Nr. 289. Mittwoch, 17. December 1890. 109. Jahrgang. Mbacher Zeitung. >»»»»m,rn.»on«pre<«: Mi» P ° sl» tr < tnb u n « : ganzjaHii« ss. ll». h°lbn. Im « ° mp» °« r : "NMbrig fl, „, halblühlia fi. 5 5«. ^»r die Zussellu»» ln« Hau« «anziOhrl« fl. l. - Inserilononebür: ssür Ntwe Initiale bl« zu 4 «sill» L5> lr., «rohere vrr «eile « lr, - bei ««ere" Wisderbl'l,»,^» per Zelle » tr. Dle «liaibacher Zettunz» ericheint lilglich m« Ausnahme der Könn- und sseiertaze. Die Adm!»!ftl«,t<<»« befinde» sich «on„resevl»V ». die «edattion «ahnhofza^e »4. VvrechNimken de? » ^gesuchten Uebernahme in den dauernden Ruhestand ^s Ritterkreuz des Leopold'Ordens mit Nachsicht der "le allergnädigst zu verleihen geruht. . Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 2. December d. I. ^n Religions-Professor am Staatsgymnasium ,n Tr,est ^°hann Nepomul Legat zum Domherrn des Kathe-"lllcapitels in Trieft allergnädigst zu ernennen geruht. Gautsch m. p. Der Ministerpräsident als Leiter des Ministerium« "s Innern hat den Ingenieur Candidu« Thalmann i"" Oberingenieur und den Bau-Adjuncten Jakob ^teinko zum Ingenieur für den Slaatsbaudlenst m ^teiermarl ernannt. _____ ____ Nichtamtlicher Weil. Die herrschenden Uclielstände im landwirtschast-lichen Betriebe. Vom Cultur-Ingenieur «. Tschadesch. , Vielseitig gibt man sich der irrigen Ansicht hin. ?'!« die gegenwärtigen Resultate der Vodenerträamsse !" Oesterreich alb befriedigend betrachtet werden tönn« "": d°ch in Wahrheit ist'der Futterbau dermaßen uer-"°chlassigt. dass im allgemeinen selbst die germge Zahl ^lch. das wir besitzen/nicht selten Hunger zu lelden M und des Mangels an Flitter wegen auf dle Schlacht» .°nl geführt werden muss; und da es an dem "ö-Mn V,eh mangelt, so fehlt es auch an den nöthlgen ^"nOofW. um unseren Körnerbau auf die Dauer zu !!^ern. während anderseits um viele Millionen Gulden l^llich in den Bächen und Flüssen und von denOrt« !^°ften «. die Düngstoffe dem Meere zugeführt wer« "". anstatt diese auf unseren Fluren zu verwenden. 5 9n der Bewäsferungsfrage ist in den österreichischen plündern bis heute, mit sehr gelingen Ausnahmen. i^Nar nichts geschehen, weshalb wir denn auch ^n« deren Ländern gegenüber insoferne im Vortheil sind, das« bei uns weder misslungene Bewässerungen noch unglücklich? Entwässerungsanlagen in einem solchen Maße anzutreffen sind, wie wir solche z. B. an der Theiß in Ungarn u. s. w. kennen lernten. In den meisten Fällen, in denen bis heute für die Ducchfüh. rung von Wasserbauten von Seite der k. k. Regierung und von den einzelnen Kronländern Vorkehrungen ge-troffen oder selbst Bauten durchgeführt wurden, handelte es sich immer nur um partielle, auf geringe Aus> dehnung sich erstreckende Entwässerungsarbeiten, um Uferuersicherungeu. Regulierung kleiner Flugstrecken, d. b. um solche Arbeiten, die entweder für Schiffahrt»» zwecke oder dazu nothwendig waren, um an einzelnen Orten die verheerenden Ueberschwemmungen der Ufer' ländereien zu beseitigen. Die in kurzen Strecken aus« geführten Durchstiche und Eindämmungen der Fluss-läufe in Oesterreich konnten aber, insoferne man damit die verheerenden Ueberschwemmungen beseitigen wollte, ebensowenig von einem günstigen Resultate begleitet sein, als dies in anderen Landern bei ähnlichen Ärbei-ten der Fall ist, wie auch die an unseren eingedämmten Flüssen sich ergebenden Misserfolge nun wohl hinläng» lich belehrt worden sein dürften. Wohl finden wir. dass infolge der Ausführung von Durchstichen und Dämmen an den österreichischen Flüssen, wie z. B. im March, thale unterhalb Kremsier durch die Geradelegung der March und durch Eindämmung derselben an dem Ölte der ausgeführten Arbeiten die Hochwäfser der March nicht über die Dämme treten und dass daher ein Erfolg der Durchstiche- und Dammarbeiten, d. h. die Verhütung der Ueberschwemmung?n konstatiert sei. Allein derartige Erfolge, wie wir solche an mehreren Flüssen in Oesterreich, wie auch beim Donaudurchstiche bei Wien finden, sind bei genauer Betrachtung der ört. lichen Verhältnisse immer nur «scheinbare», sie sind für den Kurzsichtigen sehr trügerisch, denn man vergisst z. B. an der eingedämmten Flussstrecke unterhalb Kremsier, dass man sowohl mit der Geradelegung als mit der Eindämmung der March nicht nur am Orte der ausgeführten Arbeiten den angrenzenden Läudereien mehr schadete als nützte, sondern dass man auch den Nachbarn weiter abwärts im Thalgebiete das Hoch. Wasser sozusagen viel schneller in die Schuhe leitet, als dies vor der Durchstechung der March der Fall war. Aber jene Ländereien, die man gegen Überschwemmung schützen wollte, d. h. die man durch die Dämme des Marchflusses der Erhöhung entzog, liegen fast das ! ganze Jahr hindurch nicht nur «nass», sondern theil» weise sind die Gebiete hinter den Dämmen in Sumpf verwandelt, der wie überall das Auftreten von Fieberkrankheiten zur Folge hat. Kommen min Beschwerden über die Zunahme der Ueberschwemmungen von jenen Grundbesitzern, die unterhalb eines solchen Durchstiches vder Dammes wohnen, nun, so gibt man ihnen den vermeintlich guten Rath, es den oberen Besitzern nachzuahmen, d. h. die Durchstiche und Dämme weiter abwart« fortzusetzen. Die Bewohner in den oberen und mittleren Thalgebieten kümmern sich nicht darum, ob sie ihren Nach« barn weiter abwärts mit den Durchstichen und Dämmen schaden oder nützen, denn sie verfolgen immer nur den Zweck, das Wasser so schnell als möglich los zu werden ; sie fragen nicht danach, ob sie des Wassers in trockenen Zeiten für ihre Felder und Wiesen bedürfen oder nicht, sondern sie behandeln das Wasser als einen Feind, den man über die Grenzen zu schaffen hat. Kommen aber nach der Dnrchstechung und Eindämmung solcher Flussstrecken die früher sehr fruchtbaren Wiesen, denen man durch die zu ti'fe Senkung des Grundwassers die nöthige Feuchtigkeit entzog, nicht nur in ihren Erträgen zurück, sondern sieht man diese mit der Zeit sich in solche Weideflächrn verwandeln, auf denen das Vieh umsonst nach einem Grashalme sucht, nun, dann wünscht man den «Regen» oder man gibt dem «Wetter» die Schuld, während man doch an dem ganzen Elende selbst die Schuld trägt. Ganz ebenso verhält es sich mit der Devastation der Wälder und der dadurch herbeigeführten Verschlech. terung der klimatischen Verhältnisse, der Vermehrung der Extreme, der Vermehrung der Ueberschwemmungen, ferner mit dem periodischen Versiegen der Quellen und Bäche und schließlich auch mit der Zunahme der Intensität der Wolkenbrüche. Der größte Theil der Berg-lehnen und Anhöhen wurde meist von Gemeinden und Privaten, insoweit nicht die staatlichen Behörden und wie das hier brjo.idrrs betont werden muss. auch manche größere Herrschaft«' und Privatbesitzer für die Erhaltung der Waldungen Sorge trugen, in der Absicht abgeholzt, um entweder das Holz zu Gelde zu machen oder Ländereien zu gewinnen, welch letztere aber heute als Oede oder Weide weder einen nennenswerten