poSInins plaLsns v xolovini. Erjcheint jeden 1., 10. und 20. Nr. 11. 8. (23.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Deutschen. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig 15'— Din. D. -Oesterreich: ganzjährig 6 Schill., halbjährig 3 Schill. Amerika: 2 Dollar. — Einzelne Nummern 1— Dinar Der Kavalierstandpunkt. In der vorletzten Gemeindeausschußsitzung der Stadtgemeinde Kočevje kam es, wie in der letzten Nummer der Gottscheer Zeitung ausdrücklich ver¬ merkt worden ist, zu bedauerlichen Äußerungen, unter welchen die Behauptung des Bürgermeisters Dr. Sajovic, daß die Slowenen bisher gegen¬ über den Gottscheer Deutschen einen Kavalierstand¬ punkt beobachtet hätten, besonders zu vermerken wäre. Dr. Sajovic sagte da auf eine Interpellation des Führers der Gottscheer Bürger wörtlich: „Bisher haben wir gegenüber euch einen Ka¬ valierstandpunkt eingenommen, aber wenn ihr auf diese Weise stänkern werdet, dann werden wir gegen euch in anderer Weise auftreten." Auf das hin erfolgte der gemeldete Exodus der deutschen Stadtgemeindevertreter. Kavalierstandtpunkt I Da müssen wir auf die Zeiten nach dem Um¬ stürze zurückgreifen, um den Kavalierstandpunks ins rechte Licht zu stellen. Es ist doch jedermann bekannt, daß nach dem Umstürze auch in unserer Sprachinsel so manches in andere Bahnen gelenkt wurde. Und nach und nach hat man allgemein begriffen und begreifen müssen, daß man den neuen Verhältnissen Rechnung zu tragen verpflichtet ist. Daß man der neuen Regierung Gehorsam zu leisten hatte, war jedermann einleuchtend und wem dies unbequem geschienen, der sah sich die Grenz- Samstag, den 10. April 1926. pfähle von der auswärtigen Seite an. Ganz selbstverständlich. Die Zurückgebliebenen fanden sich zusammen mit den slowenischen Nachbarn in die neue Rolle und lebten sich so rasch als möglich — als jugoslawische Staatsbürger ein. Es fiel dies gar nicht so schwer, hatten sie ja doch als österreichische Staatsbürger gesunde Begriffe über Rechte und Pflichten anerzogen bekommen und konnten diese ihre Kenntnisse gut weiter verwerten. Was uns von Anfang an sehr schmerzlich be¬ rührte, war die allgemeine Rechtsverwirrung nach dem Umstürze, welche von slowenischer Seite gar bald gegen deutsches Vereinseigentum in der Stadt ausgenützt wurde. Unter diesem Kavalier¬ standpunkte ging verloren kurzweg das Gottscheer deutsche Studentenheim, die reich ausgestattete Fachschule für Holzindustrie samt allem ungemein wertvollen Inventar, die anderen Gottscheer Ver- einsvermögen, wie der Turnverein, der Lesever- ein samt Inventar und als ganz besondere Spe¬ zialität auch der Gottscheer Vogelschutzverein, der als gewiß vollständig unschuldiger und überaus gemeinnütziger Verein schon dem Titel rach nichts anderes war, denn ein Verein zum Schutze hun¬ gernder Vögelchen. Seit neuester Zeit hat dieser Kavalierstand¬ punkt noch mit nimmersattem Blick auf den Gott¬ scheer freiwilligen Feuerwehren geruht und als allerletztes Meisterstück gelang es unter diesem Kavalierstandpunkt noch, den kaum ins Leben ge¬ tretenen privaten Kindergarten zu schließen. Also Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje. Herz, was willst du noch mehr? Willst duZnoch den ' y -i Rest von Leben austilgen? In der Sch..l,.^gc, in der Sprachenfrage bei den Ämtern, hiebei sei speziell auf die Amtshandlungen bei. der Bezirkshauptmannschaft hingewiesen, läßt sich kaum etwas mehr verschlechtern. „Wir werden gegen euch anders auftreten!" sagt man uns. Welche Ironie? Wir Gottscheer Bürger gehen ganz einfach aus einer solchen Ge¬ meindestube hinaus, wo man uns so behandelt. Wir haben es nicht nötig, uns in unserer ange¬ stammten Gemeindestube so etwas bieten zu lassen. Regieret selbst, denn ihr macht ohnedies das, was ihr wollt. Wir ziehen unsere Konsequenzen und überlassen euch die Verantwortung für alle eure Handlungen. In der französischen Republik sprechen die wenigen elsässischen Deputierten — deutsch, in Maribor können die Deutschen in der Gcmeinde- stube deutsch sprechen, ebenso in Ptuj und in der rein deutschen Gottscheer Sprachinsel soll es einem verboten sein, deutsch zu sprechen? Gottscheer Sprachinsel I Das Wort besagt es, daß man es hier mit einer jedenfalls größeren deutschen Nieder¬ lassung zu tun hat, in welcher nebst der Stadt doch auch die Umgebung mit zu berücksichtigen ist. Die Umgebung hat hier das Wort und von dieser leben gerade diejenigen, welche uns das deutsche Wort in der Gemeindestube verbieten wollen. Aus der Umgebung fließt zumeist das Einkommen des Herrn Dr. Sajovic und der Ge- Die Niagarafälle. Von Konrad