Gott im Dunkeln. Predigt in der evangelischen Clzristuskirche in Laibach gehalten am 2. August 1908 von Pfarrer Hegemann. Text: «Der Herr hat geredet, er wolle im Dunkeln wohnen.» t. Köu. 8, 12. Es ist cilie tief beschämende Erfahrung, daß wir Christen, indem wir uns über Fragen unsres Glaubens streiten — ich selbst habe ja in den letzten Tagen einen solchen Streit in die Öffentlichkeit getragen, — doch in den allereinfachsten Voraussetzungen dieses Glaubens so oft und so leicht wankend werden. Laßt irgend einen erschütternden Uuglücksfall über eine Familie oder ein Gemeinwesen hereinbrechen - und ein solcher erschütternder Uuglücksfall hat sich ja in unsrer kleinen Gemeinde vor kurzem ereignet, — wieviele sind es dann wohl, die ein solches Ereignis ernstlich mit dem Glauben an eine allwaltende Liebe vereinigen können? Die nicht vielmehr sprechen: «Was sollte Gott nach uns fragen? Was sollte der Höchste unser achten» (Psalm 73, II). Nimmermehr läßt sich dies Furchtbare mit dem Glauben an den allmächtigen und alliebenden Gott vereinen. -Sein Vaterherz würd' es nicht ertragen», seine Menschen so leiden zu sehen. «Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Fluche Gott und stirb», das ist heute wie in den Tagen Hiobs die Schlu߬ folgerung, die man aus zermalmenden Unglücksfällen zieht. Nicht streiten über die begriffliche Ausprägung unsres Glaubens, sondern gewiß werden über den Grund dieses Glaubens, nicht einreißen, sondern bauen, das ist und bleibt gewiß unsre vornehmste Pflicht. Bleibt sie doch ewig wahr, die Sehnsuchtsklage des Psalmiste» : «Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin 2 kommen, daß ich Gottes Angesicht schane?» (Psalm 42, 3). Gottes inne und gewiß zu werden, ist unser aller tiefstes, wenn auch vielleicht un¬ bewußtes Sehnen. Und es ist nns zum Trost gesagt, so ost sich Gottes Angesicht nns verhüllt in schwarzen Trübsalsschleiern, es ist uns gesagt zur Mahnung, ihn dennoch nicht zu lassen, mögen wir scheinbar auch von ihm verlassen sein, was wir heute als göttliche Botschaft vernehmen: -Der Herr hat geredet, er wolle im Dunkeln wohnen.» Es ist ein Tempelweihewort Salomos, der es noch nicht begriffen hatte, daß der Allerhöchste -wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind- (Apostg. 7, 48). Im tiefsten Dunkel des Allerheiligsten, in das kein Licht¬ strahl drang, dachte er sich Gott thronend, umhüllt von den Flügeln der Cherubim. Es war dieselbe Vorstellung, die bei den Griechen sich fand, wenn sie das Gottesbild im feierlichen Dunkel des fast lichtlosen Tempel- innern aufstellten. Gott seinem Volke gegenwärtig, in seiner Mitte wohnend, dennoch ihm verborgen, das ist der tiefe Sinn, der hier zugrunde liegt. Und das Nene Testament gibt dem ja recht, wenn es auch dort heißt: -der da wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat, noch sehen kann» (l. Tim. 6, 16). Gott ist verborgen! Und dennoch strebt das Menschenherz diesem verborgenen Gotte zu und ist unruhig, bis es Ruhe gefunden hat in diesem Gott, wie die Magnetnadel unruhig ist, bis sie im verborgenen Pol den Punkt der Ruhe gefunden hat. Einer der hervorragendsten Sprach- und Religionsforscher unsrer Zeit (Max Müller, Oxford) weist einmal darauf hin, daß unter allen Volkern und zu allen Zeiten der Gottesglaube sich findet nnd daß in dieser Allgemeinheit ein gewaltiges Zeugnis für die Wahrheit dieses Glaubens zu suchen ist. Nicht Priester¬ wahn und Pricstertrug, nicht Aberglaube nnd Irrtum der Denknnfähigen, wie so vielfach behauptet wird, kann ein Glaube sein, der mit solcher Bestimmtheit auf allen Stufen des Kulturlebens anftritt. Gewiß, es gab Zeiten, in denen dieser Glaube scheinbar zu verlöschen schien. Wir selbst leben in einer Zeit, in der Gottesbedürfnis und Gottessehnsucht vielfach erstorben zu sein scheint, in der «das wahrhaftige Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in die Welt kommen- (Joh. l, 9), nur matt zu brennen scheint. Aber die Geschichte lehrt nns doch auch, daß mitten in der Finsternis des Unglaubens und Aberglaubens das ewige Licht wieder