(W llMlch esM lMtcD KamstaZ den m. December 1836. ^1",,1,„ n ' ^ ,.'imi---------------........________________^__^_^ ^. '.______—____ '_____ Abv - eI - Uayer. z ----------------------^- „ , ^^ . ' <^a dieser Mann noch immer die Franzosen m Algier lebhaft beschäftigt, so theilen wir aus. einem ' französischen Blatte die nachstehende Schilderung mit. Abd - el. Kader gehört ciner sehr alten MmabutfamMe an,^ die ihren Ursprung auf die Fatinu'tischen Kalifen zurückfahrt; er ward in der Guctnavvn Sidi^Macchi» din, in der Umgegend von Mascara, auf dem Gebie« lhe des Haschems, geboren. Diese Guetna ist eine Art Seminar, wo die Marabuts, seine Vorältern, junge Leute versammelt hatten, um sie in den Wissenschaften der Gottcsgelahrtheit und der Nechtskunde zu unterrichten. Sie liegt auf der Seite eines hohen Gcbirgs in reihender und mahlerischer Lage, wo alles zum Studium mW zum Frieden der Seele auffordert. Dk Erziehung, welche Abd. el.-Kader von seinem Vater er, l)telt, der in ihm einc verständige und kräftige Natur wd, war so gut, als sie bei einem Araber seyn kann. Noch sehr jung, ward er schon durch keine Stelle des H^-an m Verlegenheit gebracht, und seine Erklärun-An/ '""7 "/ ^ g'lchicktesten Commentatoren. ^ widmete er.sich mit Eiser dem Studium der Be-^cttundderCM^ ^e^n cmes, Landes, ein unermeßlicher Vortheil ^ kennt die Geschichte seiner Na- g"neinU^"^^nstigemitderihng^ ^ er die L ib sMw"'"^' ^'"l" wenig vernachlässigte d«s aus mm ?' "^ ^^'""' ^h dann beson- 'W der Berberei w '^ ^gemein für den besten Rci- ^"dem. Überhaupt machte cr sich in seinem. zwanzigsten Jahr durch die Vereinigung aller schönen, Eigenschaften, welche die Menschen an denen, die sie an ihre Spitze stellen, gern sehen, bcmcvklich. Abd-el-' Kader ist 28 Jahre alt, ron mittlerer Größe und nicht, sehr beleibt; sein Gesicht ist sanft, geistreich und aus-gezeichnet; seine Augen sind schön, sein Bart schwach^ und schwarz; aus femcn schlecht gercihtcn Hähnen d««! merkt man blaue Flecken; seine Hände sind schön, und' er wendet besondere Sorgsalt darauf; dm Kopf trägt er etwas gegen die linke Schulter gencigl; stine Manieren, sind einnehmend und voll Feinheit und Würde; er überläßt sich selten dem Zorn, und bleibt stets seine« Herr; , seine ganze Gestalt ist verführend, und es ist schwer, ihn zu kennen, ohne ihn zu lieben. Abd.-cl'Ka^ der besitzt großen persönlichen Muth,, doch ist sein GciM mehr zum DMnisiren als für.dm Krieg geschaffen^ Obschon sein Sinn in den peinlichen Umständen, irß denen er sich befand, jehr gestählt wurde-, so hatte e« doch einige Augenblicke der Niedergeschlagenheit. Sein«! Sitten sind rein, selbst streng; er hat nur ein- Frau« die er zärtlich liebt., Seine Familie besteht aus einem Mädchen v on, vier, oder fünf Jahren, und einem Sohnoj der ihm wenige Tage vor dem Einzüge der, Franzose^ in Mascara geboren wurde.. Während seines AufcntH Haltes in dieser, Stadt bewohnte er, mit seiner Family ein ziemlich schönes Haus,, das jedoch den, Namen eis ncs Pallastes nicht verdient- Er lebte hier ohne Wai chen, als einfacher Privatmann., IcdcnTag begab er sic» ziemlich frühzeitig, in, den Pallast oder Beylik, um hie« die Verwaltungsgcschäfte' zu.besorgen und seine Audienz zen' zu geben. Abends kehrte er nach Hause zurück, wä . er wieder Pri'rauuann, wurde.