Laibacher Zeitung. Nr. 239. Pl «in » mcrntionSPrti» : Am Comptoir ssanzj. fl.il, hall'i. fl. 2.20. ssiiv die Zustclluufl '»^ Ha»« lMbj.5ulr. Mit dtrPost gauzj.sl.,,'.. halbj. st. 7.5N. Mittwoch, l8. Ottobcr Ins«rlion?g»bllhr biiinZcilrn: Imalooll., 2m.«nfr., üm.i fi.;lonft pr.Z5!le lm. s>'r.,z!m. 8ll., ,'»n. K» ll. u. s. N'. InitrtionSftlMptl jetc?m. »u ll. 1863. MMcher Theil. ' Sc. k. t. Apostolische Majestät haben mit Nller-^ HSchstcr Entschließung vom 4. Oktober d. I. den Bezdiner^ Archimandrite,, Anton NätV» znm gr. or. Bischof in Tcmcsvar allcrguädigst zu crncnncn geruht. ! Se. f. l. Apostolische Majestät habcn dem Sig-!, mund Grafen Attemö die k. l. KämmcrerSwürde aller« gnädigst zn verleihen geruht. NichlanUsicher Theil. Laibach, 18. Oktober. Die in letzter Zeit gehaltenen ungarischen Wahlreden habcn die Befürchtung hervorgerufen, als wolle man in Ungarn die Interessengemeinschaft, welche der» zeit zwischen den verschiedenen Reichen nnd Bändern der östcrr. Monarchie besteht, ans die schroffste Personal' Union reduzircn. „Pcsli Naplo" tritt diesen Befürch. tlmgen entgegen, er weist darauf hin, daß die bisher geäußerten indivi dncllen Meinungen der Beschluß« fassung des allcin komuetcnlcn Reichstages nicht prajn» dizircn können. Nicht allein die pragmatische Sanktion, auch die so lange gefürchtetcn Gesetze von 1848 sprechen von den gemeinsamen Angelegenheiten. Die gc< fürchtete Frage, fagt „Naplo" schließlich, fiudct daher eine Unterlage in unseren Gesetzen, denen gegenüber sich die ungarische Nation nie unchrcrbictig erwiesen. So mögen denn unsere Nachbarn ohne Bcnnruhignng ab« walten, auf daß der Reichstag nicht eine individuelle Ansicht, sondern dcu Entschluß der Nation lnndgcbcn könne. So erhöhen sich dic Aussichten auf einen Aus' 'gleich mit Ungarn, wahrend andererseits auch die lange vcnlilirtc Frage, wer die „legalen Vcl treter" sein wer« den, welche das Gewicht ihres AusspluchcS uor dc> N. l>. tölitschliesnu'a über dic BcrhaudlungSicsllltlUe dcö lmnaiischcn und lioatischcii LandlasscS il, die Wanschalc legen werden, durch ciu cbcn von der „N. Fr. Pr." pnblizirtcS amtliches Aktenstück dcr tirolisch'vorarlbergi-schen Statlhaltcrci gelöst wird. Nicht der engere RcichS« rath, sondern die Landtage werden diese Vertreter sein. DaS Aktenstück sagt überdies: Es ist jedoch selbstverständlich, daß, bevor diese UerhandlnngS'Rcsnltatc nicht vorliegen, die Vertreter der diesseitigen Läudcr auch zu einer Berathung dieses Gegenstandes staatsrechtlicher Natnr nicht berufen wer-h^>, sondern in ihrer Thätigkeit die Grenzen einzuhalten habcn, welche ihre in Kraft und Wirksamkeit bcfiud-lichen Landesorduungcn vorzcichncn .... Der engere Ncichsralh, wclchcin nach dem Grnndgefctzc über dic Ncich^vcrtrctnug lciuc wic iinmcr gcartctc Atitwirkuug bei Lösung der Vcrfassuugsfragc zulommt, muß durch die Sislinmg dcr Wiilsamlcit des obcn bczogcncu Gc-sctzcs nothwendig auch cincu Stillstand in sciucr kom> petcnzmäßigcn Thätigkeit erleiden, da das Rcichsraths-Patnt überhaupt unr Eincn R'eichsrath tcnnt und lcdig< lich in dcr Theilnahme dcr Vertreter dcr einzelnen Länder an dcu Vcrachungcn und Bcschlüsscu, j,c nach dcr 'Verschiedenheit des Gcgcujtaudcs dcr Vcrhandluug, einen Unterschied feststellt. Dic Rcchlsgrundlagcn, das ist ille Gruudbcstim-.muugcn dcS Rcichslathsstatutcö, habct ihrc ganz gleiche Geltung sin die gcsammtc Thütiglcit dcö R'cichSralhcS; sollte dahcr nach Sistiruug dcr Wirlsaiukcit dcs Ätcichs-rathsstlltutes der cnacrc ^Ilcichsralh dennoch forttagcn, so wäre dicS nnr die Schaffung einer ncuen Rechts» fiktion, wcnn lnan nicht im Wege dcr Oltroyiruna dem. selben cmc selbslftändigc Rcchtsgnmdlaqc gcbcn will Weder das Eiuc noch das Andcrc taun in dcu Int ^ tioncn der Rcgicruug licgcu. Wir habcn bereits wiederholt in nnscrcu Spalten dic Ansicht verfochten, daß die für Oesterreich zn lösende! „ at. o u a l - o k o u o m , ch c Aufgabe nicht mindcr wich.! t.g sc, als d,e politische. Dic ..Koust. Ocslcrr! Zeltung" widmet nun eine längere Anscinaudcrsetzunq! dcr Wichtigkeit des tr ans atl an liscl, cu Vcr/ ^'b'^ ^" ^F>'"l^. ^gclmäßige transatlantische Vclbluduugcn sind sur dic Enlwicklnng dcs ErvortS die wl'tiamstcn Mittel. Die Rcgicrnng ftlbst kmm abc? schon wcgcu dcr vou ihr unverrückbar fest qclMcncn! Rücklicht auf das Glcichgcwicht im Slaatshanshaltc! dic>c Uutcrnchmuugcn nicht finanziell unlcrstützc!, Dcr Unleruchmungsgcist dcr östcvlcichischcu Iuduslncllcu wird daher, in dic Fußstapfcn deS crstcn Haudclsvollcs der Welt, der Briten, tretend, dicsc Lücke ausfüllen müssen. Auch unser Vaterland, wclchcs bereits mit mehreren yandcsprodnklcu Exporthandel nach fremden Kontinenten betreibt, wird sich an den Vorlhcilcn dcr insbesondere durch die FrciwilligcucMdilionen nach Mexiko eröffneten Verbindung mit Zcnttalamcrila uuo Wcstindicu bc- ! lhciligcn, und wir irren gewiß nicht, wcnn wir in den Unternehmungsgeist dcs KraincrS das Vertrauen setzen, er werde auch in jencn fernen Gegenden