Laidacher Woche n ß l a t t z u m Nußen und Vergnügen. ^lro. 45. Freytag den 8. November »3 »6. Beschreibung der Damplboote und Dampffregatten. A?er ehrwürdig? Greis, Herr Dupont de Nemours, dcr sogleich nnch der Nuck-kchr dcs Usurpators von dek Inftl Elba im März .3^5, Frankreich verließ, u n in den vereinigten Staaten Nord ' Amerikas, wo er bereits wahrend der Schrecke nszeit der Rsvoluzion eine Zuflulbrs-statte gesunden hatte, sein zwcyles Vater« land wieder aufzusuchen, hat dem kön:gl. Fvanzöfischcn Institute nachstehenden Bericht über dic^Dampfboote und Dampf-Fregatten von dorther eingesendet: Seit mehreren Jahren schon find auf allen Flüssen der vsmmgten Slaaten Voo-lenjchiffe errichtet, die in langen, durch Dampfmaschinen bewegten Fahrzeugen bestehen. Diese kraftvollen Masckin?n drchcn aus jeder Seite des Boo^s ein grosses Rad, dchen Schauftln, indem sie das Wasser unausgesc^t und hcjtig schlagen, jenen gleichsam als Füsse, in der That aber als Ruder dienen, und dem Fahrzeugs eine so schnelle Bewegung ertheilen, daß bey Hinauffahrt des Hudsons- oder Nord-fiusses, in 22 oder 24 Stundcn höchstens, die 5Z Meilen der Entfernung zwischen Neu-York und Albany zurückgelegt wer- dvN. Ich bin auf solchen Bootschiffen in d.ey Stundcn von Neu-York nach New - Vlunsw ck, uno in gle:chsr Zeit von Tl>.'nto!, nach Philadelphia gefahren , deren boyderseitige Entfernung wenigstens zchn Mcil:n benagt. Das Gepäck und die Waaren befinden sich auf dem Verdeck und sind mit g oben Havztuch bedeckt; das Verdeck selbst isi mit einer Bank und einer durchbrochen nen Lehne eingefaßt. Der freye Raum des Zwischenverdeckes enthalt zw^y große Speisesäle, die durch zwey Ammer getrennt sind, deren eines für die Frauenzimmer, das andere für die Mannsr bestimmt ist; jedes hat scins besondere Treppe, aber man kann mittelst cincr Verbmdungsthm- von eincm in das andere gehen, so ost die Frauenzimmer es erlauben wollen. An die Zimmer siossen Schlafkabine tts zu zwsy Betten, eines über dem andern, die nicht nur reinlich, sondern auch zierlich, mit Vorhängen von fthr schön gemahlter Leinwand und mit nur allzuviel Fransen und Zierrathcn verschen sind. Em Garkoch gibt in den Speisesälen zu bestimmten Stunden täglich drey Mahl, zeitcn; hernach werden die Tische weggenommen, und man ip^zisrt barmn, wenn es regnet. In den Zimmern s,:td Lchnstühle, S^sstl und Spiegel; jedes hat ein.'n Ofen; man ßndct darinn Zeitilng.n und ein:gs li-terarischs Neuigkeiten. Keine Annehmlichkeit des Lcbcns ist, vergessen, und kein Bedürfniß wird unbefriedigt ge'affe;:. Unsere Marktsch'ffe und Galioten er-ftbe'mcn als barbarische, mn drey Jahr« Hunderte zurückstehende Erfindungen, neben dieftn bequemen, zierlichen und schnellen Bootschlffen- Sie verdanken ihr Daseyn dem Oberst Fullon, welcher sie uns in Frankreich angetragen hatte, aber kein Gehör fand. Seine kunstreiche Hand, die den Reisenden im Innörn der vereinigte« Staaten, so viele Bequemlichkeiten schuf, rüstete daselbst gleichzeitig Bliy- und Donnerschläge gsgcn die Feinde, welche seine Seehasen bedrohten und deren einige verbrannt und zerstört hatten. Ich will hier nicht von den Torpedos sprechen, die genugsam bekannt sind, aber von der ungleich wichtigeren und bedeutenderen Erfindung seines großen Dampf-KriesssschA's. Flllton jcißte den Gedanken, die Dampfmaschine mit einem hinlänglich großen Rade fiir die Bewegung eines Kriegsschiffes in der Mltte desselben auszustellen, und die Ausführung gelang ihm. Der Kiel des S lffes tst für den zur Bewegung des Rades erforderlichen Raum unterbrochen. Auswärts hat es kein Steuer- ruder, sondern eine bey der Zentral - Oeff-nung angebrachte einfache mechanische Vorrichtung ersetzt solches, so daß das Schiff von innen aus regiert werden kann. Es hat weder Vorder- noch Hinter-thcile; eine leichte Veränderung der Lage des Stücks, wodurch das 3üw bewegt wird, dreht solches nach dem W.llcn des Schiff- Capitains aufdiese oder jcne Seite hin Das Fahrzeug besitzt weder Mast noch Segel, und kann darum auch nicht rhedelos gen'.acht werden. Es bedarf des Windes und der Fsnth nicht, und kann h'ngegcn beyde übe wins den, wodurch es vor andern Kriegsschiffen em?n ungcmcm großen Vorzug.'