.M »53. Donnerstag am 21. December »848. Hcr'Fgthum Krain. Hai bach, am 20. December. Gestern wurde in unserer Hauptstadt das Fest des Regierungsantrittes Seiner Majestät, des Kaisers Franz Joseph I., auf eine würdig,, wirklich erhebende Art gefricrt, woran die ganze Bevölkerung herzinnigen Antheil nahm. Schon der Vorabend des >9. Decembers deutete durch eine allgemeine, reiche Beleuchtung dcr Stadt und aller Vorstädte. so wie durch den von der Nationalgarde unter rauschenden Musikklängcn ausgeführten Fackelzug die Wichtigkeit des bezeichneten Tages an. Um 7 Uhr früh verkündete der Donner des Geschüz. zes vom Eastellbergc zugleich mit dem von der Musik« Capclle der Nationalgarde abgehaltenen Tagrcveille den Ansang der Festlichkeit. Um 9 Uhr rückte die hierortige Nationalgarde, gegenwärtig bereits ein im. posanter Wehrkörpcr, zahlreich und in größter Parade, « Compagnien stark, sammt der berittenen Abtheilung ans den Eongreßplatz aus. Um 10 Uhr stellte sie sich mit klingendem Spiele vor der Domkirche auf und wurde vom hiesigen Militärcommandan. ten, Herrn Feldmarschall . Lieutenant SchuIzig, besichtigt. Hieraus rückte das Gardcbataillon auf den Iahrmarktplatz, wo es während des Gottesdienstes postirt blieb, und nur eine zu»« Salvengeden bestimmte Abtheilung war vor der Domkirche ausgestellt. Um 1U Uhr, ^nachdem Se. Excellenz, der Herr Landes. gouverneur^in Begleitung mehrerer Equipagen vor der Kirche feierlich vorgcfahren war, begann der Got. tcsdienst, abgehalten von Sr. Excellenz, dein hoch-würdigsten Fürstbischof Anton Alois WoIs. Wäh-lend dec Hauptabtheilungen des solennen Hochamtes gab die zum Feuern bestimmte Abtheilung die üblichen Gcwehrsalvcn, in welche Kanonenschüsse vom Üastcllbcrge intonirtcn. Die höchsten (Zivil, und Militär» Autotita'ten, so wie eine äußerst zahlreiche Men. ge Andächtiger aus allen Standcsclassen hatten sich im Dome versammelt, um mit dem Gebete dcs lirch. lichen Oberhirtcn die heisicsten Segenswünsche zum Wohle und glücklichen Regierungsantritte unsers ju. gendlichen Monarchen und Herrn zu vereinigen. Nach Beendigung der kirchlichen Function dcsilirte die sä'mmtllche Nationalgarde mit ^eldnuisik vor den Civil» und Militär-Notabilitäten vorbei und zog wieder auf dm Eongrcßplatz, wo sie ausgestellt den vom Eastellberge durch das Sprachrohr verkündeten, vom Kanonendonner begleiteten Imaligen Vivatruf auf unsern Kaiser Franz Joseph R, herzlichst »mixo»«» erwiederte, womit dann die Feierlichkeit schloß. Abends wurde aus Anlaß dieser Feier das Theater festlich erleuchtet und der Herr Landesgouverncur, der mit dem Herrn Militär-Commandanten und zahlreichen« Gefolge in Uniform in der Hosloge erschien, unter Trompeten- und Paukenschall empfangen, worauf die Volkshymne angestimmt und dann das Schauspiel: „Rubens in Madrid« gegeben wurde. Laibach, am 20. December. Verflossenen Sam. stag, am l«. d. sand in der hiesigen Domkirche der solenne Traucrgottcsdienst für den in Wien ermorde, len Kriegsminister Grasen La tour unter Zuströmen einer große» Menge Andächtigcr Statt. Die Herren Ebess der hiesigen (Hivil- und Militärbehörden hatten sich dabei eingesundcn. Laib ach, am 20. December. Vorgestern brach die Deputation der Stadtgemcinde und der Herren Stande Krams von Laibach auf, um sich nach Ol-mutz zu Sr. Majestät, Kaiser Frau; Joseph I., zu begeben und Ihm die Huldigung unserer Provinz darzubringen; ferner, um in Prag vor Sr. Majl. stät, Kaiser Ferdinand dem Gütigen, noch ein Mal den innigsten Dank unserer Provinz für all das empfangene Gutc auszusprechen. Man sagc, die Dcputirtcn wollen auch den Reichstag in ^rem. sier besuchen. Die Tagöprcsse und dir Freiheit. ..Dcr menschliche Geist,« sagt der mutterwitzigc Luther, ist wie ein betrunkener Reiter; von der cincn Seite schwingt er sich auf sein Pferd, und von der andern fallt cr wieder herab.« Und so ist's in der That, bald zu viel liuk5hin, und dann wieder zu viel rcchtshin bewegt sich unser schwaches Gemüth, und nichts wird ihm schwerer, als die golden: Straße zu wandeln, die zum Wahren, zum Göttlichen führt! Die ganze Weltgeschichte ist eine ewige Oscilla« lion zwischen überschwenglichen Ideen , deren Er» möglichung das sterbliche Geschlecht anstrebt, um nach erfolglosen Icarus. Flügen 'immer wieder zurück zu fallen in den extremen Pol der Erschlaffung. Nur klcin ist die resultirendc Linie, die »lach solchen phan tastischcn Krastäußerungen als gewonnener Fortschritt überbleibt. Dieses extreme Bewegen, das nie Maß und Ziel hält, äußert sich am deutlichsten durch das ge-druckte Wort, als den sinnefäUigen Ausdruck des menschlichen Geistes, und insbesondere durch den rast. losen Herold der Zrit, die Journalistik. — Völkcr sind naive Naturkinder; sie haben ihr Herz immer auf ihrer journalistischen Zunge, und wenn auch Preß. zwang diese Zunge stottern macht, so erräth eben dar. an dcr tiefe Beobachter wieder, was im Volke vor» geht. Wer da wissen will, was ein Volk politisch denkt, wünscht, und fürchtet, der frage die Prcffe. Wenn wir diese Ansicht für unsere journalistischen Zustände brauchen wollen, so bieten sich derzeit intcrcs. santc Erscheinungen dar, Erscheinungen, die in etwas we-nigstens das Axiom bestätigen helfen, das ich eingangs hingestellt. —Wie sonderbar sich's in der Wett ändert! Wo sind nun jene Legionen schreibender Liberaler hin. gerathen, die gestern noch ihre Utopien, wie Seifen, blasen in die Welt hauchten, die gestern noch mit Kronen und Sceptern spielten, als lägen diese ^'ä. chelchcn in ihren Redacitonsbureaux vor, um sie nach Lust und Liebe zu verschenken? Wo sind sie nun alle, die politischen Posauncnbläser, von deren Hauch die festen Grundmauern Europa's umstürzen sollten? Liegen sie alle todt in den Wiener.