Mittheilungen des historischen Vereines für Krain im December 1NS Redigirt von dem Secretär und Geschästölciter, ft. ft. Finanz - LonciMen August Dimitz. Das Budget der Lnnerösterr. ^rblande im Ansauge des L8. Jahrhunderts. Im Archive des historischen Vereins findet sich eine von dein Buchhalter Einer löbl. Landschaft in Krain, Sc> bastian von Naigersfeldt zum Adlershoffen/ verfaßte »Information oder resp. Instruction, welche sonderlich ein Landt-Buchhaltcr in Krain nothwendig wissen soll, wenn er anderst seinem Officio rechtschaffen vorstehen will." Der Verfasser der 5 % Blätter starken, auf der letzten Seite abgebrochenen Abhandlung beruft sich bezüglich seiner Befähigung auf seine mehr als fünfzigjährige Dienstleistung, welche aber nicht gehörig gelohnt worden, in welcher Beziehung er auch einige Empfindlichkeit an den Tag legt. Er kommt zunächst auf die „Proportion der Länder", als: der Krone Böhmen sammt Schlesien, Mähren, dann die fünf österr. Erblandc (Ober- und Unterösterreich, Stcier, Kärnten, Krain, Görz) zu sprechen. Diese Proportion zu entwerfen, zeigt er in einem Beispiele. Wenn das Königreich Böhmen dem Landesfürsten 1,200.000 fl. pro subsidio bewilligt, so ist zur Auffindung der Proportion (des Bcitragsvcrhält-nisscs) diese Summe in Neuntel zu theilen und kommen sonach von der ganzen Bewilligung auf das Königreich Böhmen 4/„, welche austragcn . . 533.333 fl. 20 kr. das Fürstenthum Schlesien % mit . . 400.000 „ — „ das Markgrafthum Mähren % mit . 266.666 „ 40 „ _ Summa obiger Bewilligung 1,200.000 fl. — kr. Hiebei ist zu bemerken, daß zu dem böhm. Contingcnte von % die Grafschaft Glaz den 30. Theil beizutragen hat; wird von obigen % pr. . . . 533.333 fi. 20 kr. der die Grafschaft Glatz treffende 30. Theil abgeschlagen mit. . . . •. 17.777 „ 46% „ verbleiben noch . . 515.555 fl. 33% kr. Von diesem Reste entfällt auf die Stadt Eg er das Contingent mit dem hundertsten Theile pr.................... 5155 „ 33% „ hat sonach das Kgr. Böhmen abzuführen 510.400 fl. — kr. die Grafschaft Glaz, wie oben . . 17.777 fl. 46% kr. die Stadt Eger ....... 5155 „ 33% „ Summe wie oben 533.333 fl. 20 kr. Wenn das Königreich Böhmen mit den incorporirten Landen, als Schlesien, Mähren, Grafschaft Glaz und Stadt Eger 1,200.000 fl. bewilligt, so betrifft die übrigen fünf Erblandc die Hälfte mit 600.000 fl. Von diesen hat das Erzhcrzogthum Oesterreich unter der Enns beizutragen ein Drittel mit 200.000 fl. — kr. das Land ob der Enns das Sechstel oder die Hälfte von Niederösterreich . 100.000 „ — „ zusammen . 300.000 fl. — kr. Dieses Land ob der Enns hat sich seit einiger Zeit allein zu einem Drittel, außer der n. ö. Bewilligung verstanden. Die andere Hälfte aus den 600.000 fi. betrifft die drei inucröstcrreichischcn Laude Stcier, Kärnten und Krain mit 300.000 fl. Dazu soll die Grafschaft Görz gleichmäßig den Beitrag leisten, hat sich aber Anno 1578 aus der Schlinge gezogen und trägt seither nichts bei, sondern bezahlt ihr Contingent an die innerösterr. Hofkammcr. Ans dieser Summe pr. 300.000 fl. betrifft nach gc-rechrer Proportion das Land Steicr „auf ihre 92000 Pf. Gelter"........................... 184.000 fl. - kr. das Land Kärnten „auf 36000 Pf. Gelter" 72.000 „ — „ „ „ Krain „ 22000 „ „ 44.000 „ — „ Summe wie oben 300.000 fl. -— kr. Bei diesem ist anzumerken, daß die drei innerösterr. Erblande ratione der Extra ordinari Contributions-Ver-willigung nicht an die Proportion gebunden sind, sondern nur nach dem Vermögen oder Wohlstand eines oder deS andern Landes bewilligen. Das obige Bcitragsverhältniß hat auch bei den anno 1709 introducirtcn Recruten und Rimonta, dann Logier oder Bcgnartierung der kaiserl. Miliz ztl gelten, wurde aber nicht immer sich daran gehalten, daher Beschwerden wegen Disproportion (unverhältnißmäßiger Beitragslcistung) entstanden. Diese zu erläutern, geht der Verfasser auf die alte „Ansag" der Länder zurück. Aus des 1543. Jahres Handlungen (Landtagshandlnngen) sei zu ersehen, daß sich das Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns angesagt hat mit . . 69.045 Pf. 11 3 h. das Land ob der Enns mit. . . 37.512 „ 9 2« „ „ Steicr mit . . . . 72.248 „ 11 2,. „ „ Kärnten mit . . . . 34.824 „ — )> „ „ Krain mit. . „. . . 22.000 „ — V die Grafschaft Görz . . . . . 5632 „ — r, Eben in diesem Jahr 1543 ist wegen der bewilligten 300.000 fl. laut Pragcrischcn Vergleich ddo. 29. Dccem-bris die Ansag ad margin™ uotirt worden, daß nämlich das Land Oesterreich unter der Enns über sich genommen 96.000 fl. — kr. Oesterreich ob der Enns . .... 40.000 „ 9 Steicr .... 75.000 „ Kärnten .... 37.500 " ~ 9 Krain .... 19.500 „ V Summe 268.000 fl. — kr. Anno 1578 ist bei dem zu Bruck a. d. Mur gchal- teilen Landtag die Ansag von dem Lande Stcier angesetzt worden mit ..... . . . Pf. 72.000 — kr. von Kärnten mit . . . ...» 34.000 „ Krain „ ... . . . „ 22.000 » Summe Pf. 128.000 — kr. Aus dieser Ungleichheit in den Ansagen ist die Disproportions-Streitigkeit zwischen allen ober-, nieder- und inneröfterreichischen Erblanden gegen die Krone Böhmen, dann der drei iunerösterreichischen Lande gegen Ober- und Niedcrösterreich, endlich zwischen Kärnten und Kram als lädirtcn und dem Land Stcier als sublcvirten Theil entstanden, welche zu keinem Abschlüsse kam. Weil aber das Land Steicr diesen Streit Anno 1720 wegen der von dem löbl. Graf Rabatinischeu Dragoner-Regiment in diese drei Länder in die Quartiere gewiesenen 8 Compagnien wiederaufgenommen und bei den hohen Dicasterien die Beschwerde beigebracht, daß das Land Kärnten von obbeuanntcn Compagnien zwei, das Land Kram eine Compagnie in's Quartier erhalten, die übrigen aber in Steter zu bleiben haben, so wurde von Sr. May. und dem Hofkricgsrath in Wien zur Gewinnung einer beständigen Richtschnur Bericht abgefordert, welchen das Land Krain unterm 5. März 1720 einsendete. Hierüber brachte das Land Stcier eine weitere Bcschwerdcschrist bei Ihrer Kays. May. ein, worin es sich darauf berief, daß hierin schon von altersher eine Richtschnur bestehe, und daß 1645 zur Zeit Ferdinand's I. nach Ausweis landschaftlicher Schriften die Repartition unter den Erblanden zu Prag und Wien dergestalt eingerichtet worden, daß in allen oneribus Böhmen, Schlesien, Mähren, die Grafschaft Glatz und die Stadt Egcr soviel als alle übrigen österreichischen Erbländer (nämlich Ober- und Unterösterreich, Stcier, Kärnten, Krain und Görz), dann aber Ober- und Unterösterreich soviel als Stcier, Kärnten, Krain und Görz, Stcier aber allein soviel als Kärnten, Krain und Görz 31t tragen haben solle. Wie denn bishcr dic alte Observanz gewesen sein solle, daß von den in die drei Erbländcr gelegten Soldatcnquarticren, Recrutenstcl-lungen und bergt. Auflagen, jederzeit die Hälfte das Land Stcier, die andere Hälfte aber mit % in Kärnten und % in Krain eingetheilt worden. Sollte hierin eine Abänderung geschehen und Kärnten und Krain gegenüber Steiermark geringer belastet werden, so müßte auch diesem gegenüber Ober- und Niedcrösterreich eine Verringerung zugestanden, mithin die vorige Einrichtung völlig geändert werden. Dieses Vorgeben der steirischen Landschaft sei ganz unbegründet und vom Land Krain auch dermaßen widerlegt worden, daß die erstere dawider mit Fug und Recht nichts weiter erinnern könne, wie dieses der unterm 7. Mai anno 1720 an die inncröstcrr. geheime Stelle erstattete Bericht ausweise. Dieß berühre jedoch nicht den anno 1677 zu Marburg wegen der Festung Pctrinia abgeschlossenen Receß, sondern cs sei sich einfach an das Verhältniß zu halten, wonach die Ansage in Steier 92.000 Pf., in Kärnten 36.000 Pf. und in Krain 22.000 Pf. Geldes betrage. Nun übergeht der Verfasser zu der Recruten- und Remontcnstcllung, welche Anno 1709 in den Lauf gebracht worden. Das landesfürstliche Begehren erstreckt sich auf 20.000 Recruten, dann 4000 Cürassier- und 2000 Dragoner-Pferde. Von den Recruten hat das Königreich Böhmen mit der Grafschaft Glaz und Stadt Eger nach der (mißbräuchlichen) Proportion (disputirlichen Disproportion) und also mit Läsion der Erblande zu stellen . . . 6528 Köpfe das Herzogthum Schlesien..................... 4352 „ » Markgrafenthum Mähren..................2176 „ Summe 13.056 Köpfe das Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns hat sonach zu stellen . 2314 Kpf. das Erzherzogth. Ocsterr. ob der Enns.................1158 „ Herzogthum Steier . 1736 ) „ Kärnten 1016 3475 „ „ Krain 723) Macht zusammen .... 6947 „ Zusammen 20.003 Köpfe Da nun nicht sobald Hoffnung, meint der Verfasser, daß die Uebcrbürdung gegen die Krone Böhmen durchgc-fochtcn werden könne, anch gegen Ober- und Nicdcröster-reich von den drei iunerösterreichischen Landen nicht leicht etwas auszurichten wäre, so haben die beiden Lande Kärnten und Krain allein gegen Stcier die Läsion zu verfechten und in ihren Landtagshandluugcn allein soviel Recruten zu vcrwilligcu als die rechte Proportion austragc. Dicsemnach kommen aus obigen 3475 Köpfen auf die Steirischen 92.000 Pf. Gelter 2132; auf die Kärntnischen 36.000 Pf. Gelter 834 und auf die Krainerischcn 22.000 Pf. 509 Köpfe. Zusammen obige 3475 Köpfe. Königreich Böhmen Kürass. Dragon.-Pferde und dessen incorporirte Laude. . 2612 — 1312 auf Ober- und Niederösterreich . 694 — 344 11 „ die 3 innerösterr. Erblande . 694 — 344 n Summe 4000 — 2000 r> Die auf die 5 österr. Lande entfall. Anzahl Pferde beläuft sich auf . 1388 — 688 Yi Dafern aber die Proport., wie selbe derzeit liegt, genommen würde, so hätten diese Lande die Hälfte von dem böhm. Contingent zu nehmen mit - . 1306 — 656 1 d wonach sich die Läsion darstellt mit 82 — 32 11 Obiges Coniingent der 3 innerösterr. Lande nach der alten Proportion vertheilt, ergibt sich für das Land Steier 426 — 211 11 „ „ Kärnten ..... 166 — 63 11 ,, „ Krain 102 — 50 H Summe wie oben 694 — 344 1) 275.374 fl. - „ 168.896 fl. — kr. 131.118 „ Der Hauptstrcit wegen unvcrhältnißmäßiger Belastung bezicht sich auf die Erhaltung der Grenzen gegen die Türken und besteht darin, daß der „Windische Kriegsstaat", welchen das Land Steier 1625 zu erhalten übernommen, sich aus 104.502 fl. belauft, hingegen der „Croatische und Mcergränz-Kriegsstaat", welche beiden die Lande Kärnten und Krain übernommen, über 143.000 fl. erfordert. Derentwegen die Anno 1661 nach Marburg zum Kongreß abgeordnete Deputaten das Grenz-Musterregister vorgelegt, und obige Summe damit beglaubt, auch begehrt haben, daß auch die Herren Deputirten von Steier das Grenz-Musterregister des windischen Kriegsstaates vorlegen sollen. Diesem Begehren wurde nicht entsprochen, sondern die von Steier gaben vor, ihre Ausgaben belaufen sich aus 131.118 fl., Gebäude, Munition und andere außerordentliche Posten mitgerechnet. Damals bestand die Ucberbürdnng darin, daß das Land Steier mit seinen 72.000 Pf. Gelter ein Mehreres, als die windische Grenze hätte übernehmen und den beiden andern Landen, welche bloß 58.000 Pf. besitzen, einen Beitrag reichen, auch das Grenzhaus Petrinia hatte übcrneh nien sollen. Dagegen haben Kärnten und Krach, laut Musterrcgtster von 1712, 143.488 fl. zu entrichten, auch die Laibacher „Schloßguardi" um 768 fl. zu verpflegen. Es hat also das Land Steier den windischen Kriegsstaat zu bezahlen mit.................131.118 fl.—kr. Kärnten und Krain den croatischcn und Meergrenz- Kriegsstaat mit .... 143.488 „ — „ und die Laibacher Schloßguardi mit . 768 „ .— „ Summe 275.374 fl. — kr. Diese 275.374 fl. nach der Ländcr-Ansag abzutheilen konimt auf die Steirischen 92.000 Pf. Gelter................................ 168.896 fl. — kr. auf die kärntn. und krainer. 