Perz, Brooklyn. Derjenige Teil des Staates New York, in dem die Niagarafälle liegen, gehörte jahrhunderte¬ lang den befreundeten Seneca- und Chippawa- indianern, bis es 1885 Staatseigentum wurde. Der Name Niagara kommt aus dem India¬ nischen und heißt „Donnerndes Wasser". In dem Donnern des Wassers glaubten die Indianer die Stimme Manitons, des großen Geistes, ihrer Gottheit zu vernehmen. Regelmäßig opferten sie einen Teil ihrer Jagdbeute und ihrer Ernte dem Gotte. In jedem Frühjahr wurde die schönste Maid mit Blumen geschmückt in einem weißen Kanoe (kleines Boot) über die Fälle in den Tod geschickt. Es war dies die größte Ehre, die einem indianischen Mädchen zuteil werden konnte. Als nun einmal die Tochter des höchsten Häuptlings dieses Schicksal erlitt und ihr Vater in seinem Schmerze ihr im gleichen Tode folgte, da ver¬ schwand auch diese Sitte. Aber noch heute glauben viele in der hochaufspritzenden brausenden Gischt die Stimme des Jndianermädchens zu hören. Vor der Eiszeit war der Niagarafluß, der die Vereinigten Staaten von Kanada trennt, bloß ein kleiner Fluß, der ruhig seinen Weg zum See Ontario verfolgte. In der Eiszeit wurde er aus seinem Bette gedrängt und nahm die überfließen¬ den Wasser der vier großen Seen (Lake Superior, Lake Michigan, Lake Huron und Lake Erie) auf. Infolge der Bodenlage suchte er sein altes Bett wieder zu gewinnen und konnte dies nur über die Fälle bewerkstelligen. Als nach der Eiszeit die Eismassen zurückgingen, hatten sie an ihrem Ende gegen den Fluß zu Massen von Schotter und Geröll aufgehäuft, durch die der Fluß in seinem neuen Bett gleichsam festcehalten wurde und in dem er sich nun schon Jahrtausende wälzt. Das ist die Ansicht der Gelehrten, aber mag es gewesen sein, wie es wolle, eins steht fest, die Niagarafälle sind da und bieten sich als eines der größten und schönsten Naturwunder der staunenden Menschheit dar. Im Lause der letzten Jahrhunderte haben Millionen Menschen aus aller Herren Länder sie besucht, Naturlieb¬ haber wie Gelehrte haben ihre Schönheit gepriesen und heute ist es bei den Amerikanern fast Sitte, die Hochzeitsreise — wenigstens die erste — dorthin zu machen. Da ich die Fälle das erstemal besuchte, so wollte ich natürlich alles genau besichtigen. Nach¬ dem ich von Chicago in Buffalo, der größten den Fällen am nächsten gelegenen Stadt, ange¬ kommen war, mietete ich mit zwei Herren ein Autotaxi, um die Fälle sowohl von der ameri¬ kanischen, als auch der kanadischen Seite besich¬ tigen zu können; denn man hatte mir erzählt, eine Rundfahrt um die Fälle sei nicht zu über¬ bieten. Wohl führen Straßenbahnen, Omnibusse und Eisenbahnen dorthin, aber man hat doch nicht die Bequemlichkeit wie in einem Auto. Wir übersetzten den Niagarafluß in einem Ferry-boat (Fähre) und waren nun in Kanada.' Da es bloß amerikanischen Bürgern erlaubt ist, in Kanada ohn- Paß zu reisen, war mir ganz bange, aber das Glück war mir hold, denn un¬ behelligt ließen uns die Grenzsoldaten durch und dann ging es in schnellster Fahrt auf der breiten Zementstraße dahin, den ungefähr 20 Meilen weit entfernten Fällen entgegen. An einsamen Farms (Bauernhäusern) ging es vorbei; auch be¬ merkten wir Kinder mit Holzschuhen, wie wir sie in der Kriegszeit hatten. Nachdem wir noch die Loretto Academy und das Mt. Carmel College Seite 2. Gottscheer Zeitung — Nr. 11 VIII. Jahrgang. halt des Prokuristen Jlc der Merkantilbank setzt sich auch aus den Geldern der deutschen Umge¬ bung zusammen. Wenn diese beiden Herren so¬ wohl in der Advokaturskanzlei bei Prozessen und in der Bank beim Dollareinwechseln usw. das Deutsche ebenso bekämpfen würden wie in der Gemeindestube der Stadl, dann — Hut herunter. Das hieße konsequent jein. Aber auf Wahlagita- tionen, bei Dollar- und anderen einträglich ge¬ wesenen Bankgeschäften sprechen diese Herren ganz gerne deutsch. Unserem Gottscheer Bauer leuchtet es nicht ein, daß in der Stadl, die seil jeher eine Art Zen¬ trale gewesen ist, Borfälle, wie sie sich letzthin abspielten, denkbar wären. Hier muß endlich ein¬ mal folgendes erläuternd auseinandergesetzt wer¬ den: Die Politik in der Stadt hier dreht sich eigentlich nur um die Interessen für einige Herren. Der Bürgermeister Dr. Sajovic und der Bank¬ prokurist Jlc der Merkantilbank sind Schwäger. Zwti wettere Ausschußmänner sind Angestellte in der Schwägerschast und Herr Michitsch als Ver- treter der Mooswalder dürfte vorläufig nur als Ausreißer zu betrachten sein. Dann sind einige Beamte im Ausschüsse, an deren Arbeit wir nichts anderes zu kritisieren haben, als daß sie in ge¬ wissen Fragen