Mezugspreise Zür Gstereichr-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2- — Lür Amerika: ganzjährig D. 1 25 ^iir das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Werwaktung des Hottscheer Moten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftteitung des H-ttscheer Moten in Gottschee. Anzeigen (In jerate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. P ostsp arkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Ar. 22. Oottschee, am 19. Movemöer 1910. Jahrgang VII. Religion und Politik. Die „Nachrichten" empfehlen (6. November d. I.) der Gott-scheer Geistlichkeit, sie möge beim christlichsozialen Politiker, Prälaten Dr. Scheicher, Unterricht über politischen Anstand nehmen, bezw. von ihm sich belehren lassen über die Verwerflichkeit des Mißbrauches der Religion für politische Zwecke. Es diene dem Artikelschreiber zur Wissenschaft, daß die Gottscheer Geistlichkeit einen wirklichen, tatsächlichen Mißbrauch der Religion für politische Zwecke ebenso verurteilt wie Prälat Dr. Scheicher. Es kommt eben nur darauf an, was man unter „Mißbrauch" versteht. Ein liberales Schlagwort lautet: „Die Religion hat mit der Politik nichts zu tun." Dieses Schlagwort führen die Freiheitlichen immer im Munde, um die Religion aus dem öffentlichen Leben auszuschalten und ihre Wirksamkeit auf die Kirche, auf die Sakristei und das stille Kämmerlein des Hauses einzuschränken, um so der Religion desto leichter und ungehinderter jenes traurige Schicksal zu bereiten, das sie gegenwärtig in Frankreich hat. Nach der Ansicht der Liberalen sollten die Priester es unterlassen, ihre Hirtenpflicht zu erfüllen und das christliche Volk vor der Verpestung mit Unglauben und Gottesleugnung zu beschützen; sie sollten feige, mundtote Mietlinge sein, die die ihnen anvertrauten Seelen schmählich im Stiche lassen und teilnahmslos und gewissenlos der Verführung und dem Verderben preisgeben. Erfüllt aber ein Priester seine heilige Pflicht, so schreit man gleich über „Mißbrauch" der Religion. Ein guter Christ, ein guter Katholik wird selbstverständlich die Hinfälligkeit dieses Anwurfes immer sofort erkennen und sich durch solche liberale Manöver nicht irre machen lassen. — Das liberale Eine verhängnisvolle Macht. Erlebt in jungen Jahren und erzählt von Moritz Schadek. (Fortsetzung.) Wir waren nahe der Grenze, bis jetzt aber noch immer auf heiligem Boden des dreieinigen Königreiches, wo kein Tabakmonopol existierte und kein Polizeisoldat einen um den Paß fragte. Diese volkskulturlichen, mitunter nicht zu verachtenden Freiheiten hatten aber zur Folge, daß gerade an den Grenzen des damals dem Namen nach unbekannten Zisleithaniens sich meistens eine artige Menge Strolche, Zigeuner und Schwärzer Herumtrieben, andererseits aber das Gegenüber von gut bewaffneten und mutigen Finanzwächtern starrte, die Tag und Nacht auf der Lauer lagen, um vorzugsweise Schwärzer abzufassen. , Endlich, es war, als ob aus den Räumen des Himmels em beseligender Ton käme, erdröhnte in nicht gar weiter Ferne der Glockenschlag einer Turmuhr. Wir zählten jetzt, vor Freude bebend, zwölf Uhr und nach ungefähr hundert Schritten schimmerte uns, so wie von einem höheren Hause ausgehend, aus einem Fenster ein Licht entgegen. Schwerlich haben Kolumbus und Genossen mit größerem Jubel das neuentdeckte Land begrüßt, als wir schwer geprüfte Wanderer dieses Lichtlein. Schlagwort, daß die Religion mit der Politik überhaupt nichts zu tun habe, hat erst jüngst wieder durch den katholischen Zentrumspolitiker Dr. von Klene in Stuttgart eine gründliche Beleuchtung erfahren. Er sagte u. a.: „In der Tat, es gibt kaum eine in der Praxis des Lebens so als unwahr nachgewiesene Phrase. Das direkte Gegenteil ist wahr und zeigt sich hundertmal im politischen Leben. Eine völlige Trennung von Religion und Politik ist unmöglich, die Beziehungen sind entweder freundlicher oder feindlicher Natur. Selbstverständlich haben nicht alle Einzelfragen der Politik mit der Religion etwas zu tun und umgekehrt, vielfach besteht kein wesentlicher Zusammenhang zwischen Einzelfragen der Politik und der Religion, aber tiefgreifende Berührungspunkte ergeben sich sehr oft und die Stellung zur Religion beeinflußt weithin das politische Treiben. Gesetze über die Rechte der Kirche, über das Verhältnis von Staat und Kirche, über kirchliche Anstalten und Einrichtungen, wie z. B. der Orden, über den Religionsunterricht in den Schulen usw. werden in Parlamenten beraten und beschlossen. Man bedenke das eigenste tiefbegründele Interesse des Staates einmal an der Erhaltung der Religion im Volk als eine der sichersten Garantien für die staatliche Ordnung und Autorität, sodann sein Interesse am konfessionellen Frieden des Landes; man beachte das Recht der einzelnen Staatsbürger an der verfassungsmäßig festgelegten Freiheit der Kirche. Einträchtiges Zusammenwirken von Staat und Kirche entspricht den Aufgaben beider Gewalten und ebenso den Interessen des Volkes. Hiezu kommt ein immer den Zusammenhang von Religion und Politik überzeugend beweisender Grund: jede Politik beruht notwendig auf einer bestimmten Weltanschauung; diese beeinflußt ganz von selbst das politische Denken Aber schlechtes Vorzeichen I Nach ein paar Sekunden, als uns dieser Hoffnungsschimmer aufgegangen war, verlosch er. Wo jedoch eine Uhr schlägt, wird wohl auch ein Gebäude dazu da sein und wahrscheinlich mehrere. So war es auch. Es war der Grenz* ort D. Es entwickelten sich nach und nach die Umrisse einer Kirche und eines Turmes und daneben eines stockhohen Hauses, der Richtung nach jenes, aus welchem der Lichtschein gekommen war. Kein Zweifel, es war der Pfarrhof oder das Schulhaus und mithin unser Jammer beendet. Wir traten an die Haustür und pochten natürlich höchst bescheiden. Pause. Wir klopften zum zweiten Male. Nicht lange darauf öffnete sich im oberen Geschoß ein Fensterflügel und eine Stimme fragte, wer da sei und was man wolle. Unser Anliegen war, versteht sich von selbst, bald in den bittendsten Ausdrücken vorgebracht. Eine Gestalt lehnte sich etwas zum Fenster hinaus, wahrscheinlich, um, soweit es das Dunkel erlaubte, nach uns zu sehen. „Meine Lieben", kam es von oben, „ich will zwar allerdings glauben, daß Ihr diejenigen seid, für welche Ihr Euch ausgebt, allein es ist Mitternacht, wir leben an der Grenze, ich kann, so gerne ich es vielleicht täte, Euch keinen Einlaß in meinen Psarr-hcs gewähren." Ach, ein schrecklicher Bescheid für unsl und Handeln, die Weltanschauung gestaltet sich aber beim einzelnen Menschen nach seinem Verhältnis zur Religion, d. h. zu Gott und zu seinem Lebenszwecke. Auch jede andere Partei steht auf dem Boden einer Weltanschauung, eine weltanschauungslose Politik gibt es so wenig als eine voraussetzungslose Wissenschaft. Die Sozialdemokratie steht ebenso im Dienste der atheistischen (gottlosen) Weltanschauung als die liberalen