Nutzen für die Landwirtschaft liefern, ohne daran zu denken, von dem früher gelösten Geldertrage des vei-kauften Holzes auch nur einen geringen Theil für die successive Wirderaufforstung der entblößten und ohne Feuilleton. Weihnachts - Biicherschau. , Gedankensplitter sind bekanntlich eine schöne und Me Sache. Daher wir denn auch mit einem Gedanken-Mer au« einer später des näheren zu besprechenden 3"'te diese Zeilen zur Empfehlung einleiten wollen, 'l heißt: Man empfängt dich nach deinem Gewände ""d entlästt dich nach deinem Verstande. ,.,. Da liegen sie zu Haufen die prächtig gebnndenen M prächtig auch im Innern ausgestalteten Bücher ^ den Weihnachtstisch. Wir empfangen sie nach ,hrem ^lvande. und nach geschehener Lecture entlassen wlr ^ "ach ihrem Verstände. Wir können gelrost sagen^ sH ben Büchern, die wir hier auserwählen. halten stch bpfang und fslannter innerer Wert die Wage. Q^ '9m Wechsel der Tage. Unsere Jahreszeiten un ^wuck von Kunst und D'chtung». so betitelt sich eme f., , dem renommierten Kunstverlage von Ferdinand U" 6 Soh„ ;„ Leipzig stammende Auswahl aus den 3k .c" d" besten deutschen Dichter, herausgegeben von h "f Brennecke, vollständig neu bearbeitet von Paul ^"ze. Ein wahres Prachtwerl, gediegen und dlstln-d'"l und fur un« in Oesterreich von ganz beson. 5l, ? Interesse durch die Aufnahme und stilvollste ^"ration des meisterhaften Gedichtes «Der junge V?""' Ihrer k. und l. Hoheit der Frau Erzherzog,« b°^ Valerie, wo der Text eine reizend ausgeführte uMblrg«lanbsÄ,aft umrahmt, voll poetischen Duftes d°z?°5 fesselndster Naturtreue. Die 176 Seiten. d,e treffliche Buch zählt, sind fast alle mit zahlreichen, sämmtlich bestgelungenen Holzschnitten nach Zeichnungen hervorragender Künstler und Heliogravüren nach den Originalen von F. A. Kaulbach. E. Niczky und Th. von der Beek geschmückt. Unter den vielen hundert gebrachten Gedichten, welche als Erläuterung und Begleitung der wechselnden Jahreszeiten geboten erscheinen, sind, von österreichischen Verfassern herrührend, außerdem noch solche von Lenau, Hamerling. Leuthold, Ada Christen, L. A. Frankl, Stefan Milow. Rosegger, Betty Paoli u. a. Es braucht nicht erst betont zu werden, dass das nun schon in 6. Auflage vor dem Lesrpublimm erscheinende Prachtbuch in stimmungsvoll und künstlerisch vollen« detem Einbande mit siuniger Allegorie der vier Jahreszeiten vor dem Beschauer sich präsentiert. Der in Production künstlerisch vollwertiger Publi-cationen unermüdliche Verlag vo„ Gainer und Pfeifer in Stuttgart bringt namentlich vier hervorragend aus« gezeichnete größere und kleinere, gleich eminent zusammengestellte und entzückend illustrierte Gedicht- und Nlumeiispeuden, von der feinfühligeu Elara Braun so ausgewählt, beziehungsweise voil der kuilstsinnigen Ver» lagifirma so ausgestattet, dass diese Sammlungen in Wort und Bild die Herzen von jung und alt, der Frauen« und Herrenwelt, so weil ihr Poesie kein leerer Wahn, erheben und erfreuen müssen. Es sind dies: «Der Schönsten die Rose», «Des Lebens Mai», «Knospen und Blumen». «Gedenke mein»; das bedeutendste so» wohl dem äußeren wie dem inneren Werte nach ist das Liederbuch «Der Schönsten die Rose», das sich ganz speciell als Weihxachtsgade sür junge Damen eignet, die durch die glückliche Ide.: der Verleger, auf dem Einbande ein künstlerisch ausgestattetes, die Koni- gin der Blumen, die Nose, in meisterhafter Malerei weifendes Atlas-Riechlisstn anzubringen, uns gar verführerisch entgegenduftet. Acht in buntem Lichtdruck ausgeführte Vollbilder zieren diefe Gedichtsammlung, in der wir auch zahlreiche Österreicher vertreten finden. Die ansehnliche schlesische Buchdruckerei, Kunst-und Verlagsanstalt, vorm. S. Schottländer in Vreslau. die das ganze Jahre die Lesewut mit den tüchtigsten Erzeugnissen der modernen Belletristik mit WertVn von Fürst Meschlschersly, Paul Lindau, Goitschall, Amyntor u. v. a. versieht, ziert auch unleren Weihnachtstisch mit diwrsen neuen vorzüglichen Werken, u. a.: «Das ma» lerische Schweden», das mit seinen 160 vortrefflichen Illustrationen und dem gediegenen Texte (aus dem Schwedischen übersetzt von O. Hoppe) geeignet erscheint, auch demjenigen, der nicht so glücklich ist, in Persona die ausgesuchten Naturschönheiten dieses nordischen Reiches kennen zu lernen, dieselben getreu und anschaulich vor das geistige Auge zu zaubern, dann «Altes und Neues», Studien und Kritiken von Wilhelm Lübke, dem berühmten Kunsthistoriker, welches classische Buch uns in seinen unser Oesterreich betreffenden Abtheilungen: «Peter Vischer und da« Denk-mal Kaiser Maximilians in Innsbruck» und «Künstlerisches au« Oesterreich» besonders zu interessieren vermag, und schließlich «Bunte Blüten». Gedichte oun Rudolf v. GottschaU. durchwegs wahre lyrische Pracht-stücke enthaltend, darunter wieder von ganz ausnehmender Schönheit der Empfindung das Gedicht «Miramare». Alle Bücher, die aus dem Verlag? von «vormals S. Schottländer» hervorgehen, eignen sich ob ihrer vornehm eleganten Ausstattung zu Geschenkbüchern in erster Linie. Lailiacher Zeitung Nr. 2?s. 2420 17. December li^". Ertrag daliegenden Flächen zu verwenden. Diese That. sache der Walddrvastationen finden wir übrigens nicht nur in Oesterreich-Ungarn, sondern in ihren traurigen Folgen fast in allen Staaten Europa's. Unsere Landwirte finden es fast unerklärlich, dass nicht nur der April, sondern sogar auch der Mai durch die in den letzten 50 Jahre» eingetretenen vorherrschend kalten Luftströmungen derartige Extreme herbeiführt, dass die Saaten der größten Gefahr ausgesetzt sind, und doch sind diese Uebelstände durch nichts anderes als durch die Devastation der Wälder, d. h. durch menschliche Eingriffe hervorgerufen worden. Manche Thalbewohner finden, dass nicht nur flüher bestandene sehr ergiebige Quellen an den Berglehnen entweder in neuerer Zeit ganz versiegten oder nur zeitw ise Wasser liefern, sondern dass auch dir Brunnen austrocknen oder tiefer gemacht werden müssen; sie finden, dass die Mühlen an den Gebirgsbä'chm. die früher das ganze Jahr in Thätigkeit waren, jetzt nur einige Monate betriebsfähig sind. weil ihnen das nöthige Wasser fehlt, und doch sind alle Ursachen dieser Uebelstände auf die Thätiqteit der Waldfeinde, d. h. auf die Fehlgriffe der Bewohner der Bach» oder Flussgebiete selbst zurück« zuführen; denn hätten sie ihre Waldungen gepflegt, anstatt verwüstet, so würden die Eigenthümer derselben nicht nur eine ständiqe Nutzung des Holzbestandes ihren Rachkommen gesichert haben, sondern die zeitweise vorherrschend kalten Luftströmungen, die uns jetzt der Mai bringt, wären heute ebenso unbekannt, wie sie dies vor noch kaum 100 Jahren gewesen sind. Die jetzt ausgetrockneten Teiche und Seen in den Gebirgen würden ebenso bestehen und mit Wasser versorgt werden, wie vor 100 Jahren und die Uebelschwemmungen der Thäler und die Anschwemmungen der Acker Erde und der Waldstreu aus den Gebirgen würde