Nr. 289. Dienstag, 20. Dezember l«87. W0. Jahrgang. Mbllcher Zeitmg. P»anu«erat,!>>!»'. l,,: d>>! ösl^.n W,ebes!,olunzen pr. »feile » tr. Die „ilalbacher Leitung" erscheint täglich mit «uOnabme d» Sonn und Neierlaae, D!e U»«l,«strati»» befindet sich Bahnhosgasse 15, dir «ebortl,« WicnerNrahe >b — Unlranfieltt »rief, werden nicht niiaeni'mmen und HilaiüNsiipl, nicht zurüllgefteUl, Amtlicher Hheil, Se. f. und l. Apostolische Majestät hab?!, mit Allerhöchster Eutschlicßung vom 15. Dezember d. I. dem ^iinisterial-Secrctär im Handelsministerium Dr. Franz Stibral das Ritlerkrenz des Franz-Ios.'ph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat ernannt: znm Lanbesgerichtsrathe bei dem Landes-smchte in Graz den Aezirlsrichter in Voitöbcrg Cajc-!an Klar. znm Gerichtsadjnncten bei dem Kreisgerichte '» Cilli den Nezirksgerichts-Adjunclen in Windisch-^istrih Anton Moröcutti und zu Bezirksgerichts-^ldjmicten die Anscnltanten: Dr. Emannel Bayer für ^achcnburc,. Dr. Gustav Smolej für Treffen, Karl -" ulley für Adelsbcrg und Dr. Johann Kladva t^Illyrisch-Feistritz; ferner verseht: die Bezirksgerichts« "^lliictcn Ferdinand Sokoll Edlen von Neno von ^rachcnbiirg nach Windisch-Feistril). Philipp Kermek ^n Adelsberg nach Gonobitz und Dr. Johann Kuder ^n Illyrisch.Fcisttih nach Lichteuwald. Heutr wird das XX!. Stück des Landesgeschblattcs für das vkrzogtlmm ttrain ausgegeben und versendet. Dasselbe enlhält unter i Ar. 28 das Gesch. betreffend die äußere Kennzeichnung der znm Schiche der Landescultur bestellien und beeideten Waa> organr; "r. 2<) dir Verordnung des l. l. Landcspräsibentcn in Krain znin ^audrögrschl' vu>» 2!). Mai l««7, L. G. Pl. Nr. 2», bc treffend die äuszere zlennzeichnung der ^nm Schnee der """drscullur bestellten und beeideten WachDrgane. Von der iltcbaclwil des UaudrSgesehblattcs ^ ., ^ ^ filr Kram. La,bach am 20. Dezember 1887. Nichtamtlicher Mil. Zur Situation in Bulgarien. Schon seit sechs Wochen berathen die bulgarischen iiandboteu im Sobranje zu Sofia, uhue dass auch nur tine einzige der trüben Prophezeiungen eingetroffen Wäre. welche die russischen Blätter schon seit vielen Aionaten zum besten geben. Weder herrscht die Anarchie im Lande, noch übt das Ministerium Stam» bulov einen terroristischen Druck auf die Bevölkerung °ber auf die Deputierte» aus. Es ist im Sobrauje mitunter recht heiß und ledhaft hergegangen, aber die Ma» jolität hielt trotz der Intriguen Radoslavoos und trotz der Secessionslust der Muhamedaner bis znm heutigen Tage ganz gut zusammen. Es wmde mitunter recht gründlich und weitläufig debattiert, so z. N. dauerte dieDiseussiou über das Gesetz der Generalrä'the nahezn acht Tag? und trug uicht weuig dazn bei. das parlamentarische Ansehen der Regierung zu erhöhen. Prinz Ferdinand scheint sich ziemlich fern vom Parteigctrirbe zu hallen, denn er hat unsere) Wissens nur ein ein« zigesmal in die parlamentarische Action eingegriffen, indem er die Majorität daran verhinderte, die Theil-nchmer an der Entthronung des Aatlenbergers — da» runter auch Karavelov und Eanlov — in Anklagestand zu versetzen. Aber auch außerhalb des Sobranje hat sich wäh. rend der letzten sechü Wochen manches ereignet, was auf ciue üetige Consolidicrung der Zustände hinweist und von der Klngheit der hrntigen Regierung nntrüg-liche Beweise gibt. Am ss. November ist der Bau der von Sofia nach Constantinopel führenden Eisenbahn« linie vollendet worden, und am 2!). November hat das ^Sobranje die Convention über den Anschlufs der bul-garisch'serbischen Eisenbahn bei Caribrod ratificiert. Ferner ist die von einem entlassenen und in russischem Solde stehenden Capitän angeführte Räuberbande von Eski-Sagra zerstreut, entwaffnet und gefangengenommen worden. Diese Bande — welche offenbar dazu be« stimmt war. die von den Petersburger Blättern signalisierte Anarchie in Ostrumelien zu erzeugen — ist bis zur Stuude noch nicht auferstanden, rs müsste denn sein. dass die seit einiger Zeit wieder in Altserbien und Macedonien auftretenden Äanden als ihre Nachfolger anz.lseheu wären. Ob es diesen gelingen wird, die Anarchie »n diesen Provinzen hervorzurufeu. muss vorläufig ab-gewartet werden. > » > Mit nicht zu verkennender Veschicklichkeit war das Ministerium Stambulov auch bemüht, die Beziehungen zwischen Bulgarien und der Türlei so günstig als möglich zu gestalten. Der bulgarische Vertreter bei der Pforte, Vullovic, weilt soeben in Sofia, um feiner Re. gierung über die Lösung der Frage der Vakufgüter Informatione» uud Rathschläge zu ertheilen. Vorher schon ist es ihm gelnngen. die Errichtuug einer bul« garisch - türkischen Zoll-Linie an der ostrumelischen Grenze bei der Pforte durchzusetzen. Diese hat ferner angeordnet, dass von nun an für alle in türkischen Häfen nach Bulgarieu verladenen Waren nur ein einprocentiger Durchfuhrzoll eingehoben werde, nachdem hiefür bisher ein achtprocentigcr Wertzoll, und zwar an der bulgarischen Grenze, entrichtet werden musste. Dafür hat sich das Ministerium Slambnlov enl-fchlusfen, die schon seit Jahren schwebende ostrumelische Tribntfragc zu ordnen, was am meisten dazu beitragen dürfte, die Beziehungen zwifche» Bulgarien und der Türkei günstig zu gestalten. Der diesbezüglich abgeschlossene Vertrag svll schon in den nächsten Tagen im Sobranje verhandelt nnd votiert werden. In demselben wird seitens Bulgariens anerkannt, dass der bis znm I.September 1885 rückständige ostrumelische Tribut einschließlich der Iolleinkuufte 17 729 258 Francs beträgt; für die Zeit vom I.September 1885 bis auf weiteres foll der erwähnte Tribut auf der Grundlage von drei Zehnteln des ostrumelifchen Einkommens, also mit etwa 3000000 Francs, berechnet werden; die Be' zahlung aller dieser Summen hat durch eiue jährliche unverzinsliche Amortisations-Quote in der Höhe von einer halben Million Francs zu erfolgen. Da anzunehmen ist, dass das Sobranje dieses Uebrreinkmnmen unverändert acceptiren werde, so kann eine der heikelsten Differenzen zwischen der Pforte und der bulgarischen Regierung hiemit als beglichen angesehen werden. Ganz besonders unter den heutigen Verhältnissen, wo die Türkei für jede directe oder indirecte Einnahinsquelle sehr empfänglich ist, wird das neue Arrangement mit Bulgarien dem Prinzen Ferdinand das besondere Wohlwollen des Padischah eintragen. Dagegen ist in den Beziehungen der bulgarischen Regierung zu den europäischen Kabinetten bisher noch leine Veränderung eingetreten. Die Vertreter der Großmächte unterhalten keinen officiellen Verkehr mit dem Ministerium, doch unterlassen sie es auch anderseits, die ruhige, auf Lonsolidierung der inneren Zustände abzielende Thätigkeit der Regierung irgendwie zu stören. Die Absicht der Großmächte ist es offenbar, Bulgarien, das zwei Jahre lang aus einer Staatskrife in die an» dere fiel, sich selbst zu überlassen, da sie — mit Aus» nähme Russlands — die auf die Erhaltung des Friedens und die ilnabhängige Entwicklung der Vallan-stauten abzielende Politik des Wiener Cabinets rück« haltslos acceptiert haben. So lange man in Sofia die bestehenden internationalen Verträge achtet und berech, tigten Forderungen der Mächte nicht entgegentritt, wird auch Bulgarien die Wohlthaten einer friedlichen und fortschrittlichen Entwicklung genießen. Jeuilleton. Vor den Feiertagen. ,. Ein tiefsinniger Beobachter der Natur erkannte ?le große Weisheit, mit der sie schafft, auch darin. "2>s die Katze gerade dort zwei Löcher im Felle hat. ^ die Augen sind. Nicht minder wird diese Weisheit ^er auch durch die Einrichtung documenliert, dass die Weihnachtszeit in die kürzesten Tage und sohin in den ""Nter fällt. Sagen Sie aufrichtig, könnten Sie sich '"", heiligen Abend im Juli denken? c> Im Sommer, wo der Bauer vollauf mit der Mcubeit zu thun hat, wo iu der Stadt die Geschäfte sick - die Studenten mit Prüfungen, die Beamten l^ mit Urlanbsreisen befassen, wo durch Sommer« die^' ^."lortsbesuche oder touristische Untelnehmungen in, 8".'"'lien so incomplet sind, wie eine Compagnie f. ^l'l'del,ssrn Msj hätte, weil rundum dort alles grüu ist, H V"an die Bäume noch nicht umgehauen hat, im sinnier, wo man abends lieber ausgeht als bei Tage lailn"""' b"? wäre keine Weihnachtszeit. Im Winter ltlfi»/""' bl'e Armen doch mit Holz. Kohlen, warmen t>e,„, "' drgl. bethcilen; was könnte man ihnen 'ttch ^ rincm sommerlichen