LmlmcherMMung. Nr. l?4. Pränn «icrationspreiö: Im Comvtoir ssanzj. fi. N, h.i,l>j. fl. 5.N0. Filr dic Zustellung int« H.ixs halbj. 50 lv. Mit dcr Post nanzj. fl. 15>, hnldj. fl. 7.5». Mittwoch, 8. Amu,st Insel/. bcigclcc,tcu Handschreibens zur Berichterstattung aufgefordert habe. endlich daß 5>. zur Dcckung dcr Kosten für die zufolge dieses Provisoriums erforderlichen Bcamtcugchaltc. ferner für die Adaptirnng und Einrichtung dcr Fiumaner Gouftcr- ncurswohuung und dcr übrigen Kosten im Wcgc eines Nachtragscrcdits die Ermächtigung dcs Reichstages ange- sucht wcrde. Wien, 28. Juli 1870. Franz Joseph m. i>. Graf Julius Andrasfy in.;»." Das zweite Handschreiben lautet: „Mein lieber Minister Vedclovich! Nachdem Ich hinsichtlich der Fiumaner Frage auf Grund der in ihrem Wesen übereinstimmenden Beschlüsse des ungarischen Reichstages und des croalisch-slavonischen Landtages, über Vortrag Meines Ministcrrathes, mit Meiner vom heutigen Tage dalirtcu Entschließung bezüglich dcr Stadt Fiumc, ihres Hafens und Bezirkes provisorisch verfügt habc uud in Folge dessen die Wirksamkeit Meines nnl- lelst Meines Handschreibens vom 0. April 186? sür das Fiumancr Comitat bestellten Commissars aufzu- heben und dieses Comitat, auch gemäß dem Wunsche deS croalisch-slavonischcn Landtages, dcr autonomen Re- gierung Meiner lroatisch-slavonischen Länder wieder zu unterstellen sein wird: so beauftrage Ich Sie, daß Sie hinsichtlich dcr in letzterer Beziehung nothwendigen Ver- fügungen die nothwendigen Vorschläge von dem Ban Meiner croatisch° slavonisch-dalmatinischen Länder ein» holen und Mir hierüber uugesäumt Vortrag erstatten. Wien. 28. Juli 1870.' Franz Joseph m. p. Koloman Bedelovich w. p." Die Streitkrüste der kriegführenden Machte. Ehe der Kampf beginnt — und das wird kaum mehr lange auf sich warteu lassen — wollen wir noch die Strcitkräflc der beiden lriegführeudeu Theile theils aufzählen, theils abschätzen. Aufzählen werden wir den Stand, die Quantität der Kräfte: abschätzen deren in- neren Gehalt, deren Streitbarkeit. Die Strcitlräfte für den Dienst zu Lande zerfallen beiderseits in die drei Haupltategorien: Feldarmee, Er- satzarmee und Besatzungstruppen. Die Feldarmeen sind zum unmittelbaren Contacle mit dem Feinde bestimmt, aus den Ersatzarmeen ersetzen die ersteren ihre Verluste und die Besatzungstrnppen werden in dcu festen Plätzen, welche die Stützpunkte für die operireode Armce bilden, verwendet. Diese Einlheilung und Verwendung dcr Landarmeen ist die normalc, cS kann aber auch nothwendig oder we« nigstenS zweckmäßig erscheinen. die Crsatztruppen zur Feldarmee stoßen zu lassen und es erscheint jedenfalls die Ersatzarmcc als ein integrirender Bestandtheil dcr Feldarmee, so daß bei der Aufzählung dcr Streitlräfte auch dic Ersatzarmccn ausgeführt werden müssen. Die norddeutsche BuudeSarmec enthält nun die nachfolgenden Kräfte: 1. Die Feldarmee, bestehend aus: 118 In- fantcric-Ncgimcutcru uud 18 Jäger-Bataillonen: zusam- men 308 Bataillone mit 394.594 Mann; 76 Cavallerie. Regimentern in 304 Escadronen mil 51.I76 Mann .jl'llilll'lml. Aus Kärnt c n. * 11. Klagen fürt, 30. Inli. Ich habc den Leser eigentlich nm Verzeihung zu vltlen wegen dcs kleinen