ZU DEN GRABUNGEN F. LORGERS IM LEGIONSLAGER LOČICA ( = LOTSCHITZ) M . KANDLER Österreichisches Archäologisches Institut, Wien In den Jahren 1916—1918 führte der damalige Gymnasiallehrer Franz Lorger aus Celje = Cilli im Aufträge des Österreichischen Archäologischen Institutes Ausgrabun­ gen in der Umgebung von Ločica durch, die bald als Überreste eines römischen Militär­ lagers, das nach den Ziegelstempeln von der legio II Italica belegt war, erkannt wurden. Über die ersten beiden Grabungsjahre erschien ein ausführlicher Bericht in den Jahres­ heften des Institutes, der nur als Vorbericht konzipiert war, da die Grabungen syste­ matisch weiter geführt werden sollten.1 Tatsächlich ist es aber nur mehr im Jahr 1918 zu einer Grabung gekommen, über deren Ergebnisse ein kurzer erst 1934 erschienener Bericht informiert.2 Nach dem Ende des ersten Weltkrieges sind die Grabungen in Lotschitz nicht wieder aufgenommen worden, der in Aussicht genommene ausführliche Schlußbericht über die Forschungen ist nicht erschienen, so sind die beiden Vor­ berichte die einzige Grundlage unseres Wissens über dieses Lager.3 Leider sind auch in jüngster Vergangenheit auf dem Areal des Lagers keine neuen archäologischen Untersuchungen durchgeführt worden: erst ein Straßenprojekt, bei dessen Durchführung es zu einer Zerstörung des westlichen Lagerteiles (D'ecuman- front) kommen wird, hat Lotschitz wieder in das Blickfeld der Bodenforschung gerückt. Durch einen glücklichen Zufall sind im Archiv des Österreichischen Archäologischen Institutes von den Grabungen Borgers nicht nur Originalpläne, sondern auch Teile des Schriftverkehrs und einige Fotografien erhalten geblieben, die einerseits einen guten Einblick in den Grabungsablauf während der Jahre 1916—1918 ermöglichen, anderer­ seits aber auch manche Hinweise bringen, die zu den gedruckt vorliegenden Berichten interessante Details als Ergänzung liefern, weshalb der Verfasser dieser Zeilen gerne der Bitte J. Sasels gefolgt ist und sich eingehender mit dem Material beschäftigt hat. Dieses wird im Nachfolgenden zunächst überblicksartig vorgestellt, wobei auch Hin­ weise auf nicht mehr vorhandene Archivalien aufgenommen wurden, im Anschluß daran erfolgt die Auswertung. I. Archivalien Briefe Aus dem Briefwechsel zwischen Lorger und dem Institut sind nur die handschrift­ lichen Schreiben Lorgers erhalten geblieben, Kopien des vom Institut aus durchgeführ­ ten Schriftverkehrs gibt es nicht. Bei den Briefen Lorgers handelt es sich einerseits um offizielle Berichte an das Institut über Projektierung, Verlauf und Ergebnisse ein­ zelner Grabungskampagnen, andererseits sind es kritische Auseinandersetzungen etwa mit dem Grabungsbericht Riedls oder Auswertungen des Grabungsbefundes (Inter­ pretationsversuche von aufgefundenen Gebäuden, Berechnungen der Lagergröße u. ä.) Ein Teil der Korrespondenz ist mit dem damaligen Sekretär des Institutes, R. Egger, geführt, der Lorger zu den Untersuchungen in Lotschitz ermuntert hatte und als Redaktor der Jahreshefte auch den Grabungsbericht für die lahreshefte, von dessen Manuskript Teile erhalten sind, redigiert hat. Einige Briefe sind an den damaligen Direktor des Institutes, E. Reisch, gerichtet. Der Briefwechsel beginnt mit dem Jahr 1916 und endet im Sommer 1918, also noch vor der letzten Grabungskampagne. 24.10.1916, ZI. 305/1916, an das Institut, 3 Seiten. Bericht über die Grabung im Sommer 1916. Details zur Vorgeschichte der Grabung: Besuch Eggers 1915, Begehung des Geländes und dabei gemachte Beobachtungen. Anschließend Bericht über die Abwicklung der Grabung und deren Aufgabenstellung. Ergebnis der Grabung: Feststellung der Gebäude A, B und C. Erläuterungen zu den Bei­ lagen. Beilagen: a) Siedlungsplan M 1 : 2880. b) Grabungsplan Gebäude A und B . c) Verzeichnis der Parzellen, auf denen antike Überreste gefunden worden sind, mit An­ gabe der Eigentümer. 8.11.1916, ebenfalls unter ZI. 305/1916, an das Institut, Deckblatt und 8 Seiten. Kritische Auseinandersetzung mit dem Grabungsbericht von E. Riedl, MZK 1899, 214 f. Lokalisierung dieses Grabungsplatzes im Terrain im Bereich der Gebäude A und B . Ilei der Einpassung der von Riedl aufgedeckten Mauerzüge in seinen Grabungsplan mußte Lorger Interpolierungen durchführen (vgl. unten S . 201), da Differenzen in den Messungen. Unter­ suchung des Riedl’schen »Erdwalles«: Überrest eines antiken Gebäudes: Bau B . 13. 5.1917, ZI. 133/1917, an das Institut, 4 Seiten. Programm für die Sommergrabung 1917. Angestrebt eine Vervollständigung des Planes der antiken Anlagen, eine Datierung der einzelnen Komplexe, dazu soll der Versuch unternommen werden, das zeitliche Verhältnis der verschiedenen Komplexe zueinander herauszuarbeiten, vor allem der Anlagen auf der Flur Grobelce (= Legionslager) und auf der nö. von Lotschitz liegenden Flur Groblje. Beschreibung der Siedlungsreste G2 (geringer archäologischer Befund), für 1917 hier eine Forsetzung der Arbeiten geplant. 20. 6.1917, ZI. 173/1917, an das Institut, 2 Seiten. Übersendung eines Planes von Lotschitz und mehrerer Fotografien aus der Grabung in Sevec (Rožni grič, s. ANSI 281) = auf dem Rosenhügel bei Cilli. Beilage: ein bereits für den Druck bestimmter Gebäudeplan; hinsichtlich des Gesamt­ planes wird auf das nachfolgende Manuskript verwiesen. 19.7.1917, ZI. 206/1917, an E. Reisch, 4 Seiten. Bericht über die Grabung 1917 im Bereich des Gebäudes A und an der Ostfront der Lagermauer im Bereich der porta praetoria mit Beschreibung des Befundes. Beilage: 2 Pläne (nicht erhalten). 30.9.1917, beiliegend zu ZI. 206/1917, an E. Reisch, 4 Seiten. Zur Information Übersendung des Katasterplanes mit Eintragung des 1917 festgestellten Gebäudes D, Interpretationsversuch: Prätorium. Beilagen: a) Katasterplan (nicht vorhanden, wohl auf die im Schreiben ausgesprochene Bitte hin wieder an Lorger retourniert). b) 3 Fotografien, darstellend die O-Ecke von D, die Südecke der Lagerumfassung und eine Ansicht der Umfassung im Westen. 7.11.1917, ZI. 345/1917, an das Institut, 4 Seiten. Bericht über die vom 1.—4.11.1917 durchgeführte Grabung. Geplant zunächst Untersuchungen im nördlichen Teil der O-Front und an der N-Ecke, des weiteren an einem Abschnitt der S-Front, dann aber Feststellung von Zwischentürmen an der S-Front (Freilegung der Türme li, III und IV), weshalb die übrigen Arbeiten ver­ schoben wurden. Lokalisierung der porta principalis dextra, Feststellung eines Zwischenturmes an der W-Front sowie Schnitt an der N-Ecke zur Feststellung des Radius der Eckabrundung der Lagermauer. Fixierung der Türme erfolgte auf Grund der Beobachtung von Bodenuneben­ heiten, solche fehlen an der N- und O-Front des Lagers! Beilage: Grabungsplan. Ohne Datum, ZI. 1/1918, Deckblatt und ursprünglich 24 Seiten, davon noch erhalten S. 1 —17, der Rest fehlt. Manuskript: »Vorläufiger Bericht über die Feststellung und Ausgrabung eines Lagers der II. italischen Legion nächst Lotschitz, Gern. Heilenstein, bei Cilli«. Davon wurden unter teilweiser Abänderung des Textes nur die Seiten 1 —14 und 18— 24 gedruckt. Im nicht gedruckten Text Interpretationsversuche zu A und D, Hinweise auf Unter­ schiede zwischen den Funden im Bereich des Lagers und auf der Flur Groblje. Beilagen: a) 5 Pläne. b) Zeichnungen der im Jahre 1916 gefundenen Ziegelstempel. c) 2 Fotografien. d) 3 Negativplatten. 10.1.1918, beiliegend zu ZI. 1/1918, an R. Egger, 4 Seiten. Bemerkungen zu den Maßen des Lagers: der Grundriß eingepaßt in den vorhandenen Katasterplan, wodurch infolge eines Fehlers dieses Planes die Längsachse des Lagers um ca. 10 m zu kurz ist. 20.1.1918, beiliegend zu ZI. 1/1918, an das Institut, 4 Seiten. Bemerkungen zum Flächeninhalt des Lagers, der mit 232.024 m2 bestimmt wird. Vergleich mit Albing, dessen Fläche gegenüber RLÖ 8 (1907) 160 in 233.024 m2 korrigiert wird. 23.2.1918, beiliegend zu ZI. 1/1918, an R. Egger, 5 Seiten. Bericht über eine im Februar durchgeführte Grabung bei der porta principalis dextra. 25.2.1918, ZI. 81/1918, an das Institut, 2 Seiten. Bericht über die Grabung an der porta principalis dextra. Beilage: Plan. 24.4.1918, ZI. 147/1918, an das Institut, 2 Seiten. Übersendung der Fahnenkorrekturen des Berichtes mit Hinweisen auf die Ergebnisse der Grabungen beim N- und S-Tor des Lagers. Frage der Kleinfunde. Ziegelstempel: seit dem Jahr 1916, in dem die Hauptmasse der Stempel gefunden worden ist, keine neuen Stempel­ typen. 7.5.1918, ohne ZI., an R. Egger, 2 Seiten. Abermalige Übersendung des Manuskriptes mit der Bitte um diverse Einschübe, wie etwa Danksagungen für die Vermittlung von Arbeitskräften. Bitte um Übersendung eines Foto­ apparates. 9. 6.1918, ohne ZI., an das Institut, 3 Seiten. Programm für die Grabung im Sommer 1918. Geplant die Freilegung des Gebäudes D (Schwierigkeiten hinsichtlich der vom Institut gewünschten flächenmäßigen Aufdeckung infolge der vielen kleinen Ackerparzellen mit ver­ schiedenen Besitzern befürchtet). Weitere Erforschung der Zwischentürme. Vorschlag an das Institut bezüglich der Freilegung des nö. von Lotschitz gelegenen römischen Gebäudes. Pläne 1. Inv. Nr. 431, Abb. 2. »Plan über die im Sommer 1916 festgestellten Siedlungsreste der zweiten italischen Legion nächst Lotschitz bei St. Peter im Sanntale«, M 1 :2880, Beilage zum Schreiben vom 24.10.1916, ZI. 305/1916, unpubliziert. Darstellung ähnlich dem im Bericht 1919 auf Abb. 55 wiedergegebenen Plan (s. unten Nr. 2). Antike Mauerzüge rot eingetragen, die auf Bauten hinweisenden Oberflächenbefunde in roten Flächen angelegt, im Bereich des Lagers sind nachträglich die festgestellten Mauer­ züge eingetragen. Durchlaufend eingezeichnet die Lagermauer, an den Ecken findet sich jeweils die Angabe »Eckturm«, obwohl keiner ergraben. Im Lagerinneren an Hand der Ober­ flächenbefunde eingetragen der Verlauf der Via principalis, die im S über die Lagerbe­ grenzung hinausführt, hier die Beschriftung »2 Tortürme, Brückenkopf«, auf der im N liegen­ den Seite »2 Tortürme«. Ferner sind eingetragen die Grundrisse der Gebäude A, B , C und D, bei letzteren reicht die farbig angelegte Fläche über die Verlängerung der Rückfront des Gebäudes C hinaus. Südlich von D zwei größere rot angelegte Flächen ohne Angabe von Mauerzügen: S 4 (Parz. 423/30, damalige Besitzer Mathias und Aloisia Terglov4 in Breg 11) liegt südlich der Bahn und S 5 zu beiden Seiten der Bahnlinie etwa in der Verlängerung der Rückfront von D auf den Parzellen 421/1 (Turnšek Mathias, Breg 76), 421/2 (Jakob und Anna Stepišnik, Breg 2), 423/9 (Franz und Maria Štormann vlg. Zajc, Breg 9/10), 423/10 (Valentin und Elise Dobovičnik, Breg 12) und 423/11 (Franz Turnšek, Salože 1 [Založje]). Hier wurde später der Bau E ergraben (s. unten S . 202). Am Schnittpunkt der Via principalis mit der Umfassung liegt S 3 (Parz. 421/15: Thomas und Elise Terglov, Pfaffendorf 6 [Orova vas], und Parz. 421/15: Franz und Elisabeth Kolšek, Breg 6, später im Besitz von Franz Kosec vlg. Brinšek, Lotschitz 126). Etwa in der Mitte der östlichen Lagerfront S 1 (Parz. 58: Andreas Flies, Lotschitz 19; Parz. 60/1 und 60/2: Franz und Antonia Košec vgl. Brinšek, Lotschitz 126). An der N-Front neben dem Gebäude B die Bezeichnung S 2, damit ist wohl der Streifen der Lagermauer gemeint. An der S-Front zwischen dem angenommenen Tor und der W-Ecke bereits ein Turm markiert, ein weiterer auch an der W-Front im Bereich der Gabelung des von Breg kommenden und u. a. nach Lotschitz führenden Weges (hier später die porta decumana ergraben, s. unten S . 190). An der S-Front ist der Verlauf der heutigen Uferböschung markiert, daraus wird ersichtlich, daß gut zwei Drittel dieser Front der Erosion zum Opfer gefallen sind. Die übrigen auf dem Plan eingetragenen Gebiete mit antiken Oberflächenfunden liegen im Bereich bzw. nö. von Lotschitz und decken sich mit den Angaben auf dem publizierten Plan Nr. 2 (G 1, G 2 und Groblje). 2. Inv. Nr. Ill, Abb. 3. Ohne Titel, Ausschnitt des Katasters wie bei Nr. 1 mit roter Ein­ tragung der festgestellten und vermuteten antiken Baureste, M 1 : 2880, publ. Bericht 1919, Abb. 55. Im Bereich des Lagers Eintragung nur der ausgegrabenen Teile der Innenbauten (bei A und B gegenüber dem obigen Plan einige Veränderungen), bei der Umfassung sind die fest­ gestellten Teile dunkel angelegt, mit »p« sind die Stellen, an denen Pilotenlöcher vorgefunden wurden, markiert. An der S-Front die Zwischentürme I— IV eingetragen. Bei den Lagertoren sind die Schnitte eingezeichnet: Porta principalis dextra ein im rechten Winkel auf die Um­ fassung geführter Schnitt an der W-Seite der Parz. 421/15 (Franz und Theresia Kolšek, Breg 6, später Franz Košec, vlg. Brinšek, Lotschitz 126) sowie ein parallel dazu liegender an der O-Seite der Parz. 421/16 (in der Liste der Parzelleneigentümer nicht angefürt), welcher noch vor Erreichung der Verlängerung der Innenfront der Lagermauer nach O auf die Nachbar­ parzelle 31/2 im rechten Winkel umknickt. In beiden Schnitten sind nach der Legende Piloten­ löcher vorgefunden worden. Ein weiterer Schnitt im Bereich der porta decumana (ebenfalls mit Pilotenlöchern) im rechten Winkel zur Lagerumfassung von der Parz. 396 auf die Parz. 397, genau im Zwickel der Weggabelung. 3. Inv. Nr. 110, Abb. 12. Am unteren Rand mit Bleistift bez. »Fig. 4. Die Zwischentürme II— IV und die Südecke der Umfassung«, M 1: 200, publ. Bericht 1919, Abb. 57. Aus dem Titel ist ersichtlich, daß diese Zeichnung mit dem Manuskript des Berichtes 1919 an das Institut gekommen ist, da die Numerierung mit der dort angeführten überein­ stimmt. Die schwarz angelegten Teile des Grundrisses wurden tatsächlich ausgegraben, die schraffierten sind ergänzt, der nur von Linien eingefaßte Teil des Turmes II und der S-Ecke des Lagers ist durch die Erosion abgetragen. 