.U 289._____________DmNa,^ am 3tt. Dezems,er l859. Di, „L.nbachrr Zoning" ersch.inl. mil ÄuOnahm» b,r Tl'lM- »»d Fei,l!cl^e, täglich, und lostet sammt d,!l Viilci^l» !»! lil'mptoir «zaiizjährili ll s!.. l» c> ll> j >^ !> ri g <'» il, 5»<> lv., >»>t Kvcu < b a n d in» (5o»w-toir g^xzj, <2 fl.. h^lbj. »i ft. Fill die Zustellüllg iu'« H»nl« sind halbj. 5N lr. Mthr zn entrichten. Mit >er Po»^ ^'ortosr,i ganjj.. lilltlr .ss^ozband «>>» g,dluckt,r '.'ldrlss, 15 ft., halb l. ? ft. bl» lr. I userti o« ! hr f»r tiilt Oarmonb-Gpalt,,!? z,il< oder den R^nlni derselben, isl sür Imalige (iin» schall,mg tt fr., für 2>n.ili>,s tt fr., fill ^mali^ ll> lr. ». s. w, Zi, di.sc» Ocbühren ift nc'ch drr Im',rtion<» stsüil'el f',r ^ltt fr, für ,!«, jsd,sMli!ige (zinschaltung I,i>>,^ ;u rechnen, Inserate bi« 1« Zlil,n 2 fi. — kr. öst. W. ynil'läyrl», dlo dto bto . . 7 « «« « « h.ill'iähllg dto dto dto . . tt. — ^ ^ aanziährig im Comptoir unter Convert . . . . Z2 ,, — „ « ' ! g"nzjä'l»r " " Die ^riinumeraliullz 3äelrnge mossm imrloftei zunesmlt)l mrrden. 31ei dieser Preis-Ermäßigung ist durchaus keine Beschränkung des Umfangs der Zeitung eingetreten. ^z. ^n'^onK'G^WlN in das Intelligenzblatt der ^aibachor Zeitung" betragen für eine Garmond-Cpnltenzeilc, oder dcn Naum den>1bcn sl,r elnmallae ss^Ma t na 6 kr für zweimalige « kr. uud für dreiinalige 10 k,. oft N. Zu diesen Gebühren sind nock :l0 fr. «für Insertionostempel" ft'i/eine ftlmaUge E^ "chneu. - Inserate bis zu 10 Zeilen kosten . st. 90 kr. für drei Mal, > st. .0 n, für zwei Mal und W kr. für eiu M" "" ^'^'^a^Pranu^ und Insertions-Gebühren wollen franko berichtiget werden. Laibach, im Dezember '859. ________ ____Ig"") v. Klcinmayr .V /cdor ßamberg. Imtlicher Theil. sVe. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-' höchster E»tschliliw»g uom 4. Dezlmbrr d. I, den bishtligcn Vorstand der k. k. Zentral-Kommission M Eiforsckung und Erkaltung der Bcnidenkmale. den gehllmen Nall) u»d k. k. Sektionö-Chef Karl Frei-Herr,, v. Czo einig z»m stä,'di^,n Präsidsnlen rit, ser Kommission allllgnadiB ä" srn,»>'sl> a,l>lht. Se. k. k. Apostolische Majestät h.ibcn mit Aller, bochstcr Eiilschlll^u.'g vom 12, Dlzeml'll d. I. dcu Ol',rslcn Anlo» Walz. Einreichnng^ - P,otokolle-Mllkior l'fim AlMss'do. in AncrkciK l'lil'g stilisr visljahligen ersplirßlickl" Dl's"stlliNl"'^. N'nl Gs>'cralm.ijor u»d Kommai'd.nUcn des Invlili-deiihal'ftö i» 2yr».'u allergnäoigsl zn rrmnnln geruht. Das Ministerium deS Inncrn H.U dcn Komi-wlHkomm.ssär driUlr Klasse. Johann N obrm niler, zum Komitals.Kommissär zweiler Klasse s>" das^toß« «valdeincr Ptlwaltnlltts-Grl'ilt rum»»!. Ulchwntllchcr Theil Kundmachullss. Die Direktion d?r priv. öst,rr. National. Vank bat mit ZuNimmuüg d,ö boben k. k. F,m,»zm<,>ist.-. tiums die Einleitmig gltrofftn. daß dic für das Per. walllm^jahr «HHtt-»^ttO zn enlrichtend!' Ei». lomms!»sss,!,r vo„ dcn Dlpü'sndc» d^r Bank < Aktien «Uö rcn Erlrägllisscn des )üNill!tvi,d demzufolge stall d,r e,'ll,,l!ien Äfslßsr ^r Aktien, und für silsel^i». die uollchriüsmäßi^r M"" ^im Bshufe drr Sleullzah-l,m>, l'ei der Slsller-?l^m<»iNrat!on übcrrlichen. Wien. 9. Dezember ,889. Pipitz, Banl - Golwcrnnir. Christian Heinrich Nittrr v. Eoith, Baut Gou>,,sr!llnrs -. Kltllvrrtrtter. (^rdl, Bau! - Dirrktor. Ansprache des Präsidenten an die Immediatkommissiou für die Ne- form der direkten Besteuerung. ^lm l!i. p. -^ ^^^ ^'k Immedi.ilkommission für Ncform dlr rirrltcn 'Ucslenernng ibre rrste Sitzlina. Die /AuNria" ist i». der Lage. sie Aüsprache. wllche bei l5löff!Ui»g delselbe» Se. Er^llei:,; Graf Haitis als Präsident a» lic V^rsannnllln^ richlsle. i„ Zol« gsndm, mitlbcils" zu lömun. Se. Mai/stät »iissl Kaiser ilnd Hrrr haben in der wlisen und wohlwollenden Absicht, die Vorschlag des k. k. Fi!,mil!!Ncriiii„S z»r ?tef0lm der dinkl!-» Vestsnerling nochmals eindringlich gsprüft n»d uo„ allr» Seilen grlvürdigt zn schm, dicse Iminediaikom-mission tinzusepln gcruht. In ihr fixten sick die Ncpräsli'taitten dcr Mini, stllien und sogar dc^ üleicksraibeß neben sellMlän< digs,,, „icht im Staatsdienste sttl'sn^e». von ibrlii Mitl'üi-gslii h^ch.i/acklrlcil rrfahr^lien und s.ichkilndi-ge» Mämicri!, luclckl» bcreils euick di? vor mebre-rln Woche» clfol^tc MlNhlilnüa. der zu bcsprechlllden Vl'N^läqe rmc» ihrer umss^urlich,,, Vsgrmir»>,ss die Glis^eohsit sifl'olen war. tief ,,, t>„ <>, l»,,,l,li,llel'-dcn ÄiUrä^e sin^lldriügl». Diese Miltblilün^l«, wo< rcn ih»en nicht untrr dem Siegel des Glblimmff,s gemacht w^rde». Es stand ilinen dal»er frei, wenn sie ilire lndiuiollcllcn Orfahrungr»: oder tbeorctischrn ^llnütnisse nichl für qenngeno hälttn hallen sollen, lim ds» Gegs»stand im O.in;,n und in stinen Gi„« ^lnbcilen gründlich zl> demthcilln, die nötbigen Ve» lrhrnngln bei Fachmännern in reltraullchsr Welse zn suchen. u,n sohin l»li dlN KommlssivnSl'lralhnngtn idre Msinllnq mit voller Perul^i^llng adgll'sn zn können. Es laßt sich »'onach vormiösspsn. daß