"Il* ^«S«I N- l' - >' '!'>- N- ki.5>'. »für di^'.nftcNu!,« in« Ha»o Samstag, l3. November Hnlerti «nenebühr dle iu ii«ll«n: »mal «u lr., <^<»^ «m. «utr.,!,m.ljl.! sonst pr.Zlilrlm.ulr., im. «li., >^>V^!» »m.lOfr. u.s.>:>. ^»>5m.z<>ll. «v^v«^.» Amtlicher Theil. Zier Ministcr für Cultus und Unterricht hat dm '"l.'alsch»lpl'ofcssor Dr. Joseph Braudl zum Director "^' l. k. Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt ernannt ""d eine Hanptlchrcrstcllc an dieser Anstalt dem bis->c>igcn Schnldirc^tor, zugleich Lchrcrblldncr daselbst, Io-^»n Bcnisch verliehen. Dcr Minister für Cultus und Unterricht Hal den Wvcsencn Director dcr f. k. Obcrrcalschnlc in Weinberg ^bolf 5t u ncrt h zum Director dcr k. t. Lehrerbildungsanstalt in Tropftau cruannt und dem bisherigen Schul-°ncttor, zugleich Lchrcrbildncr daselbst, Josef Kreisel cu,c Hauptlchrerslcllc an dieser Anstalt verliehen. Dcr erste Präsident dcs t. k. Obersten Gerichts ^ses hat die bei diesem Gerichtshöfe in Erledigung gc- !°'n>ncne Rathssccrctärsadiunctcnstcllc dcm Gcrichtsad- ^wi he, dcm k. k. Handelsgerichte i» Wien Dr, ^'Pha,i Seilt er verliehen. . Das Präsidium der k. k. Finanz - Direction hat l" Amtsassistenten Wenzel Vrezina zum Amtsosficial '"d den quieöcirtcu Kan^lei>Assistenten Alois Eid rich 1'^" Amtsassistcnten beim t. k. Hanptzollamle in Lai-ü.^> crnannt. Nichtamtlicher Theil. Dic M05kliwitischc Propaganda. Die Ereignisse in Dalinaticn huben die Aufunrt-^»keit dcr Politiker lnu^rdings wieder iil erhöhtem "^de auf die Agitation hixgclenkt, welche von Rlißland ^ in, illyrischcu Driiccke liilleihalte» wird. Allcr> ^'Ms beeilt man sich, Stndicn über diese moskuwilischc ^opaganda zu veröffentlichen und es ist namenllich die "'liodischc Literatur Englands und Frankreichs gegen- wärtig sehr fruchtbar an solchen Essays. Dieselben wiederholen aber durchweg mir längst Bekanntes und ziehen ans den alten Thatsache» dic altgewohnten Fol» gerungen. Nenc Gesichtspunkte und eine vou der biö-hciigen Auffassung dcr Wechselbeziehungen zwischen Rußland nnd den Rajahstämmen der Pforte vielfach abweichende Darstellung d^s Sachveihalts brachte hingegen dieser Tage eine «riechischc Zlilschrift, die in Tricst erscheinende „Klio". Der Antor dicscr wcitlänsigcn Abhandlung ist offcobar sehr genau über den Ehaiatlcr dcr Wühlereien unterrichtet, welche anf russische Nech nung in der europäischen Türkei und in den österreichischen Rachbarpromuzcn derselben betrieben weiden. Sein hellenischer Fcncieifer macht ihn zn einem entschiedenen Gegner dcr slavischen Aspirationen, wclche mit der griechischen ZukunflSpolitik in offenen Conflict ge-«alhcn sind nnd in seiner Entrüstung über diese neue» Widersacher plaudert er geschwätzig ans dcr Schnlc. W>r Oeslcrreichcr sind bci diesem Streite dcr Parteien, die sich als die tünftigcn Erbcn deo tranken Maniics betrachten, nicht blos dcr oticntlUischcn Frage wegen oclhciligt, welche uns am Ende ebenso anf die Finger brennen wird, wie den Osmcmli; die Ausdehnung der mosfowilischcn Intriguen anf das grsanuute südslawische Gebiet gestaltet dieselben auch zu eincr sehr ernsten interne» Angelegenheit dcs Reiches. Wie bedenklich dieses stete Anhäufen gefährlicher Züodstoffc längs nnserer Südostgrcnzc ist, cllcbeu wir soeben in Dalmatien. Wenn auch unucrantwoNlichc Fehler, welche sich die Administration in diesem Lande seil Jahr und Tag zu Schulden kommen ließ, und schwer quallficirbaic Miß griffe, welche bei dcr Conscription dcr Eattmcscn für die Landwehr unterlaufen sind, als die nächste Ursache dcr Erhebung angesehen werden müsse», so bleibt doch das eine Factum wahr, daß diese insurrection nur wc^cn ihsce iinicin Zusaiüinenhanges mit dcr gesaunntcu von Petersburg n»d Mool^i, hcr gcschürten südslavische» Bcwegnug diejenige politische TraMeilc erlaubt hat, welche mau ihr mit Recht beimißt. Ohne dieseu innern Zusammenhang würde dcr auf einige Quadratmeilcn l'cschränllc Ausstand nur die Bedeutung eincS localen Pntschcs haben nnd die europäische Diplomatie auch nicht einen Augenblick ernstlich beschäftigen. Dcr Essayist der „Mio" datirt die systematische Ein« wirlung Nußlands auf dic Südslavcu und die Thätigkeit dcr panslavistischcn Propaganda auf dcr Aaltan-Halbinscl und in dcn öslcrrcichisch-uugarischen Grenzpro« uinzen erst ans dcr ncucsttu Zeit, alls dcr Periode nach dem Krimkricgc. Dic Perbiudungcn, welche Rußland früher in der Türkei unterhalten und mit dcren Hilfe es dcr Pforte Verlegenheiten zu bereiten gewußt hat, sind nach seiner Darstelluug philhellcnischc gewesen. Man hat sich früher in Rußland um die ethnographischen Vcr-hälinissc des illyrischcn Dreiecks und um dic Stamm-Verwandtschaft dcr Mehrzahl der Rajah blutwenig gekümmert. Wie iu Rußland der Patriotismus, welcher uou dcn Unterthanen gefordert wurde, nur ein abstractrr gewesen und sich iu eincr absolntcn Hingabe an den persönlichen Repräsentanten dcs patriarchalischen Absolu^ tismuö mauifestirte, so wurde auch die nationale Idee vollständig vou der religiösen absorbirt. Der „orthodoxe" Glaube galt als das Wahrzeichen dcs echten Russeu-thllms gegenüber dcn „heidnischen" Vekcnntnissen der Westcnropäcr. Mit diefem Schlagworte vermochte man !812 dcm Kampfe wider die Frauzosrn einc nationale Oruudlage zu gcbcn und wurden noch während des Krim« tricgcö und sogar in dcm letzten polnischen Aufstande die Massen fanatisirt. Das religiöse Moment wurde von der russischen Diplomatie, welche die Ideen Peter I. und Katharina II. der Türkei gegenüber weiter zu verwirklichen trachtete, in dcn Vordcrgruud geschoben. Man suchte auf die Glaubensgenossen im oltomanischen Ge« biete einzuwirken, nicht auf die Stammesgcnosscn. Da dort die Bclenner des orthodoxen orientalischen Ritus ihre Eonfcssion die griechische nennen, und unter einer ans dem Phanar stammcndcn hellenischen Hierarchie stehen, wurde die Frage einer gewaltsamen Emancipation dcr Rajah als eine griechische behandelt und die .ll'llilll'llill. Urwald. Skizze vou i!udwist Dlmitz. (Schluß.) da s.^ bin Herrn Thicriot nur auszugsweise gefolgt. >^,'^ scinc hochint.rcssantc Schilderung mehr auf dic Hlu^- lMtwirthschaftlichen Einrichtnngcn in dicscm lic'i",^l'orste, als auf dcn Eharaltcr des Urwaldes selbst N In dicser lctztcn Aczichnng aber ist die Schildc-»^^cßcly's, des heutigen Directors derMariabrnn-^ ^rstatadcmie, welche er uou dcm >m Thalgcbietc ^. ^"lz gelegenen Urwalde Neuwald (wahrichcinlich ^^"llstc Name desselben) entwirft, eine so schöne, ^ 'ch sic meinen Lesern nicht vorenthalten kaun. Herr H ^l) hat das Nachfolgende im Drang jugendlicher ^Mtcrnng vor Jahren in fein Tagebuch verzeichnet. ^.^ Jeder war getragen von den Schwingen einer ^l>, Phantasie, von dem Flug ernster, heiliger Gc< ^llso hören wir ihn: ^ „"Hüchst merkwürdig ist der große, üppige und wohl-tz^'hte Kessel dieser unabsehbaren Waldwüstc. Ein i>^>, Uwhartiger Schöpfung und prachtvoller Wildniß ^lni, l'2t er auch das starrste Gemüth mit scheuer ^tu "^' den gewaltigen Werken Gottcö. — Die Wall' ""^ hier scit den Tagen dcr jetzigen Welt-^>l,l? "^"n und uugcstört waltete, hat da ein Un-'"c».. ?