Bankfrage nur deu wirtschaftlichen Standpunkt vertreten, bei welchem aber der Notentext nur nebensächlich se«. Im günstigsten Falle könnten nur ein paar Worte in den Text angebracht werden, denn bei der Wiederholung des ganzen Noten-textes in allen Sprachen müssten die Noten entweder uugemein groß sein oder sie könnten nur mit der Loupe gelesen werden. Der Minister hob schließlich hervor, dass die Vankuorlage nicht geeignet sei, die Sprachen« frage zu erledigen. — Einen ausführlichen Bericht über diese Sitzung werden wir morgen nachtragen. (Smolka's Jubiläum.) Wie uns aus par< lamentarischen Kreisen mitgetheilt wird, waren es gestern sieben Jahre, seitdem Se. Excellenz Dr. Smolta als Präsident des Abgeordnetenhauses fungiert, der längste Zeitraum, während defsen überhaupt, seit dem Beginn der parlamentarischen Aera in Oesterreich, das Präsidium ununterbrochen von derselben Person bekleidet worden ist. (Ungarn.) Im ungarischen Oberhause begauu vorgestern die Berathung des Staatsvoranschlagcs. Ghyczy unterzog die gesammte Finanzpolitik der Regierung einer scharfen Kritik nnd schloss seine Ausführungen mit der Erklärung, dass er der Regierung, welche keinen Sinn für die Aufurdcruugeu der Situation bekunde, das Budget nicht bewillige. Graf Ferdinand Zichy erklärte, er aeceptiere den Voranschlag als Grundlage der Specialdebatte, wiewohl auch er eine allgemeine Aenderung des Systems für nothwendig halte. (Aus dem kroatischen Landtage.) Au^ lässlich der vorgestrigen Debatte im kroatischen Landtage über den Autrag auf Auslieferung des Abgeordneten Dr. David Starcevic wegen Verbrechens dcs Betruges und der Veruntreuung vollzog sich eine merkwürdige Wandlung im Schoße der Starcevic-Partei. Dr. Hinkovic, bisher das hervorragendste Mitglied derselben, trat für die Auslieferung ein, um Starcevic Gelegenheit zu bieten, sich zu rechtfertigen. Dr. Vakarcic ruft! «Wie viel haben sie dafür bekommen?» Dr. Hinkovic entgegnete, er werde später Aufklärung hierüber fordern. Der Präsident ruft Vakarcic znr Ordnung. Dr. Hinkovic sagt: «Ist Starcevic rein, dauu haben wir ihm Gelegenheit geboten, sich zn rechtfertigen. Die öffentliche Meinung wird die Sache strenge controlieren und sich ein Urtheil über die Nechtssprüche des Gerichtes bilden. Ist Starcevic schuldig, dann haben wir unsere Pflicht gethau, damit der politische Charlatan entlarvt werde.» (Höhnische Zurufe liuks.) Varcic erklärt, die Untersuchung gegen Starcevic sci nur eine politische Verfolgung, um Starcevic nnd dessen Partei zu vernichten. Dies werde weder den alten Feinden noch den neuesten Verräthern (auf Hinkovic deutend) gelingen. Dr. Hintovic springt anf uud ruft in höchster Erregung: «Ich wahre die Ehre der Partci!» Höhnende Zurufe und ostentativer Beifall. Der Landtag beschloss die Auslieferung. Der Bericht der Rcguicolar-Deputation kommt hellte auf die Tagesordnung. (Der englische R adicalismus) treibt schnurrige Blüten angesichts des bevorstehenden Rcgic-rungs-Iubilänms der Königin. In Ilteston, einem kleinen Orte in Derbyshire, berieth der Stadlrath darüber, wie Ilkeston das seltene Ereignis würdig feiern könne. Es wurde eine Commission eingesetzt, um Vorschläge zu machen und wurde in dieselbe auch Hcrr Haslaud gewählt. Hasland lehnte die Ehre aber dankend ab, weil er, wie er sagte, dafür wäre, die Königin zn pensionieren. Er beruhigle sich indessen wieder, als ihm seine Collegen versicherten, dass die Feier in Ilkeston mit der Königin nichts zu schaffen habe, sondern nur etwas, was znm Besten der Stadt diene, geplant werden sollte. (Bulgarien.) Nach einem Berichte der «Pol. Corr.» ans Burgas hat die bulgarische Regentschaft in Rumelien alle Mannschaften vom 20. bis zum 40. Lebensjahre zu den Waffen einberufen. Anscheinend gilt die Einberufung nur den gewöhnlichen Waffen-Übungen, da jedoch den betreffenden Personen unter keiner Bedingung Reisepässe ausgefolgt werden und die Gemeindevorstände angewiesen wurden, darüber zu wachen, dass niemand sich der Einberufung entzieht, scheint die Veranlassung der erwähnten Maßregel die Furcht vor ernsten Ruhestörungen zu sein. (Aus London) wird der «Kölnischen Zeitung» geschrieben: Nicht die amerikanische, sondern die russische Regierung ist im Besitze der Arsenalzcichuuugen, welche ?)umlg Terry an einen Mittelsmann verkaufte. Ob der Londoner Marine-Attache der Botschaft dabei bethciligt ist, bleibt dahingestellt, jedenfalls aber das russische Marine-Amt. So berichtet der «Daily Telegraph". Du' verschiedenen Fragen, welche der Marineminister im Unterhanse answeichend beantwortete, werden erneuert werden, um die Namen der Zwischenträger und der Negierung, für die sie arbeiteten, zn erfahren. ?)oung Terry selbst aber kann nicht weiter belangt werden. Er ist nicht vereidigt und büßt daher sein Vergehen mit der härtesten Strafe, die es dafür gibt, der Amtsentlassung. (Belgie n.) Der befürchtete fogenannte schwarze Streik im Kohlenbecken von Hennegau ist nicht aus-gebrochen, nnd die Arbeiter sind nach der fürchterlichen Katastrophe bereit, die Gruben wieder zu befahren. Im allgemeinen ist die Stimmung in den Arbeiter« kreisen befriedigender. Die reichen, von allen Seiten fließenden Gaben für die Familien der verunglückten Orubenlcute haben eine große moralische Wirknng hervorgerufen. Tagesnemgleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Salzburger Zeitung» meldet, der Gemeinde Kaprnn zu Feuer-löschzwecken 80 fl. zu spenden geruht. -^ (Eine Familien tragödie.) Vor einigen Tagen entleibte sich die 23jährige Eisenbahnbeamtens-Waise Fräulein Antmn'a Winkler in ihrer Wohnnng in der Schlogelgasse in Graz mittelst eines in die Schläfegegend abgefeuerten Doppelschusses. Sie