sin j,. ?l>) Urll'sil ül>er die ;n l)sg»tachte»den Abträge las Elgll'üiß klarer Anschauung „>id leiser Ucderlegnng srin werde. Wenn disß scho» l'si alle,« Perallinngs-komn'issionen der Fall sein soll. so >N es dli »,„. serrr Immrdiatkommission noch in wlil höherem Maße notbig alS bri anderrn. Die Ni'sichtrn. welchs Vsllrallensinanner b,i Stallblillsrlien »ind dli Mmistsrien üb^r Vcrwallunqs» gsglnstände aussplschln. »„lllliegs,, Ncts noch einer ciltt ringlichln Prüi»ng und Blurlhtillüig di, scr Staat«-bshörden. Nicbl so k.inn ls bci u»ssr,r Iinnndiat« Kommission grschrhcn. NaS ihre Milglieder antr.i. gsn wridcn. s^ll nnmillllbar in die Handc Sli»,r Majsslä! deS Kaisers gslai'gs». und Höchstdssssn Schlliß. fassnng bestimme». Dadurch erdält dilse Kommis« sion einen eigsnen. bochst l'edeutlln.i^uolltn Charakter, wie ih» meines Wissssi) uoä, lcinc andere hntte. Iu ll,r hal'rn alls Stioxnen gleiches Gewicht und es ml'ssi-n alle 'Anlrage durch die S!tzu»g?protokolle znr sillrrböchsttn Hlcnntnlß l',hi!»ft fremo bleibenden, nnd daher wlder als Amor nock als Erckliior der Stcner-Reformanlräge dein Veroachte vo>l Befangenheit occr vorgefaßter Meinlüig au^gefe^en Präsidenten. Weilil z»l dcr Iminediatkommissio» nicht Stimm-führer aus allen 22 Krouländeru uud ans allen ein-zelnen Klassen der Stcnerpftlchlig'u permanent berufen worden sind. was schon von einigen Seile» mit Bedanern benlerkt wlirde. so darf dieß keiueu Z,rci-fel über die allerhöchste Absicht erwecken. dap l'ei Prüfling und Veurlheiliing des Stcuerreform - Pro-jilles die Interessen eines jeden Kronlaudes und einer ieden Kategorie der Steucrlrägcr init gleicher Gründlichkeit und Nnparieilichkeit in das Auge gefaßt werden. Die in ihren inneren Verhällnisseu wesentlich verschirdeuen. Giuppcn der Krouländer singen sich ja bei der Immedialkommission verirrten, die einzelnen Bestandtheile dieser Grlippeu. z. B. Böhmen nnd Mähren, Uugaril nnd Siebeilbürgen, wci'chcn aber von einander in iyrem Agrikultur- nnd Iuoustrie-Verhälttüsse nicht in eincin solchen Maße ab. daß sich annehmen ließe, es lönnc ei» nnd derselbe Vcrlrauruö-mann lcine beruhigende Anfklärnng über die Anwendbarkeit der Vorschläge zlir Slclicrrefornl i» allen Vcstandtheilcn der Giuppe geben, der veige wünschenswert!) fände, so steht es il'm frei, solches in Antrag zn bringen. Der Im» mediatlommissloi! wnrde zn derlei Veizielmngen das Necht in weilest!r, Ausvlhünng von Sr. Majestät emgtranmt. Sie sol^ ndrigenö nicht den Charakter eines Parlaments oder einer Kammer hal'en, ivonü al^e Klassen der Äeoöllernng dehnfs der Alisnbnng der gese^gel'endcn Gewalt gleichmäßig verlrtten sein müssen, sondern nnr jenrn eines speziellen C»,0!N!t<''s, »rie reilei bei gesetzgebenden Körpern zllr vorläufigen Vcgntachlnng der zn uclhandeln^en GcsetMrschlagc ost mit noch wenigeren Mttgliedein gebildet »uerden. Dieser Vestimnlnng entspricht sie in ihrcr Gliederung nnd in ihren Attributen vollkommen n„d writ mehr' alö wenn sie zahlreicher wäre. Wie die Eomit^s in Parlamenlen nnd Kammern die (öesehvorschläge für die Beschlüsse dieser gesetzgebenden Körper voibercitc,!. eben so hat dieß die Immedialkommission mil de» vom Finaiizimnister dein Kaiser, als dem Allein-Geseßgeber übcn'cichlen Anträgen, znr Slcnerirsorm zll thun. Inlem nnn Sc. Majestät nber den wichtigen Gegenstand einer Reform der direkte,» Bestnieinng nicht allein die oberste» Naihgcber der Krone bcrcits hörten, sondern nach ihnen auch noch numiücll'ar den Vialli erfahrener uno uerlralienswerther Männer ans l lcr Milte der Steuerpftichtigrn zur allseitigen Acrnhi' gung dermal einl'olcn. schlagen Allerhöchstdiesell'en eincn biöher in Oesterreich ncncn Weg ein. Für die kelretn„g dieses Weges »nüssen wir Sr. Majesiäl ^lin! liefsicil Danke veipfiichlet siin. Ob die vom Kaiser sclbst bernfenen Herren Mitglieder der Imme,« diattommission. welche das Glück haben, die Elstcn zn scin. deren Sliinmc ohne Dazwischenknnst einer Staatsbehörde zu deu Ohren des Monarchen gelaugt, oarin nicht dcn Anlaß sinden dürflcn. ihren nno der Völker Dank Sr. Majestät in der ihnen am angc< messensten scheinenendeil Weise ehrfnchtoollst d.nzn> bringe» . stelle ich ihrer eigenen V.'nrthcilnng anheim. Durch Worte allein sollte sich aber das Gefühl des Dankes nicht knnd gebcn. Auch dnrch die That hatte cs sich zn erweiftn, nämlich dnrch l>as eifrige und gewissenhafte Bestreben, dein Zwecke der Eimern» fnng voillommen zu entsprechen. Dieß kann nnd wird, dessen bin ich überzeugt, dnrch gründliches Eindringen in den umfangreichen, verwickelten Gegenstand, dnrch Unbefangenheit bei Beurtheilng rer Anlrägc nach allen Nichlnngen und durch Freimüthigkeit bei der Mminngö-äussernug geschehen. Drei Klippen hat die Iininrdialkiiminisson bei ihren Vrrhandlnngcn vor Allem zu vermeiden. 