■>* i'i'-'.y, ■ t Papst Paul VI. Seine Sorge um die Weltmission Zwei Initiativen vor allem zeigen die Sorge des Kardinalerzbischofs von Mailand um die Weltmission. Die eine war die Mission von Ka-riba (Südrhodesien), die zuerst von Priestern und Schwestern der Diözesen Mailand und Lodi und mit der Unterstützung dieser beiden Kirchengebiete für die religiöse Betreuung der italienischen Arbeiter und Techniker beim Bau des riesigen Kariba-Staudammes gegründet worden war. Sie wurde dann in eine bleibende Institution für die Glaubensverbreitung umgewandelt und weiterhin von der Erzdiözese Mailand so erfolgreich gefördnert, daß sogar noch eine zweite Missionsstation, jene von Chirundu (Südrhodesien), gegründet werden konnte. Eine zweite missionarische Initiative des Oberhirten von Mailand führte zur Entstehung des internationalen Kollegs für Ubersee-Studenten in der lombardischen Hauptstadt. Diese Anteilnahme an der Weltmission veranlaßte Kardinal Montini auch dazu, eine Reise nach Afrika anzutreten, die vom 19. Juli bis zum 10. August 1962 dauerte. In der Tat muß diese Afrikareise, die der jetzige Papst ein Jahr vor der Besteigung des päpstlichen Throns unternahm, als eine besondere Fügung der Vorsehung betrachtet werden, denn sie erlaubte ihm kreuz und quer durch den schwarzen Kontinent eine Anbahnung von wertvollen Kontakten mit der afrikanischen Missionswelt, bereicherte ihn mit vielen Erkenntnissen und Erfahrungen und führte zu zahlreichen Begegnungen mit der Hierarchie, dem Klerus und den Ordensleuten sowie mit katholischen und nichtkatholischen Zivilbehörden und Völkern verschiedener afrikanischer Länder. Der Heilige Vater Paul VI. ist somit der erste Papst, der kreuz und quer durch Schwarz-Afrika gereist ist .Die dabei gesammelten Erfahrungen werden ihm nun als Pastor Universalis, als Oberhaupt der Weltkirche gut zustatten kommen. Bei vielen Gelegenheiten sprach Kardinal Montini aufmunternd und richtunggebend über die Weltmission. Auf der zweiten italienischen Missionsstudienwoche an der katholischen Herz - Jesu - Universität in Mailand, die vom 4. bis 8. September 1961 stattfand, hielt er die Schlußansprache. Er hob dabei den Nutzen der Missionsstudienwochen hervor, weil sie einen Austausch von Erfahrungen mit sich brächten und es allen ermöglichten, „das überaus große Problem der Glaubensverbreitung" kennen zu lernen. Auf der dritten italienischen Missionsstudienwoche (10.—14. September 1962) sprach Kardinal Montini über „die missionarische Berufung der Kirche". Dabei verbreitete er sich über die Universalität der Kirche und über ihre vom Anfang ihrer Geschichte die Jahrhunderte herauf bekräftigte missionarische Berufung. Dieser Berufung werden sich die Gläubigen heutzutage voll bewußt. Für sie setzen sie sich kraftvoll ein. Diese Berufung haben die letzten Päpste durch Aufrufe und vielerlei Initiativen bezeugt. Dieser neue missionarische Geist, der in der christlichen Welt erwacht ist, sagte Kardinal Montini, wird auch in den amtlichen Texten der Kirche seinen Niederschlag finden. „Die Missionare Unser Augapfel" Am Vormittag des 22. Juni erließ Papst Paul VI. am Mikrophon des Vatikanischen Rundfunks die erste Botschaft an die Welt. Unter anderem sagte er: „. . . Wir haben festes Vertrauen auf die allmächtige Hilfe des Herrn, der Unserem angesichts der Größe der auferlegten Aufgabe zitternden Herzen die wache und gelassene Kraft, den unermüdlichen Eifer für sej^ Verherrlichung, die missionarisch Sorge um die weltweite, klare überzeugende Verbreitung ^ Evangeliums einzugießen verste^! ....Es ist Uns weiterhin teu6t von ganzem Herzen die innigs,' geliebten Missionare, Unsere Augapfel, zu grüßen und zu jJ1 nen, die Missionare, die in ai^ Kontinenten, an den Vorp0ste„ der Kirche das Evangelium Jesij verkünden. Mögen sie es Vet stehen, sich allzeit des KreuZes unseres Herrn Jesus Christus 2(1 rühmen, indem sie mit Liebe eventuelle Anfeindungen und Pty fungen in der sicheren Uberzeu gung ertragen, daß die Hilfe des Herrn dem nie fehlen wirj der für ihn allein lebt und ar' beitet." 5tern cf er "Neger ZEITSCHRIFT DER MISSIONARE SÖHNE DES HLST. HERZENS JESU Juli/August 1963 Jährlicher Bezugspreis : DM 3.— S. 15 Lire 500 Einzahlung: Missionshaus Josefstal Postscheckkonto Stuttgart 540 66 Scheckkonto 862 11 Stern der Neger Herz-Jesu-Missionshaus Milland Bressanone/Brixen C. C. P. 14 7392 Trento Bestellung: Missionshaus Josefstal 709 Ellwangen/Jagst Postfach 28 — Missionshaus Maria Fatima Unterpremstätten bei Graz — Herz-Jesu-Missionshaus Milland Brixen Herausgeber und Verleger: Kongregation der Missionare Söhne des Hist. Herzens Jesu Ellwangen/J agst Josefstal Schriftleitung : P. Udo Baumüller MFSC Missionsseminar St. Josef 709 Eilwangen/Jagst Postfach 28 Druck: Schwabenverlag AG Zweigniederlassung Ellwangen/Jagst Mit kirchl. Druckbewilligung und Erlaubnis des Generalobern Unsere Fotos: Gorzegno 6; Wieser 5; Beck 3; Rechenmacher 2; Sr. Marietta 2: Oberstaller 2; Schwabenverlag AG 2; Heer 1; W. Kühner 1; Br. Pfeifer 1; Reiterer 1; Nagler 1; K. Fischer 1. Papst Johannes XXIII. + lins obliegt es, besonders die Bedeutung des heimgegangenen Papstes für die Weltmission, die ihm allzeit vor Augen stand, zu würdigen. Von seiner ersten Botschaft agi Tage seiner Wahl zum Oberhaupt der Kirche an bis zu den letzten Aussprüchen und Stoßgebeten, die seine erbleichenden Lip- pen formulierten, haben seine Worte und Taten, seine ständige Sorge um die Weltmission bezeugt. Bei der Ansprache anläßlich seiner Krönung zum Oberhaupt der Kirche am 4. November 1958 sagte der Papst: „. . . Dann weitete sich der Horizont. ,Ich habe noch andere Schafe, die nicht zu diesem Schafstall gehören. Auch sie muß idi herbeiführen, sie werden meine Stimme hören, und es wird ein Schafstall unter einem Hirten sein.' Hier haben wir das Missionsproblem in seiner ganzen Größe und Schönheit. Das ist die erste Sorge des römischen Papsttums, die erste, wenn auch nicht die einzige ..." Die Sorge des Papstes um die Weltmission ging gleichzeitig nach zwei Richtungen hin: 1. nach einem gesteigerten, aktiven, kirchlichen Verantwortungsbewußtsein der Katholiken und der aufblühenden Christenheit in den Missionsländern; 2. nach einer unerläßlichen und angemessenen Missionsarbeit der Gläubigen in den Ländern mit langer christlicher Vergangenheit. Das Leben Johannes XXIII. ist in langen Stunden eines schmerzvollen Todeskampfes erloschen. Der Papst hat sich in großherziger und heldenhafter Weise als Guter Hirte erwiesen, der all seine Kräfte, ja sein Leben für seine große Herde in aller Welt gab. Die lichten Zwischenpausen seiner letzten Krankheitstage waren noch von Bezeugungen seiner universalen Hirtensorge gezeichnet. Der Einheit, dem Frieden, den Missionen galten seine Gedanken und Gebete bis zum Ende, als wollte er diese Anliegen den Katholiken aller Welt und den Menschen guten Willens besonders ans Herz legen. Sicher hat sein außergewöhnlicher Eifer für die Sache der Weltmission dem sterbenden Papst großen Trost gebracht. In seinen vielen Begegnungen mit Verantwortlichen der Missionsarbeit pflegte er oft folgende Gedanken zu wiederholen: „O wie tröstlich ist es, einmal nach treuer Mitarbeit am Werke der Weltmission zur Verbreitung der Kenntnis von Christus, dem Retter und Erlöser der ganzen Welt, sterben zu können!