Parteien in dem der liberalen, als Zentrum und Konservative im Dienste der christlichen Weltanschauung stehen." Redner zitierte auch eine Reihe von Äußerungen aus gegnerischem Munde über den Zusammenhang von Religion und Politik Der größte protestantische Theologe der Jetztzeit, Professor Harnack (Berlin), schreibt: „Eine Religion hat nur dann ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie wirklich mit dem Leben, auch mit dem öffentlichen Leben, in Verbindung tritt, wenn sie alle Verhältnisse, auch die des öffentlichen Lebens durchdringt." Der jungliberale Doktor ^ohMttffen in München schrieb in der „Münchner Freistatt" (1903): „r^ch bin nicht der Ansicht, die man ab und zu äußern hört: Religion habe mit Politik nichts zu tun; wer das im Ernste behauptet Tem, Narr. Denn selbstverständlich wäre das eine oberflächliche Politik die nicht auf eine feste Weltanschauung sich gründet, und selbstverständlich wäre das eine jämmerliche Weltanschauung oder Jfeltgton, die nicht auf das politische Handeln Einfluß übt." — Sem Artikelschreiber in den „Nachrichten" wäre es nun freilich am liebsten wenn die Gottscheer Priester einer solchen „jämmerlichen Weltanschauung oder Religion" huldigten. Diesen Gefallen werden "der unsere Priester diesem Herrn, der sich gerne als Mentor unserer Geistlichkeit aufspielen möchte, nie und nimmer tun; dazu sind sie zu charaktervoll und zu gewissenhaft. 1 Das Elend in Amerika. ^zn einem kürzlich erschienenen Buche von Robert Hunter einem Amerikaner, der die Verhältnisse drüben kennt, wird dornet«/ beiß es m Amerika auch bei leidlich guter Konjunktur nicht weniger als zehn Millionen unterernährter, ärmlich wohnender und ungenügend gekleideter Menschen gibt. Die Dividenden, die von den großen Unternehmungen verdient werden, werden sorgfältig angegeben; wie viele Menschen in den Kohlenbergwerken und Maschmensalen alljährlich auf dem Kampfplatz der Arbeit fallen wird amtlich nicht ermittelt. Das Paupertunt, die Zahl der gewohnheitsmäßigen Almosenempfänger, hat in der Neuen Welt gewaltige Dimensionen angenommen. Überaus traurig steht es um , Drei uns jedoch wieder etwas ermutigende Dinge buchstabierten nur aus der Rede des Unbekannten heraus. Vorerst war die Ansprache freundlich, fast bedauernd, dann war es uns selber erficht-ltch, imjj das Gebäude wirklich der Pfarrhof sei, und schließlich mußte der Mann der Pfarrer selbst sein, sonst hätte er nicht von seinem Pfarrhof gesprochen. Wir deliberierten, replizierten zum Fenster hinauf. Niemand antwortete. Wir erneuerten nun unsere Attaque aufs Haustor und klopften wiederholt. Es blieb ruhig im Hause. Ww klopften wieder und etwas stärker. Der bekannte Fensterflügel öffnete sich abermals und die nämliche, diesmal aber nicht so freundlich klingende Stimme wies uns ab und setzte bei' , ., "AH "urde vor vierzehn Tagen ausgeraubt, Ihr seht also, es ist unmöglich, Euch aufzumachen." Wir erwiderten, er möge so gütig sein, in ein ebenerdiges Zimmer zu kommen, wir wollten beim Fenster ihm unsere Zeugnisse zeigen, er möge uns besehen und werde sich überzeugen, daß wir gewiß keinen Raubern gleichsehen. „Ihr Narren", lautete die Antwort, „als ob nicht auch Schelme ein gutes Aussehen haben und sich allerlei Dokumente verschaffen konnten. Hebt Euch weiter — sonst — überlasten^ ^ ^ unb mit blieben unserem Schicksale die kranken Armen in Amerika. Überall hinter den Fenstern der larm- und qualmerfüllten Vorstädte liegen Kranke in feuchten stlten und schmutzigen Wohnungen. Selbst eine amtliche Kommission hat New Yorker Mietshäuser wahre „Schlachthäuser" nennen muffen. Hunter urteilt: Vielleicht gibt es in der ganzen Welt keine Stadt mit so viel dunklen Wohnungen und anderen gesundheitswidrigen Verhältnissen, die als Ursache für die Verbreitung der Tuberkulose und ähnlicher aus dem Zusammenbruch der Lebenskraft entspringenden Krankheiten wirken, wie in der Altstadt von New York. Es gibt ganze Häuserblocks, die „Schwindsuchtfabriken", deren Bewohner der Tuberkulose verfallen. Wenn man ein Menschenleben für einen Wertfaktor hält, so bringt die Tuberkulose den Vereinigten Staaten alljährlich einen Schaden von 330 Millionen Dollar, „^ch wage zu behaupten", schreibt Hunter, „daß wir bei ,„oem anderen Volke so viel vermeidbare Todes- und KrankheitS-jmie. lnfolge mangelhafter Fabriksgesetzgebung finden wie in den Verewigten Staaten. . . ; Der verletzten, verkrüppelten oder ae-töteten Arbeiter, derer, die unheilbare Krankheiten erworben haben die vergiftet sind, die infolge von Vernachlässigung, von ungesunden Wohnungsverhaltnissen oder gefährlichen maschinellen Anlagen arbeits-unfahig wurden, sind heutzutage so viele, daß wir nach ein paar Jahrzehnten auf diese Periode nationalen Lebens als auf eine wahrhaft barbarische zurückschauen werden " , , Die Kinderarbeit in ihrer erschreckendsten Form steht im freien Amerika m hoher Blüte. Hundert Jahre sind zwar verstrichen seit dem Kampfe gegen die Sklaverei, aber mehr als 1,700 000 Kinder unter fünfzehn Jahren schaffen auf den Feldern und in den Fabriken, in den Werkstätten und Bergwerken der „Neuen Welt". Ein paar Zahlen: Mehr als 5000 Kinder sind Glasarbeiter, darunter Sechsjährige (I); mehr als 10.000 Kinder arbeiten in Säqemühlen und m der Holzindustrie, mehr als 11.000 in Zigarren- und Tabak- ‘r^or/nnn r 2|.000 in Bergwerken und Steinbrüchen, mehr als 80.000 aber in den Baumwollspinnereien. Mehr als 138.000 Kinder dienen als Kellner und Stubenmädchen in Hotels und Restaurants. Trotz eines Schutzgesetzes beschäftigt der Staat New York mehr als 32.000 Kinder unter fünfzehn Jahren. In den ?Ümnffe"«n Um ^rrgwerken, vor den Schmelzöfen und in den Schwitzhollen Pennsylvaniens schaffen 120.000 Kinder. Wie viele fallen m Rad und Riemen, in Gas und Gift? Eine Berechnuna Ä "Pf mehreren Jahren, daß täglich 50 bis 60 Kinder nur durch Unfälle an Kreissägen getötet oder verletzt wurden. Das ist also die Kehrseite der Medaille des gleißenden, ver-lockenden Gold- und Dollarlandes! Das graue Elend, das uns Hungernd, frierend, müde bis zum Umsinken, konnten wir uns kaum mehr bewegen. Wir tauschten noch eine Zeitlang ratlose Worte aus. Vor dem Hause stand eine Bank. Es widerstrebte ust?