Christfeste schenken? Viel-^ . ^challenspelider, Factm. LustroSuccos und eine "'"'Gefrornes? ^stklU s>)^"^ WeihnaclM.Industrie wäre anf den Kopf ^»ltz^ l^zwaren. Hänge- und andere Lampen, warme ^H"he. Schlafrocke, Zimmerpalmcn, Ofenschirme, belen' ^'lsspicle und die hundertartigcn Kalender ent-"ann aus der Kategorie «passender WcihuaclM gescheute». An ihre Stelle kämen etwa Sodawasser-Apparate. Hängematten, Barcge-Kleider. Strohhüte, Sonnenschirme, Criquetspiele, Schwimmhosen und Vota-nisicrbüchsen. Könnten Sie sich eine solche Christbaumgabe vorstellen? Ich nicht. Und darum sage ich, es liegt in den winterlich adjustiertcu Weihnachten eine nicht geringere Weisheit, als in den einaangs erwähnten zwei Löchern im Katzenfelle. Was wird nicht alles unter weiten Mänteln uud Ueberröcken und unter dem Schntze der Dunkelheit in die Wohnungen eingeschwärzt, was im Sommer bei den laugen lichten Tagen und leichten Kleidern gar nicht zu verbergen wäre! Verberge» ist aber eiue Hauptsache vor den Weihnachtstagen, denn nur durch das Verbergen und Geheimhalten, durch allerlei Fiuteu. Nothlügeu, Ausreden und Finessen ist es möglich, dass zur richtigen geeigneten Zeit, das heißt also erst unter den, beleuchteten Christ-bäume, die Ueberraschungen explodieren. Auf das dieser Knalleffrct, dieses lange vorbereitete Vrillantfenerwerk nicht versage, ist es nothwendig nnd geboten, dass von jetzt ab die sonst statthafte Neugicrde schweige. Gehe jeder seines Weges uud küm-mere sich nicht darum, was neben ihm geschieht. Wenn Sie abends aus eiuem reich ausgestalteteu Ge-wöllie mit einem Paket kommen lind dieses daheim irgendwo einschließen, wäre es Ihnen recht, wenn da die Gattin eine Frage.Batterie loüfeuerte: «Was hast du denn in dem Gewölbe zu thun gehabt? Du trugst ja ein Palet? Was war es denn? Wo hast du es?» — Nun also! «Was du nit willst, dass dir geschieht, das thu auch einem andern nit.» Nichts Unpassenderes, als Fragen zu einer Zc>t. wo niemand gefragt sein will. Ihr Großeltern, Eltern, Onlel. Tanten und sonstigen Autoritätspersonen, hütet euch. jetzt mit Fragen herauszuplatzen! Ihr seid mora-lisch verpflichtet, die Jugend an Wahrheitsliebe zu gewöhnen, und würdet sie mit euren Fragen zu Noth. lügen zwingen — odec ihr eine Freude verderben; das erste ist sündhaft, das zweite unqnalificierbar. Wer will ein sündhafter Onkel oder eine unqualificier-bare Tante sein? Merket darum meine Worte: Es ist nicht immer gut, alles zu sehen, jetzt aber schon gar nicht; hat mau wider Willen etwas gesehen, nun. da wird sich der Einsichtsvolle, wenn auch nicht gerade dumm. aber doch zerstreut, unachtsam stellen. Kümmere sich jeder nur um sich und nicht um seine Hausgenossen. Es wäre mehr als ungeschickt, jetzt zn fragen: Wie kommen denn die Goldfäden an deinem Kleide her? Kinder, was habt ihr nachts so lange getrieben? Es war schon sehr spät, und ich sah noch einen Lichtschimmer durch die Thürspalte? Ist denn alles so theuer, dass du jetzt mit dem Gelde für den Markteinlauf nicht auslaugst? — Was sind denn das für Bücher, die dariuncu auf dem Diuan liegen? — Wo kommen denn beim Karl die Farbslecke anf den Manschetten her? — Bei Fran X warst dn zn Besuch? Sie war ja gar nicht daheim, ich bin ihr auf der Straße begegnet? Lästige Fragerei! Die Weihnachtszeit ist eine geheimnisvolle Zeit. darnm hat auch jedermann seine Geheimnisse. Es ist schon unangenehm, wenn gefragt werden muss, warum besetzt Russland seine Westgrenze mit Militär? Oder um wie viel sind Credit gefallen? Jetzt ist die interne private Frage die zeitgemäße: Was lanfen wir? Wo kanfen wir? Wo nehmen wir das Geld dazu her? Xaibachtt Fettung Nr. 289. 2378 20. Dezemw 1667. Tie Organisation des Sanitätsdienstes in den Gemeinden Krams. Von Regierungsrath Vr. K. KeeSbacher. V. Die Vertretung der einzelnen Sanitätsdistricte ist in folgender Weise festgesetzt: Gemeinden für sich allein werden von dem Gemeinde'Ausschilsse, beziehungsweise Gemeindevorsteher vertreten. Sind zwei oder mehrere Gemeinden bis zur Höhe von sechs in einen Sanitäts» district vereinigt, so wird dieser durch eine Versamm« lung der betreffenden Gemeindevorstands «Mitglieder vertreten. Werden mehr als sechs Gemeinden in einen Sanitätsdistrict vereinigt, so besteht die Vertretung derselben aus der Versammlung der Vorsteher derselben. Diese auf den ersten Vlick etwas compliciert an«, sehende Bestimmungen sind durch die locale» Ver-Hältnisse des Landes bedingt und erscheinen vollkom-men berechtigt, wenn man bedenkt, dass Sanitäts-districte mit 30 Gemeinden bestehen werden, so dass die Vertretung derselben durch die Gemeinde-Ausschüsse zu einem Parlamente anwachsen würde. Diese Vertretung nun entspricht gleichsam der Institution der Gauster'schen Gesundheitiräthe, der Delegiertenversammlung der Regierungsvorlage vom Jahre 1873, des mährischen und meines zweiten Gesetz-entwurfes. Derselben obliegt die Herstellung und Erhaltung der als nothwendig erkannten Eanitätsanstalten und Einrichtungen, die Bestimmung der Art der Benützung derselben, die Feststellung des Voranschlages der Sanitätlauslagen, die Erledigung der Iahresrech-nungen, die Wahrnehmung der Gesundheitsinteressen der Bevölkerung, die Anregung sanitärer Verbesserungen, die Erstattung von Sanitätsberichten, der Vorschlag bei Besetzung der Stelle eines Arztes der Sanitätsgemeinde oder des Vanitätsdistrictes u. s. w. Jeder Sanitätsbistrict oder jede Sanitütsgemeinde erhält einen Arzt. Die Aerzte führen den Titel von Diftrict«ärzten, werden auf Grund einer vorausgegangenen Concurs-ausschreibnng über Vorschlag der Vertretung der Va« nitätsgemeinde nach Anhörung des LandeH.Sanität«-rathes und unter Zustimmung der Landesregierung vom Landesausschufse ernannt. Die Gehalte werden nach dem Entwürfe in drei Classen eingetheilt, und zwar von 500, 600 und 700 fl. (Mein Entwurf hat zwei Kategorien 5 700 und 800 fl.) Von diesen ent-fallen auf die höchste Classe 34, auf die beiden anderen je 33 Procent der Aerzte. Ueberdies erhält der Arzt zwei Quinquennal-zulagen 5 50 fi. Die Aerzte sind für sich und ihre Hinterbliebenen pensionsberechtigt nach den bestehenden Normen für Landesbeamte. Die Sauitätsauslagen hat jeder District, resp. jede Gemeinde selbst aufzubringen, wenn aber in einer Smiitätsgemeinde oder einem Sani-lätsdistricte für die Dotierung des Sanitätspersonales cinc mehr als dreiprocentige Umlage auf die directen Steuern erforderlich ist, so hat das Mehrerfordernis der Landesfond zu übernehmen, aus welchem auch die Dienstalterszulagen der Districtsärzte bezahlt werden. Mein Gesehentwurf vom Jahre 1882 will die Sanitäts-Aus-lagen durch Umlage auf die directen Steuern aller Steuer« zahler, mit Ausnahme der Landeshauptstadt, eingebracht wissen. Diese Umlage würde bei gesetzlicher Festsetzung zum Landesfonde bestimmt werden und dürfte etwa einen Kreuzer per Steuergulden betragen. Der Pen- sionsfond wird durch Abzüge au den Gehalten der Aerzte, welche in den ersten drei Dieustjahren je 10 Procent, in allen folgenden je 2 Procent betragen, und nöthigenfalls durch Beiträge aus den Landesmitteln gebildet und vom Landesausschusse verwaltet. Sodann enthält der Entwurf Bestimmungen betreffs der Entlohnung von Dienstreisen wegen der Substitution zeitweilig abgehender Districtsärzte und betreffs ärztlicher Verrichtungen im Auftrage der Staatsverwaltung. Der Wirkungskreis der Districtsärzte wird durch eine Dienstes-Instruction präcisiert. Die Aerzte werden von den Vorstehern der Sanitäts-Gemeinden überwacht, in dissciplinarer Beziehung jedoch unterstehen sie dem Landesausschusse. Ein wichtiger Paragraph ist der § 15 des Entwurfes. Dieser enthält nämlich eine Bestimmung, welche die Einfügung alles dessen, was im vorliegenden Ge» setzentwurfe fehlt, hinterher möglich macht, gewissermaßen die Thüre, durch welche später Ergänzungen des Gesetzes und Reformen eintreten können; dieser Paragraph be« sagt nämlich, dass die Regelung der Rechts' und Dienstverhältnisse des sonstigen im Gemeinde«Sanitäts< dienste zu verwendenden Sanitätspersouales (Hebammen. Thierärzte, Todtenbeschauer. Vieh» und Fleischbeschauer), sowie die Angelegenheit der Einsetzung von Gesund» heitscommissionen im Lande besonderen Bestimmungen vorbehalten bleiben. Dieser Paragraph ersetzt also die in meinem Gesehentwurfe vom Jahre 