“ jtn Namen Mohammeds j3, Dezember 1962, auf der Mis-gjonsstation von Yubu, am obe-ren Nil, vormittags. Ich bin ge-rä(je in meinem „Pfarrbüro" ulld bringe die Bücher und Register in Ordnung, als auf der Station der Jeep des Polizei-(kefs von Yambio, Mohammed Ibrahim El Medani, vorfährt. Sofort ist mir klar, daß er Icomnit, um mich zu holen, so tfie in den letzten Tagen solete andere meiner Mitbrüder v0n ihren Stationen geholt wurden. Aber was hatte ich ange-stellt? In Gedanken suchte ich nach einer möglichen Anklage und Schuld, derer ich mir bewußt wäre. In den letzten zwei Monaten konnten wir 2000 Taufen spenden. Als nämlich der Stamm der Zandes erfahren hatte, daß mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes, des Missionary-Socie-ties-Act, die Erteilung der Taufe erschwert sein werde, baten sie in Massen um die Taufe. Das war aber wieder den Moslems im Ort ein Dorn im Auge, hatten sie doch eine neue Moschee erbaut und warteten nun auf neue Anhänger und Jünger des Propheten. Aber im ganzen Jahr konnten sie nur die Bekehrung eines einzigen Zanden verzeichnen. Als der Distriktskommissär von Yambio, Allam, Yubu einen Besuch abstattete und dabei feststellen mußte, daß sich kein einziger in der neuen Moschee zum Gebete einfand, führte er eine Szene auf. Der Vorsteher der Moschee ver- suchte sich zu verteidgen, indem er darauf hinwies, daß der Missionar Giovanni, ich selbst, mehr Einfluß und Autorität im Ort besitze. Daraufhin schwor Allam, daß in Zukunft die Dinge einen anderen Lauf nehmen würden. Am 28. Oktober wurde ich dann nach Yambio bestellt, wo ich wegen Gesetzesübertretung angeklagt wurde. Der Polizeiinspektor warf mir vor: 1. ein Tonband mit Gesängen abgespielt zu haben und dadurch Leute angelockt zu haben; 2. Zeitungen und Bücher an Lehrer ausgeteilt zu haben. Ich hatte keine Schwierigkeit, dies einzugestehen. Daraufhin wurde ich schuldig gesprochen, soziale und erzieherische Tätigkeit unter dem Volk ausgeübt zu haben, was allein der Regierung Vorbehalten sei. Ich sprach mein Bedauern aus, dagegen verstoßen zu haben und kehrte wieder zu meiner Arbeit zurück nach Yubu. In der Folgezeit umlauerten mich dreimal so viele Spione, die auf jeden meiner Schritte achtgaben, weshalb ich vorsichtiger wurde in allem, was ich sagte und tat. Und nun kam der Polizeiinspektor, um mich auf die Polizeistation von Yambio zu bringen. Dort fand ich schon zwei meiner Katechisten, Benjamin und Aquilino vor, zu denen sich dann noch Lollis, ein Mulatte und ehemaliger Freund von uns, gesellte. Genau um ein Uhr begann das Verhör. „Diese zwei Katechisten hier geben an, du hättest gesagt, es würde bald Krieg in unserem Lande geben." „Das habe ich nie behauptet!" „Du sagtest, es sei eine Verfolgung der Christen hier im Sudan im Gange." „Ich erklärte nur den .Missio-nary-Societies-Act 1962', wies auf die Situation hin und die Strafen, die sie sich zuziehen würden, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen. Deshalb riet ich ihnen, nichts zu unternehmen, bis die erforderte Erlaubnis eingetroffen sei." „Du sagtest, im Falle einer Christenverfolgung würdest Du in die benachbarte Zentralafrikanische Republik entfliehen.“ „Ich ließ nur verlauten, daß ich in absehbarer Zukunft wohl bald ausgewiesen werden würde, da ich auf der Schwarzen Liste der Regierung stand. In einem solchen Fall würde ich es als in meiner Freiheit stehend ansehen, in die Zentralafrikanische Republik zu gehen und dort unter dem Stamm der Zandes weiterzuarbeiten, da ich deren Sprache beherrsche." Das Ergebnis des Verhörs war, daß ich ins Gefängnis gebracht wurde. Man nahm mir Schuhe, Gürtel, Augengläser und Taschentuch weg und sperrte mich in eine Zelle, einem Raum von 3X5 Meter, wovon aber 2 Meter als Abort dienten, so daß im ganzen neun Quadratmeter übrig blieben. In der ersten Woche war ich mit 14 anderen Gefangenen untergebracht. In der Nacht schliefen die Eingeborenen einer über dem anderen. Ich selbst konnte nicht schlafen, da mich die Gicht plagte und ich außerdem an einer schmerzhaften Rückgrat- Das Gebiet von Torit, Südsudan. Einer der Schauplätze der ersten Erhebung der Schwarzen gegen die Araber im Jahre 1956. schlaflosen Nächte hatten ^ wahnsinnig gemacht. Die Gefängniszelle hatte ein Tür mit Eisenstäben. Fenster waren keine vorhanden, Raum war furchtbar schmutziJ Bei Tag war es sehr heiß, F der Nacht sehr kalt, so daß 6s kein Wunder war, wenn ich vo^ Tag zu Tag kränklicher wurde Aber erst nach der Ankunfj von Msgr. Dud und meines ap0. stolischen Präfekten kam ße Polizeiinspektor zur Überzen. gung, daß ich nicht ganz gesui^ sei und ließ mich ins Li-Rangy. Spital bringen. Der Arzt kam zur Feststellung, daß meine Krankheit chronisch und heilbar sei, und ordnete bessere Behandlung an. Aber ohne Erfolg. Nicht einmal eine Woll. decke wurde mir gegeben. Zeitweise teilte ich meine Zelle mit einem sonderbaren Gefährten. Bei Nacht heulte er wie ein I Wolf, warf sich gegen che Eisenstäbe der Türe und gegen die Mauer. Am Morgen wurde er wieder normal. Aber was waren das für Nächte, die ich aushalten mußte! Ein Segen wenigstens war, daß mir manchmal erlaubt wurde, Essen, das von der Missionsstation gesendet wurde, annehmen zu dürfen. Dabei durfte ich aber kein Besteck benutzen und auch kein öl, weil die Araber behaupteten, in dem Gefäß sei Alkohol darinnen, dessen Genuß sie verbieten müßten! Die zwei Katechisten, die ein unkluges Wort, oder auch zwei, fallen gelassen haben, wurden ebenso eingekerkert, am gleichen Tag wie ich, da die Polizei befürchtete, sie würden über die Grenze entwischen. Einen Monat später wurde Benjamin mit Tuberkulose ins Spital eingeliefert. ins Gefängnis geworfen worden und die Station C. sei aufgegeben. Im Fastenmonat Ramadan wurden meine Qualen noch größer. Da die Moslems nur bei Tag fasten müssen, h®len sie in der Nacht das nađi, was ihnen bei Tag entgangen. Bis tief in die Nacht hinein drang das Geschrei und der Lärm der Radios in unsere Zelle. Ich phantasierte von bewaffneten Negern, die mit Arabern kämpfen, von blutigen Aufständen und Angriffen auf die Mission. Zu Weihnachten erhielten drei Mitbrüder die Erlaubnis, mich zu besuchen. Sie versicherten mir, daß alles in Ordnung sei und sich meine Träume nicht bewahrheitet hätten. Der viele Lärm, meine Schmerzen, die lähmung litt. Ohne Polster wax es aussichtslos zu sdilafen, dazu noch auf dem Zementboden und bei der Kälte in der Nacht. Längere Zeit konnte ich nicht stehen, sondern mußte mich setzen. Aber es gab keinen Stuhl. So mußte ich mich an die Mauer lehnen, und an sie gestützt, ließ ich mich auf den Fußboden nieder. In der Nacht konnte ich die Eingeborenen nur daran hindern, daß sie sich nicht auch über mich legten, daß ich meine Krankheit als ansteckend ausgab. Nur so konnte ich ungestört in meiner Ecke sitzen. Um Weihnachten herum bekam ich Fieberträume. Ich träumte, mein Mitbruder P. A. und Schwester B. seien ebenfalls Pater Trivella Im Gefängnis. Tauftag! So geschah es früher. Jetzt ist auch die Taufe untersagt, oder wenigstens so sehr eingeschränkt, daß praktisch nichts mehr übrigbleibt; denn zur Taufe eines Kindes bedarf es der Erlaubnis des Ministerrates. In. der Zwischenzeit wartete ich auf die Verhandlung. Telegramme flogen von Yambio nach Khartum. Einer von den vertriebenen Missionaren hatte von meinem Schicksal erzählt und ein Untersuchungsrichter, George Hanna, hatte bereits mit den Nachforschungen begonnen. Der Erfolg war eine Empfehlung, mir bessere Behandlung angedeihen zu lassen, aber im Gefängnis änderte sich nichts. Die Telegramme machten den Polizeiinspektor noch wütender, so daß er meine Wächter, christliche Polizisten aus dem Süden des Landes, die mich oft unterstützt hatten, durch Araber ersetzen ließ. Sie öffneten alles, was mir zugeschickt wurde, schnüffelten mit ihrer Nase daran herum und sandten es häufig zurück, wenn sie vermuteten, eine Flasche enthielte Alkohol. Des öfteren diskutierten sie mit mir über religiöse Fragen. „Wie viel bezahlst du, wenn eine Person Christ wird? Wir geben oft bis zu 100 Dollar einem jeden, der Moslem wird." „Nichts! Wir brauchen keine Leute, die sich aus Liebe zum Geldsack zum Christentum bekehren.