ExcurseS auf das Feld dcr Po- lltlk, womit mcin erstes Feuilleton schloß. Ich will nun Mbsch liei der Sache bleiben uud Ihnen meine Eindrücke aus der Metropole Kärntcns nicht vorenthalten. Ich muß Wehen, Klagcnfnrt, das ich früher nnr einmal im Jahre ^/)4 flüchtig sah, hat meine Erwartungcu übcrtrossüll. ^>e schönen breiten und regelmäßigen Gassen nnd Plätze, °le yrüßtenthcils schr uctten Häuser, worunter manche Arsche öffentliche Gebäude uud Privatpalais, die vielen ^ürteu, die grün überwucherten, baumbcpflanztcu alten ^allc nnd Gräben, endlich die reizende Umgcbuug, alles lcs kmm nicht verfehle», auf deu Fremden einen angc nehme,, Eindruck zu machen. Luft uud Licht, daran fehlt den Klugenfurtcru uicht; ich habc noch tcincS jener ^aen Gäßchcn, jener Schlupfwinkel dcs Elends, dcr Ar- 'uth, des Verbrechens gesehen, wie sie iu nuscreu Pro- °'nzl«lstadten so häufig sind. Sonderbar klingt bei allc- ern dic Klage über WohnungSmangcl, welcher sich da- "urch erklären soll, daß so viele Privatgcbäudc vou den ^'genthümeru selbst in ausgedehnterem Maße benicht rden. Gei den Reizen der Umgebung, dcr gcsuudcn _ M ^ die Cholera hat hier uoch uic gehaust - - lönutc "gcnfurt ein Anziehungspunkt wenn auch nicht für be^ * Vg,, Nr. 172 b. Bl, ständigen Aufenthalt, da das Lcbcn zil theuer ist. so doch für Sommergästc wcrdeu. Einiges töünte allerdings noch geschehen, um dcn Aufenthalt in dcr Stadt noch angc- uchmcr zu machen, zunächst ciuc Rcgulirung dcr Spa^ ziergäiige, Ausbildung dcr Grasplätze zu Parks, An« Icgung größerer Allccu, wic sie unser Laibach so vcrschö- uer», und vielleicht auch in geistiger Beziehung einiges durch Hcrstclluug eiucs auch Fremden zugänglichen Ca- siuo'S, ciucs geselligen und litcrarischen Mittelpunktes, durch bessere Fürsorge für die alten, schon stark zcrliröl- kclndcn Monumente, welche auch dcn SchönheilSsinu nicht übermäßig erregen nud thcilwcise vielleicht besser durch Erzcugmssc inoderncr Kunst crscht werden könnten, u. dgl. Was dem Frcmdeu, auch dcm Laibachcr auffällt, ist auch dcr Maugcl eigentliche!, städtischen Anstrichs, z. B. schöner Auslagcu. Wcnn es auch hie und da dcrcn geben mag, so sind sie schr zcrstrcut, uirgcnds conccntrircn sie sich so schön uud bcqucm. wic z. B. auf lmscrcm „Platz' odcr an uuscrer Steruallce. übcrhulpt schciut cS hier nirgends einen Mittelpunkt dcs Vcrlchrs zu gcbcu. Alles strebt breit n»d bchäbiq auöcilunidc!'. gau^ dcm Charak- ter dcs Kärutucrs cntsprcchnld, dcr mit scmcm unzcrstür- daren Phlegma auffallcud von dein lebhaften und auf- gcwcckteu Kraincr absticht. Daö gilt ebenso gut von dcm kärntnerischen Slaucncn als von dem Deutschen, bcidc prägen auch diesen Charakter nicht minder in ihrem brcitcn, nczogcncn Dialcclc aus. Man begreift cS, daß dcr SlovcniSmus hicr uicht Wur^cl fcisscu taun, weui, auch vou dcm Centrum Laibach noch sc> kräftig agitut wird. Die größte Schwierigkeit für pliblicislisclicS Wir- ten mag hier iu dem cbcu durch Mangel jeder Anregung bedingten I/ii^c/:>,!I^-des großen Haufens liegen, wel- ches dcr stillen Maulwurfslhätigkeit der Frommen im Lande einen danlbaicn Vodcn bietet. Nur die treuherzige deutsche Bicdc'kcit dcs Kärntners läßt die Hoffnung auf dcu Sieg dcr Fortschrittsideen nicht ersterben. Mit der Presse steht rb eben auch nicht besser als bei uns; mein College Pröll, den ich aufsuchte, um dem wackeren Mil^ tampfcr für Forlschritt uud Licht meine Sympachie zu bezeugen, schilderte mir seine Isolirthcit, leine Mitarbei' tcr, kciue Landcorrlspondcnlcn, kcine Theilnahme dcs Pu- lilicums. keiucpolitische Sclustlhäliakeil, c'«.