Nr. 295. , Montag. 27. Dezember 1909. 128. IahrMic,. Mlmcher Zeitung «ränumeratiunoplei»: M!> Puslvsl!e»0„ „^ ^»zMl's, l«> ^ . l,ll!!,inl,ris, ,t> X, Im 5w»!ur: g'nzMrin «ii l»ür l,Ie ZusteNmig ins Ha»« «anzjühr!« 2 «. - InsertiunSgrbühr: ssiir Nrinr Iüsriate bi« z» 4 Zeilen 50 t>. nrüßerf vrr Heilr '2 l,; bei öfteren W- »Ln,bac!isr ^sitnüss» rrscheii« lässlich. ml< V!!is!,al,ms drr Lon!!- und ^sifNossf, T,r »lbminiftlation befind,« sich Milloßiöstrahr Nr 20: dir Mtdaltion Mitloiicjlrnfis Äir, ü0, Hprfch!ti!i,bsi, der «irdllltil», von « bi» lO Ub» vormittllss«, Unflllnkirrte Brissr werbcn nick! angenommen, Vlanullriple nickt zurilllgettellt Telephsn-Nr. der Redaltion 52. Amtlicher Geil. Nach dem Amtsblatte zur «Wirner Zcituuss» von, 23. De-zemder l9<»l) »Nr. ^93) wurde die Weiterverbreiluliss folgender Preherzelissnisse verboten: Nr. 23 «Der freie Arbeiter» vom 5. Juni IW9. Nr. 2M2 «111^8. vom 5 November !i>0'. Nr. 18 .Ilmlelini Vi^wik. vom l i). Dezember 1!>N9. 0t^llv clokwrH ^Iic-ulo^« ^up^. ^^p^I Vc. wiru. 1 ruim Nr. 15 «Xnllrillm» vom 1«, Dezember IWU.__________ Nichtamtlicher Geil'. Ein Rückblick auf den Scssionöabichnitt. Die , Zeit" brachte am 23. d. M. folgende Betrachtung: Unter trüben Auspizien ist die zwanzigste Session des Reichsrates, deren erster Abschnitt nnt deni gestrigen Tage zu Ende gegangen ist, am 20. Oktober eröffnet worden. Schon an die erste Sitzung N'aren die schlimmsten Erloartungcn geknüpft worden, weil man befürchtete, daß die slavische Vereinigung sofort mit der lärmenden Obstruktion einsetzen würde. Es kam aber nur zu einer von den Ezechischradikalen besttittenen Spet-talelszenc. Der Konstituierung des .Hauses stellten sich zunächst erhebliche Schwierigkeiten entgegen. In der zweiten Sitzung gelang es zwar, die Wahl des Präsidiums vorzunehmen, aber die Wahl der Ausschüsse blieb noch immer in Schwebe und das Haus damit zu vorläufiger Untätigkeit verdammt. Schon in dieser Sitzung wurde eine große Zahl von Dringlichkeitsanträgen eingebracht, die zunächst wohl'nicht als obstruktionistischc bezeichnet werden konnten Befanden sich doch darunter jene, die zur Permanenzcrklärung des Sozialversicherungsausschusses, zur Wahl des Ausschusses für die Frage der Lebenbmiltelleuerung und zur Einsetzung des Nationalilälenausschusses führten. Aber die Zahl^ der Dringlichteitsanträgc erfuhr in den nächsten Sitzungen fortgesetzt eine Vermehrung, in deren Beratung das Haus in seiner vierteil Sitzung, in der auch die Ausschußwahlen erfolgten, eintrat. Trotzdem man zunächst eingehend über die Tcucrungs-fragen diskutierte und das Bestehen einer Obstruktion vorerst bestritten wurde, galt doch die Situation im Parlament als wenig aussichtsreich, und sie wurde völlig trostlos, als seitens der Deutschen die Sanktionierung der bekannten Sprachcnschutz-gcsetze nachdrücklich betrieben werde. Am 2tt. Oktober fand die Konferenz der deutschen Parteiführer in dieser Angelegenheit im Rathausc statt, wodurch die Lage eiuc derartige Verschärfung erfuhr, das; man es für geraten hielt, eine Pause in den Plenarsitzungen eintreten zu lassen. Es war für den :l0. Oktober die Sanktionierung der Sprachenschutzgesetzc angekündigt, und man befürchtete Tumultszcncn für die nächste Sitzung, die zu einer neuerlichen Schließung der Session hätte führen müssen. Die Sanktion der Sprachenschutzgcsctzc wurde seitens der Czechcn mit der Zurückziehung der Minister Vraf und ^»rt,nann. (Nachdruck uerbülcn.) Als der kleine Rudi, der hoffnungsvolle Spröß- linq des Großdcftillateurs Plümkc, nach ubcr- standener einstündiger Qual glücklich icme letzte alsche Note gegriffen hatte, und als Rols Brend.l, ein jugendlicher M'usitlehrer, ,ich eben noch den Angstschweiß von der Stirn trocknete, um Venn Nll'mus rcten auf die wintertalte Straße einer Er- ßugu entgehen, erschien H^r August Plümke in gewichtiger Person auf der Schwelle der guten " ^Schön hat er wieder gespielt, mein Rudi — nicht wahr? Seit 'ner halben Stunde schon horc ,ch vom Nebenzimmer aus zu. Uud ich muß sagen, d'Albert hat mir auch nicht viel besser gefallen. ^>ic machen was aus den, Jungen, Herr Brendel. lind ieder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Wenn S.e den heutigen Silvesterabend bei mir verleben wollen, sollen Sie mir angenehm sein - "cht als Klavierspieler, sondern als nchtiger Gast. Ists ^'"RM Vrcndcl aber, statt in demütiger Freudigkeit die ehrende Einladung anzunehmen, schüttelte mit einein kleinen verlegenen Lächeln das dunkel- ^'^"'danke Ihnen ,'ür die freundliche Absicht, HerrM n tt- aber eitdenl ich auf das Glück eines trauten Familienlebens verzichten muß, verbrmge ich solche Abende lieber aNein. Ich hoffe, Sie werden mir die Ablehnung nicht verübeln. „Gott bewahre! Jeder nach scmem D6gottt! Wenn Sie mehr für die Einsamkeit sind, "ls " lustiqe Gesellschaft — meinetwegen! Was Iyncn zuqc'dacht war, wird Ihnen darum nicht entgehen. ' Ohne sich über den Sinn dieser letzten bedeutungsvollen Worte lange den Xlopf zu zerbrechen, machte Rolf Brendel seine Abschicdsverbeugung und ging. Es war die letzte Stunde gewesen, die er an diesem letzten Tage des Jahres zu geben hatte, und er zögerte nicht, seine Schritte heimwärts zu lenken. Denn was er Herrn Plümke geantwortet hatte, war nicht etwa eine leere Ausflucht gewesen. Genau dasselbe hatte er heute mittag am Gasthaustische den Freunden erwidert, die sich seiner Gesellschaft zu ciuer lustigen Silvesterfeier versichern wollten. Er war nicht gestimmt, dem scheidenden Jahre ein fröhliches Lebewohl nachzurufen. . Denn niemals hatte er so deutlich empfunden, daß der schwere stampf, den er nun schon seit zwei Jahren kämpfte, seine Kräfte zu zerreiben drohte. Früh verwaist und im Hause eines reichen, verwitweten Oheims aufgezogen, den er wie einen Vater 'geliebt, hätte Rolf Vrendel die angenehmsten und bequemsten Lebens-pfadc wandeln können, wenn ihn nicht seine leidenschaftliche Liebe für die Musik bestimmt hätte, den kaufmännischen Beruf aufzugeben. Von dieser vermeintlichen Undankbarkeit im tiefsten Herzen gekränkt, hatte der .Nommerzienrat seine Hand von ihm gezogen und den nach Künstlerruhm Dürstenden seinem Schicksal überlassen — vielleicht in der Erwartung, daß Rolf sich bald seiner Verirrung bewußt werden und reuig zu ihm zurückkehren werde. Rolf aber wollte lieber mit Ehren zugrunde gehen, als daß er seinen hohen Idealen untreu wurde. Er studierte und arbeitete mit eiserner Beharrlichkeit, seinen bescheidenen Lebensunterhalt durch Stundengebcn und Notenschreiben bestreitend. Aber die Anstrengungen und Entbehrungen fingen an, seine Gesundheit zu untergraben. Vor einigen Wochen war er ernstlich erkrankt, und es würde übel um ihn bestellt gewesen sein, wenn nicht eine menschenfreundliche Nachbarin, die wenig begüterte Witwe eines früh verstorbenen Privatgelchrten, sich in jenen kritischen Tagen mit rührender Opfcrwil-ligkeit seiner angenommen hätte. Nun war er zwar genesen, aber der alte Jugendmut und die rechte Lebensfrcudigleit hatten sich nicht wieder einstellen wollen. Namentlich vor aller lauten und ausgelas- senen Geselligkeit hegte er eine nemd«'?.!: unüberwindliche Scheu. Als er jetzt die Treppe zu ,emem im drillen Stockwerk gelegenen