1882 bereits co-dificierten Bestimmungen über das anderweitige Sanitätspersonale und die Gesundheitscommissionen. Selbst» verständlich wahrt der Entwurf gleich den Bestimmun-gen meines Entwurfes zum Schlüsse der Staatsverwal« tung das ihr gesetzlich gewährleistete Recht der Oberaufsicht. Das ist also der Entwurf, der mit Modificationen in einigen Details die Principien enthält, nach welchen der Sanitätsdienst in den Gemeinden geregelt werden soll. Es kann sich heute, wie ich bereits zu erwähnen Gelegenheit hatte, nicht darum handeln, den Cntwutf Paragraph für Paragraph einer Discussion zu unter, ziehen; für den Verein der Aerzte genügt es, die Principien, von denen der Gesehentwurf geleitet ist, kennen zu lernen und zu letzteren auf Grundlage seiner Erfahrungen Stellung zu nehmen. Aus diesem Grunde kann ich nicht genug dankbar sein für das zahlreiche Erscheinen von Aerzten vom flachen Lande, weil eben die am meisten berufen sind. im Gegenstande der heutigen Verhandlung mitzusprechen. Indem ich den Herrn Obmann bitte, nunmehr die Debatte einzuleiten, erlaube ich mir folgende Resolution zur Erörterung, respective zur Aunahme zu empfehlen, und glaube nur das eine bemerken zu sollen, dass das Land durch Einführung diefer geplanten Organisation einen wesentlichen Schritt auf der Bahn des Fort» schrilles machen würde, dass die segensreichen Folgen sich bald bemerklich machen werden und dass die Kosteufrage hiebei schon aus dem Grunde gar nicht in Betracht kommen kann, da die Kosten der Beschaffung von Aerzten ohne dieses Gesetz derartig sich stei-gern werden, dass die einzelnen Gemeinden, um einen Arzt zu erhalten, viel größere Opfer werden bringen müssen, als es die sind, die ihnen das geplante Sani« lätsgesetz verursachen wird. (Die Resolution sowie die sich daran knüpfende Debatte haben wir bereits veröffentlicht. Anmerkung der Redaction.) Politische Uebersicht. (Zur Situation.) Vorgestern haben dic Berathungen der gemeinsamen Minister und der Mitglieder der beiderseitigen Cabinette begonnen. Die Aufgabe dieser Conferenzen ist es, zu einem Entschlüsse über jene Mittel zu kommen, welche von der gegenwärtigen Situation erfordert werden, um derfelben soweit gerecht zu werden, als es durch das Sicherheitsbedürfnis des Reiches a/botei, erscheint. Auf die Wiedergabe der ver-schiedeueu Vermuthungen über die Höhe der etwa er» forderlich«'!! Mittel verzichten wir bei deren Unverläss-lichkeit mit Vereitwilligkeit. Es laim deren Reproduction von keinerlei Wert sein. und es ist misslich, bei Angelegenheiten dieser Art sich m das Gebiet vager Muthmaßungen zu verirren. Maßgebend für die Entschließungen des Ministcrrathes ist in jedem Falle lediglich die Lage und das aus derselben fließende unabweisbare Bedürfnis. Wir wollen hier die von den Pester Blättern mit Bestimmtheit hervorgehobene Ansicht verzeichnen, dass eine Einberufung der Delegationen nicht bevorsteht. (Eine Abwehr.) Die «Politik» schreibt in einer Polemik gegen den «Tagcsbotcn alls Mähre»": «Das Organ des Ritter v. Hlumccky behauptet wiederholt, es seien in neuester Zeit russische Kundgebungen seitens der slavischen Völker in Oesterreich vorgekommen. Wer sind diese slavischen Völker in Oesterreich? Sind es etwa die Polen? Dass diese zu russenfreundlichen De-monstrationen zu bewegen wären, das sollte doch wohl niemand, ohne sich lächerlich machen zu wollen, behaupten. Sind es die Ruthenen. deren loyale Oesin-nung die amtliche «Gazeta Lwowska» erst uuläugst in Schutz genommen hat? Sind es die Sloveum, in deren Namen unter ungetheilter Zustimmung des Volkes deren legale Vertreter unzweideutige Beweise der österreichl' schen Staatstrelle gegeben habcu? Sind es die Kroaten, welche im dalmatinischen Landtage den Antrag aus Einführung des Unterrichts in der nWchen Sprache abgelehnt haben? Sind es endlich wir Böhmen, welche erst vor kaum acht Tagen durch den Antrag Rieger-Schwarzenberg einstimmig, Jung- und Altczechen, den« österreichischen Staatsgedauken ein unvergängliches Denl-mal gesetzt haben, oder sind es endlich unsere slavisch^ Brüder iu Mähren, welche durch ihre berufene Reprä' sentauz entschiedene Verwahrung einlegten gegcu aller" Hand Allotria unreifer Jungen? Wir fragen also wl> derholt: Wer sind die slavischen Völker Oesterreichs' die mau anti-österreichischer Gesinnungen verdächtigt» Sie existieren nicht, sondern sind nur ein Phantasie product.» (Aus dem istri anischen Landtage.) ^ juridische Commission des Istriauer Landtages ste"^ einen Antrag auf Erhebung einer Beschwerde gegen die Verordnung des Justizministeriums, wonach gr»n^ bücherliche Eintragungen auch in nichtitalienis^ Sprache vollzogen werden können. Die kroatische ^>" norität vertheidigte glänzend ihren eigenen Gegenantrag auf Uebergang zur Tagesordnung. . (Die gesummte ungarische Presl.^ sieht den Artikel des «Russischen Invaliden, als "M Provocation an, welche mit gleicher Münze nicht er> widert zu werden brauche, doch sei die Monarchie ve' Pflichtet, in defensiver Absicht die nöthigen Vorkehrung" zu treffen. ^. Wen laden wir zu unserem Ehristbaum? Oder — wohin lassen wir uns laden? Wie können wir den Unseren, wie uns selbst die Weihnachtszeit möglichst freundlich gestalten? Ich brauche wohl nicht zu wiederholen, was ich an dieser Stelle, zu dieser Zeit im vorigen Jahre bereits gemahnt habe: Lasst alle Schmutzerei beiseite! Es kommen schon wieder Tage, Wochen und Monate, wo das Sparen angezeigt ist; jetzt würde das Sparen, unter erschwerenden Umständen geübt, als Knickerei ousgelegt werden. Von jetzt bis übers Neujahr hinaus gilt die Parole: «Leben und leben lassen!» Benutze jeder diese Woche, um sich selber und denen, die ihm lieb sind, das Weihnachtsfest mit allen erreichbaren Freuden zu umkleiden, sich der tllltagssorgen zu entledigen, alle überflüssigen Bedenken und alle« in die Zukunft'Gucken irgendwo sicher zu verschließen. Trübseligkeiten und Sorgen werft über Bord; der Cours nimmt ab, und der Tag nimmt ab; aber der Tag wird fchon wachfen, wenn ich über eine Woche hier wieder zu Ihnen spreche, und hoffen wir, dass mit dem Tage und mit dem Lichte auch die Hoff-nung auf Erhaltung des Friedens, dass auch die Course, das Vertrauen wachsen werden. Kurz gesagt, lassen wir uns die Feiertage durch nichts verderben. Jeder, der nur den guten Willen dazu hat und nicht gar zu anspruchsvoll ist, kann eine fröhliche Ehristzeit haben; Gesundheit, gutes Gewissen und ein bisschen Geld und Humor, dann geht's schon. Dieses Quartett wünsche ich allen. Und nun zum Resume!: Nicht viel fragen, nicht viel sorgen, nicht viel sparen. Das ist die Moral dieser Epistel vor den Feiertagen. . * . (Hochdruck verdüten.) Stolze Kerzen. Roman aus dem Englischen. Von Vlaz von Neißenthurn. (49. Fortsetzung.) «Ich versicherte sie darauf — schrieb Graf Eugene an seine Cousine Sidonie weiter — dass es dein ausdrücklicher Wunsch sei, dass sie nach Paris gehe, doch redete ich lange umsonst. Ich würde meine Sache nicht so warm verfochten haben, als ich es that, wenn mir der Arzt nicht mitgetheilt hätte, dass sie längere Zeit hindurch absolutester Ruhe bedürfe, um sich von dem gehabten Anfall vollständig erholen zu können. Ich war nebstbei selbstsüchtig genug, zu überlegen, dass es Frau von Verdier nicht eben sehr angenehm sein könnte, wenn Nannette neuerdings in ihrem Hanse erkranken sollte, umsomehr, als es nicht leicht wäre, rasch ärztlichen Beistand nach Loiret zu berufen. Ich wiederholte deshalb deine Votschaft, doch gelang es mir nur mit größter Mühe, sie zn bewegen, ihrer Neigung eher Gehör zu schenken, als ihrem sehr ausgeprägten Gefühl von Pflicht. ,Graf Eugene/ fragte sie ein um das andere mal, mich mit ihren stahlgrauen Augen unverwandt anblickend. ,ist das Fräulein auch glücklich? Ist sie in Sicherheit? Hat sie mir wirklich die Botschaft gesendet? Täuschen Sie mich auch nicht?' Freilich waren ihre Worte nicht gar sehr schmeichelhaft für meine Wahrheitsliebe, doch gab ich ihr in bester Laune den geforderten Bescheid. ,Da mein gnädiges Fräulein es wünscht und auch Sie der Ansicht sind, dass ich es thun soll, Herr Graf, so will ich denn für eine Woche nach Paris gehen, aber nicht länger; vielleicht/ fügte sie nach kurzem Zögern hinzu, ,ist es sogar besser i das Fräulein, weun ich gehe!' Was sie mit die» Worten andeuten wollte, kann