1)orc,st möge ihic Znsammcnsrhuna. aus Vertrc» lern dcr obersten Slaatöbehörden ulic» aus Sachkuii' digen aus reu Reihen der Slcucrpfiichiigen nicht ellv.l zn dem Wahn<- führen, daß ,lü ihr zwei fei,,cliche Mächtt »nit elna„rsr zu ri,>gr>i hlil,e». G^,„sr i,» eigentlichen Sinne des Wortes kann es in ihr nicht gebln; denn alle ihre ÄilgÜsrer haben linen und ?cn< selben Zweck zn vlrfolgcn. nämlich gründlich n»d ruhig zu erforsche», ob die vorliegenden Anträge geeignet siicn. die Umlage und Einhcduug der nach Mugabe des Slaatsbeoarfs in ihren Beiräten vom Kaiser jeweilig zn bestimmenden direkicn Stenern aus dir am wenigsten theuere nnd für die Vestcucrleu am wenigllcn lästige Weise zn ermögliche». In emer Vcrsamlnlnng aber. deren sämmlliche Miiglieoer den gleichen Zweck im Auge hallen, kann von Gegnern keine Rede sein. Treffen wiro eö sich wohl, daö nicht Aller Anschauungsweise gleich sein »vcroe; tzcnn diese hangt vom Schwinkel ab, nuter welchem der Gegenstand dem Einzelnen erscheint. Die wechsclsei» tigc Mitihcilnng dieser Ailschaunngsweise, nach den verschiedenen Standpunllcn der Veschanung. ist die 'Pflicht der Kommlssionsmilglieder. Da^n werden sie sich in Gedanken in die gegcnseiiigcn Stellungen vcr< sepeu n>ir> erivägcn,, ol> der vorliegende Anlrag. so wie er gestellt ivurde. oder mit welchen Modifikationen z>l dem oben augedeutelen Ziele führen werdc'. Eine Vcrständignng hierüber scheint u,n so minder n»mög< lich zu sein. a!s in Vcziehllng auf ihr individuelles Interesse alle Mitglieder bei den zu berathenden Antragen belhriligt sind. Ein jeder Einzelne an diesem Tische ist ei» Steuerpflichtiger nnft wild wenigstens dnrch eine der zn normire»den Slenern gelrofscn. Ein Jeder ist aber auch zugleich ein trencr Unlerlhan des Kaisers und Sobn des Vaterlaildes. nud, als solcher gewis) gleich bereitwillig, sein Privaliutercsic vor jene,n des Reiches i» den Hintergrund zu stellen. Wenn l>ci nnscren Veralbnngeii eine solche Ueberzeugung vor» waltct. so wird deuselbe» Miülrausn und Vüterkeil feru bleiben und ihr Iiesnllat geeignet sein. dein Kaiser die Mittel anzudeuten, wie bei der oirekien Besteuerung das Interesse des Staates mit der größi« möglichen Schonuug der Iottressen der Einzelneii go sichert werden könne. Nnn stellt sich aber eine zweite Kuppe dar, wclche wir vermeiden müssen. Es ist möglich, ja sogar nicht unwahrscheinlich, daß selbst bei der gründlichste!! und ruhigste» Besprechung eines Gegenstandes, welcher zn< glcich das Slaaisinteresse und jenes aller Sleuerpftich» lige». größlentheüs in entgegengesetzter Richtung be. lühvl. keine vollständige Einignng der Meinungen er° ^ieli werde. In solchen Fällen könnte etwa der Eifer in Vcr>hcil)ig!i>!g dessen, was einem Mitgliedc als wabr nnd recht erscheint, das Bestreben erwecken, für seine Ansichl Proselyten zn machen. Ei.n solche« Be» streben fühlt oft ^ur leioeufchasllichen nud geivöhiilich , resllltaüosen Polemik. Diese zn vermeide» ist wün» scheilswcrtt). denn sie briugt Zeilvergeudliug und Slö> rung des freliüdschaflüchen Zllsanlinenivirlens mit sich. Sie wäre anch bei einer Versammlung unpassend. ,n lvelchcv kci,ie sogleich in Ausführnug zn sepelldei: Beschlüsse gefastl, sondern nnr Anträge gestellt werden sollen, deren Ausfnhruna. noch vom Willen dcs ober» sttu Gesetzgebers abfängt. Sobald über linen Ge,' genstano der N'fereut, Korreferent und tie Stimln--inhrer il)!e Ansichlen dargestellt habc>! nnd diese An» slchts» (lilscili.) ln-sp! ochti, lvurt't!! scill !U,rde», sollte, wenn die Meinungen sich auch uicht ciuigicn. dennoch d.,y _—^ /euillctlln. Wiener Plaudereien, v. (Schluß ) -«^ Mosenthal's „Düweke" ging diese Woche das erste Mal im öofburqtbeater i» die Sze»e. Es wnrde, wie der Wiener Wiß sagt: ,.cin Mal hintereinander gegeben." Würde man nach dem äußeren Erfolge eines sievenmaligen Hcrvorrufcs urlheilen. so fühlte ,nan sich verleitet, zu glanben. Moseuthal wäre auf den Schwingen des «Täubchens von Amsterdam" dcv poetischen Unsterblichkeit mit raschen« Finge entgegengeeilt. Den, ist aber nicht so. Das nenc Drama Moscntbal's hatte einen Erfolg, der seinem Werke vollkommen entsprach, das will sagen, einen rein äußerlichen. Die Erfolge der „Molly", diese auf eineil Roman Müller's basirte Apologie der «Doppelehe", des „Sonnrnwendhof", dieser auf einer Novelle von Knrz flmdirle lwheren Virchpfciferiade habe» Mosentha! zn jener billigen Selbstgenügsamkeit des ganz äußerlichen, ganz rohen Effektes verleitet. Mosenthal begnügt sich mit dem groben (lanevas einer entlehnten Handlung, nud stickt in denselben die bnuten und schillernden Staffagen, die er zu sogenannten wirksamen Tableaux grnppirt. ohne an deren Lebeusfäl'igkeit, ohue au den Schmelz der Poesie weiter denken oder auch uur deren Abgang zil empfinden. Da finden wir Volks-Szenen, Entführnna.. heimliche-» Aufenthalt auf schauerlichem Strande. Gmbcsgcläule, Todtenfeier. Leichcnzüge, Empörung, Gcrichts-Szculn nnd am Ende aller Ende Schaffet nnd Selbstmord durch Gift. Um das Wie und Warum kümmert sich keine sterbliche Se'ele — und thut gut daran, denn der