Zimmerchen emporstieg, begegnete ihm der in der zweiten Etage wohnhafte Hausherr, der Geheime Rechnung5rat ätrabanter, ein von seinen Mietern nichl eben abgöttisch geliebter Herr. Herablassend erwiderte er den höflichen Gruß des jungen Mannes, um sich dann mit einer energischen Bewegung nach ihm umzuwenden: „Was ich sagen wollte, Herr Brcndel: Voriges Jahr wohnte oben in Ihrem Zimmer ein Maler, dem es einfiel, sich zum Silvesterabend ein Dutzend Kumpane einzuladen und nut ihnen bis zum Morgengrauen einen wahren Höllenspektakel zu vollführen. Meine Frau war noch acht Tage nachher krank von dem Ärger. Wir haben doch wohl von Ihnen nichts derartiges zu fürchten?" „Gewiß nicht, Herr Rat!" konnte Rolf mit ruhigem Gewissen versichern. „Sie werden durch nichts gestört werden, denn ich verbringe den Abend mutterseelenallein." Als Rolf sich eben anschickte, droben die Schwelle seines sehr geräumigen, aber nur dürftig möblierten Zimmers zu überschreiten, hörte er das Knarren einer Tür zu seiner Rechten, und gleichzeitig schloß ihm eine Vlutwelle heiß ins Gesicht. Denn er kannte den leichten Schritt, ebensogut, wie er die süße, weiche, schüchterne Stimme kannte, die ihn gleich daraus mit leisem Gruße anredete. Ein reizendes junges Gcschöpfchen war es, das da vor ihm stand, zwiefach reizend in der holden Verwirrung. „Ich sollte Ihnen einen Gruß von meiner Mutter ausrichten, Herr Vrendcl," brachte sie mit sichtlicher Anstrengung hervor, „und sollte Sie in ihrem Namen fragen, ob Sie wohl Lust hätten den heutigen Abend bei uns zu verbringen Natur-lich nur, wenn Sie nichts Besseres vorhaben- denn S,e wurden kemc andere Gesellschaft finden als Mama und nuch." lFortschung folgt.) Inbllcher Z^r>m<; Nr. 295 2704 27, Dezember 190« ledigung dcr Staatsnotwcndigkeiten geschwunden. Es schwirrten Gerüchte von Schließung der Session, ja sogar von dcr Auflösung des Hauses. Da entschlossen sich die Arbeitsparteien zu einem letzten Versuch: Zur Bekämpfung dcr Obstruktion durch eine Dauersitzung. Es kam zu einer in der Geschichte dcr Parlamente höchst seltenen Nekord-sitzung von 86stündiger Dauer, in deren Verlauf die Anträge Krck und Kramur auf Reform dcr Geschäftsordnung auftauchten und trotz des Widerstandes dcr Dcutfchfreiheitlichcn zur Annahme gelangten. Die nächste Sitzung stand schon im Zeichen dcr neuen Geschäftsordnung, durch die jede Obstruktion ausgeschaltet wurde; in zwei Sitzungen gelang es nicht nur die Staatsnotwcndigkeiten, sondern auch eine Reihe von Volksnotwendigkeiten zu erledigen. Das Herrenhaus hielt im abgelaufenen Sessionsabschluß bis heute fünf Sitzungen, in denen nebst der Erledigung einiger kleinerer Vorlagen die Permanenzertlärung des Sozialversicherungs-ausschusses und die Geschäftsordnungsreform beschlossen wurde. politische Uelierlicht. Laib ach, 25. Dezember. Das „Fremdenblatt" konstatiert, daß unser Abqc» »rdnetenhaus diesmal Wcihnachtsferien voll echter weihnachtlicher Stimmung halten kann. Es habe für oie ver» fassungsmäßige 5tontinuität im Staatshaushalte und für die Beendigung der handelspolitischen Kampagne Sorge getragen. Mit der Arbeilsfähigleit ist erfreulicherweise die Arbeitslust in das Parlament eingezogen. Die Renaissance des österreichischen Parlamentarismus läßt eine wahre Renaissance im staatlichen Leben erhoffen. Österreich kann sich heute zu seinem Parlament, das zu sich selbst gekommen ist, beglückwünschen' und es beglückwünscht das Parlament. Die „Neue Freie Presse" äußert anläßlich der De> siauieruug des Herrn v. Lukacs zum ungarischen Mini» sterpräsidenten schwere Bedenken darüber, daß er von der Krone betraut wurde, Verhandlungen auf Grund» lagc des Programms der Iuslhgruppe zu führen. Doktor Wekcrle, der eben erst eine so nachdrückliche Rede sür die gemeinsame Bank hielt, wird entlassen und ein Staatsmann, der bereit ist, eine Formel für die Vorbereitung der selbständigen Bank zu vereinbaren, wird berufen. Der Weg, der jetzt betreten wird, ist vom Standpunkte der Monarchie äußerst bedenklich, und mii großer Spannung wird die gesamte Monarchie den Ver» such des Herrn v. Lukaes begleiten, eine dualistische Politik unt einer Partei durchzuführen, welche den Dualismus haßt. Noch steht dcr Erfolg des Herrn von Lukaes nicht fest, denn auch designierte Ministerpräsidenten sind noch im letzten Moment gescheitert. Wie man aus London schreibt, entwickeln bisher die Konservativen den größten Eifer für die Wahl-lampagne. Die Propaganda der Liberalen und dcr Arbeiterpartei zeigen vorläufig geringere Regsamkeit und scheinen ihre Agitation mit voller Kraft erst nach den Feiertagen betreiben zu »vollen. Die „Tarisreform-Liga" hat bereits eine enorme Menge von Flugschriften verbreitet- sie soll seit Anfang Dezember ungefähr nenr Millionen solcher Schriften in Umlauf gesetzt haben, bis zum Ende dcr Wahlkampagne dürfte ihre Zahl auf fünfzig Millionen steigen. Außerdem werden Millio» neu von Flugschriften vom Zeutralbnrcau der uuio-nislisch'konseruativen Partei ansgeheii. Die genannte Liga verfüqt in London über zweihundert offenlliche Redner, die sich in die Versammlung der Liberalen be» geben, um Auseinandcrsetznngen über Freihandel und Schutzzollsystem herbeizuführen. Beim Ministerpräsidenten Siolypin fanden in den letzten Tagen nnter Hinzuziehung von Dnmadepulierten Niegen der Forderung für die Schiffsncubauten Be» sprcchunge» statt. Mehrere Minister suchten die Depu-tierten von der Notwendigkeit der Forderung zu über» zeugen. Die Besprechungen Verliesen jedoch vollkommen resultatlos. Die Ottobristenpartei hat beschlossen, gegen diese Forderung zu stimmen. TlMsllelliglcitcn. — Moderne Kiinstlcrhonorare.) Aus Paris wird berichtet: Noch ehe das Publikum Gelegenheit gehabt hat, NoftaudS neues Werk, den berühmten „Ehanteeler" kennen zu lernen, hat der Dichter bereits mit seiner Schöpfung ein Vermügen verdient. Man weiß, daß die Direktoren des Porte Saint Marlm.Theaters dem Ver» fasser bei der Annahme Vorschüsse ausgezahlt habcu, die mehrere Hunderttausend Franken betragen. Der Ver» leger Fasquellc hat ebenfalls mehrere Hunderttausend Franken für das Necht bezahlt, Roslanos Dichtung in Bnchform veröffentlichen zu dürfen. Wie der „Gil Blas" zu berichten weiß, ist vor tnrzcm der Leiter einer gr» ßen französischen Wochenschrift an Rostand mit dem Antrag herangetreten, ihm gegen ein ähnliches Riesen» Honorar die Heransgabe einer illustrierten Ausgabe der heißumstrittenen Tierkomödic zu überlasse». Ein zweiter Verleger, der Direktor der „Illustration" Naschet, er» flchr von diesem Antrage und hat Rostand den Vor» ichlag gemacht, ihm gegen 700.000 Franken Honorar die Veranstaltung einer illustrierten Gesamtallsgabe aller Werke Rostands zu übertragen, den „Ehanteeler" eingeschlossen. Aber der vielumworbene Dichler hat es nicht eilig, er läßt sich Zeit, und der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. — Mit diesen fabelhaften Honorar, angeboten kann sich nur noch Earuso messen, der es sich jetzt leisten tonnte, einen Antrag abzulehnen, der ihm im Laufe eines Monats rnnd eine halbe Million eingetragen hätte. Der australische Impresario Harry Richards halte Earuso eine iionzerllournee iu Austra« lien vorgeschlagen nud dem berühmten