jedenfalls in nicht so hohem Grade auftreten, wie dies leider jetzt der Fall ist, wenn man den Wert des Waldes nicht unterschätzt hätte; ja manche Thäler wären ohne Gin« bämmung der Flussläufe g'gen Ueberschwemmung geschützt, und zwac aus dem Grunde, weil der abgeholzte Wald Ul'd die abgeschlämmte Moosdecke in ihr<>m flüh ren Bestände die Eigenlchaft besaßen, das Wasser bei Massen Niederschlagen in den Gebirgen zurück zuhalten, während dasselbe von den jetzt kahlen, resp. entwaldeten Oebirgshängen Plötzlich ms Thal hinab» stürzt. Aber auch durch die Wolkenbrüch?, respective Ge« witter würden, wenn man nicht in den letzten hundert Jahren den günstigen Einfluss des Waldes auf die klimatischen Verhältnisse unterschätzt hätte, keinesfalls so intensiv auftreten, als dies heute an manchen Orten der Fall ist. Bekanntlich theilt man die Ursachen der Entstehung der Gewitter in zwei Gruppen, und zwar in jene der plötzlichen Veränd^ung der polaren und äquatorialen, und in jene der auf- und absteigenden Luftströmuügen. Tritt nämlich, wie dies bei uns der Fall ist, duich dl> ungleiche Erwärmung der Nordwestoder Noldostwinde, d.h. duich die polaren Luftströmungen emerseits und durch die Südwest- oder äquatorialen Winde andelseits, eine gegenseitige Verdrängung ein, so werden durch den raschen Wechsel dieser entgegengesetzten Luftströmungen die plötzlichen Ausscheidungen von Niederschlagen ebenso herbeigeführt, wie dis beim Ausgleiche ungleicher Erwärmungen zwischen Berg und Thal. d. h. hei auf« und absteigenden Luftströmungen der Fall ist. Die Entstehung der Wolkenbrüche ist also in beiden Fällen von der größeren oder geringeren Heftigkeit der stattfindenden Ausgleichungen der verfchiedenartigen Luft« strömungen abhängig. Der Wald übt aber einen be« deutenden Einfluss auf die Richtung der polaren und äquatorialen Luftströmungen aus; er mildert nicht nur die Extreme der Luftströmungen, sondern letztere werden sogar unter Umständen vom Walde auch ganz zurückgewiesen. Zwischen Berg und Thal findet bekanntlich eben< falls ein beständiger Ausgleich der verschiedenen Erwärmungen der Luftschichten statt; sind die Gebirge und Berglehnen bewaldet, so ist der Ausgleich dieser auf- und absteigenden Luftströmungen namentlich an den Berglehnen kein so heftiger, als wenn letztere kahle Flächen da» bieten, die zu einer übermäßigen Erhitzung und demnach auch zu größeren Extremen zwischen Berg und Thal Veranlassung geben. Ganz ähnlich wie beim Walde ist nun aber auch das Verhältnis zwischen einer trockenen und einer bewässerten Fläche. Weun wir nun auch die Gewitter, respective Wolteubrüche. trotzdem dieselben als locale Erscheinungen zu betrachten sind, zu beseitigen nicht die Macht besitzen, so können wir doch durch gute Instandhaltung der Waldung»«, durch Zurückhalten der Feuchtigkeit, d. h. durch künstliche Bewässerungen, namentlich dann, wenn dieselben im grö> ßeren Maßstabe ausgeführt werden, die Extreme der Erwärmung des Bodens und der Luftschichten mildern und demnach auch zur Herabminderung der Intensität der Woltenbrüche wesentlich beitragen. Denn über einer Wald-, Wiesen- oder Wasserfläche, wie über den künstlich bewässerten Gebieten sind die Luftschichten niemals jenen Extremen ausgesetzt, als über unbebauten und ausgetrockneten Landstrichen; die Ausbreitung der atmosphärischen Niederschlage in einem bewässerten Thala/biete findet viel leichler statt, als in einer au«« getrockneten Ebene, und endlich können die Schwan« kungen der Luftfeuchtigkeit und die Extreme zwischen Hihi» und Kälte durch die Benützung des Wassers zur künstlichen Bewässerung in einer für die V getatwn besonders günstigen Weise auf ein Minimum hinab gedrückt werden. Man beschränkte sich bei uns darauf, am Ölte der Erscheinung der Inundation die Uebelstände zu behebe« ; aber die Ursachen an ihrer Wurzel, d. h. na» mentlich in de» Gebirgen zu erforschen und zu beseiti gen, daran wurde bei uns noch w^'ig gedacht. Mit Ausnahme der in letzter Zeit in Anregung gebrachten Bewässerung des «Marchseldes» und des «March thales» finden wir fast im ganzen Reiche Mangel a» richtiger Erkenntnis d^r B wässerunqsfrage, und wenn auch in einzelnen Theilen des Reiches seit vielen Jahren von einigen weniger intelligenten und ersah renen Landwirten die Nothwendigkeit der künstlichen Bewässerung der Felder richtig erkannt und von diesen wenigen die Durchiührung devartiger Arbeiten angestrebt wird. so f'hlt es im allgemeinen der gesammten la»d wirtschaftlichen Bevölkerung doch noch an dem richtigen Verständnis für die Durchführung derartiger Meliorationsarbeiten. Ein weiterer Umstand, welcher die Land« Wirte abhält, solche Anlagen durchzuführen, liegt in der Schwierigkeit der Aufbringung der Kosten, wie nicht minder m dem Mlsttrauen der Bevölkerung gegen jede Neuerung. Von einem wirklichen Wohlstande unter den Landwirten kaun, nach den bestehenden Ve» Hältnissen zu urtheilen, kaum die Rede sein. In dieser Beziehung können wir aber auch in Zukunft keine Besserung er» warten, wenn nicht ernstlich daran geg"ngen wird, die Vodenerträqnisse zu heben, den Futtcrbau und «-stand zu erhöhen und dem!Voden mehr abzugewinnen, als dies bis heute der Fall ist. Der Landwirt ww von seinem Grund und Boden nur immer Vortheile ziehen, seine Existenz fristen, während doch in W>r'-lichkeit sehr wenig oder gar nichts geschieht, um dew Boden die ihm entzogenen Kräfte wieder zuzuführen. Es mi'ss die Beseitiguna der herrschenden Uebelstände des landwirtschaftlich?,, Erwerbes eine der wichtigste" Aufgaben nicht nur für die Volksvertretung, sonder» auch für die Landwirte felbst bilden. Nur dann. wenn es der landwirtschaftlichen «tt< völkerung nicht an dem nöthigen Verständnis, an dem nöthigen Fleiße und an d»r nöthigen Einigkeit in dem vereinten Vorgehen mangelt, nur dann können bei «n-Wendung richtiger Mittel die Uebelstände in der Lanv' wirtschaft nicht nur beseitigt, sondern infolge dessen ott Wohlstand der gesammten Bevölkerung, die Hebung ocr Industrie und des Handels in verhältnismäßig M kurzer Z-it in jener Weis? gesichert werden, wie dtt» für unsere staatlichen und ^'finanziellen ^Bedürfnlsfe sln die Zukunft erforderlich sein wird. Politische Ueberlicht. (Das Herrenhaus) des Reichsrathes b'ell vorgestern eine Sitzung ab. in welcher der P'^e, warme Nachrufe den verstorbenen Mitgliedern Rod^. Koller. Kubin. Nostih und Tomasch.k widmete, wora"' Fürst-Erzbischof Dr, Gruscha die Nnqelobung le,M> Das Herrenhaus nahm sodann die kaiserlichen " "^ nungen vnm 6. September und 10. November, b'tll fend Unterstützungen aus Staatsmitteln einiger d^ Elementarschäden heimgesuchter Kronländer, zur "ew liis und ertheilte dem Staatsvertrage mit 3^^ betreffend den gegenseitigen Nutorenschutz, ^6 'timmunq. Das Gesetz über den fürstlich Liechtenstein schen Familienvertrag von 1842 wurde ohne Deo" angenommen. ... (Die Oeneraldirection der «?" bahn) hat namens der vetheiliaM Verwalwnq eine Kundmachung inbetreff der Einführung bes "/ Lev'ntrtarif« erlassen. Derselbe tritt mit 1- "a"" 1891 für den directei, ssrachtenlransvort ""I ^, Haf. np ätzen: Piräu«. Syra. Smyrna. Salon'ch, . deaqatsch. Constantinopel. Galaz.Braila (im Sow" ^ Kü'stendje (im Winter), über Trieft und Fiume see"" in Wirksamkeit. Die Frachtsätze umfasfen die ""'.