Dichter würde ihr doch die Antwort ein für alle Mal schnloig bleibe». „Was sei» soll, wird seiu". das ist die Moral dieser Effeli-komödieu. Was darüber ist, ist Süudc. Seelcukampf uuo Seclenverkläruiig sucht man vergebens in dieser Welt ganz äußerlichen Dräugcus nnd Treibens, und so mag sich der Dichter denn auch uicht allzu sehr ^verwundern, :venn sein Stück in dem Znseher keinen Nachhall findet und er alls diesem Wege gar bald der Vergessenheit anheimfällt. Die Sinne haben eben kein Gedächtniß, nud die Sinuc allein waren es, die rr bedachte nud befriedigte. Mit wcuigcr lautem Erfolge aber nicht minder verdienstvoll betrat ein hiesiges Theater, das der Io« sepl'stadt, znr selben Zeit das Feld der Pantomime. Das Drama diescs Schauspieles dcr kleineren Kinder führt den Tiicl: «Der Teufel im Herzen, odcr der Zauberriug." A» poetischem Gehalt hält es mit Mosenthal's „Düwekc" ganz gleichen Schritt, dafür überbietet eö dieses noch an äujftren hier vollkommen berechtigten Effekten. Die Deloralion und dcr pyvolcch. nische Rahmen dcs „Zanberringes" nmschlilßt dabei ei»e solche Fülle glücklich erfundener komischer panlo« mimischer Szenen, graziöser Solotänze mid geschmackvoll arraugirtcr Ensembles, daß. gibt es eine Gerechtigkeit in der Theaterwelt ccs Scheines und Truges, dieser „Ring" seinen „Zauber" noch immer anf das Publikum üben wird, wenn „Düwele" längst mit dem letzlen ^orberblattc aus Moscnlhal's Dichtcrkranz eul-flattert scin wird. Die lehlc Ausstellung des hiesigen Knnstvcreines füllte die Salons des Schönbrunnerhanses seit lauger Zeit wieder mit dcr eleganten Welt von Wien. Alles pilgerte nach drm kleinen Kabinete, »vo iu künstlichem Halbduukel die schöne Gallin des Grafen Egmont, aufgelöst iil hn'ben Schmerz, dcn Tod ihres Gatten beweint. In der vielleicht etwas allzu natnralistischen Mani-r eines Gallait gemalt, ist dieß Bild doch von anßerordculllcher Wirkung auf dcu Beschauer. Bi'^fre. dcr Maler desselben, hat hier mit nahczn peinlicher Treue die ganze reiche Scala nicuschlichcr Scclcuqual wiedcrlöncn lassen, nnd die einzige Verklärung, dic cr absichtlich sich erlaubte, ist die, daß er eine Fran, eine verwaiste Fran, die edle Sabine von Baiern. zll deren Trägerin wählte. Ist der Gcsauimteindruck des Bildes scho» ein außerordentlicher, so sind die Details des--selben geradezu wunderbar. Die vollendete Technik und die seltene Vergeistignuss der französischen Schlllc fand iu dcn virtuosen Leistung«'!! eines Ricard auch in einer weniger crhlibencu Sphäre einen vollgiltigen Vertreter. Die Portraits dieses Künstlers bilden gegenwärtig den Gegenstand der Bewunderung dcr gcui' zen Residenz. Es scheint bcinalie. als wenn Winltr-l>>>lter in seinem Schüler seinen Meister gcfunde» hätte. Vor AUem rühmen die Maler an Ricard dcn Vorzug des feinen Farbensinnes, den sie den« berühmten Maler von «Kaiserin Engcnic und ihre Frauen" geradezu absprechen. Die Wiener Malerschule glänzt' lvot) Aigner, Einöle, Ammrrling. ^afittc. Rahl und Schrohberg doch gegenwärtig vor Allem in der Landschaft. Seelos. Altmann, Nowopacku,, Lafitte, Gnrlit, Hansch. Vöscher. Halanska biete» einen EylluS von iueist vaterläudischen Szenerien, welche von seltener Vollendung in Auffassung und Ausführung sind. Haud iu Hand mis dcr Vollendung dcr Künstler geht auch die Richlnug dcs Gcschinackes im Publikum und alle Welt versenkt sich hellte mit einer gewissen Vorliebe, in diese Naturstudic», während historische und Genrebilder nur dann scsscln, wcnn sie eine anölä»di>che Firma tragen. ««57 Hede», Um dieß zn ermöglichen, wiro es jedoch nö> tlii^ stin. daü ein jeder Sonderantrag nicht nur in lheorelischen Sähen ansgesprochen, sondern in der ssorm einer R'csolnlion <^wie dieß Vritcn selbst bei iln's'i .>!<»l^!l>l- !M'<>!i!,u5 thnn) klar lind scharf darge- stell! werde. Da^! vom Finanzministerium cnlworscne unit System der direkien Besteuerung, dessen Prüfung lind Vergntachtnng Aufgabe dcr ImmedialkolNlnijsic'n ist, trägt das Gepräge rcif,r Ueberlcgllng und strenger Ko>iscqnenz an sich. Allein die Anerkennung höchster Vollkommenheit wird so ,venig dieses wle li» ande» rcs System in Anspruch nehmen können. Die dritte Klippe, an welcher die Bemühlingen der Kommission schcilcrn könnten, wäre sonach dic VorauSsstznng. dal> nur tin von allen Mängrli» srcics Stcnerfystcin a» die Stelle des dermaligln lrcten dürfe, beider l'ietet „ns die Well nichts in alle» Theilen Vollkommencs, »ichlö al'solnt Gutcö dar. I» den mcisten Voik^mm-nisftn des ^ebeniü müssen wir uns begnügen. das am ivcnigsten Mangelhafte, oder anders gesagt, z'vischc» zwci Uebcln das kleinere zu wählen. Daü Slcner. zahle», nach ivas inuner für einci» Systeme cö vcr< langt werden möge/, wnsi insofern fnr ein Uebel gelten, als es eincn Theil dcs Oinkonlnicus des Stslierndcn. der es oft dlirch schwere Anstrengung erzillt hat, seiner freien Versügnng enlziebt. Alllin dieß Uebel ist ei» n»ver-ineidliches in allen Staaten. Das Streben einer jeden Negitrnng kann daher nnr auf die Vermindc-rung dieses Illbels gerichtet sein. Die Herabsetzung der Stclierfordcrnng wäre dcr einfachste, kürzeste West zu diesem Ziele. Sie ist aber dnrch Vcrn,indc-rnng der St^atöau^lagcn bedingt, da diese il)re Bc-dccknng vorzüglich in dein Steuercrlragc finden, ^n 'Folge der seit dem I.chre 18^U gesteigerten Staats e>lls!agen mnßlen alle Stencrn >>n österreichischen Staate erhöht nnd neue geschafft!, wlNcn. I>n I, 18!»l) y'il'tn sich die Umstände nicht so glstaltel. daß die Finanzen anch nnr alif einen kleinen Theil ihrer biöderigen Z>lftüssc veizichten kö>,nten — sie bedürfe" vielinehr dringend deren Vermehrung. Irgend eine» (!