^ au vegetativer Kraft und Erzeugung zusam-^c>>> '?'^' sic hat hier Aufang uud Vollendung; ^llrc» ?^ ^^"' u"o Tod in ricscnl'aftcn Formen , iMnd nebeneinander geordnet." ! b'eses""'/ '^lchten. dic Tannen und selbst dic Värchcn !'lie in ^^ erreichen cine ^änge von 15,0—200 Fuß. ^'Awl ^tammöstärlc von 5i—8 uud cincn Mas-,^'^i,^°" 1000-2000 Fuß. die Buchen auch ^5^M^"b ^"6l' 'l"^ Schuh untere Stärke nnd W>eu hi""".,^uß Holzmasse, und lassen somit all das ^s!cii,d ^'sich, '"^^ "" in unseren modernen Holz-,°!'sc>i s^ ,^' schcn gewohnt sind. An diesen Baumlo- W""t>cs' "«en sich dic geübtesten Masscnschätzer des Flach- M ^ Schanden." ! ^er cili^s^"lcstät dieses gewaltigen Hochholzcs ist ^ 'säuerliche, denn inmitten der Stämme höch- ster Lcbciistraft stehen allenthalben die abgestorbenen Zeugen früherer Jahrhunderte umher, mit gebrochenen Aestcn und Gipfeln, die rindenloscn Schafte gcister-blcich und vielfach durchlöchert von dcn, Inscctcn suchenden Spechten, öfter auch in langgestreckten Splittern endende Slrünke vom Sturme gebrochener Fichten." „Das Riesenhafte dicser Vegetation rührt nicht blos daher, daß die Stämme bis zn ihrem natürlichen Absterben, also über das gewöhnliche Haubarkeilsalter hinaus fortwachscn und ihre Masse mehren tonnen, son dcrn ganz besonders auch vom Vorhandensein aller Umstünde, welche eben das Lebensalter dcr Bäume auf die äußerste Grenze hinausznrücken geeignet sind. — Das räubere Klima, die mchr gleichmäßig feuchte Almo-sphärc, dcr änhersl hmnose Boden, der eigcnthümlichc gewissermaßen nie unterbrochene Waldesschluß, welcher das Wachsthum dcr Stämme iu der Jugend zurück« hält, uud ihren Fuß beständig schützt, das alles zusammengenommen fördert so absonderlich die Lebensdauer, daß diese Baumricscn, wenn sie nicht etwa früher vom Sturme getroffen werden, meist ein Alter von W0 — 400. öfter sogar von 000 Jahren erreichen." „Tausende uou kolossalen Schäften, wie sie Alter nnd Orcanc nach und nach übereinander geworfen haben, bedecken kreuz und qner — oft als wirrer Verhau — dcn graslosen Äoden. Hier ein frischer, cden vom Sturme in dcr Fülle seiner Kraft gerissener Stamm, mit sciner ganzen markigen ticfgrünen Genadlnng; daneben dcr rindcnlosc bleiche Schaft eines hcimgcgangc« ncn. in sich zusammengebrochenen Altvaters, astloö mit geknickten! Gipfel; wieder daneben und darunter die Uebcrresle früherer Generationen, dicht mit grünem Moos-filzc nlllnigfacher Schattirung überzogen, in allen Stadien der Verwesung." „Wo Stämme über dcn einzigen Pfad geworfen wurden. welcher sich durch diese Wildniß windet, hat man Stufen in die Schäfte gehauen, anf daß man sie überschreiten lönnc, denn es hätte eines ungeheuren Kraftaufwandes bedurft, sie ans dem Wege zn räumen. Etwa in dcr Mitte dcs Forslcö trafen wir auf cincn cbcn gestürzten Fichtkuloß. Dcr sechsfüßige Schaft lag gleich einem Wall quer über dcn Steig, dic größten unter uns vermochten nicht über ihn hcrüberzuschaucn; die gewandte Jugend hieb nmsonst ihre Bergstöcke (GricSbcilc) ein, um sich im kühnen Satz hinanfznschwin gcu, sic mnßte endlich dem besonnenen Alcr folgen und den Baum umgehen." ..Merkwürdig' ist dic Fülle ncuer Vegetation, welche sich auf den alten Lagcrstämmcn entwickelt. Ein dichter Pelz dcS üppigsten Mooses überzieht sie nach allen Seiten; darin finden die fallenden Baumsamen vortreffliches Keimbctt und in dcm darunter sich bilden« dcn HumuS die jungen Pflänzchcn geeigneten Boden. ^ So haben in den Leichen der hingeschwundenen Baumgcncrationcn Millionen nachwachsender Pflänzlinge Wurzel geschlagen und streben nunmehr rüstig zu dcn spärlichen Lichtlöchcrn hinan, ivelchc diese Leichen durch ihren Stnrz in das hohe Laubgewölbc des riesigen Forstes schlugen. — Auf einigen solcher Baumladaver fanden wir mehrere hundert neuer Fichten und einzelne davon schon zn ansehnlichen 00—70jährigcn Neideln erwachsen. - - Die mooSbcdecktcn Lagcrschäftc eignen sich gegenüber dem mit eiuer, dicken Schwarte überzogenen Erdboden so vorzüglich für den neuen NachwnchS, daß dicser oft auch nur auf diesen erscheint. Vielen alten Horsten sieht man diese Entstchungsweise jetzt noch an, denn sie stchcn in dcn gcradcn Linien des längst vergangenen Schaftes da, auf welchem sie ursprünglich gckcimt haben. — Nicht selten trifft man auch Mstämme, deren Wurzcltnolcn mehrere Fuße ober dem Boden steht. Sie sind cben auf starken Baum-lcichcu entstanden, ihre Wurzeln haben dann über die Scilcu dieser letzteren in den Erdboden hinabgegrifscn, und weil dcr von ihnen umfaßte Schaft in der Folge ganz znsammcufaultc. so stehen sie nunmehr mit einem Theile dcr Wurzeln in dcr Luft." „Ohne Unterlaß zog es uns vom Steige ab. den wir verfolgen sollten; dieses Eindringen in die anscheinend noch unbctretcne Wildniß hatte cincn unnennbaren Reiz, dcm Keiner zu widerstehen vermochte, es war das Gefühl, welches die großen Wcltumsegler bewegt haben mag, als sie neue Erdthcilc entdeckten." „Aber was war im Grunde unser Vordringen! Wenige Schritte, und gewaltige Lagcrholzmasscn traten uns entgegen. Mit ungeheurer Anstrengung schwangen wir nns über einen oder den anderen Schaft hinüber, mühsam dmchkrochcu wir andernorts die Gipfel, oder zwängten unS zwischen dcm Boden und dcm Schaft durch ; öfter sprangen wir auf cin dichtbcmoostcs Slamm^ stück, abcr cs brach untcr uns cin und wir versanken bis über die Knie in Holzmodcr. ^ Es waren das völlig vermooste Schäfte, welche nur mehr durch dcn dichten Moosfilz zusammengehalten wurden. Kaum war ein Verhau überwunden, so stellte sich wieder cin neuer 1910 russische Politik von dem Augenblicke an, in wclchcm die Hellenen ihren Unabhängigteitökamp f begonnen hatten, eine ganz entschieden philhcllcnischc. Von einer nationalen Solidarität mit den slavischen Stämmen wollte man nur selten etwas wissen und Nnhlano lrat mitunter sogar feindselig gegen die Südslaven auf. So wnrde während der französischen ilriege die gewaltige Handelssiottc der altchrnmrdigcn slavischen Republik 9iagnsa von den Nüssen vernichtet und die Macht dieses einst so blühen den adriatische» Emporiums sür imincr gelnochen, weil die Nagusaner mit den unter russischem Protectorate stehenden Ionischen Insclgricchcn in einen Streit gc rathen waren. Selbst nach der Schlacht bei Navariuu hatte der russische Admiral für den Vladita Peter von Montenegro nur eine höhnisch abweisende vlntworl, als dieser seine Unlcrslütznng gegen die Türken verlangte. ^ Erst gegen Ende der Ncgieiling des Kaiser,? ^iitolans ^ änderte sich der bisher einseitige philhcllcuischc Charakter der rnssischcn Propaganda thcilweise, uachdcin der (Hinmarsch der Invasiullslrnppen des Marschalls Paslicwilsch ^ die österreichischen nnd türkischen Südsluven in unmittelbare Berührung mit den Russen gebracht. l Ein völliger Umschwung trat aber nach dem Krim-, lriege ein, als in Nußland selbst mit den großen Ne-form-Idecn gleichseitig anch die einseitig zllgcspitztc