- wemi hier abgewiesen, wahrscheinlich fruchtlos weiter zu gehen, ^ch hüllte mich in meinen klebrigen Wundermantel, wie weiland Casar m seine Loga, legte mich auf die Bank und erwartete in Resignation mein Schicksal. Mein Gefährte wollte ein Gleiches unter der Bank tun. Da wir bei diesen Vorbereitungen zu unserer beneidenswerten Lagerstätte noch immer miteinander sprachen, mochte das gedampfte, gleich einem Lispeln hinaufdringende Gerede dem Herrn Pfarrer nicht recht geheuer vorgekommen und in ihm die , ettlU"9 entstanden sein, daß, da wir nicht abschoben, wir wirklich etwas Gesetzwidriges im Schilde führten. Das Fenster ging zum dritten Male auf. Aus demselben schob sich der Lauf einer langen Flinte heraus und eine gewaltige Stimme ließ sich vernehmen: ~ K>rt Ihr Spitzbuben, oder ich geb' Euch einen Denkzettel, der Euch fürs Leben zeichnen soll " Wir rührten uns nicht. In dem apathischen Zustande, in dem wir waren, hatte sich eine völlige Abgestumpftheit unser bemächtigt. Der Inhaber des Gewehres bog sich wieder etwas zum Fenster hinaus. Da er aber wahrscheinlich in unserer Stellung an der erschaudern macht I Noch schlechter werden sich die Verhältnisse voraussichtlich gestalten, wenn infolge des Sieges der Demokraten die Hochschutzzölle fallen werden. Erwerbssinn und Geschäftsgeist der Gottscheer. Betriebsamkeit, Erwerbssinn und Unternehmungslust steckt dem Gottscheer ebenso im Blute wie der ererbte Wandertrieb. Der amerikanische Milliardär Carnegie empfiehlt in seinem Buche „Kaufmanns Herrschgewalt" den jungen, um ihr Vvrwärtskvmmen streitenden Kaufleuten, auf den Burschen zu achten, der aus der Elementarschule ins Geschäft Eintritt und der damit beginnt, das Kontor auszufegen; denn er hat den Vorteil der Armut, d. h. den stärksten Stachel, der zum Erfolgreichen reizt. Dieser Stachel der Armut reizt allerdings nicht den Stumpfen und Trägen, sondern nur den Rührigen und Tätigen. Geschäftliche Rührigkeit und geschäftlicher Unternehmungsgeist gehört bekanntlich zu den charakteristischen Merkmalen unseres Völkchens. Den Stachel bildet auch bei uns die geringe Fruchtbarkeit des Bodens und die große Erwerbsarmut der Heimat, in die sich aber unsere findigen Landsleute nicht mit stumpfer Ergebung entsagungsvoll hineinfügen, sondern die sie durch geschäftliche Tätigkeit in der Fremde wettzumachen schon seit Jahrhunderten mit Erfolg bestrebt sind. Bildet die Not in der Heimat einerseits den Stachel, so hat anderseits die im Ländchen vor mehr als einem halben Jahrtausend erfolgte Kreuzung des Blutes baju-varischer Ansiedler mit schwäbischen und fränkisch-thüringischen Kolonisten bewirkt, daß der Gottscheer rühriger und unternehmender ist, als dies beim bajuvarischen Österreicher sonst in der Regel der Fall zu sein pflegt, welch letzterer dem Gottscheer gegenüber im allgemeinen geschäftlich etwas weniger regsam erscheint. Bezeichnend ist es in dieser Hinsicht, daß in sehr vielen Städten und Städtchen Oesterreichs und teilweise auch Ungarns Gottscheer Geschäfte errichtet haben, deren Betrieb noch jetzt in ihren oder ihrer Nachkommen Händen ist. Die Ansiedler, die im 14. Jahrhundert ins Ländchen kamen, waren keine Handelsleute und Hausierer; es waren kernhafte deutsche Bauern aus Kärnlen und Tirol, aus dem Schwabenlande, aus Franken und Thüringen. Im Schweiße ihres Angesichtes rodeten sie den Boden und machten das weite Waldland urbar. Es waren ihrer im Anfänge wohl kaum viel mehr als etwa 1000 Familien (5000 bis 6000 Köpfe), die bei stark extensivem landwirtschaftlichen Betriebe vom Ertrage des Bodens allein leben konnten und noch keinen Nebenerwerb zu suchen brauchten. Hatte ursprünglich jeder Ansiedler wahrscheinlich eine ganze Urbarhube (gleich zwei jetzigen Bauernhuben), so mußten in der Folge bei der fortschreitenden Vermehrung der Bevölkerung diese Großhuben geteilt und wieder geteilt werden, so daß später bei der Unergiebigkeit des Ackerlandes die Familien vom Bodenerträgnisse allein nicht mehr leben konnten, zumal dort nicht, wo die Scholle ganz besonders unfruchtbar war. Man mußte sich daher schon früh um einen Nebenerwerb umsehen, der Geld ins Haus brachte. Diesen Nebenerwerb fand man in der hausindustriellen Anfertigung von allerlei Holzwaren (meist einfache Bindereiarbeiten: Butscherl, Siebe usw.). Diese Fertigkeiten mochten die Kolonisten oder wenigstens ein Teil derselben schon mit ins Ländchen gebracht haben. Schon im Jahre 1492 erhielten die Gottscheer — nämlich auch die Bauern, denen damals der Betrieb des Handels, auch des Hausierhandels, im allgemeinen streng untersagt war — von Kaiser Friedrich III. in Ansehung der bitteren Not, in die sie durch Türkeneinfälle gebracht waren, die Erlaubnis, mit ihrer Leinwand und anderen Waren (Holzerzeugnissen) in Kroatien und anderen Ländern Handel treiben zu dürfen. Es ist dies das älteste Hausierhand elspatent der Gottscheer. Die Leinwand wurde wohl hauptsächlich in Fiume abgesetzt, wo man sie für Die Segelschiffe brauchte. Die Erzeugung von Leinwand scheint bis ins 19. Jahrhundert hinein sich erhalten zu haben. Noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertes war der Flachsbau in Gottschee, wie aus den „Gabenbüchern" der Herrschaft Gottschee zu entnehmen ist, ganz allgemein. Freilich dürfte späterhin der Handel mit Leinwand vielleicht weniger durch Hausierer als durch Grossisten, die die Leinwand zusammenkauften und weiter verkauften, betrieben worden sein. Wenn wir uns recht erinnern, war nach Aufzeichnungen in den alten herrschaftlichen Rechnungsbüchern in den sechziger Jahren des 18. Jahrhundertes (um 1767 herum) in Göttenitz ein gewisser Michitsch ein solcher Grossist. In Fiume und in Triest lernten die Gottscheer bald die „süße Ware" (Südfrüchte und dergl.) kennen und mochten sie vielleicht zuerst als Rückfracht, wenn sie ihre Leinwand oder Holzware dort abgesetzt hatten, nach Hause gebracht, bezw. auf dem Rückwege damit schon kleine Geschäfte gemacht haben. Im Lause der Zeit, und zwar schon im 18. Jahrhundert, scheint die Erzeugung von hausindustrieller Holzware im Gottscheer Gebiete allmählich immer mehr zurückgegangen zu sein. Die Hausierprivilegien der Gottscheer aus der Zeit Maria Theresias und Josefs II. lauteten nicht mehr auf den Hausierbetrieb mit Holzware und Leinwand, sondern auf den Hausierhandel mit Südfrüchten und dergl. Es muß sich also schon vor Maria Theresia der Umschwung im Betriebe des Hausierhandels, beziehentlich in der Gattung der Ware, vollzogen haben. Die Anfänge dieses Umschwunges, der jedenfalls nur allmählich vor Mauer uns nicht gut beikommen konnte und wir keine Bewegung machten, rief er: „Wartet nur, ich habe etwas Wirksameres für Euch!" Damit verschwand er von der Fensteröffnung, man hörte dann im Hause jemand wie über eine Treppe gehen, bald darauf das Bellen eines Hundes, welches, von der Rückseite kommend, immer deutlicher wurde und sich uns näherte. Wir wußten leider, was das zu bedeuten hatte. Was der drohende Gewehrlauf nicht vermochte, das brachte ein heranspringender großer Hund zuwegen. Wie von einer höheren Macht emporgeschnellt, standen wir auf der Bank, mit Entsetzen uns eingestehen müssend, daß wir rettungslos zerfleischt würden. Eine große Bestie kam schnaubend und bellend herangesprungen und schoß, zu beißen versuchend, auf unsere Füße. Obschon verzweifelt, dachte ich an mein Stockstilet, aber dies mußte das Tier nur mehr reizen, als es verscheuchen. Wir wurden immer härter bedrängt. Da entschloß ich mich doch und zog den kleinen Bratspieß, aus der Stockscheide und