poZtnins plsLans v xolovini. Ar. 32. Erscheint jeden 1., 10. und 20. 9. (24.) Jahrgang. Organ der Gottschrcr ücuttchcil. Wejuqspreisc: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig I5-— Dm. D.-Oefterrei r.: ganzjährig 6 Schill., halbjährig 3 S.hill. Amerika: 3 Dollar. — einzelne Nammcrii 1 — Dinar KoLevje, Dienstag, den 1. Mavemöer 1927. Briefe ohne Unterschrift iveroen n:L: berucksicb'igl. — Zuschriften werben nicht zur'ickgeftsllt. — Berrqre sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Achnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje M unsere Wähler! Der 30. (Oktober entscheidet über die Ankunft der Gott- scheer Stadtgemeinde. Die Wahl am 30. (Oktober wird be¬ stimmen, ob das alte System der Willkür und Parteipolitik oder ein neues System der Verständigung und der wirtschaft¬ lichen Zusammenarbeit in die Gemeindestube einziehen wird. Die von den Handwerkern, Kaufleuten, Gastwirten, Haus¬ besitzern und Arbeitern vorgefchlagenen Männer der „Gott- scheer Wirtschaftsliste" haben die ehrliche Absicht, jede partei- politik in der Gemeinde zu bekämpfen und nur die Wirtschafts¬ lage der Stadt und deren Bewohner ins Auge zu fassen und zu heben. Gin Bürgermeister, der zu selbstherrlich handelt, der so manches ohne Befragen des Ausschusses, nur nach seinem Sinne, durchführen läßt, der den Geldbeutel seiner Gemeinde¬ insassen als Ziehbrunnen betrachtet, wollen und brauchen wir nicht Also weg mit der alten Herrschaft! Sehr bezeichnend ist die Äußerung des Dr. Sajovic, daß er in den drei Jahren seiner Bürgermeisterschaft mehr ge¬ leistet hat, als seine Vorgänger in 50 Jahren. Was hat denn der Mann geleistet? Die Regulierung der Berggasse ist der privaten Anregung zu verdanken. Sein alleiniges Verdienst ist die kostspielige Erhöhung der Promenade mit dem gescheit ausgedachten Straßen-Hochkanal, der erst bei einer Über¬ schwemmung in Aktion treten kann. Auch die teuren Bänke, die ihren Zweck vollauf erfüllen, sind seine Leistung. Nicht zu vergessen ist das neue schief stehen de Postgebäude. Gegen diese großartigen Leistungen sind natürlich Neuschaf¬ ungen des letzten deutschen Bürgermeisters, das sind: das Gymnasialgebäude, die Volksschule, die herrliche Kirche, das Wasser- und Elektrizitätswerk usw. Kleinigkeiten. Auch die Gottscheer Sparkasse, die die Gottscheer Bürger in 40 jähriger mühsamer Arbeit zum zweitgrößten Geldinstitut in Kram auf¬ gebaut hatten, ist unter dem Regime des Dr. Sajovic in drei Jahren sehr, sehr herabgekommen. Gewiß eine schöne Leistung! Was hat der Bürgermeister für die Mooswalder, die auch zur Gottscheer Gemeinde gehören und ebenso Ge¬ meindesteuer zahlen wie alle übrigen Gemeindeinsassen, getan? Gar nichts! Aus all dem drängt sich uns die Frage auf: Wohin steuern wir? wie steht heute die Finanzlage der Stadtge¬ meinde ? Herr Bürgermeister Dr. Sajovic hat bei seinem An¬ tritt gegen zwei Millionen Kronen Gemeindebargeld über¬ nommen. Man frage ihn, wie viel heute davon im Gemeinde- säckel noch vorhanden ist? Wenn es in dem alten Tempo weiter ginge, würden die Taschen der Steuerzahler bald in¬ haltsleer werden, denn die Vermögensverwaltung kann nur eine gewisse Zeit noch als Melkkuh benützt werden. Da es so nicht weiter gehen kann und darf, so gibt es dafür nur ein radikales Heilmittel: hinweg mit dieser Wirtschaft, hinweg mit diesem System. Wir erstreben ein ruhiges und friedliches Zusammenarbeiten aller Berufszweige und Stände deutscher und slowenischer Nationalität in der Gemeindestube. Nur wenn alle Zusammenhalten, wenn jede Willkür, jede Protektion und jedes Parteiinteresse in