^,nsinß anf die Z'ffern dcr anzuschreibenden direkten Sleittrn bat diese Konnnissioit nicht zn nehmen; diese l'lstinünt. wie schrm bemerll wurde, der Kaiser alle Iabrc >»t d.iUl',, düi Vc>ue!^ ssll'ldllcten Verhaüdllüi^cn dcr Ministcrien sind im H»a<'. Auch linscre Iminedialrommisston hat sich damit in soweit zu l'sschäfligcn. als es sich nm die Veschränküng dcö Anfwandcs für die Errichlung und Euidtnzhalnmg dcö NealitalenkatastcrS, l»ld für die Einhebnug. die Verwaltung lind dic Abfuhr der di-rektln Steuern handelt, bei welchen letztere», alle I"l,re wicdcrkebreudtn Anölagen in Gemäsiheit de^ uorl!f^,^s„ Darsteüilug dcö finanziellen Ergebnisse l>n- projslulten Nsformen die bedeutende Summe von ^'läufig 3.1.';0.0N<» fi, jahrlich erspart wcvdcn soll.— Doch die Entziehung cincö Theiles dcö Privalcin^ kominlns ist nicht das einzige von einer jcdcn Pe-stenenin^ untrennbare Uelxl. Eine lllwcrhaltnißmä-ßige Vertheilnng der Sleuttlast und eine bci Ermiü-luug, Unilagc und Einhebnug der Steuern cintre-tcnde Vclästiglüig dcr Person dcö Stcllcrpfiichtigen lst oft ein ebenso fühlbares Ucbcl als die Steuer an Mid für sich. Zweck der Sleuelrcform ist eö nun haxplsachlich. die zweite Art dcs UcbcIS möglichst zn vermindern; dcun ganz zu beseiliglu wird auch dicsc niemals sein. Eine solche Verminderung hofft daü Finanzministerium dnrch die vorgeschlagenen 3tlfur-mcn z» erzielen. Ob Ulin dicst Ziel durch Annahme der Vorschlage, wie solche volliegen, odcr lnit wel» chcn Mo.dlfikalionen zil erreichen sein könnc, hat die Immcdialkl'mnussion zn prüfen. Vei dieser Prüfung darf aber l.icht das Ideal lixcr von allen Mängeln freien direkten Veslcucnmgö-"rt vorschweben, sondern cs mub. wenn nicht dcr S"tz sich abermals crwahrcn soll: l0 »iii,',» ^l !'l Iii, „, der Anspruch an ein nen.'ö Vcstenc-l»»gs.2ystem darauf beschränkt werden, daß solche ^c Vcseilignng der fühlbarsten Mängel der ucrschic» benen^ gegenwärtig in den cmzelnen ssionländcm be« slchlnden Systeme dirckler Vcstcuerung verbürge. Nur wenn sich die Immedialkomnnssio» iiinerhall» dieser schranke» l'lwcgt. können ihre Vemühnngen zn ei. "t>n zufriedtnstellendcn Nesnltatc führcn. Das Gnie ltiva zurückweisen. u>n einem noch unbekannten Als' ^ren u.ichz,,j^gf» . gliche der Arbeit des Irion. dessen l'Nnier rollei-deö Nad niemals den Gipfel erreicht,'. Wenn dic Immcdialkommissioil die so cbcn an-Nedenls^n drei Klippen zn vermeidln vermag, so ist "n„, zi, z^^fsli,^ daü es ihr a/lmgen werde, den ^>> nnss>c>,n allergi'ädigstcn Baiser und Herrn in '.'wchstd.ssc^ unter dem 7. September I. I. an inich ^richltlcil Kadinctschrciben ausgesprochenen Wunsch i' erfüllen, nämlich die ihr anvcrlrantc Anfgabc im Iniercssc der allgemeinen Wohlfahrt einer gründlichen und nach Möglichkeit beschleunigten Gosling entgegen« zn führen." Dicfc Anfgabc selbst gernhtcll Se. Majc« stät mit folgenden Worten zn bezeichnen: ,in der Slencrgesepgel'nng jene Verbesserung e!nz,lführen, wel-chc die seit der Wirlsamkeit derselben eingetretenen Veränderungen in den wirlhschafllichcn Zustände» deö Neicheö, so wic die Bedürfnisse deü StaalS-banähaltls als nothwendig erscheinen lassen, da» mil dic Vl'rthsilnng der öfso'tlichen basten dcr Zah-lnngsfähigksil dcr Staatsangehörigen möglichst geuan angepaßt nnd insbesondere anch dic Verwaltung dcr direkten Steuern einfacher nnd minder kostspielig eingerichtet werd»,'." Geben wir „nn rasch und guten Mutbes zur ^osnng dieftr Anfgabe! ^assei» wir lici nnscrcn Äe-raihnngcn alle nur für richterliche oder administrirendc Kollegien vorgeschriebenen Förmlichkeiten lici Seite; geben wir ibnen den (5harakler vertraulicher akademischer Besprechungen, wic sie für eine Versammlung passen, in welcher alte Slimmführer ohne Präjudiz für ihre auswärtigen persönlichen Nangsabstnfnngln vollkommen gleich nnd sind in welcher es sich nicht darum bandclt, irgrno ciner Doktrin den Trinmph zn verschaffe», sonder,i darnni, das praktisch Nützliche. Zeitgcmäße und Ansführbarc anfznfindln nno vorzn» schlagen. Damit anch die öffentliche Meinung über dic Ncsormcn i» der direkten Vestenerling, wie sie von» Finanzministcriunl projeklirl wurden, sich vernehmen l^sscn könne, ist bercilö die Eiüle>tllng getroffen worden, daß solche in der Zeitschrift „Ansllia" gründlich dlsprochen und dadurch anch der Vcsprechung anderer Pnbl>z>sten znganglich gemacht werden. Die Vcrhand« Illngcn dieser Immsdialkommission selbst aber cignen sich nicht znr Ueberlieferung an dic Presse. Sie ste-den. wie bereito dargestellt wnrde. ganz auf gleicher ^inic »nit dr» ^omil^bcralhni'gen in Parlaimnlcn, Hä»scrn oder Kainmern. Und wenn diese. sogar in dem Lande, in welchem der Grundsatz dcr Oeffcntlich-keit nllcr Verwaltn,igsangelcgcnheilen am eifersüchtigsten gewahrt wird, nicht znr Vcröffenüichung kommen dürfen, l'.