4. Inv. Nr. 112, Abb. 18. Ohne Titel, Detailgrundriß der bis 1917 festgestellten Teile der Innenbauten des Lagers (A—D), M 1 : 400, publ. Bericht 1919, Abb. 56. Am oberen Rand der Verlauf der Lagermauer mit der vermutlichen Lage der porta principalis sinistra angedeutet, links davon eine kleine Sondage angegeben, in welcher wieder ein Pilotenloch angetroffen worden ist, das, wie die spätere Grabung ergeben hat, an der Westseite der Außenfront des Tores lag (vgl. Plan Nr. 7). 5. Inv. Nr. 2378, Abb. 6. Bez.: »Plan der Grabung in der Semesterferien (9., 10. und 11. Februar) 1918 bei Lotschitz; Südtor der Umfassung«, Bleistift, M 1 : 333, unpubliziert. Beilage zum Brief vom 25.2.1918, ZI. 81/1918. Grundriß des Fundamentblockes der Toranlage (mit Eintragung der Sondagen V 1— V 11) zwischen den Türmen III und IV. Der westliche Teil des Schnittes V 6 sowie V 10 liegen im Bereich der westlichen Tordurchfahrt, von der laut Legende des Planes noch die glatt behauenen Sandsteinblöcke des Pflasters vor­ handen waren. Unter dem Grundriß eine Handskizze mit Schnitt über V 10, aus welcher ersichtlich ist, daß östlich der Pflasterung noch ein Quaderblock des aufgehenden Mauer­ werkes erhalten war. 6. Inv. Nr. 612, Abb. 4. Bez.: »Abb. 1. Katasterplan des Lagers.« Gesamtplan des Lagers, Stand 1918, M 1: 2880, unpubliziert. Entspricht dem ohne Angabe des Katasters abgedruckten Plan im Bericht 1934, Abb. 1, der den Forschungsstand nach dem Jahre 1918 wiedergibt. Gegenüber dem Plan Inv. Nr. 111 {Bericht 1919, Abb. 55) um den Bau E im Lagerinneren, die Tore an den Längsseiten und an der Decumanfront sowie die Zwischentürme an der N-Front und einen an der W-Front nördlich der Porta decumana erweitert. 7. Inv. Nr. 613, Abb. 5. Bez.: »Abb. 2. Plan der Lagertore«, ohne Maßstab (1: 33.3), unpu­ bliziert. Die drei Grundrisse der Toranlagen (Fundamentblöcke) sind entsprechend ihrer Lage angeordnet, d. h. oben porta principalis sinistra, unten porta principalis dextra und links porta decumana. Im Grundriß der beiden Principaltore sind die sie durchbrechenden Kanäle ein­ getragen (daher unterscheidet sich die Wiedergabe der porta principalis dextra von jener auf dem Plan Inv. Nr. 2378, s. oben Nr. 5), die entlang einer Achse angeordnet sind. Aus diesem Grund sind die beiden Tore in der Anordnung etwas gegeneinander verschoben, was nicht ihrer tatsächlichen Lage entspricht (vgl. Gesamtpläne, Abb. 4 und Fig. 2), da die Kanäle die Tore nicht genau in der Mittelachse kreuzen (im linken Principaltor gegen Osten verschoben, im rechten Tor auf der westlichen Seite) Bei allen Toren sind in mehreren Schnitten Piloten­ löcher eingetragen, in der porta decumana an der O-Seite dürften Platten der Durchfahrt angegeben sein. Hier ist über dem Torgrundriß die Gabelung des aus Breg kommenden Feldweges in zwei Äste eingetragen, Kotierung in Bleistift. 8. Inv. Nr. 614, links, Abb. 11. Bez.: »Abb. 3. Querschnitt durch den Kanal im Nordtor«, ohne Maßstab (1: 25), leicht verändert publ. Bericht 1934, Abb. 4. Vom Kanal hier erhalten die Sohle, die Wandung besteht im Aufgehenden aus zwei übereinander liegenden Reihen von Quaderblöcken. Die Stärke der Wandungen beträgt eben­ falls zwei Schichten von Quaderblöcken, die gegen den Mörtelguß des Turmfundamentes gesetzt sind. Die Wölbung ist nicht mehr erhalten, auf der Zeichnung rekonstruiert, links die Quaderblöcke der Wandung mit a, a' und b bezeichnet. 9. Inv. Nr. 617 links, Abb. 8. Bez.: »Abb. 4. Querschnitt durch den südlichen Teil des Kanals im Südtor.«, ohne Maßstab (1:25), mit geringen Veränderungen (Signaturen) publ. Bericht 1934, Abb. 2. Weitere Abweichungen gegenüber der Publikation bei der Wiedergabe der Quaderblöcke der Kanalwandung. Auf unserer Zeichnung fehlt z. B. die Hinterkante der vorderen Quader­ reihe. Im Bericht 1934 die Kante der oberen Reihe durchlaufend, also gesichert, die der unteren strichliert wiedergegeben. Darstellung des auf dem Fundamentblock aufsitzenden Quaders »s« auf der dem Kanal abgewandten Seite als gebrochen oder nicht ergraben. Vgl. auch Foto Inv. Nr. 5164 (Abb. 9). 10. Inv. Nr. 617 rechts, Abb. 8. Bez.: »Abb. 6. Querschnitt durch den nördlichen Teil des Kanals im Südtor«, ohne Maßstab (1: 25), publ. mit leichten Veränderungen im Bericht 1934, Abb. 3. Die Unterschiede beziehen sich wieder auf die Signatur und die Wiedergabe einzelner Quaderblöcke: in der Publikation auch die nicht sichtbaren Kanten des obersten Quaders der linken Kanalwandung durchgezeichnet. Vgl. Foto Inv. Nr. 5165 (Abb. 10). 11. Inv. Nr. 615, Abb. 7. Bez.: »Abb. 8 . Die ganze Innenfläche des Kanals im Südtor.«, M 1 : 25, unpubliziert. Gesamtabrollung der erhaltenen Teile des Kanals in der porta principalis dextra. In der Mitte zwischen den numerierten Quaderblöcken schraffiert die aus Steinplatten bestehende Sohle des Kanals, am linken Rand ebenfalls schraffiert die vom Gewölbe erhaltenen Teile. Die Quader der Wandung numeriert, links der Sohle von 1 — 20, rechts von 1'— 20’. Damit ist jener Teil des Kanals markiert, in dem die Wandung regelmäßig gefügt ist. Nach oben anschließend eine Querlinie E— E', dahinter andere Bautechnik; Wandung ist niedriger und unregelmäßig gefügt, Gewölbe breiter, doch zeigt sich der Unterschied nur im Aufgehenden, die Sohle des Kanals läuft vollkommen regelmäßig durch. Im unteren Teil setzt sich das Quadermauerwerk auf beiden Seiten in Bruchsteinrnauern fort, die aber nur im Ansatz wiedergegeben sind. An den Ecken jeweils ein Block mit a 1 —a 4 (entgegen dem Uhrzeiger­ sinn, beginnend links unten) bezeichnet, wobei es sich bei a 1 —a 3 noch um Blöcke der Wan­ dung, bei a 4 aber nach der Schraffur um einen des Gewölbes handelt. 12. Inv. Nr. 614 rechts, Abb. 11. Bez.: »Abb. 9. Teil der Westwand des Kanals im Nord­ tor«, ohne Maßstab (1 : 25), unpubliziert. Aufriß der Kanalwandung mit zwei übereinander liegenden Reihen von Quaderblöcken, unten kleine senkrecht gestellte, oben waagrecht liegende große Blöcke, numeriert in der unteren Reihe von 1 —10, in der oberen von 11—14. Von der unteren Reihe nur der Quader 1 mit durchlaufender Unterkante gezeichnet, das übrige alles nur strichliert, in der oberen Reihe anscheinend nur 12 und 13 ganz erhalten. 13. Inv. Nr. 616, Abb. 13. Bez.: »Abb. 11. Plan der Zwischentürme«, ohne Maßstab (1 : 33,3), unpubliziert. Grundrisse der 1918 untersuchten Zwischentürme I'— VII’ an der N-Front sowie I" an der W-Front. Darstellung wie auf den anderen Grundrissen: schwarz die Grabungsflächen, wobei ersichtlich wird, daß nur bei den Türmen li', III' und I" durch einen großen Schnitt jeweils eine Turmflanke zur Gänze aufgedeckt worden ist, während sich sonst die Unter­ suchungen auf kleine Schlitze beschränkten. In den großen Schnitten eine ganze Reihe von Pilotenlöchern eingezeichnet. Kotierungen in Bleistift. Die zuletzt aufgezählten Pläne ab Nr. 6, versehen mit den Abbildungsnummern 1—4, 6, 8, 9, 11, gehören mit noch vorzustellenden fotografischen Aufnahmen zu einer Serie aus dem Jahre 1918, die wohl als Bildmaterial zu einem leider nicht mehr auf­ findbaren Grabungsbericht über die Ergebnisse dieses Jahres zu deuten ist. Es kann daher auch nicht geklärt werden, ob dieser Bericht ausführlichere Angaben zu den Grabungen dieses Jahres enthielt als der schließlich 1934 erschienene. Zur Ergänzung der oben besprochenen Grabungspläne, die alle von der Hand Lorgers stammen, sei hier auch jener Plan in einer Aufnahme nach der Original­ zeichnung nochmals vorgelegt, der das Ergebnis der Grabung Riedl wiedergibt (ab­ gebildet MZK 1899, 215, Fig. 11). Er ist deshalb von Interesse, weil die für den Druck hergestellte Umzeichnung in der Orientierung der Mauern nicht mit dem Original über­ einstimmt, wo die Mauerzüge parallel bzw. im rechten Winkel aufeinander ausgerichtet eingezeichnet sind. Lorger hat sich in Unkenntnis des Originalplanes in einer mehrere Seiten umfassenden Diskussion (s. oben Schreiben vom 8. 11. 1916 unter ZI. 305/1916) mit der unrichtigen Abbildung auseinander gesetzt, wobei der Plan Riedls als »flüchtig entworfen« klassifiziert wird, »der jedenfalls keinen Anspruch auf peinliche Genauig­ keit erhebt« (a. O. S. 2). 14. Inv. Nr. 2379, Abb. 17. Bez.: »Römische Baureste nächst Heilenstein-Lotschitz«, M 1: 200. Der Grundriß ist mit Farbstiften angelegt: die Mauerzüge in rot, die Suchgräben (»Rö­ schen«) in blau, der »Erdwall«, der von Lorger später als Schutthaufen aus antikem Kultur­ material identifiziert worden ist (s. S . 173) in schwarz. Kotierung und Beschriftung in 12 Arheološki vestnik 177 schwarzer Tusche. Auf dem publ. Plan ist das Maß zwischen den beiden Parallelmauern des Bades von 6,50 m auf 6,80 m zu korrigieren. Zum Schluß dieser Aufstellung seien noch jene Pläne angeführt, die sich aus Er­ wähnungen in den Briefen erschließen lassen, von mir aber nicht aufgefunden worden sind, sie sind vermutlich verloren gegangen. 15. 24.10.1916, ZI. 305/1916. S . 2 wird ein Gebäudeplan erwähnt, auf dem die Bauten A und B nach dem Grabungs­ befund des Jahres 1916 dargestellt waren. 16. 8.11.1916, Zahl wie oben. Auf S. 3 nimmt Lorger auf eine von ihm ausgeführtc Skizze Bezug, auf welcher sein Befund im Bereich von A und B mit dem Pian Riedls (nach MZK Fig. 11) in Übereinstim­ mung gebracht wird. Diese Skizze ist offenbar identisch mit der nicht mehr erhaltenen Vor­ lage zu dem Plan Bericht 1919, Abb. 54. 17. 20. 6.1917, ZI. 172/1917. Mit diesem Schreiben wurde ein Plan der innerhalb des Lagers festgestellten Gebäude dem Institut übersandt, der für den Druck bestimmt war. Dieser Plan entstand noch vor der Sommergrabung 1917, die am 9. Juli begann, er kann also nicht mit der Abb. 56 des Berichtes 1919 identisch sein. 18. 19.7.1917, ZI. 206/1917. Darin ist von Plänen die Rede, auf denen die ersten Grabungsergebnisse — wohl dieses Jahres — dargestellt waren und die als Beilage mit diesem Brief an E. Reisch geschickt wurden. Aus dem Text ist zu entnehmen, daß Lorger im Bereich von A und bei der porta praetoria gegraben hat, die Pläne also diese Grabungen wiedergegeben haben müssen. Auf S. 3 erfolgt bei der Beschreibung der Grabung im Bereich der porta praetoria auch ein dementsprechender Hinweis, aus dem mit Sicherheit geschlossen werden kann, daß zumin­ dest auf einem Plan diese Grabung bzw. auch die weiter südlich davon im Gebiet der Lager­ mauer angelegten Sondagcn dargestellt waren. Ein Hinweis auf einen dieser Pläne findet sich auch in dem unter Nr. 19 angeführten Brief, S . 3, wo auch noch von einem Plan der Ostergrabung die Rede ist (damit vermutlich der unter Nr. 17 angeführte Plan gemeint). 19. 30. 9. 1917, ohne ZI. Mitgeschickt wurde ein vorläufiger Ruinenplan, wo auf dem Kataster die Umfassung und das Gebäude D eingetragen sind. Lorger ersucht in dem Brief, diesen Plan wieder an ihn zu retournieren. Fotografien Im Fotoarchiv des Institutes befindet sich schließlich noch eine Serie von foto­ grafischen Aufnahmen (nur Kopien, keine Negative), die, ebenfalls mit Abbildungs­ nummern versehen, die Ergänzung zu der oben besprochenen Serie von Planaufnahmen aus dem Jahre 1918 bildet. Daraus sind vier durch den Bericht 1934 (Beilage I—II) bereits bekannt gemacht, die anderen aber unpubliziert, Die Vorlagen zu den im Bericht 1919 abgebildeten Fotos konnten bis jetzt nicht aufgefunden werden. In den Briefen finden sich vereinzelt Hinweise auf weitere Fotografien, die ebenfalls nicht mehr vorhanden zu sein scheinen. 1. lnv. Nr. 5164, Abb. 9. Bez.: „Abb. 5. Kanal im Südtor von Süden“, publ. Bericht 1934, Beilage II, Abb. 3. Zur Ansicht vgl. den Schnitt Plan Nr. 9 (Abb. 8 links). 2. Inv. Nr. 5165, Abb. 10. Bez.: „Abb. 7. Kanal im Südtor von Norden“, publ. Bericht 1934, Beilage I, Abb. 2. Zeichnerische Aufnahme des Schnittes auf Plan Nr. 10 (Abb. 8 rechts). Aus beiden Auf­ nahmen ist die ungewöhnlich sorgfältige Konstruktion der Kanalanlage aus regelmäßig behauenen Quaderblöcken, die mittels Klammern (Klammerlöcher) miteinander verbunden waren, erkennbar. 3. Inv. Nr. 5166, Abb. 19. Bez.: „Abb. 10. Nordecke des Gebäudes E“, publ. Bericht 1934, Beilage I, Abb. 1 . Aus der Aufnahme wird ersichtlich, wie seicht die antiken Überreste unter dem rezenten Niveau anstehen. Im Gegensatz dazu wurden die Reste der Lagermauer z. T. erst in be­ trächtlicher Tiefe angeschnitten.5 4. Inv. Nr. 5167, Abb. 16. Bez.: „Abb. 12. Nordmauer des Zwischenturmes I".“ Unpubliziert. Aufnahme des einzigen an der W-Front des Lagers festgestellten Zwischenturmes von NW. Quer zum Schnitt laufend im Vordergrund die Außenkante der Lagermauer, im Hinter­ grund der östliche Abschluß des Turmes. Im C-ußmauerwerk sind sechs Pilotenlöcher erkennbar, das vorderste im Schatten Hegende mit einem Krampen gekennzeichnet (vgl. Planaufnahme Abb. 13 und Fig. 12). 5. Inv. Nr. 5168, Abb. 15. Bez.: „Abb. 13. Westmauer des Zwischenturmes III'.“, publ. Bericht 1934, Beilage II, Abb. 4 . Es handelt sich dabei um den der porta principalis sinistra auf der O-Seite zunächst liegenden Zwischenturm. Die Aufnahme ist, wie der Grundriß (s. Abb. 13 und Fig. 10) zeigt, von Süden aufgenommen; deutlich erkennbar die sieben Pilotenlöcher. Zwischen dem 4 . und 5. Pilotenloch ein Querschlilz zur Feststellung der Fundamentbreite. 6. Inv. Nr. 5169, Abb. 14. Bez.: „Abb. 14. Westmauer des Zwischenturmes II'.“ Un- publiziert. Mittelerer Turm an der linken Front der praetentura. Die Aufnahme zeigt ebenfalls eine Ansicht von Süden. Im Vordergrund ist daher der Ansatz der südlichen Quermauer des Turmes erkennbar, im Hintergrund zu beiden Seiten der Turmmauer, die hier in ihrer ganzen Breite ausgegraben ist, die Ansätze der Lagermauer. 