Na-tionaliläts-Politit der Äiuskancr Schule zu lriumphiren anfing, nntcr den hervorragendsten Mitgliedern der kaiserlichen Familie selbst Anhänger gcwann nnd mehrere ihrer entschiedensten Parteigänger, zu welchen del Essayist der „Klio" auch den Kanzler Fürsten Gortschatoff rechnet, die ganze Negicruugsmaschincric nach der ncucu Lehre umgestalten tonnten. Von diesem Zeitpunkte hat sich, wie uuser Gewährsmann an vielen schlagenden Beispielen darlhut, die bisher in ihrer ganzen Grundnnlagc philhellcnischc Propaganda der Moskowiter im illyri-schen Dreieck in eine slavische, dem Hcllcncnlhnm gcradezn unfrenndliche verwandelt. Anstalt den Tranni vou einer Wiederherstellung des byzantinischen ^Iteichcs zn nähren, fing man nnn an, Anhänger fur die Idee einer südslavischen Eonföderalion uuter russischem Protectorate zu werben, welche anch die „ hellenischen " Städte, Eon-slantinopcl, Philippopcl und Salonich, umfassen soll. Der crclcnsischc Aufstand wnrdc nicht mit jenem Nachdrucke unterstützt, wie das früher bei einer ähnlichen Bewegung der Fall gewesen, uud auf dem Pariser Con-gressc vertheidigte Nußlaud nach der Ansicht der Hellenen ihre Sache nur widerwillig und lan. Umso Nachdruck-licher aber betrieb man nun das Apostolat des Slavcu-thums. Während früher nnter dem Aus^abcpostcu dcö russischen Ministeriums des Auswärtigen auch ciuer unter dem Titel: „Untcrstützuugcu für Gricchcu in der Türkei" zu finden war, heißt es jetzt in dieser Nubril: „Subvention der orthodoxen Kirchen und Schulen in den slavischen Provinzen der Türkei uud Oesterreichs." Die allrussische Moskauer Schule suchte auf dem ethno-, graphischen Congreß ihre Propaganda iu aller Form zu organisireu, und die Ncgieruug bot hiezu bereitwilligst die Hand. Eine Menge türkischer Südslavcn, namentlich Vulgären, welche in dem von ihrem Landsmanne Mintow — dem Milchbrudcr Mithab Paschas! — geleiteten Collegium in Nikolaijew und an der Moskauer Universität ausgebildet worden waren, traten in die. Dienste des auswärtigen Amtes und besorgen nun in den südslauischcu Bändern der Türkei sowohl als Oesterreich das Agcutcugeschäft mit großem Eifer uud uuleug-barem Geschick. Sie habcu die Gesellschaften und Vereine ins Leben gerufen, die OmladinaS und Confratcr-nitätcn zu bilden verstanden, welche unter der Maske litcrarischcr Bestrebungen politische Zwecke verfolgen, und vor allem das Gefühl der flavischcu Solidarität aufrecht zu erhalten sucheu. Sie haben nach der Ansicht des Essayisten der „Klio" überall ihre Häudc im Spiel, wo ans südslavischcm Bodcu die nationale Be-wcgnng in helle Flammen aufschlägt, und waren auch in Dalmatien thätig, um den Vraudsloff zu cutzüudcn. (Pr.) Nllchcftrl in Paris erweckt in Loudou größeres Interesse als Nochefort in der Verbannung, znmal der englische Geschmack sich mit seiner „Laterne" auf die Daun' uicht hat bcfreuudcn können. Daß ihm der Kaiser freies Geleite gewährt, bis die Wahlen vorüber sein werden, findet man in demselben Maße taclvoll, als man die erste Ansprache Nochcsorts tactlus findet. Am stärksten spricht sich darüber der ..Daily Telegraph" aus, indem er sagt. Nochefort hätte dnrch sein Auftreten beinahe den Verdacht verdient, daß er im geheimen Solde des Kaisers stehe, um das Nc-publicancrthum verächtlich crschciuen zu lassen. Habe er doch ohne Errötheu erklärt, daß er gekommen sei, einen Eid in cinen Meineid z» verwandeln! Um wie viel würdiger erscheine diesem Eynismns gegennucr die Haltnng Lonis Blancs, der nicht vergessen habe, daß ein falscher Eid sich nimmermehr mit dcr Würde, des Nepublicaners vertrage. Im übrigcu scheint dcr „Tc> lcgraph" Herrn Nochcfort lein frei Geleite für alle Ewigkeit versprechen zu können, läßt vielmehr den freundlichen Nath dnrchfchimmcru, daß er bei dcr ersten passenden Gelegenheit lingestcckt werden sollte. In England würde er nicht ciue Woche lang auf freiem Fuß gelassen werden. Sei doch nuch O'Eouncll verhaftet worden, obwohl dessen Ncdcn im Vergleiche mit denen Nocheforts üucrans zahm gewesen seien. Habe die englische Ncgiernng doch keinen Anstand genommen, das revolutionäre Blatt „Irish People" zu unterdrücken. Allerdings schenke die Ncgicrnng den hochucrrütherischen Auslassnngcn einiger elenden Subjecte im Hyde - Part und auf irischen Volksversammlungen keine Beachtung und lasse auch die Fenicr-Pressc gewähren, doch würde sie gegen alle diese Ausschreitungen ganz sicherlich mit dcr Strenge des Gesetzes vorgehen, wenn das Fcnici" oder Nepublicanerthnm iu England anch nur ciucn so geringen Anhang besäße als Nochefort in Frankreich. Ausland. Dir-el gcs Ausflüge in den Lidano». Die Nacht verbringt tt bei dem Hänplling des Gcliictcs. Dcr Kronprinz wmdc überall von Druse» und Ehristcn mit lcbhaslcn Fm>' denbczcignngen begrüßt. EMsneuisskeitetl. Die Geständnisse Traupmann's. Paris, 9. November. Aus zuverlässiger Quelle erfährt heute die „Opinion Nationale" , dcr Mörder r?» Pautiu, Tranpmauu, habe sich endlich eulschlosscu, ci» vollkommenes Gestäuduiß seiner Schuld vor dem Ilnlcl' suchnugsrichlcr abzulegen. Er allem ist der Schuldige, und dies uugcfähr ist die vou ihm gegebene Schilderuuq ^ furchtbaren Gemctzels: ?l'achdeui cr am ^5. August iu ci»^' Ebene bei diuebwillcr Kiuck Vater crulordct uud au ciiu'»' vou ihn: bezeichuetcu Orte eiugescharrt, dachte TraupuilU'» znucichst daran, auch den juugen Kinck beiseite zu schaffe»' welcher, wie man weiß, auf dem Postauttc iu Guebwill^ 5000 Fraucs, die von Madame Kiuck au ihrcu Ma»'" geschickt wordeu waren, sich hatte aushändigen lassen. Als mm (Gustav Kiuck uach Paris tan,, wurde cl nach Pautiu gelockt und zwei Tage vor seiner Mutter cl' mordet. Am 20. September führlc Trciupmcmu in eine»" Fiater die Familie Kinck's nach Pamin. In einiger Enl fcruuug von dort ließ er Madame Kiuck, ihre klei»l Tochter uud ihren jüugsteu Sohu auösteigcn und ei»? Strecke zu Fuß gehen, Der Fiakert'utscher ahnie uud s^ auch wegen der Bicguug des Weges nichts vou den» Schrei lichen, das sich mm zutrug. Wie der Blitz stürzte Trailp' manu auf das kleine Mädchcu, versetzte ihr mehrere Sti^' mit eiueiu Messer uud warf sie, uoch lebeud, in die berc^ zur Aufnahme der Leichname vorbereitete Grube, da»" stürzte er auf die Mutter zu, mit der sich ein kurzer, cil^ furchtbarer Kampf eutfpauu, um fo schrecklicher anzuscha"^ als, nach der Versicheruug des Mörders selbst, der kle^ Kuabe sich au die Mutter klammerte uud herzzerreißend Schreie ausstieß. Das Geschrei ließ bald uach, und der Mörder h"? ! mm dcu ältestcu uud die beiden jüngeren Cöhuc h"'^' , die ahuungslos im Fiaker zurückgeblieben warcu. ^^ beiden jüngeren gingen Hand in Hand, wie Traupn^" angibt, auf die Grube zu, der älteste befaud sich ^ eutgegeu, uud uach halbstündiger Anstrengung aller Kräfte hatten wir nicht viel über hundert Klafter Wegs zurückgelegt. Gleichwohl bcfaudcn wir uns schou in einer völlig neuen Gegend, offenbar, weil nns die übcr-sliegcucn Lagcrholzmasseu den Rückblick auf dcu Stcig abschlösse«. Noch eiuigc huudcrt Schritte, uud wir