blieb augenblicklich todt. Fräulein Winkler wohnte mit ihrem Bruder, dein Statthalterei-Rechnungsassistenten Herrn Franz Winkler, gemeinsam. Der Bruder lag hoffnungslos krank darnieder und sic erklärte, sie könne den Tod ihres Bruders, an dem sie sehr hieng, nicht überleben. Als der behandelnde Arzt dem Fräulein über vieles Bitten die traurige Mittheilung machen musste, dass der Vruder kaum noch einige Tage leben könne, war sie verzweifelt. Kurz nach den» Fortgehen des Arztes gieng das Fräulein in das Nebenzimmer und nahm sich das Leben, Um halb 12 Uhr nachts ist auch ihr Vruder, für dessen Wartung noch am Nachmittag barmherzige Schwestern requiriert wurden, verschieden, — (Erdbeben.) Aus Genua von» 12. d, M, wird geschrieben: Rudolf Falb hat durch das gestern nachmittags präcis 3 Uhr 10 Minnten und 8 Uhr 20 Minnten in der Richtung von Nordost nach Nordwest an der ganzen Nioiera di Ponente sowie im See-Alpen-Deparlcnlcnt verspürte wellenförmige Erdbeben einen ent scheidenden Erfolg seiner Theorie zn verzeichnen, während die Veuölkerung zu den seismomctrischen Vorhersagungen des Äarnabiten-Padre Denza alles Vertrauen verloren hat nnd in seiner Enttäuschung so weit gieng, die letzten Telegramme desselben in Stücke zu zerreißen uud mit Füßen zu treten. Glücklicherweise haben die gestrigen Erdstöße keinerlei Schaden angerichtet und sind an der Niviera di Levante, Genua mit eingeschlossen, gar nicht verspürt worden. Nachträglich werden aus San Nenw mehrere Todesfälle deutscher Curgäfte gemeldet, welche in-' folge einer durch das Bivouakieren in» Freien zugezogenen heftigen Erkältung als Opfer des Erdbebens fielen. — (Gin 8 tn 6 i o 8 u 8 j nl- i s.) Samstag vormittags hat an der Wiener Universität ein Student das zweite juristische Rigoros«!,, glänzend bestanden. Diese Fenstern zu trocknen, aber offenbar steigert dies nur das Vergnügen, welches die Hausväter und -Mütter an dieser ungezwungenen Art der Wäschereinigung empfinden. Das Auge des Gesetzes hat sich vermuthlich längst an den Anblick gewöhnt, und so brät das bunte Linnen unbehelligt weiter an der Sonne. Für uns Fremdlinge ist der Anblick freilich geradezu köstlich, und diese Ansichten der Stadt gehören zu dem Besten, was wir erblicken. Zwar blüht das säuberungsbedürftige Weißzeug auch im Herzen der Stadt auf den flachen Hausdächern, vor den Fenstern und an Balkönen; aber hier. auf Trastevere, feiern die abgelegten Nachtkannsole, Taschentücher und unaussprechlichere Gegenstände wahre Orgien. Der Anblick wäre ekelhaft und unerträglich, wenn nicht die helle Sonne das alles mit reinigenden Strahlen übergöfse, verklärte. Ja, diese jämmerlichen Lappen werden zn einem prachtvollen Ton in dem Farbencon-cert, das hier immerfort nnter freiem Himmel stattfindet, nnd wir möchten sie nicht mehr missen, dieweil wir die Zeile der Longara entlang schreiten. Und nun den Berg hinan, auf dem San Pietro in Montorio liegt. Der Mons Ianiculus der Römer, heutigentags Gianiculo genannt. Vor der Kirche öffnet sich dem Blick ein weites Panorama, unvergeßlich uud entzückend. Da liegen sie, die sieben Hügel der ewigen Stadt, ein wellen schlagendes Hänscrmeer. Alte nnd mittlere und neue Zeit zusammengedrängt auf einen Plan. Cnlturen, die einander zu Tode bekämpften, ruhen jetzt einträchtig unter dem Mittagshanch. den die Smmr dieses Tages über sie breitet. Dort schim« mern oir mächtigen Mauern des Colossenms. Der neronische Thurm reckt sich duukel uud gewaltig auf. Die Kuppeln vieler Dome schweben glänzend über der Häuserflächc. Poesielos, nüchtern, energisch stehm da und dort zeitgenössische Fabritsschlote auf. Aber unverändert, wie in den alten Zeiten, erheben sich im Hintergrunde die großen Umrisse der Sabiner« uud Albaner-Berge, die gelassen heruntersahen auf dieses immer kampfdurchwühlte Rom. Jetzt, während die Sonnen« ncbel über der Stadt lagern, sind jene Berge anzusehen wie eine duukle Wolkenwand mit goldig lichtem Saum. Träumeude Mittagsstille.. . Unterhalb ocr Gartenterrasse der Villa Corsini auf Trastevere steht eine steinerne Bank im Grünen. Ails dieser Bank ruht es sich wunderherrlich, nachdem man sich müde gelaufen hat. Der einzige Anblick Roms, der gute Sonnenschein, die Stille! . . . Nur hie und da ein Hahnenschrei, der von den letzten Häusern herkommt, oder Rufe spielender Kinder, die dort am Abhangc umherjagen. Und anf den grünen Zweigen wiegen sich Vögel und zwitschern. Das ist eine solche Seligkeit, dass mau an das Schwinden der Stunden vergisst und dasitzt oder liegt, bis plötzlich ein kalter Hauch zum Aufbruche mahnt. Die Sonne ist untergegangen. Noch einmal ist das große Bild in neue Farbcu, in Abendfarben getaucht. Aber der wachsende Schatten drängt zur Eile. Denn die Tibemfer find Fiebernfei. Unsäglich schön und wunderbar gefährlich in allen seinen jähen Ueber-" gangen von Sonne nnd Schatten. R o m. Anfangs März. ^^^^ Dr. TH. Herzl. (Nachdruck verboten) Zie M'nnre des Olücks. Roman von Max von Weißeuthur«. (41. Fortsetzung.) «Was sollte mir sein? Nichts, als dass ich mich langweile. Ich freue mich, Sie zn sehen, Graf Almaine. Vielleicht wiffen Sie mir irgend etwas Lustiges zn er-zählcn. Vitle. schcn Sie nicht selbst so melancholisch darein, sonst verderben Sie mir noch den letzten Rest meiner gulen Laune.» «Sie fühlen sich also unglücklich?» fragte er leise. «Ich täusche mich nicht. Cora. Es ist nicht Lang' weile, es ist das Unglück, welches aus Ihren sanften Augen fpricht. Ach, armes Kind, wie hat er es wagen können, Sie an sich zn ketten, um Sie nur unglücklich zu machen!