Annalen d e , Kaisers, Königs. LanSwirtyschafts - Gesellschaft in Lai-sch. Jahrgänge 1828. II. Hälfte, 1829. Laibach. Gedruckt bei Ignaz Aloyjs Edlen v. Kleinmayr. 183 4 Inhalt Jahrgang 1828. Zweite Hälfte. Seite erzeichnisi dee i» der Versammlung vom 20. November >8-8 anwesenden Mitglieder » Programm vom 20. November 1828 . 4 Präsidial-Eröffnungs-Vortrag 5 Administrations-Bericht 1» lieber die Brandschadenverstcherung . >4 lieber Dienstboten-Prämien. . . -Z Darstellung der Obstbauinzucht des Herrn Pfarrers Pier; ..... 3o lieber die Sbstveredlung am Pollanahofe .... , ... 34 Relation des Herrn Carl Schmoll, über die Cnlturs»Versuche am Berge Sovitsch in Adelsberg 8z lieber die Cultivirung am Morastgrunde Volar . .46 Hbstculturs-Methoden des Herrn Hugo Grafen Salm und des Herrn Baron Koller So Rechnung pro 1828 und Präliminare pro 182g 54 Geschenke und Ankäufe 6» Wahl neuer Mitglieder und eineL Ausschuss» Mitgliedes — Jahrgang 1 829. Seite Verzeichnis! der in der Versammlung vom 2. Mai 182g an wesenden Mitglieder . » Programm vom 2. Mai 1829 2 Präsidial-Vortrag 4 Administrations-Bericht 8 Ueber Entstehung, Beurbirung und Cultur der Moräste und Dorflager . . . r8 Ermunterung zur Zucht des Krummholzes 36 Ueber die Obstbanmzucht in den Kreisen Laibach und Adelsberg .... 4^ Ueber die landwirtschaftlichen Versuche am Morastgrunds Volar . ... 4z Relation über die Benützung des Pollanahofs 46 Ueber die Reifezeit der Kartoffeln 48 Einleitung eines Versuches zur Zucht von Angora - Ziegen 4g Beginn der Wirksamkeit der inneröster. wechselseitigen Vrandversichcruiigs» Anstalt — Ueber die Herausgabe der Gesellschaft-Annalen — Geschenke und Ankäufe — Wahl neuer Mitglieder So Wahl eines Ausschuß»Mitglieds .Sn Dahrgsns 1828. II. Halft e. Protokoll der k. k. kramerischen Landwirthschafts-Gesellschaft, ausgenommen in ihrer allgemeinen Versammlung am 20. November 1828. Hinter bem Vorsitze, Sr. Excellenz des Herrn Protectors, Landes-Gouverneurs Freiherrn v. Schmidbürg, und des Gesellschafts- Präsidenten Herrn Franz Grafen v. Hochenwart. In Gegenwart nachstehender Herrn Gesellschafts-Mitglieder (deren eigenhändige Fertigungen.) Johann v. Gandin, Sccretar. Johann Nep. Hradcczky. Joseph Seunig. Predounig. Vest. Andreas Lusner, Localcaplan. F. v. Rastern. Joseph Repeschitz. Franz v. Andrioli, Reg. Kaplan. I. F. Wagner. Or. Sigmund Graf. Andreas Zettel. v. Kalchberg. Schmidhammer. Urban Jerin. Johann Kopetzky. Or. Pober. Caspar Candutsch. Ullepitsch. S tratil. Apfalterer. Seykota. Ritter v. Jakomini. v. Fradenek. Freiherr v. Flödnig. Wagner, Gub. Rath. Benedict Graf Auersperg. Schneditz, Gub. Rath. Kreizberg, Gub. Secretar. Anton Aloys Wolf, Bischof. Conta, Major. Scheuchenstuel. Andreas Buzzi. Carl Bernard Kogl, v. Zarruba. Jofeph Wutfcher. Aloys Urbantschitsch. Franz Freiherr v. Lazarini. Franz Metelko. Johann Nep. Urbantschitsch' Johann Kersnik. Rudesch. v. Lehmann, Kreis-Commissar. Vestel, Gubernial-Nath. Schanda. Merklitz, Vezirks-Commissar. l' 4 Program m )vn gedüngter Erde, und eine von allem Unkraute vollkommen gereinigte Ackerkrume, welche die reinste Weizen-Ernte hervorzubringen im Stande ist, liefern. Ich glaube daher mit Recht Ihnen diese Versuche anempsehlen zu müssen, weil ich glaube, daß, wenn sie gelingen, und die vom Herrn von Reinstick empfohlene schlafende Saat sich Vortheilhaft erweiset, die Einführung der¬ selben von der Gesellschaft öffentlich empfohlen zu werden verdient. Ich selbst werde auf allen meinen Besitzungen diese Versuche machen lassen, und die Resultate derselben sowohl, als die dabei allenfalls gemachten Beobachtungen vorzulegen nicht ermangeln. Ich benütze diese Gelegenheit, um Ihnen meine Herrn, wenn Sie rei- 8 ne Luzerne erzeugen wetten , eine Methode anzuempfehlen, womit ich reine, dichte, und ganz vom Unkraute befreite Luzerne erziehe. Ich lasse den Acker für Erdäpfel zurichten, besamen, und nach ihrer Ern¬ te gleich brach ackern, In vier oder sechs Wochen, wenn es die Witterung zuläßt eggen, und gleich wieder brach ackern. Ist im Februar eine schneelofe trockene Witterung, so wird der Acker geeggct und zum drittenmal geackert. Mit halben April, oder in den ersten Tagen des May, wenn die Erde trocken ist, wird geegget und zur Saat geackert, mit Heiden, wie gewöhnlich zum Körnerertrage besäet, geegget, und unmittelbar darauf dis Luzerne gesäet, und mit Dorngebüsch eingeegget. Wächst die Luzerne langsam, so reift der Heiden, wird geschnitten und gedroschen; wächst sie aber schnell und üppig, so, daß sie hie und da den Hei¬ den überwächst, so wird das Ganze grün eingemähet und gibt ein vortreffliches Futter und noch im nemlichen Herbste einen zweiten noch reichern Schnitt. Im zweiten Jahre gibt sie vier Schnitte, im dritten, vierten und fünften Jahre wird sie fünfmal gemähet, wenn sie im dritten und vierten Winter eine Ueberdüngung von kurzem wohl verfaulten Mist erhält, und Mit Ende des sechsten Jahres wird sie im Herbste umgebrochen, um im folgenden Jahre ohne Dünger eine reiche Haber-, oder bei gehöriger Dün¬ gung eine reine Weizenernte zu geben. Da sie am Karste einen so rei? chen Ertrag gibt, wie müßte es erst in anderen Gegenden Krams sein, wo guter Boden istl Dieses milchreiche mehr als der rothe Klee ergiebige Futterkraut wird in unserem Vaterlande lange nicht so häufig, als es verdient, angebaut. Sie meine Herrn sind berufen die Nutzbarkeit der Luzerne in ihren Wohnörtcrn durch fleißigen und zugleich zweckmäßigen Anbau zu bethätigcn, und durch ihre Einführung sich und Ihren Nachbarn Vermehrung der Milch und des Düngers zu verschaffen, und dadurch Ihrem Vaterlande nützlich zu werden. Von den in der letzten allgemeinen Versammlung erwählten Ehren- Mitgliedern, sind an mich mehrere für die Gesellschaft sehr schmeichelhafte Antwortschreiben eingelangt. Wenn so hohe Staatsbeamte, wenn so ausgezeichnete Männer so hohe Begriffe von unfern Forschungen haben, und solche Erwartungen von un¬ fern Arbeiten hegen, so ist es unsere heiligste Pflicht diesen zu entsprechen, und selbe zu bethatigen. Indem ich Ihnen den Inhalt derselben mitzu- theilen die Ehre habe, sehe ich mit Vergnügen in Ihnen die Begierde auflebend, sich im Fache der Landwirthschaft auszuzcichnen. Ich hege also mit vollem Rechte die Hoffnung, daß die kommende Zeit die edelsten Früchte Ihrer Bemühungen bringen wird. Ich habe mein Bestreben auch dahin gewendet, cinzuvirken, daß die 9 Materialien zur endlichen Herausgabe unserer Gesellschafts-Annalen vorbe¬ reitet werden. In Kürze dürften die ersten Wände zur Drucklage bereit sein, und in so weit, als cs die übrigen dringenden Geschäfte gestatten, die ferneren Auflagen folgen. Da die Drucklegung viele Vorauslagen verursacht, so ersuche ich Sie den Absatz der Annalen nach Möglichkeit zu befördern, damit die Kosten der Gesellschaft hereingebracht werden. In dem ersten Bande wird auch die vom Herrn Joseph Rudesch, im November 1822 eingesendete Beschreibung des Bezirkes Reifniz vorkommen. Diese höchst schätzenswerthe Ausarbeitung verdient Ihre volle Würdi¬ gung, und ich kann den Wunsch nicht bergen, daß sie die Grundlage der Nachahmung werde, und die Gesellschaft mit ähnlichen Abhandlungen über alle anderen Gegenden unseres lieben Vaterlandes Krain beschenkt werden möge. Wir würden hiedurch nach und nach eine sichere und vollständige Topo¬ graphie Krains erhalten, und zugleich das unschätzbare Werk unseres unver¬ geßlichen Landsmanns, Baron Valvasor, ergänzen. Die Weinlese ist dieses Jahr sehr übel ausgefallen; Hagelwetter haben die schönsten Hoffnungen der Weinerzeugungeu zerstört, und eine über¬ große Hastigkeit bei der Weinlese hat der Güte des Weins viel geschadet. Noch haben die zur Prüfung der Weinbergs-Ordnung ernannten Herrn Mit¬ glieder ihre Arbeiten nicht beendet. Da die Wichtigkeit dieser Arbeit Jedermann einleuchtet , so hege ich die gerechte Erwartung, daß die Herrn Mitglieder, die mit dieser Ausarbei¬ tung von der Gesellschaft beehrt wurden, nicht länger zögern werden, die Operake einzusenden, damit wir uns in der allgemeinen Versammlung im Monate Mai damit werden beschäftigen können. Sollte irgend Einer aus Ihnen schon im voraus den Entwurf einer Leseordnung abfassen und ein¬ senden wollen, so versichere ich denselben schon jetzt, daß der permanente Ausschuß jeden Beitrag danknehmig aufnehmen, und sich einzig damit be¬ schäftigen wird. Jetzt, da keine Leseordnung besteht, da die Trauben viel zu früh vom Weinstocks abgcnommen werden, und sich jeder befugt hält, die Erlaubnis zur Vornahme der Lese zu geben, verschlechtern wir muthwillig unsere Weine, und schmälern uns selbst unsere Einkünfte. Jeder fühlt dieß; Jeder klagt darüber, aber Niemand thut etwas zur Sache. Unsere Pflicht ist es also, dem hohen Gubernium, welches so gütig und bereitwillig uns unterstützt, den Vorschlag zu machen, damit Hochdas- selbc ihn prüfe, und zur allgemeinen Richtschnur verschreibe. Ich kann also nicht angelegentlich genug bitten, sich damit ernstlich beschäftigen zu wollen. 10 Ich erlaube mir Sie zu ersuchen, daß Sie den in Vortrag kommen¬ den Gegenständen Ihre gütige Aufmerksamkeit schenken, und uns zur Mai- Sitzung mit zahlreichen und gediegenen Ausarbeitungen erfreuen wollen. Endlich kann ich den höchst erfreulichen Umstand nicht unbemerkt las¬ sen, daß die obersten Vorsteher der kirchlichen, der politischen und Justiz- Abtheilung, wie Sie sehen, unsere Versammlungen mit ihrer Gegenwart beehren, Hand in Hand mit uns das Wirken der Mutter Natur beobach¬ ten, nicht verschmähen die Details, in welche der Landwirlh sich einlassen muß, anzuhören und zu prüfen, somit wirkende Mitglieder unserer Gesell¬ schaft zu fein. Heil dem Monarchen, Heil dem Lande, wo solche hochgesinnte Män¬ ner wirken, und zum allgemeinen Frommen willig ihr Ohr leihen, und ihren Willen und ihre Kräfte dazu bereitwillig anbicthen. II. Avministrstions - Bericht, von Herrn Hermann Sch an da. n.) Dashohe Landes - Gubernium hat unterm 12. März l. I., die Vorschläge des illyrischen Beschell - und Remontirungs - Departements zu Sello, hinsichtlich der Verbesserung der Landespferdezucht und des Pfcrdhufbeschlages in Krain, der Landwirthfchafts - Gesellschaft zur Begutachtung zugcfertigt. Äevoc als der Ausschuß diesen Gegenstand der Erledigung Zufuhren kann, erachtete derselbe noch vorläufig dieses Exhibitum sammt Beilagen an das diesseitige Mitglied, Herrn HInci. O-',-, Verbitz, öffentlichen Pro¬ fessor der Thierarznevkunde mit dem Ersuchen zuzumitteln, dieses Werk durchgehen, vorzüglich dabei die Widerlegung der von dem Herrn Rittmei¬ ster für die Landwirthschaft, dem Handel und die Eisengcwerke angercg. ten Vortheile berücksichtigen, und nach eigenem Gutdünken sich allenfalls mit dem Landesthierarzten einvernehmen, und hierüber die Ansichten dem Ausschüsse mittheilcn zu wollen. Sobald also dieses Mitglied dem Ansuchen entsprochen haben wird, wird der Ausschuß sich versammeln, und nach reifer Ueberlcgung und Be- rathung den hohen Auftrag in Erfüllung bringen. t>.) Herr Peter Allesch, Pfarrer in Prem, hat der Landwirthschafrs-Ge- sellschaft ein Mittel angezeigt, auf welche Art die der Obstcultur so schädlichen Rinde - und Blattläuse vertrieben werden, nemlich die Schwcinfcttc, (Schmeer) worin das Quecksilber abgetödtet, sohin Folgendes zubereitet wird: »Man nimmt eine Portion, beiläufig eines Apfels Dicke Schweinfektc, II „dazu wird um einen Groschen, oder zwei Kreuzer Quecksilber gethan, „dieses mischt man in einem Mörser mit einem Stößel, oder in einem „Glase mit einem Hölzchen solange unter einander, daß die Fette ganz »blau wird, und keine Tropfen von Quecksilber mehr zu sehen sind, dann „schmiert man die Rinde, .oder nur einige Blätter an denen sich diese „Läuse befinden, und binnen zwölf Stunden verschwindet das ganze Unge¬ ziefer , und kommt nicht mehr zum Vorscheine." c.) In der letzten allgemeinen Versammlung wurde der hochansehnlichen Gesellschaft zur Kenntnis gebracht, daß man wegen Berichtigung des Miethzinses für die Benützung einiger Localitäten im zweiten Stock¬ werke des vuIZo Pogatschnig'schen Hauses, immer mehr gedrängt werde, und daß man, da die Mittel hiezu fehlen, um den Rückstand, welcher sich bereits über 400 fl. ausgelaufen hat, sogleich zu tilgen, eine gehorsa¬ me Vorstellung und Bitte an das hohe Landesgubernium vorgelcgt ha¬ be, damit dieser rückständige Zins gänzlich nachgesehen, oder aber im unthunlichen Falle doch leidentliche Zahlungsfristen bewilligt werden mögen. Mit hoher Gubernial-Verordnung vom 4. September 1828, Z. 19460, ist darüber die Entscheidung erfloßen. Dem mit Bericht vom 16. Mai d. I-, Z. 68, gemachten, und zur Kenntnis der hohen Hofkammer gebrachten Ansuchen der Landwirthsthaftsge- sellschaft um gänzliche Nachsicht des Miethzinses, welcher für die Benützung einiger Localitäten im zweiten Stockwerke des, dem nunmehr incamerirten Provinzialfonde gehörigen, vorher Pogatschnig'schen Hauses auf einen Betrag von 412 fl. SO kr. C. M. erwachsen ist, kann vermög des Inhaltes des hohen Hofkammerdecretes vom 16. v. M. , Z. 34,172, nicht Statt gegeben werden, jedoch werden zur Tilgung dieses Miethzinsrückstandes vier gleiche Jahresraten, jedoch nur gegen dem bewilliget, daß der laufende Miethzins von der erwähnten Gesellschaft in den vorgeschriebenen halbjährigen Terminen pünctlich bezahlt werde. Bei der am 16. October l. I. abgehaltenen Ausschußsitzung wurden die Mittel hcrvorgesucht, wie nun sowohl der rückständige als auch der currente Zins nach Weisung obgedachter hoher Verordnung berichtiget werden soll. Aber leider hat es sich gezeigt, daß die Gesellschaft nicht in der glücklichen Lage seye, diesen Miethzins ohne großer Aufopferung bestreiten zu können. Eben dieses Verhältniß hat man bereits mit oberwähnter unterthäniger Vorstellung zur hohen Kenntnis gebracht, und aus Gründen um die gänzli¬ che Nachsicht des betriebenen rückständigen Zinses gebeten, worüber jedoch nur vier Jahresraten zur Bezahlung desselben bewilliget worden sind. In dieser unangenehmen Lage hat sonach der Ausschuß beschlossen, die Miethe jenes der Gesellschaft treffenden Antheils im Pogatschnig'schen Haufe 12 aufzulassen, und mit Georgi 1829 sich auf die Wohnbcstandtheile ihres Pol- lanahofes zu beschränken. Diesen Schritt glaubt der Ausschuß dadurch zu rechtfertigen, weil' die hohe Hofkanzlei unterm 21. October 1825, Zahl 31170, intimirt durch das hohe Gubernium den 10. November 1825, Zahl 18268, das gemiethete Locale im Pogatschnig'schen Hause in zwei Theile theiltc, und sohin von dem ausgemittelten ganzjährigen Zins pr. 150 fl. M. M. die eine Hälfte der Landwirthschafls - Gesellschaft, und die andere Hälfte dem vaterländischen Museum zugeschrieben hat, folglich nach der Analogie dieser Verfügung der dießfalls bestehende Miethcontract nur theilweise der Gesellschaft so wie an- derentheils das vaterländische Museum respactivo die Herrn Stände Krains verbindlich machen könne. In Folge dieses Beschlußes wurde also die Aufkündigung bei dem hohen Gubernium eingeleitet, und um die hochgeneigte Eröffnung gebeten, daß die Annahme erfolgt seie, zugleich aber auch angetragen zu verfügen: a. ) daß von dieser Aufkündung nicht nur die k. k. Staatsgüter-Administra- tion, welche die Camecal-Fondsgüter zu verwalten hat, zur weitern Be- nehmung, sondern b. ) zugleich auch die hohen Herrn Stände Krains verständiget werden, damit Letztere hinsichtlich des zurückbleibenden vaterländischen Museums, Dispositionen treffen werden, weil in dem Gebäude Pollanahof nur sehr beschränkt für den arbeitenden Ausschuß der Landwirthschafts-Ge- sellschaft Platz sein wird. Das hohe Gubernium hat diesen Bericht mit Verordnung vom 30. Oc¬ tober l. I., dahin erledigt, daß die gemachte Aufkündung der Micthe der von der Landwirthschafts-Gesellschaft benützt werdenden Localitäten im soge¬ nannten Pogatschnig'schen Hause für kommenden Georgi 1829 unter einem der hiesigen Domainen-Administration, welche die gesummten Cameral-Reali- täten zu verwalten hat, mit der Weisung zugefertigt wird, hiernach das wei¬ ter Erforderliche einzuleiten, und über die erfolgte Aufkündung, so wie über deren Annahme eine schriftliche Urkunde auszufertigen, welche sohin der Land¬ wirthschafts-Gesellschaft nachträglich ausgefolgt werden wird. Zugleich wurde aber auch die ständisch-verordnete Stelle angegangen, hinsichtlich der geeigne¬ ten ferneren Vorsorge für das zurückbleibende Landes-Museum die zweckdienli¬ chen Dispositionen zu treffen. ck.) Herr Peter Allesch, Pfarrer und wirkliches Mitglied zu Prem, dessen rühmlicher Eifer in Veredlung des Obstes bereits bekannt ist, hat der Gesellschaft Certiffcatc vorgelegt, woraus entnommen wurde, daß er an den Bauer Adam Hubath zu Podvudje in Obcrkrain 115 Stücke veredelte Obstbäume verschiedener Gattung, ingleichcn an den Bauer Stephan Gerb von Harie 100 Stücke, an den Bezirkscvmmissäc Steck- l3 kas in Senosetsch 26 Stucke, an die Bauerinn Josepha Lauritsch von Prem 7 Stucke, und an den Bauer Jacob Mucha von Prem 9 Stücke unentgeltlich verabfolgt habe. Da er nun unterm 3. Octobcr d. I., diese eingesendeten Certisicate rückverlangke, so hat der Ausschuß unter Zurückstellung derselben folgendes Schreiben an ihn erlassen. Der Ausschuß verkennt keineswegs Ihr thätiges mit Aufopferung von Zeit zu Zeit verbundenes Wirken, und derselbe behält sich auch bevor, die¬ ses in der nächsten allgemeinen Versammlung zur hohen Kenntniß zu bringen. Nehmen Sie indessen den vollen Dank mit der Versicherung an, daß, sollte einstens die Gesellschaft in die angenehme Lage kommen, reellere Aus¬ zeichnungen ertheilen zu können, die erste Aufmerksamkeit gewiß Sie tref¬ fen werde. o.) Mit 2. April 1829 endet die Pachtung der, der k. k. Landwirth- schafts-Gesellschaft cigenthümlichen, am linken und rechten Ufer des Gruberischen Kanals liegenden Wiesen, dann der sogenannten Schil- lingischen Wiese und des Gemeindeantheils am Volar. Immer hat dec hiesige löbliche Stadtmagistrat die dienstesfreund- schastliche Gewogenheit gehabt, die Verpachtung dieser Realitäten zum Besten des Gesellschafts - Fondcs einzuleiten, in welcher Rücksicht nun auch der Ausschuß das neuerliche Ansuchen dahin gestellt hat, diese Verpach¬ tung wieder auf weitere drei Jahre vornehmen zu lassen, und sohin das Licitationsprotocoll mittheilen zu wollen. Der Ausschuß hat auch bereits in der Laibacher Zeitung gelesen, daß von dem löblichen Stadtmagistrate wegen Verpachtung dieser Realitäten der 11. November l. I., bestimmt wurde. t.) In der letzten allgemeinen Versammlung wurde die hohe Eubernial- Verordnung zur Kenntniß gebracht, daß die Gesellschaft eine in der Landessprache zu verfassende Schrift, über die zweckmäßige Pflan¬ zung, Behandlung und Veredlung von Obstbäumen, so wie zur Ver¬ mehrung von Obstgärten, und deren gehörige Anlage, herauszugeben habe, zugleich aber bemerkt, daß sich der permanente Ausschuß Vor¬ behalte, solche in der nächsten Herbstsitzung, das ist gegenwärtig vor¬ legen zu wollen. Allein! da Herr Referent dieses Gegenstandes Edler v. Vest, an den Folgen seiner überstandenen schweren Krankheit noch immer leidet, so konnte nicht der Zusicherung gemäß, diese Abhand¬ lung erfolgen, sondern der permanente Ausschuß glaubt verpflich¬ tet zu sein, diesen Umstand um so mehr dem hohen Gubernium zur Kenntniß zu bringen, und um hochgeneigte weitere Frist zu bitten, als die Herausgabe dieser Schrift mit hoher Verordnung vom 21. Juli l. I., Z. 6520, neuerlich in die Erinnerung gebracht wurde. lt m. Vortrag ir b s r die wechselseitige Brandversicherungs-Anstalten in Step- crmark und Illyrien. Vom Herrn Johann Nep. Hradcczky. Die löbliche k. k. steyermärkische Landwirthschafts-Gesellschaft hat an den permanenten Ausschuß die angebogene Note vom 11. August l. I. eingesendet, in welcher bekannt gegeben wird, daß die Statuten der »je¬ de r v' st e r r ei ch i sch e n Versicherungs-Anstalt, so wie selbe von dem aus¬ serordentlichen Ausschüsse der Anstalt abgeändert, und mit einer weiteren allerhöchsten Entschließung vom 15. Juni d. I. genehmigt worden sind, auch für den niederösterreichischen Brandversicherungs- Verein, in sofern in Anwendung gebracht werden sollen, als beide An¬ stalten damit einverstanden sind, und als nicht aus Localrücksichten abwei¬ chende Modisicationen nothwendig werden. Da nun die Statuten der nieder österreichischen Versicherungs- Anstalt, weder der steyerma'rkischen noch dieser Landwirthschafts-Gesellschaft bekannt sind, und da überdieß eine Vereinigung beider Anstalten höchsten Orts beabsichtigt wird, so erinnert die löbl. k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft zu Grätz gleichzeitig, daß bereits um die Mittheilung der höch¬ sten Orts genehmigtem Statuten nachgesucht worden sei, daß die erwähnte löbl. Gesellschaft die Redaction dieses abzuänderndcn Statuten-Entwurfes besorgen, solche dem stepermärkischen Gubernio zur weiteren Verfügung verlegen wolle. — Hiedurch und aus dem weiteren Inhalte der oberwähnten Note ge¬ langt die hochansehnliche Versammlung zur ferneren Kenntniß, daß cs sich nun auch dermal um die AbschlicßuNg eines Vereinigungs-Vertra¬ ges handle; daß in dieser Hinsicht zwischen den beiden Gesellschaften be¬ reits ein Uebereinkommen getroffen worden fei, und daß alle Mittel an- zuwendcn wären, um den Gerüchten zu begegnen, welche hie und da zum Nachtheile dieser Anstalt ausgestreut werden, weswegen gleichzeitig um die Kundmachung einer zweckmäßigen Erinnerung durch das Jllyrische Blatt ersucht, und laut angebogenen Exemplars auch diesem Wunsche entsprochen worden ist. Diese umfassende Zuschrift schließt mit der Bemerkung, daß die kärnt- nerische Ackerbau - Gesellschaft bereits den Entwurf zur Einteilung der Provinz- und Affecuranz-Districte und den Vorschlag zur Ausstellung der Districtscommiffäre eingesendet habe, und daß die ehemöglichst balde Vor¬ lage dieser Dokumente auch für die Provinz Krain sehr erwünscht sei. — Dieses ist der wesentliche Inhalt der allegirten Note unserer hochgeach¬ teten, um das Wohl der Provinz Steyermark so ausgezeichnet besorgten !5 Schwester; ehe aber Referent zum gutachtlichen Vortrage schreitet, glaubt er die Aufmerksamkeit der hochanfehnlichen Versammlung noch auf jene Umstände, die bereits hierorts berathen und beschlossen wurden, erbitten zu müssen, indem dieser Gegenstand das Eigenthum so vieler Familien die¬ ser Provinz betrifft. In der allgemeinen Versammlung am 29. April 1826, wurde dem Wunsche der hochansehnlichen steiermärkischen Landwirthschasts-Gesellschaft entsprochen, und die Zweckmäßigkeit des unter dem Vorsitze Ihres erlauch¬ ten Vorstehers erwachsenen Planes der gegenseitigen Feuerassecuranz ist nicht nur einstimmig anerkannt, es ist auch durch die möglichste Beförderung dieser gemeinnützigen Anstalt allen Vereins-Mitgliedern empfohlen und be¬ schlossen worden, daß die Assecuranz- Distrikte nach dem Umfange der Haupt- gemeindcn gebildet, und dem permanenten Ausschüsse jene Männer unter den Gesellschafts-Mitgliedern namhaft gemacht würden, die nächst den erfor¬ derlichen Eigenschaften auch von gutem Willen für diese Sache beseelt wären. In dem am 2. Juni 1826, Z. 87, an das hohe Eubcrnium erstat¬ teten Berichte, hat der permanente Ausschuß alle Anstände, die sich bei der Einführung dieses so sehnlich erwünschten Institutes ergeben dürften, er¬ örtert, und das unvorgreisliche Gutachten erstattet, wie mehrere §. tz. der mitgetheilten Statuten im Allgemeinen, und in Beziehung auf die beson- dern Verhältnisse dieser Provinz zu modisiziren wären. Dieser Bericht ist nebst dem oberwähnten Vortrage auch der steier¬ märkischen Landwirthschasts - Gesellschaft am nämlichen Tage auf ihr ge¬ fälliges Ansinnen vom 24. Mai 1826, z. Z. 97, mitgetheilt worden. Am 27. October 1826, Z. 247, erstattete der permanente Ausschuß in Folge erhaltener hohen Gubernial-Verfügung über einen Vorschlag der steiermärkischen Landwirthschasts - Gesellschaft sein unvorgrcifliches Gutach¬ ten im Wesentlichen dahin, daß die einstweilige Aufstellung eines provisori¬ schen, von der hochansehnlichcn Versammlung zu wählenden, von dem ho¬ hen Gubernio bestätigten Directorio dieses Vereins vollkommen entspre¬ chend, dagegen jede Verbindung mit welch immer einer spekulativen Affe- curanz-Anstalt zweckwidrig zu sein scheine, während dem sich ein solches Verhältniß wohl mit gleichartigen auf keinen Gewinn berechneten Insti¬ tute, z. B. mit Sparkassen, oder gleichmäßig wechselseitig verbindlichen Anstalten vortheilhaft darstellen dürfte. Bei der allgemeinen Versammlung am 20. November 1826, wurde die hochansehnliche Gesellschaft von allen diesen Verfügungen, oder auch von dem Umstande in Kenntniß gesetzt, daß die Bemühungen des permanenten Ausschusses fruchtlos blieben, indem ihm weder eine Beitrittserklärung, noch äusser von 9 Bezirken die Namhaftmachung solcher Individuen, denen die Districtsgeschäste zu übertragen wären, zugekommen ist. 16 Auch die, bei dieser Versammlung vorgebcachte Bitte, um Erledigung der dießsalligen, an mehrere Gesellschafts-Mitglieder erlassenen Zuschriften blieb bisher fruchtlos, und so ist seit zwei Jahren für diese allgemein ersehnte, in den benachbarten Provinzen Tirol und Salzburg seit vielen Jahren seegen¬ voll anerkannte Anstalt keinSchritt vorwärts geschehen; welcher Stillstand wohl dadurch verursacht wurde, weil seit jener Zeit rücksichtlich der höchsten Orts erbetenen Genehmigung der Statuten keine Erledigung herabgelangt ist. — Nun aber, nachdem zu Folge der eingangserwähnten Nachricht Se. Majestät der Kaiser die Statuten der n i e de rösterreich isch en Ver¬ sicherungsanstalt vermög allerhöchster Entschließung vom 15. Juni d. I. zu genehmigen und zu