ich dir nicht sagen, " von jenem Moment an schiei, alles ungewisse Age von ihr genommen, und Robert theilte mir nu't, ? ^ sie während der ganzen Reise heiter uud guter D'W gewesen sei. Meinem Befehle Folge leistend, "c^^ sie erst, als er sie in einen Wagen gebracht hatte, sie nach dem Hause zu fahren beordert war, bos '1 Schwester imie hat. Sie hat deine Adresse und M'-dasz sie ihr? Schwester Annette bitten werde, dlr un zu schreiben; ich vermuthe also. es dürfe nicht miz lange währen, bis du mit Briefen von ihr "bcrl"° seil! wirst. Außer den Nachrichten über Nanuctte Y" ich dir nichts Neues zu sagen, nur eine Gunst mo^ ich von dir erbitten! Sende mir Nachricht von c>. Wie kurz deine Zeilen auch sein mögen, sie werden " die größte Freude bereiten, da sie von dir kommen- Eugene.» ^ 8. p. Ich lasse den Leichnam des armen Leoua^ nach Buen Retiro übertragen, wo er an der " ^ seines Vaters die ewige Ruhe fmdeu mag. ^s " ^ mich so traurig, dass derjenige, der uns "N "" nahe stand, im Tode in fremder Erde ruhen j" ^ste dies dachte ich, es würde dir l.eb sem, d.e U " ^ deines theuren Bruders an der Statte z" w ',„ch ihm zukommt. Vielleicht, gellebte Cousine, ^'^eden eiult eine Zeit. in welcher wir die Gräber unsere" gemeinsam besuchen werden!» .«..„men Worte ° Wie konnte sie, an welche wese M< ^^ gerichtet waren, errathen, dass sie fa U st '^ ^ „,,d mit Ausnahme eines einz.gen P""" ,s' "'^,s Post-unrichtig waren? Dieser eine Pu'M w« Mlilicher Zeitung Nr. 28<>._______________________________________2379_______________________________ 20. Dezember 1«U<. (H)as österreichisch-deutsche Bündnis.) ^ian hat schon einmal davon gehört, dass man stch in Berlin mit der Absicht trage, den Text des deutsch-österreichischen Allianzuertraa.es in irgend einer geeigneten autheutischen Form zur Kenntnis der Oeffent« Weit zu bringen. Nuu kommt aus Budapest die Mittheilung, dass man in dortigen einflussreichen po» lltischen Kreisen bestrebt ist. dahin zu wirken, dass ' bleses Vertragsinstrumeut ehethilnlichst bekannt werde. Weil man von der vollinhaltlichen Publication des Verlages eine günstige Einwirkung im Sinne des Fric» °ms auch auf die politischeu Kreise in Petersburg er» wartet. Der Vertrag soll nämlich in so unzweideutiger Und bestimmter Weise die Verbindlichkeiten des Zu-lammenwirkens der drei Fricdensmächte präcisieren, bass man von ihm eine erfolgreiche Propaganda im Sinne der Erhaltung des Friedens allenthalben erhofft. (Frankreich.) Nach einer Pariser Zuschrift der «Politischen Correspoudeuz» hat das neue frau» Msche Ministerium, in dessen Bildung der Präsident Earnot vielfach eingriff, im ganzen, wenn auch nur Mäßig, befriedigt. Die Rechte hält sich vorsichtig zurück und will es erst au der Arbeit seheu. Der Mangel einer festen Mehrheit in der Kammer wird peinlich empfunden, und die Kammerauflösung hängt andauerud ln der Luft. Der neue Mariuemiuister, be Mahy. und sein Veneralstabschef, Coutre-Admiral de Timbre. gel< ten filr entschiedene Anhänger einer unternehmenden Monialpolitik, insbesondere des weiteren Vorschreitcns auf Madagaskar. (Russland.) Mit großer Bestimmtheit tritt das Gerücht auf, dass mit Beginn des neuen Jahres durchgreifende Personalveränderungen in der Zusammenhang des russischen Cabinets bevorstehen. Sowohl kl Finanzminister als der Unterrichtsminister sollen ^us hem llabinete scheiden; dagegen verlantct nichts barilber, dass die Stellung der der vanslavistischeu Dichtung hnldigenden hohen Würdenträger irgendwie erschüttert sei. . (Für das schwedische Militär) ist durch klneu an den Kriegsminister gerichteten königliche» Erlass der Kriegseid abgeschafft, hauptsächlich deshalb, weil rs seitens Andersgläubiger wiederholt zur Weigerung der Ableistung gekommen. Künftig werden dem eingetretenen Re'krnten nur die Kriegsartikel voraele eu werden. " ' Tagesncmglciten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Kla-genfirter Zeitung» meldet, der Gemcindcvorstehung und dem Oltsschulrathc von Reichcnan zum Schulbaue eiue Unterstützung von 300 st. zu spenden geruht. — (Kronprinzessin Stefanie.) Die aus 3iume gemeldete und von uns übernommene Nachricht, die durchlauchtigste Frau Kronprinzessin Erzherzogin Stefanie sei entschlossen, auch heuer wieder einige Wochen in Abbazia zu verbringen, wird vom «Fremden-blatt» als unrichtig bezeichnet. In Wiener informierten Kreisen sei von einem solchen Entschlüsse der hohen Frau uichts bekannt. Dem genannten Blatte wird im Gegenteile versichert, dass die Kronprinzessin nach Beendigung ihres Scours in Laxenburg in Wien Aufenthalt nehmen und den Winter über dort verweilen wird. !criptnm, und der Graf besaß seine persönlichen Gründe dafür, dass der todte Jüngling nach Tirol gebracht Ward. Es erschien ihm gefährlich, an einem so bekäme len Orte, wie die Riviera es war. einen Grabstein zu bissen, der den Namen Leonard von Ilaine trug. denn kr hatte seine triftigen Motive, alles, was diesen Namen llug, vom Erdboden hinweggetilgt zu sehen. Dass ihr so geliebter Bruder unter Fremden beiden liege, war ein besonders tiefer Schmerz für sidonie gewesen; in ihren Augen standen Thränen der Dankbarkeit, während sie nun las. dass dem nicht so >ein würde, dass Ieaus Hände Blnmen der Erinnerung "uf beide Gräber werden pflanzen können. Und das ^r Eugene's Werk. des Mannes, welchen sie gehasst. °eni sie misstraut hatte! ..^ «Ich muss wahnsinnig gewesen sein,» sprach s,e vor ^H hin. «O, Eugene, ich bin einer so selbstlosen Llebe U jene, welche du mir entgegenbringst, gar nicht wert. U muss wahnsinnig gewesen sein. dass ich »hu fur '"l'ch halten konnte!» l il Sle schrieb, der momentanen Eingebung folge-^'lk"d. sofort einen dankerfüllten, herzlichen Ar,ef an . en Grafen, wie derselbe nie zuvor einen gleichen von " "halten hatte. s!. Nachdem Sidonie den Brief adressiert, begab ste !^ ."ach dem Speisezimmer, in welchem das Frühstück "lts ihrer harrte. H 'Der Brief des Grafen hat. wie ich sehe. alle dem n^°" Ihnen genommen.» rief Frau vou Verdicr lll,s Mädchen entgegen. «Sie lächeln, die Nosen smd Ä" Wangen zurückgekehrt!» ,. . Pamela, welche am Fenster stand, wendete slch — (Panik im Theater.) Im Theater an der Wien brach Samstag bei der ersten Ausführung der neuen Operette von Johann Strauß «Simplicius» Plötzlich infolge Brandgeruches eine Panik aus. Alles erhob sich von den Sitzen uud drängle den Ausgänacn zu. Die Besonnenen riefen, es sei nichts, von der Bühne herab wurde ebenfalls gerufen, man möge sich beruhigen, und das Erscheinen der Löschmänner sollte beweisen, dass nichts vorgefallen sei. Der Sänger Iosefy rief von der Bühne, der Scandal sei vorbereitet worden; trotzdem wollte sich die Verwirrung nicht legen. Der größte Theil der Anwesenden stürzte aus den, Theater. Die Vorstellung, welche ohnedies am Schlüsse war, wurde endlich fortgesetzt. — (Die S olda ten aus Neu - Oesterreich.) In der letzten Sitzung der anthropologischen Gesellschaft in Wien hielt Ober-Stabsarzt Dr. We iß bach einen Vortrag über das Soldatenmatcriale der Hercegovina. Die diesbezüglichen anthropologischen Messungen wurden vom Hauptmann Himmel vorgenommen. Himmel schil-» dert die Hercegoviner als religiös, misstrauisch und, ob» wohl als Soldaten genügsam und ausdauernd, hochgradig wehleidig. Nach den an den Rekruten vorgenommenen Messungen besitzen die Hercegoviner, durchschnittlich genommen, die größte Statur unter allen europäischen Völkern. Ihre durchschnittliche Körperlänge beträgt 175,2 Centim.; eine unter 160 cm reichende Körpergröße war gar nicht zu finden. Das Haupthaar der Hercegoviner ist dunkelbraun; blond sind nur sechs Procent der Bevölkerung, und rothe Haare kommen gar nicht vor. Schwarze Haare besitzen nur II! Proccnt. Die Farbe der Augen ist meistens hellbraun. Blaue und graue Augen lommen nur 22 Procent vor, schwarze fast nie. Die Schulterbreite der Herccgoviner beträgt im Durchschnitte 4I,li em, und damit im Einklänge steht die Größe des Brustkastens, welcher im Umfange 90 cm misst. Hienach besitzen wir bezüglich der körperlichen Vollkommenheit in den Hercegoviner,, ein prächtiges TruppenMatcriale. — (Iubiläums > Geschenle.) Im Vatican ist am 15. Dezember eine Kiste mit einem kostbaren Kunstwert angelangt. Es ist nichts weniger, als ein Gemälde Murillo's, des spanischen Raphael. Dasselbe wird von der