> «Sind Sie wahnsinnig?» rief Cora, bestrelN, stolz und abweiseud zu reden. «Ich bin nicht nnglnct-lich! Mein Gatte ist die Güte selbst! Ich will S,e nicht in solchem Tone von ihm reden hören.» , «Die Güte selbst!, rief der Graf voll Bitterkeit. «Und trotzdem lässt er Sie hier allein zurück? O. ^orn, wenn Sie mir vertraut haben würden, ich ^"^>.^> Leben in hellen Sonnenschein umgewandelt, meine ^n würde jede Sorge, jedes noch so flüchtige, momenta» Leid von Ihnen fern gehalten haben.» h «Wie dürfen Sie es wagen., rief Cora M"' . mir mit Mühe ihre Thränen zurückhaltend, «'" " mir zu sprechen?» , ^. s:.,«., -Wie ich es wagen darf? Weil 'ch S" '" weil Sie in Wahrheit mir angehöre», well G" Laibacher Zeitung Nr. 6l 509 16. März 1887. Thatsache ist an und für sich nicht ungewöhnlich, aber sie wird mit Rücksicht aus die Persönlichkeit des betreffenden Studenten interessant. Es ist dies der ehemalige Landes-Sanitäts-Nefercnt von Bosnien, Statthaltereirath Med.-Dr. Emil von A mrusch, der, gegenwärtig 45 Jahre alt, sich entschlossen hat, noch Jurisprudenz zu studieren. — (Selbstmord eines Obersten.) Wie nus Maria-Theresiopcl telegraphisch gemeldet wird, hat sich daselbst in der Nacht von Samstag zum Sonntag der Commandant des Husaren-Regiments Friedrich Wilhelm IN. König von Preußen Nr. 10, Oberst August von der Wense, k. k. Kämmerer, Besitzer des russischen Wladimir-Ordens dritter Classe, erschossen. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. — (Mobile Gen eralstabs ' Bureaux.) Der französische Kriegsminister hat angeordnet, dass von nun ab ein in ein Bureau verwandelter Wagen dem Generalstabschef eines jeden Armeecorps und jedem Divisionsgeneral beigestellt werden wird. Diese beweglichen Bureaux, die mit Pläuen, Karten u. s. w. ausgestattet sind, werden bei den nächsten Manövern versucht werden. — (Eisenbahnunglück.) Auf der Boston-Providencebahn stürzte Sonntag sechs Meilen von Boston ein Personenzug von der Brücke. Zwanzig Personen wurden getödtet. — (Der rechte Doctor) Mutter: Du bist krank, liebe Tochter, ich werde zum Dr. * schicken. — Tochter: Ach nein, nicht zum Dr. *, der ist ja schon verheiratet. Local- und Provinzial-Nachrichten. Process Diamant. (Schluss.) Nach Verlesung der Anklageschrift gibt der Präsident des Gerichtshofes bekannt, dafs Frau Edle von Gariboldi unter Beifchluss eines ärztlichen Zeugnisses über ihre Krankheit ein Schreiben an das Landesgericht gerichtet hat, in welchem sie erklärt, zur Verhandlung nicht erscheinen zu können. Der Vertreter der Staatsbehörde beantragt die Verlesung des Protokolles der Frau von Gariboldi, wogegen die Vertheidigung nichts einzuwenden hat. Der Präsident stellt nun an Diamant die 3rage, ob er sich der in der Anklageschrift ihm impntier-ten Handlung schuldig bekenne und ermahnt ihn neuerlich, nur das zu sprechen, was zur Sache gehört, sonst werde er ihn sofort abführen lassen, und werde die Verhandlung w seiuer Abwesenheit beendet werden. Diamant antwortete, er habe Geld und Effecten genommen; Frau von Gariboldi habe ja genug Geld und gebe nichts den armen Leuten, welche zu ihr bitten kommen; «daher — sagt Diamant — habe ich mit voller Hand ausgetheilt.» Ueber-bics sei er, Diamant, über seine Dienstgeberin aufgebracht gewesen, weil selbe ihn nicht, wie versprochen, am Ittten Jänner ins Theater mitnehmen wollte nnd ihn zu Hause bleiben hieß. Aus Nerger habe er dann viel Wein getrunken und beschlossen, an Frau von Gariboldi Rache 3u nehmen und sie zu bestehlen. Präsident: «Diese ihre Aussage stimmt durchaus nicht überein mit dem, was Sie in der Voruntersuchung ausgesagt haben, Sie hätten aus politischen Grün-°kn den Diebstahl verübt, seien ein geheimer Agent des ^'nzen von Vattenberg, gewesenen Fürsten von Bnl-Al/en, u„d h^eil a,, denselben von Trieft aus zwei ^lkfe abgesandt, aber bisher noch keine Antwort erhal- ten. Wie stimmt das mit Ihrer heutigen Aussage?» Angeklagter Diamant: «Aber das alles gehört ja nicht hiehcr. Sagen Sie mir lieber, werde ich bald gerichtet werden?» Präsident: «Die Sache ist im besten Zuge, Aber antworten Sie auf die Fragen, die man Ihnen stellt!» Angeklagter Diamant: «Ich will nichts weiter sagen, dies könnte den Ruf der Familie irritieren.» Präsident: «Enthalten Sie sich solcher Bemerkuugen, sonst werde ich die Strenge des Gesetzes anwenden nnd Sie abführen lassen.» Anf weiteres Befragen des Präsidenten erzählte der Angeklagte, er habe bei der Frau von Gariboldi in ihrem Toilettezimmer alle Kasten aufgesperrt uud sich mit Gold, Silber und Papiergeld sowie mit Pretiosen alle Säcke vollgefüllt. Die Obligationen habe er nicht für Wertpapiere gehalten, sondern für Privatbriefe, welche Geheimnisse enthalten, für welche er sich sehr interessierte; daher habe er sofort den Entschluss gefasst, die Obligationen und Lose der Frau von Gariboldi per Post rück> zusenden. «Als ich den Diebstahl ausgeführt,» erzählt ferner der Angeklagte, «fuhr ich mit eiuem Comfortabel zur Südbahn, kehrte jedoch von dort zurück nnd gieng auf der Straße, welche die Bahn übersetzt (Wienerstraße), fast drei Viertelstunden lang. Da begegnete ich auf der Straße einem Bauern, der von Laibach zurückfuhr; diesen mietete ich und fuhr mit ihm noch sehr weit, bis zu einem Dorfe. Dort habe ich einen Schlitten gemietet und bin nach Sagor gefahren, wo ich mir auf der Bahnstation eine Fahrkarte nach Wien löste. In einigen Stationen befragten mich die Gendarmen, wohin ich reise, ließen mich aber passieren. In Pragerhof .musterten' mich die Gendarmen, als sie in den Waggon kamen, sagten jedoch nichts. Erst als ich dann zum Feuster hincmssah, hießen sie mich aussteigen und fragten mich, wer ich sei. Ich habe ihnen geantwortet: ,Ich bin der Diener der Frau von Gariboldi aus Laibach', habe ihnen dann 50 kr. gegeben, damit sie nach Laibach telegraphieren, die