^ Wut ^ommu ^llu/ NM15, doch will cS mir vcdünken, daß der Klagen- furtcr College doch wcit glücklicher ist. als sein Laibacher Mitbrudcr, der einen fortwährenden Eiertanz zwischen zwei Nationalitäten und zwischen dcn beiden Polen beS Ultramo^ tainsmuS und Liberalismus aufführen muß. Doch, es ist Zeit, daß dcr Fcuillclouist auf sein eigentliches Gebiet zurückkehrt u»d, ohuc sich weiter um journalistische Lei< dcn und Frcndcn, um Völker- uud Seelenheil zu küm- mern, Ihnen sciuc Enldcckum,sfal>rten am Würthersee beschreibt. Ätcin eigentliches Neisczicl war ja nicht Kla< gcnfurt, sondern Vcldcn, der Endpunkt des vier Meilen lail^u Wörtl,c!s:c's, dcsscu blaue Fluthcn mil der an- i,n>chm^u Tcll'pcralur von 20" U. mcincn müden Leib l,csund batic» sollten, iu drsscn herrlichem, vou dmitleu Wäldcru und wcißschiinmcrndcn Alpcngipfcln eiuge- rcihmtcn Panorama ich mcincu Blick schwclgen lassen, dessen liebliche Umgehungen, Dörfer, Schlösser ui'd Walolirchlcin ich durchstreife!, wollte. Also hielt eS mich !,icht lauge in dem freundlichen sslaaenfurt. Die Bahn sührtc uns niit a„genehmer Dampfcile nach Pörtschnch. dcr nächsten Tomüicrstatiou dcs See'S, in wclchcu sich hicr cine Landzunge erstreckt, der gegenüber d,^« alllre- grauc Kirchleiu Maria Wöilh (auch Name dc>- Eisen- bahnstation) auf eincr kleinen Halbinsel, unter Laub- 1232 und 53.580 Pferden; 13 Feldartillerie-Regimentern in 195 Batterien und 11? Kolonnen mit 52.357 Mann, 49.764 Pferden und 1170 Geschützen; endlich 13 Pionnier-Bataillonen mit 14.352 Mann und 5603 Pferden. 2. Die Ersatzarmee bestehend aus: 118 Infanterie . Bataillonen mit 140.538 Mann, 18 Jäger-Bataillonen mit 5544 Mann, 76 Escadronen Cavallerie mit 19.000 Mann und 16.112 Pferden, 39 Batterien Artillerie mit 9503 Mann, 2925 Pfer- den und 234 Geschützen, endlich 13 Pionnier-Compag- nien mit 3328 Mann. 3. Die Besä tzungstrupften, bestehend aus: 28 Garde- und Provinzial - Landwehr- Bataillonen mit 137.996 Mann, 18 Compagnien Jäger mit 4644 Mann, 26 Regimentern Cavalleric mit 16,160 Mann und 17.186 Pferden, 39 Batterien Ar- tillerie mit 6110 Mann, 3250 Pferden und 234 Ge- schützen, 190 Festungsartillerie-Compagnien mit 38.950 Mann, 26 Pionnier-Compagnien mit 4356 Mann. Die süddeutschen Staaten verfügen über folgende Streitlräfte im Kriege: 1. Baierische Armee: 1. Feldarmee: 16 Regimenter Infanterie mit 47.312 Mann, 8 Jäger- Bataillone mit 5616 Mann und Urlauber 17.600 Mann, zusammen 70.528 Mann; 10 Regimenter Ca- valleric mit 8352 Mann und Urlauber 1200 Mann zusammen 9552 Mann; 3 Regimenter fahrende Ar- tillerie mit 6710 Mann. 1 Regiment reitende Artillerie mit 831 Mann. 30 Batterien mit 180 Geschützen. 