f'VW. Grosses und allgemeines WAPPENBÜCH verlegt gaw & Saßjjü in Uürnbrrg. Besitzer: Emil Küster. J. SIEBMACHER'S grosses und allgemeines WAPPENBUC in einer neuen, vollständig geordneten und x reich vermehrten Auflage mit heraldischen und hijtorißclt-ptealojgisrfujn tifrlfiuteranjpn. VIERTEN BANDES FÜNFTE ABTHEILUNG. Oberoesterreichischer Adel bearbeitet von weiland Alois Freiherr« v. Starkenfels, abgeschlossen von f— Johann Evaug. Hirnhauer v. firastätt, Landesgerichtsrat i. P. NÜRNBERG. VERLAG VON BAUEB UND BASPE. (E. Klistor.) 1885-1904. B3HH HTtiYK kons iMe- li 40185 i Einleitung. In dem vorliegenden heraldisch-genealogischen Buche über den Adel des Erzherzogtumes Oesterreich ob der Ens sind enthalten: 1. Der Ur- und sonstige alte Adel des Landes. 2. Alle Geschlechter, welche in Oesterreich ob der Ens die Landmannschaft erlangt haben. 3. Jene Familien, welche seit dem Abschlüsse der ständischen Matrikeln im Besitze oberösterreichisch landtäflicher Güter sind oder waren. Um den Anforderungen eines Xaclischlagebuches zu genügen, ist der Reihenfolge die alphabetische Ordnung zu Grunde gelegt. Der Vollständigkeit halber erstrecken sich bei den ausgebreiteteren Geschlechtern die Beschreibungen nicht nur auf jene Linien, welche im Hinblicke auf die Punkte 2 und 3 des Pro-grammes zu dem Adel Oesterreichs ob der Ens zählen, sondern dehnen sich die bezüglichen Schilderungen in der Regel auf die betreffenden Gesammt-Familien aus. Ausgenommen von der Aufnahme sind die Allerhöchsten und Höchsten Personen regierender Häuser als über dem Adel stehend und zwar zählen zu Landesmitgliedern: Seine kaiserliche und königlich Apostolische Majestät wegen des Kobernauser Forstes: Se. k. u. k. Hoheit, Herr Erzherzog Johann Salvator wegen des Seeschlosses Ort; weyland Se. königl. Hoheit, Herr Erzherzog Maximilian d'Este, Hoch- und Deutschmeister, wegen der Herrschaften Ebenzweier mit Hildprechting, Mitterberg, Prandeck mit Zellhof und Aich, und Puchheim; Ihre königl. Hoheit, die I-'rau Gräfin von Chambord wegen derselben eben genannten und ererbten Besitzthümer; weyland Se. Hoheit, der Herzog Ernst zu Sachsen-Coburg-Saalfeld, am 3. Juli 1823 in den alt-rudolfinischen Herrenstand aufgenommen; Se. königl. Hoheit, der regierende Herzog Emst II., und weyland Se. königl. Hoheit, Prinz Albert zu Sachsen, Coburg und Gotha, als Mitglieder des ob der Ens'schen Herrenstandes und Besitzer der Herrschaften Kreuzen, Greinburg und Ruttenstein; schliesslich die Prinzen Eugen und Emanuel von Savoyen und Piemont, welche unter dem 18. Januar 1718 das Incolat in Oesterreich ob der Ens erhielten. Ferner sind jene Geschlechter des Inkreises ausgeschlossen, welche zurZeit der Erwerbung dieses Gebietsteiles im Jahre 1779 entweder schon erloschen oder daselbst nicht mehr angesessen gewesen sind, es wäre denn, dass die einen oder die anderen aus denselben in Berücksichtigung des Punktes 2 des vorliegenden Programmes hinzugezählt werden müssten. Insoweit als mein schwaches Können und geringes Wissen hierzu ausreicht, habe ich mir die Aufgabe gestellt, ein möglichst umfassendes Werk zu schaffen, das jedoch hinsichtlich des Ur-und übrigen alten Adels keineswegs auf Vollständigkeit Anspruch machen kann. — Diese letzteren Geschlechter, von denen manche, trotz der zu unseren Zeiten in reichem Masse zu Tage geförderten urkundlichen Materiales, wohl für immerwährende Zeiten in den Schoss der Vergessenheit gesunken sind, müssen zu einem grossen Theile einer neuen Durchsicht aus dem Grunde unterzogen werden, weil die ältere einheimische Fachliteratur zur ausschliesslichen Benützung nicht hinreicht, und die einschlägigen Werke neuerer Zeit, — unter welchen vorzüglich als auf der Höhe moderner Forschung stehend, die Publicationen J. Strnadt's zu nennen sind, — ihren vorgesteckten Zielen entsprechend, sich nur auf eine beschränkte Anzahl gewisser Adelsfaniilien des Landes ob der Ens erstrecken. — IV. 5. • — II — Da zudem die Veröffentlichung des oberösterreiehischen Urkundenbuches nur bis zu den Briefen des Jahres 1375 vorgeschritten ist, das zugehörige, die darauffolgenden Zeiten unifassende Manuscript vollständig der Register entbehrt, und nachdem für eine gründliche und zweckentsprechende Durchforschung der hierländischen, reichhaltigen Archive eine lange Reihe von Jahren erforderlich wäre, ist von einer derartigen den Stoff erschöpfenden Bearbeitung abgesehen worden, nachdem es nicht die Bestimmung dieses Buches sein kann, dessen Veröffentlichung und seinen Abschluss in unabsehbare Ferne zu rücken. Immerhin aber wird das vorhandene Urkunden-Materiale in möglichst ausgiebigem Masse benutzt, während das, die ältere liierländische genealogische Literatur fast ausschliesslich repräsentierende Werk des Freiherrn Johann Georg Adam von Hoheneck, — welches unter dem Titel „Die löbliche Herren Herren Stände dess Ertz-Herzogthumb Oesterreich ob der Ennss, Genealog-und Historische Beschreibung etc.6 in den Jahren 1727 bis 1747 erschienen ist, — nur in beschränktem Masse beigezogen werden kann, da dasselbe trotz des grossen, bei seiner Verfassung aufgewendeten Fleisses einerseits an dem fühlbaren Mangel brieflicher und sonstiger verlässlicher Quellen, andererseits an dem Brauche der damaligen Zeiten leidet, welcher sich, wie sattsam bekannt, darin gefiel, sowohl die Familiensagen und Traditionen in blindem Glauben gelten zu lassen, als auch vorhandene genealogische Lücken, anstatt diese offen einzubekennen und zu erörtern, in meist ganz willkürlicher Weise auszufüllen und zu ergänzen. — Ein Aelmliches, hinsichtlich geringen heraldischen, ja selbst auch historischen Werthes, gilt von der ob der Ens'schen Herren- und llitterstands-Matrikel, welche vom Jahre 1838 an unter ausgedehnter Zuhilfenahme des Hoheneck'schen Werkes angelegt wurde und in neun Bänden einen Teil des Uradels und alle Geschlechter aufführt, welche die Landmann-scliaft in Oesterreich ob der Ens erhalten haben. Neben einer kurzen handschriftlichen Notiz über das Datum der erfolgten Aufnahme und über die Zeitperioden der von den einzelneu Familienmitgliedern innegehabten Verordnetenstellen, — welche Angaben übrigens nicht ausnahmslos auf urkundlicher Grundlage beruhen, — sind daselbst jedem Geschlechte in Farben ausgeführte Wappen beigesetzt, die der „per Stück" gezahlte und unter keiner fachmännischen Aufsicht gestandene Maler aus wohl verstandenem eigenen Interesse in möglichst grosser Anzahl anzubringen wusste, derart, dass er nicht nur sümmtliche, jeder Familie im Laufe der Zeiten verliehenen Wappen, — diese jedoch nicht immer diplomsmässig richtig, — ersichtlich machte, sondern oft auch die, in keinem Zusammenhange stehenden Wappen fremder, gleichnamiger Geschlechter hinzufügte. Dazu wurde der Uradel aus dem Stegreif mit, in Tincturen ausgeführten Schildern und Helmen bedacht und auf diese Art im Ganzen wohl ein sehr reichhaltiges, farbenprächtiges und kostspieliges Werk geschaffen, das jedoch in Bezug auf seine Verlässlichkeit vieles zu wünschen übrig lässt. Im Hinblicke auf die ständischen Geschlechter sei zur Erläuterung der verschiedenen Grade, in welchen sich die Mitglieder des Herren- und Ritterstandes befanden, an dieser Stelle in Kürze erwähnt, dass ursprünglich besondere Rangsbestimmungen natürlich nicht bestanden und dass sich das Bedürfnis zu solchen erst im XVI. Jahrhunderte fühlbar machte, als sich die Nobilitierungen und Standeserhöhungen in bedeutendem Masse mehrten. Hierzu gab in Oesterreich ob der Ens insbesondere der anmassende Freiherr Lasla von Prag Anlass, über welchen die Stände durch ihre Abgeordneten auf dem Reichstage zu Augsburg 1510 Beschwerde führten, worauf Kaiser Maximilian durch den Brief vom 10. August dieses Jahres seine Willensmeinung dahin kundgab, dass die neuen Freiherrn vor den alten keinen Vorsitz haben, und nicht den ersten, aber auch nicht den letzten Platz einnehmen sollen. — Eine endgültige Regelung dieses Verhältnisses kam jedoch erst durch das Privilegium Kaiser Rudolfs II. vom Jahre 1588 und die Bestätigung desselben d. d. 27. Juli 1593 zu Stande, wodurch festgesetzt wurde, dass Niemand zu dem alten oder stiftsmässigen Herrenstande gezählt, oder in diesen aufgenommen werden dürfe, der nicht die dritte Generation erreicht habe. Diese Verfügung war derart zu verstehen, dass erst der Urenkel den dritten Grad repräsentierte, nachdem der Erwerber des Ilerrenstands-Diplomes nicht gezählt werden durfte. Lebte aber zur Zeit der Erhebung in den Freiherrnstand auch schon der Sohn, so war auch dieser nicht zu rechnen, — III — und dann befand sich erst der Ur-Ürenkel im dritten Grade. — Insolange diesen Anforderungen nicht nachgekommen werden konnte, blieb man im jungen Herrenstande, es wäre denn, dass der Landesfürst aus eigener Machtvollkommenheit wegen besonderer Verdienste die Vorrückung schon früher gestattete. Ueber dem alten oder stiftsmässigen und dem jungen, stand der alt-rudofinische Herrenstand. Zu diesem zählten 1) diejenigen Geschlechter, welche seit unvordenklichen Zeiten dem Herrenstande angehörten, 2) jene, die zur Zeit des Regierungsantrittes Kaiser Rudolfs II. 1576, nach erlangtem Herrenstandsdiplome bereits in der dritten Generation waren, 3) diejenigen, welche im Jahre 1576 zwar den dritten Grad noch nicht erreicht hatten, die aber zu dieser Zeit, ob ihres alten Herkommens und wegen besonderer Verdienste auf die alte Herrenbank bereits introduciert waren. — Nach denselben Grundsätzen wie der Herrenstand, schied sich auch der Ritterstand in den alten und den jungen. Bedingung für die Aufnahme unter die Landleute überhaupt, welche in der Hegel nach gestelltem Gesuche auf Grund eines Beschlusses der beiden oberen politischen Stände, mitunter auch in Folge Allerhöchster Resolution erfolgte, war, dass der Bewerber im Lande begütert sein musste, — wovon übrigens, später sogar häufige Ausnahmen gemacht wurden, — ferner die Entrichtung gewisser Taxen, und die Ausstellung eines Reverses seitens des neuen Landmannes. Um auf den letzten Theil der gestellten Autgabe zu kommen, die Einreihung jener Familien, die seit der Aufhebung der ständischen Verfassung im Besitze landtäHicher Güter sind oder waren, muss bemerkt werden, dass es schwer gewesen wäre unter denselben eine Grenze zu ziehen zwischen jenen, die sich thatsächlich nun schon als Oberösterreicher betrachten, und jenen die, trotzdem sie hier angesessen sind, dennoch in keinen näheren Contact mit dem Lande treten. Auch die Zeit, wie lange solche Besitzungen in Händen einer Familie sind oder waren, kann in dieser Beziehung keinen Masstab bieten, da es wohl nicht angehen würde zu decretieren, dass erst nach dem Ablaufe einer bestimmten Reihe von Jahren, in welchen ein landtätiiehes Gut Eigenthum einer Familie gewesen ist, diese als eine Oberösterreichische zu gelten habe. — Ich nehme deswegen Alle auf, welche mit landtäfiichen Gütern bücherlich eingetragen sind, indem ich mir allerdings nicht verhehle, dass auf diese Weise manche Familien zur Sprache kommen, die selbst nicht im Entferntesten daran denken zu dem Adel Oberösterreichs gezählt zu werden. — Nicht unberücksichtigt kann zum klareren Verständnisse des Lesers, soweit der Grundbesitz in dem nachfolgenden Werke Erwähnung findet, die innere politische Eintheilung Oesterreichs ob der Enns bleiben. Es wird diesem Buche dieselbe zu Grunde gestellt, auf welche die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhundert's errichteten Einlagebücher der Landtafel basiert sind, nämlich die bestandene Vierteleintheilung, mit welcher das Erzherzogthum in die beiden östlichen Viertel, das Machlandviertel (oder untere Mühlviertel) und das Traunviertel, sowie in die beiden westlichen, das (obere) Mühlviertel und das Hausruckviertel zerfiel. Die Donau bildete damals ausschliesslich die Grenze zwischen dem oberen Mühl- und dem Machlandviertel am linken, dem Hausnick- und Traunviertel am rechten Ufer, woran auch hier festgehalten wird, trotzdem im Jahre 1812 die Landeshauptstadt Linz mit ihrem Rayon administrativ dem Mühlviertel einverleibt worden ist. Als fünftes Glied zu dem Ganzen fügt sich der durch den Teschener Frieden 1779 und neuerlich durch den Pariser Frieden vom Jahre 1816 erworbene Inkreis. Zum Schlüsse dieser Einleitung möge der Leser die Versicherung entgegennehmen, dass ich dieses Werk nicht ohne die üeberzeugung begonnen habe, dass in demselben keine geringe Anzahl von Mängel und Irrthümern Eingang finden wird. Dieselben werden insbesondere in dem Masse zu Tage treten, als im Verlaufe kommender Zeit weiteres, zugehöriges Quellenmateriale erschlossen und die Publikation des ob der Ens'schen Urkundenbuckes fortgesetzt wird. Dann möge sich rechtzeitig eine Feder finden, welche meine schwachen Leistungen ergänzt und verbessert. Ef er ding am Sonntag Oeuli 1885. Starkenfels. — IV — Abkürzungen: Oesterreich ob der Enns .......................Oe. o. d. E. Oesterreich unter der Enns......................Oe. n. d. E. Oberüsterreich...........................O.-Oe. Niederösterreich...........................N.-Oe. K. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv...................K. k. H.-, H.- u. St.-A, Adels-Archiv des k. k. Ministerium des Inneren...............K. k. A.-A. Ob der Enns'sches Landes-Arcliiv....................L.-A. Herrenstands-Matrikel........................H.-M. Ritterstands-Matrikel.........................B.-M. Einlagebticlier in der Landtafel.....................Landt. TJrkundenbuch des Landes ob der Enns..................U.-B. Genealogisch-historische Beschreibung der Herren .Stände etc. von J. G. A. Freiherrn von Hoheneck........................... Schauplatz des niederüsterreichischen landsässigen Adels von Franz Karl Wissgrill . . W. Peuerbach, ein rechts-historischer Versuch, von J. Strnadt, im 27. u. 28. Berichte über das Museum Francisco-Carolinum..........■.......Strnadt-Peuerbach. Versuch einer Geschichte der passau'schen Herrschaft im oberen Mühlviertel, namentlich des Landgerichtes Velden, von J. Strnadt, im 20. Berichte über das Museum Francisco- Carolinuni.......................Strnadt-Velden. Geschichte der Herrschaft Windeck und Schwertberg im Lande ob der Ens, von J. Strnadt, Archiv für Kunde Oesterreichischer Geschichts-Quellen 1857 .... Strnadt-Windeck. Alter Siebmacher..........................A. S. Neuer Siebmacher..........................N. S. Gotha'scher Hofkalender.......................Gotha'sclier Hofk. Genealogische Taschenbücher der graflichen Hauser.............Gräfl. Taschenb. Genealogische Taschenbücher der freiherrlichen Hänser............Freilierrl. Taschenb. Oberoesterreichischer A.dLel Lieferung 1—6. Abeusfterg und Traun siehe Traun. Achleullien (Taf. 1). Wappen: Ein mit drei Straussenfedcrn bcstecktes Hüfthorn. Die Achleuthner stammen von dem im Traunviertel gelegenen Schlüsse Achleiten, welches jedoch früh aus ihren Händen kam, denn schon 1375 verkaufte diesen Sitz Conrad v. Meiluinstoril dem ehrbaren Knecht Wilhelm dem Stadler. Im 14. Jahrhunderte hatten sie Alineck inno. „Bernhard v. Ahlaeiten" und seine Söhne Walchun, Hertricus und Otto stifteten um das Jahr 1189 zur Kirche in Aigen bei Wels, und circa l'JOO kommt Ersterer mit seiner Gemalin Hiltigard in einem Schiedsbriefe des Abtes von Kremsmünster vor. Bernhard v. A. wurde 1219, Bertold 1256 Abt des letztgedachten Stiftes. Otto deAlilitcn und dessen Bruder Hcinrich sind 1254 Zeugen in einer Urkunde des Otto von Bor. Für Heinrich stiftete dessen Wittwe 1266 einen Jahrtag; dor Sohn Joannes steht unter den Zeugen. Im Jahre li'93 kommt „her Hainrich von Ableiten" urkundlich vor. Wolfgang A. zu Almeck war mit Elisabeth von Geymann vermalt und stellte deren Heiratlisgut 1360 auf Almcck sicher. Letzteres brachte Elisabeth ihrem zweiten Genial Hanns Kirchberger 1368 zu. Heinrich v. A. erscheint mit seinen Söhnen Heinrich, Wernhard und Berchtold in einem Kaufbriefe des Abtes und Convents von Kremsmiinster 1380 unter denZcngcn. Hans v. A. war 1431 mit Katharina Feuchteriii, Michael 1525 mit Ottilia, Tochter Wolfgang des Sigharters zu Lcombach vermalt. Dieser Michael scheint der Letzte gewesen zu sein. i.U.-B., R-M., H.) Aham (Taf. 2). Wappen: I Ein Löwe. — Kleinod: Auswärts mit einem Kamme besetzte Hörner (Epitaph des Gerhardus de Aliaim 1333). — II. In Silber ein rother Löwe. Gekr. Helm: Mit Pfauenfedern besteckte Hörner, rechts rotli, links silbern. — Decken: roth-silhern .Salzburger Landtafel 1706). - III. (Gräfliches, 1691). Geviert; 1 u. 4 in Silber auf griinem Dreiborge ein gekr., rother Löwe; 2 u. 3 in Schwarz drei i2, 1) silberne, innen goldene und aussen golden bereifte Becher. (Danneckh). — Zwei gekr. Helme: 1. Am Haupt und Bücken kammartig mit Pfauenfedern besteckter rother Löwe, wachsend, in der rechten Pranke eine rothe, silbwn gebänderte, gebrochene Turnierstange, in der linken einen grünen Kranz haltend 2. Auf rothem Kissen ein schwarzer Flügel mit den Bechern von Danneckh. — Decken beider Helme: roth-silbern. Die Aham waren ein uraltes, bayrisches Geschlecht, von Aliaim am Inn stammend. Urkundlich erscheint zuerst Rodgor de Ahaim als Zeuge in dem Briefe, welchen Hoginbert, Bischof von Passau, zu Wels ao. 1140 über IV. 5. die Einweihung der Kirche zu Martiusberg ausstellte. Ferner kommen zwischen 1150 und 1188 in Traditionen nach den Klöstern St. Nicola und Reichorsberg Jutta, als Mutter des Gumpoldus, — Perthe, als Mutter der vier Brüder, Rodegerus, Hainricus. Fridericus und Manegoldus de aheheim vor. Dio Yeste Neuhaus im Innviertel war seit 1383 bis zum Erlöschen des Gcschlechtos 1881 in dessen ununterbrochenem Besitze. Nach derselben wie nach Wildenau und Hagenau benannten sich die drei Linien, in welcho sich ehedem das Haus theilte. Die Aham besassen von Alters her das Erbkämmcrer-anit zu I'assau, wurden 16.12 in den Freiherrn-, und 7. 7. 1691 in den österr. erbländ. Grafenstand erhoben, bei welcher Gelegenheit das Wappen mit jenem der nach 1666 erloschenen von Danneckh vermehrt worden ist. Da sich die letztere Standeserhöhung jedoch nur auf Johann Ignaz Freiherrn v. A. und dessen Descendenz erstreckt hatte, wurde unter dem 3. 3. 1IÜI8 durcli den Churfiirsten Max Einanuel von Bayern der Grafenstand auf die ganze Familie ausgedehnt Nach der Vereinigung des Innviertcls mit Oesterreich o, d. E erlangte Joseph Eustacli Graf v. Aham und Neuhaus am 23. 9. 1787 daselbst die Aufnahme in den Herrenstand, welche dessen Sohne Franz, Herrn aufXcu-liaus und deu Wildenau'schen Hütern mit 6. 7. 18127 erneuert wurde. Der aus des Letzteren Ehe mit Walpurga Gräfin von TanfFkirchen entsprossene Sohn Josef Mathias beschloss am 12. 1.1881 dieses uralte, einst hochansehn-liche und reiche Geschlecht. (U.-B.. H.-M., N. S. bayr. Grafen n.,Salzburger Adel, grfl. Taschenb.) Alchbergcr (Taf. 1). Wappen: Zur Pfahlstelle auf einem vom Schildesrande abgeledigten Boden eine Eiche mit drei Blättern und zwei Eicheln (Siegel Thoman des Aiclinercer 1403) Die Aichberger waren ursprünglich zu Aichberg nächst Iieichcrsberg, im Gebiete der mächtigen Wesner, als deren Vasallen angesessen In Urkunden letztgenannten Stiftes kommen vor: Chnnradus de Aichperg um 1140 u. 1150, Chnnrad mit seinen Söhnen Wigand, Chunrad und Heinrich um 1175, und Hcinrich u. Chunrad (II.) um 1190. Hcinrich v. A. erscheint noch um das Jahr 1200 in einer Formbacher Urkunde. Hcinrich II. v. A. wendete sich ans der Gegend am Inn an die Donan, wo er sich nächst Wesen, der Burg seiner Herrn, einen neuen Sitz erbaute und denselben ebenfalls Aichbcrg nannte. Dieser bestellt noch heute, das ursprüngliche Stammhaus aber ist längst in Trümmer gegangen. Heinrich war noch im Jahre 1264 Burghiiter zu Wesen. Ulrich II. v. A , Ulrich III., „der jvng Aichpergär" und Cliumat v. A bezeugten 1300 dio Thcilungsurkunde der Wesner und Waldocker. Ulrich III. erscheint ferner urkundlicli 1337 u. 1317. 1 2 OBE RÖSTER WEICH ISCHE R ADEL. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhnnderts tritt das Geschlecht zahlreicher auf: Heinrich III. zu Piberstein 1378—1386, Erasmus. Schaunberg'scher Pfleger zn Wesen 1881—1890, Hans der Eicliperger von Annspach. Dietrich s Sohn 1!{94-H07, Andreas 1396, Paul 1887—1410, Kol-inan 1410—1424, Thomas 1409 als passanscher Pfleger zn Stein, 1418 und 1414 als Stadtrichter zn Eferding. Tlioman der Aichpcrger von Räpp verzichtete 1408 für sich und seine Briider anf den Nachlass seines Bruders Hans. Chorherrn zn Reifersberg. Paul A. hatte Rab 1481 inne. Der letzto dieses Geschlechtes scheint Hans A. gewesen zn sein, dem K. Lasla 1455 gestattete, die Morgengabo seiner Hausfrau anf einen Hof sicher zu stellen Der Sitz Aichberg bei Wesen war schon 144«! an die Oedcr gediehen. (Stiftsarchiv zn Reichersberg; Strnadt-Penerbach). Aichingcr (Taf. 1). Wappen: Blau mit goldener Einfassung; in dieser zur llanptstelle ein blauer Stern, zu beiden Seiten und znr Unterstelle je eine natürliche Eichel. Im Schilde auf rothem Felsen ein, ans Rachen und Ohren feuerspeiender, silberner Panther, einen goldenen Dreizack vor sich haltend. — Zwei gekr. Helme: 1. Der Panther mit dem Dreizack, wachsend. — Decken: blau-silbern. — 2. Geschlossener, vorne blauer, hinten goldener Flug, von einem Schrägerechts-Balken, in gewechselten Tincturen, durchzogen. — Decken: blan golden. — Devise: l'erse-verare. — Georg Aichinger, geb. 182Ö zu Enns in Ob.-Oest., Goneraldirector der Kronprinz-Rudolf-Eisenbahn, wurde als Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Cl. den früher bestandenen Ordensstatuten gemäss mit A. H. Diplome, d. d 31. 8. 1871 in den Ritterstand erhoben. Derselbe wählt als Besitzer der landtäfl Güter Walchen und Wildenhaag, im Erzherzogthume Gest o. d. E., in den Grossgrundbesitz (K. k. A. A.: Landtafel). Alcholt (Taf. 1). Wappen: Geviert. 1 in Schwarz anf grünemBoden ein Jüngling in kurzem goldenen Rock, gleichen Strumpfen und Hosen, die Linke in die Hüfte gestützt, mit der Rechten einen Eichbaum, daran goldene Eicheln, haltend. 2 in Blau drei (2, 1) goldene Sterne. 8 in Roth ein silberner äalken, belegt mit einer vorwärtsgekebrten, aufrechten, natürlichen Bärentatze. 4 getheilt; oben in Schwarz eine wachsende Seejungfrau, die Linko in die Hiifte gestützt, in der Rechten einen Anker über sich haltend; nnten in Schwarz und Silber geschacht. — Drei gekrönte Helme: 1. Die Seejungfrau, welche hier den Anker in der Linken emporhält. Decken: roth-silbern. — 2. Der golden gekleidete Jüngling mit dem Eichenbaum, wachsend zwischen zwei Hörnern, deren rechtes schwarz, von drei goldenen Balken durchzogen, das linke in Schwarz und Silber geschacht ist. Decken: schwarz-golden. — 3. Ein olfener. rechts wie das dritte, links wie das zweite Feld bezeichneter Fing, dazwischen ein goldener Löwe, wachsend Decken: blau-golden. Aus dieser Familie, welche am 2. 9 1604 einen Wappenbrief erhielt 31. 5. Iü41 in den Reichsadel kam, unter dem 12 10.1685 den Freiherrn-, 1735 den erbländ. Grafenstand erlangte, wurde Christian Graf v. A. 1810 mit der provisorisch«! Verwaltung Oest's o d. E.. welches damals iin Vereine mit N. -Oest. unter dem Statthalter Grafen von Sauran stand, betraut, und am 27. August desselben Jahres init seinem Bruder Alois und den Kachkommen seines zweiten Bruders Franz in den o. d. E.'schen Herrcnstand aufgenommen. Im Jahre 1812 wurde Graf Christian v. A. Präsident der Landesregierung in O.-Oest., wclcho Stelle er bis IS 15 bekleidete. — Seine 16 Ahnen sind folgende: 1. Anton v. Aicholt, 2 Theresia v. Wittmann, 3 Franz v. Höttner, 4. Antonia v. Amthofer, 5. Johann Krhr. v. Knlmer, 6. Anna Freiin v. Sauer. 7 Rudolf v. Wallenfels, 8. Ursula v. Kettwitz, 9. Georg Mathias von und zu Schlangenburg, 10. Maria Freiin v. Knlmer, 11. Franz v. Conti, 12. Juliena v. Cu-sani, 18 Marcus v. Storchenan, 14 Thoresia v. Itngat-schnigg. 15. Hanns Caspar R.-llitter v. Maycrn, 16. Anna Elisabeth v. lvnappitsch. Franz Anton Norbert Graf v. A. (geb. 29. 5. 1762 zu Klagenfnrth in Käruthen), des Grafen Christian obge-dachtcr Brnder, war mit Maria Cunignndis Freiin von Schell zu Schellenberg a. d. H. Ahlen vermält. Sein Solin Wilhelm (geb. 27. 6. 1797), k. k. Rittmeister, ist am 13. 8. 1875 als der Letzte seines NainonB zu Münster gestorben. Des Letzteren Schwester Marie Cnnigunde (geb. 1. 12. 1798 auf Sehellenberg, f 10. 1. 1843; war mit Clemens Augnst Wilhelm Liborius R.-Grafen von Westphalen zu Fürstenberg vermält. iH.-.M , Deutsch-Ordens-Centralorchiv, grnfl. Taschenb., verlässliche private Mitteilungen). AigltiperKer (Taf. 1). Wappen: Ein Drache. Dieses Geschlecht hatte seinen Stammsitz zu Aigisberg am Besenbache im Mühlviertel, unweit Steinbaeh, und gehörte zu den Ministerialen der auf Wachsen-berg gesessenen Dynasten, schliesslich der Herzoge von Oesterreich, als diese nach den Schaunbergern zum Ausgange des 13. Jahrhunderts in den Besitz letztgedachter Herrschaft kamen. Auch itn Trnunviertel hatten die A. Güter inne. 1307 gibt ein Ennser Bürger dem Abte von St. Florian einen Lehensrevers über verschiedene Zeliente zu Gaugenberg nnd Asten, welche früher die Aiglsperger innegehabt. Im Jahre 1325 ist Durinch von A. /enge in einer Urkunde Gundackers von Starhemberg, und verzichtet 1321 für sich, im Namen seiner Hausfrau Mechtild und seiner Kinder Peters. Margret und Elspet zu Gunsten des Stiftes St. Florian auf den Hof zu Zirking, den vordem Hainrich der Aeygelsperger besessen hat. Herzog Wilhelm und Herzog Wibrecht zu Oesterreich belehnten 1391! ihren getreuen Jörg A. mit verschiedenen Gütern in der Wachsenberger Herrschaft, welche dieser 1402 an Gnndacker von Tannberg wieder verkaufte. 1418 iibergiebt Georg A. zu Aigelsperg mit Peter dem Kastner dem Gotteshaus zn unserer lieben Frauen in Linz verschiedene Zehente. Er scheint der letzte gewesen zu sein. Am 1. 5.1417 hatte Hans Lndmanstorfl'er Aigelsperg inne. — (U-B.; R.-M.; H.; Strnadt-Vehlen). Aintwerclier (Taf. 1). Wappen: Mit Schildesfuss: dieser ohne Bild. Oben ein Sparren, darüber ein Pfahl. Dorothea, Albrecht des Nevmavr Tochter, Gebhards von Gall Wittwe, hat im Jahre 1398 Wolfgang den Aintwerclier zum Zeugen gebeten. — Es konnte über diese Familie, wclcho Frhr. v. Strcin nnd init ihm Hoheneck unter die .'gestorbenen zählt, nichts weiter in Erfahrung gebracht werden. (R.-M, H.) AEstU-rshnim (Taf. 1). Wappen: Iii Silber und Schwarz zweimal gespalten und einmal getheilt. — Kleinod: Flügel, getheilt und tingirt wie der Schild. — Decken: schwarz-silbern. (H. bringt die Farben umgekehrt. Das Kleinod ist nach dem Grausteine des Gerhard von Aistersheini, Ritter, t 1852, zu Willering). 3 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Ditmarus de Eisteralieini, am 11 11. 1146 Zeuge in einem Briefe des Erzbiscliof Conrad V. von Salzburg, ist der erst Bekannte seines Geschlechtes, das auf Aisters-haim im Hanaruckviertel gesessen war. Zwisclien 1228 und 1240 kommen Dietmar, Gebhart und Charlo, — nach H. sind sie Brüder, urkundlich vor. Heinrich und Ticter v. A. sind li(i4 u 1276 Zeugen in Briefen Gund-ackers und Haduiars von Starhemberg. Chunradns de Aistershaim erscheint in einer Lambacher Urkunde um 1260, ebenso Dominus Dietmarus de Aistersheim ao. 1291. In einem Briefe Gundackers von Starhemberg vom Jahre 1307 nennt letztgedachter Dietmar die Brüder Heinrich und Dietmar Beine Vettern 1317 verspricht der Abt von Wilhering dem Ditmar v A. ihn in seinem Kloster zu begraben, 1328 siegelt ein Dietmar v. A. mit dem oben beschriebenen Wappenschilde. und wieder einem Dietmar v. A. verleiht Albrecht III. (mit dem Zopfe) 1343 die Veste Eggenberg. die des Dietmar Schwager. Stephan Eggenberger, desshalb dem Herzog aufgesendet hatte, Dietricli v. A., welcher am 13. 5. 1868 vor seinem Zuge nach llom sein Testament errichtete, spricht in diesem von seinem seligen Vater Heinrich, Kunigunde seiner ersten, Euphemia seiner zweiten Ehefrau. Hartlein v. A. ist sein Bruder, die Stanifeneckcrin seine Schwester Hanns Gneusser und Heinrich Geymann sind Schwäger von ihm gewesen und hatte er damals nur ein einziges Kind, die Tochter tinta. Um 1345 treten die Briider Wcrnhart und Heinrich v. A. urkundlich auf, von welchen Ersterer mit Schönhering bei Wilhering belehnt war, 1362 dem Grafen Ulrich von Schaunberg für sich, seine Hanslrau und Erben gelobte mit der vorgenannten Veste stets gehorsam zu sein, und sich 1370 einem Schiedspruche unterwarf, nacli welchem er auf Einsprache seines lieben Herren, des Scliaunbergers, versprach, diesem seinen Sitz zu Schönhering jederzeit offen zu halten, nnd daran nichts zu bauen und zu bessern. Gegen diese erzwungene Verpflichtung nahm Herzog Abrecht III. den Wcrnhart v. A. in Schutz und belehnte diesen, um die österreichische Landeshoheit zu constatiren, zu Wien am Allerheiligen-tage 1375 neuerdings mit der Veste Schönhering. Ein Dietrich v. A. hatte Clara von Freyberg. des Wolf von Traun Wittwe, znr Gemalin und aus dieser Ehe zwei Söhne Hadmar. Domherrn zu Passau, Heinrich, und eine Tochter Anna, venuält 1443 mit Hans von Hohenfeld. Heinrich war der letzte seines Geschlechtes. Seine Töchter Dorothea, vermalt mit Matthäus Gransen, Bitter, und Anna, vermalt 1421! mit Erasmus von Preising zu Kopfsberg, erbten den Stammsitz Aistersheim, welcher 1464 durch Kauf an Georg von Hohenfeld überging, (U.-B., Ii -31., H., Strnadt-I'euerbach). AlbrecJht (Taf. 1). Wappen: Geviert, mit rothein Herzschilde, darin ein silberner Balken, vor welchem ein natürlicher Bär aufgerichtet ist, der in den Vorderpranken einen Baum hält. — 1 nnd 4 in Blau ein goldener Greif, welcher mit der rechten Kralle einen Hammer schwingt, in der linken eine silberne rothbedachtc Kirche vor sich hält. 2 in Roth ein silberner Balken, in diesem die goldenen Buchstaben L. I. (Leopold 1.). 3 in Blau zur l'fahlstelle ein verkehrter, silberner Anker. — Zwei gehr. Helme. 1. Offener, rother, von dem silbernen Balken durchzogener Flug. — Decken: roth-silbern. — 2. Der goldene Greif mit Hammer und Kirche, wachsend — Decken: blau-golden. Johann Jakob Albrecht wurde von Kaiser Maximilian II. unter dem 1H. 1. 1667 geadelt. Seine Enkel, die Brüder Johann Ferdinand, kaiserl. Hofkammerrath, und Johann Josef, kaiserl. Hofkammer-Procurator kamen 1664 in den Reichsritterstand und ist ersterer 1668 in den jungen Ritterstand des Landes o. d. E. aufgenommen worden. Derselbe ist nach der n. ö. Ritterstands Matrikel ohne Leibeserben gestorben. (R.-M., W.). AlbrechtNburg- (Taf. 1). Wappen: Geviert mit gekr., blauem Herzschilde, darin eine eingebogene, goldene Spitze, beseitet von je einem goldenen Kleeblatte. — 1 in Blau eine goldene Sonne. 2 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 3 in Gold eine mit vier, abwechselnd blau und goldenen Straussen-federn besteckte Krone in der rechten Oberccke ein IJlas-engel mit silbernen Flügeln. 4 in Blau auf natürlichem Felsen eine silberne, rothbedachtc Burg. — Zwei gekrönte Helme. 1: Vier Straussenfedern abwechselnd Hau und golden. — Decken: blau-golden. 2: Gekr., schwarzer Adler. — Decken: schwarz-golden. Die Familie hicss ursprünglich Albrccht und war im Markte Stockerau in N-Ö. angesessen. Georg Conrad Albrecht wurde im Jahre 1632 von Kaiser Ferdinand II. geadelt. Seine Knkol Johann Conrad n.-ö I.andschafts-Secrctair, und dessen Vetter Johann Ignaz J. U. Doctor, nachmaliger kaiserl. Hof-rath etc, erhielten 1674 von Kaiser Leopold I. den Reiclis-ritterstand mit dem Prädikate .von Albrcchtsbnrg." Johann Ignaz. + 22. 8. 1705, hinterlicss ans seiner Ehe mit Maria Helena von Jlelmeck.zwei Söhne, Franz Ignaz, Herrn zu Strammersdorf in N.-Ö., n.-ö. ltegierungs-rath etc., und Johann Jordann, der Rom. Kais. Maj. J!ath nnd Landrath in Oe. o. d. E.. welche beide Brüder am 16. 6 17Ü7 in den jungen o. d. Machen Kitterstand aufgenommen wurden. Mit des Franz Ignaz von Albrechtsbnrg. — vermalt mit Apollonia von Schick, — ältestem Sohne Johann Bapt. Conrad, Canonicus zu St Dorothea in Wien, starb die Familie im Mannsstamme am 10. 2. 1785 aus. nachdem kurz vorher die Descendenz Johann Conrad's erloschen war. (R.-M., H., W.). AlbrcchtHhelut (Taf. 2). Wappen: In Gold ein schwarzer Greif. — Gekr. Helm: der Greif wachsend. — Decken: schwarz-golden. In der I'farre Eberschwang, südlich von Ried, stand als Stammhans des Geschlechtes die Veste Albrechtsheim, die vor langen Zeiten dem Erdboden wieder gleich gemacht worden. Die Familie kommt urkundlich in Pergamenten des nachbarlichen Stiftes lieichersberg um das Jahr 1150 mit Liutoldns et Dietmarus de Albrehtsheim zuerst vor. Grifo de albrehtsheim ist um 1100 Zeuge in einer Tradition der Diemndis de Wesenberg nach dem vorgenannten Kloster, die Brüder Otto und Griffo II. erscheinen um das Jahr 1250, nnd „her Rapolt von al-breezhaim" steht 1309 in einem Schiedspruchc des Ludwig Grans unter den Zeugen. Er focht am 29. 9. 1322 auf salzburg'scher Seite in der Schlacht bei Miibldorf. Hilprant v. A., - oder Prandlein wie er auch genannt wurde, — war 1361 Began'icher Aigen Richter, 1367 Pfleger zu Trateneck, 1370 Vogt zu Wels, — als welcher er in diesem Jahre einen Schuldbrief seines lieben Oheim, des Chunrad Etzlinger bezeugte, — und 1382 Landrichter zu Schlierbach. Rapoto II. (Rapplein, Rapolt) fertigte 1394 das Landschaftsbiindniss in Miederbayern mit H. vermählt denselben mit der Tochter Erchengers, des Letzten von Wesen, und liisst auf diesem Wege die Al-brechtsheimer in den Besitz der Herrschaft Wesen an der Donau gelangen. Es ist diese Combinatinn vollkommen unrichtig, da Erchingcr. welcher am 6. 12. 1321 auf seiner Burg zu Wesen sein Testament errichtet hatte, im 4 OI-EEÜSTERREICHISCllER ADEL. Jahre darauf kinderlos starb, all sein Eigenthum seinem Neffen Hadmar von Waldeck vererbend Dieser hinter-lieas den grösaton Theil der mehrgenannten Herrschaft letztwillig dem Hochstifte Passau, welches durcli Ankauf des Restes von der Wittwe Hadinars 1350 tbatsäclilich in den vollkommenen Besitz von Wesen trat und nachgehendes den vorerwähnten Rapolt v. A. daselbst zmn Pfleger bestellte. Als solcher tritt dieser 1404 nnd 1405 urkundlich auf. Im Jahre 1421 ist Balthasar v. A. „dy Zeit gewaltig zu Wesen." Dasselbe dürfte dcsshalb dem Letzteren damals schon verpfändet gewesen sein und ging am 16. 10. 1447 an Kaspar v. A. und dessen Vettern, die Briider Pankraz und Michael durch Kauf über, fiir das Hochstift Passau mit dein Rechte der Wiedereinlö-sung nach dem Aussterben des Mannsstummes der drei Vorgenannten. Kaspar hintcrliess bei seinem Tode keine Leibeserben, Pankraz starb ledig nnd nur Michael hatte zwei Söhne. Eustachius und Wolgang, Letzterer Pfarrer zu Gallspach, dann zu Eferding. Eustachius v. A. zu Wesen, vorm. mit Brigitta Potershaimberin. — 7 1491 und beigesetzt zu Engelszell wie ihr Ehelierr, — hinter-liess zwei Kinder, eine Tochter Rosina. die zweite Frau des Lazarus Aspan von Haag, welche die nähere Stamin-mutter dieses letzteren freiherrlicbcn Geschlechtes wurde, das auch das Albraclitsheim'sche Wappen auferbte, — und Wolfgang, welcher aus seiner ersten Ehe mit Dorothea Schifer einen Sohn Achaz und eine Tochter Esther hatto. Achaz starb unvermählt 1533 als der Letzte, seine Schwester aber brachte ihrem Geniale Achaz von Hohenfeld die Herrschaft Wesen ein, die diesem jedocli vom Hochstiftc Passau streitig gemacht wurde. iU.-D., Strnadt-Peuerbach, R.-M., H). Alhariiug ;Taf. 2). Wappen: Ein Wolf. Die in der Zeit zwischen 1130 und 1200 in Traditionen zu den Klöstern St Nikola und Formbach vorkommenden Berchtold v. Adelhartingen, Dietmarus und engilsalcus de alliartingen gehören offenbar einem im nachbarlichen Rottagau angesessen gewesenen Geschlechte an und treten im Vereine mit dortigen Edlen, wie denen von älittich. von Rotenlioueu etc , als Zeugen auf. Sio können nicht mit den Alhartingern in Verbindung gebracht werden, die den Wolf im Schilde führten uud zu Alharting, südlich von Wilhering ihre Heimath hatten. Von diesen ist Heinrich de adelhartinge Zeuge in einem Tauschvcrtragc zwischen Stift Wilhering und Gerold von Kiirnberg Der undatirte Brief fällt in die Zeit zwischen 1155 und 1161. Mcinhardus de Alliartingen et iilius suus heinricus sind am 29. 2. 1224 Zeugen in einer Lambacher Urkunde. 1256 erscheinen Rudolfus de Alharting und sein Bruder Ulricus de Perge. von welchen Ersterer im selben Jahre durch den Bischof Otto von Passau die Pflege zu Ebelsberg erhielt, und, — der edle Ritter Rudolf v. Alharting, — auf dem ehehaften Teiding zu Fra-ham am 26. 4. 1262 fiir den Abt von Wilhering Sprecher war. Heinrich v. A. ist ein zweiter Bruder Rudolfs und ebenfalls Burghiiter zu Ebclsbcrg gewesen. Um dieselbe Zeit wie dieser erscheint Ortolf v. A. Ulrich von Lobenstein sprach ihm 1273 das Gut Burgwerd zu. Ein anderer Heinrich war 1293 Unterrichter Chunrad's von Capellen, welcher von den Schaunbcrgern das Landgericht zu Lehen trug. Am 19. 5. 1301 versetzte Heinrich v. A. mit Einwilligung seiner Hausfrau Dieinvt, seiner Söhne Heinrich. Hertwich und .Meinhart und seiner Tochter dem Kloster Wilhering den Hof zu Compolting, Seine lieben Herren. Heinrich z. Schaunberg, Chunrat v. Capcll, Alber v. Chuenring. wie er selbst Imit dem obbeschriebenen Wappenschilde) siegelten den Brief. Eine .Schenkung Otto's von l'erckheim vom 22. 5. 1324 siegelten dessen Freund ^Verwandter) Heinrich v. A und die vier Söhne Rudolfs des Ritters, Rudolf, Heinrich, Alber und Philipp, und sind dio Brüder Heinrich und Hertel v. A. hierbei Zeugen gewesen. Im selben Jahre verkaufto Heinrich, Herrn Rudolfs Sohn, mit Einwilligung seiner Gemalin Elspeth dem Kloster St. Florian die halbe Miihlo zu Lorch, und dem Spitale letztgenannten Stiftes iiberliessen am 24. 2 1350 Dietmar der Engelpoltstorfer, seine Kinder nnd sein Schwager Wernhart der Alhartinger eine Hube in der Ofteringer Pfarre; Philip]) v. A. siegelte bei dieser Gelegenheit mit dem Wolf. Thomas v. A. erhielt am 21. 3 1382 sein frei eigenes Gesess Alharting von Herzog Albrecht III. zu Lehen. Hans der Alhartinger und seine Hausfrau Anna verkauften am 10. 1. 1397 das rittermässige Giitcl zu Gumpolting an das Kloster Wilhering. Er und sein Sohn Christian starben bald darnach Der Letzte dürfte Caspar v. A. gewesen sein, welcher am 12. 8. 1455 den halben Sitz zu Pybershofen, Landgerichts Freistadt, von König Lasla zu Lehen empfing nnd 1473 Pfleger zu Pülireiistein war lU.-B., R. M., Strnadt-Vehlen, H.). Atl Immer (Taf. 2;. Wappen: Uber silbernem Schildesfnsse, worin eino blaue, mit goldenem Sterne belegte Spitze, in Blau eine eine wachsende goldene Katze. - Gckr. Helm: Zwischen offenem, rechts in Blau uud Gold suhrügercchts. links in Gold und Blau schrägelinks getheiltem Fluge die goldene Katze wachsend. (In der R.-M. ist die Spitze des silbernen Schildes-fusses golden, der Stern blau. Die gleiche, unheraldische Darstellung findet sich im A. S., wo die Spitze von zwei goldenen .Sternen begleitet ist. AucliH. bringt die Spitze golden, uud statt der goldenen Katze einen natürlichen Tiger.) Ludwig Althamer wandte sich au3 dem Salzburgischen, wo er 1566 Ursula Prannin gechelicht hatte, nach Oest. 0. d. E.. kaufte daselbst 17. 11.1587 von Bernhard Jörger das Gut Traunegg nächst Wels und wurde am 8. 4. 1596 dem jungen Ritterstande des Landes incorporirt. — Er war seit 1579 ein zweites Mal, mit Wandula von Hintzendorf, seit 1585 ein drittes Mal, mit Anna Kneidigcrin, vermült, hinteriiess jedoch bei seinem 1627 erfolgten Tode uur einen Sohn erster Ehe, Ludwig, welcher 1643 Traunegg wieder verkaufto, und Juliuna v. Armanspcrg zur Ehe genommen hatte. Maus Ludwig, dieser Beiden Sohn, blieb auf dein Schlachtfelde als Fähnrich in kaiserlichen Diensten Mit ihm sind die Althamer zu Traunegg wieder erloschen. (R.-M., H., A.-S) AUkuuu (Taf. 2). Wappen: In Roth ein silberner Balken, belegt mit dem schwarzen Monogramme A. T. — Gekr. Helm: Auf der Krone ein Fiirstcnhut besteckt mit einem natürlichen Tannenbaum und mit zwei auswärts geneigten Renufahiicn an goldenen Stangen, die rechte roth, die linke silbern, in beiden ein schwarzer Doppeladler. — An Stelle der Helindecken ein Fiirstemnantcl. Es soll dieses (ieschlcclit eines Stammes mit den alten, reichsuninittelbaren Grafen von Thann, den Schenken zu Wiuterstetten, den Truchsesaen zu Wald bürg sein. Dietmar von Thann nahm, hoch an Jahren, unter dein Babenberger, dem glorreichen Leopold, 1217 das Kreuz nnd, hervorragend durch seinen Heldcumuth, ward er im christlichen Heere nicht anders als der tapfere „alte Thann* genannt, welcher Name sich von ihm unf seine Nachkommen vererbte, die duss wegen noch die Initialen in Wappen führen. Dies die Sage. — l)as Geschlecht blühte in Schwaben bis Woltgang v. A. sich nach Oesterreich wandte uud hier, vor 1531, ' 'BERÜSTKRREICHISCHER ADEL. 5 Anna von Patting zur Gemalin nahm, welche ilim die Herrschaft Mnrstctti.-ii mit dem zugehörigen Schlosse, die Goldburg, und Hayzing, beides in N.-Oest. einbrachte. Die dieser l^lie entsprossenen Söhne, Christoph. Eustach nnd Wolfgang Wilhelm, alle drei von Kaiser Maximilian II. 24. !1. 1574 in den Freiherrenstand erhoben, pflanzten drei Hanptlinien, Christoph die noch blühende iiiteste. Eustach jene zu Zissersdorf, erloschen 18. 12. 1720 mit dem Grafen Humbert Sigismund Georg, und Wolfgang Wilhelm jene zu Waldreichs am Kam]), erloschen 1701 mit Johann Albert Anton. Christoplrs Söhne, Michael Adolf I. 'geb. 1574, f 1636) und (Juintin (geb. 1577; Herr zu Mnrstetten, Hayzing und Zwentendorf, wurden die Stammväter zweier Unterlinicn, von denen die Letztere mit Maria Amadeus Grafen v. A. (geb. 4. 6. 1736) ihren Absclilnss nahm, nachdem sie mit den beiden Brüdern Franz Reinhard tgeb. 1610, f 1670) und Chrisroph Johann (geb 1633 t 170*; in den Reichsgraienstand gekommen war. Michael Adolf. Stammvater der älteren Unterlinie, Kaiser Rudolfs II. hochangcschencr Feldmarschall, trat zur katholischen Religion wieder über, von welcher sieh sein Vater abgewendet hatte, erwarb ansehnliche Herrschaften in Böhmen und Mähren, und wurde mit Diplom d. d. Prag 18. 6. 1610 mit seiner Deseendenz in den Reichsgrafenstand erhoben. Mit zweien seiner Söhne Michael Johann I. (geb. 1608, + 1646) nnd Michael Wenzel _'geb. 1682, f löütij theilte sich seine Unterlinie in zwei Zweige, von welchen der Letztere sieh in Schlesien niederliess und mit Michael Carl Grafen v. A. (geb. 19. 6. 17411 endete. Der ältere von Michael Johann I. ausgehende Zweig, spaltete sich neuerdings mit des Stifters Söhnen, Michael Johann Ii. (geb. 26.8. 1048) und Michael Adolf II. i geb. 16451 in den Hauptast oder die sogenannte spanische Linie, die nun nocli allein blüht, und in den mährischen Nebenast zu Grussbach, welcher mit Michael Maximilian (geb. 1. 4. 17*29) erlosch. Aus der spanischeil Linie war Michael Johann's II. Sohn Michael Johann III. R.-Grat" v. Althann. Freiherr zu Goldburg nnd Murstettcn etc.. Ritter des Ordens vom goldenen Yliesse, (geb. 8. 10. 1679, f 16.3.1722) König Carl's IH. von Spanien steter Begleiter, von welchem er zum Granden I Cl. ert-irt wurde und. naclidcin Carl als der VI. die römische Kaiserkrone erlangt hatte, dessen geh. Rath und Oberst-Stallmeister. Unter dem 19. 6. J714 wurde ihm und seinem Mannsstamme das Reichs-erbschenkenamt verliehen Wann das Gcschlecht die o. d E 'sehe Landmann-scliaft erlangte, konnte nicht gefunden werden. I >es Letztgenannten Enkel Michael Franz (geb. 2. 2. 17601. Regie rungsrath in Oest. o. d. E., nachher Hofrath bei der vereinigten Hofkanzlei in Wien, wurde (am 9. 7. 1791), nud dissen Bruder Michael Maximilian, k. k. Kämmerer und Rittmeister (geb. 13. 3. 1769) am 13. 10. 1800, als zum alten Herrenstande gehörig, in die ständische Versammlung zu Linz eingeführt, und auf die alt-rudollinischc Herrenbank angewiesen. Dem (irafen Michael Maximilian wurde ausserdem nach dem Erlöschen der Fürsten von Sinzendorf das Oberst-Erbland-Vorschneider-. Kampfrichter-, und Schildträger-Amt in Oesterr. ob nnd unter der Enns am 8. 5. 1824 verliehen. Gegenwärtig blüht nur noch die Descendenz dieses Letzteren. (R.-M., Deutschorden Centraiarchiv in Wien; W.; grfl. Taschenb.) Audlei'n (Andlern und Witten) (Taf. 2). Wappen: I. Getbeilt. Oben in Gold ein wachsender, schwarzer Widder. Unten in Gold und .Schwarz schrägelinks dreimal getheilt. — Gekr. Helm: Der Widder wachsend. — Decken: schwarz-golden. (Statt des Widders IV. 5. kommt auch ein Steinboct vor). — II. (16. Jahrb. Getheilt. Oben gespalten, vorne in Schwarz ein gekr.. silberner Widder, hinten in Gold ein offener, schwarzer Fing, über diesem eine Krone. Unten in Schwarz und Gold fünfmal seliriigclinks getheilt. — Zwei gekr. Helme: 1. Der gekr.. silberne Widder wachsend. 2. Offener, schwarzer Flug, darüber die Krone — Decken beider Helme: schwarz-golden. — III. (freiherrliches) Gespalten. Vorno in Gold der offene, schwarze Flug, darüber die Krone. Hinten getheilt; oben in Schwarz der gekr. silberne Widder; unten in Gold und Schwarz fünfmal getheilt. Zwei gekr. Helme: l. Der offene, schwarze Flug darüber die Krone. 2. Der gekr., silberne Widder. — Decken beider Helme; schwarz-golden. - IV. (Gräfliches) Schild wie III. — Vier gekr. Helme: davon der 1 n. 4. wieder 1. u. 2. bei dem Wappen III. Der 2. u 3. Helm haben je einen wie das 4. Feld gctheilten und tingirten Flügel. •Diese beiden Kleinode auf Einem Helme zu vereinigen, wäre wohl besser und einfacher gewesen). V. (Andlern und Witten) Geviert mit goldenem Herzschilde, darin drei schwarze SchrSgerechts-Balken. 1 u. 4 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 n. 3 in Roth ein oberhallier, gekr., silberne Widder. Drei gekr. Helme: 1. Der gekr. silberne Widder wachsend. — Decken: roth-silbern. — Sä. Fünf rothe Straussenfedern, mit einem blauen Bande dreimal umwunden. — Decken: roth-golden, blau-gol'len. — 3. Ein gekr. schwarzer Adler — Decken: schwarz-golden. (In der o d. E.'schen Herrenstands-Matrikel ist der mittlere Theil des blauen Bandes auf dem zweiten Helme mit drei goldenen Sternen belegt) Das Geschlecht soll ans Schwaben stammen, von wo es sich nach Sachsen, Pommern, in die Oberlansitz und nach Mähren verbreitete. Es werden ein Philipp v. A. um 1327, ein Heinrich Franz, der circa J370 starb, und ein Gerhard Franz genannt, welcher anno 1384 lebte. Letzterer soll der Vater Franz Wilibald'i (f 1463 des Erwerbers der Güter Hoyerswerda nnd Dieppoldwalda in der Lausitz sein. Franz Friedrich v. A., Kaiser Carl s V. Rath, wurd 1535 in den Reichsrittcrstaiid erhoben, worüber Kaiser Rudolf II. lf>92 dessen Sohne Franz Jakob, cliursächsischem Oberforstmoister zu Sizerode, eine Bestätigung ertheilte. Franz Friedrich Edler Herr v. A., 1661 kaiserl Reichshofrath zn Wien, wurde von Kaiser Leopold I. 1682 (nacli anderer Quelle 18. 9.1696) in den Reichsfreiliermstand erhoben nnd schliesslich nocli 1701 zum wirkl. geh. Rathe ernannt. Er war fünfmal vermalt. Aus seiner zahlreichen Nachkommenschaft erlangten seine Söhne Franz Lothar Otto Theodor, seit 1723 der Rom. Kais. Maj. Rath und Regent des Regiments der n.-öst. Lande, und Franz Reinhuld 1737 den Reichsgrafcnstand, letzterer luit Namens- und Wappenvereinigung als Graf v. Andlern und Witten, nachdem ihn der zweite Genial seiner Mutter Marie Philippine Ernestine geb. R.-Freiin von lleuschenberg-Settericli, der 1730 verstorbene Rudolf Christoph Graf v. Witten zum Erben seiner Herrschaften Chudwein, Willimov und Deutsch - Jassnik in Mähren eingesetzt hatte. Franz Reinhold betrat anfangs die militärische Laufbahn. die er als Dragonerhauptmanr. 1723 wieder vcrliess; wurde später kais. Hofkammerrath, 1738 geh. Rath und Vicekammerpräsident in Schlesien, nnd 1752, nach Aufhebung der Laudeshauptmannschaft in Oester, o. d. E., Repräsentations- und Kammerpräsident daselbst. Wenn auch von guten Absichten beseelt, hatte er doch ah Ausländer wenig Sinn für das Land, dessen Gewohnheiten, Rechte und Verfassung, und konnte sich nicht nur nicht die Sympathien der Stände erwerben, sondern traf auch diese und mit ihnen das Land durch manche Einrichtungen. die wenig guten Erfolg hatten nnd schliesslich wieder zurückgenommen werden mussten. in harter Weise. Im Frühjahre 1754 zum Landeshauptmann ernannt, nachdem diese Stelle wieder erneuert worden war, wurde er 2 6 OBERÜSTEKBEICHISCHER ADEI,. unter dem 30. 10. 1754 in den o. d. E.'schen Herrensland aafgenommen nnd 1764 als Hofkommerzienratli nach Wien versetzt. Aus der Nachkommenschaft mit seinen drei Gemalinen. Maria Anna v. Engelshofen (f 1726). Maria Franziska Freiin v. Waffenberg (verm. 1727. f 1751) und Tlieresia Freiin v. Skrbensky beschloss sein Sohn Franz Philipp (geb. 15. 4. 1729) im Jahre 1790 das Geschlecht. (H.-M.. W., Pritz, Geschichte des Landes o. d. E.) An gerer (Taf. 2). Wappen: Eopt und Hals eines bärtigen Mannes, auf dem Haupte einen niederen StnlphnL - Kleinod: Die SchUdesflgnr. Erasmus A. fertigte 1461 einen Brief des Ilans Hör-leiii3perger als Zeuge. Simon A. lebte 1493. Mit Hans A — Euphemia Uuinerin war seine Gemalin, — ist. wie H. sagt, diese Familie erloschen. Die Tochter der beiden Vorigen. Euphemia, des edlen und vesten Simon Steger eheliche Hausfrau, errichtete 1522 ihr Testament. Heinrich der Angerer hatte 1373 ein Gut, Lcwchopol, in der Dietacher Pfarre inne. Ich weiss nicht, ob dieser eines Geschlechtes mit den vorigen gewesen ist. (E.-M.. H, U.-B.) Anhang (Taf. 2, 3). Siegel l'lrich des Anhänger an seinem Reverse vom I. S. 1307: liu Siegelfelde ein links gekehrtes, schreitendes Ross, darüber schrägelinks ein kurzer Ast. welcher sich an seinem oberen Ende in drei lang gestielte (Eichen- ?) Blätter theilt. Wappen: I. Aus dem Schildesfussc wachsend, ein Baumstamm, welcher sich oben in drei lang gestielte (Eichen-?) Blätter theilt. (Siegel der Brüder Helmhart und Ulricli der Anhänger. Urkunde vom 29. 9. 1312). II. In Silber schrägerechts ein abgehauener Eichenast, daran links drei griino Blätter hintereinander. — Kleinod: Silberner Flügel, belegt mit der Schildesfignr. — Decken: Grün-silbern. Ulricli v. A. ist 1279 Zeuge in einem Schcnkbriefe Gundackera des Jüngeren von Starhemberg an das Kloster Lambach. Dieses vergab 1289 an Ulrich und seine Hausfrau Gevto (Judith) einen liof zu Christeinsoed 1293 die Güter Hohenperg, Weizenberg und den Hof auf der Hohen-reut. und 129,S an Ersteren allein ein Lehen zu Ituprechts-reut. Als Guudacker v. Starhemberg 1307 für eine Geldschuld seines Bruders Ruger Bürgschaft leistete, finden sich unter den Zeugen .Virich von Anhang, Helmhart vnd Virich sin svn." Die Letzteren und ein dritter Bruder Wernliart fertigten 1323 einen Kaufbrief Hartnid des Staudinger. Wernhart war nicht, wie H. sagt, unvormält. Er hatte eine Hausfrau Margret, wit welcher er 1324 das Gut zu Ruprechtsreut an Wernhart an dem Grillenporz vererbrechtete. Ein Heinrich v. A. ist 1331 Zeuge in einem Reverse des Dietmar v. Lerbuchel. 1314 gelobt Wernhart« Bruder, Ulrich der Anhänger zu Cliotpach (Köppacli) seinen lieben Herren den Grafen v. Schaun-berg mit seiner Vesto Cliotpach zu dienen und ihnen dieselbe stets offen zu halten. Meinhart der Anhänger siegelt 13'i8 das Testament Dietrichs von Aistershaim. Helmhart, der andere Bruder Ulrichs hatte nach H. drei Söhne. Ulrich. Conrad und Helmhart, von denen Ulrich wohl derselbe ist, welcher als Ulrich v. A. zu Chöppach, Ritter. 1366 einen Kaufbrief Andre des Wildbcrgers, und 1370 im Vereine mit Veith Anhänger eine Urkunde dos Andreas v. Haunsperg an die Bürger von Freistadt siegelte. Ulrich ist darin des Haunsperger Oheim, Veith dessen Schwager genannt. Im Jahro 1377 war Ulrich Wallsec'-scher Pfleger zu Tratteneck. Von seinen vier Söhnen, Peter, Joachim. Onofferus und Voith verkaufte Onoffer 1375 einen Hof zu Oberschwaig dem Stifte Lambach, wobei dessen Brüder Veith und Jöchlcin Zeugen waren. 