Heft 11. ■V ' - --AZ -v' - 'J üouember 1913. XVI. Jahrgang. wSm Katholische miHions»Zeitschrift der Söhne des heiligsten Berzens 3efu. —— - Organ des Marien-^ereines für Afrika. -. ■■■- Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post 2 K — 2 Mk. — 3 Franken I uns r l|ifil§PP 5!; m I MWW Redaktion und Administration: Missionshaus Ulilland bei Brixen, Tirol. --------- Inhalts-Oerzeidmis: ... = Die Hcidenmissioil auf dem Deutschen Katholikentage zu Metz. 241. — Auf dem Marsche zu bei: i Kannibalen. 24b. - Lull einst und jetzt. 253. — Ein Tiroler Missionär in Aequatorial-Afrika. 258. — Verschiedenes. 252 Abbildungen: 'Gouverneurrat in Wau. 249. — Aas-Geier. 250. — Schilluk-Falke. 251. — Schilluktype. 254. — Schillukknabe. 255. — Postamt im Innern des Sudan. 257. — Pelikan. 260. Gebetserhörungen und -empf eh jungen: Danke dem heiligsten Herzen Jesu für erlangte Hilfe und empfehle mich dem ferneren frommen Gebete. Bitte mich in meiner Not durch ihr Gebet zum heiligsten Herzen unterstützen zu wollen. Eine Abonnentin. Ein Vater von cif Kindern empfiehlt sich dringend in einem schweren Anliegen dem frommen Gebete. Gabenuerzeidinis vom 5. September bis 5. Oktober 1913: Oyfcrftod: Users N. 5,— Brixen; ein Student 1.- Burgstall: B. Schw. 1.66 Buchberg; H. K. 8,— Fritzlar; K. K. 9.39 Gisingen; S3. 33. 600.- Groß-Enzersdorf: M. H. 2000,— Großdorf; I. M. 12.94 Hilbern; Th. B 6. — Innsbruck; gelegentlich des Hauptfestes des Mar.-Vereines 280.— Kennelbach; Ph. H. 30,— Kufstein; I. H. 1.- Lambach: 28. W. 10.— Meran; S. St. 400.—, S. K- 250.— Milland; N N. 40.— Miirsbach; Kapl. Sei). 3,— Mar.ing; B. G. 2,— Oetz; S3. Schw. 11.— Wiering; K. Sch. 9.36 Schwaz; F. M. 100.— Täufers; Sr. A. A. 1,— Wien; B. M. 3.-. Zur Persolvicruug von heiligen Messen sandten ein: Fürstenfeld, M. K. 8.—; Mittelberg, ÜB. 28. 10.—; Frieskirchen, M. S3. 5.—; Mühldorf, A. Sch. 3.— ; Klagenfurt, I. O. 50.— ; Täufers, Schw. Ad. 8.-; Gosbach, Pf. B 105.78: Heiligenkreuz, P. H. 14,-; Rech, M. W. 5.26; Sallach, I. S3. 23.40; Milland, A. G. 4. - ; Brirlcgg, R. L. 20.— ; Wien, I. H. 6.— ; Wien. 11 F. 10.— ; St. Ulrich, D. H. 10.—; Ahrweiler, Lehr. F. 38.61; L. F. 1.75; München, G. H. 2.34 ; Etzenhausen M. 28. 22.23: Vorn holz Bar v. R. 35.25. Zur Taufe von Hcidenkindern: St. Valentin, A. M. 20.— (Franziskus). Meran, K. 2(. 100.— (Maria). Straubing, K., S3. 23,50 Milland, J. B. 40 — (Johann/ Maria). Ahrweiler, E. F. L. 24.57 (Michael). Für Bischof Geyer. Linz, Frl. Sch. 10.—. Für P. Crazzolara. St. Cassian, Familie Crazz.12.—. Für die Mission: Niederstotzingen, Pfr.3.—. Briefmarken liefen ein ans: Brixen, Karlsbad, Graz, St.Marein, Leobschütz, MitterbaW Ungemach. „O Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben." Billige böhmische Bettfedern 1 Kilo graue geschlissene K2 —, bessere K 2*40, halbweiße K 3'60, weiße K 4*80, prima daunenweiche K 6 —, hochprima K 7*20, beste Sorte K 8‘40, hochf. schnee- weifte PprtisTP ’RpttPll auS dichliäd-K 9 60 1 Ul llg,ü DuLiUil roten, blauen, weißen oder gelben Nanking, gut gefüllt, 1 Tuchent oder 1 Unterbett 180 cm lang, 116 cm breit K 10 — 12' — , 15. — , 18' -. 200 cm lang, 140 cm breit K 13'—, 15' — , 18. — , 21' — . 1 Kopfkissen 80 cm lang, 58 cm breit K 3' — , 3 50, 4'—. 90 cm lang, 70 cm breit K 4 50, 5'50, 6' — , Versand franko gegen Nachnahme von K 10'— aufwärts. Nichtpassendes wird umgetauscht oder Geld zurückgegeben. Ausführt, illustr. Preiskatalog überallhin gratis u. franko. i2 Benedikt Sachsei, Lobes Nr. 156 bei Pilsen (Böhmen). Steckenpferd- (9 Lilienmilchseife I nach wie vor unentbehrlich für eine rationelle Hautr 1 l. Schönheitspflege. Tägliche Anerkennungschreiben. I Das Stück um 80 Heller ist überall vorrätig. 124 Jahre alt und noch rüstig war eine Bäuerin in einem bulgarischen Orte, die uns sagte : Wer leicht verdaut, lebt lang! Und das stimmt auch, denn nichts macht dem Körper soviel Arbeit, als das Verdauen schwerer Speisen. Wer sich lange frisch erhalten und alt werden will, muss seine Verdauung unterstützen und dazu eignen sich Fellers altbewährte abführende Rhabarberpillcn in. d. M. „Elsapillen" wie sonst nichts auf der Welt. Sie erleichtern dem Magen die Arbeit des Verdauens, beheben Darmträgheit, Stuhlverstopfung u. Hartleibigkeit und es kosten 6 Schachteln nur 4.— Kronen, 12 Schachtel 7 K 60 Heller franko, nur zu be-, stellen beim Apotheker E. V. Feiler, Stubica, Elsaplatz 179 (Kroatien). Daselbst kann man auch Fellers schmerzstillendes „Elsa - Fluid“ (12 Flaschen für 5.— K franko bestellen. (14.) m ößrttm katholischeNsöMsreitöchnst äerLöhne öes heiligstenherrms Jesu? (Organ des Earicn-Ucrems für Äftitza) Dient vornehmlich der Unterstützung und Ausbreitung der fflissionstütigkeif der Söhne des heiligsten Herzens Sesii ----- • und sudit Derstündnis und werktätige hiebe des Missionswerkes in Wort und Schrift zu fördern. ■ ---- Das Arbeitsfeld dieser ITlissionäre ist der Sudan (Zentral-Afrika). Der „Stern der Heger“ erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Hlilland bei Brisen (Südtirol) herausgegeben. Abonnementspreis ganzjährig mit postversendung 2 K — 2 ?Dk. — 3 Frc. Der Fteiligc Vater papst pius X. Hat der "Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Für die Wohltäter werden wöchentlich zwei Heilige wessen gelesen, wit LmpteHlung der hochwürdigsten Oberhirten von Srixen. Grünn, Leitrneritz. Linz. Olmtit?, Warburg. 'Orient. Driest und Wien. Heft 11. November 1913. XVI. 3ahrg. Die Heidenmission auf dem Deutschen Katholikentage zu Metz. Wie alljährlich, fand auch dieses Jahr auf der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands die Missionssache die ihr gebührende Förderung. Es begegnen uns wieder die allen Freunden der Missionsangelegenheit bestbekannten Namen, die mit der Entwicklung, welche dieselbe in den letzten Jahren in den deutschen Landen, dies- oder jenseits der schwarz-gelben Grenzpfähle genommen hat, unzertrennlich verknüpft sind und deren Träger in der Missionsgeschichte einstens einen Ehrenplatz einnehmen werden. In der dritten geschlossenen Versammlung begründete Abgeordneter Erzberger den Antrag zur Unterstützung der Missionen. Er weißt auf das 400 Millionenreich China hin, wo infolge des Neuerwachens der geistigen Interessen der katholischen Missionen große Aufgaben harrten. Japan ringe nach einer neuen Staatsreligion. Von der Unterstützung der deutschen Katholiken hänge es ab, ob der Osten bei der kommenden Neugestaltung ein katholisches oder ein neuheidnisches Gesicht erhalte. Kaum eine zweite Kirchenprovinz habe so viele glaubenseifrige Missionäre hinausgesandt, wie Elsaß-Lothringen, und daher müsse die Bitte, dem Missionswerk erhöhte Unterstützung zukommen zu lassen, auf fruchtbaren Boden fallen. Das Interesse für die Mission selbst habe zwar zugenommen, wie die Jubiläumsspende beweise. In diesem Jahre wende sich aber der Antrag besonders an die begüterten Klassen, die bei weitem nicht ihrenVerhältnissen entsprechend den Missionen Unterstützung zukommen ließen. Monsignor Richen bittet den Antrag, den Verein vom Heiligen Lande zu unterstützen, anzunehmen. Gegenüber den Anstrengungen der anderen Konfessionen müßten die Katholiken besondere Anstrengungen machen, um hinter diesen im Orient nicht zurückzubleiben. Der Orient, insbesondere die Ostecke des Mittelmeeres, wo die Weltreiche zusammenstießen, werde, wie bisher, wahrscheinlich der Angelpunkt der Geschichte bleiben. Pater Provinzial Acker spricht den Lothringern seinen Dank für die Unterstützung des Missionswerkes aus, wobei Lothringen als Diözese an erster Stelle stehe. Er weist auf den Unterschied zwischen Missions -vereinen und Missionshäusern hin und bittet, die letzteren nicht zu vergessen. Franziskanerpater Bölling aus China bemerkt, daß bereits zwei Millionen Christen in China vorhanden seien. Besonders notwendig seien dort zurzeit missionswissen-schaftlicheBildungsanstalten.DieProtestanten hätten schon 3817 Schulen und drei Universitäten. Aus diesen Schulen seien die führenden Männer Chinas hervorgegangen. In jedem Missionssprengel müßte eine Schule nach dem Muster der deutschen Volksschule errichtet werden, die für die in absehbarer Zeit zu gründenden katholischen Universitäten die Schüler liefere. Es gelte zurzeit insbesondere die Intelligenz in China zu gewinnen. Es werden darauf der Missionsantrag und der Antrag zur Unterstützung des Vereines vom Heiligen Lande einstimmig angenommen. Die allgemeine Missionsversammlung war gleichfalls gut besucht. Auf der Präsidialtribüne waren unter anderem anwesend: die Bischöfe Benzler und Allgeyer sowie Graf Droste-Vischering und Präsident Löwenstein. Msgr. Müller - Simonis eröffnet die Missionsversammlung mit dem katholichen Gruß und führt dann aus: „Die Redner - Kommission hat einen Elsässer zum Vorsitzenden bestimmt, damit hat sie die Anerkennung der Katholiken Deutschlands für die Verdienste der Elsässer auf dem Gebiete der Missionen aussprechen wollen. Hat doch Elsaß • eine ungemein große Zahl Arbeiter in die Missionen geschickt. Nicht weniger als zehn Missionsbischöfe amtieren heute. Daß wir aber nicht zu stolz werden, dafür sorgt der Umstand, daß wir in der Bischofsstadt Metz tagen, in der Diözese, die kleiner ist als die Straßburger, die es aber verstanden hat, durch ihre Freigebigkeit in der ganzen Welt im Werke der Glaubensverbreitung die dritte Stelle zu erobern, so daß wir Elsässer uns vor den Lothringern in Achtung verbeugen müssen." Msgr. Müller-Simonis gedenkt dann der Verdienste des Präsidenten Löwenstein und Professors Schmidlin (Münster i. Wests.) um die Missionen. Er begrüßt vor allem Bischof Benzler. Es wundere ihn gar nicht, daß der Bischof gekommen sei, denn er hätte nicht anders gekonnt, da ihn sein Herz hierhergetrieben habe, um die Versammlung zur Förderung der Missionstätigkeit zu ermuntern. Sodann erhält das Wort Generalleutnant z. D. Freiherr von Steinaecker (Berlin): „Es war ein bedeutungsvoller Augenblick, als am 16. Juni d. I. der Kaiser aus der Hand Sr. Durchlaucht des Fürsten Löwenstein eine Gabe der deutschen Katholiken für die Missionen in unseren Schutzgebieten von 1V4 Millionen Mark entgegennehmen konnte. Unter all den Darbietungen, die die Liebe eines Volkes ersinnen konnte, hat sie des kaiserlichen Jubilars Herz ganz besonders erfreut, hat er doch selbst dies in seinem Dank an alle, die an seinem Jubel- tage seiner gedacht hatten, öffentlich erklärt. Gewiß wird diese außergewöhnliche materielle Unterstützung, die unseren Glaubensboten in ihrer zwar harten, aber von allen Seiten neidlos anerkannten