Johann Manuel, Laibachs erster Buchdrucker (1575—1580). Von Friedrich Ahn. Mit der Kirchenreformation Luther's begann auch in dem Non den Türken arg heimgesuchten Ländchen Kram ein neues Geistes¬ leben zu erwachen. Es erhielten die Slovenen ihr Schriftthum von Primus Trüber, in ihre Sprache wurde die ganze heilige Schrift von Georg Dalmatin übersetzt und gleichzeitig durch den Grammatiker Adam Bohorič die neue Schriftsprache in feste Formen gebracht. Um auf einen tüchtigen Nachwuchs im Unter¬ richt und in der Seelsorge rechnen zu können, wurde im Jahre 1563 die lateinische Laudschaftsschule in Laibach eröffnet, und um endlich auch den Anfängen der literarischen Thütigkeit Ge¬ legenheit zur Entfaltung und Weiterentwicklung zu geben, er¬ richtete der Laibacher Bürger und Buchhändler Johann Mannelch im Jahre 1575 ch ein Buchhandels- und Buchdruckergeschäft in verhültnißmäßig großem Umfang. Ueber seine Heimat und die Zeit seiner Geburt liegt ein undurchdringliches Dunkel, dagegen ist schon in diesem Archiv, VI, S. 75—80 und VII, S. 67 von P. von Radies und F. Herm. Meyer über das Auftreten Maunel's und seiner vermeintlichen Vorgänger in Laibach berichtet worden, in Mittheilungen, die der Ergänzung, zum Theil auch der Berich¬ tigung bedürfen. Schon im December des Jahres 1561 war der Buchdrucker Augustin Frieß in der Absicht von Straßburg uach Laibach ge¬ kommen, um hier mit Unterstützung der Landschaft Werke der neuen Lehre auch in cyrillischen und glagolitischen Typen im Drucke erscheinen zu lassen. Primus Trüber, die Seele des ganzen Umschwunges in Krain, befand sich zu dieser Zeit gerade 2 in Urach an der Hans Ungnad'schen Bibeldruckerei. Da Frieß wohl einsah, daß ihm eine Empfehlung von Seiten dieses Mannes all¬ fällige Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit der Landschaft bezüglich der Errichtung einer Druckerei beseitigen könnte, beschloß er bis zur Ankunft Trnber's in Laibach zu warten, um diesem persönlich sein Anliegen um Verwendung bei der Behörde vorzu¬ bringen. Als nun nach Verlauf eines halben Jahres Trüber in Laibach eintraf, wandte sich Frieß an ihn, ohne jedoch den er¬ wünschten Erfolg zu haben. Denn Trüber war viel zu klug und geistesüberlegen, als daß er nicht für das aufblühcndc Unter¬ nehmen in Urach durch Errichtung einer Zweiganstalt in Lai¬ bach gefürchtet hätte. Uebrigens dürfte er auch auf Grund seiner gemachten Erfahrungen keinen langen Bestand einer Druckerei in Laibach vorausgesehen haben. Möglicherweise erschien ihm auch die Persönlichkeit des Bittstellers zur Durchführung eines so gewagten Unternehmens nicht genugsam geeignet. Trüber wies also jedwede Verwendung bei der Landschaft kurzweg ab, und Augustin Frieß zog, nachdem es noch zwischen ihm und Trüber am St. Peters- tage 1562 zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war, un¬ verrichteter Dinge abch. Daß dies der wahre Sachverhalt ist, vermögen wir aus drei verbürgten Quellen zu beweisen. Diese sind erstens das Necht- fertigungsschreiben Trnber's an den Landesverweser und die Ver¬ ordneten, wie es in den „Urkundlichen Beitrügen . . ., herausgeg. von Kostrencic", S. 112 u. f. zu lesen ist: „Zum sibenden. Ich gehe vmb vnnd practiere, das ich die druckherey herein gen Laybach priuge vnnd allein ein Hand da¬ rüber sey, vnnd deswegen ich auch ein khrieg mit dem Augustin Fryeß, buchdruckher von Strasburg, alhie