68.000 Pf. 106.478 „ — „ macht wie oben Wird öott der das Land Steier sonach treffenden Summe pr. . . . abgezogen die wirkliche Ausgabe desselben mit . . . . . . . . . so ergibt sich, daß die beiden Lande _____________________ Kärnten und Krain um.................. 37.778 fl. — kr. zu viel beisteuern. Diese Ueberbürdung betrage seit 1625 bis Ende 1720, als auf 96 Jahre 3,626.688 fl. Doch habe dieser Läsionsstreit keine Bedeutung mehr, da er durch den Marburger Rcccß (25. Mai 1677), bestätigt vom Kaiser Leopold unter Dato Schloß Eberstorff, 15. October 1678 geschlichtet wurde. Hierauf übergeht das Manuscript auf die Details in der Bestreitung des croatischcn und Meergrenzstaates. Die Landschaft in Krain hat mit jener in Kärnten den croatischen und Meergrenz-Kriegsstaat auf vicljährige Verhandlung anno 1625 unter gewissen Bedingungen und gegen Ucbcrlassung „der hievor cingcraumbtcn auch bisher in schwung erhaltenen und weiter zu continuircn habenden Miteln" übernommen, welche Uebernahme jährlich mittelst der ordentlichen Landtagsproposition erneuert wird. Demnach habe eine löbl. Landschaft in Krain ihrerseits die Hanpt-mannschaft Oguliti und die dahin incorporirtcn Grenzfleckcn mit der darunter dienenden Miliz zu unterhalten und die Bezahlung des Soldes zu leisten. Diese Bezahlung besteht in Geld, Tuch und Proviant, alles in deutscher Währung. Nämlich die 15 deutschen Plätze zu Ogulin haben in Ordinari-Proviant jährlich 90 Star Weizen, diese und die andere unter dieser Hauptmannschaft-dienende Miliz ferners die „extraordinari Proviant" von der fürstl. Auersberg'schen Herrschaft Pölland nach vorheriger Verständigung mit dem Rentmeister oder Verwalter wegen des Preises, zu beziehen und wird ihnen der sonach berechnete Werth am Sold abgezogen. Was über Abzug der Proviantirnng den Grenzsoldaten gebührt, wird ihnen von zwei zu zwei Jahren gegen des cmimmn-direnden Grenzofficiers Hauptqnittung ausbezahlt, und zwar die Hälfte im baren Gelde deutscher Währung, die andere Hälfte in gutem Cenedatuch zur Montirung der Soldaten, jedoch nicht in natura, sondern es wird am Solde 3 fl. pr. Elle zugerechnet. Hier geht das Manuscript auf die Bemerkung ein, daß dem Lande bei dieser Proviantirnng ein erheblicher Nutzen entgehe, welches in einem Beispiele erläutert wird: Die Ogulin'sche Grenze nimmt an Proviant eines Jahres 2000 fl. Diese 2000 fl. werden aus dem General-Ein-nehmeramte mit barem Gelde bezahlt, oder an der Steuer abgerechnet, was auf Eins hinausläuft, hingegen der Grenze in Tuch und Geld an ihrer Gage abgezogen, so daß 1000 fl. in Geld und 1000 fl. in Tuch in Abzug kommen. Wenn aber die 1000 fl. in Tuch abgcreicht würden, so betragen sie nach dem Grenzbedarf 333 V$ Ellen oder 389 Brätschen; jede Brätschen wird und kann erkauft werden um 1 fl. 30 kr., welches austragen würde in deutscher Währung.............................. 833 fl. 20 kr. Es entgeht also dem Lande bei 2000 fl. Proviant ein Ruhen von............... 466 „ 40 „ Summe 1000 fl. — kr. Das Manuscript geht nun aus die Bestreitung des Aufwandes für die Meergrenze über, bricht jedoch hier ab, mit der Bemerkung, daß dieser jährlich 44.052 fl. betrage. Noch ist nachzutragen, daß zufolge eines bei dem Manuskripte befindlichen Zettels im Jahre 1518 die Landtagsbewilligung folgendermaßen vertheilt wurde: 1. Für Ober- und Niederösterreich . 120.000 fl. 2. „ Steier, Kärnten, Krain . . 100.000 „ 3. „ Tirol........................ 120.000 „ 4. „ Vorderösterrcich............. 60.000 „ Summe 400.000 fl. A. Dimih. ZSocmraentEa tistoriae Forojuliensis saecnli 5III. ab an-1200 ad 1299, summatim regesta a P. Josephe Bianchi Utinensi. Unter dieser Überschrift enthält der XXI. Band des von der historischen Commission der kais. Akademie der Wissenschaften herausgegebenen „Archivs für Kunde österreichischer Geschichtsqucllcn“ einen wichtigen Beitrag zu der Geschichte des nltehrwürdigen Patriarchats Aguileja, von dem bereits durch „Document! per la storia del Friuli dali 1317 —1332. Udine 1844 — 45. 2. torn.“ rühmlichst bekannten P. Josef Bianchi. Um das Gebotene richtig zu würdigen, folgen wir der vom Verfasser vorausgeschickten „Praelocutio.« Ist es einerseits die tiefe Vaterlandsliebe und die echte Bescheidenheit des Gelehrten, der die Uucrmcßlich-keit seiner Ausgabe erkennt, welche so wohlthuend in den beredten Samen classischen Lateins zu uns sprechen, so muß cs andererseits Interesse erregen, den Weg zu verfolgen, welchen der Verfasser eingeschlagen hat, um zu seinem Ziele zu gelangen. Er beschreibt die Bedenken, welche ihm zuerst die gestellte Aufgabe erregte, und welche nur die tiefe Ergebenheit für die Heimat bewältigen konnte. „Hac mente per triginta fere annos to Ins fui in lustrandis per-scrutandisque tabulariis et bibliothecis tum publicis tum privališ hujus civitatis atque provinciae: in evolvendis codicibus atque chartis paedore horridis atque situ; in enucleandis et interpretandis notis insolubilibus litterarum nexibus obvolutis, vaeuis saepe manibus latum pertentans inane....“ Er sah bald die Nothwendigkeit ein, seine Forschung auf ein engeres Gebiet einzuschränken und wählte dazu das 13. und 14. Jahrhundert. Die Schriftdenkmale dieser dunklen Zeit sind beinahe alle verloren gegangen, und so schien sich dem Forscher eine unermeßliche Leere zu öffnen, wollte er nicht mit den vorhandenen unzuverlässigen Abschriften sich begnügen oder das Gedruckte aus den Werken Anderer zusammenzustellen. Doch gelang cs seinem uner-müdeten Fleiße, in den Kanzleien des Patriarchats, in den Aufzeichnungen der Notare, in den Jahrbüchern der Stadt und des Landes so reiche Ernte zu gewinnen, daß er bedacht sein mußte, den überreichen Stoff durch sorgfältige Auswahl zu bewältigen. Was verdienstvolle Vorgänger, wie Antonio Bellonij Justus Fontanini, Josephus Bini, Joannes Coluta, Joh. Dom. Guerra, Joan. Jos. Liruti, Dom. Ongaro ttnb Cynthius Frangipan gesammelt, wurde sorgfältig gelichtet und dein Urkundenschahe einverleibt. Bianchi's Absicht war cs nicht. Alles, was er so gesammelt, ohne Auswahl zu veröffentlichen, sondern aus den gesammelten Urkunden, in kurzem Auszüge und mit Hinweglassung alles Unwesentlichen, ein klares Bild der Zeiten zu entrollen, welches Sitte, Gesetz, Tugend und Laster der Vorfahren zeichnet, welches uns gleichsam ihr Antlitz sehen und sie in ihrer eigenen Sprache zu uns reden läßt. „Istis nostris fem-poribus, quibus de omnibus dubitare sibi quisque lici tum tacit, et suopte ingenio nunc creat, quos mox destruet, et mundiun et coelos et deum, liceat veritati locum in venire quo pedem jam defatigatum sistat priusquam insanientium p h i I o soph o r u m cavillationibus mundo penitus exp eila tur.“ Die Geschichte von Friaul im 13. und 14. Jahrhundert ist in der That nichts Anderes, als die der Kirche von Aguileja. Die Patriarchen beherrschten benachbarte Provinzen, welche jetzt dem österreichischen Kaiserreich angehören. So erwächst aus der Geschichte des Patriarchats die Geschichte des Kaiserreichs in seinen einzelnen Theilen. Man kann den Charakter, welchen die Geschichte Aquileja's in diesen Jahrhunderten zeigt, nicht eindringender und beredter schildern, als in folgender Stelle: „Rivulus vix notus aecolis et serpens hum!, exiguum ego oceano collectaneae en defero tributum aquae. Rumor tarnen ejus late circumfusus in vocibus frangilur loquentis, multorum volveus nomina quorum ad hue vid es progeniem, inhabitas domos, imagines colis. Imo si propius accedas liquido cernes vitro varias rerum coalescere formas, pictasque hominum innare figuras. Jarnque inter turbani praetereuntem, aut laurealo quo cingunt crines serto, aut vexillo quod manu quatiunt Austrian ducum et Stiriae et Carinthiae et Garniolae magna illico agnoscis simulacra et Istriae marchionum et comitum Goritiae; et oris vereris honorem vocemque tremiscis. Duinque facta studio re-colens et loca revisens; hic, dicis, jura dabant populiš, hic castra locabant, ecce procul, sacro mersa silentio, unum post aliud, ut obyiam venirent, aut vallibus assur-gere aut descenders monlibus anliqua vides coenobia et curva protcndere brachia hospitis iti amplexmn. Interea Christiani custodes grcgis ad sacros fontes pedo oves dispersas trahunt et liluo innixus Aquilejensis senior capiti eorurn imminet cxtenditque manum et tacito immurmura-tore; hi no per opaca locorum et per apcrta viarum alis Aquilejensis aquilae tecti atque defensi, pleno terrigenae se pacis ubere proluunt, et largo terrae mutiere recre-antur. Sequitur longus ordo militum ministeralium vas-sallorum, qui ut annuli feudalis catenae qua patriarchal! solio adnectebantur, slautem rerum columnam consociatis viribus firmant et hello et arm is jura inviolata tuen tur. Non ignobile spectaculuin cui ipsitnel Hungariae et Bo-hemiae reges interdum aequis oculis intererant, et illi Aquilejensis ecclesiae protectores, isti vassalli alta omnium voce salutabantur.“ Die Eigenschaft der Aguilejer Patriarchen als Kirchenfürsten bringt cs mit sich, daß sich Hier viel zur Kirchengeschichte Gehöriges findet. Es folgen dann Erzählungen der alten Chroniken - Schreiber, welche das, was sie sahen und hörten, so gut sic konnten, der Schrift überlieferten, und denen man den Glauben nicht versagen darf, welchen andere Zeugen ansprechen, so roh und kunstlos auch ihre Darstellung sein mag. Das Uebrige sind fast alles offizielle Acten, geschöpft aus öffentlichen Archiven oder den Aufzeichnungen der Notarien, an deren Glaubwürdigkeit wohl Niemand zweifeln wird. Wir können uns nicht versagen, hier noch das Schlußwort anzuführen: „Nihiloseeius si ob negligentiam in apparandis rebus, ob imperitiam in redigendis compendiis, ab crassiludinem calomi, quo usi sumus, ea quae palam facitnus ut digna populo, digna principe, digna saeculo contingat historia, alicui fortasse manea aut futilia viderentur, aut inculta sordescerent, et rebus nimis asper egenis tnajora expec-taret, et magis compta requireret, ne huje libro manum admoveat, scriptum enim fönte praefert: Patriae hic ossa quiescunt.« Die benützten und bei jeder Urkunde durch die Anfangsbuchstaben ersichtlich gemachten Quellen sind: die Archive des Capitels, des Municipiums, der Domänen und der Notare von Udine, das Capitular-Archiv von Cividalc, die Bibliotheken des Erzbisthums in Udine, des dortigen Municipiums und von S. Daniele, die Sammlungen des Grafen Crmthius Frangipan, des Carl Nob. de Fabrizi, des Guerra, des Directors Pirona und des Grafen Peter v. Montreal. Außerdem wurden benützt: Rubeis, der codex diplomnljcus Histriae, Coronini, Ankershofen, Ughelli, Cod. Belgrade Verči, Dr. Ciconj, Pez, Bollandus, abgesehen von den eigenen Entdeckungen des Verfassers. Man sieht also, welches vollständige Material hier dem Historiker zu Gebote stand. Nachstehend wollen wir hier diejenigen Regesten verzeichnen, welche sich auf Kram und feine Verbindung mit dem Patriarchat beziehen. 1200. 7. Octobris. ln civitate Austriae. Peregrinus II. palriarcha Aquilejensis judex et arbiter quaestionis quae vertebatur inter d. Alpcrium comitom de Viselboreh ex una parte et Widonem de Muglo cum Leonardo de Castro Vallis ex altera, occasione feudi de Riehardae de Montona, quod tenuerat ab ccclesia Parentina, mandat quod Fulcerius Parenlinus episcopus qui ibi praesens erat et consentiens, investiret medietatem dieti feudi integra-liter praedieto d. comiti Alperto et alia m medietatem pradictis Widoni et Leonardo. Quo facto, dictus d. comes et praefati Wido et Leonardos juraverunt satelita tem dieto d. episcopo tamquam domino suo. God. dipl. Histriae. 1209. 13. Januarii. Augustae. Otto IV. Romanorum rex in suae tuitionis patrocinium suseipiens Volcherutn patriarcham et ecclesiatn Aquilejensem cum personis et bonis, confirmat possessionem bonorum omnium quae eadem ccclesia largitione imperatoruin et regum sive eon-cessione pontificum ac oblatione fidelium aut alio quovis modo acquisivcrat: videlicet etc. Item villain de Farra cum villis adjacentibus scilicet Petelan et Dransam et Sebredan, Villamnovam, Gradiscam, Breumam cum omnibus pertinentiis suis a monte Cars usque ad moniern Hungaricum etc. Unter den Zeugen: Otto, Bischof von Freising; außerdem Ludwig, Herzog von Vatern; Graf Meinhard von Görz. A. C. U. (Arch, capitulare Utini.) 1214. 22. Febr. Augustae. Federicus secundus Romanorum et Siciliae rex, attentions ftdem devotionem et inulta servitia quae sibi et imperio Volcherus palriarcha exhibuit dat illi et concedit ducalum aut comitatum Fori-julii et villain de Lucinieo cum omnibus ad dictum ducatom aut comitatum pertinentibus placitis collectis, sangui-nolento denario etc. Praeterea regalia cpiscopatuutn Ter-gestini, Justinopolitani, Parentini, Emonensis, Polensis, Goncordicnsis et Bellunensis; nec non trium abbatiarum de Sexto etc. Item castrum de Treven cum omnibus suis pertinentiis, secundum quod Voldaricus patriarcha el Waldramus ejus pater eidem ecclesiae concesserunt. Item castrum de Atems et praedium de Ageu in integrum cum ministerialibus, famulis etc. prout Udalricus marchio Tusciae eidem ecclesiae Aquilejensi donavit. Item mar-chiam Carniolae et Istriae cum comitatu omnique jure imperial! prout Otho imperator de consilio et voluntate principom et ratione antiquorum privilegiorum eidem Vol-chero et ecclesiae Aquilejensi possidendam dedit et suo privilegio confirmavit. Ad haec omnes possessiones, jura, thelonea etc. quae modo habet, et quae justo titulo habere poterit in futurum eidem Volchero et suis successoribus perpetuo habenda et possidenda confirmat: volens quod si omnia alia privilegiae casu aliquo perderet, ccclesia Aquilejensis hoc solo munita contra quoscumque foret defensa. Staluit tandem quod si quis contra hanc suae justitiae paginam venire praesumpserit, imperialis maje-statis indignationem incurrat, ct cadat in poenatn mille librarittn auri purissimi. Adsunt testes inter alios Otho Frisingensis (episcopus) Conradus clectus Tergestinus. Insup or Ludovicos dux Bavarian, Albertus comes Tyrolis ct alii tarn ex tori quatn Forojulienses. A. C. U. 1219. 