Donnerstag den,2. Februar 1835^ ^ S r o a t i e n. ^nsere Nachbarcn, tie bosnisch en Türken, lc« l^n wie bct^nni, in völliger Analchic, ohne Zucht und jeder Ordnung. Die Mächtigern von ihnen sammeln um sich Banden, welche in den Nachbar-prsvinzcn auf R^nb ausgehen, und die mit^ebrach, te Beute mit ihrem Schutzhcrrn theilen. Unsere k. k. kroatische ^nlilärgrcnze, welche größtenlheils einen trockenen Kordon hat, wiro daher thcilS durch die Bosnial-en selbst, und theils durch die im Schuhe ihrer Machthaber stehenden, vielfältigen Räuber-Horden fast unausgesetzt beunruhigt, undDiebst^ le, ^ewaltfame Vchabtriebe, meuchlerische Verwundungen, Morte, Räubereien und Plünderungen turch selbe verübt. Erst am 25). v. M. wurde am isicn Bcnial» Grenzregiments.5ioroon, während deö Patroul' liren 6 der Serrsianer Obcr'H>assa Iovo Oö» toich, bei dem diesseitigen Dorfe Sirovaz durch eine dieser Rotten erwartet und meuchlings crschos« sen, und der Unter'Bassa Thcsan Ostoich vcr. »rundet, ohne daß man der Räuber, welche sich schnell in tie Türl'ei siuchtclen, hätte habhaft werden tonnen. I» der Nuchl roin ,3. auf den ,^. v. M. jchliechen stch abermals 9, unter dem Schutze des lürNschcn Aga Massino vich besinnliche Räuber herüber, über'ftelen 5 Grenzer dcr Mojancr Iom. ,aüNle vom ^sten B.nal.Negimente, welche aus tcr nche aw Kordon gclcgcncn W.ldung Garli. racz Holz zu führcn dcabs.cht,.e.,, sch.sse, cinen oerselben nieder, und machten seine 4 Ochftn ,ur Beute. Während dieseS laubmördcrischen Ucbcr. sallcs gelang es den andern 4 Grenzern, s>ch „^ ihrem Bieh zu retten, und in 5en nahgelegenen Dorfschaflen Allarm zu schlafen, worauf alsogleich die wchrbare Mannschaft aller besagten Dörfer, ihre Officicre an der Spihe, dcm Kordon zueillen, um die Räuder zu verfolgen und ihnen den Weg ^zuschneite». Die Räuber sahen sich demnach durch dicscs militärische Verfahren ernstlich bedroht, Ul'd muhten mit Zurücklassung tcr geraubten 4 Ochsen nur auf ihre Nctlung, und zwar durch die eiligste Flucl t in's jc»seiligc Ocbicth, bedacht sey». Dcr auf den entstandenen Allarm herbei gccilce Regi. ments- und dcr (Zordonö-Commandant, „achtem selbe in Erfahrung gcbrachl hallen, wchin sicd die Räuber zun'ickgezogen haben, und zwar nach dem jenseitigen Dorfe Zbcrihöte zu ihrem Cctuh. Herrn Aga Massinovich, rückten unsere wak-tern Grenzer qsgs» d.is bcua^nte Dcrf, uinzing^l. «en d^ösclbc u»o licßcn durch cm näher cmgcn'lckttS Detaschement, die dortigen Bewohner zur Auölief«. rung der Räuber auffordern. Statt einer Anlwcrl jedoch, erfolgten mehrere Flintenschüsse aus den Häusern, wodurch von unserer Grenzmannschafl 2 gecödtet unb einer verwundet wurd.c. Cs erübrigte also nichts anders als Gewalt zu gebrauchen , wrl» cher zufclgc mit Blitzesschnelle das Dorf erstürmt wurde, wobei die Jenseitigen 7 Todte und ,5 Vrr. wun^ete zähllcn. Unter den Todten bcfcndcn sich zwei Massin a rich. Während des gegenseitigen Feuers gericthcn einige Strohdächer i» Brand, und dadurch wurden einige Tschcndaten des Dorfes, welche dortselbst alle von Holz gebaut smd, cingcä. schert. Leider! gclang es dem Räubergcsindcl lurz vor dem Angriffe sich in ihrcn titfcr