13S5 stifteten alle Vier ein ewiges Licht in der Kirche zu Schwanenstadt. Peter A. zu Köppacli, Landrichter ob der Enns und Veith theilten das Geschlecht in zwei Linien, von denen die erstere mit Wolfgang, vorgedachten Peters Urenkel, wieder i'rlosch. Veith A. zu Reuth Roith im Hausruck-Viertol) schenkte 1396 zur Pfarrkirche in Gallspach und erhielt im selben Jahre von dein Grafen Ulrich v. Sehannberg das Schloss Mistelbach und das Amt Schwans leibgedingsweise. Er war 1394 mit Elisabeth, Wernhart des Hugcnbcrgcr Tochter vermalt, welche ihm die Güter ihres Vaters in diu Ehe brachte, und hatte vier Söhne, Hans, Kaspar, Ulrich und Wolfgang, von welchen der Letztere 140>> das Schloss Pernau an der Traun erkaufte. Ulrich nahm Anna von Geymann zur Gemalin, welche ihm einen Sohn, Wolfgang, gebar, der aus der Ehe mit Elisabeth, Tochter des Georg Jörger und der Hedwig von Sintzendorf. keino männlichen Leibeserben hinterliess. Mit seiner Tochter Benigna, seit 1461 Gemalin des Hilleprand Jörger von Tolleth, gelangte der ganze Anhang'sche Besitz, insbesondere Köppacli und Roith an Letzteren. Die in Reichersberger Urkunden um das Jahr 1250 vorkommenden Wcrnliardus de anhange, nnd dominus Otto de anhange stehen offenbar in keiuem Zusammen hange mit dem hier beschriebenen Geschlechtc. (U.-B., Strnadt-Peuerbach, R.-M., H, Urkunden aus dem bischöil. Cunsistorial-Archiv zu Linz). AuwalMuger (Taf. 3.) Wappen: In Seil würz ein oberhalber, golden gekleideter, bärtiger Mann, eine goldene Zipfelmütze auf dem Haupte, ein Beil über der linken Schulter tragend. — Kleinod: Natürlicher Tannenbaum. — Dcckcn: schwarzgolden. Die Anwaltinger sind zu Anwalting im Hausruck-Viertel gesessen gewesen. Gottschalk A. kaufte 1355 von Niclas dein Julbcck ein Gut zu Schönleuthen. Wenzel A. starb um 1404. Hieronymus A. zu Anwalting, Zelking'-scher Pfleger zu Dörnach im Machlande, erscheint 1516 als Zeuge in einer Urkunde des Veith v. Zelking zum Weinberg. Seine erste Gemalin war Barbara v. Wopping (f 1517), die zweite Veronika, des edlen und festen Hans Angerer Tochter. Peter (t 1524) des Hieronymus Bruder, hatte Apollonia Sonndorferin + 6. 12. 156'ij zur Ehe genommen, welche ihm das Schloss und Gut Weinern in N.-Oester. einbrachte. Sie gebar ihm einen Sohn, Alexander, welcher sich mit Amalie, Tochter Christoph's En-enckel zu Albrechtsbcrg vermählte. Ein einziger, dieser Verbindung entsprossener Sohn starb in seiner Jugend. (U.-B.. R.-M.. H. W.) Aiiei'MberRer (Apclsbcrger; (Taf. 3). Wappen: In Silber, Roth und Schwarz geschrägt und halb gogengcschrägt. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. — Decken: roth-silborn. Elisabeth, Tochter des Otto A., und Peter des Rabcn-est Gemalin, entsagte mit Vcrzichtbrief vom Jahre 1447 auf ihren väterlichen und mütterlichen Erbtheil zu Gunsten ihres Bruders Lconhart und cinor Schwester. Leonhart hatte aus seiner Ehe mit Margaretha, Peter des Aspan Tochter, drei Söhne, Hans, l'ankraz und Wolfgang, welche, nach dem Tode des Vaters, 1466 ihre Starhemberg'schen. und später ihre Lichtenstein'schen Güter neuerdings zu Lehen empfingen. Alle drei sollen unvcnnält gestorben sein, worauf der Besitz an Sigmund 7 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Steger zu St. Veith, dun Gamal ihrer .Schwester Agnes, überging. '.R.-M., H.) Ajtl'clHpöck (Taf. 8). Wappen: Ein glattes Krenz, daran der Unterarm fehlt. Wernhart der Perndorfer hat seinen lieben Aidam, Hainrich den Apfelspück 1400 znm Zeugen gebeten. 1419 erhält der ehrbare Knecht Heinrich der A. von Hartneid von Lichtenstein verschiedene Gülten und Güter zu Lehen. Christoph v. I.ichtenstein belehnte den Heinrich nnd seinen Bruder Bartholomä 1445 mit einem Hofe in der Gutauer Pfarre (siidl. v. Freistadt), den Beide von Philipp Alhartinger gekauft hatten. Im Jahre 1454 wurde das Vermüchtniss,welches die cdleFrnu Brayd, Lorenz desBraiten-bruckers Tochter, ilircm Gemahlc Bartholomäus dem Apfelspöck gemacht hatte, durch Haus von Lichtenstein bestätigt Nach einem anderen Briefe des vorgenannten Lichtcnsteiners vom Jahre 14U1 war Ursula Marschalchin des mehr gedachten Lfartholoinä zweite Hausfrau. Nach dessen Tode übernahm Sigmund Caplan 1467 die Vormundschaft über die minderjährigen Kinder Hans, Margaretha und Elisabeth. — Weitere Nachrichten fehlen. (R.-M., H.) Are« (Taf. 3). Wappen: I. (Stammwappen). In Blau übereinander drei goldene Bogen, Sehnen abwärts — Kleinod: Goldener, mit der Sehne zusammen gezogener Bogen, an seinen Enden je init drei (blau, golden blau) Straussenfedem besteckt. — Decken: blau-golden. — II. (Endedes 15. Jahrhunderts i. Geviert. 1 u. 4: Stammwappen. 2 u. 3 in Gold zur Pfahlstelle ein blauer Bogen. — Zwei gekr. Helme: 1. Ein Pfauenwedel und ein cinwärtsgekehrter, wachsender. rother Mann nebeneinander: dieser, mit goldener Stirnbindo, in blauem Rocke, schiesst von goldenem liogen einen goldenen Pfeil nach innen ab. 2. Wie das Kleinod des 1. Helmes, doch verwechselt angeordnet, und der Mann in goldenem Rocke, mit blauer Stirnbinde, blauem Bogen. — Decken beider Helme: blau-golden. — III. Durch ein silbernes, roth gegittertes Kreuz, das in der Mitte mit einer Krone belegt ist, geviert. Die Felder wie vorhin bei Wappen II. — Drei gekr. Helme: 1 u. 3 trägt die Kleinode wie bei II, mit dem Unterschiede, dass die Schlitzen als nackte Mohren erscheinen. Auf dem 2. Heimo das Stainmkleinod. — Decken durchaus: blau-golden. — Vorstehendes ist das zuletzt geführte gräfliche Wappen der erloschenen, tyroler Linie. Von demselben kamen verschiedene Varianten vor. Als: a Das Kreuz roth, silbern gegittert. Der 1. n. 3. Helm trägt die rothen Schützen, doch ist der erste golden, der andere blau gekleidet. Das Stammkleiuod am 2. Helme ist mit zwei goldenen Bogen, deren Enden je mit einem blauen Granatapfel besteckt sind, wagrecht übereinander belegt, b. Wie das Wappen III, das Kreuz jedoch mit keiner Krone belegt. — Die Mohren des 1. u. 3. Helmes je im blauen und goldenen Rocke und geflügelt. Die Flügel sind in Silber und Blau geweckt. Die Pfauenwedel fehlen hier. IV. In Gold übereinander drei blaue Bogen, Sehnen abwärts. — Der Schild zu beiden Seiten mit einem blauen, golden gefütterten Tuche, nach Art der Helmdecken, geziert. — „Altlicidnische- Krone. — Aus dieser wachsend ein schwarzer Doppeladler. — Laut Zeugniss des königl. bayr. Hausritter-Ordens vom heil. Georg d. d. 23.12. 1812 hatte Carl Albert Graf v. Arco mit vorbcschriebenem Wappen am 8. 12. 1751 aufgeschworen, und ist die gräfliche Familie Arco, odalricischer Linie, nach ihrem Gesuche vom Jahre 1812 mit diesem Wappen in die bayrische Adclsmatrikel eingetragen worden. Gegenwärtig jedoch bedienen sich die Grafen von Arco-Valley, Arco-Stepperg, und Arco-Zinneberg in Bayern nachstehenden Wappens V. In Gold übereinander drei blaue Bogen, Sehnen abwärts. Der Schild mit der Grafenkrone ruht auf der Brust des deutschen Reichsadlers. — VI. iSchleBische Linie) Geviert. 1 u. 4 von Blau und Silber schrägerechts geweckt 2 u. 3 in Gold die drei blauen Bogen übereinander. — Der Schild mit einem Fürstenhute ruht auf der Brust des Reichsadlers wie vorhin. VII. 'Mantuanische Linie) Geviert mit Hcrzschild; dieser wie der Schild bei VI. 1. In Gold ein gekr.. roth bewehrter, schwarzer Adler. 2. In Gold ein roth bewehrter, schwarzer Adler. 3. In Blau eine von zwei goldenen Sternen beseitete, eingebogene. silberne Spitze, welche mit einer rothen Rose an grünem Blätterstiele belegt ist. 4. Unter blauem Haupte, worin drei goldene Sterne nebeneinander, in Silber auf grünem Boden ein belaubter Baum. — Der Schild mit dem Fürstenhute ruht auch hier nuf der Brust des Reichsadlers — Dass die Grafen von Areo schon im Jahre 1221 durch Kaiser Friedrieh in der Reichsgrafenstaud, in Folge Erhebung ihres Stammsitzes Areo in Sildtyrol zu einer reichssninittclbaren Grafschaft, kamen, wird, und wohl mit Recht, angezweifelt. Ks geschah dies erst anno 1413 durch K. Sigismund, von welcher Zeit an dieses alte Geschlecht reiclisnnmittclbnr blieb, bis es durch K. Ferdinand I. zum Erscheinen auf dem Landtage in Insbruck aufgefordert, und ihm. wegen seiner Weigerung, trotz der am 18. 10. 1577 erthoilten Reichsbcleh-nung, die Herrschaft Arco eingezogen wurde. Erst nach 35 Jahren erhielt die Famiiie, unter ihrer Anerkennung der tyrolisciicn Landeshoheit, Arco, Penedo und Drenomi wieder zurück. Durch die Sühne des Franz Grafen v. A., — 1453 Herzog der Republik Siena, — nämlich Odalricus. kaiserl, geh. Rath, und Andreas, Kaisers Max I. Gesandter au verschiedenen Höfen, theiltc sich das Geschlecht in zwei Hauptlinien: die odalricischc. gegenwärtig in Bayern iu den Unterlinien Arco Valley, Arco-Stepperg und Arco-Zinncbcrg blühende, und iu die Andrcas'sche. Diese schied sich neuerdings in die, vor wenigen Jahren crloscheno tyrolische, die schlcsische und die mantnunischo Unterlinie, welch' Letztere nur noch auf zwei Augen steht. Aus der odalricisch bayrischen Linie kaufte Graf Johann Maximilian v. Arco, in der Folge erblicher Reichsrath der Krone Bayern und Capitular-Grosscomthur des St. Georgs-Orden. 1><26 nach dem Grafen Heinrich von Tatten-bacli die Herrschaft St. Martin, und von dem Grafen Josef Mathias von Tauffkirchcn die Herrschaft Aurolz-miinster, beide Besitzungen im Jnnviortl. worauf derselbo unter dem 18 9. 1843 die Aufnahme in den alten Herrenstand Oest.'s o. d. E. erlangte und auf die alt-rudoliiui-schc Herrenbank eingeführt wurde. Gegenwärtig sind dio genannten beiden Guter im Eigentumo seiner Söhne, Anton. Ludwig, Maximilian und Emmerich Grafen von Arco-Valley. (K. K. A.-A., Kgl. bayr. Reichsheroldcnamt, H.-M., Landt. X. S. Tyroler u. Schlesischer Adel). Aren*«ein (Taf. 3. 4). Wappen: I. Ein Adler. (Wichart v. A. 1250). — II. In Gola auf schwarzem Dreiberge ein schwarzer Adler. — Gekr. Helm : Der Adler. — Decken: schwarz-golden. Das Scliloss Arenstein in .V,-Oester., jetzt öde und Ruine, zwischen Merkenstein, Neuhaus und Klein-Muria-zell, ist das Stammhaus dieses ansehnlichen Geschlechtes gewesen, das auch in Oester, o. d E. vorzüglich im Mach-lande begütert war und aus welchem Wickard v. A. und Ulrich von Gadern sein Bruder schon im Jahre 1170 in einer Urkunde Albero's von Cliaenringcn an das Stift Klosterneuburg als Zengen auftreten. In dem Briefo Leopold. Herzogs zu Oesterreich, vom 31. 5. 1188, womit derselbe die Vogtci über das Kloster Baumgartenberg 8 OBERÖSTERLl- ICHISCHER ADEL. übernahm, erscheint mit dem Ii raten Conrad von Peil-stcin Berchtold v. A. als Zeuge. Am 15. 7. 1230 zu Enns wurde durch den Abt des letzt genannten Stiftes, als päpstlichem Commissär, über die Gräfin Euphemia von Peilstein und Albero v. A. wegen WiderspänstigUeit und gewalttätiger Vorenthaltung eines Zehents des Klosters Waldhausen die Excouiunication ausgesprochen. — Um dieselbe Zeit tritt Wichardus de Arensteine zu wiederholten Malen als Zenge und als Siegler auf, und zwar mit hohem iiange vor den Volkenstorf, Gundacker von Steyr. Traun etc.. in der Reihenfolge der Zeugen. Er kommt 1222 in einem Schiedspruche Herzogs Leopold VII., 1231 in einem Tausch vertrage des Letzteren mit Kloster Gleink, 1233 und 123» in Briefen Herzogs Friedrich zu Oesterreich und Steyr vor. Im Jahre 1250 beurkundet Wichart v. A.. dass ihm das Stift Lambach für die in seiner (Wicharts) Vogtei stehenden Güter einen weissen Pelz, 12 Scheiben Härbes und 3 Pf. von jeder neuen Giilte zu geben habe. Zeugen: Otto de Arenstein, wulfingus frater ejus de Tribanswinchel, Rudegerus de Arenstein. Wicharts Siegel daran ist uns erhalten (S. Wappen I). Wichard v. A., — wohl ein jüngerer als der Vorige, — und sein Bruder Otto fertigten 1261 einen Donationsbrief der Frau Uortrud und der Brüder Rapotto und Wülfing von Wildccke an Kloster heiligen Kreuz. Otto de Arnstein, ministerialis Austriae, sendet mit Einwilligung seiner Hausfrau Wendl, seines Sohnes Albero, und Jutlia seiner Tochter 127U ein Lehengut bei Töllers-heim zu Gunsten des Klostors Zwettl auf; unter den Zeugen: Berchtold v. A. und Otto dessen Bruder. Wülfing v. A. zu Wasscrberch und Berchta seine Hausfrau erscheinen 1283, Otto v. A., Pfarrer zu Gerungs 1295. — Chunrat und Weichart v. A. verkauften 1303 fiir ihren Schwager Friedrieh den Pölger dessen Schloss zu Seisscn-eck. Chunrat ist auch 1315 Zeuge in Dietrichs von Puechberg zu Wasscrberch Brief an die Sammung und Brüder des Deutschen Ritterordens, und stiftet 1323 nach Kloster heil. Kreuz zu seinem Seelgerfithe. Clmnigund v. Polheim kommt in demselben Jahre als seine Gc-malin vor. Nach H. ist im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts ein geringes Adelsgeschlecht gleichen Namens zu Wildenhaag im ehemaligen Attergau gesessen gewesen, welches wohl keinesfalls eines Stammes mit dem vorigen ist. (Stiftsarchiv zu Lambach, U.-B., R.-M., H., W.). Ai'inuuMpcrg (Taf. 4). Wappen: In Blau ein silberner, golden (anch roth) bewehrter Adler. — Kekr. Helm: Der Adler zwischen zwei blauen Hörnern. — Decken: blau-silbern. (Bei Ty-roif kommen die Horner nicht vor). Ein altes, stifts- und turnirfähiges Geschlecht, das nach Wig. Hund eines Herkommens mit den Inkhovern ist, von welchen es das Krbtrucliscssenamt von Kirchberg ererbte Mit Siboth A. (Arnspcrgcr. Ambsperger;, ver-mält mit Irmgardis von Inkhoveii beginnt die ununterbrochene Stammreihe, aus welcher Sibotho's Sohn Bertholdus 1286 lebte. Johann Josef Anton v. A , des vorigen Nachkomme in der 12. Generation wurde d. d. 21. Sept. 1719 vom Cliurfiirsten .Max Emanuel von Bayern in den Freiherrenstand, Franz Xaver, des letzteren Sohn (?), mit Diplom d. d. München 7. 7. 1790 von dem Cliurfiirsten Carl TheodoT von l'falzbayern als Rcichsvicar in den Rcichsgrafenstand erhoben. Seine Söhne Josef (geb. 12. 2.1756, f 28.10. 1820i und Franz (geb. 7. 6. 1762, f 8. 2. 1830) theilten das Haus in zwei Linien, von welchen die erstem 1853 erloschen ist. Vorgenannter Josef war Besitzer dos im Innviertel gelegenen Kreisitzes Grienau, welcher nach ihm an Paul Anton Frhrn. v. Handel käuflich tiberging. (Landtafel, N. S. bayr. Grafen gräil. Taschenb.). ArlMlelter (Taf. 4). Wappen: GevieTt mit einem in Silber und Roth sclirägerechts getlieilton Hcrzschilde aus dessen linker Unterecke auf der Thoilnngslinie ein schwarz gekleideter Rechtarm wächst, in der Faust eine natürlich eiserne Pfrieme (Ort, urtl) haltend. 1 und 4 in Rotli und Silber sclirägerechts getlieilt. (Stamm wappen:. 2 und 3 in Gold und Schwarz gespalten, darin farbengewechselt ein Wagen-Eppel mit durchgestecktem Nagel (Eppolhausen). — Gekr. Helm: Ein Pfauenwedel zwischen zwei Hörnern : davon das Rechte in Silber uud Roth getlieilt, aussen mit vier in Silber und Roth schräge-rechts getheil-ten Rennfähnlein an silbernen Stangen besteckt; das linke in Gold nnd Schwarz getlieilt, aussen mit vier in Schwurz und Gold gespaltenen Rennfähnlein an goldenen Stangen besteckt. — Decken: roth - silbern. schwarz-golden. Die Artstetter sind Niederösterreichor von altem Adel, welche schon zu Ende des 13. Jahrhunderts das Schloss Artstetten inue hatten, und wahrscheinlich zuerst erbauten. Wolfgerus de Orttstetten erscheint in den Verzichtsbriefen Otto's von Weizzenberckh an Leo Bischof von Regensbtirg 1268. Die Brüder Albero und Rugcr Artstetter. gesessen zu Artstetten, verglichen sich 1300 mit Ott» Herrn von .Mainberg. Heinrich A. v. A. empfing 1362 am Montag nach Oculi fiir sich und seine Brüder, Alber, Weniliard und Rndleiu etliche Iiiitcr in N.-l». von dem Landiiiarschall Haidenreich von Meissau zu Lehen Albert A. zu Haindorf kommt urkundlich 1457 vor. Albrecht der Jüngere zu Haindorf, nachH. des Vorigen Sohn, erhielt 1496 von Kaiser Maximilian I. verschiedene Zehente als huidesfiirstliclie Lehen. Aus Beiner zweiten Ehe mit Anna Miilfclderin v. Dross entspross Hanns Rüdiger. 15:U zu Rottenhof in N.-Ö. angesessen, welcher von den Wartbergern, deren gleichnamiges Schloss iiu Maclilande erkaufte und sich 1528 mit Anna Eppelhau-serin, Erbtochter, vennälto. Deren Sohne Hanns A. zu Rottenhof und Roreck. einem tapferen Kriegsmamic wider Frankreich Venedig und die Türken, bestätigte Kaiser Karl V. mit Diplom d. d Augsburg 20. 11. 1550 sein altadcliges an 300 Jahro von dem Geschlechte geführtes Wappen unter gleichzeitiger Vereinigung mit dem Eppclhauscn'schen, und Christoph A. v. Wartberg, des Hans Bruder, wurde 1587 als Mitglied des o. d. Eschen Ritterstandes anerkannt. Wolf Heinrich A. zu St. M arein und Ro'lissen in N.-Ö., ein Enkel des Hanns A., vermalte sich in 2. Ehe mit Eva Schmidtauerin v. Oberwallsee, welche ihm das Gut Miihllacken im Mülilviertl, jetzt ein unbedeutender Badeort, einbrachte. Sein dieser Ehe entsprossener Sohn Jobst Wolf, (+ 17. Dec. 1678) wurde 1662 zum Ritterstandsvcrordneton in Oe. o. d. E. gewählt, vermalte sich 1. mit einer gebornen von Schenkendorf. 2. mit Regina Maximiiiana Fieger v. Hirschberg, welche ihm mehrere Söhne gebar, die jedoch hier zu Lande keine Nachkommenschaft hinterliessen. Nach W. hätte sich die Descendenz des einen derselben nach Bayern gewendet und dort noch im vorigen Jahrhunderte geblüht. (R.-M., H., W.). Anvh-.uh (Taf. 4). Wappen: Mit Spitzen sclirägerechts fünfmal getlieilt. Obiges Wappen ist in der o. d. E.'schen Ritterstands-Matrikel mit der Bemerkung eingetragen, dass die A Schacher, von welchon Hans von der Aschach um 1466 lebte, liierlands begütert gewesen, nnd als zu den Landleuten gehörig anerkannt worden sind. H., aus welchem wohl das vorbeschriebone Wappen in die Matrikel übertragen wurde, gedenkt des Hans v. d. A. nicht, wohl aber eines Wilhelm des Aschachers und dessen Gemalin Margaretha, OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 9 einer Tochter des Rucger v. Hohenfeld, welch ersterer 1436 nach dem Gotteshause im Attergau stiftete. Diese Vorgenannten, wie es H. thut, als stammverwandt mit jenen gleichen Namens in Verbindung zu bringen, welche, zum Tbeile als Hochfreie, vom Jahre 1094 an in zahlreichen Urkunden des Landes vorkommen, ist höchst gewagt, und dies um so mehr, als die Zahl der Aschach genannten Ortschaften in Oesterreich ob nnd unter der Enns und in dem nachbarlichen Bayern eine ilberaus grosse ist. (R.-M., U.-B., Strnadt-Purbach, IL). AMenbalm (Taf. 4). Wappen: Kopf und Hals eines bärtigen Mannes. In der Fehde des Bischofs Ulrich von Passan mit dem Grafen Chunrat von Wasserburg wegen der Vestc VieclitenBtcin zwischen 1218 und 1221 standen Otto v. A. und die Brüder Eberhard und Friedrich v. A. auf Seite des Letzteren; liilprandus de asenheiin kommt in den Jahren 1260 und 1261 wiederholt in Urkunden des Stiftes Reichersberg vor; ebenso Pilgrim v. A. am 9. Juli 1269. Letzterer erscheint auch in einer flurianer Urkunde am 25. 12. 1279. Gerungus de A. steht 1280 als Traun'-scher Ministeriale in einem Kaufbriefe Heinrich's von Zierberg unter den Zeugen. Hildprand v. A., wohl ein jüngerer als der Vorgenannte, tritt 1293 in einer Urkunde deB Klosters Lambach. 1301 in einer solchen Gundackers von Starhemberg, und 1311 in einem Lehensbriefe des Abtes von Wilhcring, hier mit seinen Söhnen Gerungus und Fridericus auf. Friedrich nnd Heinrich „pede von Asenhaim" sind 1300 Zeugen in dem Briefe eines Lobenstein. Kunrnd der A. und seine Hausfrau Margret vorkauften 1336 drei Güter in der Gallueukirchncr Pfarre. H. gedenkt eines Hanns A., der um 1439 lebte, und eines Otto, welcher 1454 ein Gut zu .Schöneck kaufte. (U.-B., R.-M., Strnadt-Velden, H.). Aspan (Asclipan) von Mang (Taf. 4). Wappen: I. Ein Balken, welcher oben mit drei Fcderbiischcn besetzt ist. (Siegel Espuin's v. Hag, 24. 5. 1300). — II. Ein geflutheter Schrägerechts-Balkcn. — Kleinod: Ein viereckiger Schirm, mit einer abgestutzten Ecke auf den Helm gesetzt, die drei anderen Ecken je mit einem Federbusche (diese nach Art der Vorigen; besteckt. (Siegel Iispein's v. Hag, 10. 1. 1305). — III. Geviert: 1 und 4 in Blau und Roth durch einen gefluthe-ten Schrägercchtsbalken getheilt. 2 und 3 in Gold ein schwarzer Greif (Albrechtsheim). — Zwei gekr. Helme: 1. Geschlossener mit dem 1. Felde accordirender Flug. Decken roth silbern. — 2. Der schwarze Greif wachsend. Decken: schwarz-golden. In dcrZeit zwischen 1130 und 1190 kommen in vorzüglicher Stellung Gerbardus, nobilis hoiuo cognomine longus de liaga. Merboto de Hage. Hartwicus et frater ejus Wernliardus do hage, milcs dominus Hartwicusde Hage in den Codiccs tradicionum zu Passau und St. Ni-kola, in Reichersborgcr und Ranshofner Urkunden vor, aber es ist fraglich, ob diese Vorgenannten eines Geschlechtes gewesen sind mit jenen Bamborg'sclien Ministerialen gleichen Namens in Oe. o. d. IC., ans denen die Aspan v. Haag hervorgegangen sind. Hnc et frater eins Altmann do H. sind 1140 Zeugen boi der Mauthbefrciung der Brücke zu Wels durch den Bischof v. Würzburg, am 24. 4. 1178 in der Bestätigung eines Volkonstorfsehen Vermächtnisses an Kloster Garsten durch den Bischof Otto von Bamberg, und als Rcginbcrt Bischof v. Passau 1147 die Pfarrkirche zu Schöndorf mit dem Spitalc des Ii. Aegidius zu Vöklabrnck vereinigte, bezeugt den bezüglichen Brief der bamberg'sclie Schenk Ilartmovth v. H. — Friedrich v. H. tritt 1180 in einem Würzburg'schen Lehenbriefe an Kloster Lambach auf und IV. 5. ist mit seinem Sohne Hcinrich am 11. 4. 1189 Zeuge bei der Einweihung der Kirche des h. Egid zu Aigen an der Welser Brücke. Heinrich bezeugte auch am 23. 10.1202 zu Enns den Schutzbricf Herzogs Leopold VII. za Oestorreich an Kloster St. Florian, und war als Bamberg'sclier Schenk mit seinem Bruder Siboto gegenwärtig als sich am 6. 4. 1206 zu Wels der Bischof Heinrich v. Würzburg nnd der Abt von Kremsmünster in die Nachkommen eines unfreien Ministerialen theilten. 1212 ist Siboto Zeuge Leo-pold's VII. in der Befreiungsurkunde des Stiftes St. Florian von der weltlichen Gerichtsbarkeit, war 1222 mit seinem Bruder Heinrich dabei als derselbe Herzog die Vogtei über das Kloster Lambach zu Wels übernahm, während 1228 Heinrich allein einen Brief Gundackers v. Steyr bezeugt, mit welchem dieser dem Markgrafen Heinrich v. Andcchs ein Lehen aufseudet. Zwischen 1224 und 1235 treten ausser den beiden Letztgenannten auch die Brüder Wernhart und Chunrat v. H. in Urkunden der Bischöfe v. Passau und Herzogs Friedrich zu Oesterreich, — dann Otto de Gricven, frater Rudcgori de Hage in einem Briefe Gebhard Bischofs v. Bamberg auf. Im Jahre 1261 siegelt Dominus Heinricus de Hag, scriba Anasi, eine Schenkung nach Kloster St. Florian und 1272 einen Lehenbrief Wernhard's von Hartheim, hier als Pro-curator circa Anasum. Er hatte zwei Söhne, Heinrich und Chunrad, mit welch' Letzterem unser all' zu iieissi-ger Freiherr v. Hoheneck in seinein Vergnügen au wohl geordneten Stammbäumen und Ahnentafeln eine gar arge Confusion anrichtete. — Am 6. 5. 1282 zu Wien verlieh Albrecht Graf v. Habsburg, Landesverweser in Oesterreich und Steyr, nachdem ihm Heinrich (der jiingero) v. H., Chunrat's Bruder, dio halbe Veste Luftenberg aufgesendet hatte, diese dem Schwiegersöhne Chunrat's dem Rech, welcher Mechtildis v. H. zur Gemalin hatte. II. lässt den Chunrat seine Tochter heiraten und macht ihn zum Stammvater der Rehe von Luftenberg, als einer Linie der Hager! Mit den Söhnen Heinrich's des Jüngeren theilte sich das Geschlecht in zwei Linien. Hcinrich III. pflanzto die Hauptlinie fort, die jedoch schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit seinen Söhnen erloschen sein dürfte. Am 22. 5. 1324 beurkundet einer von diesen, Wernhart „dass sein Vater Hainrich und sein Bruder Hainrieh, den paiden got genat," den Chunrat v. Perchhaim als Zinspflichtigcn dem Stifte Wilhering geschenkt haben. Wernhart siegelt den Brief mit dem geflutlieten Schriige-rechts-Balken. Espein von IL, Ilcinrich's III. jüngerer Bruder, wurde der Stammvater der 2. Linie zu Hartheim, und ist sein Taufname in der Folge zum Gescblechtsnamen geworden. Dominus EBpinus de hag erscheint am 3. 8. 1295 in einer Urkunde Dietmars v. Aistersheim au Kloster St. Florian, versetzt am 24. 4. 1300 mit Einwilligung seiner Hausfrau Offmey. seiner Kinder Jakob, Heinrich und Chune-gund eine Hube an Kloster Wilhering (s. Wappen I), welchem er am 10. 1. 1305 im Einverständnisse mit seiner (2.) Ehefrau Haylweig und seiner Kinder, Chunegund, Jakob, Heinrich und Wcrnher abermals zwei Huben verpfändet (s. Wappen II). — Espinus, oder wie er auch geschrieben wurde Aespein, kaufte ao. 1323 dio Veste Hartheini im Hausruck-Viertel und stellte mit seinem Sohne Wernlier am 20. 7. 1329 zu Efcrding seinem Lchenslierren, dem Grafen Heinrich von Scbaunborg einen Revers aus: „das wir dj Aerkker zc liarthaim abgen vnd abvaulen sullen lassen vnd was planken da abvaullent vnd brinent, sullen wir angeuar ander plancken hinbider setzen zn geleiclier weiss als dj vordem gewessen sein." — Herrn Aespein v. H. habe ich das letzte Mal am 24. 4. 1332 urkundlich in einem Kaufbriefe Lcutold des Prii-schinken und dessen Bruders an Kloster Wilhering gefunden. Am 25. 2. 1348 verkaufen Dietrich v. H. nnd Margret seine Hausfrau ihren Thurm zu Hartheim an 3 10 OBERÖSTERREICHISCHER AUEL. Dietrich's Bruder Wolfhut und dessen Eheweih Ymmen. Lentold (Leutlein) der Aesspeyn siegelt am 1. 11. 1375 eine Urkunde Friedrichs des Wasner an Albrecht nnd Leupold Herzoge zu Oesterreich und 30. 11. desselben Jahres einen Kaufbrief Göschel des Lerbiiler und Chunz dcB Steger über die Veste Weidenholz. Leutold's zwei Söhne Martin und Wolfhart theilten die Aspan in zwei Linien, von welchen die jüngere, gesessen zu Licbtenliaag im Miihlviertl und Hartheim, mit Georg Aspan 1515 erloschen ist, worauf der Besitz an die ältere Linie überging. Aus dieser Letzteren vermälto sich des näheren Stammvaters Martin Enkel, Lazarus Aspan zu Hartheim und Wimsbach, 1518 Viertelhauptmann im Traunviertl, mit Rosina v. Albrechtsheim. deren Wappen die Aspan v. Haag, nach dem bald darauf erfolgten Erlöschen der Albrechtsheim (s. diese) mit dem ihren vereinten. Des Lazarus Sohn Hans, 1 :"54 Ausschussrath. 1559 liittor-standsverordneter, starb am 7.2. 1575 und liegt mit vielen seiner Vorfahren zu St. Annaberg bei Hartheim, im Aspan'schcn Erbbegrübniss beigesetzt. Jakob, auf Hartheim, Lichtenhaag nnd Wimsbach, der Rom. Kais. Maj. Rath und Landrath in Oe. o. d. E. wurde 1598 in den Freiherrnstand erhoben. Sein Sohn Hanns Joachim erhielt am 10 12. 1641 die Aufnahme in den Herrenstand des Landes und starb, vermält mit Esther von Gera, kinderlos 1645 als der Letzte seines uralten Geschlechts. (Stiftsarchiv Wilhering, U.-B., R - und H.-M., H.). Allein* (Taf. 4). Wappen I.: Von Roth und Silber mit drei Spitzen getheilt. — Kleinod: Kopf und Hals eines silbernen Bracken. — Decken: roth-silbern. — II. (Gräfliches 1680). Geviert mit rothom Herzschild, darin ein wachsender silberner Bracke mit goldenem Halsband. 1 und 4 in Gold ein gekr. schwarzer Doppeladler. 2 und 3 das Stamm -wappen. Dreigekr. Helme: 1. Geschlossener wio das Stamm wappen getheilter und tingirter Flug. Decken: roth-sil-beru. — 2. Der gekr. Doppeladler. Decken: schwarzgolden. — 3. Das Bild des Herzschildes. Decken: roth-silbern.— III. (Gräfliches 1658) Schild von Alt-Attems. — Zwei gekr. Helme: 1. Der kaiserliche Doppeladler. 2. Der Bracke wachsend. — Decken beider Helme: rothsilbern Die Attems sind ein uraltes, in Friaul auf der Bnrg Attimis heimisches Geschlecht, welches schon im 12. .Talirh. urkundlich auftritt. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Henrich Herrn v. A., dessen Söhne Nicolaus, Duringus und Berthold in Gegenwart ihres Vaters Bruders Herrmann am 13. 12. 1831 ihr väterliches Erbe frei nnter sich theilten. Dnringns pflanzte die Linie zu Ci-vidale. und Nikolaus (f 1381), sein älterer Bruder, wurde der Stammvater der gegenwärtig noch in Oesterreich blühenden zwei Hauptliiiicn, welche mit den Söhnen Hieronymus und Ulvinus des Friedrich Herrn v. A. (geb. 25. 11. 1447, t 15221 ihren Anfang nahmen, nachdem Letzterer um das Jahr 1473 aus Friaul nach Görz herauf gezogen war. Aeltere Hauptlinie zu Heiligenkreuz. Des näheren Stammvaters Hieronymus. Enkel Hermann (geb. 1564, f Kill) hatte drei Söhne, welche ebenso viele Unterlinien begründeten, und zwar: a) Johann Friedrich die ältere, welche mit dessen Söhnen Franz Anton in die ältere Görzische, und mit Ignaz Maria (geb. 1649, f 1732) in die Steyrische zerfiel, b) Johann Jakob die mittlere oder Kärntnerische i erloschen) und c) Ferdinand die jüngere Görzische Unterlinie. Die vorgenannten drei Brüder Johann Friedrich, Johann Jakob und Ferdinand wurden unter dem 6. 9. 1630 durch Kaiser Ferdinand II. in den Reichsgrafcnstand erhoben, und Christian August (geb. 21. 1. 1719), der älteren görzischen Linie, Urenkel Johann Friedrichs, er- hielt, als Besitzer der Herrschaften Hirlingon und Bir-lingcu in Schwaben, 1753 mit seiner Descendcnz die Aufnahme unter die dortige rcichsunmittelbaro Ritterschaft. Christian August s Enkel Hermann RGraf v. A., Freiherr auf Heiligenkrenz (geb. 28. 1. 1800, f 12. 8. 1874) vermalte sich 17. 4. 1828 mit Leopoldine RGräfin r. Gilleis, durch welche er in den Besitz der Herrschaft Weidenholz mit Wcickardsbcrg im Hausruck viertel gelangte. Jüngere liauptliiiie zu Fetzenstein. Aus derselben, welche hier jedoch nur der Vollständigkeit halber beigefügt sei, erlangte des Stammvaters Ulvinus (Wolfgang) (t 1551) erstgeborner Sohn Andreas (geb. 1527. f 1597) im Jahre 1580 das weitläufige Gebiet von Fetsch mit dem Schlosse PetzenBtein. Seine beiden Söhne Wolfgang Sigismund 'geh. 1552 + 1607) und Wolfgang Bcrnardin theilten durch ihre Descendcnz diese Hauptlinie in zwei Unterlinien. welche am 14. 9. 1652 den Reichsgrafenstand und 1658 eine Bestätigung desselben erlangten. (W., N. S. Krainer Adel, Landtafel, gräfl. Tasohenb.). Aut-keniobler (Taf. 4). Wappen: In Roth ein schwarzer Dreiberg, darüber zwei aufrechte, abgekehrte, natürliche Fische. Das Geschlecht ist bei Errichtung des ersten Giiltcn-buches 1525 zu den Landleuten o. d. E. gezählt worden, und sass zu Auggentobl an der Pram nächst Dorf. Rvodolfus et filius eins de ovchentobel werden um 1170 in einer Tradition nach Formbach genannt. In der Pfarrkirche zu Dorf hat H. folgendes Epitaph gelesen: „Hie leyt begraben der Edel Sigmund Auckentobler zu Dorf, erster Stüffter dieser Capellen, dem GOTT gnädig seve, der gestorben ist Anno 1500." (R.-M., H., Strnadt-Peuerbacli). Auer von Au (Taf. ä). Wappen: Gespalten. Vorne Roth ohne Bild. Hinten in Blau und Gold gerautet. — Kleinod: Obcrlialbe, gestümmelte, gekr. Jungfrau, deren Kleid, wie der Schild bezeichnet ist — Decken: roth-goldcn, blau-golden. — In dieser Art ist das Wappen, für dessen Uichtigkcit keine Gcwälir übernommen werden kann, in der o. d. E.'-schcn Rittcrstands-Matrikcl abgebildet. H. bringt die Spalthälften verwechselt, ohne Farben, und als Kleinod zwei Hörner. Die Auer waren zu Au unweit Berg im Machlande angesessen, und kommen von denselben Conrad An 1312, Conrad v. An, Burggraf zu Gobisburg 1354, Hans v. Au, Herrn Heinrichen Sohn von An, nnd Anna seine Haus-frau 1396 urkundlich vor. Ob die in Pergamenten des im Machlande gelegenen Klosters Waldhausen 1311—1315 auftretenden Ditmayr, Ott und Hainrich von Owe, dann der 1360 erscheinende Landrichter im Machlande Cliun-rat v. Awe eines Geschlechtes mit den vorigen gewesen sind, konnte nicht ergründet werden, nachdem das Archiv des vorgenannten, aufgehobenen StiftcB leider verschollen ist. (R.-M., H., U.-B.) Auer von Ilerrenklrelien uml CSunsr.inj? (Taf. 5). Wappen: Von Schwarz und Silber gespalten, in jedem Felde zur Pfahlstelle drei Ringe übereinander in gewechselten Farben. — Gekr. Helm: Horner, rechts schwarz, links silborn, aussen mit je drei Bingen besetzt, und in den Mundlöchern mit drei Straussenfcdern besteckt; Alles farbengcwechselt. — Decken: schwarz-silbern. Dieses Geschlecht gehört dem bayrischen Uradcl an. Hans A., mit den Ringen im Schild, erschien 1284 anf 11 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. dem XV. Tnrnier zn Regensburg. Hartwich A. v. H. wurde um 1290 zu Landshnt bei den Franziskanern begraben. Heinrich A. ist 12U4 Probst zu Rcgensburg gewesen. Hartmann A. v. H. kommt mit Beinen Brüdern Wolfgang und Friedrich als Zeuge in einer Urkunde des Stiftes zu St. Emeran bei Regensburg 1857 vor. Die Söhne Hartmanns, Ulrich und Engelschalk, sind die Stammväter der beiden Linien in Oe. o. d. E. und in Tyrol geworden, welch' Letztere sich in der Folge nach N.-O. verbreitete und daselbst zu Ende des 16. Jahrh. erloschen ist. Vorgenannter Ulrich A. erheiratete durch seine Ge-malin des Sigmund Gunzinger zn Gunzing Tochter, der Letzten ihres Geschlechts, Scliloss und Hofmark Gunzing bei Vilsliofen in Niederbayern, ein gril. Ortenburg'sches Lehen. Georg Auer zu Gunzing übergab 1501 seinem Sohne Wolf, Pfleger der damals landesfflrstlichen Herrschaft Frankenburg im Hausruckviertel. Gunzing. welches er desswegen dem Grafen Wolfgang zn Ortenburg lieini-gesandt hatte. Wolf starb 1545, 80 .Jahre alt zn Linz. Seine Enkel Hans Georg (geb. 1583. f 9. 7. 1588;, Wolfgang (geb. 1535; und Gilg (geb. 1541) wurden im Jahre 1566 in den jungen, 1585 in den alten Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen. Von ihnen war Hans Georg A. zu Gunzing Landrath. 1577 und 1581 Verwalter der Landeshanptmannschat't, und erhob Kaiser Rndolf 11. mit Diplom d. d. J'rag, 29. 9. 1586 in Würdigung seiner Verdienste nnd auf Ansnchen der Wittwe Apollonia, geb. v. Oberndorf, den von Hans Georg Unterlassenen Partz-liof bei Linz zn einem freiadeligen Sitze mit der Erlaub-niss denselben „Auerberg- umzunennen. Der Sohn Georg Wolf A. zu Gunzing und Auerberg war 1614 Landrath in Oe. o. d. E.; Wolf Helmhard, des Vorigen Sohn aus dessen Ehe mit Barbara v. Höchberg, wendete sich wieder ausser Landes und zog nach Ortenburg, wo er am 24. 6. 1660 starb; Johann Helmhard, sein Sohn, verkaufte 1706 die von seinem Geschlechte durch 800 Jahre besessene Herrschaft Gunzing nnd ging nach Franken, wo er das Gut Hohenstein käuflich an sich brachte. — Die Descendenz blüht noch gegenwärtig in Bayern. (R.-M, H., W., N.-S. bayr. Adel). Auer von Tobel (Taf. 5). W appen: In Roth übereinander, drei mit dein Mundstücke rechts gestellte, schwarze, silbern beschlagene Hüfthörner. — Gekr. Helm: Zwei Horner, deren rechtes schwarz, das linke roth ist. — Decken: schwarz-roth. - Nach einem auf Holz gemalten Oelbilde, das die Inschrift trägt: Seyfried Auer von Tobl zn Kleeberg, seines Alters 33 Jar, 1583. — Im N. S. erloschene bayr. Geschlechter sind die Hörner, rechts roth, links silbern, die Decken roth-silbern dargestellt. Die Auer von Tobl waren Niederbayern und hatten wiederholt die Pflege zn Griessbach inne, nach welchem Markte sie auch genannt wnrden. Im Lande o. d. E. sind die Schaunbcrge im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts ihre Lehensherrn gewesen. Niclas der Auer und seine Hausfrau stifteten sich am Samstag nach S. Lucia 1891 auf ihren Hof am Kiirnberge bei Eferding, der ihr rechtes, rittermässiges Eigen, einen Jahrtag in der Pfarrkirche zu Eferding; der liebe Vetter Bernhard der Auer und Jörg der Auer siegeln mit den drei Hörnern den Brief. Diese Letzteren führt auch Stephan der Auer in seinem Siegel, das er an den Brief vom Dienstag nach Palmsonntag 1421 gehängt hat, mit wolchem auch er Bich einen Jahrtag in der letztgedachten Kirche mit einer bestimmten Summe Geldes stiftete, die auf sein Haus in der Schmidgasse zu Eferding und auf einen Weingarten zu Aschach versichert wurde. Bernhard Auer v. Tobl war 1422 Richter zu Burghansen, Diepold A. v. T., Herzog Ludwigs Landrichter zu Griessbach 1448, Stephan der jung' Auer lebte 1509. und Seyfried A. v. 'I'., Pfleger zn Griessbach, war 1583 zu Kleeberg bei Rnhstorf in Niederbayern gesessen. Das Geschlecht "soll um das Jahr 1650 erloschen sein. (Wignlcus Hund- bayr. Stammenbncb, Pfarrarchiv Eferding, N.-S. erloschene bayr. Geschlechter). Auci-Kpci-is (Taf. 5 u. 6). Wappen 1: In Roth aus dem vorderen Seitenrando wachsend ein goldener Ochse (Ur, Auerochse . — II In Roth ein schreitender goldener Ochse. — Kleinod: Ein obcrhalber goldener Ochse — Decken: Roth-golden. — III. (1521; Geviert. 1 und 4 in Roth der goldene Ochse aufspringend. 2 uud 3 in Silber ein schwarzer Hocker (Bank) (Schöner zum Stubenhart). — Zwei gekr. Helme: 1. Der Ochse wachsend. Decken: roth-golden. — 2. Geschlossener, silberner Flug belegt mit der schwarzen Bank. Decken: schwarz-silbern. (Seit 1523 wird dieses Wappen, nebst den nachfolgenden drei Varianten, als freiherrliches geführt. Vom Jahre 1590 an erscheint der Ur mit dem goldenen Nasenringe). — IV. Geviert. 1 u. 4 in lioth auf grünem Boden ein goldener Ur mit goldenem Nasenringe (Wie fortan immer). 2 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 3 in Silber ein gekr. rother Löwe. Zwei gekr. Helme: 1. Anersperg. Decken: roth-golden. — 2. Der gekr. schwarze Adler. Decken: schwarzgolden. — V. Geviert. 1 nnd 4 Anersperg 2 in Silber ein rother Löwe. 8 in Gold eine schwarze Bank. — Zwei gekr. Helme: 1. Anersperg. Decken: roth-golden. — 2. Silberne Horner. Decken: roth-silbern. — VI. Geviert. 1 und 4 Auersperg. 2 und 3 in Gold ein schwarzer Adler, stehend anf der schwarzen Bank. — Zwei gekr. Helme: 1. Auersperg. Decken: roth-golden. — 2. Der gekr. schwarze Adler. Decken: schwarz-golden. — VII. (Gräfliches Wappen pankraz'schcr Linie, 1630i. Rückschild wie vorhin bei VI, mit silbernem Herzschilde, darin ein gekr.. rother Löwe. — Drei gekrönte Helme: 1. Auersperg. Decken: roth-golden. — 2. Ein gekrönter, schwarzer Doppcladler: Decken: schwarz-golden. — 3. Der gekr. rothe Löwe, wachsend. Decken: roth-silbern. — VIII. (Gräfliches der f ältesten Untcrlinie zn Peillenstein und St. Leonhard am Forst der Volkard'schcn Hauptlinie 1678) Rückschild wie bei VI, mit blauem Herzschilde, darin eine goldene Krone. — Drei gekr. Helme: 1 und 2 wie anch die Decken wie vorhin bei VII. 3. Blauer Flügel belegt mit einer goldenen Krone, durch welche drei silberne Strausscnfedern gesteckt sind. Decken: blaugolden. — IX. i Gräfliches Wappen der gegenwärtig blühenden Linien der Vollrad'schen Hanptlinie 1673) Rückschild wie bei VI, mit silbernem Herzsehilde, darin eine rothe Rose. - Drei gekr. Helme: 1. und 2. so auch die Decken wie bei VII. 3. Zwischen in Silber und Roth übereck gethcilten Hörnern, die Kose. Decken: roth-silbern. — X." (Fürstliches ). Gespalten und zweimal getheilt mit Herzschild von VII. 1 gespalten; vorne in von Gold nnd Silber gespaltenem Felde ein von Schwarz und Roth gespaltener Adler, auf der Brust .'inen silbernen Mond: hinten in Roth ein gekr., silberner Löwe. 2 durch einen geflutheten, blauen Balken getheilt; oben in Roth ein schreitender, gekr., silberner Löwe; unten der schlesisclie Adler. 8 und 6 Auersperg. 4 und 5 in Gold der schwarze Hocker mit dem darauf stehenden, schwarzen Adler. — Fürstenhut und Mantel. Dieses dem Uradel Krains angehörige Geschlecht, welches daselbst und in der windischen Mark seit 1463 das Oberst-Erbland-Marschallamt besitzt, und 1573 in den Freiherrnstand kam. theilte sich mit den Sühnen Engelhardts von Auersperg (t 1466: Pankraz nnd Volkard (Vollrad) in die zwei noch blühenden Hauptlinien, von welchen die erstere am 11. 9. 1680, die zweite am 12 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. 15. 7. 1673 die Reichsgrafenwürde erlangte. Der Pan-kraz'schen Hauptlinie entstammte Johann Weickhard (geb. 1615, t 1677) Herzog zu Münsterberg und Prankenstein. gefürsteter Graf zu Thengen, Graf zu Gottschee, Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse, geh. Rath, Staats- und Conferenzminister, welcher d. d. 17. 9. 1653 in den Reichsfiirstcnstand nach dem Reclitc der Erstgeburt erhoben und gleichzeitig von Kaiser Ferdinand III. mit der Grafschaft, Burg und Vogtei Wels beschenkt wurde. Unter dem 8. 3. 1659 erlangte er dio Aufnahme in den alt-rudolfinisclien Ilerrenstand Oe.'s o. d. E. Aus seiner Ehe mit Maria Catharina Gräfin von Losenstein kam der Sohn Pranz Carl, nachdem dieser seinem älteren Bruder Ferdinand Franz 1707 als Fürst succedirt hatte, nach dem Ableben des letzten Losenstein, Bruders seiner Mutter, in den Besitz der,Herrschaften Losenstein. Losensteinleuthen und Gschwendt in Oe. o. d. E., welche in der Folge auf des Fürsten Franz Carl Enkel, Carl Josef übergingen. Letzterer, welcher mit kaiserl. Diplom vom 21. 12. 1791 die reichsfürstliche Würde für sich und seine Descendeuz erblich erhielt, erwarb durch seine Gemalin Maria Josefa Rosalia, Tochter des letzten Fürsten von Trautson .die weiteren o. d. E.'schen Herrschaften Enns-egg, Köppacli, Roith und Grünburg. Von seinen Nachkommen ist gegenwärtig Fürst Carl Wilhelm (geb. 1. 5. 1814/ Inhaber der f. - c.-Herrschaftcn Losenstein, Losensteinleuthen nnd Wels, während die Tochter seines Gross-vaters-Bruders, Prinzessin Mathilde (geb. 31. 3. 1811) die vorgedachten, ehemalig Trautson'sclien Herrschaften im Vereine mit ihrer Schwester der Landgräfin Caroline v. Fürstenberg besitzt. Aus der Vollrad'sclien Hauptlinic wurde Graf Wolf-gang Augustin v. A. (geb. 1741) Herr der Herrschaften Neu- und Altschloss Purgstall, geh. Rath etc., 1790 Präsident der Landesregierung in Oe. o. d. E., und im Jahre 171)2 in den alt-rudolfinisclien Herrenstand daselbst aufgenommen. — Seine Descendenz ist mit dem Enkel, dem Grafen August (geb. 26. 6. 1812) wieder erloschen. I.H.-M.. H.. N.-S. krainschcr Adel, Gotlia'sche Ilofkal. und gräil. Taschenb.). BartcuHleiu (Taf. 6). Wappon: Geviert mit goldenem Herzschilde, in welchem ein gekr., schwarzer Adler. 1 und 4 in Blau ein oberhalber Mohr mit silberner Kopfbiude, in der Rechten eine goldene Schleuder mit darin liegendem Steine, in der linken eine Barte mit goldenem Stiele, Schneide auswärts, haltend. 2 und 3 in Schwarz ein silberner Sparren, begleitet von drei (2, 1) goldenen Rauten. — Drei gekr. Helme: 1 Zwischen offenem, rechts schwarzem, links blauem Fluge ein goldener, von einer natürlichen Schlange umwundener Pilgerstab, auf dessen Knauf eine silberne Taube, mit grünem Oelzweige im Schnabel, steht. Decken: blau-silbern. — 2. Der gekr., schwarze Adler. Decken: blau-silbern, schwarz-golden. — 3. Zwischen offenem, schwarzen, jo mit einer goldenen Raute belegten Fluge, auf der Helmkrone aufstehend eine gleiche Raute. Decken: scliwarz-golden. Bestätigung des alten Reichsadels 20. 2. 1620. Johann Christoph v. B. (geb. 1696 zu Strassburg im El-sass; ein Sohn des Dr. Phil, und Universitätsprofessors Johann Philipp v. B., trat in kaiserliclio Dienste und wurde 11. 10. 1719 in den Reichsritterstand erhoben. Am 3. 2. 1733 erlangte derselbe die Reichsfrciherrnwürde, 9. 4. 1735 die Aufnahme in den böhmischen, alten Ritterstand, 1737 jene unter die Breisgau'sche, freie Reichsritterschaft, wurde 21. 6. 1743 in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. und schliesslich 27. 2. 1744 in den alten Her-renstand Böhmens angenommen. Er starb am 6. 8. 1767 als wirkl. geh. Rath und Hof-Vicekanzler. — Von seinen Söhnen Josef Philipp, Franz, und Christoph war ersterer der Grossvater des Angust Freiherrn von Bartenstein (geb. 3. 8. 1814) Domherrn zu Olmütz, und infulirten Probstes des Collegiatkapitels zu Nikolsburg in Mähren, des Letzten seines Geschlechtes. (H.-M., N.-S. böhmischer Adel, freihcrrl. Taschenb.). Itarlli (Taf. 6). Wappen: (Gräfliches 25. 10. 1810). Geviert mit blauem Herzschilde, darin ein Manneskopf mit Silber-Haar und Bart. 1 und 4 abermals geviert; a und d in Gold ein blauer Löwe; b und c Roth ohne Bild. 2 u. 3 schräggeviert in Gold und Roth. — Droi gekrönte Helme: 1. Wachsender, blauer Löwe. Decken: blau-silbern. — 2. Zwischen offenem, rechts binnen,, links rothen Fluge, ein wachsender, rotli gekleideter Mann mit Silber-Haar und Bart, goldener Kopfbinde, das Kinn auf diu Rechte, die Linke in die Seite gestützt. Decken: blau-silbern, roth-golden. 3. In Gold und Roth schräg gevierter und mit einem Busch von grünem Schilfgras besteckter, hoher Hut. Seliildhulter: Zwei auswärts sehende, goldene Löwen, welche geschlossene Helme auf die Häupter gesetzt haben. Der Rechte trägt auf Blau u. Silber gewundenem Wulste einen Pfauenwedel zum Kloinod, Decken: blausilbern . und hält in der rechten Pranke ein gold-bordir-tes, blaues Banner mit dem Bild des Herzschildes. Der linke Löwe führt auf Roth u. Gold gewundenem Wulste zwei, Silber über Blau. Gold über Roth gethcilte Hörner, Decken: roth-golden, nnd hält ebenfalls ein gold-bordir-tes Banner. auf welchem das erste quadrirte Schildesfeld wiederholt ist. — Seit der Verleihung des Erbland Mund-schcnkenamtes von Oe. o. d. E. führen die Grafen v. B. in dem sonst unveränderten Schilde zwischen dem 3. nnd 4. Felde eingepfropft, eine eingebogene, blaue Spitze, darin eiu kaiserl. gekrönter, goldener Deckelbechor, nnd einen 4 Helm, als Zweiter gestellt. Kleinod desselben: Zwischen offenem, rechts in Gold nnd Schwarz gctheil-ten, links rothem, von zwei silbernen Pfählen durchzogenen Fluge, der Becher. Decken: schwarz - golden, rothsilbern. Diese altadelige Familie kam 1662, wie das historisch-genealogische Taschenbuch der gräfl. Häuser berichtet, in don Freihermstand. Adolf Michael v. B. erhielt d. d. 8. 12. 1802 die Bestätigung seines Reiclis-freiherrnstandes mit dem Prädikate „von Hattenheim," und wurde d. d. 25. 10. 1810 in den erbländischen Gra-fenstand erhoben. Sein Sohn Adolf Ludwig Graf B. v. B , k. k. Kämmerer und Regierungsrath in Oe. o. d. E., wurde daselbst am 15. 10. 1832 als Landesmitglied in den altrudolfluischen Herrenstand aufgenommen, und ist demselben unter dem 30. 12. 1811 das, seit dem Erlöschen der Grafen von Sinzendorf erledigte Oberst-Erb-land-Mundschenkenamt in Oe. o. d. E. von Kaiser Ferdinand I. verliehen worden. Vermalt mit Franziska Grälin von Seldera, sind seiner Ehe zwei Söhne entsprossen, von welchen auf dem Jüngeren, Carl Grafen B. v. B. (geb. 18. ö. 1812) nur noch allein der Stamm beruht. (K. k. A.-A., H.-M., gräfl. Taschenb.). Butihy&uy (Taf. 6). Wappen I: (Anfang des 17. Jahrli). Ein Pelikan in seinem Neste, die Jungen mit dem Herzblute nährend. Gekr. Helm: Drei Straussenfedern. — II. (freiherrlichcB 1628). In Blau auf dem Gipfel eines natürlichen Felsen ein, mit dem Herzblnte die Jungen nährender, silberner Pelikan in seinem Neste. Darunter vor dem Felsen, hinter grünem Dreiberge wachsend, ein goldener Löwe, ein Schwert mit goldenem Griffe im Rachen haltend. — Lanb-krone. Aus dieser wachsend ein gekr., goldener Greif, welcher ein silbernes Patriarchenkreuz vor Bich hält. — III. (fürstliches). In Blau auf dem Gipfel einer natür- OBER« iSTERREICHISCHER ADEL. lij liclien, ans dem Meere hervorragenden Felsenhöhle der Pelikan im Neste, wio vorhin. Darunter in der Höhle, aus dem Meere wachsend, der Löwe, welcher hier jedoch einen silbernen Tiirkcnsäbel, mit goldenem Griffe, im Rachen hält. Fünf (der dritte mit einem Fürstenhute > gekrönte Helme: 1. Eine goldene, mit einem grünen Zweige umwundene Säule. Decken: blau - golden. — 2. Der Löwe, mit dem Säbel im Radien, wachsend. Decken: blau-golden. — 3. Ohne Kleinod. Decken: blaugolden, blau-silbern. — 4. Der Pelikan mit seinen Jungen im Neste. Decken: blau-silbern. — 5. Lictorenbtindel. Decken: blau-silbern. — Schildhalter: Rechts ein Pegasus, an goldener Stange ein gold-bordirtes, goldenes Banner haltend, darin unter der Kaiserkrone die schwarze Initiale F. I. Links ein Pegasus mit gold-bordirtem, rothen Banner, darin unter der Kaiserkrone die goldenen Initialen: M. T. — Devise: Fidelitate et Fortitudiuc. — Fiirstenhut und Mantel. Ein dem Uradel Ungarns ange.liöriges Geschlecht, das ursprünglich den Namen Eiirs führte. Georg v. Eörs, im Jahre 1389 Castellan zu Gran erhielt von König Sigismund für seine gegen die Türken erfochtenen Siege das Gut Batthyiin in Nieder-Ungarn, nach welchem er sich seither nannte. Franz (geb. 1577) Erbherr zu Güssing (nemet-Ujviir) wurde 1590 in den Freiherrn-, 1(303 in den Grafen-, und 1630 in den Reichs-Grafeu-Staud erhoben. So sagt das liistor.-genealog. Taschenbuch der gräflichen Häuser. Ein Franz B. wurde am 28. 2. 1628 in den Freiherrnstand erhoben. Des erstgenannten Franz It. Enkel Panl und Christoph theilten das Haus in zwei Linien, von denen jene des Letzteren, die Jüngere Fürstliche, hier näher in Betracht kommt. Adam Graf v. B. (f 1703). Sohn des vorgenannten Christoph, vcrmälte sich mit Elennora Magdalena Ursula, Tochter des Theodor Althet Heinrich Freiherrn, später Grafen von Strattmann. dessen Sohn Gerhard Wilhelm Graf von Strattmann, geh. Rath, vormaliger Landeshauptmann des Herzogthums Breslau, als Letzter seines Geschlechts mit testamentarischer Anordnung vom 17. 3. 1726 die Herrschaften Pcuerbach, Bruck a. d. Aschach, Spattenbrunn, Stegen und Schmiding im Hausruck-Viertel zu einem Fidcikommiss bestimmte, mit der Verfügung, dass dasselbe an seine einzige Tochter Franziska Theresia, und nach derselben an die Söhne seiner Schwester Eleonora Gräfin v. Batthyänv übergehen, und der jeweilige Besitzer den Namen eines Grafen v. Strattmann führen solle. Franziska Theresia (geb. 1708) vennälte sich 1726 mit Carl Grafen v. B. (geb. 1697, f 1772), dem jüngeren Sohne ihrer vorgedachten Tante Eleonora, nachdem dessen erste Gemalin Maria Barbara Gräfin v. Waldstein 1725 gestorben war. Derselbe wurde im Vereine mit seinem Bruder Ludwig Ernst unter dem 22. 11. 1734 in den Herrenstand, 1. 9. 1745 in den alt-rudolfinischen Herren-Stand Oester.'s o. d. E. aufgenommen, und erhielt von Kaiser Franz I. am 3. 1. 1764 die Reichsfürsten-würde nach dem Rechte der Erstgeburt, nachdem schon vorher, im Jahre 1755. die kaiserliche Concession zur Namensvereinigung Batthyiiny Strattmann ihm und seinem Bruder Ludwig Ernst crtheilt worden war. Nach dem 1760 erfolgten Tode Franziska Thcrcsia's fielen die Stratt-mann'schen f.-c.-Herrschaften, den Bestimmungen des Stiftsbriefes gemäss, auf Letzteren, bei dessen Desccndenz dieselben verblicbon, bis Fürst Philipp (f unvermält 22. 7. 1870) im Jahre 1825 die Aufhebung der fideikommissa-rischen Eigenschaft der gräfl. Strattmann'sclien Herr scliaften in Oberostcrreich erwirkte, und dieselben auf die Fürstin Juliane von Montcnuovo, Tochler seines Bruders Johann Bapt. Grafen von Batthyiiny vererbte. (H.-M., Strnadt-Pcuerbach. Cserglicö'sche Siegel- und IV. 5. Wappensammlung, Gotha'sche Hofkalender, liistor.-geneal. Taschenb. d. gräfl. Häuser). Biuwrt (Taf. 6.) Wappen: Geviert mit silbernem Herzschilde. darin auf grünem Hügel an dreifachem grünen Stengel drei Sonnenblumen. 1 u. 4 in Silber fünf rothe Rauten nebeneinander. 2 u. 3 in Roth drei (2, 1) silberne Seeblätter. — Gekr. Helm: Schwarzer Adler, auf der Brost einen silbernen, mit den fünf rothen Rauten belegten Balken, dieser begleitet von 3 .2 auf den Flügeln, 1 auf dem Stoss) silbernen Seeblättern. Decken: roth-silbern. Maximilian Franz Baussart. geboren zu Nalinnes im Bisthum Lüttich, Kaiser Karl's VL Kammerdiener (Beamter in der kaiserl. Hofkammer; wurde noch unter Kaiser Leopold I. in geheimen Staatsangelegenheiten verwendet, in der Folge mit geheimen Commissionen au den chur-pfälzischen, französischen, aucli spanischen Mof gesendet, und für seine, boi diesen Anlässen bewiesene Verlässlich-keit und Gewandtheit von K. Carl VI. mit Diplom d. d. Laxeliburg 30. 5. 1721 in den Reichs- uud erbl. Ritterstand mit dem Prädikate „Edler von Sonnenfuld" erhoben. Maximilian Franz B. Edler v. S. wurde i achg>:hends kaiserl. Hofkainmerrath und vcrmälte sich mit Maria Christina von Winhaim, welcher Ehe ein Sohn, Thomas Carl (geb. zu Wien 22. 10. 1722) entsprang, der, im Jahre 1749 Gerichts-Secretair bei der Landeshauptuiann-schaft in Oester, o d. E.. am 12. 4. 1769 in den jungen Ritterstand dieses Landes aufgenommen wnrde. (K. k. A. A., R.-M., Akten im L-A.) Urwulicii (Taf. 6.) Wappen: In Blau eine silberne Lilie. — Devise:' Une seule me toucho — Diese Familie, nicht zu verwechseln mit dem aus Poitou in Frankreich stammenden, gleichnamigen Geschlechte, welches das Marquisat Marconnay inne hatte, soll in der Normandie angesessen gewesen sein, von wo sie sich nach Belgien wandte und dort auf historischem Boden, unweit Waterloo das Schloss Beaulieu erbaute, von welchem aus der Herzog von Marlborough nach dem siegreichen Tage von Ramillies, am 26. 5. 1706 die erste Auflorderung an die Stände von Brabant richtete, ihrem rechtmässigen Landesfürsten, dem nachmaligen Kaiser ('arl VI., die Huldigung zu leisten. Von da an haben auch die Beaulieu's dio geschworene Unterthanentrcue stets bewahrt, anch dann als 'die Niederlande dem Hause HaliBburg verloren gingen. — Im siebenjährigen Kriege dienten iünf Briider aus diesem Hause in der kaiserlichen Armee, von welchen drei auf dem Schlachtfelde blieben, einer 1772 als Oberst-lieutenant des 59. Inftr.