Tenor 20.000 Kronen für den Abend geboten. Earuso aber lehnte ab mit der Begründung, daß seine Tätigkeit in Amerika und Europa ihm nur einmal im Jahre einen txrze» Erholungsurlaub gestatte, den aufzugeben alles Geld der Welt ihn nicht bewegen könne. — sDic Menagerie im Urwald.j Von einer eigen» irtigen Menagerie in den Urwäldern des britischen Ost» asrika erzählt Theodore Nooscvelt in seinen asrika° Nischen Iagdberichte», die in einem englischen Blatte veröffentlicht werden. Es ist die Injasarm, auf dcr in Käfigen allerlei Raubtiere gehalten werden und wo inoere gezähmte Tiere, Gazellen und Antilopen frei umherslreifen. Fünf Löwen leben hier in dcr Gefangen» 'chaft nnd ein ziemlich zahmer Leopard, aber am inter-,'ssantesten sind die drei Tschitas, eine Art Leoparden, »e frei umherstreifen dürfen und ihre Herrin Mae Vl'illan überallhin begleiten. Auf der Farm ist ancl ein zahmer Steinbock und eine Gazelle, die alle Scheu verloren hat und sicb zutraulich jedem uähcrl. Sogar Antilopen, die gewöynlich große Furchtsamkeit zeigen, sind hier gezäbmt, fürchten den Menschen nicht mehr und näher» sich ohne Zeichen von Angst ihren Wärtern und Herren, die sie genau kennen. Roosevelt erzählt von jungen Antilopen, die frei umherlaufen und sich doch nie vorbeistreifenden wilden Herden anschließen; sogar mit den Hnnden sind die sonst so scheuen Tiere beste Freunde und sehen in ihnen ihre Beschützer. Wenn nachts sich bisweilen Hyänen oder andere Raubtiere in oie Farm einschlichen, so flohen die Antilopen mit allen Zeichen des Schreckens zu der Stelle, wo die Hunde sich aushielten, und nicl)ls konnte sie dann dazu bringen, die Nähe ihrer Beschützer wieder auszugeben. — Wn zärtlicher Vater.j Eduard Nouello, der sicb den „einzigen Professor der Kunst des schmerz, losen Tälowiercns" nennt, wurde von einem Londoner Gerichte zn zwei Monaten Gefängnis verurteilt, »veil er seine beiden Kinder, die fünfjährige Alice n»d die zwei» jährige Mary, als Versuchsobjekte benützt hat. Zeugen sagteil aus, der Vater habe die Kinder zuerst hyp'no. lisiert nnd dann mit einer elektrischen Nadel tätowiert — mit der Absicht, sie in Schanbnden für Geld scheu zu lassen. Dcr Körper des älteren Mädchens ist von oben bis unten mit Bildern bedeckt. Frauenküpse, durch» bohrte Herzcn, gekreuzte Flaggen, Blumeu nnd dergl. sind in die Haut eingeätzt. Der Rücken des kleineren Kindes wies eine ganze Menagerie auf. Löwen, Tiger, Pferde und Schlaugen nmwinden die Armchen und Beinchen der kleinen Mary, und auf der Brust spannt ein großer Schmetterling seine Flügel aus. Es wnrdc durch einen Zeuge» festgestellt, daß das Tätowieren mit der elektrischeil Nadel Schmerzen verursacht, die zehn Tage anhalten. Der Vater konnte zn seiner Eul» schuldignng nur vorbringen, er habe nicht gewußt, daß er seine eigenen Kinder nicht tätowieren dürfe. — Mn eigenartiges Iagdabenteuerj hallen, wie aus Newyork geschrieben wird, die in Danbury an» sässigen Töchter des Farmers Henry E. Hillers zu be-liehen. Auf einem Wege, der durch einen Wald führte, wurden sie von einem Hirschbuck überfallen. Sie fluch, teten auf einen Baum und wurden dort längere Zeit festgehalten, da der Hirschbock nicht von der Stelle weichen wollte. Schließlich ließ das eine Mädchen ihren Ruck über das «Aeweih des Tieres fallen, und ehe der Hirsch sich befreien tonnte, hatten die Mädchen ihren unfreiwilligen Sitz verlasseu und waren in die nahe» gelegene Farm ihres Vaters geflüchtet. — lDcr Schimmel weift Bescheid.) Ans Thüringen erzählt man folgendes (Yeschichlchcn: Unlängst unter» »ahm ein Ehepaar vo» Gera aus im eigene» Gefchirr eixe Fahrt in die Gegend vo» Romieburg u»d lam dabei anch i» die Nähe eines (Gasthauses,' das durch seine hübsche», galcmte», bierlredenzenden Heben weit. hi» ei»en Ruf hat. Die wißbegierige Gattin zeigte ein starkes Interesse für das Lokal, von dem sie schon öfter hatte reden hören. Aber der Ehema»» erklärte, er habe zwar in der Umgegeild schon osl »lit Iagdgenossen dem edle» Weidwerl obgelegeil, aber in die Nähc jenes ihm auch vom Hörensagen bekannte» Gasthauses sei er noch ,iie gekommen; er wisse auch nicht genau, wo der Gast. Hof liege. Plötzlich aber machle das Pferd, ein schmuk. ler Schimmel, als ma» um die Ecke bog, Halt, ub> wohl der Herr des Gespanns i» schlankem Trabe wei. lerfahren wollte. Sofort war auch eine fesche Kellnerin ,»r Stelle, und die Malti» sah zn ihrem Erstaune», Christoph Tchulzcö Brautschau. Eine heitere Geschichte ^it c:'nslcm Hinternrunde uoil E. Fiicher«Marlaraff. (1'.>. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten,^ Die schöne Frau nickte: „Ist recht. Mach' zu, Baby. Und Sie?" wandte sie sich an Hilgendorff, „werden Sie uns nicht das Vergnügen machen?" Er verbeugte sich zustimmend: „Wenn Sie befehlen." Sie lachte herzlich, und in diefem Lachen vertieften sich ein paar Grübchen in den Wangen, die das volle Gesicht noch reizender erscheinen ließen: „Gewiß, ich befehle." Hilgendorff beurlaubte sich, um den Anzug zu wechseln, und während er in sein Zimmer hinaufstieg, drängte sich ihm wieder und wieder die Frage auf: „Was wollte sie von ihm?"— Die vier Pferde trabten die Chaussee nach Neuhoff entlang. Der Oberamtmann hatte dem Neffen von vornchcrein seinen Schimmel zum beliebigen Gebrauch überlassen' und dem an den Staub der Nesidenzwege Gewöhnten war es ein Genuß, unter den dichten Laubkronen, welche den Waldweg überdachten, die schattige Kühle zu genießen, den Harzduft dcr Kiefern zu atmen. Schweigend ritt er an Esthers Seite dahin; seine Augen tauchten in das Dunkel des Waldes, und eine Erinnerung stieg in ihm auf, wie er als kleiner Junge mit dem Vater eine solche Chaussee entlang gewandert, auch zur Hochsommcrzeit, die Kinderhand in die väterliche geschmiegt, und wie jener ihm erzählt von den Wundern der Natur. Er wußte es noch wie heute, wie er zuletzt eine Blume gepflückt und ihm den Vau derselben erklärt, und er fühlte noch heute die Schauer dcr An- dacht, die ihn. überrieselt vor dem Walten der Allmacht. Blühte dort nicht solch eine kleine Blume? — Nein, es war eine Täuschung — wenn er doch noch einmal die gute, alte Stimme hätte hören können, die so mild, so überzeugend den Sohn sür das Leben vorbereitete. Man sagt, es bleibt in jedem Menschen etwas von seiner Kindheit hängen, denn selbst in dem zersetzenden Treiben der heutigen Jugend hatte er sich nicht freimachen können von der tiefen Religiosität, welche die Luft des Elternhauses förmlich durchwehte — ja — „An was denken Sie?" Frau Esther hatte sich zu ihm herübergebogcn, er sah das zarte Gesicht mit den lockenden Augen ganz nahe vor sich. „Holde Erinnerungen? . . ." Sie ließ die Wimpern halb über die Augen sinken und sah ihm von unten herauf in das Gesicht. „Mir können Tie es anvertrauen, ich bin diskret." Tic drückte mit einer allerliebsten Gebärde die Hand auf den Mund und lachte ihr girrendes, verführerisches Lachen. Hilgcndorff antwortete nicht. Ein plötzliches Gefühl von Widerwillen gegen die Circe, die ihn mit ihrem Geschwätz in seinen heiligsten Gedanken störte, entstellte förmlich das hübsche, männliche Gesicht: Was war das für ein Weibervolk hier in der Gegend! Hätte sie nicht ahnen muffen, daß seine Gedanken ... Er blieb ihr die Antwort schuldig und blickte mit zusammengepreßten Lippen und gekrauster Stirn zu ihr herüber. Da schlug leises Lachen an sein Ohr, er wandte den Kopf und fah .ttalhis Augen ihrem Begleiter zugewandt. Sie lachte, und in dieser Heiterkeit erschien ihr Gesicht von einer kindlichen Lieblichkeit. Wie durch Zauberhand war der entstellende Zug in seinem Gesicht gewichen und hatte dem ge- wöhnlichen Ausdruck weltmännischer, etwas überlegener Höflichkeit Platz gemacht. Er neigte sich seiner Begleiterin entgegen: „Gnädigste haben recht wie immer; aber Erinnerungen haben so ihre Stachel, es geht nichts über die reizvolle Gegenwart." Sie drohte ihm lachend und tippte ihm mit der weigerte auf den Arm: „Da haben Sie Ihren Lohn ..." „Darf ich den Schlag für eine Liebkosung oder für eine Strafe nehmen? In diesem Falle —", er hatte das schwanke Ding ergriffen und hielt es fest; dabei huschte sein Blick wie unwillkürlich nach rückwärts, zu Kathi hin, die wieder mit dem gewohnten, herbcrnsten Ausdruck im Sattel saß, augenscheinlich ganz in die Unterhaltung mit Freudenstein vertieft. Frau von Neuhoff hatte den Vlick gesehen, und ein böser Zug zuckte um die vollen Lippen. Tic sah Heinz augenzwinlernd von unten an: »Herr Freudcnstein scheint stark beschäftigt . . ." Er verzog keine Miene. „Sollte nicht etwas Eisersucht im Spiel sein?" sagte er scheinbar ernsthast, „wenn jemand so viel Huld zuteil wird wie mir . . ." Er hielt betroffen iniie, nein, weiter konnte er nicht gehen. Doch sie schien es nicht weiter übel zu nehmen. Sie wandte ihm das schöne Gesicht zu und zeigte die weißen Zähne: „Sie sind ein Schlimmer!" Eine Weile ritten sie schweigend nebeneinander her. Die Luft war zum Ersticken schwül. Der Tonnenball hing wie eine feurige Kugel i» den Wolken, das Flüßchen zur Seite'wand'sich »rage, ohne Laut, durch das Flachland, während der blühende Sauerampfer zu feiten der Böschung wie rotes Gold flimmerte und leuchtete. lForlsehmlg folgt.) Laibachcr Zeitimg Nr. 295 ____________________ 2705___________ ______________________________27. Dezember IWv. daß man vor dein vielbesprochenen Lokal hielt. Sie wnnderle sich höchlichst über die eigeiltiinlliche Natur ^ des Schimmels. Die Erklärung, die ihr der Galle gab, ist indes nicht in die Öffentlichkeit gedrnngen, da die weiteren Auseinandersetzungen der El)eleute streng ver° traulich waren. — iDie Ansichtskaric als Adclsdotumcnt.j Die Amerikanerinneii sind anscheinend immer bereit, sich von einem angeblichen Adelslilel blenden zu lassen. Ein Mann, der sich Baron Nato v. Könitz nennt, hat eine über 50 Jahre alle Dame, die sehr kränklich ist nnd mit ihren beiden gleichfalls unverheirateten Schwe» stern ein stilles nnd beschauliches Leben führte, ver-anlaßt, sich mit ihm zu verheiraten, Znm Beweise für die Echtheit seines Titels konnte er nichts als eine An» sichtsposllarle vorzeigen, auf der ein Schloß Könitz al> gebildet >oar. Das genügte dem Gegenstände seiner Wahl aber auch vollständig. Da ihre Schwestern ihr die Ehe ansznreden snchlen, ließ die Dame sich heimlich mit dem angeblichen Baron trauen und übergab ihm auch 50.000' Dollars, die sie sich verschasst halle, indem sie eine Hypothek auf ihr Wohnhans ausnahm. Schon am Tage nach der Hochzeit wnrde belannl, daß könitz in Newark in New-Iersey ein Jahr im Gesang» nis gesessen hatte, weil er einem Slnbeugenossen 300 Dollars gestohlen halte. Er versuchte erst zu leugnen, mußte aber schließlich ein Geständnis ablegen, worans er spurlos verschwand, selbstverständlich mit den 50.000 Dollars. Lotal- und Prouiuzial-Nnchrichtcil. Gasomctcrbrnndc. Betrachtungen zu der am 8. Dl^einder I!10!> in Hamburg er» folgten Gasomctcrtatastt'ofthc. Von Ing. itarnschia, t. l, üsterr, (Yeweibmispcttor in Laibach. (Nachdruck vorw'lMcn,) Der neue, nunmehr dem Verderben anheimgefallene Gasometer war nicht nur seiner Größe nud seines 200.000 Kubikmeter betragenden Fassnngsraumes halber, sondern auch wegen der Viersachen Teleslopie-rung eines der interessantesten Objekte. Am Tage der Katastrophe selbst betrug die Fül° lung dieses erst gegen 1'/: Wochen im Betriebe stehen» den' Gasbehälters zirka 100.000 Kubikmeter Leuchtgas. Um die Dichtigkeit des Gasometers zu prüfen, war er vor der Füllung mit Leuchtgas durch komprimierte Lust vollständig ansgelrieben worden, welche sodann noch vor der Gassüllnng zur Hinlanhallnng eines explosiblen Gaö.Lllftge!ni>ches »vieder abgesengt wurde. Im Gegensahe zu den hypothetischen Annahmen eines plötzlichen, in keinerlei Weise genügend erklärten Durchbruches des Gasbehälterbodens nnd der hieranf erfolgten Entzündling des ausströmenden Gases an den in einiger Entfernung silnierten Netortenösen ist es wohl nicht nninteressant, dk' Untersnchnng auf jene Möglichkeiten und Begleitumstände zn erstrecken, die mit der katastrophalen Erscheinnng in eine innigere Wechselbeziehnng gebracht werden können nnd dein. gemäß für die Beurteilung des gesamten Vorganges, bezw. für die hieraus sich von ungemein größerer Bedeutuug sind. Wie schon in den Tagesblällern hervorgehoben wnrde, hat sich der Eintritt der Katastrophe dnrch ein zweimaliges, unmittelbar hintereinander auftretendes Heben und Senken der Gafomelerglocke angezeigl, wor-aus das Hervorschießen der Stichflammen ans der Glocke nnd deren hallenarligen Unterbau erfolgte. Schon der ersterwähnte, eine Störung des bis» herigen Gleichgewichlsznslandes der sclMren, etwa 78 Meter in, 'Dnrchmcher habende» Gasometerglocke bedeutende Umstand kann nnr einer in deren Innern plötzlich ausgetretenen Ursache, als welche in erster Linie jedenfalls eine Explosionserscheinung angesehen werden muß, zugeschrieben werden. , Selbstverständlich setzt dies aber auch die Möglich» keit der Bildung eines Explusivgemisches voraus. Bekanntlich sind nnler gewöhnlichen Verhältnissen biennbare Gase Gehalt an Leuchtgas, während bei einem Gehalle an Leuchtgas vou weniger als 8'/,, nnd mehr als 23 ^ dieses Gas-Lustgemisch wohl nicht mehr explosiv, aber immerhin noch'lricht entzündlich ist. Vom rein physikalischen Stand-pnnlte ans ist es als sicher anznnehmen, daß beim Untersuchen des Gasometers auf feine Dichtigkeit nnter Verwendung hineingepreßter Luft von größerer Span-nnng deren Absorption dnrch das die Sperrslüsstgleil bildende Wasser nnd nach Einleiten des Leuchtgases m den Gasometer nach Anshören des früheren Drnctes ein allmähliches Ausstößen der eingeschlosfenen standteile sind. Während nun bei der Lösung vou Sauerstoff nnd Stickstoff in Wasser bei 0 Grad Eelsius und Atmo-sphärendrncke die Absorptionsloeffizienten 0,04, bezw. 0,02 für beide Gase entsprechen, stehen in der a:mo. sphärischen Luft die Partialdriicke des Sauerstoffes und Stickstoffes im angenäherten Verhältnisse von 1:4, so daß nnler Berücksichtigung der ans die einzelnen Be. standleile entfallenden Absorptions, nnd Partialdrnck. verhältnisfe von 2:1, bezw. 1.4 sür diese beiden Gase ein Mengenverhältnis von 1:2 im absorbierten Zn» stände resnlliert, in welchem Verhältnisse Sauerstoff nnd Stickstoff in der vom Wttffer absorbierten Luft nnn zueinander stehen. Es ist fom'.l das unkr dem Komvressordrnckc im Innern des Behälters vom Wasfer absorbierte nnd nach der