selbstverständlich nicht mit den manchmal mehr als gerechtfertigten Bürgerinter- essen mitsympalhisieren. Herr Notar Dr. Maurer ist den Gottscheern gegenüber in der gleichen Si¬ tuation wie die Vorerwähnten, Herr Medved ge¬ nießt scheinbar eine billige Wohnung im städti¬ schen Spitalsgebäude. Bleibt noch Herr Wagner¬ meister Mandelc, der den neuesten Nachrichten zu¬ folge aus dieser Kombination ausgesprungen ist, ferner Herr Tischlermeister Novak, Herr Drobnič als Bergarbeiter und Vizebürgermeister und zwei bis drei weitere Slowenen aus dem Arbeiter¬ stande. Dieser gut zusammengestellte Apparat garan¬ tiert gewöhnlich in jeder Richtung ein „gedeih¬ liches" Arbeiten der Gemeindestubc. Dieser Ge¬ meindevertretung ist es merkwürdigerweise bis heute noch nicht eingefallen, einmal zu verlangen, daß die jVermögensverwaltung dem rechtmäßig gewählten Ausschüsse übergeben werde, daß man in der Straßengeschichte ein gedeihlicheres Weiter¬ arbeiten ermittle, daß man nachdenke, ob der Ausschuß der städtischen Sparkasse gleichzeitig zum größten Teile auch Verwaltungs- und Aufsichlsrat der Merkantilbank sein dürfe u. dgl. m. Wer aus all diesen Zuständen wirklich irgend welche Vorteile zieht, braucht hier nicht erörtert zu werden. So wird es nicht weitergehen können. (2 große Pensionates passiert hatten, sahen wir die imposanten Fälle, das tiefe Tal, vor uns liegen. Durch das Goat-Jsland (Ziegeninsel) wird der Niagarafluß in 2 Arme geteilt, die sich ge¬ trennt über die Felsen stürzen, um sich am Grunde wieder zu vereinigen. Der tiefere Fall (167 Fuß) ist der American-Fall, der andere heißt Hereshoe (Hufeisen-) oder Kanadian.Fall (160 Fuß). Der American-Fall enthält bloß Vio des gesamten Flußwassers, während auf dem Kanadian-Fall Vio des Flusses hinunterstürzen. Da ich die Fälle im Winter — Mitte Februar — besuchte, war der American-Fall, der ja weniger Wasser ent¬ hält, ganz eingefroren. Ich genoß ein schöneres Schauspiel, als ich es im Sommer erwarten dürfte! Wie ein silberner Vorhang, besäet mit Perlen, in denen sich die Sonne in farbenpräch¬ tigster Weise spiegelte, hingen die Eismassen her¬ nieder, bewundert von zahlreichen Menschen, die sich von ferne ausnahmen wie kleine schwarze Punkte. Millionen von Spitzen und Zacken wechselten ab mit wunderbaren Gebilden. Man glaubte sich in ein Märchenland versetzt! (Schluß folgt.) Unserer Umgebung mußte es endlich einmal klar gesagt werden, denn sie konnte es bisher nicht begreifen. Daß es hier zu solchen Zuständen kommen konnte, ist neben den Trifailer Kohlen- werksarbeitern auch die unbegreifliche Stellung¬ nahme einiger Gottscheer Bürger schuldtragend, welche nachgewicsenermaßen diese Liste mitgewählt hatten. Diese Leute sollen sich jetzt selbst Rechen- schäft geben und dies ihrem Gewissen gegenüber verantworten. Die Krise unserer Landwirtschaft. Das Belgrader Wirtschaftsblatt „Privredni Pregled" bringt in seiner letzten Folge einen be¬ achtenswerten Aufsatz über die landwirtschaftliche Krise in unserem Staate, den wir im nachfolgenden auszugsweise wiedergeben: Die Preise der landwirtschaftlichen Produkte sind im Verlaufe des vergangenen Jahres um 20 bis 30 Prozent gefallen, während die Preise der Bedarfsartikel, die sich der Bauer aus der Stadt verschafft, unverändert blieben und unver¬ ändert blieben auch die Steuern und die anderen staatlichen Abgaben. Dadurch ist natürlich das Gleichgewicht zwischen dem Einkommen, das der Bauer durch seine Arbeit bezieht, und den Spesen, die ihm aus der Erhaltung seiner Wirtschaft und seines Lebens erwachsen, erschüttert. In seinen Jahresfinanzen ist ein Defizit eingetreten. Ein großer Teil der Landwirte verschuldet sich, um dieses Defizit auszugleichen, ein anderer Teil schränkt seine Bedürfnisse ein. Aber weder das eine noch das andere ist gesund und normal, weswegen von einer Krise der Landwirtschaft ge¬ sprochen werden kann und muß. Trotzdem die Feldpreise überall bedeutend gefallen sind, findet sich auch zu den niedrigen Preisen nur selten ein Käufer. Mit der Verpachtung des Feldes steht es noch schlimmer. Die Arbeiter sind teuer und die Pacht ist mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Preise der landwirtschaftlichen Produkte hoch. Deshalb müssen einen die Stimmen, die über eine Einschränkung der landwirtschaftlichen Produktion durch die Produzenten selbst sprechen, ernstlich nachdenklich machen. Unter solchen schweren Verhältnissen, wo mehr als 80 Prozent unserer Bevölkerung (denn soviel macht das landwirtschaft¬ liche Element unseres Landes aus) schwankt, ob sie weiterarbeiten sollen oder nichl, tritt an