Dienstag den 23. December 1834. An das woUMtiZe Unblieum 5U NaibaO. Vie schon seit mehreren Jahren hierorts bestehende löbliche Sitte, sich von den lassigen N eujahrs-Gra tul a t ionen durch Abnahme der Evlaßkartcn be,m Armeninsiis tute zu cnlolnden, veranlaßt dle Ärmeninstituts-Commi^lon das wohlthätige Publicum ^ai-bach's auf den herannahenden Jahreswechsel nut der Bute aufmerksam zu machen, der vor-belobten Sttie noch ferner huldlg>.'n, und durch zahlreiche Abnahme der Erlaßkarten ergiebige Gaben zum Besicn der Sladlarmen darbringen zu wollen. Dlcse Erlaßkaiten können von heule angefangen, im Comptoir des Armcnmsiituts-Kassicts, Herrn Leopold Frorentclch, gegen den gewöhnlichen Erlag von 20 kr. für dle Person, ohne jedoch der gewohnten, blkhcr so rühmlich bcwitsencn Großmuth der mild» thätigen Sladtmsaffen Schranken zu seyen, erhoben weiden; nur wolle jeder Abnehmer die Gefälligkeit haben, bei Abhohlung dec Erlaßkai tc, seinen Namen dc.utlich geschrieben, abzu» geben, damit dieser m das gedruckte Verzeichniß der Neujahrs-Gratulanten, welches die Äiamen aller sammt der Angade des eingegangenen Gcscimmlbetrages enthalten, und nut der ^aibacher Zciiung erscheinen wird, gehörig aufgenommen werden könne. Von der Armemnsl!tulslch 7 Uhl tic Reise nach Italien fottgtse^l; an 4o6 diesem Tage kamen auch Höchstdero durchlauchtig' sie Familie, die jungen Erzherzoge und Erzherzoginnen, Abends hieran, und verließen uns am 14. d. Morgens nach angehörter heiligen Messe auf dem Wege nach Venedig wieder. (Klagf. Z.) Kroatien. Agram. Am »8. Oct. trat das eiste Feld. balaillon des lödl. Liccaner Gränz« Regimentes den Rück.uarsch von Verona nach dem Vaterlande an. Während dem ganzen Marsche aus Italien wurde das Bataillon überall von den Ortsdehörden und dem Volke mit sichtlich wohlwollender Theilnahme empfangen. Vorzüglich bemertenswertl) aber erscheint die Ankunft dieses Bataillons in der Gegend des Krcisortcs Udelsberg (Posiojna) in Kram. Hier vernahmen unsere (Kroaten aus dem Munde der dortigen Bewohner zum erstenmal wie« der, den ihrer Sprache so nahe verwandten slg-vischen Dialekt. lZin unbeschreiblicher Jubel er« scholl durch alle Reihen des Bataillons. Di? (Zroa--ten standen auf slavischem Boden, und dach^ ten mit Begeisterung an ihre nicht mehr fcrne, go liebte Heimach. —> Ihren Herzen mußte dieser Ge^ danke an die Heimath um so mehr wohlthun, da sie von den dortigen, ihnen sprachpcrwandtcn Gin« wahnern mit landsmännischcr Herzlichkeit empfangen, mit nachbarlicher Gastfreundschaft bewirthet, und beim Abschiede mtt lauten Segenswünschen fcir baldige, glückliche Ankunft beim heimathlichen Her« dk/ begleitet wurden. Bon Adeläberg trit das Bataillon den Marsch gegen Flume an, allwo angelangt, dasselbe von dem Herrn Obersten von Donadeo, Comman« danten des dort garnissnirendcn Linien »Inf.