^ der Beförderung mit der Eisenbahn bis Trieft. ".^ hunqsweise Fium?, die Vermittlungsspesen in ^ ,^ beziehungsweise Fiume. sowie die Kosten b^-MeN oerunq ab Trieft, beziehunqeweise Fiume. mit ^.A,^, der Damvfsch,ffahrt«.GeseUschaft des österre'ctM^ aarischen Lloyd nach den V slimmunqshafen "' ^ Ziffer, und findet der Tarif unter gewiss, u Beding""^ auch Anwendung auf Sendungen, welche in TrMl, ziehunqsweise Fiume. reexpediert werden. ^z (Parlamentarisches.) Wie man ""'^t-Wien telegraphiert, beantragte Abg. Kathrein im UM» Ausschüsse als Referent über die Dringlichte'tsa" ^ der Abgeordneten Reicher, Tausche und K/eP^' .^, Regierung sei aufzufordern, nach Maßgabe '" ^^de mark. im Bezirke Ioachimsthal und in der Gew ^ Prümleß nach gepflogenen Erhebungen den vo^^ Führt uns Rudolf v. Gottschall an die Ufer der blauen Adria um Trieft, so entrollt die geistvoll aristo» kratisch«? Feder der österreichischen Romanciere Paul Maria Lacroma »in fesselndes Bild des Curlebens an der österreichischen Riviera in und um Abbazia in ihrer «Dosta von Drontheim» mit wahlhast südlicher Farben» glut und Farbenpracht, so dass dieses jüngste Werk, das in brillanter Ausstattung bei E. Pierson in Dresden erschien und von der Kritik einstimmig alles Lob erntet, sich wie als fchönste Erinnerung an Abbazia im allgemeinen, so im besonderen als schönstes literarisches Weihnachtsgeschenk eignet. Graf Eugy Aichelburg. unser heimatliche Dichter und Compositeur, singt sich mit seinem Gedichtbuch: «A greimts Kraffl» — einem wahren Füllhorn tief aus dem Voltilrben der Nlpenläudler hervorgeholter Dialektgedichte — in alle für Voltithümlich'es und humorvolles empfängliche Herzen tief hinein und erscheint diese poetische Gabe aus diefen Gründen so recht geeignet als Geschenk für Freunde der Nlpuwclt und ihrer Bewohner Eigenthümlichkeiten und Eigenheiten! Soeben erschien eine neue Gedichtsammlung von Graf Eugy Aichtlburg: «Mit Gott und sich allein», «Ernste Gedanken», zugeeignet feiner Taute Gräfin M'zl Aichelburg. auf welche jüngste ganz vorzügliche Publication des liebenswürdigen heimatlichen Dichters wir ,!och ausführlicher zurückkommen wollen. Dem Volkathum entsprossen und dem fürs Volks« leben sich Interessierenden daher sich zuwendend, ist die sprachliche und cullurgeschichtliche Erläuterung der> deutschen Redensarten, die Albert Richter unter dem Titel: «Deutsche R.dfnea,te>,. im Verlage von R'cha^d Nichter in Leipzig erscheinen ließ. Das im Pracht-gewande der Geschenkliteratur sich bietende Buch hat aber zugleich einen eminent dauerwertigen Inhalt. Es erklärt dem wissbegierigen Leser das Herkommen, den Sinn, die Bedeutung der meist landläufigen deutschen Redensarten, wie z.B.: «Den Kopf waschen», «In die Pfanne hauen», «Den Daumen aufs Nug setzen», «Am Katzentifch sitzen», «Den Text lesen», «Das Gras wachsen hären», «In die Bresche treten», «Aus dem Sattel heben» u. s. w. und als letztes «Von a bis z». Es wird wenige Leser geben, die das tresslich zusammen» gestellte Werk nicht mit größter Befriedigung aus der Hand legen, gleichwie es sich zum steten Nachschlagebuch eignet. Ein solches Nachschlagebuch, zugleich ein geistiges Herbarium voll herrlicher Blüten und Blumen, sind die von der bekannten Firma Braun & Schneider in München aus dem Succus des Succus der «Fliegen« den Blätter» herausgegriffenen und in die Welt ge» sandten Gedankensplitter, schon zwei ziemlich stattliche Bände in eleganteste» Einbanddeckel» und mit zwar etwas kleinerem aber scharfem und deutlichem Drucke; die einzelnen Splitter nach ttateqorien geordnet, so dass der «Suchende» mit geringer Mühe Splitter — richten kann, obschon, dies sei gleich bemerkt, es mit dem «Richten» da seine geweisteu Wege hat, denn diese Gedankensplitter sind ein gutes Buch, das ist nicht zu leugnen, und sieh da, in den Gedankensplittern selbst finden wir die Stelle: Der beste Gesellschafter, weil man von ihm was lernen kann und nicht zu befürchten braucht, von ihm je ausgerichtl!" e^bst mecum greifen und ein um das andere Stück 1 n vorlefen oder vorlefen lassen. Kckneidec Wenn man von der Firma Braun « «3" hie spricht, so ergibt die Ideenassuciation n'^^chenec .Fliegenden Blätter», sondern auch die <^»" hes Bilderbogen», jenen schier unerschöpflichen -o ^h köstlichsten Amusements für jung und alt, I" ,st und klein, der schon in 42 Bücher angewau^,^ und darin Costümbilder, die Welt in V"der ' M'. aus dem Alterthum. Scheibenbilder, ^V Mhc> Märchen u. a. m. enthält, alles voll Leben "",".^gabe. heit, voll Drastit in der Auffassung "«d "' „her ein wahrer Nationalschatz des deutschen «oil^ ^ auch zugleich ein Gemeingut für alle ^"H HaliM für da« Unterhaltende und Belehrende der «" '"-interessieren. ... ^. reifA' Ebenso gute als schöne Lecture l"r " „„ ^. Jugend liefert die Verlagsanstalt von s" M"' Me'idinger in Berlin. Wie die Alten snnge" 1" » l'llibachcr Feltung'Mr. 289. 2421 l 7. December l»90. lnentarschaden Betroffenen mit thunlichster Beschleunig gung entsprechende Unterstützungen zu ssewähren, respective die nothwendigen Credite hiefür zu beanspruchen, hofrath Dr. Edler v. Vraunhof erklärte, die Reqie» tung halte bisher keinen Anlass, eine Nothstandsaction unter Inanspruchnahme der Staatsmittel für Steier-Mllrl einzuleiten. Der Antrag des Referenten wurde angenommen und beschlossen, dem Hause mündlich Vericht zu erstatten. (Statistik des Außenhandels.) Das vorgestern ausgegebene Reichsgesehblatt enthält die Durchführungsbestimmungen für das mit dem neuen Jahre in Kraft tretende Gesetz, betreffend die Statistik des auswärtigen Handels. Gleichzeitig ist für die Zwecke der slaUslischen Anmeldung und amtlichen Nachweisung der 2in>, Aus- und Durchfuhr von Waren und Gegenständen e>n neues statistisches Warenverzeichnis für den auswärmen Handel des österreichisch'Ungarischen Zollgebietes festgestellt und herausgegeben worden. (Nie deröster reich.) In der vorgestrigen "bendsiylmg des niederösterreichischen Landtaa.es be-°."traa.te Garnhast, den Tabakbau in Niederösterreich anzuführen, wenigstens in jenen Weinbaugegenden, selche durch die Phylloxera verarmten. Hememann beantragte, zunächst die Wiedereinführung amerikanischer ""ben vorzunehmen. Letzterer Antrag wurde ange-Nonimen. (Königin Natalie) beabsichtigt nunmehr, im ^deutlichen Processwege die richterliche Zuerkennung ^ Rechtes, mit ihrem Sohne zu verkehren, auf Vrund "er einschlägigen Bestimmungen des serbischen burger-Mn Gesehbuchss zu erlangen. Ihr Anwalt dürfte Anmachst beim Belgrader Civilqerichte eine Eingabe ^ diesem Sinne überreichen. Dem Schriftführer der ^lupötina. der ihr die bekannte Resolution übergab. Klärte die Königin, sie werde auch weiterhin trotz alle« ^m im Kampfe für ihre Mutterrechte ausharren. Anderes verlautet von glaubwürdiger Seite, die Regenten ^len entschlossen, falls die Kö„igin dem Lande ernste "erlea/nheiten bereiten sollte, sie nöthigenfalls kategorisch jUlN Verlassen des Landes aufzufordern. (Das preußische Abgeordnetenhaus) ""rd seine Plenarsitzungen am 8. Jänner wieder aus« Lehmen. Zum salben Tage werden auch die Com» "llssionen d'i Richttages ihre Thätigkeit fortsetzen, und ^n hofft den Schluss der Reichitagssessioi, vor Ostern äu ermöglichen. In der nächsten auf den 13. Jänner ^beraumten Reichstagisitzung sollen die Initiativ-«nlräqe auf Abäuderuna. des Zolltarifs zur VerHand, '"ng kommen. Trotz der zweifellosen Ablehnung dieser "Nlräge wird diese Iolldebalte vielfachem Interesse be. Kgnen. t (Beschäftigungslose Arbeiter.)Samstag !?