- Abd- el.- Kadw iA ^ - 210 - sehr einfach gekleidet; seine Tracht ist die eines einfachen Arabers, ohne irgend eine Art Verzierung oder Würdezeichen; nur bei seinen Waffen und Pferden entfaltet er einigen Luxus. Er hatte eine Zeit lang einen Burnus, dessen Troddeln von Gold waren, schnitt sie aber bei folgender Gelegenheit ab. Einer seiner Schwiegerbrüder, den er zum Ka'io eines mächtigen Stammes ernannt hatte, trug in dieser Stellung eine Pracht zur Schau, die Murren veranlaßte. Er ließ ihn rufen, rügte sein Benehmen und fügte dann bei: »Nimm ein Beispiel an mir; ich bin reicher und mächtiger als du, und sieh einmal, wie ich gekleidet bin; ich will sogar diese elenden Goldtroddxln, die du an meinem Burnus siehst., nicht behalten." Und alsbald schnitt evsie ab. Seit dieser Zeit trug er weder Silber« noch Goldfaden mehr an sich. Abd-el-Kader ist ein großer Freund des Studiums, dem er die wenigen Augenblicke der Muße widmet, welche ihm sein thätiges Leben läßt; er besitzt eine kleine Bibliothek/ die ihm aus allen seinen Märschen folgt. Befindet er sich aus einem Kriegs« zuge, so zeigt er sich weit königlicher, als in der Stadt. Er bewohnt dann ein prächtiges, sehr bequemes und gut eingerichtetes Zelt. Man brachte ein klejnes, sehr ' elegantes Cabinettchen darin an/ worin er arbeitet. Seine Zeit verwendet er im Lager, wenn der Tag nicht durch kriegerische Operationen iiz Anspruch ge<--nommen wird, aus folgende Arr: nommc er nacy vem Marsch des Tages in seinem Zelte an, so behält er nur einen Diener bei sich und widmet einige Augenblicke der Sorge für die Reinlichkeit des Körpers. Dann läßt er Secretäre kommen und nach und nach seine vornehmsten Offiziere, und arbeitet mit ihnen bis vier Uhr; hierauf zeigt er sich am Eingang seines Zeltes und verrichtet persönlich das öffenaiche Gebeth; dann predigt er eine halbe Stunde lang, und wählt sorgfältig einen religiösen Tcrt, der ihn natürlicherweise in Stand setzt, die Ideen, die er über Krieg uny Politik zu verbreiten sür angemessen hält, in Umlauf zu dringen. Übrigens ist Niemand genöthigt, seinen Predigten beizuwohnen. Wenige Augenblicke daraus setzt er sich zu Tische; er ißt mit seinem ersten,Secretär, Mi» lud-Ben-Arasch, seinein innigsten Vertrauten, seinen Brüdern, wenn sie sich beim Hccre befinden, und am häufigsten mit einem seiner Aga§; die Gerichte, die man ihm aufträgt, sind nicht viele, allein sie sind gut und mit Sorgfalt zubereitet. Er raucht nicht und schnupft nicht, und trinkt wenig Kassel). Abd.