Truclvermiudernng wieder ausgesloßene Ge-menge gegenüber der gewöhnlichen atmosphärischen Luft fast doppelt so reich an Sauerstoff, fo daß nun das. selbe im entsprechenden, jetzt gegenüber der atmosphä. rischen Lust doppelt so große» Mischnngsverhältnisse mit dem gleichzeitig im Gasometer eingeschlossenen Leucht-gas, bezw. mit einci» Teile desselben, bei Einwirkung eines Inilialimpnlses gauz gut eine Entzündn,ig nnd Verbrennung des Leuchtgases herbeiführen kann. Überdies wird die im Innern des Gasometers vielleicht schon nach einigen Tagen frei gegebene absor-bierle sauerstoffreichere Atmosphäre znsolge des große» nn spezifischen Gewichtes sich nnmiltelbar über dem Wasserspiegel lagern und hier dnrch allmähliche Dif. fusion mil dem um die Halste leichtere» »nd darüber befindlichen Leuchtgase »veiters ein lokales Mischlings', bezw. Explosionsverhältnis eingehen, das sür ein lang. fames oder schnelleres Abbrennen erforderlich ist. Ist nnn z. N. in der nächsten Nähe an diesen Gasbehälter die flamme eines Brenners oder Kandelabers a». geschlossen, so wird sie zunächst von dieser innigen Mischung zwischen Gas nnd sanerstoffreicherer Lnft ge-speist, wobei ein allmähliches Rückbrennen der Flamme bis in den Gasometer hinein naturgemäß erfolgen lann, da die gegen den Gasometer gerichtete Entzündungs» gcschwindigkeit des Gasgemisches die unter dem Gaso-meterdrucke resultierende Anstritlsgeschwindigkeit wohl übertrifft. Dieses Rückschlägen der Flamme in die Gasleitung ist in letzlerer Zeit insbesondere bei den sogenannte» antoge»en, von Azelylengas und Sanerstosf gespeisten Schweißapparateu häusig wahrzunehmen. Wie es nnn nicht schwer ist, nnter Zngrundelegung der spezielle» hiebei i»s Gewicht salle»de» Momente die Nildnng eines Explosionsgemisches annähernd rech» nerisch zn ermitteln, so läßt sich nnn aber anch das ohne Wahrnehmnng einer äußeren Veranlassnng ganz unvermillelt erfolgte erste Heben oder Steigen der Gasglocke infolge der im Innern plötzlich aufgetretenen partielleil Verbrennung nnd der mit dieser hohen Vei> brennungstemperalur Hand in Hand einhergehenden Volnmsvermehrnng nnd Vergrüßernng der Spannung des eingeschlossenen Gases sowie das Durchschlagen des nach ersolgter Verdampfung des Absperrwassers infolge der Not- nnd Weißglut geschwächten eisernen Gasometer, bodens ganz gnl erklären. Sollen nun bei neueren der» artige» Monslreanlagen die Dichtnngsproben dnrch Ein. leiten komprimierter Lnfl erfolgen, so wird es jede», falls geboten fein, nach deren vorgenommener Ab-fangnng nnd nach dem ersten Einleiten des Lenchlgases znr Entsrnung jedweden Explosivgemisches diesen Gaso. meter bei Vermeidung etwa angeschlossener brennender Flammen nach einigen Tagen ganz zn entleeren nnd ihn sohin nach neuerlicher Füllung in Netrieb zu setzen, falls es nicht, »vie nach der bisherigen Methode vor. gezogen wird, den Gasometer direkte mit Leuchtgas zu ülleü und zugleich die Dichtigteils.Untersuchungen vor-znnehmen. — sDcr lrninische Lnnbtaflj wird morgen n a ch» mittags um 4 Uhr zu seiner' 17. Sitzung zusammen, treten. Dir Tagesordnung bringen wir in der morgigen Nlimmer. — lVom Ticucrdicnste.j Seine Exzellenz der Finanzminister hat die Steuerverwalter Rudolf A ch t 1 ch i n in Lnndslraß, Anton K r a p <^ in Ioria nnd Johann Mu^i<- in Nischoslack zu Tleueroberoerwal-lern ernannt. — lVom Montandier.ste.j Seine Exzellenz der Minister für össenlliche Arbeiten hat den Bergmeister Dr. Monl. Barlholomäns Granigg i» Idria zum Nergverlvaller ernaiinl. — jErncnnunq >m Handelsministerium.j Seine Exzellenz der Handelsminister hat den Konzipisten im Handelsministerium Dr. Leo Stars' zum Ministerial» Vizesetretär im Handelsministerium ernannt. — fördert wurden: in die Dienftllaffe V: Iul. ^ioskoschny, Titularoberinspeltor, Vorstand der Abteilung 7 der Staatsbahndirekiion in Trieft' in die Dieuslllasse Vl: Nudols Gayer, Aauoberkommissär, Äahnerhaltnngs' loiilrollor der StaalSbahndireklion Trieft; Andreas Taeil, Tilnlarinspeklor, Vorstandstellverlreter der Ab. leilnng 8 der Etaatsbahndirektion Villach' in die Dienst, klaffe VII: Maximilian Madlsp erger, Ossizial, und Heinrich Zdislaus, Ban toi» missär, beide der Trassieruugsableilulig in Rudolsswerl i. hart, Nahnlonzipist, Dr. Oskar Kastner, Bahukonzipist, beide der Staalsbahndirektion Villach; Joses Pod» bregar, Assistent des Nahnstationsamtes Ärainburg. " lActämPfull.q der .^rcbstralitheii.j Das s. s. Ministerium des Innern hat an die Landesstellen einen Erlaß hinansgegeben, worin es heißt, daß nun auch in Österreich die Bildnng einer Gesellschaft sür Ersor-schung lind Bekämpfung der Krebskrankheit bevorstehe, deren Ziele sich nach einem vom Giiindnngskomitee aus. gegebenen Geleilworte enge an jene der schon bestehen» den internationalen Vereinigung anschließen solleil, ^u» nächst wäre eine ans amllichen nnd privnlärzllichen Daten begründele Statistik der Krebslrantheil in' Ostrr» reich zn schaffen. Es würde dadurch die Frage auch in Österreich zu entscheiden sein, ob tatsächlich die Krebs-tranlheit in steter Zunahme begriffen sei. M< dil^i, Erhebungen Hand m Hand ginge die Erforschm«, der Laibacher Zeitung Nr. 295. 2706 27. Dezember 1WU. territorialen Verbreitung der Krebskrankheit in Öster» reich, die Beschaffung ethnographischer und aiidcrlvei» tiger Dateu, lvelchc einerseits die Frage dor Abhängig» keit der .Krankheitsvcrbreitnng vom Wohnsitze, von lola» len Einflüssen des Bodens, anderseits die Frage der Nassenpathulogie mitanfzutlären berufen wären. Die Erforschung ferner der sozialen und hygienischen Ver» Hältnisse, welche als die Entstehung und Verbreitung der Krebstrantheit begünstigende angesehen werden sönnen. Ein besonderes Augenmerk wäre darauf zu richten, ob aus diesen Erhebungen und Studien etwa Anhalts» punkte zu gewinnen sind, welche auch für Österreich das für manche Orte Teutschlands behauptete Bestehen aus» gesprochen lokal gehäuften Vorkommens, förmlich endemisch herdweisen Auftretens oer Krcbskrankheit be» stätigen würden. Vor allem ist es notwendig, über den Stand dci,' Krebskrankheit in der Monarchie einen all» gemeinen Überblick zu gewinnen und insbesondere von den Wahrnehmungen und Erfahrungen, die hinsichtlich dieser Krankheit von den landesfürsllichcn Amtsärzten bisher gesammelt wurden, Kenntnis zn erhalten. Es handelt >ich dabei keineswegs allein um statistische Zu» sammenstellungen, sondern hauptsächlich um allfällihe ärztliche Beobachtungen, die sich einerseits auf die Natur der krebserlranknng, anderseits auf die Art ihrer Verbreitung, Vedenlung der lokalen, klimatischen und sozialen Verhältnisse für das Entstehen der Krank, hcit sowie ans deren Infettiosität und Heredität beziehen. Von der größten Wichtigkeit ist ferner die de-tallierte Wiedergabe von Ersahrungen bezüglich des herdweisen Auftretens der Krebstrankheit in bestimmten Ortschaften und in einzelnen Häusern und die Veurtei-lung aller hiebei in Betracht kommenden Umstände. — Gemäß dem Minislerialerlasse wnrden von der Landes-stelle die unterstehenden politischen Nezirksbehöroen anf. gefordert, die Amtsärzte anznweisen, einen eingehenden Bericht über die Verbreitung des Krebses und über die bezüglich dieser Krankheit gelnachten Beobachtungen