beschließen geruht haben, daß diese Statuten auch für den nied er ö st'e rr e i ch i sch e n Brandvcrsicherungs-Verein in so fern in Anwendung gebracht werden sollen, als beide Anstalten damit einverstanden sind, und als nicht aus Localrücksichten abweichende Modifikationen not¬ wendig werden; nun glaubt der permanente Ausschuß alle Mittel zur För¬ derung dieses Gegenstandes in Anwendung bringen zu müssen, und Referent bittet die hochansehnliche Versammlung über folgende Maßregeln zu berathen, die zweckdienlich sein dürften, daß erwünschte Resultat herbei zu führen. ztens. Eg nmrx in Laibach eine provisorische Direktion der ge¬ genseitigen Brandversicherungs-Anstalt für die Pro¬ vinz Krain, aus den Mitgliedern der Landwirthschafts-Gesellschaft bis zu dem Zeitpunkte zu ernennen, als der Wahlakt der Asseku¬ ranz-Gesellschaft für die definitive Vereins-Direktion vollzogen wer¬ den kann. Ztsns. Di? Provinz wäre in angemessene Assecuranz-Distrikte zu vertei¬ len, und in jeden derselben wäre provisorisch ein Districts-Com- missär der gegenseitigen Brandversicherungs-An¬ stalt, zur Besorgung aller dießfalligen Geschäfte bis zu dem nemli- chen Zeitpunkte der für die Direktions-Mitglieder anberaumt worden ist, aus den'Mitgliedern der Landwirthschafts-Gesellschaft zu wählen, ztens. Die Direktion und die Distrikts - Commissariate hakten ausschlies¬ send alles zu besorgen, was erforderlich sein wird, um diesen wohl¬ tätigen Verein ins Leben zu rufen, sie hätten vorzüglich die abge¬ änderten Statuten der niederösterreichischen Versicherungs - Anstalt (um welche die löbliche k. ?. Landwirthschafts - Gesellschaft zu Grätz zu ersuchen ist,) ihrer Beurteilung zu unterziehen, und dabei nach dem allergnädigsten Willen Sr. Majestät Alles zu beobachten, was eine Modifikation derselben rücksichtlich der Localverhä'ltnisse der Pro¬ vinz zu beachten als notwendig sich darstellt. qiens. Das hohe k. k. Gubernium wäre zu bitten, diesem provisorischen Vereine die Genehmigung zu erteilen, sich unter dem Vorsitze des Di- 17 Direktors oder seines Stellvertreters nach Erforderniß der Geschäfte im Locale der Landwirthschafts-Gesellschaft versammeln zu dürfen, um durch Berathung sowohl, als Correspondenz mit öffentlichen Be¬ hörden, und mit Privaten alles Erforderliche zur Emporbringung die¬ ser Anstalt vorzukehren, und mit Ende jedes Monats das Eestions- Protocoll dem hohen Gubernio zur Einsicht vorzulegen. gtene. Auch hätte diese provisorische Direction über das Resultat ihrer menschenfreundlichen Bemühungen der Landwirthschafts-Gesellschaft in ihren allgemeinen Versammlungen die gefällige Mittheilung zu machen, damit es den ansehnlichen Mitgliedern derselben möglich werde, mit ihren einsichtsvollen Erfahrungen das Beste dieser Anstalt zu befördern. — Weil aber die bisherigen Versammlungen die Ueberzeugung herbei ge¬ führt haben, daß allgemeine Beschlüsse ohne individuell nachgewiesenen Vor¬ kehrungen den erwünschten Zweck nicht erreichen ließen, so war der per¬ manente Ausschuß bemüht, für den Fall der Beistimmung der hochansehn- lichcn Versammlung zu diesem Anträge nicht allein einen Vorschlag zur Her¬ stellung der Direction zu verfassen, sondern auch eine Distrikts-Einthei- lung zu entwerfen, und jene Individuen zu benennen, die geeignet sind, dem Geschäfte im vollen Umfange zu entsprechen. Der permanente Ausschuß hat es gewagt, auch zu diesem Vereine das hohe Protektorat Sr. Excellenz des allverehrken Herrn Landes-Gouverneurs zu erbitten, und die Direction wünscht sich der einsichtsvollen Leitung des Herrn Präsidenten der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft Herrn Franz Gras v. Hochenwart, um so inniger zu unterziehen, als sich die Provinz schon der thätigen Folgen dieses Präsidiums so ausgezeichnet erfreut, und dä für den Fall der Abwesenheit oder Verhinderung des Herrn Directors ein Stellvertreter die Geschäftsleitung zu übernehmen hätte, so wäre die Ernennung desselben vom Herrn Director zu ersuchen. Rücksichtlich der Directions - Mitglieder wurde in dem Bericht vom 2. Juni 1826, Z. 87, die Zweckdienlichkeit dahin dargestellt, daß nach zu Stande gekommener Anstalt durch die Theilnehmer des Vereins acht Aus¬ schußmänner zu wählen wären, unter welchen sich ein Rechtsgelehrter und ein Bauverständiger zu befinden hätten. Da es sich dermal nur um die provisorische Bestimmung eines interimistischen Direktoriums handelt, dessen vorzügliches Augenmerk erst das Aufleben des Vereins sein sollte, so erach¬ tet der permanente Ausschuß, daß einstweilen vier Assessoren und ein Re¬ ferent zur Besorgung der currenten Geschäfte hinreichen dürften. Da diese Herrn Commissions-Mitglieder aus dem Mittel der löblichen k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft zu wählen wären, so wird die hochan¬ sehnliche Gesellschaft um ihre Benennung gebeten. Ammkn Ker k, k Landwirthschast-q. in Lail'E I Z8 In Beziehung auf die Besorgung der Kanzlei und des hiezu nothigen Materials, wird die Genehmigung des dießfalls erforderlichen Aufwandes aus den currenten Einkünften der löblichen k. k. Landwirthschafts-Gesell¬ schaft, jedoch nur vorschußweise angefucht, damit die im vierten dieser Dar¬ stellung in Antrag gebrachte Verwaltung dieses Vereins mit angemessener Thä'tigkeit fortgesetzt werden kann. Für die Emtheilung der Provinz in Assecuranz-Districke hat sich zwar die hochansehnliche Gesellschaft in der allgemeinen Versammlung dabin aus¬ gesprochen, daß sich ein District nicht überden Bereich einer Hauptgemeinde auszudehnen hatte; allein die löbl. k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft zuGratz bemerkt in der eingangserwäbnten Note ganz richtig, und der permanente Ausschuß hat sich bereits die überzeugende Gewißheit verschafft, daß die Assecu¬ ranz-Districte nach der Emtheilung der Hauptgemeindcn in den Bezirken wegen Vervielfältigung des Geschäfts und dem Mangel tauglicher Commis- säre dem Zwecke nicht entsprechen würden, daß es fomit gerathen sei, nach dem Beispiele Kärnthens die Arrondirung der politischen Bezirks-Districte auch bei der gegenwärtigen Emtheilung zu benützen, und nur dort abzu¬ weichen, wo es die Umstände gebiethen. Nach diesen Verhältnissen ist der permanente Ausschuß bemüht, der hochansehnlichen Versammlung nicht allein den Vorschlag über die dießfäl- lige Emtheilung der Assecuranz-Dlüricte zur Berathung vorzulegen, son¬ dern auch in jeden derselben das Individuum zu benennen, welches den Absichten dieses Vereins entsprechend, um die gefällige Uebernehmung der mit dem Geschäfte eines Brandversicherungs - Districts - Commissärs verbun¬ denen Pflichten zu ersuchen wäre. Zur leichteren Uebersicht wird diese Emtheilung im beiliegenden Aus¬ weise tabellarisch dargestellt. i9 G i n t h e i l n n g drr Provinz Krain in V ran d ver si ch e r uugs - D istri c te der ge^ g e n s e >' ti' g e n E n t s ch a' d i gu n g s - Anstalt und Bene n nu nq Ver¬ da selbst wohnenden Districts - Commisia're. 2* 20 2t Geruhe nun die hochansehnliche Versammlung über diesen Vortrag zu berathen und zu beschließen, damit es dem permanenten Ausschüsse möglich werde zur Emporbringung einer so allgemein und so sehnlich erwünschten Anstalt, die nach den Grundsätzen der Regierung und der Teilnehmer immer als eine Privatanstalt betrachtet wird, und daher auch nur von ab¬ gesonderter Direktion geleitet werden kann, alle Materialien zu liefern, was bis nun nicht erfolgen konnte, weil eines Theils die allerhöchste Ge¬ nehmigung der Statuten noch zu erbitten war, und es andern Theils an der Mitwirkung thätiger Vereins-Mitglieder im Bereiche der ganzen Pro¬ vinz gebrach, dem jedoch durch das Aufleben der in Antrag gebrachten provisorischen Direktion und der Distrikts - Commissariate abgeholsen sein dürste. Auch scheint sich die Aufstellung des Direktoriums und der Districts- Commissariate um so entbehrlicher zu zeigen, als es sich bald um die Be- rathung handeln wird, wie die höchsten Orts genehmigten Statuten des niederösterreichischen Vereins auch den Local - und Organisations-Verhält¬ nissen dieser Provinz angeeignet werden sollten, und unter welchen Bedin¬ gungen die Vereinigung der schwesterlichen Anstalten der verschiedenartig ver¬ walteten Provinzen zu Stande zu kommen hätte; gewiß eine Ausgabe, die alle Aufmerksamkeit verdient, und deren Lösung um so wohlthatiger auf das pecuniäre Verhältnis dieser Provinz wirken wird, als mit jedemJahre bedeutende Assecuranzgcbühren an auswärtige spekulative Vereine bezahlt werden, wodurch dem wohlthätigen Zwecke namhafte Beiträge entgehen. Seit dem Jahre 182» bis Oktober 1327 , wurde bei der hierortigen Agentschaft für die priviligirte Wiener Brandversicherungs-Anstalt ein Ca¬ pital von einer Million versichert, und seit dem ist von 92 Theilnehmern der Capitals-Betrag pr. 156,827 fl. M. M. assecurict worden, während dem nur ein einziger Theilnchmer an dieser Anstalt seit ihrer Entstehung in die Lage gerieth die statutenmäßige Entschädigung zu erhalten. Geruhen daher Euer Oxcellenz auch diesem Vereine das hohe Protek¬ torat angedeihen zu lassen, geruhen Herr Präsident das Direktorat desselben zu übernehmen, und ihren Stellvertreter zu benennen, dann anzuordnen, daß aus den Mitgliedern der Gesellschaft vier Assessoren erwählt, und über die Eintheilung der Distrikte so wie über die Ausstellung der Distrikts- Commissäce abgestimmt werde. Beschluß der Versammlung. jtens. Wurde in Laibach eine provisorische Direktion der gegenseitigen Brandversicherungs - Anstalt für die Provinz Krain aus Mitgliedern der 22 k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft bis zu jenem Zeitpunkte ernannt, in welchem der Wahlakt der Äffecuranz-Gesellschaft für die definitive Vereins. Direktion vollzogen werden kann. Zu diesem Vereine hat die Gesellschaft das hohe Protektorat Sr. Ex- cellenz des Herrn Landes-Gouverneurs erbeten, und die Direktion der ein¬ sichtsvollen Leitung des Herrn Präsidenten Grafen v. Hochenwart unter¬ zogen, welcher Letztere für den Fall seiner Abwesenheit oder Verhinderung als Stellvertreter den Herrn Gubernialrath Joseph Wagner, ersucht hat. Zur Besorgung der currenten Geschäfte sind einstweilen vier Assessoren und ein Referent, und zwar die Gesellschafts-Mitglieder: 1. ) Herr Benedict Graf v. Auersperg; 2. ) Herr Gubernialrath- und Kammerprocurator v. Scheuchenstuelr 3. ) HerrIJohann Nep. v. Gandin; «.) Herr Joseph Seunig; 5.) Herr Domherr Urban Jerin, als Referent in Anspruch genommen worden. 2stns- Wurde die Provinz Krain in Brandverstcherungs-Distrikte der gegenseitigen Entschädigungs-Anstalt eingetheilt, und die daselbst wohnen¬ den Distrikts-Commissare benennet, wie solches der vorstehende Entwurf ausweiset. ztens. Der Direktion und den Distrikts - Commissariaten soll es oblie¬ gen, ausfchließend alles jene zu besorgen, was erforderlich seyn wird, um diefem wohlthätigen Verein in seinem Ausleben den schnellsten Aufschwung zu geben. Erstere wird sich nach Erforderniß dec Geschäfte in dem Locale der Landwirthschafts - Gesellschaft versammeln, ihrer Bestimmung gemäß wirken, mit Ende eines jeden Monats das Gestionsprotocoll dem hohen Gubernium vorlegen, und das Resultat ihrer Bemühungen auch zur Kcnnk- niß der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft bringen. Diese getroffenen Einleitungen sind dem hohen Gubernium mit der Bitte anzuzeigen, dem provisorischen Vereine die Genehmigung zu crtheilen. Unter Einem sind aber auch die k. k. Kreisämter in Krain davon inKennt- niß zu setzen, um die Districts-Commissäre davon zu verständigen, und dieselben mit dem Beisätze zur Mitwirkung aufzufordcrn, daß sie die diesfalls zu tref¬ fenden Vorkehrungen sogleich, die Resultate aber von Zeit zu Zeit unmittel¬ bar der sin Laibach ausgestellten Direktion der wechselseitigen Brandversiche¬ rungs-Anstalt von Steiermark und Illyrien eröffnen mögen. Uebrigens sind alle diese Voreinleitungen auch der k. k. Landwirth- schafts-Gesellschaft zu Grätz mit dem Beisätze in Abschrift mitzuthcilcn, daß man alles aufbjethen werde, um diese wohlthätige Anstalt bald ins Leben D rufen. 23 iv. L? o r t r a s ii k « r die Einführung von Dienstbothen-Prämien, von Herrn Ritter v. Löwen greif. Einer hochansehnlichen Gesellschaft wird der Vortrag des Herrn Jo¬ hann Hradeczky, Bürgermeisters, Verordneten und Ausschusses dieser ver¬ ehrten Gesellschaft vom z. Mai 1825 , über Dienstbothen - Prämien noch erinnerlich sein, der mit dießortigem Berichte vom 16. Juli 1825, dem ho¬ hen Gubernio zur weiteren Einbegleitung an die hohe Hofkanzlei unterlegt worden, und worüber die hohe Erledigung noch nicht eingelangt ist. Mittlerweile hat Herr Heinrich Stratil, k. ?. Districts-Förster und dießortiges Mitglied dem hohen Präsidio unterm 26. April 1826, einen Vor¬ schlag über Gestndebclohnungen vorgelegt, welchen das hohe Präsidium die Gnade hatte, unterm 16. Mai 1828, Z. 987ssp., herabgelangen zu lassen. Da es immer wünschenswerth ist, alle Ansichten über einen gemein¬ nützigen Gegenstand zu prüfen, so glaube ich die Geduld der erhabenen Gesellschaft in Anspruch nehmen zu dürfen, und die wesentlichen Puncte des oberwähnten Vortrages des Herrn Bürgermeisters in Erinnerung brin¬ gen, und den Vorschlag des Herrn Stratil verlesen zu müssen. Herr Bürgermeister Hradeczky hat den Fond, aus welchem die Dicnst- bothen-Prämien verabfolgt werden sollten, blos in jener 6 kr. Schreibge¬ bühr, welche den Bezirks-Obrigkeiten, laut Dienstbothen - Patents vom 29. September 1787 , (repuli. für dieses Gubernial-Gebicth am 11. Jänner 1821) bewilligt sind, auszumitteln geglaubt, und die hochansehn¬ liche Gesellschaft hat ihm dießfalls beigepflichtet, da die erwähnte Schreib¬ gebühr pr. 6 kr., wenn die roopectivon Bezirks - Herrschafts - Inhaber solche zu dem beabsichtigten wohlthätigen Zwecke überlassen wollten, einen nicht gar so unbedeutenden Beitrag für Dienstbothen-Prämien darbicthen würde, weicher, wenn noch daß Stadtgesinde dazu beitragen müßte, aber auch an den Prämien Theil nehmen sollte, um so bedeutender würde. Die Aufbewahrung der von den Bezirken eingegangenen Beträge, sollte von dem Herrn Gesellschafts - Cassier besorgt werden, die Prämien- Beträge - Bestimmung und ihre Vertheilung an verdiente Dienstbothen aber über Vorschlag des permanenten Ausschusses von der Gesellschaft in der Mai-Versammlung erfolgen, und die Vertheilung in der Ernte-Zeit vor- gcnommen werden. Herr Stratil dagegen ist -nicht der Meinung, daß man die 6 kr. Schrcibaebühr dazu verwende, sondern schlägt vor: die dicnstwechseln- dcn Dienstbothen zu besteuern, und hofft daraus nicht nur Diensibolbcn- Pramien, sondern sogar eine Versorgungs^nstalt ins Leben zu rufen. Sl Dieser Vorschlag des Herrn Stratil hat zwar viel Empfehlendes für sich, allein es ist einerseits eben so wahr, daß die Manipulation nach dem Anträge des Herrn Stratil ein Individuum um die Zeit des Dienstbothen- Wechsels sehr, und solches wenigstens 14 Tage jährlich ausschlicßend beschäf¬ tigt werde. Eben so ist es allgemein bekannt, daß ein großer Theil unserer Oberrichter höchst nothdürftig lesen und schreiben kann, folglich nicht so leicht das Dienstbothen - Protokoll führen könnte. Die Angaben der Dienst¬ löhnungen vor dem Oberlichter würden zu neuen Zänckereien Anlaß geben, und zu der Vermuthung stimmen, als besitze der Oberrichter irgend eine Gewalt in Dienstbothen - Beschwerden, was pffenbar bei den bestehenden klaren Vorschriften nicht zuläßig ist; der Dienstherr und Dienstbothe so¬ wohl , wären durch das Erscheinen zum Oberrichter einer neuen Plackerei ausgesetzt, überhaupt ist das Ganze auf ein Strafsystem gegründet, welches, wenn es gehandhabt werden sollte, unzählige Gehäßigkeiten verursachen, und entweder dieses Geschäft nachWillkühr behandelt, oder Erkenntnisse ohne Zahl herbei führen müßte, weil man nimmer mehr zugeben könnte, daß Strafen ohne Erkenntnisse des kompetenten Gerichts verhängt werden dürfen; auch scheint die in Antrag gebrachte Besteuerung mit einem Kreuzer vom Gulden des Dienstbothenlohnes zu drückend. Minder drückend würde es sein, wenn man bei der Abgabe der 6 kr. von Seite des Dienstbothen stehen bliebe, und das Dienstbothen-Patent republiciren ließe; doch könnte, wenn es die hochan¬ sehnliche Gesellschaft für zweckdienlich halten sollte, folgender Satz aufgestellt werden, daß jeder Dienstgeber bei Aufnahme des Dienstbothen sowohl, als auch jeder Dienstnehmer bei seiner Entlassung aus dem Dienste zwei Groschen, d. i. sechs Kreuzer zu Händen der betreffenden Be¬ zirksobrigkeit (die hierüber nach beiliegendem Formulare H. die Vormerkung führen müßte) entrichten sollte. Daß hier sowohl der Dienstgeb-r bei der Aufnahme des Dienstbothen, als Letzterer bei seinem Abschiede in's Mitleiden gezogen werden, geschieht darum, weil durch die Gründung dieses Fonds der Nutzen beiden Theilen gleich zu Statten kommt, welchen ich am Schlüße meines Vortrages darstellen werde. Obgleich Anfangs der Fond im Allgemeinen nicht bedeutend ausfallen könnte, so ist doch sicher zu hoffen, daß mit der Zeit durch freiwillige Bei¬ träge, Vermächtnisse rc. rc. rc., (wenn durch öffentlichen Ausruf mittelst Zeitungsblätter, durch Einwirkung und Vortrag der Geistlichkeit die Stim¬ mung hiezu erwecket würde,) derselbe bedeutend anwachscn könne. Da weder die Stärke des Fonds, noch der aus selben fließende Prämien - Betrag, mit aller Aufzählung der Häuser- und Familicnzahlen auch nur beiläufig im voraus bestimmt werden kann, so wäre meiner unvorgreiflichen Mei¬ nung nach, erst nach Verlauf von einem Jahre, nachdem durch Vorlage und Einsicht der bezirksobrigkeitlichen Vormerkungen und Abschlüsse der 2, kmicui gezogen werden kann, und sich das wahre Verhältniß zeigen wird, die Prämien-Vertheilung vorzunehmen. Der Unterfertigte mit dieser Auseinandersetzung beehrt, hat bei Gele¬ genheit dieses Vortrags alles Weitwendige zu vermeiden gesucht, und sich nur auf eine faßliche, leicht controllirende Methode beschränkt; er wäre demnach der Meinung, daß: s.) Jeder Dienstboth, wessen Geschlechts und Dienst-Charakter er immer ist, so bald er drei volle Jahre in einem Dienste tadellos mit Em¬ pfehlung seines Dienstgebers und Bestätigung von dem Gemeinde- Vorstande, zubringen würde, auf Prämium Anspruch machen könne. b.) Die Prämien wären nur an die gesittetsten, emsigsten, am längsten in einem und dem nämlichen Dienste stehenden Dienstbothen zu vec- theilen. In den drei ersten Jahren, bis der Fond zu mehreren Kräften kommt, sollten die Prämien nur in 5 fl., 10 fl., höchstens 15 fl. bestehen, nach Verlauf der drei Jahre aber wären selbe nie unter 15 fl. und nie über 25 fl. auszuzahlen; auch sollte man nach Verlauf der ersten drei Jahre in der Vertheilung der Prämien strenge sein. Nicht so jetzt im Anfänge, um die Dienstbothen, die von dieser Anstalt noch gar keine Begriffe haben, für solche mehr zu gewinnen. Jeder Dienstgeber ist bei Aufnahme eines Dienstbothen zu sorgen ver¬ bunden, daß der Dienstbothe seinen Aufnahmsschein für diesen Dienst, als auch den Entlaßfchein des vorigen Dienstes beibringe, und hat ohne Zöge¬ rung für den cintretenden Dienstboten 6 kr, an die Bezicksobrigkeit zu erlegen. Der Dienstes-Aufnahmsschein wäre nach dem beiliegenden Formulare L, abzufassen. Bei dem etwaigen Dienstes - Austritt hat ein jedweder Dienstbothe gegen Rückstellung seines Ausnahmsfcheines den Dienstentlaßschein gegen seine Entrichtung pr. 6 kr. nach dem beigebogenen Formulare 6. zu lösen. iteus. Kein Dienstgeber darf bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe einen Dienstbothen, wenn er schon vormals gedient, ohne Dienstesentlaß- schein, hat er aber noch nicht gedient, ohne Aufnahmsschein in seine Dienste nehmen. Die Bezicksobrigkeit ist berufen darüber zu wachen. 2ten§. Die Vertheilung der Prämien hätte auf eine feierliche Act in Gegenwart der Bezirks-Oberbeamten, dgM der Geistlichkeit und Gemeinde- Vorsteher zu geschehen, und zwar am schicklichsten bei dem gewöhnlichen Dienstwechsel, das ist in der Stadt Laibach zu Johanni und Weihnachten, auf dem flachen Lande, wo kein anderer Dicnstbothcnwcchsel gewöhnlich ist, zu Weihnachten, in dem Adelsberger Kreise aber, wo der Dienstboth auf das ganze Georgi-Jahr ausgenommen wird, nämlich zu Georgi. 26 ztens. Die Vormerkungen, deren Formulare in .4. vorgeschrieöcn erscheint, sollte bei der Bezicksobrigkeit zur größeren Controlle gemcindcweis nach dem Haus-Nr. geführt werden. Für die Mühe des sich damit befassenden Beamten, Druckköstcn rc., sollten 10 bis 15 Oft) passirt werden. qtens. Betreffend aber jene Dienstbothcn, welche, da sie zu Hause keinen erweislichen Unterhalt haben, dienstscheu sind, und lieber unanstän¬ dig und elend ihr Leben fortbringcn, sollten selbe nach den bestehenden höchsten Gesetzen körperlich und nie im Gelbe bestraft werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß für diesen Fall, wenn der Fond zur Belohnung für' verdiente Dienstbothen zu Stand gebracht werden sollte, sowohl der Dienstgeber als der Dienstbothe gleichen Vortheil haben werden, denn durch die Belohnung des treuen, emsigen, mehrere Jahre meinem und dem nemlichen Hause dienenden Individua, würde der Dienstgebec dadurch gewinnen, daß er einen in seinem Dienste mehr angewohnten in seinem Willen und Hausgeschäste mehr schicklichen, vertrauten und fleißigem Dienstbothen, der Dienstboth aber an dem Dienstgeber auch einen mehr wohlwollendem gefühlvollern und in billigen Sachen immer mehr nachsich¬ tigem Herrn erhalten werde, wozu ihm noch der besondere Vortheil durch das überkommene Pramium, und der wesentliche Vorschub zu einem an¬ dern oft auch bessern Dienstübertritt zu Statten kommen wird. Durch diese Einrichtung wird sicher der Dienst gewinnen, die Sitten der Dienstbothen werden befördert, und was bei dem Dienstbothen vorzüg¬ lich auf dem Lande bis nun hie und da mangelte, auch in polizeilicher Hinsicht eine bessere Evidenz leichter erreicht und erhalten werden. Post-Nr. Bezirks - Obrigkeit M o u r n a l N e u m a r k t l. zur Vormerkung der Dienstbothen-Zlufnahms - und Entlaß-Gebühr. Zahlt die Anmerkung. Gebühr mit Name n Dorf Namen Sharakter Pfarr Bezirk fl. I kr. I pf Gcbnrts- 0 r t Des Dienst g'ebers Des aufgenommenen oder entlassenen Dienstbothen Anmerkung. Der dem Formular k. des Aufnahmsscheines zurück gebliebene Ausschnitt ist dem Journal Leiznlegcn, so wie bei Entlassung die etwaige» in Händen des Dienstbothen befindlichen Ausschnitte abzunehme», und dem Journale bcizulcgen. 28 L. Kreis Bezirk Dienstaufnahmsschein Für Charakter Dieser ist gebürtig Jahre alt Stand Religion Statur Gesicht Haare Augen Nase Besondere Kennzeichen stehet ein im Dienst bei N. Charakter Wohnort Haus - Nr. Pfarr Gesehen Bezirks-Obrigkeit N. den I.. 8. N. N. Bezirks - Commissär. Zahlt die Gebühr mit 6 kr. Kreis Bezirk Dienstsufnahmsschein Für Charakter Dieser ist gebürtig Jahre alt Stand Religion Statur Gesicht Haare Augen Nase Besondere Kennzeichen stehet ein im Dienst bei N. Charakter Wohnort Haus - Nr. Pfarr Gesehen Bezirks-Obrigkeit N. den I.. 8. N. N. Bezirks-Commissär. Zahlt die Gebühr mit 6 kr. 29 DienstrnilKßfchritt L^ür Charakter Diese ist von Kennzeichen! hat bei dem in Haus-Nr. Pfarr seit bis gedient, und da er (sie) aus erstbemeld- ten Dienst ausgetreten, ist selben (selber) zu seinem (ihrem) ferneren Fort¬ kommen gegenwärtiger Entlaßschein crusgefertiget worden. Von der Bezirks-Obrigkeit N, I-, 8. N. N. Bezirks-Commissär. 30 Beschluß dec Versammlung. Durch Stimmenmehrheit wurde in Erwägung gezogen, daß die Ma¬ nipulation der Gelder, die Evidenzhaltung derselben, die Controll der be- zirksobrigkeitlichen Eingaben und Abfuhren, die Beurtheilung, wem die Prämien gebühren und die wirkliche Auszahlung der Prämien die wichtigen Aufgaben seyen, um welche es sich handelt, und daß insbesondere über den Punct der Auszahlung durch den Weg des Zahlamts sich Schwierigkeiten erheben könnten. Ferners wurde erwogen, daß dieß Geschält, wenn es von allen drei Kreisen bei dem Gesellschafts-Ausschüsse concentriret würde, eine sehr weit¬ schichtige Arbeit werden könnte, um so mehr, als nach §. 