^ Illyrischks Blatt U Nutzen und Vergnügen. » Nro. 3i. ^ ^ „ «» IM»»! M Freytag den 4. ?lllgust 1620. Stein und Katzensteili, hlstovisch gewürdigt, von Prof. Richter. (Fortsetzung.) X^on Sanen^ein war der obengenannte, als Stifter ,M bekannte, Friedrich Zamberger. ein Sohn jene) herähmtin Caspar La nberge r(3pielgenost fe des K. Maxmilian), dessen gcwaltiger Arm so man« che Lanze gelss-ochen, wie aus de-l 9 Stück im Schloße Katzcnftem hangender und not) ziemlich gut erhaltener Turmer-Scmen von alt deutscher Malerey er« sichtlich ist, darauf Eafpe« Lamberger in 25 Schweif-«cnncn theils s fer, Anton Amen n, Voltart v. Aursperg, Georg, HanZ und Jakob dirlLamderger, letzterer Caspars Brudcr, und andere mehr. Es uer« dicnt bemerkt zu werden, daß dieser seltene Turnier? Held «ämahl sitzend erscheint, w.ihrcnd seine Gegner Meistens zu Voccn liegen; nur siebenmahl scheint er mit seinen Gegnern zngleich aus dem Sattel gehoben/ und nur im Ritte mit seinem Bruder, mit K. Maxi« milian und dem Markgrafen von Vaden scheint e« überwunden. Dieses Schweif» oder gememen Rennens zwischen König Max. und Caspar Lamberg gedenkt ttuch FreidalZ Turnierbuch in der k. t.Amb«aset-Sam-lung zu Wie« (Taschenbuch für vaterländische Ge« schichte der Freyherr« v. Hsrmayer und Mcdnycmsly ,820 S. 284.) und wenn uns anders die Ähnlichkeit der Abbildungen nicht trügt, so ist dasselbe sogar it» Tewrdannck (dag Ej^mplar, welches vorliegt, ist auf Pergament in groß Folio gedruckt in der Kaiseckchen Stadt Nürnberg durch den Eltern Hannfen Schoen,» sperger Vurger zur Augfpurg mit 118 sthr gut ethat» tcnen Holzstichen) beschrieben wie folgt: Als nun kam die anngesetzt Zeit Tewrdannck slch tn rennzeug anleyt Darin er luftig zu scheu was ^ Darnach der Hrtd auf sein Roß saß Bedeckt mit samai und guldcm tuch Der Edelewt het Er genug Die In von seiner Herberg auf die pan Veleytcn, dann die Kunigin ährenreich, seins Gemahlin Varia) wvlts han Deßgleichen der erst Ritter thet Da nun die renner alle ped Auf die pan hin khoincn waren Was die Künigin auch gefarren Mit Ihrem Frawenzimmer schon Zu gesehen dem Tcwren Mann Tewrdaunlk etlich mall sich berait - Darnach m auch psst ürhieng Pal) einer zu dem Ritter ging Sprach TüwrdannH Gnch bei mir «mpeut Soferr Ir ganritz gerüstet seyt Go wolt iZr yetzt treffen gercn Der Ritter sprach, Ich will In Zeweren. Darauf zoh ein yeder an sein ortt Die Künigin stund oben dort In einem l^aws sach zuo eben Man chet In die spieß eingebt« Verschwunden ließen lauffen Ir pferdt Das hinder dem aufstod die erd Trasse« zu bsder siyten wol Der mgß wann Ich war sagen sol ' ^ Das mich vast vnd feer wunder nymbt Das Ir ainer lebt, ats geschwindt Giengen dicselbigen ftoß an Die Kunigin gross schreckhen gewan Nis Sie höret die rechten mer Das keinem nichts beschehen wer Darüaä) zog yeder man zu haus T«',vrdannk t^et feinen harnasch auß Ale entpfangen ward das nachtmall Gieng Tewrdannk in der Künigin, sall, Die Künigin In freuntlich empfieng Sprach, wahrlich glaubet cs ging Mir an hemt ein stich an mein Herh Am rennen, dann wahrlich kein schertz ,"^ Vedunt't mich dab Nittcrsuiel sein U Herr Tewrdannck glaubt den worten mein M Werdt Ir mir ein klein paß verwanndt U Il)r mueste mir yetzt an mein hanndt U Globen das Ir daK NittersM U «ßinfür nicht w»lt mehr treyben vil »' Tewrdaunk hochgeboren Heldt Sprach, Fraw iiünigin was euch gefeit *) Das Schweifrennen auch der Schweif, oder das ^ gewöhnlich Nennen genannt, macht man also: der man ist angethan mit ainem Nenntzeua. (der Brust und Nucken sammt den Schoußen) daran ein grober Rißhacken und widerhackm darin « Katzenstein besonders mitiHinslcht auf das Costum ganz mit dem Holzstiche im angeführten Exemplare des Tewr». danncks übereinstimmt, so muß jenerChristoph, dcr wie ein zweyter David mit de^n döhm'schen Niesen (Pcgam) zu Wien kämpfte, etwas früher geblüht l>aden .Noch zeigt man aber heutigen Tags in den Ruinen von Stein die steinerne Krippe, daraus des Christopl, Lam» bergcrö Pferd sieben Jahre mit Weitzcn gefüttert und «nit Wein getrankt worden. Ein Müller bewohnt nehmi lich die Abtheilung, die früher der Lambergische