Vülmm« 7?7 «s» ImÄ MT. t »? i» » ss s»«» rr. VflngstsoneN Von Dr. Julius Pafig. He«^ ilst es Pfingsten! Freudenschwere ««ive'. Die Glocken jubeln rings aus allen Talen, Die Her^n klapfen unt» die Augen sttah- len — Ein Strom von Liedern jauchzt von Mund zu Munde! Und auf dem ganzen weiten Erdenrunde Von Land zu Land, zu tausend, tausend D!alen t Jlmchzt mit und schüttelt ab die Erdenssua- len Zu dieser schönen, fruhlingsfrohen' Stunde. Heut' soll's nur Fröhliche auf Erden geben. Und wer nicht singen vlmn der — bete mit! Kein Mensch darf heute seinen Sorgen leben, Am Fest des Geistes der für Wahrheit stritt. T^r sich auf seinen Ruf nicht ma,z erheben, Den Armen trifft des Geistes Siegestritt! Ich als Frau muß es leider konstatieren, bah, wenn die Kunst der modernen Frauen, ihren Typ, ihre Vollkommenheit — oder Ilnzulänglichkcit vorteilhaft zu lleiden, na» hezu all-gemein ge^vorden ist, eS dennoch die wenigsten unter ihnen gelernt haben, sich wirklich iziZt zu bewegen. Doch mag — qua^'i als EntschuldiMng — die Fähigkeit, den bewegten Körper völli,z in seiner Macht zu haben, immerhin von ei­ nem gewissen Training und einer gewissen heutzut<üZe glücklicherweise nur mehr rela­ tiven Jugendlichkeit abhängen. Der Körper in Ruhe — und wovon ich heute besonders sprechen möchte in der senden Stellung, mü^te demnach etwas sein» das bewußt zu beherrschen, in seiner Linie zu korrigieren, gan,z einfach wäre. ES scheint aber so.iar so emfch zu sein, dah die- wichtigen Punkte von seiten der anson­ sten fürwahr nicht uneitlen Damenwelt, Lberhau^'t keine Bedeutung beigomesscn wird. Nur so läßt os sich auch cr?lären, daß ^»notorisch" schicke Frauen häufdz in ganz unglaublichen Stellungen dasitzen. Von dem sogenannten Ko?etti<'rfuß abgeschen, der sich in der Rockläntge angepaßt, überschlagenen Beinen, bei sorysam abwärts gebogenen Ze- henspi^n im Schuh und Mnstlich betolztem 'Rksf reßräsetltiert,'werden a?ugenibl:ckllch die Beine sehr wenig sorgsam überschlagen. Die kurzen Röcke geben dann vielfach Aufschluß über zu viel Anatomie und nicht absolute, Mr die Oeffentlichkeit bestimmte D^ilS oder Mäilgel der Toilette. Ein anderes Aal wieder hängen an sich hübsche Beine „schlampert" herunter, wenn s^e nicht >Mr trotz msndänstem, ceriserotom verführerlächeln— ganz friedlich einwärts zu einander stehen. Auch Knieschluß ist etwas, daS scheinbar noch am ehesten beim Eharleston — aber gar nicht gerne beim Sitzen geübt wird. Und dies ist in seiner Unbcherrschtheit wobl ein Anblick, der Beobachter zu ^n peinlichsten PerspeNwen verleitet. Im Bevgleiche dazu, wo notwendig dem­ entsprechend die Beine in ihrer Verlange- rlmy bis zu den Hüften beim Sitzen einer ständig beobachtenden Bewußtsein bedürfen, spielt die übrige Körperhaltung — qumi im ik^gelisatze — mn^ mehr eine untergeordne­ te Nolle. Sogar ein runder Rücken ist noch erträg­ lich, woibei aber auch daS ebomalS izeübte ,.ti1ceuz hohl" durchaus nicht mehr dem Ideale entspricht. Eine natürliche freie Hciltung ist da im­ mer «och die hüscheste, sogar, n»enn sie da­ mit verbunden ist, dock zeitweilig mit den Ellbogen verpönterweise die Tischfläche zu streifen. Denn damit ist man im Zeitalter der Zigiaretten und Armreifey en nmsse schon deshalb nicht mehr so streng, weil sich dara'uS chamnante Möglichkeiten, wie, die Armreifen spielerisch zu drel^n oder die Myarette nachdenMch vor sich hinzurauchen, ergeben; Nuancen, die bereit« bewußt, be­ kannt — und dementsprechend reg^triert finv. 5^ ober möchte nochmals auf das Sitzen zmückk»mmen. Ilnd wenn ich es numnebr der einm<»l er« regten Aufmerksamkeit unt» dem vorbande- nen guten Geschmack seder Dcnne slbersas» sen will, die ihr vorteilhafte Stellung dabei einMmehinen und sie zur selbswerständlnben Sicher?iei^ werden zu lassen, so mub. icb, ge« wisienhatt wie ich bin. noch schscklicßcnd