der Ge¬ meinde ausgeschaltet wird, kann die Gemeindewirtschaft wieder gesund, kann was (Ordentliches geleistet werden. Es haben daher insbesondere alle Gottscheer die heilige Pflicht, für die Gottscheer Wirtschaftsliste stramm einzustehen; denn nur so können wir am 30. (Oktober das alte System der Willkür stürzen und ein besseres der Zusammenarbeit aufbausn. Bei dieser Wahl darf wohl keine Stimme fehlen, denn nur auf diese Weise können wir sogar 10 Mandate (wichtig wegen der Zweidrittelmehrheit) unserer Liste erlangen. Wir ersuchen alle deutschen Wähler bestimmt und womöglich schon am Vormittage zur Wahl zu erscheinen, um unserem Wahlausschüsse und unseren Kistenwächtern die Evidenz zu erleichtern. Der 30. Oktober soll wieder einmal den Beweis er¬ bringen, daß wir Gottscheer ein wohldiszipliniertes, kulturell hochstehendes, politisch reifes Volk sind und daß wir, wenn es unsere gemeinsamen Interessen erheischen, „Ein einig Volk von Brüdern" sind. Es gibt daher am 30. Oktober nur eine Parole und die heißt: Asse stramm zur Wahl und die Kugel für die „Gottscheer Wirtschaftsliste" aögegeöen! Lasset bei dieser Wahl jedes persönliche Interesse, jede persönliche Meinungsverschiedenheit aus dem Spiele. Sollte einer oder der andere der aufgestellten Kandidaten aus per¬ sönlicher Abneigung nicht zusagen, so haltet im Interesse der großen Sache doch Parteidisziplin und wählet unsere DM" S. "MU Der Wahlausschuß der „Gottscheer Wirtschaftsliste". Seile 2. Vie Kandidaten der „Gottscheer Wirtschaftsliste". Kandidaten: K'esse Alois, Kaufmann Jonke Rudolf, Schneidermeister Verderber Gustav, Gastwirt Ganslmey'i Robert, Weinhändler Kropf Joses, Eisenbahner i. R. Dr. Arko HanS, Rechtsänwalt Rom Matthias, Kausmann Hönigmann Alois, Fleischhauer Eiker Raimund, Gastwirt Fornbacher Adolf, Tischlermeister Tomitsch Eduard, Gastwirt Mille Georg, Schuhmachermcister Dornig Joses, Photograph Verderber Alvis, Gendw. i. R. Kramaritsch Alois, Arbeiter Zurl Anton, Schuhmachcrmeister Dr. Rölhel Georg Arzt Macher Johann, Kaufmann Schleimer Franz, Gastwirt HönigmannJojef, Schuhmachermeister Petsche Peter, Kailimnnn Petscve Andreas, Müller Koscher Johann, Fleischhauer Göstl Peter, Tischlermeister Dr. Krauland Josef, Arzt Ersatzmänner: Hönigmann Hans, Kaufmann Hauff Anton, Besitzer Hönigmann Joses, Fleischhauer Brchmayer Josef, Schmiedmeister Flack Josef, Schuhmachermeister Wolf Wilhelm, Steuerbeamter i. R. Schleimer Adolf, Kaufmann Schleimer Viktor, Gastwirt Engele Franz, Sattlermeister Dr. Rom Richard, Advokaturskandidat Tramposch Matthias, Besitzer Krisch Josef, Schneidermeister Prenner Josef, Friseur Hönigmann Adolf, Bäckermeister Rom Franz, Beamter i. R. Petsche Viktor, Gastwirt Jakomini Josef, Chauffeur Kresse Josef, Kaufmann Schlaf Georg, Maurermeister Verderber Alois, Privatbeamter Händler Franz, Spenglermeister Scheschark Franz, Oberlehrer i. R. Josef Schober, Industrieller Rankei Johann, Bäckermeister Tschinkel Franz, Kaufmann. Das sind die Männer unseres Vertrauens, die von sämtlichen Wirtschaftskörpern der Gott¬ scheer Gemeinde einstimmig zu ihren Vertretern außerkoren worden sind. Lasset euch daher durch niemanden in der Ausübung eurer Wahlpflicht beirren, besonders nicht durch Flugzettel — und andere unsaubere Agitationen. Es wurden in letzter Stunde viele falsche Propheten als Wölfe im Schafspelze auftreten, um euch in eurer Gesinnung zu beirren, doch lasset euch von eurer gewonnenen Überzeugung nicht abbringen, es könnte euch sonst geschehen, daß ihr von diesem Wolfe mit Haut und Haar aufgefreffen werdet. Darum, Kottscheer, Augen auf! Traut — schaut — wem?! ? Wemanb darf fehlen! Alle Kugeln in die 3. Kiste! Ze.ttschi.rl Zciiuug — «er. 32. Ver erste Verbandstag der Gottscheer Feuerwehren. Unter den Gvttscheer Feuerwehrvereinen war schon vor längerer Zeit die Notwendigkeit erkannt worden, zwischen den einzelnen Wehren eine inni¬ gere Verbindung herzullellen. Zunächst, uni einen gegenseitigen Anschluß zu haben, und dann, um die so notwendige Aussprache über gemeinsame Angelegenheiten und planmäßige Zusammenar¬ beit pflegen zu können. Das Bedürfnis nach An- nnd Zusammenschluß war so allgemein, daß die Versammlung der Gottscheer Feuerwehrverine, die im Jahre 19^6 in der Stadt stattsand, den Be¬ schluß faßte, unter gewissen Bedingungen dem Verbände slowenischer Feuerwehl vereine beitreten zu wollen. Der Gottscheer Wehrausschuß über¬ nahm die Aufgabe, wegen des Beitrittes unserer Feuerwehren zur Zveza mit dem Verbandsaus- schusse in Ljubljana in Verbindung zu treten. Die Missiion des Gottscheer Wehrausschusses mißlang; denn der Ausschuß des Verbandes slo¬ wenischer Feuerwehroereine wollte den begrün¬ deten Wünschen der Gottscheer Feuerwehrvereine aber auch nicht das leiseste Verständnis entgegen- bringeu und verharrte auf seinem starren Stand¬ punkte trotz öfterer schriftlicher und mündlicher Intervention. Die Aufnahme unserer Feuerwehr¬ vereine in den slowenischen Verband wurde abge¬ lehnt. Was nun tun? Für die Gründung eines eigenen Verbandes war die Zeit nicht geeignet. Der Zusammenschluß unserer Feuerwehren war als notwendig erkannt worden. Sollte man mit der Gründung des Verbandes warten und auf jede Zusammenarbeit verzichten, bis für uns wieder bessere Tage kommen? Nein. Der Gottscheer Wehrausschuß wurde von der Kommandantenta¬ gung am 22. August 1926 mit der Aufgabe be¬ traut, nach seinem Ermessen gemeinsame Übungen unter den Gottscheer Feuerwehren zu veranstalten. Gemeinsame Übungen fanden nun in Obermösel, Schalkendorf und Rieg statt, an denen sich außer der Orts- und Stadtfeuerwehr stets alle umlie¬ genden Nachbarwehren vollzählig beteiligten. Diese gemeinsamen Übungen hatten den Zweck, Kommandanten und Mannschaft zu befähigen, auch beim Aufmarsch einer größeren Anzahl von Feuerwehren richtige und planmäßige Löscharbeit zu leisten und die Ortsverhältnisse kennen zu lernen. Sie leisteten gleichzeitig eine Verbands- vorarbeit. Um auf alle Fälle vorbereitet zu sein, arbeitete der Gottscheer Wehrausschuß die Verbandsstatutcn aus und hielt sie für eine Eingabe bereit. Die politischen Verhältnisse nahmen während dessen auch für uns eine günstigere Wendung und so konnte im heurigen Sommer der Schritt unter¬ nommen werden, dem Großgespan unsere Ver¬ bandsstatuten zur Genehmigung vorzulegen. Nach einigen von oben gewünschten Änderungen und persönlicher Intervention der beiden Abgeordneten, der Herren Pfarrer Karl äkulj und Josef Eppich, gelangten die Statuten in September genehmigt in unsere Hände. Und da zehn Feuerwehrvereine ihren Beitritt zum Verbände sogleich anmeldeten, war der Verband der Gottscheer Feuerwehrvereine gegründet. Dem Gottscheer Wehrausschusse oblag nun nur noch die Aufgabe, die Vorarbeiten für den ersten Verbandstag zu treffen. Der erste Verbandstag fand Sonntag den 23. Oktober 1927 im Glassalon des Herrn Gu¬ stav Verderber (Harde) statt. Der Einladung der Gottscheer Feuerwehr entsprachen 19 Feuerwehren, die hurch folgende Herren vertreten waren: A'.tlag durch Anton Persche; Altfriesach durch Rankel, Rudolf Stalzer; Grafenfeld M. Oster- mann, Josef Wolf; Hohenegg Johann Stimpfl, Matthias Stimpfl; Kölschen Joses Wittreich, Johann Krisch; Lienfeld Adolf