“ „Wieviele Frauen hast Du daheim gehabt?" „Nicht eine einzige!" „Wieso heiratest du nicht?“ „Um Gott dienen zu können!“ Der Fragesteller schüttelte verständnislos seinen Kopf. George Hanna, mein Untersuchungsrichter, kam von Khartum und stellte seine Nachforschungen an. Zuerst fragte er Benjamin im Spital aus, dann den Mulatten Lollis, der gegen mich jetzt eingestellt war. Ich hatte nämlich ein junges Mäd- In den letzten Monaten wurden 15 000 Soldaten des Nordsudans in den Süden umstationiert, um mit ihrer Hilfe den Glauben und den Widerstand der Schwarzen zu brechen. chen bekehrt, das sich dann ^ türlich geweigert hatte, sei^j fünfte Frau zu werden. Schliß lieh nahm der Untersuchungs richter auch noch den zweit6tl Katechisten unters Kreuzfeu6t Der Inspektor wurde rasend Die Dinge liefen nicht so, er es gewünscht hatte. Eine Zeugenaussage widersprach det anderen. Mein Untersuchung^ richter fuhr nach Yuba, und war wiederum in der Gewalt dieses Fanatikers. An einem heißen Nachmittag bat ich einen christlichen Pol;, zisten um einen Becher Kaffee ! und er gab ihn mir. Dafür wurde er bestraft. Ein anderer erlaubte mir, ein Paar Socken waschen zu dürfen, auch er er-hielt seine Strafe. Ein anderer brachte mir eine Schüssel hei-ßes Wasser, um mich waschen 1 zu können. Er mußte drei Do], lar Strafe zahlen. Die Tage vergingen, ohne daß sich etwas in meinem Prozeß ergab. Andere Zellengenossen wurden abgeurteilt, ich mußte warten. Einmal wurden gleich sechs Neger wegen schwerer Delikte zum Tode verurteilt. Sie waren Christen. Ich konnte ihnen in ihrer letzten Stunde heimlich beistehen und ihre Beichte abnehmen. Dann bekam ich wieder neue Gefährten, die mit mir die Zelle teilten. Schließlich kam ein Beamter und las mir eine lange Liste von Anschuldigungen vor. Am Ende fragte er mich: „Glaubst du, daß du ausgewiesen werden wirst?" Ich bejahte die Frage. Der Beamte schrieb etwas auf und sandte die Dokumente nach Yuba. Später fand ich heraus, daß ich alle meine Verbrechen eingestanden hatte. gfldlich kam der Tag meiner Befreiung ! gin Telegramm kam um 9 Uhr ju der Früh von Yuba an. Es tfar der 21. Februar. Ich war jjeizulassen und sofort des Landes zu verweisen. Mein ^ame war schon auf der Liste gestanden, in der alle die aufgezeichnet waren, die am 3. Ja-nUar ausgewiesen worden wa-ren. Diese Liste war an den Bischof von Yuba abgegangen, ulld hatte nichts mit meinen Beschuldigungen oder dem Ergebnis der Untersuchungen zu tun. Der Untersuchungsrichter Latte soviele Irrtümer und Widersprüche aufgedeckt, daß die Portführung des Prozesses die Behörden nur in Mißkredit gebracht und lächerlich gemacht hätten. Mohammed Ibrahim El Medani, der Polizeiinspektor, konnte es nicht über sich bringen, mir meine Freilassung mitteilen zu müssen. Er hielt eine geheime Beratung mit seinen Beamten ab, die bis 1 Uhr dauerte. Sie wollten die Demütigung verhindern, die die Tatsache für sie bedeutete, einen unschuldigen Missionar so lange gefangen gehalten zu haben, ohne daß sie in der Lage gewesen wären, genug belastendes Material für einen Prozeß zu beschaffen. Mit schlecht verhohlenem Zorn verlas er mir dann das Telegramm: „Die Obrigkeit erklärt dich für j frei. Du mußt sofort den Sudan verlassen!" In Übereinstimmung aber mit dem ursprünglichen Ausweisungsbefehl hätte ich schon seit 15. Februar außerhalb des Sudans gewesen sein müssen. „Danke!" sagte ich zu meinem alten Freund Mohammed Ibra- Der Häuptling der Lotuko wurde auf verräterische Weise nach Karthum gebracht und gezwungen, Muselmane zu werden. Als er im gelben Arabergewand zu den Seinen zurückkehrte, unternahm er einen Selbstmordversuch. „Ich kann mein Volk nicht betrügen“, sagte er. him El Medani, und streckte ihm instinktiv meine Hand hin: „Auf Wiedersehen!" Mein Wächter beglückwünschte mich und fügte hinzu: „Fahr jetzt heim und such dir eine Frau!“ „Die überlasse ich dir!", gab ich zurück. Sowie ich das Gefängnis verließ, sah ich mich einem Haufen Buben gegenüber, Soldaten und eine Menge Leute drängten sich um mich und stimmten ein Freudengeschrei an. Sie hatten schon von meiner Freilassung erfahren. Irgendeiner drückte mir einen Piaster in die Hand, ein anderer gleich fünf Was für ein prächtiges Voli diese Niam Niam sind! Am frühen Nachmittag, in Setl gender Sonnenhitze zog ich v Triumph in die Mission Vo Yambio ein. Aus „Nigrizia“ übersetzt von Frat A. Kampi. Das Bild unten zeigt P. Trivella j Gespräch mit Veroneser Scholastiker^1 Aus aller Welt giidsn* Konsekration des Domes von El Obeid Khartum (AIF). Am 3. und 4. Mai d. ■ konsekrierte S. E. Msgr. Edoardo iigson FSCJ den neuen Dom von El gbeid (Sudan) und weihte ihn Maria, jer Königin von Afrika. per neue Dom, der als das schön-ste Gebäude der Stadt gilt, ist in Her Stille gebaut worden, ohne die Leute, zum Großteil Mo-l^medaner, der Arbeit viel Aufmerksamkeit schenkten. Als er aber fertig war, erregte er allgemeines interesse. Viele Menschen — Män-ner, Frauen und Kinder — blieben erstaunt davor stehen und baten um Erlaubnis, das Innere besichtigen zu dürfen, wo sie in laute Freuden-und Begeisterungsrufe ausbrachen. yyas den Mohammedanern am meinen in die Augen stach, waren die Gemälde, da ja der Islam jede nienschliche Abbildung in den Moscheen untersagt. ! Oie Fresken im neuen Dom sind das Werk einer Russin, die als Ordensfrau den „Pie Madri della Nigrizia“ (Verona) angehört. Am meisten Bewunderung hat eine Darstellung der Seligsten Jungfrau, der zur Seite eine sudanesische Klosterfrau und Msgr. Danielo Comboni, der Gründer der beiden Missionsgesellschaften von Verona (einer männlichen und einer weiblichen), knien, ausgelöst. Msgr. Danielo Comboni hat gerade hier in El Obeid mit der Evangelisierung des Sudan begonnen. Die Klosterfrau ist Schw. Giuseppina Bakhita, die in der Gegend von El Obeid im Jahre 1860 das Licht der Welt erblickte, als Mädchen geraubt und als Sklavin der Reihe nach an mehrere Besitzer verkauft wurde. Als sie schließlich nach Italien kam, erlangte sie die Freiheit, ließ sich taufen und trat bei den Canossianerinnen ins Kloster ein. Sie starb im Jahre 1947 zu Schio (Vicenza) im Rufe der Heiligkeit. Ihr Seligsprechungsprozeß ist bereits eingeleitet. Den Arabern ist es unfaßlich, daß eine ihrer Töchter Christin und Ordensschwester geworden sei. Schw. Bakhita war nicht die erste Christin des Ap. Vikariats El Obeld, wie auch die neue Kathedrale nicht die erste Kirche dort darstellt. Schon im Jahre 1872 eröffnete Combonl die erste Mission in El Obeld. Das Ap. Vikariat von El Obeld, das den westlichen Teil der sudanesischen Republik umfaßt, wurde im Jahre 1960 mit einem vom Ap. Vikariat von Khartum losgetrennten Territorium errichtet. Von drei Millionen Einwohnern, die zum größten Teile Mohammedaner sind, sind 300 000 Animisten und ein paar tausend Christen, die von einem Dutzend Priestern auf sieben Missionsstationen betreut werden. (Fides, 22.5.63) Indien: Nehru studiert „Pacem in terris“ Ahmedabad (AIF). Pandit Jawaharlal Nehru, der Premierminister