^ zu Mailand in einem von der Commune zur ^klfilgung gestellten Saal eine zahlreich besuchte Vcr-Mmlung beschäftigungsloser Arbeiter statt, in welcher elchlossen wurde, den Bürgermeister aufzufordern, die be^ ^ ^'"' "^^ b'e Stadt als jährlichen Huschuss , " Theater della Scala gewährt, künftighin den brot» ^e» Proletariern zuzuwenden. Desgleichen verlangten ^le unbeschäftigte Maschinenarbeiter von der Gemeinde ^.Veranstaltung von Sammlungen zu Gunsten der "bmslosen. H (Aus Belgien.) In La Louviere fand ein Hresz der Vergarbeiter.Delegierten statt, bei welchem insgesammt 74 belgische Arbeitervereine vertreten waren. Es wurde mit 60 gegen 12 Stimmen beschlossen, einen allgemeinen Streik zu organisieren, falls sich die Kammer nicht in der gegenwärtigen S ssion mit der Verfllssungs.Reviswn beschäftigt oder falls sie die Re« Vision verwerfen follte. (Bulgarien.) Wie man aus Sofia telegra-phiert, hat das Sobranje die ihm von der Regierung vorgelegten Handelsübereinkommen mit England, Deutsch' land und Frankreich und Oesterreich Ungarn über Antrag des Berichterstatters des Finanzausschusses, Dr. Coetkoo, welcher erklärte, weder zu dem Texte noch zu dem Inhalte derselben etwas zu bemerken, mit Stim-meneinhelligleit genehmigt. (Christen und Muhamedaner.) Aus Cetinje, 14. December, wird berichtet: Infolge von Racheacten zwischen Christen und Muhamedanern im District« Berane flüchteten fünfundzwanzig christliche Familien auf montenegrinisches Gebiet. (Zur Judenverfolgung in Russland.) Das «Novoje Vremja» weist Englands Intervention zu Gunsten der russischen Juden zurück und ruft England «Uanäs oll!» zu. England fürchte nur die Invasion der russischen Israelite«. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Wiener Zeitung» meldet, der Gemeinde Eggern für ihre Abbrändler eine Spende von 300 fl., der Oe-meinde Limbach zur Zahlung der Schulbaukosten eine Spende von 200 fl. und zur Bestreitung der Restau» rierungslosten der Orgel in der Pfarrkirche zu Sausen-stein rine Unterstützung von 60 fl. zu bewilligen geruht. — (Kunstgewerbe - Ausstellung in Triest.) In Trieft findet im Jahre 1891 eine von der dortigen Gesellschaft der Kunstfreunde veranstaltete Kunstgewerbe-Ausstellung statt, w'lche in den Sälen des städtischen Museums «Reooltella» am 1. April 1891 eröffnet und am 20. April 1891 geschlossen wird. Ausgestellt werden: Erzeugnisse des Kunstgew^rbes im allgemeinen, kunstgewerbliche Projecte, Erzeugnisse der vervielsältigenden Kunst, als: Kupferstiche. Holzschnitte, Lithographien, kilnst-lerisch ausgesühite Photographien, serner Malereien aus Glas und Porzellan, Holzschnitzereien, Graoeurarbeiten, Bronze- und Elsengegenstände. Kunstmöbel, Drechsler-arbeiten, Vuchbinderarbeiten, Spitzenarbeiten und Kunststickereien, Posamentierer-, Tapeziererarbeiten u. s. W. Die Unmeldungserklärungen sind längstens bis zum 1. Fe« bruar 1891 dem Vereinssecretariate einzusenden. Die Aus-stellungsobjecte müssen innerhalb der dem Ausstellungs-schlufse folgenden zehn Tage abgeholt werden. Seiten« des l. k. Finanzministerium« wird gestattet, dass die zu dieser Ausstellung aus dem Zollgebiete in den Zoll-ausschluss von Trieft einlangenden Ausstellungsobjecte von dem k. k. Hauptzollamte in Trieft dem Vormerl-verfahre« auf ungewissen Verlauf (Losung) unterzogen werden. Als Präclusivfrist für die Wiedereinfuhr der zoll» Pflichtigen Gegenstände wurde die Z?it bis Ende Juni 1891 bestimmt. — (EineWeltreise auf demVeloclpsd.) Wie der «Ruslij Invalid» mittheilt, unternimmt der Stabscapitän der Kovnoer Festungsartillerie Varon Kellerlraus, welcher bereits im Sommer eine Dauerfahrt per Rad von Koono über Petersburg nach Tobolsk machte, demnächst eine Velocipidsahrt von War« schau über Wien, Stuttgart, Paris und Lyon nach Cannes, von wo aus er sich zu Schiff nach Algier begibt, um von dort aus die Reise fortzusetzen. Varon Kelleilraus bezweckt die Frage zu entscheiden, inwieweit das Velo-ciped bei den Dauerfahrten das Pferd ersehen könne. — (Große Vermächtnisse.) Der jüugft in Newyorl verstorbene amerikanische Bürger Daniel Fayer-weather hat die testamentarische Verfügung getroffen, dass von seinem Vermögen 2,100.000 Dollars unter zwanzig Seminare in verschiedenen Staaten und 95.000 Dollars ! unter die Hospitäler von Newyorl vertheilt werden sollen. ^ — (Ein Geschenk des garen.) Der Kaiser von Russland lat dem Schach von Persien soeben dreißig kirgisische Pferde zum Geschenke gemacht. Die Thiere werden in den nächsten Tagen zu Schiff von Vaku nach Vnzel gebracht werden, von wo dann der Transport nach Teheran vonstatten geht. Ein Kosalen-Piquet, unter dem Eommando eines Officiers, wird die Pferde bis zu ihrem Bestimmungsort begleiten, wo sie als Gespann für eine nach europäischem Muster organisierte Geschühbatterie in Verwendung kommen sollen. — (Ein Unfall des Grafen Vari.) Wie der «Gaulois» aus Paris meldet, hatte der Graf von Vari, jüngster Vruder des Königs von Neapel, am 11. December einen Fialer auf den Champs-Elysees bestiegen, als das Pferd scheute, in tollem Laufe durchgieng und vor dem «Hotel d'Albe» in der Avenue be l'Alma zusammenstürzte. Der Kutscher fiel von seinem Sitze, der Wagen wurde zertrümmert und der Graf von Vari verließ denselben mit zerrissenen Kleibern und contu-sioniertem Kinn. — (Forschungsreise nach Nfrila.) Wie wir aus der letzten Nummer des «Echo aus Nfrila» erfahren, beabsichtigt Heinrich Sienliewicz. der berühmteste polnische Romanschriftsteller der Gegenwart, sich in der allernächsten Zeit nach Afrila zu begeben und insbesondere die Küste von Zanzibar und die von Stanley und Emin Pascha neu entdeckten Gegenden zu besuchen. — (Typhus in Fünslirchen) Wie au» Fünflirchen berichtet wird, werden noch lagtäglich fünf bis zehn neue Erkrankungen angemeldet; die Zahl der Todesfälle nimmt in geradezu schreckenerregender Weife zu. Die meisten sterben in der dritten Woche der Erkrankung. — (In Helsingfors) und Abo ist in meh, reren Zeitungsdruckereien ein Seherftreil ausgebrochen weshalb die Glätter unregelmäßig erscheinen. Die Streikenden rotteten sich zusammen und durchzogen die Um» gebung. — lZur Flucht Padlewski's.) Man tele-graphiert aus Paris: Pas Gericht ist entschlossen, fall« die Enthüllungen La Vruyere's sich als wahr erweisen, alle zu verfolgen, welche die Flucht Padlewst?