^'0.42. A, 1787. , Laibacher Donnerstag den 18. Oktober N)ien. C>) ist doch grausig, wie aufcin-mal zugleich gegen alle Z2 Winde die Kriegsstamme prasselt! . Rußland, Gttomannien, Frankreich, Groß-> brittannien, Preußen , Holland, Gestcrrrich, Pohlen, Venedig, Ge-nuä, Sardinien, Spanien. . und nun cmch , wie eine dumpfe Sage raunt Schweden und Dännemark. . . Ganz! Europa zugleich im Harnisch! Schrecklich! — Der Funke siel auf Holland, schlug Flamme — und ergreift Welten .' Amsterdam »nd Cherssn sind die! beyden Pole , um welche sich das Schreckcnnd dreht. Indessen dürfte diese Flamme so ! groß sie auch immer ist, bald wieder erlöschen, denn die Pforte soU ganz andere Satten aufziehen, und der Kai? serin von Nußland bereits einen Vor, schlag zu einen vortheilhaften Ver, gleich gemacht haben, welchen der russische Hof einzugehen kein Bedenken tragen wird. Ein aus Konstantinopel erst dieser Tagen angekommene Kourir, soll die Versicherung mitgebracht haben, daß die Pforte alle dcs Truppenmar-' sches wegen aufgesossencn Unkosten an das Haus Ocsterrc'ch zu bczalilen bc- ^ «eit sey, und keine Feindseligkeiten fer. ucrhin ausüben werde. Die auf dcm Marsche nach Hungarn begriffenen k« k. Regimenter sollen bereits den Be- > fehl erhalten haben Halt zu machen. Qb dieser Sage Glauben beyzumessen ! sey, muß sich nächstens aufklären. Wien den 7ten Oktober. Heute speisete der Hof im Augarten, wo sich Nachmittags eine ungeheure Menge Mcnschen .versammelt hatte. Zukünftigen Mittwochen geht die Erzherzo, ginn Maria Theresia nach Sachsen und hes Kaisers Majestät auch noch in dieser Woche nach Hungarn ab. Obwohl die Zurnstnngcn noch immer ihren Gang fortgehen, will mau doch vermuthen / daß / wenn es anders :wischcn der Pforte und Oesterreich würklich zum Krie ge kommt, selbiger doch wenigstens 'noch vor der Hand nicht ausbvechen wird. Im Fall eines würklichen Feld-zuges glaubt mau mit Gewißheit vcr^ sichern zu können , daß cr mit der Belagerung von Belgrad - werde eröffnet werden. Fremde, die durch diese Fe. stung hieher gekommen, wollen sagen, daß selbige, so wichtig si: auch ehedem war, fich dennoch auf keine Weise lan« ge werde halten tonnen. Es wird an einem grossen hol« zernen Gebäude, selbst die Sonntage nicht ausgenommen, gearbeitet. Es ist-8o Fuß lang, und zu einem beweglichen Feldspitase bestimmt, und wird nächstens stückivcisc aus 5 Flossen nach Hungarn transportiret werden. Auf Vefchl Sv. Maj. wird jetzt sehr eifrig an der militärischen Gerichts« ordnung gearbeitet, man halt deswegen wöchentlich 2 besondere Sessoncu. Es haben sich bereits drey kaiserl. Offiziere gemeldet, die an der Grenze Freikorps von lauter türkischen Flüchtlingen aus der griechischen Nazion der Provinzen Bosnien, Servien und der Wallachei errichten wollten, und da man ohnedem nich«t wüste, was man mit den Leuten anfangen sollte, so wird man vermuthlich den Antrag anmh' men. „ Euer Majestät ich kann Sil-, ber machen " mit diesen Worten prä. sent^rte sich vor einiger Zeit ein Fremder Unbekannter, dM. Monarchen im Kontrolorgange. „ Desio besser für ihn, mein guter Freund, erwiederte der V^onarch lächelnd: bring er es nur ins Münzamt, dort wird er baar Geld dafür, kriegen. " Der Mensch thats: sein Silber ward für i6löchig befunden / und er ward in lauter neuen Zwan-zigkreuzerstückcn ausgezahlt. Er tentir-te die Sache öfter, und erhielt immer neues Geld. Weil er nun immer mit neuem Gelde auszahlte, und dabey des Nachts laborine, so ward er von seinen Hausleuten als ein falscher Münzer angegeben , nnd kämm in Kriminal, arrest. Hier legitimme er sich nun gar bald, woh?r er das neugeschlagene Geld habe, aber das Gericht drang nun in ihu, zu sagen, wie er sein Silber mache? allein dieß ist von ihm nicht heraus zubringen; denn er be. ruft sich auf die Erlaubniß des Monarchen, daß er nicht schuldig seye, seine Kunst zu verrathen. Hierinn sind viele Große mit ihm einvcrstaiiden / und man arbeitet an seiner Ve,r^ .