Wertpapiere würden sogleich rückgcsendet werden.» Der Präsident frägt hierauf den Angeklagten, ob er auch alles, was er gestohlen, noch hatte, als er verhaftet wurde? Diamant antwortete in bejahendem Sinne; höchstens hätte er etwas unterwegs verloren, da er sich die Taschen mit Geld vollgepfropft hatte. Der Präsident erinnert den Angeklagten, er habe in der Voruntersuchung ausgesagt, dass er Geld verbraucht und W fl. seinem Vater gesendet habe. Diamant versucht sich nun in Ausfällen gegen den Untersuchungsrichter Landesgerichtsrath Ravnikar, der ihn angeblich gezwungen, das zu unterschreiben, was der Untersuchungsrichter nach eigenen» Willen geschrieben habe, wird aber durch das energische Vorgehen des Präsidenten sofort zum Schweigen gebracht. Die 11 fl, welche man bei Diamant vorgefunden, bezeichnet er als sein Eigenthum und rcclamicrt sie für sich; di3 silberne Uhr und Kette aber möge man immerhin der Frau von Garibuldi übergeben, «sie soll alles haben, ich brauche nichts von ihr.» Der Präsident hält nun dem Angeklagten vor, er habe aus Sagor am Tage nach dem verübten Dicbstahle zwei Briefe geschrieben, und zwar einen an seinen Onkel, in welchem er sagt, er fahre jetzt nach Wien, werde dort einige Tage bleiben und sich dann erfchießen. In dem Briefe an feinen Vater Emanuel Diamant bittet der Angeklagte, unter einem tt() fl. einfendend, er möge ihm die That verzeihen n»d nicht mehr nach ihm fragen, denn er gehe jetzt nach Amerita und werde ihm vun dort uuch geliebt, He ein anderer Sie mir raubte, Cora,» Mr er leidenschaftlich fort, «ich würde nie solche ^"vrte zu Ihnen gesprochen haben, hätte ich gesehen. "a>s Sie geliebt, geehrt, gewürdigt werden. Hätte ich yewusKt. dass Sie eine glückliche Gattin sind. so würde lH me durch Wort oder Blick Ihnen Änlass gegeben ^ben. zu muthmaßen, wie ee in meinem Innern ans-'^ Jetzt aber finde ich Sie einsam und verlassen, ziifs. ' ^" b"" Manne, dem das unsagbare Glück a "yell wird. vun Ihnen geliebt zu werden, nnd ich das? '!^ ^"6" schweigen. Ich muss Ihnen sagen, der s' ^ "^ "'"""' ^e. zehnfach mehr, als in self, '^ vergangenen Zcit. Erinnern Sie sich der-diei^ ""^' ^"" Es ist ja nicht möglich, dass Sie "'eines «""ä vergessen haben können. Ich würde Jahre jener ^ ^ dahingebell, nm nnr einen einzigen eilnin « ^ zurückrufen zu können, um Sie nur ein zu T -" '"""el, Armen halten zu dürfen nnd dich. ^ .""e Sie mir zuflüstern: «Stanley, ich liebe Sie sM "^ch kmm uicht länger schweigen! Corn, '""en. S,,. müssen mich anhören!» s'e leides ^!-'^" kleine, zitternde Hand und presste dcrn ntl?!. ^ a" seine Lippen. An allen Glie-We sie !" ' .Wnlich kraftlos vor Erregung, trach-sie fest' " Hre Hände zu entziehen, aber er hielt "icht vA"m'i^ "'^ '"sit zurück, wenden Sie sich ^Her b?i"b' Geliebte! Wie'soll ich es über und meine N'' -^ elend und unglücklich zu sehen ^"de. Cura V« ü'^. auszusprechen? Es ist keine H"' Sir Gat. . " ^'" Unrecht. Jener Mann, wel-nennen. er liebt Sie nicht. Hat er Sie nicht hier zurückgelassen? Hat er Sie nicht form-lich in meine Arme geführt?» Sie bedeckte das Antlitz mit den Händen, er aber sank uor ihr in die Knie. Cura fühlte, wie seine Arme sie umschlangen, aber sie hatte nicht die Kraft, ihn zurückzustoßen. Da gieng geräuschlos die Thür auf nnd Marcus erschien anf der Schwelle. Der Graf fnhr erschreckt empor. «Pardon, Fran Baronin, ich dachte, Sie seien allein,» sprach der Diener, um dann die Thür ebenso leise zu schließen, wie er sie geöffnet hatte. .Ich bin verloren!» rief Cora. «Was haben Sie gethan. Graf Almaine?» «O, seien Sie ruhig, Geliebte!» flüsterte der Graf zärtlich. «Jener Mensch, er wird Alan mittheilen, was er gesehen. O, mein Gott. wl-.s soll mm werden? Verlassen Sie mich, Graf Almaine!» Flehend erhob Cora die Hände. «Sie verlassen? Sie der Barmherzigkeit jenes Mannes preisgeben, welcher Sie vernachlässigt, wcl' cher Spione bezahlt, die Ihren Schritten nachspüren? Nimmermehr, Cora. Ich muss Sie vor solcher Erniedrigung retten.» «Der Spione bezahlt?, wiederholte sie wie geistesabwesend. «Was wollen Sie damit sagen?« «Jener Mensch ist ein Spion Ihres Gatten! Er ist hier zurückgelassen worden, um über Ihr Thnu und Lassen Bericht zn erstatten. Fragen Sie ihn, Cora, ob dem nicht so sei.» lFortsrtzung folg» monatlich 50 Dollars schicken; nur möge er darüber schweigen und mit dem Gelde vorsichtig umgehen. Der Präsident bemerkt, der Brief an Emanuel Diamant sei in Nyireghaza feitens der dortigen Gerichtsbehörde schon früher faisiert worden, ehe noch der Angeklagte verhaftet war. Diamant antwortet, es sei möglich, dass er die Briefe geschrieben und etwas Geld für feine Schwester an den Vater gesendet habe, er musste sich ja erkenntlich zeigen, da ja seine Angehörigen auch ihm anshalfen. Der Präsident befragt weiters den angeklagten Dia« mant, was es für ein Bewandtnis damit habe, dass er mit einem angeblichen Draskovic in Italien und Istrien sowie im Görzischen herumgezogen sei, und welcher nach der Behauptung des Angeklagten ein vorzüglicher Uhrmacher sei und sich täglich 8, 10 ja 15 fl. verdiene. Diamant ist mit Draskovic in Udine zusammengekommen, wollte ihn jedoch bei der ersten Confrontierung gar nicht kennen; später agnoscierte er ihn doch als seinen Reisegenossen. Diamant antwortet, es gehe ihn dies nichts an, der Präsident möge ihn damit nicht molestieren. «Man hasst — sagt Diamant — seit dem Jahre 1848 jeden Ungarn in Oesterreich. Ich bin kein Simulant, man möge mich hängen, sonst werden mich die Flühe im Inquisitionshanse auffressen.» Zur Verlesung gelangt hierauf der bereits nach der Verhaftung Diamants in Laibach an dessen Adresse eingelangte Brief feines Rcisegenossen Draskovic aus