-Rgts. zu Wels in Ob.-Ocsterreich an den Folgen seiner Wnnden starb, und der fünfte jener l'eter Baron von Beaulieu geb. 26. 10. 1725 zu Beaulieu. ■f 22. 11. 1819) war. welcher bis zum Range eines Feldzeugmeisters emporstieg, für seine Thaten im siebenjährigen Kriege am 23. 1. 1763 das Ritterkreuz, für den am 19. 12. 1789 erfochtenen Sieg bei Nassogne in den Niederlanden das Comthurkreuz, uud fü- seinen am 30.4.1792 bei Onterrein gegen Bender errungenen Sieg das Gross-kreuz des Maria-Thcresia-Ordens erhielt. Als sein Sohn Franz Josef 179<'> an den Folgen seiner Wunden gestorben war. die er zwei Tage vorher im Walde von Vaillet bei Bayonvillc erhalten hatte, als er auf Befehl seines Vaters eine französische Batterie erstürmte, sprach Kaiser Leopold II. in seinem Beileidsschreiben an Letzteren die Willensmeinung aus, dass mit dem Tode des Stammhalters der Name Beanlieu auf des l'eter Br. B. zukünftigen Tochtermann übergehen solle. Demgemäss wurde die bezügliche Namens- und Wappen-Vereinigung, als sich Peters einzige Tochter Ludovica 4 14 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Isabella mit Gustav Adolf Baron v. Maelcainp (Malcampo) vermalt hatte, unter dem 17. 4. 1841 dem Sohne des Letzteren, Freiherrn Peter Gustav bewilligt. Feldzeugmeister Peter Baron B. soll bald nach seiner Erlangung des Maria-Theresien-Ritterkreuzes statutengemäß die Freiherrnwörde bekommen haben, bei welcher Gelegenheit dem Wappen die Devise „Vultum virtute" beigefügt wurde. Er kaufte, nachdem die väterlichen Herrschaften Latliay mit dem Schlosse Beaulieu, Pietrebais, Resoe etc. bei dem Wechsel der Herrschaft in den Niederlanden unwiederbringlich verloren gegangen waren, im Jahre 1801 das bei Linz gelegene, landtäiliclie Gut Harrass (genannt Bergschlössl) und beschloss auch daselbst seine Tage, worauf letztgenannter Besitz auf seinen Enkel Feter Freyherrn v. Maelcamp-Beaulieu überging. (Landtafel, Frhrl. Taschenb) Bereitem tauch Bercliem-Haimhausen und Berchem-Königsfeld) (.Taf. 6. 7). Wappen: I- In Roth, ober grünem Boden, ein gc-flutheter, silbe aer S chrägereciits-Balken, beiderseits begleitet von je einem sclirägerechts gestellten, grünen Seeblatto. — Gekrönter Helm: Geschlossener rother Flug, durchzogen von dem Schrägerechts-Balken, der von den beiden Seeblättern begleitet ist. — Decken: roth-silbern. — Ü i freiheitliches 163:3) Geviert 1 u. 4 Bereitem. 2 u. 3 in Blau auf grünem Boden eine silberne, rothbedachte Burg mit Zinnentharm, schwarzen Fenstern und goldenem Thor. — Zwei gekrönte Helme: 1. Geschlossener blauer Flug, belegt mit dein Bilde des 2. Feldes. Decken: blau-silbern. — 2. Bereitem Decken: roth-silbern. — III. Ber-cliem-Königsfeld) Geviert mit goldenem Her/.schilde, darin ein schwarzer Doppeladler mit der Reichskrone. 1. Bereitem. 2 in Silber der golden gekleidete Rumpf eines bärtigen Mannes, mit silbernem Kragen, eine königliche Spangenkrone auf dem Haupte. 3 wie 3 bei Wappen II. 4 in Roth die Figur des 2. Feldes, doch mit offener Zackenkrone. — Drei gekr. Helme: 1- Das Bild des 2. Feldes. Decken: roth-golden. — 2. Der Doppeladler mit der Reichskrone. Decken: roth-golden, roth-silbern. — 3. Das Bild des 4. Feldes. Decken: roth-silbern. — IV. (Gräfliches. 1772). Wie das freiherrliche Wappen vom Jaltre 1683. Die Helme sind um einen dritten vermehrt, der. als Mittlerer, einen wachsenden schwarz, en Adler zum Kleinod trägt. Decken durcligehends: roth-silbern. — V. >,Be.rchem-Haimhausen) Geviert mit gespaltenem Ilerz-scliilde, darin vorne das 2 Feld des Wappen II, hinten Bereitem. 1 u. 4 in Silber auf griiem Dreiberge ein gekr., schwarzer Adler. 2 n. 3 in Roth auf grünem Boden ein hohes, rothbedachtes, silbernes Hans mit schwarzem Thor und schwarzen Fenstern. — Drei gekr. Helme: 1. Wachsend, ein rotli gekleideter, golden nmgiirteter Jüngling, mit golden-roth-silbern gewundener Kopfbinde, in der Rechten ein .Schwert emporhaltend. Decken: roth-silbern. — 2. Ein wachsender, schwarzer Adler. Decken: roth-silbern, blau silbern. — 3. Zwischen geschlossenem, blauen Fluge ein wachsendes, silbernes Einhorn. — Decken: blau-silbern. — Die Bereborn zählen seit dem Jahre 1350 zu den schöffenbaren Geschlechtern Kölns. Balthasar v. B. (f 1636), mandcrscheid'sclier Landschultheiss zu Zuckmantl, ein directer Nachkomme des Cornelius B., welcher im Jahre 1495 als Zunftmeister der Kölner Goldschmiede erscheint, vermalte sich 15. 7. 1625 mit Katharina, Tochter des Grafen Salentin von Manderscheid, die ihm auf dem Auffen- später Berchemhofc 1632 oinen Sohn, Anton, näheren Stammvater der gegenwärtig blühenden Bcrchem'-schen Linien gebar. Anton studirto zu Köln, wnrde Notar, welches Amt er auch dann noch ausübte, als er schon in den Staatsdienst übergetreten war, 1669 churfürstlich bayrischer Rath. 1. 1. 1675 goh. Rath, und durch den Churfiirsten Ferdinand Maria am 20. 3. 1677 dem alten Adel Bayerns incorporirt. Wiederholt zu auswärtigen Geschäften verwendet, spielte er bei den Verhandlungen mit dem Hofe zu Wien eine bedeutende Bolle, erhielt durch Kaiser Leopold I. am 25. 1. 1683, einen Tag vor dem Abschlüsse der österreichisch-bayrischen Allianz den böhmischen Freiherrnstand, und war am 12. April desselben Jahres Mitunterzeichner des Heirathsvertrages, welcher der Hochzeit des Churfiirsten Max Emanuel mit der Erzherzogin Maria Antonia voranging. Am 27. 8. 1687 erlangte er die Aufnahme in den o. d. E.'sehen Herrenstaud. Anton war seit 26 11. 1658 mit Theresia, Tochter des Johannes Schalk von Schwiftingcn, Mauthners zu Ingolstadt, vcrinält und starb am 25. 4. 1700. — Das Grundkapital zn seinen zahlreichen Gütern bildete der Berchemhof (bis 1732 Eigenthum der Familie), aus welchem er wie aus seinen übrigen Besitzungen in Bayern, drei Fideikommisse für seine Söhne, Anton, Johann Balthasar und .losef Cajctan, für Letzteren jenes zu Nieder-traubling, errichtete. — Antons Enkel, .Maximilian Freiherr v. B, — wohl ein jüngerer Sohn Josef Cajetans, — churfürstl. bayr. Kammerpräsident, dann Conferenz-Mini-ster, wurde von Kaiser Josef II. d. d. 4. 1. 1772 in den Reiclisgrafetistand erhoben, in welchem die Hauptlinie zu Piesing blüht, während die ältere zu Niedertraubling, — wie ich meine, von einem älteren Soltno Josef Cajetans ausgehend, — im Freihcrrenstande verblieben ist. Ans dieser Letzteren erhielt Freiherr Eduard v. B. (geb. 9. 8. 1809) die Erlaubniss Namen und Wappen seiner Mutter Anna, geb. Grälin von Königsfeld, der Letzten ihres Geschlechts, mit dem seinen zu vereinigen. — Von der jüngeren Haupt-Linie wurdo dem Grafen Cajetan v. B. geb. 31. 5. 1795, f 14.7. 1863; mit Allerhöchster Genehmigung Kaisers Franz I. d. d. 28. 6.1819, und Diplom vom 15. 10. 1848 die Bewilligung zur Namens- und Wappenvereinigung mit Haimhausen ertheilt, dies auf letztwilligen Wunsch seiner Grossinutter Johanna Gräfin von Fugger-Zinneberg, geb. Gräfin von Haimhausen, als solchen, der Letzten ihres Stammes, welche ihm ihre Herrschaft Kuttenplan in Böhmen vererbt hatte. Des Grafen Cajctan Bruder, Caspar Carl Graf von B., k. bayr. Kämmerer nnd Major, war von 1829-1839 Eigenthüincr des Sitzes Hörring im Innviertl. (K. k. A.-A., Vortrag des Vorstandes des historischen Vereines für Oberbayern, vom 3. 2. 1885, H.-M., N. S. bayr. Grafen, freiherrl. Taschenb.) Berchtold (Taf. 7.) W appen: I. In Blau ein goldener Löwe in der rechten Vorderpranko ein Schwert zum Streiche, in der linken einen silbernen Nabelschild haltend. — Gekr. Hehn: Der Löwe, mit Schwert und Schild, wachsend. — Decken blau-golden. — II. (Gräfliches) Geviert l. u. 4 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 u. 3 in Roth eine schwarze, mit dem Berchtold'schen Löwen belegte Spitze und zwei silberne Sclirägerechts-, zwei silberne Schräge-links-Balken. — Zwei gekr. Helme: 1. Ein gekr. schwarzer Adler. Decken: schwarz-golden. —2. Der Berclitold'-sche Löwe, stehend auf der Hclmkrone. Decken : schwarz- folden, roth-silbern. 3. Geschlossener, rother Flug, urchzogen von zwei silbernen Schrägerechts-Balken. Decken: rotli silbern. — Aus diesem alten tyrolcr Gcschlcchto. welches d. d. Prag 5. 1. 1616 in den rittermässigen Reichsadel kam, wurde Jakob v. B. auf Ungarschütz. Fräding, Pnlliz, Badim und Pottendorf am 9. 4. 1630 in den alten Rittcr-stand des Lnndcs o. d. E. aufgenommen, und derselbe als n. ö. Regierungsrath und Director der kaiserl. Hofkamincr OßEBÜSTEBBEICHISCHEB ADEL. 15 am 25. 4. 1633 in den erbländisclien, am 4. Mai desselben Jahres in den Beichs-Freiherrnstand erhoben. Seine Söhne Franz Benedikt, Mathias Ernst und Jakob Philipp, aus der zweiten Ehe mit Maria Magdalena Snsanna. geb. von Hegenmüller, erhielten s. d. 2'J. 7. 1673 den Reichsgra-fenstand, und pflanzten die letzteren Zwei das Geschlecht in den noch gegenwärtig blühenden, nach ihnen benannten beiden Linien, fort. Um die Aufnahme in den Herrenstand Oester.'s o, d. E. wurde seinerzeit nicht nachgesucht. (R.-M., gräfl. Taschenb.) Hluuienthal (Schreyer von) (Taf. 7). Wappen: I. (1680) In Silber und Rotli mit Zinnen getheilt. Oben ein gekr., schwarzcr Doppeladler. Unten ohne Bild. — Gekr. Helm: Der gekr., schwarze Doppeladler zwischen zwei Fahnen, deren Tuch von Silber und Roth getheilt und auf der Tlieilnngslinie mit einer goldenen Krone belegt ist. — Docken: roth-silbern. — II. (1719) Geviert mit Hcrzschild, darin das Stammwappen. 1 u. 4 in Silber drei oben, je mit einem goldenen Sterne besetzte, schwarze Rauten nebeneinander. 2 gespalten; vorne in Blau ein gekr. silberner Löwe; hinten in Roth nnd Silber dreimal gespalten. 3 wie 2 doch mit verwechselten Spalthälften. (Nach dem N. S. f bayr. Geschlechter ist das 2. Feld vorne in Silber und Roth dreimal gespalten, hinten der Löwe. 3 wie 2 mit gewechselten Spalthälften). — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-silbern. - 2. Wachsend ein gekrönter, silberner Löwe, eine der Rauten mit Stern in den Vorderpranken haltend. Decken: roth-silbern. — III. (Freiherr-liches 1728) Geviert mit Herzschild. Dieser in Gold nnd Silber mit Zinnen getheilt, oben ein gekr., schwarzer Doppeladler. 1 u. 4 in Blau pfahlweise drei silberne, oben je mit einem goldenen Sterne besetzto Lanzen. 2 n. 3 gespalten; vorne in Blau und Gold dreimal gespalten; hinten in Roth „zwischen Blumen" (I) ein gekrönter, goldener Löwe. — Drei gekr. Helme: 1. Ovaler, golden eingefasster, rother Schild, darin der gekr. goldene Löwe, zwischen den Blumen. Decken: blau-silbern. — 2. Stammkleinod. Decken: blan-silbern, schwarz-golden. — 3. Zwei in Roth nnd Gold gcthciltc Hörner, dazwischen eine der Lanzen mit Stern, innerhalb zweier Pfauenfedern. Decken: schwarz golden. Die Schreyer, angesessen in der Oberpfalz, dem Bay-reutli'schen und im Egerlande kommen urkundlich seit dem Beginne des 16. Jahrhunderts, meist als Eisenindustrielle vor. Matthäus Sch. und seines verstorbenen Bruders Wolfgang hinterlassen^ Leibeserben erhielten von Kaiser Rudolf einen Wappenbrief d. d. Prag 28. 5.1591. Jakob Sch. v. Grimberg heiratete 1672 eine Sclireyerin v. Witzlasreuth und erhielt d. d. Linz 23. 10. 1680 von Kaiser Leopold I. einen Adelsbrief als: Schreyer von Blu-mentlial und Grünberg. Johann Matthäus Sch. v. Bl. auf Witzlasreuth erschien wegen des letzteren Besitzes 1707 auf dem Landtage zu Amberg persönlich. Johann Sch. gab gleichzeitig wegen Fuchsendorf und Licnlas, Georg Adam Sch. wegen Holl und Heyd Vollmacht, während sich Conrad Sch. v. Bl. wegen Gannies nicht erklärte. Wolf Wilhelm Rudolf Sch. v. Bl. erhielt 24. 4. 1719 den churbayrischen Ritterstand und Johann Conrad Sch. v. BL, Herr zu Grünberg nnd Gannies in der Oberpfalz wurde d. d. Wien, 20. 9. 1709 in den erbländischen Ritterstand mit dem Wappen vom Jahre 1680 erhoben. Sein Sohn Wolf Wilhelm Andreas, der Rom. Kais. Maj. Hofrath und geh. Referent bei der n. ö. geh. Hofkanzlei (+ 1732) kaufte von den Freiherr v. Wöbcr'schen Erben das Scliloss Hagenberg im Machlande nnd wurde darauf am 30. 4. 1719 im jungen Ritterstande Oester.'s o. d. E. immatricalirt. S. d. 10. 12. 1728 erhob ihn, wie seine Brüder Johann Andreas und Georg Michael Christoph, Kaiser Carl VI. in den Reichsfreiherrnstand. Wolf Wilhelm Andreas (Schreyer) Frhr. v. Blumenthal nnd Grünberg war in erster Ehe mit Regina von Wöber. in zweiter mit Elisabeth von Thalmann vermält. Franz Josef, Ignaz Mariophilus und Christoph Wilhelm, seine Söhne erster Ehe. starben theils jung, tlieils ledig. Josef (geb. 1729) der einzige Sohn zweiter Ehe, k. k. Truchsess und Landrechtsbeisitzer, blieb ebenfalls nnvermält nnd beschloss am 9. 6. 1785 zu Brunn am Gebirge als Letzter 'seine Familie. (Kgl. bayr. Rcichsheroldcnamt, R.-M., H.; N. S. f bayr. Geschlechter). Ilockt-ti-uck (Pocksruck) (Taf. 7.) Wappen: Ein Steinbock. Zu Pocksruck, Pfarre St. Peter im Mühlviertel war vom 12. bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts ein Geschlecht angesessen, das sich nach seiner Heimstätte nannte, obiges Wappen führte und zu den Passau'sclien Dienstmannen zählte Eberhard de PokkisruLkc ist um das Jahr 1108 Zeuge in einem Schenkbriefe des Grafen Dietrich von Formbach an das liochstift Passau Her-mannus de bocchcsrucke schenkte um 1150 und 1160 einen Hof dem Klostor Baumgartenberg. Am 6. 7. 1209 bezeugen zu Gramastcttcn einen Tausch zwischen zwei Passau'sclien Domherrn: Hccclo de bochesrnkke et fllii sui hainricus et dyetmarns. Heinricus de Pochsrukk tritt 1213 zu Kremsmünster, Wemhardus et Irnlridus de I'oges-ruke treten 1231 zu Velden auf. Weiters erscheinen urkundlich Siboto 12üü, Ulrich 1290. In Pergamenten des Stiftes Schlägt finden sich Wcrnhart von Poksrvkk 1289, Ot vnd vlrich von poxruck 1294. Seibot der Puxrucker 1009, Seibot und seine Hausfrau Margarcth. 1387. In letzterem Jahrhunderte dürfte das Geschlecht das Schenkenamt von Passau inne gehabt haben. 1306 kommt liainrich der schcnch in einer Schlägler Urkunde vor. Sein Siegel zeigt die Legende: S. heinrici de pochsrvke. Derselbe erscheint noch 1311. Wcrnhart und Philipp die Schenken treten 1331 und 1335, Weruhart nochmals 1344, Philipp zuletzt 1338 auf. (Strnadt-Velden). Hohn, Freiherrn (Taf. 7). Wappen (freiherrliches): Geviert mit einem von Silber und Gold gespaltenen Herzschilde, darin vorne auf grünem Hügel ein Kafleebaumzweig mit 6 Bohnen und 7 Blättern (!) hinten ein geschlossener, schwarzer Flug. 1 u. 4 in Blau ein goldener Sparren, begleitet von drei (2, 1) goldenen Sternen. 2 u. 3 in Silber auf grünem Boden ein gekrönter, rother Löwe, in den Vorderpranken ein Grabscheit abwärts haltend, und eine der Hinterpranken anf dieses gestellt. — Drei gekr. Helme: 1. Der Scliildcslöwe wachsend. Decken: blau-golden. — 2. Zwischen offenem, schwarzen Fluge der Kafleebaunuweig. Decken: schwarz-golden. — 3. Vier, abwechselnd roth und silberne Straussenfedern. Decken: roth-silbern. — Aus dieser Familie, über deren Herkommen und ursprüngliche Nobilitirnng nichts in Erfahrung gebracht werden konnte, wurden mit Diplom der Kaiserin Maria Theresia, d. d. Wien 1. 4. 1780 Franz von Bolin,-Unterlieutenant iin Fabris'schen, und Wilhelm von Bohn, Untcr-lieutenant im Stein'schen Infanterie-Rcgimente in Anbetracht der vorzüglichen Verdienste ihres verstorbenen Vaters, des General-Feldzeugmeistcrs und Pro-Directors des Geniewesens Paul Wilhelm von Bohn in den erbländischen Ficihcrrnstand erhoben. Im Jahre 1828 kauften Wilhelm Freiherr v. Bohn 16 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. nnd dessen Gemalin Theresia, gcborne?, das landtiiiliche Gut Grienan im Machlande, welches jedoch 1834 wieder in andere Hände überging. — (K. k. A.-A., Landtafel}. Botan (Taf. 7). Wappen: Blau, durch ein schmales, goldenes Kreuz geviertet. 1 n. 4 ein goldener Stern. 2 ein goldener Löwe. 3 ein gesenkter, natürlicher Anker. — Gekr. Helm: drei Straussenfedern, blau-silbern-blau. — Ducken: blau-silburn. — Dem grfl. Tattcnbach'schen, dann grfl. Arco'schen Güteradministrator Heinrich Josef Bohn wurde mit Diplom vom 21. 3. 1835 von König Ludwig I. v. Bayern der erbliche Adelstand verliehen, und derselbe bei der Adelsklasse des Königreichs Bayern am 8. 4. desselben Jahre3 eingetragen. Heinrich Josef Bohn hatte schon vorher, im Jahre 1831 die Hofmark Mamling und den Freisitz Erb, beides im Innviertl, erworben, welche Besitzungen 1835 auf dessen Sohn Heinrich Lothar v. B., und 1861 auf des Letzteren Kinder, drei Töchter, und zwei Söhne, Heinrich und Oskar übergingen. Von diesen erhielt Heinrich Edler v. B.. k. k. Hauptmann mit A. H. Entschliessnng vom 9. 8.1877, nachdem er die österreichische Staatsbürgerschaft erworben, eino Bestätigung seines ausländischen Adels als eines österreichischen. Das Wappen blieb bei dieser Gelegenheit anverändert. Mamling und Erb sind 1852 verkauft worden. (K. k. A.-A., Landtafel). Bouaeiua (Taf. 7). Das, die höchsten Anforderungen an einen Landschaftsmaler stellende Wappen lautet folgender Massen: Getheilt. Oben gespalten; vorne in Gold ein schwarzer Doppeladler: hinten in Roth drei silberne Schrägelinks-Balken. Unten ein von einem Flusse durchzogenes Thal; rechts eine grün bewachsene Anhöhe mit Tannenbäumen, links öder Felsen; aus dem Flusse trinkt eine weisse Gaiss, die von der rechten Anhöhe herabgekommen ist; im Hintergründe blauer Himmel. - Zwei gekr. Helme: 1. Der Doppeladler. Decken: schwarzgolden. — 2. Zwischen geschlossenem, schwarzen Fluge, die weisse liaiss wachsend. Decken: roth-silbern. — Martin Bonacina wurde von Kaiser Rudolf II. d. d. 2 5. 1605 in den Adelstand erhoben. Martin B. (des vorigen Sohn oder Enkel) erhielt d. d. 30. 6. 1620 ad personam die Würde eines eques auratus und das Pala-tinat. Dem k. k. Kämmerer Hieronymus B. wurde am 17. 7. 1624 das von ihm angekaufte Gut Dobromcliz bei Prossnitz in Mähren eingeantwortet, und ihm und aller seiner Descendcnz der seinem väterlichen Grossvatcr Martin B. von K. Rudolf II. verliehene Adel am 17. 7. 1626 bestätigt. Wissgrill sagt irrig, die Brüder Hieronymus, Anton nnd Martin B., Söhne des .Markus B., Geldwechslers in Wien, wären d. d. 6. 1. 1626 in den Reichsritterstand erhoben worden. Wohl aber ist von letzterem Datum eine A. H. Resolution vorhanden, mit welcher Hieronymus B. in den jungen Uitterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen wurde. Ebenso ist von einer Erhebung des Letzteren in den Freiherrn-, dann in den Grafenstand nichts bekannt nnd dürfte Anlass zu der bezüglichen Behauptung Wiss-grill's die irrt heimliche Eintragung des Hieronymus als Graf v. B. in einen Extract der n.-ö. Gülteinlage vom Jahre 1653 gegeben haben. — Nach diesem Extracte war Hieronymus v. B. in Ictztgedachtcm Jahre todt und Eber-gassing in N.-Oe., das er besessen hatte, wieder verkauft. — Er soll zwei Söhne, Anton und Carl gehabt haben, über welche und deren etwaige weitere Descendenz jedoch nichts bekannt ist. (K. k. A. A., R.-M., Akten im L.-A., W.) Brailleiilirnckcr (Taf. 8). Wappen: Einmal gespalten, zweimal getheilt. Am 9. 1. 1368 stellte Friedrich der Chamrer dio Morgengabe seiner Hausfrau Anna, Wolfhart des Braitten-prucker Tochter, sicher. Heinrich der Br. zu Braittcn-pruck, welcher 1426 einen Kaufbrief der Elisabeth Gänss-lin und 1427 eine Urkunde Christian des Schocken fertigte, hatte einen Sohn Jörg, vermält mit Barbara Ridlerin. Letzterer verschrieb seiner Hausfrau verschiedene Lehensgüter und Unterthanen als Heiratsgut und hatte darüber 1441 von Georg von Lichtenstein zu Nicolsburg den lehcns-herrlichen l'onsens erhalten. Er erscheint noch 1463 als Zeuge in einer Verkaufsurkunde Hanns Rottcnbachcrs, seines Schwagers und starb als der Letzte seines Geschlechtes. Um das Jahr 1470, — nach H. II. S. 595 aber schon 1441, — gedieh Braittenpruck an die Herrn von Hoheneck. (H.) Breuuer (Taf. 8). Wappen: I. In Silber ein von Schwarz und Gold in zwei Reihen geschachter Pfahl von zehn Plätzen. — Kleinod: Geschlossener, silberner Flug mit dem Pfahl.— Decken: schwarz golden. - II. (freiherrliches 1550 und gräfliches Wappen der steiriseben Linie; Geviert mit silbernem Herzschildc, darin ein aufspringendes, schwarzes Ross. 1 n. 4 Stammwappen. 2 u. 3 in Gold ein natürlicher Biber. — Zwei gekr Helme: 1. Stammkleinod. — 2. Der Biber, auf der Helmkrone sitzend. Decken beider Helme: schwarz-golden. (Das schwarze Ross wird einer Tradition nach zum Andenken an dio Schlacht bei Nico-polis geführt, in welcher ein Brenner dein Kaiser Sigismund durch Ueberlassung seines Pferdes das Leben rettete. So sagt auch das Rcichsgrafcndiplom vom Jahre 1693. Statt des Rosses, immer aber irrthümlich, kommt im Herzscliildo mitunter anch ein schwarzer Bracke, oder ganz fehlerhaft in Roth ein silberner Adler vor.) — III. iGriif-liches 1693) Geviert und gegengeviert mit dem Stammwappen im gekr. Herzschild. 1 in fiold ein natürlicher Biber. 2 in Silber das schwarze Ross, roth gezänmt. 3 in Schwarz nnd Roth schrägcrechts getheilt, auf der Theilungslinie drei silberne Ballen (Eitzing). 4 in Silber ein schwarzer Flügel. 5 in Blau ein niederer, rotlicr Hut, darüber waagrecht ein natürlicher Fisch (Eitzing). I! in Roth zwei geschrägte, goldene Scepter. 7 in Gold schrägercclits ein abgehauener Eichenast mit drei Blättern. 8. in Silber eine Krone, aus dieser wachsend Kopf und Hals eines natürlichen, gekrönten Löwen. - Vier gekrönte Helme, zwischen dem 2. u. 3. der österreichiche Bindcn-schild mit dem Erzherzogshut, umgeben von der Kette des Goldenen Vliesses. auf dem Balken ein goldenes L. — 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. — 2. Der Biber. Decken: schwarz-golden. — 3. Das roth gezäumte, schwarze Ross, wachsend. Decken: roth-silbern. — 4. Geschlossener, rother Flug, belegt mit den geschrlgten Sceptern. Decken: rotb-Bilborn. — Schildhalter: rechts; auf einem verendeten, grünen Drachen stehend ein Engel in silbernem Gewände, mit der Rcchten an goldenem Schafte eine blaue Fahne haltend, darin ein von einer sich in den Schwanz beissonden, grünen Schlange umgebenes silbernen Feld, belegt mit einem rotlien Patriarchenkreuzo; links: anf einem verendeten, natürlichen Löwen stehend ein geharnischter Ritter mit roth-silbernem Fedorbusche, in der Linken an goldenem Schafte eine, wie der Schild von Oesterreich bezeichnete Fahne haltend; daselbst im Balken OBERi'iSTERREICHISCHER ADEL. IT das goldene L. (Durch Irrtbum des Wappenmalers erscheint im Diplom da? Feld mit dem Rosse blau statt silbern, der Klug des Stammkleinodes und des 4. Helmes schwarz statt silbern, bezüglich roth). — IV. (ieviert und gegen-geviert mit Hcrzschild, darin das Stammwappen 1 in Silber das roth gezäumte, schwarze Ross. 2 in Schwarz und Roth gesualten. auf der Spaltungslinie drei silberne Ballen (fälschliche Darstellung von Eitzing). 3 in Gold der natürliche Biber. 4 in Silber ein schwarzer Flügel. 5 in Blau der rotho Hut, darüber der natürliche Fisch (Eitzing;. 6 in Roth die geschrägten Scepter. 7 in Gold schrägelinks der abgehauene, belaubte Eichenast. 8 in Silber die Krone mit Kopf und H:ils des natürlichen, gekr. Löwen. — Helme, Decken, der österr. Bindenschild mit Erzherzogshut und Vliess wie vorhin beim Wappen III. — Schildhalter ebenfalls wie in der vorigen Darstellung, nur ist in der Fahne des Engels die Schlange gekrönt, das Patriarchenkreuz silbern im rothen Feldo. Die Fahne des Ritters ist silbern, belegt mit dem Schilde von Oesterreich. — Vorstehendes Wappen basirt sich auf kein Diplom, findet sich jedoch wiederholt in Brenner'-schen Ahnenproben und Siegeln. — Im S. Felde erscheint häufig statt des Löwenhauptes Kopf und Hals eines Wolfes.— V (Reichsfürstliches 1776 Rück- und Herzschild übereinstimmend mit dem Wappen Ii. Keine Helme. — Fürstenhut und Mantel Ans diesem uralten und vornehmen Geschlechtc kamen Conrad und Andreas Preuner (Preiner) vom Rheine nm das Jahr 1385 nach der Steiermark, von wo sich des Andreas Nachkommenschaft weiter in Oesterreich verbreitete. Andreas war H00 der Herzoge Wilhelm nnd Ernst zu Oesterreich Hauptmann zu Judenburg, sein gleichnamiger Enkel Kaiser Friedrichs Pfleger zu Giisting uud als solcher 1476 Zeuge in Kloster Rein'sclicn Urkunden. Johann Preuner, 1467 landcsfiirstl. Pfleger zu Pfannberg, 1479 Besitzer des Schlosses und der Herrschaft Berchtoldstciu in der Steiermark. hatte in erster Ehe Veronika von Fladnitz zur Gcmalin, welche ihm einen Theil der Fladnitz'sehen Güter einbrachte, — in zweiter Ehe Agnes die Närringerin. die ihm den Sohn Friedrich, nachherigcn Herrn zu Stiibing und näheren Stammvater des Geschlechtes gebar. Des Letzteren Söhne Philipp und Christoph theilten das Haus in zwei Hauptlinicn, die österreichische und die steiermäTkische. Philipp (f 4. 1556) zog um das Jahr 1535 nach Oesterreich, wurde n. ö. Regierungs- dann Hofkammer-rath, ferner 1552 Hofkammer|iräsident und geh. Rath. Schon vorher, nämlich 12. 4. 1550 erlangte er mit seines Bruders Christoph Söhnen den Freiherrnstand mit dem Titel Freiherr zu Stübing, Fladnitz und Rabenstein, und hatte die Herrschaft Scliwadorf, Herrschaft und Stadt Wcitra, und Staatz in N.-Oe. pfandweise inne Die aus der Ehe seines Sohnes Seyfried if 27. 6. 1594) mit Elisabeth Freiin von Eitzing entsprossenen Söhne Seyfried Christoph und Johann Bapt. verzweigten diese Hauptlinic neuerdings in zwei Unterlinien. Der Stifter der älteren. Heyfried Christopf (geb. 1569, t Hi51) erhielt nach dem Tode Philipp Christoph's, letzten Froihcrrns v. Eitzing, das Oberst-Erblandkämmereramt in Oesterreich unter d. Enus nebst allen Zugehörungen, darunter Dorf und Landgericht Pottendorf in N. Oester., verschiedene Unterthancn zu Ampfelwanch im Hausruckviertel, ferner das 1782 wieder aufgehobene Erbapielgrafen-Amt. — Unter dem 7. 8. 1621 erhob der Kaiser die von Seyfricd Christoph zu einem Fidcikommiss bestimmte Herrschaft Asparn an der Zaya zu einer Titnlargrafschaft und diesen selbst am 7. (17Vi 8. 1620 und laut Diplom vom 25. 4. 1624 in den Reichsgrafenstand. Heyfried Leonhard v. Br. Graf zu Asparn, Herr zu Staats, Ulrichskirchen, etc. (geb. 1589 f 1666). des Vorigen Sohn, erhielt voxi X. Leopold I. 18. ö, 1659 das grosse Palat-inat. IV. 5. Seine Linie erlosch 1716 mit Ferdinand Ernst, worauf die beiden Erbämter und die Majoratsherrschaften au die jüngere von Johann Bapt. geb. 1570 v li>32) ausgehende Unterlinic, die nun noch allein blüht, und zwar auf des Letzteren Enkel, Philipp Ignaz (geb. 30. 7.1653, f 1722) übergingen Letzterer gelangte am 8. 10. 1693 in den Reichsgrafenstand. Durch seine Söhne Franz Anton (geb. 12. 6. 1698, f 23. 6. 1757 , und Johann Philipp Ignaz Christoph (geb. 30. 7. 1700, t 9. 2 1772) theilte sich diese Unterlinie abermals, in den Zweig zu Asparn und in jenen zu Xussdorf. Franz Anton war zweimal vermält, 1. mit Theresia Gräfin Bcrenyi. 2 mit Maria Fransiska Josefa, Tochter des Johann Josef Grafen von Rotthal und der Maria Antonia geb. Gräfin von Euckevoirt, Frau der Herrschaften Grafenegg und Neuaigeu, welch' Letztere auf Franz Antun übergingen, und dem gril. Breuuer'schen Majorate als Fideikomiuiss einverleibt wurden. Der Inhaber desselben führt mit A. H. Bewilligung vom 11. Mai 1771 den vereinigten Namen Graf v. Brenner-Enckevoirt. Der Zweig zu Asparn steht gegenwärtig nur noch auf zwei Augen, der Zweig zu Nussdorf, Franzhausen und Reicherstorf aber ist am 1. 6. 1808 mit dem Grafen Emcrich wieder erloschen. Aub der steiermärkischen, von Christoph v. Br. ausgehenden und mit dessen Söhnen Caspar und Balthasar gefreiten Linie, erlangten des Letzteren Urenkel, die Brüder Carl Gottfried [geb. 1619. f 23. 7. 1675) und Ferdinand Ernst am 10. Mai 16(>6 den Reichsgrafeustaud. Carl Gottfried, welcher aus seinen ansehnlichen Herrschaften in der Steiermark ein Familien - Fideikommiss errichtete, vermiilte sich in erster Ehe mit Maria Anna, Tochter Leonhard Helfried Grafens von Meggau und Caspar Grafen v. Starhemberg's Wittwe, welcher bei der Erbtheilung nacli ihrem Vater (-j- 1644) die Grafschaft Kreuzen im Machlande zufiel, worauf Carl Gottfried, damals noch Freiherr v. Br. am 8. 3. 1659 die Aufnahme in den o. d. E."sehen Herrenstand erhielt Seine erste Ehe, wie die zweite mit Maria Magdalena Freiin von Gaissruck blieben kinderlos. Kreuzen ging nach seinem Tode an Sigmund Ludwig Grafen von Dietrichstcin, seinen Schwager über. Aus der Desccndenz des obengenannten Ferdinand Ernst Grafen v. Br. wurde dessen Urenkel l-'ranz Xaver Ludwig (geb. 16 5 1723, f 1. 3. 1797) Fürstbischof v. Lavant. nach seiner Resignation Domherr zu Salzburg. Passau und Augsburg, schliesslich Fürstbischof von Chiemsee, Maria Theresia's aufrichtiger Freund nnd fast täglicher Gast in Wien, von derselben am 14. 12. 1776 in den Reichsfürstenstand ad personam erhoben. Mit dem Sohne seines Bruders Sigismund Philipp, dem Grafen Carl Maria v. Br. (geb. 22. 3. 1770, f 1827) ist dieso steyermärkische Hauptlinie, welche das Oberst-Erb-land-Käiumereramt in der gefürsteten Grafschaft Görz und das Oberst-Erbland-Stallmeistcramt In Kraiu besass, erloschen. (Graf Breuner'sches Archiv zu Grafenegg, W., N. 8. Hoher Adel, grfl. Taschenb.) Kucelliiii (Buzlin) (Taf. 8). Wappen: I. Geviert. 1 u. 4 in Blau ein gekr., goldener Löwe, welcher in der äusseren Vorderpranko einen Dolch ..Schwert?) an goldenem Griffe hält. 2 in Gold ein schwarzer, mit drei goldenen Rosen hintereinander belegter Schrägelinks-Balken. 3 in Blau ein goldener Schrägelinks-Balken. begleitet von zwei goldenen Sternen. — Gekr. Helm. Der Löwe mit dem Dolche wachsend. — Decken: blau-golden: — II. (ieviert und der ganze Schild von einem schwarzen, mit drei goldenen Rosen belegten Schrägc-rechts-Balken durchzogen 1 u. 4 golden. 2 u. 3 in Blau der gekr., goldene Löwe, den Dolch haltend. Kleinod und Decken wie vorhin bei II.—III. Geviert mit Herzschild; 5 18 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. dieser wie der Schild von II. 1 u. 4 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 u. 3 in l!oth pfahlweise nebeneinander drei silberne Pallissaden. - Drei gekr. Helme: 1 Ein gekr. schwarzer Adler. Deckin: schwarz-golden. — 2. Stammkleinod. Decken: blau-golden. — 3 Die drei Pallissaden Decken: roth-silhern. — Johannes Bncelin wurde um das Jahr 1347 von dem Herzoge von Mailand mit dem Schlosse und der Herrschaft Gruno im Gebiete von Bergamo beschenkt. Sein Enkel 3Iarcns soll ein berühmter Feldherr gewesen und zu Bre-scia gestorben sein. Von dessen drei Söhnen Jakobus, Boccacinus und Johannes, begründeten die beiden Letzteren zwei Linien, zn Hrescia und zu Gruno, welch' Letztere zu Kaiser Maximilians I. Zeiten nach Görz und Ivraiu zog. — Soweit Pater Gabriel Uucellini (geb. zu Diessenhofen im Thurgau 28. 12. 1599, t als Prior zu St. Johann in Feldkirch 9. 6. 1081). welcher zu seinen mitunter unbestimmten Andeutungen noch des Näheren hinzuzufügt. indem er den Ursprung seines Geschlechtes nicht weiter als bis anno 5H2 nach Christi Geburt zurückführt, in welchem Jahre König Clothar dem Ahnherrn Ludwig Butcelin das Scliloss Richemont und das Fürsteuthum Metun an de Seine entriss Thomas Bucellinus, Kaiser Maximilian's I. Feldoberster, 152*) Kaiser Corl's V. und dann König Ferdinand's Hauptmann zn Tulmino, später zu Pisino. kaufte 1038 das Gut Suva in Obcrkraiu. Sein Enkel Julius Bucelliui von Reichenbcrg .Reichenbcrg — die Hindeutung auf Kichemont, wurden ja schon damals fabelhafte Abstammungssagen selbst in kaiserliche Diplome aufgenommen) — 15t-ü Erzherzog Carl's in Steiermark wirklicher Hofkammerrath, war der Vater des Horazius B. von R. zu Sava (f 17. 2. 1664), welch' Letzterer die Herrschaften Plankcnstein und Osterburg an sich brachte und mit Octavius B.. von der Linie zu Brescia, d d. 23. 0. 1652 in den Freiherrnstand erhoben wurde. Er stiftete sich und seinen Nachkommen in der Michaeierkirche zu Wien ein Erbbegräbniss. Von seinen Söhnen erhielt Julius Friedrich B, Freiherr v. Reichenberg, in AVeidhaag und Sava |.f 5. 2. 1712) Herr zu Käriicrbruun, Weinsteig, Seiberstorf, Plankenstein, ete . gell. Rath, Kümmerer, österreichischer Hofkanzler, und Staats- und Confcrenz-minister mit Diplom d. d. 1. 6. 1683 den Reichsgrafen-staud. und am 24. 2 1681 die Aufnahme in den Herrenstand Oester.'s o. d. E. Er war vermält mit Anna Margaretha Freiin v. Stozziug. welche ihm einen Solin. Friedrich Paul Conrad, gebar, der jedoch im Jahre 1690, 20 Jahre alt ledig starb Die Linie in Krain setzte des Julius Friedrich Bruder, Johann Andreas Graf von B. fort. Mit dessen UrUrenkeln Leopold und Johann Nep. ist dieselbe zu Anfang dieses Jahrhunderts erloschen. — (H.-3I, H.. W.) Ceninmr (Taf. 8 u. 9). Wappen: I. In Silber auf grünem Dreiberge ein schwarzer Adler. Kleinod: Auf schwarz-silbernem Wulste der Adler. — Decken: schwarz-silbern. — II. In Schwarz ein mit dem Mundstücke rechts gewendetes, goldenes Hüfthorn an rotlieiu Bande. Gotfridns et Haidfolcus de Chamer, Otto et Wuluin-gus de Kamera fratres, Hoholdus et Gotefridus de kamera kommen urkundlich um das Jahr 1249 vor. Freiherr v. Hoheneck setzt dieselben unter die Ahnen der hier zn besprechenden Familie, ich möchte es aber nicht wagen diese ganz ungerechtfertigte Annahme zu wiederholen, nnd nur der Vermuthung Raum geben, das Ott der Chamrcr, welcher 1325 zn Wildberg einen Brief Gnndackers von Starhemberg bezeugte, der erste, urkundlich bekannte des Geschlechtes sei. Georg Cammerer war Pfleger zu Pruu, dessen Sohn Georg C. zu Cammerschlag, 1459 Pfleger zu Piberstein. Letzterer überkam einen Theil des Schlosses Pcrckhaim (Bergheim im MiihlvierteL und ist wohl derselbe. welcher sich am 2. 10. 1-173 im Vereine mit seinen Brüdern Lorenz und Jakob und seiner verstorbenen Muhme Katharina einen Jahrtag im Gotteshause zu Gramelhar-stetten stiftete, wofür dieselben eine Wiese nächst dem Chamerhofe, Herrschaft Wachsenberg, Pfarre Gramastottcn, ihr rechtes, freies, ritterinässigcs Eigen, gaben. — II. nennt als Söhne Georg's II. einen Matluius und einen Dietrich, welch' Letzterer 1519 Bischof von Wiener-Neustadt wurde und 1530 starb. — Auch Dr Lind in seinem Berichte „über die drei mittelalterlichen Kirchen Wien's" (V. Bd des Wiener-Alterthums-Vereines p. 140) sagt, des Bischofs Dietrich Vater sei Georg C. v. Cammerschlag gewesen. Ich weiss nicht ob diese Mittheilung aus II.'s drittem Bande, oder vielleicht aus anderer sichererer Quelle geschöpft wurde. Ich selbst habe eine solche nicht finden können und inuss es als höchst wahrscheinlich bezeichnen, dass Dietrich, welcher, aus Graz in der Steiermark kommend, 1507 Provinzial des Minoriten Ordens in Wien wurde, nicht dieser o. d. E.'sehen Familie angehörte. Seine Mutter Margaretha Kamerin starb 1515, wurde bei den Minoriten in Wien beigesetzt und führte nach dorn dortigen mittelalterlichen Necrologium das sub II blaso-nirte von den Cammerern zu Bergheim gauz verschiedene Wappen. Dasselbe Wappen mit dem Hüfthoru findet sich anch auf dem Grabsteine ihres Sohnes Dietrich wieder nnd macht so natürlich die Annahme hinfällig, mau hätte der Mutter, noch dem Gebrauche ihrer Zeit folgend, als Wittwe das angeborene Wappen beigesetzt Dass aber die o. d. E.'sclieu Cammerer. einen Adler im Schilde führten, geht, abgesehen von den Abbildnngen bei H. und in der Ritterstnuds-Matrikel, aus einer mir vorliegenden, dem Archive der Marktgemeinde (Ittensheim entnommenen Urkunde hervor, mit welcher Stephan Stöckler zu Stöcklein und seine Hausfrau einen Grund iu der Walttingcr Pfarre, mit Wissen und Willen des Grundherrn, .des edlen, festen Kristoifcn Kamrcr des erbern Junckhenr verkauften. An dem Briefe, gegeben am Sambstztag nach sannd Appolonicntag der heiligen Junckfrawen 1492, hängt noch des Letzteren Siegel mit dem Dreiberge und dem Adler. - Christoph C. zu Cummerschlag nnd Perckliaim, wohl der Vorige, wurde Pfleger zu Oberwallsee, und erscheint ferner urkundlich in den Jahren 1507—1524. Er war noch 1528 in erster Ehe mit Dorothea Göltingeriii zu Haiding vermält. Seine zweite Ehefrau Elisabeth Moserin von We.yr (+ 1571) gebar ihm einen Sohn. Hieronymus, welcher sich mit Harbara Tättenpöck von Eyzing veriuälto und mit dieser den llnns Adam C. zu Perckliaim erzeugte, mit welchem die Familie im Maunesstamme erlosch. Von des Letzteren Schwestern, verinählto sich Christina mit Carl Fiegcr von Hirschberg, dem sie ihr väterliches Erbgut Bergheim einbrachte, und Felicitas Camerin zu Perkam und Camerschlag hat noch am 24. 8. 1651 eine Mess-stiftung zu Feldkirchen errrichtet. (U.-B.. Archiv des Stiftes Wilhering, der Pfarre Feldkirchen, der Marktgemeinde Ottensheim, V. Bd. des Wiener-Alterthums-Vereines, H.) t'uuiitiulller von Helzburg i Taf. 9). Wappen: Iii Gold ein schwarzer Doppeladler, dessen Brust mit einem goldenen L. belegt ist. — Gekr. Hülm: Schildesfigur. - Decken: schwarz-goldcu. Johann Ucorg C. v. M., n ö. Eegicrnngsratli. Sohn des Johann Georg Metzger v. Metzburg, vermfilte sich mit Maria Regina, Tochter dos Zacharias Mariophilus Cainpmiller von und zu Langenhagen auf Marspachzell, kaiserl. Hofkriegsrathes, und wurde von diesem seinem Schwiegervater adoptirt. Am 31. 8. 1718 ist Johann Georg C. v. M. in den jungen Ritterstand Oester.'s o. d. E. aufgenommen worden. Seine Ehe blieb kinderlos. (R.-M., H.) UBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 19 Capellen (Taf. 9). Wappen: fünfmal in Roth nnd Silber im Bogen-schnitt sclirägerechts getheilt. — Kleinod: Goldene Hörner. — Decken: roth-silbern. — Von diesem abweichend erscheint auch der Schild in Silber mit 2wei rothen aufwärts gebogenen Schrägerechts - Balken. Als Kleinod kommen fünf Straussenfedem, wie der Schild gctheilt und tingirt vor. Ulrich v. C. siegelt 12K2 mit dem erst bla-sunirten Wappen, als Kleinod einen Flügel. Dieses vornehme Geschlecht zählt zum Uradel des Landes o. d. E.. wo es ursprünglich im Traun-Viertl angesessen war und sich von dort im 13. Jahrb. mit seinen Besitzungen vorzüglich über das Machland und Oesterreich u. d. E. verbreitete. Es scheiut eines Stammes mit den Herrn von Schlicrbach nnd demnach den Zelkings gewesen zu sein, und spricht der Umstand, dass es ein von den beiden Letztgenannten verschiedenes Wappen führte, nicht dagegen, da dio Scheidung der Cupeller und der Schlicrbacher in zwei verschiedene Linien in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts, also in eine Zeit fiele, in der es noch keine erblichen Faniilienwapi.cn gab. Bestimmend für meine Ansicht ist nicht nur der Umstand, dass Capcller und Schlierbacher in zahlreichen Urkunden nebeneinander als gemeinschaftliche Wohlthäter des Klosters Garsten auftreten, sondern es kann ihr Zusammenhang geradezu nachgewiesen werden durch eine Urkunde von circa 1145. mit welcher otacher de slierbach und seine Gemalin Filigart zu dem Marienaltare nach Garsten stiften, und in welcher als erster Zeuge Berengcrus „fratcr ejus" de Capelle genannt ist. Letzterer, als liber homo und ebenfalls im Vereine mit Ottacher v. Schlierbach, erscheint übrigens schon um das Jahr 1138 als Zeuge in einer Tradition der Markgräfin Sopbya von Steyrzu dem nlimlichen Altare in Garsten, dann 10. 10. 1139 als Mini-steriale des Markgrafen Lantfridus de Eppeustcin in einem Briefe des Krzbischofs v. Salzburg. — Ein Berenger de C. ist 1150 Zcnge in einer Reichersberger Urkunde, um 1170 mit Ludevic de Slierbach in einem Schenkbriefe nach Kloster Garsten, desgleichen circa 1180 und 1192. Am 8. 8. 1212 unterfertigt ein Berenger v. C. und otacarus de slierbach (Sohn des vorgenannten Ludwig) den Be-freiitngsbrief des Stiftes Florian von der weltlichen Gerichtsbarkeit. In den folgenden Jahren bis zum Schlüsse des 13. Jahrhunderts erscheinen in zahlreichen Urkunden Capeller des Namens Ulrich. Von diesen ist der Bedeutendste Ulrich, Pilgram's'Sohn, gewesen, der in hohem Ansehen bei Rudolf I. stand und von diesem 1276 Gewalt und Vollmacht erhielt, das Land o. d. E. zum Gehorsam zu bringen, mit der Verbindlichkeit des Königs, dass dieser Alles genehm halten wolle, was Ulrich mit den Edlen, den Dienstleutcn nnd Städten verfügen werde. Im Jahre 1279 wurde dieser Ulrich v. C. von dem Kaiser als Landrichter und Hauptmann o. d. E. bestellt Mit der Macht vergrösserte sich auch der Reichthnm des Hauses, und tlieils durch Belehnnng seitens Rudolf 1., dessen Sohnes Albrecht, des Herzogs von Bayern, des Burggrafen Friedrich v. Nürnberg, tlieils durch Kauf war Ulrich zu ausgedehnten Gütern in I lest ob u. unt. d. Enns gelangt, und waren Steyeregg, Buttenstein, Kürnbcrg bei Linz, Prandeck, ein Antheil von Beichenstein, Stetteldorf, Grimburg a. d. Krems, die Vogtcicn Gumpendorf und Gerhartadorf, u. s w. in seine Hände übergegangen. Er ist vor 1305 gestorben, in welchem Jahre seine Gemalin Margaretha von Falkenherg, als Wittwe, mit ihrem Sohne Joannes (Jans) in einer Urkunde des Bischof Wcrnhard v. Passau auftritt. Jans v. Capellen vermehrte den väterlichen Besitz durch weitero Erwerbungen, wie Schlicrbach Püliren-tein, einen weiterenAnthcil vonBeichcnstein, das Schloss zuSchwertberg, - richtete mit seiner Gemalin Kunigunde von Wallsec, das eingegangene Franenkloster Pulgarn wieder auf, nnd war im Jahre 1334 oberster Landrichter im Machlande. Von seinen beiden Söhnen Eberhard und Ulrich, hatte ersteror dio Grafschaft Feyllenstain inne, war 1356 Hauptmann zu Enns. Pfleger zu Schärding, nnd unterfertigte 1362 das zwischen den Herzogen Rudolf, Friedrich, Albrccht und Leopold zu Oesterreich, König Ludwig von Ungarn und König Casimir von Polen geschlossene Bündniss. Ulrich stiftete 1345 nach Pulgarn, wo seine Tochter Anna als oberste .Meisterin regierte, und schloss 1355 mit Eberhart von Wallsee einen Vergleich über verschiedene ihm von Bapott von Kalkenstein zugefallene Güter. Aus seiner ersten Ehe mit Catharina Herrin v. Lichtenstcin hatte er nebst anderen einen Sohn Eberhard welcher sich mit Siguna v. Dachsberg vermälte, die ihm einen, ebenfalls Eberhard genannten Sohn gebar, welcher 1392 nnd 1404 urkundlich erscheint. Die Ehe dieses Letzteren mit Anna Haugin von Tybein blieb kinderlos und erlosch mit dem bald nach dem Jahre 1 !06 erfolgten Tode Eberhards dieses hochansehuliche Geschlecht, dessen Besitz hierauf an Dorethea, eine Schwester des letzten Capell, und deren Gemal Hartneid Herrn v. Lichtenstcin und Nicolsburg überging. Freiherr v. Hoheneck lässt noch in den Jahren 1452 und 1461 zwei Brüder Jakob und Härtung von Capell leben, die offenbar in keinem verwandtschaftlichen Verhältnisse zu den Vorigen standen. Bei Anlago der neuen o. d. E. sehen ständischen Matrikel wnssto man sich mit. den letzt gedachten Brüdern nicht klügeren Rath, als dieselben mit dem alt-elirwürdigcn Wappen der Herren von ('apcll in die Bitterstands - Matrikel einzutragen. Wäre dies doch besser unterlassen worden. — (U.-B., H. u R.-M, H) Ctti>lan (Taf. 9.1. Wappen: In Schwarz und Silber mit drei Spitzen gctheilt. — Gekr. Helm: Horner, nach dem Schilde gctheilt und tingirt. — Decken: schwarz-silbern. Die Caplan stammen aus dem Mühlviertcl. — l-'riedl der Caplan, Burggraf zu Lobcnstein, wurde am 23. 7. 1357 von Jans von Lobenstein aus dem Gehorsam entlassen. Wernher der Chapplan kommt 1365 urkundlich vor. Am 17. 8. 1379 verzichten Porczcl und Petterl Brüder die Chapplan und ihre Hausfrauen auf die Rosenberg'schcn Lehen „an dem Stainach und in der Cell." Porczcl und sein lieber Vetter Otleyn der Chapplan siegeln diesen Brief, letzterer mit dem Helm und den zwei Büffulhöriieru. Anno 1411 verkauften Werndell der chappellan und seine Hausfrau Barbara zwei Güter zu Charleinsbach. Falken-steiu'sche Lehen, wobei ihr Vetter „wernhart der Cha-pellan tzw Lewttcn" die bezügliche Urkunde siegelte. Sigmund C., 1447 Pfleger zn Lobenstein, erwarb nach Preuenhuber durch seine Ehe mit Magdalena Sal-mannsleutliiicriii den Sitz Tandleinsbach, worauf sich das Geschlecht in zwei Linien thciltc, — zu Leiten (bei Fal-keusteiu; und zu Tändleinsbach (bei Hofkirchen). Am 24. 9. 1455 empfingen Sigmund's Söhne, Hans nnd seine Hausfrau Barbara den Sitz zu Leiten. Simon jenen zu Tändleinsbach von König Lasla zu Lehen. AVolfgang, ebenfalls ein Bruder der beiden Vorgenannten, war zu Lustenfelden gesessen, wo er, oder vielleicht schon sein Vater, den Caplanhof erbaut hatte. Heinrich C. war 1514 Pfleger zu Lobenstein: Krasmas verkaufte 1545 verschiedene Zchcntc zu Ober-Gallsbach; Veith C. zu Lustenfelden war 155S kaiserlicher Pfleger auf dem Schlosse zu Linz. Mit Hanns Balthasar, kais. Forstmeister in Neubau, starb das Geschlecht um 1590 aus. Nach H. hätte Letzterer zwei Söhne gehabt, welche aber unverehelicht blieben. — (U.-B., R.-M., Strnadt-Velden, IL) 20 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Caatuer (Kästner) von Slgmunilslust (Taf. 9). Wappen: In Roth nnd Silber gespalten, darin über schwarzem Dreiberge zwei auswärtsgebogene, mit den Stengeln zweimal verschränkte Seeblätter, farbengewech-selt. — Gekr. Helm: Mit dem Schilde accordirender Flügel. — Decken: roth-silbern, Um das Jahr 1565 orwarb Rochus Kastner, Pfleger und Pfandinhaber der Herrschaften Frcundsperg und Schwaz, den Ansitz Sigmundslust in Tyrol, den Adelstand und die Landmannschaft in der gedachten, geforsteten Grafschaft. Milthias C. v. S. kam aus seiner Heimath nach Oo. o. d. E.. wurde 1685 in den jungen, 1640 in den alten Ritterstand daselbst aufgenommen und kaufte 1613 das Landgut Traunegg bei Wels Sein Sohn Johann Mathias C. v. S., der Rom. Kais. Maj. Rath, Landrath, auch Verordneter aus dem Ritterstande, erwarb, jedoch nur für kurze Zeit, die Herrschaften Aclileitcn und Höhenberg, während Mathias Ferdinand (f 26. 1. 1722), Sohn des Andreas Ignaz C. v. S., durch seine Vermälmig mit Eleonora Isabella Anna von Pflügl in den Besitz der nachher gräfl. Tigeschen Herrschaft Wolfsegg gelangte. Des Letzteren Sohn Gottfried Ferdinand vennälte sich 1723 mit Maria Josefa Eleonora Gräfin von Harrach. (R.-M., N.-S. tyroler Adel H.) Cavriani (Taf. 9). Wappen I: In Silber drei schwarze Sclirägerechts-Balken. — Gekr. Helm: Wachsendes, silbernes Einhorn. — Decken: schwarz-silbern. — II. Geviert mit dem Stammwappen im Herzschilde. 1 und 4 in Silber (auch in Gold) ein gekr. schwarzer Doppeladler. 2. und 3 in Schwarz ein oberhalbos, silbernes Einhorn. (Dasselbe kommt auch auf silbernem Dreiberge aufspringend vor). — Zwei gekr. Helme: 1. Der gekr. Doppeladler. — 2. Stammkleinod. — Decken beider Ilelme: schwarz-silbern. — III. (Cavriani in Mantua) dnreh ein schmales, rotlies Tatzenkreuz geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Silber ein schwarzer Doppeladler, über wclchcm eine Krone schwebt. — Drei gekr. Helme: 1. Ein silbernes, goldbeschlagenes Hüfthorn — 2. Wachsend, ein schwarzes Einhorn. — 3. Ein natürlicher Sperber. - Decken durchaus schwarz-silbern. Das Geschlecht stammt aus dem Mantuanischen, wo noch eine Linie blüht. Conradinus Cavriani lebte 1359. Johannes soll von Kaiser Friedrich III. 1452 in den Freiherrnstand erhoben worden sein, welcher dem Friedrich v. C. zu Castelleto, kaiserl. Statthalter zu Piombino, 1561 von Kaiser Ferdinand I. bestätigt, und bei dieser Gelegenheit das Stammwappen mit dem Doppeladler gebessert wurde. Friedrichs gleichnamiger Enkel Cavriani, Freiherr auf Unter-Wattersdorf und Schöngraben (welche Güter Kaiser Ferdinand II. mit Diplom d. d. Wien 14. 10.1620 zu einer Baronie erhob), wurdo d. d. 10. 3.1643 in den Reichsgrafenstand erhoben, brachte die Herrschaften Haus und Pragstein im Machlande durch Vergleich d. d. Prag 26. 9. 1644 für sich und seine Gcmalin Elisabeth, Tochter Leonhard Helfried's. letzten Grafens v. Meggau, von den Mcggau'schen Erben durch Ablösung an sich und erlangte 29. 11. 1644 die Aufnahme in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. - Sein Sohn Üctavius Carl, 1680 Herrenstands-Verordneter, dann geh. Rath und In-spector der kaiserl. Kammergnter in Oe. o. d. E., vermehrte den väterlichen Besitz durch Kauf der ebenfalls ehemalig Meggau'schen Grafschaft Kreuzen im Machlande nnd der Herrschaft Arbing, welche Güter, mit Ausnahme von Kreuzen, welches des Octavius Carl Sohn, Johann Ludwig j. lü verkaufte, auf Franz Carl, Sohn des Leopold Carl Grafen v. C. übergingen, der die Herrschaft Haus um 1708 an Gundacker Thomas Grafen v. Starhemberg abtrat. Von den mit seiner Gemalin Maria Susanna Freiin von Gillcis erzeugten Kindern pflanzten die Söhne Maximilian Guidobald (geb. 1704, | 7, 10. 1776) dieser die österreichische, Christoph (geb. 1. 4. 1715, t 1783) die böhmische Linie. Maximilian Guidobald verkaufte 1770 Pragstein, den letzten Besitz seiner Familie in Oberösterreich. (H-M., Landtafel, H., W., N.-S. böhmischer Adel). Ceruin (Taf. 9). Wappen: Gespalten, mit Oesterreich in dem mit dem Erzherzogshutc gekrönten Herzschilde: der Balken mit der Initiale F. III belegt. Vorne Roth ohne Bild. Hinten in Blau drei silberne Balken, der oberste mit F, der mittlere mit M, der untere mit R belegt. — Gekr. Helm: Ollcner, rechts rother, linkB blauer, von den drei silbernen Balken durchzogener Fing. — Decken: blausilbern, roth-silbern. Eines der vornehmsten böhmischen. seit unvordenklichen Zeiten im Herrenstaude befindlichen Geschlechter aus dem uralten Stamme der Drslavice, von denen einer 1160 urkundlich als Vorstand des Pilsner Districtes vorkommt. Von 1193 an treten die Cernine mit diesem letzteren Namen auf, meist in Verbindung mit l.'liudenic, ihrem Stammsitze, der seit 800 Jahren Eigenthum des Geschlechtes ist. In seinen Besitzungen geschmälert, trat dasselbe in den Rittcrstaud zurück, bis Hermann Oernin die Macht und das Ansehen des Hauses neuerdings hob, 1607 wieder in den Herrenstand Böhmens abgenommen, 1627 in den böhmischen und 16-14 mit den Kindern seines verstorbenen, jüngeren Bruders Hnmprecht in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. 1716 wurde dem Geschlechte das Erbland-Mnndschenkenamt in Böhmen und für den Chef der Titel eines Regierers des Hauses Neuhaus und Chudenic verliehen. Adalbert RGraf Cernin v. Chudenic (geb. 4 1. 1746', Sohn des Grafen Hermann Jakob, k. k. w. geh. Rath, vurm. 1. mit Josefa Gräfin von Thun zuTetsclien, 2. mit Eleonora Freyin von Hackelberg-Landau, kaufte 1802 die Herrschaft Puchbcrg und Roith im Hausruck-Viertel. — Im Jahre 1809 ist dieser Besitz jedoch wieder in andere Hände übergegangen. (Landtafel, N.-S. böhmischer Adel, gräfl. Taschenb.). Cetlo (Taf. 9;. Wappen: (1703; Geviert. 1 und 4 in Silber an der Spaltungslinie ein halber, gekr., schwarzer Adler. 2 in Roth ein gekr.. goldener Löwe, in den Vorderpranken einen goldenen Stern haltend. 3 in Blau ein silberner Schrägercchts-Balken, belegt mit drei rothen Rosen. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts in Silber und Roth, links in Gold und Schwarz getheilten Finge ein gekr., natürlicher Kranich, in dem einen Fusse einen goldenen Stein haltend. - Decken: roth-silbern, schwarz.-golden. Mit kaiserlichem Diplom d. d. Wien 8. 11. 1703 wurde Andreas Cctto, kaiserl. Biergefällen-Obereinnehmer der Fürstenthiimcr Liegnitz und Wohlau in den Adelstand mit dem Prädikate „von KranstorlT' — dem Namen seiner Mutter, — erhoben, bei welcher Gelegenheit auch das Kranstorlfsche Wappen, zum Theilu in das neue Ccttosche aufgenommen worden ist. Mit A. H. Rescript d. d. Wien 18. 10. 1751 erhielt Johann Carl Cctto v. Cronstorf, n. ö. Rcgierungsrnth in Justizsachcu, in Ansehung suines guten Herkommens, adeligen Geschlechts, seiner eigenen Verdienste. wie der seiner Voreltern, insbesondere jener suines Vaters Carl C. v. Cr., kais. Hofrathes, die Landmannschaft in Oe. o. d. E.. worauf derselbe unterm 11. 11. 17:~>1 dem jnngen Ritterstande dasclbBt einverleibt wurde. OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 21 Die mit 12. 6. 1812 iu den bayrischen Freiherrnstand gekommenen von Getto sollen eines Geschlechtes mit den Obigen sein, führen jedoch ein anderes Wappen nnd besitzen, als nicht von Johann Carl C. v. Cr. abstammend. anch nicht die Landmannschaft in Oe. o. d. E. (K. k. A.-A.. R.-M., Acten im L-A., N.