5 lit. 6, der Statuten alle Auskünfte der Bezirksobrigkeiten nur mittelst der k. k. Kreis¬ ämter an die Gesellschaft gelangen sollen. Zn Erwägung aller dieser Bedenken hat die Versammlung durch Stim¬ menmehrheit beschlossen, daß höhern Orts bittlich einzuschreiten wäre, die Beurtheilung und Bertheilung der Diensibothen - Prämien bei den k. k. Kreisämtern vornehmen zu lassen, und daß die k. k. Landwirthschafts-Gcsell- schaft dabei durch ihre Mitwirkung nur so zu intervenircn hätte, wie sol¬ ches bei Vertheilung der Hornvieh-Prämien Statt findet. Auch glaubte die anwesende Majorität der Mitglieder bemerken zu sollen, daß die Gesell¬ schaft sich mit dem Bewußtsein begnügen solle, der Institution gemäß, die¬ sen Gegenstand zur Sprache gebracht, und der höheren Beurtheilung Ma¬ terialien und Meinungen vorgelegt zu haben. Eben diese Majorität fügte die Ansicht bei, daß die Kreisämter die Kreiscassen, welche mit den Bezirkscassen in Verbindung stehen, zur Ver¬ fügung und buchhalterische Individuen, welche die Bezirksobrigkcilen revi- diren und controlliren können, zur Verwendung haben, daß sie ferner in unmittelbarer Verbindung mit ihnen stehen, und in der Lage seien, schnell und eingreifend zu wirken, also auch über die größere oder mindere Wür¬ digkeit der Cvmpetenten zu Prämien am leichtesten und bestimmtesten zu urtheilen. V. Vortrag über die Obstbaumzucht des Gesellschafts-Mitglieds Herrn Franz Pierz, Pfarrer zu Petsch, v o m H e rrn J o Han n Nep. H r ad ecz kp. Beauftragt, über den Stand der Obstbaumschulen des Gesellschafts- Mitgliedes Herrn Franz Pierz, Pfarrers zu Petsch, im Bezirke Ponovitsch 31 Relation zu erstatten, um dessen pomologisch» Kenntnisse und angerühmte Thätigkeit zum Besten der Provinz möglichst benützen zu können, hat sich Referent an den Wohnort dieses hochwürdigen Mannes begeben, und wird nun nach eigener Ueberzeugung das bestätigen, was der Ruf von dec An¬ strengung desselben, seinem Vaterlande durch die Obstbaumzucht den mög¬ lichst großen Nutzen zu verschaffen, bereits verbreitet hat. Im Jahre 1819 am Orte seiner Bestimmung angelangt, begann die¬ ser würdige Seelsorger die Stunden seiner Erhohlung schon durch thätiges Wirken für die Obstbaumzucht zu verwenden, und war bemühet, die zu dem Stiftgute dieser Pfarrgült gehörigen Grundstücke Kreutzdorf von wil¬ den Gewächsen zu reinigen, und diese öde Gegend in einen Baumgarten nach dem größten Maaßstabe umzuschaffen. Von jährlich an 1000 Stück veredelten Wildlingen bringen schon über 4000 Stammbäume dort, wo früher nur die Viper brütete, das herrlichste Obst. Dieser seegenreiche Erfolg, und das Bestreben des thätigen Mannes, dem heimischen Boden die möglichste Tragbarkeit abzugewinnen, und durch belehrendes praktisches Beispiel das Wohl seiner Landsleute zu befördern, scheint diesem ehrenwerchen Gefellschafts - Mitglieds zur edlen Leidenschaft geworden zu sein; denn seit drei Jahren sind durch ihn, und die Mitwir¬ kung zweier Gehilfen mehr als 2 1j2 Joch, theils trag-, theils untragba¬ ren Terrains zu Kern-, Edel- und Baumschulen umstaltet worden, auf welchen im vorigen und diesem Jahre 1j2 Metzen Aepfel- und H2 Metzen Birn-Kerne, dann 15, sage fünfzehn Metzen edler Nüssen gcsäet und ge¬ steckt worden sind. Von Erstern sind schon über 100,000 Stück Wildlinge, und eine ungeheure Anzahl der Nüssen im schönsten Wachsthume. Außer diesen stehen schon seit zwei Jahren 12,000 Wildlinge von der Hand des hochgeachteten Mannes und seiner zweien Gehilfen mit Reisern von mehr als 700 Sorten, welche auf seine Kosten vom Auslande beige- schast wurden, hoffnungsvoll da. Aber nicht die unermüdete Thätigkeit dieses so ehrenwerthen Pomolo- gen allein ist so ausgezeichnet, mehr noch ist dessen rastloser Eifer, auch die Liebe zur Obstbaumzucht bei den diesfalls vernachläßigten Landbewoh¬ nern zu erwecken merkwürdig; indem er zur Zeit der Arbeir in den Pflanz- und Veredlungsschulen, umrungen von den Insassen seines Psarrortes, der Jugend praktischen Unterricht ertheilt, und den Grundbesitzern mit beispiel¬ loser Uneigennützigkeit die hoffnungsvollsten Setzlinge unentgeltlich übergibt, und so für die Zukunft einen Zweig der Landwirthschaft dergestalt beför¬ dert, daß die wohlthätigcn Folgen seines Wirkens ein mächtiges Schutzmit¬ tel gegen drückenden Mangel bei mißlungener Getreideernte bleiben wird. 32 Diese wohltätige Wirkung bemüht sich der Herr Pfarrer wohl auch außer dem Bereich seines Bezirks durch die Vcrtheilung einer bedeutenden Menge von Setzlingen an seine Nachbarn und Freunde zu verbreiten, wie eben dermal bei 300 Stücke zur Kronhöhe erwachsene edle Aepfelbäum- chen von SO Sorten und beinahe eben so viele Nußbäumchen abzugcben sind, Zn der Ueberzeuqung endlich, daß es dem krainerischen Landmanne, an einem seinen Versiandeskräftcn und seinen Localverhältnissen angemesse¬ nen Lchcbuche fehlt, welches in der, im gemeinen Leben verständlichen Sprache der Krainer geschrieben sein sollte, hat sich dieses würdige Mit¬ glied auch entschlossen, ein pomologisches Werk zu Stands zu bringen, und demselben folgenden Titel zu geben: Ivrajnkki vsrlnar, ui poüvuriiünjs c>!> kratkim valiko kaclnik ckra^ velir Laracliti, jiir s repmjenjsm mnsgo poskluktniti , ino verte Ic valikimu priüir saksckiti. Der krainerische Gärtner, oder Unterricht, in kurzer Zeit viele FruchtbLumchen zu erziehen, sie auf verschiedene Arc zu veredeln, und in die Gärten zum großen Nutzen zu bepflanzen. Bei diesem Buche 20 dis 25 Bogen stark, wird von deutschen pomo- logischen Büchern nur jenes benützt werden, was mit den vieljährigen prac- tischen Erfahrungen des Herrn Verfassers mit Berücksichtigung auf die kli¬ matischen und örtlichen Verhältnisse Krains vollkommen übereinstimmt. Uebrigens hat Referent vorzubringen, daß der Herr Verfasser dieses Lehrbuches Willens ist, sein Operat, weil er sich seit der ehrenvollen Auf¬ nahme in die löbliche k. k. Lattdwirthschafts - Gesellschaft im Bereiche seines Wirkungskreises für Landwirthschafts - Gegenstände nicht mehr isolirt be¬ trachtet, der löbl. Gesellschaft zur freien Disposition zu offeriren, wenn löblich dieselbe solches anzunehmen würdig erkennen wollte. Referent enthält sich jeder weitern Bemerkung über das edle Anek- biethen des hochgeachteten Gesellschafts-Mitgliedes, weil es ohnehin dem permanenten Ausschüsse seiner Zeit obliegen wird, den Werth dieses Buches genau zu würdigen, und hierüber der hochansehnlichcn Versammlung dis Relation zu erstatten, ehe über den erforderlichen Aufwand für die Auflage desselben, und den anzuhoffenden Absatz berathen wird; aber im Hinblicks auf die erprobten Kenntnisse des Herrn Verfassers gestützt, und somit die Nützlichkeit dieses Werkes anerkennend, dringt sich dem permanenten Aus¬ schüsse die Nothwendigkeit auf, an solche Mittel zu denken, welche geeignet wären, die möglichste Verbreitung dieses Weckes bei den geringsten Kosten zu bewirken, indem auf einen großen, baares Geld einbringenden Absatz desselben nicht wohl zu rechnen ist. Referent ist der Meinung, daß die Verkündigung dieses Werkes durch eine angemessene, für das Landvolk verfaßte Vorrede zweckdienlich, und di« Einrückung derselben am Schluffe des krainerischen Kalenders, ? rat, Ku ge- 3S genannt, vollkommen entsprechend war«, indem eine größere Verbreitung der Nachricht dieser Ausgabe nicht wohl möglich ist. Von der krmilen wird jährlich eine ungeheure Menge Exemplarien ge¬ druckt, sie sind natürlich nur für die Provinz Krain anwendbar, und somit befindet sich im Vergleiche der Population dieser Provinz in jeder Familie der Grundbesitzer wenigstens ein Stück im Gebrauche, weil die Zahl der Grundsteuer-Contribuenten kleiner, als die der gedruckten kratilea ist. Auf diesem Wege gelangt jeder Landmann unentgeltlich zur Kenntniß des Buches, und damit er den Gehalt desselben kennen lerne, wurde der Verfasser um die Redaction einer Anrede ersucht, die geeignet wäre, den erwünschten Zweck zu bewirken, um in die krntilcs des künftigen Jahres, (weil dermal schon die meisten Exemplarien gebunden sind,) eingeschaltet zu werden. Diesem Ansuchen hat das würdige Mitglied entsprochen, und hat dem permanenten Ausschüsse das anliegende Manuscript: Ogovsr na uia ierain- 26, in« (usodno Lacija perjatio. (Anrede an alle Krainer, und besonders an alle Obstsreundc) eingesendet, in welchem das Landvolk nach einer reli¬ giösen Anwendung über die Pflicht die wilden Obstsorten zu veredeln, be¬ lehrt und unterrichtet wird, wie der Nutzen der Baumzucht zu erreichen, wie dieäHindcrnisse gegen denselben zu besiegen sind. Am Schlüsse wird das erwähnte Buch angekündet, und versprochen, daß hievon fo r t se tzu ng S w c i f< in dem jährlichen Bauern-Kalender (krotilca) ein zweckmäßiger Aufsatz folgen werbe. Bei dem Umstande, daß über die Zweckmäßigkeit des angekündeten va¬ terländischen Werkes sowohl, als über die vorgeschlagene Verbreitungsart des¬ selben sich wenige Einsprüche ergeben dürften, und in der Voraussetzung, daß auch diese Anrede vorläufig der genauen Beachtung des permanenten Ausschusses unterzogen werden wird, ehe es an die Zensursbehörde zur Druckbeförderung gelangt, glaubt man die hochansehnliche Versammlung UM die Berathung bitten zu müssen, ob der Verlag des " angekündeten Buches: liwajullci Vorlnsr in Beziehung seiner lanöeswirthschaftlichen Nützlichkeit, auf Kosten der Gesellschaft Unbedingt, oder über vorläufige Pränumeration zu übernehmen sei, und ob die Ankündigung dieses Werkes in dem Bauern-Kalender auf Kosten der Gesellschaft zu gesche¬ hen habe. Die Ankündigung dieses für den krainerischen Landmann so nützlichen Werkes dürfte wohl in der kratilca des nächstfolgenden Jahres auf Kosten der hochanschnlichen Gesellschaft, und zwar um so leichter für Rechnung der löblichen k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft erfolgen, als ohnehin mit dem Buchdrucker Herrn v. Kleinmapr das Einverständniß besteht, jährlich in dem Kalender der Landwirthschafts-Gesellschaft eine Beilage von einem Annalen ter k, k. LandwirtfgchaftSa. in Laik-ach. Z 34 Bogen unentgeltlich aufzunehmen, und es dann glcichgiltig sein dürfte, ob diese Verbindlichkeit mit dem deutschen oder krainerischen Kalender in Er¬ füllung kommt, wenn nur dem b. §, der Statuten lit. d entsprochen wird. Ja es dürfte vielleicht für die kcainerifche k. k. Landwirlhschasts-Gesellschaft zweckdienlicher werden, die erforderlichen Aufsatze zur Berichtigung der Jrr- thümer und zur Verbesserung der Mängel vaterländischer Landwirthschast zeitweise in der Landessprache zu liefern. Für die Auflage des Werkes selbst aber scheint dec Pränumerations¬ weg der vorzüglichere zu fein, indem der löblichen k. k. Landwirthschasts- Gesellschaft nach Ansicht des Pränumerations-Antrages eben keine bedeu¬ tenden Summen des Gesellschafts-Vermögens zur Disposition stehen, wahrend dem die Subscription sehr ergiebig sein wird, sobald sich die Herrn Gesell¬ schafts-Mitglieder bemühen wollen, solche in dem Bereiche ihres Wohnor¬ tes oder ihrer Amtswirksamkeit besorgen zu wollen. Beliebe daher die hochansehnliche Versammlung dem permanenten Aus¬ schüsse die Weisung zu crtheilcn, welche Modalität zur Verbreitung dieses gemeinnützigen Werkes gewählt wird. Beschluß der Versammlung. Der Verlag des angckündeten Buches Ivussnlki Vertnar, soll mittelst Pränumeration erfolgen. Zugleich wurde aber auch dec Gesellschafts-Ausschuß angegangen, die ThäUgkeit dieses Pomologen dem hohen Gubecnium mit der Bitte anzu- rühmen, daß Hochdasselbc geruhen wolle, dessen Eifer und thätigeBemühun¬ gen in Veredlung des Obstes durch das vaterländische Zeitungsblatt zur all¬ gemeinen Kenntniß bringen zu lassen. >1. Relation über die Obstveredlung am Muster Hofe, von Herrn Jos. E. v. Vest. In der vorjährigen allgemeinen Versammlung vom nämlichen Tage hat diese hochansehnliche Gesellschaft zur Anschaffung von Zwergbäumen edler Aepfel - und Birnsorten, dann Pfirsichen, Pflaumen und Sauerkirschen, endlich von Pfropfreisern verschiedener Tafelsorten des Kernobstes diesem per¬ manenten Ausschüsse eine Auslage von 100 fl. bewilliget. Welche Sorten sowohl von der einen, als der andern Gattung dafür von der Central-Obstbaumschule der k. k. steiermärkischen Landwirthschafts- Gcsellschaft erkauft worden, thut daS (angebogene) Namens - Verzeichniß dar» 35 Summarisch sind an Zwergbäumchen: An Pfropfreisern. Loo Aepfel- und Ivo Birn-Gattungen, von welch Letzter« unter Lei¬ tung des Herrn Johann Thomschitz und Franz Franzhizh, Theologen des 2"" Jahres, welche beide die Landwicthschaftslehre schon in früher» Jah- „ Ullepitsch Carl, aus der Physik; „ Viditz Mathias, aus dem 4ssn Jah^-x der Theologie; Zhuk Franz, detto detto » Bidmar Matthäus, detto detto „ Ziegler Ignaz, detto detto- Da nun Referent dieses im vergangenen Frühjahr krank darnieder lag, so war die Bereitwilligkeit und der Eifer der Herrn Thomfchitz und Fran-- 36 zhizh das Veredlungsgeschäft zu besorgen, um so schätzbarer, und verdient allerdings anerkannt zu werden. Referent erlaubt sich daher, diese beiden, wovon Ersterer bereits als Kaplan in Selzach angestellt ist, Letzterer aber, da er das gesetzliche Alter zur Empsangung der heiligen Weihen noch nicht erreicht hat, hier diesen Zeitpunkt erwartet, dem Wohlwollen dieser hochansehnlichen Gesellschaft zu empfehlen, und für selbe eine ehrende Auszeichnung zu erbitten. Von den vorerwähnten Zwergbäumchen, die in diesem Frühjahre ge¬ setzt wurden, hat das Apfelstämmchen Nr. 910, Grüner Fürstcnapfel ge¬ nannt, zwei Früchte gebracht, wovon eine vor der Reifezeit absiel, die an¬ dere aber dem permanenten Ausschüße vorgelcgt wurde. Die im Jahre 1827 veredelten 658 Stück Kernobststämmchen sind in diesem Frühjahre an Pfähle gebunden worden, und haben größtentheils eine Höhe von sechs Schuhen erreicht, daher sie auch im kommenden Früh¬ jahr 1829 zur Kron geschnitten, und im Frühjahr 1850 als «ersetzbare Bäume verkauft werden können. Die Anlage von hochstämmigen Kernobstbäumen außer dem Garten, wovon im Berichte vom 20. November 1827 Erwähnung geschehen, ist in diesem Frühjahre durch zwei Reihen vermehrt worden, welche 19 Stück Bäumchen enthalten, und mit den vorjährigen 11 Stücken 30 Stämme geben, im Laufe dieses Monats ist die vierte Reihe, welche 6 Stücke Bäu¬ me aufnehmen wird, ausgehoben, und die hiezu erforderliche Erde vorberei¬ tet worden. Im mehr erwähnten Vortrage der vorjährigen allgemeinen Herbstver¬ sammlung hat der permanente Ausschuß die Bitte an diese hohe Gesellschaft gestellt, daß die Herrn Mitglieder derselben zur vollen Besetzung des Gar¬ tens auf dem dieser Gesellschaft zustehenden Pollanahof gefälligst Fruchk- sträucher, deren sie in ihren Gärten gewiß mehrere ausgewählte Gattungen besitzen, beitragen wollten; die Sträucher, welche sich ganz besonders hiezu eigneten, sind: Itcns. Johannisbeeren: ».) schwarze Johannisbeere, Gichtbeerc; b.) die schwarze Johannisbeere mit maculirtcm Blatt; a.) die schwarze virginische Johannisbeere; st.) große holländische rothe Johannisbeere; a.) große holländische weiße Johannisbeere; k.) fleischfarbe oder blaßrothe Champagner Johannisbeere; g) pcrlfärbige Johannisbeere. ytens. Stachelbeeren: a. ) weiße Garten - Stachelbeere; b. ) rothe oder braunrothe Garten-Stachelbeere. 37 Da ihre Gattungen zu zahlreich sind, so gestattet der Raum ihre Aus¬ zahlung nicht. Feigen staub en: a.) die weiße Feige; b>.) die violette Feige; c.) die Birnfcige. uffns. Mispeln: a.) die große Gartenmispel; k. ) die Mispel ohne Kern. ztens. Himbeeren: ->.) rothe Himbeere; b>.) weiße Himbeere; и. ) gelbe Himbeere; ri.) englischer zweimal tragender weißer Himbeernstrauch; o.) englischer zweimal tragender rother Himbeernstrauch; l. ) nordamcrikanische schwarze Himbeere; 8-) wohlriechende Himbeere. Sk-ns. Hassel niissen: a.) die hallische Riesennuß; t> ) dis längliche Riesennuß; c.) die große runde spanische Nuß; 7 o r t r ä g über die"zwei neuen Methoden edler Obstbaumpflanzungen der Herrn Hugo Grafen von Salm, und Feldmarschall-Lieute¬ nant Baron Koller, von Herrn Joseph E. v. Best. Herr Hugo Altgraf zu Salm, dem die Gesellschaft unterm I. Juli d. I. daS Diplom als Ehrenmitglied zusandte, hatte die Güte nebst sei¬ nem Danke, unterm 28. August d. I. einen bloß auf Erfahrung gegrün¬ deten Aufsatz über eine schnelle und sichere Fortpflanzung der Obstbä'ume einzusenden. Daß die edlen Obstsorten bei uns nicht einheimisch sind, und somit und besonders aus wärmeren Klimaten abstammen, ist allgemein bekannt, und ist die Ursache, warum der edle Obstbaum sich nicht durch Reiser oder Stecklinge ohne besondere Vorrichtungen, selbst nicht durch Samen in sei¬ ner Gattung, so wie manche andere Holzarten fortpflanzen läßt, und wir genö'thiget sind, um die Obstfrüchte in ihrer natürlichen Güte zu erlangen, einen Wildstamm mit einem edlen Reis zu verbinden. So manche Versuche aus einem Zweige oder Ast eines edlen Baumes einem gleichen erwachsen zu machen, hat verschiedene Völker auf verschiedene Versahrungsweiscn geführt, und hievon ist eine die vom Herrn Altgrafen von Salm abgchandelte, hier anliegende sogenannte chinesische Fortpflan- zungswcise der Bäume. Der Herr Graf spricht hier aus Erfahrung, und zeigt genau die Be¬ dingungen und die Behandlungsweise, unter welcher allein die Fortsetzung edler Obstbä'ume sowohl, als jene der Wälder gelingen kann, und hat si'ch durch diese seine gütige Mittheilung den wärmsten Dank dieser hohen Gesell¬ schaft erworben. Eine andere Mctbode, die die ökonomisch - patriotische Gesellschaft in Prag, als vom Herrn Feldmarschall-Lieukenant Freiherrn von Koller beschrie¬ ben , vor einigen Jahren mikgekheilt hat, ist die Fortpflanzungsweise der edlen Obstbä'ume auf der Insel Malta. Man nimmt dort eine Kartoffel, macht in selbe ein Loch, das genau so groß, als das edle Reis, welches man in selbes stecken will, sein muß, und sollte dec Raum des Loches durch das Reis oder den Zweig nicht genau aus- gefüllt sein, so zerdrückt man diebeiVerfertigungdes Loches hcrausgenommene Kartoffel-Substanz, und verschmiert mit selber jede Leffnung, dann wird das Reis sammt der Kartoffel in die Erde gesetzt. Die immer gleiche Feuchtigkeit, welche den Zweig an seinem untern Ende umgibt, macht, daß alldort die Wurzeln ausgetrieben werden, die Karloffelaugen hingegen verlängern sich und bilden sich nach und nach zu Kar- 5l toffelstöcken, die man aber lm ersten Jahre, da man sonst die am edlen Zweig hervorgetriebenen Würzelchen zu sehr erschüttern, oder gar zerreißen würde, welches das Zugrundegehen des edlen Bäumchens zur Folge hätte, nicht aus der Erde nimmt, wohl aber im zweiten Jahr, da nun die Wur¬ zeln des jungen Bäumchens hinlänglich erstarket sind. Bemerkungen d e S Herrn Hugo Altg rasen Salm, über die chinesische Fort¬ pflanzung der Bäume. Die chinesische Fortpflanzungsweife der Bäume, deren Aeste man zwingt in einer sie umgebenden feuchten Erbmasse, Wurzeln zu schlagen, worauf sie vom Mutterstamme abgesagt, und als selbstständige Bäume weiter versetzt werden, ist seit der Zeit, wo uns die ^cla llesnitorum und Outialcls damit bekannt machten, bis zu den neuesten Zeiten herab, so oft schon beschrieben und besprochen worden, daß es vollkommen übcrflüßig sein würde, über die Methode selbst, und ihre Vortheile das bereits Gesagte zu wiedcrhohlcn. Weit wichtiger hingegen dürfte es fein, die Bedingungen anzuführcn, unter welchen allein der Erfolg den gespanntesten Erwartungen sicher entsprechen wird, spie dieses wiederholte Erfahrungen gelehrt haben. itens. Man suche jedesmal so viel als möglich , eine Erde zu der Erb¬ masse zu nehmen, in welcher der Ableger wurzeln soll, der dem Boden ähn¬ lich sei, in welchem der Baum selbst steht. Diesen Boden verbessere man durch eine mäßige Beimischung einer gu¬ ten schwarzen Walderde. Mehreren Erfahrungen zu Folge, hat sich seine schwarze lockere fruchtbare Erde, die sich in Kalkgebirgen so häufig zwischen den Steinklippen und verwesten Pflanzentheilen erzeugt, vorsindet, als die¬ jenige bewiesen, die durchgängig die besten Dienste leistet, sie hält die Feuch¬ tigkeit gut an sich, verhindert das Zusammenballen der Erdtheile, welches den zarten Wurzelfäserchen so nachtheilig ist, und läßt demnach Räume genug offen, um die belebende Wirkung der Luft nicht zu sehr auszufchlief- sen. Es ist wesentlich diese Erde von allen Steinen gut zu befreien, und ebenso wesentlich, daß sie vor dem Gebrauch nie ganz austrockne, sondern daß sie in ihrem natürlichen Zustande so viel als möglich erhalten werde, von allen Regenwürmern und Jnsecten-Larven befreit sei. ztcns. Die Hülle, mit welcher man den Zweig umgibt, soll nicht von Metall sein, theils weil jedes Oryd das Pflanzenleben vergiftet, theils weil es die nolhige Einwirkung der Luft zu sehr abhä'lt. Wo die Zweige so nahe an der Erde sind, daß die Hülle, oder die Kugel, in welcher die Wurzeln treiben sollen, auf der Erde liegen kann, gibt es gar nichts bes- 4» 32 stres, als recht eng geflochtene Halbkugeln von dünnen Weiden, die man der Dauer wegen entweder mit den äußerst wohlfeil zu bekommenden schmie¬ rigen Satz der Oehlfässer, oder aber mit vollkommen sauerfreien Theer oder Wagenschmier anstrcichen kann, letzterer Anstrich muß aber vor dem Ge¬ brauch so weit in das Holz eingetrockner sein, daß er ja nicht mehr an den Fingern klebe. Da die Holzsäure eines der stärksten acuten Gifte ist, wel¬ che das Pflanzenleben zu tobten vermögen, so gebiethet in diesem Falle die Vorsicht, Theer oder Wagenschmier so lange mit Wasser zu waschen, bis das Waschwasser das Lackmus-Papier nicht mehr röthet. Nicht zu stark gebrannte Gefäße von Thon sind ebenfalls güt, nur müssen diese an den Seiten hin und her kleine Löcher bekommen. Das allerbeste sind freilich die Kokosnußschalen, diese sind aber bei uns nicht so wohlfeil zu haben, daß sich ihr Gebrauch je auszahlen könnte. Für die Aeste, die sehr hoch in der Lust sind, oder die keine starken Stüz- Zen erhalten können, kann man gut ausgetrocknete, in Oehl getränkte Kür- bisschasen nehmen» Sollten diese anfangen morsch zu werden und zu faulen, ehe noch die Erfahrung (welche für jeden Ort, jedes Klima indivi¬ duell bleibt,) ein hinreichender Wurzelansatz erwartet werden konnte, so um¬ gibt man die locker werdende Kürbisschale mit einem Lappen, der mit ge- theertem Bindfaden gut befestiget wird. ztens. Z)a auch ohne Unterbinden des Zweiges der Wurzelanfatz Statt fin¬ det, so ist dieses nicht absolut nethwendig, es befördert jedoch den Wurzelansatz. Noch besser ist es, einen sehr leichten, ja nicht tief verwun¬ denden Rindenrundfchnitt zu machen. Mit Erstaunen wird man sehen, wie sich die Würzelchen gleich einem Kranz an diesem anfetzen, besonders, wenn dieser noch mit der Ligatur verbunden wurde. qte.ns. Das immerwährende Feuchthalten ist ein wesentliches Erforder¬ niß. Fehlerhaft ist die Methode, das Wasser aus einem höhern Gefäß tropfenweis herunter tröpfeln zu lassen, es geschieht dann wohl, daß der Wind die Tropfen verweht, dfc Pallen vertrocknet, oder was eben so wich¬ tig ist, daß er nicht gleichförmig befeuchtet wird. Am besten ist es, von dem hoher liegenden Wassergefäße durch einige wollene Lumpen, die man gegen das Austrockncn bedecken kann, das Wasser (nach der Harrröhrchen Theorie) in den Erdbällen hinen zu leiten. Die tauglichste Vorrichtung dazu, gibt ein Bischer; Ueberiegung überall an Ort und Stelle am zweck¬ mäßigsten von selbst an die Hand. Regenwasser in die Dewässerungsge- fäße gegeben, wirkt gm kräftigsten. Nie, und in keinem Falle aber darf die Feuchtigkeit den Zweig unmittelbar berühren, das Mißlingen, oder noch¬ malige Verderben des bereits vom Mutterstamme getrennten Zweiges rührt größtentheils von Vernachlaßigung dieser Vorsicht her. zteno. Die Natur überwindet wohl Hindernisse, pnd im geringen Grade SS wirken diese oft gleich Neitzmitteln, die die Natur zu einer verdoppelten Anstrengung der Kräfte vermögen, nur muß der, der Natur zugcsügte Zwang nicht zu groß sein, und wenn gleich bei einigen Bäumen unter sehr günstigen Umständen dec Versuch gelang, so vermeide man doch so viel wie möglich, die Zweige unter die waagrechte Stellung zu bringen. Der Trieb der Natur treibt die Wurzel in die Tiefe, und nicht in die Höhe, daher wähle man so viel möglich senkrecht, oder schiesstehende Zweige, etwa unter einem Winkel von 45 Graden, so daß die Wurzelchen sich mehr hecabsenken, als daß sie herauf zu steigen genöthiget würden. ßtens. Welche Zweige hiezu am tauglichsten sind, wird jeder Pomolog, jeder, der überhaupt nur das Baumschneiden versteht, selbst am besten be- urtheilen können. Bei Nadelhölzern wählt man die allcrüppigsten, bei Obst¬ sorten, bei denen die gleiche edle Art ohne weiteres Pfropfen hergepflanzt werden soll, wählt man die edelsten Fruchtzweige. Von einem sogenannten Wasserschuß erhält man zwar auch wieder einen Baum, aber nicht den Ver¬ langten. Ohne zwar noch eigene Erfahrungen darüber gemacht zu haben, dürste ich aus der Analogie vcrmutben, daß jene Zweige, an denen ein Jahr vorher Herrn Hempels Kceisschnitt mit Erfolg angebracht wurde, auch am besten zur nochmaligen Umwandlung in selbstständige Bäume taugen dürften. 7te»s. Die Zeit dieser Operation vorzunehmen, bleibt der erste und zweite Saftlrieb der Bäume; so wie aber der Erstere nicht überall im März, und der Letztere um Johanni Statt findet, so muß man sich auch Nicht nach dem Kalender, sondern dem jeden Klima, jeder Ortslage eigen- thümlichen Safteintritte richten. Mir ist die Operation zu allen Zeiten ge¬ lungen, auch öfters mißlungen, ehe mannigfaltigere Erfahrungen mich auf die oben angeführten wesentlichen Bedingungen des Gelingens geführt hatten. gt-ns. HZ versteht sich von selbst, daß, wenn der Wind den Ast, der der Operation unterworfen wurde, viel hin - und hecschlenkern, die Erd¬ kugel an Nebengegenstände anschlagen kann, kein Gedeihen zu erwarten sei- gt-ns. Mas endlich das Vekhaltniß der Erdmassen zu dem Zweig be¬ trifft, so habe ich gesunden, daß bei einem halbzölligen Zweig eine 9" Erd¬ masse vollkommen hinreiche, bei einem 2" Zweige hingegen (stärkere Zweige soll man kaum nehmen,) eine 16" Masse auch noch vollkommen genüge. Dickere Erdklumpen kann man höchstens bei Zweigen anwenden, die auf der Erde liegen, beträchtlich dünnere trocknen zu leicht aus, und pflan¬ zen zu schnell die Temperatur-Veränderungen bis an den Mittelpunct fort, wo der Vegetations-Prozeß des Wurzelansatzes Statt hat, welcher derglei¬ chen rumultuarische Veränderungen nicht liebt. Eben darum ist ein leichter Schirm, der die brennenden Mittagsstrahlen abhält, ohne jedoch der war¬ men Lust den Zugang abzuschneidcn, unter manchen Umständen rathsam, 54 zum Beispiele: bei Baumen, die an Mauereinbügen, an Felswänden, oder in einigen Thälern stehen. Ein Nachtfrost, der eine, wenn auch noch so dünne Eisrinde um den Erdklumpen und den hineingesteckten Zweig zieht, hat mir noch jedesmal den Erfolg zerstört. igtens. Uebec die Zeit des Trennens vom Mutterstamme läßt sich gar nichts Bestimmtes sagen, weil dieses lediglich von der Vegetations-Kraft des Individuums sowohl, als von den anderen klimatischen Einflüssen ab- hängt; in jedem Fall aber soll das Absagen mit einer sehr scharfen feinen Laubsäge Statt finden, welche immerwährend mit Oehl so bestrichen werden muß, daß in keinem Fall Eisen-Oryd, auf den runden Stumps komme. Diesen verklebte ich meistens mit Baumwachs, halte dieß aber nicht für unentbehrlich. Gut ist es, einen oder mehrere Probezweige so zu behan¬ deln, an denen man dann den Fortgang des Wurzelansatzes für einen gros¬ sen Raum beurtheilen kann, an denen nicht viel liegt, wenn sie im Wur¬ zelansatze gestört werden, die aber einen guten Wachsthummesser für die übrigen Zweige gewähren. 