Tätigkeit hierdurch zufließt, des Guten viel entstehen lassen. Den Hauptwert der Jubiläumsspende erblicke ich darin, daß sie, wie sich Kaiser und Volk in der Anerkennung der Notwendigkeit der Missionierung trafen, ein mächtiger Antrieb für weitere Arbeit geworden ist, der weit über unsere Tage hinaus wirken wird. Sie wird das Interesse für unsere Missionen lebendiger machen. Und das tut bitter not. Viele unserer Glaubensgenossen stehen dem Werke der Glaubensverbreitung nicht mit dem Verständnis gegenüber, treten nicht mit Rat und Tat in dem Maße für sie ein, wie es ihre Pflicht wäre. Es wird oft gemeint, nötiger wie eine Seele da draußen unserem Glauben zu gewinnen, sei es, hier im Vatersande unseren Besitzstand zu bewahren; die Unterstützung unserer Glaubensbrüder in der Diaspora sei das Nächstliegendste, das Allerwichtigste! Ich meine, man muß das eine tun, ohne das andere zu lassen; denn, und das ist das Entscheidende und entwertet alle gegenteiligen Anschauungen, der Herr, der Gebieter aller Nationen hat gesagt: „Gehet hin und lehret alle Völker." Das ist ein klarer, wirklicher Befehl. In ihm liegt eingeschlossen die Berechtigung, an jedem Punkte des Erdballes und jedem Menschen das Evangelium zu predigen. Wer allerdings diesen Auftrag nicht als einen göttlichen ansieht, dem kann ich nicht unrecht geben, wenn er sagt: Wie kommen wir dazu, die Leute da draußen in ihren religiösen Vorstellungen zu stören, solange sie uns damit nicht lästig werden?" Aber hinter unseren Glaubensboten steht der Herr der Welt! Zunächst muß ich mich mit aller Entschiedenheit wenden gegen zwei gegen die katholische Missionierung gerichtete Anklagen. Merkwürdig I Sie sind diametral entgegengesetzt. Während die eine heißt: Die katholische Mission geht ganz in Kulturarbeit auf und vernachlässigt darüber ihre religiöse Aufgabe, lautet die andere: Die katholische Mission verfolgt nur selbstsüchtige, religiöse Zwecke, sie hat nicht aufrichtig die kulturelle Förderung der Eingeborenen im Auge. Diese Vorwürfe treffen nicht zu. Bevor ich ihre Unhaltbarkeit zeige, darf ich wohl für die, die der Heidenmission gleichgültig gegenüberstehen, den hohen Gedanken, der bei allen Katholikenversammlungen stets und mit Recht hervorgehoben ist, auch diesmal in uns lebendig werden lassen: daß durch die Heidenmission unsere Arbeit im eigenen Lande gesegnet werden wird. Ich muß Ihnen von einem protestantischen Missionär den wahrhaft katholischen Gedanken zurufen lassen: „Solche Leute (er meint die gegen die Missionierung Gleichgültigen) ignorieren das Naturgesetz des rückwirkenden Segens, kraft dessen die Kirche zu jeder Zeit mehr von der Mission empfangen, als für sie gegeben hat." Es kann gar keine Frage sein, unterliegen wir im Kampfe da draußen gegen ein altes Heidentum, so unterliegen wir auch bei uns zulande im Kampfe gegen das neue Heidentum ! Noch ein zweiter Gedanke drängt sich mir auf. So oft wird gesagt, die Geschichte beweise, daß die Anziehungs- und Werbekraft der katholischen Kirche gegen frühere Zeiten sehr abgenommen habe. Aber nicht das Christentum ist es, das an siegreicher Kraft verloren; der Feind, der zu besiegen ist, ist ein widerstandsfähigerer, stärkerer zahlreicherer, ein mächtigerer, als die morsche, im Untergange befindliche, nach einem Erlöser geradezu dürstende antike Welt. Wir erinnern uns gerade in diesem Jahre daran: als vor 1600 Jahren das Haupt des Imperium Romanum den Christenglauben angenommen, da war der Kampf entschieden. Dem Sieger, der christlichen Weltanschauung, fiel der Erdkreis mühelos als Beute zu. Die. Aufgaben von heute sind schwerer, durch die. Erschließung aller Erdteile umfangreicher, die Mittel zur Bekehrung nicht entsprechend gewaltiger geworden und es muß auch zugegeben werden, der Eifer ist nicht mehr so tatkräftig wie in den früheren Zeiten. Die Bekehrung ist schwerer als früher, sie ist ein Ringen um jede einzelne Seele. Es kommt hinzu, die Ausdehnungsfähigkeit der christlichen Staaten ist an einer gewissen Grenze angelangt. Dem modernen Staat ist im Gegensatz zu dem des Mittelalters die Ausbreitung des Christentums keine Hauptaufgabe, kein Selbstzweck mehr. Aber ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, es kommt eine Zeit, ja, sie ist schon da, in der sich wieder einmal große Möglichkeiten für die Ausbreitung des Christentums eröffnen. Alte Kulturen, diesmal im Osten, stehen vor einem Zusammenbruch. Die alten Religionen des Buddha, des Konfutse, der Hinduismus mit ihren Millionen von Anhängern sind vor der Auflösung angekommen. Sie haben tatsächlich ihre Werbekraft verloren. Sich. zu modernisieren^ das heißt, den durch den Zusammenstoß mit der christlichen Kultur aus ibrem Schlummer aufgerüttelten Anhängern Brot statt Stein zu geben, gelingt ihnen nicht mehr. Das Alte stürzt, nur das Christentum vermag neues, wirkliches Leben aus den Ruinen hervorsprießen zu lassen. Auch an den Grundlagen des Lebens der auf tieferer Stufe stehenden Heiden rüttelt die neue Zeit. Hier hält der Volksglaube den Zusammenstoß mit einer höheren Kultur nicht aus. Und es muß kommen mit der Naturnotwendigkeit: an der über sie hereinbrechenden höheren Kultur müssen die Ein- geborenen sittlich zugrunde gehen, wenn nicht mit ihr das Evangelium kommt. Und immer noch hallt es durch die Jahrtausende: „Gehet hin und lehret alle Völker." Die Weltkirche muß auf dem Plan sein. „Es wäre verhängnisvoll", kann ich mit einem Redner auf dem Katholikentag in Augsburg ausrufen, „es wäre eine entsetzlich verhängnisvolle Politik der christlichen Kirche, wenn sie zuließe, daß jetzt, wo die Millionenvölker Asiens sich der abendländischen Zivilisation zuwenven, das Evangelium und die übernatürlichen Grundlagen aller wahren Zivilisation ausgeschaltet würden." Wollen wir katholischen Christen das zugeben? Wir, die wir überall, wo wir in den Jahrhunderten kämpften, dem deutschen Namen Ehre gemacht haben? Nein und dreimal nein, das soll nicht sein. Das darf nicht sein. Wir wollen auch als Träger und Verbreiter des Christentums in Ausführung des Auftrages unseres göttlichen Heilandes dem deutschen Namen Ehre machen. Wir wollen zeigen, daß wir einen weiten Blick haben und daß wir erkennen, daß, wenn die gewaltige Völkerslut des Ostens nicht christlich wird, dann eine Zeit entstehen muß, in der sie sich gegen uns, die christlichen Nationen wenden wird. „Völker Europas, wahret eure heiligsten Güter," rief einst unseres Kaisers Majestät. Wie steht es nun mit dem von mir schon kurz zurückgewiesenen Vorwurf? Es ist nicht wahr -und wird durch offenkundige Tatsachen widerlegt. Die amtlichen Berichte der Regierung, die der Missionäre selbst, die der Reisenden, der protestantischen Missionen, sie alle bestätigen, daß an der Spitze ihrer gesamten Berufsarbeit die Verkündigung des Evangeliums, die religiöse Tätigkeit stellt. Die ganze Tätigkeit der katholischen Missionäre sieht ihr Ziel darin, daß der Heide freiwillig übertritt und es ist mir noch neuerdings von einem protestantischen Herrn, der lange Jahre als Vertreter der Regierung in Ostafrika todt, bestätigt worden, daß die katholischen Missionäre sehr vorsichtig und zurückhaltend mit Spendung der Taufe sind sowie der Verdacht rege wird, daß nur die Erlangung Zeitlicher Vorteile oder andere Nebenabsichten einen Eingeborenen zum Empfange der Taufe hindrängen. Der Missionär weiß, die Religion ist die Fürstin aller Erziehungsfaktoren. Das Gefühl der Autorität,, das sich zunächst auf die religiöse Shpäre erstreckt, durchdringt bald auch die übrigen Lebensgebiete mit ihrem Geist. Mit der Feststellung einer Autorität verbindet die Missionierung eine zweite Hilfsaufgabe, eine . allgemeine Kulturtätigkeit. Die Tätigkeit, die von den Missionsniederlassungen ausgeht, läßt sich ihrem Wesen nach mit den Worten bezeichnen: Bete und arbeite. Sie lehrt den Heiden nicht zum wenigsten durch eigenes Beispiel die Notwendigkeit und den Wert der Arbeit kennen, daß beide Geschlechter arbeiten müssen; die Frau wird vom Arbeitstier zur Genossin des Mannes erhoben. So wird ihm der Weg, sich wirtschaftlich zu heben, gezeigt. Als wichtigstes Mittel für beide Zwecke, religiöse und kulturelle Entwicklung, dient die Schule. Mit ihr christianisiert und unterrichtet sie nicht nur, sie bildet sich vor allem ans den Eingeborenen selbst Mit-: arbeitet auf dem weiten Arbeitsfeld heran-Durch die Schule nach christlichen Grundsätzen allein können die Missionäre ein neues Geschlecht erziehen. Im engen Anschluß daran entfaltet sich eine reiche, unablässige, in alle Lebensverhältnisse eindringende caritative Tätigkeit. Was anders als die Liebe, die auch im Fremden den Nächsten sieht, hat ein Heer von gottgeweihten Frauen hinausgetrieben in die unwirtlichen Gegenden unter Einsetzung ihres. Lebens? Sie haben die Liebe und haben sie dorthin verpflanzt, wo man sie nicht kannte. Sie haben ein ganz neues Lebens-möment in fremde Völker gebracht und dazu beigetragen, der Botschaft des Herrn die Herzen 'zu öffnen. : Wie kann man hiernach noch den Vorwurf aufrecht erhalten, daß die Missionierung ganz in Kulturarbeit aufgehe und die religiöse Tätigkeit vernachlässige? Wie kann der zweite entgegengesetzte überhaupt erhoben werden? Beide können nur als Verdächtigungert bezeichnet werden, deren Urgrund Haß gegen das Christentum ist. Diese Vorwürfe machen es aber notwendig, die Richtlinien für Beurteilung und Handhabung des Verhältnisses zwischen missionärischen und kolonialen Interessen zu zeichnen. Ist man sich hierüber in allen Kreisen klar, dann müssen die schiefen Urteile verstummen. Mission und Kolonisation sind zwei gegebene Größen, die bei aller Verschiedenheit keine Gegensätze darstellen. Sie müssen Hand in Hand gehen, um das Höchstmögliche zu erreichen, genau wie Staat und Kirche in der Heimat. Kolonisation und Mission müssen sich bewußt bleiben, daß ihre Ziele und Aufgaben nicht dieselben sind: bei der Kolonisation stehen die wirtschaftlichen, bei der Mission die religiösen Interessen in erster Linie. Daher beurteilt der Kolonialpolitiker ein Problem anders und faßt es anders an, wie der Missionär. Das schadet aber auch nichts, der Kolonisator wird es dem Missionär nicht verübeln, daß dieser zuerst und immer daran denkt, die Eingeborenen zum Himmel zu führen, der Missionär umgekehrt den Kolonisator deswegen nicht tadeln, weil er zunächst an die wirtschaftliche Erschließung des Neulandes denkt und danach handelt. Der Standpunkt derer, die den Missionen nur insoweit eine Berechtigung ' zugestehen. als sie den kolonisatorischen Zwecken nützen, ist