« Nc« giments Baron Mayer von Heldenfcld, unter Be-Hlcitung dcs ganzen Offizierskorps, und »er, demselben entgegen gekommenen vortrefflichen Regiments-musik in die Stadt eingeführt und auf dem Mcirine-platze zur Besichtigung aufgestellt wurde. Die gute Adjustirung. das muntere Aussehen, dieBehendig« kcit im Aufmärsche und vorzüglich die heroische Haltung dcr Mannschaft erweckten die allgemeine" Bewunderung. Durch die lobenswerthen Voran« flatten des Herrn Vice-Gouoerncurs Grafen von Almasy rrurde für die Bequartirung und gute Bewirthung auf das beste gesorgt. Abends war aus diesem Anlasse großes Casino, und das Thea» ter prächtig beleuchtet. Bci der Ankunft in Zengg, wurde dasBatail« lon durch den dortigen. Militar^Eommandanterl Herrn Oberstlieutenant von Poglein besichtiget. Nach der kurz darauf erfolgten Ankunft des hoch. würdigsten dortigen Hcrrn Diöccsan-Bischofs Eme. rich v. Oscgovich v. Barlabassevccz, bil. dctc selbes ein Vicreck, in dessen Mitte der erwähn, te hochwürdigste Herr Bischof cine energische An» rede hielt, in welcher die von den Grenzern gegen Fürst und Vaterland, stets mit besonderer Liebe und Treue erfüllten Verpflichtungen, in Kürze, herzergreifend berührt, und dadurch der größte Ein» druck auf alle Anwesenden gemacht wurde. Hierauf wurde von dem hochwürdigsten Hcrrn Bischof der Truppe der feierliche Segcn ertheilt. Am dar« auf folgenden Rasttage gaben dcr hochwürd. Herr Bischof den, sämmtlichen Offizicrs.lZorps eine große Tafcl, wobei die herzlichsten Toaste auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserinn und des ganzen östcrr. Kaiserhauses hochjubelnd ausgebracht wurden. Dcn T^g darauf rückte das Bataillon in die, an das Liccancr Regiment grenzende Station „Pcrussich" ein, und' wnrdc daselbst von ccr, durch den Herrn Obersten und Regiments» (5Brigadier Baron von Waldstädlen von dem Herrn Obersten Rcgiments<(Zommandanten Ritter von Zajatsik und von dem Herrn Oberstlieutenant ron Sonemans begleitet, erscheinen, worauf das Bataillon parallel an der nach Gcspich führenden Straße aufgestellt, und besichtiget wurde, wobei demselben jedes Lob ertheilt wurde. Bei dem Ein« marsche in Gospich war die hcrbeigceilte Voll'smcn< gc noch größer, der Andrang zu den geliebten Ankömmlingen noch stärker, und die jubelnden Be« grüßungen schienen kein Ende nehmen zu wollen. Bon dem Osfiziers-Eorps des im Lande geblicbe» ,:cn zwcitcn Bataillons wurden die sämmtlichen Offiziere des zurückgekommenen ersten Feld. Bataillons zu einer glänzenden Tafcl geladen, welche turch die Anwesenheit des Herrn General,Briga-dicrs und des Herrn Obersten Regimcnts«Eomman^ danten vcrh rrlicht wurde. Den folgenden Tag passirlc das Bataillon die Standes »Revision, und nach Beendigung derselben wurde diegesammte Mannschaft, vom Feldwe« bcl abwärts, nach Hause entlassen. Das Offiziers« Eorps wurde von dem Herrn General» Brigadier Baron von Waldfiädtcn, zu einer glänzenden Tafel geladen. Abends hatte der hochverehrte wür« dige Herr Oberst R eg i m c n t s . E o mma n-dant einen brillanten Ball mit einem herrlichen Buffet veranstaltet, und die sämmtlichen anwesen» den Herren Offiziere, nebst mehreren Honoratioren dazu geladen. (Agrm. Z.) Frankreich. Die neuesten Briefe aus Algier versichern, daß der Gouverneur jetzt ernstlich mit nner Expedition gegen Konstantine umgeht; scinc letzte Reise soll ihn in diesem Plane, als zur Pacifikation desLan« des unerläßlich nothwendig, bestärkt haben. Die Expedition wird von Bona ausgehen, wohin das i2te Regiment und zwei