die Regierung die doppelte Pflicht heran, unsere wirt¬ schaftlichen Verhältnisse einem eingehenden Stu¬ dium zu unterziehen und ehestens Maßnahmen zu ergreifen, um diese Verhältnisse zu verbessern. Denn letzten Endes beruht alles auf der land, wirtschaftlichen Produktion: der Handel, die Be¬ amtenschaft und auch ein guter Teil der Industrie. Gibt es keinen Bauer, dann gibt es auch keinen Handel, keinen Einfuhr- und keinen Ausfuhrhändler und auch keinen Industriellen, der für den hei- mischen Verbrauch arbeitet. Und wenn cs keine Wirtschafter gibt, so kann auch von den staatlichen budgetären Einnahmen und Ausgaben keine Rede sein. Das erste, was der Staat tun müßte, wäre die Herabsetzung der budgetären Ausgaben auf ein Mindestmaß, ebenso auch der indirekten und direkten Steuern, die im Budget auf der Einnahme¬ seite stehen. Denn durch diese unverhältnismäßig hohe Belastung werden der Wirtschaft die letzten Geldmittel, die sie zur Aufrechterhaltung ihrer Tätigkeit braucht, entzogen und sie selbst zum Tode verurteilt. Die Regierung hat dies, wie wir wissen, zugelassen. Das Budget von zwölf¬ einhalb Milliarden wurde aufrecht erhalten und außerdem werden noch verschiedene Ergänzungs¬ anträge der einzelnen Ministerien gemeldet, durch die dieser ohnehin schon ungeheure Betrag noch bedeutend erhöht werden kann. Bei den gegen¬ wärtigen schweren wirtschaftlichen Verhältnissen würde selbst ein Budget von neun Milliarden für unser Volk eine sehr große Last bedeuten. Es muß nach allen Seiten und mit allen Mitteln auf eine qualitative und quantitative Ver¬ besserung unserer landwirtschaftlichen Produktion hingearbeitet werden. Gegenwärtig finden wir nur in dem Teile nördlich der Save und der Donau unseres Staates eine einigermaßen rationell be¬ triebene Landwirtschaft, währeno mehr als die Hälfte des Landes von seiner Landwirtschaft nicht die Hälfte jenes Ertrages erzielt, den er bei einer besseren Wirtschaftung erzielen könnte. Es kann ohne Übertreibung behauptet werden, daß der Ertrag unserer Landwirtschaft bei Einführung mo¬ derner Arbeitsmethoden verdoppelt werden könnte. Auch bei aller konservativen Gesinnung des Bauern wäre der Erfolg unzweifelhaft, wenn die Regierung durch ihre Organe in dieser Richtung endlich mit einer systematischen Arbeit beginnen würde. Es wäre vor allem auch notwendig, in den einzelnen Zweigen der Landwirtschaft einen gründ¬ lichen Wandel zu schaffen. So wäre vor allem der Übergang von der heutigen primitiven Vieh¬ wirtschaft, die nur Zug- und Schlachtvieh erzeugt, zu einer rationellen Zucht- und Milchwirtschaft notwendig. Außerdem müßte die Kultur der In» dustriepflanzen, wie Tabak, Haus, Lein, Zucker¬ rüben usw. eingeführt, bezw. erweitert werden, wodurch die Landwirtschaft bedeutend ertragreicher gestaltet werden könnte. Es müßte aber auch die Möglichkeit geschaffen werden, die landwirtschaft¬ lichen Produkte billig und rasch auf den Markt zu bringen, was ohne ein gut entwickeltes Eisen¬ bahnnetz und Wasserstraßen, vor allem aber auch ohne gute Straßen unmöglich ist. Gut ein Drittel des Bodenertrages geht durch die Überfuhr der Produkte aus den nächsten Markt bei den heutigen Wegverhältnissen verloren. Tie Abschaffung dieses Übels würde somit eine Erhöhung der wirtschaft¬ lichen Kraft unseres Volkes um 30 Prozent be¬ deuten. Zur Geschichte der Gottscheer Stadt¬ pfarrkirche. Bom 1 Schulrat Josef Obergföll. Um das Jahr 1339 war die Kolonisierung im Gottscheer Tale (Gottscheer Boden im engeren Sinne des Wortes) schon so weit vorgeschritten, daß bei der weiten Entfernung der Pfarrkirche in Reifnitz die Errichtung einer Art Expositur oder Lokalkaplanei sich als notwendig erwies. In einer Urkunde (datiert aus Udine, 13. Septem¬ ber 1339) schreibt nämlich der Patriarch Ber- trand von Aquilcja dem Grafen Otto von Orten¬ burg: „Du hast an uns das Ansinnen gestellt und uns untertänigst gebeten, daß wir, weil Dein Landgut („villa", was übrigens auch „Dorf" be¬ zeichnet) in Mooswald (villa lua in Mooswald) allzuweit von der Pfarrkirche entfernt ist, so daß die Einwohner desselben nicht ohne die größten Schwierigkeiten zur Kirche kommen können, um dem Gottesdienste beizuwohnen und die kirchlichen Sakramente zu empfangen, und weil Du deshalb in ebendemselben Dorfe (vills) eine Kapelle zu Ehren des heil. Bartholomäus neu erbaut und aus eigenen Mitteln dotiert hast — daß wir also aus besonderer Gnade gestatten mögen, an der¬ selben Kapelle einen Kaplan zu halten, welcher für die Einwohner des genannten Dorfes den Gottesdienst halte und ihnen die heil. Sakramente spende, ferner einen