7. Inv. Nr. 5170, Abb. 1 . Bez.: „Abb. 15. Terrain über der Nordfront der Umfassung“. Vn- publiziert. Aufnahme in Richtung Südosten, wo im Hintergrund schwach die Silhouette von Lot- schitz erkennbar ist. Im Gegensatz zur Süd- und Westfront des Lagers ist hier an der Nord­ front die Bodenfiguration vollkommen eben, die Zwischentürme zeichnen sich nicht durch Bodenerhebungen ab (vgl. Brief vom 7. 11. 1917, ZI. 345/1917). Nicht auffindbare Fotos: 8. Ansicht der O-Ecke von D mit Quaderverkleidung und vorspringendem Sockel. Un- publiziert. Mit den beiden folgenden Fotos als Beilage zum Schreiben vom 30.9.1917 (ad ZI. 206/1917) an E. Reisch gesandt. 9. Teil der S-Ecke der Umfassung mit 4 Pilotenlöchern, publ. Bericht 1919, Abb. 58. 10. Umfassungsmauer (= Fundament) an der NW-Front des Lagers, publ. Bericht 1919, Abb. 59. Mit dem Manuskript für den Bericht 1919 wurden auch 2 Fotografien und 3 Negativplatten dem Institut übermittelt. Die Darstellungen auf den beiden Abzügen sind laut Text mit den beiden oben angeführten Ansichten identisch (sie waren also im Institut doppelt vorhanden). Was auf den Platten dargestellt war, geht aus dem Bericht nicht hervor. II. Auswertung 1 . Der Ablauf der Grabungen Die Wiederaufnahme der Grabungen in Lotschitz ging auf eine Initiative des dama­ ligen Sekretärs des Institutes. R. Egger zurück, der während eines Aufenthaltes in Cilli im Jahre 1915 in Begleitung F. Lorgers auch dem ehemaligen Grabungsplatz Riedls bei Lotschitz einen Besuch abstattete.“ Am 12. Juli 1916 wurde dann die Arbeit mit 5 Arbeitern aufgenommen. Die Gra­ bungen dauerten in diesem Jahr bis zum 19. September.7 Nach Befragung der Bauern konnte Lorger den alten Grabungsplatz Riedls aus dem Jahr 1899 genau lokalisieren, und hier wurde auch mit den Grabungen begonnen,8 die zur Feststellung führten, daß die von Riedl angeschnittenen Mauerzüge zwei verschiedenen Gebäuden, von Lorger mit A und B bezeichnet, zugehörten. Aus dem Bericht vom 8.11.1916 geht hervor, daß Lorger zunächst an die beiden von Riedl auf der Parzelle 35/4 (A. Podgoršek) aufgedeckten Räume, deren östlicher mit Apsiden versehen ist, nach Osten auf der Nachbarparzelle 35/3 des Mathäus Pirc angeschlossen hat. An dieser Stelle sei einer Bemerkung Lorgers gedacht, die zwar nichts mit dem Ablauf der Grabungen oder dem archäologischen Befund zu tun hat, für den Volks­ kundler aber vielleicht nicht ganz uninteressant ist und daher festgehalten zu werden verdient, zeigt sie doch, in welch kurzer Zeit eine Sage entstehen kann. Lorger berich­ tet von der Deutung, die die von Riedl aufgefundenen Baureste in der bäuerlichen Bevölkerung gefunden haben. Man war überzeugt, daß es sich dabei um eine ver­ sunkene Kirche handle, von der Riedl u. a. den Altarplatz ausgegraben hätte. In den siebzehn seit der Grabung Riedls vergangenen Jahren hatte sich die Sage so gefestigt, daß bereits berichtet wurde, zu Ostern könne man die Glocken der versunkenen Kirche in der Tiefe läuten hören. Auch andere Sagenmotive wurden mit der Grabungsstelle in Verbindung gebracht: so sollen hier Hexen ihren Tanz abgehalten haben und des Nachts seien blaue Flammen zu sehen, die mit einem vergrabenen Schatz in Zu­ sammenhang gebracht wurden (Attila!).1 0 Von der alten Grabungsstelle ausgehend, wurde ein Großteil des Baues A auf­ gedeckt, dabei wurde der überwiegende Teil der im Bericht 1919, 125 ff. publizierten Ziegelstempel geborgen. Weiters wurde ein dritter großer Bau festgestellt, von dem die beiden östlichen Ecken fixiert werden konnten. Lorger bezeichnete ihn zunächst mit C,1 1 doch steht auf Grund der genauen topographischen Angaben außer Zweifel, daß es sich tatsächlich um den später mit D benannten Bau der principia handelt (vgl. weiter unten S. 201). Doch auch an anderen Stellen wurden Untersuchungen durchgeführt, so dort, wo später die porta praetoria angenommen wurde (Suchschnitt mit einem Mauerrest).1 2 Im „alten Sannufer“, dem Abbruch des Lagerplateaus gegen die Savinja, wurde eine Mauer festgestellt, wie sich später herausstelle, ein Rest der östlichen Lagerumfassung.1 3 Außerhalb des Lagers hat Lorger in diesem Jahr gegen Ende des Sommers auf einer Parzelle östlich von Lotschitz einen Suchschnitt angelegt und ist dabei auch auf römerzeitliches Mauerwerk gestoßen (Fundplatz G 2, Fig. I).1 4 Im Jahr 1917 wurde die erste Kampagne zu Ostern (3.—7. April) durchgeführt.« Das zeitlich darauf folgende Schreiben vom 13. 5. nimmt aber keinen Bezug auf diese Grabung. Aus dem Bericht 1919, 117 wissen wir, daß dabei die Arbeit bei A mit der Aufdeckung der im Inneren liegenden Räumlichkeiten (Parz. 35/4, vgl. hs. Ms. S. 16) fortgesetzt worden ist und die Ergebnisse der Riedl’schen Grabung überprüft wurden. Darüber hinaus wurde mit der Feststellung des Gebäudes C ein vierter Bau im Lager­ inneren gesichert. Für den Sommer 1917 war zunächst die Vervollständigung der »Siedlungsgrund­ risse“ geplant, weiter sollte nach Datierungsmöglichkeiten gesucht werden, vor allem um die Stellung der einzelnen Baukomplexe zueinander klären zu können. Die östlich von Lotschitz angetroffenen Gebäudereste, bei deren weiterer Freilegung sich Lorger datierende Kleinfunde erhoffte, sollten näher untersucht werden. Tatsächlich ist es aber hier nicht zu einer Fortsetzung der Grabung gekommen, da die Ergebnisse der Lager­ grabungen dies verhinderte. Nochmals taucht der Wunsch hiezu im Jahre 1918 auf, ist jedoch auch diesmal nicht realisiert worden.1 7 Über die ersten Ergebnisse der Sommergrabung,1 8 die am 9. Juli begann und am 15. September endete, informiert ein Brief, datiert am 19. 7., in dem über die Tätigkeit der beiden ersten Grabungswochen referiert wird. In der ersten Woche1 9 wurden zu­ nächst die Arbeiten im Bereich von A mit der Freilegung des Süd- (auf der Suche nach dem Haupteingang) und Westtraktes fortgesetzt. Die zweite Woche war bereits den Untersuchungen des sog. „Sandsteinstreifens“, wie Lorger nach dem Oberflächen- befund jenen Bereich nannte, der den Verlauf der Lagermauer markierte, gewidmet.2 0 Als erstes wurde an die Sondage des Vorjahres an der Ostfront angeschlossen und von hier ausgehend die Untersuchungen weiter nach Süden ausgedehnt, wobei der Verlauf der Lagermauer an dieser Seite fixiert werden konnte. Über den weiteren Verlauf der Grabung bis zum Grabungsschluß am 15. 9. sind wir nicht direkt informiert. Aus dem Bericht 1919, 117 ist zu entnehmen, daß die Umfassung durch Sondagen an allen vier Seiten konstatiert wurde. An der Stelle der porta principalis dextra legte Lorger die zwei Suchschlitze V 8 und V 9 an, in denen je ein Pilotenloch gefunden wurde.'2 1 Der von den übrigen Suchschlitzen im Bereich der Umfassung abweichende Befund bewog Lorger bereits zu diesem Zeitpunkt, hier ein Lagertor anzunehmen.2 2 Auch die Feststellung des Zwischenturmes IV der Südfront2 3 war ein Ergebnis der Sommergrabung, während die Aufdeckung der Zwischentürme II und III während der Kurzgrabung zu Allerheiligen dieses Jahres gelang. Während dieser Grabung wurden bei der porta principalis dextra eine weitere Sondage V 7 und beim Turm IV V 11 ange­ legt. Schließlich wurde in einem Schnitt die Nordecke des Larges aufgeschlossen, um den Radius der Eckabrundung feststellen zu können.2 4 Im Bereich der porta principalis dextra wurden die Untersuchungen während der Grabung vom 9.—11.2.1918 abgeschlossen, deren Ergebnisse den wichtigsten Inhalt der beiden Schreiben vom 23. 2. und 25. 2. 1918 bilden.2 5 Dieser Grabung war eine genaue Vermessung des Lagerumfanges am 17.1. vorausgegangen, worüber Lorger in einem Brief, datiert vom 20. 1., berichtet. Für den Sommer 1918 war eine flächige Aufdeckung eines Viertels des Gebäudes D über Wunsch des Institutes geplant, doch bemerkt Lorger hiezu, daß es auf Grund der vielen verschiedenen Parzelleneigentümer nicht leicht sein werde, dieses Programm durchzuführen.2 0 Bis zum 9- 6. hatte er erst von einem Besitzer (Parz. 423/2 über der O-Front des Gebäudes) eine Erlaubnis zur Grabung erhalten. Tatsächlich hat sich die Arbeit dann aber ganz anders entwickelt, doch können wir deren Verlauf nicht mehr an Hand des Briefwechsels verfolgen, da dieser mit dem zuletzt erwähnten Datum endet. Wohl aber bietet der Bericht 1934 über die Tätigkeit dieses Jahres Auf­ schluß, die auch aus den oben vorgestellten Plänen erschlossen werden kann. Nach Abschluß der Untersuchungen beim rechten Lagertor wurden während der Sommer­ grabung im Bereich der Umfassung noch die porta decumana und die porta principalis sinistra genaueren Untersuchungen unterzogen, weiters wurde an der W-Front der Zwischenturm I" sowie die Zwischentürme an der N-Front des Lagers festgestellt. Im Lagerinneren wurde südlich von D der Bau E geortet und an einigen Stellen unter­ sucht, während sich die Arbeiten im Bereich von D auf einige Versuchsgrabungen vor der Front des Gebäudes (via principalis) beschränkten. 2. Oberflächenbefunde Da keine Überreste über Tag erhalten waren, hat Lorger schon vor Beginn der Grabungen und auch während dieser Arbeiten das gesamte Gelände des Lagers, aber auch dessen Umgebung einer sorgfältigen Beobachtung unterzogen, deren Ergebnis im Bericht 1919, l l l f ., nur in geringem Umfang bekannt gemacht worden ist. In den handschriftlichen Berichten jedoch geht Lorger viel ausführlicher darauf ein, sodaß sich hier eine Menge diesbezüglicher Hinweise finden, aus denen erst verständlich wird, wie es Lorger innerhalb einer relativ kurzen Zeit möglich sein konnte, einen doch sehr ausführlichen archäologischen Befund zu erarbeiten. Zwei Beobachtungen waren es vor allem, auf die sich Lorger bei der raschen Auffindung der antiken Überreste stützen konnte: einerseits fand sich an bestimmten Stellen sehr konzentriert an der Oberfläche antiker Kulturschutt und andererseits zeigte das Gelände bestimmte nicht natürliche Ausbildungen. Schon Riedl hatte seinerzeit seine Grabung in diesem Areal angesetzt, weil sich an der Oberfläche der Äcker zahlreiches durch den Pflug zutage gefördertes antikes Kulturmaterial gefunden hatte. Während des Besuches im Jahre 1915 machten Egger und Lorger dieselben Beobachtungen: auf den Feldern fand sich antiker Schutt in Form von Mörtel, Bruchsteinen und Ziegelstücken. Die Fundplätze konzentrierten sich auf die Flur Grobelce (den Bereich des Legionslagers), doch konnte Lorger auch noch einige andere östlich davon liegende Fundplätze lokalisieren, deren größter — Groblje genannt — zwischen Lotschitz und Ober-Birnbaum die Parzellen 1312, 1313 und 1321 bedeckte und mit seinen Ausläufern auch noch in die Parzellen 1307—1310 sowie 1328 und 1329 reichte.2 7 Zwei weitere Fundplätze lagen näher zu Lotschitz: der Fund­ platz G 1 auf den Parzellen 132, 187 und 175 und der mit G 2 benannte, am östlichen Ortsrand von Lotschitz gelegene und von Lorger später mit einem Suchschnitt ange­ rissene Fundplatz auf den Parzellen 189/2, 190, 191, 192/2, 193/2, 194, 195, 196/1 und 197/1 (Fig, 1). Die Zusammenzeichnung dieser ersten eigenen Beobachtungen, zu denen sich noch Auskünfte aus der Bevölkerung gesellten, ist von Lorger auf dem Plan Inv. Nr. 431 (Abb. 2), der dem Grabungsplan Inv. Nr. 111, publ. Bericht 1919, Abb. 55 (hier A bb. 3) vorausgeht, niedcrgelegt. Hier finden sich alle Stellen, vor allem im Lager, eingezeichnet, an denen später durch die Grabungen tatsächlich Mauerwerk festgestellt worden ist. Besonders beachtenswert sind dabei die Fundplätze S 4 und S 5, wo erst 2 Jahre später durch die Grabungen das Gebäude E angeschnitten worden ist. Durch losen Sandsteinschutt, der sich von der Umgebung allerdings nur von einem geübten Auge unterscheiden ließ, konnte schon 1916 auf drei Seiten der Lauf der Umfassungsmauer des Lagers, deren Existenz zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt war, festgestellt und in den Plan eingetragen werden,2 8 es ist der in den Berichten wiederholt vorkom­ mende „Sandsteinstreifen“, der schließlich durch die Grabungen einer Deutung zuge­ führt wurde. Auch die Stellen der Lagertore konnte Lorger bereits in diesem Jahre vermutungsweise fixieren, da hier „der ,Sandsteinstreifen1 beträchtlich breiter als sonst“ erschien.2 9 Für die Innenbebauung des Lagers ist wichtig, daß Lorger nur dort Schutt­ reste an der Oberfläche angetroffen hat, wo später durch die Grabungen die Gebäude A—E fixiert wurden. Der Rest der Lagerinnenfläche war schuttfrei, woraus Lorger den Schluß gezogen hat, die übrigen Lagergebäude, vor allem die Kasernen, seien aus Holz errichtet gewesen. Zu den im Lager sehr bescheidenen Oberflächenbefunden ste­ hen jene, die Lorger auf der Flur Groblje getätigt hat, in einem Gegensatz: das Vor- Fig. 1 Siedlungsreste G 1 und G 2 östlich Lotschitz. M 1 : 2880. Ausschnitt aus Plan Nr. 2 (Inv. Nr. 111). — Naselbinski ostanki G 1 in G 2 vzhodno od Ločice. M 1:2880. Izrez iz načrta št. 2 (inv. št. 1 1 1 1 handensein von Tubuliresten, Mosaiksteinchen und Wandmalereibruchstücken deutete darauf hin, daß hier anders und auch besser ausgestattete Bauwerke als im Lager ge­ standen haben müssen.3 0 Durch die genauere Beobachtung der Geländeausbildung gelang Lorger die Auf­ deckung der Zwischentürme an der Süd- und Westfront der Lagerumfassung. Sie zeichneten sich als sanfte sich über das sonst ebene Gelände erhebende Kuppen ab.3 1 Hingegen war das Gelände an der Nordfront, wo Lorger 1918 ebenfalls Zwischen­ türme ausgegraben hat, und an der Ostfront vollständig eben.'