und Wahrnehmungen zn erstatten. —r. — l'Auo dem Volksschuldicnste.j Der k. k. Bezirks-schulrat Laibach Umgebung hat an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Fräulein Ernestine Iarn^cl die Cchulpraklikanlin Fräulein Theresia Furlan zur Supplenlin an der Volksschule in Brunn^ dorf bestellt. —r. * ^Schulärztlicher Dienst an Aehrcrbildungs-anstaltcn.j Seine Erzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat die Übertragung der Fnnt» tion eines Schularztes an der k. k. Lehrerbildungs-anstalt in Laibach an den ärztlichen Dozenten der hie-sigcn l. k. Lehrerinnenbildungsanstalt, Herrn k. k. Be-zirksarzt Dr. Alfred Mahr, genehmigt. —r. * , die Ausgaben auf 852 X 61 b. Auch der Voranschlag sür das angehende Vereins-jähr weist ein günstiges Bild auf, indem die Einnahme- post 1250 K, die Vedürfnispost hingegen 552 X aus-macht. Die Zahl der Mitglieder stellt sich gegenwärtig anf 96 (46 ordentliche nnd 5l) unterstützende). Es ist, namentlich mit Rücksicht auf deu günstigen Vermögens-stand, Hoffnung vorhanden, daß sich der Verein nicht nnr in sehr lebenskräftiger Weise fortentwickeln, sondern auch bald in die Lage kommen werde, an seine Mit-glieder und deren Familien Unterstützungen zu vcr-abfolgen. Un, dcn Verein anch seitens seiner Mitglieder auf eiuer leistungsfähigen Basis zu erhallen, wurde über Antrag des Herrn A r m i« der bisherige Mit-gliederbeitrag per 2 X monatlich auch für die Hinkunft beibehalten. Die Rechnnngsabschlüsse wurdcu laut Be-richtes des Revisors Herrn Rojnik in Ordnung be-funden und dein Rechnungslcger das Absolulorium er-teilt. Die Wahlen des neuen Ausschusses und der Revi^ soren ergaben nachstehendes Resultat: Vorsitzender Herr Vetoslav Do I n i <":ar. Ausschußmitglieder die Herren: Miro Domieclj, Fr. S. Rojni k, Mar. A r mi 6, Tragotin Gaspari, Dragotin Sirec, Ivan Pre -m e i 5 , Richard Sever,' Dragotin Selj at, Leo-pold Vor>tnik, Franz Renilc und Franz Me-die, Revisoren oie Herren: Mirko Tr5an nnd Gabriel Bringet. Am Schlüsse der Verhandlung wurde über Antrag des Herrn A r m i 5! der Beschluß gesaßt, die Gründung eines Verbandes der slovenischen Handelsvereine anznbahnen, worin vor allem der Handelsverein „Merkur", der Verein der slovenischen Hanuelsaiigeslelllen nnd der Verein der slovenischen Handelsreisenden Nnfnahme finden sollten. Lediglich die Stellenvermittlung sollte ans Qualifilationsrüclsichten anch in Hinkunft eine für jeden Verein getrennte Funktion bleiben. Eine Vcreinsangclegenheit perso-nellen Eharaltcrs, über die sich lange Debatten ent» spannen, wnrde schließlich dem Vereinsschiedsgerichte zur endgültigen Austragung zugewieseu. Die Versamm-lung wnrde um halb 1 Uhr geschlossen. Am Abende veranstaltete der Verein in» großen Saale des „Narooni Dom" eine Tanzunierhallnng, die sich eines ziemlich guten Besuches erfreute und uuter den Klängen des Orchesters der Slovenischen Philharmonie recht an» geregt verlief. Eilte komische Szene mit Couplets, vor-getragen von Herrn Danilo nnd Fräulein Vera Daniluva, wurde — trotzdem sie mit einer ziem» lichen Verspätung aufs Programm kam -- beifällig aus» genommen. Die Veranstaltung hielt die Besucher bis in die späten Nachtslnnden beisammen. Wünschenswert wäre eili größerer Besnch seitens der heimischen K'aus-Mannschaft gewesen. — über den Dialekt nnd die Schriftsprache in der Volksschule. — Abends findet eine gesellige Zusammenkunft statt, wofür das Lokale erst bestimmt werden soll. — sIahrcstag der Erdbebenkatastrophe in Messina.) Murgen jährt sich znm erstenmale der Tag, an dem sich in Messina die furchtbarste Erdbebenkatastrophe uuserer Zeit ereignete. — Muc Weihnachtsschuecke.) Aus Rudolfswert wird uns berichtet, daß am 24. d. M., als ein Vogel-frennd daran war, dcn Singvögeln in das vor dem Kreisgerichle stehende Futterhäuschen Fntter zu streuen, eine mittelgroße' Weingartenschnecke !ü>!ix llftr^ti-l) an ihm vorübermarschierte. Zn dieser Zeit gewiß eine sehr seltene Erscheinung. —«. — (Die (5liristl'numfeier des freiwilliacn Fcuerwehr-unt> zNettunnoucrcines) im großen Saale dc6 „Mcstni Dom" verlief gestern abends in animierter Weise. Gegen k Uhr abends, als der prächtig geschmückte Tanncnbanm zum ^ubcl der .VIcineu in einem glitzernden Flammcn-mccr erstrahlte, luar der große Saal bis aufs letzte Plätz-chcn gefüllt. Herr Branddirektor Stricclj danttc der Bürgerschaft lion Lailinch für die vielen Geld- nnd Waren-svcndcn, die sic dem Vereine zur Ermöglichilng der Veranstaltung hatte zukommen lassen und gab dcr Hofflning Naum. daß sie das gleiche Wohlwollen dcm Vereine anch in Hinkunft licwahrcn werde. Ubcr huudert linder wurden sodann mit Spielsacheu, buchen uud Früchten beschenkt. Ein reicher Glückshafen gab jenen, dcncn Fortuna nicht abhold war. Gelegenheit, zu hübschen und praktischen Gewinsten zu gelangen. Desgleichen eine reich ausgestattete Tombola. Es wurden an 2000 Glnckshafcn- und 800 Tombolaiartcn abgcsctzt. so das; auch das Erträgnis dcr Veranstaltung als günstig bezeichnet werden kann. An der Feier wirttc eine Abteilung dcr Slov. Philharmonie mit. die für ihr flottes SpicI vielen Beifall erhielt. * (Auf der Treppe vom Tode ereilt.) Freitag mittags fand eine Frauensperson auf der Treppe des Hauses Nr. ? am Tomftlatz einen anscheinend bcranschtcn Mann liegen. Ein herbeigeholter Sichcrheitsluachmann konstatierte jedoch, daß dcr Mann tot war. Von der polizeilichen Kommission wurde der Tote als dcr 58jährige. in der Studcntengasse wohnhafte pensionierte Finanzwachoberaufschcr Johann Iuvan agnosziert. Invan, ein starker Altoholist, lvnr beim Vetteln im angegebenen Hause einem Herzschlage erlegen. * (Wem nchiiren die Ncncnschirmc?) Ein Fiaker fand in seinem Wagen zwei Regenschirme, die er bei der Polizei deponierte. Dcr Eigentümer wolle sich beim Polizcidcftar-tcincnt melden. * (Unfall.) Als nm Ehristtage abends der Schleifer Franz Vanino in angeheitertem Zustande nach Hause ging, stürzte er in der Vegagassc so unglücklich zu Nodcn, daß er sich den rechten Unterschenkel brach. Die durch Passanten von dcm Unfälle verständigte Polizei ließ den Verunglückten mit dein Rettungswagen ins Krankenhaus überführen. * (Vine Vctriincrill verhaftet.) An einem der letzten Abcndc machte ein Mädchen in einem (hasthause in dcr Floriansgassc eine ^cche von einer Krone. Als es znm fahlen kam, sagte sie, daß ihr Vatrc. ein reicher Grundbesitzer, die Schuld beglcicheu werde. Man holte einen Sichcrheitswachmann, dcr die Zcchprcllcrin zum Amte stellte. Tort entpuppte sie sich als die 21jährige. dienstlosc Kellnerin Maria ^wirn aus No^no, Gemeinde Blanica in Ulitersteicrinarl, die vor zwei Wochen ihrem Dicnstgcbcr, cincm Gastwirte in Gradiöcc, mit einem Betrage von 72 X durchgebrannt war. Die Betrügerin wurde dem Gerichte eingeliefert. (Wetterbericht.) Nie Niederschlage haben aufgehört. Dichter Bodennebel hüllte heute in der Fri'lhc die Stadt ein. Tie Temperatur ift eine mäßige, noch immer A Grad über dem Normalstande. Um 8 Uhr wurden im Freien 1:0 Grad Eclsius beobachtet. Dcr Luftdruck ist la-vicrcnd, seit dcn letzten zehn Stunden ist er kaum merklich gestiegen. Interessant waren die. Wettervcrändernngen der Wcihnachtölage. Nachdem es am Weihnachtsabend beständig bis