zu leuchten begann. «Die Finsternisse haben es nicht begriffen-, aber auch nicht aus¬ zulöschen vermocht. In ruhiger Pracht, wie die leuchtende Mondesscheibe, die aus dunklen Wolkenmassen in Klarheit hervortritt, setzt es seinen majestätischen Lauf weiter fort. Es mag in unsrer Zeit mit der Religion g noch trauriger werden, als es schon ist, die Religion kann darum doch nicht sterben. In Wellenbewegungen geht ihr Gang. Auf Wellental folgt Wellenhöhe. Die tiefe Erschlaffung religiösen Lebens in unfern Tagen soll uns vorbedeutend sein — im Zusammenhang größerer Zeiträume — auf eine Zeit, da -das Land voll Erkenntnis des Herrn sein wird, wie Wasser, welches das Meer bedeckt» (Habakuk 2, l4). Dieser Glaube, der so tief und allgemein mit der Menschennatur verknüpft ist, muß im Menschenherzen eine unzerstörbare Wurzel haben. Ich suche diese Wurzel in dem Gefühl von der Unzerstörbarkeit und Unüber- windlichkeit des Lebens. Gewiß, kostbares Leben wird zum Raub des Todes. Millionen von Samen werden ausgestreut, Millionen von Blüten keimen auf und aus den Blüten reifen Früchte und Samen, aber Er¬ füllung und Hoffnung können niemals völlig zusammenstimmeu. Lebens¬ vollendung wird nur immer einem unendlich kleinen Teil des vorhandenen Lebens zuteil. Und doch, wenn noch so viel Leben zerstört wird, das Leben selbst, das aus aller Vernichtung heraus sich ewig erneut, das gerade aus Tod und Verwesung heraus Leben schafft, aus Ruinen Neues erblühen läßt, das bleibt. Andächtig stehen wir vor dieser Lcbenssülle, die aus nie versiegendem Borne hervorsprudelt, die aus allem Winter neuen Frühling, aus allem Verblühen neues Saatkorn hervorbringt. Ein Lebensüberfluß unendlich reicher Kräfte spottet des Kleinglaubens, welcher Not und Untergang anschaut und dabei vergißt, wie übermächtig ein sieghaftes Leben allüberall über dem Staube triumphiert. Und wenn wir dann erschauernd dieser Unendlichkeit, die Zeit und Raum durch¬ flutet, inne werden, wenn wir erkennen, vor ihr weniger zu sein als das Sandkorn am Ozean, als das Tröpflein am Eimer, da muß das Gefühl der Nichtigkeit über uns kommen, in tiefer Demnt beugen wir uns vor dem Unendlichen, vor dem wir nichts sind. Und doch in dies Gefühl der Kleinheit und Ohnmacht mischt sich sofort ein andres, jenes Gefühl Jakobs: -Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast» (l. Mos. 32, 10). -Seit der Jugend ersten Tagen hast du treulich mich geführt», diese Empfindung tiefsten Dankes vor dem Walten einer Macht, die unser Leben durch,.Schuld und Not hindurchführt zu Zielen und Zwecken, die wir nicht verstehen, ergreift uns. Vor jener Macht, «die unerforschlich, unergründet, dem tiefsten Herzen sich verkündet, doch schweiget vor dem Sonnenlicht». Was ist sie anders diese Empfindung, die unzählige Fromme gehabt haben, als die Gewißheit, daß wir bei aller unsrer Kleinheit dennoch ein Teil des ewigen Geistes sind, fähig, die 4 Weltgesetze zu erfassen und zu beherrschen und znr Geistesrnhe mitten in allem Sturm uns dnrchznkämpfen. So erfahren wir an uns Ohnmacht unsres natürlichen und Macht unsres geistigen Lebens. Beides führt uns zu dem hin, dessen «Kraft in den Schwachen mächtig ist» (2. Kor. 12, 9), aus beiden, aber würde noch nicht die volle beseligende Gotteserkenntnis herauswachsen, wenn nicht ein drittes hinzukäme, was uns erst völlig Gottes gewiß macht: die Schuld. «Ich bin ein leidlich tugendhafter Mensch, aber ich habe solche Taten getan, daß es besser wäre, meine Mutter hätte mich nie geboren-, so läßt einer der tiefsten Menschenkenner seinen Helden (Hamlet) sagen. Mag anch dem Alltagsbewnßtsein das Gefühl der Schuld fremd sein, mag man auch schreiben und denken, wie ich es einmal las: «Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist gut von Jugend an», vielleicht weiß es jeder im Grunde seines Herzens besser. Wir sind nicht so, wie wir sein sollten und sein konnten. Ein innerer Zwiespalt geht durch uns hindurch, gerade auf dem Antlitz des Lebemenschen, der den Genuß zum Götzen gemacht hat, ist er nm deutlichsten abznlesen, jenes Gefühl