den Namen, dcr südslavischcn das Mccr bcfahrcndeu Nationen ruhmvoll jenen dcr slovenischcn anreihen! Oesterreich. Wien, 15. Oktober, Der HandelSmimslcr Varon Wüllcrstorf hat mit nachstchcndcm Zirlularschrcibcn den Handels, und Gcwcrbelammcrn dcr Monarchie seinen Amtsantritt angezeigt: „Er. l. l. c>pos>. Majrstn» Halm, mil cilkrhüchstem Hand. schreiben um» 3<». Sefttcilibrr l. I. mich z>>m Ministcr filr Hail« dcl ,n,d Vol^wirthschast aNl-lssiindiast ;n mmum, gttuht. Clinch-dlül ich mit dcm hciitiqcn Tans d'ii mir allngucidigft aiiocrtinu-lell Posten aiisi'lretc,! mid di? Otschäsl^l-itiinc, des Mmisttrium? ilbfnioiiimcu hab!', sstzc Ich die P'shnc Haudrl? - u»d Ocwerbe-lammrr hinvoil mi< dcr Versicherung i/dic jiciiüllliß, daß ich dcr Pflc^e dcr uoi, drr geehrten »a'udelt«« imd Oewerbetammer unlretcucii hochwichtigen' Interessen meiile uollc Anfmcrlsanilcit widmen wcrdr, nnd hrgc dir Vnvartmig, dic gtthrtc Handels-nnd Gcwcrbclcmttr »verde mich in meinem Slrcben mit ihrem Rnthe nnd Beistände lhatträflin m>ttrstnl.'en. Wirn. am !», Ol-lodcr 1^5. - Wnller?lorff „I ,.." Dem „Telegraf" schreibt man aus Wien, 14tcn Oktober: Wie ich Ihnen schon ans telegraphischem Wcge ^ gemeldet, behauptet mau heule in Kreisen, die dcr ober- ^ slen Fiuanzleituug nahe stchen, d^iß die Mission dcö! Herrn u. Bcckc den güustigslcn Verlauf uchmc und daS ucuc Anlchcn so gut wie abgeschlossen sei, und zwar untcr Bedingungen, die man, wofcü, sie sich bestätigen, als wahrhaft glan^nd mil Niicksichl auf die bestehe:,' dcu Verhältnisse l'c:cichiicn mühte, slls Darlchelisgcber sigülirl, dicfcr Eizählnng zxfolcic, rio Konsoiliuin, l>e^ slchcnd n»^« sa„lülrc um dcn Bctrag von .'> Sgr. täglich an dcn hiesigcn Nalh waudlcn, abcr noch vor Emlauf dcr Autwort zu dcm Zwangömitttl dcr AlbcilSnicdcrlcgnug schritten, ^lur die zünftigen Schiffszimmcrlcule, circa 00 an dcr Zahl, setzten die Arbeit fort. Da augenblicklich 15) neue Schiffe auf dcm Stapel stehen imd 8 andere in einer größere,» 95l) Reparatur begriffen sind, so trifft die Niedcrlegnng dcr Arbeit ill cinen Zeitpunkt, wo dieselbe von deu BlNl» mcistcru uud Bauherren schwer empfunden werden wird. Der AibcilSuicdcrlegnng der 400 ist eine Berathung in einem WilthShanse vorangegangen, welche wohl noch Anlaß zu einer polizeiliche!! Untersuchung bieten wird. Briefe auS Floren; versichern, daß sich die durch die Wahlbewcguug aufgeregten Gemüther innncr mehr beruhigen und daß die Persönlichkeiten einer ernsten Stimmung weichen. M^ni hofft, daß das nächste Par» lamcitt einc immense Majorität fiir die Regierung auf« weisen werde. Besonders dofft dic Nuance Ricasoli durch die ucuen Wahlen zu gewinnen. ES heißt auch, daß zwischeu Ricasoli und Rataz;i cinc Verständigling erzielt worden sei, dic dahin geht, daß Ratazzi, fall«? Ricasoli ins Vtinisterium berufen würde, dic Präsideut« schaft im Abgeorduetenbause erhalten soll. Nom, 10 Oktober. Einige Zeit nach dem AuS« bruch des Kriegs in dcr nordamcrikanischen Union traf der Bischof Vyuch vou Charleston mit sciuem Gcncral-vikar Dr. Birmingham cin und verweilte biö lctzle Woche hier, wo c<< mit seinem Begleiter nach Charleston zurückkehrte. Er erhielt vom Präsidenten Johnson die Versicheruug, daß er wegen seiner frühcreu Verliin. düngen mit dem Süden nicht weiter werde belästigt werden, daß die Regierung vielmehr auf sciuc guten Dienste zur Beruhigung dcr aufgeregten Gemüther und zur AuStllgung des politischen Grolls und Hasses be« stimmt zähle. — König Franz II. von Neapel delorirte folgende deutsche Herren: dcn Fürsten Emil von Sahn» Wittgenstein und den Fürstcu Karl Egon von Fürsten» verg mit dcm Kreuze des h. IcmuarinS, die Grafen Eberhard und Theodor v. Etolbcrg-Wernigerodc er« hielten das Großkrcuz des Konstantin laugt würd:. Die Stadt war nalüllich in größter Aufregung. DcS Abeuds berief dcr Zioilgouociiicur dcn Gemcindcrath und die uornchmslcn Büigcr dcr Stadt zusammen. Die Dcputatiou dcr Unzufricdcncu wurde eingeführt, worauf dcr Zivilgouvcrneur derselben erklärte, daß weder er, noch dic Gcmciiidcbchö»oc die Macht habe, ihre Wünsche zn befriedigen; sic müßte sich dicserhalb au die CorteS wenden. Znglcich crlanblc ihr dcr Zivilgouvcrueur ans ihr Verlangen, daß sie ihrc Petition anf mehreren Puultcn der Stadt zum Unterzeichnen ofscnlcgcn dürfe, uuo for-dcrte sie dann auf, alles auszubiclcn, damit diese bcuu-ruhigeudc Mauifcstation auf friedliche Wcisc cuocu möge. Die Deputation versprach es. Dic Nacht verging ru« hig. Am nächsten Molgc» aber s:i. Oktober) äudcrte sich plötzlich alles, Massen von Bauern, die durch cinc große Auzahl vou Arbcitcru verstärkt worocu warcu, bildctcll beträchtliche Zusammenrottungen an dcn Thoren der Stadt. Diese Massen uahmcn plötzlich cinc an-greifende Hallung an, vcrhindcrtcn daS Hinausgehen dcr Talöhncr uud dic Einfuhr dcr Vebensmittel uud bcsctztcu dcu Cisenbahnhof, um das Abfahren dcr Rei» senden zn verhindern. Dcr Zivilgonvcrncur licß überall diese Znsammcnrottnngcn zuin Ausciuandergcheu anffor-dcrn, aber vergebens. Darauf hin übertrug er gcgcn Mittag alle Gewalt dcm Gcncrallapitän. Dieser erließ nnn ciucn Tagesbefehl, durch welchen cr das Zcrstrcucu der Gruppen biuucu siucr Stunde anbefahl, da mau dic Stadt nicht läugcr vou 4-5)000 Bauem bedrohen lassen tönntc. Auf dcm Konstitutiousplatzc hatte sich ei» ucuer Haufe angesauuncll. Da nach ciucr Stunde dcm Acfchl deS Genen ^ kcinc Folge gclcistct wordcu war, licß cr mehrere ^> trouillcu ausrücken, nin dic Zirkulation hinstellen. 