Stadt Sevilla. der Vaterstadt des großen Malers, Papst Leo Xlli. aus Anlass seines Priester. Jubiläums geschickt. Man glaubt, dass Se. Heiligkeit das Bi.d dem vaticanischeu Museum einverleiben werde, das schon zwei Gemälde des berühmten Malers besitzt. — Der Papst erhielt bis jetzt aus Frankreich über 50 000 Flaschen Champagner als Iubilaums-Geschenl. — (Absch lacht ung von 150 Menschen.) Aus Cavstadt wird unterm 25. November gemeldet: Mr. Nr. Set on, der berühmte Jäger, begab sich jüngst mit el„la.cn englischen Freunden nach Mashonaland, ,,m dort der Loweniagd obzuliegen, begleitet von einer Leib-"^e von 150 Malabcle-Kricgern unter einem Induna. D,c Pfllcht der letzteren war, obwohl sie augenscheinlich als Führer fungierten, die weihen Nimrode zu überwachen und zu verhindern, dass sie die eigentlichen Jagd» gründe verlassen, und vor allem irgend' einen Versuch, nach Gel zu forschen, z„ vereiteln. Die letztere Anzugs. kraft bewog indes die ganze Jagdgesellschaft, von den Iagdgrimdcn einen Abstecher nach den nördlichen Goldfeldern zu machen, wobei unterwegs nach Gold geforscht wurde. Da der Induna es vernachlässigte, dies zu verhindern, trat einer seiner Leute, die Folgen fürchtend, den Rückweg an und unterrichtete Lo Benqulo, den Kö» nig von Matabeland, von dem Vorgefallenen, worauf mit verächtlichem Gcsichtsausdruck ganz von der Ein» tretenden ab und zuckte die Achseln. «Ja, ich bin wesentlich beruhigt,» erwiderte Si-dome. «Meine alte Dienerin Nannette hat meinem Rathe Folge geleistet, in Paris ihre Schwester zu be. suchen. Meines Vetters Brief war so freundlich, dass ich nicht umhiu konnte, denselben sofort zu beant« worten; nach dem Frühstück muss ich mein Schreiben in unseren primitiven Brieflasten tragen.» «Ah, der Graf wird sich freuen, und Sie sind großmüthig, dass Sie mit der Antwort nicht zögerten. Pamela, klingle um die Chocolade!» Schweigend gehorchte das Mädchen, schweigend nahm sie dann an gewohnter Stelle ihren Platz ein. In Gegenwart der Mutter bekümmerte sich Pamela gewöhnlich nur sehr wenig um Sidonie uud blickte kaum zu derselben hin. Nachdem Sidonie nach dem Frühstück ihren Brief in den ehemaligen Opferstock am Strande gethan, wendete sie ihre Schritte dem Meere zu. ahnungslos, dass Frau von Verdier von einem obere» Fenster aus sie beobachtete uud nicht aus dem Gesichte verlor. Kaum war sie deu Blicken Madames entschwunden, als diese hastig ihre Dienerin zu sich bclchied. «Juliette.» sprach sie, «Sie möqen jetzt gehen, der Brief darf nicht verzögert werden!» Nach Ablauf von nur wenigen Minuten hatte Juliette den Opferstock erreicht, öffnete ihn und snchte nach dem Briefe; nachdem sie ihn gefunden, versteckte sie ihn in die Tasche ihres Kleides und eilte dann hastig weiter. (Fortsetzung folgt.) letzterer ein Regiment absendete, um an den ungehorsamen Mannschaften die unvermeidliche Strafe zu vollstrecken. Ein Abgesandter des Königs holte die Jagdgesellschaft und deren Führer ein und verkündete letzteren, dafs sie ^alle zum Tode verurtheilt seien. Das Urtheil wurde sofort vollstreckt. Sämmtliche 150 Eingeborne starben ohne Murren. Die Hinrichtungs'Methode war die, dass jeder Delinquent gleichzeitig zwei Speerstiche und einen Keulenschlag erhielt. Die Engländer ließ man mit einer Warnung ihres Weges ziehen.» — (Eine Hosenrolle.) Ein zeitweiliger Cavalier sieht in der Auslage des sogenannten ersten Schneiders einen Hosenstoff, der ihm ausnehmend gefällt. Der Enthusiast tritt in den Laden und fragt, was ein Beinkleid aus diesem Stoff loste? — «Fünfundzwanzig Gulden» — ist die Auskunft, die der maNi-o tHillous ihm gibt. und er setzt hinzu: «Wie wünschen Sie denn die Taschen angebracht, senkrecht oder horizontal?» — «Wenn ich die Hose bei Ihnen bestelle, brauche ich überhaupt leine Taschen mehr,» äußerte sich der einsichtsvolle Käuser und verschwand. — (Zwei Menschen von einer Lawine verschüttet.) Au« Kappl in Tirol wird berichte», dass die Brüder Franz und Ferdinand Kleinheinz auf der Fiitlaabergwiefe, woselbst sie Heu transportieren wollten, von einer Lawine verschüttet und getödtet wurden. — (Stellenlose in London.) Nach neuester Zählung oesinden sich in London 9437 stellenlose Männer, welche mit ihren Familien zusammen 29 493 brotlose Menschen darstellen. — (Der beste Platz.) Fritzchen kommt mit seinem Weihnachlszeugnis nach Hause: «Papa, ich habe den besten Platz bekommen!» — «Nun?» — «Ich sitze ganz dicht am Ofen!» Local- und Provinzial-Nachlichten. — (Minister-Conferenzen.) Vorgestern um 2 Uhr fand im Palais des Ministeriums des Aeußeru unter dem Präsidium des Ministers des Aeußern, Grafen Kälnoky, eine Minister-Conferenz statt. An derselben nahmen außer dem Vorsitzenden theil: Ministerpräsident Graf Taaffe, der ungarische Ministerpräsident von Tisza, Reichs.Kriegsminister FZM. Graf Bylandt -Rheidt. Rcichs-Finanzminisler v. Kallay, Finanz minister Dr. Ritter v. Dun aje wsli, Landesvertheidi-gungs-Minisler FML. Graf Welsersheimb, der ungarische Landesvcrtheidlgmlgs-Mimster FML. Freiherr von Fejervary und Minister Freiherr v. Orczy. Die Confcrenz dauerte bis 6 Uhr. Wie die «Budapester Corresp.» meldet, hat sich bisher angesichts der äußern Lage weder die Nothwendigleit einer größeren Action, noch die der Einberufung einer außerordentlichen Delega-lions'Session ergeben. — Unterm Gestrigen meldet man uns telegraphisch aus Wien: Im Laufe des Vormit« tags conferierte Minister Tisza mit dem Grafen Käl-noly im Aeußernamte, woselbst um 10 Uhr auch der Kronprinz erschien. Der für heute in Aussicht genommene Kronrath dürfte nachmittags stattfinden, da Se. Majestät der Kaiser vormittags allgemeine Audienzen ertheilt. Ein Communique' des «Fremdenblatt» besagt: Die gestrigen Minister-Conferenzen, welche in dem heute unter Vorsitz Sr. Majestät abgehaltenen Ministerrathe ihren Abschluss gefunden haben, ergaben das Resultat, dass leine Maßregeln zu treffen sind, welche die Einberufung der Delegationen in der nächsten Zeit nothwendig erscheinen lassen würden. — (Krainischer Landtag.) sSchluss.) Abg. Dr. Pollular referierte über den Anlauf eines Wald-complexes für die Landes-Wein«, Obst- und Ackerbau schule in Stauden und stellte folgende Anträge, die auch ohne Widerspruch angenommen wurden: «I.) Der Landes-ausschuss wird beauftragt, für die Schule in Stauden einen entsprechenden Waldcomplex anzulaufen. 2.) Zu diesem Zwecke wird dem Landesausschusse ein Credit von 3000 fl. aus dem Landesfonds bewilligt.» Beim Voranschlage dieser Schule für daS Jahr 1888 stellt der Abg. Pfeifer einen Resolutionsantrag, welcher dem Landesausschusse aufträgt, für die Errichtung einer amerikanischen Rebschule in Stauden zu sorgen, aus welcher die heimischen Weinbauer veredelte amerilanifche Reben entweder ganz unentgeltlich oder gegen eine möglichst geringe Entschädigung beziehen könnten. Der Abg. Desch « mann sprach gegen die Bewilligung eines dritten Leh« rers für Stauden und tadelte die Schule und ihre Leitung in sehr herber Weise. Der Director habe sich selbst missfällig über die Schüler geäußert und berichtet, welche Schwierigkeiten es gegeben habe, die Schüler zusammenzubringen. Der Abg. Dr. Vosnjal, welcher Referent im Landesausschusfe über die Schule ist, trat ihm lräftig entgegen und replicierte, dass die Ausführungen Desch-manns lediglich persönlichen Antipathien gegen den Director entspringen, dass die Schule sehr gut ist und auch zute Erfolge erzielt, dass die Schüler an ihren Lehrern ,nit inniger Liebe und Treue hängen u. s. w. Ebenso vies der Abg. «Zullje die Ausfälle des Abg. Desch-inann entschieden zurück und bedauerte zumeist, dass derselbe einen öffentlichen Lanbesbeamten im Landtage an« zegriffen habe, ohne dass demselben Gelegenheit geboten Laioachcr Feituug Nr. 289. 