.hält, indem diesan der W:ud nnentbchrlich, Strom und Wind ab'r eine wichtige V y-hülfe sind E^' v?rfdlat dieselben von jeder beliebigen Sme, ohne daß sie ihm ausweichen können, Dcr Rumpf dcs Schisses hat visr einen halben Fnß dichte Holzwande, deren Stucke wechselweise aufrecht und queer licgen ; keine Kugel mag sie dura bohren« Im Zwischendeck befinden sich 32 A^ tillerie - Stücke von ZLpfündner Kanonen und drey andere, deren e»ne von grösserem Kaliber ans jedem Selten - Ende'des Verdeckes« Diese 6 Kanonen sind die einzigen Theile der Bewaffnung, welche das feindliche Feusr erreichen mag Der über dem Kegel angebrachte Ösen macht die Kugeln glühend. Während das Kriegsschiff durch das feindliche Geschütz nicht beschädigt werden kann, find die feindlichen Schisse hinge-aen, so of Wmd oder Fluch sie am Fliehen hindern, scinem heftigen Feucr der-mass^n ausgeseyt, daß die einzige Rttw-ig, welcke ihnm übrig zu blc>bk>n scheint, darin besteht, daß sie es dll.ch Entcn, mit ih.en Schaluppen oder andern Ruderschlf-ftn w:gzunehmcn tzacht.n müffcn. Aber wenn es den Fcinden gelingen soro sollte, das Verdeck zu ersteigen , so wür? Sc^ den alsbald in der Gchiffsverklsidung ver- Bre borgte und mittelst eines Drückers los- mit gelassene Senftn , ihn:ndie Beine abschnei- ben dcn, während glcicbzLttig bey sechzig Ei- Si< mer siedendes W'sscrs sich über ihre Kö- als pfe ergössen, und diese fürchterliche Ta^ der le könnte in kurzen Zwischenräumen öfters geb wiedecholt werden sey Eine größere Menge von Zersiorungs- che mitttln ist wohl nie beysammen gcwesen. ve^ El« solches Schiff kann auf einer Rhcds B! ein.ganzes Geschwader angreifen und über- winden, A Vian hatte cin oder zwey Dampssrc- de gattcn auf jeder wichtigen Rtzede, beyjc- ch dcr Mündung eines großen Flusses aufge- dc stellt. Alle Seehäfen , oenon sich bis da- U h>a Linienschiffs, große Fregatten, und N' Nlit Artillerie versehene Galeoten nähern, e^ sie bedrohen oder gefährden konnten , wa- li ren alsdann gegen jeden Angriff geschützt. Eine Dampsfrcgatte, di^ weder Ma- 3 stm, Segel noch Tauwerk bedarf, kostet n mehr mcht als ein Linienschiff, und wird g noch weniger kosten, wenn die EiUutheile ^ der'MaschM' gleichzeitig fü? mehrere sol- i che Fahrzeuge gegossen werden können. : Der Oö^.st Fr.lton starb 1.4 Tage vor , Vollendung des Werkes^ sein Tod,ist ein ' tmpfindlichcr Verlust für Amerika und für die Welt. Der Fä:de kam nachher zn Stande; aber die Unten,.hmung ward deshalb nicht aufgegeben ; die Avbcit ist vollendet, und ^,das Fahrzeug ist stccitferNg. Es trat aus dem Hafen hervor und ma^övrirts maje^ statisch in der g>.oß?n Bucht von Neu^York. Weitcr darfund onnte es auch uichtwohl reisen. D'^ Stü.me des O^ans möchten ihm allzugefähMH werden, und es waren Beschädigung.n seines inn?rn Mecha-nismus durch ch.e hest'gen Stösse zu be- sorgen ; auch wurde ss zu einer langern W Seereise. n cht genügsamen Vorralh von « Brennstoss für das Feuer des SiedekeMs M mit sich zu Mren im Stande seyn. Eine « bewnnocrungswü'.digeVercheidlgungs- und « Sicherheitswaffe, taugt sie hingegen nicht V . als Angriffst oder Ecoberung waffe. Aber « - der Küste gleich , die von Gottes Hand V ! gebaut, der Wuch der Wollen ihr Ziel > setzt, werden diä Dampfmaschinen, wcl- « - ch? der menschliche Geist schuf, zu dem M . verheerenden Stolze der Mächtigen sagen: « s Bis hieher und nicht weiter! W i Ich hatte eben nun dieß furchtbare ^V Arsenal der Vertheidigung , der Rache und > ;« des