ein beschränkter, unchristlicher, für den Katholiken unhaltbarer Standpunkt. Es leuchtet ein, daß Kolonisation und Mission eine Reihe gemeinschaftlicher Interessen haben müssen. „Sie haben," sagt Professor Schmidlin in dem von ihm verfaßten Jnbiläumswerk, „gemeinsam zu allererst das Objekt, die Eingeborenen, mit denen es die Mission ausschließlich, die Kolonialpolitik zu einem erheblichen, wenn nicht zum erheblichsten Teil zu tun hat, da die Leute für sie mindestens ebenso wichtig sind, wie das Land. In dieser Interessengemeinschaft, bezw. Jnteressenverwandschaft liegt es vor allem begründet, daß Mission und Kolonialpolitik sich als wertvolle Bundesgenossen tatsächlich stützen und fördern, daß sie sich aber auch stützen und fördern sollen." Es erscheint mir angezeigt, darauf hinzuweisen, was die Kolonialpolitik der katholischen Mission verdankt: Unser Kolonialprogramm lautet, wie das in der Kongoakte niedergelegt ist, von vornherein : „Erhaltung der eingeborenen Bevölkerung, Verbesserung ihrer sittlichen wie materiellen Lebenslage, Schutz ' und Begünstigung aller religiösen, wissenschaftlichen und wohltätigen Einrichtungen, die dahin zielen, die Eingeborenen zu unterrichten und ihnen die Vorteile der Zivilisation verständlich zu machen, ohne Unterschied der Nationalität oder des Kultus." Dementsprechend sucht die Regierung — Schwankungen in ihren Maßnahmen kamen vor — vor allem neben der wirtschaftlichen Erschließung der Kolonien die Eingeborenen zu erhalten und kulturell zu heben. „Nicht nur die Machtstellung der kolonisierten Nation" verkündete Staatssekretär Dernburg, „oder die Bereicherung des einzelnen geben der Kolonisationsarbeit ihren Erfolg, sondern ebenso sehr wenn nicht mehr die Erfüllung der ethischen und kulturellen Arbeit. Nur die Nation, die diese ethische und kulturelle Arbeit mit Geschick und Erfolg angreift, wird mit Ehren vor der Mit- und Nachwelt kolonisieren." Wer wird nicht aus vollster Ueberzeugung Dernburgs Nachfolger Lindequist zustimmen, der es als Pflicht der Regierung erklärte, „den Eingeborenen menschlich und gerecht zu behandeln, nicht nur, weil wir dies unschätzbare Material zur Hebung unserer Kolonien nicht entbehren können, sondern auch, weil höhere ideale Gesichtspunkte dies von einer kulturell so hoch stehenden Nation verlangen." Und ich füge hinzu: weil die Eingeborenen auch Menschen sind und auch eine unsterbliche Seele haben. Hier berühren sich also die Ziele der deutschen Kolonialpolitik mit denen der Missionierung, sie hat Gott sei dank den Standpunkt krassester Herrenmoral nicE)t zu dem ihrigen gemacht. Hierin zeigte der Staat, daß er noch ein christlicher ist und bleiben will. Das Wesentlichste, was die Kolonialpolitik der Missionierung verdankt, ist die Erziehung des Eingeborenen zur Arbeit; dann aber seine innere, seelische Umgestaltung, die allein ihn befähigt, die durch die europäische Kuüur ihm übermittelten höheren Güter ohne Schaden sich anzueignen. Darin sind alle Kenner einig, daß die materielle Kultur allein nicht in der Lage ist, den Eingeborenen zu einem gesitteten Menschen zu erheben, auch nicht eine Erziehung ohne christliche Grundlage. Das kann aber nur das Christentum, das tun unsere Missionäre, das verdankt die Kolonisierung der Missionierung. Dies weiß man an maßgebender Stelle, und allein schon darum steht die Regierung unseren Missionsbestrebungen freundlich und wohlwollend gegenüber. Dies zeigt sich vor allem darin, daß man den Missionsschulen eine viel größere Freiheit und Selbständigkeit gewährt, als der Kirche in der Heimat. Wenn wir das weite Gebiet der Missionstätigkeit überschauen, können wir mit Stolz feststellen, daß die katholischen Missionen ganz Gewaltiges geschaffen, in ruhigem Fortschreiten begriffen sind und hunderfältig die von kolonialer Seite ihnen geliehene Unterstützung lohnen. Ich bezeichnete die Missionierung schon als einen Kampf, als ein Ringen um jede Seele. W e müssen wir den Kampf führen, wollen wir ihn gewinnen? Bei jedem Kriege kommt es darauf an, daß die eigene Basis, auf die man sich stützt, eine möglichst starke, an Ersatz und Vorräten reiche ist. Die Basis für unseren Kampf in den Kolonien ist die katholische Heimat. Soll draußen etwas geleistet werden, dann heißt es, dazu an der Basis alles bereit stellen. Hierzu gehören zunächst, um Lücken, die der Kampf gerissen, zu schließen, Soldaten. Das sind die Söhne und Töchter unseres Volkes, die den Beruf in sich fühlen, den Heiden das Evangelium zu predigen. Dazu gehören Missionsanstalten, in denen sie ausgebildet werden, es gehören dazu auch Führer, das sind die schon draußen gewesenen Missionare. Und wenn wir das alles haben, dann fehlt noch ein Mittel, das ist das Geld. Was tut ein Heer, wenn es in den Krieg rückt? Was tun die zu Hause Bleibenden? Sie alle wenden ihre Blicke hinauf zu dem höchsten Feldherrn, dem größten Heerführer, zu Gott dem Herrn, und bitten, daß er die Waffen segne. Ich will hier in der Wesimark, die zu allen Zeiten das Verdienst sich zusprechen konnte, Glaubensstreiter in besonders großer Zahl hinausgeschickt zu haben, betonen, daß es an der Zeit ist, daß wir deutschen Katholiken die Basis unserer Missionstätigkeit verstärken an Mannschaften, an Geld, durch das Gebet. Ein immer größer werdendes Abeits- seld eröffnet sich uns, immer größere Anforderungen treten im Miffionswerk an uns heran. Mit der Arbeit unserer Missionäre allein ist es nicht getan, Waffen und Munitionen werden verbraucht, sie müssen ersetzt werden. Dann noch eins: wenn man in ein erobertes Land eingedrungen ist, dann zieht man baldigst seine Hilfsquellen von der heimatlichen Basis näher heran. Das müssen auch wir tun. In der weißen Bevölkerung der Kolonie selbst muß die Missionierung eine feste Wurzel schlagen, eine neue Basis finden. Das muß eine verdoppelte Aufforderung an den katholischen Bolksteil sein, recht viel geeignete Personen in die überseeischen Besitzungen zu senden. Eine Armee, die nichts im Magen hat, kann nichts leisten. Unsere Missionäre, die unter unsagbaren persönlichen Entbehrungen aller Art dort draußen die übernommene Aufgabe erfüllen, dürfen nicht Mangel leiden. Es müssen Erholungsheime für unsere Missionäre geschaffen werden. Unsere katholische Presse muß eine ständige Rubrik über Missionswesen haben, unsere Kanzeln dürfen an Predigten über dasselbe nicht leer werden. Das erweckt und fördert das Interesse an der großen Sache. Ich weiß wohl, daß es in den letzten Jahren ganz entschieden besser geworden ist. Allein die Bewegung ist noch nicht allgemein genug. Die verschiedenen Missions-Vereine müßten ganz andere Mitgliederzahlen aufweisen, die Sammlungen ganz andere Summen bringen. Der Andrang zu dem Berns als Missionär muß größer werden. Denn in manchen Gebieten sind die Missionen in die Defensive zurückgeworfen, der Islam ist zum Angriff vorgegangen, der Mission und der Kolonisation schlimmster Feind. Und wir können mehr leisten, da das deutsche Reich in den letzten Jahrzehnten reich geworden und Frankreich für die Missionierung das nicht mehr leisten kann, was es früher leistete. Begeistern wir uns gemeinsam für das weite Arbeitsfeld da draußen, denn: Großes wirkt des Willens Kraft, Größeres der Gedanke schafft. Doch das Größte wird entblühen Herzen, welche mächtig glühen. Wer hätte das nicht schon erfahren! Unsere Versammlung steht unter den Zeichen der Erinnerung an das Mailänder Edikt von 313. Mit dem Schritt aus den Katakomben begann damals die umfassendste Missionierung, die die Welt je gesehen, mit einem Erfolg, wie er beispielloser nicht gedacht werden kann. Das in hoc signo vinces war zur Tatsache geworden. Der Gott, der damals Konstantin dieses Feldgeschrei mit in die Schlacht gab, er lebt auch heute noch! Ein nicht minder großes Reich wie damals den Christenaposteln zur Verbreitung des Glaubens sich darbot, ist in unserer Zeit den Missionären eröffnet. Unter demselben Zeichen wie ehemals ihre Vorgänger ziehen und zogen sie zu ihrem Werke aus. Und der Sieg muß ihnen wiederum werden wie damals: Denn von Christi Dornenkrone Geht ein wunderbares Scheinen Durch die Welt, das alle Völker Muß durchleuchten und vereinen. (Schluß fvlgt.) Auf dem [Harsche zu den Kannibalen. (Schluß.) 13. Dezember. In aller Frühe wird aufgebrochen. Von jetzt ab werden wir durch vier Tage hindurch auf unserem Marsche keine andere Gesellschaft zu gewärtigen haben als die wilden Tiere des Urwaldes und der Steppe. Gegen 7 Uhr verließen wir den Dschur und gelangten um 11 Uhr an den Bo einen Nebenfluß des Dschur. Das Schauspiel, welches uns die Natur hier bot, war nicht uninteressant. Der Fluß teilte sich in drei Arme, welche zwei wunderschöne Eilande einschließen. Das krystallklare Wasser schlängelt sich gurgelnd durch eine Unzahl kleiner Felsblöcke, welche ihm den Weg zu versperren suchen, während die Urwaldriesen mit ihren Schatten die ganze Szenerie in ein geheimnisvolles Dunkel kleiden. Interessanter sind aber noch die Brücken, auf welchen man über die einzelnen Flußarme gelangt. Die Riesenäste zweier gegenüberstehender Bäume sind miteinander verbunden und unten mit Pfählen gestützt, das ist die ganze Brücke. Bisher wäre so ziemlich alles Poesie gewesen und die Poesie hätte sich vielleicht auch noch weiter fortgesetzt, wenn wir unter uns gewesen wären. Doch unsere Viersüßler sollten uns bald wieder ins Gedächtnis zurückrufen, daß wir uns noch nicht im Paradiese, sondern in Afrika befanden; auch sie mußten über den Fluß geschafft werden und bei dieser Arbeit hört alle Poesie auf, wie die Leser von einer früheren Gelegenheit her sich wohl noch erinnern werden. Für gewöhnlich klettern auch hier in Afrika die Esel nicht auf die Bäume, um sich von Ast zu Ast auf das andere Ufer zu schwingen. Ich bemerke nur noch, daß wir den ganzen Nachmittag vollauf zu tun hatten unsere langohrigen Genossen an das andere Ufer zu schaffen. Nachdem endlich diese Arbeit ohne größeren Unfall getan war, schlugen wir unser Nachtlager auf. Für die nötige Nachtruhe hatten schon die zahllosen Moskitos gesorgt, nämlich in dem Sinne, daß wir sie nicht zu lange ausdehnten, denn ein jeder war froh als er aufstehen konnte, um sich der Plaggeister zu erwehren. 