-vor dcren Nesultat den, gesetzgebenden Körper l^dein Hause) vorgelegt worden ist, wic di<ß ans dcr Verfassungslnkunde der Vereiniglen nordamerika-nischeu Staaten vo»l 17. September <787 ^dem Xll, Jahre ihrer Unabhangiglcii) hervorgeht, jo lltßc sich lein Grund denken, warum gegennbcr dcm Gcsctzge» bcr Ocsterssichs dcr nämliche Gang nicht cingchaltcn, sondern eine Comit<'vcrhci!ttlnng über das vom Mi-lusicilii», uor,isschli,>1liie !>cl,e "SlsnerHrssp flschcr zur !ili,itmcinln .sscnnlniß, alö z« dcr Seinln grlangci, sollte. Der Anfang dcr Verhandlungen über die vorliegenden Anträge dcs Finanzministeriums yat in Ge-mäßhcit der Vlstimmnng Sr. Majestät die Erö'rte-rnng nachstcl'cnder drei Hauptfragen zu bilden: l. soll eine Reform und nicht bloß eine lycil-weise Verbesserung dcs dermaligei, Kataster« eintreten? li. ist im Falle einer Reform der Parzellener-lragskataster durch einen Wcrlhkalaster zn ersehen? lll. soll in Znknnft das jepigc Prinzip der Sla. bilität dcs Katasters festgehalten odcr jenes seiner N^ndelbarlcit angenommen werden? Ueber dirsc drei Fragcn. dercn cudgiliigc ^.'ösnng allcn Vtralhschlagnugcn bezüglich der wichiigslcu nnler den direkten Slcncrn, nämlich der Grundsteuer, vor-ansgcl,eil mnß, wollen dic vcrchrten Hcrrcn Mitglieder dcr Immedialkommission nunmehr zuerst die Ansichten dcö "dieser Commission vom Finanzministerium beige-gcl>cncn Nefercnlen. nach ihnen abcr jcnc dcs ihm uom Millisterium dcs Inncrn ail die Seitc gestell-tcn Korreferenten vernehmen und nachher reiflichst berathen. Oesterreich. Wien. Sc. k. k. Apostol. Majestät nnd Ihre Majestät dic Kaiserin habcn dem St. Gregorius-Vercin zur Unlcrslüyung armcr Studircnder anch in dicscm Jahre je Uw fi.. zusainmen 200 fi,, allergnä-digst zn spenden gernht. __Ihre Majestät dic Kaiserin haben zn dem von Franz Anton Dauningcr am h. Weihnachtsabend vorbereiteten Christbaum für vcrstümmcllc arbeitöun-fäbigc Krieger nild dercn Witwen nnd Waisc» dem obcngenailnlen Ornnder diescr Unterstü^ungsspenden einen Allerhöchsten Veitrag von 100 ft. übergeben zn lassen gernlit. Preftburss. Die Verlranenskommission zur Vc-rallüing cincs Gesetzes für dic ^and- nnd Stadtge-mcindcn dcS Preßbnrger Verwallungsgcbietcs war bekanntlich am 12. Dcz. znsammrngetretcn, nm dic Arbeiten zn begilincn. (5s lrat jedoch alsbald cin unüberwindliches Hinderniß dcr 'vrrathung cntgegen. (5S ging nämlich ans dcr Mitte der Vertrancnsmänncr der Antrag hervor, vor der Vcrathnng rineS Gemeinde-gesehes in einer nnlcrlhänigsten Adresse Se. Majestät den Kaiser zn bitten, die ungarischen Reichsstäude znr Äcrathnng definitiver Gcmcindrstatlllc linbernfen zu wolle,'. Die Vertrauensmänner waren einstimmig für diese Bitte, nnr wollie eine Minderzahl derselben znersi das Gcmeindegesey nach deni Willen Sr. Majestät berathen wissen. Hierüber konnte keine Vereinbanmg zn Stande gebracht werden. Oi» Theil der Vertrauensmänner kündigte den AnSttitt cm, d,r andere erklärte sich oemnach für iokolnpetellt. und so sah sich der Präsident genölbigt, die Verttmlsnskommisfion am dritten Ta^e nach ihrem Znsammentritl aufzulösen. Pesth, 17. Dezember. Im Verlanfe des ge^ strigen TageS wnrde folgende ssmidmachnng am schwarzen Vretle dcr Pesthcr Universität angeschlagen: In Folge höherer Neisnng von Seite des hohen k. k. General-Gouvernements wird den akademischen Stndirenden dieser Universnäl ans Anlaß der gestern, d. i. den 16. d. M.. llattgefnndenen Vorfälle hiemit offiziell nnd mit wiederholter ernstlicher Verwarnnna, in Erinnerung gebracht: daß sie '<-r Arifgabe gearbeitet, nnd in Bälde wird die Grenze vollständig geregelt sein. Italienische Staaten. Turin, 10. Dcz. Gestern Abend erst verbreit,le sich hier das Gerücht von einem UnsaU. wclchcr dem General Garibaldi schon am 4. in dcr Nähe von Coino zugestoßen war. lind der das ^ebcn desselben i» nicht geringe Gcfabr gesetzt hatte. Der General, welcher schon längere Zeit aus drn, Landgut des Mnr> chese Raimondi weilte, machte am genannten Tag einen Spazierritt mit dem Sohn des Mnrchesr nno der ältesten Tochter desselbcn, yea.cn welche der be> rcits alternde Handegeu, ncbcubci gesagt, nicht ganz gleichgültig sei» soll. Plötzlich nah», das Pferd deS Generals Reißaus, legte i» Blitzesschnelle rinci, Weg vo» zwci Miglicn znrnck. nnd konnte ,rst bei einem hier in, Wege stehenden Hans dadurch angehalten werden, daß es der General mit kräfiiger