2. Reserve: der Infanterie und Cavallerie 18.352 Mann. der Artillerie 4152 Mann. 3. Active Landwehr dies- seits des Rheins: Infanterie 55.200 Mann, Cavallerie 1600 Mann, Artillerie 1000 Mann. 2. Württemberg: 1. Stehendes Heer im Kriege: 8 Infanterie-Regimenter, 3 Iäger-Va< taillone, zusammen 14.560 Mann, 4 Cavallerie-Regi- menter mit 2184 Mann, 1 Feldjäger-Escadron mit 56 Mann, 1 Artillerie-Regiment mit 1960 Mann und 36 Geschützen. 2. Ersatz - und B esa tz n n a stru ppen : Infanterie 4926 Mann, Cavallerie 676 Mann, Artil- lerie 448 Mann und 18 Geschütze. 3. Baden: 1. Stehende Armee: 6 Infan- terie-Regimenter mit 19.113 Mann, 3 Cavallerie-Regi- menter mit 2094 Mann und 2118 Pferden. 1 Regi< ment Feld Artillerie mit 2408 Mann, 2120 Pferden und 60 Geschützen. 1 Bataillon Festungs-Artillerie mit 1293 Mann. 2. Er s a tz t ru pp e n: 6 Bataillone In- fanterie mit 7134 Mann. 3 Escadronen Cavalleric mit 747 Mann und 636 Pferden, 1 Artillerie-Abtheilung mit 701 Mann, 218 Pferden und 16 Geschützen. 3. Landwehr: 10 Infanterie-Bataillone mit 7939 Mann. Die deutsche Macht besteht daher aus: I.Feld- armee: Infanterie 498.795 Mann, Cavallerie 65.062 Mann. Artillerie 64.266 Mann und 1446 Geschütze. 2. Ersatzarmee: Infanterie 174.842 Mann, Caval- lerie 23.023 Mann, Artillerie 14.804 Mann und 268 Gescdütze. 3. Gesatzungstruppen: Infanterie 205.779 Mann, Cavallerie 17.760 Mann, Artillerie 8403 Mann und 234 Geschütze. Dieser HeeieSmacht steht gegenüber die franzö- sische mit folgenden Streitlräften: 1. Stehendes Heer: u,. Infanterie: Gardegendarmerie 1299 Mann; Gardegrenadiere und Voltigeurs 2066 Mann; Garde-Zuaven 1287 Mann, Linien-Infanterie 100 Re- gimenter zu 3018 Mann. gleich 301.800 Mann; Li« nien-Zuaven 3 Regimenter zu 3103 Mann, gleich 9309 Mann; Fremdenlegion 2541 Mann, Turkos 3 Regi- menter zu 3042 Mann, gleich !»126 Mann; Garde- jäger 1 Bataillon zu 953 Mann; Linienjäger 20 Ba< taillone zu 1041 Mann, gleich 20.820 Mann; in Summa 348.200 Mann. l). Cavallerie: 1. Reserve- Cavallerie: 1 Regiment Gardc-Cürassiere, 10 Regimen- ter Liniencürassiere, 1 Regiment Garde-CarabinierS. 2. Linien-Cavallcrie: 1 Regiment Gardedragoner, 12 Re- gimenter Linicndragoner, 1 Regiment Garde-Uhlunen (Lanciers), 8 Regimenter Linien-Uhlanen. 3. Leichte Cavallerie: 1 Regiment Gardejäger, 12 Regimenter Linicnjäger; 1 Regiment Gardc-Guiden, 8 Regimenter Linien-Hußarcn, 4 Regimenter Chasseurs d'Afrique, 3 Regimenter Spahis, 3 Compagnien Remonte-Rciter, 1 Escadron Ont^in-do^ ^ «linvul, 1 Escadron t^loi^'iiu- mo« ä'siito, in Summa 63 Cavallelic-Negimenter, 350 Escadronen. Der Stand der Cavalleric ist bei den «i Garde-Cavallcric-Rcaimentern je 870 Pferde — 5220 Pferde; bei den 30 Cürassiel--. Dragoner« und Uhlanen- Regimentern der Linie je 821 Pferde — 24.830 Pferde; bei den Hußaren, Jägern und bei der afrikanischen Ca- vallerie je 981 Pferde — 19.620 Pferde; bci den 4 Ow!,88our8 ä'H.friPi0 je 864 Pferde — 345l! Pferde; bei den 3 Sftahis-Rcgimentern je 1036 Pferde — 3108 Pferde, zusammen Cavallerie 56.034 Pferde, c. Artil- lerie: 1 fahrendes Artillei'ic-Regiinclil dcr Garde mit 1141 Mann und 36 Geschützen. 15 fahrende Artillcrie- Regimenter der Linie mit 41.070 Mann und 720 Ge- schützen für's Feld und 360 Geschützen für Festungen, 1 reitendes Artillerie-Regiment der Garde mit 1389 Mann und 36 Geschützen. 