deutsche Bataillons auf« lrechcn sollen. Ein mächtiger Häuptling. Hadschi-Soliman Bei, bei den Arabern unter dein Namen Hadschi-Karby bekannt, will 4ooc» Beduinen zur Verfügung des Gouverncursstcllen, mic der Betin« gung, daß er c>n Hamtt»Bci's Stelle zum Bei von Konstantine cingcscht werdc, wogegen er sich an« hcischig macht, die Kosnn der Expedition so wie ei« l3 ttreszu verurtheilen und erschießen zu lassen, da sein Gewissen ihm nickt erlaube, zuzugeben, daß daS Leben irgend eines Burgers auf so summarische Weise geopfert werde. Dieser Einwendung unge» achtel haben die Pairs das Gesetz in der Gestalt an, genommen, wie es von den Dcputirtcn ausgegangen war, jedoch mit dem Unterschiede, dc>ß bestimm! lvorden ist, daß nach dem Tode Dom Miguels sei» lie Anhänger, wenn sie gefangen genommen wer« den, durch die gewöhnlichen Gerichte sollen gcrich-lct werden. (Wien. Z.) Der Courrier liefert Privatnachrichten aus Lissabon vom i5. November. Sie stellen den Zu< sland der Dinge in dieser Hauptstadt als höchst beunruhigend dar. Dic Minister PalmeNa und Vil« lareal sind aus Freunden die erbiltcrsten Feinde geworden ; ersterer wurde durch ScdmähschliNcn an« gegriffen, für deren Verfasser der letztere gehalten lvird. Am ,4. November wurde ein Miguelist von den Soldaten ermordet/ die ihn ins Gefängniß fuh« »en sollten« Französische Blattes geben die gcsammten Staatsausgabcn von Portugal mit Inbegriff der Staatsschuld, der Interessen un0 Amoltisirung auf 66,5uo,ooa Franken ; die Gcsammtcinnahinen aber nur auf ^1,700,00» Franken an; es ergäbe slch demnach ein Defizit von 24,600,00a Franken. (B. v. T.) Großbritannien. Am 26. November Morgens wurde ein ge« wallsamer Einbruch in die Schatzkammer des Lon» doncr Zollhauses entdeckt; die Scbaßkcwatz, Anlaß. — Bei dem jetzigen beispiellos niedrigen Wasscrstal'de ocr Dunau, läßt Fürst Milosä) oic Fclscn uno Eugen an der sogenannten Dcinir-(6>,pie auch auf ocr serbischen Seile sprengen, inn seiner, seits nichtö zu verabsäumen, tcn Donauhcnidcl nach dem schwarzen Mcerc zu erleichtern. Die österrei. ä)ische Regierung läßt bekanntlich schon seit geraumer Zeit unter Leitung des Grafen Szechcny oaran arb^tcn. Auch die Pforte hat ihre Theilnahme an diesem Unternehmen dadurch an ocn Tag gelegt, daß sie den Ingenieur Nasi Beg absandte, um dle Localltälen in Augenschein zu nehmen. (Mg. Z.) O r i e ch e n I a n v. Zu Genua halte man Nachrichten erhalten, daß auf verschiedenen Puncten des Archipels neuer« dings Seerauberci getrieben werde. Schon spricl.t man von gänzlicher Ausplünderung von 5 bis <> Aaussahrthi'lscdiffcn. (Zin glcickes Loes widerfllhr aucd einer Goeletle in d?r Nähe dch saroiuschen Meerbusens, unfern der makedonischen Knste. Im Hafen von Navarin erwartet man die von der Rhece von Vurla rücktehrcnde englische Flotte. Sie begibt sich nach Malta, u>n daselbst zu überwintern, doch soll sie im nächsten Frühlinge wieder nach Äurla zurückkehren, und zwar inGe« stllschaft ciniü französischen Ovolutionsgcscbwaders. (1''u!. <1i V<'i-.) Dieser Zeitung ist dle Beilage ocr eingegangenen Museums-Beitrage Nr. Z3, angeschlossen. Nkvatteur: H^r. T'av, Kein rich. Verleger: Dünaz Al. Vvlrr v. Alein ma^r.