^ ZUM Mutzen imd Vergnügen. -------—^ 9 M^.----------- Freytag/ den 2. März 1621. H i st 0 r i s ch e s T a g e b u ch f ü r~ K r ä i n'. März. Aushebung des zehnten Mannes, in der Landschafts - Sitzunq beschlossen. (1706). — ä- K. Maria Theresia willigt in die Theilung Pohlens (1772). — 5. Eröffnung der illyrischen Hofcanzley (1791). — 6. Rastäd-ter ^riedensprällminarien, durch Prinz Gngen und den Marschall von Villars unterzeichnet, oder Ondc des, Istanischen Erbfolge-Kncqs ^7^4). — 7. War der Pfal,Müf von Eulzbach in ^aibach (1662). — 6. Herzog ^os. Eyristian vou Eggenberg sammt Gemahlinn in Laidach (i6Z5). — 9. Starb der berühmte Laibacher Arzt Märe. Gerb etz ^7^). ' /^^ 5 / ^ « , Die ursprüngliche Bildung der Wipbacher , Gegend. (Fortsetzung). ^m oberwäbnten Kalklager wurde nun ursprünglich burch einen Riß, Senkung, oder auf eine was immer andere Art, von Prewald aus gegen Westen, über ^orz hinab, ein, mit allmählig sich erweiternden schroffen Wänden, tiesev ?lbgrund gebildet, der, bey einer Länge von sechs bis sieben Meilen ni'gend über elne Meile breit ist. Die sudliche Wand dieses Abgritn-des von Prewald in gcrad^r^'iüie gegen Abend tortlau-->^'d, und sich unter Gradischka verlierend , bildet die "ordliche Gränze, des berühmten Karstgebirges;die el,t-^^^'gesetzte, vom nähmlichen Ausgangspuncte entspring l!/^b, zieht sich etwas nordwärts, macht bey Oberfeld ^"en stumpfen Winkel, gehet dann fast parallel! nur e>n Kaissgebi'ge, verliert sich nach gleicher Länge vo„ ^esem, und bildet lim« verschiedenen Nahmen das hoch« "e südlich« Gebirge der jütischen Alpen. Von den höchsten Suihen dieser Alpen hat man ""vergleichliche Aubsichten, die wohl zu den vorzüg. Mn in der Welt gehören j den di« rh« tischen Al- , pen im Westen, die nonschen und karnischen im Norden, das dalmatinische Gebirge, die Königreiche Illyrien und Venedig mit ihren Haupt-und andern Städten, und das adnatische Meer, mit seinen in verschiedenen Richtungen segelnden Schiffen, die man mit freyem Auge recht l! Welch eine unerschöpfliche Thätigkeit im ^e!de wie lm Studierzimmer, auf Reisen »ine iil ten Cabinet-tcn der Fürsten! Sechzig Jahre dieses unermüdeien Bebens waren ununterbrochen dem Dienste des Staats gewidmet, mit einer Beharrlichkeit, einer Treue U"d einem Erfolge gewidmet, die schon aNein hinreichend waren, seinen Nahmen in den Annalen der östcr-leichischcn Älonarchie linsterblich zu machen. Wahrend ^erlangen, an wichtigen Vorfällen für das ErzHaus so reiche,, Zeit gab es kein Geschäft, welches Kenntniß Gewandtheit und Klugheit erforderte, das ihm nicht aufgetragen , oder zu dessen Beurtheilung und Einlti« blmg er »ich: wenigstens zugezogen worden wäre. Hei'berstnn war in geistiger und körperlicher Hin-nchtvou der Natur sehr günstig ausgestattet. Eine große Gestalt, ein wohlgebüdetes, einnehnlendes Gesicht, eme freye, edle, durch Umgang und Reisen erworbene Haltung empfahlen den Reducr, bevor er »och sprach, Und erleichterten im Voraus die Geschäfte, noch ehe N sie begann. Nach dem von ihm erhaltenen Bilde, welches i54i in seinem ein und sechzigsten Jahre verfertigt, hatre er eine hohe Stirne, geistreiche Augen, elne große gebogene 3lase, einen dicken, wohlgeformten Barr, uno starkes, nach alter russischer Sitte, etwa ^ "e Hand hoch über den Nacken gerade verschnittenes Haar. Auf allen den Abbildungen, in welchen er sich ln den bey verschiedenen Gesanbschaften getragenen Feycvlüeideru h-at darstellen lassen, sieht man über dem Rechten Auge eine lange und ziemlich breite Schmarre auf der Stirne, die sich auf jenem Bilde noch nicht ^»det, dle er also in der Zwischenzeit von »5^7, wo l«nes Porträt, bis i55g, wo alle diese Abbildungen "einiget sind, bekommen haben muß. Es ist nicht "lnvahrsch,.il.