14. Dezember. Gegen sechs Uhr wird das Lager aufgebrochen, nach vierstündigem Marsche gelangen wir zu eenem Bache Namens Nambiango, wo wir eine kurze Mittagsrast machen, nachmittags setzen wir dann unseren Marsch wieder fort. Schon seit geraumer Zeit beobachteten wir, wie am Horizonte gewaltige Rauchsäulen aufsteigen. Woher sie stammten wußten wir wohl: die Eingeborenen hatten nämlich wie alljährlich auch jetzt wieder das dürre Gras in Brand gesteckt. Würde dieser Vorgang nicht jedes Jahr wiederholt, so wäre durch das übermäßig wuchernde Gras und die zahlreichen Schlingenpflanzen ein Durchkommen bald unmöglich gemacht. Zum Schaden gereicht dieses Verbrennen nur den zahlreichen Stechmücken, die bei dieser Gelegenheit zu Millionen umkommen. Ohne auch nur im geringsten an eine Gefahr zu denken, setzen wir ruhig unsern Weg fort; doch bald sollten wir merken, daß die Sache für uns auch eine schlimme Folge haben könnte, es kam der Moment, wo wir uns in einem großen Halbkreise von Feuer umgeben sahe». Jetzt merkten wir erst, daß wir in weniger als einer Stunde vom Feuer ganz umzüngelt sein würden, falls wir keine Gegenmaßregeln zu unserer Rettung ergriffen. Die Sache wurde in der Tat ernst, da die schwerbeladenen Esel unmöglich fliehen konnten und wenn wir auch Kehrt gemacht hätten, so wären wir dem feurigen Elemente doch schwerlich entgangen ; es blieb also nichts anderes übrig als uns zur Gegenwehr zu rüsten. Wo aber das Wasser zum Löschen hernehmen, hatten wir doch kaum genug um unseren Durst zu stillen. Unsere Neger waren aber-anderer Ansicht als wir, Feuer wird mit Feuer gelöscht, sagten sie uns, und schickten sich gleich au, uns von der Wahrheit ihrer Ansicht zu überzeugen. An verschiedenen Stellen zündeten sie gleichfalls im Halbkreise einige Gegenfeuer an und zwangen sie in entgegengesetzter Richtung als das auf uns einrückende voranzuschreiten, was ©ouuerneurrat in Wau. anfangs nicht gleich gelingen wollte, gelang später ganz leicht, indem das Feuer auf der uns zugekehrten Seite unterdrückt wurde. Die zwei gegen einander ziehenden Brände begegnen sich und erlöschen, da sie keinen Nahrungsstoff mehr haben. Wer es nicht glauben will, mache, um sich zu überzeugen, die Probe: wenn sein Haus auf der einen Seite brennt, so zünde er es auch auf der entgegengesetzten Seite an und er wird sehen, daß das Feuer erlöschen wird sobald alles niedergebrannt ist. So sind wir also der gefährlichen Lage glücklich entronnen. Gegen Abend zeigten sich im Süden auch bereits die Berge von Kod-schali, so Gott will, werden wir sie übermorgen erreichen und auch zum Teile überschreiten. Unser Herz frohlockte beim ersten Ss-v 4: Mil 1 MM- ga**», -*■'-**- " 14&:*r Anblicke dieser Berge, da hinter denselben unser Reiseziel lag. Der Ort unseres heutigen Biwaks heißt „Palajake" es ist eine Einsenkung, in der noch einige Wassertümpel zu finden sind, das Wasser ist jedoch übelriechend und sehr ungesund. 15. Dezember. Es ist Sonntag, auch heute müssen wir wieder im großen Tempel der Natur unseren Tragaltar aufstellen und Gebirges herrschte, schützten. In der Nähe floß auch ein Bach vorbei, der uns frisches Triukwasser lieferte. 16. Dezember. Die Berge von Kodschali steigen immer höher vor unseren Augen auf und wir hoffen sie gegen Abend zu erreichen, daher beschleunigen wir gleich von der Frühe an unsere Schritte. Die Berge bestanden, wie wir bei unserem ftas=©eier (Naturaufnahme vom verst, p. Ohrwalcler). so unserer Sonntagspflicht genügen, als Lehne für den Altar dient ein Baum, während über unseren Häuptern noch die Sterne schimmern. Des Vormittags legten wir nur drei Wegstunden zurück und da wir gegen Abend zu einigen leerstehenden Hütten gelangten, so begnügten wir uns auch des Nachmittags mit weiteren vier Stunden. Die Hütten waren uns sehr willkommen, da sie uns etwas gegen die Feuchtigkeit, welche hier in der Nähe des Herannahen bemerkten, aus gewaltigen aufeinandergetürmten Granitblvcken; die Niederungen zwischen den einzelnen Ketten werden von klaren Bächen durchzogen, welche ebensovielen Oasen mit wahrhaft tropischer Vegetation ihre Existenzmöglichkeit verleihen; all diese Bäche und Bächlein ergießen ihre Gewässer in den Dschurfluß. Auf diese Weise list mir auch das rasche Steigen desselben, auch wenn in Wau und in der ganzen Umgegend an Heft 11. 251 Stern der Neger. Regen nicht zu denken ist, leicht erklärlich. Wir befinden uns also in Kodschali. Den Namen hat der Ort und mit ihm die ganze Gegend von einem Niam-Niam-Häuptling, welcher bis zum letzten Jahre seinen Wohnsitz hier hatte, sich aber jetzt weiter gegen Süden ein neues Heim gesucht hat. Die verlassenen Hütten sind noch in ziemlich gutem Zustande, wir benützen sie daher als willkommene Unterkunftsherbergen. Während Ahnung hatten. Nach vierstündigem beschwerlichen Marsche gelangen wir zu dem Dorfe des Häuptlings Badinda, der wie er angibt mit Tombora verwandt ist, er nennt ihn beständig seinen Bruder. Wir machen Halt und benützen zugleich die Gelegenheit, von den Leuten des Badinda etwas Mehl einzutauschen, als Gegenwert geben wir ihnen Salz und einige Tücher, das Geld ist hier noch eine gänzlich unbekannte Sache. 5d)ilIuh»Falhe (Naturaufnahme vom verst, p, Obrivaldev). der Nacht beehrten uns auch einige Löwen mit ihrem Besuche und erfüllten mit ihrem fürchterlichen Gebrülle Berg und Tal; wegen der beständig unterhaltenen Wachtfeuer getrauten sie sich jedoch nicht näher zu uns heran. 17. Dezember. Ejn prachtvolles Panorama haben wir heute stets vor Augen, aber umso schlechter sind die Wege, besonders für unsere Lasttiere, die bisher von einem alpinen Sporte noch keine blasse Des Nachmittags machten wir zu zweien in Begleitung von drei Eingeborenen einen kleinen Abstecher auf eine der vielen Höhen, welche das Dorf umgeben. Die Aussicht, welche sich uns dort oben darbot entschädigte uns vollauf für die kleine Anstrengung des Aufstieges. Die einzelnen Höhen erheben sich zwar nicht besonders stark über das umliegendeTerrain; wenn es viel ist, dürften die höchsten Spitzen eine relative Höhe von 500 Meter erreichen. Für uns, die wir von Wau und Kayango her durch Jahre hindurch. nur an eine Erhebung von höchstens 50 Meter gewohnt waren, war es doch immerhin etwas großartiges. Eine Station in dieser Gegend wäre als Erholungsposten für die kranken Missionäre der ganzen Provinz nicht zu verachten, zumal hier in diesen Höhen die furchtbare Tse-Tse-Fliege vollständig fehlt, welche ja für den Menschen nicht weniger gefährlich ist als für die Tiere. 18. Dezember. Drei unserer Lasttiere können heute nicht mehr weiter, wir übergeben sie daher Badinda, der uns verspricht, sie hüten zu lassen. Nach ihrer Wiederherstellung will er sie dann uns wieder zukommen lassen, sollten sie jedoch erliegen, so sollte ihn keine Schuld treffen. Nachdem wir dann die Lasten der drei zurückgelassenen Esel aus die anderen verteilt hatten brechen wir in der zuversichtlichen Hoffnung auf, uns nach zwei Tagen in Tombora zu befinden. 19. Dezember. Da unsere Reise dem Ende zugeht, wollten wir uns etwas beeilen. Schon beim ersten Morgengrauen begeben wir uns auf den Weg und setzen den Marsch durch volle acht Stunden ununterbrochen fort. Als wir endlich die letzte Etappe vor Tombora erreicht hatten, hatte die Sonne ihren höchsten Stand bereits überschritten. Es war des guten doch schon zuviel, nicht nur für uns, sondern fast noch mehr für unsere armen Lasttiere und so beschlossen wir, hier für den Nachmittag und auch für die Nacht unser Lager aufzuschlagen. Als jedoch am Abend der Mond so herrlich aufging, wurden wir unserem Vorhaben wieder untreu und legten noch drei weitere Stunden zurück bis zum Flusse Jubo, an dessen Ufer wir unter freiem Himmel übernachteten. 20. Dezember. Bevor wir aufbrechen wird alles in Ordnung gebracht um unseren Einzug in Tombora etwas anständig halten zu können, wo wir denn auch gegen 9 Uhr anlangten. Vom Regierungskommissär und den anwesenden englischen Offizieren werden wir auf das freundschaftlichste empfangen und erhallen von dem Inspektor als einstweilige Wohnung das Haus eines Offiziers überwiesen, welcher sich gegenwärtig auf Urlaub in England befindet. Der Regierungsposten Tombora hat eine sehr schöne Lage auf der Höhe eines kleines Hügels. Bisher waren immer 50 sudanesiche Soldaten hier stationiert, doch soll deren Zahl dieses Jahr auf 150 erhöht werden. Auch ein Militärarzt befindet sich hier, ein katholischer Syrer, der zugleich auch eine gut eingerichtete Apotheke führt. Man sieht für die Sicherheit des Lebens ist gut gesorgt. Der jetzige Exsultan Tombora wohnt eine gute halbe Stunde außerhalb des Regierungspostens. Mit letztem Jahre hat seine Herrscherherrlichkeit ein Ende genommen, da ihn die sudanesiche Regierung seines Amtes enthoben und durch seinen Sohn ersetzt hat. Sultan Rinzi, wie Tomboras Sohn heißt, ist ein kräftiger Jüngling in den zwanziger Jahren, leider ist aber auch er wie sein Vater sehr dem Alkohol ergeben und wurde deshalb auch schon einige Male auf Staatskosten hinter vier Mauern beköstigt, natürlich vor seiner Erhebung zur Sultanswürde. Wenn er auf dieser Bahn fortfährt, wird er den Thron seines Vaters wohl nicht lange inne haben. Gegen Abend kam auch Rinzi mit seinem Gefolge, uns einen Besuch abzustatten. Er war ganz europäisch gekleidet und trug einen Stolz zur Schau, der einen ganz anekelte; in befehlendem Tone verlangte er alles, was ihm nur zu Gesichte kam; der Refrain seiner anmaßenden Bitten sind jeboii immer die drei Worte: Whisky, Kognak, Zigaretten. Da wir das strenge Verbot der Regierung bezüglich der Verteilung alkoholischer Getränke an die Eingeborenen recht gut kennen und auch wissen, daß die Regierung darin keinen Spaß versteht, fertigen wir den nach Whisky lechzenden Sultan mit einer Ausrede ab und geben ihm dann, um ihn uns nicht gleich im Anfange zu verfeinden, eine Schachtel .Zigaretten. Hochbesriedigt verläßt er dann samt Gefolge unser provisorisches Heim. Der englische Kommandant bringt uns und unserer Sache das größte Interesse entgegen; für den Anfang wollte er uns gar nicht gestatten, daß wir die Station weiter als zwei Stunden vom Regierungs-Posten entfernt gründen, um uns im Notfälle gleich mit Militär zu Hilfe eilen zu können. Wir aber, die wir mehr auf unseren Zweck schauen mußten, zogen Mupoi oorf das ungefähr 30 Kilometer vom Negierungsposten entfernt ist. Zum Schlüsse gab dann auch der Kommandant nach. bull einst und jetzt. (Fortsetzung.) E. Isidor Stang f. S. C. Der so plötzliche Tod des Katechumenen Deng machte einen heilsamen Eindruck auf Adschak. Seit dieser Zeit bat er öfters inständig um die hl. Taufe, da er nicht ohne dieses Sakrament sterben wolle. So konnte ich denn ihm und Akuotsch in nähere Vorbereitung auf den Empfang der hl, Taufe nehmen. Ein solches Interesse, wie diese beiden Negerburschen meinen Ausführungen entgegen brachten, wird in Europa wohl kaum ein Katechet