-cl-Kader scheint sehr religiös und voll Vertrauen auf dii Vor« schung, ist jedoch nicht fanatisch. Erträgt kein Bedenken, Neligionsangclegenheiten mtt Christen zu erörtern, und thut es ohne Bitterkeit und höflich. Er! ist el'n redlicher Mann und hat feste moralische Grundsätze; er hält sein gegebenes Wort treu, obschon er im diplomatischen Sinne des Wortes fein und verschlagen ist; nichts ist seinem Charakter widerstrebender als Grau« samkeit; er regiert seine Araber mit Gerechtigkeit und Milde; er zeigte sich, wenn er konnte, milde und Hochherzig gegen seine Feinde. Bloß zwei wurden unte» seiner Verwaltung, und zwar erst nach gefälltem M« theil, hingerichtet: der Kadi von Arzew und Sidi-«l« Gomary, Scheik von Angad, der im Monat August 1835 in Mascara gehängt wurde. Man sagte, el habe Sidi-el-Aribi erdrosseln lassen, aber dieser Scheik, der Verraths halber gesetzlich verurtheilt worden war, starb an der Cholera in seinem Gefängnisse. Die Unterhaltung Abd-el-Kaderö ist ausnehmend lebhaft. Herr Allegro, damals Ordonnanz-Ossizier des Gens« rals Trezel, besand sich kurze Zeit vor der Wiederauf-nähme der Feindseligkeiten bet ihm, und gab ihm ei» nes Vages auf geschickte und geziemende Welse del) Rath, von einem Theil seiner Forderungen in Betreff des Friedensvertrags des Generals Desmichels abzustehen, und suchte ihm zu zeigen, er solle sich durch die Liebkosungen des Glücks nicht verleiten lassen, nach eiyem vielleicht außer seinem Bereich liegenden Ziel« zu trachten. »Allegro," sagte ihm der Emir, »vor drei Inyrrn ,pnr ia? nur nvu? clnrr vrr vl.er Söhne meines Vaters, genöthigt, wenn ich einen Mann in einem Kampfe getödtet, mich seines Pferdes und seiner Equi-pirung zu bemächtigen, um meine Sache zu vcr« mehren. Du siehst, was ich jetzt bin, und willst, ich soll kein Vertrauen in mich haben!" Abd-el.-Kader scheint Europa's nur materielle Vervollkommnungen zu beneiden, und macht wenig Aufhebens von unserer Sättigung. Er hört gern von den Negicrungshandlun-gen?Zonaparte's sprechen, und was er an ihm am meisten bewundert, sind nichtseine militärischen Triumphe, sondern die Ordnung, die er, nach einem allge« meinen Umsturz der Dinge, in die Regierung sc'nec Staaten zu bringen wußte. In seiinm Privatleben gilt. Abd-ei-Kader für mehr als sparsam, aber als Fürst spendet er Zu gehöriger Zeit. Über Handel und Finan< zen hat er sehr falsche Begriffe. ---------<»----------- M i s c e l I e n> Thomas Campbell erzählt in seinen Briefen aus Algier eine sehr sinnreiche Methode, deren sich di« Arabcr im Innern von Algier bedienten, um ihre Älel-der von dem Ungeziefer zu reinigen. »Als ich" erwähnt er, »a«f mem.er Reise von Algier nach Mascara ans - 211 - einen Haufen von Arabern stieß, so bemerkte ich einige von ihnen, die, ungeachtet der Sonnenhitze, ganz nackt auf dem Noden saßen, und ihre Kleider nicht weit von ihnen liegen hatten. Auf meine Frage, was dieß bedeute, erfuhr ich, daß diese Lcme ihre Kleidung auf Ameisenhaufen gelegt hatten, um das Ungeziefer von den Ameisen verzehren zu lassen." Der kleine Istrianer Mathias Gulia, der sich auch in Prag hatte sehen lassen, und sich gegen-wärtig in Paris besindel, hat, des Hagcstolzenstandcs müde, sich entschlossen, eine Lebensgefährtinn zu suchen, die er auch bereits gefunden hat. Die Auscrtorne heißt Nosa Padovani, ist aus Venedig gebürtig, gut, schön. geistreich und _ gerade einen Zoll größer als ihr Verlobter. __ Anekdote. Als Foote, der große englische Schauspieler, sich das