1'.!.: halb 4 Uhr stellte sich cinc Iufautericabl Heilung !c'' dcm Caf0 Iberia auf, währcud Kavallerie die U!!,.l, hüngiglcitsstraßc durchritt. Von dcn Waffcn wurdc ,' dcsscn kein Gebrauch gemacht, da dcr General jtlV, Konflikt vermeiden wollte. Die Meuterer sammellcl', sich nun, statt auöciuaudcr zu gcheu, ai>s dcm Konstitn tionsplatzc. Nach ncucu Aiisfurdcrungcn rückten t>>: Truppen vor nnd bcsctzlcu denselben. Die Meulcrel zogcu sich auf dcu Corso zurück und nahmen ei!,: drohcudc Haltung an. Diese schwierige Vage dauertt bis halb 7 Uhr. Einige Flintenschüsse wmdcn iu diesen, Vlugcudllckc abgefeuert; von welcher Scilc zuerst ^c-schössen wurdc, ist uubclannt. Beim Ertönen del« Gc< wchrfcucrS zogcu sich die Soldaten iu die benachbarten Häuser zurück und bcsctzlcu die Fenster. Hierauf wnrd« der Befehl zum Feuern gegeben; die Menge erwiederte dasselbe, zerstreute sich aber sofort nach allen Richtuu^i, hin. Sieben bis acht Personen wurdcu erschossen u-i5 ungefähr zehn schwer verwundet. Wahrend dcr Na^ hörte man noch einige Flintenschüsse. Verhaftungen si-vorgcuoinmcn worden; die Individuen, welche man i-l> dcn Waffcn in dcr Hand ergriffen hat, werden vor ^ Kriegsgericht gestellt. Andere lompromillirtc Persiw« lichtciten komincn vor die gewöhnlichen Gerichte, dcn folgenden Tagen wurde die Ruhe nicht m gestört." London, 14. Oktober. Ein Gerücht will wi>> die Regierung von Wushington habc, nachdem sie nachrichtigt wurdc, daß Kaiser Napoleon weitere T>' pen für Mexiko organisirc, nach Paris einc Dep^ mit dcr Erklärung gerichtet, das Washingtoner ssabi, wolle tcincsmcgs gestatten, daß Frauticich neuc Hi^ truppcn »ach Mcfilo sende, da die fortgesetzte Ilü.!< venlion Fraulrcichs in Vitfilo bcdcullichc Unannchiu^ lichleilcn zwischcu bcide» Rcgicrnngen herbeiführt!! wiü' - Dublin, 1!l. Oktober. Hcnte wnrdcn wieder sn' Fcnicr vor die Assisen gcwicscn'. Dcr Zcugc Wirteu s> auS, dafz dcr Aufslaud Ende September oder AnsV. , Oktober zum AuSbruch loiuiucn sollte. Die Führer l^' tcn allc Maßregeln ergriffe», um dic Bevölkerung ^ Thcilnahiuc an dcr Bewegung zu veranlassen. Alle i?»' Personen, die sich weigerten, dicö zu lhuu, sollteu ('lc> Feinde betrachtet und massalrirt wcrdcn. New.Aork, 4. Oktober. Dic ösfcutliche Schm. bclicf sich init W. September auf 2745 Million , Dollars. Dcr Gouverneur des Staates Mississippi beschl,,, die Angelegenheit der befreiten Neger an die Zivils-richte zu verweisen. Die Konvcnliou von Connect,'»,.,-hat in ciucm Amcndcmcnt dic ?ccgcrfreihcilcn ucrwors" Die offizielle Korrespondenz zwischen Scward l! > Dayton ist vci^ffcntlicht woid^n. Scward schrieb >, Februar I ttli4 , er werde dcn Kaiser Maximilian ni ancitenncn.— Romcro, der Gcsa»dlt Juarez' in W', shiuglon, erklärt, er besitze leine Vollmacht, Offizin nnd Soldaten für mcxilauischc Dicnste anzuwerben. HlWsnenistlieiten. Sc. lais. Hoheit d^r Herr Erzherzog Albrc^' hat bei Gclcgcnhcil dcr Bcrcisnng (^alizicnS dcu ?i gebrannten in Doliua 50 fl., überdies vielen Hilfsl', dürftigen Unterstützungen zu spcndcn gcrnht. ^emlletoll. ! Wiv si„d in der Lage. in» Nachstfheiids,, den Text be« > „ilugen-LiedeS" zn lninqen, welche? Ioscf Weilen z»v hellte siatt-findllidcn Fcicr d?r Euthilllnng des Prinz Eugen ^ Monnmentcs gedichtet hat nnb welches der Wiener Wännergesangvercin nnch! der alten bellNinlrn Melodie bei dieser Gelegenheit znm Vortrage! bringen wird: Das Lied vom edlen slitter. „Prinz Engen, der edle Nitter," Oestreichs schönste Schlachten stritt er Als General und Feldmarschall; Hielt das Schwert in sciuer Rechten, That für Oestreichs Ehre fechten, So im Feld, wie vor dem Wall. ..Dreier Kaiser treuer Diener," In dem Kampf — ein Löwe schiel, er, Nach dem Siege: mildgesinnt. War den Künsten hold nicht minder, Hatt' nicht Weib nnd hatt' nicht Kinder — Oestreich war ihm Weib und Kind! Neil er that zu allen Tagen Wcisc ratheu, tapfer schlagen, Und dabei so trcn als kühn, Unser Kaiser that befehlen, Daß man sollt' sein Erzbild stellen Vor die Kaiscrbnrg zu Wien. Sttin nnd Erz sind eng verbunden, So wird auch zn allen Stunden Deines Namens Ruhm bestch'n. Steig' empor im Souuenglanze Held Du aus dem Waffentauzc, Edlcv Ritter, Pnuz Eugen! Und dräut nenes KricgSgewilter, Sci ein Vorbild, edler Ritter, Unsrer tapfern Kricgerschaar; Treue hast Du stctö gcübct. Oesterreich so sehr gclicbet, „Oestreich hoch" für immerdar! Wiener Vriefe. — l<;. Ollober. /<'/'.55. I^8!U50I! M0I-W — l!!