Todes verlassen, als ich das liebli- V :- che Bootenschlff von Neu - Gaven bestieg, ^ e- dem man nichts vorwerfen kann, als den i- Ueberfluß von Bequemlichkeiten, dis un-ld nütze Pracht und die für ein bescheidenes, u, ernstes und republikanisches Volk entbehr-a- lichcn Zisrrathen, zt. Bey dem Kontrast einer noch neuen a- Maschine, die zu zwey so ganz verschiedest nen und ungleichartigen Schifffahrten an-lrd gewandt ijt, deren eine die unmäß'gste ile Kriegsmacht entwickelt, während die ans ol- dere mit dem nützlichen, schncllen, anges nehmen und durchaus friedlichen Dienst, oor welchen sie leistet, noch mancherley eitlen ein Schmuck verbindet; bey dcm Übergang für innerhalb weniger Minuttn von einen zum andern; beydem Anblick des Fortschritts de; der Wissenschaften , der Künste nnd Hand-licht werke in einem Lands das vor anderthalb und Jahrhunderten nur noch eine kleine An-aus zahl Einwohner bcsaß, die, ohne Hcius r, Z aje- im Sommer nackt gingen, und sicb im D >ork. Wmter mit unförmlichen Ttzi^fellen be- > oohl deckten , fühlte ich mich von e n.r unw^« ht-n kühvlichen Verwirrung erg'iffcu. Th.a-wa- nen ftuchtetcn meine Augcn, und die Gtim» echa- me gebrach mir. Ich vermochte mein n li be- Gedaykcn nicht auszufpvechen, aber dkstr bedanke war: Großer Gott! wie weithin ' wird deine Güte die Menschen führen, wenn die Entwicklung ihrer Vernunft und ihres Verstandes ihre Regierungen und ihre,Sitten dergestalt wird vervollkommn ! nct haben, daß die Angriffskriege eben so unmöglich werden, als sie ver,aßt und verderblich sind. Gesetz in Virginie» ' gegcn die ZwcMmpfe. Um die Verschiedenheit der politischen Meinungen willen, sind die Zweykampfe in den vereinigten Staaten von NordrAme«? rika sehr häufig. Wiewohl in den mci-sien derselben dls Todesstrafe darauf ge- , setzt ist, so ist dem Uebel doch keineswegs ^ dadurch gesteuert. Der Gesetzgeber von Virginien, wo die Zweyfämpse noch hau- , figer sind, als beyden übrigen Amerika- , nern , hat sich daher bemüht, in der Na- . tur des menschlichen Herzens eins minder ! grausame, das Mitleid der Richter minder < aufregende und eben darum wirksamere ^ Strafe zu finden. Er hielt dafür, ein Mensch, der um , Kleinigkeiten und oft sihr nichtswürdiger < Dinge willen, oder wcgen Memungsver, ^ schiedenheiten, welche die Seaatsgefttzs dulden und zu denen sie auch wohl berech- ^ tigen, sein L'bn preis gibt, oder sich in , den Fall setzt, seinem Mitbürger das L,:- ^ b?n zu rauben, b-finde sich im Zustande ' eitns wirklichen oder gefähllichen Wichn- ^ sinns. , Deßwegen erklärt nunmehr das Gcsttz die Duellanten sowohl als ihre Zeugen oder Sekundanten sür wahnsinnig und unmündig; sis werden der Staatsämter und Stellen, die sis bekleiden mögen, ents tzt, für unsährg erklärt , deren andere zu bekleiden , und es müssen ihnen zwey Vurmün ) er gegeben werden, die ihr Ve>mögen verwalten, die bestimmen, was ihnen anvertraut werden kann, und ohne deren Zustimmung sie keine V.'Mäge schliesscn ooer Verpflichtungen eingehen können. Söit dieses Gesetz erlassen wurde, hat man weiter von keinem Z veykampf in Virginien gehört. Arithmetische SeltenßeirsN' Welch einen Umfang hat das Wort und der Laut (der Collectionnahme) Billion ? - Wenn ein Mensch eme Billion zählen will, in jeder Minute 6ci, ooer in jeder Secunde i zählt und mit diesem Zahlen Tag und Nacht, ohne eine Pause, fortfahrt, braucht er 31,709 Jahre, ? y Tage, / Stunde, 46 Minuten und 40 Sekunden Soll eins Billion Thaler in einem Jahre gezählt würden, gehörn dazu 3',7^9 Menschen, die ohne Unterbrechung in jcder Mmute 60 Thaler zählen müssn. Denkt man sich diese Billion in Silber, den Thaler zu 1 Loch Gewicht, müPn dazu ausgevvägl seyn Z12 Millionen und 50O,«00 Cenrner Silber. D'ese Last fortzubringen, wn'ren nö<-thig 31 Millionen und 250,(^0 Pftrde, wooon jedes 10 Centner zu ziehen hätte.