in die ersten Morgenstunden in Strömen geregnet, heiterte sich der Himmel gcgcn 5, Uhr früh plötzlich auf. Bis Nachmittag hatten wir das schönste Frühlingswclter. Die Gipfel dcr Steiner Alpen erstrahlten in reinstem Neuschncc und vom Schloßbcrgc tonnte man die. Überschwemmung des Laibachcr Moores in ihrem ganzen Umfange beobachten. Nachmittags überzog sich der Himmel neuerdings mit rcgcnbringenden, alls Westen heranziehenden Stratus-Wolkcn. Der Regen, dcr abcnds eintrat, dauerte bis gestern früh fort. Nachmittags lösten sich die Wolken unter dem Einflüsse der kalten nordöstlichen Winde wieder auf. Doch scheint die Periode trüber Tage noch immer nicht ihr Ende gefunden zn haben. Dc unveränderliche Stand des Luftdruckes, die noch immer hoch über dcm Nurmale stehende Tcmpcralur und das schirottale. Wcttcr in dcn Mccrcsgcgendcn lassen auf veränderliches, unstabiles, mähig warmes Wetter schließen. Theater. Kunlt und Literatur. -- sSIovenischcs Theater.j Das vorgestern nach» mittags anfgesührte Weihnachtsmärchen „V lx»5i<«.i ix><'i" versammelte eine große Menge von kleinen Gästen, die mit gespannter Ansmerlsamleit die Vor» gange ans oer Vühne verfolgten. Dort obeli gab es Weihnachtszauber i» Hülle und Fülle, von der Ver» fasserin Elise Velhge°Truhn aus alleil Ecken und Enden zusammengetragen, mit einigen netten Tableaux., von dl'nen insbesondere die Schlußgrnvve, eine Weihnachts-kripve darstellend, lobend zu nennen ist. Überhaupt bil» dele das Szenische die Haupt-, das Schal!spielerische die Nebensache. Nis auf einige rühmenswerte Ausnahmen hatte man schlecht memoriert und nahm daher die Hilse oer Souffleuse »nil Vergnügen in Anspruch- die Prosa war holperig, das Versmaterial noch viel mehr. Einige. Mimen hallen keine Ahnung von einer lugisch richtigen Deklamation, sondern zerhackten die Verse nach jedem Schlußworte, setzten aber auch ^äsnren und Diäresen je nach der Eingebung der augenblicklichen Verlegenheil. — Wir halten dafür, daß Nachmitlagsvorstellungen, auch wenn sie siir Kinder gegeben werde», derselben Sorg» fall begegnen müssen wie d^.' Abendvorslellnngen. Das B e sl e ist anch da gerade noch gnl genug. I» der gestern abends vor ansverkanslem Hause allsgeführten sünfalligeu Tragödie „l^l-!>/<'in l'r,> leilnng der einzelnen Episoden nnd verschiedene Bühnenwirkungen, die namentlich im drillen Akte ein» dringlich zutage treten. Die Szene beispielsweise, w» Vanmlircher znm Tode geführt wird und sich von Eras, mus verabschiedet, ist dramatisch sehr gut eingesügt uud alisgesponnen' überhaupt ist der dritte All am besten geraten und bekundet einen gewiß schätzenswerten Sinn für dramatische Darstellung. Im sonstigen aber leiden die Akte an einer erorüclenden Langalmigleit. Nichts, sagende, alltägliche Deklamationen nnd Sentenzen, end» loser Jammer, Tuoesahnnngen nsw. behindern den Fortgang der Begebenheiten, so daß gnle drei Slnnden vergehen, bis Erasmus, vuu der verräterischen kfngel ge« trusfen, zusammensinkt. Da halle der Rotstift unbarm» herzig darüber hinfahreil müssen, nm so mehr als ihm dann auch so manche Banalität, die sich gar zu auf-dringlich gebärdet, zum Opfer gefallen wäre. Auch wäre Lmbacher Zeitung Nr. 295._________________________________2707______________ 27. Dezember 1909. es nicht voil Übel qcwcsc-n, dil> Liste der Totcn cin bißchen zu redu^crrn. Nannikircher wird hincn'richtct — übcr scinc Schuld blcilit man iibriqens qcradr so im dnnllcn wic übri das Motiv des Hasses, mit dem ihn Ncwbar versolql -^ nnn, das ist eine Tatsache, die nicht aus der Well geschasst werden kann. Auch Pappenheim fällt im Zweilampfe, „nd da schließlich noch Erasmns erschossen wird, so ist damit sür ein anständiges Naul,-ritlerdrama die Zahl der Mordtaten qerade ausreichend. Aber waruin mnß die Tochter des Vnrstooqts anch von Mörderhand fallen? Natiirlich, weil sie den Verrat des Knappen belauscht hat. Indes: m u ß sie ihu denn belauscht haben? Wir an Stelle des Autors hätten j,e noch lange Jahre leben lassen. Und der Knappe fällt anch. Warum? Weil's die poetische Gerechtigleit r>er-langt und weil — nnn, weil Conrad, d. i. der Erzieher des' Erasmus, sonst im Drama absolut leine Erislenz-berechliliuna. hätte ... So aber rächt er den Tod sei-nes Hcrrn^ indem er dem ungetreuen knappen einen schönen Todesstoß gerade in den Rücken versetzt. Es särble Rolle des Erasmus entsprach seinen« Tempe-ramenle; er hatte darin reichliche Gelegenheit zn beweg, ten Auseinandersetzungen und zn leidenschaftlichen Gefühlsausbrüchcn. Er meisterte seine Ausgabe mit lobenswerter Routine, welcher er um so mehr bednrfle, als die Rolle des Lueger auch an die Leistungssähigleit des Gedächtnisses große Anforderungen stellt. Am Schlüsse des zweiten Alles erhielt Herr NuiW einen Lorbeerlranz nebst sonstigen Angebinden und die Herren Veruv 5 el nnd Danilo richteten nnter lebhaften Veisallsäußernngen des Pnblilnms an ihren verdienst» vollen Kollegen herzliche Begrüßungsansprachen. Neben der Paraderulle des Lneger sino die übrigen Partien von geringer Bedeutung, so zwar, daß einzelne Dar-steller auch in Doppelrollen auftreten sonnten, ,'jn nennen sind die Leistungen der Damen B » t 5 elova , 5tandlerj e v a nnd Winlerova sowie die der Herren Veruv«ek, Skrbin^ek, Bohnslav, Povhö und Danilo lder durch seine ^alstasfmasle auch einige erwünschte Heiterteil ins Stück brachte). Herr Mötejl hingegen war als Graf Pavpenheim im Spiele herzlich unbedeutend, im Worte völlig nnzuläng. lich. Die Ensemblenninmern gestalteten sich lebensvoll. — l,,^l!r1ivoni l5l«l«l">.nik.") InHall der 12. Nummer: 1.) Stanlo Premrl: Josef Haydn. 2.) Fr. Kimovec: Nach Wien. 3.) 1'. .Hugol», Saltner: Die Orgel in Idria. 4.) Zuschriften. 5.) Verschiedene Mitteilungen, li.) Anzeiger. 7.) .'lm Jahresschlüsse. — Die Musilbeilage enthalt Mmpost° 5,'oncn von Stau so P r e m r l. Telegramme des l. e. Telegraphen Korreipondenz-Äureaus. Todesfall. Wien, 2«. Dczcinbcr. Hcrrrnhansmilsslicd Emanucl Nittcr v. P ruökowch ist im !'2. Lebensjahre gestorben. Ei» schweres Eiseubahnunsslülf. Wien, 2tt. Dezember. Dic k. l. Direktion für die Linien der Staatscisenbahnaesellschaft veröffentlicht fola.cn-des KomlNlNliqnl': ^.cmiis; den bisherigen Erhebungen ist infolge falscher Distanzschcidenstellnng der normal onrch-fahrendc Präger Schnellzug 2 Samstag, den 25. d. M., um N Uhr 80 Minuten vormittags in der Station Iihersto mangels eines direkten Vorfcchrtgclciscs mit dem auf das Dnrrchfahrt>.geleise des Schnellzuges rüclgcstellten Güter-zug 35! znsamlnengestotzen. Hiebei wurden <'eide Lokomotiven, zwei Dienstwagen und sechs Personenwagen stark beschädigt, darunter drei Personenwagen zertrümmert. Getötet wurden vom Bahnpcrsonalc fünf Personen, von Passagieren drei Männer und sechs Frauen. Verlcht wurden vier Mann des Personals und 14 Pnssaglere. Bluttat iu einer bosnischen Geudarmerickasernc. Tnrnjcvo, 20. Dezember, kürzlich giug folgende Mel-> dung ocs ..Magyar Tudosito" aus Vajina Äa5ta durch die Blätter: „In der Oendarmcrielascrnc in Slolani gichtig Slclani) an der vosnischen ^andesgrcnzc sind sechs Gendarmen sowie deren Köchin tot aufgefunden worden. Die Untersuchung ergab, daß die Unglücklichen vergiftet wurden. Von den Tätern fehlt jede Spur... An kompetenter Stelle ist von einem derartigen Vorfalle nichts bekannt. Obige Nachricht dürfte sich auf einen tragischen Vorfall beziehen, der sich ain 1. d. M. auf dem Gcndarmcricposten in Gjurgjevac bei Srebrenica zugetragen hat. woselbst der Postenführer Glumac in momentaner Geistesstörung den Postcnführcr Popovi^ durch cinen Schus; aus feinem Dicnstgcwchrc und die Köchin des Postens durch Kolbenhiebe und Stiche mit einer Gabel schwer verletzte und sich hierauf selbst erschoß. Panik in einem Kinematographen. Lcmbrrn., 25. Dezember. Heute nachmittags entstand während der Vorstellung iu einem .