Friedhof zu errichten und auf diesem die Verstorbenen des Dorfes zu be¬ graben: so gestatten wir nun aus ganz beson¬ derer Gnade, daß Du einen geeigneten katholischen Priester als Kaplan bei jener Kapelle dem Pfarrer der genannten Pfarrkirche (Reifnitz) präsentierst, welcher dann mit Erlaubnis jenes Pfarrers den Einwohnern obgenannten Dorfes den Gottesdienst verrichtet, ihnen die Sakramente spendet, und so- Jahrgang VIII. Gottscheer Zeitung — Nr. 11. bald der Friedhof derselben Kapelle geweiht sein wird, ihre Verstorbenen begräbt — alles jedoch unbeschadet der Rechte der Pfarrkirche." Diese Urkunde ist nicht nur für die Geschichte des Gotteshauses und der Gottscheer Pfarre be¬ deutsam, sondern auch für die Vestedlung des Gottscheer Bodens. Sie bringt uns überhaupt die erste geschichtliche Nachricht über die Besied- lung dieses Teiles des Gottscheer Gebietes. Bon vorneherein ist es unwahrscheinlich, daß man für ein einziges kleines Dörfchen eine eigene Seelsorgstation errichtet hätte. Wir dürften also unter „Mooswald" nicht allein das jetzige Dorf gleichen Namens zu verstehen haben, sondern ein etwas weiteres Gebiet, das wahrscheinlich auch die nachmals mit dem Namen „Gottschee" be¬ zeichnete Siedlung umschloß. In den darauffolgenden Jahrzehnten und ins- besonders etwa zwischen 1350 bis 1363 scheint die Siedlung des Gottscheer Bodens ausgiebige Fortschritte gemacht zu haben. Dies erhellt aus der Urkunde des Patriarchen Ludwig II. della Torre von Aquileja vom 1. Mai 1363, welche für die Pfarre Gottschee von großer Wichtigkeit ist. Der Patriarch sagt in derselben, er habe er¬ fahren, daß in viele Hainen und Wäldern inner¬ halb des Pfarrsprengeis Reifnitz, die bisher un- bewohnbar und unbebaut waren, viele menschliche Niederlassungen entstanden seien, daß das Land urbar gemacht und eine nicht geringe Menge Volkes (non mockici populi conZregstio) dahin gekommen sei. Diese Ansiedler hätten nun unter Mitwirkung ihres Herrn, des Grafen Otto von Ortenburg, neue Kirchen gebaut, und zwar in „Gotsche, Pölan, Costel, Ossiwniz und Goteniz". Er (der Patriarch) gestatte dem Grafen und seinen Erben, in diesen Kirchen geeignete Priester ein- zusetzen und sie dem Pfarrer von Reifnitz zur Be¬ stätigung zu präsentieren. (Fortsetzung folgt.) Aus Ltadt und Land. KoLevje. (Trauung.) Herr Alois Dolinšek, Buchhalter in Zagreb, und Fcl. Elfrieda Pavliöek wurden am 5. April in der Stadtpfarrkirche getraut. Trauungszeugen waren der Tischler¬ meister Josef Novak und Forstbeamter Anton Ru'h. Viel Glück! — (Autoverbindung KoLevje-Brod a. d. Kulpa.) Ab 1. April ist der Autoverkehr auf der genannten Strecke wieder in vollem Be¬ triebe und auf einem neu hergestellten Kraftwagen ist nun allen die Gelegenheit geboten, das Kulpa- tal in 2 Vs Stunden zu erreichen. Fahrpreis per Kilometer nur 1 Dinar (KoLevje-Brod 30 Din). Die Haltestelle in Kočevje ist das Gasthaus „Harde", wo auch Anmeldungen für die Fahrt entgegengenommen werden. Abfahrt von Kočevje täglich um 12 Uhr mittags, Ankunft in Koöevje um 9 Uhr vormittags. — (Stimme aus dem Volke.) Wie wir hören, ist der Prokurist der Merkantilbank, der auch in der Gemeindestube der Stadt KoLevje sttzl, gegen den Gebrauch der deutschen Sprache daselbst aufgetreten. Wir erlauben uns die An¬ frage, ob wir in der Merkantilbank auch slowe- nisch sprechen müssen, damit unsere deutschen Gelder da ausgenommen werden I Oder sollen wir einen Dolmetsch mitbringen? (Eine Anfrage.) Es ergeht an die Herren Josef Röt Hel und Josef Oswald die höfliche Anfrage, ob sie mit Rücksicht auf die be- bäuerlichen Vorfälle in den beiden letzten Ge¬ meindeausschußsitzungen der Stadtvertretung noch gesonnen sind, die Verantwortung der städtischen Vermögensverwaltung weiterhin zu tragen? Diese Frage scheint umso berechtigter, weil die soge¬ nannte Vermögensverwaltungsfrage gelöst zu sein scheint und nur ganz unglaublicherweise bis heute die Erledigung noch immer irgendwo zurückge¬ halten wird. Man beehrt sich, die löblichen Behörden auf diesen Umstand speziell aufmerksam zu machen, weil es nich - angeht, daß man so wichtige Akte einfach zurückhält. — (Gefunden) wurde eine Geldtasche auf der Straße Malagvra und Brunnwirt. Anzu¬ fragen bei Herrn Josef Samide in der Bäckerei Johann Ranket in KoLevje. — (Kindergarten.) Unter dieser Spitz¬ marke brachten wir in der Nummer vom 10. März 1926 die Nachricht, daß die Lehrerin Fräulein Maria Cetinski in unserer Stadt einen Privatkindergarten eröffnet hat. Diese für die Kinder beider Nationen gleich wichtige kulturelle Einrichtung hat aber nicht lange bestanden. Am Ostersamstag, am