Bein abnehmen lassen mußte, rief er einige Male imgeduldig aus: »Ist denn das Bein noch nicht ab?" Der-Chuurg war ein schwerfälliger, verdrießlicher Mann, der ihm mürrisch zur Antwort gab, daß man dergleichen Dinge nicht übereilen müsse. »Entschuldi. ll,en Sie, theuerster Herr Dotter", entgcgnete Foote, m halber Ohnmacht, »es ist das Erstemal, daß ich den ^paß erlebe, em Bein zu verlieren; das Nächstemal werde ich schon gelassener seyn." M Ä3/6 Verzeichniß der M das Landes - Museum eingegangenen Beiträge. N?. 436. Von einem Ungenannten aus """."' em daselbst gefundener seltener Wurzel. 8 v^^uche,'" ^°""bform, 6 Zoll hoch und -^«»t. (Söhne E^'l^' ^^^'"' ^"n. I^nclav. et .ä2.o; ^ 1 Tkai^ ^ ^""'s von Stcyermark) (!c>n8lantlen8is, 176»; — der Interregna!-Zehner des letzten Vicars des heil. röm. Reiches, Carl Theodor von Vaiern, 1792; — 11^1-222», Venedig se^e vacanw, 1796. (Werth: zusammen 12 fi. 5 kr.) Ni-. 138. Vom Herrn Ioh. Bapt. Zurck, pcns. Beamten des k. k. Triester Hauptzollamtes: 55 Stücke Kupfermünzen, worunter 2 altrömische, 1 I'»« tue und 1 Hi,clrianu5, 3neuere Städte-Münzen ohne Iahrzahl, mehrere ältere vcnetianische sulcii, und an« dere sotlini, <)u2c1rini, t^i-2Nl eavatli, sous, ?enn/, ^nni^or und Kreuzer, welche insgesammt einzeln in den Museal-Catalogen beschrieben sind. Nr. 139. VomHerrn Joseph Stökl, Schullehrer zu Wivpäch, 7 silberne und 13 Kupfer-Münzen der neueren Zeit; unter den erstern Groschen und Kreuzer von den Jahren 1619, 1698 und 1699; unter den letzteren mehrere L^uccln von Nenstlict XIV.'; kiu5 VII., I^c> XII. und Qi-egnr XVI., und MÜNM von Nordamerika, Deutschland und Griechenland. Rr. 140. Von dem Waaren-Aufleger Valen, tin Omeiz in Laibach, ein schöner Dominanz, I?orwn2 Hugu^ii; und von einem Ungenannten l Eil-bergroschen: ^erä. II,, 1628, und ein Kuvser^et-ton: ^lexanilci-, Kaiser von Nußland; Friede und Glück. ^ ^lr. 141. Vom Herrn Cnstos Heinr. Frcye r, mehrere schöne, während eines kurzen Ausfluges auf das Land gesammelte Exemplare von Steinarten, worunter die vom schwarzen und grauen Hornstein und vom grauen und röthlichen Achat des K,-Lmcntni lirik bei A.6li die vorzüglichsten sind; ferner einige Exemplare des schwarzen Grauwackenschiefers mit Kalk-spath und Schwefelkies, von Nadlischck (n 2 ? 2 j-Ic« vi m u) und einige Stücke des schwarzen und grauen Hornsteines von l ner des Landes-Museums, welche sich zur Lei' siung und Sammlung von Beiträgen' für di< Erhaltung des vaterländischen Instituts bereit er-kläret haben, werden hiemit ersucht, dieselben m>'t thunlichster Beschleunigung an das hohe k. k. ^^Landes- Präsidium einzusenden. des krain. Landes Museums Mnbach den 22. December 1836. ________!^D________________________^________—««-35»' Der, Verlag, dieser Zeitung findet sich bemüßi^ct, die löbl. Bezirks - Hcrrsthaftcn, welche noch mit Insertionsgebühren. im Rückstände sind, zn'i cusuchen, dieselben, ehestens, berichtigen ^ wollen, als sonst in Hinkunft weitere Instrate abgewiesen werden,müßten.. Laibach,, im. December. 1836. - ^evacteur: Fr. Vav. Neinrich. Verlraer; Hgnaz. M. Evttr v. Aleinmav"'