- Stadtgraben? Gott bewahre! Sitzen sie vielleicht alle tiesnachdenk' lich am Spielberge? Gott bewahre! Oder waren die October »Kanonenschüsse für sie die feurigen Zungen, welche sie die Sprache dcr Mäßigung, das heilige Idiom dcr wahren Freiheit sprechen lehrten? Auch das nicht! Sie schweigen, wie Frösche verstummen, wenn man einen Stein in ihre Pfütze wirst; fie schweigen im Bewußtseyn ihrer Nichtigkeit, ihrer Erbärmlichkeit. Nicht mit Unrecht haben Männer dcr That von jeher einen instinctartigcn Abscheu vor dem Geschlechte dcr schreibenden Politiker gehegt. Wie viel Heil und wie viel Verderben liegt nicht in ihren Handen, und wie leichtsinnig und gewissenlos gebaren sie mit der ihnen zugefallenen Macht; wie selten sitzt ein (5ha. raktcr am Publicisten. Pulte, wie selten ist das un^ bedingt wahr und nützlich Erkannte der Preis, nach dem die politische Tagprcssc strebt? Einer Schlange gleich, ringelt sie sich um das Piedestal der eben gc^ bietenden Macht und dient ihr so lange, als sie nicht stürzt! Die Schwäche unserer liberalen Presse ließ sich >ie besser ermessen, als eben jetzt. Weil es il)r nicht nrdr erlaubt ist, zu schwindeln, zu lügen und zu iklstöleil, nun findet sie kei n W or t me hr, um in ihrem Sinne zu reden. Es verschlägt ihr die ötimnit, won, sic sprechen soll zur guten, starken Partei dcr Erhaltung, und doch hat diese Partei nie Miene gemacht, dcn ehrlichen Freimut!) in's Gesicht zu schlagen; es liegt in ihrer Art n,cdt, den Mund zu knebeln, der eine wohlgemeinte Wahrheit sagt. Noch nie ist wahre Krast kleinlich und niedrig gewcscn! Mancher wird, da ich mit diesem Anwurs ins« besondere den Wiener Journalismus, als den halt« gebenden bemzichtm will, betroffen fragen, ob ich denn auf den Belagerungszustand vergessen, ob ich berück-ficbtigct habe, daß jetzt nur der streng . conservative Theil der Presse monopolisiren darf. Eben das aber ist eine Lüge! Denn nur die wilden Schößlinge, die vcrdllbentxn, hat das blanke Schwert von, Frei» hcitsbaume lmabglhaucn , nur dem destruirenden Wal'nsiniie lind die Hände gebunden! Ich bin fest überzeugt, die weise Partei der Erhaltung wünscht, daß sich in der Wiener Tagprcsse ein männlich, freier Ton. je bälder, je lilbtr äußern, weil sie zu klug ist, um nicht einzusehen, daß gehaltvolle Freimüthigkeit das sicherste Zeichen poli-tisch er Genesung wäre. Statt dem erstand bort smit Ausnahme von wenigen Organen, die schon früher mit Glück eine liberal.conservative Haltung versuchten) ein unglück« seliges Genre von Publicisten, das, ich weiß nicht ob aus übeluerstandcnem guten Willen, oder aus corsicanischer Rachsucht, auf den todten Feind darauf losschlägt, nicht bedeutend, daß dadurch dcr guten Sache, die am besten den Weg der Versöhnung ginge, geschadet wird; nicht bed»nkend, daß das gemeinschaftliche Wohl viel mehr Prositiren würde durch einen Fingerzeig in die Zukunft, als durch Denunciationen aus der Vergangenheit! Es ist ein Vorwurs, den die Journalistik den Herren am Staatsruder so oft und oft gemacht, „daß sie nichts ver< gessen und nichts lernen wvllcn;" wie wär's, wenn dieselbe zu eigenem Gebrauche diesen Satz zu buch, stabiren begönne? — Die rädicale Presse hat durch unerhörte Geschick» losigklit in ihrer Weise so viel Unheil gebracht! Laßt aus also klüger werden, laßt uns aus Kosten fremder Erfahrung lernen, und durch Maßhalten im entgegengesetzten Sinne die Sandbänke umsteuern, die bisher nicht weiter kommen ließen. Die confer» , vative Partei, welcher die gute Vorsehung jetzt Macht und Krast in die Hand gegeben, möge zeigen, daß sie die bessere Intelligenz im Staate ist, daß sie es versteht, die Wunden zu heilen, welche der Jungen. Tcrrorismus dein Vaterlande geschlagen hat. Deßhalb sey die Devise der politischen Tagpresse: Vergessen der Vergangenheit und practischcs Streben für die Zu» kunft! Diejenigen aber, die etwa um die gute Freiheit fürchten, weil sie sich nicht mehr durch blutige Pamphlet's, durch Vereinsunwesen und Barricadenlust manifestirt; diejenigen, die früher so laut waren, daß ihnen sür jetzt kein brauchbar Wort mehr übrig blieb, die mögen es uns glauben, daß sie eigentlich nur der Alp ihrer politischen Befangenheit drückt. Die Klein» müthigen! — nichts ist unwiederbringlich verloren, als durch ihre Schuld die kostbare Zeit! Abgesehen davon, daß uns der jugendliche