2380 20. D«cnll>cr 16^7. wäre, die Angriffe zurückzuweisen. Wenn Abg. Deschmann den Vorgang des Directors als unpädagogisch bezeichnet habe, so sei es im höchsten Grade unftädagogisch, einen Lehrer öffentlich anzugreifen und seine Autorität bei den Schülern zu schädigen. Nach dem Schlussworte des Referenten Dr. Pollutar wurde der Voranschlag mit einem Erfordernisse von 10 918 fl., einer Bedeckung von 7500 fl. und einem aus dem Landesfonds zu deckenden Abgänge von 3418 fl. genehmigt. — Bei der vom Abg. Pfeifer beantragten Resolution bemerkte der Abg. Deschmann, dass sie den in der letzten Sitzung inbctreff der Maßregeln gegen die Reblaus gefassten Beschluss ab-schwächen würde, weshalb er gegen dieselbe stimmen müsse. Abg. Dr. Voinjal wieder äußerte das Bedenken, dass in diesem Falle der dem Landesausschusse hiefür bewilligte Credit nicht ausreichen würde, wogegen Abg. Pfeifer darauf hinwies, dass man zu dem Ve-hufe auch einen Theil des letzthin bewilligten Credites von 500 fl. in Anspruch nehmen könnte. Nach dem Schlussworte des Berichterstatters wurde die Resolution mit großer Majorität angenommen und hierauf um 2 Uhr nachmittags die Sitzung geschlossen. — (Generalversammlung der«Narodna Tiskarna».) Wie bereits gemeldet, fand vorgestern eine außerordentliche, zahlreich besuchte Generalversammlung der «Narodna Tislarna» in Laibach statt, auf deren Tagesordnung ein einziger Berathung? qegenstand, «Redactionelle Angelegenheiten des ,Slovenski Narod'», stand. Die Versammlung eröffnete in Abwesenheit des Präsidenten des Verwaltungsrathes, Herrn Dr. Zarnik, der Vicepräsident Dr. Tavcar und constatierte vor allem, dass die Redactionskräfte des «Slovensli Narod» unzureichend seien, weshalb er namens des Verwaltungsausschusses beantrage, der gegenwärtigen Redaction eine neue Kraft beizugeben. Dr. Vosnjal warf einen Rückblick auf die unliebsamen Vorkommnisse der letzten Zeit und stellte schließlich den Antrag, es sei ein Aufsichtscomite, bestehend aus acht Mitgliedern (vier hiesigen und vier auswärtigen), einzusehen, welches strenge Controle in Bezug auf die Einhaltung des aufgestellten Programmes seitens der Redaction zu üben hätte. Dieser Antrag fand allseitige Unterstützung, und es wurden in da« Aussichtscomite poi acelamHtionsin gewählt die Herren: Landes-ausschussbeisitzer Dr. Josef Vosnjak (Obmann), Advocat Dr. Tavcar, Advocat Dr. Mosche, Advocaturs« Candidat Drd. Daniel Majar on, Notar Lucas Svetec in Littai, Notar I. Kersnik in Egg, Advocat Dr. Josef Sernec in Eilli und Reichsraths' und Landtagsabgeordneter Prof. Au kl je in Wien. Eine lebhaste Controverse entspann sich sodann wegen der bekannten Aeußerung des «Slovenski Narod» über Papst Leo XIII. Alle Redner gaben ihrem Bedauern darüber Ausdruck. Ueber Antrag der Herren Dr. Sernec und Prof. Levec beschloss die Versammlung folgende Erklärung: «Die Verfammlung der Actionäre der ,Narodna Tislarna/ gibt ihrem Bedauern darüber Ausdruck, dass im ,Slovensli Narod^ durch Unachtsamkeit ein Ausdruck sich eingeschlichen, welcher die Person Seiner Heiligkeit des Papstes tief verletzen muss, und erklärt, dass diese Beleidigung in vollständigem Gegensah mit dem Programme unseres Blattes sich befindet.» Weiters wurde beschlossen, dass das Journal «Slovenski Narod» in Hinkunft wieder auf der Basis des alten Programmes redigiert und von nun an eine slavisch- patriotische Richtung verfolgen soll. Als Chefredacteur de« «Slovensli Narod» wird laut Be» schluss der Versammlung Herr Dr. Vosnjak fungieren-der bisherige Chefredacteur Herr Heleznikar verbleibt im Verbände der Redaction. — (Das Jahr 1888.) Das kommende Jahr ist ein Schaltjahr von 366 Tagen; es beginnt mit einem Sonntage, zwei Tage nach dem Vollmonde; der Carneval dauert bis 14. Februar, sohin fünf Wochen und vier Tage. Der Ostersonntag fällt auf den 1. April, der Pftngstsonntag auf den 20. Mai, Frohnleichnam auf den 30. Mai; es hat zwei totale Mondesfinsternisse (28. bis 29. Jänner und 23. Juli), bann drei partielle Sonnen» finsternisse, von denen nur die am 7. August zum Theile gesehen werden kann. Die Wetterpropheten sagen ein im allgemeinen kaltes und feuchtes I«hr voraus, und schon Mitte Oktober soll der Winter seinen Einzug halten. — (Alpen verein.) Die 'gestern abgehaltene Generalversammlung der Section «Krain» des Alpen» vereines erwählte folgende Herren in den Nusschuss: Carl Deschmann, Heinrich Galli, Albert Ritter von Luschan, Marquart Baron Schönb erger und Ernst Stöckl. — (Der Trie st er Landtag) wird eine Protestkundgebung gegen den Erlass des Justizministeriums an das küstenländische Oberlandesgericht, betreffend die Grundbuchseintragungen, beschließen. Außerdem gelangen zur Verhandlung: Bericht des Landesausschusses, betreffend das Ansuchen um Errichtung einer italienischen Universität in Trieft, Bericht über den Antrag des Abg. Burg st aller bezüglich der Abänderung des Wahlrechtes. Verichte über die Abänderung des Iagdgesetzes und über die Einführung der Leichenverbrennung, Gesetzentwurf über die Anlage eines neuen Grundbuches. — (Münzverfälscher.) Vor dem Laibacher Schwurgerichte waren am vergangenen Samstag sechs Landbewohner des Verbrechens der Münzverfälschung an-getlagt. Der Grundbesitzer Johann Vchovnik war während der Untersuchung gestorben, ein zweiter Mitangeklagter, der Schneider Johann Kmetic, derzeit wegen Verbrechens des Diebstahls in der Strafanstalt in Capo-distria interniert, ist erkrankt und konnte zur Verhandlung nicht erscheinen. Den erschienenen vier Angeklagten wird zur Last gelegt, dass sie in den Gerichtsbezirken Stein und Krainburg im Laufe des heurigen Jahres mehrere Münzenfalsificate österreichisch-ungarischer Silbergulden mit der Jahreszahl 1886 erzeugt und verausgabt haben. Der Wachsamkeit der Gendarmerie ist es zu danken, dass die Münzverfälscher und die Verbreiter der Falsificate bald eruiert wurden, und zwar der Falsificator in der Person des Knechtes Franz Stefe in Visoko. Derfelbe hatte nämlich im Gasthause des Bürgermeisters in Visoko ein Iwanzigkreuzer-Falsificat verausgabt; die gerichtliche Untersuchung constatierte, dass der Angeklagte zwei Kupferzangen besaß, welche Abdrücke echter Silbcrguldenstücke mit den Jahreszahlen 1874 und 1880 enthielten, und ein Modell nach einem echten Zwanzigkreuzerstücke mit der Jahreszahl 1870. Die Gerichtscummission fand bei lZtefe außer anderen Werkzeugen für das Beschneiden und Feilen der Guldenstücke auch einige Stücke Zinn und 116 Stück falsifizierte Silbergulden mit der Jahreszahl 1886. Alle diese Gegenstände hatte der Angeklagte Stefe bei der Schupfe des Johann Äurgar in Vifoko vergraben. Htefe gesteht die That und erklärt, er sei zur Falschmünzerei durch Johann Kmetic verleitet worden, als er im Jahre 1885 aus Kroatien rückkehrte und mit Kmetic seine nicht unbedeutenden Ersparnisse verprasste. Kmetic legte dem Angeklagten nahe, falsche Silbergulden zu erzeugen, belehrte ihn, welche Form oder gange er sich hiefür bei einem Schmiede machen lassen und wie er aus Zinn und Glas die Masse zum Gießen bereiten müsse, weiters, wie es nothwendig sei, die Guldenfalsificate am Rande zu feilen und die Buchstaben und Sterne einzupressen, um den Falsificaten die Form echter Silbcr-gulden zu geben. Der Schmied Franz Ster in Hrase verfertigte das nöthige Werkzeug, und dann gieng die Fabrication in einem Walde nächst Visoko vor sich. Bei der Verbreitung der Falsificate waren die Angeklagten Kosirnil und Richter mitthätig. Der Gerichtshof ver-urtheilte, nachdem die Geschwornen die Schuldfrage bejaht hatten, Franz Otefe zu einem Jahre, Franz Ster zu acht Monaten, Franz Kosirnik zu achtzehn Mona-teu und Martin Richter zu sechs Monaten schweren Kerkers, verschärft mit einer Faste in jedem Monate. — (Vauernball.) Die Generalversammlung der Section «Krain» des deutschen und österreichischen Alpenvereins hat gestern beschlossen, dass auch heuer wieder ein Vauernhall abgehalten werden solle. Als Tag hiefür ist der 1. Februar festgesetzt worden. Das außergewöhnliche Gelingen des letzten Nauernballes lässt auch für die Wiederholung diefes so rasch die Guust des Pu-blicums erobernden Unternehmens den besten Erfolg erwarten. Näheres werden wir nach der Constituicrung des Comite's mittheilen. — (Sloven isches Theater.) Wie unseren Lesern bekannt, gelangte im Saale der Laibacher Citalnica vorgestern Schillers bürgerliches Trauerspiel «Kabale und Liebe» zur Aufführung. Einzelne Rollen dieses Stückes stellen bekanntlich große Anforderungen an die Darsteller, und es konnte daher — bei aller Anerkennung der Leistungen der Dilettanten des dramatischen Vereines — die getroffene Wahl fast als ein Wagnis bezeichnet werden. Umso freudiger überraschte uns daher die im großen und ganzen gelungene Vorstellung, um dic sich namentlich die Träger der Hauptrollen, Herr Vorstnikund Frl Zvunar, verdient gemacht haben. Richtige