tiefinnerster Enttäuschung und Unbefriedignng. Wenn so unendlich viel Gottesleugnnng und Gottesverlorenheit unter uns sich findet, so mag ein wichtiger Hauptgrund, wichtiger als alle Verstandcsschwicrigkeiten, in jenem Schillerworte gegeben sein: «Der Gedanke Gott weckt einen fürchterlichen Nachbar auf: sein Name heißt Richter.» Zahllose leugnen Gott, um damit jedes Gefühl der Verantwortung los zu werden. Sie wissen nicht, daß die Schuld, die unser aller Erbteil ist, nur in Gott von uns genommen werden kann. Wir leugnen Gott, nm jeder Schuld entledigt zu sein. Und doch kann nur Gott, der lebendige, der unsre Schuld stellt in das Licht vor seinem Angesicht, diese Schuld auch lösen. Gottes inne und Gottes gewiß werden, das heißt doch anch der Schuld ledig werden, das heißt ihn erfahren: «Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt.» -Wenn enre Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, nnd wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden» (Jes. l, 18). Wer dies erfahren hat, der hat Gott erst recht gefunden, der hat in seinem Herzen die feste Zuversicht, daß hier etwas ist, was die ganze Welt ihm nicht umstoßen kann. Gewiß, damit sind Gottes 5 Wesen und Wege im einzelnen noch immer dunkel. «Der Herr hat geredet, er wolle im Dunkeln wohnen-, diese Wahrheit bleibt auch für uns bestehen. Wenn jener große Sternkundige auf die Frage des Kaisers Napoleon, ob er auch Gott in den Gestirnen gefunden, antworten konnte: «Sire, Gott ist eine Annahme, die ich zu meinen Forschungen nie bedurft habe», so beweist das soviel, daß mau die ganze Natur durch¬ messen kann, ohne eine Spur von Gott zu siudeu, weil Gott, geheimnis¬ voll am lichten Tag, mitten in seiner Natur verborgen ist. So kann es eine Wissenschaft geben, die nirgends eines Gottes gewahr wird, wenn auch der große Sternkundige Johannes Kepler gesagt hat: «Ich suche in mir Gott, den ich außer mir überall finde.» So gehen zahllose Menschen durchs Leben, ohne eines Gottes inne zu werden in ihren Lebensführungen. Und dennoch können wir Gottes völlig gewiß werden, weil es ewig wahr bleibt: «Was kein Verstand der Verständigen sieht, das ahnet in Einfalt ein kindlich Gemüt.» Oder wie es iin Kirchenliede heißt: «Liebe, die mein Herz darf glauben, ob sie mein Verstand nicht faßt», weil jenes Dichterwort als erfahrbare Wirklichkeit uns immer wieder vor Angen treten kann: «Wer Gott ist, wird in Ewigkeit Kein Mensch ergründen, Doch wird er treu sich allezeit Mit uns verbünden.» «Daß über uns ist eine Liebe, die uns nie vergißt», das ist's, was wir trotz aller Zweifel nnd Verstandesängste tief ins Herz schließen, das ist's, was wir glauben sollen. Wäre es noch Glaube, statt eines einfachen Rechenexempels, wenn es anders wäre! «Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen» (2. Kor. 5, 7), sagt der Apostel und «es ist der Glaube eiue gewisse Zuversicht des, das man hofft nnd ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht» (Hebr. 1l, t). «Selig sind, die nicht sehen und doch glauben» (Joh. 20, 29). In einer großen Fabrik ließ sich ein Besucher das mannigfach ver¬ schlungene Gewirr von Drähten zeigen, das offenbar einem sinnreichen Zwecke diente. Dennoch vermochte er nicht den Zusammenhang zu erkennen, in dem diese kunstvollen Vorrichtungen standen. Da wurde ihm gesagt: Hier ist ein Fabrikgeheimnis. Diese Drähte laufen in einem verschlossenen Raume zusammen, zu dem nur der Besitzer der Fabrik den Schlüssel hat. Nur er vermag völlig die Bestimmung jeder einzelnen Vorrichtung zu erklären. 