wa-reu nicht nur alle unbewußt vou einander abgekommen, sondern hatten auch uugcachtct der gespanntesten Aufmerksamkeit einer wie dcr andere gänzlich die Oricuti-ruug verloren. Zum ersten male machte mir dcr Wald, sonst der trauteste Freund meiner schönen, wie meiner schmerzlichen Stunden — wahrhaftig bange. Mit klopfendem Herzen nud zurückgehaltenem Athem harrte ich voll Angst aber vergeblich ans den Nuf unseres Führers." „Nun erst begriff ich die schauerlichen Geschichte», welche mein alter Oheim, dcr seine Ingcnd in hiesiger Gegend verbracht halte, in dcr Spinnstnbc meines Großvaters öfter zum besten gab." „Um nicht vielleicht noch weiter vom Steige abzukommen, ließ ich mich auf cinen bcmoslcn Baumstamm nieder uud beschloß geduldig das Nufcu abzuwarten, das denn doch endlich erfolgen mußte. Ich zog die Uhr, sie wieö auf ein Viertel auf Eins. Draußen schien — wic ich mich später übcrzcngtc — die Souuc iu hellstem Mitlagsglauzc. Aber nicht ciu Strahl dieser heißen Augustsonne drang iu das ewige Duukcl, noch störte er die uuwauoclbcnc feuchte Kühluug uuler dem hohen Laubgcwöldc dieses Forstes. Schwcrmüthia. starrte ich iu seine düsteren, schattenlosen Sänlcnhallen, welche grau auf grün und wieder grau sich nach allen Seiten ins Endlose zu erstreckcu schicucn." „Allc Bewegung schien weit uud breit crstorbcn, es schwirrte kein Vogel, es flatterte tcin Schmetterling, uub sell)st dic Lüfte, welche doch oben die Bcuimgipfcl in sanften Tchwinanngeu wiegtcu, drangen nicht mehr iu den Bereich der Schäfte herab. — Lautlofe Stille ringsumher; desto mehr fchrccktc plötzlich dcr schneidende Schrei eines einsamen Spechtes und ein andermal daß geisterhafte Knarren zwcicr sich reibender wiudbewegtcr Schäfte." „Keine Spur menschlichen Waltens milderte den bangen Eindruck dieser schaucrlicheu Ocde." „Ich wußte, daß ich nicht ferne sein könne vou meinen Freunden uud gleichwohl übermannte mich das Gefühl drückendster Einsamkeit, unwiderstehliches Bangen." „Was ist dcr Mensch in seiner eingebildeten Herrlichkeit acgcnübcr dcr wahrhaft großcu Schöpfung Got-tcs!? Uebermüthiger Thur, du faselst in deinem Nauschc, die Menschheit sei Alles, du selbst seist Gott! — Es gab ja doch eine fast ewige Zeit, wo dcr Erdball ganz ohne dich Instand, ni'!? die Welt, ohne diese Lücke zu bemerken, ruhig ihre Bahn verfolgte. — Wenn dn kraft deiner Erstgeburt dich für göttlich hältst, fo ist die Muschel längere Zeit vorhanden, als du; wcuu du pochst auf deine Zahl, so übcilrifft dich dcr Saud des Meeres, menu auf das Neckt dcs Besitzes, so macht dir der Wurm die Herrschaft streitig. — Dn splichst von deiner Herrschaft üdcr die Natur?! Sctzc ucncrst aus scincu Elcmenteu das Gras zusammen, welches dein übermüthiger Fuß zertritt, banne die Krankheit, die deinen schwachen Körper zernagt, fcßlc die Welle, welche daS gebrechliche Schiff verschlingt, mit dein du vorgibst, das Wellmeer zu vcmcistcrn!" „Flitterkönig der Natur! tritt in die Tempel, wo sie ihre ganze Majestät cutfaltet, iu die Tempel, die ja doch dciue Residenz sm, sollte», trill ein iu die schauer-lichc Herrlichkeit dieses Urwaldes, tritt allein ein, wie es dem gebührt, der allein auf sich baueu will, uud du fliehst uou ciuem Schauplätze, dessen Erhabenheit viel zu groß ist für deine kleine Seele!" Diese hinreißende Schilderung mit deu ticfsittlichcu Gedanken, die sich wie ein goldncs Band durch sie fchlingcn, verkündet uns auch wicdcr die längst dcwähltc, erhabene Wahrheit: in der Natur, an den großen Wer' lcn Gottes erbaut sich Hcrz nnd Gemüth, da llärt und läutert sich der Geist, da nährt sich dcr sittliche Gc. danke! — Iu der Natur, in ihrem Studium — nicht iu den finstern Satznngen, die den Geist knechten, sei ncn freien Ausblick blenden wollcu! — In dem fortgesetzten Forschen uach den Tiefen so vieler uoch schlummernder Wahrheiten liegt ein tiefsittlicher Endzweck! -Dies bemerke ich hier nnr an M^ml Jenen gegenüber, denen es um der Ncligion, als siltlichcndcr Macht, willen vor dein Nissen grauet; die aber im Grunde die Wissenschaft doch nnr fürchten als - Freundin der Wahrheit. Indem ich aber diese Skizze schließe, in der meine Feder nur das miudere gethan, drängt sich mir ein düsterer Gedanke wieder auf, dcr so oft, seit ich fill ^' Wald lebe und wirke, dcr stille Genosse meiner c!»>"' men Stunden ist: unsre Urwäldcr sind uicht mehr,''" anch die Wälder — schwinden von Tag zu Tage, '^ Kraft ist schon vielfach gebrochen, sie zittern vor ,„ Axt dcs Menschen — die „ewigen Bnra.cn Gott^. Iahrtanscnde hindurch waren sie unerschöpflich/ ^ Menschen zu dienen uud ihn zu erquicken bis u' ^ Tiefe des Herzens. Noch meinen wir vor dcr »l»^. sicgbaren Quelle zu stehcu, weil sie im Momente ",^ nicht versiegt: ubcr sie wird denn endlich doch -^ "' mehr fließen. . Wcrfcu Sie mit mir cincu Blick über La>w Meer! . „ Die Bcmnforstcn nnd heilige» Haine, li> ^ „ gewaltiger Wölbung die Priester den Göttern der ^,^ opferten, - die Wälder Thessaliens, dcr Vcrac ^, chcnlands und dcr griechischen Insrln, — die ^ ,^eü Ecdcrn des Libanon, die Säulcu des salo""'"'^ Tempels, — sie sind nicht mehr; uud wer zci^ I^ „,i< wieder: die mächtige» Eichcnbcständc Dalmatic»^ ^ denen Venedig dcrcinst seine unnbcrwindlichcu "'.,-Hcl> baute, — den grüucu Waldesschmuck dcr sch^ ' ^ und irischen Berge mit seinen prachtvollen ^^^'/,,c»' die Eichen des Karstes, anf denen die stolze ^ ^ stadt ruht, — den berühmten Wald vou Soto- ^ dem sie die Ulmenbalkcn schlugeu zum Pa^ Alhamdra? — ^ch!>'. , Sie sind nicht mehr. Und die stolzc" ^^. ' die wcltgebietenden Scepter, nnter denen dic ^ ^,, die „ewigen Burgen GotteS" fielen, - sie I"" " , funken und vergessen." ^ll" f So mochte ich den» schließen mit dc" ^ Fc' Dr. Pfeil'S, dcs gediegensten Forschers auf s" ^ biete dcr Staatsforstwirthschaft: „So lange rc>w ^ kcr iu glücklicher, bürgerlicher Verfassung cl» ^ ^i' wohnten, erhielt sich di? Bamnzucht wie icdc ^^ Bodencultnr im freien Bcsitzthume; sob^ ° ^.