« begünstigten. — (Gegenleistung.) Der kleine Pepi (zu seiner Schwester): «Du, Emma, gib mir ein bisschen von deinem Kuchen l Ich werde bann unser Clavier so ruinieren, dass du 'n paar Wochen lang keine Clavierstunden mehr zu nehmen brauchst l» slln ^""gkn, kann man inbetreff der Marlitt-Lectüre >lia tüchtigen farbigen Illustrationen von Maxi-«lit, s! .Schäfer, wodurch die fast zweihundert Jahre »Nset siüalerzählung Defoe's in modernstem Gewände >die.^ Jugend entgegentritt, einladend zum Besitze ^beni " "" zweites Jugendbuch; von Weltreise» und Hli« ""ern handeln auch die weiteren obanqedeuteten dy^ndwerke f^ h^ Knaben: «Siegfried Eisenhardt» dslF''go Ehm. das die Abenteuer eines Knabeu in M,''" "zählt (die dem Buche einverleibten acht 'Nl, x ^bilder von Klingebeil erhöhen den Wert ^tite«! "nd «Der Sturmvogel» von Paul Moritz ^ ein "sl"a.e) — gleichfalls von Klingcbeil illusts,e>t die »." Erzählung, in welcher in spannendster Weise ^e tt"^ und Abenteuer geschildert werden, welche §lkn N^vrigg au der afrikanischen Küste und auf ^ctillp '"Wen z" bestehen hatte, also eine Gattung !>in' "" sie die Phantasie der «nachrückenden Ge-^slmz, ' ebenso befriedigt, als sie dazu beiträgt, ihren H- A ü" erweitern. " Vteidinger'sche Verlag, der auch als Kunst- vertag mit Erfolg thätig ist, hat aber für diesen Weih-nachtsmarkt eine ganz eigenartige Neuheit gebracht: «Das Glückwlmschbüchlein». Es enthält zehn Prächtig ausgeführte moderne Glückwunschkarten mit Goldschnitt, die alle freudigen Vorkommnisse des Lebens im Jahres, ring versehen und sich im vorkommenden Gebrauchsfalle Blatt um Blatt couponartig ablösen lassen Die von R. Nöhler recht sinnig zusammengestellten Karten weisen nebst den Glückwunschformeln superb ausge. führte allegorische Zeichnungen, Spielkarten. Amoretten, Vögel, Engel u. s. w, alles in künstlerischer Vornehm-heit und mit exquisitem Geschmacke ausgeführt. An der Neige des scheidenden Jahres und an der Schwelle des «Neuen» stehend, ist es, altem Herkommen und Gebrauch entsprechend, dass wir neben den einheimischen Kalendern auch einige Erzeugnisse des allbekannten Wiener Kalender-Verlages Karl Fromme unter den Christbaum lege»; zu Geschenken für die Damenwelt eignen sich in dieser Richtung aber ganz besonders Fromme's Stephanie-Kalender, geschmückt mit dem Porträt Ihrer k. l. Hoheit der Frau Kronprin-zessin-Wilw!', und der Mignon Kalender «Edelweiß», auch heuer mit dem neuesten Porträt deren kleinen Tochter Erzherzogin Elisabeth; beide Editionen zeichnen sich wie immer durch vornehm distinguierte Ausstattung aus. Gleichfalls sehr elegant ausgestattet sind ferner Fromme's Kalender für die «elegante Welt» mit dem Porträte der Frau Erzherzogin Marie Valerie und Fromme's Tagebuch für alle Tage jedes Jahres, welche beiden letztgenannten Kalender^Erfcheinungen in gleicher Weise wie in der Damen-, so auch in der feinen Herren» welt sich allgemeiner Beliebtheit erfreuen. .^ Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Der Kaiser über den Ausgleich.) Dr. Rieger wurde vorgestern von Sr. Majestät dem Kaiser in Audienz emvsangen. Der Kaiser besprach mit Dr. Rieger den Stand der deutsch.bühmischen Ausgleichsaction. Se. Majestät anerkannte die schwierige Si< tuation, in welcher sich die allczechische Partei gegenwärtig befindet, und damit auch die Schwierigleiten, welche sich der Durchführung der AuSgleichsgesrhe entgegenstellen. Am Schlüsse drückte der Monarch die Hoffnung aus, dass der Ausgleich dennoch zustande kommen werde. — (Aus dem Reicherathe.) Im Abgeord-netenhause des ReichSrathls gelangte gestern der Bericht über das Vudget»Provisorium für die Zeit vom 1. Jänner bis Ende April 1891 aus die Tagesordnung. Eine grö« here Debatte fand hierüber nicht statt. Der bezügliche Gesetzentwurf wurde genehmigt. Seitens der Regierung wurde eine Vorlage eingebracht, durch welche der Stadt Karls< bad anlüsslich der letzten Hochwasserschäden ein unverzinslicher Vorschuss von einer halben Million Gulden bewilligt wird. Die nächste Sitzung findet am Donnerstag statt. — (Audienz.) Se. Majestät der Kaiser hat vorgestern vormittags Audienzen zu ertheilen geruht; es hatte u. a. auch Herr Landesschulinspector i. R. Jakob Sm olej die Ehre, empfangen zu werden. — (Krainischer Lehrerverein.) Morgen um 8 Uhr abends findet im Clubzimmer des Hotels «Stadt Wien» eine Versammlung des lraimschen Lehretvereines statt. In derselben wird Herr Prof. Wilhelm Linhart über «Die Spaltpilze als Krankheitserreger» sprechen. Gäste sind willkommen. raidacker Zeitung Nr. 289. 2422 17 December 1890. — (Heimatliche Literatur.) Die soeben erschienene 122. Lieferung des Monumentalwerkes «Die österreichisch'ungarische Monarchie in Wort und Vild» bringt zwei äußerst interessante Themen aus dem Kronlande Kram. Iuerft behandelt Professor Dr. Karl Julius Schröer, eine Autorität auf diesem Gebiete, das Land Gottschee und seine Bewohner. Das Goltscheer Ländchen in Kram liegt in felsiger, schwer zugänglicher Gegend; der größte Theil ist bewaldeter Karst. Mit der Natur im steten Ringen, wcndert der Mann in die Fremde, um für die Familie zu erwerben. Die Orangen vertäu« senden Handelsleute sind allen bekannt; sie wurden auch durch zwei treffliche Typen, die in Wien zu finden sind, vom Genremaler Josef Engelhart bildlich dargestellt. Die ersten urkundlichen Nachrichten von Gottschee beginnen mit dem Jahre 1363; von dieser Zeit anfanden Nnsiedlungen statt, und zwar wahrscheinlich durch eine gemischte deutsche Bevölkerung. Der Verfasser des Artikels berührt weiters die Sprache der Gottscheer und ihre Aeußerungen in Poesie und Musik und bringt von beiden interessante Proben. Außer den beiden bereits erwähnten Illustrationen wird der Aufsah noch durch die Bilder «Die Steinwand in der Gottschee>, «Die Stadt Oottsche« in der Gegenwart» von Professor Josef Sturm; durch das große Stadtsiegel vom Jahre 1471, gezeichnet von Karl von Siegl; durch eine moderne Gottscheerin in der Vollstracht, von Hugo Charlemont und durch die Reproduction eines alten Stiches, der die Tracht der Einwohner dieses Ländchens im XVII. Jahrhundert veranschaulicht, in seiner Wirkung auf den Leser gehoben. Das zweite Thema, welches in diesem Hefte gleichfalls in seinem ganzen Umfange er» schien, ist eine gedrängte Darstellung der slovenischen Literaturentwicklung bis zur Gegenwart, gewährt aber ein vollständige« Vild dieser Disciplin und dürfte in solcher Uebersichtlichkeit bisher kaum dargestellt worden sein. Der Artikel stammt aus der Feder des rühmlichst bekannten Slavisten Professor Dr. Gregor