Indiens, erklärte neulich: „Es ist mir gelungen, den vollen Text der jüngsten Enzyklika des Papstes über den Frieden in der Welt zu erhalten. Ich wollte mehr als bloß Auszüge, und ich lese und studiere sie (die Enzyklika) nun, wenn immer ich etwas freie Zeit habe." Pandit Nehru sagte dies zu dem Bischof Edwin Pinto SJ von Ahmedabad bei einem Festessen, das der Gouverneur von Gujerat am 10. Mai zu Ehren des Premierministers veranstaltet hatte. Nachdem er dem Premierminister vorgestellt worden war, fragte der Bischof diesen, ob er jemals Seine Heiligkeit Papst Johannes XXIII. gesehen habe. Nehru bejahte die Frage, fügte aber hinzu, das sei gewesen, bevor Angelo Roncalli Papst geworden sei. Er wundere sich, ob sich der Papst etwa noch daran erinnere. Bischof Pinto antwortete, der Heilige Vater erinnere sich noch sehr gut daran, denn In einer Audienz, die der Papst am Ende der ersten Konzilssession allen indischen Bischöfen gewährt habe, habe Seine Heiligkeit erwähnt, daß er einmal Pandit Nehru getrof- fen habe, und er habe ihn ob seiner Anstrengungen zur Förderung des Weltfriedens gelobt. Pandit Nehru zeigte sich darüber hoch erfreut und machte dann die oben angeführte Erklärung (Fides, 25. 5. 63). Südafrika: Regierung gibt Kirchen Zusicherungen Pretoria (AIF). Südafrikas Minister für Angelegenheiten der farbigen Bevölkerung hat einige Anfragen beantwortet, die vom Interkonfessionellen Komitee, das acht Kirchen (darunter auch die katholische), vertritt, an ihn gerichtet wurden. Sie bezogen sich auf die Missionsschulen für besagte Bevölkerungsgruppe. Der Minister gab dabei bestimmte Zusicherungen. Das Komitee veröffentlichte darüber folgendes Kommunique: „Wir haben die Versicherung erhalten, daß die Leitung aller Missionsschulen (es handelt sich um Primärschulen, Sekundärschulen und Lehrerbildungsanstalten) keine Änderung erfahren werde; daß der Religionsunterricht an diesen Schulen im 'derzeitigen Ausmaß weiterhin sichergestellt sei; daß die staatliche finanzielle Unterstützung wie bisher weiterhin geleistet würde, sowohl für neue Schulen als auch für die bisher bestehenden; daß der Minister die Absicht habe, die Schüler und Studenten dieser Anstalten zu den öffentlichen Prüfungen in den verschiedenen Provinzen zuzulassen und daß daher die von den betreffenden Behörden ausgearbeiteten Lehrprogramme weiterhin in Geltung blieben. Das angestrebte Ziel sei schließlich die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Mit der Veröffentlichung dieses Kommuniques hat das Interkonfessionelle Komitee gezeigt, zu welch günstigen Ergebnissen seine Tätigkeit führen kann. Das nun erreichte Resultat stellt die Frucht zahlreicher Besprechungen auf höchster Ebene dar, wobei zwischen beiden Teilen stets Höflichkeit und Verständnis herrschten (Fides, 8. 5. 63). Missionsseminar St. Paulus Neumarkt/Opf, Viel Sorgfalt verwenden wir auf die würdige Gestaltung des Gottesdienstes. Die liebgewordene Verbindung mit Christus im Sakrament ist eine Voraussetzung für den späteren Priester-und Missionsberuf, den unsere Buben anstreben sollen. jifohsinn und echte Kamerad-sChaft sind wichtige Bausteine einer guten Gemeinschaft. Diese sollen unsere Jungen täglich wohltuend erfahren. Wir sorgen uns um unsere Jungen. Sind Fragen zu klären, die einer allein nicht völlig zu durchschauen vermag, so wird sie in Gemeinschaft gelöst. Da heißt es hinsitzen. Wir sind sehr darauf bedacht, daß unsere Jungen fleißig studieren. Ein künftiger Priester und Missionar muß eine gute wissenschaftliche Grundlage besitzen. DER WAHRE PELIKAN Die Alten glaubten an die schöne Sage, daß der Pelikan sich selbst die Brust aufreiße, um sterbend seine Jungen mit dem eigenen Herzblut zu nähren. Was im Bereich der Natur nur Fabel ist, ist am Kreuz durch den menschgewordenen Gottessohn Wirklichkeit geworden; denn aus Liebe zu uns hat ER sich von der Lanze des Soldaten die Brust aufreißen lassen, um uns mit dem Blute, das seinem Herzen entströmt, zu nähren. So erfüllt sich die Verheißung, die Jesus beim Laubhütten; fest in die Menge hineingerufen hatte (Joh 7,37ff): »Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir; und es trinke, wer an mich glaubt. Wie ja die Schrift gesagt hat: »Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Leibe fließen.’« Denn der Leib, der hier gemeint ist, ist der Leib des durchbohrten Erlösers (Joh 19,34), und das Wasser, das verheißen wird, meint das Heil, das uns in der Form von Blut und Wasser aus dessen durchbohrtem Herzen zuströmt. Von jeher hat ja die Kirche dieses geheimnisvolle Wasser und Blut als Symbole für die Taufe und die Eucharistie gedeutet; jener Sakramente also, durch die uns die Heilskraft des Todes Jesu übermittelt wird. Wer immer also dürstet, der trinke das Heil im Empfang der Sakramente; sie sind wie Kanäle, die aus dem Herzen des durchbohrten Erlösers ihren Ausgang nehmen und den Strom der Gnade durch alle Zeiten weitertragen. Wer aus ihnen trinkt, trinkt gleichsam aus dem Herzen Jesu; er trinkt geheimnisvoll das Blut dessen, der als wahrer Pelikan für uns sein Herz durchbohren ließ. Wir müssen neue Wege suchen! Am 17. April 1963 versammelten sich in Maria Trost 32 Missionare unserer Diözese Lyden-burg. Exzellenz Bischof Reite-rer lud dazu ein. Nur zwei konnten nicht erscheinen, überall herrschte Wiedersehensfreude. Es gab vieles zu fragen und Erfahrungen auszutauschen. Der Bischof eröffnete um 10 Uhr - früher konnte nidit begonnen werden, da die meisten einen weiten Weg, bis zu 200 Kilometer, heute morgen schon zurücklegen mußten, und die mei- sten am gleichen Tag wieder nach Hause wollten - die Versammlung mit den Worten des Willkomms und Dankes für alle getane, harte Arbeit seit der letzten Vollversammlung vor zwei Jahren. Es wurde viel getan Nach einem interessanten Bericht über seine Erfahrungen und Erlebnisse in Rom anläßlich der ersten Sitzung des II. Vatikanischen Konzils, gab der Oberhirte einen Überblick über die Missionsarbeit seit seiner Amtsübernahme im Jahre 1956. In dieser kurzen Zeit wurcj das Hostel in Pretoria gebaut das nun mehr als 60 katholj sehen Buben die Möglichkeit bietet, eine katholische Ober. schule zu besuchen, die wir j* unserer Diözese nicht haben Für die katholischen Mädchen des Lowveldes erstand einKon. vent der Grazer Schulschwe. stern mit einer neuen, für wei. teren Ausbau geplanten Schule Große und kleine Kirchen mehr als 20, sind in dieser Periode eingeweiht worden, vot allem die große, schöne Kirche in Gien Cowie, die am Osterfest zum Brechen gefüllt war mit schwarzen Gläubigen aus nah und fern. Die Arbeit in den schwarzen Schulen konnte weitergeführt ja sogar erweitert werden auf ngue Farmschulen, die von der fission errichtet wurden. Neue Priesterwohnungen erstanden jj! Proberen, Gien Cowie, Eg-jjpgton, Acornhoek, Malelane und St. John’s, Barberton, jn White Waters steht nun ein modern eingerichtetes Krankenhaus ini Dienst der Schwarzen, die von den nahen Reservaten Icommen, um Hilfe in ihren Krankheiten zu finden.. Unsere Brüder haben bei all diesen Bauarbeiten Großes geleistet und sich bleibende Denkmäler ihres Glaubens und Fleißes gesetzt. Die Schwestern und Laienhelfer und die Brüder auf den Farmen und in den Werkstätten verdienen nicht weniger das uneingeschränkte Lob und den Dank der Mission. Probleme und Fragen In der anschließenden Diskussion kamen alle größeren Schwierigkeiten und Fragen der hiesigen Missionsarbeit zur Sprache. Jedem war Gelegenheit geboten, seine Probleme vorzulegen, damit