bei seinen Kindern finden. Die Karwoche war inzwischen angebrocken und mit ihr auch der Tag, welcher zur Taufe der beiden Katechumenen bestimmt worden war, greifbar nahe gerückt. Da verlangte der liebe Gott wohl das größte Opfer, das Adschak je gebracht hat. Sein Vater, der zwar schon ziemlich alt, aber noch immer sehr rüstig gewesen war, wurde plötzlich schwer krank. Die guten Missionsschwestern besuchten ihn zwar fleißig und taten ihr möglichstes, ihn zu retten; es schien auch, daß ihr Bemühen von Erfolg begleitet sein würde. Da kam eines Tages wie ein Blitz von heiterem Himmel aus Agoda, dem Dorfe, in welchem sich der Kranke befand, die Nachricht, Adschaks Vater liege im Sterben. Ich war gerade bei Erklärung der Leidensgeschichte, als der Bote mit der Unglücksnachricht zu uns ins Zimmer stürzte. An eine Fortsetzung des Unterrichtes war für heute natürlich nicht mehr zu denken. Im Laufschritt ging es dann mit Adschak und Akuotsch nach Agoda. Ich traf meinen alten Freund „Kak" — so hieß Adschaks Vater — zwar nicht im Sterben, wohl aber sehr schwach und matt. Schnell wurden die meisten Verwandten aus der Hütte entfernt und mit der näheren Vorbereitung auf die Taufe begonnen. Es war zwar keine leichte Aufgabe, doch Adschak half tüchtig mit und unterstützte meine Erklärungen mit seinem Zureden; so gelang es denn endlich, ihm die wichtigsten Wahrheiten wieder ins Gedächtnis zurückzurufen und ihn zur Annahme derselben zu bewegen. Als das Taufwasser über seine Stirne geflossen war, wurde unser guter Jakob, auf diesen Namen hatte ich ihn getauft, auffällig ruhig und gefaßt, er sagte mir bald darauf: „Jetzt fürchte ich den Tod nicht mehr." Noch einige Worte des Trostes und der Ermunterung und wir mußten uns schleunigst auf den Heimweg machen, da die Nacht bereits lange hereingebrochen war. Zudem hielt ich die Lage für nicht so gefährlich ; ein paar Tage, dachte ich mir, würde er jedenfalls noch leben. Freundlich lächelnd blickte der Mond vom blauen afrikanischen Tropenhimmel auf uns herab, die wir ob unseres Glückes, dem Himmel eine Seele gewonnen zu haben, eher freudig als traurig gestimmt waren. Wir dachten eben nicht im entferntesten daran, daß wir uns nach wenigen Stunden, noch bevor der kommende Tag grauen würde, bereits wieder auf dem Wege nach Agoda befinden würden, um dort dem Begräbnisse von Adschaks Vater beizn -wohnen. Nach dem Abendessen begab ich mich bald zur Ruhe. Von den häufigen Malariafiebern geschwächt, konnte ich die sehnlichst erhoffte Ruhe lange nicht finden, meine Gedanken waren beständig bei dem schwerkranken Neofiten. Schon längst war die Mitternachtsstunde vorüber, als ich endlich, von Mattigkeit und Schwäche überwältigt, einschlief. Doch kurze Zeit mochte ich nur geschlafen haben, als mich ein heftiges Sdjilluhtype. pljot. p. ©. Zorn. Klopfen an meiner Türe plötzlich aus dem Schlafe aufschreckte. Da ich an der Stimme des nächtlichen Ruhestörers einen Verwandten unseres Adschak erkannte, wußte ich gleich, worum es sich handelte. Wie ich mir es gedacht hatte, war es leider auch in der Tat. Kaum war die Türe geöffnet als Fadiet hereinstürzte und mir von dem erfolgten Ab -leben seines Onkels, Adschaks Vater, Mitteilung machte. Der Kranke war, wie Fadiet mir in Eile mitteilte, nach unserem Fortgehen auffällig ruhig geworden und war so langsam in die Ewigkeit hinüber geschlummert, ohne daß seine Umgebung etwas davon gemerkt hatte, man meinte nämlich, er sei eingeschlafen. Als man dann endlich nachschaute, war er bereits tot. Fadiet bat mich noch, j Adschaks auf______bie schonendste Weise von dem Tode seines Vaters zu benachrichtigen und entfernte sich dann, um auch die übrigen Verwandten zu be-nachrichten und zur Beerdigung einzuladen. Hier im Schilluklande geht die Beerdigung nämlich viel schneller vor sich als bei uns Zu Hause. Da kann man in der Frühe noch ganz munter sein, und bei Sonnenuntergang ist man bereits in der kühlen oder hier besser gesagt, in der warmen Erde gebettet. Die Hitze gestattet nicht, den Toten lauge unbeerdigt liegen zu lassen. Gleich nach eingetretenem Tode, bevor die weiblichen Angehörigen im Verein mit fast allen Frauen des Dorfes, zu '? dem der Verstorbene gehört, die übliche Todesklage beendet haben, wird von den älteren Män -nern des Dorfes oder auch des Nachbardorfes das Grab ausgeworfen. Jünglinge und noch nicht verheiratete Männer dürfen nach Landessitte bei der Bereitung des Grabes nicht helfen, sie sollten nicht einmal zugegen sein, damit sie, wie es heißt, den Tod nicht zu sehr fürchten lernen. Nur gesetzte, ältere Männer erweisen den Toten den letzten Liebesdienst, richten das Grab her, tragen ihn zu Grabe und betten ihn dort zur Ruhe. Das Waschen des Toten und das Einwickeln in das hiezu bestimmte weiße Tuch besorgen die Frauen. Das Grab selbst wird ungefähr einein- halb Meter tief gemacht, dann an der einen Längsseite ausgehöhlt. In diese Seitenhöhlung wird ein niederes Ruhebett gestellt und mit einem Felle zugedeckt, worauf dann der Leichnam gebettet wird. Nun wird die Seitenöffnung behutsam mit Lehm zugemauert, so daß keine Erde den Toten berühren kann und dann erst das Grab mit Erde ausgefüllt, der Tote ruht so.wie in einer Art Katakombe. Ich muß noch erwähnen, daß sich dieSchilluk-gräber im Dorfe selbst befinden, sie liegen in einem Halbkreise unmittelbar neben dem durch einen Zaun aus Palmmatten von der Außenweltgetrennten Hofraume. ei -nes jeden Hauses. Soweit die kleine Abschweifung. Doch bald übermannte ihn der Schmerz; ich ließ ihn ruhig ausweinen, fast eine Stunde saßen wir so beisammen und es begann bereits zu dämmern, als sich Adschak so ziemlich beruhigt hatte. Nachdem wir vorher noch etwas zu uns genommen hatten, machten wir uns auf den Weg zur Beerdigung seines teuern Vaters. Um Adschak etwas zu trösten, machte ich ihn unter- Sdpllukknabe. Pb°t. p. ß. Zorn. Wegs noch auf die große Gnade aufmerksam, die seinen! Vater dadurch zuteil geworden war, daß er noch vor seinem Hinscheiden die hl. Taufe empfangen konnte, und so in der Taufunschuld vor seinen Richter hintrat; dieser Gedanke verfehlte auch den Eindruck nicht. Der Gedanke an die Rettung seines Vaters und die Hoffnung auf ein einstiges Wiedersehen im himmlischen Vaterlande beruhigten ihn fast vollständig. Still und in Gottes hl. Willen ergeben sch-ritt er von jetzt ab an meiner Seite in sein HeimatSdorf, wo wir uns in das Haus des Quarined Ajik, eines Verwandten des Adschak, begaben, um von hieraus dem Begräbnisse zuzusehen. Ajik war mir durch seinen Sohn Cann, welcher viel bei uns verkehrte, schon lange bekannt. Er empfing uns jetzt sehr zuvorkommend und ich unterhielr mich sehr gut mit ihm. Wir sprachen natürlich außer über das traurige Familienereignis auch über die Religion; und er sagte mir bei dieser Gelegenheit, daß er in der Religion seiner Ahnen, der Schilluk, keine Befriedigung finden könne; er habe sich deshalb über die Lehre Mohammeds des näheren unterrichten lassen, doch auch die habe ihm absolut nicht zugesagt, da sie allen Lastern Tür und Tor öffne, fast noch mehr als die Religion seiner Väter. Unsere Religion hingegen gefalle ihm sehr und er sehe es ganz gern und wünsche es sogar, daß sein zweitältester Sohn Cann, den er am meisten liebe, sich von uns unterrichten lasse. Ich sah ihm an, daß ihm diese Worte, in den jetzigen Umständen gesprochen, wirklich von Herzen kamen, sie trösteten mich sehr an diesem traurigen Karfreitagsmorgen, zeigten sie mir doch augenscheinlich, daß unser Wirken hier auch auf die. erwachsenen Schilluk nicht ohne Einfluß - geblieben war und daß sich auch bei ihnen allmählig ein Umschwung vorbereitet, wenigstens in so weit, daß sie es gerne sehen, wenn ihre Kinder sich von uns unterrichten lassen. Bevor Adschaks Vater aber zur Ruhe gebettet wurde, wollte ich ihn doch noch einmal sehen; ich begab mich also, da Adschak nach Landessitte vor dem Begräbnis seines Vaters das elterliche Haus nicht betreten durfte, allein dorthin. Als Vormund nahm ich ein rotes Tuch mit, welches ich meinem langjährigen Freunde mit ins Grab geben wollte. Im Hofraume bot sich mir ein abstoßendes Bild dar: Ein junger Stier wälzte sich in seinem Blute, der Unterleib war ihm halb aufgeschnitten worden, das übrige kann man sich besser hinzudenken. Es war das Opfertier, welches die noch heidnischen Söhne und Verwandten des Verstorbenen gleich nach dessen Tode geopfert hatten, damit er den überlebenden Familienmitgliedern ja kein Unheil zufüge oder gar eines zu sich ins Totenreich rsin-abziehe. Die Toten spielen bei den Schilluk eine große Rolle, sie sind es, welche die Geschicke ihrer Familien lenken. Ist ein Familienglied erkrankt, so bringt man an ihren Gräbern Opfer dar, um fie zu besänftigen und wieder günstig zu stimmen. Nach Überwindung verschiedener Hindernisse gelang es mir endlich, zu dem Toten zu gelangen. In der Hütte, in welcher er sich befand, waren nur seine Frau mit anderen weiblichen Verwandten zugegen, die ihn bewachen mußten. Der Tote selbst war in ein Tuch eingehüllt, um die Lenden trug er dann noch das Fell einer Wildkatze, ganz so, als ginge er in den Krieg oder zu einem Schilluktanze. Unter dem Haupte hatte er ein Huhn, welches ihm sofort nach dem Tode geopfert worden war. Auch für die Tötung le§ Huhnes bestehen eigene Vorschriften; der Kopf muß ihm auf dem Boden zerschmettert I werden. Ich richtete zunächst einige tröstende Worte an Adschaks Mutter und übergab ihr dann das Tuch, damit sie es dem Toten nach Art eines Turbans um den Kopf wickelte; da erfuhr ich jedoch, daß das Tuch nicht rot, sondern weiß sein müsse, ich mußte also gleich einen Burschen nach Hause schicken, damit er ein solches bringe. Unterdessen hatte sich im Dorfe eine Menge Leute angesammelt, Adschaks Vater j war ja ein Quared (Nachkomme der Schilluk- | Unmittelbar vor der Bestattung hatteein Jüngling eine Schar Weiber mit Wassertöpfen zum Flusse geführt, sie mußten das Wasser zur Mörtelbereitung und zum Waschen der Hände herbeiholen, eine ältere Frau ging voraus und läutete ans dem Hin- und Herwege unablässig mit einer Kuhglocke. Sobald die Frauen vom Flusse zurückgekehrt waren, wurde die Trommel geschlagen zum Zeichen, daß das Begräbnis postamt im Innern des Sudan. könige) und überall gerne gesehen; alle hatten sich um dasjGrab herum aufgestellt. Adschaks Brüder traf ichs zusammengekauert im uahen Stalle, denn so will es die Landessitte. Die Männer und Jünglinge sollen ihren Schmerz um ihre verstorbenen Eltern und Geschwister im Gegensatz zu dem weiblichen Geschlechte getrennt von den Trauergästen