Krek. Illu« ftrativ wirb er durch eine künstlerisch ausgeführte Kopfleiste von Rudolf Vernt eingeleitet; aus den sogenannten Freisinger literarischen Denkmälern, die dem X. Jahrhundert angehörten, kommt ein Facsimile zum Abdruck; an Porträts enthält der Aufsatz: Primus Trüber, den Begründer der neuslovenischen Li» teratur, Valentin Vodnil, Franz Preiiren und Anton M.Slomsek. Ein Landschaftsbild von Ladislaus Venesch: «Der Savicafall» wird mit der lyrisch»epischen Dichtung von Presiren: «Die Taufe an der Savica» in Ver« bindung gebracht. Außer den genannten Künstlern haben sich an diesem Hefte noch betheiligt: Gustav Frank, Pro» sessor Wilhelm Hecht, Thomas Hrntik und Johann Klau«. — (Vortragsabend des Alpenvereines.) Wie angekündigt, hielt die Section «Krain» des Alpenvereines vorgestern einen Vortragsabend, in welchem Herr Ernst Stockl in anziehender Weise die touristischen Reize der Steiner Alpen schilderte und schließlich die Nothwendigkeit betonte, zur Hebung des Touristenverkehrs im Gebiete der Sluta ein Schuhhaus zu errichten. Hur Erläuterung seines Vortrage« ließ Herr Stöckl zahlreiche, vom Photographen Lergetporer in Veldes angefertigte Ansichten aus den Steiner Alpen unter den Anwesenden circulieren. Herr Ttöckl erntete für seinen Vortrag leb» haften Beifall. Weiters wurde beschlossen, dass die Section im Carneval 1891 einen größeren Vergnügungsabend veranstalte, zu welchem Zwecke ein dreigliedriges Comite gewählt wurde, welches in der nächsten Ver. sammlung die entsprechenden Anträge zu stellen'haben wird. Die Generalversammlung der Section findet, wie der Vorsitzende Mittheilte, am 29. d. M. statt. — (Po st muse um in Wien.) Das l. k. Handelsministerium beabsichtigt im künftigen Jahre anlässlich des europäischen Postcongresses ein Postmuseum zu eröffnen, welches die Geschichte und Entwicklung des österreichischen Postwesens veranschaulichen soll. Da ein großer Theil unserer Monarchie einst dem Römerreiche angehörte, so wurde auch die Ausführung einer Karte der römischen Post- und Heeresstraßen der österreichischen Länder ins Ä^ge gefasst. Mit der Ausführung dieser Arbeit wurde seitens des l. l. Handelsministeriums Herr Custos Müll« ner betraut, dem auch der Entwurf eines stilgerechten Rahmens überlassen wurde. Die Karte, 150 cm hoch und 135 cm breit, zeigt den Zug und die Verzweigungen der römischen HeereSstraßen von Rom aus in die Donau» Provinzen und nach Dalmatien und gibt 300 Ortschaften auf Grundlage der Pentinger'schen Tafel und der römischen Itinerarien an. Der Rahmen ist in Alteichenholz reich geschnitzt, nach einem Ornament »Fundstücke aus Bronze, welches im Landesmuseum ausbewahrt wird, aus» geführt. In den Ecken und an den Seiten sind sechs Medaillons Reverse, römische Münzen darstellend, welche sich auf Straßen« und Brückenbau sowie Reisen der Imperatoren beziehen. Im Auffahe ist ein römisches Trophäum angebracht, welches aus Waffenftücken bar balischer Voller zusammengesetzt ist, überragt von den siegreichen Feldzeichen der römischen Legionen, welche die verzeichneten Strahenbaulen und zu ihrem Vorrücken bis a', die Donau benutzten. Der kunstvoll geschnitzte Rahmen wurde nach Herrn Eustos Müllner« Entwürfen im Nlelier be« Herrn l. und l. Hoflieferanten Iohanu Mathian meisterhaft ausgeführt. Die Karte bleibt! heute, morgen und übermorgen in der römischen Nbthei-! lung des Rudolfinums ausgestellt, wo sie zur freien Besichtigung vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 2 bis 4 Uhr nach Anmeldung beim Custos dem Publicum zugänglich ist. — (Der Verein der Aerzte in Krain) hält Freitag, den 19. d. M, 6 Uhr abends im Ver-einslocale im Cioilspitale seine diesjährige ordentliche Ge-! neraloersammlung ab mit nachstehender Tagesordnung: 1.) Innere Angelegenheiten, darunter Berathung und Be» schlussfassung über die im § 19 der Statuten vorgesehenen Punkte. 2.) Wissenschaftliche- Vorträge und Demonstrationen. Nach der Versammlung findet eine gesellige Zusammenkunft im «Hotel Elefant» statt. — (Slovenisches Theater.) Im Saale der hiesigen äitalnica findet heute eine öffentliche Prüfung der Zöglinge der dramatischen Schule statt. Zur Auffüh« rung gelangen das Lustspiel «3ol»lli ualizoruilc» und die Posse «6!uk woi-H biti>. Die Eintrittspreise sind bedeu« tend ermäßigt. Anfang um halb 6 Uhr. — (Bärenjagd.) Wie man uns aus Pettau fchreibt, nehmen in der dortigen Gegend die Bären in überraschender Weife zu. Der strenge Winter, scheint es, treibt die Thiere in die Ebene. Die Bären dürften aus dem Bachergebirge, aus der Gegend von St. Heinrich, gekommen fein. Unlängst wurde auf die Thiere eine Treibjagd abgehalten, und wurden hlebei drei Stück erlegt. Den ersten Bären schoss Graf Wolkenstein. — (Localbahn Laibach'Stein.) Wie wir erfahren, findet morgen die technisch-polizeiliche Revision der Localbahn Laibach'Steln statt. Die feierliche Eröffnung der Bahn erfolgt — fall« sich bei der Revision keine Hindernisse ergeben — in den nächsten Tagen. — (Der slovenische Lehrerverein) hält am 29. December im Laibacher Magistratssaale seine diesjährige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Aenderung der Statuten bezüglich des Vereinsorgans «UöitolMi ^ovaij^» und ein Vortrag ! des Herrn Luznik über das Didaltophon. Anfang um 9 Uhr vormittags. — (Deutfches Theater.) Im landschaftlichen Redoutenfaale geht heute Morre's beliebtes Vollsstück mit Gesang «s Nullerl» in Scene. Das Stück wurde hier bereits mit großem Erfolge gegeben und dürfte auch heute ein zahlreiches Publicum versammeln. — (Philharmonische Gesellschaft.) Das für heute abends anberaumt gewesene zweite Mitglieder« Concert der philharmonischen Gesellschaft musste eingetretener Hindernisse wegen auf Sonntag den 20. d. M. verschoben werden. — (Aufgelassener Genbar meriepo st en.) In die diesbezügliche Notiz in der gestrigen Nummer hat sich ein Fehler eingeschlichen, indem der Gendarmerieposten zu Sela-Lacken nicht aufgestellt, sondern aufgelassen worden ist. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 16. December. Heute vormittags 11 Uhr notiftcierte der Herzog von Sachsen«Meinigen in einer Audienz dem Kaiser die Thronbesteigung des Groß' Herzogs Adolf. Per Empfang des Esb.Grußherzogs vun Luxemburg findet um 1 Uhr statt. Budapest. 