gemeinsam eine Lösung gefunden werden konnte. Eine große Sorge des Bischofs ist das kleine Seminar zur Heranbildung schwarzer Priester. Wie soll man die ca. 100 Buben kleiden und nähren, wie sie unterrichten und wohnlich unterbringen, wie sie mit Wasser versorgen, besonders in der diesjährigen schrecklichen Trockenheit. Die einzelnen Pfarrer, die Buben ins Seminar geschickt haben, sollten mithelfen in der Beschaffung von Kleidern, besonders jetzt, wenn der Winter kommt. Da war die Rede von Mischehen. Unter den Schwarzen besteht die große Gefahr, daß der nichtkatholische Mann seine Vorrechtstellung im heidni- Ob er wohl auch schon Probleme und Fragen hat? sehen Denken und Leben mißbraucht und die katholische Frau in seine Kirche zwingt, trotz aller Versprechungen. Soll man da noch Dispens von diesem Ehehindemis erteiljen? Auch bei den Weißen kommen da merkwürdige Fälle vor. Ruft mich da kürzlich der anglikanische Geistliche übers Telephon an und sagt: „Father, du hast eines meiner Pfarrkinder, das einen Katholiken heiraten will, dazu veranlaßt, das Versprechen zu unterzeichnen, daß alle Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden. Du hast dazu kein Recht. Ich habe deshalb dieses Mädchen von der Verpflichtung, sein Versprechen zu halten, dispensiert!" Zum Glück bewahrte ich am Apparat die Ruhe und sagte nur: „Ist schon recht, danke schön." Da fehlt nicht mehr viel, daß diese Herren bald auch Dispens vom ehelichen Versprechen geben. Laienapostolat Fr. Denis hielt dann eine kurze Ansprache über das Laienapostolat und seine Organisation in der Diözese. Er wies darauf hin, daß unsere bisherige Missionsmethode, durch die Schulen Bekehrungen zu erzielen, mehr und mehr durch den Staat und seine Schulpolitik unmöglich gemacht wird. Wir müssen deshalb neue Wege suchen und unsere Missionsmethode revidieren. Ein solch neuer Weg ist die stärkere Heranziehung des Laien: der Männer, Katechisten, Männer, Frauen, Jugendlicher in den bestehenden Vereinen der C. A. O. (Catholic African Organizations). In der anschließenden Debatte ging es hitzig her. Wie sollen wir katholische Lehrer heranbilden, wenn wir keine katholischen Lehrerseminare mehr haben. Der Staat hat seine Machthand auf alle diese Institute gelegt, und die Kirche praktisch ausgeschaltet. Wie kann man Schüler, die in private katholische Schulen gehen wollen, um dann später in solchen Schulen zu unterrichten, geldlich unterstützen? Wir brauchen Erziehungsfonds. Einer wurde von der katholischen Lehrervereinigung zu Ehren des verstorbenen Bischofs Rieg-ler begonnen. Lehrer und Katechisten im Dienste der Diözese sollten eine Pension ausgezahlt bekommen, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig sind, wie z. B. die alte Lehrerin Domitilla Dlamini. Woher das Geld nehmen? Wann soll getauft werden? Wie lange soll das Katechu-menat dauern? Soll der Missio- Im Kral Adams und Evas nar möglichst schnell taufen, besonders Schulkinder? Nach dem neuen Gesetz dürfen katholische Schulen, soweit sie noch bestehen können, nur Katholiken aufnehmen. Und als Mitglieder der Kirche werden nur Getaufte anerkannt, keine Katechumenen. Wenn wir ohne gründliche Vorbereitung taufen, bekommen wir südamerikanische Zustände, d. h. wir haben gekaufte Heiden, aber keine Katholiken. Die Zeit allein kann für das Katechumenat nicht ausschlaggebend sein; denn manche kennen die christliche Lehre innerhalb weniger Monate, solche, die sehr begabt oder in katholischen Schulen gewesen sind. Alte Leutchen aber kriegen in zehn Jahren den Katechismus nicht in den Kopf. Auch ist das Wissen allein nicht genügend. Es muß das praktische katholische Leben dazu kommen. Das braucht eine gewisse Zeit. Daher muß die Vorschrift, das Katechumenat auf zwei Jahre auszudehnen (die Weißen Väter in Uganda schreiben drei oder vier Jahre vor) dahin verstanden werden, daß der jeweilige Missionar nach eigener Klugheit die Lösung finden muß, je nachdem, wie der einzelne Fall gelagert ist. Die Versammlung wurde vom Bischof mit Gebet beschlossen. Vier Stunden hatte man gesessen und debattiert. Nun waren alle müde. Nach dem von den schwarzen Schwestern bereiteten Mittagsmahl machte sich eine Gruppe nach der anderen auf den Heimweg, um in die Praxis umzusetzen, was wieder an neuer Erkenntnis und neuer Hingebung an das große Werk der Glaubensverbreitung gewonnen worden war. P. Dr. W. Kühner Wir starteten gegen 11 Uhr, nachdem P. Charles aus der Location zurückgekehrt war. Er übernahm die Aufsicht über das Hostel in Middelburg. Fast 12 Uhr war es, als wir Stoffberg erreichten. Die Straße war staubig und voll von Schlaglöchern. Wir halten vor einem Negerkral. Ich halte Ausschau nach einer Kirche. P. Neher erklärt mir: „Hier gibt es weder Kirche noch Schule. Der Farmer dieses Gebietes verkauft uns keinen Meter Boden." Aber er erlaubt wenigstens, daß der Katechist hier wohnt, hier in diesem Kral, und die Leute unterrichtet." So waren wir gezwungen, das heilige Opfer in einer armseligen Hütte zu feiern. Ich nahm den Meßkoffer und folgte Pater Neher. Der steuerte auf eine Gruppe von Männern zu, die unter einem schattigen Baum saß. Die meisten von ihnen waren sehr ärmlich gekleidet, löcherige und geflickte Hosen und verbogene, alte Hüte auf dem Kopf, so sehen ihre Sonntagskleider aus. Bevor wir die Gruppe erreichten, kam Adam aus seinem Kral heraus, um uns zu begrüßen. Er ist ein waschechter Babedi, klein von Gestalt, mit einem blau-schwarzen Strich senkrecht über Stirn und Nase und mit je einem Lodi in den Ohren. Er ist der Besitzer des Krals. Er und seine Frau Eva arbeiten auf der Farm. Adam begrüßt uns recht herzlich und führt uns dann höchst persönlich in den Kral. Das Typische der Babedifrauen sind die Ringe um Hals und Füße. per war von einer Lehmmauer umgeben und bestand aus zwei pjöfen und vier Hütten. Nur ein schmaler Eingang führte durch die Mauer ins Innere, gleich hinter dem Eingang erweckte sich ein rechteckiger jdof, auf dessen rechter Seite das erste Haus stand. An die flausfront sind Figuren mit gchwarzen, braunen und weißen Farben aufgezeichnet. Sie nehmen sich zum Teil sehr modern aus. Der Boden des Hofes war mit Termitenerde ausgelegt. Sie ist hart wie Zement. Uber einige Stufen abwärts kommt man in den zweiten Hof. Hier stehen die drei übrigen Hütten; eine rechteckige, eine quadratische und ein Ron-tabel. Die Eingänge der Hütten sind sehr niedrig und werden durch das stark hervorstehende Strohdach noch verkleinert. Einige Frauen sitzen auf dem Boden oder auf den Lehmbänken an der Mauer. Andere stehen an der Feuerstelle in einer Ecke des Krals und kochen Maisbrei. Sie alle tragen große, bunte Ringe an den Füßen und um den Hals. Auf ihre Stirn und auf die Backenknochen waren rote Punkte aufgemalt. Uber ihren sehr abgetragenen Kleidern tragen sie bunte Dek-ken, die vorne mit einer Nadel zusammengehalten werden. Die Frauen zeigen sich sichtlich erfreut über unser Erscheinen. P. Neher und ich mit dem Meßkoffer betraten die rechteckige Hütte. Es war dunkel in der Hütte. Hier wollen wir die heilige Messe feiern. Ich roch, daß die Hütte frisch gestrichen war. Farbe läßt sich sehr einfach herstellen. Da wird Kuhmist verdünnt und mit der Hand über Fußboden und Wände gestrichen. Das riecht sehr stark. Nach dem Gottesdienst. Pater Neher hält einen Bierkrug in den Händen. Ich war froh, als P. Neher mit dem Beichthören begann, denn so kam ich an die frische Luft. Kaum befand ich mich im Freien, als sich auch schon Eva nach meinem