Tage der Auferstehung des Welterlösers, beim Klange der Friedensglocken, wurde unser« n Kleinen gleichsam als Ostergeschenk die behördliche Sch tz ng des Kindergartens ins Haus geschickt. Wie wehe wird da einem ums Herz, wenn man beobachtet hat, wie die Kinder sich freuten, einen Ort zu haben, wo sie sich zusammenfinden, um gemeinsam spielen zu können. Der Kindergarten wurde gesperrt, weil es vielleicht einigen Herren in die Augen gestochen, daß sich Kinder in ihrer Muttersprache unter¬ halten. Also dürfen bei uns auch Kinder unter sechs Jahren nicht mehr deutsch sprechen. Dies ist die Einleitung der Gottscheer slowenischen Machthaber zu jener bekannten Eingabe, die der politische und wirtschaftliche Verein der Deutschen Sloweniens in Marburg am 8. Jänner l. I. an die Kärntner Landesregierung gerichtet und gebeten hat, den Kärntner Slowenen die volle kulturelle und nationale Selbständigkeit zu ge- währen. Auf diese Weise stören gewisse Leute die von Deutschen und Slowenen ins Werk ge¬ setzte gemeinsame und gemeinnützige Arbeit. Mit der Auflösung des Kindergartens und den übrigen sehr tief in das wirtschaftliche Leben der Bürgerschaft einschneidenden Geschehnissen der letzten Zeit wurden aber auch jenen Gottscheern die Augen geöffnet, die bisher nicht gemerkt haben, daß sie nur als Mittel zum Zweck dienen. Hoffentlich werden diese Gestreichelten aus allem und jenem die Konsequenzen ziehen und zurückkehren in unsere Einheitsfront. — (Etwas vom Hausierhandel vor mehr als 100 Jahren.) In der Geschichte einer steirischen Stadt ist zu lesen: „Der Kampf gegen den Hausierhandel ist so alt, als es stän¬ dige Handelsleute gibt. Den Handelsleuten dieser Stadt — es waren drei — war schon lange Franz Hutter aus Gotlschee der Feind ihrer Geldlade. Seit zehn Jahren trieb er sich in ge¬ nannter Stadt und Umgebung als Hausierer herum. Alle möglichen Artikel zog er in seinen Bereich und ließ sich weder in der Güte noch Menge derselben eine Beschränkung gefallen. Zuletzt handelte er mit einem ganzen Stabe von Ver- wandten und Knechten. Er war längst über die landläufige Figur hinausgewachsen, die ihren ganzen Kram auf dem Rücken trägt. Solange er sich in den Grenzen des Hausier¬ patentes vom 5. Mai 1811 hielt, war gegen ihn nichts zu machen. Die drei Kaufleute scheinen nun in Erfahrung gebracht zu haben, daß Hutter seine Befugnisse auf Grund des Hausierpatentes überschritten hatte. Sie erfuhren, daß am 1. Jänner 1818 ein Wagen voll Farbholz und anderer zollpflichtiger Waren für Hutter ange¬ kommen seien, nicht weniger als 13 Kolli. Über diese Entdeckung wurde sofort von den drei Kaufleuten die mündliche Anzeige an den Zoll¬ einnehmer erstattet. Dieser ließ die Kolli (Pa- kete) durch seine Untergebenen mit dem Amts- sigill belegen. Die drei Handelsleute drangen Seite 3. auf eine gerichtliche Verhandlung. Der Zollein¬ nehmer zeigte sich aber merkwürdig milde und forderte die geschädigten Handelsleute auf, mit Hutter ein Abkommen zu schließen. Tatsächlich verpflichtete sich Hutter in einem Reverse, alle umliegenden Gegenden der Stadt künftig mit seinem Hausierhandel zu meiden". Aus welcher Ortschaft im Gottscheerlande Hutter stammle, ist aus der Chronik leider nicht zu entnehmen. — (Amtliche Kurse für den Monat April. Ein Dollar 56'6, ein kanadischer Dollar 56'35, eine deutsche Goldmark 13'50, ein österr. Schilling 7'98, eine Lire 2'28, eine tschechoslo¬ wakische Krone 1'68 Dinar. — (Tiere mit Holzbeinen.) Einem armen Bauern in England war die Kuh gestürzt und hatte ein Bein gebrochen. Da das Tier der einzige Reichtum des Mannes war, wurde es nicht getötet. Der Tierarzt amputierte vielmehr das Bein und setzte der Kuh ein Holzbein an. Die Operation glückte so gut, daß das Tier nicht nur erhalten blieb, sondern sich auch wie früher bewegen kann. — (Heirat unterBlutsverwandten.) Es ist nicht ratsam, daß Kousin und Kousine ein¬ ander heiraten. Wenn wir alle Vorteile und Nachteile einer Ehe unter nahen Verwandten in Erwägung ziehen, können wir nur schließen, daß eine Heirat zwischen verwandten Familien nicht gut sei. Der Vorteil einer Ehe unter Blutsver¬ wandten ist der, daß bei einer besonderen geistigen Veranlagung oder Geschicklichkeit diese sich ver¬ erben kann und somit bei den Kindern jene be¬ sondere Eigenschaft noch mehr hervortritt. Die Nachteile sind mannigfach und von Bedeutung, weil wir finden, daß beim Vorhandensein einer besonderen krankhaften Anlage diese bei den Kin¬ dern von Blutsverwandten weit entschiedener zur Ausbildung gelangt. Wenn z. B. in einer Familie Wahnsinn, Skrofeln, Schwindsucht