„.fl^ Stlaucu despotische Herren, die reichen Vmw. ^ Knechte wurdcu, verloren sich Baum und ^" 'ihc>l' So möge denn uuter dem gewaltige» <' ^,>'l' sillgclschlag dcs üsterreichischcu Aars auch "' ^. ^ ' undseiuc Pflege anbrechen — eine neue, glut" 1911 ewige Schritte hinter ihnen. Ueber ihn, den kräftigsten, l fiel der Mörder zuerst her. Er warf ihm eine Schlinge UM den Hals und erdrosselte ihn; dann schlug er die bei-"kn anderen nieder und machte dann dem ältesten, der noch Lebenszeichen von sich gab, den Garaus. Das Uebrige ist bekannt. Die öffentlichen Verhandlungen dieses Schauderdramas werden bald beginnen; Traupmann hat sich bereits einen Vertheidiger gewählt. — (Erdbeben.) Aus Darmstadt, 9. November, wird der „A. A. Z." geschrieben: Die Bewohner des drei stunden von hier, in dem sogenannten Ried, gelegenen Dorfes Groß-Gcrau sind seil Ende Octobers in eine unbeschreibliche Angst versetzt. Die Erderschüttcrungen, welche lchon so häufig in den Zeitungen besprochen wurden, begannen dort bereits am 27. October und erreichten das "larimum ihrer Intensität und Zahl am 1. und 2. November. Seitdem hat diese uuheimliche Erscheinung zwar be-zilglich der Heftigkeit des Auftretens nachgelassen, ist jedoch ^ch keineswegs verschwunden, und heute Nacht noch wurde °lne größere Zahl, nach Angabc der „Darmstädter Ztg." 15 Stöße, beobachtet. Die fortdauerudcu Erschütterung 3 "'an kann dieselben im Minimum auf 500 veranschlagen, ^ben an verschiedenen, aus Stein erbauten Häuseru Dchädcu verursacht, die beträchtliche Reparatureu nothwendig machen werden. Nisse und Sprünge in dem Mauerwerk und einige l^chzig herabgestürzte Schornsteine beweisen, wie sehr bercch-t'ch an einen Pfeiler lehnten uno mächtige Rauchwolken ^°" sich bliesen. Die Absicht, Aergerniß zu erregen und ^ Andacht zu stören, lag auf der'Hand. Der Vorsteher °°s Vcthauses, Benjamin Wolf, und Herr Wilhelm ^ ituwald ersuchten die beiden Störenfriede, das Rau» ^n einzustellen, weil hier kein Gasthaus, sondern ein Bet-haus sei; doch sie ließen sich durch gütliches Zureden nicht lore» und mußten endlich unlcr allgemeinem großen Auf« 'ehen entfernt werden. Doch damit war die „Hetz" noch ^'cht zu Ende. In der Vorhalle angelangt, nahmen sie "üö dort angebrachte Wasserbecken, schütteten das Wasser ^s und warteten auf der Gasse, welchen Wirrwarr dieser ^Ue geniale Streich unter den Andächtigen anrichten werde. 7^s sie sahen, daß mehrere Männer aus dem Belhause ^len, um den Frevel zu rächen, warfen sie das Becken ^eg und ergriffen die Flucht. Indeß gelang es Herrn ^Unwald, einen der Flüchtigen zu erreichen und der Po-"Hei zu überliefern. ^. Der Verhaftete, Namens Josef Werchota, seines Zeichens ein Lackirer, und sein Genosse, der Kutscher Josef ^endrich, standen mm heute vor Gericht, des Verbre-^s Heg^ die öffentliche Ruhe und Ordnuug nach § !!0.'i ^ H. 'angeklagt. ües Werchota, eine kleine, tomische Figur, legt ein offe s , ^estciudniß ab, jedoch keineswegs im Armensündertonc, ^r,l ^. ^.^l^t Ulit einer, unwillkürlich Heiterkeit crre-: "den Bravour, die „Hetz," die er augestiftet, während w" Genosse ein trUbes Gesicht macht und einen totalen ^"sch vorschützt. ^räs. (^andcsgerichtsrath Heinrich): Wie sind Sie mit Wendrich bekannt geworden? Werchota: Er is ja a naher Verwandter von mir. Präs.: Wie so? Werchota: No Wissens, Herr Präsident, mei Onkel und sei Mutter die sein miteinand schr gut bekannt, und natürlich lassen an die Leul' bei so was uit dabei, aber Herr Rath werden eh' wissen, was i mein' . . . Präs.: Also deshalb sollen Sie verwandt sein? doch lassen wir das. Wie sind Sie mit Wendrich zusammengekommen ? Werchota: I hob von ihm eigeutli nix wissen woll'n, denn er is schreckli zerlumpt g'west. Aber i bin halt so a dummer Kerl, daß i mi um den Schcbian an-nehm'. Präs.: Ich muß Sie doch ersuchen, den Anstand und die Ehrfurcht vor dem Gerichtshofe nicht zu verletzen. - Werchota: Entschuldigen, Herr Präsident, i hob's uit auders g'lernt, i red halt, wie mir der Schnabl g'wach- sen iS. Präs.: Was haben Sie am 25. Juni gethan? — Werchota: Mas i g'macht hob? Trunken hob i im Gasthaus, uud wie i bei der Pudl steh', kommt auf amol der Wendrich herein nud sogt: Du Scppl, komm' umi ins Bethaus, 's gibt a Hetz. Wie i dos g'hört hob, war i glei dabei; no wissen's. i hob die Juden gern, i kunnt g'rad nöt sog'u, daß i ihnen feiudli wär, aber die G'schicht ist zu spaßig, wcuu's im Tempel sein, dös sollten's segcn Herr ... Präs.: Ich bitte, was ist da spaßig, wenn Jemand seine Andacht verrichtet. Gehen Sie denn niemals in die Kirche? — Werchota: O jo. Präs.: Gehen Sie auch in Ihre Kirche mit der Pfeife im Munde? Werchota: Na, g'wiß nit, aber i war halt nit recht beinand. P räs.: Haben Sie nicht gesehen, daß Ihr Benehmen Aergerniß erregt? Wcrchota: Jo, gift hoben fe sich g'uua, deshalb sau mir jo Hingängen. Der Wendrich Hot jo g'sagt: Kunlm, Seppl, geh'n wir hinein, die werden sich gifteu. Präs.: Was haben Ihnen denn die Juden gethan, daß Sie sie giften wollen? — Wcrchota: Nir, bei Gott, nix! I bin jo felbst bei an Herrn, der a Iud is, und i kunnt mi nöt beklagen. Präs.: Also Sie sind selbst bei einem Juden im Dienst nnd thun so etwas? Werchota: War' i nüchtern g'west, hätt i's g'wiß nit than. P ras.: War der Wendrich berauscht? Werchota : Na, ka Spur! Er hot no zu mir g'sogt: ^auf, was D' kannst, sonst kommen wir in a Schmier. (Heiterkeit.) Der zweite Angeklagte blieb trotz dieser Beschuldigung seines Freundes beim Leugnen. Der Gerichtshof erklärte beide Angeklagte fchuldig und verurtheilte sie wegen des eiu-gangs erwähnten Vergehens zu je drei Wochen strengen Arrests. P r ä s. : Sind Sie mit der Strafe znfricden? Werchota (zu seinem Genossen, der sich besinnt:) No, wos soll mer thun? Packen mer's z'samm! — Wendrich: No mcin'twcg'n! (Heiterkeit.) H l) cales. Die Restauratiot, der Stadtpfarrkirche ;u St. Jacob. — 8— Unsere schöne Et. Iacobskirchc mit ihren freundlichen, lichten Räumen, kunstvollen Altären und ihrer neuen, prachtvollen Marmorkanzel bot seit drei Monaten das düstere Bild der Zerstörung. Der Hochaltar war verhüllt, zwei Seiteualtäre waren zum Theile zerlegt; gleichwohl war die Ursache dieser Zerstöruug kein Geheimniß für die Besucher dieses Gotteshauses. Der nicht nur von seineu Pfarrinsassen, sondern auch in weiten Krciscu hochgeachtete Herr Pfarrer Gustav Köstl hat. nachdem durch seinen regen Eifer die Kirche mit der oben erwähnten Marmorkanzcl im Innern geschmückt und durch die überaus gelungene Sonnenuhr von außen verschönert worden war, abcrmal an die Opferwilligkcit seiner braven Pfarrtindcr und anderer Förderer des Guten und Schönen appellirt, und seine rastlosen Bemühungen sind auch diesmal von deni schöusten Erfolge gekrönt worden. Es handelte sich zunächst um die Rcstauriruug des Haupt-altars und zweier Seitcnaltärc und lim die innere Reno-virnng der Kirche überhaupt. Die Arbeit, so schwierig und langwierig sie anch war, ist jetzt vollendet und Sonntag den 14. d. M. wird das erhabene Gotteshaus seiue ganze Pracht vor den Augen der frommen Besucher entfalten. Damit jedoch die Kuustkeuner uud Kuustfreunde die neuen Kuustarbcitcn genauer zu würdigen im Staude sind, wird es ihnen nicht ungelegen sciu, wenn wir ihnen mit einer kurzen Skizze aus der Biographie dieses Gotteshauses zu Hilfe kommen. Zu der im Iesuitcustyle erbaute» St. Jacobskirche hat der Bischof Thomas Ehrön am 1. Mai 1013 den Grund- . stein gelegt. Aus dem über dem Hauptthore angebrachten Ehronograficum „Nil^no 1)(?o et N:mct,o ^i^odo" entnehmen wir, daß die Kirche im Jahre 1701 renovirt worden ist; ?. Nudolphus Löwenberg war damals Rector des Icsniten-Eollegiumö. Die bekannte große Feuersbrunst vom Jahre 1774, welche den größten Theil dcr Stadt einäscherte, hatte auch diese Kirche derart hergenommen, daß die Stukkaturarbciten und die Malereien fast völlig vernichtet wurden, von wann man sie nicht mehr erneuerte. Die Kirchenwände wurden blos übertüncht, nur der Hauptaltar wurde nach dcr vorigen Zeichnung ill ti'U800 rcnovirt. Nachdem aber diese Fresken die