Befinden erkundigte. So versuchte ich eben mit meinem holprigen Englisch, ihr klar zu machen, daß es mir sehr gut gehe. Sie spricht und spricht und ich verstehe kein Wort mehr. Da kam mir der Katechist zu Hilfe und dolmetschte. Dabei kam ich beinahe ins Schwitzen. Froh war ich, als Pater Neher das Zeichen zum Beginn der heiligen Messe gab. Ich ministrierte. Der Katechist leitete den Gesang, meistens deutsche Melodien, dreistimmig gesungen. Die Frauen sangen die beiden Oberstimmen und die Männer den Baß. Die Kleinsten auf den Rücken der Mütter sorgten für die Vierstim-migkeit. Der Gottesdienst dauerte lange, denn auf die heilige Messe mit Predigt folgte der Kreuzweg in Zulu. Ich mußte mich sehr zusammennehmen, um aushalten zu können, denn der scharfe Građi im dunklen Raum schnürte mir beinahe die Kehle zu. Nach dem Gottesdienst wurde „gefrühstückt". Um 2 Uhr mittags! Brot, Kaffee und eine Henne wurden aufgetischt. Das muß aber ein altes Geflügel gewesen sein! So zäh! Als wir den Kral verließen, be- gegneten uns vier Mädchen mit großen Bierkrügen auf dem Kopf. Es ist scheinbar auch hier üblich, die getane Sonntagspflicht zu begießen. Jedenfalls saßen die Hüte einer Gruppe von Männern schon bedenklich schief, als wir vom Besuch des Farmers zurückkehrten. Gegen 5 Uhr nachmittags kamen wir müde und staubig von der Straße wieder in Middelburg an. Im Herzen aber waren wir froh, den Sonntag bei diesen Menschen da draußen verbracht zu haben. Froh, daß wir mit ihnen das heilige Meßopfer feiern und ihnen die Sakra- mente spenden konnten. Sj müssen nun diese Kraft und diesen Trost unseres Glaube^, wieder einen Monat lang ent behren. Glücklich waren vrit daß wir Mittler zwischen Gon und diesen armen Menschen sein durften. P. R. Rechenmacher Kirchweih in Acornhoek Es war Sonntag, der 24. Februar. In Acornhoek sollte die neue Kirche eingeweiht werden. Nach dem ersten Gottesdienst fuhren wir mit unserem DKW von Maria Trost ab. Bruder Klei unser Schneider, Bruder Vogel der Schreiner, der auch beim Bau der neuen Kirche mitgeholfen hat, und Bruder Rieger. Er steuerte den Wagen. Ich als Neuling in Afrika durfte auch mitfahren. Es war ein regnerischer Tag. Sollte nun endlich der lang ersehnte Regen ein-setzen? Die Straße führte durch hellgrüne Eukalyptuswälder, an gut kultivierten Farmen der Europäer vorbei. Auch riesige Maisfelder säumten die Straße. Der Mais stand durch die große Trockenheit teilweise verdorrt da. Die Hügel und Täler des Landes erinnerten mich an das schöne Schwabenland. Nur fehlten hier die üppigen Wälder. Auf unserer langen Fahrt begegnete uns niemand. Einige Schafe, Ziegen und Rinder suchten auf der dürren Weide ihr kärgliches Futter. Wir kamen unserem Ziel näher. Bergaufwärts über den Erasmuspaß, wieder hinunter in die Ebene, und durch trostlosen Busch kamen wir endlich in Acornhoek an. Wir begrüßten den Pfarrer der Station, Pater Hornauer, und dann wurde die zur Einweihung geschmückte neue Kirche besichtigt. Das Innere der Kirche ist einfach und schlicht. Ungefähr 300 Leute finden in ihr Platz. Baumeister und Maurer zugleich war unser Laienhelfer Herr Franz Magerl aus Heidenheim, der schon zwei Jahre in unserer Diözese arbeitet. Bruder Hüber errichtete den Dachstuhl. Die Ziegelsteine formten die Eingeborenen. Die neue Kirche von Acornhoek. Um 15 Uhr kamen Weiße und Schwarze zur schönen Feier Exzellenz Bischof Reiferer weih-te das neue Gotteshaus und zelebrierte ein Pontifikalamt, Die Eingeborenen sangen in ihrer Muttersprache. Der Bi-schof hielt eine kurze Ansprache in Englisch und ein eingeborener Dolmetscher übersetzte sie seinen Landsleuten in Shan-gan. Das Te Deum und der eucharistische Segen beschlossen die Feier. Bruder J. Pfeifer »Schick uns auch ein Foto vom Kirchle wenn’s fertig ist« piesen Wunsch unseres Gene-ralökonomen kann ich heute endlich erfüllen. Gottesdienst in dieser alten Hütte, das war kein tragbarer Zustand mehr, gin wirklicher Stall von Bethlehem war es. Jahrelang zelebrierten wir darin. Die Sonne brannte auf das Blechdach. Eng war der Raum. Man mußte schwitzen, kakulu! Eine Kniebeuge, ein Schritt nach links 0der rechts, war wegen der dichtgedrängten Gläubigen und Katechumenen oft nicht möglich. Der Wind blies dann und wann die Kerzen aus. Vor einem Jahr etwa vertrieb der heidnische Besitzer der Hütte den Priester und seine Schäflein. Wohin nun? Alle Gesuche um einen Bauplatz wurden von der weltlichen Behörde mit. nichtigen Gründen zurückgewiesen. Schließlich hatte eine protestantische, gute Frau Erbarmen und hielt es für ein gutes Werk, dem katholischen Missionar zum Kirchenbau einen Morgen Land zu schenken. Die Lage des Platzes hätte nicht schöner und günstiger sein können; auf einer Anhöhe weithin sichtbar und doch von Bäumen geschützt. Bruder Gottfried Oberstaller ist die Seele des Kirchenbaus in Badplaas geworden. Wie oft hat er den 45 Kilometer langen Weg von Carolina nach Badplaas gemacht, hat Pläne entworfen und das Anfertigen der Zementblöcke überwacht! Es sollte seine letzte Arbeit im Weinberg Gottes sein. Am 31. August vergangenen Jahres geschah es. Morgens um 10 Uhr, bei der Arbeit, mit dem Hammer in der Hand, an den Gerüststangen tätig, sank er auf den Boden. In den Armen unseres dortigen Katechisten starb er. Der Arzt stellte Herzschlag fest, über Nacht in der Carolina-Kirche aufgebahrt, wurde er am nächsten Tag auf unserem Friedhof in Maria Trost bei Lydenburg beerdigt. Am 3. Februar dieses Jahres hat der Hwst. Herr Bischof Rei-terer die Einweihung vorgenommen. Badplaas als Badeort mit heißen und heilsamen Quellen ließ uns unsere liebe Frau von Lourdes als Patronin erwählen. Zweimal im Monat fährt nun ein Missionar dorthin zur Heiligen Messe und zum Katechumenenunterricht. Zur Inneneinrichtung hat Father H. Kerr sehr viel beigetragen. Das Kirchenschiff ist etwa 7 Meter breit und 14 Meter lang. Die Sakristei mißt 3,5 auf 4 m. Die gleichen Maße treffen auch für die Seitenkapelle zu. Der Neubau soll später noch mehr das Gesicht einer Kirche bekommen durch die Errichtung eines Glockentürmchens, In freudigem Besitz des würdigen Gotteshauses sagt der zuständige Missionar allen Wohltätern herzlichen Dank, zumal denen in seiner Heimat. P. J. Beck Pater J. Beck mitten unter den Eingeborenen nach dem Gottesdienst. ^uf der langen Straße [Hit Sorgfalt und mütterlichem gtolz hat sie die kleine Umbele jjeben das offene Feuer außerhalb der kleinen Hütte gelegt. jjs war ein schöner Abend. Die gonne sank hinter die großen Bäume, unter denen sich die Häuptlinge zu versammeln pflegten. Sie mußte sich beeilen, den Maisbrei fertig zu Icochen. Um diese Zeit kommen hie Männer heim und wollen ihre Mahlzeit einnehmen. Die gutter der kleinen Umbele stampfte abseits vom braunen Kessel ihre Maiskörner fertig, per braune Kessel, in dem das Wasser schon zu kochen anfing, stand frei auf den brennenden Baumästen; dürre und feuchte prasselten im Feuer. Auch für den nächsten Tag muß der Brei ausreichen, für den [Hann und die stattliche Anzahl Kinder. Für die beiden großen Mädchen, die schön und stark gewachsen waren, werden sie von den Freiern bald zwei Paar Ochsen und vielleicht auch noch einige Hühner bekommen. Vater ist stolz und er will noch mehr haben. Da gibt es wieder zwei bis drei Tage lang ein großes Fest. Es wird getanzt und gesungen und viel gegessen. Umbele sei ein Glückskind, prophezeite man der Mutter schon bei der Geburt. Ja, sie konnte sich noch gut erinnern. Längere Zeit mußte sie fort in den Wald, weg von ihrer