-S. bayr. Freiherrn). Cliauibrer (Chamcrer) (Taf. 9). Wappen: Zwei geschrägtc mit dem Barte anf- und answärts gekehrte Schlüssel. Die Chambrcr sind bei Errichtung des ers en Gültenbuches als in Oe. o. d. E. begütert gewesen, als Land-lente anerkannt worden. Im Jahre 1361 siegelte Ramung der Chamerer einen Verkaufsbrief Niclas des Gotergassinger au den Grafen Wernhart von Schaunberg, am 17. 7. 1366 eine Urkunde, mit welcher Gottschalk aus der Oed dem Grafen Heinrich von Schaunberg zwei Güter versetzte. An letzterem Pergamente hängt Ramungs Siegel mit den zwei geschrägten Schlüsseln. Ludlein der Chambrcr ist 1378 Zeuge in einem Satzbriefe Ruegcr des Katzen, seines Schwagers. (U.-B., R.-M., H.). ChitMtuer (Kastner) (Taf. 10).* Wappen: Drei <2. 1) Rosen. — Kleinod: Kopf und Hals eines Schwan (Skizze im Aluseum Francisco Caro-linnm zn Linz, nach einem Siegel des Sigmund (.'hastner 1312). Eberhart der Ch. nnd Agnes seine Hausfran kauften 4. 7. 1335 von Janns von dem Stein das Gut auf dem Starz, Pfarre Gramastetten im Mühlviortel. — Eberhait der Chastncr „unser schenkch" ist am 2-1. 11. 1362 Zeuge in einer Urkunde Herzog Rudolfs IV. an die Stifter St. Pölten und St. Florian, ebenso 29. 6. 1363 in einem Briefe desselben Herzogs an die Bürger von Freistadt, und 30. 10. 1364 in dem von Herzog Rudolf seinem Hauptmanne o. d. E. Eberhart von Wallsee crthcilten Privilegium über die zu erbauendo Veste Ober-Wallsee im Mühlviertel. — Eberhart war 1375 Burggraf zu Ottensheim. Im Jahre 1418 führte Peter Chastncr eine Stiftung zur Pfarrkirche in Linz aus. welche dessen sei. Bruder Friedrich uud sein Vetter Georg Aiglsperg dorthin errichten wollten. 1490 war Rcinbcrt Ch. Hofrichtcr zu Kremsmünster, und seine Söhne Hanns und Georg hatten 1510 Ottstorf bei Wels inno. — Ob diese vier Letztgenannten eines Geschlechtes mit den Obigen gewesen sind, wie H. meint, wage ich nicht zu behaupten. (U.-B., H.). Cliellx (Taf. 10). Wappe.n: Ans der linken Obercckc oin Rcchtarm mit seinem Ärmel, in der Hand einen Stein haltend. Dieses geringe Adelsgcschlecht hatte seine Stammgii-ter im südlichen Tlieile der späteren Pfarre Kirchberg im Mühlviertel. Der erste, urkundlich Bekannte ist llart-movt Chelze. Wem hör Cheltz kommt am 24. 8. 1289 in einer Urkunde des Stiftes Schlägl vor. Reicher Ch. hatte 1303 verschiedene Gülten in Grillparz zu Lehen. Eckhart der Ch. siegelte 1370 einen Brief Herwards von Eberstorf. Sigmund Ch. stellte ao. 1387 dem Gundacker von Tannborg eine Hube in der Alt-Yeldner Pfarre zurück, die sein sei. Vater Eckhart pfandweise innc gehabt hatte, und versicherte 1389 seiner Hausfrau Magdalena, Ulrich des Lcutzenricder Tochter, deren Heiraths-gnt und Morgengabc auf verschiedene Güter in der Kirch-berger Pfarre. — Er starb als der Lctzto, worauf der IV. 5. Stammbesitz an seine Tochter und deren Eheherrn Ulrich Katzprenner fielen. (R.-M., Strnadt-Veldcn, H.). CIi er in »fr (.Taf. 10). Wappen: Ein mit fünf Straussenfedern besteckter Stulphut. Die Cherntner sind mit der Bemerkung in die Ritter-stands-Matrikcl eingetragen, dass sie als im Laude angesessen zu den Laudierten gezählt worden seien, nnd dass aus ihnen Dietrich Ch. um das Jahr 1386 lebte. Als Zeugen kommen urkundlich vor: Wcrnhcr Kerntenacr in einer Tradition des Wernhard von Crarn-pericli nach Formbach 1235 und Hugo Cherntner in einem Verzichtbriefe Chunrats von Uahiubacli an das Stift St. Florian 1279, aber es fehlt jeder Anhaltspunkt zu Beantwortung der Frage ob die letzteren Zwei eines Geschlechtes mit dem erstgenannten Dietrich waren. (R.-M., U.-B , H.). Citri Biti'rger (Kersperg) (Taf. 10). Wappen: Frei viertel Silber in Schwarz. — Gekr. Helm: In Silber und Schwarz getlicilter Flügel. — Decken: schwarz-silbern. Es ist diese Familie nicht mit jenen Clicrspergeru zu verwechseln, welche im 12. und 13. Jalirh. als angesehene Ministerialen der steyrischen Ottokare, nachgehends der Habsburg'schen Herzoge vorkommen, und von denen Diet-marusl. de Chcrsperge 1155, Ortolfus I. 1186, Dietmar II. 1212. des letzteren Söhne dominus Ortolfus (II.) miles und Heinricus 1234 - 1264, dann wieder Ortolfs II. Söhne dominus Ortolfus (III.) und Heinreich 1274 urkundlich erscheinen. Bemerkenswerth bezüglich dieser ist nur, dass sich unter ihnen der Taufuame Ortolf ebenso vererbte, wie bei den Nachfolgenden. Die Chersperger, später zu Stadelkirchcn, sind ihres Herkommens Bürger der Stadt Stcvr, und solche auch eine Zeit lang noch geblieben, als sie schon, in den adeligen Stand gekommen, rittermässigo Lehen inne hatten, gleicher Weise wie später die Panhalm, Thrurwungcr und andere. In einem Schcnkbriefe Ottos von Steyr 5. 2. 1254 an das Kloster Garsten stellt unter den Zengeu: Henricus, civis Styriae, dictus Kerschbcrgcr cum lilio suo Wachuno. Es kommen ferner urkundlich vor: 1282 Ortolf, Otto und Heinrich; 1320Cliuno der Ch., Ortolfs Sohn, Elspethseine Hausfrau; 1306 Otto. Sohn Otto des alten Chersperger; 1318 Hertwich, Marchart, dann die Brüder Ortolf und Wilhelm; 1304 die drei Söhne des Letzteren: Wilhelm, Friedrich von dem Stein, — Hedwig dessen Hausfrau. — und Wolfart (auch Wolfkanch) auf dem Berg. — Des Letzteren Sohn Friedrich von Chersperch siegelt 1331 mit dem oben blasonirten Wappen. Von Friedricifs von dem Stein Söhnen, Marchart, Ortolf nnd Wilhelm hatte Letzterer mit seiner Hausfrau Anna einen Sohn, Marchart; und Wilhelm. Friedrich's von dem Stein älterer Bruder einen Sohn, ebenfalls Wilhelm genannt. Friedrich der Ch. war 1349 Stadtrichter zu Steyr uud führte als solcher nicht sein Geschlechtswappen, sondern eine Waage im Schild, also wohl ein redendes Amtssicgel. Im Jahre 1373 erscheint Heinrich der Ch., der ehrbare Knecht, 1374 kommen die Brüder Heinrich und Stephan vor. Alle Vorgenannten treten urkundlich thcils als Wohlthäter der Klöster Garsten und St. Florian, tlieils als Lehensträger der Volkenstorfer auf. Marchart Kerspcrger war 1445 Landes-Untermarschall und Anwalt zu Wien. Der Taufnaine spräche dafür, dass er eines Geschlechtes mit den Vorigen gewesen sei. Unter Gotthart von Starhemberg hatte Georg Chersperger zu Stadlkirchen zwei Mann zu Pferd und zwei Mann zu Fuss im Jahre 1490 gegen die Ungarn 6 22 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. gestellt. Von den beiden Brüdern Hanns lind Wolf unterfertigte ersterer 1519 einen Scliadloslirii-f der o. d. E.'-seheii .Stände und ging im selben Jahre als ständischer Deputirter an den Hof König Carl's nach Spanien. nnd zu Erzherzog Ferdinand in die Niederlande, worauf er, bald nnch seiner Heimkehr, 1520 als der Letzte starb. lü.-B., R.-M., H.). Chotek (Taf. 10). Wappen I: Getheilt. Üben in Silber und Roth gespalten. Unten in Roth an der Theilungslinie ein halbes, mit der Rundung abwärts gekehrtes, silbernes AVa-genrad. — Gekr. Helm : Drei Straussenfedem. silbern-roth-silbern. Decken: roth-silbern. — II. Geviert mit dein Stammwappen im Herzschilde. 1 u. 4 in Gold ein gekr.. schwarzer Doppeladler. 2 und 3 in Blau ein goldener Bär. — Drei gekr. Helme: 1. Der Doppeladler. Decken: blau-golden. 2. Stammkleinod. Decken: blau-golden, roth-silbern. S. Der Bär wachsend. Decken: roth-silbern.^ Dieses uralte, böhmische Geschlecht blühte im lö. Jahrb. in zwei Linien, zn Vojnin und zu (. hockov, von welchen die erstere bereits 1571 erlosch. Die Zweite erlangte 1702 den böhmischen alten Freilierrnstaud, 13. 5. 1723 den böhmischen, und 4. 10. 1745 den Reichs-Gra-fenstand. — Johann Carl Chotek. Reichs-Graf v. Chot-kova und Vognin (geb. 28. 10. 1705) Herr auf Belosic, Krin, Wernsdorf, Neuliof etc., geh. Rath, und General-feldzeugmeister, älterer Sohn des Grafen Wenzel Anton, des Erwerbers der beiden vorgenannten Grafenstandsdi-plome, erlangte unter dem 16.1. 1755 das Oberst-Lrbland-Tliürhüteramt in Oe. o. d. E.. wurde daselbst am 15. 6. 1762 im alten Herrenstande immatriculirt. und am 19. 11. 1765 mit dem gleichen, vorgenannten Erbamte in Oe. u. d. E. belehnt Der gegenwärtige Fauiilienclief, Graf Rudolf Chotek. erbliches Mitglied des Herrenhauses des ReichsratheB stammt directe von dem Vorigen ab. (H.-M., N.-S. böhmischer Adel, histor. geneal. Taschenb. d. grfl. Häuser). Chuenr Ingen (Kuenring) (Tat'. 10, 11). Wappen I: Im Schildesfuss ein Stoss von Baumstämmen mit ihrer Stirnseite. Darüber wagrecht. Schneide abwärts, ein Beil. — II. In Silber ein rother Ring. Vorstehende zwei Chuenringcr Wappen belindcn sich in dem Stiftungsbuche von Zwettl, dem ältesten Cordex dieses Klosters, nach dem Materiale seines Kinbandes die .,Bärenhaut" genannt, welche von dem Abte Ebro, (1274—1305), stammt. — Mit dem auf die Thätigkeit der ersten Chuenring hindeutenden Wappen 1 vollkommen übereinstimmend, ist das Siegel Hadmar's (II.) von Chvn-ringin an seinem Schenkungsbriefc, d. d. Weitra 10. 11. 1208 für Klost. Zwettl und an dein Vcrmiichtniss für seine Tochter Gisela von Falkcnberg vom Jahre 1217, hier vou einer anderen, trotz des jüngeren Datums, iil tcren Petschaft herrührend. III. in Sehwarz und Gold neunmal getheilt. — Kleinod : Zwei Hörner. getheilt und tingirt wie der Schild. — Siegel Heinrichs von Feldsberg an dem "Erbvertrage desselben und seines Bruders Leutold iL) auf Dürnstein, 17. 11. 1281. IV. In Gold fünf schwarze Balken — Kleinod: Offener in Gold und Schwarz siebenmal gethciltcr Fing. — Siegel Heinrich Pulko's von Chuenring an dem Schenkungsbriefe Albero's (VII.) über die Pfarrkirche zu Win-disteig an Kloster Zwettl 24. 4. 1303. V. Kleinod: Sechs Lilienstäbe, im Halbzirkel dnreh einen Bügel gesteckt. — Siegel Albero's (VII.; an seinem Schenkbriefe über die Hofmark zu Zellerndorf an Klost. Zwettl, Mittwoch in der 2. Fastwoche 1317. Dasselbe Kleinod flndet sich in der o. d. E.'sehen Herrenstands- Matrikcl, wie auch bei IT. und AV., mit zwischen die Li-lienstiibe gestreuten Herzen. Letztere scheinen auch in dem Siegel Albero's an der sub Wappen lAr genannten Urkunde sichtbar zu sein. VI. Neunmal in Gold und Schwarz getheilt. — Kleinod: Horner, getheilt und tingirt wie der .Schild. — Decken: schwarz golden.— Leutold (II) v. Ch. 13-16.— Dieses Wappen ist als das fortan bleibende Stammwappen der Chuenringcr zu betrachten, wenn auch in der Folge Einzelne des Geschlechtes vollkommen davon abgewichen sind. Den neunmal in Gold nnd Schwarz ge-thcilten Schild führt auch dio .Stadt Zistersdorf in N.-O., welche ihren Ursprung den Ch. verdankt. VII. Gespalten. Vorne fünfmal schrägelinks getheilt Hinten au der Spaltungslinic ein halber Adler. — Kleinod: Der Adler, gekr. und wachsend. Siegel Achaz (1.) au seiner Schenkungsurkunde nbor 771 dein Kloster Zwettl gewidmete Reliquien, am achten Tag nach Auffahrtstag 1407. VIII Gespalten. Vorne in Gold an der Spaltungs-linic ein halber, schwarzer Adler. Hinten in Silber und Roth siebenmal schrägerechts getheilt. — Georg v. Kuenring, Landmarschall in Oesterreich 1460. IX. Geviert mit Hcrzschild; dieser unkenntlich. 1 gespalten: vorne siebenmal schrägelinks getheilt; hinten an der Spaltungslinie der halbe Adler, gekTöut. 2 neunmal getheilt. 3 ein Ring. 4 unkenntlich. — Zwei Helme: 1. Der gekr. Adler. - 2. Ein gekr.. sich die Brnst öffnender Pelikan. — Grabstein Johanns (IV.) von Kuenring t 28. 4. 1513, in der Kirche des Klost. Zwettl, — theilweise leider schon stark vertreten. X. Geviert mit von Blau und Silber qnadrirtem Herzschilde. 1 wie AVappen VIII. 2 Stammwappen, darüber ein grüner Rautenkranz. 3 wie AVappen II. 1 in Gold ein schwarzer Löwe. Zwei gekr. Helme: I. Der gekr., schwarze Adler, den rothun Ring im Schnabel. Decken: roth silbern. 2. Ein silberner, sich die Brust öffnender Pelikan. Decken: schwarz golden. Dies das AVappen der letzten Chuenringer nach der o. d. E. 'sehen Herrenstands-Matrikel, und so auch mit unbedeutenden Variationen bei H. und W. Für eine eingehende Schilderung dieses uralten, mächtigen Geschlechtes, welches seit dem dritten Decenium des 13. Jahrhundertes das Marschall- und Scheiikenaint in Oesterreich bekleidete, ist in diesem heraldischen Buche nicht der Raum, und möge desshalb der Leser auf des Herrn Gottfried Edmund Friess „die Herren von Kuenring" verwiesen sein. Über die Abstammung derselben von dem ~ nur als Blutsverwandten des Erzbischofs Poppo von Trier und als Feldherrn und Marschall fabelhaften — Azzo von llecimanuesuisa dein späteren Kuenring), über die irrthiiliilichc Annahme der gleichen Abstammung der Chuenringcr und der Herren von Kucffarn, über die Geschlechtsfolge des Hauses von seinem Anbeginne. durch seine mit immensen Gütern gesegnete Blüthe-zeit. bis herab zum Tode des mit schweren Schulden belasteten letzten Chuenring giebt obgedachtcs, an der Hand zahlreicher Urkunden verfasstes Werk hochinteressanten Aufschlags. — Möge daaselbo mit den vorbcschriebenon AVappen nur ein wenig ergänzt sein, wie auch eino kurze Notiz über den o. d. E.'schen Besitz dieses Geschlechtes und eine Stammtafel hier ihren Platz linden sollen. Ans der Diirenstciner Linie war deren näherer Stammvater Albero V. der erste, welcher Bich liier zu Lande sessliaft inachte, indem er sich am 10. 2. 1241 von Rüdiger Bischof v. Passau mit der A'cste Stoyeregg und verschiedenen Gütern nnd Gülten in der Riedinark und zu Wels belehnen liess, dem lleirntlisgute seiner Gemahlin Gertrand, welches diese vou ihrem Vater Liutold von Wildon erhalten hatte. Hierzu hatten jedenfalls die Burgen AVindeck und Schwertberg im Machlaude gehört, in OBEEÜSTERREICHISCHER ADEL. 23 deren Besitz wir Alberu's Sohn Lcutold in dessen Urkunde, mit welcher er sich 1296 dem llerzogo Albrecht I. zu Oesterreich unterwarf, und in dem Briefe finden, mit welchcm er 9 1. 1200 seinen Vetter Albcro VII. v Ch. mit den letztgedachteu beiden Vestcn belehnte. Nicht lange jedoch blieben diese, wie Steyeregg. im Besitze des Geschlechtes. Lcutold verkaufte Letzteres um 1250 an Ulrich von Capell, an denselben 1294 die Gülten zu Wels, während schliesslich Wiudcck und ein Antheil von Schwertberg durch seinen Enkel Lcutold !1I. au Ulrich und Eberhard von Capell käuflich überlassen wurde. Der zweito Antheil von Schwertberg war als llcirathsgut an Agnes eine Schwester Johanns 1. v. Ch. gekommen, welche denselben ihrem Gcmalc Andre von Lichtcnstein einbrachte. Aus der Linie zu Wcitra-Seefeld finden wir zuerst Heinrich IV. in Beziehungen zu dem Lande o. d. E., als er sich dio Vogtei über das Kloster Lambach anmasste, auf welche er jedoch am 13. 12. 1255 urkundlich verzichten musstc. Er besass einen halben Antheil an der Vesta Luftenberg bei Steyeregg, — der andere Tlieil war landesfürstlich,— den er am 31. 5. 1235 seinein lieben Diener dein „Rehe" zu Lehen gab. Wann Luftenberg in Heinrichs Hände kam, konnte nicht gefunden werden. Sein Sohn Albcro war nocii im Besitze des Antheiles, sein Enkel nicht mehr. Des Letzteren Sohn Mizzo II. hatte tlieils von seiner Mutter Anna von Wallsec, tlieils von den Herni von Capell überkommene Lehen zu Zizlau bei Linz, und zwischen Marchtrenk, Wels und Eferding gelegene Gülten inne. Stammtafel. Azzj I. zu Hecimanncsuisa und Chobatisburch (Gobatsburg) 1050—1100 Gem. Gertraud. Anshalm zu Hezziuanswiesen f c. 1187, Gem. Trutta Azzo II. f vor dein Vater Nizzo I. f o. 1114, Gem. Gertrud Albcro 1. t c. 1118 Hadniar I. von Chuenring, "fc. 1188, Gem. Trutta, kinderlos Albern II. zu Gobatsburg t II ÖO, Gem. N., kinderlos Dietmar t nach 1114 Pilgriin Pfarrer zu Zwcttl T c. 1161 Albero III. v. Chuen- Heinrich I. zu Strons- Heinrich von ring f 15. 8.1182, Gern. Elspeth iladmarIL v. Cliueii-ring. Geb. c. 1140, •i- 31. 7.1218, Gem. Euphemia v. Mistelbach dorf und Zebing f nach 1160, Gem. N. von Zebing - Heinrich II., Wichard, u. Albero von Zebing (< untrums-dorf f H77 I'apoto von Schön-berg f c. 1176 Otto v. Gobhartsburg und l'urclihartsdorf f 1183 Bapoto von Schönbcrg Hadmar von Schönberg Bapoto von Purchharts-dorf Heinrich von Purchharts- dorf Hadniar III. v. Ch. auf Dürnstein, f 1231. Gem. N. von Bnmting (?j Albero IV. von Chiienringen -j- c. 1222, Gem. N., kinderlos Albero V. Stifter der Linie auf Dürnstein Heinrich IV. Stifter der Linie auf Weitra-Seefcld Heinreich III. der Hund von Chuenring auf Weitra, j- c 1233. Gem. Alheid Gräfln von Neuburg-Falkenstei n Hadmar IV. f c. " Ii einrieb t 124? 1250. Diu Chuenring Hill" Dürnafein. Albero V. v. Chuenring zu Dürnstein f 8. 1. 1260. Gem. Gertrud von Wildon Leutold I. auf Dürnstein, geb. 1243 f 1«. 6. 1312. 1. Gem. Agnes v. Feldsberg + 1. 9. 1294, kinderlos. 2. Gem. Agnes Gräfln von Asberg f nach 1341 Hadmar V., geb. Agnes geb. 1306 f Albero VI. t 1278 in der Schlacht am Marchfeld Heinrich zu Fcldsberg, geb. 1252, j 31. 1. 1286. 1. Gem. Alheid von Feldsberg t 1284. 2. Gem. Katharina v. Neuliaus, kinderlos Johanna i. auf Dürnstein, geb. 1:102 + 18. 2. 1348. Gem. Agnes von Meissau. Leutold III. auf Dürenstein f 4. 8. 1355' als Letzter seiner Linie. Gem. Alheid von Wallsee zu Drosendorf. 1304, t 1305 nach 1359. Gem. Andre v. Lichtenstcin Leutold IL, geb. 130ö, f 21. 8. 1348. Gem. Sophie von Meissan (4 Töchter) « 24 0I3ERÖSTERBEICIIISCHER ADEL. I>Ie Chuenrlnis von Woltru-Sfel'ilil. Heinrich IV. v. Chnenring, Zupan (Burggraf) Ottokars II. von Mähren auf Weitra, t 12. 5. 1293. Gem. Kunigunde von Dobra (?) Heinrich V., Marschall von Oesterreich t Hadmar VL t 1271 Albero VII. zu Seeiuld (Falmcnlehcn von den Juli 1281 zu Troppan. Gem. Elisabeth von Burggrafen von Nürnberg) geb. c. 1270, t Böhmen 1342. 1. Gem. Agnes von Capell f 1318, kinderlos, 2. Gem. Hcrburga von Pcttan Hadmar VII. f 1303 " Heinrich VI. Pulko f nach ' ' Johann 11. zu Seefeld, f 2i». 1. 1349. Gern: 1340. Gem. Maria Anna von Walsee-Enns. Xizzo 11. zu Seefeld, geb. 1346, f 1405. 1. Gem. .Margaretha von Pottendorf, f 1383, 2. Gem. Agnes von Wartenberg f nach 1406. Bernhard, t nach 1396, Gem. Helene von Lippa, kin- Achaz zu Seeleld f c. 1425. Gem. Barbara von Stu-derlos benberg. Johann 111. f c. Uli». Gem. Anna Albero VIII., f c. 1444. Gem. Georg Seefeld, f c 1464. 1. Gein? v. Stubenberg, kinderlos. Katharina von Leippa Magdalena von Volkenstorf. 2. Gem. Barbara von Kreig. Balthasar 1., geb. c. 1415. f 1500. 1. Gem. Elisabeth von Lichtenstein-Muran, 2. Gem. Barbara Grülin v Montfort. ■*■ —. Georg II. f nach 1500 Johann IV. zu Seefeld, geb. c. 1481, + 28. 4. 1513. Gem. Anna von Zelking zu Wein-unverinält berg, f 28. 4. 1533. Wilhelm, f 6. 10. 1541. Marquard, f 1572. 1. Christoph t 1542. Balthasar II., f Florian er^ 1. Gem. Salome von Rog- Gem. Elisabeth von Star- Gem. Katharina 1547. Gem. Ana- stochen 17. gendorf, 2. Gem. Sibille liemberg. 2. Gem. Katha- von Boskowitz stasia von Zelking 6. 1534. von Fugger. rina von Polheim. 'Johann V. f Albero IX. t J589. 1. Gern! Xzzo III., f Johann VI. Lasla (aus 2 Ehe) f 0- 12. 1594 vor 1572 Barbara v. Schedenberg. 2. jung der Letzte seines Hauses. Gem. Maria Sa- Gem. Barbara v. Rottenburg lomc von Polheim. Georg III. f vor dem Vater Johann VII. t vor dorn Vater. (Stifts-Archiv zu Zwettl, U.-B., H.-M., Friess: die Herrn v. Kuenring, II., W.). Clam (Pcrger von Clam). (Taf. 11). Wappen I: Aus einem Felsen wachsend eine bekleidete Jungfrau, in der Rechten ein Hirschgeweih haltend, die Linke in die Seite gestützt. — Kleinod: Fels und Jungfrau wie im Schilde. (Epitaph Christoph Per-gcr's zu Clam f 1534 in der Kirche zu Saxen). — II. (Ende des 16. Jahrh). Geviert. 1 und 4 in Gold aus natürlichem Felsen wachsend eine nackte Jungfrau, in der Rechten ein natürliches Hirschgeweih, die Linke in die Seite gestützt. (Stammwappenj. 2. und 3 in Silber und Schwarz schrägercchts getheilt iNoppingcn). — Zwei gekrönte Helme: 1. Fels und Jungfrau, wie im 1. Felde (Stammkleinod). Decken: schwarz-golden. — 2. In Silber und Schwarz schrägercchts getheiltcr Flügel. — Decken : schwarz-silbern (Noppingen). — III. (1636). Geviert mit dem Stammwappen im Herzschilde, die Jungfrau einen grünen Kranz auf dem Haupte. 1 und 4 Noppingen. — 2 und 3 in Gold eine schwarze Katze (Pol-chingen). Drei gekrönte Helme: 1. Noppingen. Decken: schwarz-silbern. — 2. Stammkleinod, die Jungfrau mit dem Kranze. Decken: schwarz-silbern, schwarz golden. — 3. Die schwarze Katze. Decken: schwarz-gohlen. — IV. (Clam-Galias). Geviert mit dem Staminwappcn im gekr. Herzschildo. 1 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 Polchingcn. 3 in Blan ein goldener Balken (Gallas). 4 Noppingen. — Vier gekr. Helme: 1. Offener, blauer, von dem goldenen Balken durchzogener Flug, davor der schwarze, gekr. Adler. Decken: blau-golden. - 2 Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. — 3. Polchingen. Decken: schwarz-golden. — 4. Elf links abilattcrnde Roth Silber gethoilte Reiterfähnloin au goldenen Stangen. Decken: blau-golden. — V. (Clani-Martinici. Gespalten. Vorno wie der Schild von III. Hinten in Roth zwei gegen einander gekehrte, silberne Secblättcr, an verschränkten, wieder beblätterten und auch bewurzelten Stengeln; dazwischen ein goldener Stern. Vier gekr. Helme nnd zwischen dem 2. und 3. oin schwarzer Doppeladler, dessen Brust mit goldenem F. II. belegt ist. — 1. Noppingen. Decken: schwarz silbern. —- 2. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. — 3. Offener, rother, jo mit einem silbernen Seoblatto an seinem Stengel belegter Flug, dazwischen der österreichische Bindenscliild mit der Kaiserkrone und diese mit einem goldenen Passionskreuze besteckt, der Bindenscliild zur Pfahlstclle mit den goldenen Lettern F. M. R. (Ferdinand II., Mathias, Rudolf II.) belegt. Docken: roth-silbern. — 4. Polchingen. Decken: schwarz golden. Aus diesem dem Kärnthen'schcn Uradel ungehörigen und daselbst zu Höhenberg sesshaft gewesenen Geschlechte, wandte Bich Stephan Pcrger, Conrad Porger's Sohn nach St. Pantaleon nächst Enns in N. <")., wo er in der Pfarrkirche begraben liegt. OlJER"sTLRREICHISCHER ADEL. 25 Stammtafel. Conrad Porger Stephan PergerTt 1521 * Cliristoph Perger zu Clam, f 1534. Gem. Walburga v. Noppingen, die Letzte ihres Stammes. Er kauft 1524 " von den Prüschcnken, Grafen v. Hardegg die einst den hochfreien Grafen im .Machlande gehörige Burg Clam. Christoph P. zu Cl., t 1 .".81. Gem. Margaretha Polchingeriii j 1580. Heirathsbrief d. d. JJiilnniscIi-Cruinaü-^ 25. 2. 1555. ' 11;iiid Enoch l'erger zu Clam und zum Prunhof, v 4. 11. Iii 17. 1. Gem. Martha Reithmanin f 1594. 2. Gem. Clmritas v. Salburg. Er nahm das Nopping'sche "Wappen zu dem seinen auf Hanns Gottfried, geb. 1598, f 1073. Gem. Anna .-ibilla v. Kageneck zu Vllkirchen, geb. 1ÜU2. t 1ÜÜ2. Er erhielt von Kaiser Ferdinand II. d. d. ßegeusburg 11. 8. 1636 eine Wappenverinchrung 40 o. d. E.'scher Ritter-stands-Verordneter, und wurde 25. 4. 1656 in den llerrenstand aufgenommen. Hanns Christoph 1, j 1697. Gem. Maria Elisabeth Gräfin v. 'i'hiirhcim. Er kaufte Schloss Ausscrustein mit Waseneck im Machlande. — ■»■__. Johann Leopold, t H- 1727. Gem. Maria l'ranciska Gräfin von Salburg. welche ihm die Herrschaft Rana- riedl im Miihlviertel eiubraclite. ^ Ferdinand .losef geb. 1700, verm. 16. 11. 1728 mit Hanns Christoph 11 geb. 12. 7. 1702, wurde mit Diplom Maria Anna Gräfin von Thürheim d d Wien 11. 11. 1759 nebst den Söhnen seines ver- storbenen Bruders Ferdinand Josef in den erbländ. Grafenstand erhoben. Er ist der Stammvater der jüngeren Linie Clam-iiallas. ' Johann Gottlieb Graf uud Herr von und zu Llam. Freiherr v. Höchenberg, geb. 15. 2. 17:10 f 5. 7. 1793. verm. 14. 11. 1759 mit Caroline Gräfin Des I'ours. Er wurde 2. 3. 1775 in Oe. o. d. E. in die ständische Versammlung auf die alt-rudolfinische Ilerrenbank iutruducirt, und kaufte 1766 die Herrschaft Walchen-Wildenhaag, 1769 Lizlberg, beides im Hausruckviertel. ' Carl Josef, geb. ti. 9. 1760. verm. 6 7. 1791 mit Maria Carl Johann, geb. 23. 5. 1792. f 29. 1. 1840. Geh.-llathi~" Anna Gräfin von Martinic, Erbtochter, welche ihm Kämmerer, Feldmarschalllieutenant, etc., folgte seinem Smeena und Sehlan in Böhmen einbrachte. Mit A. H. Bruder im Majorate. Venn. 14. 6. 1821 mit Caroline Consens, d. d. Wien, 2. 11. 1792 vereinigte derselbe Seiina Lady Meade. Namen und Wappen Clam - Martinic und erhielt unter einem den Titel: „Regicrer des Hauses Sinei-na" fiir den jeweiligen Chef seiner Linie._____ ' Heinrich .laroslav Graf und Herr von und zu Clam - Martinic. Freiherr von Hohenberg; Begierer des llauseP Smeena, geb. 15. 6. 182G. Derselbe ist dermalen Chef und in Oe. o d. E. Besitzer der Herrschaften Clam, " Innern- und Ausscrnstein. und Arbing. (K. k. A.-A., H.-M. Landtafel H.. gräil. Taschenb.) Colloredo (Taf. 11. 12). Wappen: in Schwarz ein silberner Balken. - Gekr. Helm: Geschlossener, schwarzer, von einem silbernen Balken durchzogener Flug. — Decken: schwarz-silbern. — II. (Gräfliches i624 Schild wie 1. — Drei gekrönte Helme: 1. Wachsender, schwarzer Eber. — 2. Schwarzer von einem silbernen Balken durchzogener Flügel -3. Wachsender, silbern gekleideter Jüngling, mit rothsilbern gewundener Stirn- und Leibbinde, in der Beeilten drei goldene Pfeile, in der Linken einen goldenen Bogen haltend. — Decken durchaus: schwarz silbern. — III. (Gräfliches der Wcickard'schen Linie. 1721). Geviert mit dem Stammwappen im Herzschilde, der Balken mit einem schwarzen Doppeladler, darüber die Beichskrone. belegt. 1 u. 4 Stammwappen. 2 u 3 in Silber ein schwarzer, in drei Stufen gebrochener Schrägerechts-Balkcn. — Fünf gekr. Helme: 1 Der wachsondc. schwarze Eber. - 2. Geschlossener, schwarzer, von dem silbernen Balken durchzogener Flug. — 3. Gekrönter, wie das Stammwappen bezeichneter Adler. — 4. Der Jüngling des 3. Helmes bei III, welcher hier jedoch als Mohr erscheint. — IV. 5. 5. Kopf und Hals eines silbernen Bracken, dessen Bo-liäng von dem dreimal in Stuf n gebrochenen, schwarzen Schriigerechts-Balken durchzogen ist. — Decken durchaus: schwarz-silbern. — IV. {Fürstliches. 1763) Schild von Colloredo mit dem Reichsadler im Balken. - Fiirstenhnt und Mantel. — V. (Hieronymus Gf v. C. Cardinal und Fürsterzbischof von Salzburg Geviert mit Herzschild, darin das Stammwappen, mit dem Reichsadler im Balken. 1 u. 4 in Gold ein schwarzer Löwe. 2 u. 3 in Roth ein silberner Balken > Salzburg). — Hinter dem Rückschilde ragt das goldene Pontificalkrcuz herauf, darüber der Car-dinalshut. — Fürstenhut und Mantel, dahinter geschrägt Schwert und Krummstab. — Grafen Mausfcld-Querfurt: Geviert. 1 u. 4 in Silber zwei rothe Balken. 2 u. 3 in Silber und Roth gerautet. — Gekr. Hehn: Acht, je zu vier auswärts geneigte, wie der Schild bezeichnete Standarten Decken: roth-silbern. — Fürsten von Fondi-Mans-feld: Geviert, lud 31 ansfeld-Querfurt. 2 in Schwarz ein silberner Adler (Arnstadt '. 3 in Blau ein gekr. goldner Löwe hinter einem von Silber und Roth in zwei Reihen geschachtcn Schrägorechts-Balken (Heldrungen). — Zwei gekr. Helme: 1. Die acht Rennfahnen, in Silber 7 26 OBERÖSTEKHEICHISCUER ADEL. und Roth fünfmal getheilt. — Decken: roth-silbern. — 2. Zwischen geschlossenem, vorne silbernen, hinten schwarzem Finge ein wachsender goldener Lüwe, dessen Krone mit drei, — silbern, roth, goldenen, — Straussenfedern besteckt ist — Decken: schwarz-sili>ern. — VI (Fürsten Collorcdo-Mansfeld) Rückschild: Fürsten von Fondi-Mans- ■ feld. — Herzschild: Fürsten Colloredo. -- Vier gekr. Helme: 1. Der Fing von l'olloredo. Decken: schwarz-silbern. — 2. Auf der Helmkrone ein Fürstenhut, auf welchem der gekr.. schwarze Adler, mit dem silbernen Balken, steht, Decken: schwarz-silbern. — 8. u. 4. Die beiden Helme von Fondi-Mansfeld. — (N. S böhmischer Adel bringt als Kleinod des 4. Helmes einen geschlossenen, silbernen mit drei rothen Balken belegten Flug. Decken : roth-silbern). — VII. (Gräfliches der Tliomas'-schen Unterlinie 1857) Schild von Colloredo mit dem schwarzen Doppeladler, über welchem die Reichskrone schwebt, im Balken. — Drei gekrönte Helme: 1. Der Jlolir wie bei dem Wappen III. doch mit goldener Stirn-und Leib-Binde. - 2. Der Flügel von Colloredo. — 3. Der wachsende, schwarze Eber. — Decken durchaus: schwarz-silbern. X. iMcls-Colloredo) Geviert mit Herzschild. Dieser gespalten; vorne Colloredo mit dem schwarzen Doppeladler, darüber die Beichskrone, im Balken; hinten in Gold drei blane I'fählo. 1 in Botli ein silbernes mit fünf (2, 1, 2) goldenen Sonnen belegtes Andreaskreuz. 2 u. 3 in Gold ein gekr., bärtiges Manneshaupt. 4 in Blau eine goldene Korngarbe. Helme kommen nicht vor. Dio Mels, später von Colloredo, sind so uralten Herkommens, dass Genealogen voriger Jahrhunderte sich versucht fühlten deren Stammreihe bis in das 10. Jahrhundert hinauf zu führen und das Geschlecht in Verbindung mit den Vice-Comites du Mels zu bringen, die zu letzt-gedachter Zeit in Friaul regierten. Der .Stammvater der Familie Duringns von Mels besass um das Jahr 1214 in Friaul das Gebiet von Venzonu und die Schlösser Mels, Sattimbach und Monforte. Sein Sohn Heinrich begründete die jetzigen Grafen von Mels und Albano, der andere Sohn Glizojus wnrdo der Stammvater der Fürsten und Grafen v. Colloredo. Wilhelm von Mels und Venzone, des Letzteren Polin, kommt 1286 urkundlich vor, verkaufte 1288 Venzone an Marquard Herzog in Kärnthen, begann 1302 im Gebiete von Aquileja den Bau des Schlosses Colloreto (Colloredo und errichtete 13. 9. 1303 sein Testament. Mit seinen drei .Söhnen Asquinus, Bernard und Weickard theilte sich das Haus in obensovicle Hauptlinien. Asquin'schc Hauptlinie. Aus derselben wurden die Brüder Lelius v. C., Mal-teserordens-Comthur zu Tvntz (?) in Schlesien nnd Ludwig sammt dem ganzen Geschlecht» 19. 8. 1588 in den Freiherrn- und 31. 7. 1591 in den Beichsfreihcrrn-Stand mit Bestätigng des Titels und Wappens als Freiherrn von Wallsee erhoben Letztere Bestätigung soll auf die gleiche Abstammung des Geschlechtes von den Dynasten von V. allsee aus Schwaben gegründet worden sein, von welchen sich ein Zweig nach Friaul gewendet hätte. Daselbst aber kamen die Mels so früh vor, dass ein Nachweis über die Herkunft aus Deutschland kaum möglich sein konnte, abgesehen davon, dass, wenn dieser Nachweis gelang, die I reiherrnstandscrhebung selbst ein Widerspruch gewesen wäre, denn die Herren von Wallsee benöthigten einer solchen nicht. Es liegt vielmehr näher, dass Ludwig v. C., als er aus seiner Heimath heraufgezogen war, es anstrebte unter den Bcichsadcl aufgenommen zu werden, und. da er weder der deutschen Nation angehörte, noch im Beiche angesessen war. um an das Ziel zu gelangen, die Sage von der Herkunft ans Schwaben geltend machte, wobei ihm der Umstand, dass die Wallsecr eben damals schon erloschen waren, und die Aehnlichkeit oder Gleichheit des Wappens zu Guto gekommen sein mag. Ebenso beruht dio Meinnng. dass sich die Asquin'sclie Linie anlässlich des 1506 erfolgten Todes der Barbara Herrin von Wallsee, der Letzten ihres Stammes, aus Friaul nach Oesterreich wandte und deren Succession antrat auf einem Irrthumc, nachdem Barbara's Genial. Sigmund Graf von Schaunberg, nach dem Tode seines Schwiegervaters, dessen ganze Erbsehaft erhielt und darauf auch von dem Kaiser mit dem bisher von den Wallseern innegehabten Erblaml-Mundsehenkeii-Amte in Oest. ob u. unt. d. E. belelmt wurde. — Mehrgenannter Ludwig v. C. Freiherr v. Wallsee kam an den Hof Kaiser liudolfs 11. und verpflanzte auf diese Art seine 1 inie nach < lestcrreich, in engerem Sinne nach Böhmen, wo sein Sohn Budolf igeb. 1585, t 1657), 1637 Maltescrordcns-Grossprior durch Böhmen, Mähren, Schlesien und Oesterreich, mit Ordensdispens aus seiner Herrschaft Oppocno ein Familien-Fidoikommiss gründete. Schon vorher, 26. 10. 1624 hatte derselbe mit seinen Brüdern Hieronymus (f 1638) und Lelius die Beiclisgrafenwiirde erhalten. — Die Linie erlosch im Mannsstammmo mit dem Sohne des Hieronvmus — Ludwig (geb. 1631, t 1693 , worauf das Fideikommiss an dio Weickard'sche, der Allodialbesitz an die Bernard'scho Hauptlinic licl. Bernard'sche Hauptlinic Dieselbe theilte sich mit den Brüdern Hieronvmus (geb. um 1480) nnd Thomas 'geb. 1483) in zwei Unterlinien, von welchen jene des Hieronvmus mit des Letzteren Urenkel Horatius (geb. 29. 9. 1..68 f 1646; zugleich mit der Asquinschen Hauptlinie in den B.-Grafenstand kam. Des Horatius beide Urenkel, die Brüder Carl Ludwig und Camillo schieden ihre Untcrlinie neuerdings. Carl Lndwig Graf v. C. n. W. liess sich im Hcrzogthuine Mantua nieder, wo er 20. 3. 1721 das adeligo Bürgerrecht der Stadt Mantua erhielt, und die ansehnlichen Güter seiner Gemalin Eleonora Fürstin von Gonzaga- Vescovati antrat. Mit seiuum Enkel Johann Bapt. geb. 11. 2. 1759, f 1813 ist dieser Mantuaner Ast erloschen. — Camillo Graf v. C. u. W. (geb. 17. 9. 1712, f 1797), Carl Ludwigs Uruder, erbte den Allodialbesitz der erloschenen Asquin'sclien Linie in Böhmen nnd NiederösteTr., und wurde so der Stammvater des bühmisch-iiiederiist. 'sehen Astes, Hicrony-mischcr Unturlinie, welcher mit dem Grafen Franz de Faula (geb. 29. 10. 1799, f sö. 10. 1859i sein Ende genommen hat. Die Thomas'sche Unterliiiie, welche in Friaul geblieben war, theilte sich mit den Brüdern Feter Anton geb. 1735 f 1821) und Anton Julius Cäsar (geb. 1740, + 1810 ebenfalls in zwei Aeste, von welchen der erstero mit kaisei 1. Diplom d. d. .Mailand 19. 2. 1857 eine Bestätigung des Grafenstandes erhielt, und zu Padua angesessen ist, während der andere zu Muscelletto und Udine blüht. Wcickhard'sche Hauptlinie. Dieselbe residirte zu Colloredo bis 1693, in welchem Jahro Hieronymus v. C., Freyherr v. W. (geb. 12.3. 1674, f 2. 2. 1726) den Fideikoinmissbesitz der Asquinschen Hauptlinie antrat, sich nach Oesterreich und Böhmen bo-gab und der Stammvater der dortigen, später fürstlichen Linie wurde, während sein Bruder Budolf (gob. 16. 4. 1676, f 1714. in der Heimath blieb und die Unterlinie zu Friaul pflanzte. Hieronymus erlangte am 13. 9. 1723 das Oberst-Erbland-Truchsessenamt in Böhmen und wurdo am 11. 12. 1724 mit seinem vorgenannten Bruder in den B.-Grafenstand erhoben. Sein, mit Johanna Caroline, geb. Gräfin Kinsky erzeugter Sohn Rudolf Josef i geb. C 7. 1706, t 1. 11. 1788; erhielt 17. 8. 1737 als Porsonalist Site und Stimme im schwäbischen Bcichsgrafcn - Collcgium, 22. 6. 1743 die Aufnahme in den alt-rudolfinischen Herrenstand Oester."s o. d. E., wurde 29. 12.1763 in den Rcichs-und 24. 12 1764 in den crbländischcn Fürstenstand nach dem Rcchto der Erstgeburt erhoben. Dessen Sohn Fürst Franz Gundacker (geb. 28. 5. 1731 • erheiratete mit Maria OBERÖSTERREICIIISCHER ADEL. 27 Isabclla, des Fürsten Heinrich Panl Franz von Fondi, Grafen v. Mansfeld Tochter, den gesainmten Allodbesitz deren Vaters, und nahm nach Cessions-Diplom vom 26. 2. 17S9 Namen und Wappen von Mansfeld an. Von seinen Brüdern war Hieronymus (geh. Sl. 5. 17:12 Cardinal, Erzbischof, und regierender Reichsfürst zu Salzburg. und Frä Josef Maria Colloredo, (geb. 11 9. 17:15) seit 1789 Grossprior des Malteserordens durch Böhmen, Mähren, Schlesien und Oesterreich. Letzterer kaufte das seinem Orden gehörige sogenannte Malteserstift Gut Strohaim im Hausruck-Viertel, welches jedoch 1810 durch weiteren Kauf an Ludwig Fürsten von Starhemberg kam. Von der Frianl'schen Unterlinie erlangte deren Stifter Endolf R.-Graf v. C. u. W. durch Vertrag mit seinen Brüdern vom Jahre 1701 für sich und seine männlichen Nachkommen das Marchisat St. Solia e Recanati. Aus seiner Descendeuz wurde den Urüdern Fabius, Rudolf, Philipp und Ferdinand init A H Erschliessung, d. d. Schönbrunn 21. 6. 1830 der Crafenstand bestätigt, hierüber jedoch kein Diplom ansgefertigt. Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass die in Görz blühenden nnd von dem Eingangs erwähnten Heinrich von Mcls abstammenden Grafen von Mcls-Collo-redo und Albuna 22. 7. 1626 den Rciclisfreihcrrn- lind 9. 7. 1707 den Rcichsgrnfenstand nebst Bestätigung des Wappens Meis und Wallsee erhielten. (K. k A.-A., H.-M., Landtafel, W., N. S. böhmischer und görzer Adel, gräfl. Taschenb.). Conciii (Concini, Conzin) (Taf. 12 . Wappen: I. In Blau ein silberner Schrägelinks-Balken, begleitet rechts von einem goldenen Sterne links von einem goldenen, mit seinen Spitzen gegen den Balken gewendeten Halbmonde. — Gekr. Helm: Blauer Flügel mit dem Schrägebalken, Stern und Mond wio im Schilde. — Decken: blau-silbern. — II. (1496). Geviert: 1 u. 4 in Roth ein gestürzter, silberner Sparren. 2 u. :i Stammwappen. — Zwei gekr. Helme: 1. Kopf nnd Hals eines grünen Drachen, aus dessen Ohren und Rachen Flaininen-büschcln hervorgehen. Decken: roth-silbern. — 2. Stammkleinod. Decken: blau-silbern. (Statt des Drachen erscheint im N. S Nichtlandständische Tiroler Geschlecbter ein rother Panther). — III. (Gräfliches 1645). Geviert mit rothem Hcrzschilde, darin eine goldene Rose Iiosseckj. Rückschild wie vorhin bei II. — Zu den beiden Helmen von II ein mittlerer, ebenfalls gekrönter Helm mit olfenem, rothen, beiderseits mit einer goldenen Rose belegten Finge und roth-goldcncn Decken. (Möglicher Weise wurde dieses Wappen, als freiherrliches, schon 1607 verliehen'. — Das Geschlecht stammt aus dem nachherigen Gross-herzogthnme Toscana, wo es in der Stadt Arrezzo sess-haft war. Jakob Concini soll sich in Urkunden 1387 und 1342 Concini, Conte della Penna geschrieben haben. Nach ihm kommen Peter nnd Laurenz 1389, Bartholomäus 1401 und 1407 vor. Anton de Concinis zog nach Süd-Tyrol, wo er sich um 1449 mit Catharina (alias Christina) von Malgoll (Malgoldi1, Erbtochter, vermälte, und mit ihr ansehnlichen Besitz überkam. Seine Söhne Johann Bapt., Bartholomäus, Nikolaus und Jakob erhielten von Kaiser Maximilian I. 1-196 eine Bestätigung über das von ihrer Mntter anererbte Geschlechtswappen, nnd pflanzte Bartholomäus v. C. zu Malgoll und Altspancr die tyroler Linie, aus welcher die Brüder Ciprian und Conrad 1607 in den Freiherrenstand erhoben wurden. Ciprian starb als der letzte seiner Linie 24. 5. 1621. — Nikolaus, des Bartholomäus Bruder, Stifter der n. ö. Linie, vermälte sich mit Lucia von Dross, der Letzten ihrer Familie, welche ihm die Herrschaft Dross bei Krems einbrachte und einen Sohn. Anton, gebar, der dnreh seine Gcmalin Catharina Müllwangcrin das Gnt Wocking. ebenfalls in N. Oe. überkam. Dieser Beiden Sohn Christoph von Con- cin, Herr zu Dross, Wocking. etc ist im Jahre 1566 in der Ritterstands Matrikel Oe.'s o. d. F. als Mitglied eingetragen. Er war mit Maria Salome von I!Osseck aus Kärnthen vermält. Seine Enkel, die Brüder Johann Ehren-reich, Hans Christoph nnd Ferdinand v. C. zu Wocking haben 1569 verschiedene Zehente in der Oberndorfer nnd St. Lconharter Pfarre Oberösterreichs innegehabt. Johann Ehrenreichs Sohn, Johann Volkard (geb. 1575) wurde 1607 mit seinen Vettern Johann Ulrich (geb. 1590), Georg Christoph (geb. 1592) nnd Ferdinand (geb. 1552) in den Freiherrnstand erhoben. — Den Reichsgrafenstand erlangte Johann Volkards Sohn, Ehrenreich Christoph 1645 mit seinen beiden Brüdern Johann Sigismund, Carl Volckard und dem vorgenannten Johann Ulrich. Johann Volckard Craf von Concin ex Comitibns de Penna, Freiherr auf Wocking, Wildenstein und Dross starb ain 25. 1.1713 als der Letzto seines Geschlechts zn Wien und liegt bei den Augustinern begraben (R-M, Akten aus dem L.-.V, W., N. S. nicht-land-ständisclier Tyroler Adel). Coi'Hflnge (Dadaz de.) (Taf. 12). Wappen: Getheilt. Oben in Gold ein schwarzer Adler. Unten in Silber drei gefluthete Balken. — Gekr. Helm: Der gekr., schwarzo Adler. — Decken: schwarz-golden. Diese Familie soll ursprünglich aus Mailand stammen und erwarb später (wann?) die Baronie Corseinge in Savoycn. Josef Baron D. de C. kam nach Bayern, wo er als chnrfürstlicher Hauptmann 1782 starb. Er hatte sich 1760 mit Maria Violanta Freiin Atzinger zu Schernegg, Erbtochter, vermält. welche ihm, unter anderen Gütern in Bayern, den Edelsitz Rahlern einbrachte, welch' Letzterer nach dem Teschener Frieden 1779, mit Abtretung des Innviertels, au Oesterreich gelangte. — Die Familie ist im Mannsstamme erloschen. ..Landtafel, N. S. bayr. Freiherrn, freiherrl. Taschenb.) Condenbov« (Taf. 13j. Wappen: In Gold ein geflutheter, rothirr Schräge-rechts-Balken. — Gekr. Helm: Schwarzer Eberkopf. — Decken: roth-silbern (N. S. bayr. Grafen bringt den Eberkopf silbern). — Nach dein histor. herald. Handbuch der gräfl. Häuser stammen die foudenhove aus den Niederlanden, wo sie ihr gleichnamiges Scliloss niiweit Löwen besassen. Die Ritter Gerolf nnd dessen Sohn Giselbert kommen nach derselben Qnclle in der Mitte des 13. Jahrb. urkundlich vor. Zu Anfang des 15. Jahrb. theilte sich die Familie in drei Linien, von welchen die Aelteste, seit 13. 10. 1790 reiclis-grälliche. die hier in Rede stehende ist. Die Zweite siedelte sich zu den Zeiten K. Heinrichs VI. in England an, und ihre Mitglieder waren Grafen von Turpingham nnd Visconnts d'olderniss. Die Dritte, Freiherrliche blüht in Lothringen nnd Böhmen. Franz Carl Graf von Coudenhove (geb. 16. 2. 1825) k. k. Kämmerer und lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses des Keichsrathes. hat sich in < >e. o. d. E. ansässig gemacht, wo derselbe, gemeinschaftlich mit seiner Ge-malin Marie, geb. von Kalergi, das landtäfliche Gut Ottensheim im Miihlviertl seit 1863 besitzt. i Landtafel. N. S. böhmischer Adel, histor.-geneal. Handbuch der grfl. Häuser . Crenueville iFolliot von) (Taf. 13). Wappen: In Silber ein rotlies Andreaskreuz Den 28 0BERÖ8TERREICHISCHEB ADEL. ganzen Schild deckt ein goldener Doppeladler. — Gekr. Hehn; Der Doppeladler. — Decken: ruth-silbern. Nach einem arret du Conseil d'Etat d. d. l'aris 12. 1. 1718. gefertigt von König Ludwig XV. soll sich ein Zweig dieses normännischen Geschlechtes in der zweiten Hälfte des 11. Jalirh. nach Grossbritannien gewendet haben. Von dieser englischen Linie, die französische war mittlerweile erloschen, blieb ein Folliot. 14.">0 in der Schlacht bei Formigny gegen Carl VII. von Frankreich verwundet, in der Norinaudie zurück, und siedelte sich bei Valognes an. Jean Francis Folüct, ein Nachkommo des Vorigen, diente unter Tnremie. mit vum Könige anerkannter Ansziichnung und zwar in Kriegsämtern, welche ausschliesslich dem Adel vorbehalten waren. Seines Enkels Jean Jacques zwei Söhne theilten das Haus in die Folliot de Fierville und in die Folliot d'Urville. Adrien, Stammvater der zweiten Linie hatte mehrere Söhne, von welchen der Aelteste Name und Stamm d'Urville fortsetzte, während der jüngste Sohn Franz Medericli Folliot Herr zu Preslc nnd d'Huison diu Grafschaft Crenneville in der Norman-die erhielt Dessen Sohu Ludwig Carl Folliot Graf von Crenneville (f 21. 6. 1840/ emigrirtu anfangs der französischen Revolution nach Ocsterruich, wurde daselbst geh. Rath, Kämmerer, General d. Cavallerie, Ritter des Maria Theresieii-Urdens und begründete durch seine Ehe mit Victoria Jndith Reichsfrciin von Poutet die nun in Oesterreich blühende Linie seines alten Geschlechts. Ludwig Graf F. v. Cr. igeb. 22. 6. 1813, t 21. 4. 1876) des Vorigen Sohn, kaufte im Jahre 1S65 dasland-täfliclie Gut Wiiidem hu Hausruckviertel, welches testamentarisch auf seines Bruders Franz Carl Sohu, Ludwig, überging. — iLandtafel. N. S. böhmischer Adel, histor. geneal. Taschenb. der grfl. Häuser/. Crollalanza Crollolanza) .Taf. 13). Wappen: I. (Stammwappen, welches die Linie iu Sicilien bis zu ihrem Erlöschen im 18. Jahrb. führte) Getheilt. üben in Gold ein rother Löwe. eine schwarze Lauze auf der Schulter tragend. Unten in Silber drei gewellte rothe Stabbalken — Gekr. Heiin: Der Löwe mit der Lanze wachsend. — Decken: roth-golden. — IL (Vermehrtes Wappen, wahrscheinlich von Kaiser Karl V., wird gegenwärtig noch vou den italienischen Linien geführt). Zweimal getheilt. Oben in Silber ein schwarzer Adler Iu der .Mitte in Gold der Löwe des Stamm-wappens. Unten in Silber diu drei gewullten. rothen Stabbalken. — Gekr. Helm: Stammkleinod. - Decken: roth-golden. - HL (1621 für Claudio Crollalanza . Zweimal getheilt. Oben in Gold ein schwarzer Adler. In der Mitte in Blau ein goldener Löwu eine rothe Lanze auf der Schulter tragend. Unten in Roth zwei gefluthete, silberne Balken. — Gekr. Helm: Der Schildeslöwu auf der Helmkrone stehend. — Decken: roth-silbern blau-gohlen. — IV. (1658) Geviert mit blauem Herzschilde, darin auf gekr. grünem Dreibergo ein silbernes Patriarchon-kruuz. 1 in Gold ein schwarzer Adler 2 in Blau aus der Theilungslinie wachsend, ein roth gekleideter Ungar, mit rothem Pelzkalpak. welcher mit schwarzem Rciher-busch besteckt ist. goldenem Gürtel und gleichem Säbel-gehiinge in der Rechtun einen blanken Säbel, die Linke iu die Seite gestützt. 3 Ein bewegtes Aleer (!/. 4 In Schwarz ein golden -r Löwe, in der Pranke einen gesenkten, goldgeschafteten. silbern geilitschten Pfeil haltend. -Gekr. Helm: Links-gcwendeter goldener Löwe, in der rechten Pranke eine golden geschattete, roth silbern ge-wimpelte Lanze abwärts haltend; ihm zugewendet der Ungar hier blau gekleidet und mit blauem Kaipak. Löwe und Ungar aus der Helmkrone wachsend. — Decken: blau-golden, roth-silbern. — V. (1078/ Getheilt mit dem ungarischen Vorderschilue im Herzschilde Oben zweimal, nnten einmal gespalten. 1 in Silber ein gekr., rother Löwe iu der rechten Pranke über die Schulter oinc golden geschattete Lanze, mit in Silber nnd Roth gctheiltoui F&lmlein, abwärts haltend. 2 in Gold ein mit der Rcichs-Kroiie gekr. schwarzer Doppcladler, auf der Brust die goldene Initiale L. 3 iu Blau ein rothgekleidcter, golden unigiirteter Ungar, mit rothein Kaipak, dieser mit schwarzem liciherbnsch besteckt, in der Rechten einen Säbel schwingend, die Liuke in die Seite gestützt. 4 das .Meer. 5 in Schwarz ein gekr. goldener Löwe, iu der rechten Pranke einen abwärts gesenkten, goldenen Speer haltend. — .'^wei gekr. Helme: 1 Der Doppeladler des '-■". Feldes. — Decken: schwarz-golden. — 2. Wie Kleinod 2 bei Wappen IV, doch der Löwe roth nnd gekrönt. Decken: roth-silbern. Aus diesem, dein Uradul der Lombardei angeliörigen Geschlechte kommt Cristoloro Crollalanza schon im Jahre 1162 zu Piuro in der Grafschaft l.'hiavcuua vor. Er ist der Stammvater aller dermalen noch blühenden Linien der Familie, während von seinem Bruder Odone die Linie in Sicilien ausging, welche mit des letzteren Sohn Cesare dorthin verpflanzt wnrde, und mit Giacoino Cr. in der ersten Hälftu des vorigeu Jahrhunderts erloschen ist. — Der in Piuro verbliebene Hauptstamm bekleidete znChia-venna ansehnliche, nur von Patriziern inne gehabte Aemter, vorzüglich jenes der Cousoli; viele .Mitglieder standen daselbst im Dienste der Kirche als lürzpriester nnd Canonici, während die übrigen durch Heirath mit dun vorzüglichsten Familien in Verbindung traten und sich, wie die meisten, selbst hochangesehenen Geschlechter Oberitaliens, dem Handel widmeten, den sie im grossen Style betrieben und bis in das Reich, die hanseatischen Hafenstädte und England ausdehnten. Die beiden Vettern Giovanni Antonio (j 24. 8 1618 bei dem Bergsturze zu Piuro i und Nicolo (geb. 1570, f 16')4i. wie deren Oheim Christoforo begründeten drei llauptlinien, von welchen die Letztere durch ihren Stammvater nach Piacenza kam und dort dermalen noch blüht. — Aus der mittleren Linie zu Cliiarenna ist Giovanni Batt. Cavaliere Crollalanza (geb. 19. 3. 1819), seit 20. 8. 1S63 Patricier von S. .Marino, seit 7. 6. 1870 Patricier von Nicotcra iu Calabrien. hervorgegangen, der bekannte Ehrenpräsident und Gründer der lieale Academia Araldica Italiaua in Pisa. Die erste vou Giov. Antonio ausgehende Hauptlinic wurde mit dessen Sohne Claudio nach Graz verpflanzt, wo derselbe um 1596 ein Handclshuus gründete und von Kaiser Ferdinand II., unter Anerkennung des schon von Kaiser Karl V. bestätigten alten Adels und Wappens d. d. 18. 10. 1621 iu den erbläudischen Adulstand erhoben wurde. Von da an nennt sich diese Hauptlinic Crollolanza. Des Vorigen beide Söhne Petur Bonaventura und Johann Anton, J. U. Dr., Professor und Bector der Universität Ingolstadt (+ 8. 4. 1683/wurden die Stammväter zweier Uuterliuicn, von welchen die letztere, tyrolische mit Anton Maria Pelcgrin if 1769) ihr Ende genommen hat. Peter Bonaventura (t zu Aussue 1. 9.1683) Herr auf Pflngsberg, kaiserl. Hofkainincrrath und Salzamts-Admi-nistrator zu Aussee, erlangte unter dem 8. 5. 1658 den ungarischen Adel mit einer Wappenvurmuhrnug (s. Wappen IV), am 12 12. 1659 das ungarische Incolat. am 20. 3. 1663 den erbländischen Ritterstand, 4. 9. 1664 die Land-mannschaft in Steiermark, 12. 2. 1665 jene in Kärnthen, 18. 1. 1672 die Aufnahme iu den jungen Ritterstand Oe.'s o. d. E., 1678 den Reichsritterstand mit einer abermaligen Wappenvermuhruiig (s. Wappen V) und schliesslich am 9. 3. 16s/ die Aufnahme unter diu neuen Ritterstands-4 durch Kauf in den Besitz des landtäilichen Gutes Weinberg und des Freisitzes Weyer im Traunviertel, welche beide Güter jedoch schon im Jahre darauf wieder veräussert wurden. (K. k. A.-A., Landtafel). CxiucMpaii (Taf. 13). Wappen: Aus der linken Oberecke ein nackter Rechtarm, in der Faust ein Bündel Späne. — Kleinod. Ein wachsender Mann, die Späne haltend. — Die Czinespan (Zynernspan. Zinispan, Cyspan) waren eines der ersten Biirgergcschlechter Freistadt's im Lande o. d. E. — Ende des 13. Jahrhunderts lebte Reichlein, der mit seiner Gemalin Matzen einen Sohn, Hermann den Zynernspan erzengte, welcher zwei Hausfrauen, Elsbeth und Reitzcn, hatte. Von der ersteren wurden ihm folgende Söhne geboren: Hermann, 1361 Spitalmeister zu Freistadt, Ulrich, Pfarrer zn Lasberg. Mertcin, Simon, ein zweiter Ulrich und Chunrad. Letzterer ist Verweser des obgenannten Spitals im Jahre 1386 gewesen, nnd hatte mit seiner IV. 5. Ehefrau Katharina die Söhne, Hanns, Thoman, Chunrad, Wenzl und Gängl (Wolfgang). Hans, der Aelteste, besass bedeutende Lehen von dem Landesfiirsten, dem Bisthuine Passau, den Herren von Rosenberg, hatte ausserdem viel freies, rittermässiges Eigen, und war mit den Harrachs, den Greisseneckern, Volkrah und Pibcr verwandt. Im Jahre 1405 siegelte er einen Kaufbrief seiner Brüder Chunrad, Wolf und Wenzl an Gundackcr v. Tannberg über den Maurhof im Wachseubergcr Landgerichte, errichtete 1417 sein Testament und starb wahrscheinlich noch im selben .lahre. Sein Bruder Wenzl (1437 noch am Leben) war 1425 in längerem l'rocesse vor dem österr. Landmarschallgerichte und dem Herzoge wegen der Lelien-schaft einer Messe in der Capelle zu St. Peter oberhalb Freistadt. Diese Lehenschaft hatte 1435 Wolfgang Cz. inne, welcher 1438 ßathsherr und 1142 Stadtrichter zu Freistadt war. Im Jahre 1423 ist Elisabeth die Zyna-spaniu Aebtissin zu Dürnstein gewesen ; Hans und Heinrich die Zinispan sind die Letzten, welche in Oe. o. d. E begütert vorkommen. Ersterer empfing am 9. 5. 1455, als der ältere, fiir sich und seinen letztgedachtcn Bruder von K. Ladislaus ein Gut am Praittenberg, Pfarre St. Oswald, bei Freistadt zu Lehen. Heiiirich, wie seiuu Nachkommen, ein felide- raub- und mordlustiger Gesell, war bereits in Böhmen einheimisch, wo er hart an der Grenze auf dem Schlosse Herschlag hauste, und im Jahre 1473, wahrscheinlich wegen des noch immer nicht beendeten Streites über die Lehenschait der Messe zu St. Peter, dem Iv Friedrich, dessen I and uml Leuten absagte. Im Bündnisse mit dem böhmischen Obersthofmeister Leo von Rosenthal. Heinrich Baubik ven Hlavatec und andereu währte die Fehde, während welcher Hcrschlag 1476 vom Grunde aus zerstört wurde, Waffenstillstände, neue Räu-bereien und Einfälle abwechselten, bis K. Friedrich die Güter der Czinespan im Lande o. d. E. 1484 einzog. Aber auch dann war noch nicht Friede und noch im Jahre 1519 erging ein neues Aufgebot gegen die unruhigen Xachbaren. Nach dem letztgenannten Heinrich erscheinen: Johann Czinspan von Herschlag 1487, (icorg Cinispan v. Herslak, Bosenbcrg'scher Burggraf zu Krumau, 13. 10. 1506, Wolfgang Czynyspan v. II., Roscnberg'scher Hauptmann zu Wittingau. Wohlthäter des Stiftes Hohenfurth 1507, Johann C/.iuispan von HerBslag als Siogler in einem Briefe des Andreas Custoss von Hradessin 22. 5. 1514, und Wolf Czynnsspan v. Harsslag im böhmischen Titular 1534. — Heinrich Cz., des Johann Sohn, legte am 22. 3. 1546 das Erbgut Herschlag fiir sich und seine Erben bei der böhmischen Landtaf>d wieder ein. Zuletzt erscheint am 11. u. 13. 8. 1590 Elisabeth Zinispaniu von Hörschlag, Gemalin des edlen nnd vesten Hanns Wauibersky von Rohatec. (R.