Fran-zen in Stciermark. In diesem Schreiben theilt Draskovic dem Diamant mit, er sei von der Laibacher Polizei zweimal eingesperrt worden, glücklich aber beidesmal wieder freigelassen worden; er habe anf diese Weise das Hausierbuch Diamants gerettet und schätze sich glücklich, wegen der A5 gestohlenen Uhren straflos durchgekommen zn sein, «wenigstens drei Jahre Kerker hätte mich dies gekostet.» Des weiteren theilt Draskovic im Briefe dem Diamant mit, er habe «ein herrliches Diebsgefchäft» in pew, allein er müsse auf die Gelegenheit warten, Diamant möge seinen Namen ja niemandem nennen und sich ja nicht bei der Militär-Evidenzhaltnng melden, «denn da könnte man dich gleich fassen.» Draskovic hofft, das projectierte Diebsgeschäft in vier Tagen ausführen zu können und dann werde er gleich bei ihm fein. Die Uhr und Kette, welche Diamant verwahrt habe, möge er nur verstecken, denn inwendig sei die Nummer enthalten, was zur Entdeckung führen könnte. Schließlich theilt der Diebsgenosse noch mit. dass alle Blätter voll seien von Berichten über seine (des Draskovic) Dicbstahle. Auf die Frage des Prä^ sidcnten, was Diamant über diesen Brief zu bemerken , habe, erklärt der Angeklagte, das Schreiben gehe ihn nichts an. Es gelangt nun das Attentat, welches Diamant am 9A. Februar an dem Untersuchungsrichter, Herrn Landes-gcrichtsrath Navnilar, versuchte, wobei er einige Acten zerriss, znr Verhandlnng. Diamant ergeht sich neuerlich in groben Invectiven gegen den Untersuchungsrichter, bis ihm der Präsident mit Energie Schweigen gebietet. Hicranf gelangt nun das mit der Oberlandesgerichtsraths-Witwe Katharina Edlen von Gariboldi, die krankheitshalber zur Verhandlung nicht erscheinen kann, aufgenommene Pro-totoll zur Verlesung. Frau Edle von Gariboldi sagt, Diamant sei ihr durch das Annoncenbureau des Herrn Müller empfohlen worden. Als Diamant sich ihr vorstellte und sie ihn befragte, ob er Jude fei, erklärte Diamant, er sei evangelischer Confession und behauptete, er sei bei Baron Riese in Appony als Kammerdiener bedienstet gewesen. Fran von Gariboldi sagt ferner, sie wollte ihn zuerst nicht acceptieren, als er aber von seinem Vater erzählte, der bei Baron Niese angeblich Intendant sei und dabei Thränen vergoss, acceptierte sie Diamant aus Erbarmen, weil er sagte, er könne auf einen Dienst nicht mehr warten. Frau von Gariboldi sagt im Protokolle weiters, dass sich Diamant als Diener höchst ungeschickt benommen, beim Diner — was besonders, wenn Gäste anwesend waren, übel bemerkt wurde — statt nach rechts, nach links servierte und auch vom Zimmerpntzen nichts verstand. Nachts schlich Diamant im ganzen Hanse herum uud tastete au den Thürklinken. Am 17. Jänner, sagt Fran von Gariboldi, habe sie, ehe sie ins Theater gieng, die Thüre ihres Toilette- und Schlafzimmers abgesperrt und den Schlüssel in der Küche gelassen. Die gestohlenen Wertpapiere und Pretiosen agnosciert die Beschädigte als ihr Eigenthum und constatiert, dass in dem erbrochenen Kasten noch ein Sparcasscbüchel mit einer Einlage per 24000 fl. nnd eine Cassette mit Vexierschloss, in welcher wertvolle Schmuckgegenstände sich befanden, verwahrt waren, welche aber Diamant uuberührt ließ, ebenfo einen Opalring und drei Diamantnadeln. In dem Zimmer Diamants fand man nach dessen Entweichnng eine große Holzhackc, welche der Angeklagte ans der Holzlege in sein Zimmer heraufgebracht hatte. Das Benehmen Diamantö sei von Tag zu Tag frecher gewesen; so betrat er das Schlafzimmer feiner Dienstgeberin, ohne anzuklopfen; felbst bei der Tafel, wenn Gäste anwesend waren, habe sich Diamant sehr frech benommen. Es wurde der Frau Edlen von Gariboldi auch fchon durch eine Kuchm, welche ihren Dienst kündete, mitaetheilt, sie wolle mcht mehr im Dienste bleiben, da verdächtige Leute um das Haus hernmschleichen; es seien — meinte die Köchin — sicher ungarische Juden. Laibacher Zeitung Nr. 61 510 Iß. März 1687. Auf die Anfrage des Präsidenten, ob Angeklagter Diamant etwas auf die Aussage der Frau von Gariboldi zu bemerken habe, entgegnet Diamant, er erwidere darauf gar nichts, er habe der Verlesung des Protokolls mit Frau von Gariboldi gar uicht zugehört. Der Präsident zeigt Diamant nun die in seinem Zimmer vorgefundene Holzhacke und frägt ihn, ob er dieselbe kenne. Diamant will mit den Worten: «Lassen Sie mich selbe ansehen!» zum Tische des Gerichtshofes springen, wird aber von den Gendarmen und Gerichtsdienern zurückgehalten, während der Präsident erklärt, er werde ihm diese Erlaubnis nicht ertheilen. Diamant erklärt hierauf, er habe die Hacke zum Holzvertleinern benutzt. Schließlich sagt Diamant zum Präsidenten, er möge ihn in Ruhe lassen, wie dies die beiden Herren Votanten thun. Es gelangen nun die Photographien des Diamant aus dem Verbrecheralbum der Wiener und Vudapester Polizei-direction zur Ansicht, dann die Berichte dieser beiden Behörden, welche beide Diamant als höchst gefährlichen Dieb und Einbrecher schildern, zur Verlesung. Während sich die Geschwornen die Photographien ansehen und in der Verhandlung eine kleine Pause entsteht, fragt der Angeklagte einen der neben ihm postierten Gendarmen: «No, werden Sie mich erschießen?» Zum Präsidenten gewendet, verlangt er seine Legitimationskarte. Der Vorsitzende befiehlt ihm zu schweigen. Während der Verlesung der Polizeinoten beginnt Diamant wiederholt zu pfeifen. Es gelangt weiters ein Schreiben des Gerichtshofes in Nyireghaza zur Verlesung, welchem anch die Photographie Diamants beigeschlossen ist uud welches constatiert, Diamant werde von diesem Gerichte wegen Verbrechens des Diebstahls verfolgt, und fein Complice, der sich jetzt Draskovic nenne, würde zweifelsohne der höchst gefährliche