lllndtil.wäns gelegenen Schlupfwinkel W>tllo zu rctsrica-c,,, und so für jehi der wohlrcltientcn Slrafe'zu cnlcm» men. Dieses ist der wühre Hcrgcmg der Sache, welchen wir um so mehr in Detail zur Kenntniß 5o bringen, damlt derselbe nicht falsch gedeutet, oder sonst verunstaltet werden möge. Agram. Se. Exc. unser hochwürdigsler Herr Diöcesan-BischosAlexander v. Al 5 govich, stets für das Wahl der christtatholischen Kirche bestens be« sorgt, und Alles aufbietend, was hierauf irgend einen gedeihlichen Einfluß haben kann, haben zu hochihren schon so vielfältig geleisteten Tdelthaten abermals einen Beweis der religiösen Wohlthätig-teit geliefert. — In Galacz nämlich, war der Mangel eines römisch «katholischen Gotteshauses, wo es daselbst, besonders unter den Fremden viele Katholiken gibt, sehr fühlbar. Der katholische Bi« schaf van Bukarest und oer katholische Pfarrer von Huß hatten, als sie von Zeit zu Zeit nach Galacz kamen, in der Wohnung des k. k. ösicr. reichischen Consuls, die heilige Messe gelesen. Vor ungefähr einem halben Jahrhundert bestand noch in Galacz eine katholische Kirche nebst einemPfarr» hause, welche aber durch Kriege und oftmalige nacheinander g»folgte Umwälzungen zu Grunde ging. Seit der alldort erfolgten Ankunft des der» maligcn k. k. österreichischen tZonsuls Herrn von Atanaskovich, war derselbe mit ollen ihm zu Gebote stehenden Mitteln eifrigst bemüht, diesem bedeutenden Mangel, abzuhelfen, in Folge dessen besagter Herr Konsul diesen Uebclstand Sr. Esc. unserm hochwürdigsten Kirchenoberhaupte anzeigte, und auch ungesäumt von diesem hochverehrten Prä< laten zum Behufe der Errichtung einer katholischen Kirche in Galacz looa si. W. W. großmüthig er« hielt. Möge dieses edle/ echt fromme Beispiel Nach« ahmer finden, damit die sehr lobenswerthen Be» mühungcu des obdenannten Herrn Lonsulä reali. sin rvtldcn. Einem Schreiben aus der Wallache! zufolge, welches wir direkte aus dieser Provinz erhielten, soN alldorten ein Dampfboot erbaut werden, dessen Bestimmung seyn soll, sich bei S ulna (bekannter« maßen der Hauptausmündungspunct der Donau in das schwarze Meer) aufzustellen, um die da aui. und einlaufenden Schiffe zu bugsircn; gleichfalls berichtet Uns ein Pranumerant unserer Blätter aus Odessa, dah die Odessaer Amcnge. scllschaft sorgfältig bemüht ist, eine rezelmäßige (5 ominuui cation zwischen dem Hafen von Odessa und jenein von Ksnsiantinapel mtt Dampfböter», htrzusteN.'tl. (Agnn. Z.) ^ r a n k r e i ch. Der zunv Botschafter Sr. Majestät dcs KsmgK der Franzosen nach London ernannte General Se. bastiani kam am 25. Jänner auf seiner Reise von Neapel nach Paris durch Aix (Rhonemündungen) un) wird morgen, den 2Z. Jänner längstcnS, in Paris erwartet. Paris, 2g. Jänner. Die Abreise des Hrtt. Pazzo di Borgo nach London macht hier eine große Tensation. Hr. Pozzo war bekanntlich mit allen hervorragenden Männern der Gesellschaft in Ver« bindung. Die Gewandtheit seiner Sitten und seine alten Bekanntschaften machten ihm Paris zu ei» nem gewohnten und behaglichen Aufenthalt. Hr. Pozzo erfuhr ^seine Ernennung über London, und erhielt die Depesche am 27. Jänner Abends. Er schrieb sogleich ein kurzes