Poje, Franz Be- Jahrgang XI. laj; Lichienbach Matthias Marinzel, M. Kraker; Millerdors Friedrich Pvväe, Josef Tschinkel; Mo- robitz Paul Wtttreich, I. Weber; Ncsseltal Josef Lackner, Ed. Meditz; Obennösel Seb. Pasterk, I. Stalze, ; Rieg Wilhelm Fürar, Peier Willine; Reintal I. Schemilsch; Schalkcvdvrf I. Supan, Josef Kiops; Schwarzenbach Ernst Gasparitsch, Gottslied Wolf; Sialzern Josef Fitz, Matthias Slonilfch; Unierdeuifchau Josef J.ckliisch, Johann Meditz; Verdrerg Karl Schuster, Paul Jonke. Von der Gvttscheer Feuerwehr waren erschienen die Herren: Wehrhaupimann Josef Pavlic. k, die beiden Kommandanten Josef Hönigmann und Gustav Verderber und die Ausschußmitglieder Josef Flack Franz Hriber und Alois Verderber. Etwas nach 10 Uhr vormittags begrüßte der Wehrhauptmann Herr Josef Pavliäek die erschie¬ nenen Delegierten im Namen des Gottscheer Wehr- ausschusfes und erklärte, daß er es zu seiner be¬ sonderen Ehre zähle, den ersten VerbandStag der Gottscheer Feuerwehren eröffnen zu können. In ausführlicher Weise berichtete er über den Werde¬ gang der Vorarbeiten für die Verbandsgründung und hob die Verdienste der beiden Abgeordneten, der Herren Pfarrer Karl äkulj und Josef Eppich um den Verband durch ihre unternommenen In¬ terventionen hervor. Wir sind ihnen zu großem Danke verpflichtet. Herr Franz Hriber verlas hierauf die ge¬ nehmigten Verbandssatzungev. Ihren Beitritt zum Verbände beurkundeten alle oben genannten Feuer¬ wehren mit der Unterfertigung der Beitrittserklä- rung durch die anwesenden Vertreter. Vor der Vornahme der Wahl des Verbands¬ ausschusses wies der Vorsitzende auf die großen Aufgaben hin, die den Verbandsausschuß warten. Durch mehr als anderthalb Jahrzehnte geschah für unsere Feuerwehren nichts oder fast nichts, in den meisten Vereinen ruhte überhaupt jede Tä¬ tigkeit, dann kamen die bekannten Ereignisse, die den noch tätigen Vereinen aber auch jede Arbeits- freude nahmen. Des neuen Verbandsausschuffes erste Aufgabe müsse sein, unsere Feuerwehren in kürzester Zeit auf jene Stufe technischer Ausbil¬ dung zu bringen, auf welcher sich die slowenischen Feuerwehrvereine schon heute befinden. In den Verbandsausschuß wurden folgende Herren gewählt: Verbandsobmann: Dr. Hans Arko, Stellvertreter: Josef Hönigmann; Mit¬ glieder: Hönigmann Alois, Altlag, Povse Fried- rich, Mittcrdorf, Verderber Gustav, Gottschee; Schriftführer: Hriber Franz; Inspektoren: Wil¬ helm v. Fürer, Rieg, Josef Lackner, Nesseltal. Herr Dr. Arko dankte ch: das durch die Wahl entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, daß er am heutigen historischen Tage das Versprechen ablege, alles zu tun, was zur Hebung unseres Feuerwehrwesens notwendig ist. Diese Ar tt wird ihm umso leichter gemacht, als in den Ausschuß erfahrene und erprobte Wehrmänner gewählt wurden. Herr v. Fürer und Herr Josef Lackner dankten für die Wahl als Inspektoren und Herr v. Fürer versprach, nachdem er auf die Ungerechtigkeit hin¬ gewiesen hatte, daß unsere Feuerwehren schon durch Jahre keine Unterstützungen aus dem Feuer- wehrfonde erhalten, im Verbandsausschusse dahin zu wirken, daß unseren Feuerwehren ihr Recht wieder werde. Als Ort des nächsten Verbandstages wurde auf Antrag des Wehrhauptmannes Herrn Weber aus Morobitz wieder die Stadt Gottschee bestimmt. Der Vorsitzende brachte zur Kenntnis, daß beim Großgespan eine Anzeige eingelaufen sei, daß unsere Feuerwehren noch Fahnen besitzen, die in den sogenannten Frankfurterfarben gehalten sein sollen. Er ersuchte jene Wehren, die Fahnen besitzen, dem Verbandsausschusse binnen acht Ta- gen eine genaue Beschreibung