11ss,"s. Ist der Erdklumpen in ein Geflechte von Weidenruthen gehüllt, so versenke man ihn ja mit diesen ohne weiteres Antasten in die Erde, man wird dann noch nach mehreren Jahren sich des Vortheils erfreuen kön¬ nen, den Baum mit feiner halb verfaulten Hülle, durch welches sich die Würzelchen unzartig durchgeschlängelt haben werden, mit Leichtigkeit versetzen zu können. Hat man eine andere Hülle gewählt, so ist die größte Sorgfalt nöthig, daß der Erdklumpen ja nirgend wo von dem zu versetzenden, zum Bäum¬ chen gewordenen Zweige, abfalle. Die hier künstlich erzwungenen Wurzelchen vertragen im Anfänge weit weniger, als die gewöhnlichen Saugwurzeln zn versetzender Bäume, die sich zuweilen gar arge Mißhandlungen gefallen lassen müssen. Bei Lerchenbäu¬ men pflegte ich immer einen leichten Einschnitt zu machen; mit der Tanne, Fichte und Föhre, ist es mir jedesmal mißlungen. Die sogenannte Schwarzföhre und Cypresse sollen sich nicht nach mei¬ ner eigenen, aber nach den Erfahrungen eines Bekannten von mir, eben¬ falls nach dieser Weise gut fortpflanzen lassen. X. Rechnung« - Willarr;, pro 1828, UNd Präliminare, pro 1829. Der allgemeinen Versammlung wurde statutenmäßig die Jahres-Rechnung pro 182», von welcher die Billanz hier nachfolgt, und das Präliminare pro 1829, zur Prüfung und Genehmigung vorgelegc. P-st weniger mehr 22 r^4 io8 An 3v3)4 lv2I 3oi 7 22 29 2 -44 3 '2-44 64 26 62 5cr 36 4 6 4 roa 7 r5o r5o 3-38 54-44 7 >54 >62 -7-44 5« 565 2664 44'44 Summa »er Empfang« . 3-Zo fl. 1, 244 kr. Oeconom Radoni Hrn. Zahlmei^ ster Schrei II2g 3ol Präliminirt wurde 4 s disponiblen Cassa-Rest Mit Anfang des ZahrcS . . - Pachtzinsen von eigenthiimlichen Realitäten .... Zinsen von eigenthiimlichen Kapitalien jährlichen Beiträgen aus öffentlichen Fonds zurück zu erhaltenden Vorschüssen . ausserordentlich verschiedenen Beiträgen Rückvergütungen der aus dem Honorar Les Herrn Secre- tärs zu leistenden Abzüge 43 >600 43 1600 Mithin gegen -aS Präli¬ minar Aus der Verrechnung des Empfänge Rechnung der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Krain seit 1. November 1827 bishin 1828. ff. i kr. j ff. > kr. fl. I kr. t ff. i kr. fl. I kr. Post-Nr. 36 Ausgaben 1 S 3 5 7 8 9 10 11 12 Auf landesfürstliche und grundobrigkeitliche Gaben . . . . „ Miethzinfe, Besitzung und Beleuchtung ..... „ Honorar des Herrn Secretärs . .... . . . . „ Druckschriften, Schreib-Materialien und Porto . . . . „ Unterstützung landwirthschastlicher Versuche und Unterhaltung derlei Anlagen „ Beischaffung nützlicher Zeitschriften, Bücher, Modelle und Saa- mereien ............... „ Unterstützung der provisorischen Cultur ...... » rückständige Zahlungen . „ verschiedene Auslagen ........... „ Nückverg-ütungen ............ „ wieder einzubringende Vorschüsse ........ „ Abfuhren ins Museum ........... Besonders die Cassa-Stämpel Summa der Auslagen . . Wenn von dem Empfange . . Die Ausgaben mit ............. abgezogen werden, so verbleiben mit Ende Oktober 1828, annoch baar 37 * Psst-Mr. 58 V r 8 l i für das Berwal s disponiblen Cassarest mit Anfang des Jahres . An 1 2 3 jährlichen Beiträgen aus öffentlichen Fonds 4 » zurück erhaltenen Vorschüssen . 5 6 außerordentlichen Empfängen » Summa der Empfänge Pachtzinsen von eigenthümlichen Realitäten . Zinsen von eigenthümlichen Eapitalicn . . Werden die Erfordernisse des Jahres 1829 von den zur Bedeckung derselben ausgewicsenen Em¬ pfänge abgezogen mit ....... Sv wird sich mit Ende des Verwaltungsjahres 1829 noch ein barer Cassarest zeigen mit » . Dieser Präliminar-Antrag wird nach Vorschrift des Z8. §. der höchsten Orts angeordneten Statuten in der allgemeinen Ver¬ sammlung am 20. November 1828 genehmiget. Laibach am nämlichen Tage, Empfänge Post-Nr. 5!) m i n a r e tun g s - Jahr 1829. Ausgaben Geldbetrag st. Ikr.Idl. i Auf landesfürstliche und grundherrliche Gaben . 2 5 4 5 6 7 8 9 ,, Miethzinse, Beheitzung und Beleuchtung des Gesellschafts-Bureau ...... „ Honorar des Secretärs ...... „ Kanzleibedürfnisse „ Unterstützung fürLandwirthfchafts-Versuche und Unterhaltung solcher Anlagen .... „ Beischaffung nützlicher Zeitschriften, Bücher, Modelle und Sämereien „ Beförderung der Provinzial-Cultur in allen ihren Theilen „ rückständige Zahlungen ...... » verschiedene Auslagen ...... Summa der Auslagen . . Laibach am 20. November 1828. 93 35 400 134 300 400 600 102 102 6tt Beschluß der Versammlung. Die Rechnung wurde, so wie das Präliminäre durch eine Commission geprüft, und sodann wurden Beide von der allgemeinen Versammlung ein¬ stimmig genehmiget. xi. Ver ; e ichniß der eingegangenen Geschenke und der gcmachten Ankäufe. Herr Christoph Liebich in Prag, zwei Hefte seines Werkes: der auf¬ merksame Forstmann. Das k. k. Eubernium, ein Exemplar des Provinzial-Schematismus. XII. Wahl neuer Mitglieder und eines Ausschuß-Mit¬ gliedes. Durch Mehrheit der Stimmen wurde Herr von Zaruba, k. k. Kreis¬ forst-Commissär in Laibach, zum Ausschußmitgliebe gewählt. Zu Ehrenmitgliedern wurden gewählt. Herr Anton Leonardis, Bischof in Triest. Herr Rudolph Graf von Morzin in Prag. Jahrgang 182S^ 6l) Beschluß der Versammlung. Die Rechnung wurde, so wie das Präliminäre durch eine Commission geprüft, und sodann wurden Beide von der allgemeinen Versammlung ein¬ stimmig genehmiget. XI. Verzeichnis d e r ein gegangen en Geschenke und der gemachten Ankäufe. Herr Christoph Liebich in Prag, zwei Hefte seines Werkes: der auf¬ merksame Forstmann. Das k. k. Eubernium, ein Exemplar des Provinzial-Schematismus. XII. Wahl neuer Mitglieder und eines Ausschuß-Mit¬ gliedes. Durch Mehrheit der Stimmen wurde Herr von Zaruba, k. k. Kreis¬ forst-Commissär in Laibach, zum Ausschußmitgliede gewählt. Zu Ehrenmitgliedern wurden gewählt. Herr Anton Leonardis, Bischof in Triest. Herr Rudolph Graf von Morzin in Prag. JahvLSNS 182 s. -z' 7-7 ' '' Vroto c o l l. ^-ufgenommen in der allgemeinen Versammlung der k. k. krainerischen Landwirthschafts-Gesellschaft zu Laibach am 2. Mai 1829, unter dem Vor¬ sitze ihres Protectors Sr. Excellenz des Herrn Landes - Gouverneurs und Präsidenten der Herren Stände, Joseph Camillo Freiherr» von Schmidburg. Anmerkung. Der Herr Präsident der Gesellschaft, Frastz Graf. v. Hochenwart, wurde durch einen am 25. April 1829 erhaltenen allerhöchsten Auftrag, sich nach Dalmatien zu verfügen, verhindert, dieser allgemeinen Versammlung beizuwohnen. Anwesende Gesellschaftsmitglicder; Herr Anton v. Scheuchenstuel. „ Ferdinand Graf v. Aichelburg. >, Joseph Freiherr v. Flödnig. „ Andreas Zettel. ,, Matthäus Petermannr » Vincenz Dietrich. Joseph Dietrich „ Aloyö Urbantschitschr Franz Pirz. ,, Bernard Kogl. „ Caspar Candutsch. j, Leopold v. Strastnih ,, I. F. Wagner. ,, Franz Metelko. ,, Andreas Mallitsch. » Johann Nep. Ucbantschitsch. „ Florian Webers. „ Joseph Obresa. „ Joseph Repeschitfch. „ Benedikt v. Fradeneck. „ Otto Graf Barbo. Annalen der k k. Landwirthschaftsg. j„ raikach. 2 Herr Vincenz Freiherr v. Schweiger. „ Joseph Graf Thurn. „ I. H. Stratil. » Ignaz Kissovitz. „ Georg Ratschiksch. - ,i Maximilian Sinn. „ I>a Anton Pober. „ Matthäus Pichs. „ Franz Ullepitsch. „ Franz Lav. v. Andrioli. » Ignaz Fayenz. „ Lucas Burger, Domherr. „ Johann Nep. Vestel. „ Joseph Seunig. „ Mathias Mullei. „ Andreas Rudesch. Johann Kersnik. „ I. Galle. „ Carl Lehmann. „ Paul Jellouscheg, Oberrichter im Bezirke Prem. „ Hermann Schanda. „ Johann v. Zaruba. „ Joseph v. Vest. „ Johann Schnedih, Gubernial-Rath und Protomedicus. „ Johann Nep. Hradeczky. ,, Johann v. Gandin. „ Franz Lav. Langus. Programm über die vorkommenden Gegenstände, als: §. I. Einleitung mittelst eines Präsidial-Vortrages. Z. II. Administrationsbericht über die von dem permanenten Ausschüsse seit der letzten allgemeinen Congregation in Len monatlichen Sitzungen bcrathe- nen, und darnach erledigten Gegenstände. Vorgetragen vom Herrn Schanda. 3 m. Ueber die Entstehung, Beurbarung und Kultur der Moraste im All¬ gemeinen, mit Beziehung auf den Laibacher Morast. Vorgetragen vom Herrn v. Vest. §. IV. Ermunterung! a.) die in unfern Wäldern wachsenden Eichbäume näher zu untersuchen, in so ferne sie zum Schiffsbau geeignet wären, und l>.) neue Anlagen für Schiffsbauhölzer zu machen. V. Ueber die im abgewichenen Jahre in der Provinz Krain und in dem Villacher Kreise Statt gefundenen Veredlung der Obstbäumc. Vorgetragen vom Herrn v. Zaruba. §. VI. Relation über die von dem dießseitigen Mitgliede, Herrn Bürgermei¬ ster, Johann H r a d e c z ky, auf dem übernommenen Morastantheil Volar bis nun bewirkte Urbarmachung. Vorgetragen vom Herrn Bürgermeister. VII. Bericht über die in dem l. I. zu treffenden Einleitungen und vorzu¬ nehmenden Versuche auf den der Gesellschaft zustehenden Pollanahofe. Vorgetragen vom Herrn v. Vest. §. VIII. Relation über die von dem dießseitigen Mitgliede, Herrn Gubernial- Rath und Protomedicus I)s; Anton Jeun iker in Triest, der Gesell¬ schaft verehrten beiden Stücke, einen Bock und eine Ziege von Angora. ix. Ueber die wechselseitige Brandschaden-Versicherungs-Anstalt in Stei¬ ermark und Illyrien. Vorgetragen vom Herrn v. Zaruba. §. X. Betreffend die Auflage des ersten Bandes der Gesellschafts- Annalen. §. XI. Verzeichniß über die eingegangenen Geschenke und gemachten Ankäufe für die Gesellschaft und für das vaterländische Museum. Vorgetragen vom Herrn v. Gan bin. §. XII. Vortrag über die zu wählenden neuen Mitglieder. §. XIII. Wahl eines neuen Ausschußmitgliedcs, statt des krankheitshalber auS- trcten wollenden Herrn Zenker. I' 4 I. Präfivisl Vertrag, welcher in Abwesenheit des H er ri^ P rä si d e n t e n von dem Gesell- schastsmitgliede Herrn Johann Nep. Hradeczky vorgele¬ sen wurde. Ein neues öconomisches Merkchen, unter dem Titel: „Beaston neues Ackerbau - System ohne Dünger, Pflug und Bra¬ che", übersetzt von Haumann, Ilmenau t828, mit zwei Kupfern, be¬ schäftiget jetzt die ökonomische Welt, um so schnell als möglich das, was für unv wider dieses neue System bemerkt wurde, an das Tageslicht zu fördern. Ich habe es demnach gleich in meine, der bochansehnlichcn Gesell¬ schaft zum Gebrauche gewidmeten Bibliothek angeschafft, und glaube die heu¬ tige allgemeine Versammlung mit Erwähnung dieses Merkchens anfangen zu müssen. Ich wünsche, daß Sie es ganz vorurtheilsstei lesen wollen. Ich em¬ pfehle Ihnen selbes nicht in der Absicht, damit Sie die darin vorkommen¬ den Anempfehlungen als vortheilhaft sogleich nachahmen sollten. Ich weiß gar wohl, daß bei uns der Dünger noch immer in so mindern Preise stehe, und so leicht zu haben sey, daß die vom Herrn Beaston vorgeschlagenen Brennöfen für Thoncrdc, das dazu unentbehrliche Holz, die Zu- und Ab¬ führung des Thönes zum Ofen und auf das Feld gewiß doppelt so hoch zu stehen kommen würde. Allein, wenn Sie das übrigens kleine Büchelchen lesen werden, ss werden sich Ideen und Betrachtungen entwickeln, die Ihren Forschungsgeist angenehm aufregen werden, und Sie werden mit Vergnügen bemerken, daß in diesem Ackersystem« das Feuer eine Hauptrolle spiele. Ich bin weit entfernt jede Neuerung für empsehlenswerth zu halten, noch entfernter jede Neuerung als solche gleich zu verwerfen, und als un¬ anwendbar zu erklären, daher kann ich diesem neuen Systeme meinen Bei¬ fall, meine auf Gründen basirte Zustimmung noch nicht geben; aber ich er¬ kenne in selben zwei Grundwahrheiten der natürlichen Befruchtung: das Feuer und die bis in die kleinsten Theilchen wirkende oftmalige Auflockerung des Bodens, welche hier als vorzüglich wirkende Ursachen erscheinen. Nur mit Berücksichtigung dieser zwei Wahrheiten muß ich Ihnen ge¬ stehen, habe ich dieses Büchclchen mit Vergnügen gelesen. Ich Eünsche nicht daß der in seinen Vernunftschlüssen beschränkte Landmann von einem Buche etwas erfahre, aus welchem man lernen könnte ohne Dünger und Pflug den Acker zu bestellen. Er wird sich das Buch nicht anschaffen, aber " wird sich dem ihm zusagenden Gefühle die Arbeit zu meiden überlassen, 5 und a!S wahr annehmen, daß ein Ucker ohne Düngerund Pflug einen gu- reu Ertrag liefern könne, uns den Ucker verwildern lassen. Der Dünger, dieses in der ganzen Natur, Wirkung, Leben und Frucht¬ barkeit erregende Mittel, bleibt unentbehrlich, und wer die täglich in der Natur sich'ergebenden Zersetzungen und die auflebenden Kräfte, die aus'die- sen großen oder kleinen Düngermassen sich entwickeln, betrachtet, wer die chemischen Prozesse der Natur mit vorurtheilsfreiem Auge zergliedert, muß bekennen, daß ohne Dünger die Vegetabilien nicht wachsen, nicht Früchte tragen können. Wollte man nach Herrn Beaston den gebrannten Thon als Dünger oder als düngende Kraft überall anwenden und anpreisen, so würde cs nock- viel strengere Prüfungen als Herr Beaston angestellet hat, erfordern. So wahr nun dieses ist, eben so wahr ist es anderseits, daß wir noch viel zu wenig die düngenden und die den Wachsthum fördernden Kräfte, welche in der Natur sich befinden , kennen; ein Grund mehr, warum wir Herrn Bca- ston's Wcrkchen unsere Aufmerksamkeit schenken sollten, denn würde seiner Behauptung nach im gebrannten Thone wirklich eine solche allgemein dün¬ gende Kraft liegen, daß sie überall mit bestem Erfolge angewendet werden könne, weil er auf die Beschaffenheit des Bodens keine besondere Rücksicht zu nehmen scheint, so ist cs eben so möglich, daß durch Lesen und fleißi¬ ges Nachdenken einem aus Ihnen meine Herren, es glücke, eine noch nütz¬ lichere und noch gründlichere Verbesserung auszumitteln und dadurch der ge¬ stammten Menschheit nützlich zu werden. Daß dec Thon in kleine Häufchen, unter welche Holzspäne und Reisig geschlichtet sind, gebraucht werde, und zum Theil durch das Anzünden verbrenne, ist in Irland und England schon lan¬ ge im Gebrauche, wie in dem Buche: s comjckeat bock-- nk Iiushanckr--, I,onckon 1756 , im ersten und fünften Theile beschrieben wird. Eben so ist cs bekannt, daß der so gebrannte Th3n für die Weingär¬ ten von entschiedenem Nutzen sey. Die Verfasser dieses Werkes führen da¬ bei an, daß aus der Fruchtbarkeit des in Stücke verwandelten Kleyes deut¬ lich erhelle, daß keineswegs die Substanzen dieser Erde dem Wachsthume der Gewächse schädlich seyen, sondern bloß die ungemeine Dichtigkeit und Zähigkeit derselben. Nun kann aber nichts die Dichtigkeit des Kleyes so gut brechen als Feuer, und daher ist das Brennen zu diesem Zwecke angewen¬ det worden. Das Feuer nimmt alle Zähigkeit des Kleyes weg, und in die¬ sem verbrannten Zustande ist er eine vortreffliche Düngung für lose und trockene Koriilander, indem er leicht bricht, und sich in kurzer Zeit völlig mit dem Boden mischt. Daraus scheint nun Herr Beaston sein neues Acker¬ system genommen zu haben. Was Herr Beaston von Beseitigung des Pfluges sagt, scheint mir ein frommer Wunsch zu seyn, da ich bis jetzt kein besseres Instrument als den 6 Pflug, selbst Beaston's Schneidemesser nicht ausgenommen, kenne, indem der Pflug nicht allein die Ackerkrume durchschneidet, sondern auch selbe um- lvendet, und dadurch ganz der Berührung der Atmosphäre aussetzet. Ich zweifle gar nicht, daß so wie alles sich verbessert, mit der Zeit auch ein ver¬ besserter Pflug erfunden werden wird, aber daß Herrn Beaston's Schneide» Messer dieses verbesserte Instrument noch nicht sey, bin ich überzeugt. Was Beaston's Rath, keine Brache zu halten, betrifft, so ist diese iy Krain schon seit undenklichen Jahren abgestellct, da wir höchstens im Herbste die Aeckcr brach legen, um sie mit den ersten Strahlen der Morgensonne mit Körnerfrüchten zu besäen, oder etwas später um das Heidekorn anzu¬ bauen, oder man stürzet die Acker gleich nach abgefchnittcner Winterfrucht und läßt sie sogestalt brach liegen, um sie im September wieder mit Win¬ tergetreide zu besäen. Eine einjährige Brache wird von allen unfern, selbst Unwissendsten Bauern, fstr unsinnige Verschwendung gehalten, und ist nir¬ gend im Gebrauche. Ich übergehe nun, meine Herren zur Beantwortung einiger in diesem Systeme mir zugekommenen Briefe verehrter Mitglieder, die ich anderwei¬ tiger dringender Geschäfte wegen nicht beantworten konnte. Verschiedene aus Ihnen wünschen eine Abänderung der Gesellschafts- Statuten. Diesen muß ich erwiedcrn, daß zwar hie und da eine Abände¬ rung wünschenswerth scheine, daß aber ohne Bexathung in der allgemeinen Versammlung nichts beschlossen, nichts der höheren Sanckion unterzogen wer; den könne. Ich ersuche daher jene verehrten Herren Mitglieder, welche Ab¬ änderungen wünschen, selbe nicht jm Allgemeinen anzudeuten, sondern jene Statuten-Absätze, welche sie abgeändert wünschen, individuel auszuzeichnen, die Texlirung, die sie für zweckmäßig halten, zugleich zu entwerfen, die Gründe, aus welchen sie diese Abänderung wünschen, beizufügen, und an den permanenten Ausschuß zu senden, der gewiß alle einlangenden Vorschlä¬ ge in Erwägung ziehen, und das Ganze der künftigen allgemeinen Ver¬ sammlung vorlegen wird. Jenen Herren Mitgliedern aber, welche auf Erweiterung des Wirkungs¬ kreises der Gesellschaft antragcn, muß ich jetzt schon meine Ansicht eröffnen, um unnütze Schreibereien zu vermeiden, da ich aus den vorhergehenden Ausschußsitzungen die Ueberzeugung habe, daß der permanente Ausschuß glei¬ che Gesinnungen mit mir hege. Die Landwirthschafts-Gescllschaft ist eine rein wissenschaftliche Versamm¬ lung, sie beschäftige sich mit Theorie oder Praxis. Sie ist eingesetzt nm in ihrem Fache zu kerathen, zu versuchen, zu belehren und die Versuche An¬ derer mit kritischem Ange zu beurtheilcn, und da unser Vaterland Natur- und Kunstmerkwürdigkeiten aller Art besitzet, so dehnt sie sich auch dahin aus, dieselben zu beschreiben und zur allgemeinen Kenntniß zu bringt». Al- 7 les dieses kann die Gesellschaft ganz füglich in den Schranken, welche ihr vorgezeichnet sind, bewirken. Daß es dem permanenten Ausschüsse und nur damit Ernst sey, und Niemand diese Schranken übersteigen wolle, haben wir in der allgemeinen Versammlung des Monates November v. I. durch den Vortrag wegen den Dienstbothen - Prämien faktisch bewiesen, wo sich die Gesellschaft in eine weitwendige Debatte, wie die Dienstbothen - Prä¬ mien bestimmt und vertheilt werden sollen, zwar eingcl'assen, dann aber das Ganze dem hohen Gubernio unterlegt hat, um die Ausführung durch die betreffenden löbl. Kreisämter bewirken zu lassen, weil sie sich überzeugt hält, daß fernere Einmengungen ihren durch die Statuten beschränkten Wirkungs¬ kreis überschreiten. Ein weiterer Vorschlag Ist mir theils mündlich, theils schriftlich ge¬ wacht worden, in mehreren Theilen Krains Filial-Versammlungen zu er¬ richten, Hierauf muß Ich Ihnen vorläufig eröffnen, daß cs mir scheine, die Gesellschaft sei) einerseits noch nicht zahlreich genug, andererseits unser Va¬ terland zu klein; und da die meisten Landwirthe zu den zwei Hauptmärk- len erscheinen, so können sie füglich ein Paar Stunden ihren Geschäften abbrechcn um unfern General-Versammlungen beizuwohnen, und in dieser Frist alles in dem Zeiträume von sechs Monaten hergefallene Wissenswür¬ dige sich anzueignen. Es scheint mir sonach nicht nothwcndig diesen Gegen¬ stand vor eine hochansehnliche allgemeine Versammlung bringen zu lassen. Meine Büchersammlung hat sich in den verflossenen Monaten wieder vermehrt. Ich mache Sie dabei auf „lLnupp k'oinologia" mit herrlich illuminirken Kupfern in b'olio, und auf das kostbare Werk: „Bertuchs Gar¬ ten-Magazin" mit illuminirten Kupfern, aufmerksam. Es wäre überflüßig Sie abermals zu ermuntern, fleißigen Gebrauch davon zu machen, da ich mit wahrem Vergnügen vernehme, daß Sie das Neueste in der Landwirthschaftskunde sich aneignen. Ich darf daher die Hoff¬ nung nähren, auch bald ihre Geistesproducte in den allgemeinen Versamm¬ lungen vortragen zu hören. Se. kaiserliche Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Earl haben mir acht Hefte der vom Herrn Ritter v. Witt mann zu Denglaz Erscheinen¬ den landwirthschaftlichen Hefte zustellcn lassen, um .selbe dieser hochansehn¬ lichen Gesellschaft zu überliefern. Dieses Geschenk ist eine Folge der Erkun¬ digungen, welche Se. kaiserliche Hoheit über die um Laibach mit so glück¬ lichem Erfolge begonnenen Morastaustrocknungen einzuziehen geruhte. Da nun diese Hefte die Grundzüge der riesenhaften Austrocknungen, welche Se. kaiserliche Hoheit auf Ihren ungarischen Besitzungen bewirkten, enthalten, so en.,.and dadurch der Wunsch dieses hochverehrten Erzherzoges n> höchst dessen eigenen gnädigsten Ausdrücken, daß unsere Gesellschaft in 8 diesen Heften etwas finden möge, was ihre Ansichten von Morastaustrock? nung berichtigen, ihre Beschlüsse leiten, und sie von Mißgriffen bewahren möge. Ich habe nicht ermangelt, Sr. kaiserl. königl. Hoheit den unter- thänigsten Dank des permanenten Ausschusses zu Füssen zu legen, und bin überzeugt, daß Sie alle meine Herren, von den dankbarsten Gefühlen für einen so erlauchten und gnädigsten Prinzen durchdrungen sind, Höchstwelcher Sich unseres Vaterlandes zu erinnern, und zu unserer Ausbildung silbst mitzuwirken geruhet. Unser geehrtes Mitglied, der k. ?. Rath Herr Joseph Arnold v. Le Wenau, hat mir eine von ihm gemachte Beantwortung der ökonomi¬ schen Preisfrage der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues, welche in der Brünner Zeitung vom 24. Jänner 1829 eingeschaltet war, zu dem Ende übergeben, damit die hochansehnliche Gesellschaft dieselbe ein¬ sehe und beurtheilen möge. Indem ich diesem Wunsche entspreche, lade ich die verehrten Mitglieder ein, selbe in dem Gesellschafts-Bureau einsehen zu wollen. Ich habe gehofft Ihnen Bericht über die im Vorwinter gemachte Saat des Heikens, wovon ich in der allgemeinen Versammlung des Monates No¬ vember v. I. Erwähnung machte, erstatten zu können. Der große Schnee, der in dem Winter siel, und die lange anhaltende Kalte, haben jedoch alle Vegetation verzögert, und somit muß ich den Bericht über die mit der Win¬ tersaat des Heidens gemachten Versuche bis zur heurigen November-Ver¬ sammlung verschieben. Ich schmeichle mir, daß die heurige Versammlung Ihnen angenehmen und lehrreichen Stoff zum Nachdenken und zu Versuchen geben werde, und hoffe, daß Sie den permanenten Ausschuß durch Einsendung Ihrer Ausar¬ beitungen in die angenehme Lage versetzen werden, unsere künftige Versamm¬ lung eben so schön ausstatten zu können. Ich hege diese Hoffnung mit ei¬ nem so freudigerem Gemüthe, als wir das Glück haben, unter einem wohl¬ wollenden Gubernium zu stehen, dessen Glieder unsere Versammlungen mit ihrer Gegenwart erfreuen, und dessen hoher Vorsteher zugleich das Ptvtec- torat über unsere Gesellschaft mit so vieler Umsicht und Liebe für unser Va¬ terland verbindet. II. Avministrations - Wericht, vorgetragen von dem Edsellschaftsmitgliede Herrn Hermann Sch and a. Gegenstänve: Bienenzucht. In der zehnten allgemeinen Versammlung am 2. Mai 1827 hat der 9 permanente Ausschuß den Vortrag erstattet, baß, da in dem neunzehnten Hefte der Verhandlungen und Aufsätze der k. k. Landwirthschafts - Gesell¬ schaft in Steiermark, Seite 62, vorkömmt, daß zur Beförderung der Bie¬ nenzucht in Steiermark Se. Majestät der Kaiser mit a. h. Entschließung vom 15. November 1825 allerhuldreichst zu bewilligen geruhet haben, daß nach dem allerunterthänigsien Anträge der dortigen Landwirthschafts - Ge¬ sellschaft Geldprämien für ausgezeichnete Bienenzüchter in Steiermark jährlich ausgesetzt, und der hiezu erforderliche Betrag pr. 590 fl. M. M.jaus dem steier¬ märkisch-ständischen Domesticalfpnde bestritten werden dürfe, so glaubte der permanente Ausschuß sich verpflichtet, die hochansehnliche Gesellschaft aufdie Beförderung dieses Kulturzweiges auch in Kram aufmerksam zu machen, und bei dem Umstande, daß Krain im Verhältniß seiner Größe und seiner geo¬ graphischen Lage in der Pflege der Bienen der Steiermark nicht nachsteht, um die Ermächtigung zu bitten, diese a. h. Gnade im geeigneten Wege ebenfalls ansprechcn zu dürfen, um durch Aussetzung von Prämien die in der Pflege dieser nützlichen Insekten herrschenden Gebrechen zum Wohl,des einzelnen. so wie des gejammten Vaterlandes zu beseitigen. In Folge des erfolgten dießfälligen Beschlusses hat sich auch der Aus¬ schuß an die hohe Landesstelle mit der geziemenden Bitte verwendet, aller¬ höchsten Orts hochgeneigtest einschrciten zu wollen, damit auch in Krain, so wie in Steiermark, Gallizien, Mähren und Schlesien Prämien für aus¬ gezeichnete Bienenzüchter, und zwar unter den nämlichen Modalitäten und Bedingungen a. g. bewilliget werden mögen. Diese Bitte wurde mit der herabgelangten hohen Gubernial - Verord¬ nung vom a. December 1828, Zahl 26765, dahin erlediget, daß die hohe Hofkanzlei unterm 20. November 1828, Zahl 26665, zu erinnern geruhet habe, daß, nachdem die Stände Krams keinen eigenen Domesticalfond ha¬ ben, und ihre Dotation aus dem Staatsschätze erhalten, und eben so auch die kä'rntnerischen Stände bei Unzulänglichkeit des Domesticalfondes das De: ficit an ihren jährlichen Erfordernissen aus dem Staatsschätze überkommen müssen, der begutachtete Antrag wegen Festsetzring von Prämien zur Beför¬ derung der Bienenzucht in den beiden Provinzen Kärnten und Krain bei Sr. Majestät nicht unterstützt werden könne. Bei diesen Verhältnissen wäre also diese hohe Eröffnung lediglich zur Wissenschaft zu nehmen, zugleich aber werden die Herren Mitglieder dec