16. December. Wie «Egyete'rle's» meldet, langte Fürstprimas Simor hier an, um der heutigen Viscnoficonferenz zu präsidieren. Der Fürstprimas empfieng sodann den Ministerpräsidenten, mit welchem er über die Frage der Wegtaufungen und den Standpunkt der Regierung confenerte. Sarajevo, 16. December. In Kotorslo bei Dervent erschoss em entlassener Gemeinde-Nolär aus Rache den Bürgermeister. Der Mörder wurde verhaftet. Nom, 16. December. Heute gegen 11 Uhr vor» mittag« wurde, als der österreichische Botschafter beim Vatican eine Spazierfahrt über den Eorso machte, von einem Individuum eiu Stein gegen den Wagen des Botschafters geschleudert, wodurch die Fensterscheibe des Wagens zertrümmert wurde und der Botschafter eine leichte Contusion erlitt. Das Individuum wurde ver» haftet. Es ist dies der ehemalige Portier der Botschaft Namens Vonesana, welcher erklärte, dass er sich rächen wollte, nachdem er von dem Botschafter Grafen Never-tera entlassen worden war. Velgrad, 16. December. Wie verlautet, beabsichtigt die liberale Partei, welche bekanntlich die SkllpKlina in i/ner Sitzung, die dem Memorandum der Mutter des Königs Alexander gewidmet war, verlassen hatte, ihre auf diese Angelegenheit bezüglichen Beschlüsse zu veröffentlichen. Petersburg, 16. December, Eine höhere Anordnung gestattet der Universität Helsingfors die Aufnahme weinlich^r Studierenden. Allgcloimnelle Fremde. Am Ib. December. Hotel Elefant. Meyer, Privatier; Habinicht und Kulla, Kauf-leute; Heniz und Weingrün, Rufende, Wien. — Schäffcr, Vetriebsbircctor'Stellvertretcr, Villach. — Hren, Karlstadt. — Klein, Verlin. — Paula Hren, Oberburg. — Eicheler, Kfm-, Trieft. Hotel 3tlldt Wien. Löwit, Privatier; Glück, Kausm.; Dresler, Risl-lider und Pollal, Vesiher. Wien. — Lauriö, Kaufm.. um» Durias, Trieft. — Perlo. Holzhändler. Cilli. — Licner, l, l. General, Oberlrain. — Richter, Directions'Secretär, Graz. -- Vierman, GutsverwalterZ'Gattin, Goldau. — von Rathenburg, Gottschee. Hotel SlMahnhof. Lebrecht, Kfm., Ulm. — Klinar, Theologe, Wrz. Hotel Vaierischer Hof. Perz, Villach. — Minuri, Monteur, Wirn. — Trampusch. Lederhändler. Nesselthal. — Vratu», St. Veit. — Voziö, Duple. — Mischitz u. Xomih, Gottschee- Hoöevar, Unterlrain. Verstorbene. Den 1 4. December. Narthlmä Tichel, Müller, 64 3>, Karlstädterstraße 20. Schlagfluss. Den 15. December. Maria Meriun, Schneiders« Gattin, 26 I., ssloriansgasse 13. Tubcrculofe. Den 16. December. Franz Plestenjal. Arbeiters-Sohn, 4'/, M,. Brunngafse 3, Keuchhusten. Im Svitale: Den 15. December. Valentin Vertar, Gastwirt, 53 I., Schusswunde. Meteorologische BeobachtlllMn in ^aibach. " "L 8Z^ 3" "'"» be« Himmel« H «ß " ?VsM 734-L ^6^6 A MW"" MoM"i"^ 16. 2 . N. ! ?32-7 ! -52 NW,sch.uach heiter 0 00 9 . Ali. 732-5 -6 0j NW. schwach bewölkt ! Vormittags trübe, nachmittags heiter. — Das Tagesnliltel der Temperatur —59, um 45 unter dem Normale. . Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic, >M- Meilage. -W> Unserer heutia.cn Nummer liegt ein Prospect der FlrM° I. «iontini in «aibach bei, auf welches wir hiemit H merlsam machen. (b3w) «idonie Gerliczh von «erlicze, geb Marquise von wozani, gibt im eigenen und >m Namen ihrer Söhne Emil «erliczy von Oer« licze, l. und l. Ladet im filnften Uhlanrnregiment. und Joses Gerliczh von Werlicze Nachricht von dem Hinscheiden ihres innigst geliebten Sohne« Vaul Gerliczy von Gerlicze welcher heute mittag« im Alter von 23 Jahren selig im Herrn entschlafen ist. Das Leichenbegängnis findet am 18. d. M. «M 3 Uhr nachmittags vom Stcrbehause Hcrrengasse Nr. 3 aus auf den Friedhof zu St, Christoph statt, l woselbst die Beisetzung im eigenen Grabe erfolgt. l Die heiligen Seelenmessen weiden in mehreren Kirchen gelesen werden. Laibach am 16. December 1890. N»lbigunz«anftalt bl« Hranz Dobtllet. ! Danksagung. Für die warme Theilnahme und die vtele« ! schönen Kranzspenden anläfslich deS Todes unser" l theuren, verehrten Tante uno Großtante ! Icliimcttc Marquise Gozani Stiftsbame ! sprechen die Familien Vozani, Mehseld ""d l Verllczy den Freunden und Velannten h'""" « ihren wärmsten Danl aus. > «aibach. Iti. December 1890. ! Danksagung. Allen werten Fceundru und Velannten saa« ' l jur die schönen Blumenspendcn, die ehrende -«^^ , ncchmc und das letzte Geleite bei dem ".H^ l brgängnisse meiner besten, «nvergesslichen Hreu > der hochgcdornen Frau . ! Marquise Jeannette GsZ"" Stiftsbame > den innigsten, herzlichsten Danl. > Marianne Ohiossw-. Laiboch, 16. December 1890. 2423 Vourle an dor wiener Dorse vom 16. December lNW. «°H d.m ^ °en «0«^^« Veld «Sas, 3taate-Änlehen. »" „ ewhrMiche «en,e in N°»»n ^9" ^» 4> ?i!l>tsr,n»,.......«v l"> ^"4' >8ü»er 4«/» <»taa»«lo!e , «^N >«'!<>«!>"/, ' „llnz, zoo«, ««K^bi^zs! >««" >««4« G,aal«lo'/«»<>»,,.P'dbl, »> l»N st. . '<«'" '48?^ ^°/. vest, «nldieme, steuerfrei . ii>7 7» "7 st" ^»NerrNotenien«. Neuerslti . ,<«— '<«»» «»ra»t«r?te EU««»»»»' s«l>»lbvers«dleil!»n«l». ^lXabrtkbadn in M 7' s'eilirllx-rnff »,!abn in Vllber ,«,,. jl»<4< tlilllhsilibobn Ä0» «, «M. , - "»« bl> v«8 »«to L^!z»«»t'w,N, »,W, <etto Ealzl>,-Ilrol »<»<> ft «. w. ,„9 ?in - llillld, <üi «on Viarl . 1,»« Mall 4"/,. , . n«'/s, ,,«?s franz.Il>!?t!b.!l)»h!! E«, 1884 . 95, kU '« »' «»r<,«lbri«er V»bn »«iff. 18»»4 98" P»?l lln«, «uidleml 4»« , . . . i< »»»'<'»>..«nl,l<)0 l,< -'to, b<°. cumul, Gtückt . . !6— !«»<> «n, cftbahn.Plioritit«,, . . - - - - »° 3tnc,k».Obligat, u,I,l»71l b< »t», Wsl»^he»t.«bl.^)b, loost, »»»N -- «». H»äm./lnl b ivo fi,«. w l»K «»- »l>. dtl, k 5Ufi.« »i< ,3<<— <»«- Ornndentl.-lldljfilltilinrn »?s'ln<7?> 5°/„ mübrilchf ..... «09 f.» — - 5"/» Kram unt> K'üNtnllint, , . ^/, _,.^ V>/. niedsröNerreickilchf , . . ,n».« <<>,-^ 5«/n fteirilchc...... ^.^' .^ b°/, lloalijchf und slavnnttch» , «<»<.^ 104 «l> 5°/« flebsnbiirai'ch« ... _.^. __ 5«/, lfN!.!sr Vanat . . . ^.^ ^... 5"/^ unnorllchr . Ng.,„ gg,^„ Anden öflentl. Nnlehen. Donau»Ne8.»Ll»!e l»"/^ llX» fl. . zzn^s, ,z< ^ t.°. «nleit« 1878 . . ,^h<, ,<«,.^ «»IthsN der Eladt Vörz . . ,,, ^ _ ., sniebel! b «'tal'loenltlnbt Wien ,< z ßs> '. » 4"^ ... «7 z»z ..77s, t>to, P^Hm.^chulbvflichl, »°/, ,o» z« log - <^ett. oypotbelenbanl l»j. bl>°/, ,„„ ,5_____ bett» ' 4°/„ . . 99 «a ,<,<,.,., d«,o bnUhr. » 4"„ 9« g<, nli zn ^rlorltllts-ObllLlltlonen (fill l0<» ft), ßerdtnano«'Nordv»>!!! lp«l »<»<> ft, d, 4' .» , . »8 e» V9 40 t^s»l,sr, ÄoldweMml,,! in^>— ,'y , VNdbnbn l> 3^> fil — 1 ? N^ » b »°„ , ,',7 4> »'»«- Un, .«aliz. «»bl, ,<„,._ ,„z . Diverse Lole »er Ktüct» i!l> 40 st...... g>, „ «n?,, ->l..«'noi».Lc> »ew.'Ech. d.8°/„PrHm,.Vchulb< uerich d. »»benciebitonNatt »?- «-^ vaul. Actien i>llntuer«,n, Wlrner Kw ft, ,,4 h>. i,k . 6bnct..«nft, öft. «00 ft. ß. «"/« <»« 834 — ildt.'llnst. f, Hand. u. «. iijuft 3<»,- . z<», b<> ^ltdllbanl, «il^. uüg. <üx» ss ,.^8 - b^ ü < i)epllllle>lba»l, «I^u, i«^l» ft, ,98 ^« ,«9 »0 <-«cl>mv>e !,.!)ei)!,li:. ,,!)<> «. ^9^ .. «o,< — '^"lb^eni., «f^. linnft, «z'/^i» «? - g, ,<> a,!ttr!>»nt. »N. ^<»o N. <». . <«»»-!„ „,« «^' ^«Kerr.'UN'ia!-, Uanl «W il. '»'» >8i ^nlnnbuül 2<»<> ft, . ,!i8b 7 > ?/«! »; ^^«hrodllnl. «lla. 140 ft, > l,? z > ,57 7, Actlen von Transoo«' UnternelMlmgtll. ,psl Otücl>, !»lbiecht>«ahn »!X> st. INber , 8i — »^ _ HÜöld'sswmaii, «ahn «,,.< _ .„,.1. . WeNdabn » N, . z^ ^ »» , "u!chtiebia!,ei ^! «><» N, iM , ,48 ' ',,4 dt°. ,»n, «,„'»<» !l. .«..^,. ,» ^, t>unau » D»mjMch>MayN > O«,. «"'etteri, ü(»U ft, !l«, , , ^74 »7» blou-EN. M,°Db. Z.)!«M!I, 3 ,»7.^', «° z» 0ur.«odenb. U. 2",«. 3 11 .. ,>clb>na>ld»c>>iolub. >0>»l) ff,R 1.^«^ «-^.. 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