in einem Stalle oder in einer in der Nähe gelegenen Hütte ausweinen und nicht vor aller Welt öffentlich kundtun. Jetzt begab ich mich wieder zurück in das Haus des Ajik, um von hier aus nächster Nähe das Begräbnis selbst zu beobachten. jetzt seinen Anfang nehme. . In feierlichem Zuge brachten sechs Männer den Leichnam aus der Hütte, begleitet von einer Schar Frauen, die nach der offenen Seite hin ein großes Tuch ausgebreitet hielten, damit niemand den Toten sehen könne. Voraus schreitet eine ältere Frau, die die Waffen des Verstorbenen, Lanze und Schild, trägsi die Waffen werden dann, nachdem das Grab geschlossen ist, einen Tag lang auf dem frischen Grabe gelassen. Unterdessen sind zwei Männer in das Grab gestiegen, nehmen die Leiche in Empfang und betten sie auf die ausgebreitete Kuhhaut, darauf wird die Öff- nung des Seitengrabes gleich geschlossen. Dies ist auch das Zeichen für die zahlreich anwesenden Frauen ; sie beginnen die ohrenbetäubende Totenklage, die vermischt ist von Trommelschlägen und dem fahlen Tone der eisernen Kuhglocken, welche unablässig geläutet werden. Die jungen Krieger und Männer des ganzen Distriktes laufen unterdessen im geschlossenen Zuge mit Schild und Lanze bewaffnet singend um das ganze Dorf herum und sobald sie an das noch offene Grab kommen, erweisen sie dem Toten die letzte Ehre, indem sie sich wie auf einen Schlag auf ein Knie niederlassen und mit ihren Lanzen gegen die Schilde schlagen, es hört sich wie ein Schlachtengetümmel an. Während dieses Aufmarsches der Krieger wird das Grab geschlossen. Adschak saß die ganze Zeit schweigend an meiner Seite, jetzt da sein Vater ins Grab gebettet war, erhob auch er sich und feuerte als letztes Lebewohl am Grabe zwei Schüsse ab. Nachdem die Beerdigungszeremonien beendet waren und sich alle Teilnehmer zerstreut hatten, um sich am nahen Flusse zu waschen, begab auch ich mich zum Grabe; ich segnete dasselbe und betete mit Adschak gemeinschaftlich für die Seelenruhe seines Vaters. (Fortsetzung folgt.) Sä m čin liroler Missionar in Äquatorial-Afrika, ui Dem lieben nacherzählt von Robert tonolli. (10. Fortsetzung.) Bevor ich in der Lebensbeschreibung unseres Friedrich fortfahre, muß ich noch einen Rückblick auf das Wirken der Missionäre in diesem so undankbaren Arbeitsfelde werfen, da es viel zum Verständnis der folgenden Schilderungen beitragen dürfte. Die ersten Missionäre, welche sich nach der Beninknste einschifften, um sich von dort in das Reich Dahome zu begeben, waren von einem Vertreter Frankreichs geleitet, von ihm wurden sie der Landesregierung vorgestellt. Das Kriegsschiff, auf dem sie angekommen, das französische Protektorat, unter dem sie sich befanden und die Scheu, welche damals die Eingeborenen den Weißen entgegenbrachten trugen viel dazu bei, ihnen einen hohen Begriff von den Missionären, welche jetzt bei ihnen bleiben sollten, beizubringen. Trotzdem blickten sie mit Mißtrauen auf dieselben, und niemand konnte voraussehen, wie es den Missionären in dem Lande, in dem alles vom Willen des Königs abhängig war, ergehen werde; zumal sich dieser Potentat noch nicht geäußert hatte. Durch reichliche Geschenke, welche die Missionäre der schwarzen Majestät gleich zu Anfang übermittelten, bewogen, hatte sie der König öffentlich als seine Freunde erklärt, was jedoch wenig zu bedeuten hatte. Die Missionäre waren noch immer im Ungewissen, ob er ihnen auch gestatten würde, sich ständig in seinem Reiche niederzulassen und mit ihrem Missionswerke zu beginnen. Um allen Zweifeln ein Ende zu machen, entschlossen sie sich, sich persönlich zu der so gefürchteten Majestät zu begeben, aus seinem Munde wollten sie vernehmen, was ihnen bevorstand. Ausführlich erklärten sie ihm bei dieser Gelegenheit, warum sie in. sein Reich gekommen seien; so gut es ging, brachten sie ihm auch einen Begriff von einem katholischen Missionäre bei: wozu er seine Heimat verlasse und welcher Mittel er sich bediene, den Zweck seines Kommens zu erreichen. Der König schien zufrieden zu sein. Es freue ihn, sagte er, in seinem Reiche Männer zu haben, die sich nur dem Wohle anderer weihen; er versprach ihnen seinen hohen Schutz und vollkommene Freiheit bezüglich der Christen, die in seinem Reiche wohnten. Es befanden sich nämlich viele schwarze Christen in Dahome, welche aus Amerika in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Zum Schlüsse fügte Sr. Majestät jedoch hinzu, daß er den Eingeborenen nicht gestatten könne, sich taufen zu lassen. Die Missionäre erwähnten bei dieser Gelegenheit auch die Menschenopfer und Sklavenjagden. Der König erwiderte ihnen, daß in seiner Gegenwart darüber nicht gesprochen werden dürfe, sollte es noch irgendein Weißer einmal wagen, so könne ihn nichts zurückhalten denselben mit den schwersten Strafen zu belegen. Die Menschenopfer, sagte er, seien zur Wohlfahrt seines Reiches notwendig, er könne sie daher unmöglich abschaffen, werde aber unerbittlich gegen jedermann Vorgehen, der es wagen sollte, diesen geheiligten Gebrauch anzutasten. Das war also der Hemmschuh, welcher den Missionären angelegt wurde, die waren frei, geachtet, sie konnten auch taufen, aber das neue Gebot, allen verkünden, jenes Gebot, welches der Heiland selbst auf die Welt gebracht hat, welches er sein Gebot genannt hat, das wird ihnen bei Androhung der schwersten Strafen verboten. In Erwartung dessen, was Gott bestimmen werde, begannen die Glaubensboten trotzdem guten Mutes ihr Werk. Sie suchten die vorhandenen Christen um sich zu sammeln und sie in einer Gegend anzusiedeln, wo sie die Macht der schwarzen Majestät nicht mehr erreichen könne. Doch auch die Heiden wollten sie nicht ganz sich überlassen und so taten sie denn was sich unter den gegebenen Ber-hältnissen tun ließ; sie nahmen sich der noch unverdorbenen Jugend an, indem sie Schulen gründeten um ihr in denselben eine gute christliche Erziehung zuteil werden zu lassen. Bereits in den ersten Tagen seines Zjuf-enthaltes in Porto-Novo mußte Friedrich dem afrikanischen Klima seinen Tribut entrichten, ein hartnäckiges Fieber befiehl ihn, das ihn durch fünf Monate hindurch nicht mehr verließ; mehr als einmal war er während der Zeit am Rande des Grabes. Seine gesunde Natur trug jedoch den Sieg davon und er erholte sich wieder vollkommen. Jetzt gab er sich aber mit umso größerem Eifer der Missionsarbeit hin, und man bedurfte seiner Hilfe gar sehr, da sich die Station noch irrt Anfangsstadium befand. Dank seiner Fähigkeit mußte er sich für alles hergeben; bald arbeitete er in dev Schreinerei, in der Schneiderei, Schusterei' danu sehen wir ihn wieder bei einem Hausbaue oder auf dem Felde beschäftigt. Bei all dieser Arbeit vergaß er jedoch nicht sich möglich schnell die Sprache der Eingeborenen anzueignen, fand er bei Tag zu wenig Zeit dazu, so mußte die Nacht herhalten. Binnen einem Jahre war er in der Tat soweit, daß er den Negerknaben den Katechismus erklären konnte. Im März des Jahres 1877 mußte Friedrich seinen Obern auf einer Missionsreise begleiten, die Reise ging zur westlichen Grenze des Reiches Dahome um die dortigen Neger näher kennen zu lernen. In Begleitung zweier Neger, welche jene Gegenden kannten, bestiegen sie ein spanisches Schiff, das sie bis zur Mündung des Voltaflusses benützten. Auf einem gebrechlichen Kanoe fuhren sie dann unter unzähligen Schwierigkeiten den Fluß hinauf bis zur Stadt Krepe, welche noch zu Dahome gehört. In Krepe angekommen stellten sich unsere Reisenden gleich dem großen „Je-vogon" vor, welche die Stelle eines Statthalters der Provinz time hatte und zugleich oberster Fetischpriester war. Die Missionäre wurden freundlich aufgenommen und erhielten als Aufenthaltsort eine halbzerfallene unbewohnte Hütte. Der Statthalter erlaubte ihnen auch seine Provinz zu durchziehen, zum Schutze gab er ihnen dann noch zwei seiner Soldaten mit. Natürlich zeigten sich auch die Missionäre erkenntlich, indem sic ihm allerhand kleine Geschenke überreichten unter anderem auch einen alten Zylin-derhut, der am meisten • Anklang sand; bei seinem nächsten Ausgange benützteer denselben um sich in diesem Aufzuge von seinen Untergebenen bewundern zu lassen, nicht fehlen ließen. In Krepe hatte Friedrich Gelegenheit einem Sklavenmarkte beizuwohnen. Der Markt wurde auf einem freien Platze abgehalten, der von Dattel- und Kokuspalmen beschattet war. Unser Jüngling war zwar auf die Szenen, die sich dort abspielen sollten vorbereitet, doch hätte er nie geglaubt, daß sie in Wirklichkeit so grausam sein können. Aus einem Verhaue wurde eine Schar gänzlich nackter Neger auf den Marktplatz gebracht, die Aermsten waren so abgemagert, daß sie nur noch Haut und Knochen zu sein schienen. Zwei und zwei an einander gebunden kamen sie in traurigem Schweigen daher die Hände entweder auf der Brust oder auf dem Rücken gefesselt. Neben ihnen schritten ihre unmenschlich grausamen Jäger und Herren. Die Sklaven kamen aus den Nachbarreichen der Akkin und Aschanti, es hieß, daß es Kriegsgefangene seien, in Wirklichkeit aber war die Mehrzahl in regelrechten Sklavenjagden ihren Familien entrissen worden. Unser Katechist blickte mit mitleidigem Auge und gerissenem Herzen auf die entwürdigten menschlichen Wesen; nie in seinem Leben hatte er eingrößeresSeelen-leid empfunden. So viel Elend vor Augen zu haben und den Unglücklichen nicht im mindesten helfen zu können. Wie viele Seelen, dachte er bei sich, die gleich der meinen durch das unschuldige Blut des Gottmenschen erlöst worden sind, denen man mit nur wenig Geld hier auf dieser Welt die Freiheit erkaufen und im Jenseits die Pforten des Himmels erschließen könnte. Wie sehr tat es ihm jetzt leid, über diese Mittel nicht zu verfügen, wettn je, so bereute er es in diesem Augenblicke, nicht mit Glücksgütecn gesegnet zu sein. Nahe bei ihm stand ein schöngeformter Jüngling, der voller Leben gewesen wäre, pelikan (Naturaufnahme von p, ßern. Zorn). die es daran auch wenn ihm der vielleicht seit Wochen ausgestandene Hunger nicht alles Leben und alle Energie, die seinem Alter und seiner Gestalt eigen sein mußte, entrissen hätte. Gesenkten Hauptes.stand er da; nur wenn ein. Käufer nahe zu ihm heran trat hob er den traurigen Blick, als wollte er sagen : „Kaufe mich und gib mir etwas zu essen, dann kannst du mit mir tun, was dir gutdünkt." Auf einmal löste ihm sein Herr die Banden, die ihm gefesselt hielten und nachdem er ihm mit der Peitsche einige wuchtige .Schläge versetzt hatte, läßt er ihn mehrere Male über den Platz laufen, während einige Käufer ihn mit ernster und interessierter Miene beobachten. Durch