üch, haß er auf den verschiedene!, Reisen, ^ er in diesem Zeitpuncte schon in einem hohen Al-el'nach Pohlen machle, durch einen unglücklichen Zu-'6" am Kopfe schwer verwunder worden ist; in den ^« ihm aufgezeichneten Nachrichten sindet sich indessen Nichts hierüber. Wie fest sein Körper und wie dauerhaft seine Ge-«undheu muß gewesen seyn, ran« mall aus der Leich« tigkeit schließen, nnt welcher er die UliZewöhnlicheK Beschwerden und die größten Unbequemlichkeiten auf seinen vielen und großen Reisen ertragen hat. Den größten Theil aller dieser Irrfahrten legte er nach der' Sltce seines Zeitalters zu Pferde zurück, zum Theile durch Bänder, wo es durchauö reine Anstalten zurAuf" nähme der Fremden, und keine unterhaltenen Heerstraßen gab; bey der strengsten Kätte, in glühender-Hitze, auf stürmischem Meere, von Tod und Seuche«-umgeben, allem Ungemachs Trcd biethend, und au»" ßcrst selten einer Krankheit unterliegend. Und welches Übergewicht mußte dieser durch äußere Gestalt und Würde so machtig empfohlene Mann nicht vollends durch seine seltenen Geistesgabe« erlangen, die ihn in jedem Zeitalter vor Tausenden seines Gleichen würden ausgezeichner haben! Mir delt,' schönsten Anlagen gebohren, war er glücklich genug, frühe zu dem Unterrichte gelehrter Männer Zutritt zu haben, die den Wissensdurst des me befriedigten Jünglings durch ernste gründliche Lehren stillten, und ihn früh zu der Quelle alles Großen und Schönen, zu Griechenlands und Roms Classikern führten. Es wäre überfiüßig, etwas von den Fortschritte» zu sage», die er besonders in der lateinischen Sprache machle, da seine, mit Reinheit und Zierlichkeit in dieser Spra^ che geschriebenes, Werk den besten Beweis dafüv liefert. Außer der Mundart Lati»ms, uno seiner Muttersprache, in der er sich zwar nicht ohne die Fehler feinet Zeitalters, aber doch mit Kraft und Leichtigkeit, und oft sogar mit römischer Kürze ausdrück't, besaß er noch die flawonische (windische), russische, ungrische, böhmische und italienische, die ihm bey seinen vielen Reisen und Geschäften von dem größten Nutzen waren» Daß er übrigens nicht bloß die gewöhnlich sogenannten Schulkcimtnisse, sondern selbst einen großen Theil der damahls in vorzüglichem Ansehen stehenden Wissenschaften gelallt habe, zeigt sein Werk, das w>5 weiter unten reichlichen Sroff zum Beweise dieser Be« hauptung geben wird. Ein besonderes Geschenk der Na» tur war eine große Gegenwart des Geistes, von der wir im Verlaufe dieser Lebensbeschreibung mehrere vorzügliche Proben gesehen haben, und eine m den meisten Fällen unwiderstehliche Beredsamkeit. Auch diese schöne, in alk-n Zett^lrer» und überall siegende Gäbe haben wir haußg an Herberstein zu ßewundeni Gelegenheit gehabt. Mit diesen körperlichen und geistigen Vorzügen verband er in einem seltene,, Grade die emvfeblendsten und schätzbaren Eigenschaften. Die wärmste Liebe für seine Religign und ein unbegranztes Vertrauen auf Gott, dessen besonderü Schild und Hilfe er in dem Laufe seines ganzen Lebens anerkannte, äußern sich in seinen Schriften auf eine kindliche und wahrhaft rührende Weise. Seiner Ältern gedenkt er häufig mit der größten Verehrung und Dankbarkeit; seiner Brüder/ besonders des ältesten, mit Liebe und Freundschaft. Er rühmt vorzüglich als eine uns?r vieren in wichtigen Geschäften und hohen Ehrenstellen stehenden Brüdern seltene Erscheinung, daß sie selbst bey der Erbiheilung, und späterhin bey allen Amts-und Familien « Verhältnissen nie der Einmischung und der Dienste eines Dritten bedurft, sondern immer einmüthig und dienstfertig gegen einander gelebt hatten. Von der Achtung und Erkenntlichkeit/ mit der er ferner sein ganzes Leden durch von seinen Lehrern sprach, finden sich häusige Spuren in seinen Schriften. Gegen feine Verwandte handelteer väterlich, und sorgte treulich für sie; einigen gab er sogar Gelegenheit, sich unter seinen Augen für den Staat zu bilden. Überhaupt sehen wir Herbersteinen in seinem ganzen Leben alä einen geraden, höchst rechtlichen und achtungswerthen deutschen Mann erscheinen, menschlich im Kriege, furchtlos vor den Großen, muthig in Gefahren, und im Kampfe gegen das Unrecht bescheiden, fremdes Verdienst gern anerkennend, fest, lebhaft, leicht gereitzt, aber sein Unrecht bald einsehend, Anermüdet thätig, dienstfertig, nachgiebig, sein Vaterland überalles liebend und seinem Fürsten bis zum letzten Hauche ergeben. Die Auszeichnungen , die ih«n der dank, bare Staat reichlich ertheilte, die allgemeine gerechte Anerkennimg semer seltenen Verdienste, mehr aber noch