ihrer Fahnen ein- zusenden, der dann die nötigen Schritte veranlassen Jahrgang X Gollsckeer Z itu»g — Nr. 32 Seite 3. wird. Herr Fürer dankte im Namen aller Vereine dem Wehrhauptmanne und dem Feuerwehrvereine von Gottschee für die Arbeiten, die sie für die Gründung Les Verbandes gemacht haben. Herr Kommandant Josef Hönigmann bean¬ tragte ein Huldiguugstelegramm an den König abzusenden, welcher Antrag mit Hochrufen ein¬ stimmig angenommen wurde. Nach Beendigung der Tagesordnung dankte der Vorsitzende für die große Aufmerksamkeit während der Tagung, wünschte dem Verbände Blühen und Gedeihen und dem Verbandsausschusse beste Erfolge bei feiner Arbeit für uns?r Feuer¬ wehrwesen und schloß hieraus den ersten Vcr- bandstag. Ztällter; Mssswaiaen 3. Aus Stadt and Land. Holtschee. (Goltscheer Leseverein.) Samstag den 22. Oktober 1927 sand die or¬ dentliche Hauptversammlung des Goltscheer Lese¬ vereines im Gasthause des Herrn Viktor Petsche stall. Da die für halb 8 Uhr abends anberaumte Versammlung wegen zu geringer Beteiligung von Seite der Mitglieder nicht beschlußfähig war, eröffnete eine Stunde später der Obmann Herr Dr. Hans Arko die zweite Versammlung, die ohne Rücksicht auf die Anzahl der erschienenen Mit¬ glieder satzungsgemäß beschlußfähig war. Nach Verlesung und Genehmigmtg der Verhandlungs- schrist der letzten, bezw. gründenden Hauptver¬ sammlung erstattete der Obmann seinen Bericht und dankte gleichzeitig allen Spendern von Bü¬ chern für ihre Opferwilligkeit und betonte ganz besonders die Verdienste des j-tzigen Bücherwartes Herrn Franz Rom um das Zustandekommen und Fortblühen der Bücherei. Nach dem Berichte des Obmannes erstattete der Bücherwart seinen Bericht, aus dem hervorgehoben werden muß, daß in jeder Büchereistunde über 100 Bände zur Ausgabe gelangten, ein Beweis, daß der Lese¬ verein nicht nur sehr notwendig, sondern ein un¬ entbehrlicher Verein geworden ist, der allen Kreisen der Bevölkerung seine Schätze für einen sehr mä¬ ßigen Beitrag zur Verfügung stellt. Den Geld- gi'barungsbei icht er stattete der Säckelwart Herr Viktor Peische. Zu Rechnungsprüfern wurden die Herren Alois Kresse und Oberlehrer Franz Sche- schark gewählt, die die Bücher sowie die gesamte Geldgebarung in vollster Ordnung fanden und der Hauptversammlung den Antrag auf Entlastung des Säckelwartes stellten, welcher Antrag ein¬ stimmig angenommen wurde. Bei der Neuwahl des Ausschusses wurden nachstehende Herren in den Ausschuß entsendet: Obmann Dr. Hans Arko, Stellvertreter Dr. Georg Röthel, Schriftwarte Franz Hriber und Josef Kraker, Säckelwarte Viktor Petsche und Wilhelm Woif, Bücherwarte Franz Rom und Josef Schober. Im Allfälligen wurde beschlossen, daß der im Laufe ins Jahres eing-zihlie Milgliedsbeitrag von 10 Diu für das Jahr gilt, in dem er eingezahlt wurde und daß das Vereiusjahr dem Kalenderjahre gleichgestellt ist. Da sich niemand mehr zu Worte meldete, schloß der Obmann die Versammlung. — (Eucharistischer Kongreß.) Auf der letzten Konferenz der katholischen Bischöfe Jugo¬ slawiens wurde beschlossen, im nächsten Jahre einen eucharistischen Kongriß für das ganze Reich abzuhalten. Ein besonderer Ausschuß triffl hiezu alle nötigen Vorbereitungen. Wenn-der Versamm¬ lungsort nicht zu weit nach Süden verlegt wird, werden auch die katholischen Deutschen in Slo- wenien am Kongresse gerne sich beteiligen. — (Ein unlergegangener Dampfer.) Am Dienstag ist der italienische Dampfer „Prin- cipena Mafalda" in der Nähe der brasilianischen Küste aus eine Felsklippe geraten. Dabei zer- sprang der Kessel und erlitt das Schiff solchen Schaden, daß es in 20 