Auffassung, entsprechende Stimmötonomie und fleißiges Studium der Rolle sind vor allem die Vorzüge, die bei den genannten Darstellungen auch seitrns des zahlreich anwesenden Pu-blicums mit lebhaftem Applaus anerkannt wurden. Leider lässt sich das Gleiche nicht auch vom Darsteller des Musicus Miller sagen. Es liegt uns ferne, Herrn Kajzel schauspielerische Routine abzusprechen, allein ein besseres Studium der Rolle wäre bei einer eventuellen Reprise jedenfalls geboten. Herr Kocelj spielte die Rolle des Präsidenten Walter zur vollen Zufriedenheit, sowie auch die Herren Danilo undSrsen zum Erfolge wesentlich beitrugen. Die Darstellung der Lady Milfort seitens des Fräuleins Gostic lässt zwar noch manches zu wünschen übrig, doch hat auch diese Leistung Beifall gefunden. — (GeographischesPanorama.)Die Glas-Photographien-Ausstellung in der Schellenburggasse erfreut sich eines lebhaften Zuspruches, den sie auch vollauf ver-dient. Die in der ersten Serie zur Ausstellung gelangten Bilder, prächtige Ansichten aus der Schweiz, zeichnen sich durch vorzügliche Plastik aus, und kann der Besuch des Panorama jedermann bestens empfohlen werden. Die Bilder sind keine Malerei, fondern an Ort und Stelle nach der Natur aufgenommene Photographien. — (Christbäumchen.) Laut Kundmachung des Stadtmagistrates hat derselbe behufs Hintanhaltuug von Diebstählen und der Schädigung von Tannen-, Fichten. und Kiefernstämmchen zur Weihnachtszeit angeordnet, dass derlei Stämmchen in den städtischen Rayon nur gegen Beseitigung ihrer rechtmäßigen Erwerbung eingeführt und am hiesigen Markte verkauft werden dürfen. — (Fischerei-Verein.) Die Generalversammlung des kraiuischen Fischerei-Vereins wirb mmgeli Mittwoch am 21. d. M. um 8 Uhr abends im Clubzimmer des Hotels «zur Stadt Wien» stattfinden, und sind die Herren Vereinsmitglieder sowie alle jene, die ein Interesse für die Zwecke dieses Vereines haben, zu dieser Versammlung eingeladen. — (Steirische N ati on al-Sän gergesell-schaft.) Den Freunde» von Steirer- und Kärntnerliedern ist Gelegenheit geboten, die steirische Sännergesellschaft Brodt und Neiner zu hören, die gegen-wärtig in Laibach conccrtiert. Die Leistungen der Gesellschaft fanden gestern in der Casino-Restauration reich' lichen Beifall. Neueste Post. Original-Telegramme o r r < Laibachcr Zta..' Wicn, 19. Dezember. Die Landtage von A" und Parenzo wurden heute unter Hochrufen a„f Seine Majestät geschlossen. Der galizische Landtag genehmigte einstimmig den Antrag betreffs Veglückwünschung des Papstes zn seinem Jubiläum. Wien, 19. Dezember. Nach einer Meldnng der «Corr. de l'Est» sollen Unruhen in Petersburg ausgebrochen und sogar der Zar verwundet worden sein- Klagcnfllrt, 19. Dezember. Der volkswirtschaftliche Allsschllss des kärntischen Landtages hat beschlösse», z" beantragen, dass in die Berathung des Fischereigeseh^ entwnrfcs (Regierungsvorlage aus der letzten Session) dermalen nicht eingegangen werde. Zar», 19. Dezember. In der gestrigen Landtags-sitznng brachte Bajamonti namens der italienischen slb" geordneten eine sehr scharfe Interpellation wegen uü-gebürlicher Ingerenznahme der Reichsrathsabgeordneten bei Ernenmmgen sowie auf Vcrwaltnngs' nnd I»lst>^ angrlcgenheiten ein. Die Majorität verlangte in stü^ mischer Weise die Entziehung des Wortes, welche»" Verlangen der Präsident entsprach. Der Regierm'!^ Vertreter Hofrath Pavill erklärte, er hätte eine derartig Interpellation nicht beantwortet. Budapest, 19. Dezember. Nach dem «Pester LlM' deuten die Truppenmassiernngen Russlands daraus h'^ Russland suche eine Auseinandersetzung nicht ans freil^ schaftlichem Wege. Russland habe den wesentliche'' Theil seiner Armee, ja den größeren Theil derselb^ schon jetzt in den Grenzdistricten gegen Oesterreich »" Deutschland massiert. Brrli», 19. Dezember. Wie es heißt, hätte Ob"-hofmarschall Graf Perponcher seine Entlassung gegeb"'' Graf Stollberg snche ein Arrangement zn bewir'l^ wornach Perponcher bleiben könnte. Betreffs der sa^ tägigen Militärvorträge beim Kaiser verlautet, da! eine Widerlegung der im «Rnssischen Invaliden» "^, gekommenen Angaben betreffs der deutscherseits genial ten militärischen Vorbereitnngen bevorstehe. Rom, 19. Dezember. Ein königliches Decret e^ nennt Marochetti znm Botschafter in Petersburg. , Nom, 19. Dezember. Die «Tribnna» schabt. " Alisbriich des Krieges würde die italienische M'^ sich in eine feste Waffenbrüderschaft verwandeln. " Vlätter beurtheilen die Lage pessimistisch. ^ Coustalltinopcl, 19. Dezember. Der Snlta" ^ mächtigtr den Ex-Khedive Ismail Pascha, mit Fa'N" seinen Wohnsitz in Constantinopel zu Ailgcloillmcllc Frcmde. «lm 18. Dezember. ,. Hotel Stadt WitN. Miicl. Spitz, Kaufleute. Nie". ^Z g,sl, Besitzer, Marlovcc. — Pogacar, Beamter, lMrz. — "" Bczirlsadjimtt, Ea.a.. <,»eclck'ld, Hotel (5lcflli,t. Brück, Henkel, Vedroncl, Manhau, ""«,' Kaufleute, Wien. — Goldstein, Kaufman«. K'an'z". ^ ^„,'l. jancii!. Pfarrer. Zcmratec. — Steinbera.er, Kanfmanu, "^ <,cl,. - Koschat, Besitzer, Großlupp. — Lomarir. Bescher, ^^. Meteorologische Beobachtungen iu ^aiba^ 7U.Mss. 731.04 Neg", 1i), 2 . N. 724.W 1.6 NO. schwach Gewollt ^ ^ 9 . Al>. 719F3 0.4 windstill ! Schneefall M TaMber trübe, Äeaen. «bends seit 6 M)r Schn^^. Das Tagesmittel der Wärme 0.7°. um 2.l^ über dem ^ . Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic.____^, Maßstab 1:75000. Preis per Blatt 50 kr. '« T«sch<" cms Leinwand gespannt «0 ". ...s,,,^ in 0a<«. ^ibachcr'Zeitung Nr. 28!)________________________________________2381_____________________________________________20. Dezember 1887. Course an der Wiener Börse vom 19. Dezember 1887. «° 7«'s.! ?«'35 «ilberrente......- 7» 40 ?l«'854cr 4°/, Staatslose 250 fi. ,59 50,1 z<. s>c> «ener «»/, ganz« K00 , 12»->,2!' 50 »«0« 5°/, Fllnstel 100« l«s,-,»««4« , . . üo ^ ,«c»-,ei- ^°mo.Mcntenscheine . . per Vt.------^ »°/o Oefi. Voibrente. steuerfrei . 107 4,»ic>? l>c< 0tss«r. »lo «9 ?0 «» «olbrenle 4»/„ .... l»5«o «e- » Papicrrcnle l>°/» . . . . 7!» NO '" ^ - c-kl> 9, - . Staa»»Obl.sUna. Ostbahn) -»------- - , . vom 2.1«?S .------llO'^ ,- ^ PrämicN'llnl. i^ioosl. «. w. l,«'50,l',«.'<, ^:li!z- ^rundentl.. Obligationen (sllr WU ft, /, '/« »00 - i«o »5 dlo. in «» , « 4°/» . »? - »7 c.l, dlo. Pliim/,°/° 'l><< - "^ ^" O. ,,»una, »anl vrrl, 4'/,°/,. - l"0 70101 20 bto. . <«/» . «»" »».?l. bto. , 4°/° . . »»« vu?l> Un«. alla, Uodencreblt-llctlenges. !!, P in I, 1833 verl, 5>/,°/, —'-------'^ Pllorltiitß.Oliligationen Ual)n.....—--------— «ftalizische ölatl» Ludwig »Nahn Vm.l«81 »00 st. S. 4'/,°/» - 97 20 9«'— Qefterr. Nordwcftbahn . . .104 — 105 — ^ielicnbiirger....... — — — — ««lb^W.,« Staat«b»hn 1. «mission . . 19»752»1-— Südbahn i» » »/«.....143 2b 144.— b !>°/„.....izl,c»0I2bs'0 N,!N'(>ii?5n Lail'achcr Prcimicn.Nnl«h.«o st. «« 00 23 25 Osener lose 4« sl..... 50'— t>1 — Palfiy.^ole 40 N..... <8 2L 4» ?b Nolhcn »reu,, dst.c/es.v. «>ft, 1«- l«4l< Nllt>oll.^'osc U, f! ... 19 »0 ««-.. KalM'^osc 40 fl..... 60'— «l — St.'Gcu°!«.Vose 4« fl. . . , f.» — »»'- Walbsicin»^°se l!0 fl. . . 40 »5 41 - winb,Lose ,o fl. , 45 50 45 — Vanl.Nctlcn (ver Ktü sl. . Lü — »5 l>0 Bbi!cr,.Nnst,,O«st,zo«ll.S.40°/,«2l 2^22! 5b Lidl.oUnfl.f.Hanb.n.V. I6«fl. z»? 20«»? e» «lrcbitbanl. «llg, Ung, liOOfl. .2c9 7»2?l>25 T,cprfile»dan!. Nll«. 2W fl. . I««'— IS« — !i..«u>Nc.Oes.,»iicberi>ft.b0«fl.Lp«l!>elenb., öft.^oofl.«''/»«. —'— —'— Landerb., öfi., !i00sl. O.50°/, 2. »oe-?b2l>7-50 Ocften..Ung. Banl . . . . «»» - 8«! - Umondanl 200 :«banl, «llss. 140 fl. . »4«'- 144- «eld «v«. Netten von Transport. N»t"rneh«nnge». sp» Glü!l>. lllbtccht»Vahu »oo sl. Vilbn — —I — -Nlfölb.ssium.Vahn ,oo sl. Sllb 170 5^171 b0 «lusftg'TepI. «ifenb. «,«fl «M —.----------- Vöhm, Noldbay» i50 fl. . >bü—166 — . Weftbahn «00 sl. . , «?« — »22 — Vuschtiehtab« 0N.V. ^--— — - Dul-Vobcndach« 2.«V. «« fi G, —>-.____ Elisabetb.Vahn »oc, fl. «Vt. . —'-------— . Linz.Uudwei« «00 sl. . —---------— , GI)b..I,r,III, «.i«?«,«ofl,S. — - —-— sserdlNllnbe.Vtorbi!. looo fl. o fl. Silber —.— —'— ssl!uft!rchen.^arcfer»Isb.20!,st.G —.— —-— »aliz.«arl.Lllbwig.O,«»«. «M 1»2'— 19«— Vra».5esla«er«,.«,«»«fl.« V, —.------->- »ablenlictg.Eisenbahn 100 sl. . —.-------— »aschou.0derd.«i»,IaNy «isen» bahn.Veselllchllsl ^«u fl. o, w. 201 7b»o3 — Lloyd. oft.°ung., Illcst5l>0fl.LVt ««?'