stach, so gut ich konnte, wütend vor mich hin nach dem Kopfe des Hundes. Und „ein Gott hatte Erbarmen". Der günstige Zufall wollte, daß ich den Ohrlappen des Viehes durchbohrte, und der noch günstigere, daß bei dem Aufschnellen des Kopfes des Hundes nach dem Stich das Stilet in der Wunde hängen blieb und mir somit aus der Hand gerissen wurde. Der Handgriff des Messers, hier der Stockknopf, war natürlich nur kurz, das Eisen aber verhältnismäßig lang, fo hing es weit hinab und saß der Knopf, durch dessen Schwere gezogen, fest auf der WmtDe und konnte trotz alles Schüttelns nicht abgebeutelt werden, wodurch das Tier nur immer mehr geängstigt wurde. Es ließ augenblicklich von uns ab, fing gräßlich zu heulen an und wir ergriffen neuerdings die Flucht. Der Ort hatte mehrere Häuser; wir klopften hie und da an, nirgends meldete sich jemand, ja wir hörten, an den Fenstern stehend, bei so manchem Hause das schwere Atmen der Schlafenden und den Pendelschlag der Schwarzwälderuhren. In einem Stalle oder in einer Hütte eine Unterkunft für den Rest der Nacht zu suchen, wagten wir nicht aus Mangel an Lokalkenntnis, fürchteten auch die überall dort meist befindlichen Hunde. So gab es für uns keinen Ausweg als meinen schon früher gehegten Wunsch, außerhalb des Dorfes sich hinter einem Strauch niederzustrecken. Das Gefühl der Verlassenheit, des Ausgestoßenseins mitten nnter menschlichen Wohnungen ist etwas entsetzlich Herbes und kann ute vergessen werden. Unser Verhängnis trieb uns also wieder weiter. (Fortsetzung folgt.) sich ging, mögen wohl schon ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Aus dem alten Gerichts-„Verhörbnch" der Herrschaft Gottschee aus den Jahren 1598 bis 1601 ist nämlich zu entnehmen, daß damals schon Gottscheer bis in die Gegend von Preßbnrg in Ungarn auf Handel zogen, und es ist kaum anzunehmen, daß sie dort bloß mit ihrer Holzware oder mit Leinwand Hausierhandel getrieben haben. (Fortsetzung folgt.) Aus Stabt und Land. Hottschee. (Ernennung.) Der Minister für öffentliche Arbeiten hat den Werkmeister an der hiesigen Fachschule für Holz-Bearbeitung Fachlehrer Herrn Goebel zum Lehrer in der zehnten Rangsklasse an dieser Anstalt ernannt. — (Personalnachricht.) Herr Johann Polovic, k. k. wirklicher Lehrer am hiesigen Staatsgyinnasinm, wurde unter Anerkennung des Titels „Professor" im Lehramte bestätigt; ebenso wurde Herr Friedrich Hirth (Hirsch) als Professor im Lehramte bestätigt. (®r. Alois Hönig m ann), Prior der Barmherzigen Bruder, unser Landsmann, feierte am 30. Oktober in stiller Zurückgezogenheit seinen 50. Geburtstag zu Tantur bei Jerusalem Viele Jahre wirkt er in aufopferungsvollster Weise als Arzt im Heiligen Lande, wo er das Maltefer-Ritter-Hofpital in Tantur zwischen Jerusalem und Bethlehem leitet. Täglich kommen bei hundert, häufig noch mehr Kranke aus der Umgebung, die ambulatorifch behandelt werden. Im weiten Umkreise, in die Stadt und zu den Beduinen hinaus ruft man besonders bei schweren Fällen den Prior von Tantur. Alles kennt ihn daher auch und alles liebt ihn, den reschen, guten Prior von Tantur. Daher ist es auch leicht begreiflich, daß anläßlich feines Geburtstages, von dem man zufällig erfuhr, die Leute scharenweise nach Tantur strömten, Europäer und Orientalen, Städter, Fellachen und Beduinen, um den Prior zu ehren Auch der österreichisch-ungarische Konsul aus Jerusalem Ritter von Zepharovich hatte sich eingefunden und mehrere seiner Amts-kollegen, wie der italienische, belgische n. a. Gelegentlich der jüngsten Pilgerfahrt der Slowenen nach Jerusalem besuchte auch der Fürstbischof von Laibach das Hospital in Tantur und hatte da Gelegenheit, sich von der überaus großen Beliebtheit des Priors zu Überzeugen. Dr. Hönigmann stammt ans einer sehr angesehenen und wohlhabenden Familie in Windischdorf, Pfarre Mitlerdorf. Nach Vollendung der Gymnafialftndien in Laibach widmete er sich dem Studium der Medizin anfangs in Wien, später in Graz, wo er m den Orden der Barmherzigen Brüder eintrat. Nach erlangtem Doktorgrade wirkte er eine Zeitlang in Graz, wurde aber von seinen Oberen bald ins Heilige Land geschickt, wo er heute noch in Tantur als gesuchter Arzt segensreich wirkt. — (Hymen.) Frau Apothekerswitwe Marie Starke! in Gottschee hat sich am 4. d. M. mit Herrn Apotheker Leop. Michal m Graz vermählt. — (Auszeichnung.) Dem Landwehr-Evidenzosfizial Herrn Franz Achatz des Landwehrinfanterieregiments Laibach Nr. 27 wurde anläßlich feiner Übernahme in den Ruhestand das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. , (Lehrbefähigungsprüfungen.) Approbiert für allgemeine Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache wurden kürzlich u.a.: Herr Josef Siegmuud, prov. Lehrer in Altbacher; Herr Heinrich v. Turzauski, prov. Lehrer in Unterskrill; Frl. Marie Palouc, prov. Lehrerin in Morobitz. , — (In der allgemeinen Versammlung) der k. k. Land- wirtschaftsgesellschaft in Laibach am 14. d. M. wurde seitens des Berichterstatters u. a. hervorgehoben, daß der krainische Bauer verhältnismäßig am meisten Kunstdünger in Österreich verbraucht und daß die Landwirtschaft demgemäß auch recht befriedigende Erfolge erzielt. Der Präsident der Gesellschaft Abg. Povse stellte bezüglich einer Hilfsaktion für die Weinbauer Unterkrains die Einbringung eines Dringlichkeitsantrages im Abgeordnetenhaufe in Aussicht. Die Filiale Naffenfuß brachte einen Antraa ein, der eme Reform des Volksschulunterrichtes an den Land-schulen in der Richtung anstrebt, daß auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse mehr Rücksicht genommen werden solle als bisher; auch sei die Regierung zu ersuchen, durch ihre forstlichen Organe die Forstwirtschaft in geeigneter Weife fördern zu wollen. Beide Anträge wurden beifällig angenommen. — Bei der Neuwahl in den Ausschuß wurden die Kandidaten der christlichsozialen slowenischen Volkspartei gewählt, die liberalen Kandidaten blieben in der Minderheit. c. ~ Dechant Anton Richter f.) Am 11. d. M. starb in Feldkirchen (Kärnten) der hochw. Herr Anton Richter, f-b Kon-ststorialrat, geistlicher Rat, Dechant und Pfarrer nach langem schwerem Leiden und Empfang der heil. Sterbesakramente gottergeben im 72. Lebensjahre. Die irdische Hülle des Verblichenen wurde nach Retz überführt und daselbst in der Familiengruft am städtischen Friedhofe beigefetzt. Der Verstorbene stammt bekanntlich aus Nesseltal bei Gottschee. Dechant Richter war eine sehr angesehene Persönlichkeit und erfreute sich der ungeteilten Hochschätznna und Verehrung nicht nur bei seinen Psarrkindern, sondern auch in weiteren Kreisen, die ihm alle eine dauernde pietätvolle Erinnerung bewahren werden. Er ruhe in Frieden! (Christlichsozialer Sieg.) Bei der vor wenigen Tagen vorgenommenen Neuwahl (Ergänzungswahl) in den Ausschuß der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Laibach errang die christlichsoziale Partei