Minuten versank. Beim Bestreben, sich in die Rettungsboote zu retten, spielten sich unter 1200 Reisenden furchtbare Szenen ab. Es sollen 1150 gerettet worden sein. Ein herbeigeeiltcr deutscher Dampfer allein rettete 800 Personen. Unter den 58 Ertrunüncn sollen auch mehrere Slowenen sein. — (Ein neues Srraßengesetz) wird in nächster Zeit unserer Nationalversammlung zue Annahme vorgelegt werden. — (Der nationale Kataster.) Um den Klagen wegen Unterdrückung der Slowenen in Kärnten ein für allemal ein Ende zu machen, soll dem Kärntner Landtage eine Gesetzesvorlage zur Annahme unterbreitet werden, nach der jeder¬ mann ungehindert seine nationale Zugehörigkeit bestimmen darf, also auch die Slowenen. Für sie ist in der Vorlage ein weitgehendes Selbst¬ bestimmungsrecht auf dem Gebiete der Schule und Kultur vorgesehen. Trotzdem wird diese Vorlage von den Slowenen zumeist abgelehnt. Wir Gott- scheer wären aber zufrieden, wenn wir soviel er¬ reichen könnten. In slowenischen Blättern wird dem Kärntner Anträge gegenüber betont, daß sür die Bestimmung der nationalen Zugehörigkeit von Großen und Kleinen die Sprache maßgebend sei, welche in der Familie gesprochen wird. Auch damit wären wir Goltscheer einverstanden. Aber das gibt man uns nicht, sondern weist eigenmächtig slowenischen Klassen auch solche Kinder zu, die daheim nur deutsch sprechen. — (H erabsetzung der Personentarife mit 1. Jänner 1928.) Die neuen Personen¬ tarife werden mit 1. Jänner 1928 ,in Kraft treten. Die Fahrpreise wurden bei Schnellzügen für alle Wagenklassen, insbesondere für größere Strecken, herabgesetzt: Bei Personenzügen werden die Preise nur teilweise billiger sein, so daß man auf größere Entkernungen in der dritten Schnell¬ zugsklasse billiger reisen wird als in der zweiten Personenzugsklasse, während diese beiden Wagen¬ klassen jetzt im Preise gleich sind. — (Liedertafel.) Der Goltscheer Gesang¬ verein veranstaltet am Samstag den 5. November 1927 um 8 Uhr abends für seine Mitglieder und deren Angehörige im Saale des Hotel Stadt Triest seine diesjährige Herbstliedertafel mit nach¬ stehender Liederfolge: 1. He-mkehr, Männerchor. 2. Bärentanz, Männerchor, beide mit Klavierbe¬ gleitung. 3. Poeten auf der Alm, gemischter Chor mit Klavierbegleitung. 4. Liebesklage, Männerchor. 5. Die Mühle, Männerchor. 6. Leise, fromme Weise, gemischter Chor. 7. Hinaus, gemischter Chor. 8. Am Wörthersee, Männerchor mit Klavier- begleitung. 9. Katzenquartett, Singspiel, vorge¬ tragen von den Herren Josef Hönigmann, Viktor Petsche, Dr. Georg Röthel und Gustav Verderber. 10. Der Haustvrschlüssel, Couplet, vorgetragen von Gustav Verderber. Die Zwischenpausen werden von einem einheimischen Salonorchester ausgefüllt werden. Eintrittsgebühr pro Person 5 Din, Fa¬ milienkarte, ohne Rücksicht auf die Anzahl der Familienmitglieder 10 Din. — (Vorbereitungen für die Steuer¬ reform.) In Regierungskreisen w'rd versichert, daß alles daran gesetzt wird, um den Gesetzen!- wurf über den Steuerausgleich — der Entwurf ist vom gesetzgebenden Ausschuß bekanntlich be. Heldverkeyr vis 30. September 1927 69,384.778 78 Ain Kulante Kontokorrentvellingungen für Kaufleute. Kostenlose vurcstfiistrung Oer Intabulation unll 5tempel- treibe» für Sie Scstulllresteine. > « Karsartunllen von statt» - vir ir Ustr an allen Werktagen. Kinlaaenstand am 39. September 1927 6,673.843-25 Ai« üverninimt kiniagen auf Kücstel unll in laufender Kecstnung ru vesten Kelllngungen. «ewästri Varlesten gegen Sicsterrtettung tlurcst wecstsel oller hMtstelr vlllig unll rcstnell. »äuerlleste Krellite r°/°, wecstseikrellite >o°/°, Kontolrorren ,o°/°. 