*2 Auch die z. T. ziemlich tief ausgerissene Lagermauer zeichnete sich im Gelände nicht ab.3 3 Bei den Innenbauten zeigte sich nur im Bereich des Gebäudes B in OW-Richtung verlaufend ein schon seinerzeit von Riedl beobachteter „Erdwall“, der nach Lorger eine flache max. 0,50 m hohe und bis zu 7 m breite Kuppe darstellte und mit Schutt­ resten gefüllt war, wie sich nach der Untersuchung herausstellte.2 1 Dieser „Erdwall“ verlief genau parallel zur Ausrichtung des Baues B an seiner Nordseite, er überdeckte die von Lorger festgestellte nördliche Begrenzungsmauer des Bauwerkes. Die Grabungsstelle G 2 östlich von Lotschitz war ebenfalls als eine „etwa manns­ hohe oben abgeflachte Bodenunebenheit von mäßiger Ausdehnung“ erkennbar.3 5 3. Baubefunde Lagerumfassung Im Jahre 1916 hatte Lorger — wie bereits oben erwähnt — das Vorhandensein einer Umfassungsmauer an Hand der Oberflächenbefunde für drei Seiten des Lagers gesichert. Mit den Grabungen in diesem Bereich wurde intensiv in den Sommer­ monaten 1917 begonnen, auch die Grabungskampagnen des Jahres 1918 dienten noch der Erforschung dieses Lagerteiles. Auf Grund dieser Untersuchungen konnte Lorger die Abmessungen des Lagers fest­ stellen, zunächst noch approximativ mit 530 X 430 m, schließlich nach einer genauen Messung, die am 17.1.1918 durchgeführt wurde, mit 543 m für die Länge und 435,50 m für die Breite (Außenmaße!).3 0 Dabei ist auf eine Diskrepanz der Abmessun­ gen mit der Darstellung auf den Grabungsplänen, die z, T. durch die Publikationen bekannt geworden sind, hinzuweisen, auf die Lorger in seinem Briefwechsel ausführlich eingegangen ist.3 7 Die Grundlage für die Gesamtpläne bildeten die vorhandenen Kataster­ blätter, bei denen Lorger schon vor Durchführung der genauen Vermessung einen Fehler in der OW-Maßen vermutete. Dieser Fehler führte nach der Eintragung des Lagergrundrisses zu einer Reduktion der Längsachse des Lagers um 13 m.3 8 Der Lager­ grundriß mußte mit diesem Fehler eingetragen werden, um nicht mit den Parzellen­ angaben in einen Widerspruch zu getafen. Mit den gemessenen Angaben überhaupt nicht übereinstimmend ist der im Bericht 1934, Abb. 1 abgedruckte Übersichtsplan, der für die Längerstreckung ein Maß von 515m, für die Breite nur 425 m angibt.3 9 Deshalb habe ich nach den Angaben Lorgers einen neuen Grundriß angefertigt, der in Fig. 2 vorgestellt wird. Nach Feststellung der Längen- und Breitenerstreckung des Lagers konnte Lorger auch den Flächeninhalt mit 232.428 m2 errechnen,4 0 wobei auffällt, daß zu dem von Lorger korrigierten Inhalt des Lagers Albing eine Differenz von nur 596 mL > vorhanden ist.4 1 Beide Lager sind also hinsichtlich des Flächeninhaltes praktisch gleich groß. Die Breite der Lagermauer wird im Bericht 1919, 120 zwischen 1,20 bis 3,00 m angegeben, wobei letzteres Maß im Bereich der Lagerecken, also an den exponiertesten Stellen des Lagers, auch tatsächlich angetroffen worden ist. Von den Lagerecken wurden allerdings nur die Nord- und der Ansatz der Südecke (Abb. 12) mit Schnitten untersucht, dabei ergab sich bei beiden ein Rundungsradius von 12,55 m.4 2 An beiden Ecken konnten im Fundament Pilotenlöcher4 3 festgestellt werden, woraus ersichtlich Fig. 2 Gesamtplan des Lagers. Neu zusammengezeichnet nach den Maßangaben Lorgers. — Celotni načrt trdnjave. Na novo narisan po Lorgerjevih merskih podatkih ist, daß die zusätzlichen Pfostenarmicrungen nicht nur im Bereich der Türme, sondern auch an anderen neuralgischen Punkten der Umfassung zur Anwendung gebracht wurden. Lorger rechnet mit einer durchschnittlichen Mauerbreite von 2 m, doch fällt bei Betrachtung der Detailpläne auf, daß die Mauerfundamente im Bereich der Zwischen­ türme und der Lagertore überall dieses Maß übertreffen und hier anscheinend eine Mauerstärke von 2,40—2,60 m zu rekonstruieren ist; dies natürlich nur dann, wenn die Pläne in diesem Punkt richtig gezeichnet sind, da die Maße nicht durch Kotie­ rungen gesichert sind, sondern nur direkt vom Plan abgenommen werden können. Die Stellen, an denen die Mauer nur 1,20 m breit gewesen sein soll, werden im Bericht 1919 nicht genannt, auch das Archivmaterial, in dem sich die Angaben über die Lagermauer mit einer Notiz über die N-Ecke erschöpfen, gibt darüber keine Aus­ kunft. Porta principalis dextra (Abb. 5 links, 6; Fig. 3—4) Die ersten im Sommer 1917 durchgeführten Testgrabungen erbrachten an dieser Stelle bereits ausgedehnte Gußmörtelfundamente sowie Pilotenlöcher, von denen eines einen Durchmesser von 0,12 m und die übliche Tiefe von noch 1,40 m aufwies.4 4 Schließlich wurde mit insgesamt 11 Sondagen ein einheitlicher rechteckiger Fundament­ block mit einer Tiefe von 1,40—2,00 m festgestellt, dessen Maße Lorger im Bericht 1934, 151 mit 30,50 X 11,00 m angibt. Der auf dem Plan Nr. 7 (Abb. 5 und Fig. 4) für den Druck vorbereitete Grundriß gibt in der Kotierung allerdings nur 30,20 m an, mit welcher Angabe die Zeichnung übereinstimmt, während die Aufnahme auf dem Plan Nr. 5 (Abb. 6 und Fig. 3) eher dem ersten Maß entspricht. Die Mittelachse des Fundamentblockes liegt von der S-Ecke des Lagers 225,50 m entfernt.4 5 Der Gesamt­ plan (Nr. 6, Abb. 4) gibt die Lage des Tores nicht richtig an. Durch die Sondagen wurden aber nicht nur die Außenkanten des Blockes, sondern auch die Oberfläche aufgeschlüsselt, welche interessante Ergebnisse lieferten. Mit dem westlichen Ende der langen Sondage V 6 und mit V 10 (Abb. 6 und Fig. 3) wurde nämlich ein Straßen­ pflaster aus Sandsteinblöcken angeschnitten, an welches auf der Ostseite, es überragend ein glatt behauener Sandsteinblock anschließt.4 6 Die Kante zwischen Pflaster und Quaderblock liegt nach dem Plan 13 m von der W-Kante des Fundamentes bzw. 2 m von der Mittelachse entfernt. Daraus kann geschlossen werden, daß es sich beim J £ © -> a n U J Fig. 3 Porta principalis dextra. Nach Plan Nr. 5 (Inv. Nr. 2378). — Porta principalis dextra. Po načrtu st. 5 (inv. št. 2378) PORTA PRINCIPALIS DEXTRA ^ -------------------------------31.80 ------- PORTA PRINCIPALIS SINISTRA Fig. 4 Porta principalis dextra und sinistra. Nach Plan Nr. 7 (Inv. Nr. 613). — Porta principalis dextra in sinistra. Po načrtu št. 7 (inv. št. 613) Master um den Rest der westlichen Tordurchfahrt handelt, während der Block ein Überrest des die Durchfahrten trennenden Mittelpfeilers sein muß: die Anlage war also dem üblichen Schema entsprechend doppeltorig mit seitlichen Flankentürmen aus­ gebildet. Ein Versuch, aus dem Wenigen eine Rekonstruktion des Grundrisses durch­ zuführen, soll weiter unten im Anschluß an die Besprechung der übrigen Torfunda­ mente gemacht werden. Gegenüber der Lagermauer springt der Fundamentblock dem Plan nach um ca. 2 m vor. Unter dem Straßenpflaster der westlichen Durchfahrt wurde im weiteren Verlauf der Grabungen ein sorgfältig aus schön behauenen Quaderblöcken gefügter Abwasser­ kanal freigelegt, dessen Beschreibung im Bericht 1934 größerer Raum gewidmet ist,4 7 während der oben beschriebene Befund, der aus dem Plan Nr. 5 ablesbar ist, nicht er­ wähnt wird. Der Kanal ist im nördlichen Teil niedriger (1,67 m gegenüber 1,70 m im S), schwächer und nicht so regelmäßig gebaut. Im südlichen Teil zeigen nämlich die Kanalwandungen eine bis ins Einzelne gehende Symmetrie, obwohl Baumaterial ver­ schiedener Größe verwendet worden ist. Die noch erhaltene Länge der Kanalsohle, bestehend aus 0,30 m starken Steinplatten, beträgt 8,50 m. Die lichte Weite beträgt im Süden 1,10 m, im nördlichen Teil ist sie um 5 cm geringer. Soweit eine Zusammen­ fassung des Berichtes Lorgers, der ergänzt wird durch die zeichnerischen Aufnahmen zweier Schnitte ohne Angabe eines Maßstabes, die die beiden verschiedenen Kanal­ profile wiedergeben (auf den Abb. 2 und 3, hier Abb. 8), und entsprechende Fotos auf Beil. I, Abb. 2 und Beil. II, Abb. 3 (hier Abb. 9 und 10). Aus den unpublizierten zeichnerischen Aufnahmen kann der Befund weiter er­ gänzt werden. Die Lage des Kanals findet sich auf dem für die Publikation bestimmten Plan Nr. 7 eingezeichnet, der also den Zustand nach Abräumen des Straßenpflasters wiedergibt. Allerdings erfolgte die Einzeichnung nur schematisch, so daß es leider nicht möglich ist festzustellen, wie die auf Plan Nr. 11 gezeichnete Detailaufnahme einzu­ passen ist. Dies wäre deshalb von Interesse, um die Lage der Trennlinie zwischen den beiden von Lorger erwähnten Teilen des Kanales fixieren zu können. Die Aufrollung der Kanalkonstruktion auf dem eben erwähnten Plan (Abb. 7) zeigt die Zweiteilung ganz deutlich. Daraus ist aber auch zu erkennen, daß das bei Lorger angegebene Maß für die erhaltene Länge des Kanals mit 8,50 m nur die Kanalsohle betrifft, während die Kanalwandungen auf beiden Seiten, vor allem aber im Süden, darüber hinaus reichen, so daß die größte erhaltene Länge 10,10 m betragen hat. Die Breite der querliegenden Platten der Kanalsohle schwankt zwischen 0,44 und 0,84 m, in der nörd­ lichsten ist ungefähr in der Mitte eine rechteckige Ausnehmung ähnlich einem Zapfen­ loch eingezeichnet, die allerdings auf dem Foto Abb. 10 nicht zu erkennen ist. Die erwähnte Trennlinie liegt 2,36 m vom N-Ende der Kanalsohle entfernt. Auffällig ist dabei, daß sich die unterschiedliche Bautechnik nur im aufgehenden Mauerwerk des Kanals feststellen läßt, die Trennlinie fällt nämlich nicht mit einer Fuge zwischen den Platten der Kanalsohle zusammen. Der regelmäßig gefügte Teil des Kanals, der eine Länge von 5,80 m aufweist und im übrigen im Süden ebenfalls in einen unregelmäßig gefügten übergeht, indem an der Westseite ein senkrecht gestellter Quaderblock vier horizontal liegenden Blöcken der Ostseite gegenübersteht, zeigt in der Kanalwandung zwei übereinander angeordnete Reihen von Quaderblöcken. Die untere besteht aus kleineren im allgemeinen vertikal gestellten Blöcken, auf jeder Seite 12 mit einer Höhe von 0,57 m, ihre Tiefe ist nicht bekannt. Die obere zeigt jeweils drei lange Quaderblöcke, deren längster 2 m erreicht, zwischen sie ist auf jeder Seite ein kleinerer Quaderblock (mit 15 bzw. 15' bezeichnet) eingefügt. Die Gesamthöhe der beiden Scharen beträgt im Osten 1,18 m, im Westen 1,22 m. Darüber liegen ebenfalls in Form von langen Blöcken die etwa 10 cm hohen Gewölbeauflager (17—20 bzw. 17'—20'), das Gewölbe selbst ist wieder aus kleinen Quadern gefügt. Die Unregelmäßigkeit des nördlichen Kanalteiles ist aus der zeichnerischen Auf­ nahme Abb. 7 und dem Foto Abb. 10 klar erkennbar. Sie beschränkt sich nicht nur auf die Kanalwandung, sondern zeigt sich auch im Gewölbe, wo zwischen die Keil­ steine flache Bruchsteinplatten zur besseren Verkeilung eingeschoben sind. Die Ge­ wölbeauflager zeigen hier zum Teil Klammerlöcher, wobei auffällt, daß das vorderste Auflager links eine andere Neigungsflache als das dahinterliegende aufweist. Die Quaderblöcke scheinen ursprünglich für eine andere Zusammenstellung vorbereitet ge­ wesen zu sein und sind dann hier schnell und nicht mehr so sorgfältig zusammengefügt worden. Man wird also nach diesem Befund auf jeden Fall zwei verschiedene Bauvor­ gänge unterscheiden müssen.4 8 Auf beiden Seiten stieß das Quadermauerwerk des Kanals an ein Guß- oder Bruchsteinmauerwerk, dessen Ansatz im Süden besonders auf der Abb. 9 deutlich sichtbar ist.4 1 1 Allerdings bleibt hier die Frage unbeantwortet, ob die Kanalwandung in ihrem weiteren Verlauf tatsächlich eine solche Ausformung hatte, man kann sich ein solches Mauerwerk ohne entsprechende Verkleidung kaum vorstellen. Hat eine solche existiert, würde das aber bedeuten, daß die lichte Weite des Kanals sich verengt hat, was wohl ziemlich unwahrscheinlich ist. Bemerkenswert ist ferner, daß sowohl im Süden (Westwange) als auch im Norden (Ostwange) auf der Krone der Kanalwandungen Quaderblöcke aufliegen, deren Ober­ kante höher gelegen ist als der Ansatz der Überwölbung und die keine Abschrägurig zeigen. Dies bedeutet, daß hier die Kanalabdeckung nicht durch ein Gewölbe, sondern nur durch waagrecht gelegte Steinplatten erfolgen konnte. Der überwölbte Teil des Kanals hat demnach ein Länge von 8,20 m, dieses Maß entspricht also in etwa der erhaltenen Länge der Kanalsohle von 8,50 m. Die Frage, ob daraus auf einen baulichen Zusammenhang geschlossen werden kann oder die Übereinstimmung der Maße nur auf einem Zufall beruht, kann nicht geklärt werden, zumal nach dem archäologischen Be­ fund nur für die Südseite des Kanals mit Sicherheit gesagt werden kann, daß sich die Platten der Kanalsohle nicht weiter fortgesetzt haben (Abb. 9), während über das Nord­ ende keine diesbezügliche Aussage gemacht werden kann. Porta principalis sinistra (Abb. 5, Fig. 4 unten) Lorger war der Ansicht, der oben besprochene Kanal sei unter dem ganzen Lauf der via principalis verlegt gewesen. Seine Sondagen östlich der principia blieben aller­ dings negativ, er meinte deshalb, der Kanal sei hier verschwunden.5 0 Gefunden wurde er von ihm erst wieder im Fundamentblock der porta principalis sinistra, der im Bericht 1934 nur mit den Maßen von 31,80 X 12,30 m und der Bemerkung, er sei in der gleichen Technik wie das Fundament der porta principalis dextra errichtet, be­ schrieben wird.5 1 Der Kanal wird mit einer lichten Weite von 1,10 m angegeben, weiters wird vermerkt, daß er wesentlich schlechter erhalten sei als beim Südtor: die Höhe der erhaltenen Kanalwandung betrug lediglich 0,70 m.5 2 Der Plan Abb. 5 zeigt, daß der Kanal dieses Tor in der rechten Hälfte des Fundamentes durchbricht. Aus dem Grundriß ist weiter zu ersehen, daß Lorger hier sechs Sondagen angelegt hat, mit denen er vor allem die Außenfronten festlegen konnte, die Abmessungen zeigen, daß das F’ undament dieses Tores größer ist als jenes auf der gegenüberliegenden Lagerfront. In den beiden Sondagen an der Nordseite des Fundamentes fand Lorger, jeweils 1,40 m von der Außenkante entfernt, je ein Pilotenloch.5 3 Gegenüber der Front der Lager­ mauer springt die Toranlage um etwa 1,60 m vor, weniger als beim S-Tor.5 4 Die Außenkante der Lagermauer ist durch eine unmittelbar östlich der Toranlage angelegte Sondage gesichert. Im östlichen Teil des Fundamentes hat Lorger einen langen OW gerichteten Suchschnitt