15. Septembris. Tarvisii. Quam plures nobiles Forijulii et primores inter vassallos ecclcsiae Aquilejensis deciscentes a Patriarcha, se in perpetuum constituunt cives Tarvisinos et manu tenentes eortim vexilla dant et con-oedunt potestati et communi Tarvisii oinnern jurisdictionem suarum lerrarum et locorum, videlicet etc. inter alios — Henricus de Villalta obligat Villallam et Uruspcrgum. Jurant et jurabunt deinceps hi onines quolibet anno sequi potestatem Tarvisii ju.xta ejus mandata et hoc idem jurare Pacient onines suos (am liberos quarn servos, exceptis clericis ct conversis, quod si jurare noluerint, ah eorum tenis expellenl. Facient collection civitatis Tarvisii et solvent centum et quadraginta millia librarum denariorum Venetorum quam summam dividunt in partes inter se. Aperient sua castra et Ioca potestati et hominibus Tarvisii et cos in amicos habebunt etc. et concedent eis plevuin et liberum mercatum. Omnes guerras, quas Tar višini modo habent vel habebunt Pacient suas etc. etc. Quili-bet corum infra annum in civitate Tarvisii domum pro-priam ac convenientem habebit et stabil continuo cum habitantia sua in civitate Tarvisii quolibet anno per mensem unum tempore pad's et tempore guerrae menses Ires, Haec societas aut liga durabit etiam si aliquis eorum in integrum aut in partem earn servare nolet, et si requisition Pueril omni quinquennio renovabitur etc. etc. Acta in curia majori Tarvisii in praesentia Ezelini de Romano comitis Rambaldi et aliorum quamplurium. A. C. U. 1222. ... Februarii. Pertoldus dux Meraniae recipit a Bertoldo patriarcha mille marchas quas promisit redder e ad tempos. Obligat duo castella de S t a y n et quid-quid habet in Carniola apud Vipacum quae si non dederit, possint aprchcndi. Dat d. Othonem ct d. Henricum ejus Pilios obsides in manibus d. Variendi de Onech qui non reddita pecunia dot ipsa castella in perpetuum ecclesiae Aquilejensi. Jurant ministeriales se non impedituros prae-falam dationem non reddita pecunia. C. C. F. 1226. 14. Junii. Attems, Curia de Areis cum omnibus Pamulis, pascuis, venationibus, piscationibus, mo-lendinis, campis, pratis, silvis datur a patriarcha Bcr-toldo in Peudum d. Diemotae fdiae d. Ottachi de Attems. C. C. F. 1227. 21. Maii. Villaci. Bernardus dux Carinlhiae ante judices šibi datos ab Honorio ponlifice in causa juris patronalus ecclcsiae Laibacensis, quam ad se spec-tare dicebat, petiit ante omnia šibi ct parochianis ipsius ecclcsiae divina restilui quibus dicebat se et suos injuste spoliatos fuisse a d. patriarcha Aquilejensi post appella-tionem ab eo Padam ad Apostolicam sedem. Verum cum non posset fidem Pacere per scripta n ec per testes de citatione facta legitime tempore dixit quod salvo jure suo vellet ainicabiliter componere cum d. patriarcha. C. P. 1228. 18. Odobriš. Bcrtoldus patriarcha notified Sophiam comitissam de Weicheburg, viduam Henrici mar- chionis Istriae, dedisse ecclcsiae Aquilejensi Metlik et Tscherneinbl. Ankershofen. 1230. ... 8. Germani. Federicus secundus Romano-rum imperator et Jerusalem atque Siciliae rex vult omnibus esse no turn quod cum Otto dux Meraniae et Bcrtoldus ejus frater patriarcha Aquilejensis conspeclui suo se praesen-tassent, idem dux petitionem quam diidum moverat contra dictum patriarcham pro marchionatu et obrnita tu Istriae et Carniolae quos dictus patriarcha in Peudum pro Aquilejensi ecclesia ab imperio tenebat, revocavit et spontanea cessit ac gratuita voluntate remittens in perpetuum eidem patriarchae et ecclcsiae Aquilejensi omne jus si quod habuis-set, in eisdem marchionatu et coinitalu Istriae ct Carniolae. Quod si contra cessionem praediciam per se aut per alios veneris, cadat in poenam duorum milium marcharum. Iritersunt testes episcopi varii et duces et principes nec non nobiles multi Alemaniae et Forijulii. 1233. 1. Junii. In civitate Austrian. Bcrtoldus patriarcha ct praepositus ecclcsiae Civitatensis nomine prae-positurae Civitatensis donat et consent canonicis ejus dem ecclcsiae decimam lini quod colligilur in Tulmino ut cum ca cclebrent annuatiin anniversarium pro anima d. Henrici marchionis ejus fratris. C. G. 1238. 3. Aprilis. Villaci. Ecclesiam S. Laurentii de Stein ubi corpus S. Hildegardis quiescit, a patriarehis Aquilejensibus antea monasterio Eberndorfensi concessam Bcrtoldus patriarcha cum consensu Franconis praeposili et monachorum ab conun jurisdictione eximit utque in poštenim a solo patriarcha in omnibus dependent, etiam quod saecularem potestatem altinel, statuil. Concedit ple-bano Steinensi absolutem potestatem praesentandi et con-firmandi duos praebendarios, quos d. Albertus comes Tirolis fundavit et ordinavit et instituendi et destituendi colonos ecclesiae 8. Laurentii et 8. Hildegardis. Bollandus. 1243. 20. Januarii. Etini. Bcrtoldus patriarcha continual, terminos et dotem hospitalis 8. Antonii in Pokcn-sruke apud Stain in Carniola. Ankershofen. 1244. . . . Ulricus comes de Steymberch cedit in perpetuum Bertoldo patriarchae castrum ct provincial!! de Los. Et eodem anno resignavit eidem patriarchae omne jus suum in Castro et praedio de Chemich cum suis per-tinentiis veluti comes Gulielmus dud urn fecerat. 1246. 7. Februarii. Aquilejac. Wecello abbas Beli-nensis coram d. Bertoldo patriarcha Aquilejensi querelam profert contra multos qui bona et jura ejus monasterii usurp a nt ct detinent ct in primis conquerilur. I. De ill is de Dnino, qui cum gravant in posses-sionibus ecclesiae 8. Johannis de Carsio indebite usur-pando sibi jus advocatiae cum nullum debeant habere. HI. De d. Stephano de Castro novo qui detinet advocatiam in bonis ecclesiae suae de Melereto ct sibi usurpat contra justitiam. VI. De d. Maynardo comite de Goritia qui sibi usur-pat jus advocaliae in bonis ecclesiae Belinensis contra juslitiam. XIII. De capulla de Grez quae contra juslitiam detinelur etc. etc. Du!bus expositis rogabat patriarcham ut sibi de prae-dictis facer et justitiain exhiberi. Patriarcha autem responds, quod excepto de capella de Grez, volebat in jure suo eum exaudire. Testis Bonacursius episcopus Emonensis et alii. A.C.H. 1247. 24. Mail. Glemonae. Olho comes de Heber-stayn cui Federicus secundus Romanorum imperator suas vices commisit in loto ducatu Austrian, Stiriae et Car-niolae promittit d. Glizojo de Venzono exhibere rationes et juslitiae complementum de universis hominibus perma-nenübus in dieto ducatu contra quos ipse d. Glizojus pro bonis per eos acceptis hominibus ipsius de Lusendorf sive de Venzono habebit juslitiam conquirendi. Dabit idcirco infra quindecim dies salvum conduction, quo ipse Glizojus et sui salvi et securi possint ire Stayn et redire sub poena centum marcharum, de quibus d. Maynardus comes Gori-tiae extitit fidejussor. A. C. U. 1250. 12. August!. Sitich. Rudolphus abbas mona-sterii Fontis 8. Mariae juxta Landestrast supplicavit devote d. Bertoldo patriarchae quod cum Bernardus illustris dux Carinthiae ad salutem et remedium anirnae suae et paren-tum suorum dictum monasterium fundasset, idque de mul-tis redditibus et bonis dotasset et inter alia de quibus-dam decimis, quas ab Aquilejensi ecclesia obtinucrat ad rectum et legale feudum, ipsam devotionem ratam habere et confirmare dignaretur. Qui d. Patriarcha inspecta dieti abhatis et convcntus reverentia in ecclesiam Aquilejensem nee non praefati ducis devotione dignis laudibus in domino commendanda, omnes donationes seu collationes decima-rum quaes idem dux ab Aquilejensi ecclesia dudum ob-tinuit et praedicto abbati et convenlui duxit conferendas, ratas habuit et de ccrta seientia consirmavit. Rubels. 1250. ... Septembris. Stein. Bertoldus patriarcha et Ulricus filius Bernardi ducis Carinthiae taliter inter se concordarunt: I. Patriarcha dabit et assignabit Agneti nepti suae ct uxori praedicti d. Ulrici jus suum in Castro Vis selbe r c I» et Mengesb u r c h si tarn ipsa Agnes, quam consors ejus Ulricus renuntiaverint omni jure forestariae, quod se habere dicebant in bonis et hominibus ecclesiae Aquilejensis pertinentibus ad castra Werdenech, Liech-tembcrch et Nidech nec sibi de caetero aliquod judicium super ipsis vindicaverint; et si praefatus Ulricus ante proximum futurum festurn 8. Michaelis dederit sibi auxi-lium contra Maynardum comitem Goritiae ct ejus complices werrarn sibi patriarchae tune moventes; quod idem patriarcha facere prömisit etiam si interim pacem faceret cum diclo comite aut, quod absit, deccderet. II. Ulricus e converse, data fide ad manus patriarchae, jurat quod quamdiu vixerit astabil contra omnes inimicos ct olfensores patriarchae totis viribus, except is duntaxat patre suo Bernardo duce Carinthiae et Philippo ejus fratre electo Salzeburgensi; et ante dictum festurn 8. Michaelis in partibus Forijulii comparebit cumcentum armatis ad minus et movebit werram inimicis patriarchae nec recedes de dicta terra nec de ejus servitio sine ejus licentia. Quod si intra dictum terminum justo impedimento detentus personaliter non veniret, milteret tarnen, si requisites fuerit, promissum auxilium. III. Ulricus cum Forumjulium inlraverit contrahet et faciet mutuam confoederalionem perpetuo dura turam cum ecclesia Aquilejensi ct ejus ministerialibus, juxta consilium et voluntatem patriarchae. IV. Patriarcha dabit Ulrico auxilium contra comitem Goritiae et contra quoslibet alios, quibus praefatus Ulricus de voluntate patriarchae werram moveret, praeter quam quod contra Slirienses et ministeriales ecclesiae Bamber-gensis ct Nieolaum de Lewemberch. Verumtamcn si tarn ipse patriarcha quam idem Ulricus ab aliquo inimico, ex-ceplis supra nominatis, aggrederentur, datum sibi inviccm auxilium. Inter testes astat Philippus electus Salzeburgensis. C. C. F. 1258. 22. Junii. Viterbii. Episcopus Castellanus de mandatu pontificis contra Ulricum duccm Carinthiae propter damna et injuries multiformes ecclesiae Aquilejensi et patriarchae irrogatas occupando castrum de Wardenech et quaedam alia castra ct possessions et bona, sententiam excommunicationis jam diu promulgaverat: nunc vero Alexander quartus pontifex considerans quod idem dux legitime citalus non comparnerat ad se excusandum nec satisfactionem congruentem exhibuerat, et eadem castra et bona in grave praejudicium dictae ecclesiae tenubat adhuc occupata, mandat priori 8. Georgii in Alega qua-tenus eundem ducem et omnes ei adhaerentes nuntiet publice excommunicatos et ejus terras ecclesiaslico supposifas in-terdicto. A. C. U. 1261. 24. Novembris. Pro damnis datis ct illalis ecclesiae Aquilejensi Ulricus dux Carinthiae pro se ct fratre suo Philippo dat libere et perpetualiter d. Gregorio patriarchae quidquid habebat in Forojulio tarn in castris quam in villis praediis delesmanis servis et ancillis ct aliis hominibus possessionibus advocatiis et aliis bonis omnibus tam feudatis quam non feudatis praeter duas villas scilicet Vigonuf et Oierein, quas donaverat abbatiae de Milistach. Praeterea idem dux restiluit diclo d. patriarchae omnia bona anliqua et castra ecclesiae Aquilejensis ubicum-que per cum fuerant occupata et promittit readificare castrum de Wardenech. Dat etiam et donat castrum de L a y b a c h cum omnibus suis per linentiis ct castris videlicet Vor zach, Ortimberch, Iglom et Urusperch hoc siquidem modo quod dieti domini fratres et legitimi eorum haeredes retinerent Laybachum cum casiris supradictis tanquam feudum ab ispo d. Palriarcha et ecclesia Aquilejensi eis-dcm concessum. Caeterum morluis ipsis sine Iegiliinis Iiacredibus ex se descendentibus Laybachum et castra supradicta rcstituerentur ipsi ecclesiae qualibet contra-dictione cessante. Et quod habilatores de Laybacho et aliis castris lioc facere jurarent et dicta loca tenerent, nomine ecclesiae Aquilejensis. Pro quibus omnibus atten-dendis et observandis sub poena mille marcharum argenti fidejussores praestitit. C. F. 1261. 30. Novembris. Berlingerius praepositus 8. Worlici et Roprettus de Budrio nuntii et procura tores d. Gregorii palriarchae Aquilejensis mitluntur ad recipiendum et intrandum tenutam et corporalem possessionem de Laybacho cum omnibus juribus pertinentiis et adja-cenliis suis ncc non de Castro Wideeh, Gorizach, Heremberch, Valchemberch, Ig 1 om et Uru-s perch quae omnia d. Ulricus dux Carinthiae dieto d. palriarchae praecise et absolute ad proprium tradidit et donavit. Item ad recipiendum juramentum fidelitatis ab omnibus delesmanis pertinentibus ad Laybachum et castra supradicta. Item ad recipiendum et intrandum tenutam et possessionem de Gretz cum pertinentiis et juribus suis. Item ad recipiendum corporate juramentum a castel-lanis, ministerialibus et burgensibus praedictorutn castro-rum et locorum quod in vita ipsius d. ducis servabunt loca et castra praedicta ad honorem ipsius et post ejus mortem resignabunt ea et restituent d. patriarchae et ecclesiae Aquilejensi prout continetur in instrumentu con-ventionis inter cos factae. Item ad recipiendum a decern fidejussoribus juramentum pro mille marchis Aquilejensis monetae, quos dictus d. dux dedit eidem d. patriarchae. A. C. U. 1261. ... D. Rotilinus castellanus castri de Laybacho nuntius tenutae datus a d. Girico duce Carinthiae d. Berlingerium praepositum 8. Worlici et d. Ropreltum de Budrio procura tores ad hoc constilulos a d. Gregorio palriarcha Aquilejensi et ejus vice et nomine reeipientes de Castro Laybaei et de locis et castris superius nominatis in tenutam et corporalem possessionem induxit etimposuit. Et in signum verae possessionis claves dictorum castrorum tradidit atque dedit in manibus dic-torum procuratorum. Quo facto d. Fredericus et frater ejus de Valchemberch, G er loch de Kerti m bere h, Otto de Kur us perch et Conra-d u s ejus frater qm. d. V a n e r i i de Loch corpora-liter ad sancli dei evangelia die tis dominis procuratoribus recipientibus nomine supradieto fidelitatis omagia veluti delesmani et miriisteriales ecclesiae Aquilejensis facere tenentur praestilerunt. C. F. 1264. 