>i Iiioiw, vivu III Nliumi. Damit ist wohl Alles gesagt, waS die Gegenwart unseres sozialen Lebens charaktcrisirt. Wir stehen an der Grenz, scheide zwischen dcr abgelaufenen Sommer- und der beginnenden Herbst» nnd Wintcrsaison. Und würde uns das auch nicht dcr Kalcudcr sagen, so ersehen wir eS doch auS der ganz geänderten Physiognomie des Lebens und aus zahlloseu audcren El schcinuugcn. Als sotthc möchte ich denn anführen: Erstlich find dic letzten schwalben fort und die letzten Tommerflüchtlinge heim gezogen; dann hat cS bereits angefangen, ganz bedenklich kalt zu werden; ja schon wurden hier nnd da Versuche gc< macht, den wohlthätigen Hausfreund, den gemüthlichen Ofen, der in seiner anspruchslosen Bescheidenheit lange Zeit als überflüssiges Möocl ciue mißachtete Stellung eingenommen, nicht nur in dienstfähigen Zustand zu versetzen, sondern dcn letzte» cu sogar zu crprobcu; endlich flalttrn an allen Ecken nnd Enden zahllose Konzert« Annonzen, daS sicherste und untrüglichste Zeichcu dcr beginnenden Saison: dcuu dic Natur taun irren, sie richtet sich eben gar oft nicht nach dcm Kalender, niemals abcr kann uus dieS Erwachen dcS Virluoscnlcbens in dcr Residenz täuschen. Neben den gewöhnlichen, alljährlich wiederkehrend musikalischen Genüssen sind uuS für heue,- noch g> bcsoudcrc versprochen. Herr Ullmann, einer der bei' Palli «Kornals, bringt uns nebst einer Zahl ano< Notabilitäten auch Frl. Charlotte Palti, die zweite beiden Nachtigallcnschweslcrn, die singend nnd lrille. dic zivilisirte Erde durchflaltcrn und AllcS mit ih, Zauberlöncn begeistern. Noch recht wohl erinnerlich s. die Verheerungen, dic vor ein Paar Jahren Adel Patli iu deu Herzen der hiesigen Männerwelt angcrichi ^c» sic siud Sirenen, diese beiden Schwestern, l wer sie einmal geheut, der vergißt »ie und nimmerm, jene lvnndelsamcn Töne, dic ihm süß uud schmeichle daS Herz aus dcr Brust gcsuugeu. Dcr alte Mytl, der erzählt, die Sirenen hätten sich, alö OdysscnS von ihrem Gesänge nicht verlocken ließ, verzweifln»! voll ins Meer gestürzt und hätten dort, da sie >,, nnsterbllch waren, den Tod gefunden, hat offenbar ,' logen, denn sie leben noch, freilich in zivilisirterer For abcr sie leben süßer, verlockeuder uud gefährlicher nc als jene mythologischen Töchter MclpomcnenS, denn la,sen uns am Lcben. O weiser Odysseus, lomm i hilf uns. Doch wo ihn finden, diesen tapfern Hcl^ nnd schlauen Diplomaten? Wcnn eö sich blcS lcdenSucrachtenden TodeSmuth, uu» jene vielgepru' Tapferkeit des VeouidaS handelte, dic märe leichte» fiüdcn in unscrcm hclbcnzcugcndcu Zcilaltcr. Wir g!ü zum Bcispiclc iu dcu Wicucr Gcmciudcralh, wo ho rische Kämpfc, zwar nicht um Troja, sondern nnl Wasser auSgcfochtcu werden, wo ciu Vatcr dcr Ei, cin zweiter LeonidaS, init flanimcndcu Worten erklärt , Beschlüsse mit sciueln Lcbcn vertheidigen zu wollen, wir gingen in cinc fromme Vcrsamiuluug, die dcu r phetisch begeisterten Anträgen eines RcdncrS, der '.> 95? — Wie man der „Pr." mittheilt, wurde ein frühe« rer Vorschlag der Wiener Postdireklion, „daS Brief-porto auf einen Einheitssatz von 5 Nculreuzcr zn setzen," im Handelsministerium neuerlich in Berathung gezogen und dürfte dicömal die Hoffnung anf eine Reduktion der drei Portosatze von 5, 10 und 15 Neulrenzcr auf einen einzigen, ohne Rücksicht auf die Entfernung ver-wirllicht werden. — Der Acginn der nächstjährigen Nekrntcnstellung ist, wie das „N. Frdbl." vernimmt, allf dcn 12. März 1866 anberaumt worden und follcn ans der ganzen Monarchie 85.000 Mann abgestellt werden. — Der GcfuudheilSzustand in Wien ist nach der „Mcd. Wochenschr." dermalen so erfreulich, wie er feit Jahren im Monate Oktober nicht vorgekommen. Die Maßregeln, die auS Furcht vor der Cholera ergriffen wurden, kommen der Bcuöllcrnng, namcullich der är» mcrcn, auch ohne Cholera zn Gntc. Die BelMdcn werden daraus entnehmen, daß Reinlichkeit der AbzugS-lanäle, Ueberwachnng deS ^ebcuSmillelmarllcS, Dcoiu» fektioil derAborte und Senkgruben zu alleu Zeiten von Vortheil sind. Man müßte beinahe wünschen, daß den Kommnnalbchördcn alljährlich ein kleiner Cholcraschrecken in die Glieder fahre, weil sie, wie eS scheint, dadurch zn etwas größerer Thätigkeit auf dem Felde der Sa< nitätSpolizci getrieben werden. — Dem Vernehmen nach soll die Umwandlung der chirurgischen Schule in Salzburg in eine medi-zi nische Fakultät demnächst bevorstehend sli». — Se. Exzellenz der VannS Barou Solcevic hat dem Direktor der Agramer RechtSalademie dcn Betrag von 100 fl. zur Unterstützung dürftiger Juristen übergeben. — AuS Klagen fürt, 15. Oktober, schreibt man der „Tgpst.": Gcrüchlwcisc heißt eS, daß gegen die hiesigen Blätter „Draupost" nnd „Slovcncc" von Laibach auS cin Prcßprozeh wegen Vcrlüumdung äuge» strengt werde. — Als am 6. Februar 1864 die braven Liechtenstein«Hußaren die aus dem Dannewcrlc abziehenden Dänen verfolgten, um diefclbcn einzuholen und znm Stehen zu bringe,,, bis die eigene Infanterie uachgc« lommm scin winde, fiel beim ersten Zusammentreffen mit dein Feinde bei dem an der FlcnSburger