-M., Notizcnblatt 1855 Beilage zum Archiv fiir Kunde österr. Geschichtsqucllen, H.). »aclMperfc (Taf. 13). Wappen: In Roth ein silberner Dachs. — Kleinod: Der Dachs. — Decken: roth-silbern. — (So beschreibt W. das Wappen. Die im Jahre 1597 erloschenen nieder-bayrischen Dachsberg führten denselben Schild). Die Dachsberger, wahrscheinlich ein Zweig der ehemalig reichsfreien Herren von Prambach, wussten ihren Stammsitz Dachsberg im Hausrnck-Viertel stets frei zu erhalten. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind sie auch in N. Oe. ansässig gewesen, wo sie grosses Besitzthum erwarben, wieGotfriz 1305. Bapotenstein 1327, ein Haus zu Wien 1367. Arbesbach 1371. Ulrichskirchcn 1399, Wolfgerstorf. I'ilichdorf nnd Kranberg 1402. — Um das Jahr 1320 kauften Eberliart und Wolfkcr von Dachsperich von Chunrat dem Polheimer und dessen Söhnen eine Mühle, „di do leit vuder Dachsperich an dem Gaylspach." 1327 stiftete Bich Ulrich von Dachsperg ein Seelgeräthe 8 30 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. zu Stift Wilhering. Jörg von D. wurde mit dem Hof zu Schalichpach in der Schönauer Pfarre Oe.'s o. d. E., „der von seinen Auen in gemeclits weis an in keinen ist-, am 5. 6. 1405 von Herzog Wilhelm. 12. 4. 1416 von Herzog Albrecht V. belehnt. Die Familie starb in männlicher Linie mit Georg v. D. am 30. 6. 1423 aus. Derselbe liegt zu St. Dorothea in Wien begraben. Stammtafel. Pertoldus de Dahsperch, c. 1200. \ Iricus de dahsperch bezeugt eine l'assauer Urkunde liir Most. Kremsmiinster 2. 7. 1218. Wernhart I., Gem. N. Tochter Utto's von Traun Ortolf 1201— 1266 gesessen um Zwcttul Wolfker I. 1300—1315. Gemalin Gertraud. Wittwe 1321 Heinrieh 1. 1305—1321 Ulrich II. l!'.05. Geviert mit gekr. Herzschild, darin das Stammwappen. 1 u. 4 getheilt; oben in Blau die beiden, silbernen Lilien nebeneinander; unten in Schwarz eino Krone. 2 u 3 Sassenheim. — Vier Helme, davon der 1. 3. und 4 gekrönt. 1. Der schwarze Löwe, auf der llclmkroiie stehend. — 2. Der schwarze Hut mit weissem Pelzstulp, besteckt mit den drei Straussenfedern, silbern, schwarz, silbern. — 8. Der Daun'sche Schwan. — 4. Geschlossener schwarzer Flug belegt mit einer Krone. — Decken durchgchcnds: schwarz-silbern. — VII (Variante in der o. d. E.'schen Herrenstands-Matrikel) Dreimal gespalten, einmal gctheilt. 1 u. 8 Stammwappen. 2 u. 7 in l'dan die silbernen Lilien nebeneinander 3 u 6 Sassenheim. 4 u 5 in Schwarz die Krone. — Vier Helme, davon der 1.3. und 4. gekrönt. 1. Der Schwan 2. Der Hut mit den Federn. 3. Der Löwe stehend. 4. Der Fing mit der Krone. — Decken: schwarz-silbern. — Das Geschlecht stammt vom linksseitigen Bheinufer aus dem Gcbirgslande der Eifel, wo das Stainmscliloss Dune gestanden hat. Werner, Herr zu Daun, 1209 auf dem Turnier zu Worms, theilte das Haus mit seinen Söhnen Heinrich und Wiricli in zwei Hauptlinien, von denen die Letztere. Daun-Oberstcin'sche, mit Wilhelm Wiricli v. 1)., Grafen zu < iberstein und Falckonstein gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihr Ende erreichte. Aus der mit Heinrich Herrn von nnd zn D., 1224 Marschall der Grafschaft Luxemburg, beginnenden älteren Ilanptlinie, trat 1'hilipp Kniest. Herr zu Sassenheini und Hollenfels im Bcich. in kaiserliche Kriegsdienste und wurde als kaiserl. Oberst mit seinem Bruder Johann Jakob i Deutsch Ordensritter t 1660), am 13. 12. 1655 in den Bcichsgrafenstand erhoben. Des Ersteren Sohn. Wilhelm Johann Anton if 7. 6 1706) Herr zu Sasscnheim und Callaborn. Hess sich in Oesterreich nieder, wo er die Herrschaften Ladeudorf und Kirchstetten erwarb, in N. Oe. die Aufnahme unter die alten Gcschlcchtcr des llerren-standes, dann das böhmische Incolat. das ungarische In-digenat, und unter dem 28. 12. 168-~> ein neues Beichs-grafenstands-Diplom. an Stelle des in Verlust geratheuen alten, erhielt. Die mit seiner zweiten Gemalin, Anna Maria Magdalena Gräfin von Althann erzeugten Söhne: Wirich Philipp Lorenz (geb. 19. 10. 1668, f 30. 7.1741), Heinrich Boichard Lorenz (geb. 14. 4.1673, t 13. 7. 1729) und Heinrich Dietrich (Theodor j .Martin Josef (geb. 1. 9. 1678, f 31. 1. 1761) gründeten cbcnsoviole Linien, von welchen die mittlere, bayrische mit Maximilian Josef (geb. 8. 9. 1749; erloschen ist, die jüngste, oder mährischösterreichische noch gegenwärtig blüht. Wiricli Philipp Lorenz, der Stammvater der älteren Linie, erhielt mit Diplom d d. 24. 9. 1711 von König Carl III. von Spanien, nachhcrigcm Kaiser Carl VI., das Fiirstenthnm Teano sammt dem ucapolitauischcn Fiirston- i JBERÜtsTEBREICHISCJlEB ADEL. 31 stände und wurde 1713 zum Vicckönig von Neapel und LIcilien ernannt. Sein Solln Leopold Josef Maria Graf und Herr von nnd zu Daun, Fürst von Teano (geb. 24. 9. 1705, t 5. 2. 1760), Maria Theresias grosser Feldherr, häufte im Vereine mit seiner Gemalin Maria Josefa, geb. Gräfin von Fuchs zu Bimbach uud Dornheim, 1755 die Herrschaft Nicdcrwallsce iu N. Gest.. wodurch derselbe, ua sich deren Gebiet auf das jenseitige Donauufcr in das Iiiachlaud erstreckto, auch in Oe. o d. E. begütert und dosshalb 18. 11. 1757 als Mitglied des alt-rudolfiuischcn Herrenstandes dieses Landes angenommen wurde. Mit seinem Enkel Josef Albin Franz 'geb. 1. 3.1771,11851) erlosch dio Linie jedoch wieder, woranf Niederwallsee 1352 au die grfl. Wickcnburg'sche Familie verkauft wurde. (K. k. A.-A., Deutschordens-Centraiarchiv, H.-M., Landtafel, W.) Dieudorf'er (Taf. 14). Wappen: In Grün Kopf uud Hals eines rätselhaften, silbernen Thieres mit den Hauern eines Keulers. — Kleinod: Die Schildligur. — Decken: grün-silbern.— (Dieses sonderbare Wappen bringt Hoheneck in seinem III. Bande, von wo es in die Eitterstandsmatrikel überging. Ein ungeschickter Siegelstccher oder ein Steinmetz werden mit dem Bilde wohl einen Eber haben darstellen wollen). Die Diendorfer sind ein Mühlviertlcr Geschlecht aus der Gegend von Diendorf. Pfarre Peilstein. Im Jahre 1434 erwarben sie von den Harrachern den Edelsitz Gneussenau fGnäwz£onau\ welcher bis 1524 in ihren Händen blieb. Ihre Stannnreihe ist folgende: Friedrich Diendorfer. 1417 Jörg L 1434, Gem. Anua, \\ ittwe 1453 ' Hanns 1443- 1502 Stephan 1467-1500 Jörg 11. 1521 —152-1. Friedrich kommt als Zeuge iu Volkenstorf sehen Briefen vor. Jörg Dierndorfer zu Gneussenau stiftet 18. 7. 1434 zum Gotteshause iu Kleinzell. welche Stiftung dessen Wittwo 5. 6. 1453 vermehrte. Die Brüder Hanns und Stephan Dyenndorl'er zu Cneussenau vertauschten 6. 10. 1467 drei Güter zu Dyenndorf in der l'eilsteiner l'farre au Ulrich von Starhemberg gegen einen Hof zu Wcig-leinstorf und einen halben Zelient auf dem Bauhof zu Gneussenau. Jörg D. zu Gneussenau erscheint urkundlich in den Jahren 1521 und 1524. — (R.-M, Stmadt-Velden, IL» J>ietrichstefn (De lapidc theodorico) (Taf. 14. 15). Wappen: Aelteste: a. In Roth der Buchstabe A. silbern, beseitet vor einem Schwerte und einem Dolche, Spitzen aufwärts. — b. (Nach 1320; In Roth eine goldene 1 orngarbe, beseitet von zwei Winzerinesserii an goldenen Heften, Schneiden nach auswärts, c. In Roth eine goldene Krone, darüber pfahlweise die Winzcrmesser. — d. In Roth zur 1'fahlstelle die Winzermesser, darüber eine Krone. - Gekr. Helm: Drei Straussenfedern, belegt mit Messern nnd Krone. — Decken: roth-golden. — I. (Stammwappen, 15. Jahrh.) Von Roth und Gold sclirägerechts getheilt, darin, Schneide auswärts, zur l'fahlstcllc, zwei silberne Winzermesser au goldenen Heften. — Gekr. Helm: Drei Straussenfcdorn, belegt mit den abgekehrten Winzermessern. — Decken: roth-golden. — 11. (nach 1506; Geviert. 1 Stammwappen. doch schrägc-links in Gold und Roth getheilt. 2 in Silber ein blutig abgehauener, schwarzer Greifenfnss (Hollenburg). 3 in Schwarz ein silberner Sparren (Schenk v. Osturwitz, Erb-landmundschenkenauit iu Kärnthen 4 in Gold zur Pfahl-steile eine gewundene, schwarze Schlange (Finkenstein).— Gekr. Helm: Schwarzer llahnenfederbusch, belegt mit den Winzcrmesscru. — Decken: roth-golden, schwarz-silbern. — III. (Freiherr! 1514) Geviert. 1 Stammwappen. 2 Osterwitz. 8. llollenburg. 4 Finkenstein. — Zwei gekr. Helme: 1. Hahneiifuderbusch mit den Messern. Decken: roth golden. — 2. Schwarzer Flügel mit silbernem Sparren. (Osterwitzi. Decken: schwarz-silbern. — IV. «.Gräfliches, 16311 Geviert mit dem Stammwappen im llerzschilde. 1 llollenburg. 2 iu Roth ein silbernes Kreuz (Rottal). 3 Uslcrwitz. 4 Finkenstein. — Fünf gekr. Helme: 1. Osterwitz. — Decken: schwarz-silbern. — 2. Der Greifenfuss stehend auf der llclmkrune (llollenburg). Decken: schwarz-silbern. — 3. Stammkleinod. Decken: roth golden. — 4 Offener, rother Flug, dazwischen ein silbernes Hochkreuz (Rottal). Decken: roth-silbern. — 5. Drei goldene Straussenfedern. belogt mit dein Bilde von Finkenstein. — Decken: schwarz-golden. — V. (Gräfliches 1652) Schild wie bei Wappen III. — Vier gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: roth-golden - 2.llollenburg. Decken:schwarz-silbern. -■ 3. I Isterwitz Decken: schwarz-silbern. — 4. Finkenstein Decken: schwarz-golden. — VI. i Dietrichstein Proskau) (ieviert mit dem Stammwappen im Herzschilde. 1 u. 4 von Gold und Schwarz getheilt. darin ein natürlicher Hirsch (Proskau;. 2 n. 3 von Silber und Roth gespalten darin zwei mit der Rundung gegen einander gekehrte Hufeisen, farbengcwcchselt (Zerovsky). — Drei gekr. Helme: 1. Der Hirsch von I'r»skau wachsend. Decken: schwarz-golden. — 2. Stammkleinod. Decken: roth-golden. — 3. Geschlossener, wie das Feld von Zerovsky bezeichneter Flug. Decken: roth-silbern.— VII (Dietrichstein-Proskau). Dreimal gespalten, einmal getheilt, mit dein Stammwappen im llcrzscliildc. 1 u. 8 Proskau. 2 llollenburg. 3 Rottal. 4 und 5 Zerovsky. 6 Osterwitz. 7 Finkenstein. — Sechs gekr. Helme, von welchen der 5. u. 6. neben dem Fussrande des Schildes ruhen. — 1. llollenburg. Decken: schwarz-silbern. — 2. Stammkleinod. Decken: roth-golden. — 3. Ituttal. Decken: roth-silbern. — 4. Proskau. Decken: schwarz-golden — 5. Osterwitz Decken: schwarz-silbern. — 6. Finkenstein. Decken : schwarz-golden. — Dieses vornehme Geschlecht kommt urkundlich seit dem Jahre 984 im Kärnthner Uradcl vor. Der nähere gemeinsame Stammvater ist i'ankraz v. 1). (f 1508), dessen Söhne Franz und Sigmund, — beide Freiherrn 8. 7. 1514, — die HauptliuieiiWeichsclstudt-Rubciisteiii und llolleuburg-Fiukeusteiu begründeten. Erstere theilte sich mit den beiden Söhnen ihres Stifters, Seyfried nnd Leonhard, iu zwei Uuterlinien, — in die mit Johann Christoph und Johann Franz 1652 in den Reichsgrafciistand erhobene, und 1859 mit dem Grafen Max Disuias erloschene ältere, uud iu diu mit den beiden Brüdern Johann Balthasar und Sigmund Ludwig 19. 8. 1631 reicliBgräflich gewordene, uud 1861 mit dem Grafen Johann Douglas im Maunsstainme erloschene jüngere Unterlinie Vorgenannter Sigmund Ludwig Graf v. D f 1678), von K. Ferdinand III. 1637 mit dem grossen Palatinnt begabt, vermälte sich mit Anua, Tochter des Leonhard, letzten Grafen von Mcggau, welche die väterlichen Herrschaften Greinburg und Ruttenstein im Machlande ererbte, zu denen Sigmund Ludwig die Grafschaft Kreuzen und Herrschaft Arbing durch Ankauf von seinem Schwager Carl Gottfried Grafen v. Breuner nnd dessen Gemalin Maria Anna, geb. Gräfin v. Meggau. fügte. Mit dieser neuerlichen Ansiedlung des Geschlechtes im Lande o. d.E. — (über die früheren Besitzungen siehe die nachstehende zweite Hauptlinic) —, erfolgte laut Schluss des Herren-uud Kitterstandes vom 27. 2. 16«4 die Aufnahme des gesummten fürstlichen und gräflichen Hauses Dietrichstein 32 'OBERÖSTERREICHISCHER A DEL. in das Consortium des Herrcnstandes. Die vorgenannten Herrschaften blieben jedoch nicht lange iu Händen der Familie, nachdem schon Sigmund Ludwigs Enkel, -Graf Philipp Seyfried 1701 Kreuzen und Arbing, 1709 Greinburg und Buttenstein wieder verkaufte. Die zweite Hollenburg - Finkenstuin'sche Hauptlinie zerfiel mit ihres Stammvaters Sigmund Söhnen, Sigmund Georg und Adam in die ältere österreichische und die jüngere mährische Unterlinie. — Enten wurde von dem Sohne Sigmund Georgs und dessen Gcmalin Anna Herrin von Starhemberg, Bartholomäus (geb. 1579 f 1680) weiter fortgepflanzt und auch im Lande o. d. E. sessliaft gemacht, indem Letztgenannter durch seine Ehe mit Elisabeth Herrin von Fränking dio Herrschaft Riedau, ferner durch Kauf die Herrschaft lioith und das Landgut Innern-see, sämmtliche im Hausruck-Viertel, erwarb. Bartholomäus war von 1613—1617 Herrenstandsverordneter und rückte während dieser Zeit. 14. 7. 1615, aus dem jungen in den alten Herrenstand Oe.'s o. d. E. vor. Dio Besitzungen daselbst aber gingen durch Verkauf zum Thüle noch bei seinen Lebzeiten, zum Theile bald nach seinem Tode in andere Hände über. Seine Söhne Christian und Gundacker erlangten 1656 den Reichsgrafen- und letzterer ad personam 1684 den Reichsfürsten-Stand. Utto Heinrich. ein dritter Sohn, pflanzte die Linie weiter fort und wurde des Letzteren Enkel Gundacker Ferdinand, nachdem er als Erbe seines Grossoheims, des Fürsten Gundacker, das von diesem errichtete n. ö. Fidcikommiss angetreten hatte, am 3 3. 1693 in den Reichsgrafenstand erhoben. Mit dessen Urenkel, dem Grafen .losef Carl Ferdinand (geb. 19. 10. 1764, f 1825) ist diese ältere, österreichische Unterlinie wieder erloschen, nachdem kurz vorher deren letzter Sprosse, die schon einmal in Händen der Familie gewesenen machland'schcn Herrschaften, Kreuzen, Arbing, Greinburg und Ruttenstein, ferner Prandegg mit Zellhof nnd Aich im Jahre 1810 gekauft, aber noch vor seinem Tude zwischen 1816 und 1S25 sämmtliche wieder veräussert hatte. Aus der jüngeren von Adam Herren v. D., welcher 1575 dio Herrschaft Nikolsburg in Mähren kaufte, ausgehenden Unterlinie, wurde dessen Sohn Franz (geb. 1570, t 1636 ' Cardinal und Bischof 711 Olmütz. am 26. 3. 1621 in den Rcichsfürsteiistand mit dem Rechte erhoben, dieso Würde auf ein anderes Mitglied des Geschlechtes zu übertragen. Deragemäss bestimmte er seines Brnders Sohn Maximilian (geb. 1596 f 1655) zum Nachfolger. Derselbe erhielt 1631 von Kaiser Ferdinand II. dio Bestätigung der Rcichsfiirstenwürde nach dem Rechte der Erstgeburt, für seine übrige Descendenz den Reichsgrafenstand, und durch Verwendung Kaisers Ferdinand III. 28. 2. (3. ?j 1654 Sitz und Stimme im Reichsfiirstenrathe gegen eingelegte Reservation wegen Anschaffung eines freien Reichs-gutes. Maximilians Sohn Ferdinand Josef (geb. 1636, + 1698) brachte wegen dieser Verpflichtung 1684 dio Herrschaft und Bergfestung Trasp in Tvrol an sich, welche nun als freie Ruichsherrschaft erklärt und darauf (las fürstliche Votum am Reichstage gegründet wurde. Später, als Trasp zu Graubiindten geschlagen worden war, erwarb das fürstl. Dietrichstcin'sehe Haus die Reichsherrschaft Neu-Bavensburg in Schwaben unter den nämlichen Prärogativen. Ferdinand Josefs Enkel Carl Maximilian Fürst v. D. (geb. 2K. 4. 1702) erbte von seinem Grossoheini Georg Christoph, letztem Grafen von Proskau, dessen Güter in Schlesien 1.1782 an die Krone Prenssen verkauft; nnd nahm hierauf Namen und Wappen eines Grafen von Proskau an, wozu dessen Sohn, Fürst Johann, noch den Titel eines Grafen von Leslie fügte, nachdem er am 8. 2.1802, nach dem Ausgange des gräil. LeslioBchen Manns-stainmes, die Fideikoinmiss Herrschaften dieses Hauses in Steiermark und Böhmen ererbt hatte. Diese jüngere fürstlich Dietrichstein-Nikolsburg'sche Linie erlosch 1864 mit dem Grafen Moriz Josef, welcher nach dem Tode Beines Bruderssoluies, des Fürsten Josef (f 1858) auf den fürstlichen Stand verzichtet hatte. Hierauf wurde auf (irund des oben genannten Diploms vom 26. 3. 1621 die fürstliche Würde nach dem Rechte der Erstgeburt auf Alexander Grafen von Meusdorf-Pnuilly, — den Genial der zweiten Tochter des vorgenannten Fürsten Josef, Alexandrinc, — durch A. II. Diplom vom 20. 3. 1869 übertragen. Das Haus Dietrichstcin hatte das Erbland - Jägcr-ineisteramt in Steiermark und das Erbland-Mundschenkenamt iu Kärnthen inne. (H.-M., Landtafel, N.-S. Kärnthncr, böhmischer und schlesischcr Adel, W.). »IcteiiHhnliiicr (Taf. 15). Wappen: Auf einem Dreiberge drei Cy pressen i.Pap-peln). — Gekr. Helm: Die drei Bäume des Schildes. Leonhart D. war von 1488 - 14U2 Auwalt in Oe. 0. d. E. und 1491 zu Linz, Beisitzer als Kaiser Friedrich IV. Regensburg in die Rciehsacht erklärte. 1512 verkauften des Vorigen Kinder, Sigmund D. und Barbara. Georgs Tettenshaimer liausfrau einige Güter in der Waitzenkirch-ner und Schönauer Pl'arre. Sigmund Diettcnhaimcr auf Diirnkrut in N.-Ö., von welchem VVissgrill meint, dass er eines Geschlechtes mit den Obigen gewesen sei, erhielt von Erzherzog Ferdinand 1522 verschiedene Zehente, Gülten und Gründe zu Diirnkrut zu Lehen. (R.-M., Ii. W.). DorulV9«l (Pingizer von). (Taf. 15). Wappen: Geviert. 1 und 4 in Silber ein schwarzer Adler. 2 und 3 in Roth eine eingebogene goldeno Spitze, darin*ein mit fünf (1, 2. 2) grünen Blättern besetzter Zweig. — Zwei gekr. Helme: 1. Schwarzer Flügel. Decken: roth-golden. — 2. Zwischen zwei in Gold nnd Roth übereck gctbcilten Hörnern, der Zweig. Decken: schwarz-silbern. Mit Diplom d. d. Wien 2. 4. 1756 erhob Kaiserin Maria Theresia die Brüder Josef und Andreas Xavcrias Pingizer, welche beide mit der Oberadministration der gesammten österreichischen Tabakgefälle betraut waren, iu den Ritterstand mit dem Prädikate: .Edle von Dornfeld-. Johann (ieorg P.Edler v. D., 0. d. E.'schcr Landrath, der königl. böhmischen und österreichischen Erb-laude Ritter, reichte im Oktober 1775 bei den Ständen sein Gesuch um Verleihung des 0. d. E.'scheu Indigenats ein und wurde im Monate darauf in den jungen liitter-stand aufgenommen. Seine Söhne Josef, Anton, Johann und Jakob wurden noch in demselben Jahre introducirt und auf die junge Ritterbank angewiesen. Anton Edler v.D. ist im Jahre 1S05. Josef 1808, Jakob 1824, Johann Nep. Ritter v. D., k. k. Regierungsrath und Kreishauptmann des Traunviertels, 1832 in den Ausschussrath, Letzterer 1845 auch zum Verordneten des Ritterstandes gewählt worden. Des Vorigen Sohn Moriz wurde am 15. 9. 1845 in die ständische Versammlung eingeführt, und Jakob Edler v. D. war vom April 1849 bis April 1861 Mitglied des vereinigten Landescollegium, dessen Wirksamkeit in lutzgedachtem Monate aufhörte. (R.-M., Acten im L.-A.). Drul I (Taf. 15). Wappen: Nicht bekannt. Siegel des Ulrich Dratl 1358: I111 Sicgclfelde ein Adlerfliigel, belegt mit einer siclielartigen Figur, oder nach Ii. .mit einem Wcllen-weiss geschobenen Stuck Drat." Legende: S. Ulrici Dratel. Es ist die Familio der Dratl in die Rittcrstands-Ma- OBEBÖSTEBBEICHISCHEI? ADEL. 33 trikel aufgenommen nnd dies der Grund, warum auch ich derselben einen eigenen Artikel widme. Ulrich der Dratl verkaufte 1358 den Gruebhof. in der Pfarre Taufkirclien u. sind bei diesem Anlasse Siegler: Sein Oheim Chadolz der Grueber und sein Freund Ulrich von St. Jörgen. — Die Jörger führten bekanntlich einen offenen Flug, belegt je mit einem Pfingmesser. — Berücksichtigen wir nun, dass Ulrich der Dratl in der I'farre Taufkirclien. also in aller Nähe jener Gegend begütert war, in welcher die Jörger angesessen gewesen sind, dass er in dem oben angezogenen Kaufbriefe den Ulrich von St. Jörgen seinen Freund, d. Ii. seinen Verwandten nennt, und nelimen wir hierzu noch des Dratl Siegel, so kann es für unzweifelhaft gehalten worden, dass die Fignr auf dein Flügel nichts anderes als dio nndcutliche Darstellung eines l'fluginessers und Ulricli der Dratl einfach ein Jörger sei. (B.-M., H.). nürcliltttim-^Ioirtniarliii • Eckbrecht von). (Taf. 13). Wapp en 1: Jn Silber ein doppelter, schwarzer Maueranker. — Gekr. Hehn: Offener, silberner mit dem Schildesbild beiderseits belegter Fing. Decken: schwarz silbern. II. (Gräfliches 1764). Geviert. 1 und 4Stamm-wappen. 2 und 8 unter von Gold nnd ßotli geschachtem Haupte in Silber schräge rotli gegittert (du Maz-Mont-martin). Vier gekr. Helme: 1. Geschlossener, silberner, mit dem Bilde von 1 belegter Flug. Decken: schwarzsilbern. - 2. Fünf Straussenfedern, abwechselnd silbern, rotli. Decken: schwarz silbern. -- 8. Ein schwarzer Adler. Decken: roth-silbern. — 4. Geschlossener, rnther, von einem silbernen Balken durchzogener Flug. Decken: roth-silbern. Dieses, dem pfälzischen Uradel ungehörige Geschlecht, hatte vom Reich, den Pfalzgrafen bei Bliein, der Abtei Klingenmünster, den Grafen von Eberstein. Grafen von Leiningen, den Herren von Ettendorf, von Lichtenberg, n. s. w. Lehen innc, nnd besass ganz oder theilwoise die Burgen Dracheufels, Heucliclheim, Weiskirchen, Alt- nnd Ncu-Winstein, Huneburg, Gross- und Klein-Geroldsock, Maursmünster, Lützclbnrg und Fröschweiler. Sie waren auch Burgn-anncn in Hagenau, Lautcrbiirg und Deidesheim. Conrad v D. war 1217 Bischof von Worms, Stc-fanus de Duringheim lebte 1837. Heinrich v. D., Bitter, ist 1396 Hauptmann der Schlegler-Gesellschaft, Johannes 1469 Canonicus in Basel gewesen. Karl Lndwig Freiherr v. D., herzogl. württemberg'-scher Minister, vcrnnilt mit der Tochter des 1778 verstorbenen letzten Beichsgrafen von Montmartin, ererbte durch seine Gemalin Namen und Wappen dieser letzteren Familie, wie auch die beiden Bittergüter Thürnhofen und Kainberg in Bayern, und wurde d. d. 3. 9. 1761 als kaiserl. Beichshofrath von Kaiser Franz I. in den Reichsgrafenstand erhoben, Friedrich Wilhelm Graf Eckbrecht von Dfirckheiin-Montmartin geb. 25. 2. 1823', verm. 28 4. 1862 mit Maria Franciska Gräfin von Althann, wählt gegenwärtig wegen des landtäflichen Gntes Ilagenberg im Machlande, seit 15. 1. 1867 in dessen Besitze, im Grossgrundbesitze Oe.'s o. d. E. (N. S. bayr. Grafen, Landt, das goldene Buch von Strassbnrg, von J. Kindler von Knobloch). DUraperger (Taf. 16). Wappen: In Blau und Silber gctheilt Oben ein natürlicher Fels. Unten ohne Bild. Die Diirsperger wurden im Jahre 1525 bei Errichtung des ersten Gültenbnchcs als in Oe. o. d. E. angesessen und zu den Landleuten gehörig, eingetragen. — IV. 5. Weiter konnte Uber diese Familio nichts gefunden werden. — (R.-M., H.). Eckhardt. (Taf. 16). Wappen I: (1501). In Gold drei schwarze Spitzen, auf welchen oino Krone ruht; aus dieser wachsend ein schwarz behaarter und bebarteter Mann, in schwarzem Bocke, einen rothen. schwarz gestülpten Judenhut auf dem Haupte, in der Beeilten einen Streitkolben, in der Linken eine golden geschaftete Hellebarde haltend, — Gekr. Helm: Der Schildesmann, mit Strcitkolben und Hellebarde, wachsend. — Decken: schwarz-golden. — II. (1645) Geviert mit silbernem Herzschilde, darin drei schwarze Spitzen, auf welchen eine Krone ruht. 1 u. 4 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 2 und 3 .Stammwap-pen, der Mann mit goldener Leibbinde. — Zwei gekr. Helme: 1. Ein gekr., schwarzer Doppeladler. Decken: schwarz golden. — 2. Der Mann des 2 Feldes, statt des Hutes eine „heidnische" Krone auf dem Haupte. Decken: schwarz-silbern. — III. 1691. Stimmt vollkommen mit dem vorigen Wappen iibercin, nur sind dio Helme um einen dritten, welcher als erster gestellt ist, vermehrt. Kleinod desselben: Uftener in Gold und Silber gethcilter Fing, dazwischen, wachsend, ein silbernes Einhorn i Mayr). Decken: schwarz - golden. — Decken des 2. Helms: schwarz-golden, schwarz silbern. Leonhardt Eckhardt zum Hammer wurde von Kaiser Maximilian I. d. d. Liuz 10. 2 1501 in den Reiehsadel-stand erhoben. Dem Anton Eckhardt, Stadtrichtcr zu Linz und Besitzer des Schlosses Thann bei Ste.vr dehnte Kaiser Ferdinand II. d. d. Wien 13. 6 1632. unter gleichzeitiger Verleihung des Prädikates „von der Thaan," dessen adelige Bcichsprivilcfrien auf Oe o. d. E aus, und verlieh ihm mit A. H. Resolution d d. Begensbnrg, 19. 1. 1637 die Landinaunschaft in letzt gedachtem Lande. — Mit weitorem Diplome Kaiser Ferdinands III. s. d. Linz, 12. 9. 1645 wurde dem Anton Eckhart von der Thaan eine Wappeiibcsscrung crthcilt. Der seiner Ehe mit einer geborenen von Mayr entsprossene Sohn Johann Anton, nachgehends der liöm Kaiserl ,Maj. Rath, n. ö. Regierungsrat Ii und o. d E."scher Vicedom, ist unter dem 8. 3 1659 dem jungen Ritterstaude incorporirt worden nnd erhielt von Kaiser Leopold 1 am 2. 12. 169-1 nebst der Denomination „zum Hammer, Edler Herr von der Thaan- eine Wappen Vermehrung durch Hinzufiignng des Mayr'schen Helmes. Vermält mit Maria Franziska von Mitterhofeu hatte Johann Anton einen Sohn Johann Paul, in der Folge der Rom. Kaiserl Maj Rath. Landrath, Administrator des kaiserl. Vicedom-Anites in Oe. o d. E. und Herr zu Stadlkirchen, welcher Johanna Magdalena Freiin von Kunitz ehelichte. Dieser Beiden Solin Johann trat 1754 den Besitz von Stadlkirchen an, welches 1773 durch Kauf an Heinrich Fürsten von Auersperg gedieh. (K. k. A.-A., B-M, Landtafel II.). KrkliMtufii (Taf. 16). Wappen I: (bürgerliches) Gespalten. Vorne in Both zwei silberne, achteckige Steine übereinander. Hinten in Schwarz ein von zwei goldenen Sternen begleiteter, goldener Schrägerechts Balken, belegt mit einem schwarzen Greif. — Kleinod. Offener, rechts in Both und Silber, links in Gold nnd Schwarz getheilter Flug. Dcckcn- schwarz golden, roth silbern. — iSartory) Geviert. 1 nnd 4 in Gold Kopf und Hals eines Mohren mit silberner Kopfbiude 2 nnd 3 in Roth ein silberner Schwan. — Gekr Helm: der Schwan. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. - II. (1616) Geviert. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Greif in den Vorderkrallen ein goldenen Stern 9 34 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. haltend. 2 und 3 in Roth, Bteliend auf einem silbernen Steine, der Sartory'sche Schwan. - - Gekr. Helm: Zwischen dem Eckhstaiifsehen Flug der SartoTy'sche Mohrenkopf. — Decken: schwarz-golden. roth-silbern. — III. (1622) Rückscliild wie vorhin II, umwunden von einem natürlichen, sich in den Schwanz blässenden Lint. Im Herzschilde das 1. Feld von Sartory. — Kleinod und Decken wie vorhin bei II. — IV. (1641) Geviert mit Herzschild, darin das 1. Feld von Sartory. 1 in Gold ein gekr., schwarzer Greif, in den Vorderkrallen einen schwarzen Stern haltend. 2 und 3 getlieilt; oben in Roth zwei silberne Schrägelinks-Balken (Hütter v. Hiittershoven); unten in Roth ein silberner Schwan. 4 in Blau ein gekr., silberner Greif (Hütter v. Hütterslioven). — Der liiick-schild von dem Lint umwunden. — Zwei gekr. Helme: 1. Wie bei II. Decken: schwarz-golden. 2. Wachsend ein silberner Greif, dessen Krone mit drei (roth-silbern-rothj Straussenfedern besteckt ist. Decken: roth-silbern. Albrecht Eckhstain wurde von Kaiser Mathias d d. Prag 3. 10. 1616 in den rittermässigen Adelstand mit dem Prädikate „von Erneckh" erhoben und dessen Wappen mit jenem des t Reichshofkanzlei-Registrators Kaspar von Sartory vermehrt. Nach dem bezüglichen Diplome hatte Albrecht drei Sölme: Sigmund, Buchhalter der kaiserl. Kammer in Schemnitz, Andreas, Buchhalter des kaiserl Hofzahlamts, und Christoph, in Verwendung bei der kaiserl. ßeichs- und ÖBterr. Hofkanzlei-Registratur. — Mit Diplom Kaisers Ferdinand II. d. d. Wien 22 5. 16J2 erhielten die Brüder Christoph, Oberproviant-Lieutenant, und Pankraz Eckstain von Ehrenegg nebst dem Einstandsprivilegium auf das Gut Herrmannsdorif, eine Bestätigung ihres rittermässigen Adels, — vielleicht desswegen, weil Pankraz in dem enten Diplome nicht genannt war, — und eine Wappenbessernug. — Christoph ff 27. 12. 1650) Herr zu Ilermannsdorf, Kuenring und Enzersdorf a. d. Fischa in N. 0. , k. k. Proviantamts-Obcrstlicuteuant ward am 19. 1. 1629 in den jungen Bitterstand Oe.'s o. d. E., 4. 5. 1630 in jenen N. Ü.'s aufgenommen und wurde ihm mit kaisjrl. Diplom, d. d. Regensburg 11. 6. 1641 nebst Verleihung des kaiserlichen Rathstitels das Wappen mit jenem der im MannBstamme erloschenen Hiitter von Hiittershoven vermehrt — Er ist mit Maria Magdalena Hiitter von Hiittershoven (f 11. ö. 1658) vermalt gewesen und hatte aus dieser Ehe zwei Söhne, Johann Sigismund und Johann Hieronymus, mit welchen die Familie erloschen zu sein scheint. (K. k. A.-A., R.-M., H., W.). Egeiiberger (Taf. 16). Wappen: In Ii lau schrägelinks oine goldene Egge. — Gekr. Helm: Offener blauer Fing. — Decken: blaugolden. Egcuberg liegt südlich von Lambach, unweit Vorch-dorf und des Albenflusses nnd kam im 14. Jahrh. von Oesterreich zu Lehen. Am 5. 9. 1287 war Tiemo de Egenpcrg Zeuge in einem Vergleiche zwischen den Pol-heimern und dem Stifte Kremsmünster Uber die Fischerei am Ausflusse des Alben-See's und am 1. 5. 1313 in einem SehenkungBbriefe Christian* von Wolfseck an Klost. Lambach. Otacher von Egenperge hatte für sich, seine Hausfrau Agnes und seine Kinder das Gut Innskirchen von den Herren von Schaumbcrg inne nnd versprach diesen am 12. 3. 1332 daselbst eine Vcsto zu banen, wenn er hierzu die Erlaubniss von den Herzogen v. Oesterreich erhalte. 1340 verkaufte .Stephan der Eginperiger, liern Otachers Sun von Egcnperg, dem Got genad" auf Rath seiner Oheime, Wilhalms von Winspcrch, Chorherrn zu Passau, Cliorlcin des Reclis und nainriehs des Wurmtha-lers verschiedene von dein Stifte KreinsmiinBter zu Lehen rührende Zchente und löste 1342 die Kirche Vorchdorf von aller Zinspflichtigkeit gegen letztgenanntes Kloster, indem er gleichzeitig in der Egenberger Capelle zu Vorchdorf eine ewige Messe stiftete. Am 17. 6. 1343 verlieh Herzog Albrccht zu Oesterreich, Steyr undKärnthcn dem Dietel Aistersheimer die Veste Egenberg, welche dessen Schwager Stephan E. aufgesendet hatte, und 1364 urkun-dete Rudolf Herzog zu Oesterreich, dass es Hannsen dem E., — wohl Stephans Sohne, — frei steho mit den Lehengütern , die er Wernhart dem Aistershaimer gegeben hat, nach Belieben zu tliun. Herr Hans der Egenberger, Ritter, erscheint noch 1374 als Siegler einer Lambacher Urkunde. Im Anfange des 16. Jahrhunderts kam Egenberg an die Fernberger, welcho das Egeuberg'scho Wappen za dem ihren aufnahmen. (R M., U-B., H.). KgeudorlVr (Taf. 16). Wappen: Gespalten. Vorne gcrautet. Hinten drei Schrägerechts-Balken. [Dieser Art ist der Schild in der o. d. E.'sclien Ritterstands-Matrikel dargestellt. Nach W. wäre die vordere Spalthälfte schräge gegittert, dio hintere in Silber und Roth fünfmal sclirägerechts getlieilt gewesen). Ueber diese Familie standen keine vcrlässlichen Quellen zu Gebote. Die Egendorfer zu Egendorf sind ein niederösterreichisches Geschlecht gewesen, aus dem Cun-radus de Egendorf 1271 einen Schenkbrief der Gisela von Veldsperg bezeugt, Hcrbordus de E. 1308 lebt und Dietrich Egendorfer 1312 und 1323 in Urkunden deB Stiftes Mölk erscheint. Ulrich E. und Beine Hausfrau Diemuth verkauften Samstag vor St. Augustinstag 1345 „dem crwiirdigen Probst Dietmar uud der Sammnng Ge-main des Gottshaus zu St. Pölten" einige Grundstücke. Wolfgaug Lazius in seiner Chorograpliia Austriae zählt die Familie unter die längst abgestorbenen, während die o. d. 13. sehe Ritterstands-Matrikel sagt, dasB dieselbe noch 1655 im Lande begütert gewesen und unter die Landleuto gezählt worden sei. (R.-M., H., W.). lüggenberg (Taf. 16. 17). Wappen 1: (Nach dem Wappen auf der Prunk-maulthierdecke des Fürsten Johann Christian von Eggenberg, 1673) Geviert mit silbernem Herzschilde darin eine Krone und göppelförmig mit den Köpfen gegen diese drei schwarze Raben (Stammwappen). 1 in Silber fünf (2, 1, 2) rotho Rosen (Crumau). 2 in Roth und Blan gespalten, darin ein gekr., silberner Adler (Adelsberg). 3 in Blau zur Pfahlstcllo ein gesenkter, goldener Anker (Pettau;. 4 in Roth ein silbernes Rad (Radkcrsburg). — Fürstenhut. — II. Getlieilt und zweimal gespalten mit demjStammwappen im Herzschilde, daselbst statt der Baben drei Adler, welche jedoch wohl nur irrthümlich statt der Raben geführt wurden. 1 Crumau. 2 von Gold und Blau getlieilt mit silbernem Ankerkreuze auf silbernem Monde (Gradisca). 3 in Roth ein silberner Adler (Aquileja). 4 Adelsberg. 5 Pettau. 6 Radkorsburg. Sieben gekr. Helme: 1. Ein silbernor Fliigel (auch silberner Adler) belegt mit den Rosen von Crumau. Decken: roth-silbern. — 2. Auf dem Monde das silberne Ankerkreuz von Gradisca. Decken: blau-golden. — 3. Ein blauer Flügel belegt mit einem goldenen Deckelbecher (wogen des Erb-land-MundschenkenamteB in Krain). Decken: blau-golden. — 4. Der Reichsadler, auf der Brnst don Schild von Österreich, dessen Balken mit F. II. (Ferdinand II.) belegt ist. Decken: schwarz-golden. — 3. Ein rother Flügel, belegt mit zwei geschrägten Sceptcrn (wegen des Erbland-Marschallamtes in Oe. o. und u. d. E.). Decken: roth-golden. 6. Blauer Flügel, belegt mit dem Anker von Pettau. Decken: blau-golden. 7. Das Rad von Rad-kersburg. Decken: rothsilbern. — Fiirstenhut nnd Mantel. OBEBÜSTEBEEICHISCHEB ADEL. 35 Stammtafel: Balthasar Eggenberger. geadelter Bürger zu Badkersburg, Kaisers Friedrich IV. Münzmeistcr f 1493. Wolfgäng, f löjßTliem. Sibilla Paniciiar. ' iii Seyfried Eggenbergcr von Eggenberg, Bitter, Bürgermeister zu Graz, t 1594, venu, 1558 mit Anna Benigna Freiin Gallcr von Schwerg. Hans Dlrich, geb. 156b, Freiherr lö'Jö, Landeshauptmann in Kraiu 1003, Bitter des Ordens vom (lold. Vliesse 1620, Landeshauptmann inSteiermark 1621, Obersthofmeister Kaiser Ferdinands II., Gubernator der inner-östcrrcichi-schen Laude 1625, Besitzer der Herrschaft Crumau in Rohmen 1622, Ecichsfiirst d. d. Bcgensburg 25. 2. 1623, Herzog zu Kruinau 1628. — t IS. 10. 1634. Gem. Sidonie Freiin von Thannhausen. Johann Antun Ulrich BFürst zu E., Herzog zu Kruuiau'. 164? gcliirsteter Graf zu Gradisca, ltitter des Ordens vom Gold. Vliesse, f 19. 2. 1649. Verm. 1639 mit Anna Maria Markgräfin von Brandenburg. Johann Christian BFürst zu E., regierender gefiirsteter Graf v. Grad sca. Bitter des < Irdens vom Gold. Vliesse, geb. 7. 9. 1641, t 12- 12. 1710 als der Letzte seines Geschlechtes. Gem. Marie Ernestine Fürstiu zu Schwarzenberg. Von den Vorstehenden wurde dem Hans Ulrich Herzoge zu Kruman, Beichsfürsten und Herrn zn Eggenberg durch Kaiser Ferdinand II. mit Diplom d. d. Wien 25. 3. 1625 das Erbland-Marschallamt in Oe. o. nnd u. d. E. und die mit demselben verbanden gewesene Herrschaft Ober Wallsee im Miihlviortl verliehen Eine förmliche Aufnahme der Fürsten von E. unter die o. d. E.'sehen Stände hat nicht stattgefunden, doch bezeichneten dieselben, in einem Schreiben vom Jahre 1628 an den Fürsten Hans Ulrich, diesen als ein vornehmes Landesmitglicd. Das Erbland-Marschallamt mit Ober-Wallsee kam nach dem Erlöschen der Fürsten v. E. an die Graicn von Starhemberg. (H.-M., N.-S böhmischer Adel, H ). Egger (Taf. 17). Wappen: In lioth eine gesiclitcto, goldene Sonno. — Gekr. Helm: Hoher, rother Hat, darüber die Sonno. Decken: roth-golden. Oswald Egger wurde von Kaiser Friedrich III. Namens des minderjährigen König Ladislaus mit dem Sitze Boregg, Lehensstiickcn und Gülten im Isperthale am St. Gertraudentag 1451 belehnt. Jakob Egger „der cdl vest Bitter". 1479 Pfleger zu Freyenstein, ist Zeuge in einem Briefe Christopli's Herrn von Zelking. Georg Egger zn Lichtenhag (nun Buino nnweit Gramastctten im Mühlviertel) war 1537 mit VeBendorf und zwei Höfen zu Perchtoldsdorf in N.-Ü. begütert. Seine Tochter Catharina ist mit Hans Mattsober zu Sonnberg vermält gewesen. Die o. d. E.'schc Bitterstands-Matrikcl zählt die Egger unter dio Landleute, insbesondere letztgenannten Georg E. Ob aber dieser eines Geschlechts mit den Vorangeführten gewesen ist, kann nicht verbürgt werden. (B.-M., H. W.). Kliriunuu (Taf. 17). Wappen I: (1665) durch einen geflutheten Sclira-gcrcclits-Balken getheilt; dieser gespalten und vorne in Silber uud Botli. hinten in Gold und Schwarz schrägc-rechts getheilt. Vorno in Man auf grünem Dreiberge ein natürlicher Kranich, im linken Fasse einen Stein hal- tend. Hinten eine grüne Au (!) auf deren höchstem Baume ein natürlicher Falke Btcht: im Hintergründe blauer Himmel. — Zwei Helme: 1. Stechhclm mit einem Herzogshute gekrönt. Kleinod: Zwei, rechts in Schwarz und Gold, links in Both uud Silber getheilto Hörner, das rechte Mnndloch mit einer rothen und einer silbernen, das linke mit einer schwarzen uud einer goldenen Straus-senfeder besteckt; zwischen den Hörnern der Kranich. Dccken: schwarz-golden. — 2. Auf der Helmkrono grünes Gebüsch, welches ein Baum überragt auf dem der Falko steht. Decken: roth-silbern. — II. (1670) In Blau eine aufsteigende, mit einer gewellten, rechts silbern-rotlien, links blau-goldenen Einfassung beränderte Spitze, darin die Au mit dem Falken, im Hintergründe bluuer Himmel: über dem Falken ist die bordirte Spitzo mit einer Krone belegt. Zwei gekrönte, goldene Helme ohne Kleinod. Decken: blau-golden, roth-silbern. Zwischen den Helmen erhebt sich auf ihrem grünen Boden dio Au, darauf der Falke. (Dieses Curiosum ist wahrlich der Mühe Werth initgetheilt zn werden). - III. (Freiherrl. 1729) Geviert mit blauem Herzschilde, darin auf grünem Boden der 8teinhaltcndo natürliche Kranich. 1 iu Gold und Schwarz fünfmal getheilt. 2 in Silber auf grünein Boden ein Eichhorn. 3 in Silber auf grünem Boden ein dreiästiger Baum, auf dessen Gipfel der Falke stellt. 4 in Both eine erniedrigte silberne Spitze, beseitet von zwei gekrönten, offenen Helmen. Drei gekr. Helme, davon der mittlere mit einem Fürstenhnte: 1. Auf grünem Boden der Baum und der Falke. Dccken: schwarz-golden. — 2. Wie bei dem Wappen I. Hörner und Krauich, doch ■ dieser auf grünem Boden. Decken: blau-silbern. — 3 Geschlossener rothor Flug bezeichnet wie das 4. Feld. Decken: roth silbern. Martin Ehrmann, erst Cornet in einem von dem Grafen Adam von Herbcrstorf angeworbenen Beiterregimente, dann in gleicher Charge bei den .Archipussieren" des Grafen Gottfried von Pappenheim, nahm 1622 seinen Abschied und liess sich zu Schwanenstadt in Oe. o. d. E. nieder. Zur Zeit des Bauernkrieges zwischen 1626 und ll!32 trat er. damals schon mit Maria Eleonora l.inckin von Walckering und Fiecht vermält, neuerdings in kaiserliche Kriegsdienste, die er erst nach Niederschlagung des Anfstandes wieder verliess, um dann abermals nach SchwancnBtadt zurückzukehren, wo er schliesslich das 36 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Amt eines Stadtricbters bekleidete. Als solchen erhob ihn Kaiser Leopold I. mit Diplom d. d. Wien SO. 12. 1665 in den Reichs- und erbländischen Adelstand mit dem Prädikate „von Falkeuau." Sein Sohn Martin Fortunat Casimir E. von F.. der Römisch. Kaiserl Maj Rath nnd Landes-Vicedom in Oe. o. d. E. (f 22 S. 1726), verm mit Maria Regina Theresia von Ziernedorll', wurde unter dem 25. 5. 1714 in den jungen Kitterstand de3 Erzherzogthums autgenommen, während vorher d. d. Wien 23. 4. 1670 dessen Sohn Wolf Martin, damals Operpfle-ger der gräfl. Khovenhüllerschen Fideikommissgiitor von Kaiser Leopold nebst dem Prädikate, „von Frenenwerth" eine Wappenbessernng erhalten hatte. Wolf Martin Ehrmann von und zu Falkeuau uud Freyenwerth- trat hierauf in kaiserl. Dienste, wnrdo 1715 Rath, auch Landrath in Oe o. d. E. und folgte seinem Vater im Jnlire 1726 im Amte einesLnndes-Vicedom. als welcher er mit Diplom d. d. Wien 25 10. 1729 in den* Reichs- und erbländischen Freiherrustand erhoben wurde. (K. k. A.-A., R.-M., H.). Klselwlu-ps (Eysselsberg, Eisl von Eisolsberg) (Taf. 17). W ai>pcn I: (1635). Geviert. 1 uud 4 in Roth, Silber, Blau und Gold dreimal getlieilt. 2 und 3 in Schwarz auf grünem Boden ein silberner Strauss, ein Hufeisen im Schnabel haltend. — Gekr. Holm: Zwischen, rechts in Schwarz uud Gold, links in Silber und Roth getheilten Hörnern, der Strauss mit dem Hufeisen. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. II. (16(52). Schild wie bei 1.. doch ist 1 und 4 mit einem goldenen Löwen belegt. — Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen offenem, rechts in Gold und Schwarz, links in Roth und Silber gethciltcm Finge, ein goldener Löwe wachsend. Deckon: schwarz-golden. — 2. Stammkleinod. Decken: roth-silbern. — III. (16<<5). Wio Wappen II., der Schild mit einem gekrönten rothen Hcrzschilde gebessert, darin „ein weisses Fuederl Salz mit zwei güldenen Raifflen." Mathias Eyssl, kaiserl. Salzfortigor zu Ilallstadt und Ischl, später Einnehmer der kaiserl o. d. E.'schen uud iuneröstorreichischcn Salzkammergiitcr uud Vorweser der Aemtcr zu Gmnnden. Aussee, Hallstadt, Ischl und Ebon-see, auch kaiserl. Waldmeister zu Gmnnden wurde mit seinem Bruder Michael d. d Wien. 4. 8. 1635 von Kaiser Ferdinand II. in den Reichs- und erbländischen Adcl-stand erhoben, unter dem 8. 3. 1659 in den jungen Ritterstand dos Landes o. d. E. aufgenommen und erhielt durch Kaiser Leopold I. am 29. 3 1662 nebst dem Prädikate ..von E.vsselsberg" eine Wappcnbossorung. Von seinen Söhnen Mathias, welcher den Stamm fortsetzte, und Christoph, Verweser bei dem Salzkammcrguto zu Ischl, wurde Letzterem d. d. Inspruck 18. 10. 1665, nebst der Verleihung des kaiserl. Rathstitels, eine Adidsbestiitigung und neuerliche Wappenbessernng erlheilt. — Franz Placidus von Eiseisberg ist mit Diplom d. d. Wien 28. 10. 16S8 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben, und dessen Enkel Franz Josef unter dem 29. 8. 1716 als Mitglied des o. d. E.'schen. stiftsmässigen Herrenstaudes aufgenommen worden. Mit den Herrschaften Lcombach und dem dazu vereinigten Sitze Weyer, ferner mit Steinhaus uud Pornau machte sich die Familie hier zu Lande ansässig, doch ist nur Steinhaus, von Jakob Friedrich v. E. zu einem Fideikommiss gestiftet, in ihren Händen geblieben. Stammtafel. Mathias I. Eyssl von Eysselsberg, kaiserl. Salzfertiger zn Hallstadt, Waldmeister zu Gmnnden etc , Gem. Anna Seywaldin. Christoph, der Röin. Kaiserl. Maj. Rath und Verweser bei dem Salzkammorgute zu Ischl. Mathias II., der Röm. Kaiserl Maj. Rath, Landmann in Oe. o. d. E, Gern Maria Johanna Hörlin von Wattersdorf und Grubhof 'hatte fünf Sohne, darunter folgende vier). Franz Placidus Freiherr von Eisels-berg, kgl. ungar. Kammcrrath, f 22. 4. 1708, Gem. Elisabeth Freiin von Raittenau, f 1702. Johann Mathias von Eiseisberg, Gent. Franciska Castner von Sigmundslust. Jakob Friedrich v. Eiseisberg. Herr zu Steinhaus , Leombach und Weyr. Stiftete 1725 Steinhaus zu einem Fideikommiss. Gem. Renata Elisabeth Gräfin von Katziancr. Ferdinand Carl v. Ei-sclsberg, Gem. Maria Catharina v. Andlcrn. 1730 Schloss Per-nau in O.-C). Wcickhart Sigmund auf Steinhaus, Landrath, geb 1696. f 1753. Gem. Maria Claudia Gräfin Ficger von Hirschborg. ——————— » * Franz .Mathias zu Gross- und Josef Carl Mathias Fcrdi- Leopold, kaufte Klein-Glockersdorf in Schlesien, nand "" geb. 16-S4, f 1705. Gem. Anna von Mcisingcr > Meissnerin i geb. 1690, f 1748 Franz Josef. Fideikommissinhabcr zu Steinhaus, Landrath Maria Johanna, Gem. Franz Josef Freiherr Jvon in Oe. o. d. E.. geb. 1720, f 17. 10. 1785. Gem. Maria Eiseisberg. Johanna von Eiseisberg, geb. 7. 8. 1722, f 25. 5. 1798 Josef Leopold, zu Steinhaus, k. k. Kreiscommissair, geb. 19. 3. 1748, f 9. 10. 1793. Gem. Philippino Edle von Frey, f 17. 11. 1817. Perogrin, auf Steinhaus, k. k. liegierungssecretair, geb. 28. 4. 1779, f 9. 3. 1837. Gem. Antonia Edle von Dornfeld, geb. 17. 12. 1800, f 15. 4. 1873. ,____—_.____/V___ Guido Freiherr von Eiselsberg, gegenwärtiger Fideikommissinhaher zu Steinhans, k. k. Hauptmann a. D., geb. 2. 1. 1821. verm. 27. 4. 1857 mit Mario Freiin Pirquet von Cescnatico, geb. 19. 11. 1828. Peter,""geb. 22. 3. 1858, Anton, geb. 31. 7. 1860, W ilhelm, geb. 31. 8. 1862, Paul Zeno, geb. 7. 1. 1864. 0BEBÜ8TERRE1CHISCHER ADEL. 87 Stammtafel der gegenwärtig im einfachen Adelstande blühenden Familie Eisel von Eiselsbcrg nach den Besitzveränder-ungs-Protokollen des k- k. Marktgerichtes Hallstadt. Mathias Eyssl, k. k. Salzfertiger zn Hallstadt Johann Eyssl, Salzfertiger zn Hallstadt Johann Adam Eyssl, Salzfertiger zn Hallstadt Josef Eyssl. Salzfertiger zu Hallstadt f— ■*■ -s Johann Cajetan, Salzfertiger zu Hallstadt Johann Nepomuk Eisel von Eiseisberg, geb. 1771, j JÖiiU, Gutsbesitzer zu Friedsteiu in Obersteiermark Johann Karl Eisel von Eiseisberg, geb. 4. M. 180!) k. k. Uberlandesge- N richtsrath. Ein endgültiger Nachweis, ob Mathias Eyssl, der Stammvater dieser Linie, ident ist mit Mathias Ii. der vorhergehenden konnte nicht erlangt werden. Vielleicht, dass Johann Mathias vermalt mit Franziska Castner v. Sigmundslust und der bei der adeligen Linie als Sohn des Mathias erscheinende Johann E. eine und dieselbe Person ist. In diesem Falle aber miis3te Johann Mathias noch einen vierten Sohn, Johann Adam gehabt hab>-n. Johann Nepomuk Eisel erhielt von der k. k. Hofkauzlei im Wege der k. k. Landesregierung in Steiermark unter dem '20. 7. 1815 die Bestätigung, dass Kaiser Ferdinand !L seinem Ahnherrn Ferdinand Carl i?; im Jahre 1035 den Adelstand mit dem Prndicate von Eyselsberg verliehen habe. Diese adelige Linie führt jedoch das dein Cristoph E. von E. 1065 gebesserte Wappen. (K. k. A.-A., H - und R.-M , Akten aus dem L.-A., gefallige private Mittheilungen, II.). ISUKing (Eytzing) (Taf. 17j. Helmsiegel Heinrich Eitzingers 1366 Kleinod: Zwei Horner, je mit drei Kugeln an kurzen Stielen besteckt. — Hclinsiegel Philipps von Eitzing l:>66: Kleinod: Niederer Stulphut, aus welchem ein Stiel hervorgeht, mit dem ein Fisch an seinem Bücken gleichsam aufge-spiesst ist. Wappen I: (Nach dein Siegel Oswallt's v. eytzing 1484). In Schwarz und Roth schrägerechts getheilt, auf der Theilungslinie drei silberne Ballen hintereinander. — Kleinod: Horner, — rechts Schwarz, links roth, - aussen besetzt je mit drei Bilbcrnen Ballen. Decken: schwarz-silbern, rothsilbern. - II (Nach dem Siegel Ul-rich's E. 1577, und in Farben nach einer Ahnentafel von 1580) Geviert. 1 wie der Schild von 1. 2 und 3 in Blau ein rother Hut mit gleichen Bindbändern : darüber schwebt wagrecht ein natürlicher Fisch. 4 durch einen silbernen Schrägerechts-Balken in Schwarz und Iioth getheilt — Zwoi Helme: 1. Wie Kleinod von I. Decken schwarz-roth. — 2. Der rothe Hut auf welchem der Fisch liegt. Decken: blau-roth.— iDieses Wappen wurde von c 1500 an geführt. Gelegentlich der Frcihcrrnstaiidscrhubnng 1439 geschieht des Wappens keine Erwähnung). Die Eitzinger sind ursprünglich ein Innvicrtler Geschlecht vou Ober Eitzing lYzing, Izing. Icingen), wo nur noch das Burgstall zu s>-hen ist. Ein zweites Eitzing im Hausruckricrtel unweit Ampfelwaiich, — auch dort ist ein abgekommener Edelsitz, — scheint ebenfalls im Besitze dieses Geschlechtes gewesen zu sein. das nach seinem Erlöschen durch die Grafen von Breunner beerbt wurde, auf welche dann noch verschiedene Untcrthancn zu Ampfelwaiich gelangten. IV. 5. Hans der Eitzinger kommt nach Prencnhuber 131S in des Alram von Rottau Brief vor. Herr Jorig der Eytzinger, Ritter, ist Zeuge in einer Urkunde Herrn Wilhelms von Schaunbcrir am 25. 3. 1306 und kaufte 1370 von Friedrich dem Bot dessen Besitzthum zn Reimoltz-berg bei Parfc-nstein Im folgenden Jahre am 9. Mai siegelten Heinrich und Philipp die Kitzinger einen Kaufbrief Wernhart des Saulberger an Linhart von Marsbach (s oben die Siegel-. Für Chuniguud E., die Schalcha-merin wurden am 22. 1 1352, für Hainnch E. 1380, für -Jöreg Eyczinger, Philippen des Eytzinger Sun* 27. 3. 1381 Jalirtagc zu Ueichersberg gestiftet, wo sie und ihre Vorfahren im Kreuzgange begraben liegen. Hans E ist 1404 Herzogs Albrecht zu Uest. Plleg.-r zu Starnberg in N.-Ö. gewesen, und Christoph E., kaufte in nämlichen Jahre von Wolfgang Neyducker das feste Haus Chornberg Kronbcrg?) in Oe 11. d. E.. Georg Eitzinger von Eitzing, Ritter, wahrscheinlich jener, für welchen noch der Jalirtag zu Reichersberg besteht, war mit Stephans von Ingolstadt nachgelassener Wittwc vermält und hatte drei Söhne Ulrich, Oswald und Stephan, welche von Albrecht, römischem König, il. d. Breslau am Sonntag Invocavit in der Fasten 1439 in den Freiherrnstand erhoben wurden, von K. Friedrich 1140. von Ladislaus König v. Ungarn und Böhmen, d. d. Breslau 12. 1. 1445 Bestätigungen hierüber, und im s<-lben Jahre ausserdem von K. Friedrich die Pre'hcit erhielten mit rotliem Wachse zu siegeln. Eine weitere Bestätigung ihrer Freiheiten erhielten die vorgedachten Brüder d d. Prag :1. 8. 14fi9 vou Georg v. Podicbrad. König vou Böhmen. Von ihnen gelangte Ulrich. 1437 und 14:.9 Hubuieister in Oesterreich, 1413 K Friedrichs Rath und Burgvogt zu Wels, in wenigen Jahren zu gross -ii Ruichthiimi-rn. und hatte tlicils als Pfandschaften, tlieils pllegweise, thcils durch Kauf Freyenstein, Tiernstein, Falkcnstein, Schrattciitlial, Fronspurg, Garsch, Aspam, Loostorf etc. in X.-O., Sei-senburg, Wels und Frankenburg in Oe. o. d. E. imie. Es ist hier nicht der Ort eingehend darüber zu sprechen, wie er baltl auf des jungen König Ladislaus Seite stand, K. Friedrich zu Neustadt belagern half, sich zu des Herzogs Albrecht Partei schlug. dann wieder gegen diesen sich zu K. Friedrich wandte, bis er von dem Herzoge Albrecht gefangen gesetzt und schliesslich nach seinem Schlosse Schrattciitlial verwiesen wurde, wo er 1464 an der Pest gestorben sein soll. Von seinen Brüdern setzte der jüngste. Stephan, den Stamm fort. Ans dessen Ehe mit Katharina, Herrn Weimcken von Boskowitz Tochter, gingen zwölf Söhne hervor, von welchen der älteste, Mertt igeb. 25. 7. 11-18. um 31. 5. 1477 sein Beilager , mit Elisabeth von W'artenberg zu Schrattciitlial hielt. Jörg geb. 14-53), Stephans vierter Sohn, hatte Euphemia, Pernharts von Toppl Schwester, zur Gemalin. und wnrde nach seines Vatersbruder Oswald Tode Pfandinhaber der 10 bS OBEBÖSTEBEEICHISCHER ADEL. Stadt und Herrschaft Drosendorf, wo er Beit 1501, seine Ehefrau seit L199 in der Pfarrkirche begraben liegen Seine Sühne Stephan, Oswald und Sigmund hinterliessen keine Nachkommenschaft. — Michael (geb. 25. 3. 146SJ Stephans des Aeltercn jüngster Sohn und Zwillingsbruder Albrechts, seit 1518 mit Schrattentüal belehnt, ging 1519 als ständischer Abgesandter zu König Barl nach Spanien, zu Erzherzog Ferdinand in die Niederlande, schlug sich, zurückgekehrt, auf Seite jener rebellischen Stände, welche in ihrem Streben nach grösserer Autonomie eine Aen-derung der Begiernngsform anstrebten, wurde gefangen gesetzt und am 19 8. 1522 zu Wiener-Neustadt enthauptet. 1493 mit Anna von Seebarg und Plan vermält, wareu ihm sechs Söhne geboren, von welchen Ulrich geb. 1499), Christoph (geb. 6. 7 1501) undüswald III) (geb. 3. 12. 1512; weitere männliche Descendenz hatten. Letzterer nahm 1) 1543 im Fasching Anna, des Andreas Truclisess von Staatz Tochter, 2) Barbara, des Sebastian v. Fempiliug und der Elisabeth von Puechhaim nnd üöller-storf 'lochter, zur Ehe, von welchen ihm erstere vier, die zweite drei Söhne gebar, welche aber sämmtlicli ohne Nachkommenschaft starben. Sein Bruder Ulrich war cbeufalls zweimal vermalt: 1; 1529 mit Katharina, des Bitter Maritzen von Praitcn-Landcuberg Tochter, mit welcher er zu Znaim im Schlosse sein Beilager hielt, nnd 2) 15o9 mit Scholastica, Herrn Haunsen Katzianer von Katzenstein Tochter, mit welcher er fünf Söhne hatte, die über ebenfalls kinderlos blieben. Christoph, Ul-rich's jüngerer Liruder, stand bei den Kaisern Ferdinand I. und Maximilian 11. in hohen und verdienten Gnaden. Erst oberster Proviautmeister, wnrdo er 1544 n ö. Landiuar-schall, 1547 Statthalter, am 30. 7. 1561, nachdem Tode Sigmunds von Eberstorf, mit dem erledigten Erbland-Kämmerer-Amte in Oe. u. d. E. belehnt, und schliesslisch von Kaiser Maximilian II. zu seinem geh. Batlie und Oberst-Hofmeister ernanut. Am 26. 7. 1530 hatte er Johanna, Wilhelm des Aeltcron, Freiherrn von Bogendorf Tochter, zur Gemalin genommen, und erzeugte mit dieser zehn Sühne, von welchen der jüngste, Panl (geb. 1545; 1584 kaiserl. Botschafter in Constantinopel, im Jahre 1588 als Landesmitglied im Herrenstande Uc.'s o. d E. eingetragen erscheint. Derselbe feierte 1589 seine Hochzeit mit Elisabeth Grälin v. Hardegg, zu welchem Anlasse die o. d. E.'scheu Herrenstäiide den Freiherrn Wolfgang Jörger v. Toleth abordneten. — Wolfgang Freiherr von E., Herr zu Schrattenthal (geb. 1538), Pauls Bruder, ein eifriger Protestant und als solcher 16U8 Mitunterzeichner der von den lutherischen Herrn und Bittern geschlossenen Con-föderation, vermalte sich in erster Ehe 1575 mit Margaretha von der Dörr, in zweiter mit Catharina Freiin von Breunner, die ihm 1581 einen Sohn, Philipp Christoph, gebar, welcher 1620 sein altes Geschlecht im Mannstamme beschloss. Letzterer wurde von Seylried Christoph, einem _ Sohn des Philipp Freyherrn von Breunner und, der Elisabeth geb. Freiin von Eitzing beerbt, und diesem auch das Erbland-Kämmereramt in Oe. u. d. E. verliehen. Den Freiherrn von Flitzing sind unter anderen auch nachfolgende Briefe ertheilt worden: 1463, Herzog Albrecht zu Oesterreich etc. erklärt dem Stephan v. E. und allen seinen Genossen und Helfern wegen seiner Bebellion zu vergeben und ihn wieder in Gnaden aufzunehmen. -Krems 1. 