13. Julii. In Burgo de Lauro. Gregorius pa-Iriarcha, lstriae et Carniolae marchio investit ad rectum et legale feudum d. Henricum de Pisino et filios quos dante domino erit habiturus c um praesenti uxore sua filia qm. d. Wicardi de Petrapilosa de feudis de Lupa-glau, Dobrapolach Luersporn et Prossa. Adest inter testes Wernardus episcopus Petenensis. C. P. 1265 ... Nova confoederatio inter Gregorium pa-Iriarcham et d. Ulricum ducem Carinthiae in qua post-qtiam promisissent se invicem adjuvare in eorum juribus defensandis et observandis praedictus d. dux se obligat redimere possessiones et bona ecclesiae Aquilejensis obligate diidum Girico comiti de Slaremberch et aliis in partibus 'Liven et Treven et hoc pro mille marchis quibus idem dux erat obligatus patriarchae et pro quibus sol-vendis fidejussores praestiterat: quod si supradicta eluere nequiret et tune cedit d. palriarchae c äs trum suum de Nossenvos cum sexaginta marchis de redditu ad usum curiae. Promittit insuper quod tarn liberos quam servos qui prius habitabant in foro Warden ech ecclesiae Aquilejensis compellet venire ad habitandum in eodem foro et castrum ipsum War den ech incipere perfioere et aedificari facere de lignamine castri novi quod idem d. dux construi feccrat in Afelaer. C. F. 1265. 13. Jiinii. In civitate Auslriae. Gregorius pa-triarcha cum obligatione bonorum Aquilejensis ecclesiae accipit ad pignus a Johanne Longo nunc suo gastaldione in Tuhnino in pecunia, frumento, pane vino et annona tantum quod capiat centum et viginti tres marchas Aquilejensis monetae, quas restituere promisit liinc ad festign B. Georgii proximo venturi et quas dixit converses fuisse in utilitatem ecclesiae Aquilejensis scilicet in expensis factis cum duce Carinthiae et ipsi duci pro magnis et arduis negoliis ecclesiae Aquilejensis apud Tulminum et apud Antrum. A. C. G. Literatur. Vodnikov Spomenik. — Vodnik - Album. Mit Beiträgen von 86 Verfassern nnd vier lithographirten Beilagen, herausgegeben von Ethbin Heinr. Costa, Doctor rc. rc. Laibach MDCCCL1X. (4. XL1. und 368 S. Port. 2 Facsim. 1 Mnsikbeil.) Selbstanzeige des Herausgebers. In der Gclehrtenwelt herrscht die als zweckmäßig erkannte Sitte, daß Verfasser ncucrschicnener Werke dieselben in Fachjournalen, an denen sie ständige Mitarbeiter sind, selbst zur Anzeige bringen. Sic erhalten ans diese Weise Gelegenheit, gleichsam in einem Nachworte — nach Vernehmung anderer Stimmen ihrer Zeitgenossen — berichtigend aufzutreten. Auch ich glaube dieser Sitte folgen, und das von mir herausgegebene „Vodnik-Album" hier besprechen zu sollen. Obgleich nämlich nicht bloß das vaterländische slavonische Organ *), sondern auch auswärtige slavische **) und deutsche Zeitungen ***) das Werk eingehenden und anerkennenden Besprechungen unterzogen und dessen Bedeutung gewürdigt haben; so hat es doch gerade in den deutschen Blättern unserer Heimat (eine kurze Notiz p. 54 dieser „Mittheilungen" abgerechnet) keine Erwähnung gefunden. Bei der geringen Productivität unseres Büchermarktes halte ich mich daher dem Vatcrlande und den Verfassern des von mir herausgegebenen Vodnik-Albnms gegenüber verpflichtet, das Buch selbst zu besprechen, wobei und durch glänzenden Styl hervorragende Nciscbeschrcibung (I. Ph. Lazzarini p. 149), neben memoirenartigen (T e r p i nz p. 219, Babnik p. 71) historische Erzählungen aus der reichen und noch so wenig bearbeiteten Geschichte der Slaven mit zarter Dctailzeichnnng auf breitem Grunde, der ahnen läßt, welche Schätze auf diesem Gebiete noch zu heben sind (Terftenjak p. 221, Dr. Toma n's Gattin p. 231), neben Märchen im schönen Gewände und moralischer Pointe (Wurzbach p. 83) eine Erzählung aus der vaterländischen Geschichte (Kos- ich aber.mit Rücksicht auf die Grenzen dieser Fachzeitschrift mazb p. 129). nur diejenigen Seiten des Albums berühren kann, welche zur Geschichtswissenschaft in irgend welcher Beziehung stehen. In dieser Richtung verdient aber das Vodnik-Album eine dreifache Würdigung: einmal, indem cs ein Gesammt-b i l d d e s g e g c n w ä r t i g c n S t a n d c s d e r L i t e r a-tur in Kram gibt; sodann durch höchst wcrthvolle Beiträge zur Würdigung Valentin Vodnik's und seiner Zeit, und endlich durch specielle hi st or. Arbeiten -;-). 1. Das Vodnik-Album gibt uns ein umfassendes und richtiges Bild unserer Literatur und insbesondere dessen, was unsere Schriftsteller zu leisten vermögen. Das Autorcn-rcgister weist mehr als 80 Namen krainischer und slovcui-scher Schriftsteller auf. Man wird keinen hervorragenden Namen unserer literarischen Gegenwart darunter vermissen. Dabei ist cs denn ein charakteristisches Merkmal, daß nicht bloß die große Mehrzahl, sondern, mit ein Paar Ausnahmen, fast alle Mitarbeiter dieses Werkes Literatur und Gelehrsamkeit schon ihrem Lcbensbernfe nach nur dilettantisch und nebenbei betreiben. Vertreten finden sich aber alle Stände: hohe geistliche und weltliche Würdenträger, Adel, Priester, Beamte, Professoren, Bürger, Landwirthc, Gymnasialschüler, auch zwei Frauen. Vertreten sind ferner alle Gebiete der Geschichte und Belletristik. Von der „Geschichte" wird später ausführlicher die Rede sein; hier fassen wir nur die übrigen Gebiete kurz in's Auge. Die mannigfachste Prosa ist zu finden. Neben der kurzen Anecdote (Bischof Sloini' ch e k p. 212) findet sich die ästhetische Studie (Wilh. Urbas p. 237), neben der Novelle aus der alten Schule (Kordesch p. 122) die humoristische, individualisirende *) Novice 1859, Nr. 25 und 26. **) Glasnik 1859, 111. 'p. 195 fg., Nr. 12. Pražite Noviny 1859, Nr. 214, 217. Narodne Novine (turn Agram) 1859, Nr. 236. '***) Wanderer 1859, Nr. 140. Kathol. Literat. Zeitung. 1859, Nr. 23, 27. Grazer Zeitung 1859, Nr. 161, 173 fg. Tricster Zeitung 1859, Nr. 188. Wiener Volksfreund 1859, Nr. 192, Wiener Zeitung 1859, Nr. 207. S. auch Brunners „Stern-Kalender" 1859, p. 19 — 43. t) Es mag vielleicht nicht uninteressant sein, hier zu bemerken, daß bei einer Auflage von 1300 Exemplaren die Kosten laut Buchdrucker - Conto 964 fl. 20 kr., laut Buchbinder - Conto 197 fl. 20 kr., laut Lithographen - Conto 204 fl. 49 kr., endlich für kleine Ausgaben circa 100 fl., zusammen somit 1465 fl. 89 kr. betragen. Nicht minder reichhaltig ist die Poesie vertreten. Außer vielen lyrischen Gedichten, deren nähere Würdigung nicht in dieses Blatt gehört, finden sich zahlreiche und zum Theil höchst gelungene Festgedichte auf Vodnik, krainische und südslaoische Volkssagcu, Ucbertragungen aus dem Slo-venischen in's Deutsche und aus Virgil's „Georgikon" in's Slovenische; Gedichte an Kram (p. 101, p. 166), am Prcschern (p. 96, 172, 181); Gesänge über die Adclöber-gcr Grotte; über »Bela Ljubljana“; über die „Academia Operosoruin“; eilt ganzes «Krainer Kränzchen" über Unterschiedliches ans, von und über Kram. Epigramme und Gbasclen fehlen nicht, ja selbst „aus einem nuvollendetcir Drama" wird ein Bruchstück mitgetheilt. Die Aufsätze sind deutsch und slovenisch, und zwar halten sich merkwürdigerweise unter - den 224 einzelnen Beiträgen die deutschen und slovenischen genau an Zahl und fast ebenso an Umfang die Wage, und „bilden eine reiche Anthologie, die neben Manchem nur Guten doch auch viel Vorzügliches und Interessantes enthält." Charakteristisch ist es, daß unter den 170 Gedichten der Zahl nach die slovenischen überwiegen und unter den 54 prosaischen Aufsätzen um ebensoviel die deutschen. Ich habe meine Vorrede „mit einem kurzen Hinweise mis die Bedeutung dieses Albums" geschlossen, an dem ich auch jetzt noch kein Comma zu ändern finde, von dessen voller und zutreffender Wahrheit ich vielmehr innigst überzeugt bin, und den ich daher auch hier anzuführen mir erlaube. Meine Worte sind: „Ich glaube, dieses Werk „wird einen, andere Gelegenhcitsschriftcn übcrdaucrndeir „Werth in Anspruch nehmen können, nicht bloß in Bezug „auf die genauere Würdigung der Verdienste Voduik's um „unsere Nation, unsere Literatur und unsere Geschichte, „für die es wcrthvolle Beiträge enthält, ebensowenig „bloß durch seine vielen übrigen strcngwisseuschaftlichcn „und belletristischen Aufsätze, sondern auch in seinen Bc-„ziebungcu nach Außen und auf unsere Nation, als ein „zusammenhängendes Ganze. Nach Außen soll es zeigen, „was eine verhältnißmäßig kleine Nation zu leisten vcr-„mag, und welchen Standpunkt die Mehrzahl ihrer Schrift-„stelln- in zwei Hauptliteraturen deS arischen Volksstainmcs, „der slavischen und deutschen, einnimmt. Unserm Volke „aber und seinen leitenden Kräften gibt es vielfachen Stoff „zu ernsthaftem Nachdenken. Es läßt sich nämlich nicht „läugncu, daß unsere Literatur in fast allen Richtungen „seit einigen Jahren ftagnirt, und wir kaum Anderes, als „Erbanungsbücher auf den Markt bringen. Forscht man „nach den Ursachen, so kann man sich nicht auf einen an-„geblichcn Mangel an Kräften berufen (das Vodnik-Album „beweist das Gegentheil), aber man kömmt zur Erkennt-„niß, daß es an der Aufmunterung, an der sorgsamen „Pflege der vorhandenen zerstreuten Kräfte, an einer ent-„gcgcnkommendcn Würdigung der individuellen Anfordernn-„gen gänzlich fehlt. So ist es gckoinmcn, daß selbst jene „Männer, die in frühern Jahrzehenten in unsern damali-„gen öffentlichen Organen („Carniolia", „Jllyr. Blatt" „re.) ein namentlich für die Vaterlandöknndc höchst werth-„vollcs Materiale aufspeicherten, verstnnimt sind, und wir „— einige wenige slavonische Schriftsteller ausgenommen „— einen literarischen Nachwuchs vergebens suchen. Für „den Vaterlandsfrennd eine trübe Erscheinung! denn es „steht zu fürchten, daß — wenn nicht ein plötzlicher Um-„schwung eine Aenderung der maßgebenden Verhältnisse „bewirkt — unser Land und Volk, anstatt vorwärts zu „schreiten, immer tiefer zurücksinkt, und die nächste Gene-„ration der entschwundenen Cultur wie einer längst unter-„gegangenen Sonne sehnsüchtig nachblicken wird. Daß „dieß nicht geschehe — walte Gott! und Jeder trachte, in „seinem Kreise es zum Bessern zu lenken. Eine Haupt-„bedingung hiezu aber ist die Liebe zum Vaterlande, und „je materieller die Zeit wird, und je gewaltiger und be-„rechtigter ihre dicßfälligcn Anforderungen, desto nöthiger „ist auch das Gegengewicht durch Pflege der geistigen Kräfte „und namentlich durch Wiedererweckung der ganz dar-„nicd erlieg enden Pflege der Vaterlands-„kundc." 2. Die interessantesten Beiträge int Vodnik-Album sind unbedingt die auf Vodnik selbst bezugnehmenden. Wenn wir bereit Reihe durchgehen, so werden wir finden, daß hier das reichhaltigste Materiale zu einer künftigen unbefangenen Biographie und Würdigung Vodniks und seiner Zeit «orhanden ist. Schon die zahlreichen „Festgedichte" ans Vodnik geben manchen feinen Charakterzug. Die ganze l. Abtheilung des Werkes (p. 1—68) ist diesem Gegenstände ausschließlich gewidmet, und auch in der zweiten Abtheilung finden sich einzelne Züge zur Biographie Vodnik's. Voran steht eine „biographische Skizze", vom Herausgeber zusammengestellt. Den Leitfaden zur selben, so wie zu allen andern früher gedruckten Biographien Vodnik's gab die von Andrioli in der „Carinthia" 1824 veröffentlichte Lebensbeschreibung und Vodnik's Autobiographie, die dem Album facsimilisirt beigegeben ist. Der Herausgeber hat alle Mühe angewendet, um die zahlreichen Lücken, namentlich mit Festsetzung aller irgendwie bedeutungsvollen Zeitmomente in seinem Leben, auszufüllen. Ist ihm dieses auch nicht vollständig gelungen, so zeigt doch ein Vergleich mit den frühern Biographien, wie reichlich seine Bemühung belohnt wurde. Ein treffliches culturhistorisches Gemälde hat Professor Petruzzi unter dem Titel: „Vodnik und seine Zeit", geliefert. Der Jansenismus hatte neues Leben in die kirchlichen Verhältnisse gebracht; Kaiser Josefs II. große Ideen hatten in allen Richtungen als Fermente, als fruchtbarste Saat gedient. So konnte es denn nicht fehlen, daß auch in Krain ein reges geistiges Leben erwachte, wie nie zuvor. Mit hoher Achtung lernen wir durch Petruzzi die Männer kennen, die in den verschiedensten Richtungen für die Wissenschaft und für das practische Leben thätig waren. Den Schluß des Aufsatzes bildet eine eingehende Charakteristik des „Lehrers" Vodnik. Heinr. Costa schildert aus eigener Kenntniß „Vodnik's letzte Stunden" und theilt zugleich einen interessanten Beitrag zur Würdigung von Vodnik's Lehrbuch der „Geschichte Krains :c.