Fan!) links' herum riß. wobei sein rechtes Knie aber noch so nahe an die Wand gedrückt wurde, daß der Fnb eine ziemliche Fleischabrcisung erlitt. AIS Garibaldi dns Pferd ncnerdmgs cnif die Straße gebracht halte, »m, der nachfolgenden Familic Naimondi entgegenzureiten, nahm das Thier nochmals Reißaus, und warf den General mit Gewalt yea/n die D,ichs«l des Wagens ««55 des Marches?. worin die übrigen Tochter desselben folgten. Hier sprang der General mit einen» Saß voin Pfcroe, wobei er sich r>en Knöchel verrenkte. ?iach einem Bericht des Dr. Nipari sind die Konl». sionen und Verletzungen Des Generals ohne Gefahr, doch muß er das Bett liliteu. Aus 3lo»n, 12. Dez. wir» dem „Journal des D«bats" geschrieben: «Die Befcstigungs-Arbeiten »on Ciuita Vecchia sino vollendet. Bekaniulich wuroe oiescs große '^an-werk unter Geltung französischer Genie - Offiziere llnl) Soldaten ansgefübrt. Frankreich. Paris, 14. Dez. Einem Pariser Schreiben entnehmen n)ir daö Gerücht, daß von Seiten zweier Großmächte rahin gewirkt wird. die Abdankung der Fürsten Couza uiw Milosch zn erzielen, nnd deren Bänder zn unabhängige» Fürstenlhümern linter der Herrschaft voll zwei Fürsten ans regierenden Häliscrn Europa's zn konstituiren. Spanien. Ans Madrid, 10. Dez., wird gemeldet: „Es murre cer Befehl ertheilt, die afrikanische Armee durch 12.0l)l) Freiwillige ans den Jägern nnd der Provinzial<( Reserve») Ilisantcrie zn verstärken. General Prim ist thätig beschäftigt, einen Weg nach Te-tllan zn eröffnen, indem er das ^!an0 al'bolzen und eine für die Artilltric praktikable Strafe helstcllcn läßt. Das Terrain ist dermaßen stcil und gebirgig. 0aß die Armee bei jeder Bewegung sich erst einen Durchgang bahnen mnß." Wie aus Madrid, 13. Dc;. lelegraphirt wird, waren die Verlnstc welche die Mauren bei dem Angriffe auf den Nachlrab der vom General Prim bcfeb-ligten Division erlitten, bedelitend. Die Spanier ge« ben ihren Verlllst anf 40 Mann an. Das Gcfcchl fand am 12. Dezember Statt, nnd Prim w.ir abgerückt, lllll die Bauten an der »ach Tetnan führenden Straße zu schüycn. Dänemark. Kopenhagen, 1l. Dez. Ganz Kopenhagen spricht seit Donnerstag Abends nnr von dem ncne» Stucke, das fie im „Casino" gegeben haben. Es beißt: ^Die Gräfin und ihre Cousine", mid ist angeblich eine Äeatbeilung von Tbeanloirs »I^n cnml»»!«» ", das vou rer Dllblirry nnd ihrcr Wirthschaft am Hofe ^ulwigs XV. h^ndeli; aber das Pn» l'Iisum denkt dabei nicht an die Dnbarry, sondern an eine gewisse einftnßreiche Gräfin, anf welche alle Couplets vortrefflich paffen. Das Casino war am Donnerstag, da man im vorans wnßle. daß das neue Stück politische Anspielungen entbalic, bis anf den Ichten Winkel gefüllt'- das stürmische Beifallklatschen des Publikums, namentlich bei den Couplets, war wahrbaft beispiellos' i/Des ssonplet muLle wiederholt werden, und so ging es vorgestern, so ging es gestern, so wird es voraussichtlich bente wieder gehen. Das Stück muß jeden Tag wiederholt werde». und das wird aUem Anscheine nach noch ganze Wochen so fortgehen. Die Polizei, das neue Ministerium nnd der Hof brfinren sich in der größten Verlegenheit' Niemand weiß Nalh; man befürchtet bereits, daß sich die Szenen aus den Märztaqcn von 1848 wiederholen werden. Damals war die Danner «D Thouv.ncl dein Divan eine R'ote überreicht, in welcher er in »untlicher Weise einen Fernwn begehrte, dllrch dcu Herr v. ^lesscps znr Durchstichung der ^anocngc von Suez crmäHligi »vcrdcu sollle. Die GesanDlen. Oesterreichs, Preußens, Nnßlanrs und Sardiniens hatten oi>-sc Note in Gemäßhcit ihrcr Instlliklioncn linterstühi. In Folge dieser Forderung trat der Ministerralh zlis^m-mcn und Fuao Pascha räumie ein. daL er sich pcr-sönlich ucrbinrlich gemacht habe. die besagte Ermächtigung nicht zn ertheilen. Der Vczir ertheilte hierauf, er könne derartige Verbindlichkeiten nicht anei-kennen. Es folgte eine stürmische Dioknsswn, die mil Annahme eines Kompromisses endete, welchem zufolge die Mächte sich mit Engl.uio verständigen soUcn. Sir H. Bnlwcr war vom Sultan empfangen worden und halte mehrere Konferenzen mit den Minlsteln gehabt. Serbien. Velssrad, ll. Dezember. Die Verhaftung des Kaffchkochs des Fürsten Milosch erregte große Sensation in Belgrad. Auf ihm ruble drr Verdacht, daß er dem Fürsten einen «leylcn Kaffeli" habe reichcn wollen. Der Koch, der in glcicher Eigenschaft bei Karageorgiewitsch diente (ein erschwerender Umstand für den Kafftdschi). b^tlicuette seine Unschul?. s.igle aber anS, daß scit einiger Zeit i^enle, cie in, Konal beschäftigt sind, beständig in die Küche kommen und llntcr allcrlci Vorwänren sich darin zu schaffen mache». Eine gepflogene Untersuchung stcllic seine Unschuld heraus; intrigante Menschen, rir ihn eutfeilu» wollten, kalte» iy» bei Milosch verrächligt. — Sowohl oie Gastwirlhe wie die Kaffchbndcninhabcr haben allen ihre» Gästeil erklärt: sie dulotten nicht, d.,ß in ihren ^ok.ilcn weocr vom Fürsten, noch von der Regierung, noch von Politik gesprochen werde, damit sie nicht von der Polizei beunruhigt werden. Vernlischte Nachrichteil. — Eii' Berliner Tnrnlclircr hat fü»f Sä'Iitt-schuhlauf.Anst.iüsn »rrichiet. die s»hr ^nt vrinirs». Bon Seile »er Plesse wn» oas gc»ieil>iiül)i.