Billet an Hrn. v. Rigny, worin er ihm seine Abberufung, meldete, und anzeigte, daß er die neue, ihm von seinem Souve« rain anvertraute Mission annehme- Zugleich bat er den Minister der auswärtigen Angelegenheiten, dem Könige di« Abberufung mitzutheilen. Man glaubt, er werde seine ämtliche Abschiedöaudicnj am 2. oder 4. Februar haben. (Al!g. H.) Spanien. Der Moniteur gibt über die am 17. Jan« ner zu Madrid ausgcbrochcnc Empörung des 2. leichten Infanterieregimentes folgende nähere Nachrichten: »Eine insurrectionelle Bewegung ist am ,8. Morgens zu Madrid ausgebrochen. Ein Theil des zweiten leichten Infanterieregiments, ver-führt durch Unruhestifter, denen es gelungen rvav, die Soldaten zu überreden, daß die constitutionell, Regierung bedroht sci, hat sich hei Tagesanbruch des Postgcbäudes, worin sich die Hauptwache dcs Platzes befindet, durch Uebcrfall bemächtigt. Der neue Generalcapitän Canterac, der auf den ersten Lärm von diesem Ereignisse allein herbeigeeilt war, ist im Tumult gctödtet worden. Die königliche Garde, unter persönlicher Anführung des Kriegsministers, die Besatzung und die Sladtmiliz eilten schnell herbei, und bald war das Postgcbäude vo« allen Seiten umzingelt. Nach ciilem Versuch zum Widerstände, der leider mehreren Individuen von beiden Seiten das Leben kosicte, machten die Insurgenten, da sie sahen, dah sich Niemand zu ih< ren Gunsten erklärte, den Vorschlag, sich unter der Bedingung zu unterwerfen, daß man sie be« gnädige und nach Navarra in den Kampf gegen die Anhänger des Don (Zarlos schick?. Diese Be. tingungcn sind ihnen zugestanden worden und am Adend ist dasselbe zweite leichte Infanterieregiment 5i »lach Alcovendas, der ersten Poslstatlon auf der Straße nach den nördlichen Provinzen, aufgebro. n den Vorfällen am ,8. Jänner, noch y?n dem Tode des Generalcapitäns Canlerac mittheilen, der von dem Minister Martine; de la Nosa und von dem General Llauder so von cinau^ der abweichend dargestellt worden ist; die Sacke ist nun einmal geschehen, und von der Regierung fast schon vergessen. — Martinez de la Rosa ver« hehlt in seinen nach Paris und London bestimmten Depeschen die Thatsache, daß man das Posigcbaude mit Kanonen beschossen hat, aufs Sorgfältigste; während im Gegentheile Llauder es aller Welt er« zählt und dabei noch aufschneidet, um mit der Hal« tung seiner Truppen zu prahlen. Das Wahre an der Sache ist, daß weder die Besatzung noch die Bürgergarden das geringste Interesse für einen von beiden Theilen kund gaben; denn sie wissen, daß Martinez nichts als ein optimistischer Schwätzer, und der andere (Llauder) ein wahrer Verrather an al» len Parteien ist, zu deren Fahne er geschworen hatte. Die Hinrichtung Lacy's wird ihn big in sein Grad verfolgen, wenn er noch so glücklich ist, einei zu finden. — Indeß tummeln sich die (Zarlistcn wacker herum; Mina gibt kein anderes Lebenszeit chen, als um Geld und Verstärkungen zu fordern, die ihm nie schnell genug nack Wunsch zukommen. Er beklagt sich über Ardoin und Toreno, und über Alles, was nicht edle Metalle nach Pamplona sen. det. — Die Natur selbst scheint sich gegen diese un« glückliche Königinn verschworen zu haben; denn vorgestern schlug der Blitz in das Pulvermagazin zu vequcilio, uut> sprengte dasselbe, mit sammt den 55 Mann, die darin lagen, in dis Lufc. Glück-licherweise befand sich eben daö D^mpfsä'ss zu S. Sebastian, dessen- man sich immcr hfdicnt, um 52 M?unit!on und einige Milizen dahin zu schassen.