“ mit: cs ist der Einbcglcitnngs-bericht, mit dem Vodnik die Vorlage seines Manuscriptes an die Studien-Hofcommission begleitete, und worin er die Grundsätze bekannt gibt, die ihn bei dessen Abfassung leiteten. Der Aufsatz von Franz M a l a v a § i c: „Vodnik und der S l o v c n i s m u s ", hat den Zweck, den Einfluß Vodnik's auf die Entwicklung der slovenischen Sprache nachzuweisen. Zn diesem Ende geht Malavašič zurück auf die Anfänge der slovenischen Literatur, zeigt deren Standpunkt zu Vodnik's Zeiten, und deckt den mächtigen Einfluß auf, den er auf sie genommen hat. Malavašič resnmirt am Schlüsse Vodnik's Verdienste um die vaterländische Literatur also: 1. Er habe ihr feste Grenzen gesetzt; 2. er habe auf den Reichthum unserer Sprache aufmerksam gemacht; 3. er habe gelehrt, wie sich Schriftsteller zu helfen haben, wenn ihnen eine Wortbildung fehle; 4. er habe endlich gezeigt, wie man rein und correct, und doch Jedem verständlich schreiben könne. Prof. Metelko gibt ein von wenigen, alleräußerst zutreffenden Bemerkungen begleitetes bibliographisches Ver-zcichniß der slovenischen Arbeiten Vodnik's. Hitzing er gibt einen ausführlichen „U eberblick der Gedichte Vodnik's." Er zeigt zuerst, was die Poesie vor ihm in Krain geleistet hat, und bespricht dann eingehend die Erzeugnisse der Muse Vodnik's, indem er zugleich ein bisher noch nicht veröffentlichtes Gedicht mittheilt. Dr. Bleiwe i s, der gegenwärtige Redacteur der „Novice", bespricht die vier Jahrgänge der von Vodnik redigirten Zeitschrift „Novice", welche viel des Interessanten für Landeskunde enthielten und sehr musterhaft rcdigirt waren. August Dimitz schildert uns „Vodnik als Archäolog und Historiker." Seine „Geschichte des Herzogthnuis Krain" :c„ seine große Abhandlung int Jahrgange 1818 des „Laib. Wochenblattes" über Römcrsteine, sein in den „Mittheilungen" 1848 abgedrucktes Jntinerar finden hier ihre verdiente Würdigung. A. 3 c 11 o n [d; c! publicist cine Urkunde, welche die Namen Vodnik und Valvasor in Verbindung bringt, und das Epitaphium dieses Letztem. Als M i s c e l l e n sind gegeben eine Erinnerung an Vodnik von seinem einstigen Schüler Elias Rebitsch; eine Anecdote aus seinem Leben von Josef Babnik; ein lateinisches, von G. M ikl a ut.sch it sch (einem Zeitgenossen Vodnik's) verfaßtes und von G. Kasteliz mitgetheiltes Gedicht auf Vodnik, und cine sloven, von Vodnik's Freunde, Franz Vilz, verfaßte Elegie auf seinen Tod (mitgetheilt von Zalokar). Aus der zweiten Abtheilung gehören hieher die novcllisirtc Anecdote aus Vodnik's Leben „die Ziege", von J. Babnik, ferner die vom Bischof Slolasche k mitgetheilte Anecdote „Vodnik's Stock und Hut"; der Aufsatz von M. Majar, der Vodnik's Verdienste um die flovenische Literatur in erhebenden Worten feiert; endlich die kurze Mittheilung Ko se ski's über Vodnik (p. 250 Anmerk.) Eine unschätzbare Gabe sind die p. 45 —- 62 der ersten Abtheilung wörtlich abgedruckten, im Laib. Museo befindlichen neun Briefe des Frech. Sigm. v. Zois an Vodnik. Der Herausgeber hatte ursprünglich die Absicht, auf Grund dieser Briefe eine Abhandlung über das Verhältniß Vodnik's $u Zois zu schreiben. Aber es schien ihm ciu Verbrechen, diesen Schatz in einer andern als seiner ursprünglichen unveränderten Gestalt mitzutheilen, umsomehr, da die Leser daraus Andeutungen über die damaligen Zustände in Krain und einen Einblick in Vodniks und des Barons Zois Charakter, sowie in ihr gegenseitiges Verhältniß erlangen, wie ihn in dieser Ursprünglichkeit und Naturfrische selbst die gediegenste Verarbeitung des Stoffes nicht bieten könnte. Mit Wehmuth blicken wir auf die Bilder dieser Zeit zurück, wo ein mit so reichen Mitteln ausgestatteter, für Kunst und Wissenschaft eifriger, mit den schönsten Talenten und umfassendsten Kenntnissen begabter M ä c c u a s den Mittelpunkt des geistigen Lebens in Krain bildete! Den Schluß der ersten Abtheilung macht die zuerst in den „Novice" abgedruckte, hier aber in erweiterter Gestalt wiedergegebene, von F. Malavašič verfaßte Schilderung der Vodnikfeier im Jahre 1858. 3. Die Tendenz dieser Zeitschrift gestattet uns noch der historischen, geographischen und philologischen Arbeiten aus der zweiten Abtheilung specieller Erwähnung zu thun. Franz Bradaschka beantwortet in einem geschichtsphilosophischen Aufsätze die Frage, „warum die Slave n n i ch t z n einer i h r e r A n z a h l e n t s p r e ch en -bcu. Macht gelangt sind?" und zeigt zugleich die Mittel größerer Einigung, unter denen jener lateinische Spruch „concordia res parvae crescunf, discordia rnaximae dilalumlur", nicht den letzten Platz einnimmt. M. Cigale spricht recht beherzigenswerthe „Worte über das slove n i sch - d e u t sch e W ö r t e r b u ch" und stellt die Grundsätze der Abfassung desselben auf, die allgemeine Anerken- nung und Beachtung verdienen. Mit Recht vertheidigt er warm die alphabetische Anordnung gegenüber der nach Wurzeln. Höchst interessant ist die von A. Janežič verfaßte Skizze „U r ban J a r n i k", biographischen und literarhistorischen Inhaltes. Jarnik wird mit Recht der „Vodnik Kärntens genannt, und die Mittheilung dieser Abhandlung int Vodnik - Album war daher ganz am Platze. Zugleich sind zehn kurze lyrische Proben der. Muse Jarniks dem Aufsätze angehängt. V. K l u n's „über die L i t e r a t u r g e s ch i ch t c der Slovene»" ist ein Bruchstück aus der Einleitung seiner in Moskau (Russkaja beseda) erschienenen „Beiträge zur Literaturgeschichte der Slovencu", und gibt eigentlich nur die allgemeinen Grundsätze zur Abfassung derselben. In der Novelle von Kordesch „der Invalide" ist eine Episode aus unseres Landsmannes, Bischof Nau-nicher, Leben bearbeitet.. K o s m a z h hat die in sagenhaftes Gewand gekleidete historische Erzählung von der A u f f i n d u n g d e s J d r i a -ner Bergwerkes novellistisch bearbeitet. I. PH. Freih. v. Lazzarini gibt eine Tagebuch-Skizze „Acht Tage in Oberkrain", die auch in geo- und ethnographischer Beziehung von Werth ist. „W ei-ce Iburg“ schildert in historisch - statistischer Beziehung F. X. Legat. Jos. L e i u m ü l l e r ergänzt und bespricht das zu Gurkfeld gefundene Bruchstück eines römischen Inschrift-steines aus des Severus Pcrlinax Zeiten. Josef Levični! entwirft mit lebhaften Farben ein Oberkrainer Gebirgsgemälde, indem er uns den 5263 Fuß hohen Rakitovec besteigen und von ihm aus eine Rundschau nehmen läßt. Der leider so früh verstorbene Camillo Masche! vindicirt den 1591 zu Prag verstorbenen großen Tonkünstler Gallus (Hänel, Peteljn) unserm Vaterlande, ohne jedoch dessen Geburtsstätte genau nachweisen zn können. Professor M i k l o s i ch liefert einen neuen Versuch einer etymologischen Deutung der Namen „Ljubljana,. L a i ba ch." J. Navratil befürwortet die Herausgabe eines slovenisch-dentscheu Jdiotieons, und erzählt an Dialect-Aus-drücke sich knüpfende Anecdote». Peter v. Radizh bespricht ausführlich sowohl der äußern Form als dem Inhalte nach das im Manuscript int Landesmnseo befindliche Protocol! der Reformatio n s - E o m m i s s i o n in Krain aus den Jahren 1614— 1618, und erhellt auf diese Weise eine wichtige Periode der einheimischen Geschichte. Das Bild, das der Verfasser von der Thätigkeit, von der Aufgabe dieser Anti-Refor-mations-Commission vor unsern Augen entrollt, läßt uns einen Blick in die Nachtseiten der menschlichen Geschichte, in die Zeiten blinden zelotischen Eifers und des Verken-nens jeder Menschenwürde, jeder geistigen Freiheit thun. Mögen sie niemals wiederkehren! Tcrst eIIj a k hat die Sage von Ljudevit, dem kroatischen Fürsten, zn einer aninnthigen, in historisches Gewand gekleideten Erzählung gestaltet. ■— Außerdem bespricht er die „Lage und Namensbedeutung der römisch-slovenischen M a n s i o Longa tie u s“, d. i. dcö heutigen Lohitsch, und weiset nach, daß es keinen reinern sloveni-schon Ortsnamen gibt, als diesen (Logatec). Toma n's gewandte Feder gibt eine anmuthigc Schilderung von Vodniks einstigem Wirknngs- und Aufenthaltsorte „ K oprivnek.“ Carl v. Ulle p itsch theilt aus dem Tagcbuche seiner Reisen eine Beschreibung der Arena von Verona mit. Ans der bekannten populären Universalgeschichte von M. Verne wird ein bisher noch unbekanntes Bruchstück (§. 21. «Dic Türken") mitgetheilt. V i j a n s k i Janko schildert in einer Skizze von wenigen Zeilen die alten Slaven. Joh. Zalokar stellt die slovenischen Namcnsbezeich-uungen des vollständigen Stammbaumes auf. So hätten wir denn das Werk vom Anfange bis zu Ende durchgewandert und ich schließe hier mit der wiederholten Bemerkung, daß vornehmlich die Rücksichtnahme auf die geehrten Herren Verfasser mich zu dieser Selbstanzeige bewogen hat. Der Redaction ist vom Herrn Dr. Leopold von Sachcr-Masoch *) ein Schreiben zugekommen, welches wir hier dem wesentlichen Inhalte nach folgen lassen: Geehrte Redaction der Mittheilungen des h i st o r. Vereins für Srnin! Die November-Nummer Ihres Blattes hat einen Vortrag von meinem Freunde Peter v. Radie gebracht, welcher durch Inhalt und Form hohes Interesse erregen mußte. Ueberall, wo slavische Sprache und Literatur gepflegt werden, wird derselbe anregend wirken. Mich haben ebenfalls einige Zeilen des Vortrages bestimmt, eine Aufklärung zu geben, welche ich dem nicht geringen Publikum, das sich für slavische Zustände und Bestrebungen interessirt, schuldig war. Radie sagt in seinem Vortrage: die serbischen Heldenlieder sind ja auch ein geistiges Eigenthum des deutschen Volkes durch Siegfried K a p -p e r's «Fürst Lazar" und «Gesänge der Serben." Er theilt hier die Ansicht der deutschen Kritik, daß der herrliche «Lazar" bloß eine Bearbeitung serbischer Volkslieder sei. Mein Freund Siegfried Kapper gab selbst zu diesem Irrthume Anlaß, als er unter den Namen des Gedichtes die Worte: «Rach serbischen Held enge sän gen" setzte. Die Serben wissen es gut, daß der Dichter des Lazars durch ihre Heldenlieder nur Stoff und Inspiration empfangen hat. ■■■) Privatdocent bet Geschichte an der k. k. Carl-Franzens-Universität zu Graz, dem literarischen Publiknin Vortheilhaft bekannt als Verfasser beS historischen Werkes: „Der Aufstand in Gent unter Kaiser Sari Y." Schaffhausen. Harter 1857, und beS geschichtl. Romans: „Eine galizische Geschichte 18-16," Schaffhanscn. Harter 1857. Am Bezeichnendsten für das Verhältniß des Gedichtes zu den serbischen Volksliedern dürfte die bündige Kritik einer serbischen Celebrität sein. Dieselbe äußerte: wenn dieser kleine Kapper den Lazar serbisch geschrieben hätte, wäre er der serbische Homer! — Er ist es auch. Nicht dem serbischen Volke, aber in der Weltliteratur. Was das serbische Volk Jahrhunderte durch mit naiver Poesie sang, hat er im Geiste geformt, und als ein episches Kunstwerk wiedergegeben. Ein Kunstwerk, das in seiner homerischen Plastik, in seinen gigantischen Gestalten, in einer Zeit der Epigonen eine große und nachhaltige Wirkung machen mußte. Mit Achtung Graz, 9. Dec. 1889. Dr. Sacher. Vereins=Dtadjrid)tcn. Ja bet am 1. Dec. 1859 abgehaltenen Monats-Versämmlnng gab bet Gefertigte einen Beitrag znr Geschichte d e r z w e i t e n B r e i t e n s e l d e r Schlacht ant 2. N o v. (23. Oct. a. St.) 1642 ans Papieren bes S o nt in a n b i t e n b c n des linken kais Flügels, Hanns C h r i st o ph Grafen v. P n ch -heim. Diese Actenstncke, geeignet in vielfacher Beziehung über eine interessante Epoche Licht zn verbreiten, sind: 1. Schreibens Abschlifft an Herrn Hannß Rudolphen Grasten von Pnchaimb, ohne Datum (betr. das Leipziger Treffen). 2. Relation Herrn Rittinaistcrs Johann Georg Pachstetts an Herrn Hannß Rudolphen Grasten von Puchhaimb vber daß Anno 1642 bey Leipzig fürgangene Treffen, ohne Datum. 3. Relation Herrn Hannß Christophen Grasten von Puchhaimb an Herrn Hanns; Rudolphen Grasten von Pnchhaimb vber daß Anno 1642 bey Leipzig fürgangene Treffen, delo. Miccowitz 7. November 1642. 4. Extract vom 8. Stoti. 1642 an Herrn Hannß Rudolphen Grafen von Pnchhaimb. 5. Copia A. S. an Herrn Haunß Rudolphen Grasten von Pnchhaimb Kays. May. Oberst-Cammerer ddo. Prag 20. Dec. 1642. 6, Vorthail, so Herr General -Wachtmaister Graff Brone bey seinem als bent Rechten Flügel vor mihr gehabt. Im 1642. Jahr in beut vorgangenen Treffen bey Leipzig. 7. Diseurs vbcr die Brsachcn, welcher wegen Erstlich deß Grasten von Pnchhaimb Linker, bann deß Grasten Brone Rechter Flügel vnd die gantze Erzhertzogliche Armee beit 2. Stoti. 