4 reitende Artillerie-Regimen- ter der Linie mit 7180 Mann und 192 Geschützen, zu- sammen 22 Artillerie-Regimenter mit 164 bespannten Batterien oder 984 Geschützen und mit 60 nichtbc- spannten Batterien oder 360 Geschützen. 2. Depot- ( Ersatz -) Truppeu : 258.0(10 Mann. 3. Besaz - zungstruppen: Mobile Nationalgarde 381.723 Mann. Die französische Macht besteht daher aus: 1. Feldarmee: Infanterie 365.563 Mann, Cavnllc> ie 55.786 Mann. Artillerie 60.840 Mann und 984 Ge- schütze. 2. Ersatz t rup pen : Infanterie 200.000Mann, Caoallerie und Artillerie 58.0M Mann. 3. Vesatznngs- truppeu inclusive Gendarmerie: 410.000 Mann und 360 Geschütze. Stellen wir diese Ziffern der beiden Mächte ein» ander gegenüber, fo sehen wir: 1. Feldarmee. Deutsche: Französische: Infanterie 498.795 Mann 365.563 Mann Cavallerie 65062 ,. 55.786 Artillerie 64.266 ,. 60.840 Geschütze 1466 „ und 984 Geschütze. 2. Ersatzarmee. Deutsche: Französische: Infanterie 174.842 Mann 200.000 Mann Cavallerie 23.023 .. . Artillerie 14.804 .. / '""^ " Geschütze 268 Stück 3. Vesahungstruppen. Deutsche: Französische: Infanterie 205.779 Mann! Cavallerie 17.760 „ 410.000 Mann Artillerie 8403 „ j und Geschütze 234 Stück 360 Geschütze. Im gegenseitigen Vergleich ist daher die deutsche Feldarmee stärker als die französische, dagegen die deutsche bäumen halb verdeckt, liegt. Pörtschach ist ein kleiner Ort mit einer großen Zukunft. Auf seiner Landenge, unstreitbar der schönste Punkt des Sce'S, soll das pro- jectirle große Actien.Hotel im amerikanischen Styl auf« geführt werden, das dem Ruhme Veldens ein rasches Ende bereiten und die zuströmenden Reisenden aller Na« tionen mit allem verfeinerten Luxus beherbergen soll, den man bisher noch vergebens in diesen unwirthbaren Seegegenden sucht. Für jetzt müssen die Touristen und Sommerfrischler in Pörtschach sich mit gelegentlichen Wohnungen in den Privathäusern, denn Werzers gutes Gasthaus ist klein, begnügen. Ich fand alles besetzt und mußte nach kurzem Aufenthalte und nachdem ich mich in einer der hübschen Badhauscabinen in den spiegelklaren Wellen dcS See's im Angesichte des herr- lichen Gergpanorama's erquickt, die Weiterfahrt nach Velden antreten, zu welcher ich diesmal dcn regelmäßig den See befahrcndcn kleinen, ganz anständig eingerich- teten Dampfer benutzte. Es soll derselbe sein, der ein- mal unter großer Theilnahme der Laibacher von der Tirnaucr Werfte vom Stapel lief, um den Verkehr deS alten Nauportus zu beleben, aber in dcn mäan- drischen Windungen der Laibach zu viclc Hindernisse seines Vorwärtseilcns fand und nach manchen mir unbekannten Schicksalen jetzt am Wörthersee „ablebt." Ein großer Vorzug ist die Billigkeit dieses Ver- kehrsmittels. Die Fahrt von Pörtschach bis Velden lostet z. B. in der ersten Classe einer omnibusähn- lichen Eajüte nur 35 Kreuzer. Auch die Hoffnungen auf Velden sollten sich nicht erfüllen, da auch hier alle Sommerwohnungen bereits vergriffen waren. Man stelle sich Velden nicht als einen modernen Badeort mit Hotels vor, selbst nicht wie unser Veldes, das doch bei Mallner, Luckmann, Petran ganz comfortable Institutionen für Fremde besitzt. In Vclden müssen die Anforderungen der Gäste sich auf das Minimum