Chaussee gelegene» Hclligbcl ail der Spitze cinrr weit voranSgc« eilten österreichischen Hußareupatronille von 8 Ätann der tapfere Wachtmcisicr Slrohmcier. Seine deiche wurde von dem Wirth Schnmanu zu Hclligbel iu seinem Garten beerdigt. Bei dein Heimmarschc der kaiserlichen Trup. pen besuchten der Oberst so wie dic Offiziere dcö Regiments Liechtcnstciu-Hn^arcu daS Grab und cS wurde der Wunsch geäußert, daß dem Strohmcicr ein emfa-chcS Denkmal ncsctzt wcrdcn luöac, da er cm glir wlil-lerer Soldat gewesen. Daa Versprechen wurdc damals den Offizieren von mehreren Schlcswigcrn neneliei, »,id dnrch den Aktuar F. Burgfcldt ins Werk gesetzt, mdcin u'tter dessen Aussicht nnd Leitung zu Hclligbcl dem tapse« reu Hußarenwachtincister cin Grabdenkmal erbaut wurde, lvic die allen Nordlauddhcldcn sie früher erhielten. Die-ser Tage dürfte vor einem kleinen Krcise von Theilnch-lncrn die Einweihung des Grabdenkmal'; erfolgen. (Pr.) — In einzelnen Theilen Georgia's ist Scheide-münze so knapp, daß man Hühnereier als Kleingeld benutzt III Newport ist viel Scheidemünze erforderlich, um cin Dntzcud Hühnereier zn tanfcn. — Wie das „Pays" meldet, wäre der jnnge König von Griechenland kürzlich auf einer Meer-fahrt von Corfu nach einem nahegelegenen Küstcnpunllc beinahe von dem Blitze erschlagen worden, als er bei einem plötzlich entstandenen Gewitter dcn Matrosen beim Drehen des Segels behilflich sein wollte. 6r blieb eine Zeit lang bewußtlos anf dem Decke liegen, bis er sich, da keiner am Bord ihm Hilfe zu bringen verstand, von selbst wieder erholte. Fokalbericht und Korrespondenzen. Der historische Verein filr Krai» Hal bekanntlich in Folge dct> von der heurigen Geueralvcrsammluug gefaßten Beschlusse« sich an dic hohe i,'lludrt«lsgieruug mit dem (irsuchru gewendet, cS wolle die Abfassung cineS „Handbuchs» der Geschichte KrainS" veranlaßt nnd dieses an den'Mittelschulen als Lehrbuch eingeführt werden. Tie hohe ^andeöreglerung hat hierüber dieAenße-rnng der t. l. Gymnasial- und Oberrealschnl-Direllion eingeholt, welche, dem Bernehmcn nach, socbrn dahin erstattet wurde, das; dem Antrage dcS historischen Vereines Folge zn grben wäre. Ftir die Abfassnng des Lehrbuches wurden die Herren Dimiy, Hih > llgcr und Dr. sslnn ale die geeigneten Persönlichkeiten bezeichnet. — Die Vorlesungen an der l. l. Ooerrealschulr bsginuen am ^. Älovember. Dieselben werden m dem eben vollendeten Znbaue, des M a h r'schcu Hauscs ftattfiudcu. Ee sind, nachdem schon im vorigcn Jahre ein chemisches Laboratorium cingc-richtet wurde, zwei nenc ZeichnungSsälc, zwei Lesezimmer nnd ein Konferenzzimmrr hergestelll worden. Fitt den Modellir-nnterricht, U'elcher bisher noch nicht ertheilt wurde, wird im ^aufe des Schuljahre« Sorge getragen werden. Von der dnrch den „Triglaü" gemeldeten Aushebung dcr Parallelklassen an dcn Gymnasien ist hier nichts bekannt, wohl aber, daß die Aufhebnng der Parallelklasse!! an dcr hiesigen Normalhauptschule im Schuljahre 15'!7 bevorsteht. — 6in hiesiger GewcrbSmanu bemerkte in letzterer Zelt, wiederholt, daß die Stcnermarle welche sein Hnnd am Halsbande trng, verloren ging, ungeachtet' dieselbe ant befestigt war. Lr schöpfte daher den Verdacht, daß der Verlust lein zufälliger sein möchte und da er, wie gesagt seiner dicösälligen Slcnerpflicht schon wiederholt Genüge geleistet halle, so verfiel er auf dcn Gedanken, statt einer neuen Steuermarle dem Hunde unn cineS seiner blcchcrncn Gcwcrbemcrlzcichen von welchen, jedoch lein zweites Exemplar eristirtr. anzuhängen' Gesagt, gethan. Unser GcwcrbS-lnann notirte sich cu,ch die Knitter der Gewerbcmarle, Eines Tageö nun. al« nur seine Ehefrau sich im Verlaussgewölbc befand , trat in dasselbe ein ihr iinbclannlcS Franrnzimmer nnb verlangte nntcr Borwciü einer Marke die Auöfolgnng ciueö Hutes,! dcr dahin in oic Nrparatur a/arben worden sei. Die Fran dr«, Geschästömaunc» sncht ans da« eifrigste nach. kann jedoch uuter dcr Bezcichnnng dieser Marle leinen Hui auffinden; um das Frauenzimmer, welche anf dic Ansfolgnna, des Hute? drang, zn ^ befriedigen, gab fic ih^ einen nenm Hut ans dem Vorrathe, mit dem dac< Frauenzimmer anch verschwand. Bei der Ankunft des Manneil erzählte ihn, seine Fran da? Vorgefallene nnd wiest ihm' dic betreffende Marle vor, Uic groß war aber sein Acrger, als^ er in derselben jene erlaum,, welche er als Hnndesteuermarlm» snrrogat verwendet halte; denn nicht nnr blieb die Marlendicbin nncntdcltl, die Gaunerin hatle mit der gestohlenen Marke auch noch einen neuen Hut erhalten, r I.) Mcnn »nan die Höhe nordwestlich v,on brm Schlc'sll Tivoli lissti-ig!, sselniitzl man anf r » Plate«!! niit eiliem Slaildr iiliisssl Kiffer«. Gsgc» zwanzig delsellien find am Stamills aiilirlniiül,! lvoidsli, Schn'rilich iiihll bieftl- Frrvel von, !il'l'»!lin'ills,! drr ^!!s,s!!d; n'cchrschriül'chei- ist cc« , das; die arinen „Holzlrulr," die sich gsrnbl! don uiel «nifhalteii, dn» Ver» dorren der Bäume bl'w.rlstslliqen wollen, nm seineizc,! sie ohne Anstand