1642 bey Leipzig in die Flucht geschlagen worden. 8. Copia Schreiben Herrn Hannß Christoph Grasten von Pnchhaimb ahn Herrn Grasten von Thranttmanstorffs Excellenz, betr. die beit 2. Stov. 1642 bey Leipzig fürgangene Schlacht, datirt 9. Stov. 1642. Wir haben hier Abschriften von wahrscheinlich vernichteten Originalien vor uns, offenbar gleichzeitig abgefaßt tin Auftrage des Laibacher Fürstbischofs Otto Friedr. Grafen v. Puchheim, eines Bruders des obgedachteu kaiserl. Generals ans dieser uralten Familie (s. Mittheil, vom Sept. 1859). Und da unser Land zur Zeit der Handlung bereits mit dem österreichischen Kaiserstaate Jahrhunderte lang innig verbunden, da in beit Reihen der Kaiserlichen auch unsere Vorfahren tapfer mitgekümpft haben, so dürften wir diesen stummen und doch beredten Zeugen der Vergangenheit tun so willigeres Gehör leihen. Zum besseren Verständnisse schicken wir eine Einleitung über die dem Treffen vorangegangenen, dasselbe bedingenden Umstände, und den Vorgang bei demselben voraus, indem wir uns in unserer Darstellung ans die „Militärischen Briefe eines Verstorbenen," 1. 58b., und die neueren Gcschichtswcrke stützen. Als Ferdinand II!. hatte der Sieger von Nördlingcn einen von wilden KricgSstllrmen umtobten Thron bestiegen. Bauer'S Fenergeist, entflammt am Grabe des Waffengefährten Bernhard von Weimar, trug die schwedischen Waffen zum ersten Male in das Herz der österreichischen Erblande (1638). Aber den Eroberer von sechshundert Fahnen todten die Mühsale des Krieges und das aufreibende Feuer des Geistes in einem schwachen Körper (1641). Der verwaisten Armee ersteht ein neuer Held in Torstensohn. Vom Krankenlager ans das Feld der Schlachten berufen, zeigt er im siechen Körper einen Geist, frei wie die Stift; in einer Senkte getragen, gibt er seinen Thaten Flügel. Dieß der Held der zweiten Breitenfeldcr Schlacht. Stachdcm er die Vereinigung mit General StalhanSke in Schlesien bewerkstelligt, erstürmt er am 4. Mai 1642 (Slogan, durch welches er die Oder beherrscht, und ant 31. desselben Monats Schweidnitz. Von hier entsendet er Streifparthien nach Böhmen, während er mit der Hauptmacht in Mähren einbricht lunb Ollmütz erobert. Seinem Marsch auf Wien stellt sich des Erz- Herzogs (Leopold) und Piccolomini's vereinigte Macht bei Brünn entgegen und zwingt ihn, auf die Sicherheit Schlesiens bedacht zu sein, wo er die Verbindung mit den unter Wrangel ans Pommern anrüstenden Verstärkungen erwartet. Aber die Gewaltmärsche eines sechsmonatlichen Feldzugs hatten seine Truppen dem bittersten Mangel preisgegeben. Die in Sachsen genommenen Winterquartiere sollen sie mit dem Nöthigen versehen. Nach der Einnahme von Zittau durchzieht Torstensohn schnell das verheerte Land und überschreitet bei Torgan die Elbe, um Leipzig zu belagern. Auf die Kunde davon rücken die Kaiserlichen in Eile zum Entsätze herbei. Schnell entschlossen wendet sich Torstensohn gegen sie und bietet ihnen die Stirne auf der durch Gustav Adolf's ersten Sieg geweihten Wahlstatt von Brcitcnfeld. Die Dörfer Seehansen und Breitenfeld lagen hinter den Flügeln der schwedischen Stellung, Kleinwiederitzsch hinter der kaiserlichen, welche mit der schwedischen gleichlaufend war. Den rechten schwedischen Flügel, 10 Reiter-Regimenter, befehligten die Generale Stalhanske und Wittenberg; die Mitte, 12 Infanterie - Regimenter, General Axel-Lilie; den linken Flügel, 12 Reiter-Regimenter, die Generale Königsmark und Slange. Der rechte Flügel der Kaiserlichen, 15 Reiter - Regimenter und 6 Escadrons Ungarn, stand unter den Befehlen der Generale Don Hannibal Gonzaga und Graf Brnay; die Mitte, 11 Jnst.-Regimenter, unter dem General Suys; der linke Flügel, unter den Generalen Buchheim und Borneval, bestand aus 14 Reiter - Regimentern und 8 Escadrons Croaten. General Sohe befehligte 5 Reiter-Regimenter , welche hinter dem Centrum als Reserve hielten. Beide Heere bildeten, das Geschütz von der Front, zwei Treffen. Die Schlacht begann gegen Mittag durch einen Angriff der Reiterei des schwedischen rechten Flügels ans die ihr gegenüberstehende kaiserliche, als diese ihren Aufmarsch noch nicht vollendet hatte; sic wurde nach kurzem Widerstände gewdrfcn. Während dessen war das Gefecht ans dem rechten kaiserl. Flügel sehr hartnäckig und der Vortheil Anfangs auf Seiten der Kaiserlichen, welche die Schweden unter Königsmark und Slange zurückdrängten, wobei Ersterer blieb. Aber nachdem der linke kaiserl. Flügel geworfen war, führte der Pfalzgraf Carl Gustav Verstärkung nach beut gedrängten linken Flügel der Schwedischen, welchem es nunmehr gelang, die kais. Reiterei zu überwältigen. Die tapfer sich ver-theidigetide kais. Infanterie, von allen Seiten umringt, ergab sich nach dreistündigem Kampfe, auf die Hälfte hcrabgeschmolzcn. Die Schweden erbeuteten 46 Kanonen, 121 Fahnen, 69 Standarten. Der Rückzug der Kaiserlichen, in wilde Flucht ausartend, ging nach Böhmen. In Rakonitz hielt Erzherzog Leopold strenges Gericht über das Regiment Madlowelches das Beispiel zur Flucht gegeben haben sollte. Oberst und Oberstlieutenant bestiegen das Schaffst, der zehnte Mann, nach altrömischem Kriegsbrauch, wurde zur Todesstrafe verdammt. Aber auch der schwedische Verlust war nicht unbedeutend. Viertausend Mann blieben, von Generalen Slange, Guben, Lilicnhoeck, fünf andere waren verwundet. Torstensohn wandte sich gegen Leipzig, welches, nach dreiwöchentlicher Berennung genommen, seine Armee mit reicher Beute für die überstandenen Drangsale lohnte. Die Auflösung des kaiserl. Heeres war vollkommen: Erzherzog Leopold Wilhelm legte das Commando nieder, um fortan ganz seinen geistlichen Obliegenheiten zu leben; Piccolomini ging in spanische Dienste, und Gallas, ein ungenügender Ersatz für den großen Friedländcr, erhielt das Obercommando. Es wird nun von Interesse sein, zu sehen, wie die Ereignisse in den uns vorliegenden Schriftstücken sich abspiegeln, und wie hier mit: wirkende Augenzeugen vertheidigend mid anklagend auftreten. Schott in dem ersten Schreiben (ohne Datum, jedoch wie fast alle, in die erste Zeit nach dem Treffen fallend) finden wir die Hindcntung ans eine eingeleitete Untersuchung „den Herrn Brudern Habe ich andere-mal bericht, wie dem Grafs v. Brnay vnd mir Puncts aufsgesezet worden, Hicmit schicke ich dem Hrn. Bruedcrn ein Copci, wie Ich Meine Bcr-nnttvorten will, Jedoch werde Ich noch eines vnd anders etwas tent: licher sezen, aber gar ad S p e c i e m Zukommen, Habe I ch anß allcrhandt Considerationen wegen Ihr M a h. D i e n st vnd hernach Meiner f e l b st d i ß m a l bede n k h e n gehabt, alles sowohl in gcncre vnd in specie waß Ich diß vnd andere mal deßwegen geschrieben, Kann ich probiern der graben wo der Feind herüber ist von ganz Keiner Conseqnenz gewesen, wol das Dorff, welches Ich auch Ihr Durchlaucht selber eriedtrt vnnd wie Ich Hinein gcschicket solches Zuuerprcnnen, der Fctttdt cß aber nicht zngelaßen hat, sondern seine Commcndirte Mußqnetierer, welche er in Bereitschafft seines rechten Flügels gehabt hinein gelegt ic." Außerdem ist aus diesem Schreiben zu entnehmen, daß zerstreut ans dem Lande und in bett Städten noch 3000 Reiter sich befanden, die nicht bei dem Treffen waren, und täglich viel Fußvolk einrückte, daher Buchheim von einer Wiederaufnahme der Offensive und besonders einer guten Verwendung der Reiterei Erfolg hoffte. Die folgende Relation des Rittmeisters Joh. Georg Pachstett an den Grafen Hanns Rudolph v. Puchheim, Oberstkämmerer am kais. Hof, gibt uns die ersten nähern Daten zur Beurtheilung der Sachlage. Der linke Flügel der Kaiserlichen habe eine halbe Stunde ohne Unterstützung von dem rechten gefochten. Wir erfahren, daß der Angriff der Schweden nicht bloß von ihrer Reiterei ansgeführt wurde, sondern ihre Musqnetcn und Feldstücke gleich Anfangs den Kaiserlichen merklichen Schaden zufügten, indem die Obersten Nicola, Crafft, Heuster, Weiß it. A. todt blieben; auch Graf Collonitsch wurde vermißt und für todt gehalten, trie Oberstlieutenant Beilegend. „Bund were Herrn General-Wachtmaister Grafs von Puchhaimb noch eine andere Generalsperson zugeordnet worden, sein Flügel auch nicht vmb gar viel weniger gegen den Rechten gewesen, aufs welchen doch des Fcindts Linkher Flügel so bey weitem nicht alß der Rechte starkh gewesen, getroffen, So were ohn Zweifel die anff deß Feindts Seiten gefallene Victors diesseits ausgeschlagcn." Indem er dann weiter die persönliche Tapferkeit des Grafen wie des Erzherzogs selbst rühmt, verbreitet ich der Brief über den feindlichen Verlust, der auch an seiner Jnfan-me durch die Artillerie der Kaiserlichen beträchtlich war. Das Treffen et mehr ein Duell als eine Feldschlacht gewesen, kein Quartier gegeben worden, so daß Torstensohn selber den Scinigen'zngeschricen, Pardon zu geben, „dann eß gleichwol Christen Bluet were." Am 10. sei General-Rendezvous in Rakhonitz. In der vom 7. Nov. 1642 ans Miccowitz datirten Relation des Grafen v. Buchheim an seinen Bruder in Wien sehen wir bereits die Anklagen gegen die kaiserl. Oberbefehlshaber, Piccolomini und Gonzaga, deutlicher hervortreten, welche aber den Erzherzog für sich haben. „Gestern ist Piccolomini von Haga kommen, war sehr lustig vnd v cr-m a i n t Ihren Fehler wegzuschieben ... Heut aber sehen Sie, daß eß nicht gehen toil vnd Don Hannibal insonderheit, sein beede traurig, Ich hab den Erzhcrtzog Heut schon wieder anders gelinden vnd ist feilt Zweifel, daß seither Sie ankommen sein, nit alles thun wirdt, waß Sic begehren." Die Stellung des kaiserl. Cabinets zu der Kriegführung zeichnen die Worte: d i e M i n i st r i z n H o f f Ha b e n w o l l e n , m a n n s o l l e s ch l a g c n , n n r d a ß S i e a i n Frieden machen können, Er sey so s p ö t t l i ch alß er rootle, vnnd Lczlich waß Sie darnach fragten, Wann Sie nur ein Herrn Jetten im Friede it." Noch deutlicher spricht sich der Briefschreiber aus in folgender Stelle: „Mit Ncchster gelegenhcit wirdt der Herr Brueder Klar erfahren, wie der Graff Piccolomini alß auch Gonzaga (in) fachen vble intent! on gehabt haben, wiewol Ich nicht Hoffe, daß Sie (nemlich die beiden Genannten) gemaint haben, daß eß so vbel außschlagen feite. Dann Graff Piccolomini auch sich mia-ginirt (imaginirt) haben muß, mit deren rechten Fligel allein den Feindt zuschlagen, wie Er gesagt, mit Zween truppen hettcn die Manteria stehen machen, es hat eß wol Suis allein gethan." Und dann wieder: „Ich sehe, daß G r a f f P i c o l l o m i n i ans a l l e W e i ß verhindern «erbe, damit eß zu Keinem process So mute vnd Jedermann dringe drauff, dann Er hat Jedermann attaquirt." Er schließt mit Rathschlägen für die Reorganisirung der Armee. „Die Reuter Kann man mit geringen Vnkosten remuntiren vnd ein wenig Succurs gibt »unserem Volkh wieder Courage; dann die Völker sein nicht schwierig, sondern vielmehr attoniti; Bey dieser jüngsten vnglückhlichen Tragedien Kann man die armee in ein neuen Modell gießen." Eine Nachschrift, ebenfalls ans Miccowitz codem dato meldet, daß am 10. Rendesvonz in Rakhonitz sein soll, und der Graf kommt wieder ans die Hauptsache zurück in den Worten: „ ... anß mangel der Courage ist unserseits nirgent gcfehlet gewesen, aber wol an Ordnung vnd surprese, die von dem Linken Flügel Können von dem Rech-tcil litt wissen vnd vice versa) dann die Battaglia war weit vnd also incontra Kurz, Don Hannibal Gonzaga ist aller perplex, sein posto ist b cy Mir gewesen, Er ist aber nie kommen, sondern unsere meiste Gral. Ofiicir sein miff dem Rechten Fligel gewesen, bey mir ist Keiner von Ihnen gewesen, Ich hab gethan, waß möglich war, remittir mich ans alle Meine vntergebene Regimenter ..." Der „Extract vom 8. Nov. 1642" läßt uns schon einen tieferen Blick in den Zusammenhang der Dinge thun, indem er nicht nur ausführlicher die Fehler in den getroffenen Dispositionen entwickelt, sondern auch zuerst des auffallenden Factums erwähnt, daß Graf Brone (Brnay) Ordre gehabt, nicht zu schlagen, bis der linke Flügel bereits gebrochen war. „Die Schlacht ist in dem Marchirn geschehn, das Orth nicht recognoscirt worden, Khein Pulver war auch anßgetheilt, die C o m m c n d 1 !