angelegt, der neben der Bestimmung der östlichen Außenfront auch zur Auffindung des Kanales führte, dessen erhaltene Teile in der Zeichnung durchlaufend, die nicht erhaltenen strichliert eingetragen sind. Die Mittelachse des Kanals ist von der O-Kante des Fundamentes 13,50 m entfernt. Nach Lorger war vom Kanal nur die Sohle mit dem Plattenbelag zur Gänze erhalten, während das Gewölbe und der Großteil der Wandungen nicht mehr vorhanden waren. Ein Schnitt durch den am besten erhaltenen Teil ist im Bericht 1934, Abb. 4 (hier Abb. 11) wiedergegeben. Da- aus ist zu entnehmen, daß die Gesamtbreite des Kanals mit den seitlichen Begren­ zungsmauern sich auf 2,52 m beläuft, die Sohle des Kanals liegt 2,50 m unter dem rezenten Niveau, die Krone des an den Kanal anstoßenden Gußfundamentes wurde in einer Tiefe von 0,80 m angetroffen. Die zweite nicht publizierte Aufnahme des Planes Nr. 8 (Abb. 11 rechts) zeigt den erhaltenen Teil der westlichen Kanalwand mit der Abfolge der Quaderblöcke. Die Mauer ist in gleicher Weise errichtet wie das gut gebaute Stück des Kanals unter der porta principalis dextra. Der erhaltene Teil ist noch 4 m lang, dieses Maß entspricht auch der Darstellung im Grundriß der Toranlage, aus der weiter zu erkennen ist, daß das erhaltene Stück der westlichen Kanalwandung in einer Entfernung von 1,70 m von der N-Kante des Fundamentes beginnt. D'ie Höhe der Kanalwandung betrug 1,32 m, ist damit also um 10 cm höher als beim gegenüberliegenden Tor. Porta decumana (Abb. 5 oben, Fig.5) Aus dem Bericht 1934, 152 können die wichtigsten Angaben über dieses Lagertor entnommen werden. Der Grundriß unterscheidet sich von den beiden anderen vor allem dadurch, daß die beiden Flankentürme über die Tordurchfahrt gegen das Lager- innere vorkragen. Die Länge des Fundamentes beträgt 29,90 m, die Breite an der Stelle der Türme 11,70 m. Die Tor durchfahrt ist 13,20 m breit, die Türme messen nach Lorger an ihrer Schmalseite 8,30 m. Die gesamte Anlage springt gegen die Front der Lagermauer um 1,60 m vor. Von vielleicht erhaltenen Teilen des Oberbaues er­ fahren wir nichts. Die schriftlichen Angaben werden durch den Grundriß auf Plan Nr. 7 (Abb. 5 oben) illustriert, der bis jetzt unpubliziert geblieben ist. Er zeigt wie bei den anderen Torgrundrissen die Sondagen, mit deren Hilfe Lorger die Anlage auf­ geschlüsselt hat. in einem schräg geführten längeren Schlitz wurde ca. 1 m von der W-Kante bzw. 8,30 m von der Nordkante (genau der angenommenen Breite der Tor­ türme entsprechend) ein Pilotenloch ergraben, ein zweites fand sich in einer Sondage im südlich an das Tor anschließenden Teil der Lagermauer, 1,60 m davon entfernt, gegen die Mauerfront in einem Abstand von 1 m. Nach dem Grundriß laßt sich die Tiefe der Tordurchfahrt mit 9 m bestimmen, die Türme springen also um 2,70 m in das Lagerinnere vor. Ein Abwasserkanal wurde hier nicht festgestellt. Auf dem Plan fällt auf, daß im nordöstlichen Teil der Tordurchfahrt eine völlig von der üblichen schrägen Schraffur abweichende Signatur eingetragen ist. Von Norden nach Süden immer breiter werdende Streifen führen von der O-Kante nach Westen. Der süd­ lichste bricht nach etwa 2 m ab. Die NS-Erstreckung dieses Feldes beträgt 3,70 m. Der nördlichste Streifen setzt direkt an eine Sondage, mit der die Ecke zwischen Tordurchfahrt und vorspringendem Turm erschlossen worden ist, an und ist 0,30 m breit, die weiteren messen nach dem Plan 0,70, 0,80 und 1,90 m. Handelt es sich dabei wie beim Südtor um den Rest einer Straßenpflasterung? Gegen Süden findet sich neben einer die O-Kante der Tordurchfahrt fixierenden Sondage außerhalb des Tor­ fundamentes schräg liegend anscheinend ein verstürzter Quaderblock. (Abb. 5, auf Flg. 5 nicht eingetragen). PORTA DECUMANA Fig. 5 Porta decumana. Nach Plan Nr. 7 (Inv. Nr. 613). Porta decumana. Po načrtu št. 7 (inv. št. 613) Porta praetoria Etwa in der Mitte der Ostfront des Lagers hat Lorger 1916 und 1917 nur sehr kleinflächige Untersuchungen durchgeführt, da ein Hopfengarten ausgedehntere Ar­ beiten verhinderte. Aus dem Lagerschema ergab sich, daß diese Stelle ungefähr dort lag, wo das Prätorialtor gelegen haben muß, doch zeigt das hier ausgegrabene Mauer­ werk keine Ähnlichkeit mit den ausgedehnten Fundamentblöcken, die Lorger bei den anderen drei Lagertoren später angetroffen hat. Aus dem Grabungsbericht5 5 ist zu entnehmen, daß Lorger hier eine 1,10 m starke Mauer angeschnitten hat, die er aber ihrer geringen Breite wegen und auch wegen des Aussehens nicht als Turmmauer bestimmen wollte, trotzdem weist er die Mauern einer Toranlage zu.5 6 Der Brief vom 19.7. 1917 bietet einige weitere Details, ohne daß daraus allerdings für die Inter­ pretation eine Hilfe zu gewinnen wäre. Lorger hat hier zunächst die Westfront einer parallel zum Bau A und zu der später festgestellten Lagermauer verlaufenden Mauer ergraben, die er von Norden nach Süden auf eine Länge von 15,50 m verfolgt hat, ihre Breite wurde aber nicht bestimmt. Das nördliche Ende der Mauer blieb unklar, Lorger spricht davon, daß „sie auch abgebrochen sein kann“. Im Süden stellte er ein Eck fest, die Mauer knickt nach Osten um. In drei weiteren Schlitzen wurde diese 1,10 m breite Mauer weiter nach Osten verfolgt. In einer Entfernung von 9,30 m von der Westflucht der oben erwähnten NS-Maucr wurde in einer weiteren Sondage in einer Tiefe von 1 m die Oberkante der Lagermauer erschlossen, allerdings nicht an einer ihrer Fronten, sodaß die genaue Distanz zwischen den beiden Mauerfluchten nicht gegeben ist. Die Pläne bieten hiefür ebenfalls keine genauen Angaben. Will man die Entfernung berechnen, so kann man zum Ausgangspunkt der Überlegung die weiter oben S. 185 festgestellte durchschnittliche Breite der Lagermauer von 2,50 m wählen. Daraus ergibt sich je nach der Lage der Sondage über der Lagermauer eine Minimaldistanz von 6,90 m bzw. eine Maximaldistanz von 9,20 m zwischen den beiden westlichen Mauerfluchten. Noch unangenehmer aber ist es, daß die topographische Lage dieses Mauerstückes nicht genau fixiert ist. Auf den Plänen Nr. 2 (Abb. 3) und Nr. 6 (Abb. 4 = Bericht 1934, Abb. 1) findet sich die Mauerecke in einer Entfernung von 24 bzw. 31 m von der Mittelachse des Lagers eingetragen. Betrachtet man den Grundriß der übrigen drei Tore zunächst im Hinblick auf die Entfernung der hinteren Kante der Torfundamente von der Lagermauer,3 7 so zeigt sich, daß von den oben errechneten Maßen das Minimalmaß noch in diesem Rahmen, das ebenso gut mögliche Maximalmaß aber darüber liegt. Die Entfernung der Quermauer von der Mittelachse des Lagers läßt sich überhaupt nicht mit den Verhältnissen bei den anderen Toren vergleichen. Dort beträgt der Abstand der Seitenkante von der Achse rund gemessen 15 m, während hier beide durch die Pläne überlieferten Maße weit darüber liegen. Bei der streng beachteten .Symmetrie in der Anlage des Lagers — sowohl porta decumana als auch die principia liegen nach Lorger genau in der Mittelachse! — ist es aber kaum anzunehmen, daß die porta praetoria nach Süden verschoben worden ist. Sollten wir es hier tatsächlich mit einer Toranlage zu tun haben, wäre ihr Typus gänzlich anders ausgebildet gewesen. Ist das kürzere Maß für die Längsausdehnung richtig, könnte man noch an eine dreitorige Anlage ähnlich Alhing5 8 denken, doch sind auch hier die Unter­ schiede ziemlich groß.5 9 Gilt das zweite Maß, ist aber eine Zugehörigkeit der Mauern zu einer Toranlage auf jeden Fall auszuschließen. In diesem Fall könnte man an einen Zubau an ein Lagertor vom Typus der übrigen drei Tore denken, da nämlich die frei­ gelegte NS-Mauer genau dort beginnt, wo das Torfundament enden müßte.6 0 In keinem der beiden Fälle kann aber an einen Zwischenturm gedacht werden, da die Mauern wesentlich schwächer als bei den ergrabenen Türmen sind, die NS-Mauer für eine Turmseite viel zu lang ist und überhaupt nach dem gesicherten Schema hier kein Turm zu erwarten ist. So bleibt der tatsächliche Zweck dieses Mauerwerkes bis auf weiteres ungeklärt.8 1 Rekonstruktionsversuch der gesicherten Lagertore Ein solcher hat von zwei Details des archäologischen Befundes auszugehen: 1. bei der porta principalis dextra wurde 2 m westlich der Mittelachse die west­ liche Front eines Quaderblockes in situ freigelegt, an den sich weiter eine Straßen­ pflasterung anschloß. 2. der Grundriß der porta decumana zeigt an der Lagerinnenseite zwei vorsprin­ gende Risalite von ca. 8,30 m Breite. Daraus ist zu schließen, daß sich in der Mitte der Toranlagen aufgehendes Mauer­ werk befunden hat • — also ein Mauerpfeiler — und daß die daraus abzuleitenden zwei Tordurchfahrten an den Seiten von je einem Turm flankiert waren, es zeigt sich somit der gängige Typus der Lagertore. Das hintere Lagertor weist für die Türme eine Breite von ca. 8,30 m auf, für die Durchfahrt bleiben 13,20 m. Nach dem südlichen Lagertor hat der Mittelpfeiler eine zu rekonstruierende Breite von 4 m (!). Überträgt man dieses Maß auf die porta decu­ mana, so kommt man im nördlichen Torteil an der dem Inneren des Lagers zuge­ wendeten Front der Durchfahrt genau zu jener Linie, die die südliche Begrenzung der oben erwähnten (S. 190) von der üblichen Schraffierung abweichenden Signatur bildet. Wir finden hier also indirekt einen weiteren Hinweis darauf, daß die Vermutung, es handle sich dabei vielleicht um einen Rest einer Pflasterung, nicht ganz unwahr­ scheinlich ist. Aus dem Gesagten ergibt sich für die Durchfahrt eine Breite von 4,60 m. Wird dieses Maß nun bei der porta principalis dextra westlich der Kante des Torpfeilers aufgetragen, stellt sich heraus, daß der unter der westlichen Durchfahrt liegende Kanal, dessen Schlußsteinoberseite gleichzeitig auch das Niveau der Straßen­ pflasterung markiert haben muß,6 2 in der Mitte dieser Durchfahrt verläuft. Für die Flankentürme ergibt sich bei Auftragung des obigen Maßes eine Breite von 8,50 m. Eigentlich würde man annehmen, daß die beiden sich gegenüberliegenden Tore an den Enden der via principalis ungefähr gleich gestaltet gewesen wären. In Lotschitz muß es aber Unterschiede gegeben haben, zumindest was die Größe des Torbaues anlangt, da das Fundament dieses Tores zwar die gleichen Proportionen zeigt, aber um einiges größer ist. Die Länge übertrifft die porta principalis dextra um 1,60 m, die Breite um 1,30 m. Der Kanal läuft bei diesem Tor unter der östlichen Durchfahrt, doch so, daß man hier wohl schwerlich einen Mittelpfeiler mit der für die beiden anderen Tore rekon­ struierten Stärke wird annehmen können. In diesem Falle fiele nämlich die östliche Flucht des Pfeilers mit der westlichen Innenkante des Kanales zusammen, sein west­ liches Gewände läge also unter dem Pfeiler, was sehr unwahrscheinlich ist. Man wird hier sich die Breite des Mittelpfeilers in dem sonst üblichen Maß von ca. 2 m zu den­ ken haben, doch auch noch bei dieser Rekonstruktion liegt der Kanal nicht wie bei dem rechten Lagertor in der Mitte der Durchfahrt. Es ist deshalb nicht möglich, die Breite der Durchfahrten zu rekonstruieren, Straßcnpflaster ist hier leider keines er­ halten geblieben. Ebenso hypothetisch wäre eine Breitenangabe für die Tortürme. Gegenüber den von derselben Legion erbauten Lagern von Albing und Enns- Lauriacum0 3 mit quadratischen bzw. querrechteckigen Türmen unterscheiden sich nach der Rekonstruktion die Anlagen von Lotschitz durch die längsrechteckige Ausrichtung der Tortürme und den zumindest für zwei Lagertore anzunehmenden massiven Mittel­ pfeiler ganz beträchtlich. Zwischentürme 1917 stellte Lorger auf Grund von Oberflächenbeobachtungen und anschließenden Grabungen entlang des erhaltenen Teiles der südlichen Lagerumfassung Zwischen­ türme fest, von denen zwei östlich der später ergrabenen porta principalis dextra (Türme II und III) und einer westlich davon (IV) lagen. Sie werden aber im Bericht 1919, 120 nur sehr summarisch behandelt, ihre Grundrisse finden sich ebendort auf Abb. 57. Während der Grabungen 1918 konnte Lorger Zwischentürme auch für die gesamte Nordfront des Lagers nachweisen, obwohl sich hier an der Oberfläche keine diesbezüglichen Hinweise fanden. Dabei stellte er fest, daß drei Türme (I'—III') auf die praetentura, vier (IV'—VII') auf die retentura entfallen. An der Decumanseite wurde nur ein Turm nördlich des Tores festgestellt (I"), an der O-Seite des Lagers sind keine diesbezüglichen Untersuchungen durchgeführt worden. Die Türme sind im allgemeinen von quadratischem Grundriß, rechnet man ihre Seitenlänge jeweils von der Lagermauerfront, doch differieren sie in den Maßen untereinander. An der N-Front lag der Turm III' 44,50 m östlich der porta principalis sinistra, von der W-Front dieses Turmes bis zu jener des nächsten Turmes II' waren es 55 m. Der Turm IV' westlich der porta principalis sinistra liegt in einem Abstand von 51m vom Lagertor.6 4 Die Distanzen zwischen den übrigen Türmen finden sich weder im Bericht 1934 noch in den Archivalien und sind nur mit entsprechender Vorsicht dem 11 111 Fig. 6 Turm II. Nach Plan Nr. 3 (Inv. Nr. 110). — Stolp II. Po načrtu št. 3 (inv. št. 110) Fig. 7 Turm III. Nach Plan Nr. 3 (Inv. Nr. 110). — Stolp 111. Po načrtu št. 3 (inv. it. 110) Fig. 8 Turm IV. Nach Plan Nr. 3 (Inv. Nr. 110). — Stolp IV. Po načrtu št. 3 (inv. št. 110) Lagerplan zu entnehmen. Für die südliche Front des Lagers fanden sich folgende Angaben:6 5 der Turm II wurde von der S-Ecke des Lagers in einer Entfernung von 104 m angetroffen, bei einer angenommenen Breite von 9 m ergab sich rekonstruiert eine Distanz des Turmes I von Lagerecke bzw. Turm II von ca. 47 m. Zwischen II und III liegen 45 m, von diesem zu Turm IV wird von Lorger eine Entfernung von 133 m angegeben. Die porta principalis dextra liegt nicht genau in der