Kai. ser, den sein blühendes Alter naturgemäß der libera« 780 len Weise nähert, mit seinem er st e n Kaiserworte die Freiheit garantirt; — geschweige, daß ein Mini sterium denkt und handelt, das durch seine ersten Maßnahmen an das «x un Brigade Ottinger vor, worauf der Gegner auch dieses Dorf verließ, Er zog sich in der Richtung gegen Ungarisch-Altenburg dtrmaßen rasch zurück, daß das erste Corps Quartier in Casimirhof heute Nacht seyn wird. Als er gegen zwei Uhr Nachmittags auch Kittsee räumte, ließ Feldmarschall-Lieutenant Ke mpen auch diesen Ort mit einen» Bataillon besetzen. Vom Feldmarschall.Lieutenant S i m unich kommt mir die Meldung, daß er bereits die feindliche Paß stellung obcrhnld Iablonitz am 14. d. M. angegris-fen, den Gegner nach Wegnahme desselben bis Sc-plitz über Nadns) verfolgt, und bis Tyrnau zurück-gedrängt habe. Der Oberstlieutenant Frischeisen berichtet, daß er am I l. d. ei» glänzendtS und siegreiches Gefecht acaen ei. nen weitüberlcgenen Feind bestand, dersichunwcit Bu-datin hinter Verhauen sehr vortheilhast postirt hatte. Unsere Truppen entwickelten dabei ihre gewohnte Tapferkeit und sahen sich auch von den slovakischen Freiwilligen aus's Beste untersucht. Der Feind wurde gegen Sillcin zurückgeworfen, wo er die Wagbrücte abbrach, somit die weitere Verfolgung hinderte. Oberstlieutenant Frischeisen kann die Aus. dauer und Hingebung seiner Truppen nichl genug loben. Dir Feldmarschall-Lieutenant GrafS chlick zeigt mir an, daß er am lO. d. M. unter dem Jubel des Volkes in Epcrics am Vormittag eingerückt sey, und auch das Salzwerk und die Stadt Sovar besetzt habe. Auch auf dieser Seite hat der Feind keinen entschic. denen Widerstand geleistet. Hauptquartier Petronell am 16. Dec. I848. Alfred Fürst W i ndi schgrätz , Fclbmarschall. Armee-Bulletin vom 17. December 1848. Das Armeekorps Sr, Durchlaucht, des Fürsten Windi schgrätz, hat den 15. d. M. Abends 8 Uhr seine Vorrückung gegen Ungarn begonnen. Oberst Baron HorviUH, mit beiläufig 3000 Mann des Wiener Bcsatzungs. Corps und dem Bc. sehle, die äußerste rechte Flanke bildend, aus der Straße nach Ocdenburg vorzugchen, begann nämlich an diesem Tage seine Ausgabe, indem er dem Major Grasen Sch as fgotsche mit 2 Compagnien des Oguliner Gränz-Regimentes und 2 Escadronen des Chcuaurlegers-Regimentes Graf Wrbna, von Eben-furth aus über Höstrin gegen Oedenburg entsandte, um ihn in seiner linken Flanke zu decken. Diese Colunne stieß den lt>, Früh in Volka-Brodcrödorf auf eine feindliche Abtheilung, welche mehrere Häuser besetzt hatte und heftig daraus feuerte. Major Gras Schafs g ot sche ließ jedoch den Ort durch eine Eompagnie Oguliner unter Führung des Hauptmanns Kassonovich und einer Abtheilung Chevauxlcgcrs unter Obcrlieutcnant Moldo-vany stürmen, nahm ihn mit Gefanczennehmung zweier feindlicher Ofsiciere und 26 Mann (theils Husaren, theils I!l»lv<:(l) und marschirte sodann nach Klingcnbach, wo er sich bald daraus mit der Haupt-Colonne vereinigte. Oberst Baron Horv:NH rückte mit dem (ir<>5 seines Corps aus dcr Wiener.Neustadtcr Straße gegen Oedenburg vor, mußte selbe in Pö'tsching, wo sie abgegraben war, herstellen, entdeckte in dcr Höhe von Krcnsdorf in dem rechts gelegenen Orte Sit'lus ein feindliches Detachement, konnte c5 aber wegen seiner schnellen Flucht nicht erreichen. Nach kurzem Halt auf der Höhe vor Baumgarten wurde dcr Marsch den 16. Früh gegen Ocden-bürg fortgesetzt und nach Vereinigung mit der Colonne des Majors Grasen S cha ssg o t schc im Gesichtskreis der Stadt Ocdenburg angelangt, woselbst auf den Anhöhen eine große Menschenmasse erblickt wurde. Bei näherem Anrücken zeigte es sich jedoch, daß es nur Neugierige seyen, und die kaiserlichen Truppen zogen um l l Uhr Vormittags ohne Widerstand uittcr dem Jubel der Bevölkerung in die Stadt ein. Der Feind hat sich in die Gegend von Kapu-viir zurückgezogen. Seine Durchlaucht, der Herr Fcldmarschall Fürst Windischgrätz, welcher sein Hauptquartier am 14. in Fischament, am 15. nach Petronell verlegt hatte, machte am 16. mit dem 1. Co>ps und der Reserve von Brück und Prellenkirchcn aus eine Recognos- cirung. Dic Insurgenten wichen auf allen Puncten vor unseren im Sturmschritte vorrückenden Colonncn zurück, und zwar in der Richtung von Wieselburg. Das Hauptquartier des Banus war den 16. Nachts im Kasimir'schen Meicrhofe nächst Altenburg, Er hatte die linke Flanke dcr Rebellen über Zurndors gegen den Neusiedlers« gedrängt. Heute wird das 2. Armeccorps (Feldmarschall - Lieutenant Wrbn a) über die March gehen und Neudorf angreiscn, so wie auch über die Höhen nach Prcßburg vorrücken, während s das Hau^.corpS am rechten Donauufer gegen Enge< rau vorgeht. In den Karpathen hat das Corps unter dcm Feldmarschall'Lieutenant Grasen Schlick schon den 10. EpcrieS unter dcm Jubel des Volkes besetzt, und rückte gegen Kaschau. Oberstlieutenant Frischeisen, der mit «iner anderen Colonne übcr Iablunka vorgegangen, bestand ein glänzendes Gefccbt bei Sillein. Fcldmarschall. Lieutenant Simunich hat die feindliche Stellung bei Iablonitz sorcirt und steht in der Nähe von Tyrnau. 