■ t c n Mnsgnetierer sammt den Regi-m c n t s st it ck h e l n die sie zwischen d e n F l n g e l n c i ii-th e i l len sollten, sind a n ß g e b l i c b c n, des Feindts Fligel so gegen mihr gestanden, ist ohne Gleichheit stärkher gewesen als der so gegen Brone gestanden vnd Brone wahr wegen des B o n r n e v a l s Rc s e rv c ohne Gleichheit stärkher als Meiner (also war Borncval mit der Reserve nicht bei Puchheim, wie dies bisher die Quellen annahmen)." Weiters „Wie Cartage abgezogen, Bin ich noch Bngeuehr mit Hundert Pferdteu von meinem Flügel bei der Manteria gestaubten vnd were n i ch t w e e g Ga n -gen, Wofern nicht Bngeuehr Ihr D r ch l. (der Erz- Herzog) d a r z n e Khommen wehre, Welche neben Mir v n d den hundert Pferd ten ganz V m brin g et v n d alßd a n n haben sich Ihr D r ch l. d n r ch g e s ch t a -gen ..." Den Generalen (oder Oberoffiziercn) Teppich und Aff-tcrschwager wird vorgeworfen, daß sie „zum Fall sie nicht durch malitia, doch durch große Ignoranz gcsündigct. Beh Allem diesen sein Ihr Hochfiirstl. Durchl. so fromb, daß She sich von allen becden bereden laßen, Was zu Ihrer aigenen Disreputation gereichen möchte, daßAllcrböste vnd Nützlichste wird sein, ein General-Examen a n zustelle n." Den Beschluß tnacht eine Kritik der Taktik der Kaiserlichen. „Torstcnson (jette nicht geschlagen, wann er nicht wehre necessities worden, daun er hat Leibzig verlaßen vnd hettc über die Saal nit Kommen können, (jette auch bey dieser occasion nicht seiden gespunnen .,. Die reduction der Regimenter Khann mit leuchtem beschehen, Wann e ß nur nicht a u ß Passion geschieht, Thräne vor mein Person den Flügel, so ich commendirt habe, in Bier Regimenter zn reduciren, in Bedenkhung vielt 0 flieh- verlohren, Allein liegts ahn diesem, was man thuen wolle, daß es baldt geschehe. Eben diesen Verlust vnd Trage-d i c n habe Ich vorlengst gesehen Vnd deßwegen so Hoch meine A b s o r d c r u n g vnd Licenz (Abschied) begehrt, dann man hat ahn diesem Streich schon l e n g st geschmiedet vnd i st gewiß das wann Ihr May. bey Ihr D r ch l. (dem Erzherzog) gnete Leuth haben werden Sie dar durch nach Ihrem gefallen operim' würde n." Der nächstfolgende Brief (oben sub Nr. 5) unbekannten Verfassers von Prag 20. Dec. 1642 ist vor Allem interessant durch die Aeußerungen, die uns von den feindlichen Generalen und Torstcnson selber durch aus der Gefangenschaft heimkehrende Offiziere, darunter Oberst Wachcnheimb, berichtet werden. „ ... daß alle Generals Personen drüben (absonderlich der Gral. Major Wittenberg und Stallhannß, welche beyde den Rechten Füget so anff Vnnseren linken getroffen commendirt haben) außtrnklich sagen, daß dic Jehnigen, so da vorgeben, daß vnser alß S n tj f. (inter Flügel das seine nicht rühmlich gethan vnd wohl gefochten hette, e 6 redeten alß E h r ab -s ch n e i d er i s ch e vnd Leichtfertige Leute ... dann wie gedachte Zween G e n er a l M aj o r s bekennen, Etliche B n s e r s L i n ck e n Flüg els T r o u p p en so gering vnd klein auch deren s o w e n i g g e w e s e n, daß gle i ch s am B n m ü g l i ch c n in d e r L e n g e J h r e r s o r r e W i d e r st a n d zn halten B n n d t Können Ihnen M e h r e r w e h n t e Zween <3 cit. Major to i e a u ch der F e l d t m a r s ch a l l T o r st e n s o n selber nicht einbilden, SB « r it m 6 d i e b a 11 a gl i e s o o r d i n i r t? Es m ü st e dann sein, daß aufs dem L i n ck en F lü g e l Teutsche vnd m e h r en t h eil s Lutherische gewesen, Ihren Credit dardnrch Verlieren zu machen ... Auch hette man (wo anders die Battaglia gewonnen werden sollen), anff unserer Seite mit beyden Flügeln Zugleich chargirn sollen vnd nicht den Lincken Flügel mehr alß eine halbe Stundt allein fechten laßen..." Die Offiziere von dem schwedischen rechten Flügel geben dem österreichischen linken Flügel das Zeugniß, „Sie weren gewar worden, daß Sie Soldaten sind vnd gefochten hetten alß Redliche Leute." Dem Oberst Madlo (Befehlshaber des unglücklichen Regiments gleichen Namens) wird das Zeugniß gegeben, „d aß Er dreymahl char-giret, auch selber einen Rittmeister von Ihnen (den Schwedischen) herunder geschoßen. Wahr ist cs, daß Er, Oberst Madlo, baldt von der Walstadt kommen, Jedoch hernach noch wol g eso ch ten." Die Ursache, daß das Fußvolk so lange zugesehen, bis der linke Flügel geschlagen war, sucht der Oberst Wachenheimb in dem Umstande, daß kein Pulver ausgetheilt war. Weiters verwendet sich der unbekannte Correspondent für den Don Felix (Gonzaga), daß sein Regiment, das noch bei 500 Mann stark und von dem drei Compagnien nicht beim Treffen gewesen, nicht reformtut werde. Dieser Don Felix äußerte sich gegen Torstenson mit Verachtung über Piccolomini und die „Welschen," wogegen er Graf Sch lick's Wahrhaftigkeit und Treue rühmte. „Vnd wird solches d em H. (K a y s e r) v n d A. (Grafs Schlicken) nicht wenig v o r tr e g li ch sein, daß Sie bey dem F e i n dt durch dieses Gespräch in guten Credit erhalten bleiben." Alles starke Becheise für die allgemeine Mißstimmung der Armee gegen Piccolomini und Gonzaga. Das unter Nr. 6 verzeichnete Actenstück „Bortheil, so Hr. General-wachcmaistcr Graf Brone (Bruay) Bey seinem als dem Rechten Flügel vor Mir (Graf Puchheim) gehabt," gibt in 13 Punkten das militärische Detail in der Disposition des rechten Flügels im Vergleich mit dem linken. Wir übergehen das schon in früheren Documenten Gesagte und führen nur noch die Hauptpunkte an: „1. Daß General Brone (Brnay) aus 15 Esguadronen 12 zu machen befehligt worden und dadurch stärker gewesen, Graf Puchheim dagegen sich durch Formirung I Mit 16 Escadrons aus 15 schwächen müssen. 2. Daß Ersterer Bor-neval'ö Reserve aus den 12 besten Escadronen, Puchheim nur 6 zugetheilt gehabt. 3. Habe sich der linke Flügel wegen des Terrains theilen müssen, und einer den andern nicht recht sehen können. 4. Waren ihm keine Drag oner zugetheilt, wie dieß bei dem rechten der Fall war. 5. Habe Puchheim die Croaten bei sich gehabt, mit denen er weniger umzugehen verstanden; auch wären ihm die Ungarn bei der Rctirade nützlicher zn gebrauchen gewesen." Die wichtigste Stelle des Docu-mentes ist : „ G e st e r n h a t P i c c o l o m i n i E x c. d e n G r a f Br one toll gemacht, so sagt G r a f B r o u e, Er hielte G ott v n d. d en K a y f.er nicht für gerecht, das wann E r B r o u e g e s ü n d i g e t, Ihm nit der Kopfs für die F u e ß gelegt würde. Der L in k h e Flügel als Meiner wehr eilt halbe stundt Eher a 11 a ch i r t (attaqnirt?) worden, Warn m b Ihm Gonzaga verboten hettc nit z n chargirn big I ch (P n ch h ei nt) schier zerschlagen, heut war ich (Gras Puchheim) toll, da sagte der Gen. Auditor: mein h e r r Grafs, Warn mb nimbt Er sich d e s d i n g s a hn, d a s F a c i t to t r b f dj o it it (j c r = an ß K h o m m e n , daß der L i n ck h e Flügel sehe mit V n p r o p o r t i o n i r t e r Macht geschlagen worden, der Rechte aber die Battaglia verlohren habe: Ich (Graf Puchheim) were m i t 100 P f e r d t e n mit dem Erzherzog gangen, Andere mit 2000tcn, des Feindts Standarten haben Stroh g e h a b t d c r R e u t e r Z e i -ch en, Beynahe hetten SBür das Wort nit bekhommen, G e s ch l a g e n b i n i ch , aber gewiß ist gefochten worden." Der folgende „Diseurs ober die Drsachen, welcher wegen Erstlich deß Graffen von Puchhaimb Linker, dann deß ©raffen Brone Rechter Flügel vnd die gantze Erzhertzogliche Armee den 2. Nov. 1642 bey Leipzig geschlagen worden," resumirt in 18 Punkten das früher Gesagte , Neues hinzufügend, welches wir hier berühren wollen. Der Eingang schon führt aus, wie die Armee gleichsam dem Feinde sich selbst in die Hände geliefert, indem die Nccognoscirung unterlassen worden; der 12. Punkt wiederholt wörtlich die oben aufgeführten Worte des Grafen Bruay (Brone) mit dem Beisätze: „Wer sieht h i e rnicht, daß die Glocke zwar v b c r den P n ch h a i nt allein g e goßen gewesen, der Platzregen aber, welchen der Klang erwecket, die gantze E r z h e r z o g l i ch e Armee schier gar estreust hett," welche Worte man kaum anders als durch einen Antagonismus zwischen Puchheim und Piccolomini, und einen Versuch des Letzteren, seinen Feind durch Preis-gebung in seiner gefährlichen Lage zu stürzen, deuten kann. Im 15. Punkte entwickelt Puchheim, wie sehr man gefehlt, den Feind zum Schlagen zu nöthigen,, welcher, die Saale hinter sich und vor sich die Erzherzogliche Armee, ohne Zufuhr, einen Verzweiflungskamps kämpfen mußte und seinen ganzen Ruhm ans dem Spiele stehen sah; man Hütte ihm da eher eine Brücke bauen sollen. Ucbcrdieß gewährte des Feindes Stellung auf der Höhe von Breitenfcld ihm den Vortheil, daß er die anrückenden Kaiserlichen vollkommen übersehen und sogleich die Schwäche des linken Flügels wahrnehmen konnte, der weder mit Feldstücken noch mit Dragonern versehen und noch nicht in Schlachtordnung gestellt war. Daher man sich nicht wundern dürfe, daß er seinen Angriff zuerst dahin richtete (16. Punkt). In dem letzten (18.) Punkte kommt das Meinorandum ans einige Hauptgebrechen der kais. Armee zu sprechen, nämlich, daß die Kriegsbeute nicht, wie bei den «schwedischen, ohne Rücksicht auf den Stand, ob Herr oder Knecht, Bauer oder Edelmann,, unter dem Kriegsvolke gleich vertheilt, und die hohen Kriegsbefchle nicht nach Gunst, sondern nach Valor, Tugend und Mannheit vergeben werden. „Da hingegen bey d en E r z -herzoglichen die Bente den Höchsten Bcuelchsha-Bern, d i e Hohen B e ne l ch aber g e m a i n i g l i ch deß Kriegs Vnerfährnen Jungen Herrn an ß favor ertheilt werden, welches eines von den großen Manca m e n t e n der K ach. Armee ist." Er schließt mit einem Resume: „Bund findt sich anß demselben, daß die Prinzipal Vrrsachcn deß Verlust vnd schadens der Erzhertzoglichen von mancamcnt deß Recognoscirens, Vbereylnng vnd Unordentlicher wo nicht passionirter Formirnng der Battaglia, dadurch man supprimirn vnd inalzirn wollen, hergefloßcn." Das letzte Document, ein Schreiben des Grafen v. Puchheim ddo. Sträschin 9. Nov. 1642 an den Grafen v. TrautmannSdorf, geht auf die Beschuldigung ein, die Piccolomini gegen Puchheim erhob, nämlich, daß er die Wahlstatt verlassen („qnittirt"). Dagegen vertheidigt sich Puchheim, eS sei dieß mit nicht mehr als 100 Pferden geschehen, um den Erzherzog zu decken. Graf Piccolomini behauptete, er und Gonzaga hätten zwei Stunden länger bei dem Fußvolk gefochten, was Puchheim ebenfalls widerspricht und ans einem General-Examen besteht, indem er wiederholt, wie er den unglücklichen Ausgang schon lange vorhergesehen und mit seine Abberufung gebeten habe. „Euer Gnaden aber werden sehen, daß T o r st e n s o n noch so großer F cin dt nit ist, als t h e i l s v n n s e r c G e n e r a -les, der Erzherzog Helte gewiß nichts anderst als gute Intention, die malitia aber dieser Leuth ist bastante oder biilden Es Ihnen Wenigist ein, Europa zu betragen, I ch besorge mich der F e n n b t to. erbe durch favor (Verrath) O l m Ü tz, Mähren Und Oesterreich i n q u i e t i r e n.« Schließlich bittet der Graf, ihn nicht uügehört zu verurtheilen und wiederholt seine Bertheidignngsgründe, sich auf ein Schreiben an seinen Bruder beziehend. So hat die Stimme eines Helden zu uns gesprochen, der Oesterreich'« Fahne mit Ruhm gegen Schweden'«.Kriegsheere und Rokoczy's Rebellenschaaren getragen. Sie läßt unseren Waffcnruhm in neuem Glanze schimmern, indem sie zeigt, wie nur im Dunkeln schleichender Verrath von Fremdlingen ihn auf einen Augenblick verdunkeln konnte. Wir sehen die Makel der Fahnenflucht von Madlo's Reitern genommen, welche sich drei Mal auf den Feind stürzen, wir sehen den tapfern Leopold die Waffenehre Habsbnrg's auf dem Schlachtfelde vertheidigen, und wir hören das Lob österreichischer Tapferkeit aus des ritterlichen Torstenson Munde. Ein Gefühl patriotischer Wehmuth ergreift uns, wenn wir unsere tapfern Krieger mit dem Verhängniß der Schlachten ringen sehen, aber „Nacht muß es seyn, damit Ocster-rcich's Sterne glänzen." Wie der glänzende Sieg über den Winterkönig am weißen Berge den blutigen Reigen eröffnete, so brach sich die letzte Brandung seiner Stürme an dm Wellen von Prag und der ausharrenden österreichischen Tapferkeit verblieb der Sieg. Wir haben länger, als sonst üblich, bei einem Gegenstände verweilt, der unser Interesse lebhaft erregen mußte und schließen unfern Bericht, indem wir anführen, daß der nun folgende Vortrag von L. Germoilig sich über die Aufgabe der historischen Commission München'« verbreitete und daran eine Betrachtung über die Lage der Provinzial-Vereine knüpfte, welche, lediglich auf Privatkräften fußend, von einem kleinen Kreise der Wissenschaft uneigennützig ergebener Männer gepflegt werden. In Oesterreich ist es das reich dotirte Institut der kais. Akademie, welches der gelehrten Welt mit seiner Wirksamkeit voranleuchtet und weithin anregend wirkt, während die Provinzial-Bereine, obwohl mit bescheideneren Kräften, doch an betn Aufbaue der österreichischen Geschichte eifrig mitwirken, indem sie die Geschicke der einzelnen Kronländer zum Gegenstände ihrer Studien machen. Unsere Bemühungen wären reichlich belohnt, wenn loir hoffen dürften, auch mit dem vorliegenden Jahrgange unserer Mittheilungen unserer Aufgabe einigermaßen entsprochen zu haben. Roch dürfen wir nicht unerwähnt lassen, daß Dr. C. H. Costa vor dem Schluffe der Versammlung sich das Wort erbat, um die Aufmerksamkeit der Versammlung auf das eben erschienene „Schiller-buch" zu lenken, das Werk unseres gefeierten Landsmannes Dr. Constantin Wurzbach Edl. v. Tannenberg, dessen Inhalt ebensowohl die Schiller-Literatur in unschätzbarer Weise bereichert, als seine artistische Ausstattung dem ersten typographischen Institute Oesterreich's zu neuem Ruhme gereicht. Verzeichnis der von stein historischen Vereine für Srnin im 1.1859 erworbenen Gegenstiinste: CI. A n gekauft: 294. Mittelalterliche Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates. Herausgegeben von Dr. Gustav Heider und Professor Rudolph v. Eitelberger. Sechszehnte Liefcrniig, oder des zweiten Bandes siebente Lieferung.. Stuttgart und Wien 1859. 