Mitte zwischen den beiden Türmen III und IV, sondern ist etwas nach Osten verschoben, was auch aus dem Plan Nr. 5 (Abb. 6) zu entnehmen ist. Die westlich von Turm IV anzunehmenden weiteren Türme sowie der Turm I sind infolge der abgestürzten Uferböschungen nicht mehr erhalten und können nur in Analogie zur nördlichen Umfassung ergänzt werden. Zwischen der porta decumana und dem nördlich davon liegenden Turm I" liegt eine Strecke von 41.80 m.6 6 Turm II (Abb. 12 = Bericht 1919, Abb, 57; Fig. 6) weist eine Seitenlange von 9,10 m6 7 auf, die Mauerstärke ist auf keiner Seite durch eine Grabung erwiesen, son­ dern in Analogie zu Turm III mit 2,20 m rekonstruiert. Von diesem Turm ist nur die nördliche Hälfte erhalten, wo Lorger 4 Sondagen angelegt hat. Mit V 1 wurde die O-Front konstatiert, hier wurde 1,40 m von der O-Front bzw. 1 m von der N-Front entfernt ein Pilotenloch mit einem Durchmesser von 0,13 m und einer Tiefe von 1,40 m ergraben. V 2 brachte die Feststellung der N-Front, V 3 liegt an der NW-Ecke des Turmes. Turm III hat nach dem Plan (Abb. 12; Fig. 7) eine Breite von 8,80 m6 8 und eine Tiefe von 8,60 m. Die Stärke der Ostmauer beträgt 2,20 m (Sondage V 5 mit Piloten­ loch, 0 0,13 m, Tiefe 1,40 m, Entfernung von der östlichen Kante 1,20 m), die der Westmauer 2,10 m. Die nördliche Mauer ist in ihrer Breite nicht ergraben. Turm IV (Abb. 12; Fig. 8) wurde bereits im Sommer 1917 durch eine Sondage konstatiert. Durch diese und eine später angelegte zweite wurden die nördliche Außen­ front sowie die Innenkante der W-Mauer ermittelt. Als einziges gesichertes Maß ist die Tiefe des Turmes mit 8,40 m überliefert. Auf dem unpublizierten Plan Nr. 13 (Abb. 13) sind die Grundrisse der Zwischen­ türme an der N- und W-Front des Lagers abgebildet, bei denen auffällt, daß die ge­ sicherten Tiefenerstreckungen größer sind: alle messen über 9 m. Der einzige auch in der Breite gesicherte Turm II zeigt, da diese nicht der Tiefe entspricht, daher einen rechteckigen Grundriß. Turm I' (Abb. 13; Fig. 9) ist nur an der SW-Ecke bestimmt, daraus ergibt sich eine Tiefe des Turmes von 9,70 m. 8.20 Fig. 9 Türme T und II'. Nach Plan Nr. 13 (Inv. Nr. 616). — Stolpa I' in II". Po načrtu št. 13 (inv. št. 616) Turm IF (Abb. 13; Fig. 9) ist in seinem Grundriß zur Gänze bestimmt. Ganz freigelegt ist in einem NS-Schlitz die W-Front des Turmes (Abb. 14), während die östliche Mauer durch einen Querschlitz ergraben wurde. Daraus ergaben sich die Maße von 9,90 m für die Tiefe und 8,20 m für die Breite. Die Mauer im Süden ist mit einer Stärke von 2,30 m kotiert, jene im Osten mit 1,50 m, die innere Lichte des Turmes beträgt 5,20 m, daraus ergibt sich für die W-Mauer eine Stärke von ebenfalls 1,50 m. « t I t F ig . 10 Türme III' und IV'. Nach Plan Nr. 13 (Inv. Nr. 616). — Stolpa III' in IV. Po načrtu št. 13 (inv. št. 616) F ig . 11 Türme V' und VT. Nach Plan Nr. 13 (Inv. Nr. 616). — Stolpa VIP. Po načrtu št. 13 (inv. št. 616) F ig . 12 Türme VIT und I". Nach Plan Nr. 13 (Inv. Nr. 616). — Stolpa VII' in I". Po načrtu št. 13 (inv. št. 616) Im westlichen Turmfundament kamen sechs Pilotenlöcher zum Vorschein, im Schlitz an der Ostseite zeigte sich eines. Durch die Verlängerung des westlichen Schnittes nach Norden konnte hier das Fundament der Umfassungsmauer in seiner vollen Breite ergraben werden, aus dem Grundriß ist eine Stärke von 2,50 m abzulesen. Dabei zeigte sich auch, daß zumindest an diesem Turm (ähnliches auch beim westlich anschließenden Turm III') das Turm­ innere nicht in die Lagermauer einschneidet, wie dies Lorger bei den Grundrissen der Türme an der S-Front sowie auch beim Turm I' angenommen hat. Turm III' (Abb. 13; Fig. 10) ist ebenfalls vor allem durch die Aufdeckung der W-Mauer (Abb. 15 = Bericht 1934, Beil. II, Abb. 4) bestimmt, aus der sich eine Tiefe von 9,30 m ergibt. Die Stärke der S-Mauer beträgt 1,69 m.7 0 In der westlichen Funda­ mentmauer sind insgesamt sieben Pilotenlöcher in unregelmäßiger Abfolge mit gleichem Durchmesser von 0,10 m und gleicher Tiefe von 1,40 m aufgedeckt worden. Turm IV' (Abb. 13; Fig. 10) westlich der porta principalis sinistra ist nur in seinem östlichen Fundament ergaben, das auf dem Plan ohne Kotierung mit einer Stärke von 1,90 m eingetragen ist. In dieser Sondage fanden sich zwei gegeneinander verschobene Pilotenlöcher. Turm V' (Abb. 13; Fig. 11) zeigt im Grundriß eingetragen zwei Sondagen, die im Bereich der O- und W-Mauer liegen. Im östlichen Schlitz liegt ein Pilotenloch, die Mauerstärke ist hier nicht zur Gänze festgestellt, die westliche Mauer ist 2,45 m breit. Die Tiefe des Turmes wird von Lorger mit 9,65 m angegeben, doch ist aus dem Grund­ riß nicht ersichtlich, wie Lorger dieses Maß festgestellt hat. Beim Turm VI' (Abb. 13; Fig. 11) wurde durch einen Schnitt die dem Lager zugekehrte Mauer mit einer Breite von 2,40 m bestimmt. Die Tiefe des Turmes läßt sich daraus mit 9,30 m errechnen, die Breite wurde nicht durch Grabungen festgestellt, sondern ist von Lorger rekonstruiert. Der letzte Turm VII' (Abb. 13; Fig. 12) der N-Front ist ebenfalls nur mit einem Schnitt über die südliche Mauer bestimmt. Das Fundament hat hier eine Breite von 1,66 m, daraus ergibt sich für die Tiefe des Turmes ein Maß von 9,55 m. 45 m nördlich des Decumantores beobachtete Lorger 1917 eine flache Bodener­ hebung, unter der er einen Zwischenturm vermutete,7 1 der auch schließlich bei einer 1918 durchgeführten Untersuchung festgestellt werden konnte: es ist Turm I” (Abb. 13; Fig. 12). Seine Lage wird mit 41,80 m nördlich der porta decumana angegeben.7 2 Die Tiefe wurde mit 8,50 m gemessen: dieses Maß ist geringer als bei den Türmen der N-Front und entspricht denen der rechten Lagerseite. Wie aus dem Plan zu ent­ nehmen ist, wurde nur die nördliche Mauer des Turmes untersucht. In diesem Schnitt wurden — auch im Bereich der Lagermauer — in einer unregelmäßigen Linie sieben Pilotenlöcher (Durchmesser 0,10 m, Tiefe 1,40 m) gefunden. Da die südliche Mauer des Turmes nicht ergraben ist, ist der von Lorger vorgelegte Grundriß nicht gesichert. Aus den verschiedenen Maßangaben läßt sich erkennen, daß die einzelnen Turm­ grundrisse sowohl in den Außenmaßen als auch in den Mauerbreiten beträchtlich differieren. Die Tiefenerstreckung der Türme schwankt an der N-Flanke zwischen 9,30 m (Turm III' und VI') und 9,90 m (Turm IT), an der gegenüberliegenden Seite zwischen 8,40 m (Turm IV) und 9,10 m (Turm II). Die Breite der Türme ist an der N-Seite nur in einem einzigen Fall festgestellt (Turm II' mit 8,20 m), die an der süd­ lichen Längsseite festgestellten Turmbreiten bei Turm II und III liegen darüber. Die Mauerstärken reichen von 1,50 m (bei Turm II') bis 2,45 m (bei Turm V'), aus ihrer Verteilung auf die einzelnen Turmfronten läßt sich kein bestimmtes Schema erkennen, nur bei Turm II' läßt sich sagen, daß die Längsmauern schwächer als die Quermauern, deren eine durch die Lagermauer gebildet wird, sind. Da in allen Fällen aber nur die Fundamente erhalten waren, können die obigen Angaben nur als ungefähre Anhalts­ punkte für das Aufgehende gelten. Zum Abschluß der Behandlungen der Lagerbefestigung noch ein Wort zu den Lagergräben, die in keinem der Berichte Lorgers erwähnt werden. Die nicht ganz glückliche Formulierung Winklers7 3 läßt den Eindruck entstehen, es sei sicher, daß das Lager nicht mit Gräben ausgestattet gewesen ist. Dazu ist zu bemerken, daß Lorger nie nach solchen gesucht hat. In den doch ausführlichen handschriftlichen Berichten gibt es keinen Hinweis darauf, daß Lorger diesbezügliche Untersuchungen vorgenom­ men hat. Innenbauten Während der Grabungen 1916 und 1917 wurden die Innenbauten A bis D mehr oder weniger genau ergraben. Relativ gute Kenntnis besitzen wir über den Bau A, das valetudinarium, da hier auch das Innere des Bauwerkes in die Untersuchungen ein­ bezogen worden ist, während bei den übrigen Gebäuden praktisch nur die Umrisse und manchmal auch diese nur teilweise festgestellt worden sind. 1918 wurde schließ­ lich noch an der bereits durch den Oberflächenbefund verdächtigen Stelle der Bau E in seinen Umrissen ergraben. Alle Gebäude sind in den beiden Grabungsberichten mit dem nicht sehr ergiebigen Grabungsbefund bekannt gemacht worden, die Bauten A-D auch in einem Detailplan.7 4 Das Archivmaterial bringt dazu nur wenig Neues, es wird im folgenden mit einer Zusammenfassung des bisher Bekannten vorgelegt. Bau A (valetudinarium; F ig . 1 3 )7 5 Teile dieses am vollständigsten ergrabenen Bauwerkes sind bereits mit den Sonda- gen Riedls angeschnitten worden, u. zw. der westliche Teil des von Lorger als Bad inter­ pretierten Raumkomplexes.7 6 Die Grabungsarbeiten Lorgers erstreckten sich hier über die Jahre 1916 und ’ 1917. Im Archivmaterial wird aus mehreren Gründen häufig auf dieses Gebäude Bezug genommen. Zum ersten deshalb, weil es sich — wie bereits bemerkt — um den einzigen ziemlich vollständig ausgegrabenen Bau handelt, zum zweiten hatte hier schon Riedl gegraben, was Lorger zum Anlaß nahm, nach Fixierung dieser Grabung mit seinen Forschungen hier anzuschließen und zum dritten versuchte Lorger natürlich den Zweck des Gebäudes zu ergründen.7 7 Aus dem Briefwechsel ist zu entnehmen, daß mehrere Interpretationsmöglichkeiten zur Auswahl standen, die jedoch Lorger nicht recht befriedigten, weshalb schließlich diese Frage offen gelassen worden ist.7 8 Hier zunächst noch eine Zusammenfassung des Bekannten: Maße 123 X 68 m, Stärke der Hauptmauern 0,65 m, der Zwischenmauern 0,40 m. Das Mauerfundament besteht aus Schotter in Mörtelbindung, das Aufgehnde aus Sandstein. Die Raumanord­ nung erfolgt nach einem einheitlichen System. Von einem umlaufenden Gang zweigen schmale Korridore nach außen ab, aus denen der Zugang zu beiderseits der Korridore angeordneten Räume erfolgt. Der Erhaltungszustand des Baues war nicht sehr gut, die Mauern waren zum Großteil bis unter die Fundamentoberkante ausgerissen. In der Fig. 13 Bau A — Valetudinarium. Nach Plan Nr. 4 (Inv. Nr. 112). Zgradba A — valetudinarium. Po načrtu št. 4 (inv. št. 112) Mitte liegt ein Hof, an dessen Nordseite ein ans kleinen Räumen, die z. T. mit Apsiden geschlossen waren, bestehender unregelmäßig angelegter Komplex (Bad) liegt. Aus den Archivalien geht hervor, daß der Erhaltungszustand an der Westfront des Gebäudes anscheinend besser war als in den übrigen Teilen.7 9 Hier konnten noch die 0,15 m tiefen Abdrücke der Schwellbalken der Türen festgestellt werden, woraus ersichtlich ist, daß die Mauern zumindest bis zum Bodenniveau erhalten waren. In allen angeschnittenen Räumen dieser Front, mit Ausnahme des südwestlichen Eck­ raumes, wurden Reste von Estrichen angetroffen. Die Breite der äußeren Raumflucht beträgt 5,50 m,8 0 die zwischen den Räumen angeordneten Korridore sind 2 m breit. Die Raumeinteilung der Westfront wiederholte sich an der Nordseite, die beiden übri­ gen Seiten konnten nicht genügend geklärt werden. Den Eingang nahm Lorger an der Südseite an, wo die äußeren Parallelmauern etwa in der Mittelachse des Bauwerkes durch zwei Quermauern so verbunden waren, daß ein Raum mit eine Breite von 5,50 m und einer Länge von etwa 6,30 m entstand (Maße nach dem Grabungsplan). Allerdings waren die Mauern nicht bis zur Fundamentoberkante erhalten, sodaß der Beweis für diese Annahme nicht erbracht werden konnte. Die Breite des umlaufenden Ganges beträgt an den Schmalseiten etwa 7,8 1 an den Längsseiten ca. 7,40 m. Die innere Raumflucht ist nicht um den ganzen Hof geführt, sondern lediglich an den Längsseiten. Die Aufteilung der Räume ist hier nicht bekannt, die Breite dieses Traktes beträgt rund 6 m. An der Nordseite ist hier das Bad eingebaut, dessen Außenflucht im Osten in den Hof hineinragt. Im Westen führen die beiden parallelen Begrenzungs­ mauern8 2 nach dem Grabungsergebnis Riedls weiter als dies auf dem Plan Lorgers eingetragen ist, die südliche reicht schon in die seitliche Raumflucht hinein, doch ist weder auf dieser noch auf der Ostseite der Kontext mit den längsgerichteten Raum­ fluchten gegeben. Bau B (Fig. 14)8 3 Drei diesem Gebäude zugehörige Mauerzüge hat bereits Riedl bei seiner Ver­ suchsgrabung angeschnitten, ohne daß ihre Zusammengehörigkeit festgestellt worden wäre (Abb. 17). Der Grundriß des Baues wurde von Lorger dann weiter vervoll­ ständigt, aber nicht zur Gänze geklärt (Abb. 18). Riedl fand zwei 1,50 m starke auf beiden Seiten ausgebrochene (oder nur nicht weiter ausgegrabene?) Mauerstücke, die zwar- nicht direkt in Zusammenhang standen, aber zueinander einen rechten Winkel einschlossen. Das eine Mauerstück, NW/SO orientiert, war durch einen schmalen Schlitz unterbrochen. Von ihm zweigte, ebenfalls im rechten Winkel, eine Mauer, 1,43 m stark, nach NO ab, die ebenfalls nach wenigen Metern abbrach bzw. nicht weiter verfolgt wurde. Lorger konnte bei seinen Untersuchungen die beiden östlichen Ecken des Gebäudes fixieren, aus deren Lage hervorging, daß die Abschlußmauer des Baues auf dieser Seite nicht im rechten Winkel zu den Längsmauern stand. Die nördliche Längsmauer wurde mit einer Breite von 3,10 m8 4 gemessen, der Grund für diese auffallende Mächtigkeit ist nicht bekannt. Nach diesem Befund errechnete Lor­ ger für den Bau eine Breite von 37 m und eine Länge von 65 m. Vor allem bei der Breitenangabe ist aber der Befund an der südwestlichen „Ecke“ nicht berücksichtigt, aus dem ersichtlich ist, daß die westliche Quermauer (Breite etwa 1,80 m) hier mit der südlichen Längsmauer tatsächlich keine Ecke bildet, sondern darüber hinaus weiter führt! Das allerdings nur sehr kurze (nach dem Plan nicht ganz 1 m) festgestellte Abb. 1 Terrain über der Nordfront des Lagers. Biick nach SUdosten. (Inv. Nr. 5170). Prostor pred severnim obzidjem trdnjave. Pogled proti