Lebhaftigkeit ihrer Farben bald eingebüßt hatten, ist im Jahre 1627 dcr Hochaltar vom akademischen Maler Languö, der gerade von seiner Studienreise aus Rom zurückgekehrt war, in etwas aufgefrischt worden. War auch Laugus ein bedeutender Künstler, zu seine» geluugcusten Werken gehörte diese Frescodraperic nicht und wir vermissen sie recht gerne an dem restaurirten Altare. Es war nichts anderes, als eine mit Vravour gemalte Wand-decoration, welche den architektonischen Anforderungen keineswegs entsprach. An der Stelle dieser Decorationcn erblicken wir jetzt zwei allegorische Gruppen, und zwar au der Evangelium« scitc die Religion, an der Epistelseite Glaube, Hoffnung uud Liebe darstellend. Diese Fresken sind nach dem von Andrea Pozzo in der Kirche :l.1 OßW zu Rom in Stein ausgeführten St. Ignaci Altare gemalt und den Räumlichkeiten unserer St. Iacobstirchc cmpasscud ausgeführt worden. Unser vaterländischer Künstler Herr Johann Wolf, der sich schon durch mehrere Kunstwerke und insbesondere durch die vollendete Ausführung der Sonnenuhr an eben dicfer Kirche als ein tüchtiger Frcscomalcr bewährt hat, ist aucb diesmal hiutcr den an ihn gestellten Anforderungen nicht zurückgeblieben, sondern hat das in ihn gesetzte Vertrauen glänzend gerechtfertigt; er hat jene zwei Gruppen ebenso meisterhaft ausgeführt, als er alle übrigen Ne-staurationsarbcitcn im echt künstlerischem Geschmacke vollendet hat. Zu gleicher Zeit wurde durch Ignaz Toman, der den Namen Kunststciumctz im vollsten Eiuue des Wortes verdiente und dcr leider dcr Kuust viel zu früh entrissen S'mnstagoz'laudcrei. ^ Aus der andächtigen Stille des Urwaldes in dcu ^.^ der Welt und wäre es auch nur die brcttcruc , ^llterwelt, es ist nur ein Schritt, nur ein Blatt darf H scuillctonliebcnde Leser umwenden, uud doch, welcher ,^trust' Dort regt sich lein Wipfel, hier rauscht es den Blättern von „Eingesendet." Eine Intclpella-dc«'<^ Fcuillctonistcn alö Machthaber der Verehrcrilmen h Herrn T < tzer> thaler scheint den papierenen Sturm d^'^eschworen ^, h^„. Der Feuilletonist will in >i>i> breite, dcr da zwifchen unserem ersten Liebhaber 'hin !'"^r Theaterleituug entbrannte, neutral bleiben, ^ schwebte ,iur daS Iuleresse des Publicums vor nnd st<»ti ^ "^ ^°^ dieser seiner Interpellation con-ztbel, ö" to'lnen, daß Herr Titzenthaler in dieser Woche Heul, aufgetreten ist. Andererseits wurde an den !vllll, "Wen t'"e Interpellation gerichtet, dcren Bcant' ""« ihm dcr Interpellant selbst erspart hat. b'eses m ^' li"t m seinem ..Eingesendet" in Nr. 258 . s Freund dieser anspruchslosen Plaudereien «n Hl?1"lli nicht fürchten, daß es dem sseuillelonisten ^8 ^ermangeln werde. Er darf heute wohl nur an sicher s>>6 3'^. Kottaun erinnern, und er darf ^life,, ' ""e angenehme Eri'.incrnng bci allen hcruor-blr N)' '"^che ,„ dcm unstreitig gut gemachten Stück sattle Birchpfciffcr eine Auerbach'schc Schöpfung in Frl Kottaun ciue so aumuthige Gestalt gewinnen sahen. Die Darstellerin darf diese Nolle als dc» zweiten vollständigen Erfolg in dcu Auualeu ihres jungeu Bühuen-lebcns verzeichnen. Die wahrci,, echten Naturlaute des Herzens durch alle, übrigens mit Fleiß übcrwuudeucu Schwierigkeiten des ..Schwälielns" hindurch so sicher zu treffen, wie es ihr gelaug, das läßt uuö von dcr Bühnenlaufbahn des Fräuleins das beste hoffen. Die ganze Darstellung der „^orle" war übrigens ciuc schr acrundclc uud alle Darsteller verdienen Aucr-kcnnunsl für deu Fleiß, mit dcm sie ihre Aufgabe lösten. Nur Frl. Mahr möchten wir etwas Mäßigung in ihrer Auffassung der ..Bärbel" empfohlen haben, da fic hie und da etwas outrirtc und die Wirkung der ernste» Scenen verdarb. In den gestern Abend gegebenen beiden Lustspielen „Somuagsräuscheu" und „Er ist nicht eifersüchtig" war es besonders Frl. Berg, welche durch ihr munteres, launiges Spicl, unterstützt von dem köstlichen Spiel dcr Herren Müller und Ocschmcid-lcr. das leider wenig zahlreiche Publicum in ununterbrochener Heiterkeit erhielt. Wir dürfcu uns nach dic-sen Proben etwas vom Lustspiel versprechen, für welches fo tüchtige Kräfte vorhaudcu sind. Auch die Reprise der reizenden Operette „Hochzeit bei ^atcrncuschcin" war Nestern eine schr glückliche, iusbcsondcre die bciden Darstellerinnen dcr Pächtermncn (Frl. Bondy uud Frl. Römer) saugen und spielten mit Brauour. Fräulein Audcr hat uoch mit einiger Bcfaugeuhcit im Spicl zu lämpfeu. sang aber das ^icd uor dcm Eiuschlafcu uuler dcr schatzlicrgendcu Eiche recht hübsch. Wie wir übrigens mit Vergnügen vernehmen, so haben wir ein Gastspiel des Herrn Blum lach er zu erwarten, der ein alter ^icdliug dcö Publicums als Komiker uud Opcrettcnsäugcr ist. Eö wird gewiß den Wünschen des Publicums und den Interessen der Thea« tcruutcruchmuüg entsprechen, wenu dann das Genre der Operette etwas mehr cultivirt wird. Für die nächste Zeit haben wir zwar eine ganzc Ncihc von Benefice« uorstclluugcu uor unS, in welchen Darsteller und Darstellerinnen wetteifern, das Interesse deö Publicums anzuziehen. Wic wir hören, will Fräulein Eder, unsere tüchtige Primadonua. uns Auber's ..Ballnacht." Fräulein Ali zar Flotow's „Martha," cine t,ier schr populäre Oper, Fräulein R ömcr Rossiui's ..Figaro." Fräulein Boudy deu Offcnbach'schen „Blaubart" bc-fchcrcn. Fräulein Berg denkt an den „Fechter von Navcmm." in welchem eine Schwester des Fräuleins gastircn soll. Fräulein Olcboff will ihr Geschick an ciuc uns Oestcrreicheru stets sympathische Herrschergestalt knüpfen, indem sie „Kaiser Ioscf II. und die Schusterstochtcr" zu ihrem Benefize gewählt haben soll. Endlich will uns Frau Schmidts, einc stets tüchtige Darstellerin, den Gcnnß der Sardou'schm „Serafine" (auch „die Frömmler" genannt) verschaffen. Ein Blick iu diese Bcncficepcrspectivc mag den Theaterfreund wohl in einen wahren ,,«u!)ln'm» ä« ricii«^" versetzen. — Heutc dürften übrigens Aubcr's „Falschmünzer." welche Herr Capcllmcister Müller zu sciucm Acncfi« wählte, ein volles Haus machen, was wir im Interesse dcs um unsere Operudarstclluugcn verdienten Bcncficialilcn auf-richtig wünschen. 1912 wurde, die Platte dcr obersten Stufe des Hochaltars und nach einer sehr schönen Zeichnung das ganze alte, verwitterte Pflaster im Prcsbyterium neu gemacht. —Jedenfalls eine sehr gelungene Arbeit. Auch die zwei Altäre zunächst dem Eingänge am Hauptthore wurden vollständig renovirt. Weö schon frUher Vergoldete, jetzt schadhaft Gewordene wurde ganz neu vergoldet, dcr Hintergrund dieser zwei Altäre mit neuem, theuerem Seidcusamntt anstapezirt und zwei Vilder, verstellend die Nutür Mow^l und die Rosenkranz - Muttergottes, durch den bewährten akademischen Künstler Joseph Plant in Wien nen gemalt, welche eine besondere Zierde der schönen St. Iatobökirche bilden. Alles dieses, was lliuw 1«07, vor einem Jahre und heuer in nnd an der St. Iakobstirchc geschehen ist, ist uns sattsam Bürge, daß auch die langersehute Marien^ statue am St. Iacobsplatze, welche, wie cs in der „Vaib. Ztg." Nr. 213, vom 1«. September d. I. zu lesen war, im künftigen Jahre znr Aufstellung kommt und wozu schon über 1600 Centner Nabrcsina - Marmor verarbeitet sind, und ein sehr gefälliges Modell mi mnüiiwrc im Atelier Toman vorliegt, kunstgerecht und meisterhaft ausgeführt werden wird. Darum wäre eö fehr zu wünfchen, daß man dem hochw. Herrn Stadtpfarrer, der mit unsäglicher Mühe bereits über 9000 fl. zu diesem Zwecke zusammeuge-bracht hat, kräftig unter die Arme greisen möchte, um ihm durch die Herbeischaffung der noch fehlenden Taufeudc die - Vollendung diefer werdenden fchönen Zierde unserer Stadt zu ermöglichen. -- (Feuerwehr.) Zu diesem gemeinnützigen Institute haben bereits IAO Einzcichnungen stattgefunden. Morgen um 11 Uhr Vormittags wird eine Verfammlung abgehalten. — (Concurs.) Zur Wicderbefetzung der bei dem k. t. Kreisgerichte in Cilli erledigten Staatöamvaltö-Eub-stilutenstelle mit den systemmäßigen Bezügen ist der Concurs bis 30. November 18l!9 ausgeschrieben. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche dcr t. t. Oberstaatö-anwaltschaft in Graz zu überreichen. — (P olize iber icht.) Dem Schuhmacher A. G. wurden am 3. d. M. aus unvcrsperrtcn Zimmer drei Paar Schuhe, ein Paar Zugsticftette» ans Chagrinleder und ein Paar kalblederne Zugstiefletten durch unbekannte Thäter entwendet. Die geeigneten Nachforschuugen wurden eingeleitet. — Am 5. d. M. wurde der zugereiste Taglöhucr I. B. aus Graz mit einer leichten Kopfverletzung in das hiesige Civilspital zur Behandlung abgegeben. Derselbe gibt an, daß er am 2. d. Nachts im berauschten Zustande, doch unbekannt wo und von wem, mißhandelt nnd verletzt worden sei. Nach dem Thäter wird geforscht. — Die Tuchmacher E. H. und G. P. wurden am 6. d. Nachts gegen 12 Uhr vor der Sl. Ilorianstirche, als sie bei zwei Burschen die dort standen, vorbeigingen nud ihnen einen gntcn Abend wünschten, von denselben angehalten und mißhandelt. Wäh> rend der Mißhandlung wurde dem V. H. von einein dcr Burschen seine Uhr sammt Kette entrissen und weggenommen. Die Tuchmacher flüchtete« sich in ihre Wohnung, worauf die Burschen längere Zeit vor dem Hause stehend lärmten, bis sie von einer herbeigerufenen städtischen Patrouille verhaftet wurden. Bei einem der Angehaltenen fand man die entwendete Uhr und sind dieselben dem Strafgerichte eingeliefert worden. — Am 7. d. Nachmittags versuchten im Vranntweinladen des G. der Hieher zugereiste Bergknappe F. S. aus Zirknitz, der Taglöhner I. C. und der Tapezicrergcfelle V. Z. aus Laibach einem unbekannten Bauer eine unechte ungarische Denkmünze als echten Silberthaler um 2 fl. 50 lr. zu verkaufen, konnten nicht handelseins werden, da der Bauer nur 2 fl. und eine Flasche Schnaps anbot, und wurden hierauf S. und C. über die von Z. felbst gemachte Anzeige verhaftet und der Gerichtsbchörde übergeben. — Der bereits öfters wegen Dicbstahlö abgestrafte Vagant I. P. aus Kozarje wurde am 8. d. M. Nachmittags wegen versuchten Diebstahls, weil er von der Hoffeite ein Fenster der K . . . scheu Buchhandlung zu öffnen versuchte, um daraus Bücher zu entwenden, verhaftet. Derselbe entwendete auch am 24. v. M. vom Gange des k. k. Landespräsidiums eine auf 60 kr. be-werthete Petroleumlampe. Dieses Dicbstahles ist er geständig und gibt an die Lampe einer unbekannten Wäscherin um 20 kr. verkauft zu haben. Derselbe wurde dem Straf> gerichte eingeliefert. — Am 8. d. Bormittags wurde hinter dem Schulgebäude der Infanterist A. G. durch das schnelle und unvorsichtige Fahren des Kutschers A. St. niedergeworfen, gerieth unter den mit 2 Pferden bespannten Wagen und wurde durchs Ueberfahren leicht verletzt. Der Schuldtragendc wurde iu strafgcrichtliche Untersuchung gezogen. — Der Anstreicherstochtcr M. K. wurde am 5. d. Nachmittags aus unversperrter Küche ein auf 3 fl. bewcrthc-tcs Umhängtuch durch unbekannten Thäter entwendet, sie bemerkte aber dasselbe am 8. d. bei der Inwohnerin A. C. Dieselbe gibt an das Umhängtuch von einer Frauensperson, die sie dem Sehen nach kennt, um 2 fl. getauft zu haben. Nach derselben wird invigilirt. — Der Kellnerin A. H. wurde am 7. d. Abends aus un-versperrtem Zimmer ein auf 15 fl. bewerthetcs Kleid und ein mit B. I. gezeichnetes Leintuch, durch unbekannten Thäter entwendet. Die geeignete» Nachforschungen werden gepflogen. — Die arbeitslosen I., P. und I. M. entwendeten am .'ii. v. M. im gegenseitigen Einverständnisse aus dem Auskochladeu dcr K. V., während sie darin frühstückten , ein auf .'l fl. bewcrlhctes Umhängtuch, wurdcu durch die Beschädigte verfolgt, iu cincm Branutwciuladen ausgeforscht, wornach sie ihnen das Umhängtuch abuahm, uud sie dann gehen ließ. Ferners entwendete I. P. am >'j. d. M. der Wirthin A. M, aus dem Hofraume eiuen zum Trockuen aufgehängten, auf 1 fl. 50 kr. bcwcrtheten Kittel, wurde durch einen Knecht verfolgt, eingeholt, wornach ihm der Kittel abgenommen uud er frei weiter gehcu gelassen wurde. Weilers entwendeten beide in Gcfellschaft am 31. v. M. der Bcamtensgattin Th. K. ans der Küche ein auf 2 fl. bewerthctes messiugeues Bicgeleifen mit Stahl und verkauften dasselbe der Wirthin M. G. um 1 fl. Sie wurden deshalb am 8. d. angehalten und dem Strafgerichte eingeliefert. — Der Faßbinder M. K. kam ani 8. d. Abends im berauschten Zustande nach Hanse, verursachte einen sehr großen Exceß und benahm sich überhaupt derart lärmend, daß die Hausleute gcnöthigct waren, ihn verhaften zu lassen. Währcud der Escortirung wieder-setzte er sich den Wachmännern thätlich, stieß sie mit den Fäusten und konnte nur mit großer Mühe in Haft gebracht werden. Er wurde in strafgerichtlichc Unterfuchuug gezogen. — Am 7. d. wurde dem Tuchmacher A. H. in einem Gasthanse, während einer dort stattgefundeneu Tanzunterhaltung ein schwarzer, auf 25 fl. bewertheter Winterrock durch unbekannten Thäter entwendet. Die geeignete Invigilirung wurde eingeleitet. Ncm'llr Post. Florenz, 11. November. Auö San Nossorc wird um 6 Uhr Abends über das Acfindcn des Königs folgendes Bulletin cmSgegedeil: Der Künig verbrachte den heutigen Tag in fortschreitender Besserung. Neapel, 12. November. Die Kronprinzessin Margarethe wurde gestern Abends von einem Prinzen entbunden. Die „Gazctla dc Fiance" veröffentlicht den Hirtenbrief des Äischofs vo» Orleans, Monsi^nor Dnpan-lonp. Derselbe sagt: Friede in der Wahrheit, Friede in dcr christlichen Liebe, das ist das Werk des Concils! Dcr Hitlenbrief widcllegt diejenigen, welche von cincr Trennung zwischen Religion und Gesellschaft, zwischen dcr Kirche uud dem Valerlandc spreche» ; er sagt, die in Fulda versammelt gewesenen deutschen Vischöfc wußten eine Spruche voll Sauftnmlh uud Majestät, dic wahre Sprache dcr l^thulischm Kirche zu führen. Ich will gernc mit ihnen wicdcrholcn, sagt Dnftanlonp, die Kirche ist keüii' Partei, sie taun in Fricdcn mit den Menschen leben, sie kann allenthalben und immer segnen, da sie keine anderen Feinde hat, als t'ie Feinde dcr Nation, das Laster und den Irrthum. DupanlouP erklär! im Vorauö, den Beschlüssen dcs Oberhauptes dcr Kirche un? des Conciles beizutretcn, wie immer sie auch sein mö^cn. Telea».,phiscl,e Weckselcourse vom 12, November. 