4. CH. Vom germanischen Museum in Nürnberg: ■ 295. Anzeiger für Knude der deutschen Vorzeit. Neue Folge. Sechster Jahrgang. Organ des german. Museums. Nr. 7. Juli, 1859. 296. Mo. Mo. Organ des german. Museums. Nr. 8. Aug. 1859. CHI. Vom Gesammtvereiue der deutschen Gcschichts- und Alterthums- Vereiue in Dresden: 297. Correspondenzblatt vom Monate August 1859. Nr. 11. CiV. Vom Herrn I. C. Hofrichter, Notar in F r o h ule i t en: 298. Ansichten aus der Steiermark, mit vorzüglicher Beachtung der Alterthümer und Denkwürdigkeiten, als: Burgen, Schlösser, Kirchen re. 5. Heft. Inhalt: Stift Admont. 299. ^ Mo. Mo. 6. Heft. Inhalt: Stainz. CV. Von dem historisch-antiqnar. Vereine für die Städte Saarbrücken und St. Johann und bereit Umgegend: 300. Mittheilungen desselben. Dritte Abtheilung. Saarbrücken 1859. CVI. Von der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale in Wien: 301. Mittheilungen derselben. IV. Jahrgang. September 1859. 4. CVII. Vom Herrn Peter v. Radio, Supplenten am k. k. Gymnasium in Laibach: 302. Das Doetors-Diplom des am 15. April 1857 verstorbenen Hof- und Gerichts-Advoeaten und Bürgermeisters der Provincial-Hauptstadt Laibach, Mathias Burger, de dato 5. Juni 1821. Original auf Pergament mit anhangendem Siegel. CV11I. Vom Ausschüsse des historischen Vereines für Niedersachsen zu Hannover: 303. Programm und Statuten des historischen Vereins für Niedersachsen. Hannover 1858. 8. 304. Zwei und zwanzigste Nachricht über den historischen Verein für Niedersachsen. Hannover 1859. 8. 305. Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen. Heraus-, gegeben unter der Leitung des Vereins-Ansschnsses. Jahrgang 1856. Zweites Doppelheft. 8. 306. Mo. Mo. Nachttag zum Jahrgang 1856. Hannover 1859. 8, 307. Mo. Mo. Jahrgang 1857. Hannover 1859. 8. 308. Urkundenbnch des historischen Verein« für Niedersachsen. Heft IV, enthaltend das Marienroder Urkundenbnch. Hannover 1859. 8. CIX. Vom germanischen Museum in Nürnberg: 309. Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.. Nene Folge. Sechster Jahrgang. Organ des germanischen Museums. Nr. 9. September 1859. CX. Von der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien: 310. Mittheilungen derselben. Dritter Jahrgang 1859. Heft 2. Re-digirt von Frau; Fötterle, k. k. Bergrath ic. in Wien. 1859. 8. CXI. Von der Direction der administrativen Statistik im k. k. Handelsministerium in Wien: 311. Die von derselben herausgegebenen Mittheilungen an« dem Gebiete der Statistik. 7. Jahrgang. 3. Heft. Wien 1858. 8. CXII. Vom Gesammtvereine der deutschen Geschichts- und Altcrthnms-vereine in Stuttgart: 312. Correspondenzblatt vom Monate September 1859, Nr. 12. CX1II. Von Sr. bischöflichen Gnaden dem hochwürdigsteu Herrn Dr. Georg, Bischöfe von P a r e n z o . folgende Münzen : A. In Silber: 313. Eine römische Familien-Münze mit bent Kopfe Merkurs, übrigens unkenntlich. 314. Münzen in Größe eines Sechskreuzer-Stückes, auf deren einer Seite: eine gerüstete Figur mit einem Schwerte in der rechten, und einem Kreuze in der linken Hand. Umschrift: Tvartko R. S. Ambrosius, — auf der andern Seite: in einem Kreise der stehende Heiland, die rechte Hand zum Segnen emporhaltend. 315. Sogenannter Dncato von Ragnsa mit dem stehenden heiligen Blasius (Billon). 316. 317, 318. Drei türkische Münzen von Billon, Orlik genannt, zu 10 Para. 319. Sehr kleine türkische Münze. 320. Ein mittelalterlicher Bracteat. B. In Kupfer: 321. Vom Germaniens. Im Rev. S. C. 322. Vom Tib. Claudius I. Im Re». S. C. 323. Vom K. Diocletian. Im Rev. Gcnio Populi Romani. 324. 5 Kopek-Stück. 1836. 325. 2 Kopek-Stück. 1816. 326. 1 Kopek-Stück. 1828. 327. 1 Sengn. 1737. 328. 329. 2 Stück zu 5 Para. 330. Von den venetianischen Besitzungen Dalmatien und Albanien. 331. In Zwanziger-Größe, auf der einen Seite II, darüber eine kniende Figur, auf der andern: K und zwei kreuzweise über-einandergelegte Hammer. CXIV. Von dem Vereine für Lübek'sche Geschichte und Altcrthums-kunde in L ü b ek: 332. Das von demselben herausgegebene Urknndenbuch der Stadt Lübek. Zweiter Theil, 13., 14. und 15. Lieferung. Lübck 1858. 4. 333. dto. Zweiter Theil. 16. Lieferung. Lübek 1859. 4. CXY. Von der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale in Wien: 334. Mittheilungen derselben. Vierter Jahrgang, October 1859. 4. CXYI. Von dem Vereine für Geschichte und Alterthum Schlesiens in Breslau: 335. Zeitschrift dieses Vereins. Namens des Vereins herausgegeben von Dr. Richard Röpell. 2. Band, 2. Heft. Breslau 1859. 8. 336. Codex diplomatlcus Silesiae. Herausgegeben vom Vereine für Geschichte und Alterthum Schlesiens. Zweiter Band. Urkunden der Klöster Nauden und Himmelwitz, der Dominicaner und der Dominicanerinnen in der Stadt Ratibor. Breslau 1859. 4. CXVII. Von dcr f. k. Hof- Mid Staatsdruckcrei in Wien: Reichsgesetzblatt für das Kaiscrthum Oesterreich: 337. XL. Stück. Ausgegeben und versendet am 2. Anglist 1859. 338. XLI. Stück. dto. am 6. Anglist 1859. 339. XL1I Stück. dto. am 10. August 1859. 310. XL11I. Stück. dto. am 13. August 1859. 341. XL»'. Stück. dto. am 20. August 1859. 342. XLV. Stück. dto. am 24. August 1859. Nebst dem bezüg- lichen Inhalts - Register; fcrners : 343: XLVI. Stück. Ausgegeben und versendet am 7. Sept. 1859. 344. XLY1I. Stück. dto. am 10. September 1859. 345. XLYHI. Stück. dto. am 13. September 1859. 340. XLIX. Stück. dto. am 15. September 1859. 347. L. Stück. dto. am 18. September 1859. 348. LI. Stück. dto. am 20. September 1859. 349. LU. Strick, dto. am 29. September 1859. 350. L11I. Stück. dto. am 29. September 1859, nebst dem bezüglichen Inhalts - Register ; ferner« : 351. L1V. Stück. Ausgegeben und versendet am 10. October 1859. 352. LY. Stück dto. am 22. October 1859, »obst dem bezüglichen Inhalts - Register. CXYIII. Vom Herrn Dr. Heinrich Costa, k. k. Oberamts - Director in Laibach, folgende Urknnden: 353. Uebersicht dcr Truppenbefördcruiig mittelst der Eisenbahn vom 13. bis 28. April 1859 durch Laibach nach Italien. 354. Drei Tabellen über die in Krain zu bcquarticrcndcn Truppen der ersten Armee. 355. Ouarticrliste der Herren Generale, Stabs- und Oberofsiciere, dann Stabs - Chargen und Parteien des Hanptquartiercs dcr ersten Armee. 356. Hciratsvertrag zwischen Niclas Grafen von AuerSberg lind der Gräfin Elisabeths v. Lichtcnberg, vom 22. März 1723. Original mit vielen Unterschriften und Siegeln. 357. Landeshaiiptmannschaftliches Secret vom 23. December 1715, an den fürstbischöflich - freisingischcn Rath und Hauptmann der Herrschaft und Stadt Lack, betreffend die Ausfuhr des Wach-holder-Holzes nach Kärnten, wegen dort eingerisscncr Contagion. CX1X. Vom IBM. Vorstände des Vereines zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Alterthümer in M a i n z: 358. Zeitschrift dieses Vereins. Zweiten Bandes erstes und zweites Heft. Mainz 1859. 8. CXX. Von der löbl. Gesellschaft für südslavische Geschichte in Agram: 359. Den fünften Band des von derselben unter der Redaction des Herrn Johann Kuknljevie - Sakcinski in croatifcher Sprache herausgegebenen Archives. Agram 1859. 8. CXXI. Von dem Gcschlchts - und Alterthums - Vereine zu Kassel, Wiesbaden und D a r m st a d l : 360. Periodische Blätter von 1859, Nr. 9 und 10. CXXII. Vom löbl. Vorstande des Vereines für Nafsan'sche Geschichte und Altcrthumskunde in Wiesbaden: 361. Annalen dieses Vereines. Sechsten Bandes erstes Heft. Wiesbaden 1859. 8. Zugleich wurde in Gewährung des von diesem Vorstande bekannt gegebenen Wunsches mit dem gedachten Vereine ein gegenseitiger literarischer Verkehr und Schriftenaustausch eingeleitet. CXX1II. Von dem Ausschüsse des historischen Vereins für Obcrfranken in Bamberg: 362. Zwanzigster Bericht über das Wirken des historischen Vereins zu Bamberg vom Juni 1856 bis Ende Mai 1857, erstattet von dem Vereins - Secretär. Bamberg 1857. 363. Ein und zwanzigster Bericht über das Wirken des historischen Vereins zu Bamberg, vom Juni 1857 bis Ende Mai 1858. . Bamberg 1858. CXX1V. Von dcr antiquarischen Gesellschaft für vaterländische Alterthümer in Zürich: 364. Zwölfter Bericht über die Verrichtungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, vom 1. Nov. 1855 bis 1. Nov. 1856. 4. 365. 13. dto. dto. vom 1. Nov. 1850 bis 1. Nov. 1857. 4. 366. 14. dto. dto. vom 1. Nov. 1857 bis 1. Nov. 1858. 4. 367. Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich. XXL 368. dto. XXII., enthaltend Fortsetzung und Beschluß der Geschichte der Abtei Zürich. 369. dto. XXIII. Pilatus und St. Dominik. Unter Benutzung einer Handschrift Martin Usterl's, von Heinrich Runge. Zürich 1859. 4. CXXY. Vom Vereine für ficbcnbürgische Landeskunde in H c r m a n list a d t: 370. Archiv des Vereines für siebenbürgische Landeskunde. Neue Folge. Dritter Band. Drittes Heft. Herausgegeben vom Vereins - Ausschüsse. Kronstadt 1859. 8. CXXY1. Von dcr Inifers. Academic dcr Wissenschaften in Wien: 371. Sitzungsberichte derselben. Philosophisch - historische Classe. XXIX. Band. 1. und 2. Heft. Jahrgang 1858. Novemb. u. Decemb. 372. dto. dto. XXX. Band. 1. Heft. Jahrg. 1859. Jänner. 373. dto. dto. XXX. Band. 2. Heft. Jahrg. 1859. Februar. 374. dto. dto. XXX. Band. 3. Heft. Jahrg. 1859. März. 375. dto. dto. XXXI. Band. 1. Heft. Jahrg. 1859. April. 376. Archiv für Kunde often. Geschichtsquellen. Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission dcr kaiscrl. Akademie dcr Wissenschaften. XXL Baud. II. 377. dto. dto. XXII. Baud. I. (Mit 4 Tafeln). 378. Fontes Herum Austriacarum. Herausgegeben von der historischen Commission dcr kaiscrl. Academic der Wissenschaften. Zweite Abtheilung. Diplomataria et Acta. XVIII. Band. Urkunden der Benedictincr- Abtei II. L. F. zu den Schotten in Wien, vom Jahre 1158 bis 1418. Herausgegeben von dem Capitnlar-Priestcr und Archivar Dr. Ernst Hauswirth. Wien 1859. CXXVII. Vom Herrn Franz Gerkmanu, Normalschul-Lehrer in Laibach: 379. Weltgeschichts-Kalender mit mehr als 10.000 historischen Thatsachen , sammt einem Calendarium für Katholiken, Protestanten, Russen, Griechen, Juden und Türken, für das gemeine Jahr 1857, nebst den heil. sonntägigen Evangelien in Wort und Bild. Erster Jahrgang. Wien 1857. 8. CXXY1II. Vom Vorstande des Vereins von Alterthumsfrcundcn int Rheinlande zu Bonn: 380. Das Portal zu Remagen. Programm zu F. G. Welker's fünfzigjährigem Jubelfeste am 16. October 1859. Herausgegeben von demselben. Bonn 1859. 4. CXXIX. Vom Herrn Dr. Adolph S ch m i d l, Professor der Geographie, Geschichte und Statistik am k. k. Josefs - Polytechnic»»: in Ofen, folgende, von demselben in Druck gegebene Werke: 381. Wien und seine nächsten Umgebungen, mit besonderer Berücksichtigung wissenschaftlicher Anstalten und Sammlungen. Von Dr. Adolph Schmidl. Siebente Auflage. Mit einem Plane dcr Stadt und der Vorstädte. Wien 1858. 382. Schönbrunns Pflanzengarten und Menagerie. Beilage zur 7. Auflage von Schmidt's „Wien und seine nächsten Umgebungen." Wien 1856. 383. Wegweiser in die Adelsbcrgcr Grotte und die benachbarten Höhlen des Karstes, uon Dr. Adolph Schmidl. Zweite Auflage. Wien 1858. 384. Die österreichischen Höhlen. Eine geographische Skizze vom Professor Dr. Adolph Schmidl. Pesth 1858. 8. CXXX. Von dcr historisch - statistischen Section der k. k. mähriscki-schlcsischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, dcr Natur- und Landeskunde in Brünn: 385. Schriften derselben. Rcdigirt von Christian de Elvert, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Obcrfinanzrath :c. XII. Band. Brunn. 1859. 8. CXXXI. Von der löbl. k. k. Landwirthschaft-Gesellschaft in Krain: 386. Siebzehnter Jahrgang dcr im Jahre 1859 unter der Redaction des Herrn Dr. Johann Bleiweis in slovenischcr Sprache ausgegebenen landwirthschastlichcn Zeitschrift „Novice", sammt allen Beilagen. CXXX1I. Vom Herrn Josef Blasn ik, Buchdruckerei- und Hausbesitzer in Laibach: 387. Zgodnja Danica. Katolšk cerkven list. V Ljubljani. Natisnil in založil Jožef Blasnik. Tečaj XII. CXXX1II. Von den Herren Ignaz Alois v. K l e i n m a y r & Fcdor Bamberg, Buchhändler und Bnchdruckcrcibcsitzer in Laibach: 388. Die in deren Verlage erscheinende „Laibacher Zeitung" vom Jahre 1859, nebst den Beilagen. Von dcr Direction des historischen Vereins für Krain. Laibach am 31. December 1859. Druck von Ignaz v. Kleinmayr §? Fcdor Bamberg in Laibach.