8. 1477, Friedrich, Bömischer Kaiser, bestimmt, dass das Geschlecht der E. für ewige Zeiten vor dem der Starhemberg den Vorrang haben solle. — Prag, 1477, Wladislaus, König von Böhmen bestätigt denE. alle alten Freiheiten, desgleichen Mathias < 'orvinus, König von Ungarn und Böhmen, d. d Ufcii Montag nach St. Luciontag 1479, und Maximilian, Bömischer König, am heiligen Kreuztag exaltationis I4S8. — Zu Pressburg 1496 hingegen cassirte König Wladislaus den E. alle Freiheiten, wclchc jedoch Kaiser Carl V. d. d. Valladolid 23. 3. 1527 wieder bestätigte. (Archiv des Stiftes Beichersberg, gräfl. Brounner'sches Archiv zu Grafenegg, Akten aus dem L.-A., W., dessen fehlerhafte Genealogie dcB Geschlechtes nach Obigem richtig zu stellen wäre). KIli (Taf. 18). Wappen: I. Getlieilt. Oben in Both ein wachsender, goldener Löwo. Uutui silbern, ohne Bild. — Kleinod: Auf niederm, rothen Hute mit Hermelinstnlp, ein offener, rother, mit goldenen Herzen besäeter Fing, dazwischen der goldene Löwo. wachsend. — Decken: roth-golden. — II. Getheilt, oben einmal, unten zweimal gespalten, mit gekröntem lierzschilde. darin das Stammwappen. 1 u. 5 in Gold ein rother Balken; das ganze Feld deckt der Reichsadler. 2 u. 3 in Schwarz ein silberner Balken. vor diesem ein silberner Greif. 4 von Gold nnd Both in 25 Plätzen geschacht und im ersten Schach ein schwarzer Stern (Faust von Stromberg). — Vier Helme, von welchen der 1. und 4. gekrönt ist. 1. Der Beichsadler. Decken: roth-golden. — 2. Stammkleiuod. Decken: rotli golden. — 3. Auf niederem, rothen IInt.mit in Gold und Both geschachtem Stulpe, zwei, Gold über Both, Both Uber Gold getheilte Fähnlein an silbernen Lanzen, dazwischen der schwarze Stern. Decken: roth-golden. — 4. Der silberne Greif. Decken: schwarz-silbern. — Dieses uradelige, turnier- und stiftsmässigo Geschlecht, seit unvordenklichen Zeiten im Besitze der Burg und Herrschaft Eitz. an der Mosel, eines Beichslehcns, theilte sich früh in zwei Linien, von welchen die ältere, gegenwärtig gräfliche, den Wappenlöwen golden, die jüngere freiherrliche (Eltz-Uiibenachj denselben Bilbern führt. — liier k'omint nur die gräfliche Linie in Betracht, welche seit 1575 das Erb-Marschallamt des Churfürstentliums Trier inne hatte, am 4. 11. 1733 den Beichsgrafenstand und 16. 11. 17S7 die Erlanbniss zur Wappen-und Namensvereinigung mit Faust von Stromberg erlangte. Die ununterbrochene Stammreihe ist folgende: 1. Friedrich von E. 1212, Gern Anna von Drachenlels. 2. Siegfried 1235— 1249, Gem. Elisabeth v. Höllenstein. 3. Damian 1262— 1282, Gem. N. v. Flörsheim, i. Friedrich 1295, Gem.N. v. Sickingen. 5. Richard, f 1349, Gtm. Meclitildis Gräfin, v. Isenburg zu Büdingen. 6. Peter 1354, Gem. Demuth v. Broel zu Burgbroel. 7. Bichard 1380-1420, Gem. Margaretha v. Einenberg und Landscron. 8. Johann I. Herr zu Eitz 1420 -1460, Gem. Agnes v. Kobern. 9. Johann II. t 4. 12. 1480, Gem. 1) Catharina Waldbott v. Bassenheim, 2) 1466 Sophia Gülp v. Hedeslieim. 10. Johann III. (1. Ehe) 1480 1500, Gem. 1471 Margaretha v. Holmstadt t 1500. 11. Johann IV. t 1547, Gem. 1496 Margaretha v. Breidbach t 1545. 12. Georg 1547- 1565, Gem. 1532 Anna v. Bruckthurn f 1555. 13. Johann Bichard, geb. 31. 5. 1555, t Mai 1606, Gem. Anna zu Eitz zu Uettingen. 14. Johann Anton zu Uettingen und Bettorf, Gem. 1) 17. 7. 1623 Agatha Frey v. Dehren f 1625, 2) 1629 Anna Elisabeth v. Metzenhausen t 1069. 15. Johann Jakob, geb. 20 1. 1636, f 1718, Gem. Juli 1663 Anna Maria Schenk v. Schmidbnrg. 16. Karl Anton Ernst B.-Graf von und zu Eitz, geb. 25. 3. 1671 , f 16. 7. 1736, Gem. Helena Catharina Wambold v. Umstadt, geb. 1667, t 1763. 17. Anselm Casimir Franz B.-Graf und Edler Herr von und zu E, gen. Faust v. Stromberg, geb. 27. 6. 1709, f 25. 1. 1778, Gem. Okt. 1738 Maria Eva Johanna Freiiii Faust v. Stromberg, geb. 18. 12.1723, 1- 21. 12. 1800. 18. Hugo Philipp Carl, geh, 1.2. 1742, t 21. 11. 1818, Gem. 6. 11. 1763 Maria Sophie Freiin v. Boos zu Waldeck. 19. Jakob, geb. 5. 5. 1779 t '<>2. 4. 1844. Gem. 20. 5. 1813 Maria Anna BFrciin Wambold v. 39 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. Umstadt. 20. Friedrich Carl E.-Graf und Edler Herr von und zu Eliz, etc., gegenwärtiger Majoratsherr Des Letzteren Vaters Bruder, Graf Franz, (geb. 28. 5. 1786 + 27. 5. 1873) geh. Rath. k. k. Kämmerer nnd Feldmarschalllieutenant, verm. 26. 10. 1824 mit Antonia Gräfin v. Lodron, machte sich durch Kauf des landtäflichen Gutes Harrass (genannt Bergschlössel bei Linz) im Jahre 1827 zu Oe. o. d. E. ansässig. 1830 ist dieser Besitz jedoch wieder in andere Hände übergegangen. — Der aus der Ehe seines älteren Bruders August mit Rosine Freiin von Brentano entsprossene Sohn, Franz Graf zu Eitz, ist seit 23. 5. 1865 mit Ida Gräfin O'Hegerty vermält. welche nach dem 21. 12. 1882 erfolgten Tode ihres Vaters Carl Grafen O'Hegerty einen Antlieil an dessen landtäfiichem Gute Tillysburg im Traun-Viertel ererbte. (Von Ii umbracht's höchste Zierde, Rhein, antiquarius des Frhrn. v. Eitz zu Wahn, histor.-geneal. Taschenb, d. grll. Häuser, Landtafel;. Eiiipcrger (Taf. 18.) Wappen: I. (bürgerliches 1661) Schrngelinks getheilt. Oben golden, nuten durch viermalige Schräge-nnd zweimalige Gegenschräg-Theilnng in Gold uud Blau gerantet. Ueber den ganzen Schild ein natürlicher, aufspringender Gams. — Kleinod: Der (iams wachsend. — Decken: blau-golden. — II. U766) Schild, Kleinod und Decken wie vorhin, doch der Gams nur im gcrauteten Felde nnd der Helm gekrönt. — Balthasar E, Ortenburg'scher Mauthner uud Ilaths-bürger zu Oberdrauburg in Kärnthen. erhielt von dem Grafen Martin von Widmann, d. d. Spittal 31. 12. 1661 erst blasonirtes Wappen, und wurde sein Enkel Dr. J. Benedikt Alfons E. igeb '9. 3. 1711 zn Irschen bei Ober-Drauburg) Advocat und Banurichter zu Klagenfurth durch dio Kaiserin Maria Theresia d. d. Wien, 30. 10. 1766 in den Adelstand mit dem Ehrenworte „Edler von" erhoben. Im Jahre 1854 war nach dem Tode des Grafen Anton von Khevcnhiiller ein Autheil au der Herrschaft Ungenach im Hansruck-Viertel in den Besitz des Franz Xaver Edlen von Emperger übergegangen. (K. k. A.-A., N. S. Kärntlmer Adel, Landtafel). Engcliiol0 die Herrschaft Lichteneck im Hausruck'dertcl. welche jedoch durch Verkauf im Jahre 1859 wieder in andere Hände überging. (K. k. A. A., Landtafel). IV. 5. Erdttd» (Taf. 19;. Wappen: I. (1459) In Blau am Fussraudo ein halbes, rothes Wagenrad, dahinter wachsend ein natürlicher Hirsch. - Helm kommt nicht vor. II. Geviert mit rothem llerzsschild darin das Bild des Stammwappens, doch Bad und Hirsch golden. 1 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 2 und 3 in Blau zwei gefluthete. silberne Balken, dazwischen zwei goldene Sterne nebeneinander. 4 in Gold eine silberne .Mauer mit Zinnentliurm, dieser mit offenem Thore und zwei Fenstern. — Drei gekr. Helme: I. Zwischen einer schwarzen und einer goldenen Straussen-feder ein geharnischter Arm, Schwert haltend. Decken: schwarz-golden. — 2. Der gekr. schwarze Adler Decken: schwarz-golden, roth-blau - 3. Zwischen einer blauen und einer rothen Stransseufeder ein geharnischter Arm, ein goldenes Fähnlein empor haltend. Decken: rothblau — Valentin Baköcz. von Erdöd, der Stammvater dieses Geschlechtes erhielt 1459 ein adeliges Wappen. Sein Nachkomme Peter von Erdöd) wurde 1511 in den Grafen-stand mit dem Prädikate „von Mouoszlö" erhoben. 15S0 erhielt .die Familie eine Wappenvormehrung nebst dein Prädikate „zu Monyorökerek" und 1607 unter Thomas Grafen Erdfidy von Monoyorükcri'k und Monoszlö, Banns von Croatien, durch Kaiser Rudolf II. die Erb-Uberge-spanswiirde im Warasdiner Comitate, welche die gegenwärtig bestehenden zwei HaupÜinien gemeinschaftlich besitzen. Georg Graf Erdödy, k. k. Kämmerer und geh. Bath, durch seine Gemalin Marie geb. Gräfln v. Aspremont Erbe der staudeshcrrlichen Grafschaft Baindt im Württemberg -sehen Donaukreise, geb. 17. 6.1784 als Sohn des Grafen Ludwig. Stammvaters der jüngeren üauptlinie. kaufte 1836 das landtäfliche Gut Traunegg bei Wels, welches jedoch schon im Jahre darauf wieder den Besitzer wechselte. Lamltafel. verlässliche private Mitteilungen, histor. genenl. Taschenb. der gräll. Hänser). Ei-liuritl (Taf. 19). Wappen: Gevi- rt mit gekr. von Silber und Both geteiltem Herzschilde, darin drei (1, 2i Rosen, farbenge-wechselt. 1 u 4 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 n. 3 in Both ein gekr. goldener (nach der n. ö. Ritter-stands-Matrikel silberner; Löwe, welcher in den Vorderpranken eine schwarze (auch blane) Kngel hält. — Zwei gekr. Helme: 1. Der gekr., schwarze Adler. Decken: schwarz golden. — 2. Der Löwe mit der Kugel, wachsend Decken: roth-golden. Dr. J. U. Augustin Erhardt, chu.fürstlicher Begierungsrath zu Burghausen, kam mit einer bayerischen Gesandtschaft nach Wien, wo er in Berücksichtigung seiner besonderen Tal. nte und Gelehrsamkeit in kaiserliche Dienste versetzt wurde. Im Jahro 1677 geadelt nnd unter die neuen Geschlechter des n. ö. Hitterstandes aufgenommen, stieg er in wenigen Jahren zum Landrathe o. d. E., n. ö. Regierungsrathe und geh. Hofsecretaire. sodann zum kaiserl. Hofrathe und österreichischen Referendar bei der gib. II ofkanzlei empor, als welcher <-r d d Wien 12. 8. 1687 in den Freiherrnstand erhoben wnr>le, nachdem vorher. 6 5. 1683. seine Aufnahme in den jungen Ritterstand Oe.'s o. d. E. erfolgt war. Mit Kaufbrief d d. 19 Mai 1688 erstand Angustin Freiherr v. Erhardt dio Herrschaft Gaisbach, später auch Puchenau beides o. d. E.'sche Besitzungen, dann Seggau in N. Oe.. welche Güter nach seinein ir.95 erfolgten Ableben auf seine einzige, aus der Ehe mit Clara von Nundorf erzengte Tochter Maria Theresia und deren Gemal Ehrgott Grafen von Kuefstein übergingen. (R.-M., H., W.) 11 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. Esebeck (Taf. 19). Wappen: I. (13*21) Mit Schildeshaupt, darunter drei (2, 1) Rosen. — Kleinod: Offener, beiderseits wie der Schild bezeichneter Flug. - IL Im von Blau und Gold geseilten Schilde drei (2. 1) rotlie Bosen. — Gekr. Helm: Offener, schwarzer Flug. -- Decken: blau-golden. Eines der vornehmsten und mächtigsten Ministerialen-Geschlechter des llorzogthums Braunschweig, hatten dort die Esebeck ihr gleichnamiges Stammschloss und ausser diesem ansehnliche Besitzungen, namentlich in nnd um Schöningen. Im Erzstifte Magdeburg gewannen sie schon im 13. Jahrhunderte Grundbesitz und liesseu sich in der Folge aucli in Litthauen, in Bayern, in der Pfalz und in Oesterreich nieder. Im Jahre 1842 gierigen die liofmarken Mamling und Sunzing im Innviertel durch Kauf in den Besitz des Freiherrn Christian Philipp v. E. (geb. 3. 2. 1817), k. k. Hauptmanns a. D.. über. Derselbe ist der Sohn des 8. 9. 1833 f Freiherrn Heinrich Christian, grosslierzogl. hessischen Majors. Fliigeladjutanten und Kammerhorrn. Mamling und Sunzing sind seit 1870 wieder verkauft - (Landtafel, N. S. abgestorb. Adel der Provinz Sachsen, freiherrl. Taschenb.). Fnebb (Taf. 19). Wappen: Geviert. 1 u. 4 durch eine von Roth und Silber einreihig geschachtc Bordüre eingefasst. in Silber ein breitendiges, silbernes, roth gerändertes Ordenskreuz. 2 u. 3 in Blau zwei aufrechte gegen einander gewendete, gekr. goldene Schlangen. — Zwei gekr. Hehnc: 1. Zwischen von Blau und Gold übereck getheilten Hörnern, das Ordenskreuz. Decken: roth silbern. — 2. Zwischen offenem schwarzen Finge die beiden Schlangen. Decken: blau-golden. Edmund Fackh, — Sohn des Andreas F , kaiserl. Rathes, Proto- und Lcibmcdicu3" Kaiser Karl's VI. und Ritters des portugiesischen adeligen Ordens de Habitu Christi, — wurde von der Kaiserin Maria Theresia d. d. Wien 11. 8. 1744 in den Reichs- unil erbländischen Rittorstand mit dem Ehruuwortc „Edler von* erhoben. Jedoch schon früher, wie dies auch im Ritterstandsdiplome bemerkt wurde, nämlich unter dem 21. 0. 1743 ist derselbe in den jungen Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommeu worden. (R. M., Akten im L.-A.) FalUenhuyu (Taf. 19. 20). Wappen: I. (Sclilesische Linie). In Silber ein rothes mit dorn .Mundstück rechts gelegtes Jagdhorn. — Kleinod: Schildesiigur vor einein silbernen Rciherbusch.— Decken: ruth-silbern. — II. 'Märkische Linie). Wie I, doch das Jagdhorn mit goldenem Beschläge nnd über sich gewundenem, goldenen Bande — Kleinod: Auf roth-sil-bornein Bunde fünf Pfauenfedern. — Decken: roth-silbern. — III. (Freiherrliches, 1682< Geviert. 1 und 4 wie II, das Horn ohne liand. 2 und 3 von Silber und Blau getheilt; oben nebeneinander zwei rothe Aepfel an zweiblättrigem Stiele, unten ohne Bild. — Zwei gekr. Helme: 1. Figur des e:steu Feldes vor silbernem Reiherbusche. Decken: roth-silbern. 2. Von Blau und Silber übereck gethcilte Hörner, dazwischen der rothe Apiel an seinem Blättcr-stiele. Decken: blau-silbern. — IV. (Gräfliches, 16N9 und 1690). Geviert, mit l-'alkenhayn schlcsischer Linie als Hcrzschild. 1 nnd 4 in Blau schräg drei goldene Kugeln. 2 in Roth ein silberner Löwe. 3 von Silber und Schwarz getheilt, darin, farbengcwechselt, ein Einhorn mit vor sich gekehrtem Fischschwanz. — Drei gekr. Helme mit rothsilbernen Decken : 1. und 3. Falkenhayn schlesisclier Linie. 2. der silberne Löwe wachsend. — V. (Gräfliches, 1736) Schild und Helm der schlesischen Linie, hierzn ein zweiter gekrönter Helm mit rothem Flügel und roth-silbernen Decken In dem IV. Bande dieses Wappenbuches ist Kälteres über dieses alte, sclilesische Geschlecht zu finden, welches schon im 13. Jahrhundert urkundlich erscheint, auch unter dein Namen Falkenhahn iu der Mark Brandenburg im 16. Jahrhundert, und zn derselben Zeit in der Provinz Preussen vorkommt. — Friedrich von F. (geb. 1649) kam als chur-braunsehwcigisch-lüncburg'schcr Geheimrath und Gesandter nach Oesterreich, trat daselbst in kaiserliche Dienste über, wurde kais. Kämmerer. Hofkriegsrath und wirkl. Geh. Rath, kam 16S2 in den böhmischen Freiherrn-, 1689 in deu böhmischen Grafen-, und 1690 in den Reichs-grafen-Stund. — lu directer Linie von ihm stammt der k. k. Kämmerer, lieh. Rath und Ackerbauministe.r l'iir die im Reichsrathe vertretenen Königreiche uud Länder Graf Julius Falkenhayn (geb. 20. 2. 1829) ab, welcher in Oberösterreich im Jahre 1864 die Herrschaften Engelszell, Viechtenstein und die Hofmark Grcmpclstcin-Piihrewang, ferner 1S66 das Gut St. Wolfgang im Traunvicrtel erwarb. Die gedachten Besitzungen sind jedoch im Jahre 186S, bezüglich 187s wieder verkauft worden N. S, schlcsischer Adel, Landtaf.). Falken*! ei» (Siehe auch Haichenbach) (Taf. 20). Wappen: I. Ein Falke. (Siegel Pilgrims von Val-chcnstain 1283 und seines Sohnes Friedrich 1314 nach den Originalen im Stifte zu Schlägel). — 11. In Blau (zwei (1, 2) auf und aneinander gestellte, silberne Quadersteine darauf ein natürlicher Falke. — Gekr. Helm: Die Stufen, darauf der Falke. Decken: blau-silbern. Die Falkenstciner sassen zu Beginn ihres ersten Auftretens als mächtige Dynasten auf ihrer Burg gleichen Namens an der Raua, an deren Mündung in die Donau sie auch die Veste Ranarigl inne hatten. Ihr ganzes Gebiet aber, im Vereine mit jenem der Haichenbacher, erstreckte sich von dort bis an die böhmische Grenze. Von ihnen, kommt urkundlich als Stammvater Caloclius (Cadelhohus) de Valehenstain zwischen 1173 und 1190 vor. Sein Sohn Calhoc.li II. stiftete im Jahre 1209 das Kloster Schlägel, welches mit Cisterziensern aus Lang-heiin in Franken besetzt wurde. Als diese aber, nachdem der Abt und ein Mönch vor Hunger und Kälte umgekommen waren, 1217 die junge Stiftung vcrliessen, schritt Calhoch am 9. Juli 1218 zu einer nouon Gründung und zogen nun in das Kloster Prämostratenser aus Mühlheim in Böhmen ein. Im Jahre 1288 nahm Herzog Heinrich XIII. von Nicderbay'ern die Vesto Falkcnstein ein, die Besatzung wurde jedoch noch im selben JaliTC durch einen Heer-haufen Herzogs Albrecht I. von Oesterreich ausgehungert und die Burg den Falkensteinern wieder eingeräumt, wohl aber mit Vorbehalt des seinerzeitigen Bückfalles. von welchem Rechte Herzog Albrocht III. auch Gebrauch machte, als Heinrich IV. von Falkcnstein 1347 die Veste dem Bischöfe Gottfried von Passau vermachte, und dieser von dem Herzoge gezwungen wurde, die kaum erworbene Herrschaft wieder Tieraus zu geben. Nach diesem Verluste und nachdem 1359 auch nocli lianarigl aus ihren Händen gekommen war, zogen sich die Falkensteiner auf ihre Güter zu Haidershofen in Nied.-Oesterr. und bei Wartberg im Traunkrcise, die sie zwischen 1350 und 1353 erworben hatten, zurück. Hang von F. erkaufte die Veste Grttn-bnrg an der Steyer, entäusserte sich derselben aber wieder mit Einwilligung seines Sohnes Eberhard am 5. 4. 1391. Ebenso ging Piberatein im Mühlviertcl, welches Heinrich V. 1400 erwarb, bald wieder verloren, und schon 142S sassen dort die Schallenberger. Mit Ulrich III. ist dicsi-B kriegerische, einst so mächtige Geschlecht verarmt erloschen. — Schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts hatten sich die OBEEÜSTERREICHISCHER ADEL. 43 Falkensteiner von ihrer eigenen Stiftung Schlägel, die aie sogar häufig selbst bedrängten, abgewendet, und stifteten nach Engelszell, wo sie sich dann auch begraben liessen. Ihre urkundliche Stammreihe ist folgende: Chadelhoh 1. de Valchenstein. c. 1100 und 1163 Cbalhoch II. (Cliadelaus; de Valchenstein 1180 1227, t 30. Sept. 1238; Ux. Elisabeth f 30. Juli 1225. Chunrad TT de Valchenstein 1218-1248, f 2. März 12 . . Chunrat 1. de Valchenstein 1198. Cbalhoch III. 124a—1269; ux Elisabeth 1269 Liupold 1253, Münch in Wilhe-hering 1258 Heinrich 1. 1257—1260; ux. Al-haid t. Radeck 1259 Pilgrim 1264-1283, zu Ranarigel 1281 Rudolf 1283- 1289 canon. Cbalhoch IV. 1289-1322, j- id. patav. 1312. Nor.; ux. 1) N. N. 2) N. (Elena?) t III. Id. Dez.) Ulrich 1. 1289 Friedrich 1280— Chunrad III. Heinrich 11. 1316, Ritter 1315, 1280-1322 1302—1346. Pfleger zu Wem- t 9. 6- 1347, stein 1316 ux. Anna Chalhoch V. 1345-1307, t 22. Sept. 13 . .; ux. l)Chu-negnnde + VII. Nov.; 2) Katharina f 25. Nov. Ulrich 11. 1346—1362, f 27. Sept. ux. Klara Hang (1346-1396, t 1396; ux. 1) N., 2) Anna von Dachsberg 1365- 1389 + 1890. Tochter N. ux. des Burggrafen Christian von Jochenstein 1334 Dorothea, ux. 1354 dos Hanns von Traun, vidua 1387 Georg Anna Llsbet Erasm 1396— 1398 Eberhart 1390 -1397 Ulrich III. Heinrich III. 1391—1412.'+ 6. 11. 1425; ux. 1. Elis. v. Haslau', + 6. Aug., 2) Barbara v. Leubl-Jing 1412._ Magdalena, nx. Urtolfs von (U.-B., Stiftsarchiv zu Schlägel, Strnadt-Velden nnd Peuerbach, R.-M.). Wald 1444. Fattcliang (Taf. 20). Wappen 1: (Stammwappen 1561) In Roth ein blauer, silbern eingefasster Schrägbalken, belegt mit einem aufwärts schreitenden, silbernen Reiher. — Gekr. Helm: der Beiher. Decken: blau-silbern, roth-silbern (R.-M.). — IL Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Roth ein wachsender, gekr. goldener Löwe in den Pranken einen silbernen Ballen (Stein?) haltend. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: blau - silbern. roth-silbern. 2. Das Bild des zweiten Feldes. Decken: roth-golden. (B.-M.). Mit Diplom d. d. Wien 22. 5. 1561 erhob Kaiser Ferdinand L den J. U. Dr. Marx Fascliang wegen seiner Verdienste als Verwalter des .Sekretariats bei der Kriegs-Expedition nach Ungarn, dann als Mitglied zweier stattlicher Legationen nach Constantinopel .gegen Unseres christlichen Namens und Glaubens Erbfeind den tyrannischen Türken", wie auch des Marx Fascliang Bruder Georg in den Beichs- und erbländisclicn Adelstand. Bei dieser Staudeserhebung wurde das Prädikat „von Schwanan", welches die Familie später führte, nicht ertheilt, und ist derselben in der Folge mit dem sub II blasonirten Wappen verlieben worden, der bezügliche Diploms-Datum mir je doch nicht bekannt geworden. Dem Nachkommen eines der zwei vorgenannten Brüder, Gregor Augustinus Fascliang von Scliwnnau, bestätigte Adam Freyherr von Herberstorf d. d. Linz 1. 1. 1629, dass sich derselbe „zn Allerhand Commissionen und Verschickungen nicht nnr allein in den Kriegs- sondern auch Reformations-Angelegenheitm und zur Inquisition etlicher namhafter, besonders der zu Steyr angesessenen Haupt-rädelsfiihrer und Rebellen mit Hintansetzung augenscheinlicher Leibs- und Lebensgefahr" verwenden liess. - Unter Bezugnahme auf diesen Attest reichte Gregor Angustin F. von Sch., welcher mittlerweile der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Laudschrciber in Oe. o. d. E. geworden war, unter dem 7. 1, 1645 sein Gesuch nm Aufnahme in den o. d. E.'schen jungen Ritterstand ein, und wurde in Erledigung Beiner Bitte daselbst am 4. 9. 1646 imma-trikulirt. — .Mit seiner Tochter Cordula Eleonora, Gemahlin des Franz Adam Spindler von Hofeck ist diese Familie erloschen. (Akten im L. A., B.-M., H.). Fenzl (Taf. 20). Wappen: I. (1561). Von Schwarz und Gold scliräg-liuks getheilt, darin ein Löwe in gewechselten Tinkturen. — Gekr. Ilelm: Zwischen von Gold nnd Schwarz übereck gethcilten Hörnern ein goldener Löwo wachsend. Decken: Bchwarz-goldcu. (R.-M.I — II. (Freyhcrrliches 1799) Schild wie vorhin. — Gekr. Helm: Der Schildcslöwe wachsend. Dccken: schwarz-golden. (K. k. A. A.) Die Fenzl (Fenczl, Fentzl), ursprünglich in Schlesien, erhielten uuter dem 3. 1. 1546 von Kaiser Karl V. einen Wappenbrief mit dem sub 1. blasonirten Schild und Kleinod. Der Stechhelm war nicht gekrönt. Lazarus F. wurde d. d. Prag 2. 12. 1561 in den erbländischen Adelstand erhoben, welcher, da er ohne Leibeserben war. d. d. Augsburg 26 ä. 1566 auf seine Vettern, die Brüder Georg, Emannel, Hanns, Lorenz, Matthäus und Acliaz übertragen wurde. Nach WisBgrill beginnt die Stammreihe"mit Georg Fenzl, llentmciBtcr zu Glatz, Grossvater der vorgenannten sechs Brüder, nur dass in letztgedachtem Werke Matthäus F. irrthümlich Stephan genannt ist. Derselbe mag vielleicht Stefan Matthäus geheissen haben, und Lazarus der Adelserwerber, dürfte ein Bruder des Vaters Acliaz gewesen sein. Unter dem 5. 5. 1601 wnrden die Brüder Acliaz II. und Hanns nnd deren Vetter Georg dem jungen Bitterstande Oe.'B o. d. E. incorporirt. Ueber die Besitzerwerbungen in diesem Lande und die Filiation siehe die folgende Stammtafel. 44 0BEBÖSTEBREICHI3CHER ADEL. Georg Fenzl, Bentmciater /.u Glatz Achaz I., Kaufmann in Venedig, dann zu Steyer, 1531 Rathsbürger daselbst, Gem. Margaretha Cronstorfferin" Georg Fenzl von Baumgarten (f 1593 zu Steyr) kaufte 1559 Baumgarten in N. Oe., das er 1566 wieder veräusserte, dann Grub, Weyr, und Wolfstein im Trannviertel. Gem. Anna Dorothea Hörnigin aus Schlesien. Emanuel Dür- Hanns 1554— Lorenz f zu Matthäus germeister 1561 Bürger zu Breslau. (Stefan? Bür- und Stadt- Steyer. 1) Gem. gor zu Steyer. richter zu Anna Pleyerin Steyer. f 2; Barbara Bot-1576. talerin. Achaz t zu Venedig. Hanns zu Weyr, Wolfstein, Grub und Achaz II. zu Feyregg (f 10. 10. 16141 verm. 16. 2. Seisenburg u. lf-96 mit Potentiana Iländlin von Ba- Pettenbach vj mingdorf, welche das Gut Piberbach zu- 11. 1. ]61ö) brachte. Gem. Doro- thea Strasse-rin zu Gleiss. Stefan (1. Ehe) Goorg 2. Ehe, f 1023) zu Eisenreichs. Potentiana Dorothea Elisabet verm. Felicitas verm. verm. mit Frz. verm. mit mit Wolf mit Gottlieb Sigmund Ka- Georg Schiit- Jakob Kazi- Engl von und ziauer, Frei- ter v. und zu aner. Frei- zu Wagrain. herrn, brachte Klingenberg, herrn, erhielt brachte ihm ihm das Gut erbte Grub. Seisenburg n. Piberbach,vor- Feyregg. Pettenbach einigt mit ein. Weyr u. Wöllstein ein. 'Johann Georg (+ 1669) verm. mit 1) Benigna Dorothea Voeck zu Pfunnichen. 2) Siguna Wolfin. Gottfried verm. mit Maria von Denker. Johann Jakob (1. Eho) Gem. 1) Maria Helena Praun von Rothenhaus, _') Katharina Hoferin. Johann Georg (.1- Ehe) erst Fähnrich im ßheingrüflichen Regiment: verm. 1699 mit Josefina Begina von Fetzerund il.L-anll Qiiafll) Ockenhausen. Anna Eleonora, verm. J738 mit Sigmund Freyherrn von Trach. Aus diesem Geschlechte konnten nachfolgende Glieder desselben wegen mangeluder Nachrichten in die vorliegende Stammtafel nicht eingereiht werden: Johann Budolf Fenzl vou Baumgarten, verm. mit Katharina von Skronsky und Budzow, welcher um das Jahr 1720 in Schlesien lebte, Josef Leopold Freyherr Fenzl vou Baumgurtcn. k. k. General-Feldwachtmeister nnd Gouverneur zu Livorno. welcher als Ritter des Maria-Theresien-Ordens, den er bei der Eroberung der türkischen Festung Novi erwarb, d. d. Wien 17. 12. 1799 in den erbländischen Freyherrnstand erhoben wurde und im Januar 1806 starb; ferner Freyherr Ferdinand geb. 1749, f 9. 11. 1805) k. k. Major. Da sonst keine Frciherrnstands-Erhebung in der Familio vorkam, kann Letzterer nur ein Sohn des Vorgenannten k. k. Generals, gewesen sein. i R -M , H., W., Ahnentafel des Sigmund Freyherrn vou Trach nach gcf. Mitteilung des Herrn Eduard von Fehrentheil und Gruppenberg. Jahrcsbnch der k. k. Herald. Gesellschaft „Adle'- 1884 u. Monatsblatt derselben Gesellschaft April :885). Frrnberger (Taf. 20). Wappen I: (16. Jahrh. Geviert. 1 und 4 nochmals geviert; a und d von Blau und Gold getlieilt mit drei 2, 1,1.öwenköpfen in gewechselten Tinkturen; b n. c in Silber und Botli fünfmal gespalten. 2 und 3 in Blau schrägelinks eine goldene Egge. (Egenberg). — Zwei Helme: 1. Gekr.. rechts von Gold und Blau einmal, links von Silber und Roth dreimal gcthcilte Horner, dazwischen ein Pfauenwedel. Decken: roth-silbern. 2. Stcchhelm mit blau-golden gewundenem Wulst daranf ein offener silberner Flug. (R.-M.; nach A. S. ist der Flug blaut. II. (1583). Geviert mit Herzschild, darin in Blau eine goldene Egge. 1 nnd 4 wie vorhin Feld a. 2 und 3 von Silber und ßoth dreimal gespalten. - Zwei Helme: 1. Gekr., rechts von Silber nnd ßoth links von Gold und Blan dreimal getheilte Hörner, dazwischen der l'fanen- wedel. Decken : roth silbern. 2. Blau-golden gewundener Wulst darauf ein geschlossener, hinten rother vorne silberner Flug. Decken: blau-golden. (X.-oe. R.-M. nnd A. S-. welch Letzterer den Flug jedoch offen und blau bringt. Nach Freyherrn von Hoheneck stammen die Fern-berger au3 dem Reich und es mag immerhin sein, dass dieselben aus dem Nürnberger Geschlechte der Formborger (früher Fermberger, auch Fernbergcr von Eichelsberg) hervorgegangen sind. Diese Letzteren führen in Roth ein goldenes Fallgatter und es wäro nicht unmöglich, dass später aus diesem das oben blasonirte von Silber und Roth fünfmal gespaltene Feld entstanden ist Allerdings stünde diese Supposition im Widerspruche mit Hohenecks Nachricht, dass das von Blau und Gold getheilte Feld mit den Löwenköpfen das Stammwappen der Fernbergcr sei. Dass diese Letzteren aber wie in der vorangefiihrten Quelle gesagt wird, ursprünglich im Ansbach'sclicn auf einem Schlosse Fernberg sassen und zu dieser Zeit in Silber einen schwarzen von einem Pfeile durchschossenen Pfahl führten, habe ich an der Hand meiner Nachforschungen nicht bestätigt gefunden. Ulrich Fernbergcr kam um das Jahr 1491 in Erzherzog Sigismund* Diensten nach Tyrol, vermalte sich mit Elisabeth, des Pankraz Staiger von Sehern Tochter und hatte mit dieser sieben Söhne, von welchen sich Johannes, der Jüngste, nach Oesterreich begab, Anfangs Kaiser Carl's V. geheimer Sekretarius, dann liatli. Landrath in Oe. o. d. E. und schliesslich bis an sein Lebensende Vicedom daselbst war. Er erwarb hier dio Herrschaft Egenberg, erhielt von dem obgedachten Monarchen sein Wappen mit jenem der erloschenen Egenberger vermehrt nnd wurde J5:'>5 mit dem Erbland - Käinmereramto in Oo. o. d. E., — welches seit dem Aussterben der Herrn von Capellen imbesetzt geblieben war, — belehnt. Anch seines Bruders Albrecht Sohn, Johann II., zuletzt Stadtcommandant und Stadtguardia-Ilauptmann von Wien, bekam durch Kaiser Bndolf II. die Wappenvermehrnng OBEROSTERREICHISCHER ADEL. 45 mit dem Egenherger Schild und eine Bestätigung seines althergebrachten guten Adels mit Diplom d d. Wien 2. 9. 1583. Von Johann des Ackeren zu Egenberg Söhnen finden sich Ulrich. Pfandinhaber der Herrschaft Scharnstein im Traunviertcl, dann Friedrich und Christof (t 1593), — Letzterer nach Ableben seiner älteren Brüder Oberst-Erland-Kämmerer und Pfaudinliaber zn Scharnstein, — 1566 als Mitglieder des o. d. E.'sclien Bitter standes eingetragen. Christoph vermalte sich zu Vückla brück am 8 12. 1563 mit Esther, des Hanns Segger zu Messenbach Tochter, und hatte mit dieser drei Söhne. Karl Ludwig, Wolf Adam und Hanns Christof, welch' Letzterer ledig starb. Wolf Adam, der liömissh Kaiserlichen Majestät Panetier, dann Landrath uud 1636 Bitterstands Verordneter iu Ue. o. d. E., erbte Messenbach von seinem jüngeren Bruder Er ward am 7. 10. 1607 zu St Pölten mit Manisch Entzianerin von BiedcrinannBdorf getraut, hatte aber keino Kinder. Karl Ludwig, der Aeltestc der drei obengenannten Brüder, der Kömisch Kaiserlichen Majestät Bath und Begent des Regimentes der n. ü.'sehen Laude versah zu Linz am 21. 5. 1609 bei der durch die Stände dem König Matthias geleisteten Eibhuldigung das Oberst-Erbland Känimcreramt. Von seinen Gütern Egenberg und Messenbach in Oberösterreich, Eitzenberg und Falirafeld iu Niederösterreich verkaufte er Ersteres an Hanns Ludwig Grafen von Kuef-stein. Er hatte sich zuYbbs am 4. 12. 1594 mit Johanna Gcyerin Edlen Herrin von Osterburg vermält und mit dieser zwei Söhne Christof Adam und Karl Christof erzeugt. Beide blieben ohne l)escendenz, Karl Christof wurde in der Folge kaiserlicher Oberster, Verordneter und Land - Oberstlieutenant in Oe. u. d. E. Der Vater Karl Ludwig vermiilto sich in zweiter Ehe mit Franziska Serafia Freiin von Wolzogen, welche ihm einen dritten Sohn Christof Ferdinand gebar, der 1664 General-Land Oberst in N.-de. wurde nnd 1671, nach kiuderluser Ehe mit Marie Salome liähweiuin, das Geschlecht bcschloss. (R.-M., H., W., A. 8., N. S. bayr. EdeUeute.) Flegrr von IlirMchherg (Fueger) (Taf 20. 21). Wappen I: (1460) In Roth eine ausgerissene silberne Eleestaudc mit ihren Wurzeln und zwei auswärts geneigten Blätterstengeln. — Kleinod: Schwarzer Strans-senfederbusch belegt mit einem silbernen Kleeblatte. Decken: roth-silbern. — Schräglinks getheilt. Vorne das •Stammwappen; hinten in Silber ein schwarzer Steinbock. — Kleinod und Decken zum Stammwappen t Auf einem Weih-brunnkcssel zu Hall iu Tyrol. Im silbernen Felde wäre richtiger ein schwarzer, golden bewehrter Gauis, das Wappen der Cammerer zu Tawr, welches nach dem Erlöschen der Letzteren d. d. 5. 2. 1472 mit dem Fieger'-schen Schilde vereinigt wurde). — III. (Freiherrliches 1642 u. 1734) Geviert 1 und 4 Fiegcr. 2 und 3 in Silber der schwarze Steinbock. Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: roth-silbern. 2 Wachsender Steinbock mit silbernem Kamm, dessen fünf Zacken mit Hahnenfedern besteckt sind. Decken: schwarz-silbern. - IV. (Gräfliches 1694 und 1736). Der freiherrliche Schild als Rückschild mit blauem Herzschild, darin ein silberner Bracke mit goldenem Halsring (Erland - Jägermeisteramt iu Tyrol). — Drei gekr. Helme 1. und 3. so auch die Decken, wie bei III. 2. Der Bracke wachsend. Decken: blau-silbern. Schildhalter: Zwei schwarze Steinböcke. (In der o. d. E.'sehen Herrenstandsmatrikel ist den Grafen Fiegcr von Hirschberg fälschlich ein von Silber und Blau dreimal gethcilter Ilerzschild gegeben, in welch gleicher Weise daselbst auch der Bracke als Kleinod tingirt ist. — Sämmtliche obige Wappen nach N. S.. erloschene Tyroler Geschlechter). Eine alte Familie aus Hall in Tyrol, die durch Gewerkschaft reich und mächtig geworden war, und von IV. 5. deren einstigen grossen Besitzungen ein Theil nicht mehr zurückgestelltes Lehen des Hochstiftes Brixen gewesen ist. Der Begründer der österreichischen Linie war der Sohn des Georg Fieger zu Hirschberg. Carl dessen Enkel Johann Philibert und Johann Ebrenwerth 1734 durch Kaiser Carl VI. den Freiherrnstand erlangten. unter dem 22. 8. 1735 in den stiftsmässigen Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen und mit Allerhöchster Resolution vom Jahre 1736 in den Reichsgrafenstand erhoben wurden. Dio Tyroler Linie, schon seit 1642 freiherrlich, seit 1694 reichsgräflich, war 1687 mit dem Erbland JägermeiBteramte in Tyrol belohnt worden und hatte desshalb den Herzschild mit dem Bracken in das Wappen aufgenommen Ohne dass eine Mitbelehnung bezüglich des vorgedachten Erb-amtes stattgefunden hätte, setzten sich diesen Letzteren auch die oberösterreichischcn Fieger, gelegentlich der Standeserhöhung vom Jahre 1736, in den Schild, doch ist das Erbland Jägurmeisteramt nach dem Tode des letzten tyroler Fieger (i802) den Grafen von Tannenberg verliehen worden. Carl der bereits genannte Stammvater der o. d. E '-sehen Linie hatte sich in erster Ehe mit ( hristina Cammerer, Erbtochter zu Bcrglicim vermält. welche ihm diesen Besitz in die Eho brachte, wozu ihr Genial durch Kauf noch das Gut Gneissenuu im Miihlviertel fügte, und unter dem 12. 2. 1636 die Aufnahme iu den alten Ritterstand Oe."s o. d. E erhielt. Seine erste Ehe blieb kinderlos. Er vermälte sich zum zweiten Male mit Cbcilia Schmidtauer von Oberwallseo, dio ihm mehrere Söhne gebar, von denen jedoch nur Hanns Ferdinand in den Stand der Ehe trat; aber auch dessen D.-sccndeiiz ist mit seinen Söhnen wieder erloschen Hnnus Carl und Hanns Ludwig ans des Vaters Carl F. v. II. dritter Ehe mit Eva Johanna von Seeau theilten die Linie in zwei Aeste: zu Bergheim und zu Gneisseuau. Hanns Carl zu Bergheim (f 1707) vermälte sich am 9. 2. 1684 in seiner Pfarrkirche zu Fcldkirchcii im Miihlviertel mit Anna Franziska Claudia Schrenck von Notzing, welche ihm die Söhne, Johann Christoph Josef igetauft 16. 9. 1691, t jung (?)), die Zwillinge Adam und Johann (getauft 20. 11. 1692, beide f jung .?)), Johann Philibert Johann Sigismund nnd Johann Eiirc-nwerth Carl getauft 3. 8. 1700) zur Welt brachte. - Der Letzteren Schwester Bosalia vermälte sich 1731 mit Johann Georg Campmiller von Metzburg welcher aus seiner ersten Ehe mit Maria Regina Cainpmiller von und zu Langenlialsen, eine Tochter, Maria Anna Josefa Rosalia, hatte, die dem Johann Ehrenwerth Carl Fieger, Freiherrn von Hirachberg.'am 18. 1.1735 angetraut wurde. Am 1. 5. 1746 vermälte sich dieser Letztere in zweiter Ehe mit Maria Esther Gräfin von Hohenfeld (f 10. 5. 1752), in dritter am 10. 2 1751 mit Maria Franziska Gräfin von Unverzagt, hinterlicss jedoch aus keiner dieser Verbindungen männliche Nachkommenschaft. In den Einlagebiichern bei der Landtafel ist Graf Johann Ehrenwerth Carl (f 21. 1. 1760), welcher von 1753- 1759 Raitrath in Oe. o. d. E. war. als Besitzer von l'.ergheim eingetragen. — Sein älterer Binder Johann Philibert, kaiserl. Oberstwachtmeister, dann 1759 - 1765 Verordneter des stiftsmässigen Herrenstandes, gelangte nach seinem Oheime Hanns Ludwig, zu Gneisseuau, oder nach dessen Kindern, in den Besitz des letzteren Gutes, welches jedoch schon 1767 käuflich in Starhemburg'sches Eigenthum überging. — Jobann Philibert hatte Bich mit Auua Maria, Tochter des Johann Friedrich l-'reiherrn von Minkwitz und der Regina Antonia Freiin von Skrbensky vermält. aus welcher Ehe der Sohn, Carl Anton, entsprang, der in der ständischen Matrikel als Verordneter des stiftsmässigen Herrenstandes, von 1790 bis 1799, eingetragen ist. Dieser Letztere war mit der Tochter des Grafen Carl Josef Des Fours zu Mont und Athienville und der Karolina Josefa geb. Gräfin Colonna-Fels, der Gräfin Johanna Ncpomucena in den Stand der Ehe ge- 12 46 OBERÜSTERREICIIISCHER ADEL. treten, dio ihm am 12. 9. 1764 einen Sohn, Franz de Panla Anton, — den letzten Fieger, — gebar. Derselbe wurde im Jalire 1802 als Mitglied des alt-rudollinischeu Herrenstandes Oe.'s o. d. E. aufgenommen. nachdem er sich schon am 4. 1. 1794 mit Maria Anna Gräfin von Sal-burg vermalt hatte, die Bergheim neuerdings an die Familie brachte, ohne es behaupten zu können, ebensowenig als Langhalsen im Mühlviertel, welehcs sie 1798 ererbte, Grünau im Machlandc. das sie 1800 erkaufte und Tolleth, welches ihr Genial im Jahre 1808 erwarb nachdem diese Herrschaft schon sein Grossvater Johann l'hilibert und sein Vater Carl Anton in der Zeit von 1767 - 17;»8 besessen hatten. - Graf Franz Anton starb am 4. 11. 1849 zu Linz als Pächter des dortigen ständischen Theaters. Seine Tochter Louise Gräfin von Fieger (geb -ü. 6. 1800) lebt noch als Stiftsdamo des adeligen Damenstiftes .Maria Schul- zn Brüun. Aus dem zweiten Aste zu Gneissenau, von Hanns Ludwig F. v. H. ausgehend, hatte sich dieser am -0. 2. 167!' mit Maria Corona Schrenk von Notzing, einer Schwester seiner Schwägerin, vermalt und mit dieser zwei .Söhne, Johann Constantin und Johann Anton, welche jung oder unvermält gestorben sind. Gneissenau gedieh, wie schon oben gesagt, an den Grafen Johann l'hilibert. — (Il.-M., Kirchenbücher zu Feldkirchen, Schlossarchiv zu Helfenberg, Landt., H, gräii. Taschenb.) Firuiiau (Taf 21). Wappen: I. Von Both und Silber fünfmal getheilt, die rothen Feldungen mit sechs (3, 2, 1) gestürzten silbernen Halbmonden belegt — Kleinod: Ein rhombischer, wahrscheinlich eiserner, vielleicht zum Spiel des Windes drehbarer Aufsatz, mit der einen Ecke am Helm befestigt, die drei andern mit je einem Halbmonde an dessen Rundung besetzt, und die Monde mit einem Pfauenwedel besteckt. Decken: roth-silbern. (Nach dem Grabsteine des Brixner Domherrn Johann von Firmian, f 14711. — II. In Both zwei silberne Balken begleitet von sechs (3, 2, 1) gestürzten silbernen Halbmonden. — Kleinod: Ein von Silber und Both geschaclites Eissen, mit der einen Ecke auf den Helm gestellt, dio drei andern mit je einer Pfauenfeder besteckt. Decken: roth-silbern. — III. Geviert 1 und 4 Firmian (wie boi II). 2 und 3 in Blau eine silberne Hirschstange, an ihren vier Enden mit je einem goldenen Stern besetzt (Metz). — Zwei gekr. Helme: 1. wie bei II. Decken: roth-silbern. 2. Ein silbernes. an den Enden mit je einem goldenen Stern besetztes Hirschgeweih Decken: blau-silbern — IV. Wappen III zum BüsckBchild. im silbernen Herzschild auf rothem Kissen mit gleichfarbigen Quasten eine golden« Krone. — Drei gekr. Helme: 1. und 3., sowie auch die Decken wie bei III. 2. wachsender goldener Löwe, in den Pranken je eine von Gold nnd Both gotheilte Fahne haltend. Decken: roth-golden. — V. Wie IV. Die Krone des 2. Helmes besteckt mit den von Gold und Roth ge-thoilten Fahnen, dazwischen ein gekr. rother Drache. Decken: roth-golden. Die Firmian sind ein altes tyroler Geschlecht, das von dem Hochstifte Trient die Burg Formigar bei Bozen zu Lehen trug, bis diese darch die Brüder Nikolaus und Vigil v. F. 1473 au Erzherzog Sigismund verkauft wurde. Durch Dorothea von Metz. Erbtochter, Gemahlin des Landeshauptmanns an der Etscli, Nikolaus v. F.. kam gegen Ende des 15. Jahrh. die Herrschaft Cronmetz wie das Wappen der Metz an die Firmiane. Dieselben gelangten 1497 in den Panner-. 1526 in den Freiherrnstand und erhielten 1578 das Erbmarschallamt des Fürstbisthums Trient. Leopold Anton Eleutherius Freiherr von Firmian, Erzbischof von Salzburg (f 1741, erbaute das Schloss Leopoldskron bei Salzburg, zu dessen Erinnerung bei der Grafenstandserhebuug der Mittelschild in das Wappen kam, das. — als gräfliches, — übrigens verschieden geführt wird. (Siehe Wappen IV und V). Der geheime Bath Franz Alfons Georg, ein Bruder des Vorgenannten, erlangte 1728 die lioiclisgrafenwürde, welche dessen vier Söhnen 1749 auf die österreichischen Erblande ansgedehnt wurde. Von diesen wurden Leopold Ernst, Fürstbischof zu Passau. nnd Franz l.actanz, Obersthofmeister des Fürsterzbischofes von Salzburg. 1767 in den alten Herren-staud dieses I.andes ob der Ens aufgenommen. Im Vereine mit Letzterem erwarb der Jüngste der vier Brüder Carl Josef die passau'scho Lehensherrschaft Mistelbach im Hausruck - Viertel, welche seither bei den direkten Nachkommen des Grafen Franz Lactanz verblieben ist. Seit 1877 ist Anna Gräfin von Firmian (geb. 12. 8. 1852) durch Kauf von ihrem Bruder Virgilius Alleinbesitzerin zu Mistelbach geworden. Die Bemerkung in der ständischen Matrikel, dass die Linie des Grafen Franz Lactanz erloschen sei. beruht auf einem irrthuine. (Jahresbuch 1874 der k. k. herald Gesellschaft „Adler», H.-M., Landt., N.-S., Salzburger Adel). Fiitrhbacli Vischbach) zu Ftachlmcli (Taf. 21). Wappen: Auf einem runden Kissen wagrecht ein Fisch. — (Siegel an der untengeiiaiinten Urkunde vom 24. 3. 1859). Von Ober- oder Unter-Fischbach der Pfarre Bohrbach im Mtihlviertcl stammt ein unansehnliches Adelsgeschlecht, aus dem Albrant de Visbach um das Jahr 1170 zuerst vorkommt. 1185 und 119D erscheint Eiuvicns de Vischpach, 1209 Ainvicus de vischpach cum filio suo chnnrado, 1261 Heinrich Fischbäck, Ulrieus et Albertus de Fischbach. Wcrnhard Vispech ist am 24. 8. 1302 Zeuge in einer Urkunde des Stiftes Schlägl. Er trug 1"'J3 Vischpach und verschiedene Güter zu Hohn-perrig. Mairhof Putrichsperig und Schcrerseodol von Buger von Haiclienbach zu l.ehcii. irmfried, Cliarl und Stephan die vischpcchkcn verkauften 24. 3. 1359 ein Lehen zu Höclienperg, Bolirbacher Pfarre, au Chunrat den Groz-haupt. Hans der Vischpeck starb uui 1396 und war der Letzte dieses Geschlechtes. Seine Hausfrau Margret lobte noch 1397, seine Tochter Elsbet war mit Jakob dem Hautzenberger vermalt. IStrnadt-Vehlen, U.-B, Urkunde im Museum Franc. Carol. zu Linz). FiNehana intei- (Taf. 21). Wappoii: In Schwarz eine gesenkte, dreizinkige silberne Fischgabel, au welche ein natürlicher Fisch ge-spiesst ist. Dieses Geschlecht ist mit obigem Wappen und der Bemerkung, dass Jörg Fischmaister an. 1500 lebte, in der Bitterstands-Matrikel eingetragen. Apollonia von Tranttmannstorlf war 1450 mit einem N. Fischmaister vermählt. Am 18 1. 1453 befahl König Ladislaus dem Albrechtsheimer, seinem Pfleger zu Nen-Attersce das Amt und Urbar daselbst dem Giligen Visch-maister zu übergeben. Ob Letzterer mit dem Gomahle der Apollonia ident ist und überhaupt diesem Geschlechts angehörte, vermag ich nicht zu entscheiden. H. besass einen Kaufbrief des Thomas Wiutzer vom Jahro 1182, welchen uebst Chadolt Basp, der edle veste Barthalomäus Fischmaister bezeugt hatte. — Sonst konnte über dieses Geschlecht und dessen Wappen nichts gefunden werden. (B.-M., IL. Pritz Geschichte des Landes o. d. E.) FUehperkh zu Vort lirtorf (Taf. 21). Wappen: In Schwarz ein silbernes Kissen belegt mit einem goldenen (!) Becken, auf dem ein natürlicher Fisch liegt — Gekr. Helm: Schwarzes Kissen, belegt OBERÖSTEREEICHISCHEE ADEL. 47 mit der Schüssel nnd dem Fisch; hinter dem Eissen wächst ein Tannenbaum hervor. Decken: schwarz-golden. Dieses Wappen, wie es sich nach Hoheneck in der o. d. E.'schsn Ritterstands-Matrikel vorfindet, mag hier nur unter aller Reserve wiedergegeben sein. Seine Aelin-liclikeit mit jenem der Fischbach zu Fischbach möchte es zweifellos erscheinen lassen, dass das Geschlecht eines Stammes mit Letzteren gewesen soi. vorausgesetzt, dass Freiherr von Hoheneck nicht irrthümlich den Vorchdorfern den Fischbacher Schild zusprach. Lorenz Yischpöckh, Ritter, Burggraf zn Werfenstein, ist 1342 Zeuge in einem Kevcrsc Hartwichs und Peters von Achleutheuan Heinrich Grafen von Schannberg gewesen. Leonhard 1 isuhpöckb zu Yorcluiorf im Traunviertel und Ober-Seebarn in N.-Oe. erscheint urkundlich 1447 nnd 1461. Er war mit Magdalena von Gelting zu liaiding vermält und hatte zwei Söhne Christoph uud Bernhard. Christoph wurde am 4. 12. 1475 von Kaiser Friedrich III. zu Linz mit einem Gute zu Ober-Wa,vdach und verschii denen Zehenten in der Linzer Pfarre helehut. Bernhard hatte einen Sohn Leopold dann zwei Töchter, von denen Magdalena if 1519; mit Hclfried von Megpau, Herrn zu Kreuzen, als dessen erste Ehefrau vermält war Bernhard. der Jüngere, war noch 155») mit Scliloss und Gut Ober-Seebarn angesessen und soll der Letzte seiner Familie gewesen sein. (R-il., H., W., Pritz Geschichte des Landes o.d E.) riueheuerk (Taf. 21. 22;. Wappen: I. Ein Schräglinks - Iialkcn. 'Nach dem Siegel Uiuurat's von Fl. an dem Verkaufsbriefe Heinrich des Preuhafen an Weinmar den Teurwanger d. d. 7 8. 1362 im ehem. Archiv zu Garsten, jetzt im bischöfl. Consistorial-Archive zn Linzi. — 11. Ein zweimal gespaltener Schrägbalkcn iN. S. erloschene bayerische Geschlechter. Die Flaclienccker sind ein altbayerisches Geschlecht, kommen 1383 in Urkunden zu Fornbach, 1355 iu solchen zu Hohenwaldcgg vor, erscheinen nicht viel später als passatrsche Ministerialen, und gleichzeitig im Traunviertel Oesterreichs ob der Enns ungesesseu. wo sie, gemeinsam mit den Huslauern. die Veste Grün bürg an der Steyr bo-sassen, die sie, an Hang von Kalkenstein verkauften. Aber schon d. d. Wien 6. 4. 1391 iiberlicss dieser wieder die vorgenannte Burg dein Herzoge Albrecht zu Oesterreich. Viel früher jedoch sind die Flacheueckcr im Machlande heimisch gewesen, wo sie vielleicht ihren Anfang genommen haben mögen und in zahlreichen Urkunden, besonders jenen des Klosters Baunigartenbcrg, auftraten Am 31. 1. 1209 bestätigte Leopold VII.. Herzig zu Oesterreich, dem Kloster Baumgartenberg dessen Besitzungen, darunter einen von llerborilus de Flachenecke herrührenden Weingarten in Radeudorf. — Godeschalcus de Flachenekke steht in einem Tauschbriefe des Stiftes VVil-liering an Albero von Hohenstein 1281 unter den Zeugen, nnd führt als solcher in dem Lehenbriefe Heinrichs des Chnonringer von Wcitrach an den „Recli" über die halbe Teste Luftenberg 1285, — dann in dem Briefe Heinrichs von Walsee, womit dieser seinem Brnder die Bewilligung zur Anweisung eines der Hausfrau der Letzteren gehörigen Geldbetrages auf ihre Pfandschuften, die Riedmark und Freistadt, genehmigt, das Ehrenwort „Herr-. — Clmnrat von Vlackeueck, — vielleicht ein Sohn oder auch nur ein jüngerer Bruder des Vorigen, — tritt 1294 zuerst auf, bezeugte in letzterem Jahre, dann 1296, 1297, — hier gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich, - 1298, von diesem Jahre an als „dominus", 1302, 1306 und 1309 von dem Kloster Banmgartenberg ausgehende oder an dieses gerichtete Urkunden. Ao. 1811 und 1314 leistete er dem Kloster Waldhausen im Machlande in zwei Kaufbriefen Zengeuschaft und in einem Stiftbriefe vom Jahre 1319 stehen nnter denZengcn: .Chnnrat von Vlachcnekh, Hainrich vnd Gotfrid sein baid Sun". — Den Dienstrevers Ulrichs des Weidenholzer an dio Herren von Schaunberg 1831, bezüglich der Vestc Weidenholz, siegelte „her Gothart llach neklier". — Gottschalk (IL) v. FI. verschaffte am 30 11. 1334 dem Gotteshans zu Baumgarteuberg mit Einwilligung seiner Hausfrau Perichta, Chunrads »II.), Ottens und Osann seiner Geschwister ein Lehen zn Weichsolbaum in der Königs-wieser-, und eine Hofstatt in der Wcissenbaeher Pfarre (im Machlande zu seinem Seelgeräthe. Gottschalk's II. andere Hausfrau hiess Elisabct. Am 24. 5 1345 verkauften Gottschalk von Flacheneck uud Elzpett seine Hausfrau den Herrn von Sehannberg. Gebrüdern, mehrere Güter, wobei des Gottschalk Binder Chunrud uud Otto uud sein Eidam 'Jörg der Häusler Siegler waren. 1347 und 1849 siogclten dio drei vorgenannten Brüder zwei Kloster Baum^artenberg'sche Urkunden, am 5. 12. 1353 Chunrad 11. allein einen Verkaufsbrief der Brnder Ulrich und Haug von Falkensteiu an das Kloster Gleink. 1362 verkaufte Niklas der Flussliurt an Dietrich von Loseu-stein zwei Güter iu der l'farre Ncukirchen und ein Lehen in iler Pfarre Hofkirchen, welch" Alles Lehen gewesen ist von den Flaeheneckeru. Am 7 8. 1362 veräussertu Heinrich der Prenhafen an Weinmar den Theuerwangcr den Truchs-nliof in der Pfarre Sierning, welchen Brief sein Oheim „her Chunrat von Flachenekh* siegelte Zu Avignon am i'O 6 1364 bestätigte Papst Urban V. eine Schenkung lies Godeschalcus Flaheneker, luiles pas-saviensis. an Kluster Baumgarteuberg. Ob di.'ser Cliun-rat's Ii. mehrgenaunter Urinier gewesen, habe ich nicht erfahren, auch weiter nichts über dieses weder bei Hoheneck noch iu der ständischen .Matrikel vorkommende Geschlecht. ■ U.-B., bischöfl. Consistorial-Archiv zu Lin, N. S. f bayerische (ieschlechter, Strnadt-Velden). FliiMHliur«. (Taf. 22). W a p p e n : Von Roth uud Silber gespalten, darin farbengewechselt eine Lilie. — Gekr. Helm: Pfauonstntz belegt mit der Lilie. Decken : roth-silbern. Das Geschlecht ist aus Wien entsprossen, wo es zu don vornehmen Bürgergeschlcchtern zählte. Chuurat Flusshart war nach dem Wiener .Minoriten-Nekrolog Magister civium und Vater des Dietrich Flusshart, weicher 1344, 1315, 1347 Stadtrichter niul 1357 Bürgermeister zu Wien, dann daselbst bis zu seinem Ableben oberster Münzmei-stcr war. Von seinen Söhnen wurde Nikolaus, MOO und 1405 Rathsherr zu Wien, 1408 erschlagen. Wolfgang (f 1420' liegt im Kreuzgang zu Garsten, Dietrich (II.) wurde 1416 bei den Augustinern iu Wien beigesetzt, und Hanns kommt 1437 als der erste Besitzer der Herrschaft Pottendorf im Machlande vor Dessen Sohn, Peter Flusshart ist der gemeinsame Stammvater der beiden Linien zu Pottendorf und zu Staiu iu welche sich der Stamm mit des Letzteren Söhnen, Johann nnd Veith, abzweigte. Johanns Söhne theilten die Linie abermals uud zwar Christoph in die Unterlinie zu Pottendorf, welche dessen Urenkel Hanns Christoph am 31. I. 1651 auf seiner Veste Thal, an der Ens in N.-Oe., besrliloss. — und Johann, der Jüngere, in die Unterlinie zu Dorf an der Ens in N.-Oe.. welches auf seine erste Gemahlin Elisabeth von Krössling .vermählt 1523) durch Erbschaft gefallen war. Sein Enkel Johann Andreas war der Letzte dieser Linie. Veith Flusshart. Stammvater der jüngeren Ilanpt-linie, welcher auch den Auhof bei Linz besass, kaufte 1517 die Veste Stain nachher Innernstein genannt im Machlande von Ulrich dem Schwcinpeckh. Seine Söhne Heinrich und Veith II. wurden 1572 mit einigen Liech-tenstein'schen Lehen in Oe. o. d E. belehnt. Georg Flnsshart zu Stain nnd Au in (1er Pfarre Bergkirchen, 48 0BEEÜSTERRE1CHISCHEB ADEL. ■welchen Sitz er 15S0 verkaufte, — der Letztgenannten filtester Bruder, — wurde 1570 zum Ritterstandsvcrordneten in Oe. o. d. E. gewählt. Er war in erster Ehe mit Agnes von Bohrbach, in zweiter mit Anna Sigmaicrin von Schlüssclberg vermalt, hatte aber nur mit seiner ersten Gemahlin einen Sohn, Veith III., welcher 1611 diese Linie beendete. Innernstt'in ging naclier durch Kauf au die Freyherrn von Kaiserstein über, welche desswegen das Flusshart'BClie Wappen in das ihrige aufnahmen. (R.-M., H., W.). Földväry. (Taf. 22). Wappen I: In Blau auf grünem Hügel ein goldener Greif, in seiner rechten Kralle einen Krummsäbel über sich schwingend. — Gekr. Helm: der Greif wachsend. Decken: blau-golden. — II. Getlieilt. Oben gespalten; vorn in Both auf grünem Hiigel der goldene Greif eine natürliche Traube an ihrem Blätterstiele vor sich haltend; hiuten in Blau auf grünem Hügel ein silberner Schwan mit dem rechten Fusse drei goldene Waizenähren aufrecht vor sich haltend. Unten von Blau und Gold gespalten, darin ein silberner Sparren, belegt mit vier (2,2) rothen Rosen. — Gekr. Helm: der Greif mit der Traube wachsend. Decken: blau-silbern, roth-silbern. Der schon damals adelige Matthias v. F. erhielt im Anfange des lö. Jahrb. das erstbeschriebene Wappen. Wann das Vermehrte oder eigentlich Veränderte an die Familie kam, ist mir nicht bekannt geworden. Im Jahre 1840 kam durch Erbschaft das Landgut Moos mit Würting im Hausruckviertel an Franz Anton Grafen von Seeau. dessen Gemalin Marie geborene Gräfin von Sprinzenstoin und dieser Beiden Tochter Mathilde. Letztgenannte vermälte sich am 28.7. 1842 mit Alexander Földv.-iry von I- öldvüry und Bernäthfalva, Gutsbesitzer zu Szücsiin Ungarn und Stuhlrichter im Hevcser Comitat. worauf ihr Gemahl in den Mitbesitz des obgenannten oberösterreichischen Gutes trat. Dasselbe vererbte sich nach dem am 20. 1. 1844 erfolgten Tode seiner Gemahlin anf die mindoijährige Tochter Mathilde (geb. 19. 1. 1844). Ihr Vater verband sich 28. 6. 