6 Walten nicht mich in der Welt große Zusammenhänge und Zwecke, die wir ahnen, ohne aber im einzelnen sie erfassen zu können, weil nur eine höhere Weisheit den Schlüssel zum innersten Zusammenhang besitzt? Wir können es dieser höher» Weisheit nur zutrauen, daß ihre Wege Weisheit und Güte sind, ohne sie zu begreifen. Denn »unbegreiflich sind seine Gerichte und uuerforschlich seine Wege» (Röm. kl, 33). Gegenüber den vielen dunkeln Führungen, die unser» Glauben er¬ schüttern, gibt es doch nur eine doppelte Haltung: Entweder, wir werfen unfern Glauben weg, wie wir ein Annuemnärchen wegwerfen, weil wir nur noch blinde Sinn- und Zwecklosigkeit iui Weltgauzen erkennen. Dann aber müssen wir erst recht verzweifelnd zusainmenbrechen unter der Last, die sich auf uns wälzt. Unser Leben ist daun nichts andres als das Taumeln des Trunkenen, der jubeln und lachen kann, solange der Rausch¬ trank seine Kräfte befeuert, der aber in Jammer und Verzweiflung zn- samiueubricht, sobald die grasse Wirklichkeit ihm ihr furchtbares Antlitz zeigt. Alle, alle sind sie trunken, die, vom Rausch des Glückes, der Ehre, des Reichtums umfangen, keinen Gott brauchen, bei denen aber ein ent¬ setzliches Erwachen unausbleiblich ist. Wie anders, wenn wir die zweite Möglichkeit unsres Lebens, den Gvttesgedanken, mit kraftvoller Entschiedenheit verfolgen. Dann glauben wir, trotz allen Gegenbeweisen, daß heilige Liebe um uns, über uns waltet. Wir glauben es, obwohl wir es nur auf einzelnen Höhepunkten unsres Daseins tief innerlich erfahren, wie wir an die Liebe des Gatten, der Eltern, des Freundes glauben, obwohl sie sich nicht immer bewährt und uns nur in einzelnen Höhepunkten voll znin Bewußtsein kommt. Und wir demütigen uns unter die gewaltige Hand Gottes, auch wenn sie uns züchtigt, ja wenn sie uns niederwirft in des Todes Staub. Wir sprechen mit Hiob: «Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahin fahren. Der Herr hat es gegeben, der Herr hat cs genommen, der Name des Herrn sei gelobt» (Hiob 2, 10; l, 21). Der Unglaube hat noch niemals etwas geschaffen, niemals etwas Wertvolles hervorgerufen. Der Glaube aber ruft ans Tod und Vernich¬ tung Neues hervor. Er senkt Ergebung, Geduld, Tatkraft, Hoffnung ins Herz. Eine arme Witwe, die am Sarge des Ernährers ihrer Kinder steht, sie kann, wenn die Kraft des Glaubens allmählich wieder in ihrem Herzen lebendig wird, durch unermüdetes Ansharren den Ihren den Vater ersetzen, Schätze der Liebe, der Aufopferung, des sittlichen Ernstes, der 7 Tatkraft im harten Kampfe gegen das Geschick werden ihr geschenkt, die den Verlust allmählich in Segen wandeln können. Und so kommen wir znm Schluß: es gibt keinen Schicksalsschlag, mag er noch so zerschmetternd über uns hereinbrechen, der uns wirklich irre machen dürfte, als sei unser Glaube ein Irrwahn. Mitten im furcht¬ barsten Toben der Elemente, in der wilden Wellen Unverstand bleibt Gott allein der Felsen, an den wir uns klammern. Mit jenem gewaltigen «Dennoch» des Psalmisten sprechen wir: -Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch Gott allezeit meines Herzens Trost und mein Teil» (Psalm 73, 26). Darin erwies sich Jesus als der Sohn Gottes, daß er, als alles versank, am Grabe aller irdischen Hoffnungen und Aussichten, des Vaters Willen suchte und des Vaters Willen fand, getrost und getreu diesem Willen bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Und es ist eine wunderbare Erzählung, daß bei diesem Kreuzestode der Vorhang vor dem Allerheiligsten, in dem Gott im Dunkel wohnte, zerriß, daß der Gott im Dunkeln ein Gott im Lichte wurde. «Niemand hat Gott je gesehen», beginnt der Evangelist, und es ist die Verzwciflnngs- klage der Menschen aller Zeiten, die er damit ansspricht. Aber er kann fortfahren: «der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt- (Joh. 1, 18). -Wer ihn sieht, der sieht den Vater.» In seinem reinen Herzen spiegelte sich des ewigen Vaters wunder¬ bare Herrlichkeit. Aber nicht als Besitztum eines einzelnen, sondern damit alle den Vater schauen: «Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.» Nnn ist einem jeden seines Daseins herrliches Ziel gewiesen: «Wir sind nun Gottes Kinder und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden, wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist» (l. Joh. 3, 2), denn «es spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesicht und wir werden verklärt in dasselbige Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist- (2. Kor. 3, 18). Amen. Im Verlage der Evangelischen Kirchengemeinde in Laibach. Druck von Kleinmayr L Bamberg in Laibach. 2897