2. Armee « Bulletin vom >8. Dec. I848. Nach eiuer so eben angekommenen telegraphischen Depesche aus Tyrnau vom 17. d. M. haben sich die Nebellen, welche bei dem Anrücken der Colonne dcs F. M. L. Simunich bis Szered zurückgegan» gen waren, nachdem sie den 15. d. von Preßburg her bedeutende Verstärkungen an sich gezogen, bei Tyrnau wieder gestellt. — Sie wurden am l6. d. M. um 4 Uhr Abends vom F. M. L. Simunich dort angegriffen und nach einem zweistündigen Gefechte vollkommen geschlagen. Fünf Kanonen, viele Waffen, eine Fahne, 766 Gefangene, 43 Pferde blieben in den Händen der Sieger. Dcr Feind zerstreute sich nach allen Richtungen, ohne mehr eingeholt werden zu können, da die Nacht hereinbrach. Das Armee-Corps dcs F. M. L. Simunich besetzte Tyrnau und die Umgegend. Major Lauingen, von Erzherzog Carl Ludwig Chevauxlegers, berichtet aus Kaschau vom 1 l. d. M,, daß diese stark verschanzte C tadt noch am 10. d. von der Avantgarde dcs Corps des F. M. 3. Grasen Schlick nach eincm schr hartnäckigen Gefechte mit Sturm genommen wurde. Leider hat dieser Sieg den Verlust mehrerer braven Ossicicre gekostet, unter denen wir ganz vorzüglich jenen dcr Majore Concoreqgio und Scudier, letz» tcrer Corps. Adjutant des Grafen Schlick, beklagen. Welben, Feld marsch all - Lieutenant, Civil' und Militär »Gouverneur. Sc. Durchlaucht, dcr Fcldmarschall Fürst W i N' dischgrätz, hat gestern auf dem rechten Donau-User die Vorposten bis gegenüber Prcßburg vorrücken las» sen — alls dem linken hat das zweite Armee'Corps Stampfen ohne allen Widerstand besetzt, und die Avantgarde bis vor Preßburg aufgestellt. Am vergangenen Donnerstage (l4. d.)inden Mor» genstundcn ist Se, Durch!., Fürst Windischgrätz, uon Schönbrunn in's Hauptquartier der gegen Un» gärn opcrirenden k. k. Armee abgereiset. In dein Au-genblickc, als der Fürst alisbrach, lüfteten sich die dampfenden Nebel, welche einen dichten Schleier üb« die Ltadt und Vorstädte gezogen hatten, und der Doppeladler auf dcr Spitze dcs Stcpyanßthurmts erglänzte so feurig in den Strahlen der aufgehenden Sonne, daß unwillkürlich Jedermann seine Blicke dahin wenden mußte. Wie eine freudige Vorahnung zuckte es durch unsere Brust; möchte dieser Schimmer glückliche Auspizien andeuten und Oesterreich's Stern siegreich durch die Nacht dcr drohenden Unge-wittcr brechen. Ein Artillcrie-Schmidgcsclle, Franz Nolle, auS Stcicrmarkt in Böhmen gebürtig, hatte sich in den Octobcrtagen von seinem Corps aus dem Schwär, zenbcrggartcn heimlich entsernt, angeblich um einige Bekannte zu besuchen, kehrte aber zu demselben erst am 1. November wieder zurück, und hat mittlerweile, von einigen Studenten verführt, bei dcr Artillerie der Aufrührer gegen täglichen Lohn von 40 kr. Dienste angenommen, und sich zum Munition-Zutragen bti dcr St. Marxer Linie verwenden lassen. Bei seinem Wiedcrcrschcincn ward er dcr kriegs-rechtlichen Behandlung unterzogen, nach gesetzlicher Erweisung des Obbcsagtcn dcr Desertion und der Theilnahme am Aufruhr für schuldig erklärt, und am 12. d. M. zu achtjähriger Schanzarbeit in schweren Eisen verurtheilt. V8R Jacob Marzutto, aus Pottogruaro im Ve-netianischen gebürtig, 32 Jahre alt. katholisch, ledig, Barbier von Prosession und Gemeiner der 5. Eon,-pagnie des Infanterie - Regiments Graf Eeccopicri Nr. 23, ist bei erhobenem Thatbestände theils geständig , theils dlirch eidliche Zeugenanssagm rechtlich Überwiesen, das; er an, I«1. October dieses Jahres wahrend der Wiener Volksaufstande in der zum Kampfe gegen die k. k. Truppen errichteten Mobil--garde nicht nur freiwillig eintrat, sondern hierzu aucl. noch anrere seiner Cameraden zu überreden suchte, woraus er in dem genannten Insurgenten- Corps so lange Dienste leistcte, bis er gegen Ende des Monats October erkrankt nnd bloß dadurch an den, fernern Widerstände gegen die k. k. Armcc gehindert, in das hiesige Militärspital abgegeben worden ist. — Nach-dem sich Inqmsit nicht nur der meineidigen und treu. losen Entweichung, sondern auch der bewaffneten Theilnahme an dem Verbrechen des Aufruhrs schul' dig gemacht hat, so ist dcrs.'lbc nach Vorschrift dr5 XVIII. Kriegs - Artikels des §. 2. der Directive Ne. aeln nnd der Proclamation Sr. Durchlaucht, des FeldmarschaUs Fürsten zu W indischg r ä tz, vom 20. und 23. October d. I., durch kriegsrechtlichcs Ur° theil vom 6. d. M. zum Tode durch den Strang condemnirt, und das Urtheil am l3. d. M. Vor. mittags um 8 Uhr durch Pulver und Blei vollzogen Veränderungen bei der k, k. Armee. Se. t k. Majestät, Ferdinand I., haben mit allerhöchstem Cabinetsschreiben vom !. d. M. zu be-fehlen geruhet, daß die Mabersrcchlc der Allerhöchst' ihren Namen führenden Regimenter auf Allerhöchst-bero Neffen und Nachfolger, Sc. Majestät, Kaiser Franz Joseph I., übergehen; um aber im engen Verbände mit Allerhöchstihrer treuen und tapfern Ar. mee zu verbleiben, anzuordnen befunden, daß das Kürassier-Regiment Frcih. v. Mengen Nr. 4, welches allerhöcbst gedacht Sc. k. k. Majestät schon als Kron° pri»z i'n,e hatten, nunmehr Höchstdero Namen wie-der führen soll. Eben so haben Seine Majestät, Kaiser Franz Joseph I., mit allerhöchsten« (Cabinetsschreiben vom 4. d. M. zu befehlen geruhet, daß das Dragoner.