hochansehnlichen Gesellschaft ersucht, in diesem Gegenstände gefälligst Ihre An¬ sichten an den Ausschuß einsenden zu wollen, auf welche Art dieser Kulturs¬ zweig von Seite der Gesellschaft einer Verbesserung unterzogen werden könne. Bezeichnung der Schafe. Herr Hugo Altgraf zu Salm, Mitglied dieser Gesellschaft, hat clüc>. ro Wien vom 10. December 1828, über die dauerhafte Bezeichnung jedes ein¬ zelnen Individuums der Herden spanischer Schafe der Gesellschaft die Be¬ schreibung mitgetheilt, welche alle Vortheils für sich haben dürfte, um die Schafe leicht, dauernd und wohlfeil zu bezeichnen. (Das Modell wird vor¬ gewiesen.) aä 1.) Befinden sich Ohrgehänge von dem bekannten leichtflüssigen Ro- se'schen Metall (aus acht Theilen Wißmukh, fünf Theilen Zinn und drei Theilen Blei); diese sind hart, können daher in einem kleinen Schneideei¬ sen zu Schrauben geschnitten, und so verschraubt werden, sie sind leicht und man kann Tausende in hölzerne Modelle gießen,,ohne daß der Modell ver¬ brenne, da die Hitze des kochenden Wassers hinreicht, diese Metallmischunq zu schmelzen, aber sie sind spröde und das Ausschraubcn und Abfallen ist möglich. ack 2.) Liegen dieselben Ohrgehänge vor von Blei, ft: sind etwas we¬ niger schwerer, aber durch einen Einschnitt mit einer kurzen Schnur in den Zapfen, wie das vorliegende Musterzeigt, so zu ^festigen, daß nur eine starke Gewalt, die das Ohr selbst beschädigen müßte, und dieß absichtlich an¬ gewandt , sie von dem Ohr zu trennen vermochte. Bei diesen Ohrgehängen ist aber die Verfertigung etwas mühsam, man muß zu dem Gießen derselben mehrere hölzerne Formen haben, da diese von der großen Hitze des fließenden Bleies mehr angegriffen, leicht verbren¬ nen. Metallene Gießformen helfen diesem Uebel ab, nur sind sie kostspielig und nicht überall zu bekommen. Gedachter Herr Graf fand, daß das Gewicht noch immer zu groß sey, daher er auf eine dritte Weife verfiel, die Bleigehänge zu machen, wodurch deren Gewicht noch vermindert, und dennoch eine gleich deutliche Bezeich¬ nung erzielt würde, wie solches der vorliegende Gußform darthut, deren man bei Blei mehrere haben muß. Die Nummern werden mittelst stählernen Punzen, ehe man die Blei¬ blättchen einmacht, aufgeschlagen, wo mehrere Schäfereien auf einer Herr¬ schaft liegen, kommt noch der diese bezeichnende Buchstab dazu. Eine we¬ sentliche wohl zu beachtende Vorsichtsmaßregel bleibt es, den Durchschlag mit¬ telst welchen das Ohr des Schafes gelocht wird, stets etwas großer zu ma¬ chen, als der mittlere Bleidorn eigentlich erforderte, damit die Seitenwän¬ de des Ohrloches nie gedrückt werden, daher man auch die Blättchen ja nicht früher einhängen darf, ehe die Wunde vollkommen vernarbt ist. Auch bleibt es besser, das Loch mehr gegen die Spitze hin, als gegen die Wurzel des Ohrs zu schlagen, die Blättchen, deren ober» Ringe etwas klei¬ ner sind, sind so leicht, daß sie das Ohr des Thieres in keiner Bewegung hemmen. Herr Graf ließ diese Blättchen bei einem Landdrechsler machen , der 11 für das Tausend 56 fl. W. W. erhielt, eine so geringe Ausgabe, baß sie mit dem dadurch erlangten Vortheile in gar keinem Verhältniß steht. Der Ausschuß hat hierüber an den gedachten Herrn Grafen seinen leb¬ haften Dank ausgesprochen, und bringt dieses der hochansehnlichen Gesell¬ schaft mit dem Beisatze zur Kenntnis, damit jene Herren Mitglieder, wel¬ che sich mit der Schafzucht abgeben, hievon den gehörigen Gebrauch machen mögcn- Bcweg liehe geruchlose Senkgruben. Die hohe vereinte Hofkanzlei hat das von der General-Unternehmung der beweglichen geruchlosen Senkgruben und der plötzlichen Düngcrbereitung vorgckommene Einschreiten, wegen Einführung der beweglichen geruchlosen Senkapparate in der Hochderfclben unterstehenden öffentlichen und Fondsge- bäudcn, wie dies ingleichcn von Seite des k. k. Hofkriegsrathes rücksichtlich der unterstehenden Militärgebäude geschehen ist, der gebetenen Berücksichti¬ gung zu würdigen, und nach gepflogener Rücksprache mit der hohen allge¬ meinen Hofkammer zu beschließen geruhet, die Baudirectionen durch die be¬ treffenden Länderstellen dahin anweisen zu lassen, bei jedem neuen die da¬ hin unterstehenden Fonds betreffenden Civilbaue, oder bei allfälligem Zu¬ grundegehen der bestehenden Aborte in genaue Uebcrlcgung zu nehmen, in wie ferne mit Vortheil des Aerars oder des Fonves von diesen Senkappara¬ ten Gebrauch gemacht werden könne. Aus diesem Anlasse hat die hohe Landesstelle mit Verordnung vom 19. December 1828, Nr, 27879, über ausdrückliches Ansuchen der besagten Ge¬ neral-Unternehmung der Landwirthschafts - Gesellschaft ein gedrucktes Exem¬ plar der dießfälligen geniehauptämtlichen Bauinstruction vom 31. October 1827 , und zugleich die Uebersichtstabelle der bar und ratenweise zahlbaren Abonnementspreise bei derlei Apparaten-Aufstellungen zu Wien, und in den Provinzen der Monarchie, womit die hierländige Baudirection schon früher betheilt worden ist, mit dem Beifügen zur Einsicht und Wissenschaft, dann geeigneter weitern Bekanntgebung zugefertiget, daß die technischen Localbe¬ hörden zur Beseitigung weitläufiger Verhandlungen und Vermeidung aller Anstände bei vorkommenden Fällen von Anträgen zu Apparatsaufstellungen, um jede Verzögerung in Betreff dec auszumittlenden Preise hintanzuhalten, und die für das Aerar oder den betreffenden Fond thunlichst zu crzwecken, dem Ersparnisse herbcizufübren, vorläufig sich mit der Dircction der Gene¬ ral-Unternehmung, deren Amtslocalitäten sich in Wien, Hauszabl 785, in der Wollzeile, befinden, durch Mittheilung der dießfälligen Pläne und der hierauf Bezug nehmenden Kostenanschläge in das Einvernehmen sehen können, wie dieß auch faktisch von Seite der technischen Militärbehörden bezüglich auf die Militärgebäude beachtet wird. 12 Nachdem die Landwirthschafts-Gesellschaft keine derlei Gebäude besitzt, in welchen diese Apparate angebracht werden könnten, so glaubte der Aus¬ schuß lediglich sowohl die Instruction über die Einführung dieses Apparates als auch die Uebersichtstabelle der dießfälllgen Abonnementspreife zur Kennt- niß der hochanfehnlichen Versammlung bringen zu sollen, damit nach Gefällig¬ keit der allfällige Gebrauch gemacht werden möge. Bienen - Verführung. Herr Franz Pichs, k. k. Bezirksrichter in Adelsberg, Mitglied der Gesellschaft, hat eine juridisch-politische Abhandlung über die Freiheit des Wienenverkehrs in den österreichischen Ländern eingeliefcrt. Der permanente Ausschuß hat die Gründe des Herrn Pichs über den freien Zug der Bienenstöcke von einem Orte zu dem andern, welche derselbe sowohl aus dem allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuche als aus dem Rechte aufstellt, ganz überwiegend gefunden, um im geeigneten Wege die Ansichten an die hohe Gefetzgebungs-Hofcommission zu bringen. Indessen, da Herr Freiherr v. Ehrenfels in Wien, von dem wir im Laufe dieses Jahres ein Buch über die Bienenzucht zu erwarten haben, ebenfalls über so manche durch Vorurtheil und bösen Willen veranlaßte Be¬ schränkungen der Aufnahme dieser so nützlichen Hausinfekten klagt, und im zweiten Theil des besagten Werkes einen vorläufigen Auszug seiner Noti¬ zen zu geben verspricht, die er sich über derlei praktische Fälle gemacht, und welche er der k. k. Gefetzgebungs - Hofcommiffion übergeben hat, so erach¬ tete der Ausschuß diesen Gegenstand einstweilen in der Evidenz zu erhalten, weil sich vielleicht die hohe Gefetzgebungs - Hofcommission bestimmt finden dürfte, ein auf Naturlehre basirtes, reines, sanctionirtes Bienenrecht für Oesterreich herauszugeben. Benützung des Terrains des verlassenen Flußbettes am Baron Codellischen Grunde. Das hohe Landes - Gubernium hat mit Verordnung vom °28. Jänner l. I-, Zahl 1905, eine Abschrift des Berichtes der Baudirection zugeferti- get, aus welcher zu ersehen ist, daß es sich um die Lösung der Frage han¬ delt, wie der Terrain des verlassenen Laibacher Flußbettes in der Gegend des neuen Durchstiches nutzbringend verwendet werden könne, und zugleich aufgetragen diesen Terrain durch Sachkündige aus ibren Mitteln untersu¬ chen zu lassen, dann die Anträge zu dessen Benützung, so wie die ausführ¬ liche Beschreibung dieses Grundtheiles, der Erdart derselben, anzuzeigen. In Befolgung dessen bat sich der Ausschuß am 28. März an Ort und Stelle begeben, um die vom hohen Gubernium abgeheischtc Beschreibung i3 bes TerraincS aufzunehmen , und die für solchen paffende Kulturart festzu¬ setzen, wobei sich folgende Resultate gezeigt haben. Las mit Schotter ungefüllte Flußbett ist zwar, wie die k. k. Baudi- rection in ihrem Bericht an das hohe Gubernium anführt, mit der von der Oberfläche des neuen Durchstichs zur Seite gelegten Dammerde planirt worden, jedoch muß erwähnt werden, daß zwei Beurbarungsarbeiten vor, oder mit dec Planirung zugleich hätten geschehen können. 1«cns. Sickert durch den bei dem Schloße Thurn unter Laibach neu an¬ gelegten Damme, von dem jenseits des Dammes befindlichen Teiche, be¬ sonders an einer Stelle das Wasser stark durch, und verursachet, daß ein Theil des zur Kultur bestimmten Terrains immer mit stehenden faulen Was¬ ser, in welches sich Dumpspflanzen einnisten werden, erfüllt sevn wird, die¬ sem in jeder Rücksicht nicht unbeträchtlichen Uebelstand dürfte durch Anlage einer gestampften fußdicken Schlicht Thon, am Damme abgeholfen werden. 2"ns. Befindet sich im Flußbette selbst eine vielleicht schon durch Jahr¬ hunderte angeschwcmmke kleine Insel, deren Bodenart nach der äußern Flä¬ che zu urtheilen, feuchter seiner Sand ist, welcher die Eigenschaft, die Feuch¬ tigkeit an sich zu hallen, immer beibehält, und sich vorzüglich zur Verbrei¬ tung über die ganze zur Kultur bestimmte Fläche aus folgenden Gründen eignet: s.) bewahret er den grobkörnigen Sandboden, aus welchen hier die eigent¬ liche Dammerde besteht, die zum Pflanzenwachsthum so nolhwendige mäßige Feuchtigkeit; si.) vermehret er die Schlichte der ackerbaren Krüme, die nach genauer Untersuchung an manchen Stellen kaum 2 Zoll beträgt. Da die, von den neuen Durchstich abgehobene, und in dem mit Schot¬ ter ausgefüllten alten Flußbett zur Planirung verwendete Dammerde, grob¬ körniger lehmiger Sand ist, der die Eigenschaft besitzt, der Luft von allen Seiten zugänglich zu seyn, dadurch aber leicht zu sehr austrocknct, und die in ihm befindlichen pflanzennährenden Theile (Humus) in beständiger Wech¬ selwirkung mit selber so auflöslich gemacht werden, daß sie ohne, daß eine derlei Dammerde bebauet oder mit Pflanzen besetzt wäre, in Gasformen daraus entweichen, und das Erdgemenge humusarm zurücklaffen, so glaubt man bei diesem Zustande des Bodens, daß durch die genaueste chemische Analyse nicht mehr als 1 0)0 Humus auf 100 Theile aus solchen erhalten werden könne. Diese Erhebungen und Ansichten des permanenten Ausschusses dürften dem hohen Landes - Gubernium mit dem Beisatze zur weitern Verfügung cinberichtet werden, daß diese Bodenart, d. i. die dünne Schlichte des grob¬ körnigen lehmigen Sandes, die im mehrbssagten alten Flußbett über den 14 Schotter verbreitet ist, sich unter folgenden Bedingungen zum Wiesenbau eignet: 1. ) wenn vorerwähnte zwei Bcurbarungsarbeiten vorangegangen sind; 2. ) wenn die zu kultivirende Fläche wenigstens mit der halben Düngung, d. i. mit 150 Ecntner auf 1 niederöstcrr. Joch versehen wird; 3. ) wenn Grassamen von bekannt guten trockenen Wiesen mit einer pas¬ senden Sommerfrucht, z. B. Hafer ausgesäct, letztere, wenn sie Körner ansetzen will, abgemä'het und frisch verfüttert oder zu Heu gedöttet wird; q.) endlich wenn nach geschehener Saat alle jene Hindernisse auf der Ober¬ fläche des Bodens, die dem Wachsthume der Pflanzen und ihrer Ernte entgegenstehcn, z. B. Unkraut, Wurzeln, Steine u. dgl. entfernt, und der Terrain mit einer hinlänglich schweren cplinderförmigen Wal¬ ze überfahren wird. Obstbaumzucht des Herrn Pfarrers zu Petsch, Franz Pitz. Ueber die Obstbaumzucht des Gesellschaftsmitgliedes, Herrn Franz Pirz, Pfarrer in Petsch, hat der Ausschuß schon in der letzten allgemeinen Versammlung Relation erstattet, wobei man ermächtiget wurde, die Tätig¬ keit des Herrn Pfarrers auch zur Kenntniß des hohen Landesgubcrniums zu bringen. In Erledigung des dießfälligen Berichtes geruhete das hohe Gubernium mit Verordnung vom 2. Jänner 1829, Zahl 29146, der Gesellschaft zu erin¬ nern, daß nachdem die mit diesem Berichte angezeigte Thätigkeit des Pfar¬ rers zu Petsch, Franz Pirz, in Emporbringung der Obstkultur immerhin eine öffentliche Anerkennung verdient, man dieses lhätige uneigennützige Wirken des genannten Seelsorgers nicht nur durch eine eigene, Bekanntma¬ chung in der Landeszeitung zur öffentlichen Kenntniß bringe, sondern unter Einem auch das Laibacher Kreisamt beauftrage, diesen achtungswerthcn Seel¬ sorger für sein dießfälliges rühmliches Wirken noch insbesondere zur fernern Aufmunterung im Namen des Guberniums zu beloben, und ihm das Wohl¬ gefallen des Guberniums zu erkennen zu geben. Anbau des chinesischen Vergreise s. Dec k. k. Rath Herr Joseph v. Lewenau, correspondirendes Mit¬ glied der Gesellschaft, bringt mittelst Zuschrift vom 3. December v. I. chen Anbau des sogenannten chinesischen Bergreises in Krain abermals zur Sprache. Hierüber erlaubt man sich Folgendes zur Kenntniß der hochansehnlichen Versammlung zu bringen. Mit dieser Reisvarietät wurden im Jahre 1820 von dem damaligen Professor der Landwirthschastslehre, Herrn Earl Werner, die ersten Ver- 15 suche gemacht, er erhielt den Samen hievon von dem eben damals auS Petersburg rückgekehrten Herrn Grafen Georg Thnrn, und vertheille von solchen zu ähnlichen Versuchen an Herrn Freiherrn v. Mandel zu Nässens,iß; Herrn Joseph Rudesch zu Reifnitz, und Herrn Johann Edlen v. V e st zu Schrottenthurn nächst Krainburg. Nach den eingegangenen Resultaten waren die wenigst gelungensten Versuche jene des Herrn Professors Werner und die des Herrn Joseph Rude sch, die nm meisten gelungensten die des Herrn Freiherrn v. Man¬ del und jene des Herrn Edlen v. Vest, doch erhielt auch der von beiden Letzter» erzeugte Samen nicht jenen Grad von Ausbildung und Reifheit, der ihm zum Saatgut geeignet hätte. Als Herr Edler v. Vest im December 1820 die hiesige Lehrkanzel übernommen hatte, setzte er die Unbauversuche mit dem chinesischen Berg¬ reise von Jahr zu Jahr bis zum Jahre 1827, mittelst des sich zeitweise verschafften Originalsamen im hierortigen öconomischen Garten fort, allein jedes Jahr erhielt man mehr die Ueberzeugung, daß diese Frucht auf dem Felde im Großen für unfern Boden und unser Klima nicht tauge, und höch¬ stens als eine botanische Seltenheit auf einem kleinen Plätzchen in einem hiezu hcrgcrichteten Gartenbeete erzogen werden könne, denn seine Erforder¬ nisse eines humosen Lehmbodens, dem es an Feuchtigkeit nicht gebricht, und einen nicht unbedeutenden Grad intensiver Wärme herbeizuschaffen, stehen äusser unseren Verhältnissen. Hornviehprämien - Verrheilung im Jahre 1828. Uebec die im v. I. Statt gefundene Hornviehprämien-Vertheilung sind die Vertheilungs - Protokolle der Krelsämter an diese Gesellschaft erst im Mo¬ nate Februar l. I. cingelangt, sohin der Ausschuß auch nicht in der Lage war die Relation diesfalls früher an das hohe Gubcrnium zu erstatten. Da aus den Kreisamtsprotocollen zu entnehmen ipar, daß sich bei dec vvrgenommenen Prämienvcrtheilung genau an die bestehenden Vorschriften gehalten wurde, und daß alle Jahre nicht nur mehr, sondern auch schöne¬ res Vieh vorgeführt wurde, wodurch der beabsichtete Endzweck immer mehr erreicht wird, so hat der Ausschuß aus den dießfälligen Vertheilungsproto- collen lediglich das vorgeschciebene Tableau verfaßt, und solches dem hohen Gubecnium mit dec Bitte zur Einschaltung in das illyrische Zeitungsblatt überreicht. Was auch in Folge darüber herabgelangter hoher Verordnung vom 5» März l. I., Zahl 485g, auf die bisher übliche Art eingeleitet wurde. Hornv-ehprämien - Vertheilung in den fcrnern Jahren 1829, bis inclusive 18Z2. Ueber die in dem laufenden Jahre 1829 , dann den weitern Jahren 16 1830, 1831 Statt zu findenden Hornviehprämien-Vertheilungen hat das hohe Gubernium den dießfalls vorgelegten Vertheilüngsentwurf nicht zu ge¬ nehmigen geruhet, sondern den Bericht des Laibacher Kreisamtes vom 2. Mai 1828, welcher eine Abänderung der Vertheilungsstationen, und somit eine Modificirung des hierortigen Entwurfes bezielt, zu dem Ende zugeord¬ net, um die darin enthaltenen Anträge mit Beachtung nicht bloß der Ver¬ hältnisse einzelner Bezirke, sondern mit Rücksicht auf Local- und sonstigen Verhältnisse der sämmtlichen Bezirke des Kreises in genaue Beurtheilung zu nehmen und sich darüber zu äußern. Bei dem Umstande, daß die k. k. Kreisämter zu Adelsberg und Neu¬ stadt! mit dem hierorts verfaßten Entwürfe übet' die Viehprämien - Verthei- lungs-Stationen für die Jahre 1828 bis inclusive 1831 einverstanden wa¬ ren, konnte auch hievon um so weniger eine Rede mehr feyn, als das hohe Gubernium selbst nur die Aeußerung über die Anträge des k. k. Kreisam¬ tes Laibach abgeforbert hat. Mit Rücksicht aus den vom hohen Gubernium ausgesprochenen Grund¬ satz, daß es in jedem Kreise den zur Concurrenz gesetzlich berufenen Land- wirthen aller Bezirke des Kreises unbenommen und frei gestellt bleibe, mit Beobachtung der vorgeschriebenen Bedingungen und Vksdalitäten bei einer oder andern Vertheilungsstation des nämlichen Kreises, wie es nämlich jeder zuträglicher für sich findet, jene zur Preiswcrbung bestimmtes selbst erzügel- tes Rindvieh vorzusühren und um das Prämium zu concurrircn und mit Hinsicht auf die Localverhältnisse hat der permanente Ausschuß die Abände¬ rung dahin zu treffen erachtet, daß für die Bezirke Umgebung Laibachsund Sonnegg die Station Laibach, und für die Bezirke Münkendorf, Kreutberg, Egg bei Podpetsch und Ponovitsch die Station Moraitsch als Mittelpunkte perpetuel, so wie statt der Station Weißenfels im Jahre 1850 die Sta¬ tion Aßling zu bestimmen wäre. In dieser Art wurde auch der Entwurf abgeändert uttd dem hohen Gu¬ bernium vorgelegt, worüber mit hoher Verordnung vom 2. Jänner 182ss, Nr. 28519, mit dem Beisatze die Genehmigung herabgelangt ist, daß je¬ dem der unterstehenden Kreisämtec der dasselbe betreffende Auszug mit dein Auftrage zugcfertiget worden, wegen V-rtheilung dieser Prämien in denen für jedes Jahr besonders ausgewiesenen Stationen und Mi denen hiezu be¬ stimmten Tagen das Erforderliche vorzukehren, und nach vorgenommener Vertheilung unter Vorlage der bei dieser Gelegenheit aufzunehmenden Pro- tocolle vorgeschriebene berichtliche Anzeige zu erstatten. Damit also für das laufende Jahr die Viehpramien - Vertheilung zur gehörigen Zeit vorgenommen werden könne, hat der Ausschuß sich schon utt- term 3. März l. I. dießsalls an die k. k. Kreisämter verwendet, denselben die enk- 17 entfallenden Betrage zugcsendct, und zugleich die'dazu zu intervenirenden Herren Gefellfchaftsmitglicdcr benannt. Die Hintanhaltung des Pferd umfalls im Bezirke Prem. In der allgemeinen Versammlung am 2. Mai 1828 hat der Ausschuß der hochansehnlichcn Gesellschaft die Anzeige, eigentlich den Vortrag des Herrn Pfarrvikars zu Prem, Peter Allesch, zur Kcnntniß gebracht, laut welchem derselbe das Ansuchen gestellt hat, sich höher» Orts verwenden zu wollen, damit dem Umfalle der Pferde im Bezirke Prem, welche bei Gele¬ genheit des Wcinholens wegen der dortocts und besonders in Istrien ob¬ waltenden Localverhältnisse häufig von der Kolik oder der Dornstrenge be¬ fallen werden, und wegen keiner, oder widersinniger Hülse nicht selten zu Grunde gehen, abgeholfcn werde. Zn Erledigung des von dem Ausschüsse dießfalls an die hohe Landes¬ stelle erstatteten Berichtes hat Hochdicselbe mit Verordnung vom 5. März l. I-, Zahl 4216, eröffnet, daß dem k. k. Kreisamte zu Adelsbcrg über die Art wie dieser Krankheit vorgebeugt werden kann, und wie dieselbe be¬ handelt werden soll, die dießfällige Belehrung zugefertiget und aufgetragen worden sey, hiernach die Bczirksobrigkeit Prem, und durch diese den Be¬ zirks-Wundärzten, die Gemeindevorsteher, und auch andere Gemeindegiie- Ver über die Bereitung der anzuwendenden Eingüsse und Klystiere, wie auch über die Art der Beibringung der Letzter» zu belehren. Was die erforderlichen Klystierspritzcn oder Klystiertrichter betrifft, so steht die Beischaffung derselben den Gemeinden selbst zu, indem den Pferdebe¬ sitzern selbst die Sorge für die Erhaltung ihrer Pferde obliegt. Die An¬ schaffung der Letzteren könne den Gemeinden um so weniger schwer fallen, als vermög einet Aeußcrung des Landesthierarztes ein kupferner, inwendig verzinnter Klystiertrichter bei den Kupscrschmide» nur auf 1 fl. 40 kr. bis 2 fl« M. M. zu stehen kömmt, je nachdem derselbe aus einem schwächer» oder stuckern Kupferbleche verfertiget ist. Indessen könne auch diese Auslage vermieden werden, wenn die einzelnen Bezirksinsassen und Pferdebesitzer sich anstatt den kupfernen Älysticrtrichtern große, an ihrer Wurzel breite Och- scnhörner beischaffen, dieselben an dem spitzigen Ende durchbohren, und solche anstatt den Klystiertrichter verwenden, indem das spitzige Ende dieses Horns in den After des kranken Pferdes angebracht, und in dos breite nach aufwärts gerichteten Ende die Klystierflüßigkeit eingegossen wird. Wie fehr dem hohen k. k. Gubernium die Wohlthat der Landesinsas¬ sen in jeder, auch in der kleinsten Beziehung am Herzen liegt, gibt uns die, von Hochdemselben auch diesem Gegenstände, geschenkte Aufmerksamkeit und die dießfalls getroffenen Vorkehrungen zur Hintanhaltung der Nachthei¬ le, welche die Insassen im Bezirke Prem immer trafen, den neuerliche» Be- Ain al u Lee t. k. vaiidwirthschaireg. in Laibach. 2 18 weis, wofür sich auch die allgemeine Dankbarkeit für Hochdasselbe unver¬ siegbar erhalten wird. Abraup ung der Obstbäume. Aus Anlaß des von einer hicrkreisigen Bezirksobrigkeit gemachten An¬ trages, daß auf die Abraupung der Obstbäume eine eigene Strassancuon festgesetzt werden möge, und in Erledigung des von dem Ausschüsse darüber erstatteten Berichtes vom 26. Februar l. I., Nr. 169, hat das hohe Gu- bernium mit Verordnung vom 5. Marz l. I., Zahl 4838, erinnert, daß, wenn gleich der Vorschlag zur Festsetzung einer bestimmten Strafe für nach- läßige Landwirlhe von Seite der Länderstelle aus der Ursache nicht genehmi¬ get werden kann, weil zu Folge erlassener hohen Hofkanzlei ^Verordnung je¬ der direkte Zwang auf die Abraupung der Bäume ausdrücklich untersagt ist, das Gubernium demnach dem weitern Antrag» der k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft die Zustimmung nicht versagen könne, daß so wie der letzte der von Seite der Bezirksobrigkeiten zur Abraupung der BäuMe im Umfange jeden Bezirkes festzufetzende Tag verstrichen ist, alle Obst- und sonstigen Bäume, wo sich nur eine Raupcnbrut vorsindet, aus Kosten der nachläßi- gen Eigenthümer, und unter Aufsicht des eigends hiezu abzuordncndcn Un- tcrrichters oder Gcrichksdiencrs gereiniget werden sollen, welche Anordnung nicht als ein direkter Zwang, sondern nur als eine das allgemeine Veste bezweckende nothwendige Maßregel betrachtet werden kann, um dadurch die Gefahr allgemeinen Schadens in gehöriger Zeit hintanzuwenden. Diese von dem hohen Gubernium getroffene Verfügung wurde der Land- wirthschasts - Gesellschaft mit dem Beisatze zur Wissenschaft eröffnet, daß gleichzeitig sämmtliche unterstehende Kreisämtcr angewiesen worden sind, die¬ selbe im Umfange der Kreise allen Bezirksobrigkeiten, Dominien und Ge¬ meinden im gewöhnlichen Wege zu verlautbaren, und für deren Vollzug ge¬ hörige Sorge zu tragen. Anbau des Futterkrauts Loktrala. Das dießseitige Mitglied, Jnhaber'dcr Herrschaft Reifnitz, Herr Jo¬ seph Rudesch, hat dem Gesellschaftsausschusse if2 Metzen Samen von dem sogenannten Futterkraut Roftrsla, auch tirlrio 8küto, mit der Bemer¬ kung übersendet, daß solches mit etwas Hafer, Gerste und Wicken vermischt, angebaut, ein herrliches Futtcrkraut gebe, welches sowohl frisch als auch ge¬ trocknet von allem Viehe gerne gegessen wird, und vorzüglich bei den Kühen aus die Milcherzeugung vortheilhafc wirkt. Der Gesellschaftsausschuß hat dafür den verbindlichsten Dank zu erken¬ nen gegeben, und unter Einem davon an mehrere Mitglieder in den ver- 19 schiedenen Gegenden Krains thcilweife Zusendungen gemacht, damit Versu¬ che angestellet, und die Resultate angezeigt werden mögen. Verkauf des Steinsalzes. Aus Anlaß mehrerer vorgekommenen mündlich und schriftlichen Anzei¬ gen der Gesellschastsmktglieder, daß in Laibach keine Vorräthe vom Stein¬ salze mehr gehalten werden, hat sich der permanente Ausschuß verpflichtet gesehen, sich diesfalls mit der Bitte an das hohe Landesgubernium zu wen¬ den, damit die Einleitung getroffen werde, daß das Steinsalz, welches an¬ erkannt für jede Gattung Vieh ein sicheres Präscrvativmittel gegen viele Krankheiten ist, bei dem Hornviehs ein vorzügliches Mittel gewährt, um selbes zu den beiden landwirthschaftlichcn Zwecken, nämlich zur Arbeit oder zur Mast zu erhalten und vorzubereitcn, entweder: s.) aus dem Aerarial - Magazine ohne Schwierigkeit an Jedermann ver¬ abfolget werde, oder b.) daß ohne Zeitverlust die Trafficanten ermächtiget werden, überall sel¬ bes so wie in Oesterreich zu führen, zugleich wurde aber auch gebe¬ ten, daß das hohe Eubernium die väterliche Sorge besonders noch darauf auszudehnen geruhen wolle, daß der bisherige Preis desselben nicht erhöhet werde, weil hieraus der empfindlichste Nachtheil für die Viehzucht entstehen würde, die man doch auf alle Art emporzuheben suche. Das hohe Gubernium geruhete darüber untcrm 10. April l. I., Zahl -419, zu erwiedern, daß die dießfalls vernommene Zollgefallen-Administra¬ tion zu Grätz sich geäußert habe, daß keiner der zwei Gefuchspunn frei, einzufübren gestattet, womit die Ban- 2' 2Ü cäl-Administration dem Bedürfnisse der Landwirthschaft in Krain um so zuversichtlicher abgeholfen erachtet, als nach den bisherigen Erfahrungen für Krain und das Küstenland kaum 100 Zentner ungarisches Steinsalz erfor¬ derlich sind. Zugleich hat die Bancal - Administration bemerkt, daß die Dominien und ttnterthanen Krams, besonders Jene, welche an Steiermark angränzen, auch von dem Salzwerke zu Außee sich,ein Äquivalent für das ungarische Steinsalz verschaffen können. Bei diesen Verhältnissen geruhte das hohe Gubernium cs dem weite¬ ren Ermessen der k. k. Landwirthfchafts-Gesellschaft zu überlassen, den ge¬ machten Antrag, der zweifelsohne auf richtigere Sachverhältnisse und prak¬ tischer Erfahrung beruhet, mit jenen Gründen zu unterstützen, welche die Nvchwendigkeit und Nützlichkeit der angetragenen Verfügung zu erweisen, die Entgegnung dec Bancal-Administration zu entkräften, und das hohe Gu¬ bernium in die Lage zu setzen, geeignet sind, sich für den gemachten Vor¬ schlag unterstützend an die höchste Finanz-Hofstelle verwenden zu können. Der permanente Ausschuß behält sich auch bevor, nach dem gütigen Fin¬ gerzeige des hohen Guberniums den dießseitigen Antrag näher zu begründen, somit die vorgedachte Bitte zu wiederholen. To fische Schlösser. Das hohe Landes-Gubernium geruhete unterm 27. Februar l. I., Nr. 4260, der Gesellschaft zu eröffnen, daß die hohe k. k. Hofkammcr den da¬ hin gemachten Antrag, daß in den Fallen, wo für Kassedepositorien oder Archive die neue Anschaffung von Sicherheitsschlössern sich als unumgäng¬ lich nothwendig darstcllen sollte, sich von nun an der privilegirten TosischeN anapetastischen Schlösser zu bedienen seyn dürfte, mit dem dicßfalls ein¬ gelangten hohen Decrcte vom 12. Februar l. I., Nr. SZ98, genehmiget habe. Von dieser Schlußfassung wurde die Gesellschaft wegen der hohen Orts bewilligten Anwendung Kiefer unauffperbaren Sicherrhsitsschlosser bei denen unterstehenden amtlichen Kassen und Archiven mit dem Bemerken in dieKennt- niß gefetzt, daß nach der zu Protokoll gegebenen Acußerung des Bevollmäch¬ tigten des Privilegiums-Inhabers Tost der hierortige Handelsmann, Simon Pessiak, fortwährend mir einer hinlänglichen Auswahl solcher Schlösser ver¬ sehen seyn werde, um die vorkommenden Anfragen um selbe nach denen in dem gedruckten Preiscourrant festgesetzten Preisen gehörig befriedigen zu können. Man hat sich ein mittleres von den derlei anempfohlencn Schlösser ver¬ schafft, und legt es hier, der hochansehnlichen Gesellschaft zum Anschauen und Beurthcilen vor. 21 D»iS hohe Gubernium hat mit Verordnung vom 22. December 1828, Z. 28550, die k. k. Landwirthschaftsgeseltschaft aufgcfordert, eine in der Lan¬ dessprache zu verfassende Schrift über die zweckmäßige Pflanzung, Behand¬ lung und Veredlung der Obstbäume, dann gehörige Anlage und Vermehrung der Obstgärten hochdahin vorzulegen. Der Ausschuß hat auch hoher Stelle angezeigt, daß sich Herr Pfarrer, Franz Pirz, erklärt habe, ein derlei Lehrbuch zu Stande zu bringen, und es der Gesellschaft zur freien Disposition osseriren zu wollen, somit sobald der¬ selbe solches einsenden werde, dem hohen Wunsche gemäß, die weitere Ver¬ fügung getroffen werden wird. Da nun Herr Pfarrer dieses Manuscript unter dem Titel »Krajnski Vartnar" bereits übermittelt hat, so wird es sich der permanente Ausschuß zur Pflicht halten, nach vorgenvmmencr Amtshandlung, solches dem hohen Gubernium zur Censurs - Veranlassung, und zur Genehmigung, daß eS zum Druck befördert werden dürfe, vorzulegen. Beilage des Administrations-Berichtes» Iurivifch - politische AvhaiMung über die Freiheit des B i e n e n v er k e h r S in den österreichischen Ländern. Vom G e sc l l sch a ft s - M i Lg l i c d e Hrn. F ra nz Pichs. Die Biene, dieses nach dem römischen Rechte zur Claffe der wilden—> nach dem österreichischen aber zur Kathegorie der zahmen Thiere gehörige Jn- sect, ist in Beziehung auf den Staat und die Kirche, auf die Heilkunde und die tausendfältigen Bedürfnisse des menschlichen Lebens ein so.wichtiger Ge¬ genstand , daß er von Seite der höchsten Staatsverwaltung und der k. k. Ackcrbaugesellschast gewiß alle Aufmerksamkeit verdient. Er ist auch so alt, daß er schon im alten Bunde unter Moses und Hiob von den Israeliten, secners von den Römern vielfach besprochen, und der verdienten Aufmerk¬ samkeit gewürdiget wurde. Der dem verdienstvollen Bienenhalter und wirklichen Ackerbaumitgliede Wolfgang v. Hu über zu Adelsberg vor zwei Jahren arrivirte Fall, daß ihm bei der Transportirung seiner Bienenstöcke von Adelsberg nach Ses- sana, im Görzer Kreise, von der letztgcnamften Communität Hindernisse in den Weg gelegt, und mehrere Stücke auf eine boshafte Art zur Hintanhal¬ tung der Einfuhr verdorben, und vernichtet worden, .ist die Veranlassung des gegenwärtigen Aufsatzes zur Lösung dec Frage, ob bei dem Uebertragen oder Ueberführen dec Bienen von einem Orte zum andern zur Uebcrwinte- cung und Erlangung einer besseren Weide beschränkende Maßregel zu sanctio- 22 niren, oder den Dienenhaltern in dieser Beziehung unbeschrankte Freiheiten zu gestatten waren. Aus dem Gesichtspunkte des natürlichen Rechtes, worauf bei der Er¬ mangelung positiver Normen selbst unser Zivilgesetzbuch laut §. 7 Rücksicht nimmt, und nur jene Gewohnheiten, in welchen sich ein Gesetz darauf be¬ ruft, §. 10, und nur jene Provinzialstatuten in Schutz nimmt, welche nach der Kundmachung des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches, unter §. 11, von dem Landesfürsten ausdrücklich bestätiget worden sind, scheint die Frage zu Gunsten dec unbeschränkten Transportationsfreiheit der Bienen beantwortet werden zu müssen. Rechtlich sind alle Handlungen des Menschen, wodurch in den freien Wirkungskreis und in die Rechtssphäre der übrigen Mitmenschen kein Eingriff geschieht, und dem obersten Grundsätze des natürlichen Privat- rechtes nicht zu nahe getreten wird. Es ist eine entschiedene Sache, daß durch den Aufflug der Bienen auf Blumen, Blüthcn, Bäume und Gewächse, durch das Ausnippen der Honigsubstanzen und Auslösung des Wachsstoffes den Ei- genthümern der Blumen und Gewächse kein Schaden zugefügt wird, wenig¬ stens ist bisher von keinem Menschen mit Grunde ein Nachtheil behauptet worden. Der Bienenhältcr verletzt daher Niemanden, wenn er seinen Stand so vermehrt, als es in seiner freien Willkühc steht; denn dec in fremden Blumen und Gewächsen befindliche Wachs - und Honigstoff ist bis zu dessen Occupation als ein herrnloses Gut zu betrachten, zu dessen Besitzergreifung und Erwerbung aus dem Titel der angebornen Freiheit Jedermann das Recht zusteht. Ich kann also in meinem Bienenhause, auf meinem Grund und Bö¬ den so viele Bienenstöcke halten , als es mir beliebt, und ich bin dem Nach¬ bar, der sich durch die Vermehrung meiner Bienenzucht in seinen Rechten ge¬ kränkt erachtet und seiner Bienenkultur einen Nachtheil erwachsen vermeint, zu keiner Verantwortung oder irgend einer Schadloshaltung verpflichtet. ()ui fürs suo utituc, nsmini samt injuriam. Will ich aber auf den Grund und Boden eines Fremden oder eines Dritten meine Bienenstöcke aufstellen, so muß ich mich um seine Eclaubniß bewerben, und mit ihm die nöthjgs Abfindung treffen, weil ec mich aus dem Titel des Besitz- und Eigenthums- rechtes auszuschließen, und meine Bienen hintanzuhalten berechtiget ist. Ha¬ be ich einmal seine Einwilligung erlangt, so kann in Betreff meiner Bie- uenaufstcllung und Vermehrung weder der nachbarliche Bienenhälter, noch auch der Eigenthümer der Blumen und Gewächse, woraus die Bienen die Wachs- und Honigstoffe ziehen , wider mich gerechte Klage führen. Es ge¬ hört zu den Ausflüssen des Besitz- und Eigenthumsrechtes eines Menschen die Sache, die den Grund und Boden, worauf meine Bienenstöcke stehen, entweder unbenutzt zu lasse«, oder selbe allein, oder durch Verpachtung zu denittzen, 23 Mit diesen aus der philosophischen natürlichen Privatrechtslehre abge¬ leiteten Grundsätzen steht im innigsten Einklänge das allgemeine österreichi¬ sche Gesetzbuch, dessen bezügliche Stellung hier kurz berührt werden. Der Titel bei freistehenden Sachen liegt in der angebornen Freiheit zu Handlungen, wodurch die Rechte anderer Menschen nicht verletzet Werdern (§. 317 vom Besitze.) Ferners besagt der §. 381 des dritten Hauptstückcs b. G. B., daß bei freistehenden Sachen der Titel in der angebornen Frei¬ heit sie in den Besitz zu nehmen, die Erwerbungsart aber in der Zueig¬ nung, wodurch man sich einer freistehenden Sache in der Absicht bemächti¬ get, sie als die seinige zu behandeln, bestehe. Freistehende oder herrenlose Sachen heißen diejenigen, welche allen Gliedern des Staates zur Zueignung überlassen sind, (§. 287 b. G. B.) und sie können von allen Mitgliedern des Staates durch die Zueignung (g. 382 b. G. B.), d. i. durch den Akt erworben werden, wodurch man derselben habhaft wird. (F. 314 b. G. B.) Alle Sachen sind insgemein Gegenstände des Eigenthumsrcchtes, und Je¬ dermann, den die Gesetze nicht ausdrücklich ausschließen, ist befugt, dasselbe entweder durch sich selbst, oder durch einen andern in seinem Ramen zu er¬ werben. (H. 355.) Alle beweglichen Sachen, welche der Eiaenthümcr nicht als die seinigen behalten will, und daher verläßt, kann sich jedes Mitglied des Staates eigen machen. (§. 386 b. G. B.) Diese positiven Gesetze auf den in der freien, und weit in der Natur zerstreuten Wachs- und Honig¬ stoff angewendet, lassen keinem Zweifel Raum, daß jeder Staatsbürger, der nur eines Besitzes und Eigenthums fähig ist, durch die Haltung der Bienen besagte Stoffe mittelst des Occupationsrechtes rechtlich und unbeschränkt er¬ werben könne. In Hinsicht auf das Lokale, wo die Bienenstöcke aufgestellt werden, gelten die §Z. 354 und 362 b. G. B. wovon E sterer den,Begriff des Ei¬ genthums aufstcllt und erklärt, daß dieses das Befugniß scy mit der Sub¬ stanz und den Nutzungen einer Sache nach Willkühr zu schalten, und je¬ den andern davon auszuschließen, Letzterer aber weiters fcstsetzet, daß der vollständige Eigenthümer einer Sache berechtiget sey, frei über seirL Eigen- thum zu verfügen, sie nach Willkühr zu benützen, oder unbenutzt zu lassen, sie zu vertilgen, ganz oder zum Theile auf Andere zu übertragen, oder sich unbedingt derselben zu begeben, das ist, selbe zu verlassen. Endlich erklärt der §. 1305, daß Derjenige, welcher von seinem Rechte innerhalb der rechtlichen Schranken Gebrauch macht, den für einen andern daraus entspringenden Nachtheil nicht zu verantworten habe. So steht denn von Seite des natürlichen und positiven Privatrechts in Bezug auf die unbeschrankte TranSportationsfrcihcit der Bienenkörbe kein Hinderniß ent¬ gegen, und es ist nur noch zu untersuchen, ob nicht etwa in politischer Be- 21 ziehung, welche Bedenken obwalten, welche die Sanctionirung beschranken¬ der Maßregeln rathlich oder nothwendig machen. Der reinen und geläuterten Nationalwirthschaftslchere, die die Beför¬ derung des Nationalreichthums zum Hauptzwecke hat, steht das Princip der Freiheit in Hinsicht der Erwerbung und Vermehrung des Vermögens an der Spitze, und es ist ihr jede Maßregel, wodurch der Productioussähigkeit der Staatsbürger Fesseln angelegt, und die rechtlichen Erwerbungsarten ein¬ geschränkt würden, fremd. Je größer die Anzahl der Produzenten, je aus¬ gedehnter und erweiterter die Betriebskapitalien, desto größer muß das Pro¬ dukt und desto ergiebiger der allgemeine Wohlstand seyn. Von diefen universellen Principien ist auch die höchste legislative In¬ telligenz ausgegangen, indem sie durch die in den einzelnen Ländern kund gemachten Verordnungen den Betrieb der Bienenzucht für ein steuerfreies Gewerbe erklärt, den Zehend allenthalben abgefchafft, und den Obrigkeiten ernstlich aufgetragen hat, den Unrerthanen in der Anschaffung und Vermeh¬ rung der Bienen hülfreiche Hand zu bieten, jegliche Hindernisse zu beseiti¬ gen, und die Transportirungsfreiheit nach Kräften zu unterstützen. Von diesen staatswirthschaftlichen Motiven geleitet, hat die Weisheit und Humanität der österreichischen Regierung in verschiedenen Ländern den emsigsten Vienenvätern durch die k. k. Kreisämter Prämien zugemitkelt, und die Prämiantcn durch öffentliche Blätter belobt. So werden den fleißigsten Bienenhältern in Mähren und Schlesien Geldprämien zu ao, zo und 20 fl., vermög des hohen Hofkanzleidecretes vom 18. Juni 1812, ausgetheilt, und für die Provinz Steiermark ist durch die Hofkanzlei-Verordnung vom 22. November 1825 aus dem steiermärki¬ schen Domesticalfonde die jährliche Summe von 290 fl. M. M. bewilliget, und den Kreisämtern die feierliche Vertheilung der Geldprämien und die Bekanntgebung der ausgezeichneten Bienenhalter durch die Provinzialzeitung ausgetragen worden, Aus dem Willen des sowohl die Privatrechte als das allgemeine Wohl der Bürger berücksichtigenden Gesetzgebers geht nun unverkennbar hervor, daß der Bienenverkehr unbeschränkt, und jeder Kultivator befugt fepn soll, seine Bienenstöcke zur Ueberwinterung oder Erlangung einer besseren Weide dorthin zu verführen oder zu übertragen, wo er es seinen Interessen am zusagendsten findet- Diese Ueberführungsfreiheit leidet keine Ausnahme, mö¬ gen die Bienen im Lande verbleiben, oder auch in ausländische Gebiete, jedoch inner der Gränzcn der österreichischen Monarchie exporcirt werden. Sollen hie oder da Observanzen und Provinzialstatuten was GegentheiligeS verfügen, Prohibitivanordnungen enthalten, so sind sie den entwickelten Grundsätzen zu Folge als Mißbräuche anzusehen, welche ohnehin nie Ge- fetzkrast haben können , und durch die geläuterleren spätem Vorschriften issso 25 Goto aufgehoben worden sind. (H. und 11 d. G, B.) Damit aber der höchste, die Beförderung dieses Industriezweiges bezweckende Wille ohne Widerrede und Einstreuung vollzogen und den emanirten Verfügungen die nachdrückliche Sanction verschafft werde, scheint die Frage am Schlüße die¬ ses Traktats nicht überflüsng zu seyn, ob die, die Freiheit des Bienenver¬ kehrs beschrankenden Gemeinden oder einzelnen Insassen derselben, wenn sie die eingeführten fremden Bienenstöcke verderben, wie cs bei den Bienen des Herrn Wolfgang v. Hue'ber der Fall war, äusser der Verpflich¬ tung zur Genugthuung und Leistung des Schadenersatzes noch mit besonde¬ ren Strafen zu belegen wären. Wenn man erwäget, daß der §. 74 St. G. I. Th. in Betreff der boshaften Beschädigung fremden Eigenthums eine allgemeine verbindliche Richtschnur enthält, die durch die allerhöchste Entschließung vom 1. Februar 1826 über geschehene Anfragen wegen Anwendung und Auslegung des Ge¬ setzes bestätiget worden ist, wenn man ferners in Rücksicht zieht, daß für die muthwilligen Beschädiger der Obstbäume unterm 28. October 1800, ein eigenes Hofdecrct dahin erflossen ist, daß die Thätec im ersten Uebertre- tungssalle mit strengem Arreste von einer Woche, und im zweiten Falle mit einem strengen Arreste von drei Monaten, und nach Umständen mit 25 Stockstreichen gezüchtiget werden müssen, wenn man ferners bedenkt, daß vermög der 15Z und 179 St. G. I. Th., und 210 und 211 St. G. II. Theils Diebstähle und Betrügereien nach Beschaffenheit des Vorsatzes, Verschiedenheit des Schadens, und der unterwaltenden besonderen Umstände entweder als Verbrechen oder schwere Polizeyüberkretungen geahndet werden, so kann die Frage wegen der Bienenverderber in Ansehung ihrer Bestrafung wohl nicht anders als bejahend beantwortet werden müssen; nur haben die Strafbchöcden die allgemeinen positiven Grundsätze über bösen Vorsatz und bloßen Mulhwillen, über die Zurechnungsfähigkeit der Handlung, Größe des ungerichteten Schadens, über Erschwerungs - und Milderungsgründe u. s. w. sich gegenwärtig zu halten, und bei der Strafbestimmung genau abzuwägen, ob die Uebertretung ein Verbrechen, ober schwere Polizei-Übertretung, oder gar nur ein einfaches Polizeyvecgehcn fey. Vielleicht dürfte eine an die Gesetzgcbungs-Hofcommiffton gestellte Anfrage, ob ein solcher Thäter ax gnaiugia lagis nicht etwa nach dec über Beschädigung der Obstbäume erlas¬ sene Vorschrift zu bestrafen, oder ob ein eigenes Strafgesetz nothwendig wä¬ re , oder endlich ob die über Verletzung des Eigenthums im ersten und zwei¬ ten Theile des Strascodex bereits bestehenden Vorschriften in Anwendung zu bringen seyen, hier nicht am unrechten Orte zu seyn. Diese kurze Abhandlung wagt der Verfasser, als Mitglied der k. k. Ackerbaugescllschaft zu dem Zwecke zu unterlegen, damit die theils schon be¬ stehenden neuesten und altern Vorschriften wegen Belebung des wichtigen 26 Zweiges der Bienenzucht allgemein republicirt, zugleich aber die unbeschrank¬ te Transportirungsfreiheit eingeführt, theils aber ausgesprochen werden mö¬ ge, ob, und welche Skrafe gegen die Boshaften oder muthwiliigen Verder¬ ber dec Bienenzucht zu verhängen sey. Adelsberg den letzten December 1828. Zweite Beilage zu dem Administrativ ns - Bericht. s6 Nr. 4216. Verehrung über die Art wie der unter den Pferden der Insassen des Be¬ zirkes Prem oft vorkommenden tödtlichen Kolik vorge¬ beugt, und wie selbe behandelt werden soll. . §. t. Diese Krankheit wird durch folgende Ursachen erzeugt: a.) Durch die dumpfen niedrigen Stallungen; K.) durch die unvorsichtige Fütterung der Pferde mit grünem Futter, als: Klee; c.) durch häufige Verkühlungen, wenn die schwer beladenen, durch starke Marsche erhitzten und in Schweiß versetzten Pferde unter Wegs öfters entladen und in gebirgigten Gegenden dem kalten Winde ausgesetzt werden, oder Gebirgswässer durchwaten, und davon zu viel auf ein¬ mal saufen. Durch die erste Ursache werden die Pferde zu allerlei Krankheiten vor¬ bereitet; die zweite erzeugt die Kolik; die dritte aber, indem selbe auf den ganzen Körper wirkt, gewöhnlich entweder die Kolik oder den Strengel. §.2. Um diesen Krankheiten, welche durch den Umfall vieler Pferde dem Landmann einen großen Schaden verursachen, vorzubeugen, ist es nokhwen- dig, daß der Landmann darauf bedacht sei, die dumpfen niedrigen Stallun¬ gen zu verbessern, und denselben die erforderliche Größe, Höhe, Trocken¬ heit und auch Licht zu geben. Ist der Landmann in dem Falle seinen Pfer¬ den grünes Futter, z. B. Klee geben zu müssen, so ist die Vorsicht zu brau¬ chen, daß die Pferde damit nicht auf einmal gesättiget werden, sondern daß das grüne Futter den Pferden nur in kleinen Portionen nach und nach gereicht wird. Nach dem Genüße eines solchen Futters dürfen die Pferde nicht sogleich getränkt werden. Das Austreiben der Pferde auf die Klecäckec ist gänzlich zu vermeiden, wenn dieselben bereift find. Um die oben erwähnten Verkühlungen und ihre nachtheiligen Folgen zu 27 vermeiden, sollen die erhitzten in Schweiß versetzten Pferde, wenn sie ein Wasser ducchzuwaten gezwungen sind, vor und nachher mit Wischen von Stroh-, Heu- oder Baumzweigen, oder wollenen Lappen am ganzen Kör¬ per gerieben werden. Es ist darauf zu sehen, daff die Pferde bei dieser Ge¬ legenheit ihren großen Durst nicht auf einmal und mit zu großer Begierde stillen. Werden die Pferde von ihrer Last entlediget, um auszuruhen, so sollen sie allezeit mit girier leichten Decke bedeckt werden. §- 2- Durch die sorgfältige Beobachtung dieser Vorschriften wird es meistens gelingen, den erwähnten Krankheiten vorzubeugen. Der Ausbruch einer Kolik an den Pferden, wird durch die folgenden Erscheinungen erkannt, als: durch die Unruhe, öfters Wedeln mit dem Schweife, durch das enge Zusammenstellen der Füsse unter dem Bauche, durch das Kreuzen, Schlagen oder Hinblicken nach dem Bauch, durch das öftere Wälzen des Pferdes; der Bauch ist gewöhnlich aufgetrieben, die Ausleerung des Harns und Mistes unterdrückt. Da die Kolik einen geschwinden oft tödtlichen Verlauf hat, so ist auch eine zweckmäßige Heilart sogleich anzuwenden. Ein mit der Kolik befallenes Pferd, es mag sich im Freien oder in einem luftigen Stalle befinden, muß Mit einer leichten Decke bedeckt werden. Die unterdrückte Ausleerung dcS Harns und Mistes muß durch Klystie- re und Eingießen befördert werden; diese Letzten: werden aus einem Sei- tel lauen Wasser, welchem 2 Loth Entianpulver und 6 Loth Bittersalz bei¬ gemischt werden, bereitet, und ein solcher Einguß ist alle Stunden zu wie¬ derholen. Die Heilung wird nebstbei durch Anwendung mehrerer Klystiers befördert, welche aus drei Seitel lauen Wasser, in welchem entweder ein Loth Seife, oder » Loth Kochsalz und 2 Loth Lehl aufgelöst sind, zu be¬ stehen haben. Eine mäßige Bewegung ist dem kranken Pferde nützlich, cs ist hingegen sehr schädlich, ein solches Pferd bis zum Schweiß zu reiten. Einreibungen vom Lorbeer- und Terpentinöhl in die Wandungen des Bauches sind nütz¬ lich; alle geistigen Mittel, flüchtigen und ranzigen Oehle dagegen schädlich. Die Klystiere werden entweder mit den Klystierspritzen oder den Klystier¬ trichtern beigebracht. Die Letztern sollen eine 1» bis 15 Zoll lange Röhrs, und einen breiten nach oben gerichteten, mit der Röhre einen stumpfen Winkel bildenden Eingußtheil haben. Die Röhre wird in den Masidarm gebracht, und die Klystierflüßigkeit in den breiten Theil gegossen. 6. Bei der Kolik ereignet sich nicht selten der Fall, daß ein« bedeutende 28 Menge von Exkrementen den Mastdarm verstopft, und die Beibringung der Klystiers erschwert, oder gar unmöglich macht. In solchen Fallen muß man mit der Hand, welche mit einem milden Fett oder Oehl zu bestreichen ist, die angehausten verhärteten Excremente herausschaffen, und dann erst das Klystier beibringen. §. 7. Nehmen die Schmerzen ab, welches man aus dem ruhigen Betragen des Pferdes erkennt, stellen sich die Entleerungen des Harns und des Mistes ein, kehrt die Freßlust und die Munterkeit des Pferdes wieder, so ist selbes gerettet, und das gewöhnliche Futter kann ihm in kleinen Portionen wie¬ der gereicht werden. m. o rtr s g über die Entstehung, Beurbarung und Kultur der Moräste und Torflager im Allgemeinen, und des Laibacher Morastes insbesondere. Vom Gescllschaftsmitgliede Herrn Joseph Edlen v. Vest. Die Provinzial-Hauptstadt sowohl, als deren Umgebungen verdanken der landesväterlichcn Huld Sr. Majestät des Kaisers unseres allergnädigsten Herrn, den Beginn zur Entwässerung des Morastes. Durch die im Haupt- ableitungskanale, nämlich in dem Laibachfluffe vorgenommenen Ausglei¬ chungsarbeiten, die den mehr geregelten Lauf dieses Flusses, seiner Breite, Tiefe und Sohle mit einem angemessenen Gefall jur geschwinderen Abfüh¬ rung der Wassermassen bezwecken, welche bei dem früheren Zustande des Bettes dieses Flusses oft auszutreten, und die den Ufern desselben nahe liegenden Ebenen durch eine längere oder kürzere Zeit zu überschwemmen genöthiget war, sind diese Entsumpfungs - Operationen wesentlich befördert worden. Die Folgen dieser Ausgleichungsarbeiten sind bereits sichtbar, indem selbst bei ungewöhnlich hohem Wasserstande die noch unvermeidlichen Ueber- schwemmungen sich nur durch kurze Zeit auf der Oberfläche des Bodens zei¬ gen, und bald dem Laufe des Stromes folgen. Daraus geht für die Bewohner Laibachs, so wie für jene der Umge¬ bungen des Morastes bis Obeclaibach ein doppelter wichtiger Nutzen hervor, o.) Erhält die Stadt sowohl als die Anwohner des Morastes eine reine¬ re Lust, da sie früherhin eine mit Wasserdämpfen und den Ausdün¬ stungen der im Morast faulenden organischen Körper erfüllte Lust ein- akhmeten, welche die veranlassende Ursache von Wechselsicbcrn und an¬ dern Krankheiten war. 29 b.) Werden dadurch wenigstens 20,000 Joch dem Acker- und Wiesenbau zugeführt, die einer beinahe eben so großen Menge von Menschen oder deren nützlichen Häussäugethieren hinlänglichen und gesunden Unter¬ halt verschaffen können. Da der unter s) angegebene Nutzen Hinsichtlich der größeren Reinheit der Atmosphäre ein Gegenstand der medizinischen Polizei- ist, so übergehe ich selben. Die Beurbarung und ÄNItur der unter b) angeführten 20,000 Joche, die durch die Entwässerung des Morast- und Torfbodens reiner Gewinn für die Ernährung von Menschen und Thiere werden, sind ein Gegenstand der aufmerksamsten Beachtung für diese hohe Gesellschaft, deren Zweck, so wie ihr eigenes edelmüthiges. Streben dahin geht, die Landwirthschaft in allen ihren Zweigen mit Rath und That zu unterstützen. Von diesem Gesichtspuncte ausgehend, habe ich die wenige Zeit die mir die Besorgung der landwirthschastlichen Lehrkanzel und meine körperlichen Leiden in dem abgewichenen Winter gönnten, darauf verwendet, um einen Aufsatz über die Entstehung, Beurbarung und Kultur der Moräste, Sümpfe, Brüche, Moose, Moore und Torflager iM Allgemeinen, und des Laibacher Morastes insbesondere zu verfassen, und unterlege solchen hietnit der gütigen Beurlheilung dieser hochansehnlichen Gesellschaft. Ich hege keineswegs den Dünkel, daß dieser Aufsatz ohne Mängel wä¬ re, oder daß er den so wichtigen Gegenstand erschöpfend behandelte; viel¬ mehr fühle ich mich innigst überzeugt, daß er einer scharfen Feile bedarf, und daß noch manches gesagt werden muß, um die auf die Kultur des Morafl- und Torfbodens so einflußreichen Lehren der chemischen und mechanischen Agrikultur in das befriedigendste Licht zu setzen. Ich begnüge mich über diesen, jedem Vaterlandsfreunde gewiß anspre¬ chenden Gegenstand der Erste etwas gesagt, und dadurch Anreiz gegeben zu haben, daß Andere unter glücklicheren Umständen solchen zu einer weit grö¬ ßeren Vollkommenheit führen mögen. Noch sey es mir gegönnt, über mehr erwähnten Aufsatz und seine Gestat¬ tung der vielleicht nicht von jeden der hier versammelten Herren Mitglieder gelesen wird, etwas zu sagen. Das Ganze zerfällt in drei Abschnitte: I. Von der Entstehung der Moräste, Tostflager rc. Auf acht Seiten werden die Ursachen und Bedingungen angegeben, un¬ ter welchen ein Stück Land sich zu einen Sumpf- oder Torflager gestalte. II. Beurbarung der Moräste und Torflagers rc. Dieser Abschnitt wird von Seite 9 bis 78 behandelt. 