1846 in zweiter Ehe mit Rosa Freiin von I.empruch. Seine Tochter Mathilde hat sich mit Johann Kubinyi von Felsö-Kubin und Demenyfalva, k. k. Kämmerer und Generalmajor vermält. Das Land-gat Moos mit Würting ist 1860 verkauft worden. i Csergcö'schc Siegel- und Wappen-Sammlung, Landt., gefällige private Mittheilungen.) Formier. (Taf. 22). Wappen: In Silber ein auf seinen Hinterläufen sitzendes rothes Eichhorn, einen grünen Tannenzapfen zur Aesung vor sich haltend. - Kleinod: Die Schildesfigur wachsend. Decken: roth silbern. (R.-M.) Ans diesem Geschlcchtc kommen vor: 1481 der edle Hanns Förster zu Hehenberg im Traunviertel, Hofrichter zu St. Florian; 1500 Hanns Sigmund und Friedrich; Sebastian, Sohn des Georg Forster zu Hehenberg, welcher am Montag nach St. Lucia 1521 den Hanns von Hoheneck um die .Mitfertigung einer Vollmacht bat; ein Hanns F. v. H. in dessen Verkaufsbriefe über das Amt Loostorf in N.-Oe. 1552 und l'aul F. v. H. am Pfinirstdienstag 1638 als Zeuge in einem Vergleiche des Hanns Christoph Märck von Gneissenau mit dessen Schwester Elisabeth. (R-M., IL). Fraidl. (Taf. 22). Wappen: In Roth aus dem FuBsrande wachsend ein silbernes Einhorn, welches mit seinen Vorderfüssen einen goldenen Stern hält. — Gekr. Helm: diu Schildes-fignr. Decken: roth-silbern. (R.-M.). Mit Diplom vom 26. 12.1756 erhob Kaiserin Maria Theresia den J. U. Dr., n.-ö. Regierungsrath in Justizsachen, und Kanzleidiroktor Johann Josef Fraisl in den erbländischen Adelstand, bei welcher Gelegenheit sein schon von den Voreltern gofiihrtes adeliges Wappen erneuert wurde. Mit allerhöchster Resolution vom 23 4. 1757 ist der Vorgenannte in den o. d. E.'schen Ritterstand aufgenommen worden. Sein Sohn Franz de Paula von Fraisl war k. k. Trnchsess nud n.-ö. Regierungsrath. (R.M., Akten im Landesarchiv.) Fi-auckeneteln. (Taf. 22). Wappen I; In Gold ein rothes Beileisen, Schneide schrägelinks. — Gekr. Helm: Geschlossener (auch offener) goldener Flug, belegt mit der Schildesfigur. Docken: roth-golden. — 11. (.1560) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Gold drei rotho Klceblattherzen (Von Cleej. — Zwei gekr. Holme: 1. Stammkloinod (offener Flug). Decken: roth-golden. 2. wachsender blauer Pfau dessen geschlossener Flug getlieilt ist, oben schwarz bestreut mit sechzehn silbernen Blättern, unten golden belegt mit den Klceblattherzen. (Kleinod zn Clee). Decken: roth-golden. - III. (17n6) (iespalton und zweimal getheilt mit Herzschild von Franckenstein. 1 nnd 6 von Clee 2 und 5 in Blau ein offener Helm darauf als Kleinod ein silberner Schwan mit offenem rothen Flug, wolcher mit zwei schwarzen Pfählen. Uberdeckt von zwei goldenen Balken belegt ist. 3 und 4 in Gold ein rother Balken in der oberen Feidung drei rotho Rosen nebeneinander. (Feld 2, 3, 4 nnd 5 zn Sachsenhausen, welche jedoch den Schwan ohne Helm und keino Rosen führten). — Drei gekr. Helme: 1. Von Clee. Decken: roth-golden. 2. Stammkleinod. Decken; roth-golden, roth silbern. 3. Der .Schwan von Sachsenhausen. Decken: roth silbern. Die Franckcnstcin gehören dem rheinischen Uradel an, und erhielten von Kaiser Ferdinand II. 1560 eine Vermehrung des Wappens mit jenem der erloschenen von Clee, worüber s. d. 23. 8. 1613 eine neuerliche kaiserliche Bestätigung erthcilt worden ist. Unter dem 16. I. 1670 wurde dieses Geschlecht in den Reichsfrciherriistand erhoben, erhielt am 18. 9. 1706 abermals eine Wappenbes-scrung dnreh Hinzufügung dos Schildes der erloschenen von Sachsenhausen und wurde am 11. 2. 1813 bei der Freyherrnklasse in Baiern immatriculirt. Wegen der Majoratsherrschaften Ockstadt, Ulistadt und Bünzburg ist deren jeweiliger Inhaber erblicher Reichsrath der Krone Bayern. Heinrich Reichsfrciherr zu Franckenstein (geb. 31. 5. 1826, f 15. 10. 1883) k. k. Kämmerer und Rittmeister a. D.. vermält 20. 10. 18Ö6 mit Helene Gräfin von Arco-Zinneberg, jüngerer Ürnder des gegenwärtigen Majoratsherrn, kaufte gemeinschaftlich mit seiner Gemahlin im Jahre 1874 das landtäfliehe Gut Traunegg bei Wels und ist des Freiherrn Heinrich Anthcil nach dessen Ableben auf seine minderjährigen Kinder: Margaretha (geb. 6. 7. 1869j, Paul igeb. 15. 12. 1872), Conrad (geb. 1.7.1875) und Franz (geb. 9. 4. 1879) übergegangen. (Dentsch-Ordens-Ccntralarcliiv, k. k. A.-A., N. S. bayr. Freiherrn, Landt.; Fränking. (Taf. 22. 23.) Wappen I: (Stammwapponj In Gold ein schwarzer Babe. — Kleinod: der Rabe. Decken: schwarz-golden. — II. Wie I. mit einem zweiten gekr Helm, darauf, auf schwarzem Kissen sitzend, eine schwarze Katze mit goldenem Halsring. Der 1. Helm ist ebenfalls gekrönt. (Nach N. S. bayr. Grafen erscheint der zweite Helm 0BEP.ÖSTERE1CHISCHER ADEL. 49 schon [wannV] in dem Wappen des Ulrich Frankhiiiger benefactoris monasterii Baiteuhaslachensis.) - III. (Freiherrliches 1605) Geviert mit goldenem Herzschild darin auf dem schwarzen Kissen die Kat/.e. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Botii Kopf und Hals eines silbernen Greif. — Drei gekr. Helme: 1. und 2. wie vorhin bei II. Decken des 2 Helmes: schwarz-golden, roth-silbern. 3. Der Greifenkopf. Decken: roth-silbern. (H.-M.; das Bild des 2. und 3. Feldes ist jedoch in nachstellender Weise richtig zu Stollen. — IV. (Gräfliches 1697.) ltück-und Herzschild wie vorhin bei III., doch im 2. und 3. Felde Kopf und Hals eines gekr., silbernen, schwarzgeiieckten Panthers Helm und . ecken wie vorhin bei III., doch als Kleinod des 3. Helmes der gekr. Pantherkopf. (Nach dem Wortlaute des Diplou.s ist das Bild des 2. und 3. Feldes „ein mit aufsperrenden Bachen roth ausschlagender Zungen, auch mit ganzen Hals hervorblickendes, weiss und schwarz befranztes und mit einer königlichen Krön erst neu gekröntes Panther-tliier". — woraus hervorgeht, dass dieser Panther, also nicht Groifenkopf, schon vorher, aber ungekrönt geführt wurde. —) Die Fränking (Fräncking. Franckhing von und zu Alienfranking sind ein uraltes bayrisches Rittergeschlccht, das zu Fränking 'franchingun, frenchingeu. Vrcinchingen, l'renking , am südlichen Saume des Weilhartforstes im lunviertel, gesessen war. Noch ist am Ufer des Holz-öster-See's das Burgstall dieses Edelsitze* sichtbar, der von Michlbeuern zu Lehen kam. Ulricus de franchiugen stiftete sich c. 1150 ein.Seel-geräth zum Altar des hl Pankraz im nahen Kloster Banshofen; Zeugen: Liupold und Ulrich, seine Söhne. Um 1190 bezeugte Liupoldus de freiichingen eine Tradition des Otto von Boro zu vorgenanntem Altare, ebenso Otto de Uranchinge um 1215 und 1230. Am 12.3. i268 verliehen der Probst Heyfried und das Kapitel zu Hanshofen der Wittwe Ludwig s v. Fr , Elisabeth und ihrem Sohne Ludwig eine Pfründe unter der Zeugensehaft der beiden anderen Söhne (Irtolf und Wcruhard, und am 12. 3. 1270 gestatteten Elisabeth und ihre .Söhne (Irtolf, Friedrich und Wernhard dem Kloster Banshofen die Einlösung einer Mühle. Im Bcgräbnissbuche zu Raiten-liaslach stehen 1286: her Otto von l-'reiickhiug. Bitter; her Weruhard; her Ulrich; her Heinrich; Georg Oswald, Ulrich und Ludwig sind dafcclbst im Kreuzgang begraben. Ortlieb v. Fr. erscheint 1347. Hanns v. Fr. war 1403 auf dem 23. Turnier zu Darmstadt. Christian Frankinger ist 142U Pfleger zu .Schärding, Ulrich 1427 Richter zu Landshut gewesen. Die Brüder Wilhelm (lebt 1550) und Christoph, 1531 Landrichter zu Schärding, theilten das Haus iu zwei Linien. Wilhelme Sohn, Oswald, wurde am 3. 6. 158>' unter die n.-oe. Bitterstandsgeschlechter aufgenommen. Er war nach der im Deutsch Ordens Centraiarchive zu Wien aufbewahrten, dnreh seinen Sohn Otto Yiktur verfassteil Beschreibung seines Lebenslaufes als der Sohn des Wilhelm von Fränking am 12. 2. 1531 geboren, vermält.! sich zum ersten Male 1565 mit Maria Salome i,f 9. 2. 1578), Tochter des Martin Erlbeck von Schönau und der Margarcth Rösch von Nicdertruchsen. zum zweiten Male 1579 mit Anna, des -igmund Trainer vou Prcprun Tuch ter. Seine Kinder erster Ehe waren: Martin Wilhelm geb. 25. 7. 1566; und .Maria Margaretha (geh 27. 7. 1508-; jene aus der 2. Ehe: Anna Salome geb. 24. 2. 1580.;, Georg Wilhelm tgeb 15. 8 1581 / und Cathaiina (geb. 14. 11. 1582). Otto Victor nennt sich Belbst in dioser Beschreibung nicht, ebenso nicht seine andern Brüder Oswald und Hanns Sigmund. Alle sind unzweifelhaft aus der zweiten Ehe des Vaters, nicht wie H. irrthiimlich meint von der Erlbeckin, denn in dem Con-iirmationsbriefe Kaiser Budolfs II. d.d. 4. 11. 1608 über IV. 5. die Franking'scheti Stauimlehen für die Brüder Georg Wilhelm, Otto Viktor, Oswald und Hanns Sigmund wird Georg Wilhelm (aus der 2. Ehe) zuerst, sicher als Ael-tester der damals lebenden Brüder genannt und Martin Wilhelm (aus 1. Ehe) ist zu dieser Zeit jedenfalls schon gestorben gewesen. Die vier I'rüder wurden s. d. 6. 11. 1627 in den alten Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen. Georg Wilhelm vermälte sich in erster Ehe 22. 10 160b zu Artstutteu mit Elisabeth, (iottfried'B von Salburg Tochter; in zweiter Ehe — wie H. sagt, — mit Elisabeth Herrin von Oed, in dritter Ehe 28. 4. 1613 mit Susauna, Tochter des Wilhelm Bauchenbcrgcr zu Han-feldeu und der Agnes Perin. Hoheneck lässt von der ersten (ieuiahlin zwei Söhne Georg Wolfgang und Friedrich Wilhelm, und von der dritten zwei Gleichnamige entstammen. aber es haben nach den im Deutsch-Ordens-Centralarciiive aufbewahrten Frauking'schen Dokumenten nur die beiden Letzteren gelebt. Am 15. 5. 1614 wurde der lieirathsbrief zwischen Friedrich Wilhelm. Sohn des Georg Wilhelm v. Fr und der Susanna geb. von Kau-chenberger einerseits und der Sabina verwittweten von Nothliuft, geb. von Uerlichingcn andererseits, am 19. 10. 166o d>'r lieirathsbrief zwischen dem Vorigen und seiner zweitun Braut Anna Sophia, Tochter .toliann Gottfrieds Freyherrn von i'lam und der Anna Sybilla von Kagcneck errichtet. Nach iL war Friedrich Wilhelm churbayerischer Rittmeister und Herr zu An an der Traun; über eine Desccuiicnz von ihm ist nichts bekannt. Sein Bruder Georg Wolfgang wurde am 9. 11 1618 mit Maria Magdalena (begraben als Wittwe 3. 7. 1682), Tucliter des Johann Poissl von LoiIlling und der Catharina Mornauer. getraut. Die Tochter aus dieser Ehe. Marie Susauna (getauft 20 9. 165Ui vermalte sich mit Franz Gall Frei-iierru von Lichtenberg. Otto Viktor. Georg Wilhelms schon mehr genannter Bruder, soll nach Hoheneck mit dem Gute Mitterberg im ilausruckviortel angesessen gewesen Bein, aber ich halte (iiese Mitteilung, die mit anderen Nachrichten des vorgenannten Autors im Widerspruche stellt, für aus der Luft gegrillun. Otto Viktor vermälte sich in erster Ehe mit .1 uliaua. Tochter EuoclfB von und zu Clam. in zweiter mit Catharina Judith von Gloiach. Von Beinen Söh-iiuii 1. Ehe soll Carl Viktor eine Sybilla Dorothea von Jaxham Johann Ludwig Maria Salome von Geyersp.-rg geehelicht haben. Leibeserben von diesen uud den Söhnen 2. Ehe: Sigmund I-riedrieh, Ferdinand Gottfried und Hanns Wilhelm wurden nicht genannt. —■ Oswald, der Jüngere, Otto Viktors Bruder vermälte sich, laut Heiratsbrief d d. 4. 2. 1619. mit .Maria Salome Haydin von Dorf und hatte mit dieser vier Söhne: Gottfried, Christoph Wilhelm Johann Ferdinand und Isaak Mach dem Todu sein.tr ersten Gemahlin lebte er in kinderloser Ehe mit einer geborenen Stiibichin. Hanns Sigmund. Oswald des Aeltereu jüngster Sohu hatte aus seiner ehelichen Verbindung mit Ottilie Catharina von Keldliaim den Christian Günther v. Fr. Ueber die weitere Desccndenz dieser erloschenen Wilhelm'scben Linie ist nichts bekannt. Dieselbe scheint au der 160 ■ für dio Christoph'sche Linie erfolgten Frei-herrnstandserhebung partieipirt zu haben Friedrich Wilhelm, Georg Wilhelms wiederholt genannter Sohn, er scheint zu mehreren .Malen als Freiherr, keiner der hier Genannten diiscr Linie aber im Grafenstande. Aus der zweiten Linie wird der Stammvater Christoph, 15 .1 Landrichter zu Schärding, von Wiguleus Hund auch als Landrichter zu Braunau und Beutmeister zu Burgliauseii bezeichnet. Er kaulte 1564 Riedau im Innviertel von den Kranenberg. rn. war in erster Ehe mit einer geborenen Riedlerin aus .München, iu zweiter mit Apollonia Schellerin von Adldorf vermält Von seinen Söhnen bautu -losef alias Joachim), vermält mit Sabina, Burghart's von Tannberg Tochter, 1597 den Frankinger- 13 50 OBEBÖSTEBBEICHlSCHüB ADEI.. hof zu Schürding; Sehulon hatte Regina von Messenbeck znr Hausfrau: Johel, Herr auf Adldorf. Bossbach, Polling in Bayern. Innernsee im Hausruckviertel und Biedau im Innkreise, wurde d d. Prag am 2(i. 1 1695 mit seinem Neffen, Sebnlons Sohne, Otto Heinrich, welcher in der Folge Adldori und Biedau ererbte, in den Reichsfrey herrn-stand erhoben Otto Heinrich war mit Gertraud Freviii von Preysing vermalt, welcher Ehe der Sohn Johann Bapt. entspross. Johann Heinrich Ortlieb, Sohn Sebnlon's II., welch1 Letzterer, wie ich glaube ein Bruder des vorgenannten Johann Bapt. gewesen ist und mit Anna Maria Juliana Gräfin von Dachsperg zu Aspach vermalt war. erhielt von Kaiser Leopold 1. d d. Laxenburg 24. 5. 1097 dio Beichsgrafoiiwhrde. Er nahm Maria Elisabeth Fugger Gräfin zu Kirchberg und Weissenborn zur Gemahlin, die ihm den Sohn, Johann Fran», gebar. Diesem, vernnilt mit Maria Anna Theresia Gräfin von Preysing zu Moos folgte der Sohn Felix Josef Adam, welcher sich mit Maria Josefa, Tochter des Ferdinand Franz Josef letzten Frey-herms von und zu Buhstorf, ehelich verband. Franz Felix, churbayr. Kämmerer nnd Begierungsrath zu Burghausen, Herr zu Ober- und Uuterfranking, Hagenau, Huizing, Hueb. etc. im lunviertel, der Vorigen Sohn, vermälte sich mit Maria Theresia, Freyin von Perfall zu Gretenberg. Sein Sohn, Josef Maria, k. k. und kgl. bayr. Kämmerer, erbte die vorgedachten väterlichen Besitzungen, von welchen er Hagenau und Hueb 1827 an Paul Anton Freyherrn von Handel verkaufte. Er hatte am 24 4. 1794 bei dem kgl. bayr. Ritterorden vom heil. Georg aufgeschworen und war von 1805 -1829, seinem Todesjahre. Verordneter des stiftsmässigen Herrenstandes in Oesterreich ob der Ens. Von den aus seiner 19. 9. 1790 geschlossenen Ehe mit Maria Anna, Tochter des Josef Franz Grafen von Fuggcr zu Mieghauscn, Schwindegg und Kirchtambach und der Adelheid geb. Gräfin von Tanffkirchen-Ybm. entsprossenen Kindern wurde dio Tochter Adelheid mit Philipp Freyherrn von Eisenfels vermSlt, welcher die Hofmark Haizing überkam. Der Sohn Ludwig, Direktor beim k. k. Landesgerichte in Linz, wurde am 15.10.1828 in die ständische Versammlung eingeführt und auf die stiftsmässige Herrenbank angewiesen. Kr erhielt als k. k. Pfleger zu Gastein d. d. Laxenburg 2:!. 5. 18:19 eine Bestätigung seines Grafenstandes, war in dem letztgenannten Jahre unbesoldeter ständischer Ausschussrath, wurde 1840 zum besoldeten auf sechs Jahre gewählt und ist von 1849bis zu seinem 15 8 1855 erfolgten Tode Mitglieddes vereinigten Landescollegium in Oe. o. d. E. gewesen. Seine Wittwe Bosalic Gräfin von Frauking, des kaiserl. Batlics Dr. Josef Preuer Tochter, lebt noch gegenwärtig zu Linz. Von den Söhnen ans dieser Ehe. Adolf Grafen von Fränking. Freyherrn von und zu Altcnfranking (geb. 18. 8. 1829; und Ludwig (geb. Iii. 8. 183iY y), ist Ersterer als der lotztc Mamies-sprossc seines Geschlechtes am 16. 2. 187G gestorben. (K. k. A. A., Deutsch-Ordens-('entralarchiv, Archiv des kgl. bayr. St. Georgs-Orden, R- u. H.-M. U.-B., Wig. liund III., H., histor. geneal. Taschenb.. gräil. Taschenb, Beschreibung der k k. Grenzstadt Schärding a. Inn von Lampreclit.; Fi-ey I. (Taf. 23;. Wappen I: (1400) Ein Adlerfuss und ein abge-haaencr, dürrer, geästeter Baumstamm schräg nebeneinander. - II. 11483) Zur Pfahlstelle der Baumstamm. — Gekr. Helm: Geharnischter Arm, welcher in der Faust den Baumstamm, der hier bewurzelt ist, emporhält. Nach Ennenkl fühl te das Wappen 1. Ulrich der Frey im Jahre 1400, und den Schild von II Pankraz Frey, Landrichter zu Peuerbach, ao. 1479. An der Pfarrkirche des letztgenannten Ortes befindet sich noch das Epitaph des Pankraz mit dem bei dem Wappen II angegebenen Kleinode. Dietmar und Friedrich die Freyer erscheinen 1362 als Scliannberg'sche Dienstmannen. Percbtold der Frey, Stiefvater des Georg Aboldinger, tritt 1370 auf. Hanns der Frey, wahrscheinlich obgenannten Ulrichs Sohn trug 1417 den Hof zu Windcrn vom Herzog Albrecht V. zu Lehen. Hanns der Jüngere (t c. 1463;, Markt- und Landrichter zu Peuerbach wurde, am 13 5. 1441 von dein Grafen Johann von Schauuberg für seine treuen Dienste mit dem Gute zu „Stainbrugk vnder der Aychen-*, und durch König Ladislaus am 18. 3. 14:~>6 mit verschiedenen Zehenten in der Kalhamer Pfarre belehnt. Er hatte im Jahre 1447 einen Streit des Klosters Engelszcll entschieden und schickte ans uubekannteu Gründen im November 1462 au Kaiser Friedrich III. einen Absagebrief. Das Gut zu Steinbruck im Ilausruckviertcl verlieh Graf Bernhard von Schauuberg im November 1467 dein Pankraz Frey, llannsens Sohne. Pankraz wird 1479 urkundlich als Landrichter zu Peuerbach erwähnt und starb nach seinem Eingangs erwähnten Epitaph im J. 1483. • Strnadt-Penerbacli, Mnsealbibliothek zu Linz;. Frey II. 'Taf. 23). Wappen: In Gold ein rother Balken; oben eine weisse Taube, mit einem grünen Zweig im Schnabel; unten ohne Bild — Gekr. Helm: Ein goldener Stern zwischen von Blau und Gold geteilten Hörnern. Decken: roth-silbern blau-golden Ferdinand Frey (j 1700) der ßömisch Kaiserlichen Majestät Bath, erlaugte mit Diplom d. d. Pressburg 3. 12. 1687 von Kaiser Leopold I. „den ungarischen Adel und wurde als Ober-Kriegs Oominissär am 15 1. 1697 in den jungen Bitterstund Oe.'s o. d. E. aufgenommen. Von seiner Gemahlin 3laria Claudia Johanna Manrer von Hohenstein waren ihm zwei Söhne geboren worden: Carl Josef Oktavian und Johann Philipp Ferdinand (t 6. 1. 1730), welch' Letzterer sich mit einer Base seiner Mutter. Maria Catharina Manrer von Hohenstein vermälte, dio ihm das Gut Tambach im Machlande einbrachte Nach ihm ist in der Landtaf«! als Besitzer desselben Johann Ludwig von Frey eingetragen. Ob Letzterer seiu Sohn oder seines Bruders Carl Josci' Oktavian Sohn l.ndwig gewesen, habe ich nicht eruiren können. Tambach kam 1756 in andere Hände Nach Johann Philipp Ferdinand's Ableben vermälte sich noch in seinem Todesjahre am 14. November dessen Gemahlin mit dem k. k. Cuirassier-Bittmeister Franz Philipp R.-Freyherrn von Espallart. ('arl Josef Oktavian von Frey trat init Maria 'I heresia, Tochter des Christoph Adam von llaydcu zu Dorff, in den Stand der Ehe und kaufte von dem Bruder seines Schwiegervaters, Christoph Benedikt von Hayden, das Gut Ilofegg und Weyer im Traunviertel. Seine Gemalin ist in der Landtafcl ausserdem als Besitzerin der Hayden'-schen Guter Dorff bei Schlicrbach nnd Lindach eingetragen, deren Besitz sie nach dem Ableben ihres Vaters angetreten haben mag, von welchen sie aber Dorff auf Grund des Testamentos und Fideicomiuiss-lnstitutes des Christoph Albrecht von liayden d. d. 10. 11. 1711 an ihren NeH'en Kranz, Christoph v. Ii. herausgeben mussto. ilofegg mit Weyer kam 1759, Lindach im Jahre vorher, an ihren Sohn Franz Xaver, beide Besitzungen 1764 durch Verkauf an des Letzteren Bruder Ludwig Den Freisitz Holzheim im Hausrnckviertel hatte 1758 Johann Ludwig von Frey gekauft, bezüglich dessen etwaiger Identität mit dem Vorigen ich wie schon oben gesagt, im Unklaren geblieben bin. Holzlicim wurde 1765 wieder verkauft. Ludwig vermälte sich mit Maria Anna Schmidaucr von Ober-Wallscc, ans welchcr Ehe 1760 ein Sohn F'ranz Seraph (f 1816) geboren wurde, welcher die väterlichen OBERÖSTEREEICHISCHEB ADEL. 51 Güter Ilofegg mit Weyer und Lindach antrat, von diesen jedocli Lindach 1810 vor äusserte und den Besitz von Hofegg-Weyer mit Kanfcontrakt vom Jahre 1813 auf Beine Gemahlin Franziska, geb. Freyin von üumerskirch (geb. 1770, + 1826) übertrug. Die Descendenz dieser Letzteren blüht gegenwärtig in Salzburg liofegg mit Weyer, der letzte Besitz dieser Familie in Oe. o. d. E. ist 1817 verkauft worden. (B.-M., Landt., II., N. S. v. Weittenhiller's Salzburger Adel.. Freygchlug (Taf 28). Wappen: Geviert mit rothem llerzschild. darin vor einem silbernen Balken auf silberneu Hügel ein Geharnischter mit rother Leibbinde, gekrönter mit vier Straussenfedern, — IJau-silbem-schwarz-goldcn, - besteckter Sturmhaube, in der Rechten ein Schwert znm Streiche. in der Linken einen Nabelschild haltend. I und 4 in Gold ein halber gekr.. schwarzer Adler am Spalt. 2 nnd 3 in Roth ein gekr. silberner Löwe. — Gekr. Ilelm: Der Geharnischte wachsend zwischen zwei Bannern, das Beeilte mit silberner Säule auf von Schwarz und Gold getheiltem, das Linke mit goldener Säule auf von Roth und Silber getheiltem Tuche. Decken: Bcbwarz golden, roth-silbern. Kaiser Ferdinand III. erhob mit Diplom d. d Linz 26. 4. 1646 die Brüder Adolf, Gotthardt und Rudolph Freyschlag mit dem Prädikate „von Freyenstein" in den Adelstand. Adolf Fr. war herrschaftlicher Pfleger zu Waizenkirchen, als welcher er daselbst starb und in der Pfarrkirche begraben wurde, wo von ihm nachstehendes Epitaph redet: „Adolf Freysclilag von Freyenstein, lierr der Freihöfe lntzing und Waldau, gewesener erst-katho-lischer Pfleger der Herrschaft Weidenholz und dessen in der Amtirüng nachgefolgte zwei Herren Söhne. Johann Ehrenreich, und Peter Franz. welche Drei über 90 Jahre allda amtieret haben " (ohne Jahreszahl . Adolf Fr. v. Fr. hatte den mit Waldau vereinigten Sitz lntzing, zur Herrschaft Weidenholz. Pfarre Waizenkirchen im Üansruck-Viertel gehörig, unter dem Namen Oberhof inne gehabt, und nm treue Dienste zn belohnen, war derselbe von dem Grafen Dans Ludwig von Kuefstein, als J errn zn Waidenholz, von allen herrschaftlichen Lasten befreit worden. Von da an blieb der IJcsitz weiter im Eigenthume der Familie, aus welcher Johann Adolf Fr. v. Fr. im Jahre 1767, — höher hinauf reichen die Ein-lagebücher bei der Landtafel nicht, — als Herr zu lntzing und Waldau erscheint. Letzteres veräusserte dieser im Jahre 178«, Ersteres gieng nach ihm auf Anna Maria Fr. v. Fr. über, welche es 1826 verkaufte. Von dieser nun in Bayern blühenden Familie ist Ignatz Freyschlag von Freyenstein gegenwärtig kgl. Oberstlieutenuut ii la snite des 1. Infanterie Regiments und persönlicher Adjutant Seiner Königl. Hoheit, des Prinzen 1 uitpold. iE. k. A.-A., Landt., Striiadt-Peuerbaclii. Fi rjiag zu «l'uldbaeh (Taf. 23). Wappen I: Durch eine blaue Spitze, worin eine silberne Glocke, von Silber und Roth gespalten. - Gekr. Helm' blauer mit der Glocke belegter Flügel. Decken: blau-silbern, roth-silbern. — II. Iii Schwarz eine silberne Glocke. — Kleinod: Auf schwarz-silbern gewnndenem Wulste drei Straussenfedern, - schwarz-silbern-schwarz —. Decken schwarz - silbern. 1 Wappen I ist bei Hoheneck, Wissgrill und in der 0. d. E.'schen Eitterstands-Matrikel als den Freytngen zu Waldbach zugehörig angegeben. Auch das Wappen II ist denselben in der ständischen Matrikel beigesetzt. Für die Richtigkeit weder des Einen noch des Andern kann Gewähr geleistet werden). Thomas Freytag zu Waldtbach (im Trannviertel) nnd Agnes seine Hausfrau lebten 1447. Christoph Fr zn W. hatte nach Enn'-nkcl 1450 Margaretha llagerin zu Allentsteig zur Ehe. Virgilius Fr. zu W. und Apollonia Käst nerin seine Hausfrau verkauften im Vereine mit Magdalena Aebtissin zn Traunkirchen und den Gebrüdern uud Schwestern Kastner 1473 daB Gut UttBtorf au Rein ward Kastner. Am 25. 1. 1453 erlicss König Ladislaus einen Befehl an Wolfgang Fr.. seinen Pfleger zu Wildenstein bei Ischl und Amtmann zn Gmunden. die Einfuhr fremden Salzes zu verbieten, und befahl demselben am 4 1. 145-1 die Pflege des Schlosses Wittenstein dem Bernhard Seusen-ecker abzutreten. Wolfgang nahm 1478 Magdalena von Sinzendorf zur Gemahlin und war 1496 mit Gross-Gött-fritz und Nonndorf in Niederösterreich begütert. Er ist, als 1509 noch um Leben, in der 0. d. E.'schen Ritterstands - Matrikel als Landmann eingetragen. Wissgrill's Bemerkung, dass er noch 1534 einen Kaufbrief des Gre-gorius Rauber zu Krurnau über die öde Seemühle bei Krumau siegelte, ist entweder ans der I.nft gegriffen, oder es kommt hier ein zweiter jüngerer Wolfgang in Betracht. Carl Freytag lebte lf.67 bis 1585 nnd wurde während dieser Zeit von Herzog Wilhelm (von Niederbayern V) zu dessen Hofgesinde aufgenommen. 1610 war ein Froytager zu Schöuleithcn Georgs von Lcuchtenherg Hofmeister zu Pfreimt: es ist ungewiss ob dies Carl gewesen. 1599 erseheint des Letzteren Sohn Michael Ernst, dessen Gemahlin 1619 starb. Ob diese Letzteren den 1 reytagern zu Waldbach angehörten ist nicht bekannt geworden. (R.-M., H., W., Wig. Hund bayr. Stammenbuch. Pritz Geschichte des Landes 0. d. E.J Fronkiauier 'Taf. 2°,). Wappen I: In Roth ein silberner 1 fahl. — II. in Silber ein Mönch in schwarzer Kutte, der sich auf das rechte Knie niedergelassen hat und ein aufgeschlagenes Brevier in Händen hält. — Gekr. Helm: \\ achsend ein silbern gekleideter Engel mit goldener Stola, rother Leibbinde, auf dem Haupte ein kleines goldenes Krcnz. die Hände zum Gebete gefaltet. Decken: schwarz - silbern. (Wappen II limlet. sich iu der o. d. E.'schen Ritterstandsmatrikel nud im N. S. v bayr. Geschlechter. Wappen I ebenfalls iu Ers'terer und bei Höh., der nur dieses allein, - es ist der von Frauenhofen Schild aus Bayern, — anlfiihrt. Ulrich Fronhaimer ans dem Frauenhofen'schen Stamm, war 1422 Aman zu .Malching und Schaffner des Klosters Aspach. Ludewig Fronnhannner, 1496 Aman der bischöfl. Freysing'schen Herrschaften, Güter und Lehen iu Oesterreich, erscheint noch 1500 in einer Urkunde zu St Stephan in Wien. Gilg Fronheimer war 1494 Zöllner zu Kattenberg. Derselbe Wolfgang Fr.. Ritter, bekennt mit seinem Briefe d. d. Füchlarn an sant Jörgen tag 1520, dass sein Vater Ludbig Fronhnuimer den llet-tenhof besessen habe, der dann erblich auf ihn (Wolfgang; gekommen sei Letzterer hatte einen Sohn Adolf, nach Wig. Hund der Letzte seincB Geschlechtes Lukas Fr., Landrichter zu Mauerkirchen, entschuldigte sich 1516 auf den Landtag zu kommen. Acliaz Fr. war 1583 -1591 Domherr 7.u l'assau. Hanns, 1548 Aman des Freysing'schen Domkapitels zu Malching, ist in der 0. d E.'schen Ritterstands .Matrikel als Mitglied eingetragen. Acliaz 11. war 1593 (Preysing'scher?) Rath nnd schrieb sich zu Malching; er bekennt: Sein Vater Hanns sei Landmanu nnd Steuerherr gewesen und habe ihn summt zwei Brii -dern, Heinrich und Lnkas hinterlassen; sein Name sei seit dreihundert Jahren in Bayern und Oesterreich in Ehren hergekommen: sein Bruder Heinrich sei vor dreissig Jahren gestorben; Lukas habe in Oesterreich die Religion geändert. eine Nichtkatholische geheirathet und mit dieser keine Kinder; er, Acliaz, Bei ohne Notherben. LukaB Fronhamcr von Malching, der Vorgenannte, ein Protestant, wurde 1586 den n. ö.'schen Ritterstandsge-Bchlechteru einverleibt und erwarb dnreh Beine Ehefran Jobanna Polani von Wisent das Gut Braiteneichen in N.Oe., welches er bei seinem 1615 erfolgten Ableben an 52 0BERÜSTEERE1CHISCHER ADEL. seine zweite Gemahlin Sophia Herrin von Sonderdorf vererbte (E M.. Wig. Hund bayr. Stammenbuch, H., W., N. S. f bayr Geschlechter). Froiiliofer (Taf. 23). Wappen: Von Silber und Schwarz gespalten, darin eine Lilie farbengewechselt, das untere Mittolblatt von Schwarz nnd Silber geschaclit. - Kleinod: Von Silber nnd Schwarz gespaltener Flügel. Decken: schwarz-silbern. Von diesem abgestorbenen, zu Walkering bei Vöckla-markt im Hansrnckviertcl sosshaft gewesenen Geschlechte ist Hanns Fr. 1566 als Mitglied des liitterstandes in Oe. o d. E. eingetragen. Ehrenreich Fronhofer von und zu Walkering wurde am l'fingst-Erchtag 1624 zu St. Georgen .jämmerlich ermordet" und hierauf im Fronhofer'schen Erbbegriibniss zu Vocklamarkt beigesetzt Hanns Fr. zu Vi'., in 2 Ehe mit Maria Wiellingcrin vermalt, errichtete im Sommer 1627 zu Gunsten seiner Kinder erster und zweiter Ehe sein Testament. Von diesen Letzteren und s'inst von dem Geschlecht ist Nichts weiter auf uns herübergekommen. (R.-M., H.j Furhg (Taf. 23. 24). Wappen I: In Silber ein rother Fuchs. Gekr. Helm : Zwischen von Roth und Silber übereck getheilten Hörnern der Fuchs wachsend. Decken : roth - silbern. •— 11. (1765) Schräg getlieilt. Vorne in Blau auf dem Meero ein goldenes Schiff mit gerefften Segeln. Hinten in Silber der Fuchs. Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen rechts von Gold und Blau, links von Roth und Silber getheilten Hörnern der Fuchs wachsend. Decken: blau-golden. 2. Drei Stranssenfedern. roth-silbern-roth. Decken: roth-silbern. — III. Geviert mit dem Stammwappen im Horz-schild. 1 und 4 zwei silberne liafergarben neben einander. 2 und 3 in Silber zwei rothe Pfähle. - Vier gekr. Helme : 1. Offener blauer Flug. Decken: blau-silbern. 2. Von Gold und Schwarz geviertes Banner an goldener Stange. Decken: blau-silbern 3. Stammkleinod. Decken: roth-silbern 4. Drei Struussenfedom, roth-silbern-roth Decken : roth-silbern. — Schildhalter: Zwei Füchse mit umgehängten Hcnneliudecken. — Aus dieser Familie, welche nicht mit dou Freiherrn Fuchs von Bimbach und Dornheini und den Grafen Fuchs von Fuchsberg in Tyrol zu vorwechseln ist, erhielt Hanns Fuchs d d. Wien 26. 7. 1535 von Kaiser Ferdinand I. eine Wappenbestätigung. Dessen Enkel (?) Uoorg Fuchs suchte unter dem 8. 3. 16H0 die Aufnahme als Landmann in Oe. o d. E. nach, welches Gesuch ihm jedoch abschlägig bcschicdcn wurde. J«is«f Johann Nepomuk Fuchs und dessen Bruder Josef Carl wurden am 30. 1. 1762 in den erbländischen österreichischen Adelstand erhoben und erhielten darnach d. d. Wion 20. 6. 1765 von dor Kaiserin Maria Theresia den erbländischcn Eittorstaud, wie es in dein bezüglichen Diplome lieisst: nachdem deren Voreltern schon vor 200 Jahren in Steiermark und Tyrol einen ho trächtlichen Handel zu treiben angefangen, deren Urur-grossvater Hanns Fuchs löHö eine kaiserliche Wappcn-bestätiguiig erhalten habe, dann in Berücksichtigung der Verdienste ihres Grossvaters bei Belagerung der Festung Ofen als Einquartiruiigscommissär, der Verdienste ihres Vaters als Deputirter dos Kaufmanns- und Handelsstandes bei Errichtung des Hafens von Triest. der Verdienste der Brüder des Letzteren, Leopold als Oberlieutenant und Franz Joaef als l eldkriogsooinmissiir. dann schliesslich iui Hinblicke darauf, dass sie. — Josef Johann Nep und Josef Carl in den letzten Kriegsliiuften als getreue Bürger sieh erwiesen, wofür sie schon vor etlichen Jahren den Adelstand erhalten haben. Josef Carl hatte die Handelsgeschäfte fortbetrieben und starb unvermält. Josef Johann Nep. erkaufte im Jahre 1766 die Horrschait Puchheim und Mitterberg im Hausruckviertel, wurde mit seinem Bruder am 5. 5. 1767 in deu jungen Eittorstaud dieses Landes aufgenommen, am 21. 8 1774 in den Reichsfreilierrn- 28 Mar desselben Jahres iu den böhmischen I'reiherrn- und 6 II. 1781 durch Kaiser Josef 11 in den Reichsgrafenstand erhoben Nach Erlöschen dos Graf von Eappach'schen Mannes-staimnos wurde ihm ferner in seinem raschen Lauf.' nach aufwärts nnter dein 28. 11. 1786 das Erbland - Stabel-nioisteranit in Oe. o. nnd u. d. E. verliehen. Die Aufnahme in den juugcu Herreiistand Oe.'s o. d. E. erlangte sein Sohn Ignatz fiir sich, seine Descondonz und Geschwister im Jahre 1837. Hanns Fuchs erhielt eine Wappenbestätigung d. (1. Wien 26. 7 1535 N. N. Georg (?) Fnclis kaiserl. Einq„ftrtirungscoiiimissär 1686 zu Ofen Paul Fuchs Handelsmann zu Wien Leopold kaiserl. Obcrlieutnaiit Franz Josef Feldkricgscoiumissär Josef Johann Nep. Graf Fuchs zu Puchheim und Mitterborg. Obcrsterbland-Stahel-meister in Oe o. und u d. E . Herr der Herrschaften Puchheim uud Mitterberg in Oe. o. d E.. Gursch, Kronsegg, Mittergrabern, Schildern, Wald und Eodaun in N.-Oe Gern .Maria Cäzilia von Fillenbaum. Josef Carl l-'reihorr von Fuchs. Ignaz Graf Fuchs /u Puchheim und Mitterberg, Obersterblaud-Stabcluicistor in Oe. o nnd n. d. E. 'geb. ."> 3. 1760, f 21. 6. 1838). Gem.: 178."» Anna von Grosser. (Nach seinem Tode wurde Puchheim und Mitterberg verkauft). Anton Graf l-'uchs zu Puch- Ignaz geb. Josef (geb 17. 6. heim u Mitterbere. Oberst-22.7.1791.fi. 1790, f 23. 2. erbland Stabelineister, n-ö. k k Kämme- 1850), k k. Käm-Eegierungsrath. Herr zu rer u. Oberst merer und Major. Schildern und Kronsegg in i. d. A. Gem. Leopoldine N.-Oe. geb. 2. 3 1786. t Gräfin Barkoezy 4. 4. 1860 . Gern : 20. 2. vonScalaif 1*85). 1827 Sidonia Gräfin von Wurmbrand-Htnppach geb. 2. 6 1S00 f 24. 12 1879). Stkr. I). und Ehrendame des souv. Malteserordens Job. Bapt. (geb. 10. 12. 1793, f, Oberst-erbländ - Stabelmei-ster in Oe o. und u. d E. in Folge Resignation seines Bruders Ignaz d. d. 4 6. 1861, k. k. hämmerer und Rittmeister. Aloys (geb. 10. 11. 1765, f 15 1. 183«i) (Jem : 1799 Maria Magdalena von .Mader. Johann Nep (geb. öl. 7. 1805. f 22. 10. 1879,. (lein.: Leopoldine Hnhöuker. Ludwig Unit Fuchs zu Puchheim und Mitterberg (geb. 21. 4. 1857), (Iberstorblaiid-Stabel-meistcr in Oe. o. und u. d. E. Maria Anna geb. 15. 2.1828) erbte Schildern und Kronsegg. Venn. 9. 2. 1850 mit Carl Wolfgang Grafen von Aichelburg. (IL- u. R.-M., Landt., Akten im Landesarchiv, W., gräfl. Taschenb) OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 53 FUII (Taf. 24). Wappen I iStammwappen): In Both anf silbernem Dreiberge ein silbernes Boss iFüllen). - Gekr. Helm: Das Boss wachsend zwischen zwei rothen Hörnern, deren Mundlöcher je mit drei, roth-silbern-rothen Stranssenfedern besteckt, sind. Decken: roth-silbern. iN. S. f bayr. Geschlechter und auf dem llochaltare der Pfarrkirche zu Eferding). — II. Wie vorhin Statt des silbernen Dreiberges grüner Boden Dio Straussenfedern an den Hörnern fehlen. (B. M.) - III. (Freiherrliches 1691;. Geviert mit gekr. Herzschild darin das Stammwappeu ohne Dreiberg. I nnd 4 in Blau ein silberner Schrägstrom (wegen Windach). 2 und 6 in Both ein silbernes Beil an goldenem Stiele, schräg, Schneide abwärts. — Drei gekr. Helme: 1. Wie das erste Feld bezeichneter Flügel. Decken: blau - silbern. 2. Stammkleinod. Decken: blau-silbern, rotli-silborn. 3. Silbern gestülpter, rother Hut, in welchen das Beil geschlagen ist. Decken: roth-silbern. (N. S f bayr. Geschlechter). Die Füll von Windach (Gericht Landsberg am Lech) und Kammcrbcrg (Goricht Freising?) stammen aus dem Bürgerstande Münchens nnd sind daselbst in das Patriziat gekommen. Franz Füll (f 1630«. 1613 im innern Bathc der Stadt München, erwarb Windach. Franz Füll von nnd zu Griemertzhofcn (in Bayern), anf Windach, Kammerberg, etc. - wahrscheinlich ein Sohn des Vorigen. — der ßöiuisch Kaiserlichen Majestät Bath, war einer der Hauptgläubiger Erasmus'II. Grafen von Starhemberg, welch1 Letzterer, der evangelischen Lehre anhangend, während der Bauernkriege tief in Schulden gerathen und gezwungen war. 1630 dem Vorgenannten die Burg. Herrschaft und Stadt Eferding zu verkaufen. Franz Füll wurde hierauf noch im nämlichen Jahre am 8 Mai, in den jungen Bitterstand (Je.'s o. d. E aufgenommen und starb zu Eferding am 20. 1. 1647, eine Tochter und einen Sohn, Johann Franz, hinterlassend, welch Letzterer jedoch schon in seinem 29. Lebensjahre am 24. 3. 1658 das Zeitliche segnete. nachdem er seine Schwester zur Erbin eingesetzt für die Stadtpfarrkirche zu Eferding einen ueuen Hochaltar, und in die Kapelle daselbst, wo er auch begraben liegt, einen Altar und ein ewiges Licht gestiftet hatte. Seine Schwester Maria Sofia Freifrau Kletzel von Altenaich, führte mit Stiftsbrief d. d. 1. 10. 1660 die vorgenannten letztwilligcn Verfügungen für die Kircho aus und verkaufte Eferding noch im selben Jahre an Johann Ludwig Grafen von Starhemberg. In Bayern blühte diese Familie, aus welcher der Churfiirst Max Emanucl seinen Landsasscn Johann Ulrich FflB von nnd zu Windtach nnd Cammerberg am 26. 7. 1691 in den Freiherrnstand erhob, bis 1821 weiter, in welchem Jahre dieselbe im Mannesstamme erloschen sein soll. (B.-M., H.. N. S. f bayr. Geschlechter. Geschichte der Stadt Eferding von W. Kopal im 34. Berichte des Mus. Franc. Carol.i FünfUirchen (Taf. 24». Wappen: Gespalten. Vorn von Silber und Blau getheilt, hinten golden ohne Bild — Gekr. Hehn: Hörner, das rechte golden, das linke von Silber und Blau getheilt. Decken: blau-silbern, blan-golden. Dieses Geschlecht hat zu Wien seinen Anfang genommen. Ob demselben Wilhelm Vnenffkircher und Leo-poldus do quinque Ecclesiis, die 1250, bezüglich 1276 urkundlich auftreten angehören, ist ungewiss. Als Stammvater wird Ulrich der Fünfkirclier. 1302 Münzmeister der Stadt Wien bezeichnet. Derselbe stiftete in letztgenanntem Jalire, Sonntags vor dem AuiFahrtstag, im Vereine mit IV. 5. seiner Hausfrau Gerwig zu Unserer Fraueu Capellen, die sein Oheim, Haim Ott von Neunburch zu Wien an seinem Haus gebaut hat. Die Gemalin Gerbirgis von Eslarn starb 1329 und wurde bei den Minoriten zn Wien beigesetzt. Wissgrill's Angabo, dass dieser Ulrich auch Miinz-meister zu Ens war, ist höchst fraglich. Ulrich könnte in diesem Falle nur identisch sein mit jenem VIricus dictus vumfchircher, der als Stadtrichter zu Ens am 27. 3. 1294 einen Brief des Burggrafen Wichart von Polheim siegelte. Dass dieser Ulrich Münzmeister zu Ens war, ist nicht nachzuweisen. Dem Wiener Münzmeister vou 1302 giebt Wissgrill die Söhne: Ulrich, Minorit zn Wien, Conrad und Lukas welch Letzterer den Stamm fortgesetzt liabon soll. Auch der Stadtrichter zu Ens hatte einen Sohn Ulrich, der aber nicht Minorit wnrde, sondern dem Vater in dessen Amte folgte. Dieser jüngere Ulrich tritt in dor Zeit von 1331- 1363, zuerst mit seinem Bruder Eckhart. — der von dem Verfasser des n. ö. laudsässigen Adels gar nicht genannt wird, — in einem Lehenbriefe des Dietrich Chlewcr, Münzmeisters zu Ens. auf, stifteto am 10. 8. B'.45 mit mehreren anderen Enser Bürgern zu dem Fraueualtare in der St. Laurenzkirche zu Ens, wurde am 2. Oktober desselben Jahres vom Herzoge Albrecht zu Oesterreich auf ein Jahr zum Mautliner zu Ens bestellt, erscheint am 4. 4. 1350 als Stadtrichter daselbst und siegelte als solcher am 10. 8. 1363 einen Verkaufsbrief Hertneid des Schick, Burggrafen zu Ens und Landrichters u. d. E. an das Stift St. Florian. Er fuhrt hier im Schild einen Plahl überdeckt von einer römischen Fünf (V). Andere Siegel desselben , die vielleicht einen Schluss auf sein Geschlecht ziehen liessen, habe ich nicht linden können, und da Wissgrill's ältere Genealogie der Fünfkirchcn, wie aus Obigem zum 'I'heile wenigstens erwiesen, nur auf unrichtige Vermuthungen basirt ist, so habe ich mangels anderer genauerer Quellen nicht weiter auf dieselbe eingehen können. Johann Bernhard von Fünfkirchen (f 1626), n -ö. Hofkammerrath und Oberst -Feldproviantmeister, wurde am 31. 1. 1603 alias 1602) in den Freiherrnstand erhoben, Aus seiner Ehe mit Barbara, geb. Freiin von Tenffenbach ging Johann Sigmund hervor, in der Folge vermält mit Anna Polyxcua Herrin von Schiirffeiibcrg. deren drei Söhne Hanns Carl, Hanns Ernst und Hanns Bernhard am 19. 1. 1680 in den lierrenstand < >e.'s o. d. E. aufgenommen wurden, nachdem schon deren Urgrossvater Hanns von Ftinfkirchen anf Steinabrann in N.-Oe. 1566 als Landesmitglied des Ritterstandes eingetragen worden war. Hanns Carl. verm. mit Theresia von Gilleis, starb kinderlos: Hanns Ernst, verm. 1) mit Catharina Gräfin Slavata. 2) mit deren Nichte Maria Theresia ürälin Sla-vata, hinterlicBS zwei Söhne, Johann Leopold (1. Ehe) und Johann Josef 2. Ehe), welche mit ihres Vaters Bruder Hanns Bernhard, der keine männlichen Nachkommen hatte, d.d. 17. 3. 1698 in den erbländischen Grafen -stand erhoben wurden. Johann Leopold (geb. 1665, t 1730) setzte allein das Geschlecht fort. Seine beiden Söhne, Johann Adam und Johann Franz de Paula, ans der Ehe mit Esther geb. Gräfin von Paar, wurden, dieser 1756. jener schon 1745 in den altmdolfinischen Herrenstand Oc.'s o. d. K. aufgenommen. Dieselben wurden bei diesem Anlasse noch als Freiherrn immatriculirt Wahrscheinlich machten sie von der vorhergenannten Standeserhöhung keinen Gebranch und basirt sich wohl auf diese Unterlassang die neuerliche Allerhöchste Bestätigung des Gra-fenstandes am 3. 3. 1862. Die beiden jetzt blühenden Linien zu Steinabrnnn nnd vordem zu Chlumec in Böhmen stammen von dem Grafen Johann Franz de Paula in direkter Linie ab. (H., W., U.-B., R.- u. II.-M) • 29 54 OBEBÜSTERREICHI^CHKR ADEL. Fürst (Taf. 21). Wappen: Geviert. 1 und 4 in Schwarz ein goldener Greif. 2 und 3 von Both und Silber gespalten, darin neben einander zwei Lilien iu gewechselter Tinktur. — Gekr. Hehn: Offener, rechts von Gold und Schwarz, links von Roth und Silber gctheilter Flug, dazwischen der Greif wachsend. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (R.-M. Nach Wissgrill ist der Schild umgekehrt geordnet, der Greif im 2 und 3 Felde . Des J. Dr. Johann Georg Fürst, 1534 Hofrichters der landesfnrstlichen Herrschaft und Burg Wels, Söhne Georg und Weickart wurden 1578 von Kaiser Rudolf II. in den Ritterstand erhoben. Weickart, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und von 1564 - ls">76 Landsehreiber bei der Landeshauptmanuschaft in Oe. o. d. E., war zur Zeit der ersten Gulteneinlage 1565 im Besitze von Seiberstorf in N.-Oe., welche Herrschaft er im Wege des Vergleiches einem Freiherrn von Stozzing überliess und dafür am 24. 4. 157.0 die Herrschaft Ulrichskirchen, gleichfalls in N.-Oe , erkaufte Im nämlichen Jahre wurde er im jungen Ritterstande Oe.'s o. d. E. immatriculirt und zog sich, nachdem er seine Stelle als Landsehreiber niedergelegt hatte, auf seinen Besitz zurück, wo er den jungen Namen im Manuesstamme beschloss, nachdem seine Ehe mit Clara von Pinzenau ohne männliche LeibeseTben geblieben war. (R.-M.. W.) Fiiratenberjr (Landgrafen; (Taf. 24). Wappen: Golden, innerhalb einer von Silber und Blau im Wolkenschnitt liingsgetheiltcn Einfassung ein rother, blau bewehrter Adler mit geviertein Herzschild. Dieser 1 und 4 in Both eine silberne Kirchenfahne mit drei Lätzen (Werdenberg . 2 und 3 in Silber ein dreimal stufenförmig gebrochener schwarzer Schrägbalken (Heiligen-berg). Drei Helme, davon 1. und 3. gekrönt: 1. Rothe, silbern eingefassto Bischofsmütze (Werdenberg). Dcckcn: roth-silbern. 2. Auf rothcin mit goldenen Quasten besetzten Kissen eine silberne Kugel ■'Fürstenborg). Hecken: roth-golden. 3. Kopf und Tals eines silbernen Bracken, dessen Behäng von dem gebrochenen schwarzen Se.hräg-balken durchzogen ist (Heiligenberg). Decken: schwarz-silbern. Mit Egon's Grafen von Urach zu Freybnrg tf 1236) Söhnen, < onrad und Heinrich, theilte sich dieses Geschlecht in den Freyburg'schen Stamm, erloschen 1457, und in den Fürstenberg-Baar'schcn Stamm, aus welchem im 14. und 15. Jahrb. die hasslach sehe, die wolfach'sche und geising'schu Nebenlinie hervorgingen, welcho aber sämmt-fich mit dem Ausgange des 15. Jalirh. wieder endeten, während Conrad Graf zu Fürstenberg (| 1484) den Hauptstamm fortpflanzte, welcher sich mit den Söhnen Friedrichs III. igeb. 1496. f 8. 3. 16UÜ), nämlich Christoph f. (geh 1534, t 17.8. 15. 9) und Joachim (geb. 25. 1.1538, f 21. 10. 1598) in die Kinzingertharsclie und in die Heiligenberg'sche Hauptlinie theilte. Letztere, von welcher sich eine Donaneschingeirsche Nebenlinie (erbischen 1082i abzweigte, kam am 12.5.1664 in den lieichsfürstunstaud, endete jedoch wieder im Man-nesstainme mit des ersten Fürsten Sohne. Anton Egon (f 10. 10. 1716). Die Kinziugertharsche Hanptlinie theilte sich mit den Söhnen Christophs II. (geb. 16. 11. 1580, f 5. 1. 1614), Wratislaus II. (geb. 1600, f 27. 5. 1642) und Friedrich Rudolf (geb. 23. 5. 1602, t 26. 10. 1655; in die Mösskirch'sche Linie, erloschen mit dem Fürsten Karl Friedrich Egon 7. 9. 1744, und in die noch blühende Stühlingen sehe Linie. Aus dieser zerfiel mit den Söhnon des Landgrafen Prosper Ferdinand (geb. 12. 9. 1662. t 21. 11. 1705) das Haus a. in die reichsflirstliche Linie in Schwaben, von Josef Wilhelm (geb. 12. 5. 1699. 29. 4. 1762) ausgehend, welcher mit seinem Vetter Frohen Ferdinand Landgrafen von Fiirstcnberg-Mösskircli unter dem 10. 12. 1716 die Beichsfürsteuwürde nach dem Rechte der Erstgeburt erhielt, die ihm am 19. 1. 1762 auf seine ganze Descendenz ausgedehnt wurde. Aus derselben begründete sein Sohn Carl Egon (geb. 1729) die fürstlich böhmische Subsidial-Liuie. b. in die landgräflich Weitra'sche Linie von Prosper Ferdinands nachgeborenem Sohne Ludwig jvugust Egon (geb. 5. 2. 1705, f 10. 11. 1759) begründet. Derselbe erhielt mit Vertrag vom 29. 7. 1755 von seinem Bruder, dem obgcnamiteu Fürsten Josef Wilhelm die Herrschaft Weitra iu N. Oe. für sich und seine Nachkommen als Apanage. Sein Urenkel Johann Nep. Joachim Egon Landgraf zu Fürstenberg (geb. 21. 3. 1802, f 10. I. 1879) vermälte sich am 14. I. 1830 mit Caroline Johanna Maria, Tochter des Prinzen Vincenz von Auersperg, welcho als Mitbesitzerin der Herrschaften Ensegg, Roith, Köppach und Grüuburg in Oe. o. d. E. in den Grossgrundbesitz dieses Landes wählt. (Landt., N. S. schlcsischer und böhmischer Adel, gotha'sche Almanaeh.) Furth (Taf. 24). Wappeu: Geviert. 1 und 4 in Blau ein gekr. goldener Löwe. 2 und 3 in Silber ein rothur Balken. — Gekr. Helm Offener, rechts silberner, von einem rothen Balken, links guldener, von einem blauen Balken durchzogener Fing, dazwischen der Löwe wachsend. Decken: blau-golden, roth-silbern. Die Furth sind Wiener Bürger gewesen, welche das sogenannte Hasenhaus in der Kärnthner-Strasse besassen, und aus denen des Hanns Erasm. Söhne, Wolfgarig und Gregor wie deren Vetter Christoph Furth mit kaiserlichem Diplome d. d. 20. 11. L~>81 in den rittermässigen Adel-staud erhoben wurden. Wolfgang. Besitzer des Würfelhofes zu Nussdorf a. d. Donau, der Komisch Kaiserlichen Majestät Rath und Yicedom in N.-Oe., wurde, nachdem er daselbst 1602 die Landmumischuft erlangt hatte, am 10. 4 1603 im jungen Ritterstande Oe.'s o. d E. immatriculirt und erhielt mit Diplom Kaiser Rudolfs 11. d. d. Prag 30. 9. 1608 eine Wappenbesserung und das Prädikat ..von Furtenburg-. Er starb zu Wien am Ii. 4. 1610 und wurde auf dem Friedhofe vor dem Schottenthore bei den Schwarzspaniern begraben. Seinem Sohne Johann Bapt. Georg, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Salzamtmann zu Wien, Grundherrn zn Nussdorf, Kirling, Ottakring etc. veränderte Kaiser Matthias den Namen des Edelsitzes Würfelhof in Furtenburg. Johann Bapt. Georg starb am 2. 3. 1629 und wurde bei den Franziskanern beigesetzt. Mit seinem Enkel Johann Anton Furth von und zu Furtenburg ist die Familie 1079 im Munnesstnmmo erloschen. Des oben genannten GregoriuB Furth, 1Ö76 geh. Zahlmeisters, 1596 Hof-Kriegscommissärs fünf Söhne aus seiner Ehe mit Elisabeth Schallauzerin hatten ebenfalls keine Descendunz hinterlassen. (R.-M., H„ W.) FiieterfnüH (Taf 24). Wappen: In Roth eine silberne Lilie. — Gekr. Helm: Dio Lilie. Decken: roth-silbern. Hanns und Jörg die Fueterfass, Gebrüdor, verglichen sich mit ihrem Stiefvater Hanns Pucckpeck, Pfleger zu Mistelbach und seiner Hausfrau Elisabetb, ihrer leiblichen Mutter, um ihr väterliches Erbgut und erbaten hierzu Hannsen von Hoheneck und Christoph den Cammerer zu Bergheim am Erchttag nach dem Krouzcrhöhungstag 1524 als Zeugen. Mit Kaufbrief vom Maria-Empfängnisstage OBERÜSTERBEICHISCHER ADEL. 55 1529 verkaufte Jörg Faterfass seinen Weingarten zu Aschach au den vorgenannten Herrn von Hoheneck. Hanns Fueterfass war ao. 1527 mit Anna. Tochter Sigmund des Kienberger zum Stain vermält gewesen, Laut Eintragung in der ständischen Matrikel ist diese Familie hei Errichtung des ersten l ■ iiltenhuches 1525 als im Lande begütert zu den Landleuten gezählt worden. (R.-M., H ) Ciablltot'eii iTaf. 24. 25). Wappen 1: In Roth eine goldene Feuergabel. — Kleinod: Rother Flug belegt mit der Feuergabel. Decken: roth-golden. — II. In Roth zwei geschrägte goldene Feuergabeln. — Kleinod: Rother Flügel mit den beiden Fenergabeln belegt. Dccken: roth-golden. — III. (160(5) Geviert mit Herzschild, darin das Stammwappen 11. 1 und 4 in Gold ein halber schwarzer Bracke mit goldenem Halsband. 2 und 3 in Schwarz eine blühende, natürliche Hollerstaude mit ihren Wurzeln. (Schott von Holderthal). Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod von JI. Decken: roth-golden. 2. Zwischen geschlossenem goldenen Flug der Bracke wachsend. Decken: schwarzgolden. IV. (Freibcrrliches 16;>2i. Geviert mit gespaltenem Herzschilde; darin vorn das .stammwappen, hinten in Silber ein natürlicher Leopard. 1 und 4 in Gold der halbe schwarze Bracke mit silbernem Halsband. 2 und 8 in Schwarz au grünem Stiel drei silborne Bosen. — Drei gekr. Helme: 1. Der natürliche Leopard auf der Helmkrone sitzend. Decken: roth-silbern. 2. und 8. Wie vorhin bei III .k k A.-A.) - V. (Gräfliches 1715). Zweimal gespalten uud zweimal getheilt. 1 und 9 in Gold dur halbe schwarze iiracke mit Bilbemem Halsband. 2 und 8 in Schwarz an grünem Blätterstiele drei Bilbeme Rosen. 3 in Silber ein gekr natürlicher Löwe 4 iu Blau ein gesenkter goldener Anker. 5 das Stammwappen von II als Hcrzschild. 6 in Blan zwei silberne Schräglinksbalken. 7 in Silber ein leopardirter natürlicher Löwe. — Fünf gekr. Helme: 1. Der leopardirte Löwe wachsend und gekrönt. Decken: schwarz-golden. 2. Olfe-ner rother Flug, darüber geschrägt die goldenen Gabeln. Decken: schwarz-golden. 3. Blauer Struusscnfederhnsch belegt mit dem goldenen Anker. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. 4. Oll'euer goldener Flug, dazwischen der schwarze Bracke wachsend. Decken: roth-silbern. 5. Der gekr. natürliche Löwe wachsend. Decken: roth - silbern. (Nach dem Diplome im Deutsch-Ordens-Centralurchiv;. Die (jabelkofen Imbun ihren Stammsitz zu Gablkofen, Plarre Griesbach des jetzigen Bezirksamts Diiigolfing zwischen der Isar und der Vils in Bayern gehabt. Carl der Gabelkofcr war 1358 Bürger zu Regensburg; sein Bruder hat Philipp guheissen. Aber schon 1242 ist ein Wemliart G. Domherr zu Regensburg gewesen. Wieder ein Wernhart erscheint 1360 mit seinen Kindern Ulrich Catharina nnd Elss. Des Stephan und Peter der Gabl-kofer Mutter war Anna Altenbnrgerin, deren Schwester Martsch ihre eigenen Antheile an Altenburg 1401 und 1421 verkaufte. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrb. hat das Geschlecht Fraunberg inne gehabt, nach Wig. II nnd eine Hofmark ebenfalls unweit Griesbach nächst der Veste Wart a. d. Vils. Wilhelm Georg, Hanns und Andre Gebrüder zu Fraunberg lebten 1458, Georg und Andre noch 1473; Georg führt in diesem letzteruu Jahre eine goldene Gabel im rothen Schild und am Tothen Flug seines Kleinodes. Des Andre Hausfran Barbara stiftete noch 1488 mehrere Güter nach Stainberg bei Wart; Wolf und Sy-billa sind ihre Kinder gewesen. und war Wolf, Pfleger zu Rothcustain, 1) mit Larbara Heureutterin, - ihr Bruder Lamprccht lebte 1508, — 2, mit einer Margaretha, aus unbekannter Familie, vermält. Berthold, Urgrossvater des Oswald Gablkofer, starb 1436. Letzterer geb. 1589, t 1616), - Wissgrill nennt dessen Vater ebenfalls Oswald, — war Medicinae doctor, lierzogl. württemberg'scher Rath und Leibmedicus. ein gelehrter .Mann, der eine Geschichte des her/.oglich Wiirt-temberg'sclien Hauses schrieb. San Sohn Wollgang war ebenfalls Arzt, die Tochter Barbara Sybilla mit N. Ha-berskirclier vermält. Die Desccndenz dieses württemberg'-schen Nebenzweiges ist längst erloschen. Wolfgang Zacharias Gabelkofcr zog mit einem von Königsberg nach Oesterreich, starb 1481 nnd wurde in der Kirche zu Neunkirchen am Steinfelde bei Wiener-Neustadt im Chor beigesetzt. Er hinterliess mit seiner Hausfrau Anna zwei Söhne, Leonhard f 1495) nnd Paul (+ 1496); Beide wurden neben dem Vater bestattet. Dieser Panl Gablkofer war über den Semmering in die Steiermark gezogen und erscheint 1471 als Bürger von Leoben. Zu Graz am 9. April letztgedachten Jahres bestätigte Kaiser Friedrich III. einen Schiedspruch des Schranuenrichters Pongratz Bindschaidl zwischen Peter Komrness, Richter zu Bruck a. d Mnr uud Paul „Gabel-hofer" zn Leoben wegen einer Erbschaft, und am 28. 6. 