fällen ;n dürfen. ES ist ja belaiinl, daß dir Wald« eigenlhünttr gegen da« Sammeln deö dürren Holze« nicht« ein» ^ wunden N'ürden , wenn es eben nur bl'iin Sammeln bliebe; gc- ^ wohnlich aber bestimmen sich die „Holzlenlc" ihre Opjer cin, ja zwei Jahre voran?, indem sie d,c Bännic töbllich zu verwunden wissen. Da dir Nähe dc5 Naldeö n^cht uur eine Annehmlichkeit, sondern wegen der Bereicherung der ^'uft mit Sauerstoff eine Wohlthat n„d für d.iö andererseit? mit Snmpflust umgebene Laibach wegen dcö im Walde sich erzeugenden Ozon gcradezn eine Nothwendigkeit ist, so sollte jede, auch die geringste Beschädigung l desselben nichl nnr von dcr Bevölkerung sorgfällig vermieden nnd Wien cin drittes Rom gründen will, Beifall zujauchzt, oder wir gingen — doch wer fände hier cin Ziel, cin Ende? WaS wird übrigens aus uuS »?ch alles werden; nach dem geistreichen slnesvrnche eines großen Zeitgc-nosscn sind wir schon „die Metropole deS Gemüthes," jltzt sollen wir noch eiu „drittes Rom" werden. Ich möchte gerne diese Plaudereien mit etwas Heilerem oder Pikantem, mit irgend einer jener kleinen Slandalgeschichlchcn, an denen wir unS so sehr crfreneu, wenn sie Andere betreffen, endigen, aber wohin ich schaue, überall düsterer Hrnst, fchwarzc Melancholie. Iocus nnd MomuS selbst ziehen finstere Mienen, und so gebe ich denn für heule den Versuch anf, verspreche aber ernstlich, mich zu bessern. UebrigcnS ist die Zeit selbst so erust und humorlos geworden, daß dcr Chronist uiuuilllilrlich mitgezogen wird, es ist der Reflex der Zeit, der dnrch uuS vermittelt wird, einer Zeit, die viel deS Düster» und Schrecklichen täglich bietet, Wer kann heiler sein lici dem Gedanken, daß schon wieder ein Mann dcr W.ssenschaft ein Opfer jener schwarzen Melancholie geworden, ein langes, ehrenvolles ^eben mit eigener Hand geendet hat; wer kann heiter scin wenn er steht wie ein Meisterwerk der Schöpfung, ein Weib, von der Natur in wahrhaft verschwenderischer We.se auegestattet, langsam hinsiecht, ein Weib, daS wr vor Kurzem noch blühend und schön auf den Bret, tern, die dic Welt bedeuten u»d mit denen die Welt besonders die Wiener Welt, sich so am,c beschäftig/ bewundernd gesehen haben, cin Bild »oller üppiger strotzen' dcr Iugcndkrast. Dazu ist Fräulein Krafft, und von ihr sprach ich, noch immer vcnirthcilt, jene cllcn, schalen Witze, zn dencu ihr Name Anlaß bielcl, übe/sich er, gehen zn lassen. DaS Kallthcaler beginnt übrigens seine diesjährige Saisou mit Malheur. F>l. Krafft ist schwer krank, Fr. Grobccker heiser, Frl. Fischer geht ab und Frl. Marel kömmt noch immer nichtsda« heißt mit anderen Wor« ten: ohne ziehende erste Sängerin, keine ziehende Operette. Was helfen da die schönen Pferde, die Herr Direktor Trenmanu seiner Equipage vorgespannt hat, sie werden dcn Thespiskarren. der andere Bespanunng braucht, nicht vorwärts ziehen, und auch Frl. Oall-mayer dmstc auf die Dancr dieser Roßarbcil (frei uach Anton banger) nicht gewachsen sein. UcberdieS soll das holde Fräulein schon begonnen haben, anch gegen ihren neuen Inhaber anSzuschlagcn; doch Herr Franz Tren-mann ist ein zn bewährter Bändiger, als daß er sich so ltichl wie Herr Slrampfcr unter dcu Pantoffel drin« gen ließe. . Zum Schlufse noch einen kleinen Nachtrag zum Uuivelsitäts-Inbclscstc. Bei dem bekannten Bankette dicscs berühmten Festes in SchwenderS ..Nencr Welt" ließ sich auch ein berühmter Redner hören —ich meine ^ nicht Professor Hmtl, — sondern jenen wackeren nnd! gtsinnnnaötüchtigcu Studiosus Rodler, dessen Namens die meisten Journale mit Absicht oder ans Zufall ein! sehr bczeichncudcs II. vorgesetzt. Dieser fromme Iüng^ ling hat nun bei sciucr vor wenigen Tagen abgelegten Staatsprüfung seine glänzende Rednergabe gänzlich vcr-läuguct und sich durch konsequentes Schweigen Vortheil'. hast ausgezeichnet, soll jedoch dadurch fchwer zu Falle gelonuneu scin. Ich ziehe daraus folgende Moral: Nicht immcr ist Rcdcn Silber, zum Beispiele beim Uni-vcisilätöfcslc, noch wcuigcr aber ist Schwcigcn immer Oold, zum Vlisuiclc bei cmcr Staatöplüsung. strenge verhindert, fonbcrn von dcu dazu berufenen Orgcmen uner-llitllich strenge bestraft werben. — AuS Oberlrain, 13. Oktober, wird uns geschrieben: Das AuSwandcrungSfieber hat sich hier uoch immcr nichl gelegt. Im Mai l. I. gingen bei 50 Personen mit einer Anr« fchaft von .'js».