^ Die lezten Tabackspachter in Oe,s stcrreich müssen ihre entdette üble Ver, waltung und den Schaden des Aerari« ums mit einer Million Gulden bezahlen. vereinigte Niederlande. Es war Traum, was die Briefe aus Clcve so umständlich von Amsterdams Einnahme erzählt hatten. Am 26. September, von welchem Tage unsre leyten Bericht« lauten , war Amsterdam noch von 5O2O? Mann inWaf-feu, th??ls Soldaten, theils Bürgern vertheidiget; und man fiuchte auf den Gedanken, sich den Preußen zn «berge» ben. Die ganze weite Gegend um Am, sterdam her ist unter Waffer gesetzt, welches eine lange Blokade möglich macht. Die Preußischen und Statthäl-terischen Truppen haben schon ein Paar sehr muthige Ausfälle nach dem Damme von der Landseite gewagt, um die hiuharrenoen Pl^gegäste zu verjagen. Wenn sie Hunger, und im Busen gah-veude Verrachcrey nicht zur Kapitula. llon brmgt; so ist vielleicht die Nebev-gabe noch sehr ferne. Rheingvaf Salm «st nicht gefangen, wie man voreilig berichtete: er steht an der Stirne der Patrioten zu Amsterdam , und ein Theil Von seiner Legion befindet sich zu Niews-tuis unter Herrn van der Borch, die «ber, wie man so eben vernimmt, von Hen Prcußen, 700 Mann stark nach! «jneni Sturme kriegsgefangen gemach^ worden ist. Um diese Zeit wehrten sich «och die Einwohner von Naardeu, Muiden, und Wesop, wie Helden,! ilnd trieben die Preußen etliche Male! mit Vcrlnrst ab. Wird Wesop, worauf die Preußen mit Kraft losdringen, weggenommen; dann ist keine Gnade mchr für Amsterdam. Kaibach den 18 Gkt. Am verfiossnen Sonnabend als ten i.^ten d. M bekam unser Sckwrf richter, der nun schon lang? ausgeru het hatte, wieder einmal etwas zu thun, indem ein gewisser L** wegen bemn k. k. Mautamte zu Obcr^ibtia, gemachten Verfälschungen und Vetru? gcreycn aufgehenkt ward. Eine Menge Volks war unterm Nathhaus versammelt, als das Urtheil vorgelesen wurde z und begleiteten den Zug bis zu dem ei? ne halbe Stunde von hier entlegenen Galgen, ohnerachtet die Aufhenknng nur in eMZie geschah, denn der Thatev selbst entriß sich schon vor emcm hal- ' ben Jahre bey seiner Gefangenliehmung der Wache, und ersäufte sich in dem Laibach. Fluß. Der Polizenaktuarius Heinzmann/ welcher beschuldigt wnrde, er habe mit einer Ränbcrdande sich einverstanden/ ^ und deswegen wirtlich gefangen gehalten wurde, ist in verschiedenen Zeitungen auf die Lcbandbnhne gestellt worden; aber dies ist gänzlich ungeg'ün-det und eine blosse Erdichtung. Damals, als dicscs Gerückt verbreitet wurde, war die Sache noch in Nnte: suchl>»g; jetzt aber, da die Sache zu Ende ist, sieht man gerade das Gegentheil; Hr. .s cinzmann ist auf freyen Fuß gesetzt, »,nd seine Anklager s es sind Juden ) müssen jetzt mit den übrigen Arrcstall-ten bey dem Pflastern der G «ssen in Lembcrg arbeiten , ein jeder von ih, nen hat eme Tafel auf dem Nucken, worauf deutsch und pohlnisch geschrieben ist „ Falscher Zeugniß. Aussteller ". Wki. M Dolm.rzt.l^ auf oem Platz ^ 183. in der von Klcinmayw jchcn Buchhandlung ausczegeden.