reduciren. aber ich konnte auch meine gewiß anspruchslosen Wünsche hier nicht be- friedigen, und es blieb mir nichts übrig, als, nachdem ich an den Reizen des Sees und seiner wirklich para- diesischen Umgebung mich erfrischt, mit schwerem Herzen mich von ihnen zu trennen und in Pörtschach noch ein- mal — im seemännischen und figürlichen Sinne — „anzulaufen." Pörtschach bot Hoffnungen, Aussichten auf allfällig leer werdende Quartiere oder auf solche, welche durch weitwendige Unterhandlungen in Klagenfurt zu erlangen und dann nur noch zu meublircn wären, wobei es mir überlassen bleiben sollte, selbst Bettzeug herbeizu- schaffen. Vor solchen Hindernissen sank mir der Muth, und da zugleich die Zeit „nicht Zeit hat" und bereits einige Tage meines Urlaubs abgelaufen stud, so bin ich, einstweilen wieder unter einem den See poetisch ver- schönernden Gemitter und großem Andränge von Ver- gnügungszüglern jeden Alters auf dem Dampfer nach Klagenfurt heimgelehrt, mit der Badcinhabung von St. Leonhard in einen Briefwechsel getreten, um mir in diesem in den Zeitungen wenig besprochenen, aber schnell in Aufnahme kommenden GcbirgSortc. einem sogenannten klimatischen Curorte mit gutem Wasser, noch besseren Forellen, den besten Knödeln und stärkender Luft, ein Plätzchen zu sichern. Dazu habe ich Hoffnung, aber keine bestimmte Aussicht. Das Feuilleton kann sich also noch recht abwechslungsvoll gestalten, was vielleicht für den Leser angenehmer werden dürfte, als für Ihren erge- benen Diener, den zwifchen See und Alpen vom Schicksal hin und her geworfenen Feuilletonisteu. Ersatzarmee und die deutsche Bcsatzungsarmee schwäch" als die französische. Unsere Ansichten übc.r die Conscqucnzen dieser U"' gleichhciten werden wir nächstens auseinandersetzen. (Vstdt.-Ztg.) Politische Uebersicht. itaibach, 2. August. Die „Indipendcn;a italiana" versichert, daß z>"' schen den Cabineten von Florenz, London lin> Wien thäligst Unterhandlungen gepflogen werden, lB durch gegenseitige Garantien die Neutralität dcr dlll Staaten zu sichern. Man erwartet die Einschließung dcr englischen Regierung, welche dcn Vorschlägen Ilc liens Schwierigkeiten entgegenzusetzen scheint. Die Berliner officiöse Prcssc geht jetzt von Ausfällen gegen England zn Drohungen über. „M' ben die Engländer," — schreibt die (nach dcr ..Vossisu Ztg." von der Regierung inspirirtc) „Correspond Stern" — „den Franzosen ungestört Kohlen und Ms nition zuführen zu können, mit dci,cn sie uns zu ^ Nichten gedenken, und als Lohn dafür von un?, mit»"' screm Blute, dic Erhaltung Belgiens fm'bcl'n zu di'»!»'"' Wir fagcu nicht, tmß dcr Verlust Belgiens für b? Grenzen Deutschlands ciu geringer sci: wir wi'ndcn d>^ Lösung dcr Frage vielmehr geradezu für ciuc vc'lM nißuollc halten; wo eS sich aber darum handclt. ^ «rüste einer Nation nicht dadurch zu vcrgcudcn, um ^ stanien für einen Frcmdcn — dem, die Engländer ^ gcn sich uns ja als Fremde aus dcm Fcncr zu h? len, da muß man alle Combinationen nach und nach'" den Vordergrund stellen. Wir sagcn den Engländern dcs halb: Belgien ist ein für Deutschland jetzt sich nal«l gemäß aufdrängendes Compensations-Object, und !»