(»00 fl. nach Amerika. Am 9. d. M. sagte wieder eine Gesellschaft von 14 Köpfen, mit Zuzählung dcr Säuglinge, dein schönen Obel-lrain, nach Anhörung einer h. Messe an dem uiclbclannten neuen WahlfahrtSorte BreS^e (Deutschbirlcndors) und nach Verabschiedung von ihren bi« dorthin sie begleitenden Freunden und Anverwandten, das Lebewohl auf Niemerwiedersehen, und im kommenden Frühjahre werden dem Vernehmen nach Mehrere nachfolgen. Im ersten Momente erscheint dies auffallend, allein e« erklärt sich au« Folgendem : Der Oberlaincr war vor Kurzem noch vcrmöglich, die Eisenwerke, die hohen Preise be« Viehes und der ÜandcSprodukle verschafften ihm viel Gcld nud durch dieses Wohlleben; mit Stolz blickte er auf feinen Nachbar aus der untern Savegsgeud. Allein durch da« Herablommeu der Eiseuindustric habcu sich auch d,e Gcldvcrhältnisse der Bauern ungünstiger gc^ staltet. Die Preise de« Viehes sind bedentend gesunken, ja nicht einmal nm den niedersten Preis kann man jetzt dasselbe an Mann bringen, nud dic Viehzucht ist doch d,e einzig ausgiebige Erwerbsquelle in der i,'andwilthschaft. Dir Löhnungen der Dienstboten, Tagwcrlcr uud Handwerker nnd die öffentlichen Abgaben bleiben hingegen nach dem früheren hohen Maßstabe. Wie fchwcr sind diese nun bei den obwallendeil Verhältnisfcn zn erschwingen, zumal auch die gewohnte gegenüber dcr übrigen Oegendeu Krmn« lnrurlöse Lebensweise, von dcr schwer abzugehen ist, einige Opser fordert. Unter solchen Verhältuiffen find die Briefe aus Amerika, die die Schattenseiten dcr dortigen Zustände nie, wohl aber die Lichtseiten schildern, anloctend, insbesondere für Ieue, welche hoffen, dort auf bcqneme Weise ihren Unterhalt zu verdienen, wählend sie anstrengende Arbeit erwartet. (Theater.) Gestern war das zweite Konzert des Herrn Melophonisten Äigondo schwach besucht, das Spiel bei» Kou^. zcrtgebcrS fand aber eiuigcn Beifall. Die Gcsangpicceu unserer Thcatermitglieder, der Herreu Moravec und F ri e d en b e, r g, wurden schr gut vorgetragen und fanden auch lebhaften Beifall, nicht miudcr die Deklamation dc« Herrn Hurtig, zweier Gedichte, welche in ergreifender Weisc Künstlers Erdenwallcn schildern. In der dem Konzerte vorangehenden Posse „Tritschtratsch" bewährte sich Hcrr B l u m l a ch n t r als Sebastian Tralschmicdl durch Gaulle und Zungenfertigkeit. Vermischte "Nachrichten. Vor einigen Tagen wurde eine Pfrltnbn-rin im Alter von 57 Jahren wegen hochgradiger allgemeiner Erschöpfung und Ab-magerung in daS allgemeine Krankenhaus in Wien gcbrachl. Frci^ tag erlitt sie im Bette, ohne Anwendung irgend einer mechanischen Gewalt uud bei dem bloßen Versuche sich im Bette llnszili setzen oder umzuwenden, einen Knochenbrnch an beiden Oberschcn keln. Als sie auf die erlittenen Frakturen ansmerlsam gemach» wurde, wußte sie nicht anzngeben, wie dieselben entstanden seien, nnd versicherte, anch nicht den geringsten Schmerz dabei empsnn den zu haben. Am 8. ftarb diese Pfrllndnerin nnd Tags dara»' fand die sanilatepoliztiliche Obduktion des ^tichnanis stall. Dir Sektion ergab eine so hochgradige Erweichung der sämmtlichen Knochen, insbesondere jcncr bc? ÄumpscS, daß dieselben mit der größten Leichtigkeit gebrochen und auch mit dem Messer zerschnit-^ ten werden sonnten. , — In Danzig machte volige Woche eine dem Mittelstände «iigshörlge, wege» ihre? riesigen Körperbaues bekannte Frau den Veisuch, ihren erheblich schwächere» Ehegatten in dein die Etabt durchschneideildsli Kaiicile c>m hellen, lichlen Tage — zn ertrunken. Es l)fd!,lfte der vfreiiKln Aiiftl-i-ngiing uoii vier nnf da? ^am-mcl'gsschrri des imnlilcllichsl, ^heherrn hrrbeigeeill«, Miinnsrn, nm der Wüthenden ihr Opfer zu siitreißeil nnd sie selbst in Ge. wahrsam zn bringen. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Pilsen, 10, Ollober. (N. Pr, Pr.) Die hiesigen ^ Stadtvcroldncttn haben soeben mit bedeutender Majo-, rität beschlossen, am 20. Oktober.nicht zu illuminiren Hamburg, 10. Oktober. ()i. Fr. Pr.) Die Eckern-fördcr dcmonstrirtcn anch bei dcr Rückkehr des Prinzen von Alignstcndurg aus Schleswig. Nach der Hambur« gcr Zeitung vermochte dcr Ortö-Polizeimeistcr die Nuhc , nicht aufrecht zu erhalten. z Florenz, 15. September. Ans Neapel stammende Provenienzen werden in dcn übrigen italienischen Häfen einer dreitägigen Quarantaine unterzogen. Paris, 10. Oktober. (N. Fr. Pr.) Wegen der mexikanischen Angelegenheit, besonders hinsichtlich neuer Freiwilligen.Korps, wird eine Annäherung Frantreichs ^ an Oesterreich bestimmt erwartet. Herrn v. BiSmarcks ^ Erfolge werden schr bezweifelt. Seine vernieintlichril , Unterredungen mit Bcnedetli werden dcmcnlirt. Dic er» ! sten französische!, Transpoltschiffc sind von Marseille nach Civitavecchia abgegangen. Theater. Heute Mittwoch den IN, Oktober: Flotte Bursche. Komische Operette in I Anfzuge von I. Braun, Musit vom Kapcllmtisltr Franz v. Snpp.''. Tielem geht vor: Wenn Frauen weinen Vnftspitl in 1 Aufzug von A. v. Winlerfelo. 3lleleorologische Neoliachluüue,, in 0ai0ach. r F w L <2 « ! " ^"« — ^U üVig. 3^5<" 'f' " l windstill bcniöllV" 17 2 „' 3i. ^ 52^.« ^ t'W.? O. schwach ttübc ,, ^ 10„ ?lb. i 323.s>5, 4 7.t Windstill trübe ^ Die Woltlndecle de» ganzen Tag gfschlosftn. ^'uftdrutt im ! uronressioen Sinken. ______________ Verantwortlicher Redakteur: Iguaz v. Klciumayr. Drnck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr i< Fedvr Pambery in Laibach. 956 Telegraphische Effekten- uub Wechl'el-Aurlc an der k. t. öffentlichen Börse in Wien. D,n 17 Oltobcr, 5'/. MetaNiqut« 06 s,5 ^8«<>er Anleiht !<)«5 5'/. Nat.-Anlch ?0..^<) Silber . . . I0-<25 Vllulakticn . 775— London . . 