einen glänzenden Sieg tttdem ihre Kandidaten mit erdrückender Mehrheit in den Ausschuß gewählt wurden. Die Landwirtschaftsgesellschaft, die bisher ein mehr liberales Gepräge trug, hat nunmehr einen christlichsozialen Charakter angenommen. Die christlichsozialen Bauern und Bauernfreunde haben jetzt das entscheidende Wort zu reden. Auch Baron Abfaltern wurde von den Christlichsozialen gewählt und wir hoffen zuversichtlich daß er in der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft ein warmer Anwalt der Deutschen sein wird. (Unglücksfall.) Der 29 Jahre alte Kenfchler und Bergarbeiter des hiesigen Kohlenwerkes Johann Gornp geriet am 8. d. M. in der Kohlengrube zwischen einen mit Kohle beladenen Wagen und erlitt dabei so schwere innere Verletzungen, daß er ins Landesspital nach Laibach überführt werden mußte, wo er ein paar Tage darauf starb. — (Zweijährige Dienstzeit.) Der Gesetzentwurf über die zweijährige Dienstzeit ist bereits ausgearbeitet. Sobald das Gesetz von den beiden Parlamenten erledigt ist, wird es sofort zur Durchführung gelangen. Das neue Wehrgesetz wird bei der Enthebung vom Militärdienst auch auf die sozialen Umstände ein größeres Gewicht legen, als dies bisher der Fall war. Da die Reserve eine größere sein wird, werden auch die Waffenübungen der älteren Altersklassen wegfallen können. — (Geschworenenauslosung.) Für die am 21. d. M. beginnende vierte Schwnrgerichtsperiode wurden beim k. k. Kreisgerichte in Rudolfswert u. a. nachstehende Geschworenen als Hauptgeschworene ansgelost: Anton Kresse, Gastwirt und Kaufmann in Schalkendvrf; Georg Petfche, Gastwirt in Mitterdorf; Johann schauer, Besitzer und Kaufmann in Tschermoschnitz; I. Schober Kaufmann in Gottschee; Matthias Tschinkel, Weingroßhändler in Gottschee. m — (Erhöhung der Tabakpreise.) Die angekündigte Erhöhung der Tabakpreise tritt mit 1. Juli 1911 in Geltung. Die Erhöhung beträgt bei Zigarren einen bis zwei Heller, für Zigaretten einen Heller per Stück. Die Tabakregie hat die Absicht gleichzeitig mit der Verteuerung eine Verbesserung der Qualitäten emzusühren. (Damit sollen offenbar die Raucher getröstet werden.) _ ,r — (Tolstoi über religionslose Moral.) Tolstoi schreibt: „Die Versuche, eine Mural (Sittlichkeit) außerhalb der Religion zu gründen, gleichen der Handlungsweise eines Kindes, das ein Gewächs, das ihm lieb ist, umpflanzend, die Wurzel weg- reißt und ohne Wurzel in die Erde steckt." Wenn es ohne Religion keine Moral gibt, so gibt es ohne Religion auch keine Kultur, denn eine Kultur ohne Moral ist undenkbar. Kultur ohne Moral und Religion führt zur Barbarei. Das sollten sich alle Religionsstürmer gesagt sein lassen. Sie spielen sich zuerst als große Kulturschwärmer auf, legen aber die Axt an die Wurzeln der Kultur. Darum sind auch Jugendbildner, die in gewissenloser Weise schon dem Kindesherzen Religion und Glauben nehmen wollen, indem sie über heilige Dinge offen oder verstellt spötteln, etwas ganz Entsetzliches — Zerstörer der Sittlichkeit und der Kultur! — (Gesellenprüfung.) Am 16. d. M. fand an der hiesigen k. k. Fachschule für Tischlerei die erste Gesellenprüfung in Gottschee statt. Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich in dem von der Fachschuldirektion freundlichst zu diesem Zwecke überlassenen Zeichensaale die Prüfungskommissäre (Meister und Gehilfen) und die Prüflinge — sechs an der Zahl —, den verschiedenen Gewerben angehörend. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Herr Direktor Joses Knabl, begrüßte alle Erschienenen, wies auf den hohen Zweck der Gesellenprüfungen hin und nahm die Angelobung der Beisitzer entgegen. Zur Prüfung hatte» sich gemeldet 12 Gehilfen, davon sind abgereist 3, abgewiesen wurden wegen ungenügender Schulbildung und aus anderen Gründen 3 und der Prüfung unterzogen sich 6 (1 Kleidermacher, 2 Wagner, 1 Fleischhauer, 1 Bäcker und 1 Tischler). Von diesen wohnen 2 in Nesseltal, 1 in Ober-mösel, die anderen in Gottschee. Die Prüfung bestanden mit Auszeichnung 2 (Matth. Mallner, Gehilfe beim Herrn Kleidermacher R. Jonke, und Michael Stampfe!, Gehilfe beim Herrn Wagnermeister I. Mandelz); alle übrigen erhielten die Note „gut". Die Prüfung erstreckte sich auf technische und theoretische Fragen, außerdem mußte jeder Prüfling der Kommission ein Gesellenstück vorlegen, das auch einer gründlichen Überprüfung unterzogen wurde. — (Postamt.) Wegen Verkaufes des Dr. Golfschen Hauses in der Schloßgasse muß das k. k. Postamt übersiedeln und wird demnächst im Erdgeschoße und im ersten Stocke des Stadtgemeindehauses untergebracht werden. Die notwendigen Adaptierungen hiefür werden im Gemeindehause gegenwärtig vorgenommen. —- (Die Trifailer Kohlenwerksgesellschast) hat bekanntlich mit einer reichsdeutschen Baggerunternehmung Vereinbarungen getroffen, den Abraum (die über die Kohle liegende Erde) mittelst Maschinen zu bewerkstelligen. Hiezu wurden von der reichsdeutschen Gesellschaft schon längere Zeit die nötigen Vorarbeiten besorgt. Das alte Direktionsgebäude sowie die übrigen auf dem Kohlenflötze stehenden Baulichkeiten sind bekanntlich schon vor ein paar Monaten abgetragen worden und es wird das neue Direktionsgebäude, das in der Nähe der Straße, die nach Schalkendorf führt, errichtet worden ist und recht nett und stattlich aussieht, in Kürze bereits bezogen werden. Die Baggerarbeit geht rasch und ausgiebig von statten. Außer der eigentlichen Baggeranlage stehen noch zwei Lokomotiven in Verwendung, die auf schmalspuriger Bahn die Lowris mit dem Abraum weiterbefördern. Durch die Baggerung verbilligen sich die Gestehungskosten der Kohle, die mit billigerem Tagbau wird gewonnen werden. — (Auswanderung und Raiffeisenkassen.) Die Raiffeisenkassen in Galizien zählten Ende 1908 über 200.000 Mitglieder. Daß darunter auch viele Wanderarbeiter sind, geht aus den Ausführungen des am 2. internationalen- Mittelstandskongreß in Wien 1908 erstatteten Referates über das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in Galizien von Dr. Stefczyk hervor. Dieser sagte u. a.: „Eine der ergiebigsten Quellen der Spareinlagen in galizischen Raiffeisenvereinen waren die Ersparnisse der arbeitsuchenden Auswanderer nach Amerika, welche bis zur gegenwärtigen (1908) Krise bedeutende Geldsummen von ihrem Erwerbe nach der Heimat schickten oder mitbrachten." Ähnliches ist auch in Gottschee der Fall. Je nach dem größeren oder geringeren Verdienst unserer Landsleute in Amerika schwankt auch die Ziffer und die Höhe der Einlagen von dorther in der städtischen Sparkasse und bei unseren -Spar- und Darlehenskassen. — (Das neue österr. Auswanderungsgesetz.) Das neue österreichische Auswanderungsgesetz wird schon lange Zeit vorbereitet. Der neue Entwurf wurde an verschiedene kommerzielle und gewerbliche Körperschaften zur Begutachtung zugesendet. Wie wir nun erfahren, hat sich die Mehrheit dieser Korporationen gegen den