>> rathen ihnen, ihr Kind selbst zu schützen." Der Artikel schließt mit den Worten: „HoffcnB werden die leitenden Staatsmänner Deutschlands de^ Treiben der Krämer-Insulaner nicht mehr lange rlB zuschauen. Mehr Schaden, als uns die Franzosen allel" zur See zufügen können, kann uns aus der FeindW' Englands doch nicht mehr erwachsen; kommt es d<^ aber einmal zur Abrechnung, so wird dcr Canal »^ Suez und der Weg durch Persien dahin führen, "' Compensations-Objecte für den jetzigen guten W'l' Englands anzuweisen sind." Wie bereits telegraphisch angezeigt, ist der Ka^ Napoleon am 28. Juli. 9 Uhr 55 Minuten Friih '^ Begleitung der Kaiserin und des kaiserlichen Prinze"""' eines starken militärischen Gefolges von Saint < Elo" nach dem Hauptquartier der Rhciuarmee abgereist. ^ Seine-Präfect und der Polizeipräfect. ferner Herr AH lc Roux als Präsident der Westbahngescllschaft >^ mehrere andere Persönlichkeiten geleiteten den Kaiser ' dcn Bahnhof. Der kaiserliche Prinz trug dic ssclduiu^' eines Unterlieutcnauts dcr GardMcnaoierc, der K^ ein Käpi und die leichte Uniform eines Obergcntt^, Nachdem der Kaiser von den Beamten einen flücht Abschied genommen, setzte sich dcr Zug in Bclvcg"" und erreichte um halb 11 Uhr mittelst der Gürtels die erste Station dcr Ostlinie in dcr Vorstadt La "' lettc, wo dic Minister dcn Souvcrain crwartcttn "", sich von ihm beurlaubten. Die Kaiserin soll ihren ^ mal und ihren Sohn bis Chatcan-Thicrry begleite« '' heute Abends in Saint-Cloud wieder eintreffen; sie " heule Früh in dcr Kirche Notre-Damc des Victoircs" Weihgeschcnl cinc ewige Lampe aufhängen lassen, >v^ dies auch schon bei Beginn des italienischen Kricgcs! than hatte. ^. Das Pariser „Journal officicl" meldet: ^, Rcgieruug hat beschlossen, daß für dic Dauer des K', gcö Reisende jeder Nationalität zur Reise nach Frankreich mit Pässen versehen sein müssen. Diese ^M^ regel findet leine Anwendung auf preußische Untcrlh"^ und die Angehörigen der mit Preußen der, die nur mit einer Spccialcrlaubniß in Fralw^^ reisen dürfen. Die Londoner Municipalität hat Lesseps >M Gastfreundschaft dcr City angeboten. Lcsscps erwid^, England besitze die aufrichtige Freundschaft Frankly welches einer der Vorposten der Freiheit im Friede" > wohl. als im Kriege ist. Das edle Blut. welches gegenwärtigen Streite vergossen werden wird, ivird" v umsonst geflossen sein, cS werden die Civilisation « Humauität ihren Nutzen daraus ziehen. Aus Rom wird der ..Prcssc" unterm 29. »>'« geschrieben, daß dic Lage ciuc sehr ernste ist, in " sW der heilige Stuhl sich befindet. „Im Vatican" ^"gW ihr Correspondent — „cMircn zwei verschiedene ^« nungen über das, was der Papst thun soll; die Einc^ M mit ihucn Pins IX. selbst, behaupten, man "M^ Rom bleiben, so lang als es möglich sei, dort dc",^^ des Papstthums aufrecht zu halten. Die Andere» ^M daß der Papst so schleunig als möglich sich "ll^^ nach Malta sich begeben und unter dcn SäM ^^ britanniens sich stellen sollc. Mittlerweile hat dtt ^M ciu eigenhändiges Schreiben des Königs Victor Al ^W erhalten, in welchem die achtungsvollste Versicher""^^ gesprochen wird. daß Italien ebenso gut wie iM ^ den Papst und sein Territorium zu beschützen ' ^> werde. Ueberdies wird die italienische Regien'"« «