Einbrecher Salomon Hcllner sein. Es werden nun ans der Austnnftstabellc die bisherigen Abstrafungen Diamants constatiert. Diamant wurde erstlich wegen Verbrechens des Diebstahls zu sechs Monaten, dann zweimal zu einem Jahre, wegen des Verbrechens der schweren körperlichen Beschädigung zu einem Jahre, wegen Verbrechens der Urkundenfälschung zu 2'/, Jahren und schließlich beim Gerichtshofe in Karan-sebes im Jahre 1885 neuerlich wegen Verbrechens des Diebstahls zu zwei Jahren Kerkers verurtheilt. Nachdem Diamant diese Strafe abgebüßt, begieng er neuerlich einen Diebstahl, weswegen er noch derzeit steckbrieflich verfolgt und beim Gerichtshofe in Nyireghaza in Untersuchung steht. Diamant entfloh fodann und machte eine Reife nach Italien, war in Turin und in anderen Städten Italiens und kam fpätcr nach Görz. In Udinc gab Diamant einen von Turin datierten Brief an den Chef des Detectivcorps von Budapest auf die Post, in welchem er, wie aus der Verlesung zu ersehen ist, gegen die «Frechheit» protestiert, dass die ungarischen Gerichte es wagen, ihn steckbrieflich zu verfolgen. Die Budapestcr Polizei — heißt es in dem Schreiben Diamants — habe sich ja schon in einer der letzten Affairen unsterblich blamiert. Diamant theilt weiters dem Chef des Vudapestcr Detectivcorps mit, dafs gegen denselben ein Attentat geplant sei. Es gelangt sodann zur Verlesung die Zuschrift des mit der obersten Beaufsichtigung des Inquisitionshaufes seitens des Landesgerichtspräsidiums betraute» Herrn Landesgerichtsrathes Ravnikar. Dieselbe schildert Diamant als einen äußerst excessive« Meuschen. Da Diamant epileptische Anfälle vorschützte, ließ Landesgcrichtsrath Ravnikar denselben durch die Gerichtsärzte beobachten. Als man Diamant eine Arznei mit einem zinnernen Löffel reichte, wollte er denselbe» verschlucken, und musste der Löffel mit Gewalt aus dem Schlunde hervorgezogen werden. Der als Zeuge vernommene Zellengenosse Diamants, der gewesene Kutscher Auton Dobnitar, sagt aus, Diamant habe schon früher erzählt, er werde bei dem Untersuchungsrichter Ravnikar alle Acten zerreißen. Oft murmelte Diamant wohl in ungarischer Sprache ihm unverständliche Worte, habe auch Anfälle gehabt, für geisteskrank hält der Zeuge ihn jedoch nicht, da er sich sonst ganz verständig benahm. Diamant droht dem Zeugen während dessen Aussage mit der Faust und schreit, sein Gehirn sei solid. Nunmehr werden die Gerichtsärzte über den Geisteszustand Diamants vernommen. Dr. Kapler sagt, dass sich der Angeklagte gleich nach der Einlieferung ins In-qnifitionshaus ganz normal benähn«. Erst als die Wucht des seitens des Untersuchungsrichters herbeigeschafften Materials ihn zu erdrücken begann, versuchte Diamant zu simulieren, und dies uicht in ungeschickter Weise, woraus zu schließe» ist, dass Diamant schon als Simulant im Irrenhause gewesen. Diamant begann seine Simulatiou mit der Nahrungsverweigerung, stahl aber in Abwesenheit seiner Zellengenossen denselben von ihrem aufgehobenen Brot und von den Speifen. Später acceptierte er die Selbstmordmanie, hieng sich aber stets so vorsichtig auf, dafs er nicht hängen blieb. Dann simulierte Diamant Tobsucht und wollte beim Unterfuchuugsrichtcr Landes» zerichtsralh Navnikar die Acten des Veweismaterialcs zerreißen. Damals, als Diamant um sich hieb und biss, wurde er von ihn, und Dr. Schuster beobachtet, allein es wurde constatiert, dass die Augenpupilleu vollkommen normal fungierten, Diamant daher den epileptifchen Anfall nur simuliert habe. Gcrichtsarzt Dr. Schuster fagt, er habe Diamant unterfucht, als derfelbe ins Iuquifitionshaus eingeliefert wurde. Damals habe er Diamant gefragt, ob er gesund sei, was dieser bejahte; später schlitzte er Krankheit vor, um die Kraukenkost zu erlangen, da er schwere Speisen — die gewöhnliche Kost der Inquisiten — nicht ver^ dauen könne. Diamant sagte zu Dr. Schuster, der ihn wiederholt ärztlich untersuchte, er möge ihn nicht «sckkic^ reu.» Von einer Epilepsie sei bei Diamant absolut keine Rede. Bei den simulierten Anfällen haben die Pupillen stets prompt reagiert. Auch seine heutige Verantwortung zeuge, dass Diamant bei vollkommen klarem Verstände sei; dieselbe war durchwegs logisch, Diamant gestand nur das, was nicht zu lcugneu ist, leugnete aber alles, was ihm nicht genau fixiert fchien. Dr. Ahazhiz h beantragt die Einvernehmung eines Dienstboten aus dem Hause der Frau von Gariboldi über das Benehmen Diamants während seines Dienstes im Hause, was der Gerichtshof jedoch uach längerer Ne-rathuug ablehnt. Den Gefchwornen wurden zwei Fragen gestellt, die erste, auf das Verbrechen des Diebstahls lautend, wurde einstimmig bejaht; die zweite, ob Diamant die That elwa in Sinnesverwirrung begangen habe, wurde einstimmig verneint. Der Gerichtshof verurtheilte Diamant zu neun Jahren fchwereu Kerlers, verschärft mit Fasten in jedem Monate, jeden 17. Jänner aber noch mit duutlem Einzelarrest nnd hartem Lager. Diamant recurriertc nicht. — (Zur Theaterfrage in Laib ach.) Wie wir bereits gemeldet, hielten die Logenbesitzer am vergangenen Sonntag eine Besprechung ab, in welcher beschlossen wurde, beim trainischen Landesausschusse zum Zwecke des Baues eines neuen Theaters die nöthigen Schritte zu unternehmen. Es wurde zu diesem Behufe ein Ausschuss gewählt, in welchen entsendet wurdeu die Herreu Alfons Graf Auersperg, Camillo und Johann Baumgartner, kaiserlicher Rath Ferdinand Mahr, Dr. Maurer, Dr. von Schre y und Baron Würz bach. — Der behufs Abfchätzung des Arand-schadens nach Laibach berufene Wiener Architekt Jung hat einen Ueberfchlag gemacht, nach welchem — bei Ae-nützuug der noch steheuden Umfassungsmauern — auf dem alten Platze ein Theatergcbäude um 75 