Entwurf geäußert, weil derselbe nicht genügend Gewicht auf die kommerzielle Seite der Auswanderung legt. Der Entwurf dürfte nun gründlich umgearbeitet werden. — (Lehrkanzel für Einwanderungswesen.) Ander Kolumbia-Universität in New-Aork wurde eine eigene Lehrkanzel für „Einwanderungswesen" errichtet. Zum Lektor wurde der gewesene Direktor der Educational Alliance in New-Iork Dr. David Blau stein ernannt. — (Erbschaften aus Amerika.) Das Ministerium des Innern teilt in Angelegenheit der Ausstellung von Vollmachten behufs Einziehung von Erbschaften und Unfallsentschädigungen folgendes mit: Wenn ein österreichischer Staatsangehöriger in Amerika gestorben und insbesondere wenn er dort durch Unfall um das Leben gekommen ist, ergibt sich häufig die Notwendigkeit, daß die in Österreich verbliebenen Angehörigen des Verstorbenen zur Einziehung der Erbschaft oder der Unfallsentschädigung eine in Amerika wohnhafte Person bevollmächtigen. Nicht selten werden dann von den Angehörigen Vollmachten zugunsten von Personen erteilt, die den Ausstellern nicht näher bekannt sind. Die Erfahrung zeigt, daß sich hieraus Unzukömmlichkeiten ergeben könnten. Um solche zu vermeiden, empfiehlt es sich, in Fällen dieser Art stets die Vermittlung der k. u. k. Konsularbehörde in Anspruch zu nehmen, die in der Lage ist, die Rechte der Beteiligten wirksam wahrzunehmen. Bei Ausstellung einer Vollmacht an eine k. u. k. Konsularbehörde ist darauf Bedacht zu nehmen, daß etwaige frühere Vollmachten an dritte Personen ausdrücklich widerrufen werden. -— (Das erste Landesgesetz über die Einführung einer Wertzuwachsabgabe an Liegenschaften.) Inder letzten Session des krainischen Landtages wurde auf Grund einer Vorlage des Landesausschusses ein Gesetz angenommen, durch welches eine Wertzuwachsabgabe an Liegenschaften eingeführt wird. Das Finanzministerium hatte in dem Erlasse vom September 1909, welcher sich mit der Sanierung der Landesfinanzen beschäftigte, die Landtage darauf hingewiesen, eventuelle Wertzuwachsabgaben einzuführen, und Mustergesetzentwürfe hiezu verfaßt. Der hämische Landtag ist nun er erste, welcher der Direktive des Finanzministeriums entspricht. — (Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion) wird hauptsächlich ermöglicht durch die ausgiebige Verwendung von mineralischem Dünger (Kunstdünger), ferner durch landwirtschaftliche Maschinen, erstklassiges Saatgut und erstklassiges Duchtmaterial. In der Zeitschrift „Das Land" (VIII, Nr. 17) lesen wir, daß z. B. in den Gemeinden Ahlshausen und Sievershausen in Braunschweig früher die Ernten gering waren. Infolge der Kalkarmut des Bodens wuchsen die Fntterkräuter spärlich und in den Viehställen war jahraus, jahrein Schmalhans Küchenmeister. „Aber jetzt sehen unsere Fluren ganz anders aus. Nachdem in den letzten Jahren jährlich bedeutende Mengen Düngerkalk, Thomasmehl, Ammoniaksuperphosphate, Chiliscüpeter unfern Feldern einverleibt sind, wachsen Klee, Bohnen und die anderen Leguminosen ganz vorzüglich bei uns und die Viehställe stehen voll bestgenährter Tiere. Getreideernten werden gemacht, wie.sie von unseren Nachbarorten, die von der Natur viel mehr begünstigt sind als wir, nicht gemacht werden. Diese wirtschaftlichen Fortschritte und Verbesserungen sind größtenteils dem Spar- und Darlehenskassenvereine (Raiffeisenkasse) zuzuschreibeu. Konnte man doch schon vor einigen Jahren im Felde die Breiten der Vereinsmitglieder deutlich von denen der Nichtmitglieder unterscheiden." -— (Ein Bodenentschuldungsgesetz.) Das Ackerbauministerium hat den Entwurf eines Bodenentschuldungsgesetzes ausgearbeitet und den landwirtschaftlichen Körperschaften zur Begutachtung überwiesen, bevor der Gesetzentwurf im Abgeordnetenhause als Regierungsvorlage eingebracht wird, was hoffentlich in der nächsten Session geschehen kann. Volle 30 Jahre hat es gebraucht, bis ein derartiger Gesetzentwurf, der schon in der Antwort auf die Interpellation Hohenwarts vom 4. Dezember 1880 angekündigt worden war, zustande kam. Noch ist es glücklicherweise nicht zu spät, noch ist eine Entschuldung möglich und je zielbewußter sie ins Werk gesetzt wird, umso besser für den Bauernstand, für den ganzen Staat, dessen festester Rückhalt eben der Bauernstand ist. Es ist ja klar, daß mit einem einfachen Gesetzentwurf noch nicht die Bodenverschuldung, welche in Österreich über 7000 Millionen beim sonstigen Besitze, worunter ungefähr der bäuerliche Besitz zu verstehen ist, beträgt, noch keineswegs beseitigt ist. Mit dem vorgelegten Entwurf wird die Entschuldung des Grundbesitzes nur in die Wege geleitet. Dabei geht der Entwurf von dem Grundsatz aus, daß seitens der Gläubiger nur unkündbare, in Annuitäten rückzahlbare Hypotheken beim bäuerlichen Besitz zugelassen werden sollen. Der Entwurf ist ein Reichsrahmengesetz, das heißt, die näheren gesetzlichen Bestimmungen, wie die Angelegenheit zur Durchführung gelangen soll, ist den gesetzgebenden Körperschaften der einzelnen Grönländer überlassen. So beinhaltet der Entwurf also, wie in Zukunft die Belehnung des mittleren landwirtschaftlichen Grundbesitzes ausgebaut werden soll. ■— (Etwas über den Kunstdünger.) Naffe Wiesen soll mau vorher entwässern, kalken und das Moos abeggen, sonst schwimmt der Dünger davon. Den Kunstdünger soll man flach einackern oder eineggen, aber nicht vergraben. Man soll über die Wirkung des Kunstdüngers nicht voreilig aburteilen und den ganzen Erfolgs nicht schon nach einem Jahre verspüren wollen, sondern mit Kunstdünger und Stallmist innerhalb der Fruchtfolge abwechseln. Den Düngerhaufen sorgfältig betreuen, große Komposthaufen an« legen und daneben wohl und weise die künstlichen Düngemittel heranziehen, das ist das Geheimnis des Erfolges. Wo viel Mist — da ist auch viel Geld. Wo gut gedüngt wird, dort erntet man das Doppelte an Heu und auch noch mehr. Man kann also auch den doppelten Viehstand halten. Öchsel und wenig Milch gebende Kühe bedeuten aber eine schlechte Verzinsung, besonders um die Stadt herum, wo man die Milch gut verwerten kann. Aber auch dort, wo man die Milch selbst nicht verwerten kann, ist die Bereitung von Rindschmalz (aber es muß rein und marktfähig sein I) einträglich. Eine Kuh, die 10 bis 15 Liter Milch täglich gibt und eine solche, die vielleicht nur 3 bis 4 Liter Milch gibt, frißt dieselbe Menge Futter. Eine Kuh, die wenig Milch gibt, zu behalten, wäre also ungefähr dasselbe, wie sein Kapital statt mit 4 oder 5 Prozent, nur mit 1 oder 2 Prozent zu verzinsen. Also weg mit einer solchen Kuh I Der höhere Ankaufspreis einer guten Kuh, die jetzt freilich im Preise hoch steht, macht sich in wenigen Monaten durch die gelieferte Milchmenge bezahlt und in der Folge bedeutet dann eine solche Kuh für den Besitzer die beste Kapitalsanlage. — (Wiesendüngung.) Stalldünger gehört nicht auf die Wiesen, sondern unter die Erde (Acker). Für die Wiesen paßt am besten