-Regiment Nr. » , welches Allerhöchstdensclben als Erz, hcrzog verliehen wurde, den Namen Kaiser Franz Joseph l. z" führen habe, und zugleich bei die. sem Regimente Allerhöchstihren Ntffen, Se. k. k. Ho-heit, den durchlauchtigsten Erzherzog Joseph, zum supernumerärcn Major zu ernennen. Carl Freiherr v. Mengen, Feldmarschall-Lieute. nant, Oberlieutenant der k. k. Arcicren-Leibgarde, Inhaber des Eürassier.Reg. Nr. 4, hat als zweiter Inhaber die Rechte über dieses Regiment fortan aus--zuübcn. Carl Graf v, Auerssperg, Feldmarschall'Lieutenant, commandircnder General in Ober» und Nie-derösterreich, dann Salzburg, wurde Festungs-Eom-mandant in Königgrätz. Philipp Freiherr v. Bechtold, Feldmarschallr Lieutenant, wurde provisorischer Militär-Comman. dant in Ober. Oesterreich; Carl Gras Grünne, General» Major, Obersthofmcister bei Sr. k. k. Hoheit, dem durchl. Erzherzoge Franz Joseph, wurde General-Adjutant; Alexander Gras Mensdorss-Pouilly, Major, von Großfürst Aler. von Rllßland Husaren-8lcg. Nr. 4, Adjutant bci Sr. k. k. Hoheit, dem durch, lauchtigsten Erzherzog F ra nz I oseph, und Anton Schwarze!, Majot von Erzherzog Earl Inf. Reg. Nr. 3, Adjutant bei Sr. Majestät, Kaiser Fcrdi nand, wurden Flügel-Adjutanten bei Sr. Majestät, Kaiser Franz Joseph I. Befördert wurden: Zu Feldmarschall-Lieutenanten die Gencral-Ma-jore: August Freiherr v. Wardcncr, Johann Freiherr v. Sallaba, Earl KaraiZl Edler v. Kareis, Ludwig Edler v. Woh!gcmuth und Franz Fürst von Licch. tenstein. Zu General-Mooren die Obersten: Ignaz Tci mer, von Ritter v. Hcß I»f. Neg. Nr. 4<); Joseph Freih. v. Barco, von Herzog zu Sachsen. Eoburg.-Gotha»Husaren»Reg. Nr. 8 , Franz Freiherr Gra. mont von Liothal, vom Gradiscaner Gränz - Ins, Reg. N,-. 8; MorizGöracr, von Prinz Hohenlohe-Ins. Reg. Nr. i?; Alcrandcr Freih Jovich v. Sie.-genberg, vom 2. Wallachen Gränz^Inf, Reg. Nr. l7; Felix Fürst v. Iablonowski, von Herzog von Naffau Ins. .'lieg. Nr. !5, und Franz Gras Deym und Stri-tetz, von Kaiser Nicolaus von Rußland Husaren-Reg. Nr. 9. In Pcnsionsstand wurden verseht: Die Feldmarschall - Lieutenante: Heinrich Freiherr Sunstenau v, Schützenthal, Peter Z^nini und ^clix Graf v. Woyna, Alle auf eigenes alleruntc» thänigstes Ansuchen. Die General'Majore: Joseph v. bollard und Joseph v. Knöhr, mit Feldmarschall - Lieutenants. Charakter und der höheren General-Alajors. Pension; Joseph Edler v. Parys, Samuel Graf Gyulai v. Vlaros Itemeth und Nadaska, und Franz Wizigmann. Dcr Platzhauptmann: Wenzel Hauser, zu Agram, mit Maiors Ebarakter und Peniwn. M ä h r e lt. Olmütz, l5. Dec. Ihre Majestäten, die Kai-scr Ferdinand und Franz Joseph, erließen folgende Schreiben an Se. Erz., den Fcldmarschall Grafen Radetzky: Lieber Feldmarfchall Graf Radetzky! Ich verlasse den Thro« meiner Väter mit dem beruhigenden Bewußtseyn, daß Ich nie mit Willen etwas nntcrlasslt, habe, was zum Wohle Meiner VölkVr hätte beitragen können; auf dieses Gefühl ist auch Mcin gegenwärtiger wohlerwogener Entschluß gegründet. Während ich im Begriffe stehe, ihn auszuführen, will Ich noch eil» Wort an den Mann richten, dem Ich es eigentlich verdanke, die Monar. chic in ihrer vollen Integrität Meinem geliebte», Nef. fcn und Nachfolger übergeben zu können. Nach den wichtigen Diensten, die Sie durch mehr als ein halbes Jahrhundert mit immer gleicher Treue und unermüdeter Thätigkeit dem Staate leisteten, ha-ben Sie den letztern an der Spitze Meiner tapfern Armee siegreich vor dem Einbrüche eines an Zahl überlegenen Feinde befreit. Für dirfe Thaten wird Ihnen die Monarchie ewig Verbunden bleiben. In dem Augenblicke, wö^Ich die Zügel derRe.-gicrung in jüngere, kräftigere Hände lege, empfangen Sie noch meinen wiederholten tiefen Dank. Olmütz, am 30. November 1848. Ferdinand. Mein lieber Feldmarschall Graf Radetzky! Von Seiner Majestät, dem Kaiser, Meinem erhabenen Oheim, mit einem Vertrauen beehrt, wel. chcs ich biöher noch in keiner Weife zu rechtfertigen vermochte, rufen Meine noch nicht erprobten Kräfte den Rath und den Beistand der erfahrenen und wohl. verdienten Männer des Staates. Unter diesen zähle Ich Sie zu den Ersten, und in dieser Ueberzeugung wende ich mich an Sie. — Bie von Mir, vor nicht langer Zeit, unter Ihrer Leitung gemachten Erfahrungen haben Mir in Ihnen den geliebten, geehrten Führer Meiner heroischen Armee gezeigt, einer Armee, der Sie als Muster Aller ritterlichen Tugenden vor» leuchten, dcren Geist Sie beleben, deren Treue Sie befestigen, deren Tapferkeit ^ie erhöhen. Sie werden Mein Ersuchen um die Anhänglichkeit Meiner tapsern Truppen unterstützen, und ihnen die Wcrthfchätzung ihres Verdienstes verbürgen, aus welcher Meine im nige Zuneigung fließt. Mein lieber Graf, ich lade Sie als Ehrenmann ein, mir mit fester Gesinnung und freiem Wort bei-zustehen. Ich brauche Ihnen Rath und Ihre