000 Gulden, und zwar fchon bis zum Herbst, fertiggestellt werden könne. Sollte also die Bewilligung ertheilt werden, das neue Theater auf der Brandstätte zu erbauen, so lväre — da der von der «Riuuione Adriatic« di Sicurta» als Brandentschädigung gezahlte Betrag von «0 001 Gulden 99 kr. zum Wiederaufbaue zur Verfügung ge^ stellt werden dürste — Hoffnung vorhanden, dass wir im nächsten Jahre bereits wieder einen Thalia« Tempel in Laibach besitzen werden. Selbstverständlich würde der Aufbau des Theaters auf einem anderen Platze wenigstens 200 000 st. losten und die Vollendung desselben in unabsehbare Ferue rücken. — (Das Concert Ondricek,) welches gestern abends im landschaftlichen Nedoutensaale stattgefunden, war fehr zahlreich besticht. Die Produktionen Ondri-ceks wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Nach dem Concert fand in den oberen Räumen der Citalnica Ondricek zn Ehren eine gefellige Unterhaltung statt. Einen ausführlichen Bericht werden wir morgen nachtragen, — (Auszeichnung.) Die Oberin des Urfulinnen-Klosters in Bifchoflack, M. Benedicta Renaldy, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser dnrch Verleihung des goldenen Verdienstkrcuzes mit der Krone ausgezeichnet, — (Lieferung von fertigen Bekle idungs-und Ausrüstnngssorten für die t. k. L a n d weh r.) Das k. t. Miuisterium für Landesvertheidigung beabsichtigt, die Lieferung einiger Artikcl im Wege der allgemeinen Concurrenz sicherzustellen. Zu diefeu Artikeln gehören uuter auderen: Halsbinden, Handfchuhe, Sporen, Knöpfe, Trommelschlägel, Schnüre, Kinnketteu, Sättel, Pferdedecken, Steigbügel, Striegel, Tränkeimer, Fou-ragestricke, Spaten, Hacken, Krampen, Schaufeln, Säge», Bohrer, Traggurten, Feile», Zangen, Nägel, Drahtstifte, dreieckige Tücher u. f. w. Schriftliche Offerte sind bis zum 20. März 1887 einzureichen. Die Bedingnisse können auch in der Kanzlei der Handels- und Gewerbekammer in Laibach eingesehen werden. — (Verkehrs st örunge n.) Wie man uns mittheilt, ist wegen Schneeverwehung und andauernden Schnee-sturmes auf dem Karste der Gesammtverkehr in der Strecke Laibach-Triest bis auf weiteres eingestellt worden. - - Die Züge Triest-Wien Nr. 1, 9 und 101 konnten wegen Verwehung beider Geleise zwischen Divaca und Lescce von Divaca nicht abgelassen werden. Auch die Telegraphenleitung Laibach-Triest soll infolge des Schneestnrmes auf dem Karste unterbrochen sei». — (Frau Materna in Trieft.) Frau Mater na wird am nächsten Sonntag in Trieft in einem Concerte, welches im Armonia-Theater zuguusteu der Gesellschaft vom Rothen Kreuze veranstaltet wird, mitwirken. — (Postalisches.) Die k. k. Landesregierung hat dem Postmeister in Mottling, Herrn Cduard Fux, die Concession zur periodischen Personenbeförderung zwischen Mottling und Rudolfswert ertheilt. — (Die Märzhasen,) welche im vorigen Jahre meist erfroren sind, sind auch heuer infolge des ueuerlichen Schneefalles arg gefährdet. Da der «erste Satz» den größten Wert hat und dieser den Unbilden des Wetters zum Opfer fallen dürfte, können die Iagdbesitzer auch heuer nicht auf gute Beute rechne». ileuofte Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Wien, 15. März. Das Abgeordnetenhaus lehnte bei namentlicher Abstimmung den Minoritätsantrag Trojan betreffs des Polyglotten Banknotentextes mit 193 gegen 82 Stimmen ab und nahm den diesbezüglichen Artikel unverändert an. Budapest, 15. März. Der Finanzausschuss nahn» den Gesetzentwurf betreffs Bedeckung der auf Ungarn entfallenden Quote des bZ^-Millionen-Credits unverändert an. Fiumc, 15. März. Der gestern eingetretene Schneefall hat die ganze Gegend bis zum Meeresstrande mit Schnee bedeckt. London, 15. März. Im Unterhause erklärte Sir James Fergusson: Wir erfuhren mit tiefstem Bedauern, dafs einige Personen, welche sich im Besitze von Sprengstoffen befanden, auf dem Wege, den Kaiser Alexander uon Rllssland zum Gottesdienste aulässlich des Todestages des Kaifers Alexander II. nehmen sollte, verhaftet wurden. Wir wurden aber zugleich durch die Mittheilung erfreut, dafs kein Angriff auf den Kaiser erfolgte. (Beifall.) London, 15. März. Der «Standard» erhielt eine Depesche aus Berlin des Inhaltes, dass nach einem Telegramme aus St. Petersburg sechs Studenten auf dein Nevski-Prospect in der Nähe des Anictov-Palastes, in welchem die kaiserliche Familie residiert, verhaftet wurden. Diefelben hatten Sprengstoffe bei sich nnd erwartete die Abfahrt des Kaifers nach der Kathedrale. Petersburg, 15. März. Ueber das glücklicherweise mifslnngene Bomben-Attentat gegen das Kaiserpaar verlautet: Die Herrschaften fuhren gestern, vom Trauer-qottesdienst in der Festungslirche kommend, zurück nach dem Anischkow-Palais, als in der Nähe des letzteren ein Individuum eine Dynamit-Bombe, welche die Form eines großen Lesebuchs hatte und an einer Schnur befestigt war, unter den Wagen schleuderte. Durch das Anziehen der Schnur sollte das Sprenggeschoss explodieren. Dem Attentäter war aber bei dem Wurf die Schnur aus der Hand gefalle!,, demgemäß keine Explosion der sehr stark geladenen Bombe erfolgte. Der Mensch wurde fofort, nebst eiuem Geuoffen, welcher eine zweite Bombe, die wie eine Umhängtasche aussah, an der Seite trug. ergriffen. Ueber die Persönlichkeiten der Attentäter verlautet nur, dass sie iu dem Stadt-thcil auf der Petersburger Seite wohnten. Man fand iu ihrem Quartier mehrere geladene Sprenggeschosse uud Dynamit. Ueber hundert weitere Verhaftuugen sollen vorgenommen worden fein. Sofia, 15. März. Eine Verfammlung von Vertretern der Mächte bei Riza Bey in Angelegenheit der Mifshandluug der Gefangenen blieb wegen Meinungsverschiedenheiten ohne Ergebnis. Man glaubt, dafs diesbezüglich keine weitere Berathung stattfinden werde. Boston, 15. März. Nach weiteren Berichten sollen bei dem Eisenbahnunglück auf der Boston-Providence-Ei'cnbahn 33 Personen getödtet und 40 verwnndet worden sein. Verstorbene. Den 1 3. März. Aloisia Ciber, Kaischlerö-Tochter. 