Kompostdünger. Richte also für deine Wiesen möglichst viel Kvmpostdünger her. Viel gutes, süßes und nahrhaftes Heu wirst du aber dann ernten, wenn du den Wiesen auch künstliche Düngung gibst, nämlich Thomasmehl und Kciinit oder 40°/oiges Kalisalz. Diese künstliche Düngung erfolgt am besten im Spätherbst oder im Lause des Winters, wenn der Wiesenboden nicht gefroren ist. Eine künstliche Düngung wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Wiese nicht zu naß (sumpfig) ist und wenn sie durch die Wiefen-moosegge ordentlich gereinigt und gelüftet worden ist. Wer auf eine sumpfige Wiese Kunstdünger ausstreut, wirst sein Geld hinaus. Also Vorsicht! Die sumpfigen Wiesen entwässern I Auf ein Hektar (13A Joch) Wiesenland rechnet man etwa 6 bis 8 Meterzentner Kainit und ebensoviel Thomasmehl oder statt der 6 bis 8 Meter» zentrier Kainit 2 bis 21/* Meterzentner 40%igeS Kalisalz. (Mit Thomasmehl oder Knochenmehl allein soll man nicht düngen.) Die entsprechende Düngung hat zur Folge, daß der Wuchs der süßen Gräser sowie der guten klee- und wickenartigen Futterkräuter außerordentlich gekräftigt wird. Das schlechte, saure Zeug (Zichorie, Moos, Gänsedistel, Bärenklaue, Schachtelhalm, Kälberkropf, Sumpfdotterblume usw.) wird verdrängt. Man bekommt eine Wiese, wie sie sein soll, nämlich eine Wiese mit einem Gemisch von guten, süßen Gräsern und nahrhaften Klee- und Wickenarten. Nur solches Gras und solches Heu ist aber nahrhaft und gleich tauglich für das Milch- und das Mastvieh wie auch für die Aufzucht des Viehes. — (Zur Hebung der Viehzucht.) Vor mehr als einem Jahre war der Viehzüchter durch die Futteniot bemüfsigt, sein Vieh zu Notstandspreisen zu verkaufen. Bei dem geringen Erlöse und dem damals noch nicht behobenen Mangel an Futter war es ihm dann schwer, zu den seither erhöhten Preisen Vieh einzukaufen. Im heu-rigeti Jahre, wo reichlich Futter vorhanden ist, besitzt der Viehzüchter deshalb zu wenig Vieh, um fein Futter gut verwerten zu können. In manchen Gegenden Österreichs hat die übermäßige Verminderung des Viehbestandes überdies auch noch den Umstand zur Folge gehabt, daß man sich noch mehr als früher dem Ackerbau und auch dem Weinbau zuwendete, der aber wesentlich mehr Arbeitskräfte erfordert als die Viehhaltung. Der Mangel an Dienstboten und ländlichen Arbeitern sowie der durch die Verminderung des Viehstandes verursachte Mangel an Dünger lassen auf diesem Gebiete (vermehrter Ackerbau) keine Erfolge erzielen. Unserer Viehzucht würde genügend Land zur Verfügung stehen, um den ganzen inländischen Bedarf an Fleisch selbst zu produzieren. Um zu dem erforderlichen Viehstande zu gelangen, ist aber ein Grundstock von Zuchtvieh nötig, der heute vielfach noch mangelt. Durch das Drängen der Händler und Fleischhauer, durch die hohen Preise und durch die eigene Geldnot werden die Viehzüchter heute veranlaßt, auch das letzte zur Zucht geeignete Kalb schon frühzeitig zu verkaufen. Es wäre deshalb zweckmäßig, daß für die Stehaltung von Kal-binnen zur Zucht im Bedarfsfalle Prämien gegeben würden, und zwar aus Staats- oder Landesmitteln, etwa durch die Viehzuchtgenossenschaften. Einen komischen Vorschlag hat jüngst der Wiener Advokat Dr. Bauer (Jude?) im „Neuen Wiener Tagblatt" gemacht. Er meint, wenn der Staat oder das Land die Hirschkälber durch Vorschreibung von Schonzeiten schütze, so sollte auch der Kälberzüchter gesetzlich dazu verhalten werden, daß er seine Kalbinnen nicht verkaufen, sondern zur Auszucht verwenden müsse. Gegen eine solche Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit wurden die Bauern selbstverständlich den stärksten Protest einlegen müssen, wenn der Bauersche Vorschlag überhaupt ernst zu nehmen wäre. — (Zur Volksschulstatistik.) In Kram bestehen 408 öffentliche Volks- und 2 öffentliche Bürgerschulen, weiters 4 Privatbürgerschulen und 28 Privatvolksschulen. Die Anzahl der im schulpflichtigen Alter stehenden Kinder der Alltags- und Wiederholung^ schulen betrug am Schluffe des Kalenderjahres 1909 im ganzen 96.512 (48.383 Knaben, 48.129 Mädchen). Auf den Schulbezirk (Bezirkshauptmannschaft) Gottschee entfallen hievon 8153 (4066 Knaben, 4087 Mädchen), auf den Schulbezirk Rudolfswert 8993 (4565 Knaben, 4428 Mädchen), auf den Schulbezirk Tschernembl 4447 (2277 Knaben, 2170 Mädchen). An den öffentlichen Volksschulen in ganz Kram unterrichten 1020 Lehrkräfte (504 Lehrer und 516 Lehrerinnen); auf den Schulbezirk Gottfchee entfallen hievon 103 (59 Lehrer und 44 Lehrerinnen), auf den Schulbezirk Rudolfswert 87 (49 Lehrer, 38 Lehrerinnen), auf den Schulbezirk Tschernembl 48 (24 Lehrer, 24 Lehrerinnen). An den Privatvolks-fchulen wirken 154 Lehrkräfte (34 Lehrer, 120 Lehrerinnen). Witterdorf. (Liberale Kurzsichtigkeit.) Um Entgegenkommen zu zeigen, erklärten sich Heuer die Christlichsozialen bereit, auf Verteilung des Jagdgeldes zu verzichten, wenn vom Gesamtbetrage von 1600 K der Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaft 200 K und der RaiffeifenEaffe 100 K zur Anschaffung von Sämereien an bedürftige Besitzer gewährt würden. In Anbetracht dessen, daß der in der Gemeinde noch verbleibende Betrag noch immer groß wäre und die ausbedungenen Unterstützungsbeiträge auch wieder der Allgemeinheit zugute gekommen wären, konnte man am Entgegenkommen seitens der Gemeinde nicht zweifeln. Und nun hat 'S? de eir chi au Zi Ei NO na fol Ja der Wi der wü bei bet ihn bra heil Scl Kir auš aus Ko> in möj heil steir von der Jos zn 1 fanc der Gen dale und hätti muß verst böse und über Bott ist x Kind von verte Eing im i in U nun Begi bewil etc, pf- vie en, >es ür es. ent ich em nn :u- ter :n. ng 3t, :m >r- d- es ;er itb :n r- m en ch ch n. I- ib t- er t. ch c- n n ie n der Freisinn sich bei ber Ausschußsitzung am 17. b. M. boch zu einem solchen Entgegenkommen nicht erschwingen können. Das christlichsoziale Ansinnen würbe einfach abgewiesen. Uns kann's auch recht sein; es wirb jetzt bas Jagdqeld'samt ben angelaufenen Zinsen verteilt, ba barauf alle Christlichsozialen nach wie vor bestehen. Eine Hanb wäscht bie ctnbere. — (Ausschußsitzung.) In oberwähnter Sitzung würbe noch ber Voranschlag für 1911 beraten. Die voraussichtlichen Einnahmen betragen 1573 K, bie Ausgaben 4861'50 K; der Abgang soll burch eine 52 prozentige Umlage gebeckt werben. Für Gotlfrieb Jaklitsch aus Koflern wirb eine monatliche Unterstützung von 5 K, bem Peter Eppich weitere 5 K bewilligt; ber Waise Fink aus Winbischborf erhält keine Unterstützung mehr. Paul Poje wirb in ben Gemeinbeverbanb ausgenommen; bezüglich ber Volkszählung wünscht man bereit Vornahme durch Gemeinbeorgane. Die Anbringung von Geländern an mehreren Stellen der Landstraße soll betrieben werden. Der Schulgarten soll aufgelassen werden, da ihm auch sein neuer Verwalter das nicht geben kann, was er braucht. Ein neuer Garten soll an besserer Stelle angelegt werden. — (Trauungen.) Am 