Thatkraft. Olmütz den 2. December 1848. Franz Joseph Kremsier, >5. Dec. Gestern (d. ,4.) feierte man in Kremsier ein Fest, welches neben den ernsten legislatorischen Arbeiten immerhin einer Erwähnung verdient. Dcr hiesige Verein der Reichsiagsabgeordnetcn slavischer Zunge beschloß. Die anwesenden Serben aus der neubcstäligten Woiwodschaft, die sich Montag der Versammlung vorstellen ließen, durch cm Festmahl zu ehren und hierzu auch den mittlerweile angekommenen Fürsten Michael Obrenooic und den Ba- ron Kulmer einzuladen, welcher letztere jedoch, eve« im Begriffe nach Cl^tien abzureisen, leider nicht er, scheinen konnte. Den Abgeordneten Mährens ward es überlassen, die erforderlichen Vorkehrungen in dem Hepmr'schen Saale zu treffen, welche Ausgabe sie zur allgemeinen Zufriedenheit lös'ten. Vor 7 Uhr holten mehrere Abgeordnete die geladenen Gäste ab; bei ihrem Eintritte wurden sie mit einem freudigen /ivili'. und /ivio! begrüße und zur Tafel geführt. Stroll a ch nahm scincn Sitz zwischen dem Fürsten und dem jugendlichen tapferen General Stra ti mirovi l, die andern Gäste wählten ihre Plätze nach Belieben; dcr Eroate saß nebcn dem Nussinen, dcr Böhme neben den» Dalmatiner, der Mä'hrer neben dem IUyrier in brüderlicher Herzlichkeit. Eine kleine Musikcapelle spielte während des Mahls slavische Melodien. Gcgen 9 Uhr erhob sich St rob ach und brachte einen Toast aus aus das Wohl der theuren Gäste, der edlen Ser.-ben. Darauf ergriffen Obreuovic und S tratlin irovic zu wiederholten Malen das Wort. Sie dankten für die empfangene Aliszeichnung und erklä» ten in einfachen, aber kerzlichen Worten ihre lebhaften Sympathien. Palacky ließ den Wojwoden, den Patriarchen, S t ra ti m irou i c, den Banus Iel' laci«, Strobach, den Kaiser Ferdinand, dcr uns die Freiheit gab, und den Kaiser Franz I o> sc p h l., der sie uns wahren werde, hoch leben. Auch dem Ministerium wurde ein Toast gebracht, aus die Erwartung, daß es die Politik dcr Gerechtigkeit beobach. ten werde. Von abwesende» Slaven ließ man den wackeren Schasarik leben, und der Manen des edlen Iungmann und des Altvaters Do brow sky wurde ehrend gcd^cht, so wie der für die Freiheit dcr Slaven Gefallenen. Bog da no oils erwähnte: daß in Böhmen der letzte serbische Wojwode gestorben scy, in Krcmsier wäre ihnen ein neuer erstanden. Kein Stamm dcr Slaven blieb hier vergessen Für jeden ergriff ein Anwesender das Wort. Nur die Polen hat. ten leider keinen Repräsentanten; für sie nahm R i e-ger das Wort, tief bedauernd, daß sie sich ihren Stammverwandten entfremden und ihnen die Bruder. Hand zu reichen Bedenken tragen. Ein jubelndes: At /ije! /iuio! /ivili! wurde jcdem Redner zu Theil. Die Slaven sind ein sangliebendes Volk. Unter Begleitung zahlreichen Ehores wurden nun auch böh» mische, mährische, serbische und russinische Lieder ge-sungcn. Um »2 Uhr erhob sich Obren ovi c und den Bruderkuß auf die Lippen Stroba ch's für alle Anwesenden und ihre Stämme drückend, verließ er unter herzlichen Umarmungen und lebhaftem Slavaruf mit seinen Freunden und Begleitern die Versammlung, die nur ein Sinn belebte, jener der Eintracht und Brüderlichkeit. Um l^/y Uhr verließen auch die übn', gen Festgenosscn das Haus mit dem Wunsche, es möge sich bald wieder eine Vereinigung aus allen Theilen der slavischen Welt zusammen finden, wie zum ersten Mal in den ehrwürdigen Mauern Prags, zum zweiten Mal ausdem gesegneten Boden der Hana. Siebenbürgen. Herma n nstad t, 2l). Nov. Nach einer überstan-denen Niederlage in Wasarhcly bin ich endlich aus dem Lager glücklich zurückgekommen sagt ein Corresp. Sieben' bürgen ist nur durch die tapferen Romanen in Ge. mcinschast mit Linientruppen aus den Händen der Magyaren gerettet. Oberlieutenant K li m a und Ritt» meister Graf Lambert vom Edcvaurlegers-Negi» mcnt sind erschossen von Seite dcr Magyaren. Enyed und Elauscnburg sind eingenommen und die Ma. gyaren haben die Flucht ergriffen; leider aber begegnet man bei ihrer Verfolgung lauter Leichen «us den Straßen, so wie auch Galgen, woran Romanen han» gen, welche, wo solche angetroffen, sogleich nicdergo metzelt oder erhä'nat wurden. Lombard. Venetmnijches Königreich. Einem Privatschreiben vom 4. December auö Mailand zufolge, haben zwölf Familien erster Classe aus Bologna sich an den Gouverneur mit der Bitte gewendet, in Oesterreich tinwaudern zu dürfen, da sie nur unter dem Schutze der österreichischen Waffe Sicherheit des Lebens und des Vermögens zu finden hoffen. VWV Preußen. Berlin, 9. December. Immer mehr bestätigt sich die Kunde, daß zwischen dem Könige von Preu< ßen und der Frankfurter Nationalversammlung Un. terhandlnngen schweben, welche auf die Uebernahme der Centralgewalt von Seite Preußens sich beziehen, da Erzherzog Johann ernster als je gesonnen ware, seine machtlose Wurde niederzulegen. Man versichert, Oesterreich sey nicht abgeneigt, dem Könige l>ni!u l>Int>cll<; zu geben, da seine eigenthümlichen, verwi-ckelten Verhältnisse ihm ohuedieß nicht gestatten, sich bei dem deutschen Negcncrationswcrke wesentlich zu