108.W Krtditaltieil ^ i'^.5^ K. k. Dulaten ft.^3 Fremden-Kn^cige ?!.'!,» 1s>. Olcobcr. HtaVt ^ ien. Die Herrkil: Palm, Kanfmani!, von Prag. — Lut>, Kaufmann, von Wien, — Strunz, l. t. Olitrlitntcncmt, uon Szcgedin, — Blau, Handelsmann, von Kcmischa. — /emlicla und Ferchcr, l. l. Forstbcamte, von Idria. Elephant. Die Herreu: Hossmg, Äanfmann, Strobl, und Schillilr, von Wien^ — Nicocrkorn, Hanpt-schuldireltor, von Copodistria. — Groggcu von Venedig, — Pollaj, Bannnttvnchmcr, von Scs-sana. — Lndnnann, Ingünienr, uan Gra;. — Fis6>er, Kaufmann, von Pilsen. — Ventura, Kaufmann, n»d Zorutli, k. t. Obcrlandeilgcriänil: Selvctär, von Trieft. — Krainz, k. l. slotar, von Lichteuwald, — ElugrüS, von Pest. Wilder Mann. Die Herren: Freiherr von Echloißnigg, Domherr, und i?ovri<-, Ncalitän-nbesitzer, van Sisscl. Vaicrischer Hof. Die Herrcn: Ornnhut, Handelsmann, von Trieft. — Hölzer, von Wandorf, — Schaller, t. l. Verpflcg^-Manrcrpolitr, uon Verona. — Kaudlcr, Eiscubahndramtcr, von Sagor. — Ma-iun, Privat, von Landstraf;. — Lcitmcier, und Pegam, Studirendcr, van ^act, Modren. Herr Is?pp, ^»inhäildler, von Wippach. (377—2) Nr. j«5,, Vormittags um ll Uhr, cinc 1!lzitalionö0l'll)clnd-lullg wcgl'i» Beistellung und V<'lfül)' rung von Gruden» und Dolomilschot-ler abhalten, und ladet hiezu Unter-nehmungsluslige mit dem Beifügen ,in, daß die Lizitationödcdingnifse hicramts eingesehen werden können und daß, ein !U"/y Vadium noch vor Beginn der Lizitation zu Handen der Aer> steigerungs-Kommission von jedem An> botsteUer ohn< Ausnahme zu erlegen sein wird, Stadtmagistrat Laidach, am lliten Oktober l8«5. Der Bürgermeister: Dr. G. H. <3osta. "(2073-2) Nr. 272l, Dritte erckutive Feilbietung. Vom k. k. Vezirksamle Fcislriß als Gericht wüd biemit bekannt gemacht: Eö sei nbrr Ansuchen dcs Herrn Leon» bard Verli uon Scssana gegen Anton Varbi« von Podtabor >regcn schuldiger 5)3 ft. Itt kr. l'. x. c. die mit Vescheid uon II. März l. I. btstimnu gewesene dritte lkelnliut Nealfeilbietnug unter vo« rigcm Anhange auf dcn 3 1. Oktober l. I. mit Veibcl'iill d der schönsten und beliebtesten bieder bilden deren Inhalt, Leipzig. 18,x'>. Moritz Schäfer. (2140-1) Ein verrechnender Kellner, ledig oder ucrhcirathct, ohnc Familie, mit wenigstens »«»Q fi. Kaution wird ge» sucht. Näheres im Zcitnngs-Comptoir. (2077-2) Ein oder Mi Mädchen werden bci einer Handelsmannöwitwc in Kost und Wohnung genommen. Anch wird bci ihr Unterricht im Wcißnähcn ertheilt. MhcrcS darnbcr 9ir. 262, 11. Stock, am Hauptplatze im P lc iwci ß'schcn Hause. Gesucht wird eine Wohnung mit 4 Zimmern s.nmnt Zuglliör für Gcmai I860. (211>)-2) Auskunft im ZeitungsKomptoir. (2045—3) ' 3lr.'7595.' Erekutivc Feilbicttmg. Von dem k. k. PeznköclMtt Gotlschcc als Gericht wird hiemil dckaünl genuicht: Eö sei ülier daö 'Aüsnchcn der Mathias Gramcr'schtn Erben ooil Äiesscllhnl. durch Herrn Dr. Wcncdikter von Gotischer. ge> gen Johann Knmp durch seinen Kurator Mathias Stonilfch uon Neichenan luegcu ans dem Urtheile uom 22. Oltobcr 1863, Z. 0741. schuldiger <14 ft. 50 lr. (5.-M. <.-. 8. c. in die erckntwe öffentliche Vcr» sleigrrung der dem ^eßtern gehörigen, im Grundbuche der Herrschaft Gottschcc «ul) Il)m. 1^, l^ol. 2024 umkommenden Nea> liläl, im gerichtlich erhobenen Schäßungs-wcrtbe uon 400 fi, C.Hei t t doin Generalagenten «fUlfllS IJÖIlHlH in Leipzig, Ili.lnilinlsli-ii.HSo Nr. 19, Ö (! Kir die SchiffsexpeiJiuiilcu LÜdCl'illJf &. (/0111]). j„ U,-oincii f ii-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------| I B c k a n ii t in a <* li u n £ , inssiscFu', diliiisclic, holliiiuli- { j sHio, selnvodisrlK! «<,er Tcitc an sich, und obwohl ich fest überzeugt biu, daß jeder im juridischen Fachc halbwegs bewanderter Mensch sehr leicht einsehen wild, daß dieser von Hcrrn Agritola uutcrnommcne Schritt anch für dcu Fall, als cinc solche Anschuldigung anch mit Nccht Platz zn greifen hätte, — waö jedoch, zu meiner Ohre gesagt, nicht einmal schcinwcisc vorhanden ist. — nicht ans dem gehörigen Platze angebracht wnrde, so erachte ich es doch für mcinc heiligste Pflicht, dem I'. '1'. Publiknm liicmit anzuzeigen, daß nicht ich, sondcrn Herr Agrikola mein Gchnlducr sei, und daß ich uuter (Hinem dic erforderlichen Schritte zur Ncalisirung meiucr buchmäßig feststchcudcn Fordcrnng sowie zum Bchusc dcr strafrcchtlichcn Ähn^ dung dieser öffentlichen Bclcldlguug fowohl im Zivil-, als Strafwcgc cinlcitcu wcrde. Alois Klebe). (2143—3) Zahnarzt Englünder aus Graz empfiehlt sich ergebenst zur Anfertigung k»instlicher Zähne und Gebisse, welche vollkommen naturgetreu, dauerhaft, zum Kauen und Sprechen tauglich sind und ohne Entfernung noch vorhandener Zahne und gesunder Wurzeln schmerzlos eingesetzt werden; ferner zu garanti r ten Plombirungen hohler Zähne mit Krystall-Gold, wodurch die Zähne ihre Farbe behalten, daher nicht schwär; werden; endlich zur Herstellung eines tadellos reinlichen Mundes uud zu allen soustigen Zahn- uud Mundoperationen. ' (2050—«) Hiezu ein Vogen Amts- und Intelligenzblatt