22. Oktober wurden in der Allerheiligenkirche in Brooklyn Matthias Kump aus Nesseltal mit Marie Schneider aus Mitterdorf 5; am 30. Oktober in ber St. Josef-Kirche in New-Iork Fr. Pacher aus Graz mit Gertrud Haberle aus Winbischborf 36; am 15. November Buchhalter Franz Krauland aus Obrem 13 mit Apollonia Granitz er in Judenburg getraut. — (St erbe fälle.) Gestorben ist die 71jährige Margaretha Kowatsch in Mitterdorf 32 und die 81jährige Ursula Tramposch in Kerndorf 33. Mosel. (Heirat in Amerika.) Franz Monte! von Ober-mösel 61, 28 Jahre alt, ehelichte am 23. Oktober in der Allerheiligenkirche in Brooklyn Aloisia Kikel, 24 Jahre alt, aus Weißenstein, Pfarre Altlag. — (Einen schönen Grabstein) aus schwarzem Marmor, vom Steinmetz Plesche in Geschwend hergestellt, erhielt vor kurzem der im Mai so schnell verstorbene ehrenwerte Kaufmann und Gastwirt Josef G. Jonke. Auf dem Grabdenkmal ist die treffliche Grabschrift zu lesen: Ein guter Vater und edler Mann, Voll Eifer in Tat und Streben In Ehren geschätzt von jedermann, Schloß hier sein tätiges Leben. O, daß der Allmächtige ihn zum Lohne Laß' Gnade finden vor seinem Throne. — (Ein böser Widder.) Ein hiesiger Besitzer, der angefangen hat, sich mit der Schafzucht zu beschäftigen, hat einen Widder, der besonders Frauen gegenüber seine Stärke zu zeigen die böse Gewohnheit besitzt. Am 10. November warf er die 68jährige Magdalena Schleimer von Nr. 73 mit einem wuchtigen Stoße zu Boden und stieß in die Hilflose so heftig hinein, das er sie hingerichtet hätte, würde nicht schnelle Hilfe gekommen sein. Die alte Frau mußte den Arzt holen lassen und mit den heil. Sterbesakramenten versehen werden, doch ist Hoffnung auf Gesundung vorhanden. Der böse Widder bekam vorläufig von seinem Besitzer strengen Arrest und wird für seine Übeltat dem Fleischhauer zur Abschlachtung überliefert. Wiedermösek. (Stetbefall.) Am 8. November starb Maria Boldin von Nr. 34, 45 Jahre alt. Der Mann Johann Boldin ist nun ganz einsam und allein mit seiner Wirtschaft, da er keine Kinder besitzt und ihn auch seine Schwiegermutter verlassen hat. Werdrerig. (Heirat.) Josef Weiß, erst 21 Jahre alt, erhielt von der k. k. Landesregierung als vom Ministerium für Landesverteidigung delegierter Behörde die ausnahmsweise Erlaubnis zur Eingehung einer Ehe vor Abdienung seiner etwaigen Militärpflicht im Falle der Tauglichkeitserklärung und wurde am 6. November in Unterdeutschau mit der 18 jährigen aus Döblitschberg gebürtigen, nun in Brunngereut ansässigen Franziska Matchen getraut. Eine Begünstigung hinsichtlich der Erfüllung der Wehrpflicht ist also nicht bewilligt worden. — Peter Staubacher von Nr. 12, 32 Jahre alt, wurde am 14. November mit Anna Hofbauer in der Stiftskirche Maxplan bei Salzburg getraut. Wieg. (Inspektion.) Herr Ortsschulinspektor Peter Schneider hat am 16. d. die hiesige Schule inspiziert. Akttag. (Sterbefall.) Am 9. v. M. ist in Tiefenreuter der allbekannte Musikant Johann Siegmund an Wassersucht gestorben. Durch mehr als 30 Jahre hat er auf Hochzeiten gespielt. Gott gib ihm die ewige Ruhe! — (Anton Morscher,) Obmann des kath. Burschenvereines, wurde vor kurzem von der Genossenschaft nach Grottenhof bei Graz geschickt, um die dortige Landes-Ackerbauschule zu besuchen. Moroöitz. (Schule und Straße.) Am 13. d. M. fand hier eine Sitzung des Ortsschulrates statt, in welcher Herr Johann Loser, derzeit Lehrer in Stalzern, primo et unico loco zum Leiter der hiesigen Schule in Vorschlag gebracht wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde auch darauf hingewiesen, dem seit sechs Jahren bestehenden Provisorium der zweiten Klasse ein Ende zu machen. Das Provisorium kostet die Schulgemeinde jährlich zumindestens 500 bis 600 K. Entweder soll in Morobitz eine regelrechte zwei-klassige Schule durch Adaptierung des bestehenden Schulgebäudes oder in Tiefenbach eine einklassige Schule errichtet werden. — Da von den Gemeinden Morobitz und Tiefenbach niemand Sitz und Stimme im Vertretungskörper für Straßenangelegenheiten hat, sind die hiesigen maßgebenden Kreise bemüssigt, über die „Köpfe" hinweg, an Ort und Stelle ihre Bitten und Beschwerden bezüglich des Straßenprojektes vorzubringen und diesbezüglich die nötigen Schritte zu tun. Wir wissen es am besten, wo uns der -Schuh drückt. Nicht einmal ein Borstenvieh können wir beim besten Willen anbringen. Bei diesen Straßenverhältnissen kommt kein Teufel zu uns, geschweige denn ein Vieh- oder Schweinehändler aus Gottschee; doch sein Wegmacher ist der — Exekutor. Masern. (Vom Schuldienst.) Der Schulleiter der hiesigen Volksschule, Herr Johann Schober, wurde krankheitshalber bis 15. Dezember l. I. beurlaubt und wird vom absolvierten Lehramtskandidaten Herrn Max Zeidler aus Engelshaus in Böhmen suppliert. Kirschgruöen. (Wegen Religionsstörung und Gotteslästerung) wurde kürzlich ein auf der Dampfsäge in Hirschgruben beschäftigter Arbeiter vom k. k. Kreisgericht in Rudolfswert auf 6 Monate Kerker verurteilt. In der Direktionskanzlei der Dampfsäge riß er nämlich von der Wand ein Kruzifix und trat es mit Füßen, wobei er Gotteslästerungen ausstieß. Höergras. (Gemeindevorstandswahl.) Bei der am 29. v. M. stattgehabten Gemeindevorstandswahl für die Gemeinde Obergras wurden Johann Muchitsch in Obergras zum Gemeindevorsteher und Jakob Sorbisch in Mittergras, Ignaz Miklitsch d. Ä. |n Obergras und Josef Urbantschitsch in Obergras zu Gemeinderäten gewählt. Audokfswert. (Kellerwirtschaftskurse.) Um es den Interessenten zu ermöglichen, sich in der rationellen Kellerwirtschaft theoretisch und praktisch ausbilden zu können, veranstaltet der k. k. Weinbauinspektor B. Skalicky im Laufe der bevorstehenden Wintermonate bei der staatlichen Musterkellerei in Rudolfswert einen, eventuell auch mehrere dreitägige Kellerwirtschaftskurse mit deutscher Unterrichtssprache. Diesbezügliche Anmeldungen sind spätestens bis 25. November l. I. an das k. k. Weinbauinspektorat in Rudolfswert zu richten. Laiöach. (Konkurs.) Das Landesgericht Laibach hat die Eröffnung des (kaufmännischen) Konkurses über das Vermögen der unter der Firma FaleschiniL Schuppler registrierten offenen ' Handelsgesellschaft sowie über das Privatvermögen der persönlich haftenden Gesellschafter Franz Faleschini und Edmund Schuppler, Bauunternehmer in Laibach, bewilligt. Hraz. (Ostmark.) Bei der zur Wahl neuer Vorstandsmitglieder der akademischen Ortsgruppe „Ostmark" vor kurzem hier abgehaltenen dritten Hauptversammlung dieser Ortsgruppe wurde u. a. Herr jur. Anton Jaklitsch zum Schriftwart gewählt. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Rleindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Befiel' lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets-auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. 0 Eisenhandlung Stefan Nagy, Laibach Bl Telephon Nr. 43. 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