^ Unternehmen, das Berlin vor anderen Hanptstädlen voraus bat, mit Ziecht wärmstens enipfoblen. Es wird durch diese Ei^bahüco oem Publifnm Osl>g<'!ll)sil zn einer adbarlcnren, der Jahreszeit lntsprschenoen ^'ri-bcsnbung geboten, ohne die Gefabreu, welche leh-lere nnf Tcichfn und Fluss n so hanfig nnt sich führt. — Es ist uns vergönnt, aus Spohr's Selbstbiographie, welche demnächst im Verlag vo» Georg H. Wigano in Götiingen erscheinen wir?, folgenden llgcnlhüiullchen lind crgöZlichcn Vorfall nach des Mri sters eigenen Worien milzlitdeile» : «Im Jahr.' 1808 war zn Erfnrl der bcrülunlc Fürstenkongreß. bei wll> chem Napoleon seinen Freund reu Kaiser Alerander nlio die denlschcn Könige nur Fürsten, seine Knndcs> genossen, bewirlbete. Alle Neugierigen der Umgcglnd strömten hinzu, um die Pracht sischc» Werke uo» Corneille o^cr Racine hr Gefolge st^tifänren nnd jerer Andere davon ans» geschlossen sei. Ich lwffic >wn dnrch Vermlülnng der Mrisiker Play im Orchester zu finden, aber anch DieL schlug fcl)l. da denselbei, auf's Sirengstc unlcrsag! war. irgend Jemand milzunelimc,!. Endlich fiel niir oer Ausweg ein. daß ich lind meine drei Schüler an der Stelle eben so vieler Musiker die Zwischen, aktc mitspielen und so der Vorstellung bciwobnen könnten. Da wir «s »ms Elwas kosten lieüen und oie Musiker wußten, daß die Stellvertreter ihre Plätze genügend ausfüllen wnrd,n, so gaben sie ihre ZuNim» mnng. Nn,l zeigle sich aber eine neue Schwierigkeit: es konnleu nur drei von nns bei den Violinen und der Viola miiergcbracht werden und da Keiner ei» anderes Orchcslcr.nstrumcnt spielle. so halte Einer von uns zurückbleibe» müssen. D.i kam mir der Gedanke zn versuchen, ob ich bis zum Abend »icht so viel anf dem Horn erlernen könne, daß ich im Stande sei. die Parthic res zwcücn Horns zu über« ncdmrn. Ich borglc mir sogleich von Dem. lessen Stelle ich einnehmen wollte, oas Horn und begann meine Slndicn. Anfangs kamen fürchterliche Töne zum Vorschein, doch schon nach einer Slunde gelang es mir, oie nalürlichen Töne des Horns zur Ans« spräche zu bringen. N.'ch Tische, währen!) meine Schüler sp^icreu gingen, erneuerte ich im Hause des Hladtlnusikns meine Uebung,,, imd obgleich mir die kippen schr webe lhalcn. rubele ich doch nicht eher. bis ich meine Hornstimme der alleroings leichten Ouvcrlnrc und der Zwischenakte, die am Abeno ge< spielt werden sollten, fehlerlos herausbringen konnte. So vorbereite! schloß ich mich mit meinen Schüler» Den Andern an, und da Jeder sein Instrument unter dem Arme trug. so kamen wir auch unangefochten zn unfein Plähen. Wir landen den Saal. in wll« chem das Theairr aufgeschlagen war. schon glänzend erlenchlet uno mit dem z.ihlrcichen Gefolge der Für» stcn angefülli. Für Napoleon nno seine Gäste be^ sauren sich die Pläpc richt bintll dem Orchester. Balo nachwill der fähigste ineiner Schüler, dem ich bie lining der Mnsik nberiragc» und d,sjcn Direl« t'on ich mich selbst als n.'!igeb.ickei!er Hornist unttl' orrncle. halte einsti,!,mc!l laffs». erschienen die lwhc» Herrschaften »nd die Ouvertüre begann. Das Orchester bildete, mit dem Gesicht nach dem Theater geleblt, eine lange Neihe. uiw cs war jedem der Mitwirktn-rc» streng untersag!, sich umznkcbren und die Füisten »eugicrig zli betiachten. Davon im Voraus »uler-richtet. balle lch einen kleinen Spiegel zn mir gesteckt, mit dessen Hilfe, sobald die Musik a/cndet halte, ich unl'e,r>erkt die Denker der europäischen Geschicke genm, betrachlcn konnte. Bald zog mich indessen das vor« rnffliche Spiel der tragische» Künstler so ausschließlich an. d^ß ich reu Spiegel meinen Schülern überließ und meine ganze Ansmerksamklit der Bühne zuwandte, '^ci jrdem der folgenden Zwischenakte mebrlen sich nl>e,- di,ci„s„ kippen und nach Be-endigring der Vorstellung waren sie fo m,g,fsd,> schl>i^ T .1 g n . ?." Vavomctcrstcind ^"sNc>'lV.l.il»r ^ , ^ W i < t c > u n g l'i,'.»e,> 2i Stund,,, il, " '^'^chül'ui_________________ "uh Ncan»,.______________ _________ Parish Lime» ^ l?. Dczombcr <> lthr ^i>^. :<^l.^7 — 5. l> Or. VV5W. niittelm, d,»,» l's>^!)llt 2 .. Nehm. ^22. i-.^. — :i . 3 ., 0^0. schwach bmwllt N . 0^ iN ^ Ab^. 'l'^"^_____11.^-2 .. liXU. schwach tnil't __^^!'". . - l^ ^ «"ll^^Iiln,. ^.).»7 - ?. l"l^r.^ 1^0. schwach diüm b.wollt 2 „ Nch'm, ?'^ - N2 — 5. l „ M, schwach Cch,i.<' " . N« >N .. Nl>d. .^2^.5^_____ —5.2 „ l>30. schwach Schüe ^,^!l'c» Schult __ ltt" 6' UhT'Ä^rg? '3^2"'2^ l —'ii?ts ' Gr" 8^ schwach......'' Rsqcn 2 „ 9lchm. 32l.52 —t.« „ ><). schwach Schiuc "'^« «0..?!^. .'l2N.8N > — 2.tt . A0. schwnch Schn.c Lchu.c »nd R,gcn Druck und Verlag von Ii,näz'u. Hsii'il,»na<,r 6lc F.'Vamberg'in i'ail'ach. — VercnlNvortlichcr Äcdaltcür: F. Vn«lb<-r^.