2. Spar- unc! varlekMlmse, k »eite 4' I rga: X. reits bearbeitet und genehmigt — ehestens durch das Parlament zu bringen. Von diesem Gesetz erwartet man nicht nur einen Steuerausgleich, sondern gleichzeitig, was viel wichtiger ist, Steuer¬ erleichterungen. Die Durchführung der Steuer¬ reform setzt natürlich eine Menge von technischen Vorarbeiten voraus, zumal der Steuerausgleich m ganzen Staate so ausgeführt werden soll, daß für alle Gebiete als Steuergrundlage der reine Katasterertrag des Bodens genommen werden soll. Gemäß dem vom Finanzminister ausgearbeite- ten und vom Ministerrat vom 31. August l. I. genehmigten Plan arbeiten bereits alle zuständigen Stellen daran, die administrativen Vorbedingungen für die Durchführung der Steuerreform zu schaffen, so daß nach Durchdringung des Steuerreformge- sitzes diese ohne Aufschub wird durchgeführt werden können. — (Deutsche Schulbücher.) Im Jahre 1923 verlegte die.Studtgemeinde Marburg deutsche Lesebücher für die erste, zweite und dritte Volks¬ schulklasse. Die Bücher wurden vom Prof. Fink und Schulleiter KoLuh verfaßt und fanden alsbald die größte Verbreitung. Das „Erste Lesebuch", das in vielen tausend Exemplaren erschienen ist, war schon voriges Jahr vollkommen vergriffen. Die „Ljudska tiskarna" hat nun einvernehmlich mit dem Stadtschulrat in Marburg das „Erste Lesebuch" (Fibel) neuerdings verlegt und wir emp¬ fehlen es allen Schulleitern und Eltern deutscher Kinder. Das Buch ist musterhaft ausgeführt und kostet lt. Ministerialerlaß 20 Dinar. Buchhand¬ lungen bekommen 15 Prozent Rabatt. — (Geplante Schaffung einer großen Betriebsorganisation für Chilesalpe¬ ter in Südslawien.) Der chilenische Konsul in Agram hat die südslawische Regierung von der Bereitschaft der Regierung von Chile zum Abschluß eines Handelsvertrages mit Südsla¬ wien verständigt. Bekanntlich ist Chile der ein¬ zige Produzent natürlichen Salpeters. Ein Drit¬ tel der gesamten Produktion ist in den Händen in Chile ansässiger Südslawen, die in SuZak ein großes Salpeterlager zur Versorgung Südslawiens, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens, Griechenlands usw. zu errichten beabsichtigen. Gegenwärtig er¬ folgt diese Versorgung über Hamburg. Die in Susak Chilesalpeter ausladenden Schiffe sollen für die Rückfahrt nach Südamerika südslawische Ausfuhrprodukte, besonders Zement, mitnehmen. Eine der Hauplvoraussetzungen für die Durch¬ führung laut Planes ist die dauernde Zollst eiheit für die Salpetereinfuhr nach Südslawien. — (R e k o r d e r n t e i n A nt e r i k a u n d R ü ck- gang der W e i z e n pr e i se.) Den letzten ver¬ öffentlichten Daten zufolge erreichte die heurige Weizeneinte in Kanada einen Rekord. Sie betrug 459 Millionen Bushel. Mit den alten Vorräten zusammen dürften in Kanada über 500 Millionen Bushel zur Verfügung stehen, so daß rund 390 Millionen Bashel für die Ausfuhr erübrigen, während im Rekvrdjahre 1923/24 für die Aus¬ fuhr nur 347 Millionen zur Verfügung standen. Auch in den Vereinigten Staaten war die heurige Ernte ausgezeichnet, in Argenlinien aber größer als im vergangenen Jahre. Diese Eruteberichie haben die Weizenpreise bereits gedrückt und es ist nicht ausgeschlossen, daß diese auch noch weiter fallen werden. — (Oie G esp enst er g l o cken.) Oie Be¬ wohner der Stadl Teruel in Spanien sind in größter Erregung, weil allnächtlich die Glocken einer Kirche der Stadt zu läuten beginnen, ohne daß es bisher möglich war, die Ursachen dieses geheimnisvollen Geläutes zu ergründen. Auch die Beobachtungen der Polizei waren ergebnislos. Allnächtlich stehen Menschen zu