5verc. Metalliques 5)9.25. — 5pcrc. Mctalliques mit Mai' und November-Zinsen 59,25», — 5iftere. National-Aulehen WM - 1860er Slaaisanlehen 93.40. -- Bankaktien 713. - Credit-Actien 231. , — London l23.?5. — Silver 122.25». — K l Dilcull'ii 5)85». Verstorbene. D e n 5,. Nouc >n b e r, Dem Herrn Franz Iera ucic, Co»-ducteur, sein Kind Franz, alt 7 Wochen, in dcr St. Peters-Vorstadt Nr. 5il au Fraisen. ^ Den, Hern, Johann Karl Nögcr, Handelsmann, Hnns- nnd Ncalitätenbesitzer, sein Kind Karoline, alt A Tage, in der Polanavorstadt Nr. 80 au Schwäche. — Herr Ialob Snjovic, l. l. Gerichtsvollzieher nnd Hausbesitzer, alt 59 Jahre, in der Sladt Nr, 90 an der Hnzbenlelwassersncht, "" Andreas Zalrr, Knecht, alt 57 Jahre, im Ciuilspital an derLu»' gentubcrculuse. Den 6. November. Dem Herr» Martin Galle, Mehl' Händler, seine Tochter Antonia, alt 19 Jahre, in dcr Poland Vorstadt Nr. 25, an, Pelechial-Thphns. — Dem Herrn Josef Regal' Tischlermeister nnd Hausbesitzer, sein Kind Milan Josef, alt 3',' Tage. in der St, Pettrsuorstadt Nr. 99 an Fraisen, Den 7. N ovembe r. Der wol'lgeliurnr Herr Cduard C'dl> v Platteufeld, Privatier, alt 74 Ialire, in der Polauavorsladt Nr. 16 an der Entträftnng. — Maria Macic, Stnbenmädchl'N, alt 31 Jahre, iu der Stadt Nr, 15 an dcr ^nngenschwindsncl't Den 8. N oucmbc r. Primus Flegar, PatentalInvalide, alt 48 Jahre, in der Kailstädtervorstadt Nr. 6 an der Lungen' tubcrculosc. D e ii 9. November, Herr Filipft Fröhlich, I. k. Oberreal-schul-Profcssur, starb im 43. Lebensjahre in der Kapuzincruvrstadt Nr. 79 an lirämie. Den 10. November. Johann Illovar, Verzehrungs' steuer Aufseher, alt 57 Jahre, in der Polanavorstadt Nr. 77 aN dcr allciemciucii Wassersucht. — Dem Georg Podbor^et, Taglo'h-ner, sein Kind Johann, alt 10 Wuchen, in'der Oradischavorstadl Nr. 9 an Fraisen. — Josef BaSquar, Institutsarmer, alt ^ Jahre, in der Karlsta'oteruorstadt Nr. 16 an Altersschwäche. Den l l, N oo e m be r. Dem ^'arthulomcins Knmsa, Tag löhner, seine Gattin Maria, alt 65 Jahre, in der Tirnauvorstadl Nr. 54, an der Lnugenlahmnng. - Dem Herrn Johann Lochte Bäckermeister und Hausbesitzer, sein Kind Gnstav, alt >i Mona^ nnd 12 Tage, in dcr Gradischavorstadt Nr. 16 an Fraisen. Angekommene Fremde. Am 11 November. Stadt Wien. Die Herren: Witqenstcin. Kanfm., uon Wic»' - - Polay. RealitälmuesilM, von Sesana. - Horwalh, Kf»'' von Marburg. - Sibenhofer, Assecuranzbeamte, von G"^ - Brei'' ! ff tzIk Z - ^ ^ « Ä^ 6 u. Mq. 327.0» — «.? windstill Nebel ,' 12, 2 „ N. 328 «2 i- ().<> W, mäßig halbheiter ^" l !<)., Ab. 330,?? — 3,« N, schwach sternenhell > ., Morgcnnebel. ^ormiltag<< Aufheiterung. Nachmittags z"!! <^ mendc Bewollung, Abends gan; heiter, Äbcndroth, stc"lc"^ „ Nacht. DaS Tage'ömitlcl der Wärme —3-2", nm 6"7 unter Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ia.na, v. K l e i u m a u ^' . N^i'lonlll'l'il'^t Wien, 11, November. Die Börse verlehrle in sehr fester Haltung. Mehr noch als bei deu Vankpapier n, deren einige bedeutend stiegen, zeiglc sich die g>>!»'>>^ ^^" Hill^lNUlllll/!. nimig an einer Aiizahl uon Eisenbahnactien, deren Beliebtheit täglich ;n»iii!mt. Rentenpafticre, Staatölose, Orniidentlastniigö-Obligationen und Prioritäten blieben ft!'' ,^ änderten aber Notirmig nichl oder dnch nur in geringem Maße. Devisen nnd Comptanlen, nnter letzteren heute auch daö Silber, waren mehr offerirt als gesucht nnd gingen in Folge des!" Preise rtwaö zunlct. ^. Allge'neine Staatsschuld. Filr 100 fl. Geld Wanre Einheitliche Staatsschuld zn 5 pEt.: in Noten verzinttl, Mai'Novembcr 5i9.35 5>9,40 „ „ „ Febrnar-August 59,25 59.30 „ Silber „ Jänner-Juli . «8.95 «9.05 „ „ „ Aprll-October. ».8.8« «>^,9U Sttüeraulchcu rückzahlbar (^) - 97.« 98.— i!ose v,I I839 .... 235>.75 236.25 ,. ,. 1854 (4 "/„) zu 250 sl. 88.75 8950 ,. ., I860 ,u 500 st. . . i»3.50 93 75 ,. .. I860 zu 100 ft. . . 9!L " 98,75 .. „ 1864 zu 100 si. . .11650 116.75 Stallts-Domänen-Pfanobriefc ni 120 ft. ö W. in Silber . . 117.- 117,50 U. Gruudentlastunsstz-Vblistationen. Für 100 fl. Geld Wnarc ^lihmrli . . . . zn 5pl5t, 92..^ 93.- Gallien .... ,'5 .. 71.75 72.50 Nicder-Ocstcrreich. . « 5 „ 94.50 <»5.s)i) Ober-Oesterreich . . » ^' « 92.-~ i,3 _. Siebcnbilrgeu ... ,' ^' « 74 75 75.«^. Gte,ermall ... >' 5 " l)1.50 92.— Un °rn ......b . 78.75 79,25 t). Actien von Bankinstituten. Geld Waare Aiiglo-österr. Vanl abgest. . . 223 50 224.50 Auglo-uugar. Bank .... 80.— 81.— Boden-Crcditaiistalt .... —.^- —.— Ereditaustalt f. Handel n. Gew. . 228.50 229.-Kreditanstalt, allgem. ungar. . , 77 — 77,50 Escomptc-Gcsellschaft, u, ü. . . 795. 800.— Franco-clstcrr. Banl . . , . 90 50 91.- Ocncralbanl.......39.25 39,75 Nalionaibllnl.......709.— 710- Niederländische Baut .... W.— 81.— Vcreinsbant.......68,— 88.50 VertehrSbant.......107,50 108.50 Wiener Vant......59.— 60.— «. Actien vo» TranSportnnternel,' nlllNsten. Gcld Waare Alföld-Fiumancr Bahn . . . 162.— 163.— Vöhm, Wcstbahn.....213.— 214.— Carl-vndwig-Vahn.....231.75 232.25 Donan-Dampsschifff. Gejellsch. . 538.— 540,— Elisabeth-Westbahn.....179.75 180.25 Ferdinandö-Nordbahn . . . 2065,-2070,— Fllnslirchen-Varcscr-Vahn . . 168.— 170,— Franz^Iusephö-Bahn .... 173.- 173,50 ilembcrg-uzcru.-Illslyer-Bahu . 198.— 193,— > Geld Wllare , Llolib. »fterr........317.- 319 — Omnibus lcrstc Emission). . . N9.— 120,— Nndolfö'Bahn......159,50 160.— Siewlbilrgcr Bahn .... 180.50 161.50 Staatsbahn.......377.50 378.50 Elldbahn . ......247.75 248.25 Slid-nordd, Verbind. Bah» . . 157,50 158.50 Theiß Bahn.......23950 240,50 Tramway........128.- 128,50 «. Pfandbriefe (filr 100 fl.) Allg. ijst Bodm-Credit-?lnstlllt Geld Waare ncrlosbar zn 5 pCt. in Silber 107.50 108 — dt°.in33I.ritäz.zu5pCt.inö.W. 89,50 90- Nationalb, auf ü. W. verlosb. zu 5 pCt........93.50 93.80 Ocst, Hypb. zu 5'/, pCt. rllckz. 1878 -.- - .- Una.Vod.-Ercd.-Aust. zn57, pEt. 30,50 91.— M'. Prioritätsobliaationen. i. 103 si. ü. W. Geld Waare Elis,-Westb, in S. uerz. (I. Emiss.) 90,— I1050 Fcrdinündö'.Nordb, in Silb, vrrz. 105.— 105,25 Franz-Joseph« Bahn .... 92.— 9250 G.Carl-Ludw.B.i.S.verz.I.Em. 101.50 102,50 !--------------------------»^ «I« ! Oesterr. Nordwestbahn . . . . 89 90 "" Sicbcnb. Bahu in Silber vcrz. . 87.50 " ^ StaatSb. G.3"/««500Fr. „I.Em. 135.-- ^,^ S«db.G.3"/. »500Frc. „ . .116.75" Slldb.-Vons 6 "/« (1870—74) ^q ^ i.500FrcS......242.-^' «. Privatlose (per Stllck.) ^ Ercdilanstalt f. Handel u. Gew. ^ld ^, ^ zu 100 si. ö W......154- ^'i Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . ^-^ ^^ Wechsel (3 M°«,) Geld ^ is. Augsburg filr 100 st sübd. W. 103,^ ^5 Frankfurt a.M. 100 fl. dctto 1^^" c)l> Hamburg, für 100 Marl Äalico M-A ^,5 London, filr 10 Psnnd Sterling ^3" ^,^' Paris, silr 100 Francs . . . ^^ " Tour« drr Geldsorte« ^ Gelt, ^ss,<'!^ K. Münz-Ducatti^. . 5 si. 84!tr. ^'^ Napoleousd'or . . 9 „ ^ " ^ '^ 8^ " Vcreinslhaler. . . 1 „ ^'^< « ,c,2 ,^ ^ Silber . . 122 „ - " ^ ^ Krainische Grundentlastung« -^", ,^aa" vütuottnm«: 86,50