Pfer« destall war. Wcnn fernen auf dememen der Katzen« steinischen Turniergemählden Caspar Lamderg mit sei» nem Bruder Jakob sich migt, so lann dilser I»koh nicht wohl ein anderer seyn, als wahrscheinlich derVcu ter jenes Jakob Lambcrger, der eigentlich die Burg Stein dahin ausbaute, wie sie vom Vawasor noch s^ sehen wurde. Georg Lamberg (der Jüngere) mit dem Caspar gleichfalls einen Nitt machte, war sicher ßen vnd großen schwebschüyban, die den halb/ll Aim bedeckt. Der man sitzt auf einem Rennstt« teUn, daß Roß ist geziert mit eincr Rcnndeckin auch gcblendt vnd gedert (sscthi)r<). Eine Manns-rüstung zum Schweifrennen wicat ll» Pfund oh-ne das Roßzcuq zu rechnen (Siehe oben^angK-' führt. Taschenbuch S. ,92.) fein Geschwisterkind Hon Rottenbüche?, so emch Hans Lamberger. Sonst erscheint noch i5,üWilhclm von Lam^ ' berg, als Besitzer von Saucnstcin und 1671 und 1572 «in glejchnahmigee unter den krainischen Verordneten. (Die Fortsetzung folgt.) Bemerkungen eines Patrioten über die ^'Vtothwendigteit und Mittel künftiger Verbesserung der WeinkuNur in dem Meustädller Kreise d er Pr 0 vin z K rain. (Fortsetzung.) 3. Die gehörige Behandlung, des Weins in dem Heller trägt zur Gute desselben vieles bey,; nur durch diese erhalten die erzeugten Weine ihre vollständige Zeitigung und mit derselben den Geist nebst der er» wünschten Miwc. . .,. Will man den gehörigen Geist dem Wein ver« schaffen, so soll der Weinmost nicht nach der Gewohnheit in Steycr in 5 und 10 eimrige. sondern Vach jener in Österreich in 5o, äo eimrige und noch grs; ßere Fässer gelegt, anch die Fässer während dcrGäh-. ruug des Weins so voll erhalten werden, daß der grobe Unrath oben ausgeworfen werde, und nur das feine geistige Geläger bey der Klärung des Weins zu Boden falle. Im Falle, als man den Wein zum baldigen eigenen Oenuß oder Verkauf vorzubereiten ge« sonnen ist, hat man ihn gleich nach seiner gänzlichen Klärung von dem Gelägcr abzuziehen; wird er aber zu seiner vollständigen Veredlung in dem Keller bestimmet/so ist er zwey,Zauch drey Jahre aufdemGclä-ger zu belassen; denn das frühe Abziehen v?n dem Gclägcr machet «hn milder, und das längere Liegen «n Geläger geistiger und im Gerüche angenehmer. In Österreich bleiben einige Gcbirg»wcine, ^ B. der Maurer, sechs, auch zehn Jahre auf dem Gclägcr Uegen. Der Maurer ist am Geläger wegen semcr schärfe nicht zenvchbar z sieget delfeld^ hingegen nach feinern Abziehe« »sn dem Oelclget üoch Man^g odep dreißig Jahre, so wird er zu einem wahren Nektar. Der auf dem Gcläger befindliche Wein kommet zur Sommerszeit wieder m die Gährung; um diese nicht zu hindern, muß man, statt das Faß (verdailt?) zu erhalten, nur auf dnsBailloch etwas, z.B. einenrel« nen stachen Stein dergestalt legen, daß der Wem Luft zur Gährung habe. Das Abziehen von dem Gcläger desjenig«» Weins, der zum längere« Liegen in dem Keller bestimm met wird, hat gleichfalls in große Fässer zu Gewin« uung eines nnhreren Geistes zu geschehen. Sowohl der auf dem Geläger befindliche, als der abZezohcne Wein list zur Winterszeit alle vierzehn Tage, und im Sommer wegen des mehreren Vm> trocknend alle acht Tage zu verfallen, auch von aller steh bey dem Vailloch zeigenden Unreinlichkeit zu re«' nigeu; zu dem Ende muß man das Faß bis zu jcncr Volle vergießen, daß die bey dem Vailloch ersichtliche Nnrcinlichkeit über dis Faßtaufet abgeblnfcn werden könne. Selbst «von Aussen sind die Fässer, rein zu.' erhalten, damit der Wein von der äußerlichen Unrci-uigkoit des Fasses kcincn üblen Geruch an sich ziehe. In Kroatien werden die mit Wcinmvst angefüllt «n, Fässer, sobalo die erste Ga'hrimg des Weins vorüber ist, ohne alle.Versüllung vcrbailet, und ver-bailt belassen, jbis der Wein entweder zu eigenem Genuß odcr zur Veräußerung gelanget. Der auf solche Art behandelte Wem kaun wcdcr den groben Unrath ob Maugel, der Nachfüllung vollständig ans» werfen, wcdcr sich vollständig klären, weit nur der Druck der Luft, welcher aber durch das Verbauen hindann gehalten wird, alle Unreinigkeit des WeinS zu Boden bringen kann f anbey bildet sich odcn un» ter dem Milloch nach und nach eine schlamichte De-