jugovzhodu. (Inv. št. 5170) Abb. 2 Gesamtplan 1916 (Plan Nr. 1 Inv. Nr. 431). — Celomi načrt 1916 (lačrt it. 1 -■ inv. št. 431) Abb. 3 Gesamtplan 1917 (Plan Nr. 2 = Inv. Nr. Ill ^Bericht 1919, Abb. 55). — Celotni načrt 1917 (Načrt št. 2 = inv. št. 111 = Bericht 1919 sl. 55) Abb. 5 Lagertore (Plan Nr. 7 = Inv. Nr. 613). Trdnjavska vrtna (Načrt št. 7 = inv. št. 613) Abb. 6 Porta principalis dextra (Plan Nr. 5 — Inv. Nr. 2378). — Porta principalis dextra (Načrt št. 5 = inv. št. 2378) Abb. 7 Abwicklung des Kanals der porta principalis dextra (Plan Nr. 1 1 = Inv. Nr. 615). — Potek kanala v območju porta principalis dextra (Načrt št. 11 = inv. št. 615) Abb. 8 Schnitte durch den Kanal der porta principalis dertra (Plan Nr. 9/10 = Inv. Nr. 617). — Prerezi kanala v območju porta principalis dextra (Načrt št. 9110 = inv. št. 617) Abb. 9 Ansicht des Kanals der porta principalis dertra von Süden (Inv. Nr. 5164 = Bericht 1934, B eil. II, Abb. 3). — Pogled na kanal v območju porta principalis dextra z juga (Inv. št. 5164 — Bericht 1934, priloga //, sl. 3) Abb. 10 Ansicht des Kanals der porta principalis dextra von Norden (Inv. Nr. 5165 = Bericht 1934, B eil. I, Abb. 2). — Pogled na kana! v območju porta principalis dextra s severa (Inv. št. 5165 = Bericht 1934, priloga I, sl. 2) Abb. 11 Schnitt und Ansicht der Westwand des Kanals in der porta principalis sinistra (Plan Nr. 8/12 = Inv. Nr. 614). — Prerez in pogled na zahodno steno kanala v območju porta principalis sinistra (Načrt št. 8H2 -= inv. št. 614) Abb. 12 Südecke des Lagers und Zwischentürme I L —IV (Plan Nr. 3 = Inv. Nr. 110 = Bericht 1919, Abb. 57). — Južni kot trdnjave ter vmesni stolpi 1 1 —IV (Načrt št. 3 = inv. št. 110 — Bericht 1919, sl. 57) Abb. 13 Zwischentürme I'— VII' und I" (Plan Nr. 13 = Inv. Nr. 616). — Vmesni stolpi 1 '—VII' ter 1" (Načrt št. 13 ~ inv. št. 616) Abb. 14 Westmauer des Zwischenturmes 1 1 ' (Inv. Nr. 5169). — Zahodni zid vmesnega stolpa II' (Inv. št. 5169) Abb. 15 Westmauer des Zwischenturmes III' (Inv. Nr. 5168 = Bericht 1934, Beil. II, Abb. 4). — Zahodni zid vmesnega stolpa III' (Inv. št. 5168 =: Bericht 1934, priloga II, sl. 4) Abb. 16 Nordmauer des Zwischenturmes I" (Inv. Nr. 5167). — Severni zid vmesnega stolpa l" (Inv. št. 5167) Abb. 17 Plan der Grabung Riedl 1899 (Plan Nr. 14 = Inv. Nr. 2379 = MZK 1899, Fig. 11). — Nacrt Riedlovih izkopavanj 1899 (Načrt št. 14= inv. št. 2379 = MZK 1899, Fig. 11) Abb. 18 Innenbauten A —D (Plan Nr. 4 = Inv. Nr. 112 = Bericht 1919, Abb. 56). — Zgradbe A—D (Nacrt št. 4 = inv. št. 112 = Bericht 1919, sl. 56) Abb. I« Innenbauten A —D (Plan Nr. 4 = Inv. Nr. 112 = Bericht 1919, Abb. 56) Zgradbe A—D (Načrt št. 4 = inv. št. 112 = Bericht 1919, sl. 56) Abb. 19 Nordecke des Gebäudes E (!nv. Nr. 5166 = Bericht 1934, Beil. I, Abb. 1). — Severni vogal zgradbe E (Inv. št. 5166 = Bericht 1934, priloga 1 , sl.l) LE6TTITAUCA A M P U A T VS Ziegelstempel aus Lotsjdhitz (gef.i.Soinmer late) S S LECITI TAL! CA AVSPlC/xTVS LE C IT I TAL. IC AE FA Bi A WV Z LEG.TTE FA KIAfi V L E O H T A L C A E f o r t v w a t v s UtCLTTiT/xLlCA FÖ R TVN ÄTVS " U i W m % S u r a ! c m m m r t s o i r j ' ‘C m c i r i ü r ! _i lkl£ K Ü >1B A v v c n sta L E C T T IT A M C IVVENIl ' L /I6.TF IT A LI CAI! poMPihlANVZ L lG T T im ^ nmpeianA LICJTf TA LIC ä I CLINTl A N V 1 n J o J Ì ■ r rS lIOFtTA, ' A I É • r W J ! li p - ■ c f ü r p m r / \ ! , " ! * ; \tLflC Dm a P | Abb. 20 Ziegelstempel (Inv. Nr. 609). Žigi na opekah (inv. št. 609) 20 Priloea D 13. str. Ziegelstempel aus Lotsphitz (ge£i.Soinmei* im e.). l e g t o t a u c a A M P U A T V S 1 l e g it ? m u c a r A r i m m n ? (E H O M V 'ii iß M Ii * i i i f T / a s p i c a t v s 3 * K W « l i l i k > 1 J 1 .-A T 'V, t o L E C IT I T A L I C AE F A S IA fV V Z it i... ‘K i f D W f _ r r č ? i IG G T T D rS ii 1 5 F A B IA m LIC EI ITA p i w \ ^ • i L E G T H T A L C A E f o r t v w a t v s [L E O fc m ^ c r ì'- 'f à I M iSL T T lT /xÜ C Ä . FO RX V N ÄTV S t L S E T T IT A L i( \ I V V E N ! Z v i L 1IC.TT (T A LI CAI! PO[V\Pii*l/\NVg L E S T T im , ^M PEIAN\ LECITI TALICAE O - I N T l A N V t \l)l>. 20 Z i e g e l s t e m p e l ( I n v . N r . 6 0 9 ) . — Žigi na opekah (inv. št. 609) Priloea D et. str. Fig. 14 Bau B . Nach Plan Nr. 4 (Inv. Nr. 112) mit versuchweiser Eintragung der von Riedl festgestellten Mauerzüge. — Zgradba B. Po načrtu št. 4 (inv. št. 112) s poskusnim vrisom zidovja, ki ga je ugotovil Riedl Mauerstück läßt leider keinen Schluß auf den weiteren Verlauf zu, vielleicht handelt es sich um einen Mauerpfeiler? Eine größere Ausdehnung des Baues in diese Richtung kann man sich nur schwer vorstellen, da der zwischen A und der bis jetzt ange­ nommenen S-Front von B liegende unverbaute Raum ohnedies nur etwa lim breit ist. Die von Riedl festgestellten Mauern konnten von Lorger nicht in seinen Grundriß eingepaßt werden.8 5 Abgesehen von einer Divergenz in der Angabe von Mauerstärken (1,50 m bei Riedl, 1,40 m bei Lorger) deckt sich die NW-SO streichende Mauer nicht mit der von Lorger festgestellten östlichen Abschlußmauer, weshalb sie von Lorger als Zwischenmauer bezeichnet wird. Sie ist allerdings auf seinem Gebäudeplan ebenso­ wenig eingetragen wie der von der südl. Längsmauer abzweigende Mauerstumpf. Eine Zusammenzeichnung der beiden Grabungsergebnisse wird in Fig. 14 versucht. Eine Deutung des Baues konnte bis heute nicht gefunden werden. Das massive Mauerwerk und eventuell anzunehmende Strebepfeiler an der S-Seite würden jedoch in Analogie zu den von Harald von Petrikovits vorgelegten Beispielen8 6 eine Inter­ pretation als horreum am ehesten wahrscheinlich machen. Bau C8 7 In den Briefen Lorgers wird dieser Bau nur einmal erwähnt, u. zw. im Schreiben vom 24.10.1916 auf S. 3. Aus den topographischen Angaben hiezu ist aber zu ent­ nehmen, daß Lorger hier den später mit D bezeichneten Zentralblau des Lagers ge­ meint hat. Bau D (principia)8 8 Nach den topographischen Angaben des oben zitierten Schreibens wurde die Ost­ front der principia bereits im Jahre 1916 festgestellt. Im selben Schreiben wird auch die vermutliche Westbegrenzung des Gebäudes angegeben,6 9 diese wurde aber nie durch Grabungen fixiert, ist daher auch auf dem Grabungsplan nicht eingetragen. Die Breite des Baues wird hier noch mit nur 58 m angegeben, so auch auf unserem Plan Nr. 1 (Abb. 2), ist jedoch im Bericht 1919, 118 in 78 m korrigiert, was auch den späteren Plänen entspricht. Die Mauern des Baues zeigen im Fundament eine Stärke von 1,40 m, das Auf­ gehende, das wie bei B mit Quadern verkleidet war, ist 1,10 m breit. Der Fundament­ vorsprung war ebenfalls aus Quaderblöcken gebildet, darunter folgte das als Mörtelguß ausgebildete Fundament selbst mit einer Tiefe von 0,90 m. 9 0 Bau E Zu diesem 1918 festgestellten Bauwerk finden sich in den Briefen Lorgers keine Bemerkungen, wir sind also lediglich auf die wenigen Hinweise im Bericht 1934, 152 angewiesen, aus denen hervorgeht, daß der Bau in einer Entfernung von 38,50 m von den principia liegt und die Maße 120 X 63,40 m aufweist.9 1 Im allgemeinen zeigte sich nur das Grundmauerwerk, an wenigen Stellen waren auch noch Reste des Aufgehenden aus Sandstein erhalten. Gesichert sind die Süd-, Ost- und Nordecke des Gebäudes. Die Ostfront liegt in einer Linie mit der Front von C,9 2 sie springt gegen jene der principia um ungefähr 8 m zurück. Eine Deutung der beiden verwandten Gebäude C und E ist bis heute nicht möglich gewesen. Die ähnliche Anlage berechtigt wohl zu dem Schluß, daß beide gleichen Zwecken gedient haben. Die seichte Fundamentierung und gegenüber B und D relativ geringe Mauerstärke lassen vermuten, daß die Gebäude nur eingeschossig waren. Nor­ malerweise sind in den Legionslagern zu beiden Seiten der principia, also dort, wo in Lotschitz die Bauten C und E liegen, die Kasernen der ersten Kohorte untergebracht. Am ehesten würde man tatsächlich gerne an solche Kasernen denken, obwohl dagegen die ungleiche Länge der beiden Bauten spricht, doch bleibt dies alles hypothetisch, Genaueres könnten erst neuerliche Grabungen erbringen. 4. Kleinfunde Das Ausbleiben der Kleinfunde, von denen sieb Lorger eine große Hilfe hinsichtlich der Datierung9 3 der Anlagen erhofft hatte, versuchte er damit zu erklären, daß zum ersten die von ihm angelegten Sondagen nur sehr kleinräumig waren (und in Er­ gänzung dazu muß darauf verwiesen werden, daß sie im allgemeinen nur im Bereich der Mauern durchgeführt worden sind!), zum zweiten glaubte Lorger aus den Befunden auf eine Einebnung des Lagers in der Antike schließen zu dürfen. Dieser bewußten Zerstörung sei vor dem Abzug des Militärs eine vollständige Ausräumung des Lagers vorangegangen. Reicher war die Ausbeute nur bei den Ziegelstempeln (Abb. 20),9 4 deren hauptsäch­ licher Fundort im Bereich des Baues A lag, wo bereits Riedl zahlreiche Stempel gefun­ den hatte. Dieselben Typen konnte Lorger auf dem der Riedl’schen Grabung benach­ barten Acker zutage fördern.9 5 Das ergiebigste Fundjahr war 1916, bis 1918 wurden keine neuen Stempeltypen mehr gefunden,9 6 sodaß Lorgers Schluß, mit den Funden des Jahres 1916 sei bereits der größte Teil der zu erwartenden Stempeltypen erfaßt, nicht unberechtigt ist. Seiner Schlußfolgerung9 7 aus den Fundplätzen der Type 22, die nicht nur im, sondern auch außerhalb des Lagers gefunden worden ist, was nach Lorger eine gleichzeitige Entstehung der verschiedenen Gebäudekomplexe bedeute, wird man aber, ehe nicht einmal bessere Belege hiefür ins Treffen geführt werden können, mit einigem Mißtrauen begegnen. An Hand des hier vorgelegten bisher unbekannten Archivmaterials konnte zwar zur Kenntnis des Legionslagers Lotschitz nichts grundsätzlich Neues beigebracht wer­ den, doch war es möglich, daraus zahlreiche ergänzende Details zu gewinnen, die das bekannte Bild des Lagers um einiges erweiterten. So mag die ausführliche Behandlung des Materials gerechtfertigt sein, vielleicht kann sie auch einen Anstoß zu neuen Bodenuntersuchungen in und außerhalb des Legionslagers geben, damit die noch zahl­ reichen offenen Fragen vielleicht einmal beantwortet werden können. 1 Vorläufiger Bericht über Ausgrabungen nächst Lotschitz bei Cilli. ÖJh 19/20 (1919, Beibl.) 107—134 (im folgenden zit.: Bericht 1919). Die ersten Grabungen hatte hier E. Riedl vorgenommen, dessen Bericht in den Mitteilungen der kk. Zentralkommission (MZK) NF 25 (1899) 214 ff. erschienen ist. 2 Časopis za zgodovino in narodopisje 29 (1934) 150—153 (im folgenden: Bericht 1934). Für die Übersetzung bin ich Frau Dr. Katja Sturm-Schnabl von der Österreichischen Aka­ demie der Wissenschaften zu Dank ver­ pflichtet. 3 An jüngerer Literatur sei hier verwiesen auf V. Kolšek, Ločica v okviru rimske vo­ jaške dejavnosti na našem ozemlju, Celjski zbornik 3 (1958) 165—183; G. Winkler, Le­ gio Il Italica, Geschichte und Denkmäler, Jahrbuch des Oberösterreichischen Museal­ vereines 116 (1971) 88—91; G. Alföldy, Nori­ cum (London 1974) 154 f. Zu Schema und einzelnen Innenbauten: H. v. Petrikovits, Die Innenbauten römischer Legionslager während der Prinzipatszeit (Opladen 1975). 4 Angabe der Eigentümer nach der bei ZI. 305/1916 vom 24. 10. 1916 unter c an­ geführten Liste. 5 Nach Bericht 1919, 112 an den meisten Stellen erst in einer Tiefe von 1,20 m. Im Bereich der Principaltore wurde die Funda­ mentoberkante schon in einer Tiefe von 0,80 m, an der O-Front des Lagers in 1,00 m Tiefe angegraben, vgl. weiter unten S. 190 u. 191. 3 Brief vom 24.10. 1916 (ZI. 305/1916), S. 1 . 7 Bericht 1919, 113 sowie obiger Brief, S. lf. 3 Brief vom 8.11.1916 (ZI. 305/1916), S. 3: »Doch habe ich von den Bauern ge­ nauer erfahren, wo Riedl gegraben hatte, und da ich aus den unten erläuterten Gründen mit meiner Untersuchung auf dem Grabungs­ platz Riedls begonnen habe, so deckt sich dieser mit einem Teile meines Grabungsge­ bietes.« 9 Bericht 1919, 116. Ausführlicher im obigen Schreiben auf S. 3. 1 0 Nicht gedruckte Stelle auf S. 6 des handschriftl. Manuskriptes (ZI. 1/1918). 1 1 24.10. 1916 (ZI. 305/1916), S. 2: »... über das Gebäude C möchte ich nur be­ merken, daß auch seine Außenmauern schon so gut wie festgestellt sind. Seine südwest­ liche und nordöstliche Front habe ich be­ reits durch einige Versuchslöcher konsta­ tiert.« Im Bericht 1919, 117 hingegen wird die Feststellung des Baues D erst für den Sommer 1917 gemeldet, so auch im Brief vom 30. 9. 1917 (ZI. 206/1917), S. 1: »... das in diesem Sommer festgestellte Gebäude D ...«. Auf Grund der ersten Stelle muß es sich dabei aber um einen Irrtum Lorgers handeln. 4 2 19.7.1917 (ZI. 206/1917), S. 3: »Ich hatte schon im vergangenen Sommer bei der Mitte der Ostfront des umfassenden Sand­ steinstreifens eine Mauer aufgegraben.« Zur Interpretation dieser Mauerreste als porta praetoria vgl. Bericht 1919, 124 und Bericht 1934, Abb. 1; vgl. aber weiter unten S. 191 f. 1 3 19. 7.1917, S. 4. 4 4 Brief vom 13.5.1917 (ZI. 133/1917), S. 2: »Ende des Sommers (d. Jahres 1916) grub ich in dieser Anlage einen kurzen Ver­ suchsgraben, der sehr starke mannshoch er­ haltene Mauern von prächtiger Bauart zutage förderte.« Die Grabung fand, wie aus unse­ rem Plan Nr. 2 hervorgeht, auf der Parz. 191 statt. 1 5 Bericht 1919, 113. 1 8 Brief vom 13. 5. 1917. 4 7 9.6.1918, S. 3: »...Vorschlägen würde, das Gebäude in unmittelbarer Nähe von Lot­ schitz bloßzulegen, das doch auch mit dem Lager zusammenhängt. ..«. 4 8 Vgl. dazu auch Bericht 1919, 117. 1 9 S. 1 f. Schwierig gestaltete sich ab die­ sem Jahr für Lorger die Beschaffung von Arbeitskräften, wie aus einer nicht gedruck­ ten Bemerkung auf S. 8 des hs. Manuskriptes hervorgeht. 2 9 S . 3 f. 2 1 Bericht 1919, 124 und Brief vom 7. 11. 1917, S . 3: »Die Grabungen V 8 und V 9 hatte ich schon im Sommer vorgenommen.