an S. Petertag nechstu- erschinnen gehabt re. War ist, das ich zu Brach vnnd alhie offt gesagt, das diese dolmetschung vnnd druckherei an kheinem ort in der Welt besser vnnd leichter geschehen mecht, dan alhie zu Lay¬ bach, den wir mochten die dolmetscher leicht bekhumen vnnd dorfften die bücher nicht so weit mit gefähr vnnd großen vncoßten herein füren; das ich aber gesagt vnnd praticiert solt haben, das man die druckherei yetznndt zu dieser zeit der Verfolgung herein pringe, das hab ich nie im syn gehabt, vill weniger geredt, vnnd ich ge- dennckh der verdacht khum daher, das e. g. vnnd hr. dem Herrn Vngnaden haben geschriben, daß besser wär die dolmetschung ge¬ schah innen bey mir, dieweyl sich khein rechtschaffner dolmetscher 3 so weit hinauß begeben will .... Vnnd das ich mit dem Friesen gezannckht, ist am meisten darnmb geschehen, das ich ime bey e. g. vnnd hr. nicht wellen Verhelffen, gelt zuerlangen, das er ein druckerey alhie hat mügen anrichten, oder das er der obrist über die crabbatische druckherey wurde." Ferner bestätigt obige Darstellung ein Actenstück aus dem landschaftlichen Archive zu Laibach vom 21. October 1562. Baron Ungnad hegte nämlich den Argwohn, daß Trüber, der 1562 nach Laibach übergesiedelt war, die ganze Unternehmung von Urach nach Laibach zu ziehen beabsichtigte. In diesem Sinne hatte er sich auch dem Landesverweser Jobst von Gallenberg und den Ver¬ ordneten der Landschaft Krain gegenüber geäußert, worauf ihm die letzteren unter dem oben angegebenen Datum diesen Argwohn zu nehmen suchen. Dieses Actenstück ist bereits im Archiv VI, S. 75, 76 abgedruckt. Was nun endlich den Bericht des Laibacher Bischofs Petrus von Seebach aus dem Jahre 1562: „der gedacht Trueber ist wider khomen vnd mit Ime ain Puechdruckher gebracht, der un- Probierte schmachlieder contra olsrum, Uoinanain soolssiain st Ls- liAionsin druekhen thuet" völlig widerlegt, ist ein Schreiben der krainischen Landschaft an den Kaiser vom 27. December 1562, worin die gegen Trüber vorgebrachten Beschuldigungen zurück¬ gewiesen werden. Es heißt dort: „Es ist auch verwunderlich zu hören, daß sie (die Beschwerde¬ führer) Herrn Primum angeben, wie daß er einen Buchdrucker in dieses Land gebracht habe, der unprobirte Schmachlieder drucken thue, so wir doch von keinem Buchdrucker im ganzen Land wissen, auch Herr Primus ihm dasselbe nie fürgenommen hat. Gleichwohl ist in seinem Abwesen ein Buchdrucker (Augustin Frieß), der gar kein Zeug zum Drucken gehabt — allein etliche große hölzerne Buchstaben, mit denen er ohne eine Presse etliche Sprüche aus der heiligen Schrift entworfen — hieher kommen und angesucht ihm zu Erkaufung eines Druckzeugs zu helfen, welches ihm aber abge¬ schlagen, und Herr Primus dasselbe zu seiner Ankunft selbst wider- rathen hat. Darauf derselbe Buchdrucker, den weder wir noch Herr Primus zuvor nie kennt, noch zu fördern gedacht, ungeschafft wiederum aus dem Land gezogen ist, und kein Lied noch Büchel nie gedruckt noch drucken hat mögen." st Aus diesen Documenten ist nun so viel ersichtlich, daß Ende 1562 in ganz Krain noch keine Buchdruckerei bestanden hat, weß- halb auch die erwähnten Schmählieder jener Zeit in Krain nicht 4 gedruckt sein konnten^). Waren solche Flugschriften gegen die katholische Kirche und die Geistlichkeit auch in Krain verbreitet ch, was sich ja in der damaligen aufgeregten Zeit