30 Die erste und nothwendigste Arbeit bei einem derlei Boden ist die Ent¬ wässerung, die hier nach den Lokalvcrha'ltnissen sich in drei Stufen thcilt. Issns. Arbeiten, die Sc. Majestät unser atlcrgnadigstec Kaiser durch Höchst Ihren Hofbaurath mittelst der k. k. Landes - Baudicection aufführen lassen. »tcns. Distriktsarbeitcn, die Se. Excellenz unser hochverehrter Herr Lan¬ des-Gouverneur durch die Localmorastaustrocknungs - Commission auf beiden Ufern des Hauptableitungskanals, nämlich des Laibachflusses, nach Maßgabe, als die unter angegebenen Hauptarbeiten vor¬ schreiten, in Vollzug setzen zu lassen, und die den segenreichsten Fort¬ gang haben. Atene. Endlich in partielle Arbeiten, die den einzelnen Besitzer eines Mo- rastantheiles treffen. Auf diese Arbeiten kann der Einfluß und die Mitwirkung der Localmorastaustrocknungs - Commission nicht anders als sehr wohlthätig seyn, da Unkcnntniß oder böser Wille des Ein¬ zelnen derlei Arbeiten nur zu oft zum Nachtheil mehrerer anderer Lheilnehmer, besonders der angra'nzenden ausfallen machen. Fernere Beurbarung und chemische Boden - Verbesserung. s.) Abfchalung des Wasens oder der Filzdecke z b. ) Brennen der Wasenziegel; c. ) Ausstreuen der Asche; ck.) Untcrpflügen dec Asche. Bestandtheile der Asche und daraus resultirte Nutzbarkeit terselben auf Morast- und Torfboden. Vom gebrannten Kalke. Wenn wir die Ackerkrume mit zwei Prozent dieses Kalks versehen wol¬ len, so werden wir auf einen nicdcrösterreichifchen Joch folgende Proportio¬ nen bedürfen. Angenommen, daß s.) die ackerbare Schicht 4" fey; d. ) ein Kubikfuß dieser Erde im trocknen Zustand go Pfund wiege, wel¬ ches für das Joch c.) 1,728,000 Pfund ausmacht, so werden wir ck.) 34,560 Pfund Kalk, oder da ein Kubikfuß Kalk 43,31 Pfund wiegt, und ein Metzen Kalk 2 Kubikfuß desselben gleich seyn soll, mit Weglassung der Bruchtheile 392,93 Metzen nothwcndig haben. Vom ko hl en sauren Kalkmergel. 1.) Was er sey? 3l 2.) Wo man ihn finde? S.) Seine Aufsuchung. s.) Die Erde ciuf der Oberfläche, in Bachraufcn, Hohlwegen, durch eine Säure untersuchen; b. ) Pflanzen, die auf der Oberfläche wachsen, z. B. Huflattich, wil¬ der Salbei, gelber Hopsenklee, wilde Brombeere; c. ) Anwendung des Erdbohrers. ».) Eintbellung in Hinsicht seiner Brauchbarkeit. s.) Thonmergel; b. ) Kalkmergel; a.) Sandmergel. 5. ) Nach der Art des Borkommens. a. ) Mergelerde; b>.) Schiefermergel; c. ) Skeinmergel. 6. ) Nach dec Beimengung anderer Substanzen. s.) Muschelmergel; d. ) Gipsmergel; c.) Bituminöser Mergel. 7. ) Farben des Mergels. Er kommt unter allen Farben vor, je nach¬ dem ihm r>.) ein größerer oder minderer Erhalt von Metalloiden beiwohnt; k.) nach der Oridationsstufe derselben; K.) nach den beigemischten Erdharzen; b. ) detto detto Humus. 8. ) Grund der Widersprüche über die Anwendung des Mergels. s.) Unkenntniß der Natur des Mergels; t>.) Mißbrauch. 9. ) Die für den gegebenen Boden passendste Mergelart ist: s.) der Thon; b.) der Sandmergel. Wirkungen des Kalkes auf trockengelegten Torf- und Morastboden. n.) Chemisch bewirkt er die Auflö'slichkeit des verkohlten Humus; b.) er entsäuert den durch langes Liegen unter dem Wasser gesäuerten Humus. Wirkungen des Thons. Derselbe crkheilt dem losen Morast- und Torfboden, dec eigentlich nur ein Gewebe von holzigen Pstanzcnwurzeln und Fasern ist, mehr Bindung, 32 wodurch sich dessen wafferhaltende Kraft jvetmehrt, und die Wurzeln der in selben gesäelen Getreidearien einen festern Standpunkt erlangen. Hieraus wird es einleuchtend, daß jede Erde die einigermassen lhonhältig ist, die be¬ sagten guten Wirkungen hervorbriugt. Wirkungen des Sandes. Er drückt durch sein größeres spccisisches Gewicht einen derlei schwam- migten Boden zusammen, und macht ihn dadurch compacter, so daß die Feuchtigkeit in der Oberfläche desselben mehr angchalten wird. Anleitung zu einer zwar nicht chemisch genauen, jedoch dem Landwirkh genügenden Untersuchung des Thon- und Sandmergels auf seinen Kalk-, Sand- und Lhongehalt. Was die Qualität der Ausfuhr des Thonmergels auf ei¬ ne gegebene Fläche, z. B. ein niederösterr. Joch bestimmen? a. ) Sein Gehalt an Thon; b. ) dctto an Kalk. Hiezu ein Beispiel, wenn in 100 Lheilen Thonmergel 30 Ofo ab¬ schwemmbarer Thon und 10 oso Sandwärme, so dürfte cs genug sepn, wenn wir die Oberfläche des gegebenen niederösterr. Joch von 1600jHst oder 57600 mit Ij2 Zoll hoch dieses Mergels belegten, wozu wir 2400 Kubikfuß nothwendig haben, und wenn 6 Kubikfuß, jeden s 124 Pfund — 744 Pfund gerechnet, als die Ladung eines Zuglhieres bei nicht ganz guten Wegen angenommen wird, so müssen wir 400 derlei Fuhren an ei» niederösterr. Joch bringe». Zeit der Ausfuhr des Mergels. Seine fernere Behand¬ lung bis zur Saatzeit, besonders genaue Mengung mit der Ackerkrume. Muschelmergel. — Mau er sch o tt er. III. Kultur des Morastes oder Torfbodens. Wird von Seite 79 bis 137 abgehandelt. 1.) Ideale Eintheilung. ->.) Haus - und Wirthschaftsgcbäude, Hofraum und Wege; t>.) fernere Eintheilungen in H7. 1. ) Holz; 2. ) Wiesen; 3. ) Aecker. -4. Holz- 33 Holzpflanzen 1)7. a.) Weiden; d.) gemeine schwarze Erle; c.) schwarze Pappel; ck.) Silberpappel; o.) Traubenkirsche zu lebendigen Hecken; i.) rauhe Ulem Rüster; 8.) Esche; ki.) Eberesche; i.) Linde, Sommer-, Winter-. L. Wiesen 4)7. Hiezu zwei Verzeichnisse über Wiesengraser, und zwar: I. ) derjenigen Gräser, die auf nicht vollkommen entwässerten Morast und Torfboden passen; II. ) jener Grasarten, die für entwässerten Morast oder Torfboden taug¬ lich sind. Hiebei wird der Gewinnung des Grassamens erwähnt, so wie eines hiezu tauglichen Instruments vom Schweden Palmstadt in Stockholm, wel¬ ches in Dinglers polytechnischen Journal, erstes Märzheft 1828, abgebildet und beschrieben ist. Aufführen des Sandmergels, fernere Behandlung dieser künstlichen Wiesen. 6. A e cker 2)7. Beim Beginn der Kultur können wegen noch vorhandener Säure im Boden nur: 1. ) Kartoffeln; 2. ) Rüben; 3. ) Buchweitzen; 4. ) Hafersgebauet werden.- Die Kartoffeln werden auf derlei Boden wohl gerathem Ihre Pflanzung, Pflege und Ernte. u.) jede dritte Furche; b. ) das darauf folgende Eggen, wenn die Kartoffelpflanzen hevorgespros- sen sind; c. ) Behacken mittelst des dreischcrigen Extirpators; ci.) Jätten und Ausziehen des Unkrauts in den Reihen; e.) zweimaliges Anhäufen mit dem doppelten Strcichbrets-Pflug; I.) Abfchneiden des Krautes; 8-) Auspflügen der Kartoffeln; Aiinakn der k, k, Lanrwitthschafisg. la Llabach. g 34 k. ) Vortheil« und Arbeltsersparkitß dieser Kuttursmethodk. Rüben erlangen ost eine ausserordentliche Größe. Wuchweitzen dürste bis zur vollkommenen Austrocknung des Morastes als zweite Frücht aus dem Grunde nicht mit Vortheil gebauet werden kön¬ nen, da diese aus Asien stammende Pflanze durchaus keine Kälte verträgt, und die Lust an dem Morast mit vielen Wasserdämpfen erfüllt ist, die da¬ selbst am Tage mehrere Kühlung und Nebel erzeugen, des Nachts aber, wenn die Wärme der Luft noch tiefer gesunken ist, als ein starker kalter Lhau auf die Pflanzen niedcrsallcn, wodurch die Thätigkeit ihrer Organe vermindert, und endlich ganz ausgehoben wird. So sind auch die ungünstigen Einflüsse der Electricität und der Win¬ de zur Blülhenzeit dieser sonst wichtigen aöer sehr zärtlichen Pflanze nicht unbekannt» Änsmpfehlüttg« l. ) Den Samen zur ersten Saat nur aus Morgengegenden zu nehmen; z. B. jenen am Rande des Morastes, die bereits kultivirt sind; 2. ) nicht dießjährigen, sondern vorjährigen Samen zur Aussaat zu wählen; 3. ) frühe Bestellung der Wintersaat; 4. ) ist die ideale Eintheilung von 4^7 Wiesen und nur 2f7 Aecker aus dem Grunde gewählt worden, damit man Zeit gewinne, die ersten 2j7 gehörig zu verbessern, um dann sichern Schrittes zur weitern An¬ wendung der Beurbarungs- und Kultursmittel übergehen zu können, denn bei einer einzurichtenden Wirthschaft muß immer als Grundsatz angenommen werden, seine disponiblen Arbeitskräfte nicht zu sehr zu theilen, wenn man den gewünschten Zweck erlangen will. Mais. Seine Naturgeschichte im Kurzen, sein Anbau, wie ihn die Spanier bei den Südamerikanern fanden. Mit UebecgehuNg der roben Kultur des Drcitwürsigsamen — die Reihen- Kultur — und vorzüglich die Aussaat mit der Burger'schen Säemaschine. Seine Pflege und Kultur wie bei den Kartoffeln. Diese Kulkursmethode beider Früchte könnte mit vielen Vortheil als Eindruck machendes und Nachahmung hervorbringendes Mittel bei einer neuen Wirthschaft auf dem Moraste, die durch einen einsichtsvollen vorurtheils- freien Mann geleitet würde, Eingang finden, und ist das Eis einmal ge¬ brochen, so werden wir im Kurzen zwei Früchte mit weniger Kraft und Zeit¬ aufwand kultivircn sehen, die die beiden bevölkertesten Länder Europens, nämlich Irland und Italien, vor den sie sonst jährlich bedrohenden Hun- tzertodl, schützen. 35 Erträgniß des Maises. Wenn man den großen Mais auf zwei Schuh Entfernung der Reihen von einander, und in der Reihe eine Pflanze von der andern ein Schuh gcsäet hat, so stehen auf dem Joche 28000 Pflanzen. Rechnen wir jeder Pflanze einen Kolben zu (manche haben zwei, dafür aber wieder andere keinen) und rechnen wir, was wir aus Erfahrung wissen: 27 Kolben auf ein Metzen-Maßl, gZ2 auf einen Metzen, so ist der Ertrag 66 AZ Metzen. Seine Seine Aufbewahrung Entkörnung im Kleinen; im Großen, im Kleinen; im Großen. Sonnenblume. An sich eine Oehlpflanze. Das Oehl hievon ist frisch gepreßt dem Oliven- Dehl vorzuziehen; länger aufbewahrt, wird dieses Oehl leicht ranzig. Herr Rüder in Leipzig führt in den ökonomischen Neuigkeiten und Verhandlungen, Jahrgang 1828 an, daß diese Pflanze die vorzüglich gute Eigenschaft besitze, den Stickstoff ungesunder Luft sich anzueignen, und aus diesem wichtigen Grunde in Nordamerika bei allen jenen neu erbauten Städten, die in der Gabel zweier Flüsse angelegt werden, und wo tödtliche Wechsel- fieber nach den Austretungen der Flüsse herrschten, mit auffallenden Nutzen gegen diese Krankheit gepflanzt würden. Alle fetten Oehle bestehen aus zwei Stoffen: s.) dem in der gewöhnlichen Temperatur flüssigen Elain, und b.) dem in gewöhnlicher Temperatur starren Stearin. Beide dieser Stoffe haben einen Nicht unbedeutenden Anthcil von Stick¬ stoff, den diese Pflanze auch in ihren übrigen Theilen nach einem nicht un¬ beträchtlichen Maßstabe besitzen mag. Eines Versuches scheint die Sache werth zu seyn. H a ii f. Eine Gewebe-Pflanze, die im Morast, aber nicht inr Torfboden sehr gut gedeihet, und in derlei Boden, weNn das Klima warm ist, eine unge¬ heuere Größe (16) wie in den pontinischen Sümpfen erreicht. Die Kultur dieser Pflanze ist wenig kostspielig, da sie weder des JätteNs noch des Behackens bedarf, und doch ist ihr Erträgniß 6—^8 Eentnec vom Joche. Diese Pflanze hat getrennte Geschlechter. Das männliche nennt man Kimmel, an manchen Orten uneigentlich Hanüfln, 8' 36 Das weibliche geradehin Hanf. Nach dem Verblühen wird die männliche Pflanze gerauft, und gibt ei¬ nen feinern Bast. Die weiblichen geben um so weniger und gröbern Bast, als sie eine längere Zeit am Acker bleiben, dafür aber desto mehr Samen — und um¬ gekehrt. Es möge nun einer hochansehnlichen Versammlung gefallen zu bestim¬ men, ob sie aus ihrer Mitte einige Herren Mitglieder zur Beurtheilung des so eben im Auszuge vorgecragcnen Aufsatzes wählen wolle, oder ob selber in gleicher Absicht dem permanenten Ausschüsse übergeben werden soll, da¬ mit' er davon nach Befund des Werthes dieser Schrift Gebrauch machen kann. Von der Gesellschaft wurde der letztere Antrag gewählt. IV. Ermunterung z u r genauen Beachtung der in Wäldern wachsenden Eichbäu¬ me und zur Anzucht des Krumm Hs lzes, vom Herrn Erse kl- schafts - Präsidenten Grafen v. Hochenwart. Meine Herren! Es wird Ihnen erinnerlich seyn, daß, als im Jahre 1811 verschiedene Spekulanten Eichbäume zum Schiffsbau in Kram erkauften, der gewöhnli¬ che Preis eines dazu tauglichen Baumes zwei Gulden Conv. Münze betrug, und daß dermalen jene ganz ähnlichen Bäume um das Achtfache mehr bezahlt werden; eben so wird Ihnen die große Menge der Bäume bekannt seyn , welche in dem Zeiträume von 17 Jahren aus Krain in die zwei Seehäfen Triest und Fiume ausgeführt worden sind; nicht minder ist Ihnen bekannt, daß Eichbäume überall seltener werden, folglich ihr Werth immer mehr stei¬ gen müsse. Ich glaube daher, daß es jetzt der Augenblick sey, wo ich Sie meine Herren zunächst, und dann meine Landsleute im Allgemeinen auf die Kultur des Eichbaumes aufmerksam machen müsse; theils damit sie für ihre Enkel Schätze sammeln, theils damit sie ihre schlagbaren Baume wohl betrachten, ehe sie dieselben dem Beile überliefern, und zu beurtheilen im Stande seyn, ob ein Baum nicht etwa zum Schiffsbaus tauge, weil er alsdann den höch¬ sten Werth hat, und sich am besten bezahlt, endlich damit sie ihre Heran¬ wachsenden Bäume durch Kunst zum Schiffsbaue tauglich zu machen suchen mögen. Daß die Eiche unser langsamst wachsender Bäum sey, daß Derjenige, der ihn pflanzet oder auSsäet, niemals seinen halbvollendelen Wachsthum 37 zu erleben hoffen dürfe, ist eine Allen bekannte Wahrheit, allein Ließ kann kein Hinderniß seiner Kultur seyn; der Landmann muß, wenn er wahrer Landwirth zu heißen verdienen will, nicht nur seine Bemühungen auf Pro¬ ducts, die erst in ein oder zwei Jahren reifen, verwenden, sondern er muß sie auch auf solche ausdehnen, welche nach einem Jahrhunderte erst Nutzen bringen können. So wie man dem Acker durch Zuweisung verschiedener Verbesserungen einen erhöhten Bodenwerth zu verschaffen suchet, so müssen wir durch Pflan¬ zung der Eichen und deren Pflege unfern Wäldern einen erhöheten Werth zu geben suchen, der dauernd auf die dritte Generation übergehet. Hätten unsere Vorä'ltern nicht diese Sorge für uns gehabt, würden wir jetzt wohl so schöne Eichbäume aller Art nach Triest führen sehen, wür¬ de wohl so eine hübsche Summa Geldes bloß dieses Artikels wegen in un¬ serem Baterlande circuliren? Gewiß nicht. Ich wünsche also, daß Sie von nun an sich der Kultur der Eiche widmen möchten, um ihren Enkeln einen Schatz durch ihre jetzt zu verwendenden Bemühungen zuzustchern, der bleibender und lohnender als das im Kasten aufbewahrte Silber ist. Die von mir zu ihrem Gebrauche überlassene Bibliothek enthaltet ein Werk: „Vollständiges Lehrbuch, die Eiche natürlich, künst¬ lich und schnell wachsend zu erziehen, von Joseph Fuchs, Wien, 1824, mit fünf illuminirten und einer schwarzen Kupfertafel", welches Sie mit der Eiche und ihrer Kultur vertraut machen wird; auch finden Sie in Krünitz Encyclopädie alle möglichen Auf¬ schlüsse über diesen Baum, dieß und der Umstand, daß die Eiche in allen Kreisen unseres Vaterlandes gerne wachse, und häufig angetroffen werde, entbindet mich von der Auseinandersetzung seiner Handgriffe und Regeln, welche die Aussaat und Anpflanzung der Eichen, wenn sie zum Schiffsbaue geeignet werden sollen, erheischet. Auch ist folgendes Buch: „Becker Hermann, über Kultur, künstliche Bildung und Fällung des Sch lffsba uh olz es, Leipzig, 1804, mit einem Kupfer", geeignet, um allgemeine Be¬ griffe, wie das zum Schiffsbaue geeignete Eichenholz aussehen soll, entstehen zu machen; allein die Absicht meiner gegenwärtigen Rede an Sie meine Herren gehet nicht so sehr dahin, Sie zu belehren und zu ermuntern, wie Sie gerade Eichen durch Kunst krümmen, und so zum Schiffsbaue geeignet machen sollen; als vielmehr um Sie aufmerksam zu machen, die auf ihren Besitzungen wachsenden Eichen genau zu untersuchen, damit Sie dieselben erkennen mögen, ob sie schon dermalen zum Schiffsbaue geeignet seyen, oder durch einige Hülfe dazu geeignet gemacht werden könnten. Jsirien, dieses steinigte Land, producirt einen Schatz von derlei züm Schiffsbaus geeigneten Bäumen, und die väterliche Sorgfalt Sr. Majestät 38 des Kaisers, den Staatswald von Montana zu erhalten, sichert unserer Mo¬ rine eine anhaltende Ausbeute, welche, wenn sie auch nicht den ganze» Bedarf derselben decken kann, weil die Ausdehnung des Waldes zu beschrankt ist, so bietet sie dennoch eine große Aushülfe. Kann Istrien diese von allem Wasser entblößte Provinz, so herrliche Eichen pcoducircn, warum sollte es nicht Krain, welches einen gesegneten Boden und keinen Mangel an dem zur Wqldkultur nothigen Wasser leidet. Um nun einen allgemeinen Begriff vom Schiffsbauholz zu geben, so muß ich hier anführen, daß alles Eichen-Schiffsbauholz irgendwo eine Krüm¬ mung haben müsse, und daher gewöhnlich.Krummholz genannt wird, Um diesen allgemeinen Begriff näher zu bezeichnen, führe ich Becker's Worte am 17. Kapitel, xag. 97 an: Man gebruncht zweierlei Art S ch iffs b au h o l z, gerades rind krummes; zu den geraden gehören Masten, Stangen, Rallen, Bogssp riet,Bratspiele, Kielhylzer,Kielschwemme, Ruderpenicn, mehrere Dielen, Laufhölzer , Berghölzer, Hinterstecken, Unterschlage, welche alle meist von weichem, das ist vom Fichten-, Tannen- und Buchcnholze erzeugt werden. Zu den krummen kann man rechnen, die Anläu¬ fe des Kiels zum Vorstecken, Schelmhölzer, Krahnbai- ken, alle Arten Knie, Auflanger, Balken, Vorstecken, Bodenstücke, mehrere Dielen rc. rc. Alles Holz, es fey gerade oder krumm, muß durch¬ aus gut seyn. Enthält es rothe oder weiße Fäulniß, Fliegenholz, starke Eisrisse, lose Kruste rc. kann es nicht gebraucht werden, denn die Arbeit des Schiffbaues ist zu kostbar, als daß man die großen Summen an schlechtes Holz verschwenden könnte. Zu den geraden Hölzern, vorzüglich Kiclhölzern, Kielfchwemmen und Masten nimmt man die auserlesen¬ sten Bäume, in deren schlanken, geraden, hohen Wüchse die Natur ihr Meisterwerk geschaffen hat. B?i den Krummhölzern ist dieß gerade der entge¬ gengesetzte Fall: bei d e m'n a k ü rl i ch en Wuchs schießen die Bäume gcrqde auf, werden sie aber von anderen unter¬ drückt, durch umstürzcnde Bäume in der Jugend beschä¬ digt, durch Vieh verbissen, vom Eis und gefrornem Schnee nidergebeugt, n i e d er g efa h r e n, zertreten, in einem zu freien Stande vom Winde hin- und hergeschleudert, oder leiden sonst Beschädigungen, die auf unzählige Art statt haben können, so verliert der natürliche Wuchs seine 39 Richtung, die Bäumr verkrüppeln und werden krumm und schief. Uns solchen verunglückten Bäumen nimmt man iraS zum Schiffsbaue so unentbehrliche Krummholz. Hier muß ich bemerken, daß dieß nicht so ganz allgemein der Fall scy, sondern man sucht durch Krümmung und zweckmäßiges Beschneiden der Na¬ tur zu Hülfe zu kommen, wovon die Jstrianer Waldungen Ihnen den Be¬ weis liefern; auch ist derlei durch Zufall verkrüppeltes Holz meist fehlerhaft, Wie der Verfasser weiter unten selbst eingesteht, folglich immer vprtheilhaf- tcr Krummholz durch Kunst, und nicht durch zufällige Beschädigungen sich anzuziehen. Ließ krumme Holz, fährt Herr Becker fort, dem so sehr nachgesetzt wird, fängt jetzt an zu fehlen, und da¬ durch sehr kostbar zu werden; hier muß ich beifügen, daß ich be¬ sorge, in Krain werde manches Eichenkrummholz als Brennholz wegen Un- kenntniß verwendet, oder sonst auf eine andere Art verdorben, und ich wie¬ derhole cs noch einmal, deshalb habe ich Gegenwärtiges an Sie meine Her¬ ren gerichtet, um sich genauere Kenntniß von der Form und den Eigenschaf¬ ten des Schiffbauholzes beizulegen. Zwar gibt es, sagt Becker, noch krumme Bäume ge¬ nug, aber man findet unter Hundert kaum Fünf, die zum Schiffsbaue zu benutzen sind. Ließ rsihret daher, erstens; daß die krummen Stücke, welche man zum Schiffs baue gebraucht, zwei gerade Sei¬ ten haben müssen, oder deutlicher zu reden, die Haupt¬ biegung zwischen zwei geraden vertikalen Seitenflächen liegen müsse; gewöhnlich aber die krummen Stücke hin- und herschlagen, und an den Seiten vom Loth abwei¬ chen, daher die oft brauchbare Biegung wegen Mangel der sonst anpqssenden Holzarme nicht zu benutzen ist. Zweitens: daß das Holz häufig fehlerhaft ist, findet Man wirklich die gewünschten Stücke in der gewöhnlichen Form, so kann man wieder im Allgemeinen annehmen, daß von hundert Stücken nicht zwanzig gesundes und un- tadelhafkes Holz haben- Hier läßt sich leicht daraus er¬ klären, daß die Bäume in ihrer Jugend beschädiget sind, die Jugend fehler aber selten verschwinden, sondern mit den Jahren sich vergrößern. Scheint ein an Rinde und Splint beschädigter jun¬ ger Baum auch wieder unter neuer Rinde mit der Zeit geheilet zu sepn, so daß man äußerlich keinen Fehler 40 wahrnehmen kann, so findet sich doch bei näherer Unter¬ suchung gewöhnlich der alte Schade und zwar vergrößert wieder. Es hat sich unter der Rinde Wasser gesammelt, wodurch das Holz angefault und verdorben ist. Sehr na¬ türlich findet man diese Fehler in der Hauptbiegung, als dem Orte, der die größte Beschädigung erlitten hat. Sind die Bedingungen der Schäfte ohne starke, oder mit gar keinen Beschädigungen entstanden, wie dieß leicht möglich ist, wenn die niederbcugende Kraft die Krone, nicht aber den Schaft traf, so bleibt das Holz gesund. Auch verschwinden kleineBeschädigungen wieder, wenn das Holz auf einem angemessenen Boden steht, im Ge- g ent heil aber wird aus einem kleinen Fehler ein großer. Und eben so gibt es Gegenden, wo durchaus alles Eichen¬ holz fehlerhaft wird, vorzüglich gehören die dazu, deren Boden eine Unterlage von eisenschüssiger Erde hat, auf welchem dieSchäfte der jüngsten Eichen schon verdorben an¬ getroffen werden. So weit Herr Becker. Ich habe Herrn Becker angeführt, weil er kurz die Haupteigenschast des Krummholzes, so wie seine Fehler erwähnt. Um nun genauer die Struktur des Krummholzes kennen zu lernen, und um jeden Eigenthümer eines Waldes in den Stand zu sehen, beur- theilen zu können, welche Stücke unter seinen Bäumen zum Schisssbaue geeignet seyen, theile ich Ihnen die Abbildung mit, welche die vormalige Direction des Arsenals in Venedig zur Belehrung der untern Clasie der Waldhüther herausgab, und dem Waldpatente für Istrien ohne weiterer Er¬ klärung beigebunden sind. Dieses erschien im Jahre 17 78 in italienischer und illyrischer Sprache, und führt den doppelten Titel: „lerminarioni ciol collegio Dxeellentissimc» snpra knscsii clel gior- DO 16 Doeemhre. 1777 ^er la custoelia, eiisoiplina e cottura cloi bosclii, Uella ^rovincia äell'istria, a^pmovato, ckelli ckecreti ckel ecslentisoinio 8ensto 22 Kovsrnkre 1777 e 23 Aprils 1776." „lVareäjenje prusvikcennga uollegia Vurele clusirovaeir Dneva r6. pros^jinkLa 1777 la Itraku, naulea i telesnjs clusirava clarxave acl Isiris xnlivarcijsno s' neieckbami prukvikeeilvga 8snata 22. ktuclenoga »777 i 23, trsuna 1778." Ouilo Eaosars Vitterii, damaliger Waldinspector der Republik Vene¬ dig, den ich persönlich kannte, da er noch im aktiven Dienste im Jahre 180» in Eapo d' Istria stand, als ich daselbst Vice-Kreishauptmann war, 41 bat die Abbildungen anfcrtigen lassen, welche allen Waldhüthcrn zur Beleh- xung dienen, und ihre Aufmerksamkeit schärfen sollten. Jährlich wurden von Seite der Republik die sämmtlichen Staats - und Privatwälder begangen und untersucht, und wo ein tauglicher Daum oder ein zum Krummholze Hoffnung gebender gefunden wurde, trug man ihn in das Waldamts-Journal ein, er wurde gestämpelt, für den Staatsdienst gewidmet, und seiner Zeit bei dessen Fällung vergütet. Wenn wir nun Betrachtungen über die erforderliche Form der Bäume machen, so werden Sie in der ersten Figur die geradlinichten Bäume sehen, daß diese dichter zusammen, und in einem geschlossenern Stande stehen müs¬ sen, bedarf ich kaum zu erwähnen; in der zweiten Figur sehen Sie die ge¬ mischten krummen, und in der dritten Figur bemerken Sie acht ausgezeich¬ nete Baume, dje beim ersten Anblick unseren gewöhnlichen Eichbäumen ganz ähnlich sehen; wenn Sie aber die Bäume näher betrachten, werden Sie bemerken, daß jene Aeste, die früher gewachsen waren, und hatten wcgge- schafft werden sollen, oder wohl gar schon rein abgesäget oder abgeschnitten worden sind, durch einen weißen Durchschnitt im Aste bemerkbar gemacht wurden, und somit uns zur Belehrung dienen, wie Anfangs einem Baume nachgeholfen werden könne, damit er eine Krümmung erhalte, die feinem natürlichen Wachsthume am meisten zusagt, und wo ohne den Hauptstamm zu verletzen, oder das Mark und die innern Theile zu verrücken oder zu zerquetschen, dem Baume eine krumme Richtung gegeben wird, die ihm für einen oder den andern Theil der Schiffszimmerung tauglich macht, so¬ mit dessen Werth sehr erhöhet. Die vierte, fünfte und sechste Figur stellet fünfzehn Bäume vor, die bereits aller untauglichen Aeste beraubt, heranwachsen, und so ihre Fällungs- Periode erwarten. Sie sehen wie unscheinbar Anfangs derlei Bäume sich krümmen, und wie sehr sie in ihrem folgenden Wachsthume von der lothrechten Linie ab¬ weichen, wie nämlich der Saft zu denen stehen bleibenden Aesten und Blät¬ tern sich hinziehet, und der Andrang des Saftes gegen jene Stellen, wo die unnützen Aeste weggenommen wurden aufhöret, sich verdicket, und die erlittene Beschädigung ganz vernarbt, somit mit doppelter Kraft in der neu erhaltenen Richtung emporsteigt. Ich habe schon oben erwähnt, daß es mich zu weit führen würde, wenn ich hier die Behandlungsart der Eichbäume, ihre Erziehung und erste Anpflanzung erwähnen wollte, doch glaube ich Ih¬ nen aus meiner eigenen Erfahrung anführen zu müssen, daß ich bemerkt zu haben glaube, daß die Aeste am füglichsten Ende Juni oder halben Juli, wo der Trieb nachgelassen hat, sorgfältig und rein am Stamme abgcwor- fen werden sollten, wobei die verwundete Stelle mit der bekannten Baum¬ salbe, von Lehm, Kuhmist und Häckerling, wohl verschmieret werden sollte; 42 wer immer sich diese Mühe nicht verdrießen läßt, tvirb den Werth des Bau¬ mes wenigst vervierfacht erhalten. Ich empfehle Ihnen dabei folgendes Buch: Manuals sä uao äeAÜ agenti äsi Loisclri e «Zella marina, ÄliZsno 1807 , mit 27 Kupfertafeln. Du Hamel cis Moncesn «Zu transport «Zs la conser vslion, et «Zs Za iorcs clu Z>ois. l?aris 1767. Endlich die Zonales nrarittimes et coloniales, welche in Paris re¬ gelmäßig erscheinen, und die interessantesten Nachrichten rind Aufschlüsse er¬ halten. Wie viel Tausende von Eichbäumen mögen in unseren gesegneten Krain in denen Waldungen zerstreuet wachsen, welche durch eine sorgsame Hand der unnützen und schädlichen Aeste beraubt, diese für den Schiffsbau erfor¬ derlichen Krümmungen erhalten würden; wie viele, welche selbe dadurch nach einigen Jahren erhalten würden, und wie viele welchen durch Anlegung der von Fuchs und Becker anempfshlenen Schrauben diese geforderten Krüm¬ mungen künstlich gegeben werden konnten. Mögen Sie sich die Mühe nicht verdrießen lassen, ihre vielen Eichbäu¬ me einer strengen Prüfung zu unterwerfen, die erwachsenen werden ihr Ein¬ kommen vermehren, und die Hergnwgchsenden werden das dqnkbqr segnende Auge ihrer Enkel sehen. Laibach den 1. Mai 182g. V, Vortrag über die Fortschritte in der Obstbaumzucht in den Kreisen Lai¬ bach und Adelsberg, vom Gefells chaftsmitgliede Herrn Joseph Edlen », Vest. Das hohe Gubernium hat geruhet an den permanenten Ausschuß die Berichte und Ausweise der k, k. Kreisqmter Haibach und Adelsberg über die in diesen Kreisen im Jahre 1828 gemachten Fortschritte in der Obstbaum¬ zucht zur Einsicht und Erstattung seiner Aeußerung herabgelangen zu lassen. Der permanente Ausschuß hgt diesen hohen Auftrag bereits durch seine Berichte vom 26, Februar und 26. März d. I. entsprochen, und setzt hie- mit auch diese hochansehnliche Gesellschaft von deren Inhalt in die Kenntniß. Das k. k. Kreisamt Laibach, welches die Aufnahme der Obstbaumzucht im Allgemeinen bestätiget, zeichnet daß thätige Wirken des Bezirks-Eom- missärs Herrn Mertlitfch vorzüglich aus, dessen Verdienste in diesem Zwei¬ ge der Oekonomic bereits schon in der allgemeinen Frühjahrs-Versammlung des abgewichencn Jahres anerkannt wurden. 