3'/, I-, Hauptmanza 5. — Franz Mabl, Zwängling, 32 I., Polana' dämm 50, Tuberculose. Im Spit ale: Den 13. März. Johann Ianear, Inwohner, ?2 3' De» 14. März. Johann Mogoln', Arbeiter, 22 I', Starrkrampf. Metcoroloqische Veobachtunaen iu kfaibach.__. "" 7 U.Mg? 72?M^^M"HslO. schwach Bchnec""1^5,w 15,. 2. N. 728,58 -0.6 O. schwach Schnee Zch"" 9 » Ab. 729,78 -3,4 O. schwach bewölkt ., Schneefall den ganzen Tag anhaltend. Das äagrv»" der Temperatur — 3,0«, um 6,0° unter dem Normale^ ^^, Verantwortlicher Redacteur: I. Naaliö. ^- Es ist nicht jeder in der Lage, viel Geld «u^ zugeben, ^„u sei man daher zur rechten Zeit vorsichtig. Alle, wcicyc ^ ^ Blut »no infolge dessen an Hautauöschlag, Vlutcmora, u^,,. Kopf und Brust, Hämorrhoideu ?c. leiden, sollten "'"l' . pn' m,n, durch eine Nriniguugöcur. welche nur wenige '" ^„ Hag lostet, ihren Körper' frisch und gesund zu "1)°""'. .^ nehme dail hierzu beste Mittel, Apotheker N. Vraudts ^ ^ Pillen, erhälllich ü Schachtel 7N Kreuzer in den M""i ^l) uchle gc»nn mij den 'Ilamenazug N. Brandts. 511 Course an der Wiener Mrse ygm 15. Marz lW7. N°«vem offiaellen C°ursbatte Ttants-Anlehc«. ^olcnrcnte ....... Sl» «5 80 85» Wild «rente....... »13«! 81-50 l«54e» 4°/« SlaalOlosr 250 fi. 12l.'l>0,!ltt! 50 l«Lf,^ »^ ganze 500 „ l32>?b!'»» »f l»Üi,er 5°/, Fill!««! IM „ 133 75z,34Ü5 l6«4cv Klalltslose . . !00 „ lt>5 25 1L5 l<> >»64er „ . . bN „ I«3'd0 IS4 50 ltomo.Nenlenschelnt. , per Et, —-—^ — - ^"/<> Oeft. Golbrcnle, steuersrei . ill —ill 2« lDefterr. Notenicnle. steuerfrei . 9? 20 97.40 »ng, Vvldrentc 4»/„ .... 10065100 80 « Papierrente 5°/« .... »s'«^> b9 - ., E,n,b till, «Una.Ostbahn) 1««- —^- „ „ uom I. i«7e . lib — ill, ec, , Plciniirn^Inl. i^uiu fl.ö. N. i«0 —I20-5b Tl)«ifj.«rg.^'°se 4",'° lu0 sl. . . 1N't>01»U'- ^ rundenll.' Obligationen »°/, mählische.......!07«------- >'>"/<> niederöftel«ichijchü . . . iol>—11U — 0°/« obeiofteireichische .... 105 - — — b°/°ftlilische....... l0bb0 — — 5 °/o ltllatische und llavonische , ,o« f,a lv« 50 i»"/» s!ibenb«lgilch»..... >,<>4—104'bv <«elb Ware ,5°/, Tcmesn «anal . . . . 104'—104.50 5«", ungarische......104.—I0b'— Andere öffentl. Nnlehen. DonaU'Neg.«Lose 6«/° I«o fl. . 11«-—li«'50 dto. Nnlcihc 1878, Neuersrei . 105 «5 105 75 «nlehcn d. Stadtgcmclnde Nien 104 75105 L5 Nnlcuen b. Etadlgcuicinde Wien (Sttber und Gold) .... lili--- l»» — Plämie»°«Ilil,d,Eladtgem.Wien 124'2i^i!i4 ?l> Pfandbriefe (jilr 10U fi.) Nodenc». aUg.öfierl,4V,°/»G«ld. l2s,^l> - - bto. in 50 , « 4>/, °/<> III l — ,0175. dto. in 50 „ , 4°/<> . W'bl» 9? — dto. Prämien-Echulbveischl.»»/« 100 — ico 50 cest.Hypothclcnbanl inj. ü>/,°/° iui — i«1 75 lDefl.'UNg. Oar! veil. b°/, . .ion 75 ill) «s> dto. , 4'/.°/° - 102-1« I0ll.«0 dto. „ 4°/,, . . 9U25 98 ?s> Nnss, all«, Bodencreblt»Nctienges. »! Pcfl in I, 18!1U veil. b>/,°/, —'--------' — Pvloritütö»Obliguti«uen (für 1UU si.) Elisabeth - westbah» 1. «mission — — —-— Nerbincmdtz-Nordbllhn in tiubel ion — loolil) Mauj-Io^^Bahi!.....^ _.„ ».._ Valizijiyc ^iliu«^udw»g»Vahn Lm, 1U81 AU(> !1. O. 4'/,°/, . ih(! — iou-50 Oesteir. NordUcstbahn . . .105 99 ioe-4^ Sicbenbiilgei.......__>—j __-—^ Oelb ^l>> Vtaat«bahn 1, Emission . . 138 10 l^>!< 60 Sübbah» 5 »°/°.....155 Ul>------- _ 5 5°,o.....12»b0,^ 75 Nna.-galiz. «ah!,.....l»8 - 9850 Diverse Lose (per Sti!«l). Llcdillose IÜ0 fl...... ^s.'s.b I?«-— Clavl^Lose 40 fi...... 4» - 44 - <«/„ Donau-Dampslch. wo ft, . liu —114 — «ail'achcr Plämieu-Nnleh, 20 fl. IU'50 30 l>0 Osener Vose 4U sl..... 4785 4? 75 Palssy-Vosc 40 sl..... 4!i'l>0 4» 5<1 «othen «^eu,^. öst.Ges.v. Ki si. 14-3^ 14«^ Rud°ls-i!osc 1« ft..... 1U ,. 19 75 Salm-Losc 4u sl...... b4'50 l>5 s>o St.'Ocnoio-Loje 40 fl, . . . 54 50 55 5« Waldsteiii^'ose «0 fl. ... »4 25 :^> 25 windischnriiy Vosc »0 sl. . . «'—43 — Bllnl-Ncticn (Per Stuck». «nglo-Ocfterr. «ant «no »'?5 Banlvercin, Wiener, loo fl. . u? 50 .'8 — Bdncl.«Anst,.Oeft.i!00sl.S.40°/ ,44 2524b 25 Erdl.»Nnst, s, band. u. V. i«u fl. i2«N'2« i!38-7o »ilcbitdanl, «Ug. Ung. 3U0sl. .2>!5'—295-40 Dcpositcnbanl, «Ug. 200 sl, . 174 — I7S-— «Höcl,>ü,ftte-Oes.,i«iel'eiöst.üUllft. 5^5—^7^.^ Hypolhclcnd,, ösl.^ousl. ^!5"/(>E, f>i>------->— ^nibcrv., ost., ^0Usl. V.5U"/<> (! sl.....I«12 50 «1575 lijcrle^rsvant, AUg. liu fl. . ^iKl, ^^1^1 — Äeld A fl. EM. 7U5 —770 — ,, (Ilt.K) ^00 fi. . 201 —202-— Donau » Nampsschiffayrt« » Ves. Oefieir, 5UU fl. LM. . . . 383—335 — Dlau---------— „ Slzb.'Tir.IH, . ioaa sl, i«i>—iei-75 dto. (lit.U) !^U0 sl. Silver . ^154 75 155 25 Prag-Dulcr «iiscnb. 150 sl. Silb. ^5 50 zo.bn Uubolf»Bahn 200 sl. Silb« . 134-50185 — Siebenbürsscr »iisend. !i00 sl. . —>--------> — Otaatsülicill'ayll ü<»u il. 0. W, . z42'«ll24ll?0 Oele Wa,c Sildbahn »0« fl. Silb« . . . 9175 92 »5 Giid'Nordb .«erb..Ä,»N«sl. HM. 155 5«) 1KS-K0 Theitz'Vahu lioo'fl. ö, W. . . —- - -Tvamway'Ges., Wr. i?0fl, 0. «V.217'50 >l» — „ Wl.. neu 10a l>7 »l. Indnftrie'Nctien (per Stünw.<^!:ibg, I. 80 fl,40«/« 89— z»u — ^Elbcmühl", Papiers, u. V.»V. «5-— 5<» MoittanoOcftllsch.. öfterr,«aluin« Ll-00 «» — Prager Oisen-Inb »Ges, ^0« sl. .184.- 184 bu Salgo-Tari, «Hiseuraff. 100 sl. , —-— —-— Irifail« Kohlenw »Äes. 70 fl. . —-— —- -Waffens.'O., Oeft. in W. 100 fl. «l>3—«b,— Devisen Deutsche Plätze.....U2 «7, ««87» Vondon........ l»7 00 128 Ä« Pari» .........50 37> — — — Valuten. Ducalen........3 98 «ui llN-Lrancs-Stitclc . . , , . ,o-,w, 10-10^ Silber.........—-— __>__ Deutsche Reichiidailluole!! , . «z07, ßg ?i>^