die vielen ausgestandenen Entbehrungen gänzlich entkräftet, wollte der Neger bei jeder Wendung stehen bleiben, doch war sein Herr gleich wieder zur Hand, um ihn mit einigen Peitschenhieben von neuem anzutreiben. Als der Sklave endlich trotz der Schläge nicht mehr laufen wollte, traten zwei Käufer hinzu, um ihn zu untersuchen, nicht anders als wie man bei uns auf dem Markte ein Stück Vieh untersucht, sogar den Mund mußte er öffnen. Der Sklave gesteht und wäre wohl auch gekauft worden, wenn der Preis, den der Araber verlangte nicht gar zu hoch gewesen wäre. Der Aermste wurde also wieder gebunden und mußte sich an seinen Platz begeben. Um seinem Aerger freien Lauf zu lassen versetzte der Sklavenjäger dem Armen zum Schlüsse noch einige wuchtige Peitschenschläge, ein Schmerzensschrei war die Antwort. Friedrich konnte sich bei diesem Anblicke nicht mehr zurückhalten, er trat zu dem Sklaven hinzu und gab ihm einige Früchte, die er gerade bei sich hatte, welche von dem Sklaven gierig verschluckt wurden. Dann wandte er sich an den Geber mit der inständigem Bitte, der weiße Mann möge ihn doch kaufen. In diesem Angenblicke kam auch P. Angelus Friedrichs Obere: „Was halten sie von diesen armen Neger?" war seine Frage. „Er macht mir das Herz bluten. Erlauben Sie mir, Pater, daß ich ihn befreie, indem ich ihn loskaufe? Ich würde gern das Leben hingeben um ihn zu reiten, für 3000 Kaurimuscheln werden wir ihn wohl bekommen?" meinte Friedrich. „Ich hingegen glaube kaum, daß der Araber ihn für weniger als 5000 hergeben wird," entgegnete der Missionär indem er auf dem Araber zuging. Der Kauf war schneller abgeschlossen als sich der Missionär gedacht hatte, da auch dem Araber daran gelegen war, den Sklaven loszuwerden, nach dem letzten Auftritte traute er demselben nicht mehr. Er schien entschlossen, sich desselben zu entledigen und wenn er ihn auch, um den übrigen Sklaven ein Beispiel seiner Entschlossenheit: zu geben, hätte niederschießen müssen. Als es jetzt zur Zahlung kam, wollte der Araber von den Kaurimuscheln nichts wissen, er verlangte den Wert in Goldstaub, doch auch da fand sich ein Ausweg, indem ein anderer Händler dem Missionär die Kaurimuscheln eintauschte. Schlimmer aber war, daß der Pater nicht genug Kaurimuscheln bei ficfy hatte, hier nun half Friedrich nach, indem er für die fehlenden seine Taschenuhr hergab. Die Missionäre führten den glücklich erworbenen Sklaven in ihre Hütte, wo sie ihn kleideten und für hinlängliche Nahrung sorgten. Der arme wußte gar uicht was mit ihm vorging, eine solche Behandlung, wie sie ihm hier von den Fremden zu teil wurde, hatte er sich nie geträumt. Fürs erste war er ganz bestürzt und als sie ihn ankleideten zitterte er am ganzen Leibe; vielleicht hatte er noch nie zuvor einen Weißen gesehen und mochte vielleicht denken. 262 Heft 11. Stern der Neger. daß sie ihn zu einem Opfer schmückten. Als er jedoch gegessen hatte, warf er sich vor den Missionär, den er das Geld hatte ansgeben sehen, auf den Boden und stammelte einige Worte, von denen die Missionäre jedoch nichts verstanden. P. Angelus hieß ihn aufstehen und sich auf eine Matte nieder lassen, er gab ihm zu verstehen, daß er ihn nicht losgekauft hatte, um ihn zu martern, vielmehr um ihm die Freiheit zu schenken. Der Neger hörte ihm mit offenen Munde zu und als der Mann Gottes geendet, erwiderte er ihm in der gleichen Sprache, daß er seine Wohltäter nie mehr verlassen wolle. Es zeigte sich dabei, daß er auch die Sprache, welche in Dahome meistens gesprochen wurde verstand und auch sprach. Nach den Namen und der Heimat befragt, antwortete er, daß er aus So5to stamme und Dikele heiße. Welch' schönes Znsammentreffen, meinte P. Angelus, Dikele heißt Gesandter und heute den 18. März feiert die Kirche das Fest des Erzeugers Gabriel, wir wollten ihn also gleich von jetzt an Gabriel nennen. Da am folgenden Tage das Fest des hl. Joseph war, unterbrachen unsere Missionäre ihre Forschungsreise. In aller Frühe richtete Friedrich den Tragaltar her, worauf daun P. Angelus die hl. Messe las. Während der hl. Messe saß der Neger fast unbeweglich auf seiner Matte und hielt seine Augen beständig auf den Priester am Altare gerichtet. Von Bewunderung wurden auch die beiden Missionäre ergriffen, als sie sahen, wie der Neger nach der hl. Handlung das Kruzifix, welches auf dem Altare stand nahm, es an seine Wangen drückte und unablässig mit Küssen bedeckte und mit seinen Tränen benetzte. Was war denn zwischen ihm und dem Gekreuzigten vorgegangen? Noch am gleichen Tuge sollten sie es erfahren. «Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. Die Geburtstagsfeier deS Kaisers Franz Joseph I. in Khartoum. Was allen Festen eigen war, die bisher in der Mission zu Ehren ihres hohen Protektors des Kaisers Franz Josef gefeiert wurden, das gilt auch pon der Geburtsfeier, wie sie heuer in Khartoum, der Residenz unseres hochwürdigsten Herrn Bischofs Franz $aoer Geyer stattfand: es war eine Feier, die, wenn sie sich auch in einem bescheidenen Rahmen bewegte, doch mit lebhaftem Interesse und freudiger Begeisterung begangen wurde. Seine bischöfl. Gnaden hatte eine Reise ins Land der Schillukneger, wozu er behufs Einweihung einer neuen Kirche eingeladen worden, ab- sichtlich verschoben, um die kirchliche Feier am 18. August selbst vorzunehmen. Letztere fand in der reich beflaggten und festlich geschmückten Missionskapelle statt und begann um 8 Uhr früh. Schon vorher hatten sich fast alle in Khartoum und Om-durman wohnenden Österreicher nebst einer Anzahl von Deutschen und Orientalen bei uns eiugcfunden. Als Vertreter der Sudan-Regierung war Seine Exzellenz Zivilsekretär Phipps Pascha in Galauniform nebst zwei Adjutanten erschienen. Der hochwürdigste Herr Bischof hielt zunächst eine Anrede, in welcher er den Monarchen in begeisterten Worten feierte und seiner dankbaren, tiefinnigen Verehrung gegen ihn, den erhabenen Schutzhcrrn und wirksamen Förderer unserer Mission, einen beredeten Ausdruck verlieh. Sie lautete also: „Heute sind es 83 Jahre, seitdem Kaiser Franz Josef I. das Licht der Welt erblickte. Seit 65 Jahren führt er mit Weisheit und Milde das ihm von Gott verliehene Scepter über die ruhmreiche Monarchie der Habsburger. Von den glänzenden Höhen eines der ehrwürdigsten Throne der Welt herab bietet der erhabene Kaisergreis das hehre Schauspiel einer nimmermüden Fürstenarbeit. Der Staatsverwaltung steht er als erster Beamter des Reiches in sprichwörtlich gewissenhafter Pflichterfüllung vor. In der Brust des obersten Kriegsherrn schlägt das soldatenfreudige Herz eines jungen Offiziers. Dem Bürgertum und dem Adel ist er ein gleich warmherziger Freund, dem Bauernstand und der Industrie ein ebenso verständnisvoller Förderer wie der Kunst und der Wissenschaft ein hochsinniger Gönner. Als überzeugter und treuer Sohn seiner Kirche erblickt er in der Religion die mächtigsten Trostgründe in den Wechsel-fällen des eigenen Lebens sowie die festeste Grundlage für die Wohlfahrt seines vielgestaltigen Reiches und durch seine Hingabe und Treue an den König der Könige leuchtet der Herrscher seinen Untertanen voran als mächtiges Beispiel werktätiger Religiösität. Was für ein Aufzug war das, als im September letzten Jahres Franz Josef I. mit dem Edelvolke und den Großwürdenträgern in nie gesehener und unerreichter Pracht der hl. Eucharastie huldigte, deren Verehrung seit den Zeiten Rudolfs von Habsburg im österreichischen Fürstenhause traditionell ist! Ich war dadei. Es war ein Hochgesang von Glauben und Frömmigkeit, wie er nur in der Kaiserresidenz Franz Josefs möglich ist. Es versteht sich, daß ein solcher Monarch die ,wohlduftendste Blüte der Religion Christi, die Charitas, mit fürstlicher Huld hegt und pflegt; er ist der größte Wohltäter des Reiches und stellt sich mit kaiserlichen Spenden überall ein, wo Not zu lindern und Elend zu mindern ist. Welch ein Wunder, wenn Österreich - Ungarns Völker am Kaiser mit einer Liebe und Innigkeit hängen, wie sie einzig dasteht in der Welt und in der Geschichte! Kein Herrscher ist von seinem Volke mehr geliebt und verehrt! Heute an des Kaisers Geburtstage ist die ganze Monarchie in festlicher Bewegung. An den hellstrahlenden Altären amtiert der Klerus im glänzenden Festornat und hinter ihm wogt die Schaar der Untertanen, für den Kaiser zu beten. In den fernsten Winkeln des Erdenrundes, wohin immer die moderne Verkehrsbewegung einen Österreicher gelandet, wird heute des Kaisers gedacht. Mit den hiesigen Angehörigen der Habsburger Monarchie vereinigt sich unsere Mission. Seit mehr denn zwei Menschenaltern ist er ihr der Kaiserliche Schutzherr. Beim eucharistischen Kongresse in Wien stand idi im Prunksaale der Hofburg vor ihm. Kardinal Nagl stellte mich vor und fügte Bei: „Von Khartoum", da richtete sich der Kaiser aus und mit jener jugendstarken Liebe, mit welcher er vor mehr denn 6 Jahrzehnten die Mission in sein schutzherrliches Herz geschlossen, sprach er: „Ach Khartoum, nun wie geht es in der Mission?" Aus meine Erwiderung, daß unter der englischen Verwaltung auch unsere Mission fortschreite, sagte er lebhaft und befriedigt: „Ja ich höre, das; Sie mit den Engländern gut auskommen, das freut mich, so ist es recht." Ja, erhabener Kaiser, habe Dank für Deinen Schutz und Dein Wohlwollen. Unwandelbar sind Dankbarkeit und Anhänglichkeit an Dich in unserm Herzen verankert. Und heute an Deinem Geburtstage lebt und webt es in unserer Brust und all die Gefühle der Liebe und der Verehrung gegen Dich verlangen nach einem Ansdruck. Er soll ihnen werden und in ein inbrünstiges Gebet austönen: „Gott du Allmächtiger und Allgütiger, Herr der Herrscher, siehe huldvoll hernieder aus unseren Monarchen und Schutzherrn in der Kaiservilla zu Ischl, segne und beselige, ihn;, erhalte ihn uns. rüstig, o Herr, mache-glorreich unsern Kaiser hier aus Erden und einst ewig glückselig im Reiche deiner himm-lischenHerrlichkeit. Amen." Hieraus zelebrierte Seine bischöfl. Gnaden unter priesterlicher Assistenz die hl. Messe, während welcher die deutsche Singmesse: „Hier liegt vor deiner Majestät" unter Harmoniumbegleitung vorgetragen wurde. Der Gottesdienst schloß mit der Absingung des lateinischen Kirchengebetes für den Kaiser und der österreichischen Nationalhymne. Aus der Kapelle begaben sich dann die Festteilnehmer zur geselligen Unterhaltung und einem Piknik in den Divan des Missionshauses, der .