merken: Auch an der Art zu Sitzen erkennt man dvS Alter einer Frau! Sylvie. Äudm und Äudenhäuser Marburgs im MMlalter vom Sauptplatze aus gezeichnet Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, daß die e r st e n Juden nach Steiermark in der Regierungszeit des römischen Kaisers TiberiuS und seines Sohnes D r u su S einwanl^erten. Kaiser Tiberius verbannt^ nämlich im Jahre 15 und IS n. Ch. alle Juden aus Rom und versetzte alle im Heere dienenden Juden in die nördlichen Provinzen deS römischen Rei ches. Damit dürften auch die ersten l^ri- sten in unsere Gegenden geto-nimen sein» da man in Rom Mischen Ju-den und Ghristen wenig Unterschied mochte und in beiden Re- ligionSanhängern die gleichen Gqzjncr der römischen Staatsreligion sah. Die frühesten gesMchtlichen Urkunden für Ansiedlung von Jli-den in Oesterreich ist eine Zollordnung König LubwigS auS dem Jahre SOi, bestimmend den Zoll für die von Juden in das Ausland gehandelten u. aus dem Auslände Angeführten Waren. Das .^uptgeschäft der Juden, war Handel mit Getreide, Wein, üb^rhaM mit Landes- prsdukten. Nebeichei bttriebM Je Geldge­ schäfte, wechselten Geld ur»l> neben solches gegen hohe Zinsen bis zu 1455K aus. Als Niederlafiung der Juden erscheinen in Steiermark die Ortsck^aft: „«iL ju^aeos", ldaS heutiye Judendvrf bei Graz im Jlahre 116t, die Stadt Iiidenburg N04, Orte, die ihren S^mnen von Ansiedlern^'hier den Ju­ den erhielten. Daß aber amh in 'den anveren Städten Steiennarts stch Juden niederlie­ ßen, ist sebstverständlich.' GS.waren die Städte die infolge ihrer Ä«ige.if!iyc den .Han­ del besonders geeignet wie RadkcrS- kmrg, Pettmt, Friedau. W. .Feiy'tritz, Cilli, Mvrburg und nicht zuletzt die Landeshaupt- staidt Gra.z. . Die Juden kanien in Steiermark beion- lMri dung sich vvn Christen unterscheiden fpi-.' leus cornutus, und ein gelber. Tuchsleck au-s, dem Rücken). Weiter 'wurde bei Gefahr des Bannfluches den Vhristen verboten, bei Ju­ den sich gegen Zinsen Geüd auSzuleichen. Anderseits aber bestimmte dieselbe SyNoke, daß die Juden den katholischen Pfarrern in den Orten ihrer Seßhaftigkeit den gleichen .^irchenzehent leisten müssen wie die Chri­ sten. . ders zahlreich vor, so daß schon Papst Alexan der 6. in einem Schreiben an, die Kirchen- fürsten von Oesterreich Steiermark und Kärn ten ein „domus judaeorum" nennt. Die Juden waren des Kaisers Kammer­ knecht«, d. h. sie waren direkt der kaiserli­ chen K^mer diew'tbar, waren durch gewis­ se Privilegien und Freiheit Abriefe geschützt. Das Recht, Juden anzusieS»eln war von ei­ ner ^iserlichen Erlaubnis abhängig, nie­ mand durfte Judenkinder einhängen und heinrlich taufen, Juden durften bei Gericht nicht gegeißelt werden, waren befreit vvn den Ordalien des kalten und heißen Was­ sers, und Christen durften niemals allein über Juden zu Gerichte sitzen (Perordnung aus dem Jahre Die Landesfürsten hatten eben ein yroßes Interesse, daß es i?>ren Juden gut gehe, brackNen doch die jüdischen Geschäfte manchen guten Steuergnld^'tt ein und mancher Fürst konnte sich durch die simmzielle Hilfe der Juden aus einer peinlichen Geldmisere ret­ ten. Der unter solch günstigen Bedingungen, und bei dem den Jut«n anigeborenem Fleiße rasch erworbene Reichtilm erregte bald die Eifersucht der Stände, anderseits' erweckten die hohen Wucherzinsen, die die Juden für ibr au^Üehenes Geld berechneten, den Haß der Bevölkerung. Um letzteren noch be­ sonders zu schüren, wurden von Zeit zu Zeit GerSÄte verbreitet, wonach die Ju­ den in verschiedenen Orten heilige Hostien geschändet litten. 7ie Kirchensynode zu Wien ain 10. bis 12. Mai IM? blZstiminte da?