— ^lVir erwarten cinen andern (^ourricr milder Nach-richt von der Aenderung des Ministeriums; denn es ist unmöglich geworden, daß sich daö jetzige länger halcen kann. Dem Vernehmen nach soll der Herzog von San Carlos die auswärtigen An» gclcgenhcilen, Oarrasco die Finanzenž Tr^ueb a die Justiz, Graf de las Navas die'Marine, der Kammerherr Munoz das Innere, und Galiano das Kricgsoepartemcnt erhalten.» ^ r i e ch c n l a n v. In Briefen aus Nauplia wird besonders der Wirksamkeit der in Bayern angeworbenen technischen Compagnien rühmend gedacht. Unter Lei« tung des thätigen Majors Neumayer wird in dem Hauptzeughause emsig an der Anfertigung aller Be» dürfnisfe gearbeitet. Unter dem Ingenieur.Major Bracker entstanden schöne und zweckmäßige Gcbäu-dc, worunter besonders das See,Arsenal, die gros« fe Artillerie-Caserne, die Pionier« (Zaserne und das Hauptspital auf Akro-Nauvlia, das schönste Krankenhaus in Griechenland, das unter der Lei« rung des menschenfreundlichen ll),. Sorg sieht, ge« gcn 25o Kranke faßt, und außer, dem Militär auch arme erkrankte Griechen aufnimmt. — Der Man« gel an Wohnungen ist in Athen so groß, daß das ,Kriegs Ministerium aus Auftrag der Regentschaft allen, zum Diensie nicht unentbehrlichen Ossiciercn vorläufig cincn andern Aufenthalt anweisen muhte. Der umcr Leitung.des Architekten Hannse schon längere Zeit begonnene Bau ?cs Theaters, wozu Io^oao Drachmen bewilligt sinö, ist wegen Mangels an Materialien vor der Hand eingestellt worden. Der Bau der Magazine im Pirauä wird eifng be« trieben. Der Architekt Schauberi, welcher den flühern Bauplan Athens entwarf, istzum tZivildau« Director ernannt worden. Nach BcrichMl aus Athen vom 2g. December ist der Winter daselbst Mlt ungewöhnlicher Strenge eingetreten; der Hymmctus und alle umlieqen« ten Berge zeigen bcsch.'ieote Gipiel. Bei diesem schnellen Wechsel war die Not!) doppelt grotz,, oa ein großer Theil oer Angestellten fortwährend ohne Wohnung ist, und Andere in den schlecht gebauten Athenienslschen Zimmern gegen den unfreundlichen Winter nur wenig Zchul) sineen. Man Nagt auch, daß in Athen nur zwei Ga^döfe, ein französischer U»o ein iialicnis.dcr, vorhanden sind, und daß nol) kein Oeutscher einen ordentlichen Gasthof erricht't hat. (Zben so groß >st !?cr Mangel an G.'wcrblrei-benden zc^er Art, so daß arbeitslusiige Handwerkes, die, mit einigem Fond und dem nöthigen Material versehen, einwandten, ihre Rechnung gewiß sin« den würden. — Der lang erschute Plan zur tZr« richtung von Säulen , Gymnasien und der Uni« versilät ist endlich vom Ministerium des OultuK und Unterrichts 5cr Ncgentscdaft vorgelegt, nnd v»n dlcftr genehmigt worden. ^ L. l>c> B,g tcä a^er.:Sch^,vI^»eö. wird zm» cvstc» Male ain^N'Drt: »D at Da,<«r»0e im Wechsel; o^'> : ^.'a l, s b l! r g o Orde.« ^ra' »! a !! » . Nevatteur- Fr. rav, Hfin rich. Verleger: Mn5j Nl. Gvler V.Alt i „may r.