leicht denken läßt, so waren dieselben ohne Zweifel im Auslande gedruckt worden und von dort nach Krain zur Weiterverbreitung gekommen. Daß Johann Mannel schon 1561 oder 1562 mit Trüber nach Krain gekommen und der Drucker der in Rede stehenden Pamphlete gewesen sei und daß er sich durch volle 13 Jahre lediglich mit dem Drucke solch kleiner Flugschriften und Spott¬ lieder gegen die katholische Kirche und die Geistlichkeit beschäftigt habe, erscheint bei seiner späteren, so fruchtbaren typographischen Thätigkeit in Krain und in Ungarn geradezu ausgeschlossen. Jedenfalls ist der Bericht des Laibacher Bischofs Petrus von See¬ bach in Folge eines Mißverständnisses entstanden. Mit Trüber war nämlich 1562 kein Buchdrucker, Wohl aber ein Buchbinder, Namens Leonhardt Stegmann, nach Laibach gekommen, der später von der Druckanstalt in Urach beauftragt wurde, die fertig gestellten heiligen Bücher zu binden und den Vertrieb derselben zu über¬ nehmen Z. Die Errichtung einer Druckerei in Laibach im Jahre 1561 oder 1562, sei es nun durch Frieß oder Mannel oder einen an¬ deren Buchdruckers, ist daher wohl nicht anzunehmen, und wir können in diesem Punkte rückhaltslos der Nachricht Valvasor'sH Glauben schenken, der sagt, daß vor 1575 in Laibach keine Druckerei bestanden hat. Erst im Frühjahre 1575 richtete Johann Mannel, Bürger und Buchhändler in Laibach, auf Anregung jenes Förderers des geistigen Fortschrittes in Krain, Georg von Khisl'H, und des eif¬ rigen Schriftstellers Georg Dalmatin"), welcher für seine Tätig¬ keit eine Druckerei im Laude beuöthigte, an die Landschaft in Krain das Ansuchen, dieselbe wolle ihm die Errichtung einer Druckerei in Laibach gestatten. Allein Mannel's Gesuch wurde zunächst ab¬ schlägig beschieden^). Kurz darauf muß jedoch durch Einschreiten seiner einflußreichen Gönner eine Aenderung in der Erledigung seines Gesuches erfolgt sein, denn schon im Sommer 1575 war die Druckerei Mannel's im Gange, und der Herbst desselben Jahres brachte als erstes in Krain gedrucktes Buch Dalmatin's slovenische Uebersetzung des Jesus Sirach (die Vorrede datirt vom 11. October 5 1575). Diesem ersten Verlagswerke folgten noch in demselben Jahre Spindler's „Leichpredig" auf Herbart VIII. von Auersperg, die Biographie des genannten Auersperg unter dem Titel „Ilsr- barcki ^.uorsporAij Larouis oto. roruru äoini inilikiaoguo prusolaro ^osturum gloria xraoskaul-isZiiui vita ot mors ... V Coorgio Llli8l . . . äosoripta. I^adaoi ox oklloina -loannis Naulis 1575"") und Saliceti's Rede wider die Türken"). Im zweiten Jahre seiner typographischen Thütigkeit, 1576, in welchem sein Geschäft schon bedeutend erweitert erscheint, gab Mannel einen Kalender für 1576 heraus, den er der damals herrschenden Sitte gemäß der Landschaft verehrte, weiter ein „General Pro Maalzeit und Weinschenken", die erste ihm von der Landschaft zu- getheilte Druckarbeit, wofür er 5 fl. 45 Kr. ausbezahlt erhielt"). Dasselbe Jahr brachte noch Georg von Khisl's Biographie Her¬ bart VHI. vvn Auersperg in deutscher Uebersetzung und Dalmatin's Passion (prosaisch und poetisch) in slovenischer Sprache. Im folgenden Jahre erschienen aus Mannel's Presse die „Neu auffgerichtete Pergkwerchsordnung""), die „Genealogia .. . deren von Rhein (Rain)" und zwei lateinische Hochzeitsgedichte von Tobias Stängel und Leonhard Clarins"). Am fruchtbarsten gestaltete sich Mannels