oder Krebs oder Neigung zu Krankheiten des Nervensystems vorkommen, und wenn Mitglieder dieser Familie heiraten, so finden wir, daß sich bei den Kindern Wahnsinn, Skrofeln, Krebs, Nervenstörung oder Schindsucht früher entwickeln, als bei den Kindern anderer Familien, wo die Eltern nicht verwandt sind. Aus diesen Beobachtungen läßt sich die Lehre ziehen, daß im allgemeinen Verwandtenheiraten nicht gut sind. Kousin und Kousine sollten sich daher nicht heiraten, ebensowenig sollten Onkel ihre Nichten oder Neffen ihre Tanten ehelichen. Stara cerkev. (Der Mitterdorfer Markt) vom 6. April wies, vom schönsten Wetter begünstigt, einen lebhaften Verkehr auf. Es wurden 132 Stück Rinder und 70 Jungschweine aufgetrieben. Vom Rindvieh wurden 70 Stück, von den Schwei¬ nen 50 verkauft. Die Preise bewegten sich beim Vieh zwischen 35 bis 50 X das Kilo, bei den Schweinen das Stück von 1100 bis 1200 X. — (Eine Mißgeburt.) Die Kuh eines hie- stgen Besitzers brachte vor einigen Tagen ein Kalb zur Welt, das einen gewaltigen Wasserkopf und re¬ gelrechte Schweinsfüße hatte. Das Monstrum, halb Kalb halb Schwein, wurde verscharrt. — (R a uchf a n g f e u er.) Am Karfreitage entstand im Pfarrhofe ein Rauchfangfeuer, das, weil man es gleich bemerkte und Hilfe gleich zur Stelle, auch bald gelöscht wurde. — (Sterbefall.) Nach längerer Krankheit ist am letzten März die 66 Jahre alte Mitter¬ dorfer Gastwirts- und Besitzersfrau Josefa Sieg¬ mund gestorben und am Karsamstag, von zahl¬ reichen Heimischen und Auswärtigen begleitet, zu Grabe getragen worden. Die Dahingeschiedene war eine brave, gottesfürchtige Familienmutter und tüchtige Wirtin. — (DieAuferstehungsprozession mit Musik.) Der Auserstehungsprozession am Kar¬ samstag sahen die Mitterdorfer Heuer mit doppel- Seite 4. Gottscheer Zeitung — Nr. 11. Jahrgang VIII. lem Interesse entgegen. Die Feuerwehrkapelle, deren Mitglieder zumeist der Malgerer Ortschaft angehören, wollte da neuerlich auftreten. Sie ist nun aufgetreten und hat ihre Sache gut gemacht. Der Fortschritt, den der Kapellmeister S^> » und mit seinen Leuten innerhalb eines Jahres gemacht hat, wurde -allseits anerkannt. Stari kog. (Postalisches.) In der Folge vom 10. März unseres Blattes brachten wir eine Notiz über Unterschlagungen von Amc ^abriefen. Wir stellen hier ausdrücklich fest, daß wir damit weder das Altlager Postamt noch ein anderes unserer Postämter auch nur im Geringsten ver¬ dächtigen wollten. Wir sind überzeugt, daß solche postalische Unregelmäßigkeiten natürlich nur auf großen internationalen Transiträumen möglich sind. Der Weg aus Amerika ist lang und weit. Daß dabei so mancher Heimatbrief verschwindet, ist leider eine traurige Tatsache. Sie ist in der zweifelhaften Moral mancher Menschen begründet. Daß wir aber damit unsere Postlerschaft in Stadt und Gemeinden nicht im Entferntesten be¬ tasten wollten, sei zu deren Ehre hier aus¬ drücklich feflgestellt. Jeder aufmerksame Leser wird eine konkrete Beschuldigung aus der obe'' 'm Notiz schon von Anfang an nicht entnomir . ^oen. Die Schriftleitung. Koprivnik. (St er befall.) Am 3. April l. I. starb Frau Matilde Brustmann geb. Omann nach Empfang der hl. Sterbesakramente in ihrem 78. Lebensjahre. Die Verblichene war eine gebür¬ tige Laibacherin und hat sich hier bei uns recht wohl gefühlt. — (Spende.) Herr Alois Kraker, Groß- kausmann in Ptuj, hat unserer Pfarrkirche zur Anschaffung von drei neuen Bronzeglocken den namhaften Betrag von 3000 Dinar gespendet. Unseren herzlichsten und tiefgefühltesten Danki Der Glockenausschuß. Wozekj. (Nach Kanada) sind vor kurzem hier ausgewandert: Andreas Juran und Konrad Troje, beide Besitzer in Sp. Mozelj, und Franz Hiris, Besitzerssohn aus Verderb. In Bälde fol¬ gen andere nach, besonders wenn günstige Nach¬ richten von den Ausgewanderten einlaufen werden. Motom. (Gestorben.) Die gut bekannte und beliebte Setsche Besitzerin Maria Schneider wurde in der Karwoche hier zur letzten Ruhe ge¬ leitet. 