« 2 2 S. obiger Brief S. 3: »Der Plan zeigt deutlich, daß hier etwas ganz besonders lie­ gen muß. Sind es die vermuteten Tor­ türme . ..«. 2 3 Ebda. S . 3, Sondage V 10. 2 4 Ebda. S. 1 ff, porta principalis dextra und Turm IV S. 3, N-Ecke S. 4. 2 3 Im Bericht 1919, 123 in Anm. 3 nur kurz erwähnt, vgl. dazu Bericht 1934, 151. 2 9 Brief vom 9. 6. 1918, S. 1. 2 7 Größte Ausdehnung in OW-Richtung ca. 220 m, in NS-Richtung 230 m (nach den Plänen Nr. 1 und 2, Abb. 2, 3). 2 8 Im hs. Manuskript berichtet Lorger auf S . 16, daß es ihm nach wiederholten Gelände­ begehungen zunächst gelungen war, die Um­ fassung an der Nord- und Ostfront zu er­ kennen (Dezember 1916). 2 9 30. 9. 1917 (ZI. 206/1917), S. 2; hs. Ma­ nuskript S. 13. 3 0 Hs. Manuskript S. 15 (ungedruckt): »... in Groblje an der Oberfläche der Felder überall Heizröhrenstücke zu beobachten waren, wie dort auch stellenweise Mosaik­ stifte und Malereireste gefunden wurden, die in Grobelce vollständig fehlten.« 3 4 7. 11. 1917, S. 1 ff. 3 2 Ebda. S. 4: »In der Nord- und Ostfront der Umfassung ist alles vollkommen eben.« 3 3 Bericht 1919, 112. 3 4 8. 11. 1916, S. 5: »Meine Untersuchung hat nun gezeigt, daß dieser Riegel nichts an­ deres ist als eine mit Überresten eines mäch­ tigen Gebäudes erfüllte Bodenerhebung, in­ dem in seinem südöstlichen Ende die östliche Ecke des Gebäudes B gefunden wurde, während in seinem nordwestlichen Ende die vierte Ecke von B zu vermuten wäre.« 3 3 13. 5.1917, S. 2. 3 6 20.1. 1918, S . 1 . Nachträglich von der Redaktion in den Bericht 1919 eingefügt. 3 7 Brief vom 10.1.1918, S. 1 f. 3 8 Im obigen Brief ist dieser Fehler zu­ nächst auf rund 10 m geschätzt. 3 9 Dieser bildet die Vorlage für alle in der späteren Literatur abgebildeten Pläne des Lagers, vgl. zuletzt in Aufstieg und Nie­ dergang der römischen Welt II/6 (Berlin 1977) 224 und 515, die hinsichtlich der Maße alle falsch sind. 1 0 Berechnung des Flächeninhaltes im Brief vom 20. 1 . 1918, S. 1 f. 4 1 Ebda. S. 1 und 2 f. Die Fläche des La­ gers in Albing von M. v. Groller mit 232.959 m2 berechnet (Der Römische Limes in Österreich [RLÖ] 8 [1907] 160). 4 2 7. 11.1917, S. 4. 4 3 Eines an der N-Ecke (vgl. Anm. 42), im Bereich der S-Ecke vier am Ansatz der Eckabrundung, eines in einer kleinen Son­ dage weiter nördlich, vgl. Abb. 12. 4 4 Wie Anm. 42, S. 3 . 4 5 Dieses Maß läßt sich aus der Beschrei­ bung der Grabung an der Lagersüdfront im Brief vom 7. 11. 1917, S. 2 f. mit der Angabe der Lage der einzelnen Zwischentürme sowie der Planaufnahme Nr. 5 (dort die Distanz zwischen Turm III und dem Tor direkt ab­ nehmbar) leicht berechnen. 4 6 Vgl. dazu die Handskizze auf dem Plan Nr. 5 (Abb. 6; Fig. 3) sowie den Bericht vom 25.2.1918 (ZI. 81/1918) darüber auf S. 2: »Der Versuchsgraben V 6 wurde von Osten nach Westen gezogen, und sobald am Ende des Grabens das Pflaster zum Vor­ schein kam, ließ (Lorger) bei V 10 ein Ver­ suchsloch graben, welches zeigte, daß sich das Pflaster nach Süden auch in den Bereich der Umfassungsmauer fortsetzte, also die Umfassung unterbricht. Es wurden bisher noch nirgends in der Umfassung im Schutt so glatt behauene Sandsteinblöcke gefunden wie in den Versuchslöchern V 10 und V 6.« 4 7 S. 151 f. mit Abb. 2 und 3. 4 8 Von Lorger im Bericht 1934, 152 als provisorisch bzw. endgültig bezeichnet. 4 9 Nicht erkennbar sind aber auf dieser Ansicht die im Plan Nr. 11 (Abb. 7) an dieser Stelle angegebenen Bruchsteine, man sieht nur größere und kleinere Flußschotter, wie sie auch z. B . in den Fundamentmauern der Zwischentürme auftreten, vgl. Abb. 1 4 —16. 3 9 Bericht 1934, 152. 3 4 Ebda. 3 2 Bericht 1934, 151. 3 3 Das westliche entspricht jenem, das auf dem nach der Grabung 1917 entstandenen Plan Nr. 4 (Abb. 18 = Bericht 1919, Abb. 56) im angenommenen Bereich der porta prin­ cipalis sinistra wiedergegeben ist. Aus einem Vergleich ist zu ersehen, daß der tatsäch­ liche Verlauf der Lagermauer gegenüber dem auf diesem £lan vermuteten nach Süden ver­ schoben ist. Dies ist auf unserem Gesamtplan Fig. 2 berücksichtigt. 5 4 Dagegen steht die Bemerkung Lorgers im Bericht 1934, 151, wonach alle Lagertore gegenüber der Lagermauer um 2 m vor­ springen. 5 5 Brief vom 13. 7. 1917, S. 3. 5 5 Bericht 1919, 124. 5 7 Die Maße können aus den Grundris­ sen abgenomnien werden: porta principalis dextra ca. 6,40 m, porta principalis sinistra ca. 8 m, porta decumana ca. 7,20 m. ’ ss Groller, RLÖ 8 (1907) 162 ff. u. Fig. 80. 5 9 Gesamtlänge nur 37,65 m, also um ca. 10 m kürzer als in Lotschitz, Rücksprung in das Lager von der Lagermauer aus ge­ messen weniger als 6 m, Mauerstärke der Türme 2, 2,80 und 3 m. 0 0 Distanz Torachse bis Seitenkante ca. 15 m + Länge der NS-Mauer 15,50 m = ca. 30,50 m. 6 1 Handelt es sich um einen Zubau, könnte man beim Versuch einer Interpreta­ tion folgende Möglichkeiten in Betracht ziehen, die H. v. Petrikovits für Bauten im Bereich des Intervallum zusammengestellt hat. Kleinere an die Lagermauer angebaute Gebäude werden von ihm als Latrinen ge­ deutet (a. O . 106), doch alle bei ihm ver­ zeichnten Beispiele liegen nicht in unmittel­ barer Nähe des Tores, wie es in Lotschitz der Fall wäre. Auch an eine Werkstätte könnte man denken, a. O . 88 ff. mit Bei­ spielen aus den Lagern von Caerlon, Vetera und Regensburg. 6 2 Dies ist aus den zeichnerischen Auf­ nahmen Lorgers zu rekonstruieren, vgl. Abb. 8 (Schnitt durch das Kanalprofil, an der Seite jeweils der Rest des erhaltenen Quaderblockes) und die Handskizze auf Abb. 6 bzw. Fig. 3 (hier Wiedergabe dessel­ ben Quaderblockes mit dem unmittelbar an ihn anschliessenden Straßenpflaster). » 3 Albing s. RLÖ 7 (1906) 42 ff. und 8 (1907) 162 ff.; zu Lauriacum RLÖ 11 (1910) 3 ff. 6 4 Bericht 1934, 153. Die direkte Distanz zwischen Turm III' und II' ist nicht meßbar, da die O-Front des Turmes III' nicht er­ graben ist. “ 5 7. 11.1917, S. 2. 6 8 Bericht 1934, 152. 0 7 Zu diesem Turm Brief vom 7. 11. 1917, S. 1 f. Auf S. 2 ist die Seitenlange mit 9 m angegeben. 6 8 Nach dem Bericht im oben zit. Brief S. 3 aber 8,85 m. 5 9 Ebda. 7 0 Bericht 1934, 153. Flier Stärke der Mauern mit 1,50—1,60 m angegeben. 7 1 7. 11. 1917, S. 4: »Von dem in der Mitte der Westfront d. U . festgestellten Turm« — gemeint ist die porta decumana — »aus trug ich gegen Norden 45 m auf und kam zu einer sanften Bodenunebenheit, unter der jedenfalls auch Turmreste liegen.« 7 2 Bericht 1934, 152 f. 7 3 a. O. 89: »ein Graben konnte nirgends festgestellt werden«. 7 4 Bericht 1919, Abb. 56 (hier Abb. 18). 7 5 Ebda. 117 f.; Bericht 1934, 152. 7 8 MZK 1899, Fig. 11 (hier Abb. 17). Zur Interpretation als Bad: sie geht auf einen Vorschlag der Redaktion zurück, vgl. den entsprechenden Einschub im hs. Manuskript S. 8, der nicht von der Hand Lorgers stammt. Dazu nimmt Lorger im Brief vom 23.2. 1918, S. 4 Stellung: »Was die Deutung des Einbaues von A als Bad betrifft, so spricht für sie auch die ganz geringe Ausdehnung der meisten Räume dieses Einbaues, so daß schon bei meinem Besuch in Pettau im Som­ mer 1916 von einem Bad die Rede war, zu­ mal ich in St. Marein ähnliches gefunden hatte. Es fehlten allerdings alle Spuren von Suspensuren ...« Zu diesem Komplex zuletzt von Petrikovits a. O. 182, Anm. 129 (Bad mit Latrine). 7 7 Vgl. die weitläufige Diskussion mit dem Grabungsbericht Riedls im Brief vom 8. 11. 1916. 7 8 Lorger selbst hatte u. a. bereits an ein valetudinarium gedacht, vgl. hs. Manuskript S. 17 (nicht gedruckt): »So hat das valetudi­ narium im Lager von Novaesium zwar einen ähnlichen Grundriß, doch steht es an Um­ fang weit hinter dem Gebäude A von Lot­ schitz zurück.« 7 9 Zum folgenden der Brief vom 19.7. 1917, lf. 8 0 Die Ausdehnung der Räume in NS- Richtung ist, wie der Grabungsplan zeigt, hingegen unterschiedlich, sie schwankt zwi­ schen 3,70 und 4,80 m, abgesehen vom süd­ westlichen Eckraum, der infolge der Ver­ schneidung der Raumfluchten einen quadra­ tischen Grundriß mit einer Seitenlänge von 5,50 m aufweist. 8 1 Die Maße sind wie auch die folgenden vom Grabungsplan abgenommen. 8 2 Zum Abstand der beiden Begrenzungs­ mauern: auf dem Plan Riedls (hier Abb. 17) ist von der Außenflucht der südlichen bis zur Innenflucht der nördlichen Mauer ein Maß von 6,80 m aufgetragen, das in MZK Fig. 11 falsch mit 6,50 m übertragen ist. Nach Abzug der Stärke der S-Mauer (0,70 m) er­ gibt sich eine Entfernung der beiden Mauer­ züge vom 6,10 m, die auch Lorger weiter östlich festgestellt hat (vgl. Brief vom 8.11. 1916, S. 5). 8 3 Bericht 1919, 118. 8 4 Dieses Maß wurde allerdings nur in einem einzigen Schnitt beobachtet. Die Mauer war noch »bis zu beträchtlicher Höhe erhalten«. Vgl. den Erdwall Riedls, oben S . 8 5 8.11.1916, S. 5 ff. 8 0 A. O. 82 ff. 8 7 Bericht 1919, 118; Bericht 1934, 152. 8 8 Ebda. 8 9 24. 10.1916, S. 3: »Von seinen Ecken weiß ich, daß die südliche und östliche in der Parzelle 423/1 (unweit ihres südöstlichen Raines) liegen, und daß die nördliche im großen Schutthaufen bei Breg (Parz. 423/12 und 423/24) und die westliche in einer der beiden Parz. 423/9 und 423/10 zu finden sein müssen.« Zu den Parz. vgl. die Abb. 2 und 3. Die vermutliche Länge wird mit dem Bau A verglichen. Nach diesen Angaben ist der Grundriß auf unserer Fig. 2 ergänzt. 9 9 Bericht 1919. 118 f. Im Bericht 1934, 152 wird die Breite des Fundamentes mit 1,50 m, seine Tiefe mit 1,20 m angegeben. 9 1 Drei der fünf im Lagerinneren fest­ gestellten Bauten, nämlich A, B und E, weisen ein Maßverhältnis von ungefähr 2 : 1 auf. Bei den beiden übrigen verhält sich die Länge zur Breite wie ungefähr 3 : 2. 9 2 Mit diesem Bau ist auch die Mauer­ technik gemeinsam. Die Breite ist bei C mit 60 m nur wenig geringer, die Länge mit 99 m allerdings um ein beträchtliches kürzer. Im Bericht 1934, 152 wird die Breite der Mauern von E mit 3,10 m angegeben, doch kann es sich dabei nur um eine Verwechslung mit B handeln. 9 3 Zum Problem der Kleinfunde und der Datierung vor allem die Briefe vom 13.5. 1917 und 24. 4. 1918, S. 1 . 9 4 Diese werden im Bericht 1919, 125 ff. nach Typen geordnet vorgelegt. Die Ziegel­ stempel selbst wurden dabei nur in Umschrift wiedergegeben. Die für den. Druck vorge­ sehene Originalzeichnung der Stempel ist im Planarchiv des ÖAI unter der Inv. Nr. 609 vorhanden. Sie wird hier in Abb. 20 bekannt gemacht. Auf die Stempel gedenkt der Verf. an anderer Stelle ausführlicher einzugehen. 9 5 8.11. 1916, S. 4; Bericht 1919, 125. 9 6 24. 4. 1918, S. 2: »... seit dem ersten Sommer wurden bei Lotschitz keine neuen Typen mehr gefunden, obwohl seither an den Gebäuden A, B, C und D zusammen zum mindesten ebensoviel Erde aufgegraben wurde als im ersten Sommer an den Ge­ bäuden A und B, wodurch mit großer Wahr­ scheinlichkeit erwiesen ist, daß die im Lager vorkommenden Typen, wenn nicht ganz, so doch größtenteils schon gefunden sind.« 9 7 13.5.1917, S. 1; wiederholt im hs. Manuskript S. 15 (nicht gedruckt). K LORGERJEVIM IZKOPAVANJEM LEGIJSKE TRDNJAVE LOCICA Povzetek Med leti 1916—1918 je vodil izkopavanja v Ločici gimnazijski profesor v Celju Fran Lorger po nalogu Avstrijskega arheološkega inštituta. Ločica je najdišče, ki so ga tam naj­ deni žigi na opekah spričali kot postojanko legije 2. Italike. Začasno poročilo za prvi leti izkopavanj je bilo objavljeno v glasilu Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen In­ stituts 19—20 (1919) Bbl. 107— -134, medtem ko je bilo poročilo za izkopavanja leta 1918 objavljeno zelo na kratko šele 1934 v glasilu Časopis za zgodovino in narodopisje 29 (1934) 150—153. Po prvi svetovni vojni na prostoru trdnjave ni bilo več izkopavanj. Zaradi razmer tudi načrtovano končno poročilo ni bilo objavljeno. Torej temelji vse, kar vemo, na teh dveh poročilih ter na skromnih podatkih, ki so jih za Ločico dali prvi poskusni kopi 1899 in ki jih je objavil F. Riedl v MZK NF 25 (1899) 214 ss. Ker ima trdnjava centralno pozicijo, posebej z ozirom na potek Markomanskih vojn pod Markom Avrelijem, zbuja v znanstveno- študijskem svetu nenehno zanimanje. V arhivu Avstrijskega arheološkega inštituta pa je o teh delih ohranjena, poleg original­ nih načrtov, tudi korespondenca Lorgerja z institutskim vodstvom ter nekaj fotografij, kar omogoča do neke meje dopolniti skopa začasna poročila. Vodje bodočih izkopavanj jih morajo vsekakor upoštevati. Zato jih je Manfred Kandier sistematično predložil. Gradivo je razdelil na nekaj skupin. Najprej (I) obravnava arhivalije, in sicer pisma, ki jih regestno objavlja, skupaj z načrti in fotografijami. Sledi vrednotenje (II) najprej poteka izkopavanj samih, nato površinsko ležečih najdb, končno arhitekture. Zadnjega teh odstavkov členi smiselno na naslednje skupine: obzidje, porta principalis dextra, porta principalis sinistra, porta decumana, porta praetoria, poskus rekonstrukcije trdnjavskih vrat, vmesni stolpi na obzidju; stavbe v trdnjavi, predvsem tako imenovani valetudinarium (stavba A), stavbi B in C, principia, ter stavba E. Drobnih najdb izkopavanja niso dala. Lorger si je to tolmačil z dejstvom, da so bila njegova dela po obsegu majhna, da so pretežno sledila zidovom in obzidju, da je bila trd­ njava po prestavitvi enote planirana. Številni in raznovrstni pa so bili žigi na vojaških opekah (predvsem v območju stavbe A).* K pisanju krajevnih imen. V originalnih navedbah in citatih so ostala krajevna imena nespremenjena. V Kandlerjevem tekstu so povsod dvojezična (z izjemo imena Ločica sa­ mega), zato, da ne bi prišlo do prevelike in včasih celò zavajajoče razlike z originalnimi navedbami v arhivalijah. * Uredništvo je hvaležno Avstrijskemu arheološkemu inštitutu, da je dovolil objavo tega prispevka na osnovi tam hranjenih arhivalij in podatkov, in predvsem njegovemu sodelavcu M. Kandlerju, da se je zamudne naloge lotil z veseljem in jo vzorno izpeljal.