— nebenbeibemerkt — mit. einem kunstvollen, den Kaiser in Lebensgröße darstellenden Gemälde geziert ist, welch letzteres Seine Majestät bei Gelegenheit der im Jahre 1908 erfolgten Grundsteinlegung der hiesigen Kathedrale unserer Mission zu schenken geruhte. Der Hochwürdigste Herr Bischof brachte sodann einen Trinkspruch aus, wobei er unter freudiger Zustimmung aller Anwesenden bemerkte, daß er dem in Ischl weilenden Monarchen ein Glückwunschtelegramm zu senden gedenke und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, in welches alle begeistert einstimmten. So endete die Feier, wie sie begonnen, mit einem Akte der Huldigung und des Dankes gegen Seine Apostolische Majestät Franz Josef, der durch ein im Laufe des Tages anlangendes Telegramm unserem Hochwürdigsten Herrn Bischof für die dargebrachten Glückwünsche huldvollst dankte. — Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. Die Herrlichkeiten U. V. Frau von der immerwährenden Hilfe. Lesungen, Gebets und Beispiele für einen Monat, Uebungen für die hl. Messe und Kommunion von P. P. Saintrain .0. SS. K. Aus dem Französischen und mit einem Gebetsteil versehen von P. Anton Kunz 0. S. K 560 Seiten. Gebunden in Leinwand mit Rotschnitt Mk. 1.50, Kr. 1.8", Frs. 1.90. — Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh. Verlagsanstalt Benziger L Co., A.-G. In den auf die einzelnen Tage eines Monatsverteilten Lesungen des ersten Buchleiles wird in anziehender Darstellung die Geschichte des wundertätigen Bildes U. L. Frau von der immerwährenden Hilfe und dessen Verehrung geboten. Der Gebetsteil enthält die gewöhnlichen Andachtsübungen, auch eine dreifache Anleitung der hl. Messe beizuwohnen sowie verschiedene besondere Gebetsweisen zu U. L. Frau von der immerwährenden Hilfe. Das wirklich schöne Auch sei allen Maricnverehrern, besonders Mitgliedern von Marianischen Kongregationen und Bruderschaften warm empfohlen. Der seravhische Pilger zum himmlischen Jerusalem. Geleitet durch achttägige geistliche Exerzitien. Nach dem Originale Oktava Seraphim des P. Aemilian Nieberle, 0. P. M. Frei bearbeitet zum Gebrauche für Ordens- und Weltleute von P Philibert Seebäck, 0. P. M. 480 Seiten. In Einbänden zu Mk. 1.35, Kr. 1.65, Frs. 1.70 und höher. Einsiedeln Waldshut, Köln a. Rh Verlagsanstalt Benziger & Co, A.-G Dieses Buch ist die deutsche Bearbeitung eines Ansang des 18. Jahrhunderts in lateinischer Sprache erschienenen ganz vorzüglichen Exerzitienbüchleins. Auf die acht Tage der hl. Uebung bietet es für jeden derselben je drei Btrachtungen, zwei geistliche Lesungen und zwei Gewissenserforschungen. Die Sprache ist einfach und edel, die Anmutungen sind salbungsvoll, die Anwendungen praktisch für alle Stimmungen und Bedürfnisse der Seele. Der angefügte Gebetsteil eignet das Büchlein auch für den öffentlichen und privaten Gottesdienst. Verantwortlicher Schriftleiter P. Rektor Dr. M. Raffeiner F. S. C — St. Josef-BereinSbnchdruckerei in Klagenfurt, Kärnten. Beste christl. Bezugsquelle! Billige Bectsedem 1 ke graue (V geschliss. K 2, bess. K 2-40 halbweiß _ K 2 80 weiß K 4, bessere K 6, Herr-schaftsschleiß K 8, Kaiserschleiß K9.50, Daunen(Flaum) grau K 6,7 u. 8, Daunen (weiß) K 10, Brustflaum K12, Kaiser-flaum K 14. Bei Abn.v.ökgfr. Fertig gefüllte Betten aus dichlfädigem, roten, blau., weiß. od. gelb. Nanking. 1 Tuchent, ca. 180X121 cm groß, mitsamt zwei Kopfkissen, ca. 80X60 cm, gefüllt mit neuen, grauen, flaumigen Bettfedern K 16, Halbdaunen K 20, Daunen K 24, Tuchente allein K 12, 14 u. 16, Kopfkissen allein K 3, 3 50 u. 4. ln all. and. Größen u. Ausführ. lt.Preisliste. Versand geg. Nachn. v.KlO an franko. Umtausch oder Geld retour. Josef Blahut, Deschenitz Nr. 186 (Böhmerwald). Verlangen Sie kdsienl. meine ausführt, illustr. Preisliste. H__________________________B sDß33S B063 Handwerker, wie Tischler, Schuster, Schneider, Bauernburschen etc. etc finden als Aufnahme im Bestellt euch jeder ein Paket Reste, enthaltend besten Bettkanevas, Hemdenflauelt, Oxford, Blau-drude, Kleiderzephir usw., zusammen 40 fe 45 Meter Reite um 16 Kr. Besonders überrascht werden Sie sein, wenn Sie sich 40 Meter Reste in extra bester Qualität bestellen um 19.80 K. In dieser Sendung enthaltene Kleiderstoffe werden nach Wunsch in Sommer- oder Winterware geliefert. Die Ware ist fehlerfrei, genau so wie die Stückware, doch ist kein Rest länger als 20 m und nicht kürzer als 3 m. 6 Stück Leintücher aus prima Flachsgarn, 150 cm breit, 225 cm lang, 15.90 K. Ein Paket mit 3 Stück Wolldecken 9 K. Diese Decken eignen sich zum Zudecken von Betten und Personen, sind sehr fein und warm, 190 cm lang, 135 cm breit. Josefine Taufmann, Witw. christliche Weberei Nachod 3 (Böhmen). Alles nur bessere, selbsterzeugte Ware. Versand gegen Nachnahme über 20 Kronen frankiert. Nichtpassendes nehme ich jederzeit retour. ....— Von Resten gibt es keine Muster. ■■ --- Ähnliche Dankschreiben laufen täglich ein : Schon öfters habe ich von Ihren Restein und auch Leinwand und andere Ware bestellt und jedesmal waren wir höchst zufr eden, wie mit der Qualität so mit dem Werte, aber das letzt Gesendete hat uns überrascht, Bitte senden Sie noch ein Pahet solcher Restein. Ich empfehle Ihre Firma bei allen Bekannten. (7 Barmherzige Schwestern St. Karl B. in Neu-Reisch. U^nmnniiim das Seelen- und gemütvollste ndrmumuil^ aller Hausinstrumente kann jedermann ohne Vorkenntnisse sofort 4stimmig spielen mit dem neuen Spielapparat „Harmonista". Preis mit Heft von 320 Stück .nur 35 Mk. Illustrierte Kataloge über Harmoniums von 46 Mk. an und Prospekt über Spielapparate bitte gratis zu verlangen. 3) ALOYS MAIER, Päpstlicher Hoflieferant, FULDA. Meute rot morgen tot! könnte man mit Recht behaupten inbezug auf die Hunderte von Mitteln, welche heute in den Zeitungen angezeigt werden, um morgen vom Schauplatze zu verschwinden. 1 nil keine Reklame wo das Mittel selbst nicht hält, was die Anzeige verspricht. Hingegen weisen wir hier klein, bescheiden und ohnejcdwedeReklame auf zwei Mittel hin, welche sich schon seit dem vorigen Jahrhundert als durchaus zuverlässig bewährthaben, u. zwar: 1. das ausgezeichnete Feiler Pflanzeniluid mit mit der Marke „Elsafluid“ , welches — wie wir uns selbst überzeugt haben — schm erzstillend,heilend , erfrischend, Muskeln u. Sehnen kräftigend ist, wirkt belebend und macht widerstandsfähig, sehr vielen rheumatischen und solchen Krankheiten vorbeugend, welche durch Luftzug oder Erkältung zugezogen werden. 12 kleine oder 6 Doppeloder 2 Spezialflaschcn franko 5 Kronen. 2. wollen wir Ihnen sagen, daß tausende Leute gegen Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Magendrücken, Brechreiz, Uebelkeiten, Ausstößen, Blähungen u. gegen allerlei Verdauungsstörungen mit besonderem Erfolge benützen Fellers abführende Rhabarberpillen mit der Marke „Elsapillen“. 6 Schachteln 4 Kronen franko. Und immer hören wir sagen: Es seht nichts über die Güte beider Fellers Präparate mit den Marken „Elsafluid“ und „Elsapillen“, doch hüte man sich vor Nachahmungen und bestelle sie echt, indem-man deutlich adressiere an : E. V. FELLER, Apotheker in Stubica, Elsaplatz 179 (Kroatien). mwwwwwwwwm Für Knaben, welche Ordens- und Missionsprider werden wollen. In unserem Ximim in MUH lei Mm werden brave und talentierte Knaben aufgenommen und zu : Missionspriestern herangebildet. - Bedingungen der Aufnahme: 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordens- und Missionspriesterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter; energischer, standhafter, opferfreudiger Wille; sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil und gutes -Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die Gymnasialstudien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Bau, frei von körperlichen Fehlern. 5. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Alter nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. 6. Pcnsionsbeitrag nach Uebereinkommen mit den. Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom Obern des Missionshauses erteilt. Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Obere öes Missionshauses in ZlZUkitö bei Brixen in Tirol. Billige Bettfeclern 1 kg graue, gute geschliss. 2 K ; bess. 2*40 K ; pr. halb-weiße 2 80 K ; weiße 4 K ; Weiße, flaumigeo'lO K ; 1 kg hochf., schneew., geschliss. 6-40, 8 K; 1 kg Daunen (Fl.), graue 6, 7 K; weiße, feine 10 K ; allerf. Brustflaum 12K. Bei Abnahme v. 5 kg franko. 3®~F6rtige Betten-^.’ a. dichtfäd. rot., blauen,weiß, od. gelb.Nanking. 1 Tuchent, 180 cm 1., 120 cm br., mils, jj 2 Kopfkissen, jed. 80cm lang, 60 cm br., gefüllt m. neu. gr. s. dauerh. flaum. Bettfedern 16 K; Halbd. 20 K ; Daunen 24 K ; einzelne Tuchente 10, 12,14,16 K; Kopfkiss. 3,3'50, 4 K. Anfertig, a. i. j. belieb. Grösse u. Preist. Vers. geg. Nachn.12Ka.fr. Umt.gest., i Nichtp. Geld ret. Ausf. Preist. E grat. !-i. i f-oli, i Deschenitz Nr. 5, Böhmen j C y c M ■a 3 s_ 0) ,"a c y c c CU c o -Q < , c y D y _c o c y "ö s_ O !_ c D bJD CZ) cn :CÖ E s_ a» V) y !_ Q. Klöstern und Instituten empfehlen wir für ihren Bedarf an I, UM,Ulf die Firma Jos. Janauscliek, IdIII., GroOmarkttiaUe. Iwwwwww»wwwwwwwwwwwwi Nach Amerika sogar muss etwas gesendet werden, was nirgends zu haben ist, als in unserem Vaterlande. Wenn es sich lohnt, eine Sache so weither über das Meer senden zu lassen, so muss sie ganz gewiss besonders wertvoll sein. Die Leser werden nun wissen wollen, wie diese wertvolle Sache heisst, die von unserer Monarchie über das Weltmeer gesendet werden muss, weil sie nur hier erzeugt wird und weil sie auch die Menschen in Amerika nicht entbehren wollen. Nun, wir wollen es sagen : E.-, ist Fellers schmerzstillendes Pflanzen-Essenzen-'Fluid m. d. M. „Elsa-Fluid“ vom Apotheker E. V. Feiler, Stubica, Elsaplatz Nr. 179 (Kroatien), das auch in Amerika sehr viele Freunde hat und dessen 12 kleine, - 6 Doppel- oder 2 Spezialflaschen franko bloß 5 Kronen kosten, nach Amerika 9 Doppelflaschen 2i/4 Dollar. (14) Für Missionsfrennde ! Missionsreisen in Zentral-Afrika. Von Franz Xaver Geyer, Titularbischof von Trocmadä und Apostolischer Vikar von Zentral-Afrika. Im Selbstverläge des: Verfassers. Adresse: Missionshaus Milland bei Brixen, TiroL Preis 8 Mk. 50 Pf. (10 Kronen) mit Postversendung. Der Verfasser, der in den neun Jahren seiner bisherigen Tätigkeit als Apostolischer Vikar der ausgedehnten Mission von Zentral - Afrika, zahlreiche und weite Reisen in das interessante Innere des erst vor zwölf Jahren wieder erschlossenen Sudans unternommen, teilt in dem fesselnd geschriebenen Buche in schöner Sprache seine Erlebnisse sowie interessante Einzelheiten über Land und Leute mit. An 400 lllusrationen und 9 Kartenskizzen schmücken das Buch und "veranschaulichen den Text des näheren.