43 Aus dem vem k. k, Kreisamle Adelsberg dem hohen Gubernio vorgeleg¬ ten, mit den individuellen bezirksobrigkeitlichen Eingaben belegten summari¬ schen Hauptqusweise geht hervor, daß die Bezirksobrigkeit Wippqch in An¬ pflanzung von Obstbäumcn, dann Linden und Pappeln im Jahre 1828 am meisten geleistet habe, denn sie gibt, wie der vorliegende summarische Aus¬ weis . I ' darthut, die Zakl derselben aus 6000 Stück an. Ueberhaupt schöpft man aus dem Berichte dieses k. k. Kreisamtes die beruhigende Ueberzeugung, daß die Insassen, geleitet durch ihre Bezirksob- xigkeiten, und einige durch die Obstbaumzucht verdiente Manner, den hohen Anordnungen nicht nur Folge leisten, sondern sich auch von der Wohlthä- tigkeit dieser Verfügung überzeugt fühlen. Der permanente Ausschuß hat zur Förderung dieses wohfthätigen Zweckes an das hohe Gubernium die Vorstellung zu machen sich erlaubt, daß Hoch- ftlbcs geruhen möge an die vprzüglichern Obstbaumzüchter Belobungen zu spenden, und noch mehrere derselben zu gleichem Eifer zu beseelen. Ucbrigens wird zugleich zur Kenntnis gebracht, daß Herr Pfarrer Pir; dieses Jahr bei 8000 Bäume bereits veredelt hat, worüber in der Novem- her-Sitzung der Vortrag gemacht werden wird. vi. Vortrag r e s Gesellschaftsmitgliebes Herrn Johann Nep. Hradeczky, über die landwirthschaftlichen Versuche am Morastgrunde, Volar genannt. Das segenvolle Gedeihen der Unternehmung landwirthschaftlicher Ver¬ suche gm Moorgrunde, Volar genannt, zu welcher durch die kaiserliche Mu- Njsizenz unseres allergnädigsten Monarchen der Grund gelegt worden ist, wird nur von der thätigen Mitwirkung der chrenwerthen Gesellschaftsmitglie- Ler abhä'ngcn. Inzwischen werde ich mich bemühen der hochansehnlichen Gesellschaft eine gedrängte Uebersicht der bisherigen Leistungen und ihrer Resultate zu liefern. Nach dem früher vernommenen Vortrage unsers hochgeehrten Mitglie¬ des, Herrn Professor Edlen v. Vest, müssen bei der Kultur dieses Morastes die nämlichen Schritte, wie bei allen sonstigen Sümpfen beachtet, somit zuerst die erforderlichen Einleitungen zur Entwässerung, dann zur Vertil¬ gung des Mooses, und endlich zur Kultur des Moorgrundes getroffen wer¬ den. Aus dem vorliegenden Plane geruhe die hochansehnliche Gesellschaft zu 44 ersehen, daß der erste und vorzüglichste Schritt, rückstchtlich des MustcrhofcS am Volar, nämlich die Entwässerung bereits bewirkt worden sey. Sie ersehen aus dem vorliegenden Plane die Eintheilung der ganzen, der k. k. Landwirlhschafts - Gesellschaft überlassenen Moraststrecke (von 35 Jochen in 44 Parcellen getheilt) nach allen Richtungen mit Gräben ver¬ sehen, von welchen die an der Gränze zu zwei, die übrigen alle aber zu ei¬ ner Klafter breit sind. Alle stehen in Verbindung und führen das Wasser theils durch einen eigenen Abzugskanal in den Jschzafluß gegen Rudnig, theils durch den rechtsseitigen Strassengraben neben der Brücke in denselben. Durch die Anwendung des Erdbohrers hat die Morastaustrocknungs- docal-Eommission das erfreuliche Resultat der vorgenommenen Arbeiten, rück¬ sichtlich der zu bewirkenden Entwässerung bewährt gefunden. Diese Entwässerung machte den zweiten Theil der Morastkultur, näm¬ lich die Vertilgung des Mooses größten Theils möglich, denn durch das Sinken der Sumpfwässer ^erreichte der ganze Terrain in so weit die Trockenheit, daß von mehr als der Hälfte desselben (von der Parcelle Nr. 1 bis zum Hauptgraben neben dem Hause) das Moos den Flammen ge¬ widmet werden konnte. Schwerer und mit mehreren Kosten nur war es möglich zur dritten Kulturstufe, nämlich zur Verwandlung des Moor- grundeS zu schreiten. Da der Morastterrain vormals Wald gewesen ist, und sich in demsel¬ ben noch mächtige Baumwurzeln befinden, auch diese Gegend noch vor einem Jahre mit dichtem Gebüsche von Forchen und Birken verwachsen war, so konnte der Schöllpflug nicht in Anwendung kommen, und es mußte zuerst das Gebüsch ausgeräutert, und dann der Moorgrund durch das Grabscheit ausgcstochen und mit Haken umgekehrt werden. Diese Arbeit ist auf dem Distrikte von 16 Jochen vollbracht, nämlich auf der Hälfte des ganzen Terrains unter dem Hause gegen Laibach, dann auf den Parcellen Nr. 28 und 4t). Das Ausbrennen des Torfgrundes wurde theils inz vorigen Herbste, theils in den wenigen günstigen Tagen dieses Frühjahrs in den Parcellen Nr. 12, 36, 37, 38, 39 und 40, und zwar mit so gutem Erfolge voll¬ zogen, daß auf den beiden ersteren Parcellen Winterkorn, auf den sul, 36, 37 und 38 aber Sommerkorn ausgefäet worden ist. Die Parcelle Nr. 39 bleibt theils für Erdäpfel, theils für Fisolen bestimmt. Die Parzelle Nr. 3 wird zur Aussaat des Heikens, und die ond Nr. 40 zur Aussaat des Hirfes zugerichtet, um sowohl für die Anstalt den mög¬ lichsten Ertrag zu einiger Beihülfe für die Auslagen zu erreichen, als auch die Absicht zu erzwecken, daß die Kultur dieser weiten Strecke, dann auch die gehörige Eintheilung in Frucht- und Grasboden erhalten kann. 45 Noch muß der hochansehnlichen Versammlung das Resultat der bereits am Musterhofe vorgerückten Viehzuht vor Augen gestellt werden, indem da¬ durch nicht allein alle Vorurtheile gegen die vom Moraste vorgefaßten Mei¬ nungen entkräftet werden, sondern auch die frohe Aussicht auf den Sani¬ tätsstand dargethan ist, indem sich der ganze Viehstand, bestehend in zwei Zugochsen, drei Kühen und dreien bereits dort gebornen Kälbern der be¬ sten Gesundheit erfreuet, ja selbst an den sonst besorgten Klauenkrankheiten nichts zu leiden hat. Wie sehr dieser Kultursversuch alsVelehrendes Beispiel zur Nachahmung wirkt, wird durch den Umstand faktisch erwiesen, weil sich fortan die Be¬ werber um Ueberkommung dec zu Ansiedlungen in Antrag gebrachten, auf dem vorliegenden Plane schon abgetheilten, und grö'ßtentheils mit Gräben versehenen Dominica! - Terrain Volar andrängen, auch in der Hoffnung der Gewährung ihrer Bitte bereits nicht allein die Kultivirung begonnen haben, sondern nebstbei Alles in Bereitschaft fetzen, um daselbst nach der von dec lobl. k. k. Baudirection ertheilten Vorschrift Wohn- und Wirthfchaslsge- baude zu errichten, wie solches auf dem Plane in den Antheilen XXI, XXII, XXIII und XXIV ersichtlich ist, indem sich daselbst schon dermal die Gegend besonders vorthcilhaft für die Kultur eignet. Mit eben so raschem Eifer betrieben die Insassen von Brunndotf die Verthkilung der Nustical - Gemeinweide, oder eigentlich den ganz untragba¬ ren Terrain ckelsen p>ock Garmain, welche bisher nur für die kühnsten Za¬ ger zugänglich war, um sie mit Abzugsgräben zu versehen, und daselbst die Kultur dec vortheilhaften Gründe beginnen zu können. Diese erfreulichen Resultate werden sich ungemein mehren, wenn der Schwelldamm an der Krakau gehoben seyn wird, indem cs erst dann der Morastaustrocknungs-Local - Commission möglich seyn wird, die Tiefen zu erkennen, nach welchen alle Arbeiten in Beziehung auf den Ablauf der Sumpf- und Regenwässer in den Hauptstrom geleitet werden sollen. In Hinsicht der auf die Kultur des Musterhofes am Moraste verwen¬ deten Kosten muß Referent in Erwähnung bringen, daß aus den vom Ge- sellschaftsmilgliede Herrn Joseph Seunig vorgefchvssenen 500 fl. die Stallung, die Dreschtenne und die übrigen nöthigen Behältnisse hergestellt "worden sind, und die Auslagen auf Aushebung der Wasserabzugsgräben, dann Ausräuterung des Gebüsches von den 16 Joch messenden Terrains, endlich auf Ausstechung des Moorgrundes berichtiget wurden, und zwei Zug¬ ochsen erkauft worden sind. Der Bedarf zur Bestreitung der currenten Wirthfchaftsauslagen beläuft sich aus Löhnung zweier Knechte zu 2a fl., dann einer Magd mit 12 fl., auf jährlich baarcn 60 fl., und wenn hiezu für die Verkostung dieser drei-Pcrsonen jährlich nur 140 fl. angenommen werden, so zeigt sich das Erfordernis elr 46 „es JahreS mit 200 fl. ohne Zurechnung des erforderlichen Capitols für das anzuschaffende und zu erhaltende Jnvcntarial-Vermögen. Die drei Kühe wurden vom Referenten beigefchafft, Und auf die Verpflegung des sämmtli- chen Hornviehes dürfte der Ertrag jener ParcellcN, die bereits in Kultur gefetzt werden, zu Guten kommen. An Subscriptionsbciträgcn zur Erhaltung dieses Musterhüfes sind vort dem Herrn Gesellschafts-Präsidenten 100 fl. zugesichert, und vom Herrn Pfarrer zu Asp, Joseph Gogaha, 40 fl. bereits erlegt worden. Nach beendetem Vortrage gerührten Se. Excellenz dec Herr Landes- Gouverneur und Protectoc der Gesellschaft dem Referenten die Weisung zU ertheilen, Hochdieselben auf die zu errichtende Kubscriptionsliste zur Kultur dieses Morastmusterhofs mit 100 fl. M. M. votzuiNecken. VII. o rtr s s r c s Gesellschaftsmitgliedes Herrn Joseph Edlen v. Vest über den der Gesellschaft gehörigen Pollanahof. Die Hälfte des Gartens und zwei von den vier Feldstücken sind irt diesem Frühjahre zum Besten des Gesellschaftsfondes Neuerlich in Pacht ge¬ geben worden. Dec bleibende halbe Garten, welcher drei Quadrate enthält, wird zur Vermehrung der Saamen- und der Baumschule, zur ferneren Kultur der Rebschule und zur Anpflanzung der 40 verschiedenen Karcoffelgattungen ver¬ wendet. Sowohl im Spä'lherbste des abgewichenen Jahres 1828, als im Früh? fahr des Jahres 1829 sind zu drei verschiedenen Malen Aussaaten von Birn- und Aepfelkörnern edler Obstgattungen gemacht würden, um immer einen den Bedarf entsprechenden Vorrath von Wildlingen zu haben. Der verflossene harte Winter, besonders die am Enke der Monate De¬ cember und Jänner eingetretene wärmere und feuchte Witterung, welcher in den ersten Tagen des Februars eine durch 14 Tage dauernde strenge Käl¬ te, wobei das R. Thermometer bis auf 17° unter Null sank, folgte, hat unter den im Frühjahre 1828 veredelten 1010 Birn- und 5llZ Aepfeistämm- chen manche Lücke veranlaßt, mit deren Herstellung Referent in Gesellschaft mit den Schülern der Landwirthschaftslehre sich dermalen, insoweit es die für das Veredlungsgcschäft noch immer ungünstige Witterung erlaubet, be¬ schäftiget, und worüber er in der nächstkümmenden allgemeinen Herbstver¬ sammlung den pflichtschuldigen Bericht erstatten wird. Die im Jahre 1827 veredelten Birn- und Aepfclstäm nchen sind in gegenwärtigem Frühjahre größtentheils zur Krone geschnitten worden, da 47 sie die hiezu erföbderliche Hohe von 6 Schuhen hatten, und kömtnen im Frühjahre 1830 kn die Rubrik der verpflanzbaren Baume. Da der im Jahre 1826 vom Herrn Dr. Lorenz v. Vest zu Grätz auf Veranlassung der k. k. steiermärkischen Landwirthschafts-Gesellschaft un¬ ternommene Versuch einer systematischen Zusammenstellung der in Steier¬ mark kultivirlen Reben sich bisher nur auf einige wenige Gegenden der un¬ tern Steiet'mark beschränkt, und nicht weiter fortgesetzt zu werden scheint, so ist Referent der unvorschreiblichen Meinung, daß die in der Rebschule vorsindigen Reben, welche das hohe Gubernium auf die gehorsamste Bitte des permanenten Ausschusses aus dem Neustädtler Kreise im Frühjahre 1826 zu gleichem Zwecke zu verschaffen die Gnade hatte, da sie auf einem Rau¬ me von zwei Schuh Entfernung als Schnittlinge gesetzt wurden, nun aber bewurzelt sind, folglich zu beengt stehen, im Frühjahre 1830 ausgehvben, rind entweder nüentgeldlich vertheilt, oder um den Gesellschaftsfond für den Boden und für die durch drei Jahre auf ihren Wachsthum verwendete Pfle¬ ge einigermassen zu entschädigen, das Stück nach Maß der Qualität von 6 bis 12 kr. verkauft würden, indem durch die Einstellung des vorerwähnten Versuches die gehegte Absicht die Varietäten des Weinstocks in Unterkrain naher zu bestimmen, verloren gegangen ist. Auf der Wiese hinter dem Garten gegen den Laibachfluß sind zur Ver¬ vollständigung der Anlage von hochstämmigen Kernobstsorten in diesem Früh¬ jahre sechs Birn- und Aepfelbäume abermals gesetzt, und so die Anzahl der auf der Wiese nun befindlichen auf 30 Stücke gebracht worden. Auf den zwei nicht verpachteten Feldtheilen werden 1. ) Kartoffeln nach dem Pfluge gesetzt; 2. ) Mais und Zwerg -Phaseolen mir der B urger'schen Säemaschine gesäet, während ihres Wachsthums mit dem Schaufelpfluge behackt, und mit dem doppelten Streichbretspflug behäufelt. Gleiche Pflege ebhalten die Kartoffeln. Endlich wird 3. ) mit der Fe l lenk erg'fchen Säemafchine Heiden gesäet. Alle diese verschiedenen Feldoperationen werden wie immer unter der praktischen Leitung des Referenten als Professor der Landwirlhschaftslehre von den Schülern derselben vollführet. Da der Herr Präsident dieser hohen Gesellschaft den Wunsch heget, daß der Tag dec Vornahme jeder dieser verschiedenen Arbeiten vorläufig durch die Landeszeitung bekannt gemacht werde, um Jedermann für den diese Ar¬ beiten einiges Interesse haben könnten, hievon in die Kenntnis zu setzen, so wird Referent cs sich zur angenehmen Pflicht machen in gehöriger Zeit die Tage dieser verschiedenen Leistungen unter den Bedingungen anzuzeigen: r>.) daß nm Tage der Operation die Witterung schön sey; b.) daß der zu bearbeitende Feldtheil sich in den gehörigen Feuchtigkeits- 48 Zustand befinde, indem von diesen beiden Bedingungen der gute Er¬ folg der Arbeit mit Maschinen unerläßlich abhängt. Vortrag des Gesellschaftsmitgliedes Herrn v. Vest über die Reifezeit re. der Kartoffeln nach den Beobachtungen des Herrn Mathias Metelko, Kaplan zu Lustthal. In der allgemeinen Versammlung vom 20. November 1827 hatte ich die Ehre über die von dem Jahre 1825 bis 1827 beobachtete Reihenfolge der Reifezeit von 41 Kartoffelgattungen, die von mir auf dem dieser k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft eigenthümlichen Pollanahof kultivirt werden, dieser hohen Versammlung einen Vortrag zu erstatten, welcher von Hoch- selben beifällig ausgenommen wurde. Im Frühjahre des Jahres 1827 übergab ich 30 Kartoffelgattungen, und zwar von jeder Gattung vier Knollen dem Herrn Mathias Me¬ telko, damals Kaplan zu Lustthal, (welcher im Jahre 1821 einer meiner ersten Hörer der Landwirthschaftslehre war) mit dem Ersuchen mir seine Beobachtung über die Reifezeit derselben mitzutheilen. Herr Metelko entsprach diesem meinem Wunsche, nicht nur hin¬ sichtlich der Reifezeit, sondern er dehnte seine Bemühung auch auf dir' Ernte der Kartoffeln, und zwar: a. ) nach der Zahl der Knollen, die je vier Satzkartoffeln lieferten; b. ) nach deren Gewicht aus. Ferner gibt er auch von jeder Gattung s.) die Höhe des Krauts zur Zeit der Blüthe; b.) das Erscheinen der Pflanze äusser der Erde vom Tage der Saat an gerechnet, mit einer ihm eigenen Genauigkeit an. Aus seiner Beobachtung über die Reifezeit der Kartoffeln geht für mein über diesen Gegenstand vorgelegtes Verzeichnis die beruhigende Ueberzeugung hervor, daß die angeführten Kartoffelgallungen an beiden Orten beinahe ganz in gleicher Reihefolge ihre greife erlangten. Referent glaubt der hohen Versammlung den Antrag machen zu müs¬ sen, seine im Jahre 1827 bekannt gemachte Reifefolge-Zeit der Kartoffeln sammt dem nunmehr vorgelegtcn Berichte des Herrn Mathias Metelko dem illyrifchen Blatt einverleiben zu lassen. Die Versammlung beschloß die Genehmigung dieses Antrages, und er¬ suchte Herrn v. Vest um^die Redaktion des dießsälligen Aufsatzes für das illprische Blatt. VIII. An- 49 VIII. Angora - Ziegen. Herr Gubernialrath und Protomedicus Jeuniker in Triest hatte die Güte dieser Gesellschaft seine Mitwirkung als correspondirenbes Mitglied der¬ selben durch Uebersendung von einem Paar Angora-Ziegen, und zwar bei¬ derlei Geschlechts zu bethätigen. Die Versammlung" beschloß die dankbare Annahme dieses Geschenkes, und übertrug dem permanenten Ausschüsse die weitere Einleitung, damit die Pflege dieser Thiere von einem Gesellschastsmitgliede übernommen werde. IX. Brandschaden - Bersicherungs - Anstalt. Die Versammlung wurde in die KenntNiß gesetzt, daß von der inner- österreichischen Brandschaden-Versicherungs-Gesellschaft nunmehr eine per¬ manente Inspektion für das Herzogthum Krain bestellt wurde, und daß da¬ her die interimistisch bestandene provisorische Direktion ihre Wirksamkeit vol¬ lendet, und ihr Bestand aufgehör't habe. X. G esellsch a s t s - A n N a lett. Da nunmehr die ersten Bände der Gesellschafts-Annalen zum Drucke bereit liegen, so beschloß die Versammlung die Verbindlichkeit der Gesell¬ schaftsmitglieder zur Abnahme eines Exemplars um den accordirt werdenden Preis, und zur möglichsten Verbreitung des Absatzes dieser landwirthschaft- lichen Zeitschrift, deren, Auflage statutenmäßig angeordnet ist, auszusprechcn, XI. Geschenke für die G e se l l sch afts - und Bibliotheks- Ankäufe. Herr Zurrende, Gefellschüftsmitglied zu Brünn, de» vaterländischen Pilger pro 1829. K. K. Ackerbau-Gesellschaft in Klagenfurt, vier Exemplare ihrer Wirth- schasts-Kalender pro 1829, und ein Heft landwirthschaftlicher Notizen. Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Earl von Oester¬ reich, acht Hefte in fünf Bänden mit dem Titel: „Landwirthschaftliche Hef¬ te von Wittmann v. Denglctz. K. K. patriotisch-ökonomische Gesellschaft in Prag, sechs Exemplare ihrer gtößern und kleinern Wicthschasts-Kalender pro 1829, und ein Exem¬ plar der neuen Auflage des I. Bandes, erstes und zweites Heft ihrer neuen Schriften cie 1828. Herr Franz Ritter v. Heintl in Wien, correspondirendes Mitglied, ein Exemplar seiner neuesten Druckschrift: „Unterricht im Seidenbau." K. K. mährisch-schlesische Gesellschaft: vier Hefte ihrer Mittheilungen vom Jahrgange 1828 , nebst sechs Exemplaren ihrer größeren und kleineren Wicthschasts-Kalender pro 1829. Annalen der k. k. Lantwmhschaftsg, j« Laibach. 4 so Ankäufe für die k. k, Landwirthschafts - Gesellschaft, Eartenzeitung von Frauendorf. Goutta, Gesetze, 52^ und 52^-r Band. Wörterbuch der Naturgeschichte. Polytechnisches Journal, azt-e Band. Schwarz, praktischer Ackerbau, Band. v. Kürsinger, Hauptrepertorium. Richarde, Obst- und Weinbau, so Exemplare, zur Bethcilung der Hörer der Landwirthschastslehre. XII. Wahl neuer Mitglieder, Wirkliche Mitglieder» Herr Jacob Doll en z, Pfarrer zu Feistritz in der Wochein. Herr Johann Pogatschnig, Rentmeister der Herrschaft Neumarktl. Herr Mathias Metelko, Curat in Pension zu Salloch. Herr Carl Wittek, Amtßverwalter der k. k. Staatsgüter - Admini¬ stration. Herr Franz Ritter v. Wiederkher zu Wiedersbach, Inhaber des Gutes Kleinlack. Herr Andreas Jerras, Pfarrer und Dechant zu Morautsch. Herr Anton Koschier, Pfarrer zu heil. Kreuz bei Thurn. Herr Anton Freiherr v, Codelli, k. k. Gubernial-Secrctär iu Laibach. Herr Carl Waschnitius, Bezirks-Commissar in Prem. Herr Clemens Graf und Herr zu Brandts, Freiherr zu Leon¬ id urg, Forst- und Fallburg, k. k. Kämmerer und Gubernialrath in Laibach. Herr Anton Varga v. Szigeth, k. k. Stämpel-Gefallen-Re- spicient in Laibach, Inhaber des Gutes Wildcnegg. Herr Chrysostomus Pochlin, Stadtpfarrer bei St. Jacob in Laibach. HerrMartin Jvanetitsch, k. k. Hauptschul-,Direktor in Adelsberg« Corrcspondircnde Mitglieder. Herr Anton Ritter v. Wittmann zu Denglaz, Landstand in Böhmen, Mahren und Schlesien, Beisitzer mehrerer Comitats-Gerichtsta¬ feln, Mitglied mehrerer ökonomischen Gesellschaften, und Oberregent der Herrschaften Sr. k. k. Hoheit des Erzherzogs Carl, in Wien. Herr Stephan Andreas Renier, Professor der Naturgeschichte 51 in Padua, Director des Naturalien-Cabinetts daselbst, und Mitglied meh¬ rerer gelehrten Gesellschaften in Padua. Herr Ludwig Arduino, Professor der Agronomie in Padua, und Director des agronomischen Gartens daselbst, Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften in Padua. Herr Franz Repeschitz, Auscultant des k. k. Stadt- und Land¬ rechtes in Görz, Ehren - Mitglieder, Seine Duchlaucht Herr August Longin, Fürst v. Lobkowitz, Her¬ zog zu Rudniz, gefürsteter Graf zu Sternstein auf Melnik, Gri¬ sch i z, D o h a n l a , O z i g owa und S e d liz, k. k. geheimer Rath, Käm¬ merer, Gouverneur der Königreiche Gallizien und Lvdomerien, mehrerer ge¬ lehrten Gesellschaften Mitglied. Se. Ercellenz Herr Alexander Rudnai v. Mud na, Cardinal- Priester, Fürst-Erzbischof von Gran und Primas, dann oberster und ge¬ heimer Kanzler des Königreichs Ungarn, des h. römischen Stuhls I-oZa- r»8 rmtus, und immerwährender Obergespan der Graner Gespanschast, Groß- kreu; und Prälat des königl. ungarischen St. Stephans-Ordens, k. k. ge¬ heimer Rath, Mitrichter an der Septemviral-Tafel, Präses der geistlichen Commission, und Mitglied der Landwirthschafts - Gesellschaft in Wien. Se. fürstliche Gnaden der Herr Graf v. Firmian, Fürst-Erzbischof in Wien, k. k. geheimer Rath, Prälat des k, k, Leopolds-Ordens und mehrerer Gesellschaften Mitglied. Se. Exccllenz Herr Aloys Graf v. Ugarte, Herr zu Brendig und Kracozka, Ritter des k. k. österc. Leopolds-Ordens, k. k. geheimer Rath und Kämmerer, Präsident der k. k. Landesregierung ob der Enns, und Präsident der Herren Stände daselbst. Se. Excellcnz Herr Johann Freiherr v. Jo sika von Bra nizka, k. k. geheimer Rath und Kämmerer, Präsident des königl. Landes - Guber- niums in dem Großfürstenthume Siebenbürgen. Se. Excellenz Herr Joseph Sardagnazu Meanberg und Hohenstein, niederösterreichischer und tirolischer Landstand, k. k. wirkli¬ cher geheimer Rath und Kämmerer, niederösterreichischer Obrist- Landrich¬ ter und Landrechts-Präsident. Herr Niklas Freiherr v. Waken, Herr auf Mittergraben, Ritter des königl. ungarischen St. Stephans-Ordens, S. C. E. Kreuz, Comman- deur des königl. würtembergischen Civil - Verdienstordens und des Censtan- tinischen St. Georgs-Ordens von Parma, Ritter des kaiserl. russischen St. Annen-Ordens zweiter Claffe, dann des königl. sächsischen Civit - Verdienst- Ordens , dann k. k. wirklicher Hofcath in Wien. 52 Herr Pa«! Graf v. Brig id o, k. k. wirklicher Kämmerer, Major und Herrschafts-Inhaber, in Triest. Herr Franz Graf v. Menge tti, Ritter der eisernen Krone zweiter blasse, Mitglied des Instituts der Künste und Wissenschaften in Mailand, und der Akademie der schonen Künste in Venedig, k. k. wirklicher Hofrath, in Mailand. Herr Aloys Edler v. Schw inner von Bernau, k. ?. Hostath, Ritter des kaiserl. russischen St. Wladimir-Ordens vierter Classe, desgro߬ herzoglich-hessischen Ludwigs-Ordens zweiter Classe, Beisitzer der Grund¬ steuer - Regulierungs - Hofcommission. Herr Hugo Freiherr v. Eger, Vice-Präsident der k. k. Hofkam¬ mer, Mitglied der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Wien. Herr Joseph Edler v. Fälsch, k. k. Hosrath in Zara, Herr Joseph Martin Koben, Domherr und General-Vicar von Gurk, der k. k. und ständischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Künste in Kärnten Mitglied, in Klagenfurt. Herr Carl To re sani v. Lanz selb, S. C. C. Kreuz, ?. k. wirk¬ licher Hofrath und General-Polizey-Director in Mailand. Herr Modest Ferina, Ritter der eisernen Krone, k. k. Gubernial- Rath und Bischof in Padua. Herr Franz Aglietti, General-Seeretär des Atheneums in Ve¬ nedig, vr. der Medicin und mehrerer gelehrten Gesellschaften Mitglied, in Venedig. Herr Johann Graf v. Thurn, Hofer und Valsasfina, k. k. Kämmerer, Ritter des Johanniter-Ordens, S. C. E. Kreuz, Gubecnial- Rath und Delegat in Venedig. XIII. Wahl eines Ausschußmitgliedes. Das Ausschußmitglied Herr Zenker erklärte Krankheits wegen nicht ferner mehr sich diesem Geschäfte widmen zu können. In Folge dessen wur¬ de zum Ersätze durch statutenmäßige Wahl geschritten, und bei derselben das Gesellschaftsmitglicd Herr Johann Nep. Hradeczky zum AuS- schußmitgliede gewählt.