be-thciligen. Herr v. Gagern sieht bei Friedlich Wilhelm in besonderer Gunst, und würde jedenfalls mit dem Auftrage, ein Ministerium zu bilden, betraut werden. Die Zustimmung dcr deutschen Fürsten wird noch erwartct, Im Einklänge mit diesen Angaben steht ein im preußischen Staatsanzeiger ent-haltencr Artikel, worin behauptet »vird, daß durch die octroyirtc Verfassung Preußen sich von Deutsch? land durchaus nicht entfernen, sondern daß ein darin dcgrissener Vorbehalt die Beziehungen mit Deutschland vollkommen sicherstelle und verbürge. Der »Wcscrzcitling« wird aus Berlin geschric-ben, düß schon 'Ansangt' October Herr v. Nado-witz in einem schriftlichen Mcmcirc den entscheiden, den Gewaltscbritt der Krone angerathcn und alle Maßregeln angegeben habe, die jetzt getroffen wur< den: Zusammenziehung der Landwehr in die Festungen , Vcrthcilung des Heeres in die großen Städte und Errichtung mobiler Kolonnen zur Zähmung und Beruhigung des L»'.»ds5. Zugleich sollen dem Könige stets die Artikel dcr englisclicn Torvjournalc, bei dc« ncn Herr Bun sen fthr thätig ist, vorgelegt seyn, die sich darüber aufhielten, das; Friedrich Wilhelm N weniger Mull) zeige, als Ferdinand. Deutschland Frankfurt a. M., 8. December. Auü sichc^ rer Quelle theile ich Ihnen mit, daß heute die Sec-lion dcs 3.icrfassungs Ausschusses, wclche mit dcr Berathung über das Neichs - Oberhaupt beauftragt ist, sich für einen erblichen Kaiser sü'r Gvillistc entschieden hat. Das Recht der Erstgeburt soll dic Nachfolge bestimmen. Die »Deutscbe Zeitung" schreibt- Der Gcdanke, Neichsgcsandtc nach Krcmsier zu schicken, ist als auf gegeben zu betrachten. Unter die Abgeordneten ist heute folgende Ein-ladung vertheilt: Seine kaiserliche Hoheit, tcr Erz herzog Ncichsverwes/r, werden die Herren Abgeordnete:', zur Reichsvcrsamnllung Dinstag, den >2. d M., von 8 Uhr an, empfangen. Es ist das erste Mal, daß der NcichZorrwcser einen solchen allgemeinen Empfang abhält. Dcr „Oesterr. Covrcspondeitt" vom !7. Drceiu-bcr berichtet aus Frankfurt «. M. voin l0. Dc-cemblr: Ich beeile mich, Ihnen cine inir so eben aus au sich glaubwürdige Weise gemachte Mittheilung zu überschreiben, wenn schon cS möglich, daß dieselbe vielmehr dcr Ausdruck von Hoffnungen und Wünschen ist und dahcr die betreffende Thatsache selbst anticipitt. Diese nämlich wäre, dasi in der gestrigen Sitzung des Versasjungsausschusses der deutschen Neichs versammlung mit einer Mehrheit von 29 gegen ! Stimme beschlossen worden sey, den Antrag zu stcl len, die deutsche Kaiserkrone Sr. preußischen Majestät anzubieten. Um sich aber für die kaum zu bezweifelnde Eventualität, daß dieser Antrag die Zustimmung dcr Ncichsversammlung er-halte, dcr Annahme dcs preußischen Monarchen zu versichern, würde sich dcr Präsident Herr v. (Nagern zu einer zweiten Neise nach Berlin auf ben Wcg machen, um die dießsallsige Willcnscntschlicßung Sr. Majlstat zu vernehmen. Es wird mir sogar versichert, was ich jcdoch zu verbürgen nicht vermag, Herr v. Gagern habe die bcrcgtc Ncise bereits angctrcten. — Für heute Nachmittag ist eine Generalversammlung tiller P.irlamenl.-'nschen (5l»bbs im qrosien Saale des Weidcnbusches angesagt, womit bezweckt wird, sich über die Unumgänglichkcit zu verständigen, das große Werk der deutschen Neichsverfassung ohne Verzug zu Stande zu bringen und zu dem Ende von allen etwaigen Parteiaussichten Umgang zu nehmen. Man verheißt sich von dieser Besprechung ein um so günstigeres Resultat, da über die Plötzlichkeit eines solchen Vorhabens alle Parteien, mit alleiniger Ausnahme der äußersten Spitzen der oppositionellen Linken, einverstanden sind und die Sache selbst unter den Füh rern jener Parteien bereits angebahnt ist. — Mit Hinsicht aus den Sitz dcr dcsinitivm Neichsgewalt wurde in dem betreffenden Ausschüsse die Stadt Go-tha oder auch Ersurt iu Vorschlag gebracht. Gleichwohl soll sich der Ausschuß mit Stimmenmehrheit für Frankfurt erklärt haben. Nömische Staaten. Papst Pius IX. an Smic geliebten Unterthanen: Die an Uns in den verflossenen Tagen verüb' ten Gewaltthaten und rcr kundgegebene Wille, zu noch andern zu schreiten, (waä Gott entfernt halte, indem er den Gemüthern Gefühle der Menschlichkeit und Mäßigung einflöße), haben Uns gezwungen, Uns von Unsern Unterthanen und Söhnen eine Zeit lang zu trennen, Untcr den Ursachen, die Uns zu diesem Schritte verleitet haben, Gott weiß es, mit welchem schmerzlichen Gefühle, ist diese die wirbligste, die vollkom mene Freiheit in dcr Ausübung dcr höchsten Gewalt des heiligen Stuhles zu haben, welche Ausübung die katholische Welt nnt Grund glauben könnte, daß sie Uns verhindert sey, und wcnn eine solche Gewalt-that sür Uns dcr Gegenstand grosicr Bitterkeit ist, so wird diese iin Uebermaße noch mehr vcrmchrt, wcnn wir an dcu Schandfleck dcr Undankdarkvit zu rückdenkcn, den, Angesichts von ganz Europa und dcr Welt, eine Classe von verdorbenen Menschen sich zuzog, und nock mehr an j<-nen, den Gott iu sei nem Zorne ihren Seelen eindrückte, wodurch sie früh oder spät den von seiner Kirche