runden Hütte. Sie durfte erst wieder bei Vollmond zurückkehren. Zu eben dieser Zeit wurde sie geboren, die kleine Umbele. Der Mann durfte nicht in ihre Nähe kommen. Einige Frauen standen ihr bei. Es blieb ihr lebendig in Erinnerung, wie schwach und elend sie sich damals fühlte. Es war finster in der Hütte. Nur vom Eingang her fiel fahles Licht auf ihr Lager. Sehr kühl und unangenehm war jene Nacht. Sie wollte Umbele wärmen, aber bevor sie es tun konnte, schlief sie selbst ein. Im Traum war sie bereits ins Dorf zurückgekehrt, wo sie die anderen Frauen bewunderten. Sind doch alle ihre Kinder gesund. Sie mußte lachen, erwachte dabei und erkannte, daß sie sich, ja noch in der Hütte im Wald befand. Bald war Vollmond, dann würde sie Umbele zum erstenmal ihrem Mann zeigen können. Sie lauschte in die Nacht. Nur einige Totenvögel flogen mit fürchterlichem Geschrei über die Hütte hinweg. Sie zuckte zusammen. Sollen sie Unglück bringen? Ein Geräusch kam immer näher zum Eingang der Hütte. Es war deutlich zu hören. Was ist los? Kurze, scharfe Atemzüge waTen zu hören. Die Mutter Umbeles richtete sich auf, um mehr und besser sehen zu können. Mit einem Angstschrei sank sie zurück. Eine Flyäne hatte sich herangeschlichen und an der kleinen Umbele herumgeschnuppert. Aber mit einer langweiligen Bewegung verschwand das Tier wieder im Wald. Der Atem stand ihr fast still. Da, ein lauter Schrei schreckte sie aus ihren träumerischen Gedanken auf. Fürchterlich! Der braune Kessel mit dem kochenden Wasser war über die kleine Umbele gekippt. Jetzt hielt sie das verbrannte Kind in ihren Armen. Durch, das Geschrei kamen viele Leute herbei. Da erinnerte sie sich an die Totenvögel. Der große Zauberer sagte, Umbele sei ein Glückskind. Sollte etwa jemand neidisch sein und das Kind töten wollen? Später meinte der Zauberer, Umbele sei verwünscht. Sie weinte und wollte nicht glauben, daß Umbele sterben müsse. Mutterliebe siegte. Sie hörte einmal von einer Missionsstation, aber die lag sehr weit weg von hier. Dort wird man wieder gesund. Am nächsten Morgen machte sie sich auf den Weg. Die lange Straße müßte sie zuerst erreichen, erklärten ihr einige Nachbarinnen. Sie schnürte die alte Decke fester zusammen. Umbele band sie auf den Rücken. Ich muß mich beeilen, dachte sie. Vor Sonnenuntergang wollte sie in der Missionsstation sein. Einen kleinen Topf mit Maisbrei hatte sie mitgenommen. Nun endlich kam sie vom Busch auf die Straße. Sie lief am Straßenrand entlang. Ein schnelles Fahrzeug sauste an ihr vorüber. Sie blieb verwundert stehen, denn sie hatte noch nie im Leben ein Auto gesehen. Müdigkeit befiel sie. Ihre Knie zitterten. Nur eine kurze Rast. Sie saß am Rand der langen Straße. Um-bele rührte sich fast nicht mehr. Sie lebte noch, aber die Augen waren starr und der Atem schwach. Beide Arme, der ganze obere Körperteil und das linke Bein waren weiß und bluteten. Die braune Haut war an der alten Decke hängen geblieben. Die Mutter merkte nicht, wie weit sie schon gegangen war. Nur der eine Gedanke trieb sie, weiter zur Station. Am späten Nachmittag erblickte sie am Horizont einen weißen Fleck. Die Station! Die Sonne brannte auf den ausgedorrten, sandigen Boden. Ob die lange Straße zur Station führt? Sie wußte es nicht. Es dauerte nicht lange, da hörte sie Kinderstimmen auf der anderen Straßenseite. „Wie komme ich zur Missionsstation?", rief sie. Ein Junge zeigte den Weg. Es ging einen holprigen Weg entlang. Sollte sie schon da sein, sie konnte es gar nicht glauben. Sie fühlte nur große Müdigkeit. Im Eingang fiel sie auf die Knie und erwartete in dieser Stellung die Schwester. Kein Wort kam über ihre Lippen; sie nahm das halb-tote Kind vom Rücken und zeigte es der Schwester.; „Du mußt das Kind hier lassen!" Aus der Stimme der Schwester war ein leiser Schreck zu hören. nt Umbele rührte sich nicht. „Da$ Kind ist schwer krank, es rtujj lange Zeit hier im Spital bl6j. ben." Die Schwester sprach j5 Zulu. Darüber staunte die heiij. nische Mutter. „Mach Umbele wieder gesund, sie soll nicht sterben." „Gott wird helfen!“ Die Mutter übernachtete der Missionsstation. Am nach sten Morgen ging sie auf j6t langen Straße zurück, heim j„ die kleine, runde Hütte. „Gott wird helfen", dieser Gedanke ging ihr jetzt im Kopf henna Dieser Christengott kann eij verbranntes Kind wieder ge. sund machen. Baut er vielleicht auch die lange Straße und die Autos, die darauf fahren? Dei muß ein reicher Häuptling sein. Der Schmutz in den Wunden Umbeles rief eine schlimme In-fektion hervor. Umbele lag lange Zeit bewußtlos. Erst nach Tagen ging es etwas besser. Das ist die große Not unter den Negern. Die meisten Kinder bräuchten gar nicht hier auf der Station behandelt werden, wenn die Eingeborenen mehr aufgeklärt und ihnen mehr geholfen würde. Da könnte geholfen werden. Die kleinen Patienten sind meist unterernährt oder leiden an einer durch Schmutz verursachten Infektion. Ist es Armut oder die Unwissenheit der Mütter, ist es der Aberglaube, der dieses Volk noch in seinen Bann gefangen hält? Alles trifft zu. „Herrgott, heute habe ich dir viel zu sagen", betete die Schwester an diesem Abend, „Weißt Du, mir tun diese armen Menschen leid. Ich möchte ihnen allen helfen. Aber es fehlt an Medikamenten und Personal. Herrgott, begeistere viele junge Menschen zum Dienst am schwarzen Bruder!" Überall Busch. Dort leben sie. Aberglaube hält sie zurück. Viele wissen noch nichts von Christus. ^ch, ihr kennt ihn schon gewiß, jenen Pater Alois; denn der Poko plagte ihn put dem Brett auf dem Kamin. Lfnbußfertig, wie er ist, sinnt er stets auf neue List. (jnd auch diese neue Sache spielt sich ab auf jenem Dache, ßeide Buben sitzen oben, und ein Sack ist mit da droben; der bewegt sich hin und her, aIs ob er lebendig war. per Kamin liegt still und friedlich, denn die Sonn brennt heiß und südlich. Trotzdem zieht's die beiden hin geradewegs zu dem Kamin. Was im Sack sich da befindet, im Kamin alsbald verschwindet. Und dann steigen beide munter wieder von dem Dach herunter. Drinnen sitzt der fromme Pater, ihm zur Seite schnurrt ein Kater; der spitzt plötzlich beide Ohren, denn er hört da was rumoren. Und er schaut den Ofen an, und dann schleicht er sich heran. Auch der Pater lauscht nun hin, was sich tut da im Kamin. Denn im Ofen, zippel, zappel, krabbelt etwas, kribbel, krabbel. Und der Pater wird nervös, und der Kater, der wird bös. Doch, der Pater ist ein Mann; schon faßt er die Türe an, öffnet sie nur einen Spalt, und es wird ihm heiß und kalt. Ein Geschwader wilder Mäuse stürzt sich da aus dem Gehäuse, und es kommen immer mehr, und der Kater freut sich sehr. Und schon jagt er hinterher, und der Pater hat es schwer. Mit dem Besen, mit dem langen, sucht die Mäuse er zu fangen. Und er trifft bald hier, bald dort: doch die Mäus sind längst schon fort. Totgetroffen bleibt zurück nur der Kater.....Mißgeschick! ADAM Es vergingen Tage; klein Um-bele hatte sich gut erholt. Die neue Haut bekam wieder ihre schwarz-braune Farbe. Umbele war längst gesund, aber niemand kam sie abzuholen. Eines Tages erschien dann doch ihre Mutter. Sie meinte, Umbele sei jetzt viel schöner als vorher. Durch liebevolle Pflege und gutes Essen wurden die Schäden der Unterernährung beseitigt. Mit dankbarem Herzen verließ sie die Missionsstation. Wieder das Kind auf dem Rücken eilte sie die lange Straße entlang. Neben dem kleinen Spital auf der Anhöhe stand die Schwester und konnte einen weiten Landstrich überblicken, überall Gebüsch. Dort im Busch wohnen