^er mit Gesetzes­ kraft. daß kein Christ mit Ji^den essen und trinken dürfe (Gefahr deS Vergistetwerdens). Inden dürfen leine kranken Christen besu­ che:^ oder ärztlich be?»andeln, Inden müs^n auf der StraHe durch eine auffallende Klei- Der fortwährende Geldmangel, an dem die Kirchenfi'lrsten litten wie auch die kirch-' lichen MlrdentrSger, zwang sie dennoch zum. Juiden Zuflucht zu nchmen und so sehen wir, daß z. B. im Jahxe lAI Graf Mein­ hard und Heinrich von Görz sich beim reichen Juden I ss e r l in Marburg 1100 Pfd. Wiener Pfennige anslioh; bei dem selben Geldgeber entliehen sich Otto, sried und lllrich Grafen von M a rburg Geld, desgleichen die Herren von G r a b e n und die Herren von P i l d h a u s. Aber auch geislüche Vilnde.uräger se'iuldetfn dem Juden. So der Abt' Jo??anu v^n St. Lam­ brecht im Jabre 14^«. das Domkapitel von Salzburg und auch der Bischof Paul vvn Fraising. Des letzteren Schuld helief sich im Jahre 1351 auf 12.451. Gulden. Die Juden warey wie sckion erir>c^h^,,eink. Me Einnaihmsquelle für die ^^andesnir'. sten, detten sie gewisie Steuern za-blen muß­ ten um geduldet zu werden'und die waren gewiß nicht nieder bemessen. Ferner »er­ müdeten die Landesfürsten die Juden zum Einliaufe alter, nichtnn;hr stcnxrbarlir Münzen aus Gvld mrd Silber am Lande, um daraus neue Münzen zu vrägen. Da-sür erliielten die Juden keine Entlobnuna. docki dürft? i.yr billiger Einkauf und der teuere Verkauf von Edelmetall an die Münzstätten stets eine gu« te EinnÄhmsanelse für die Juden c'ewesen fein. U>l< diesen Ge'cbästen nach''!s?ien qu können weren die Juden von se'der Maut und ZollgeSichr b.'freit. Taß sie diese gün­ stigen Momente auch für ihre anderen l^e- fchafte ausnützten, ist wohl mehr als wahr­ scheinlich. Gegen 'das Ende des Mittelalters mehrte sich siichtlich der .Haß der Stände aooen die Juden. Und wenn auch di? Landes^ürsten bestr^ waren, die Juden zu halten, muff­ ten sie docb endlich deni Drängen der ?and- stände nachgeben, insbesondere als sich die letzteren verpflichteten, dem .Herzesie eine Steuer zu entrichtk^n. die der gleich kam. die die Juden an Steuer >^>lten. Kziler Mari« milimi 1. erließ bierails das Edikt von Schwäbisch^erda im Jv^re I49Y SeinTial- tent» die AvÄoeisuna der Juden aus Tteier mark. Die Land^tände be,^lten entspre­ chend dem Ausfalle an Steuern durch die Juden .38.000- P-d. Pfennige. ?at'ächlich waren 1497 schon ^st alle Juien aus Steier­ mark auHsfewandert, um nch in den angren­ zenden Ländern: Italien, Nnaarn u. s. w. anzusiedeln. Mancher italiexisch Mnaender Name deutet auf die ursdrüngliche Heimat der Familie l?in. wie z. B. Morpurgo entstanden mlS Marburger. In Marburg bewol^inten die Juden gewisse Stadtviertel oder bestimmte Stra ßen, die auch o?t nach diesen Bewohnern b?nnnnt nmr^n, so die I u d e n q a ss e, später Allerheiligengasiein Marburg, die Juden^sse in Graz. Da? südSsMche Stadtviertel von Marburg mit der ehenialiqen Schwars^sse, Freil^Saos^e der ehentallgen H und Khatschel bekannt. '^Nicht' nur allein die Männer betriebeil <^elidlerhgeschäfte und' trieben .Hant>el, son­ dern «rüch Frauen und Witwen führten ihre eigenen Geldgeschäfte n >l'en denen des Man­ ne? cder nach dsm To^e desselben selbst- ständig weiter. So ^erkaufte die Jüdin M i l k a, Witwe nach dem Tode EisakS und dann Ehefrau de? Juden H a y m in Mar­ burg cm Gregor S a let einen Weingar­ ten. Die Jüd^n M i r a s ch i n zu Mar- buvz bestätigt am Z0. April 1125 ^m Her­ mann W a l d n e r den (^n?psang einer Schuld ven 12 Mar? Wennige. Ein nicht minder reicher Juid.e als Müsch war A ram. Er besaß in Marb-urg neben seinem eigenein .Hau^e dw verpfändeten .Häuser des Reichart, des Roder u. d. .Heilner. war also Vierfccher Hattsbeü^er. Ter früher erwähnte reiche Jude Müsch besaf; r>bondrein ein .Haus in Wien. Ter Jude Maul besaß die ver­ pfändeten Hiiuier .des Ivorer und Stengel in Marbura. Ter Jude I si e r l. Enkel des Müsch in Mqrourxi, ^«.'^ni'ls?t^ 'ich nicht damit, seine C-^eick^ste 'tu Mgrburg zu ma­ chen, er hatte auch in P'ttau eine t^eich-ists" stclie, di