—4»z-— Ocfterr, »iorbweftb. ^uo fl. Vllb iz» — lb» — dlo. (ltt.U) ,uo ,i. Silber .15.5 5015«^» Prag.Dus«» «isenb. 150 sl. «ilb.^ ,5.— ,7,— Vtnbols.^cihn »00 sl, Silber . 174 7» i?z 25 Siebenbürgci «tisenb. »00 fl. . — — — — Slaal«e>se!>!>>,l,!> 2U0 ll. ö. W. .«l»»0»0 — Vilbbahn »00 sl. Silber . . . f<» t>0 «»75 Süb»«0ld^..Verb..B.2()0fl.ÄVl.,l« -,:«>-. Tram»ah.»el,, wi, l?«fl. ö. W,!2!i'^ 50 li!i« l.y » Wr,, ncu ^<>o ft ^ —>— -' — Tl»n«horl»Ve<«llsch»fl 100 sl. . — — — — Ung..nalij. Lisenb. «00 sl. Silber i:i3 — 15k — llng. »tortostbahn l«00 sl. Silbe» ,4» — 14!» — Un«.Weftl,/Na»b.Vlaz),!»l)fl,S, 14».—14!» .',0 I»>nstrie-«ctlc» Slahl.Inb, in Men 100 !l, , — — — — «iseubahnw^'rih«, I. »0 f! 40-" , —— - — .«iklbemilhl", Papiers, u, B»H. 5? 50 55-50 »iontan.Etjclliq,., öfl^i..^ilp!N« >» — ll» — Präger Viscn»Ino »Ges, 20« fl. , 20t- >o« — Salao»T»ri. «tilcnraN. luu sl , — — — — Irisaile» «ihlenN:,»Gel, 70 fl. — » -'— waffenf,.«.. Oeft, in W ll» fl. »zu — »5» — Deoile» Deutsch« P»ri» .........50.05^" 1», Valuten. Ducalen........,.<,, ^,^ ^r»ne«.St«ae.....„Z ,^« Deuüid, !ttt!ch^ba!!l!!»!,!> , «z z? «»45 Ilalienilchc Vanlnoten (100 Lire) 4« e>, 4v 4!> Vapier.Nubel per Stiis ... 10z, , ^„ Hum.......M> 1 > Theodor Gunkel, Eigenthümer. , > »M»««......IMIII und CHOCOLADE Victor ES123 Schmidt & Söhne Welche auf der ersten Wiener Koc.likunst-Ausftellung mit dem höchsten Preise, dem Ehrendiplom, ausgezeichnet, wurden, sind n'ir edit mit unserer behördlich registrierten Schutzmarke und Firma. Zu haben bei allen renommierten |lfi»Tßn Kaufleuten und Dfiliratessenhandlcrn, J* Laibach bei Herrn Peter **8,8BHik. — Versendung in die Provinz l>er Postnachnahme. Victor schmiot & söhne p1 k. landeshes. Fabrikanlen. Fabrik und Ventral-Versandt Wien, IV.. Alleegasse Nr. 48 (nUchst dem SUdhahtihofe). Im Verlage von % v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach ist kürzlich erschienen: ^ Slovenska ^ratika K^ Prestopno leto 1888. " per Stück 13 kr. — Wiederverkftufer erhalten Rabatt. (4737) 11 (5082—2) Nr. 6562. ! Belanutmachung. Vom k. k. Vl'zirlsgctichtc Tscherncinbl wird für die mlbrtcmut wo bcsindliche A. M. N«ll. Wien, Herr Peter Pasche uoll Tjcherncmbl zilm Curator bestellt und dccretiert und demselben der Grnndbnchs-bescheid vom 21. Juli 1887, Z. 3810. behändigt. K. k. Bezirksgericht Tschcrnembl anl 8. November 1887. (5080—2) Nrl^951? Bekanntmachung. Vom k. k. Bezirksgerichte Tjchcrnembl wird sin- den verstorbenen Tabularqläu-biger Josef Stare in Laibach, rücksichtlich dessen unbekannte Rechtsnachfolgern, Herr Antun Küftljen, l. k. Notar in Tscher^ nenibl, zum Eumtor bestellt und ^ecretiert. K. l. Bezirksgericht Tschrrncmbl am 18. November 1887. (5084—2) Nr. 6389. Velalliltmachllng. Voni k. k. Bezirksgerichte Tscheriiembl wird dem nnbelannt wo abwesenden Georg Gasplne von Sela bei Thurnau Herr Peter Perschc von Tschernembl znm Clirator bestellt. K. k. Bezirksgericht Tschernembl am 25. Oktober 1887. (5085—2) Nr.^024.' BelalNltmachliug. Vom k. k. Bezirksgerichte Tschernembl wird dem nnbekannt wo bcsindlichcn Mi» chael Madronie von Sabctich Herr Peter Kobe von» Schwcinberg znm Curator act aelum bestellt nnd decretiert. K. l. Bezirksgericht Tscherncinbl am 20. November 1887. (4787—2) Öt. 4420. Oklic izvršilne zem-ljišèine dražbe. C. kr. okrajno sodiSßc v Sflnožeèah naznanja: Na prosnjo Jarneja Mrgona in Johane dovoljuji; so izvršilna dražha Fran Žetkovega, sodno na 618 gold, cenjenega zemljiSfa vložni št. 176 in 177 davèue obèine Senožeè«?. Za to se dolofcujeta dva dražbena dneva: prvi na 1 1. j a nuv ari j a in drugi na 11. februvjirija 1888, vsakikrat ob 11. uri dopoludne pri tem aodišèi s pristavkom, da se bode to zemljišèe pri prvem röku le za ali Èez cenitveno vrednost, pri drugem röku pa tudi pod to vrednostjo oddalo. Dražbeni pogoji, vsled katerih je posebno vsak ponudnik dolžan, pred ponudbo lOproc. varSCine y rokcdraž-benega komisarja položiti, ccnitveni zapisnik in zemljeknjižni izpisek leže v registraturi "a vpogled. C kr. okr.'ijno sodišèe v Senožeèali ' dne 31 oktobra 1887. (5435—1 St. 8323. | Naznanilo. V dan 2 3. decembra 1887 ob 10. uri dopoludne se bode pri pod-pi.sanej sodniji Iretja izvršilna dražba zemljišèa Jožeta Želkota iz Narina pod vložno št. 9 katastralne obèine Narin vršila. C. kr. okrajno sodišèe v Postojini dne 19. oktobra 1887.______________ (5436—1) St. 8032. Naznanilo. V dan 23. decembra 1887 ob 10. uri dopoludne se bo pri pod-pisanej sodniji tretja izvršilna dražba zernljišèa Ivana Ostanka iz Strmca pod vložno St. 36 katastralne obèine Strmca vrsila. C. kr. okrajno sodišèe v Postojini dne 8. oktobra 1887. (5191^2) St. 5295. Oklic. C. kr. okrajno sodiSèe v Ilirski Bistrir.i naznanja: Na proSnjo Marjete Prime iz Za-gorja (proti Antonu Knafelcu iz Za-gorja St. 82) Be je dovoliJo pouovljenje z odlokoin dne 23. oktubra 1878, št. 9794, na 31. januvarija 1879 od-redjene, potem uatavljeiie tretje iz višilne dražbe nasprotnikovega zem-ijišCa vložna št. 99 katastralne obèine Zagorje vnoviè na 13. januvarija 18 88 dopoludne od 9. do 12. ure s poprej-finjim dostavkom, da «e bode to zem-Ijišèo pri tej dražbi tudi oddalo pod cenilom. C. kr. okrajno sodišèe v Ilirski Bistrici dne 10. septembra 1887. ~(4869^3) St. 5587. Oklic izvršilne zemljiscine dražbe. C. kr. okrajno sodišèe v Vipavi naznanja: Na prošnjo Antona Plesnerja iz Èrnega Vrha dovoljuje se izvräilua dražba Janez Trostovega iz Orehovice, sodno na 130 gold, in 46 gold. 30 kr. cenjenega zemljišèa pod Vipavsko graÄfino v izpisku 593 in ad Neu-kofl'el iom. 11., pag 405. Za to se doloèujeta dva dražbena dneva: prvi na 7. januvarija in drugi na 7. februvarija 1888, vsakikrat od 9. do 12. ure dopoludne pri tem sodišèi v sobi öt. 1 s pri-stavkpm, da se bode to zemljišèe pri prvem röku le za ali fcez cenitveuo vrednost, pri drugem röku pa tudi pod to vrednostjo oddaJo. Dražbeni pogoji, vsed katerih je posebno vsak ponudnik dolžan, pred ponudbo 10 proc. varSsijüe v roke dražbenega komisarja položiti, cenit-veni zapisnik in zemljoknjižni izpisek ležd v re^istraturi na vpogled. C. kr. okrajno sodišèe v Vipavi dno 8. novembra 1887. (5083—3) Nr. 6395. Bekanntmachung. Vom l. l. Bezirksgerichte Tschernembl wird dem unbekannt wo abwesenden Michael Kraker von Ierneisdorf Herr Mathias Stukelj von Döblitsch zum Curator bestellt. K. l. Bezirksgericht Tschernembl am 2. Oktober 1887.____________________ (5160—3) Nr. 24965. Belanntmachnnq. Vom l. k. städt. - beleg. Bezirksgerichte Laibach wird bekannt gemacht, dass mit Beschluss des k. k. Landesgerichtes in Lai bach vom 28. Juni 1887. Zahl 4884. über Maria Ionke, 36 Jahre alt, aus Lienfcld, Gastwirtin, zuletzt iu Laibach, wegen Blödsinns die Curatel verhängt wurde. Als Curator fungiert der hiesige Hauvtschnbsührer Herr Mathias Eppich. K. l. städt.-deleg. Bezirksgericht Laibach am 20. November 1887. "(5128- 2) St. 7301. Oklic. C. kr. okrajno sodište v Loži naznanja: Na prošnjo Matilde Schweiger iz Starega Trga ne z odlokom dne 3ega avgusta 1884, St. 1496, na 28. juuija 1884 odredjena izvršilna dražba, sodno na 2785 gold, cenjeue nepreinieniij(j Matije Žnidaršièa iz Podcerkve st 8 pod vložno St. 73 katastralne obèine Podcerkev na 13. januvarija 1 888 dopoludne od 9. do 11. ure pri tej Hodniji s poprejšDJim pristavkom vnoviè odlotuje. C. kr. okrajno sodištfe v Ložu dne 13. oktobra 1887. (4914—2) St. 4857. Razglas. Neznano kje bivajocim : Primožu Škoficu, AntonuLokarju. Luki /upanu, Simonu Okornu, Blažu Trpincu, Mariji Okorn in Mini Okorn, omoženi Žumer, oziroma njibovim neznanim nasled-uikom, se naznanja, da je vložil proti njiin Jurij Okorn, posestnik na Kokrici št. 31, tožbo de jwaes. 17ega oktobra 1887, st. 5784, na priznanje zastarenja in dovolitev zemljeknjiž-nega izbrisa pravic, vkujiženih pri posestvu vložna št. 48 ad Kokrica, na katero tožbo se je v redno ustno razpravo dolocil dan na 1. februvarija 1888 dopoludne ob 9. uri pri tej sodniji s pristavkom § 29. obö sod. reda. Ker bivališèa toženih niso ^nana, postavil se je v njih zastopanje, na njih nevarnost in troške gosp. Leopold MarkiÈ iz Kranja kuratorjera. To 8P toženim naznanja v ta na-men, da pridejo 0 pravem èasu saini ali pa naznanijo temu sodišèu druzega svojega pravnega zastopnika, inaèe se bode ta pravda vršila b postav-Ijenim kuratorjem. C. kr. okrajna sodnija v Kranji due 21. oktobra 1887.