festgesetzten Strafen anheiin fallen werden. Wir erkennen in der Undankbarkeit Unserer Söhne die Hand Gottes, i,e fordert sür Unsere Sun den, so wie sür di> üVvung; Wir können, ohne Unsere Pslichtcn , verletzen, Uns nicht euthal lcn, feierlichst im Angesichte Aller zu Protestiren (wie Wir am selben traurigen Abend des l6. November, und am Morgen des l7. vor dem diplomatischen Eorps, das so ehrenvoll sich um Utis versammelte, was Unserem Herzen so viel Trost gewährte, mündlich protestirten), daß eine unerhörte und gottlose Ge^ walt UnS angcthan wurde. Diese Protcsiat^n beabsichtigen Wir bei dilser Gelegenheit hier feierlichst zu wiederholen, nämlich daß Wir dcr Gcwaltthat unter« worfeu waren, wcßwcgen Wir auch alle Acte, die aus derselben hervorgegangen, von keiner Kraft und von keiner Gesetzlichkeit erklären. Diese hier dargelegten herben Wahrheiten und Protcstationcn sind Unsern Lippen von der Böswilligkeit der Menschen, so wie von Unserm Gewissen abgedrungen, das in den gegenwärtigen Umstände» Uns zur Erfüllung Unserer Pflichten t'räsligst an spornt. Wir hegen das zuversichtliche Vertrauen, daß vor Gottes Angesicht Uns diefts zu thun nicht verwehrt scyn wird, indessen Wir ihn anruscn und an flehen, seinen Zorn zu besänftigen, und Wir sangen unser Gebet mit den Worten eines frommen Königs und Prophctcn an: Hioruunln Nomina l)aviiq!l,i von Bowqna, dem Marchcse Ricci von Maccrato und dem General Zucchi. Indem Wir dieser Negirrungs > Commission die weltliche Leitung der öffentlichen Angelegenhtiten an-vertrauen, empsekkn Wir allen Unsern Unterthanen und Söhnen Nuhe und die Ausrechthaltung der Ordnung an. Schließlich wollen und befehlen Wir, daß in-brünstige Gebttc sür Unsere demüthige Person sich täglich zu Gott erlaben, dasi Friede der Welt, und besonders Unserm Staate und Nom, wo stets Unser Herz seyn wird, gegeben werde, in welcher Gemeinde Christi Wir auch immer verweilen mögen. Und Wir, wie es dem kirchlichen Oberhaupte obliegt, indem Wir allen Andern voran gehen, rufen i» Demuth die erhabene Mutter der Barmlierzigkeit und unbefleckte Jungfrau, die heiligen Apostel Pe. tcr und Paul an, daß sie, wie Wir es inbrünstig wünschen, den Zorn des Allmächtigen Gottes von der Stadt Nom und dcm ganzen Kirchenstaate ab. wenden. l)»,um Nljtttül' l1><; XXVII. Nov. 5wc('0XI.VNl. i'l>i>n rin«. ix. F r a n k r e i ch. Paris, 2». November. Außer der gestern ver° lesenen Instruction hat, wie man versichert, der neue Botschafter in Nom noch den geheimen Auftrag, die französischen Truppen landen zu lasscn, falls er bei seiner Ankuust in Nom österreichische Trupen aus römischen Gebiet fände, oder falls dcr Papst zur Si» chcrhcit seiner Person und Herstellung dcr Drduung den Dienst der französischen Truppen in Anspruch nähme. Sollten erst in Folge der Landung französi» scher Truppen die österreichischen ebenfalls zum Schutz des Papstcö auf römischem Gebiet erscheinen, so hat Herr v. Curcclles dagegen Verwahrung emzul«-gen, jeden Zusammenstoß aber zu vermeiden und weitere Befehle abzuwarten. Die Sendung zweier Fregatten, mic den .",500 Mann Truppen hat also nicht allein „den Schutz der Person" des heiligen Vaters zum Zweck, sondern soll zugleich der Anarchie in Rom ein Ende machen und überdieß dem etwaigen Einschreiten des Marschalls Nadetzky als diplo» malisches, wenn vmch nicht hemmendes Gegengewicht dienen. Genau genommen, wird dicse Ausrüstung ein Seitenstück zu dcr vom Jahr 1852 scyn, als Oesterreich die Legationen und Frankreich Ancona be-setzt hatte; der einzige Unterschied dürste nur darin licgen, daß damals die Oestcrreichcr gerufen und die Franzosen ungeruscn kamen, während dießmal die einen wie die andern ungerufcn kommen werden, aus dcm einfachen Grund, daß Pius IX. nicht die Frei. hcit hat, die einen oder die andern, oder gar beide zu rufen. Heute: >>D ie S ch r e ck ensstunde amKreuz» wege," (Benefice des Hrn. Anton Schütz). Iremden-Antnge der hier Au^kommene«! nnd Abgereisten. A m 14. Dcccm b e r. Hr, Ioham, Faroßy, — m>d Hr. G^org Stampfel, Hai'delslellle; beide von Gray «ach Tnest. — Hr. Franz (Ni'as v. Dieti'ichstc,!,, k. k. Kämmerei-, von Tricsi nach Wlci,. — Hr. Nmlinmd Heim, t. k. Fliianzmach Ober» connlnssäl', nach 25ilicr. — Hr. Fiaoz Schabatz, Pri« vatier, vo>, Trieft nach Giatz. De» ,5, Fl'au Co,i,i.n,tla Braimma, t. k. Hof» iin'a.orachs.-Wttwe, — u. i)r. Franz Gosllcth, Handels' mami; beidc vo» Triest nach Wn'l», — Hr. F>anj «litahkay, M^^'strats-Nicht,,, __ u i?i^u MaigarNhä '.Viaileglla, Glü'crmal - Scci'l'lai'5.-Garim ; beide von Flume nacb Wom. __Hr. Mlchacl V^ub, HandlungS' ^gl'lU, nach Trlest. Den »6. dl. Johann N^nard, — u. Hr, Anton' Hchwarz, Handlings - ?l^nlen; beide »ach Wien. — Hr. Hl".l'd,ich Scroll, ^l^ozianl, nach Glssek. — »>r. Tcipin^, Herrschlifc^'cs»^!', nach Olmuy. — Hr. Hrcvl)a» Al.gnsl F'ccherr o. Ham>r, k. t, Neg>c>nngä^tft, c>0l> Gray nach Trn-st — Hr. Fianz Porschai', B.sltzei', ^'i, !3>>»>!l »ach <^>lli ___ Verleger: Ig„. Al. H^ l e i u m a y r. — Vernntwortlichrr Ncdartenr : Leopold Hz^ ordesch.