Thütigkeit im Jahre 1578. Außer der „Neuwen Zeytung, wie der Türk ist den 28. tag Marei für die Stadt Medlinge gezogen vnd eingenomen hat" und der „Geschicht und Sig der Türk. Niderlag durch den Ritter Hansen Ferenberger . . ." erschienen Spangenberg's Postille, der Pentateuch und Anton Vramecs' Chronik in slovenischer Sprache. Ferner brachte Mannel's Presse im folgenden Jahre (1579) „la ooli Oatooliisinug" und das Gebetbuch „Lorsülmusko loixo inolitvo". Endlich erschienen im Jahre 1580 als letztes Druckwerk Mannel's in Kram die Sprüche Salomon's „Lglomonovo xrixu- vi8Ü". Außerdem werden noch als Drucke Mannel's in Laibach angeführt „Illoinonkals (mo) Imdaooimo ouin uoiusuolatura trirnu linAuarum" und ein Katechismus in deutscher und slovenischer Sprache, von welchem Buche aber nur dies eine bekannt ist, daß es im Jahre 1584 in der Landschaftsschule zu Laibach als Lehr¬ buch eingeführt war"). Was nun Mannel's Druckerei betrifft, so sollte sich das be¬ wahrheiten, was Trüber seiner Zeit von einer solchen in Laibach 6 befürchtet hatte. Wegen Herstellung und Herausgabe der prote¬ stantischen Schriften in slovenischer Sprache und namentlich wegen des Druckes des ersten Theiles der dalmatinischen Bibel war die Laibacher Druckerei der erzherzoglichen Regierung schon seit ge¬ raumer Zeit ein Dorn im Auge. Die Gelegenheit zum Ein¬ schreiten und zur Beseitigung genannter Druckanstalt wurde daher von der Regierung auch bald gefunden. Im Jahre 1579 hatte Dalmatin die Uebersetzung der Bibel in die slovenische Sprache vollendet, und Ende März 1580 leitete bereits die Landschaft in Krain wegen der Drucklegung derselben Verhandlungen mit Mannel ein. Obwohl der Landesvicedom Manuel untersagt hatte, ohne sein Vorwissen irgend etwas im Drucke erscheinen zu lassen, machte dieser dennoch für den Druck einen Voranschlag und legte auch der Landschaft ein Probeblatt vor. Gleichzeitig rieth er derselben, man möge zur Ausstattung der heiligen Schrift die Herrn von Ungnad um die „biblischen Figuren", die sie in Tübingen gehabt und jetzt zu Waldenstein in Kärnthen aufbewahrt hätten, ersuchen^). Doch die Regierung sah nicht weiter ruhig zu; der Bibcldrnck wurde verboten und dem Drucker mit Landesverweisung gedroht. Nichts desto weniger schickten die Verordneten Krains am 25. April 1580 Mannel's Voranschlag sammt einem Probeblatt den Nachbarstünden von Steiermark und Kärnthen zu. Inzwischen war mehr als ein Jahr verflossen. Auf wieder¬ holtes Drängen Dalmatin's kam endlich die Conferenz der Bibel¬ revision in Laibach zu Stande. Der Laibacher Bischof erstattete den Bericht an Erzherzog Carl, worin er unter Anderem anführte, daß dieser Bibeldruck „unserer heiligen katholischen Kirche und deren Klerisei zu großem Spott und Unehre, ja auch der ganzen Gemeinde, so bisher noch des alten katholischen Glaubens gewesen, zu sonderm Abbruch, noch mehrer Verkleinerung, Verführung und Abfall, auch zu unwider¬ bringlichem Nachtheil und Schaden gedeihen würde"'"). In Erwiderung dieses Berichts erneuerte Erzherzog Carl unter dem 13. October 1581 durch Schreiben an die Landschaft und an den Vicedom das Verbot, die Bibel oder irgend etwas Anderes in Lai¬ bach und im Lande Krain drucken zu lassen, sprach dem Vicedom sein Mißfallen aus, weil er den erzherzoglichen Ausweisungsbefehl 7 gegen Manuel noch nicht in's Werk gesetzt hatte, und befahl ihm