58 Jahre alt, ist sie einer Lungenentzün¬ dung erlegen. Sie ruhe in Frieden. Graz. (Richtigstellung.) Der vorletzte Absatz des Jahresberichtes des Vereines Gottscheer- land, den wir in der Osternummer brachten, wird dahin richtig gestellt, daß auf Antrag des Herrn Dr. A. Jaklitsch auH der frühere Obmann und nicht nur der 'frühere Obmannstellvertreter einstimmig wieder gewählt wurde. Wien. An die geehrten Mitglieder. Die mo¬ natlichen Vereinsabende entfallen vis auf weiteres. Der erste Vereinsausflug findet am 25. d. M. nach Laxenburg (Besichtigung des Schlosses) statt. Abfahrt: Wien Südbahnhof 14'08 Uhr. Nachzügler 15'10. Der Vorstand. Brooklyn. (Gestorben) sind jüngst zwei Gottscheer Familienväter: Josef Göderer, 43 Jahre alt, geboren im Heimatstädtchen, Sohn des ver¬ storbenen Oberlehrers Josef Göderer, und Albert Osterman«, 30 Jahre alt, ein gebürtiger Graf- lindner. Briefkasten. Herrn Josef Meditz, Brooklyn. Bezugsgeld für Josef Rabuse, Hilde Kump, Alois Fink, Ad. Sterbenz, Hilde Bour und Andreas Stonitsch er¬ halten. Tod nach „Serufsarten". Eine kleine Untersuchung über Redensarten. Der Bergmann fährt in die Grube, der Seemann in den Ruhehasen, der Luftschiffcr gegen Himmel, der Fährmann aus jenseitige Ufer. Der Bonvivant — hat ausgetobt, der Ringkämpfer ausgerungen, der Weltreiscnde die Welt verlassen, der Schlosser sein Dasein beschlossen, der Sportler hat sein Ziel erreicht, der Wettläufer seine Lauf¬ bahn beendet und der Opernsänger tut den letzten Atemzug. Der Hausherr sucht das letzte Haus auf, der Militär geht zur großen Armee, der Jäger in die ewigen Jagdgründe, der Segel¬ sportler i gelt ab, der Strumpfwirker sockt ab, der Wanderer sucht die letzte Herberge auf, der Totengräber, der anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, der Erdarbeiter kehrt zum Staub zurück, der Maschinenheizer wird Asche, der Kor- pulente macht sich dünn, der Straßenbummler geht um die Ecke, der Schulzmann wird abge- löst, der Chemiker löst sich auf und der Anatom wird eine Leiche. Der Geistliche gibt seinen Geist auf, der Bischof segnet das Zeitliche, der Jurist tritt vor seinen Richter, der Arzt hat ausgedok- tert, der Spiritist haucht seine Seele aus, der Psychiater ist entseelt und der Astronom himmelt. Der Landwirt beißt ins Gras, dem Gärtner ist das letzte Kraut gewachsen, der Schaffner liegt in den letzten Zügen, dem Raucher geht die Pfeife aus, der Buchdrucker druckt sich, der Spi¬ ritusbrenner verflüssigt sich und der Parfümerie¬ händler verduftet, während der Obsthändler ver¬ fault. Der Adelige wird zu seinen Vätern ver¬ sammelt, der Weltverächter verläßt da- irdische Jammertal, dem Uhrmacher hat die letzte Stunde geschlagen, dem Schneider wird der Lebcnsfaden durchschnitten, dem Schuster geht der Draht aus, dem Boxer wird der letzte Schlag versetzt, dem Baumeister fällt das irdische Haus ein, der Pfeifer pfeift auf dem letzten Loch, der Musiker schreibt sein Finale, der Schriftsteller — endet und der Imker hat den letzten Stich gekriegt. Herausgeber u. Eigentümer: Josef Eppich, Stara cerkev. Schriftleiter: Carl Erker, KoLevje. Buchdruckerei Josef PavliLek in Koäevje. Danksagung. Außerstande jedem einzelnen für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die uns anläßlich des Lfinscheidens und Leichen¬ begängnisses unserer unvergeßlichen Mutter, Schwi germutter, Großmutter, Schwägerin, Schwester und Tante, der Frau Josefa Sigmund Besitzerin und Gastwirtin entgegengebracht wurden, besondeis zu dan¬ ken, sprechen wir alleu verwandten, Freun¬ den und Bekannten an dieser Stelle den innigsten Dank aus. Stara cerkev (Mtterdorf), im April ty26. Die trauernden Hinterbliebenen. Kür Krume und andere Kurorte werden perfekte Köchinnen, feine Stubenmädchen, Kinderfräulein und gute Mädchen für alles gesucht. Ebenso Personal für Hotel, Restaurant und Cafe. Es sind Plätze für sofort oder auch zum spä- teren Eintritt frei. Anfragen sind zu richten an: Krste und älteste Menstvermitttung Klena Kruöer 2—1 Kiume, via Garibaldi Ar. 16. Gin Jaus in der Mitte der Stadt KoLevje ist günstig zu verkau- fen. Auskunft m der Redaktion. 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Tragen auch Sie «« pälMA- ** KsutEabMre «na Soklen Sie werden dann die Wohltat des elastischen Schrittes nie mehr entbehren wollen. Aalma-AautschukaSsStze sind dreimal so haltbar und trotzdem noch billiger als Leder. 8—6 3—3 ^clitunL! ^cktung! Lonkrtironslos äeoLen 8is Ibren Leänrk in 81sbei8en, ljiver8en Lleelien, UN Vrskt8titten, Orskt, ver8cliieckenen 8cti1o88sr-, 8climiecke- unck lackier- zverkreuZen, 8psrliercken, liüctien8e8ckirren unck allen Ianclxvirt8ciiakt- » lictien Levälen, karben, Dscken, k1rni8, Lenrin, Öl U8iv. bei IRsvk§. fk, UU8LK, Koövvjjs. LementlgAbr. bsnckrv. lUasetiinsn. pulververselilelss. Das Amtslokal der Sparkasse der Stadt Kočevje be- findet sich im Schloßgebäude am Auerspergplatz. » N V I Einlagenstand am 1. Jä'nner 1925: L »F Dm 15,198.19387. J M 8 H Kk 8 Z RI Z Zinsfuß für Einlagen (ohne Abzug der IM Rentensteuer) 5 °/o. Zinsfuß für Hypotheken 8 °/o. » ' Zinsfuß für Wechsel 12°/o. Amtstage jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 11 Uhr und an allen Jahrmarkttagen von 8 bis 12 Uhr vormittags.