Hunderten auf der Straße vor der Kirche und lauschen dem ge¬ spenstigen Geläute. — (Valorisierung der J n v e st i t i o n e n der Trifailer Kohlenwerksgesellscha st.) Die auf der Generalversammlung vom 30. De¬ zember 1926 beschlossene Valorisierung des Bi¬ lanzwertes der Investitionen der Trifailer Kohlen- werksgesellschast zusammen mit einer Erhöhung des Aktienkapitals von 50 auf 200 Millionen Dinar soll in Kürze durchgesühtt werden. Die Dividende für das Jahr 1926 wird 30 Oin per Aktie betragen. Durch Durchführung ver Valori¬ sierung wird die Dividende eine 15prvzenuge Verzinsung des nominellen Akiienkapitales statt der jetzigen 30prozentigcn darstellen. Wesseltal. (Rückkehr aus Amerika.) Herr Tischlermeister Josef Meditz, der vier volle Jahre in Brooklyn weilte, ist am 20. Oktober d. I. gesund und wohlerhalten von dort zurück¬ LesckäNstibmieMng. Erlaube mir, dem geschätzten Publikum bekannt zu geben, daß ich mit meiner kenmclMSken-kiMchung von Hinterberg nach Rieg übersiedelt bin. Ich danke allen meinen sehr geehrten Kunden hiemit für das mir durch sechs Jahre erwiesene Vertrauen und empfehle mich auch fernerhin ihrem Wohl¬ wollen. Kühre nur gute Waren zu den niedrigsten Preisen. Hochachtungsvoll Matthias Mene. gekommen, um nunmehr ständig in der Heimat zu bleiben. Möge sich der liebe Landsmann recht bald wieder in die alten Verhältnisse einleben und möge es ihm wie ehemals im trauten Heim und unter seinen Freunden recht wohl ergehen! In diesem Sinne rufen wir ihm ein herzliches „Willkommen" zu. Mosel. (Eine neue Geschäftsfiliale.) Herr Alois Kresse, Kaufmann in Goltschee, hat hier im Hause des Herrn Peter Lackuer eine Ge- schäfrsfiliale errichtet, so daß Mösel nun drei Geschäfte hat. — (Ster b e f ä l l e.) Am 4. Oktober starb in Rainial 39 Frau Magdalena Jonke, 73 Jahre, und an, 14. Okivber in Niedcrmösel 25 Frau Elisabeth Monte!, erst 40 Jahre alt. Letztere war immer von schwächlicher Gesundheit und konnte sich seit der Erkrankung an der Ruhr nicht mehr er¬ holen. Ihr AbsterbtU ist besonders traurig für dix Familie. Baier und zwei Töchter sind fern der Heimat in Kanada und nur eine 16 jährige Tochrer blieb bei der Muller und kann nun allein die Wirtscbafl nicht besorgen. Briefkasten. Kerrn L. I>. Marburg. Ein Malermeister für Zimmermaterei und andere Austreichereien häite vei uns hiureicdende B»schäiiigung. Wenden sie sich in dieser Frage an das Patteinkretariat. Herausgeber u. Eigentümer: Josef Eppich, Stara cerkev Schcutleiter: Alois Krauland, Kočevje. Buchdruckerei Joies PavtiLek in Koäeoje. Kotjl'ensäcke sind stets lagernd bei der Firma Mirko Mlakar, Ljub¬ ljana, Slomškova ulica 1l. 3—1 Au verkaufen ein Wohnhaus lu gut?m Zustande Anzufragen in Li¬ vold 66. 3—2 Gin Lehrjunge wird so'ort ausgenommen beim Schneidermeister Heinrich Tscherne in Llenfeld (Livold). Usod LrmZläs, liorä- Mä LüäsMvriks befördert die Deutschen mit den modernsten und schnellsten neuerbauten Schiffen kiorääeutsodsi- I>loyä INIS8I-ck, ki-vmen. Alle Informationen unentgeltlich beim Vertreter (Vlocan IJubljana, lAikIcrsicsvÄ cesta 36. Spedition und Zollvermütlungsbureau Slovenia- Transport. UM WpMzllg bMg ll. l!., IHIjM über 16,000.000 Din Din. W Zentrale: Ljubljana. Aktienkapital und Reserven: Einlagen: über 250,000 000 Verkehr: über 11.000,000.000 Dm. An- und Fcrkauf von Valuten und Devisen zu Tageskursen. Hberweisungen ins Zn- und Ausland raschelt und billigst. filisls (in clen käumen äer jVlerksnUlbanIi) Filialen: Celje, Djakovo, Kočevje, Maribor, Novisad, Sombor, Splii, Libenik, Sarajevo. 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