^incmntogravhcnthcater in der Milolasch-Passagc infolge falschen Fcuerlärms eine gros;e Panik. Das Publikum drängte zu den Ausgängen im Sliegenhausc, wo sich bereits Leute für die nächste Vorstellung angestellt hatten. Bei dem Gedränge fanden zwei flüchtende Knaben im Aller von fünfzehn und sechzehn Jahren den Tod infolge Erstickens. Acht andere Personen wurden vcrleht, darunter vier schwer. Sämtliche verletzten Personen mus;ten ins Spital gebracht werden. Von einem wütenden Hunde abbissen. (UradiSca, 25. Dezember. Von einem wutvcrdcichtia.cn Hunde wurden in Namons und in Villcscc neun Personen, darunter drei linder, gebissen. Vishcr ist es noch nicht gelungen, den Hund unschädlich zu machen. Stürme in Portugal. Lissabon, 24. Dezember. Oporto ist seit zwei Tagen von jeder Verbindung abgeschnitten. Der Sturm soll dort bedeutenden Schaden angerichtet und verschiedene Unglücks-fälle verursacht haben. Sämtliche Fahrzeuge wurden durch den Sturm vom Hafen abgetrieben. Man befürchtet, daß auch Menschenleben zugrunde gegangen sind. Opurts, 25. Dezember. Der Duro ist von zehn auf zwölf Meter gcsticgeu. Die Fluten drangen in die Speicher ein und schwemmten Vaumwollballen sowie Weinfässer fort. Viele Schiffe rissen sich von den Ankern los und strandeten auf den Sandbänken. Von der Bemannung des deutschen Dampfers „Cintra" wurden nur sechs Personen gerettet. Der deutsche Dampfer „Nestor" ist vor der Flutz-mündung aufgelaufen. Marokko. Paris, 25. Dezember. Eine Note der Agcncc Havas besagt: Der Führer der marokkanischen Gesandtschaft EI Molri übergab heule dem Minister des Äußern Pichon den gestern angekündigten offiziellen Brief, der das Einvernehmen über alle in Verhandlung gestandenen Punkte bestätigt. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtek. Neue Erscheinungen anf dem Büchermärkte. Simon Ncwcombs Astronomie für jedermann, k 3 NO. — Ribbing S., Sexuelle, Hygiene und dir Ethik für die männliche Jugend, lv I 20. — Ribbing S., Vurlrage über sexuelle Hygi ne und Ethik. X 1 20. — Nibbing S.. Hugienc und Ethik der Ehe. k I 2(». — Ieulsch C.. Die Partei. !v 1-ftO. — Köhler I,. Das Recht. K 1 «0. — Pannwih N,. Die Erziehung, X 180. > Mertcns Dr. E.. Das sexuelle Problem uud seine moderne ttrise, X 5 40. — Lüdl on I.. Moderne Wege znr Bildung für alle, X 2 16. — Seeli g er Ewald G., Zmück zur Scholle, Roman. !0. — Vogt P., Stimdmbilder der philosophischen Propädeutil, II. Logik. X 4 «0. — Abigt Emil I., Das Eigenheim des Mittelstandes, Ratgeber für Bau oder Kauf eiueö Eigenhansrs mit Gart>n. X 3'60. — H a m a n n Prof. Dr., Die Abstammung des Menschen. X 1-44. — Dcnnert Prof. Dr. E., Die Entwicklung, ihr Wesen und ihre Erforschung, X 144. - Preil Friedr., Dent'ch.ssranzösische Waffenbrüderschaft. X 6—. — Mandrill M. O., Seclenprobleme. X 3 «0. — Veterr L. H., Ziüstafel znr Äcrechnnug der Zinsen, X 1-^0. — Haß lein H,. Der Fluch der Zeit, X —-60. — Loti Pierre, Die Entzauberten, Roman aus dem gegen» wärtigrn türkischen Han'mslcben. X 4 80. — Rumpler E., Die Flnssmaschine kritische Vcsprcchnnq ausgeführter Flug» Maschinen mit besonderer Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung, X 7-20. Vmrätia. in der Buch», Kunst» und Musikalienhandlung Jg. v. Meinmayr 6 sscd. Vamberg in Laibach, Kongrchplah 2, Angekommene Fremde. Hotel Elefant. Am 24. Dezember. Schallcirnber, Moline, Priv, Neu» marltl. — Elarisse von Lindhcim.Pivcno. Generalkonsuls' witwc, s. Sohn, Schloß Rückers. — Strasjeger. t. l. Finanz» kommissär, Wolfsberss. — Kriz, Direktor. Prezid. — Baron Benedcl. Priv, Budapest. — Kranh. Priv., s, Bruder. Trieft. — Fröhlich, Kfm, Mien. - Hoffner, Priv., Miros. — Dr, Fischer, Advokat, Fünflirchen. — Schlesinger. Priv., Marburg - Candotti, Fiedler, Bauleiter; Eocciodctti, Wachter, Mr., Klagcufnrt. - Schamblk Kfm,, Fiume, - Stock, Foist, beamter, M.-Fcistrih. — Dr. Valovnil, l. l. Notar, Mottling. Verstorbene. Am 23. Dezember. Jakob Gerlman, Arbeiter, 30 I.. Rlldetzkyftrahe 11. — Alois Tomec, Inwohner, W I., Iapelj-gasse ^. Am 24. Dezember, Johann Iuvan. Finanzwach. aufseher d, R,, 58 I., Domplatz 7. — Gregor Stupar, Tischler. 50 I., Radetzlystrahe N. Landestheater in Laibach. 40. Vorstellung. Gerader Tag. Heute Montag den 27. Dezember Tie Puppe. Operette in drei Auszügen und einem Vorspiele nach dem Französischen des Maurice Ordonneau. Deutsch von U. M. Willner. Anfang um halb « Uhr. Ende 10 Uhr. Lottoziehungeu am ^4. Dezember 1W9. Graz: 28 51 1 15 5 Wien: 10 80 88 87 76 Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. 3 «.«5 -A KZ'3 ZZ 3<5k c,. 2U. N. 72«-7 12 1 SSW. schwach bewölkt 9 U. Ab. 7279 100 W. schwach Regen 7U. F. ! 728-1 8 3! S. schwach teilw. heiter 25. 2U,N. 729 7 1l U SW. schwach ! halb bew. 24 6 9U. Ab, 7323 92 W. schwach Renen 7U. F. 737 i 5 0 S. schwach bewültt 26. 2U. N. 738 4 4 9 SO. schwach . 11-8 9U. Ab. 7.^8 8 2 4 NO. schwach 27> 7 U. F ,738 2, 0-7< W. schwach i Nebel ! 0-3 Das Tagesmittel der Temperatur vom Freitag betraut 10-b°, Normale -2 4°. vom Samstag 9 8°, Normale -2 5^, vom Sonntag 4-1°, Normale -2-5°. Seismische Berichte und Beobachtungen der Lailmcher Erdbebenwarte (Ort: Gebäude der l. l. Staats-Obcrrealschnle.i Lage: Nördl. Vreitc ^ IN » l> Hl l! n m » l, Ul » l> ll! k" A a i b « ch : 24. 145 0114 53-----------------------011522011? V 1 (83) Bebende richte. Am 18. Dezember gegen I I Uhr 15 Minuten Stoß IV. Grades in «eroli (Rom). — Am i?0. Dezember gegen ^2 Uhr** 45 Minuten Nahbebenaufzeich» nung in Messina, Mi let, Tarent und Ischia. — Am 21. Dezember gegen 2 Uhr leichter Stoß in Umbrien und Sabinien; gegen 20 Uhr Stoß 111. bis IV. Grades in Mess ina. — Am 22. Dezember gegen 13 Uhr Bebenaufzeich« nung in Minco nnd Catania; gegen 14 Uhr 15 Minuten Aufzeichnung in Rocca di Papa und Domodossola. Bodenunruhe. Am 24. Dezember: Stark***. — Am 25. Dezember: Mäßig stark — Am 26. Dezember: Stark, etwas abnehmend. V -^ Ä'liltl'ssieüwni-al'h Vi^!,»!»!, W ^ Wiechsü Veodsl. ^^ Tir !!ci!n»n<,bs» drzislis» üch n»! miüfisinnpnNchl il n ril l,? wirb i« folssfüds» Nlcirlrssiads» llalsifizisrt: A»«Ich>l>nc lii« z» 1 MMimrlcr «jchl schwach», vo» 1 lii« ^ MiNiinrlsl «!chwach», Uo,! !i bi« 4 Milüinrlrr» «mcihiss stavl», vu» 4 bi« ? Millimelsin »slail', lw» / bis 10 Milli»»'!l's!! »srlir ftarl» >md lilirr Millixisler «n,ißere ml'i'tt'lich swll». — «Allgiiüli,,!' VubslüOlrübf» bed?>l»et nlfichzsiü« a,,s!ss!!>»b->»Ul»!W der Kreditteilnehmer des Kreditvcrcincs der Äraiu. Spartasse in Laibach. Ünclerung 6er Verelnzltatuten. laibH«!,, ^?. Dezember ^09. Der Obmann des Arcoitteiliielimer.Romitees: (4402) 2-2 Johann Mathian senior.