neuerdings, den Drucker Mannel nicht nur aus Laibach und Krain, sondern auch aus allen Erblanden bei Leibesstrafe im Falle feiner Rückkehr auszuweisen. Auf diesen Befehl hin, welcher noch am 19. November und 30. December desselben Jahres wiederholt werden mußte, sah sich nun Mannel genöthigt, seinen Buchhandel anderen Händen zu übergeben und seine neue, ihm lieb gewordene Heimath für immer zu verlassen. Der krainische Landtag beschloß unter dem 3. April 1582, dem „abziehenden" Buchdrucker 50 sl. Wegzehrung zu gewähren, „jedoch soll die gemeine Stadt, weil er ein Bürger ist, auch etwas thun". Außerdem erhielt er noch ein Empfehlungsschreiben von den Ständen an den Herzog von Württemberg. So verließ also Mannel im Jahre 1582 Laibach und wandte sich mit seinen Typen nach Ungarn. Hier finden wir ihn in den Jähren 1582 — 1584 in Nomet-Ujvär (Güssing) bei dem Grafen Batthyäny als Drucker thütig. Sechs Druckwerke in ungarischer und drei in lateinischer Sprache waren die Frucht seiner typo¬ graphischen Thätigkcit in der genannten Stadt. Im Jahre 1586 erschien aus Mannel's Presse in Warasdin die Postille des Anton Vramccz^), welcher 1587 zwei lateinische Werke folgten. In den Jahren 1587 —1592 war er zu Monyoro - Kerok (Eberau) als Drucker thütig und edirte hier sechs ungarische, ein lateinisches und zwei deutsche Druckwerke. Im Jahre 1588 erschien wieder zu Nomet-Ujviir ein lateinischer Druck mit Mannel's Namen. In den Jahren 1592 — 1595 ließ Mannel, dieser „Ahasver unter den frühesten Druckern Ungarns", zu Sics nicht weniger als neun Werke, darunter ein deutsches, im Drucke erscheinen. Die Jahre 1595—1597 brachten wieder vier Druckwerke Mannel's aus Nomet- Ujvar, dem Ausgangspunkte seines Wandererlebens in Ungarn. Im Jahre 1598 ging ein ungarisches Werk aus seiner Presse zu Nsmet-Keresztür im Oedenburger Comitate hervor, woselbst er auch in den Jahren 1601 — 1604 weitere drei ungarische und fünf lateinische Werke im Drucke erscheinen ließ. Endlich erblickten noch zu Sürvür in den Jahren 1600—1602 ein lateinisches und drei ungarische Werke mit Mannel's Druckerfirma das Licht der Welt^). Die Thätigkcit Mannel's in Krain und in Ungarn war nach dem Angeführten eine erstaunliche. In den Jahren 1575—1604 8 erschienen aus seiner Presse nicht weniger als 70 Druckwerke, darunter 29 ungarische, 13 deutsche, 9 slovenische und 19 latei¬ nische. Und dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, unter welch' erschwerenden Verhältnissen Manuel seine typographische Thätigkeit entfaltete. Nach seiner Ausweisung aus Krain finden wir ihn ohne festen Wohnsitz, wie wir es in der Erstlingszeit des Buchdruckes auch bei anderen Meistern verfolgen können, durch 23 Jahre hindurch auf Kreuz- und Querzügen in Croatien und Ungarn bei den der neuen Lehre gewogenen Grafen Batthyany, Erdödy und Nädasdy als einen unsteten Typographen, der seine Werke bald da, bald dort druckte und auf den Märkten Vertrieb. Wer könnte bei einer solchen Energie und Arbeitskraft des Mannes glauben, er hätte während voller 13 Jahre (1562—1575) in Krain sich nur mit der Herausgabe von Spottliedern auf die katholische Kirche und die Geistlichkeit zufrieden gegeben! Nach dem Jahre 1604 verlieren wir Manuel ganz aus den Augen^). Wann und wo er endlich sein Wanderleben beschlossen hat, darüber fehlt jede Aufzeichnung. Anmerkungen: 1) Auf seinen Druckwerken in lateinischer und ungarischer Sprache nennt er sich Manlius, auf den deutschen Manuel, Männel, slov. Janez Mandelz; Allg. deutsche Biogr. XX. S. 176 f. (Haus Mandl); Dimitz, Gesch. Krams, III, S. 188 f.; v. Radies, Herbart VIII, Freiherr v. Auersperg, S. XVI und Gesch d. deutschen Buchhandels in Krain, im Arch. f. Gesch. d. D. Buchh. VI, S. 75 f.; Th. Elze, im Jahrb. d. Gesellsch. f. d. Gesch. d. Protest, in Oesterr. 