Menschen, Menschen, die noch nichts wußten von einem barmherzigen Gott. Aberglaube und Mißtrauen halten sie von der einen, rettenden großen Straße zurück, welche Christus ist. Siehst du, es braucht Menschen, die schauen, ob jemand am Straßengraben Hilfe sucht, an der langen Straße durch Afrika. Sr. Marietta IS Bruder Alexander Cygan •{• Ein gerader Mensch Im Alter von 98 Jahren starb in den ersten Morgenstunden des 30. April 1963 zu Maria-Trost, Ly-denburg, unser lieber Mitbruder Alexander Cygan. Er stammt aus Biskupitz, einem Vorort der oberschlesischen Industriestadt Hindenburg, wo er am 18. Februar 1865 geboren wurde. Als Sohn einer Arbeiterfamilie mußte er schon in jungen Jahren durch seine Arbeit in den dortigen Hüttenwerken zum Unterhalt der Familie beitragen. Daß unser Alexander schon in seiner Jugend nach dem einen Notwendigen strebte und als Jugendführer um das religiöse Wohl seiner Mitmenschen besorgt war, geht aus dem Sittenzeugnis hervor, das ihm sein Heimatpfarrer beim Eintritt ins Kloster ausstellte. Mit 25 Jahren tat er diesen gottgesegneten Schritt. Er verließ seine Heimat, die er nie mehr Wiedersehen sollte. Am 24. Juli 1890 trat er in unsere neugegründete Missionsgenossenschaft in Verona ein. Nach zweijährigem Noviziat legte er — wie es damals üblich war — sofort die ewigen Gelübde ab. Das einmal gegebene Treuwort war ihm heilig bis zum Tode. Nach der Gelübdeablegung erhielt er die Sendung in die Mission. Ein vielseitiger Arbeiter Von 1894 bis 1901 war Bruder Cygan in Ägypten tätig; von 1901 bis 1923 im Sudan. Vom Sudan reiste er im Jahre 1924 mit unseren ersten Mitbrüdern nach Südafrika und begann, nun beinahe 60 Jahre alt, die schwere Pionierarbeit auf diesem neuen Missionsfeld. Sein missionarischer Eifer und seine beispielhafte Hingabe an das Missionswerk waren nicht bloß dadurch einmalig, daß er seit seinem Abschied von der Heimat im Jahre 1890 nie mehr einen Heimaturlaub nahm, sondern daß er auch durch seine stets freudige Bereitschaft allüberall dort sein Bestes leistete, wo immer ein Notstand auftrat, oder seine Obern ihm eine Aufgabe übertrugen. Er war in jedem Handwerk beschlagen; Koch, Gärtner, Schmied, Schuster, Buchbinder, Uhrmacher, Förster. Ein vorbildlicher Ordensmann Bruder Alexander war aber nicht nur in seiner vielseitigen Berufsarbeit ein ganzer Missionar, sondern auch in seinem Beten und Leben als Ordensmann. Wie erbaulich war doch seine Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit bei den geistlichen Übungen, wie vorbildlich seine Ehrfurcht und Ergebenheit seinen Obern gegenüber. Neben seiner Berufstreue in Arbeit und Gebet muß man bei Bruder Cygan auch seine Klugheit, seinen gesunden Hausverstand lobend her- vorheben. Unser lieber Senior ein Feind aller Extreme und je ' licher Eigenbrötelei. Im Kreis S6j ner Mitbrüder fühlte er sich aJ wohlsten, selbst dann, wenn Spag und Ulk auf seine Kosten ging6tl „Dienet dem Herrn in Freude" ^ sein Leitmotiv und wohl auch Ursache seiner langen und gesun den Lebensdauer. Das Zeugnis eines Mitbruders Bruder A. Cagol, selbst schon 84 Jahre alt und bekannt durch seine zahlreichen Beiträge für den Stert, der Neger, schreibt: „Im Septem, ber 1904 traf ich Bruder Alex zu® erstenmal. Es war auf der Missions, station Lull unter den wilde® Schilluk am Weißen Nil im Sudan Er war damals 39 Jahre alt unj schon zehn Jahre in Afrika. Ich wat 14 Jahre jünger und ein Neuling in Afrika. In der zentralafrikani-sehen Missionsarbeit war Bruder Alexander einer der Bahnbrecher, Äußerst vielseitig begabt, nannte man ihn nur „Tausendkünstler“ Das blieb auch den einfachen Sch.il. luk nicht verborgen und so gaben sie ihm den Ehrennamen „Bodo" was so viel wie „übermeister" bedeutete. Bruder Alexander war sprachlich gut veranlagt. Außer pol-nisch und deutsch sprach er arabisch, schilluk, italienisch und zulu. Er war auch musikalisch und spielte Geige. Bruder Alex sagte nie nein, wenn man mit den wunderlichsten Aufgaben an ihn herantrat. Am 8. September 1962 konnte er sein 70jähriges Profeßjubiläum feiern. Wir Mitbrüder hofften, er werde 100 Jahre alt werden. Es sollte nicht sein." Möge der Herr seinen vorbildlichen und unermüdlichen Missionar und Ordemsmann zum ewigen Lohn mit den Worten einladen: „Komm, du guter und getreuer Knecht, weil du über weniges getreu gewesen bist, will ich dich über vieles setzen, Gehe ein in die Freude deines Herrn." Uns allen aber möge unser lieber Bruder Bodo nicht nur ein Vorbild fürs Leben, sondern audi ein mächtiger Fürsprecher im Himmel sein. ChristophorustfSchallplatten Afrika besitzt eine reiche und vielfältige Folklore, die mit Brauchtum, Kult und Tradition der schwarzen Völker eng verbunden ist. Nur selten läßt sich diese überkommene Musik ohne weiteres mit christlichen Inhalten füllen. Die christlichen Missionare sind deshalb meistens zunächst darauf angewiesen, mit dem Christentum zugleich eine eigene, aus dem Abendland übernommene oder eigens für die Mission geschaffene Musik mitzubringen. Da die christliche Mission in den meisten Teilen Afrikas noch sehr jung ist, fehlt zur Entwicklung eigener musikalischer Konzeptionen sowohl die Zeit wie auch die nötige Reife. Trotzdem sind im christlich-religiösen Lied und in den liturgischen Gesängen der christlichen Glaubensgemeinschaften viele Elemente der bodenständigen Folklore zu finden. Auch versuchen die christlichen Gemeinden der schwarzen Völker heute immer mehr, ihre eigene reiche musikalische Tradition in den Dienst des neuen Glaubens zu stellen. Twenda na Jesu (Gesänge aus den christlichen Missionen Afrikas. Aufgenommen und zusammengestellt von Boris Ko-nietzko). Bei der Zusammenstellung der vorliegenden Platte wurde versucht, möglichst alle Entwicklungsstufen der Musik zu zeigen, die man heute als afrikanische Missionsmusik bezeichnen kann. Wir finden dabei alle Zwischenstufen vom abendländischen Kirchenlied, das lediglich mit einem afrikanischen Text unterlegt wurde, über Spirituals und Gospelsongs, die von Missionaren einstudiert wurden, bis zu Gebeten und Bittgesängen, die im Stil und Text ebenso dem heidnischen Brauchtum dienen könnten. Die Gesänge wurden von Konietzko bei verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften aufgenommen und stammen aus verschiedenen Missionsgebieten West- und Zentralafrikas. Missa des Piroguiers Chöre aus Äquatorialafrika (An der Orgel: Abbe Jean Revert; Linga-Banda-Tam-Tam: Felix Male-ka; Chor der Kleinen Sänger von St. Laurent; Dirigent Abbe Paul Zurfluh.) Noch heute gibt es im Banda-Gebiet, in Französisch-Äquatorial-afrika, nahe der nördlichen Kongo-und der westlichen Sudangrenze gelegen, die Piroguiers, jene Bootsmänner, die in ihren Einbäumen die Flüsse ihrer Heimat befahren. Die typischen Motive ihrer Gesänge sind in dieser von den Banda-Chören durch Eliane Barat adaptierten Messe verwendet worden. Einzig die Orgel und das Tam-Tam der Linga-Banda begleiten die Chöre. Gerade das Tam-Tam der Linga-Banda vor allem ist es, das dieser Musik den typisch afrikanischen Charakter verleiht, bringt doch die Trommel im sakralen afrikanischen Lied den Hauptgedanken auch in ihrer eigenen Trommelsprache zum Ausdruck durch ihre Tonfolge und ihren ausgeprägten Rhythmus, in den Stimmen und Begleitung einfallen. (Die Schallplatten sind erhältlich in jedem Musikgeschäft, oder direkt zu beziehen vom „Christophorus-Verlag Herder, Freiburg im Breisgau.") Was sprechen diese Augen? Angst? Sehnsucht nach Erlösung? Komm und zeig uns den Weg zu unserem Glück und Heil?