1895, S. 165 f.; Glaser, 2^oäovina slov, slovstva, I, S. 88. 2) Nicht 1578, wie Falkenstein, Gesch. d. Bnchdruckerkunst, Leipzig 1842 (2. Aufl. 1856), S. 396 behauptet. Vgl. dagegen Valvasor, Die Ehre des Herzogih. Crain, Laibach 1689, XI, S. 716; Gräße, Das sechzehnte Jahr¬ hundert, Leipzig 1852, S. 196; Dimitz, Gesch. Krams, III, S. 188 f.; Th. Elze, Die Anfänge der Buchdruckerei in Krain, in den Mitth. d. hist. Ver. f. Krain, 1861, S. 90 f. und 1863, S. 11 f. 3) Dimitz, Gesch. Krams III, S. 188. - Archiv VI, S. 75, 76. 4) Th. Elze, Die Anfänge der Buchdruckerei in Krain. 5) Vergl.,Archiv VII, S. 67. 6) Nach 8afarik, Gesch. d. südslav. Literatur I, S. 82, sah Kopitar solche Schmählieder in der Alumnatsbibliothek zu Laibach. 7) Daß Manuel dnrch Trüber oder vielmehr auf dessen Empfehlung hin „ins Land gebracht" worden sei, bestätigt auch Mich. Denis, Nachtrag z. d. Buchdruckergesch. Wiens, S. 17, doch setzt er den Anfang der Thätigkeit Mannel's als Buchdrucker ins Jahr 1576. — Vergl. auch Archiv VI, S. 74. 8) Was einen dritten Buchdrucker aus dieser Zeit, Leonhard Mravlja (Maraula), betrifft, verweise ich auf Th. Elze, Die Universität Tübingen . . . Tübingen 1877, S. 67, und Archiv VI, S. 76. 9) Valvasor I. W., Die Ehre des Herzogih. Crain. Layb. 1689. XI, 716. 10) Allgem. Deutsche Biographie XV, 708. 11) Ebenda IV, 712 f. 9 12) Vergl. Archiv VI, S. 76. 13) Beide Werke sind von P. v. Radies in: Herbart VIII, Freiherr zu Auersperg .. . Wien 1862, S. VIII f. sorgfältig beschrieben worden. 14) Nach Valvasor I. o. XI, S. 716, Mannel's erstes Druckwerk vom 20. Juli 1575. 15) Landsch. Archiv in Laibach. Landsch. Prot. II, 192. 16) Dimitz, 1. o. III, S. 190, setzt dieselbe in's erste Jahr der Thätigkeit Mannel's. 17) Siehe Dimitz, I. a. III, S. 192; V.Madics, Herbart VIII. S. XVIII. 18) Dimitz, I. o. III, S. 182, 192; 8afarik, Gesch. d. südslav. Lit. I, S. 48, 115; Th. Elze im Jahrb. d. Gesellsch. f. Gesch. d. Protest, in Öster¬ reich 1893, S. 95 u. i. d. Realenchclopädie s. prot. Theol. u. Kirche... XVI, S. 60. 19) Landsch. Archiv in Laibach. Fase. Rel. Sach. Nr. 2/11 (23. April 1580). 20) Dieselbe tagte vom 24. August bis zum 22. October 1581. 21) Nach Th. Elze im Jahrb. d. Ges. f. Gesch. d. Protest, iu Oesterr. 1895, S. 167. 22) Im Nachlasse des seligen I)r. V Oblak habe ich ein Exemplar dieser bibliographischen Seltenheit gesehen. Th. Elze hat es mit bekannter Präcision im Jahrb. der Ges. f. Gesch. d Protest, in Oesterr., 1895, S. 170 beschrieben. 23) Sämmtliche Druckwerke Johann Mannel's in Ungarn gelten als typo¬ graphische Seltenheiten. Davon kennt man dreizehn nur in einem Exemplar. Sieben sind nur dem Titel nach bekannt und sonst verschollen. Siehe Kertbeny, Bibliographie der ung. nat. u. internat. Lit. I, S. 497 und 723 f. — und 8rabö Xarol^, Rögi ma^ar Lönz'vtLr I, S. 102 f., II, S. 44 f. 24) Siehe Usmstb, .1., Nsmoria tz'pogr. inalzUi rsMi RunAarias. Lsatbini 1818. S. 23, 89 f., 107 s-, 109-112.