1483 erhielt Paul Gablkofe) zu Leoben einen kaiserlichen Lehenbrief über ein Berggericht zu Pottenbach in der Gloggnitzer Pfarre. Seine erste Ehefrau war Catharina Schaiianzcrin, eine Rathsherrntochter von Wien, die zweite Ursula Schuttin von Holderthal ans dem Salzburgischen, deren Wappen die Gablkofer zu dem ihren aufgenommen haben Wissgrill giebt dem Paul vier Söhne, — ein Fünfter war iu der Jugend gestorben, — Wolfgang, Leonhard, Zacharias und Rupprccht, nnd führt nach diesen als den bezüglichen Stammvätern vier Linien anf, in Steyermark, Kärnthen, Oesterreich nnd Schwaben. Diu Gablkofer haben unzweifelhaft dort überall geblüht, ob sie aber derart von den obgenannten vier Brüdern ihren Anfang genommen, ist eine andere Frage. Von Wolfgang anf Hcrrcnvelberg und Freycnberg, der in Steiermark geblieben, wäre die Steyrische Linie ausgegangen. Doch ein Freycnberg, das er dort iune gehabt hätte, ist nicht zu finden gewesen und ein Gut llerrenvelbcrg daselbst kommt gar nicht vor, wohl aber Freinberg in der Gegend von Gablkofen in Bayern, nächst Steinberg Bezirksamt Dingolflng, und statt Herrenvelberg soll es wohl Vclburg in Bayern heissen. denn bei Wig. Hund ist zu lesen: „Wolfgang Gablkofer zu Velbnrg und Taufkircheu ist 1513 an einem Abendtanz erschlagen worden, hat keine Kinder hinterlassen. Um seine Ver-lasscnschaft kriegt Sebastian Haberskirchcr (siehe oben Württcmberg'sche Nebenlinie), item Oswalds Söhne und seine (des Wolfgang) drei Brüder." - Die fürstliche Regierung erkannte, Haberskirchcr solle in alle eigen -thümlichen Güter eingesetzt werden, der Wittwe das Heirathsgut und andere Schulden bezahlen und den Gabl-kofern die Lehen ausfolgen. Letztere mögen nicht bedeutend gewesen sein und haben, nachdem die Erben Wolfgangs auf obige Art vergeblich ihre Erbanspriiche verfochten hatten, die Gablkofer in Bayern ihr Ende genommen. Aus der stciermärkischeu Linie wnrdo Zacharias von G. (geb. 1605. + 1675) auf Helfenberg in Südsteiermark und Pilchel, Landrath in Steiermark mit seiner Desccndenz nnd seinen Vettern Johann Carl und Adam Seyfried d. d. I'rag 9. 9. 1652 von Kaiser Ferdinand III. in den Freyherrnstand erhoben. Abraham, Vatersbruder des Zacharias, hatte mit seiner Gemahlin Eva Christina Lamblin nebst anderen Kindern auch den Sohn Hnnns Friedrich, welcher mit seiner Ehefrau Sybilla von Raumschüssel die schon vorgenannten Söhne Johann Carl und Adam Seyfried erzeugte. Von des Letzteren Söhnen aus dessen Ehe mit Anna Maria Freyin von Gaissruck, wurde Johann Philipp Anton (nach einer vidimirten Copie im Deutsch-Ordens-Centralarchive 56 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. jedoch Martin Josef Anton) Freyherr von Gabikufen, kaiserl. geh. Rath, von Kaiser Carl VI. am 11. 9. 1715 in den Grafenstand erhoben, hatte aber ans seiner Ehe mit Maria Antonia Rosamunda Freyin von Sinnich nur zwei Töchter. Sein Bruder Johann Josef Ignatz Freiherr von Gabelkofcn (f 1740., setzte mit seiner Gemahlin Maria Eleonora Kness von Ruessenstein und Wiederdries die steiermärkische Linie fort. Er hatte die Söhne Leopold Carl Joseph, Thomas Franz Anton, inful. Abt za St. Michael in Ungarn, vorher Dechant und Pfarrer zu/wit-tau in Mähren. Sigmund Ignatz Joachim. Otto Ferdinand Josef, im Stifte zn Stainz. uud Franz Hannibal Jakob, kaiserl. Hauptmann. Von diesen starb der Erstgenannte, Herr der Herrschaften Forchtenc-gg, Schallcgg und W'ic-derdries, Landrath in Steiermark. 1767 ohne Descendenz; Sigismund Ignatz Joachim. Herr zu Thum und Schallegg in Steiermark, k. k. General-Feldwachtmeister und The-resienritter ,f 14. 2. 1778] vermalte sich mit Franziska Gräfin von Forgiich, von deren Söhnen Sigmund (geb. 10. 11. 175t'. + 10. 2. 1.-28), vermält 4. 1. 1807 mit Josefa Gräfin von Dietrichstein, — Anton geb. 1759, 7 17. 8. 1825, inf. Probst zu Vägh Ujhely in Ungarn, -Franz igeb. 26. 9 17U0, f -'3. 8. 1824)'k. k. Kämmerer und General-Feld Wachtmeister und Ludwig Carl , geb. 8. 10. 1763) k k. Kämmerer und Generalmajor. Letzterer zu Wien am 26. 11. 1829 das ganze Gabelkofen'sche Geschlecht beschloss. Kärnthnerische Linie. Derselben hätte nach Wissgrill Danirl G., Leib-mediens des Erzherzogs Ferdinand, späterem römischen Kaiser angehört. Er soll mit seinem ganzen Geschlechte 1606 den Reichsrittcrstaud und eine Wappenbesserung erhalten haben. In dem Verzeichnisse der Kärutliuerischeii Herrn uud Landleute auf den beiden Landtagen vom Jahre 1611 erscheint kein Mitglied dieser Familie. In Krain sind die Gabelkofen 1665 Iandstäridiscii geworden. Oesterreichische Linie. Johann Adam von G. (Johann Adam des Aeltcren und der Sara Grueberin Sohn) Herr zu Petzeukirchen in N.-Oe. (geb. 1605 wurde mit seinem Bruder Georg Hannibal am 28. 2 1628 unter die n.-ö. Landmannsgeschlech-ter neuen Bitterstundes aufgenommen Er war eifriger Protestant und 1647 Mitunterzeichner der Bittschrift des österreichischen Adels Augsburger Confession auf dem Friedenscongress zu Münster. Seine erste Gemahlin Susanna Regina Haenndlin beschenkte ihn nur mit einer Tochter, vou der Zweiten, Regina Jagcnreutheriu ward ihm 1649 der Sohn Karl Friedrich geboren, welcher zur römisch-katholischen Religion zurückkehrte und am 15. 4. 1698 in den o d. E.'schen Bitterstaud aufgenommen wurde. Derselbe vermählte sich 1) 6. 4. 1674 mit Maria Theresia Freyin von Kaiserstein (t 1687), die ihm Schloss und Gut Kemmelbach in N.-Oe. zubrachte, 2) 25. 4. 1690 mit Eva Brigitta Freyin Fieger von Hirschberg. Karl Friedrich wurde unweit Ybbs mit dem Wagen umgeworfen uud starb wenige Stunden darnach am 12. 8. 1711. - Söhne i.Ehe. Hanns Gottfried zu Petzen-kircheu geb. 8. 11. 1679 , verm. mit Maria Anna Höritzer von Steinbach, starb ohne Kinder, — Carl Josef :gob. 1684), von ihm sind keine Nachrichten vorhanden. Söhne 2. Ehe: Johann Carl Warmund (geb. 11. 11. 1693'; Johann Anton Ferdinand (geb. 19.10. 1696): Johann Franz Josef (geb. 1699»; Johann Albert (geb. '25. 10. 1700) und Johann Ludwig Josef (geb. 1707). Jolninn Carl Warmund war von 1753—1758 Ritter standsverordneter in Oesterreich ob der Ens, dann Lan-desausschuss, kaufte 1763 das Landgut Pernau im Trann-viertel und um dieselbe Zeit das Pausswegeramt oben- daselbst. Aus seiner Ehe mit .Maria Anna Freymann von Randeck hatte er die Söhne Josef Johann igeb. 1731), Franz Anton und Carl Josef Ferdinand. Josef Johann zu Pernau. Hinterdoppcl im Hausruck viertel und Besitzer des Puusswegcramtcs, Ritterstaudsverordneter, 1767 Lan-desausschuss in Oe. 0. d. E., vcrmälte seh mit Anna Katharina von Frey, dürfte aber, ebenso wie soine Brüder keine männlichen Leibeserben hinterlassen haben, donn von seineu Besitzungen, von denen er Pernau 1766. das Pausswegeramt 1772. Beides an Aloys Grafen Spindler verkauft hatte, ging Hinterdoppel 1777 au Ludwig Acliaz, den Sohn seines Vaters jüngsten Bruders Johann Ludwig Josef über Letzterer war hierlands von 1759 — 1762 Ritterstaudsverordneter uud mit Anna Eleonora Wiellinger von der Au vermält, durch welche er 1766 die Herrschaft Innernsee im Hausruckviertel ererbte. Er scheint 1777 oder nicht lange vorher gestorben zu sein denn in letztgedachtem Jahre wurde Innernsee auf seinen Sohn Ludwig Achatz in |den Einlagcbiichern der Lamltafel umgeschrieben. Wissgrill sagt Johann Ludwig Josef habe zwei Söhne gehabt. Ludwig und Achaz. Achaz wäre zwischen 1778 und 1780 Kreiscotumissär, dann Kreishauptmann im Hausruckviertel und mit eiuer von Fro-miller vermält gewesen. Ludwig von G. war nach der Ritterstandsmatrikel 1790—1799 Verordneter. Nach der vorerwähnten Eintragung in der Landtafel und der letztgenannten in der ständischen Matrikel halte ich es jedoch für nicht ausgeschlossen, dass Ludwig und Achaz Eine Person waren, der nämliche Ludwig Achaz. der 1784 Iuiicrusee uud Hinterdoppel an die Gemberly von Weiden-tlial veräusserte. Aus dieser Linie hatte die Descendenz des Abraham von G., — Vatersbruder Johann Adam des Aeltcren, in der Person des Georg Seyfried von G. um 1 (i.")0 sich nach dein Gothu'schen gewendet uud allda niedergelassen. Georg Seyfried war mit Esther Höritzer von Steinbach vermält. Sein Sohn Johann Balthasar ist 1688 hcrzogl. Gotha'schcr geh. Rath und Präsident des Oberconsistoriums gewesen uud soll als Letzter dieser Nebenlinie in hohem Alter noch 1717 gelebt haben. Schwäbische Linie. \\ ie Anfangs gesagt, hätte sich nach Wissgrill auch diese Linie mit einem Sohne des Paul Gabclkofer und der Schottin von Holderthal vom gemeinsamen Stamme abgezweigt Die schwäbischen Gabelkofen sind ursprünglich zu Feldkirchen in Schwaben, dann in der Gegend vun Lindau am Bodensee angesessen gewesen und sollen schon im 17. Jahrh. erloschen sein. (Wig Hand III., Deutsch-Ordens-Centralarchiv, R.-M., Laudt., H, W., Mnchar Geschichte der Steiermark, N. S. Kruiner Adel') Call von Gallenstein. (Taf. 25.) Wuppen I: In Roth ein halbes silbernes Einhorn. — Kleinod: das Schildcsbild. Decken: roth-silbern. (N. S. Krainer Adel: nach einem Siegel 1408). - II: In Roth ein gekr golden bewehrtes und golden bemähntes Einhorn. — Kleinod: die Schildesfigur wachsend. Decken: roth silbern. (N. 8. Krainer Adel). - III: (1637) Geviert mit dem Stammwappen von 11 im Herzschild. ! und 4 in Silber ein gekr. rother Löwe. 2 und 3 in Roth drei (1, 2) auf uud aneinander stufenweise gestellte silberne Quadersteine darauf auf grünum Dreiberge eine silberne Meerkatze mit goldener, an dem Endo mit einem Ringe versehener Kette. — (Rückschild das Wappen der von Lembach). — Drei gekr. Helme: 1. der gekr. rothe Löwe, wachsend. 2. das Einhoru, wachsend. 3. die silberne Meerkatze, wachsend. Decken: durchaus roth-silbern. ik. k. A.-A. — Gallcnfels in Kruin von welchem Hans Jakob jedoch erst 16Ü6 die Landmannschaft daselbst er- OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 57 langte, führen in Both zwei silberne Einhörner, die gegen einen silbernen Fels anspringen, der anf grünem Dreiberge Btelit. Ob sie. wie es das Wappen vermntben liesse, Eines Geschlechtes mit den Gall von Gallenstein sind, konnte ich nicht in Erfahrung bringen). — Die Gall geliöreu znm Erainer Cradel und hatten Gallenstein bei Laibacli schon 1388 inne. Hanns G. erscheint in einem Landschaftsbriefe 1433. Andreas, des Engelbert G. Sohn, empfing d. d. Laibacli am St. Scholastika-Tag 14-14 von Kaiser Friedrich III. den freien Sitz Budolfseck in Krain mit allen Zugehörungen zu Lehen und begründete daselbst eine besondere Linie, welche Johann Friedrich Gall von und zu Budolfseck 1697 beschloss. Aus der Gallensteiner Linie erscheint Adam Gall, der Kaiser Ferdinand I. und .Maximilian I. Hofkriegsrat Ii und Oberster zu ßuab, 1540 in den n. ö. Einl»ge- und Gültbüchern mit J.ossdorf im V. U. M. B. begütert. D. d. Wien 6. 10. 1558 verschrieb ihm Kaiser Ferdinand 1. für eine Summe von 12,786 Gulden gegen Wiedcrerlös-ung die Herrschaft Asparn a. d. Zaya, für welche, wie für Lossdorf Adam noch 1572 die Leibstcuer entrichtete. Er ward von seines Bruders Erasmus Sohne Bernhard Leo Gall von Gallenstein beerbt, welch' Letzterer am 22. 12. lf>74 eine Bestätigung der Pfandschaft Asparn erhielt, Hof-kriegsrath und Oberster zu Fuss, dann 1592—1095 der n. ö. Landschaft Verordneter des Bitterstandes, schliesslich n. ö. Landes-Oberstlieutenant wurde. D. d. l'rag 28 2. 1601 ist derselbe von Kaiser Budolf IL als Bernhard Leo Freyherr zu Lossdorf in den Freyherrnstand erhoben worden. Er war dreimal vermält: 1) 6. 2. 1586 mit Johanna Herrin von Gera (t 1599), 2) 1602 mit Elisabeth Kulnicr, 3) zu Wien am 25. 4. 1604 mit Anna Tenll von Gunderstorf. welche 1606 Wittwe wurde. Ans seiner ersten Ehe stammten ansser mehreren jung oder in kaiserlichen Kriegsdiensten unvermält gestorbenen Kindern: Georg Christoph, Adam Seyfried und Herbardt (Herbert), welche keinen Gebrauch von dein Freyhcrrntitel machten. und noch unter dem 6. 9. 1627 wurde Adam Seyfried in den alten Bitterstaud Oe s o. d E. aufgenommen, als im Lando begütert, wie es in der ständischen Matrikel heisst. Aber es konnte nicht gefunden,werden, welcher Besitz daselbst sein Eigen war. ebenso wenig welche Descendcnz er mit seiner Gemahlin Potentiana Bcuschko (?) aus Steycr hatte. Nach Wissgrill wäre er schon 16 ls oder 1619 ausser Landes gezogen. Diese Nachricht ist zweifellos unrichtig, denn noch d. d. Laxenburg 8.5 1637 erhielten die Brüder Adam Seyfried nnd Herbardt i dessen Wissgrill gar nicht erwähnt i im Vereine mit ihren vier Schwestern und ihrem Vetter Georg Sigmnud eine Freyherrnstandsbestätigung nebst Vereinigung des GaU'schcn Wappens mit dem heimgefallenen Lembacirschen. Adam Seyfricd's Bruder, Georg Christoph Gall Freyherr von Gallenstein und Lossdorf war mit Maria Magdalena Freyin von Prankh vermält und hatte mit dieser den Sohn Georg Sigmund, kaiserl. Kämmerer, welcher 1638 Anastasia Herrin von Starhemberg zu seiner ersten, nach dieser Maria Franziska Freyin von Prankh zur zweiten Gemalin nahm Von ihm stammten die Söhne, Goorg Andreas, Wolf Christoph und Franz Albert. Letzterer stand in herzoglich Pfälzischen Diensten und war 1717 mit Maria Gertraud Freyin von Prandt vermält. Georg Christoph's weiterer Descendenz gehört Freyherr Wolfgang an welcher nach Wissgrill noch wenige Jahre vor 1797 in Krain lebte und in erster Ehe mit Maria Elisabeth Gräfin und Herrin von Scharfenberg vermält war. Sein Sohn (l. oder 2 Ehe?) Karl Freyherr Gall von Gallenstein war erst in grossherzoglich Tos-cana'scheu Diensten und lebte 1797 ebenfalls in Krain. (K. k. A.-A., R.-M., W., N. S. Krainer Adel). IV. 5. Ctollliuiuer. (Taf. 25). Wappen: Von Both und Schwarz getheilt, darin neben einander zwei goldene, oben je einmal aufwärts geschlungene Hörner, Elcphanteuriissci wie H. sagt. Nach der Bitterstands-Matrikel sind die Gallhamcr anlässlich der Errichtung des ersten (jültenbuches 1525 als Landlcute in Oe. o. d. E. anerkannt worden. Ihr Stammhaus ist der im Hausruckviertel unweit Dachsberg gelegene und später auch mit dieser Herrschaft vereinigte Edelsitz Gallham gewesen, welchen Philipp Gallhamor zu Gallham am Mittwoch vor St. Gregor 1490 an Wolfgang Jörger verkaufte. (B.-M., H.). «artner. (Taf. 25). Wappen: Geviert mit gekr.. silbernem Herzschild, darin wachsend ein Bergknappe mit braunem Haar nnd Bart, engem rothen, silbern abgeschlagenen und silborn umgürteten Leibrocke, rotlier, silbern gestülpter Zipfelmütze, welcher, die Linke in die Seito gestützt, in der Beeilten eine Bergstnfe hält, die mit zwei, von einem Lorbeerkranze umwundenen Palmzweigeii besteckt ist. 1 und 4 in Silber ein rother mit zwei goldenen Stcrnon übereinander belegter nnd vun je einem rothen Stern im rechten Ober- und linken Untereck begleiteter Pfahl, überdeckt von einem farbengewechselten Schriiglinks-Balken, der mit drei Bosen in gewechselten Tinkturen belegt ist. 2 von Blau und Gold getheilt. auf grünem Boden farben-gewech.-elt ein Greif, in der rechten Kralle einen Säbel beim Griife, in der linken denselben au dessen Spitze haltend. 3 von Blan und (Johl getheilt auf grünem Dreiberge ein braunes, gesatteltes und gezäumtes Ross. — Gekr. Helm: Das Lihl des llerzschildes. Decken: roth-silbern. blan-golden. (K. k. A.-A.). Johann Thomas Garttner kaiserl. Feldkriegscoinmis-sür nnd dessen Bruder Johann Michael, Lieutenant im Marsigli'schen Regiment», wurden von Kaiser Leopold I. d. d. Wien 15. II. 1699 mit dem Prädikate „Edle von Gärtnern" in den Reichsrittcrstand erhoben. Laut lntimation8dekrct vom 11. 3. 1720 an die n. ö. Regierung hatte der Ober-Kriegscommissär in ()c. o. d. E. Johann Thomas Gärtner Edler von Gärtnern d. d. 12. 4. 1718 den Beichsfreyherrnstand erhalten, worüber jedoch ein Diplom nicht vorfindig ist. Er wurde s. d 15. 12. 1720 in den Herrcnstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen und kanl'tc hierauf von Acliaz Tullingcr das Landgut Grueb im Mühlviertel. Johanna Wagnerin von l-runenhausen, des kaiserl. Postme.isters in Nürnberg von Ocxel Wittwe war seine erste, .Maria Anna Schutzbar genannt MBehling (f 28. 4. 1720) seine zweite, eine von Stain, ver-wittwete Schärt 1 von Hurtenbach die dritte Gemahlin. Nach seinem zn Linz 29. 5. 1730 erfolgten Tode gelangte Grueb an die minderjährigen Söhne, Carl Ernst (2. Ehe, geb. zu Linz 28. 4. 1720, und Franz Johann (3. Eliei, deren Vormundschaft Grueb verkaufte. Wann diese Familie erloschen ist, konnte nicht eruirt werden (K. k. A.-A., H.-M., Landt., IL). CJriMlern (CielHNlern). (Taf. 25;. Wappen 1: (1766) Im von Gold und Both gevier-ten Schild ein silberner, mit drei blauen Lilien hintereinander belegter Schräglinksbalken. 1 und 4 ein halber, gekr. schwarzer Adler am Spalt. 2 und 3 ohne Bild — Gekr. Helm: Zwischen rechts von Gold und Schwarz, links von Both und Silber getheiltcn Hörnern ein wachsender. gekr., schwarzer Adler. Decken schwarz-golden, blau-silbern. — II. (1769, Das Wappen von vorhin gebessert durch einen zweiten, gekrönten Helm: drei Straussen- • 29 58 OBEBÜaTERREICHlSCHER ADEL. federn, blaa-silbern-roth. Decken: blau-silbern. Decken des 1. Helmes: schwarz golden. — Iii. (Freyherrliches 1810). Schild wie vorhin. — Drei gekr. Helme: 1. rechts von Gold und Schwarz, links von Roth und Silber ge-theilte Hörner. Decken: schwarz-golden. 2. Ein gekr., schwarzer Doppeladler. Decken: schwarz-golden. blausilbern. 3 Drei Straussenfedern, blau-silbern-roth. Decken: blau-silbern. -- Schildhalter: Zwei natürliche Widder (Nach den Diploms-Concepten im k. k A.-A. — In der o. d. E.'schen Herrenstands-Matrikel sind für diese Familie zwei derselben gar nicht zugehörige, von Obigen ganz verschiedene Wappen eingetragen i. — Mit Diplom d. d. Wien 24. 4. 1706 erhob Kaiserin Maria Theresia den königl. Richter zu Znaim Johann Georg Geissler iu den Adelstaud, und mit weiterem Diplome d. d. Wien 1. 4. 1769 denselben Johann Georg Edlen von Geissler in den Hitterstaud. Dieser kaufte um 43.000 Gulden rheinisch am 30. 4. 1779 die Herrschaft Hostie im Hradischer Kreise Mährens, welche sich, nachdem Johann Georg Ritter von Geissler 1791 ohne letztwillige Verfügung gestorben war. auf dessen Söhne Ferdinand. Vico-Kreishauptmaun in Mähren und Johann Ne-pomuk vererbte, die den Besitz nun gemeinschaftlich genossen. Johann Nep. hatte sich ebenfalls dem Staatsdienste gewidmet, wurde in der Folge Hofrath bei der vereinigten Hofkanzlei, Ritter des St. Stephans-Ordens, erlangte am 9. 2. 1771 das böhmische lucolat und im Vereino mit seinem Brnder Ferdinand von Kaiser Franz I. mit Diplom d. d. Wien 17. 5. 1810 den österreichischen Freyherrnstand. Die Widder als Scliildhalter des frey-herrlichen Wappens beziehen sich auf des Freyherrn Ferdinand Verdienste um Hebung der Schafzucht. Letzterer vererbte mit Testament d. d. 15. 12. 1812 das väterliche Gut auf seinen Bruder Johann Nep., welcher in seiner Laufbahn aufsteigend noch k. k. Hofkanzler in Illyrien und geheimer Rath wurde. Derselbe vermachte am 15.6. 1820 Hoptic seiner Gemahlin Josefa, geb. Freyin (Nebeli von Türkheim, durch welche der Besitz, da die Ehe kinderlos geblieben war, an deren Bruder's Ludwig Sohn, Ludwig Johann Freyherrn von Türkheim gedieh, welch er in Folge dessen 1842 den Namern Geisslern mit dem seinen vereinte. Johann Nep. Freyherr von Geisslern, k. k. geh. Rath und Hofkanzler ist nach der o. d. E'sehen ständischen Matrikel am 18. 10. 1808 in den Herrenstand aufgenommen worden. Diese Eintragung beruht insoferne auf einem Irrthume, als der Vorgenannte im J. 1808 weder Freyherr, noch geh Rath, noch Hofkanzler war. Die Aufnahme in den Herrenstand muss demnach zu einer spätem Zeit erfolgt sein. (K. k. A.-A., freyherrl. Taschcnb., gefällige private Mittheilungen.) — Uelülifzer. (Taf. 25). Wappen: In Silber eine von je einem grünen, besamten Olivenkranz beseitete, eingebogene, blaue Spitze, darin anf goldenem Dreiberge ein von drei (1, 2) goldenen Sternen begleiteter . silberner Kranich, im rechten Kusse einen runden silbernen Stein haltend. — Gekr. Helm: Fünf Straussenfedern, golden-silbern-blau-silbern-golden. Decken: blau-golden, blau-silbern. (K. k. A.-A.) Kaiser Matthias verlieh d. d. Wien 13. 5. 1613 den Brüdern Johann uud Wolfgang Geisslitzer. Besitzern des Freisitzes Widweng -wo Vi einen Wappenbrief mit Lehensartikel und dem Prädikate Widweng. Wolfgangs Söhne, Simon Ludwig, Wolfgang, Christoph und Samuel Geislitzer von Wittweug' erlangten von Kaiser Ferdinand IL d. d. Wien 6. 9. 1634 den Beichsadelstand, bei welcher Gelegenheit der Stechhelm in einen gekr. Turnierhelm gebessert wurde. Dem Hanns Geislitzer, — vielleicht ein Sohn des oben genannten Johann,— wurde dieselbe Standcserhüh- ung und gleiche Wappenbesserung mit Diplom d. d. Lins 26. 6. 1636 zu Theil Nach den Einlagebüchern bei der Landtafel war ein Josef Geislitzer von Wittweng, Hofrichter zu Garsten, mit dem Landgute Walkering im Hausruck-Viertel angesessen. Im Besitze desselben folgte diesem 1756 Johann Josef G- v. W.. Walkering gieng 1769 iu andere Hände über. Im Taufbuche der Pfarre Carsten erscheinen als Söhne des Letztgenanten und dessen Ehegcmalin Anna Maria Christina Renata: Josef Adalbert G. v. W. geb. 10. 3. 1743, Adalbert Johann geb 26. 4. 1744, Anton Franz, geb. 28. 5. 1745 uud Franz Josef geb. 31. 3. 1751. (K. k. A.-A., Landt., Taulbuch der Pfarre Garsten.) «eltingen. (Taf. 25). Wappen: Von Silber uud Roth einmal gespalten und zweimal getheilt. — Kleinod: Offener, rechts wie die rechte, links wio die linke Schildeshälfte bezeichneter Flug Decken: roth-silbern. Das Geschlecht hatte sein Stammhaus zu Gulting, Pfarro Wallern, und sass dann, als dieses abgekommen war auf seinem Schlosse Haiding in der benachbarten Krengelbacher Pfarre, cinom Schaunbergschon Lehen. Sibrant de Geltingin bezeugte am 19. 6. 1206 zu Passau den Brief des Biscliofes -Uancgold mit weichein dieser einen Zehenttausch des Klosters Wilhering und der Pfarre Gramastetten genehmigte. Ulricus Geltingaer war am 13. 12. 1246 zu Wien anwesend als Graf Chunrat von Neuburg (Falkenstein und Uarrantstcin; dem Bisthnme Freising seine Eigenleute überliess. Sybrandus (II) de Gelting erscheint als Zeuge am 21. 8. 1252 als der Abt und Konvent von KremsmiinBter dem Ulrich von Puch einen Huf in Galspach zn Erbrecht verlieh, 29 9 1264 in einem Scheukbrief Bernhards von Schaunberg an Stift Wilhering über einen Hof zu Pasching, am 4. 3. 1268 in einem Ycrzichtsbriefe Chunrat's von Furt zu Gunsten des Klosters Nieder-Altaich, am 1. 2. 1277 bei einer Mauthbefreiung für Heiligenkreuz, und 1290 — als „her Seibrannt von Geltingen" — iu dem Kaufbriefe Cliuurats von llartheim an Ulrich von Weidenholz. Er war zweimal vermählt, zuletzt mit einer von Pernau. Nach Ostern 1293 zu Wels verlieh Ulrich von Trnclisen den Söhnen Albert, Dietmar und Gottfried des Scybrant v. G-, „die er bei der letzten Hausfrau hat, die licrn Gotfrids Tochter ist von Pernawe", ein Lehen im Attergau. Der ersten Ehefrau „Brigida" entstammten Ulrich, wohl auch Heinrich der Geltinger, für welchen der Erstere im Vereine mit Anderen im Jahre 1300 gegen Eberhard von Walsee Bürgschaft leistete, und Wernhart, welchor als Priester d. d. Mondsee 12. 5. 1801 einen Revers Friedrichs von Schöndorf bezeugte. Ulrich tritt vom Jahre 1290, Anfangs mit seinem Vater gemeinschaft-lich auf. In einem Tauschbriefe des Stiftes Kremsmünster an Ulrich von Weidenholz ao. 1291 stehen unter den Zeugen: „her saeibrant von geltingen, vlreich von gel-tingon". Letzterer bezeugte ferner am 24. 7. und 25.11. 1301 dio Mauthbefreiungen der Klöster St. Veit und Su-ben, erscheint weiter urkundlich in den Jahron 1305, 17. 2. 1307, 18. 2. 1312, 29. 9. 1313, hier als Siegler. und 24. 6. 1318 in seinem Tauschvertrage mit Stift St. Florian, laut welchem er uud seine Hausfrau Mar-gareth ein Gut zu Praiteuaich gegen ein Gut zn Gric-king gaben. Das letzte Mal tritt er am 25. 7. 1328 auf. Sein Sohn her Dietreicli der Gcltingcr bezeugte am 12. 3. 1331 einen DieiiBtrcvers Ulrichs von Woidonholz an dio Schaunberger, und stiftete am 27. 3. 1340 mit einem Gute zu Pernau ein Seelgeräth fiir seinen verstorbenen Bruder Seybrant, Abt zu Tegernsee, welcher von Otto Katzbeck boi Rosenheim ermordet worden war, aber nach letztgenanntem Datum nicht 1346, wio Wig. Hund 0BEUÜSTEBBE1CHISCHEB AUEL. 59 irrthiimlich meint, sondern eben schon 1340 oder vorher. Am '21. Dezember desselben Jahres versprach Dietreich den Grafen von Schaunberg seinen Sitz llaiding nicht mehr zn befestigen nnd verbürgte sich mit Alber von Lautcrbach, Alber dem Porzheimer. Dietrich dem Scliifer Wernhart Albrechtshcimer und Friedrich Stal zugleich mit seinen Herren den Grafen von .Schaunberg für eine Geldschuld an den Bürger Chnnrat Schreiber zu Wels. Friedrich der Geltinger, welcher am 0. 1. 1S48 mit seiner Hausfrau Anna die Hnbe Maur an Kloster Mondsee verkaufte, dürfte sein Bruder gewesen sein. Ulsich (II.) bezeugte am 4. 12. 1376 die Urfehde Jörigs des lluedlinger auf Heinrich von Walsee, siegelte am 20. 8. 1403 den Vergleich der Wurmthaler mit Jakob dem Lanfuer, 5. September desselben Jahres den Verkaufsbrief des Stadtschreibers Hanns Wepekch zu Wels Uber drei Lehen in den Pfarren Wallern uud Krcngelbach, 17. &. 1406 einen Verzichtbrief Martin des Pyerndorfer, Stefan des Lechner und deren Hansfrauen, und bezeugte in eben demselben Jahre den Verkauf des Sitzes Pernau durch Joachim Pernauer au Wolfgang von Anhang zu Beut. Er kommt als der .erber uud weis Vlricli der Geltinger" noch 1415 vor. Am 6. 9. 1113 schwört Walther der Geltinger Urfehde wegen erlittenen Gefängnisses durch Herzog Albrecht V. Caspar der Geltinger, Pfleger zn Ort. siegelte am 20 8. 1429 den Erbvergleich zwischen Barbara Gun-zingerin und Erasmus Hoheufclder, wurde im Jahre 1431 von Willibald Herrn von Polhcim aus unbekannter Ursache auf dessen Schlosse Wartenburg durch Matthäus Grans von Uttendorf gefangen gehalten uud von dort nach erfolgreicher Belagerung durch den Landeshauptmann Beinprecht von Walsee beireit Caspar wird in dem Theil-briefe der Brüder Daukwart. Leonhart und Ulrich der Herleinsperger am 11. 3. 1430 erwähnt, war im Jahre 1437 Pfleger zu Ober Wallsce und kommt weiter noch iu den Jahren 1443, 1451. 1455 und 1458 vor. Am Mart-berger Bundesbriefe vom 14. 10. 1451 ist das 240. Siegel jenes des Caspar Geltinger von Haitingen. Am 3. 6. 1455 verlieh ihm König Ladislaus ausser anderen Gütern „den Zehent auf dem Weghof, auf den drei Höfen zu Gelting und auf einem Luss Acker bei dem l'raitenbacli, der vorzeiten gebort hat in des Geltinger Hofpawm". Caspars Hausfrau Elspct ist eine Tochter Heinrich's des Steinpöck gewesen; seine Tochter Margret war 1453 mit Oswald abn Perg. Afra 1454 mit Ulrich Jörger zu St. Jürgen, Magdalena 1490 mit Leonhard dem Vischbeck von Vorch-dorf vermält. Von Caspars Söhnen kommt „der Edl vest Sigmund Geltinger im Jahre 1404 vor und Ulrich der Geltinger zu Haiding, seine Hausfrau Magdalena war eine Tochter Stefan (les Geumann, tritt im Jahre 1473 zuerst anf. Dieser Ulrich erscheint am 26. 10. 1478 als Mauthner zu Schärding, als solcher, zu Althawsen gesessen, auch im Jahre 1482. i486 war er des Herzogs Georg voll Bayern-Landshut Pfleger zu Schärding, belagerte erfolglos das Schloss Bauarigl an der Donau, war 149c! Landrichter zu Schärding undwnrde am 23. 11. 14S8 mit dem halben Sitze Otenperg (Pfarre Tettenweis in Niederbayern'/) nnd mit verschiedenen Gülten, die theilweise zum Sitze Eitzing gehörten und von seinem verstorbenen Sohne Christoph herrührten, durch den vorgenannten Herzog Georg belehnt. Ulrich Geltinger zu Eizing kommt zuletzt am 27. 4. 1516 vor. Seine zweite Hausfrau Martha war schon 1491 gestorben und am 16. 2. 1492 hatte Kaiser Friedrich III. deren Testament bestätigt. Von den Söhnen Ulrichs besass Oswald (f c. 1536} Eitzing, das von ihm an Georg Baumgartner zum Fraunstein kam; Wolfgang hatte schon vor {des Vaters Tode, 1502. Haiding inne und war 1523 und 1534 zu Götzersdorf und Franzcnliau-sen in Oo. u. d. E. angesessen. Das Geschlecht starb zu Ende des 16. Jahrb. mit den minderjährigen Kindern Georgs von Geltingen aus. (U.-B., Strnadt - Peuerbach , ß.-M., H., Beschreibung der Stadt Schärding von Lamprecht;. Ceiuberly (Gemperli) (Taf. 26). Wappen: Durch einen grünen mit einem silbernen Spateneisen belegten Schrägebalken getheilt. Oben in Gold ein schwarzer Adler; unten in Schwarz eiu rother Adler. — Zwei gekr. Helme: 1. Eiu grünes mit drei goldenen Kornähren bestecktes Kleeblatt. Decken: grün-silbern. 2. Ein natürlicher Woideubauiu. Decken: schwarzgolden. Der kaiserliche Postmeister zu Stremberg in N.-Oe., Ernst Ignaz Gemberly (auch Gemperli/, ein seiner Zeit bekannter ökonomischer Schriftsteller, kaufte im Jahre 1776 das Landgut Hinterdoppcl im Hausruck - Viertel, wurde von der Kaiserin Maria Theresia d d. Wien 29. 9. 1.779 mit dem Prädikate „von Weidenthal" in den erb-ländischen Bittcrstaud erhoben und vermehrte 17S4 durch Aukauf des Landgutes Innernsee im Hausruck - Viertel, vorhin zum Landgerichte Haag im Salzach-Krcisc gehörig, seinen ob der Ens'schcn Besitz. Nach seinem Tode ist in der Laudtafel ltosalia G. v. W., wohl die hinterbliebeue Wittwe, 1796 als Besitzerin von Hinterdoppel und 1797 als Besitzerin von Innerusee bücherlich eingetragen worden. Sein Sohn Ernst Franz Joseph G. v. W. (geb. 19. 9 1788;, Gutsbesitzer zu Innernsee, wurde auf sein Gesuch vom 16 12 1-12 unter dem 18. 2. 1813 bei der Adelsklasse des Königreiches Bayern iinmatrikulirt. Die beiden vorgenannten Güter sind nun in anderen Händen. (Kgl. bayr. Beichs-Heroldcnamt, K. S. Salzbnrgor Adel. Landt.; Vera (Taf. 26;. Wappen I: In Silber auf schwarzem Dreiborgo eine rothe Feuergabel, Zinken aufwärts. -- Gekr Helm: Zwischen offenem silbernen Flug die Feuergabel. Decken: roth-Bilbern. — II. Geviert 1 nnd 4 Stammwappen. 2 und 3 in Silber eiu von Schwarz, Gold und Schwarz zweimal gethciltes Hirschgeweih (Schoedl;. - Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod Decken: roth-silbern. 2. Ge-stünunelte, schwarzgekleidete gekr. Jungfrau mit silbernem Kragen, die Krone mit dem Hirschgeweih von Schoedl besteckt. Decken: schwarz-golden. (li.-M.) Es wird zuerst Andreas, des Hanns von Gera uud der Margaretha Schoedlin Sohn, fürstlich bamberg'scher ßath uud Vicedom in Kärnthen, der 1486 gestorben und zu Villach begraben sein soll, genannt. Aeltere Genealogen wollten sich daran nicht genügen lassen, führten das Geschlecht hundert Jahre weiter zurück und Hessen es aus Franken entspriessen. Unmöglich wäre dies freilich nicht, denn von dort kamen Mehrere in bamberg'-schem Bischofsdienste nach Kärnthen, ob aber jener Putor von Gera und sein Sohn (ieorg, die 1371 eingewandert wären, nrkuudlich nachweisbar sind, ist eine andere Frage. Im 16. Jahrhundert zählten die Gera zu den Angesehensten in Kärnthen, wo sie natürlich bedeutenden Besitz inne hatten. Zu derselben Zeit wurden sie auch in Oe. o d. E. und in Steiermark begütert, uud erwarben daselbst nebst Anderem auch Arnfels, dieses Letztere jedoch nicht vor der zweiten Hälfte des vorgenannten Jahrhunderls, denn in dem Verzeichnisse der landesfiirstlichcn Pfaudscbaften in Steiermark vom Jahre 1542 erscheint im Besitze von Schloss und Landgericht Arnfels Hanns von Thum, der es unter dem 19. 2. 1525 von Erzherzog Ferdinand un-verrechenbar auf Lebenszeit erhalten hatte. Die nachstehende genealogische Beschreibung ist 60 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. grösstentheils Hohenrck's nnd Wissgrill's Werken ent-noiunien, es möchte daher kein zn strenger Maassstah daran gelegt werden. Mit Diplom d. d. Prag 5. 12. 1589 erhob Kaiser Rudolf II. die Brüder und Vettern von Gera: Wilhelm, Georg, Franz, Carl, Johann Christoph, Raimund und Alexander mit dem Titel „Edel" in den Herrenstand. Unter all' diesen habe ich nur den, als Geschlechtsältesten erstgenannten Wilhelm von Gera nicht finden können, es Bei denn, dass unter diesom des Eingangs genannten Alexander jüngster Sohn Wilhelm zu verstehen ist, der, vorausgesetzt dass er im Jahre 1589 noch lebte, zu dieser Zeit allerdings der Verdienstvollste der Familie gewesen wäre, denn er war seinerzeit im Vereine mit seinem Bruder Erasmus zu häufigen Malen ein Helfer in den Geldnöthen Kaiser Ferdiuand's I. gewesen. — Diese Auslegung als richtig angenommen und der Umstand berücksichtigt, dass in dem Diplome die Bezeichnung als .Brüder und Vettern" nicht in des Wortes strenger Bedeutung zu gelten habe, muss sich jedoch Freiherr von Hoheneck, — und das wäre ganz leicht möglich, — mit dem 'l'odesjahro (14S6) Alexanders von Gera geirrt haben, denn sonst würde der Sohn Wilhelm bei der Diplomsausfertigung über hundert Jahre alt gewesen sein. Der mehrgenannte Andreas von Gera ist in erster Ehe mit Maria Magdalena von Wixenstein, in zweiter mit Ottilia von Görtschach vermält gewesen. Von seinen Söhnen erster Ehe, es werden deren fünf genannt, vormälte sich Andreas II. 1) mit Anna von Aichelburg, 2) mit Helena von Mallentein. die kinderlos blieb. - Sein Sohn Alexander III.), der sich mit Katharina Weltzerin von Spiegelfeld hatte trauen lassen, aber ohne Descendenz blieb, steht in dem kaiserlichen Diplome vom Jahre 1589. Sigmund, Andreas' IL Bruder, erzeugte mit seiner Gemalin Catharina von Guttenstein mehrere Kinder, von denen Georg und Raymund ebenfalls 1589 in den Herrenstand kamen. Georg war erst mit Magdalena von Wixenstein. dann mit Martha von Teuffenbacli vermält, blieb aber beide Male ohne Nachkommen. Raymund (geb. 1537, t 1607) nahm zu Diirnkrut in M. - Oe. am 15. 2. 1564 Maria Anna, Georg Philipp's von Lembach Tochter, zur Gemalin, welchc von ihrem Vater die Güter Diirnkrut nnd Drnssing ererbte, worauf Raymund am 8. 9. 1592 auch mit den zu Diirnkrut gehörigen landesfürstlichen Lelien-stiieken belehnt wurde und 1605 diesen n.-ö.'sclien Besitz durch Ankauf der Herrschaft Walterskirchen vermehrte. Seine zweite Ehe mit Maria Magdalena von Grässwein blieb kinderlos. Von seinen Söhnen liess sich Georg Sigmund in der Stadtpfarrkirche zu Graz am 3. 11 1630 mit Susanna Tochter des Peter Freiherrn von Draskovie, trauen, blieb aber so viel bekannt ohne Leibeserben, ebenso wie seine Brüder Georg Friedrich, Hanns Christoph und Andreas Seyfried. welch" Letzterer mit Esther von Fünfkirchen vermält war. -■ Jörg Philipp, edler Herr von Gera, ein weiterer Sohn Üa.vmund's aus dessen erster Ehe. erschien 1611 auf den beiden zu Klagenfurt abgehaltenen Landtagen unter den Freiherrn. Er war mit Magdalena von Ficin ller am .Spalt; hinten in Roth zwei silberne Balken. 2 und 3 in Schwarz ein gekr. goldener (ireif, eine goldene J\ ugcl vor sich haltend. -I wie I, doch mit verwechselten Spalthälftcn — Gekr. Helm: Ein gekr. schwarzer Adler. Decken: schwarz-golden. rotli silbern Tobias Gertinger der Römisch Kaiserlichen Majestät Bath und geh. Secretarius wurde am 27. 11. 1630 im jungen Bitterstande Oe.'s o. d. E. immatrikulirt und als Besitzer des Gutes Gasseneck im V. O. W. W. nnter die neuen Bitterstandsgeschlechtcr Oe.'s u. d. J'J. aufgenommen. In der dortigen Matrikel findet sich nur die Anmerkung: „Dieso Linie ist bereits im 17. Saeculo abgegangen3. Auch die Akten im Landcsarchivc zu Linz geben keinen Aufschlags über das Herkommen dieser Familie. (R.-M,, H.. W.) Getzcndori'er (Taf. 26). Wappen. Ein Schräglinksbalken, der sich anf dem geschlossenen Fluge des Kleinods wiederholt (Wissgrill nnd nach diesem die o. d. E.'scbe Ritterstands-Matrikel verzeichnen den Schild golden mit einem schwarzen Schrägegitter, darüber der Schräglinksbalken silbern. Dieses Wappen, dessen Tinkturen später einfach erfunden wnrden, ist offenbar einem Siegel entnommen, in dem das Schrägegitter des Schildes nichts weiter als dessen Da-mascirung gewesen ist. Ich erwähne diescB Wappens überhaupt nur. weil es in die Bitterstands-Matrikel Eingang fand. Wissgrill, welcher dasselbe zuerst brachte, vermengt wie ich nicht zweifle, die o. d. E.'sclien Gctzcn-dorfer und eine Familie glvicheu oder ähnlichen Linens in N.-Oe, so dass es sich nicht entscheiden lässt, welcher von diesen Beiden obiges Wappen, wenn dieses überhaupt wahr ist, zukommt. Chuurat von Götzeinsdorf, welcher dem Gesehl echte angehört, das hier in Betracht kommt, hatte an seine nuten näher bezeichnete Urkundo vom 25. 2. 1336 ein Helmsiegel gehängt, darin zwei Hörner als Kleinod erscheinen!. 16 62 OBERÖSTERREICHISCHEB ADEL. 62 Die Bestätigung eines Tausches des Stiftes Wilhering um 1180 durch Diepold, Bischof von Passau, bezeugte „Uvalther de Gocynestorf-', ebenso derselbe — Walther do Gozenstorf, — eine Entscheidung des nämlichen Bischofs über einen Streit der Probstei St. Florian mit einem bischöflichen Ministerialen d d. St. Pölten 24 1. 1188. Ob gedachter Walther als ein Ahnherr dieses zu Götzendorf im Mühlviortel sesshaft gewesenen Geschlechtes zu betrachten sei, ist nicht zu entscheiden Am 30. 6. 1303 zu Engelszell verkaufte liugor von Haichenbacli alle seine passau'schen Lehen an den Bischof Wernhart von Passau, darunter ein Lehen zu Diepolts-perig, das damals Wernhart von Gezendorf inne hatte, „her Chunrat von Götzenstorf, der ehrsam Bitter-*. Landrichter o. d. E, kaufte am 23. 1 1336 mit seiner Hausfrau Elspeth eine Hube zu Tödling, am 6. Februar desselben Jahres eine Hube zu Bohrbach in der Pfarre St. Florian und zehn Tage später drei Güter in der Gallneu-kircher Pfarre. Aber schon am 23. desselben Monates und Jahres vertauschte er wieder alle diese Besitzthümer für verschiedene Güter zu Waldbrechtsdorf, bei welcher Gelegenheit „sein Sweher her Dietreich der wonisch" Harrach) Sieglcr war. Herr Chalhoch von Getzendorf bezeugte am 24. 4. 1331 einen Pfandbrief Simon des Nyrn-mcrvoll an Kloster Schlägl und erscheint im Verein; m't seinem Sohne Christian in einem Vermächtnisse seiner Hausfrau Agnes vom Jahre 1343. In diesem Letzteren siud Sighard und Bueger ob dem Perg „ihre freund-* als Zeugen genannt. Christian empfing mit seiner Ehewirthin Elisabeth. Buegers des Piber von Piberstein Tochter, 1361 verschiedene zur Herrschaft Wachsenberg gehörige landesfürstliche Lehen. Der Letzto dieser Familie, welcher das Landgnt Götzendorf in der Pfarre Epping besass, ist Hanns, welcher um das Jahr 1450 starb. (U.-B., Strnadt-Velden, R.-M, H„ W.) fieumann (Geymann; (Taf. 26). Wappen I: Im mit Zinnen gethciltcn Schilde ein Eichenblatt. — Kleinod: Aussen je mit drei Eichcnblät-tern besteckte Hörner. (Hainrich Gaiman's Epitaph zu Gallsbach, -j- 1363; nach einer Skizze im Museum Franc. Carol.) — II. Halber wilder Mann, in der Beeilten eine Keule an der Schulter, in der Linken ein Eichenblatt cmporhaltend. (Variante in der o. d. E 'sehen Bitterstands - Matrikel). — III. Auf einem Drcibcrge, dessen Seitenhügel den mittleren überhöhen (wohl nur eino schlechte Darstellung der Scharte), das Eichenblatt — Gekr. Helm: die mit den Eichenblättern besteckten Hörner. (Epitaph in der Kirche zu Millstadt in Kärnthen des Johann von Geumann, -j- 23. 12. l-'>33, Hochmeisters des St. Georgenordens;. — IV. In Silber ein schwarzer Schildesfuss mit einer Scharte; über das Ganze zur Pfahlstelle ein goldenes Eichenblatt. - Gekr. Helm: Mit einer Scharte vou Silber und Schwarz gotheilte, aussen je mit drei goldenen Eichenblättern besteckte Hörner. Docken: schwarz-silbern, schwarz-golden. (Stammbuch dos Johann Paul von Geumann (t 1655) im Stifte Lilienfeld). — V. Von Silber und Schwarz mit einer Scharte gotheilt; aus dieser wachsend an goldenem Stiel drei goldene Eichenblätter wio Kleeblatt. — Gekr. Helm: Kleinod und Decken wio vorhin bei IV. (H.-M.) Ueber der älteren Genealogie dieses Geschlechtes schwebt vieles Dunkel, das durch dio Widersprüche, in denen sich hierbei unsere Genealogen Hoheneck und Wissgrill bewegten, nur vermehrt worden ist. — Ich war nicht in dar Lage viel Klareres zu Tago zu bringen. Am 19. 10. 1208 zu Mauthausen bezeugte Kunrat „geuman* einen Schiedspruch, welchem sich der Abt und Convent zu Kloster Baumgartenberg in einem Streite mit dem Stifte St. Florian unterwarfen. Abgesehen von der Gleichheit des Namens fehlt jeder Anhaltspunkt, in Kunrat einen Vorfahren diosos Geschlechtes zu erblickon. Heinrich der Geumann war 1277 Zeuge in einem Ver-zichtbriefe Heinrichs von Parsberg (oborhalb Hegensberg an der schwarzen Laber) in dem Streito der Knnigunde von Heliusrout mit Ulrich von Abensporg. — Wenn Heinrich Geumann nach der vorgenannten Urkunde auch nicht unserem Lande, sondern sicher dem ehemaligen Nordgau, der sich nördlich von Begensbnrg ausbreitete, angehörte, so ist doch dio Möglichkeit, dass er ein Stammvater dieses Geschlechtes sei, boi dem Umstände nicht ausgeschlossen, als jedenfalls schon damals durch den Verkehr auf der Donau die Gegend von Rogensburg dem Lande ob der Ens nahe gerückt war, und wir ausserdem in einer anderen Urkunde aus dieser Zeit den Namen Geumann uud ltegensburg in Verbindung mit Oe. o. d. E., — allerdings nur in sehr losem Zusammenhange, — begegnen Am 13. 3. 1247 hatten Albero von Chuenring uml die Bürger von Krems, Stein nnd Linz Bürgschaft geleistet für Siboto, Sohn des Begensburgers von Stein; Zeuge: Conradus, gener gevmani, civis de Linz. - Wohl kann dieser Briet nicht einmal zur Erbringung eines Wahrscheinlichkeitsbeweiscs zur Hand genommen werdon, aber ich wollte denselben dennoch nicht unerwähnt lassen, ebensowenig wio den Umstand, dass der Name Heinrich Erbname in der Familie der Geumann gewesen ist Der verlässlich bekannte nähere Stammvater ist Hainrich Gaiman, welcher nach H. mit Ehrcntraud Nussdor-ferin, aus einem altbayerischon Geschlechte, vermält war und ao. 1363 zu Gallsbach begraben wurde Er hatte zu Wels am 29. 9. 1335 vou seinem „Freund" Ulrich dem Lauer Güter zu „Harlungsborg", zu „Rotelberg" uud „zu Lehen", und 1354 von Eberliart von Walsee das Schloss Galsbach (nächst Grieskirchen im Hausruckviertel; und das Kirchenlehen daselbst gekauft, nachdem schon 1343 die dortige Capelle. — Filiale nach Grieskirchen, — von Eberhart von Walsee eingelöst und im Jahre darauf als Pfarrkircho gestiftet worden war. — Heinrich der Eiligere von Geumann wird von Dietrich vou Aistersheim in dessen Testamente vom 13. 5. 1368 sein Schwager genannt. — Heinrich III. empfing 1396 von Jörg Herren von Walsee Galsbach zu Lehen und stiftete im Vereine mit seinem Vetter Ortolf (I.) dem Geumann an Maria Geburt 1387 für Niclas den Geymann „dem Gott gnad", ein Seelgeräth in der Frauenkirche zu Kiihstorf (Pfarre Schwans . — Im nämlichen Jahre hatte Ortolf der Pfarrkirche zu Galsbach ein Pfund Wiener Pfennige Dienst vou einer Wiese zu Schwans vergabt. Von den Söhnen Ortolfs, — es werden deren sechs genannt. — erlangte Stephau, vermält mit Benigna Payssin von Mitterberg, am 19. 8. 1439 die Marktfreiheit für Galsbach, worüber Kaiser Friedrich 1442 eine Bestätigung ertheilte. Stephans und der Benigna Sohn Gotthard verglich sich zu Wien am St. Agnesentag 1465 mit seinen Brüdern Barthlmä und Stephan dem Jüngeren und seinem Vetter Ortolph (II) von Goumann wegen Galsbach. Barthlmä, 1462 landcsfürstlicher Pfleger und Landrichter zu Starhemberg, hatte sich 1454 mit Regina von Prag vermält, und wird diesem Paar als Sohn jener Johann von Geumann zugeschrieben, der in der Folge der Bedeutendste Beiner Familie wurde. Andere nennen diesen als den Enkel eines Hanns G.. Bruders Stephans des Aeltercn. Ich konnte Entscheidendes in dieser Frage nicht finden. Johann vermälte sich erat mit Margaretha von Trautmannsilorf, wnrdo landesfürstlicher Pfleger zu Voitsberg und Lankowitz in Steiermark und trat dann, als er Witt« er geworden war, zu Pfingsten 1495 in den weltlichen Orden vom heiligen Georg ein, welchen Kaiser Friedrich im Jahre 1468 hauptsächlich deBswegen errichtet hatte, um dio Thatkraft des Adels gegen den Erbfeind zu beben. Der Orden war mit päpstlicher Bulle vom 1. 1.1469, womit gleichzeitig das Bcncdiktincrklostor OBKßüsTERBEICHISCHER ADEL. 63 zu Millstadt in Kärnthen aufgelöst und als Sitz des Or-deus bestimmt wurde, bestätigt worden. Erster Hochmeister war Johann Siebenhirter (f 1508,-. dem derCom-tliur Johann von Geumann folgte, der boi dem Kaiser Maximilian in so hohen Gnaden stand, dass er denselben als Hochmeister, und nm das Ansehen des jungen Ordens zu kräftigen, iu den ßeichsfürstenstand erhob nnd ihn in seiner letztwilligcn Anordnung vom 30. 12.1518 zu einem Beiner Tcstamentsexecutoruu und zwar zum Ersten, dem hohen Bange Geumanus entsprechend, ernannte. Johann weihte seine ganze Thätigkeit nnd all' sein Vermögen der Würde, die er trug, konnte es aber trotzdem und trotz der Klagon die er über die gelockerten Bande des Gehorsams unti-r seinen ßittern vom rothen Kreuze bei des Kaisers Maximilian Enkel, dem Erzherzoge Ferdinand, führte, nicht verhindern, dass der Orden, so bald nach seinem Entstehen, dem nahen Untergange entgegeneilte. Die3 brach die Kraft des Greises, der zu Gmünd in Ober-kärnthen am 23. i2. 1533 der Pest erlag. Er wurde in der rechtsseitigen Kapelle der Ordenskirche :-.u .Millstadt unter nachstehendem Epitaph beigesetzt: rHiu . leit . begrabe . der . hochwürdig . fürst . vud her . her . Johann . geumann / der . ande . hochmeiste . Sant . iorgen j ordes . stifte . der . ewig . mess . vnd . liechts . dieser capeU." - Stephan des Aeltereu Bruder Christoph hatte drei Söhne, Ortolph II , Heinrich IV. nnd Christoph, welch' Letzterer sich nach seinem Hcirathsbriefo voin Dienstag nach Michaeli 1181, — ein etwas langer Zeitraum im Hinblicke auf den Grossvater Ortolph, der 1387 urkun-dete — mit Barbara Pergerin am Perg, des Caspar llör-leinsperger nachgelassenen Witlwe. vermälte, aber, so viel bekannt, keine Kinder hatte. - Heinrich war. vereint mit seinem Bruder Ortolph, aus unbekannten Ursachen in Fehde mit der Stadt Steyer. wo er eiu Haus besass, ge-ratben, wurde inSchifereck, wohin er sich mit seinen Helfern geworfen hatte, von den steyrer Bürgern belagert, entkam jedoch durch die Flucht, scheint abor dennoch von dem Kaiser zur Verautwortung gezogen worden zu sein, denn 1475 übergab er demselben wegen erlittenen Gefängnisses die Urlehdo und versprach sich in ein Kloster zurückzuziehen. Sein ältester Bruder Ortolph II., Erzherzogs Albrecht Kämmerer uud Pfleger zu Neu-Attersee, war vorher Wal-see'scher Pfleger zu Tratencck im H ausruck viertel, das er sammt dem Markte Neuinarkt, laut seines Bcverscs d. d. Sonntag nach St. Gilgoutag 14U0 von Wolfgang und Beiuprecht Herren von VV alsee zu Leibgediug erhielt. Er unterzeichnete am Freitag vor Barbara 1438 seine Heiratlisabrede mit Barbara Meurlin von Leombach, welche als seine Wittwe 1483 in einen ßechtsstreit mit ihrem Schwager Christoph G. gerieth, der als nunmehriger Geschlechtsältester das Schloss Galsbach abfordeite. 1491 kaufte sio vollends Tratencck, das sie schon vorher zur Hälfte besessen. - Von ihren Söhnen war Georg 1496 Pfarrer zu Guuskirchen, dann Domherr zn Würzburg und Augsburg. Tristan und Balthasar, seine Brüder, freiten im Vereine mit ihrem Vetter Johann von Geumann. damals noch Commendator des St. Georgsordens, laut Iie-verses des Pfarrers Wolfgang Haimbsach d. d. 21. 10. 1500 den Pfarrhof zu Gallsbach, die Widen genannt, von allem Eingriff nnd obrigkeitlicher Forderung gegen Abhaltung eines Jahrtages. — Tristan blieb ledig, starb, weil man zu seiner Zeit noch nicht Mercur zu gebrauchen wusste, am Sonntag vor St. Lambrecht 1523 und wurde zu Eferding in der Pfarrkirche beigesetzt. — Balthasar (-j- 1522) kaulto am Mittwoch vor St. Thomas 1518 von Wolf Auer zn Gunzing zwei Fischwaiden zu Schwarzgrub. Ob er den letzteren im Hausruckviertel gelegenen Sitz ebenfalls besessen, wie H. sagt, scheint ans obigem Kaufbriefe nicht hervorzugehen. Er hatte Bich, nach dem Hei-rathsbriefe d. d. Passau Montag vor St. Veith 1500, mit Kathariua von ßaming zu liamspichl (f 152i) vermält und mit dieser zwei Söhne Ortolph III. ff- ohne Kinder), venn. mit Sybilla von Hohenfeld, und Hanns Heinrich (t 1566) später Herrn zu Gallsbach und Trateneck, der Römisch Kaiserlichen Majestät ;Bath und Landrath in Oe. o. d. E. Von des Letzteren drei Gemalinen. Maria Magdalena von Hohenfeld, Salome Kölnpöckin (Heirathsbrief d. d. Linz 13. 1. 1541) und Drigitta vonWullcwiz (verin. 1553 ), welche alle drei wie Hanns Heinrich selbst und dessen Vater in der Pfarrkirche zu Galsbach begraben liegen, hatte er durch die erste die Söhne Hanns Tristan (f ledig), uud Hanns Christoph (t 22. 2. 1600, liegt ebenfalls zu Galsbach), welcher zu den väterlichen Besitzungen durch Kauf von Hieronymus Puz 1583 den Sitz Walclicn und Wildenhag im Hausruckviertel, ferner 159: Gut und Markt Bossatz in N.-Oe. and 1593 durch Kauf von den o. d. E.'schen Ständen das Schloss Freyn im Hausruckviertel fügte Er war der Bömiseh Kaiserlichen Majestät Bath. von 1582 - 1591 ßitterstands-verordiu-ter und gehörte als solcher sowohl dein Glauben wie der Gesinnung nach der protestantischen l'artci an. Juliiina von Mäinmiiig Heirathsbrief d. d. Linz 11. 3. 1567; war seine erste, Elisabeth von Mämming i lleiraths-contract d. d. Kirchbcrg a d. Biclach 14. 8. 1577) die zweite Gemalin. Hanns Ortolph. einer seiner Söhne erster Ehe, welcher keinen sehr ruhmvollen Platz in der Geschichte seines engeren Vaterlandes einnimmt, trat als Abgesandter der protestantischen >täude 161!) mit den rebellischen Böhmen in Verbindung, beschwor mit diesen im selben Jahre die < unfoderation öffentlich zu Prag und nahm, von dort zurückgekeh t, vom Schlosse Kogel ans iiu Attergau schwelgerisch und tyrannisch hausend, thä-tigeu Antheil am otfenen Kriege gegen Kaiser Ferdinand II. Als jedoch Herzog Maximilian von Bayern das Land besetzt hatte, in Linz eingezogen war uud am 20. August des folgenden Jahres 1620 die Huldigung der Stände entgegenuahm. fehlten dio Compromitirtesten unter den Evangelischen, unter diesen auch Geuiuann, der es vorgezogen hatte, sich zu dum Fürsten von Anhalt nach Niederösterreich und von dort nach Böhmen zu begeben. — Hanns Ortolph hiutcrliess keine Descendenz aus seiner Ehe mit Anua Maria von Kirchberg. — Seine Stiufbriider Hanns Ludwig. Hanns Paul und Hanns Georg, — Hanns Bernhard war jung gestorben. — wussten, wenn auch der neuen Lehre zugethan, doch ihre Treue zu bewahren, wofür ihnen die kaiserliche Gnade nicht ausblieb. Sie wurden d. d. Wiener Neustadt 29 7. 1625 in den Freiherrnstand erhoben. Hanns Ludwig von Gcmnann, Freiherr zu (Balsbach und Trateneck, Kaisers Matthias Truchsess, dann Vorschneider, 1*!10—1615 Bitterstaudsvorordnetcr, mit seinem Bruder Hanns Paul 1625 im llcrrenstaudo Oe.'s o. d. E. immatriculirt, vermälte sich 1618 mit Gertraud von Concin, starb aber ohne männliche Nachkommen 1630. Hanns Georg it 11- 4. 1617) nahm Sydonia, Friedrichs von Schärlt'enbcrg Tochter, zur Gemalin und hatte mit dieser zwei Söhne, — es wird auch ein dritter, Hanns Friedrich ff 1631 , genannt. — Hanns Christoph, vermält in kinderloser Ehe mit Katharina Freiin von Maxirein, und Hanns Wilhelm. Letzterer überkam in der Folge, als Senior der Familie, Gallsbach und Trateneck, sali sich jedoch religionshalber genöthigt zu emigriren und die beiden Herrschaften zu verkaufen. Gallsbach kam mit Kaufkontrakt d. d. 6. 4. 1633 an Auna Weiss von und zu Würting. geb. Freiin von Wolzogen, Tratencck 1643 an Seyfried Hager von Alleusteig Wohin sich Hanns Wilhelm wandte ist nicht bekannt geworden. Er dürfte nach Bayern gegangen sein, der Heimat seiner Gemalin Maria Jakoba von Tauffkirchen. die ihm zwei Söhne gebar. Johann Georg und Franz. deren etwaige DeBcendenz jedenfalls schon erloschen ist Hanns Panl von Geumann, Freiherr zu Galsbach und. 64 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Trateneck (f 1655 im 76. Jahre , Hanns Christoph des Aelteren vierter Sohn zweiter Ehe, Herr zn Walchen, Wildenhag nnd Freyn. welche Besitznngen er an Franz Christoph ärafen von Khevenhüller veräusserte, und Herr zn Rossatz, das er kurz vor seinem Tode 165-1 verpfändete, hatte sich, nachdem er von den Universitäten Tübingen und Strassburg heimgekehrt war, 1604 mit Maria Salome Freiin Schifer von Freyling geb. J582) vermält. — Die Söhne aus dieser Ehe wandten sich, nachdem der 8äiumtliche o d. E.'sche Besitz in andere Hände gekommen war. vollends nach Xieder-Oesterreich, wo der Vater am 12. 7. 1636 unter die Herrenstandsgesuhlechter aufgenommen worden war. Zwei von ihnen, ilanns Ferdinand nnd Hanns Jakob, scheinen unvermält gestorben zu sein. Hanns Ehrenreich kaufte 1665 Wolfpassing a. d. Ybbs, welches dessen älterer Sohn aus der Ehe mit Susanna Regina von Traun. Johann Gottfried, erbte. Dieser, von 1704—1710 n.-ö."scher Herrenstaudsverordneter, starb unvermält zu Wien im Jahre 1712. Sein Bruder Johann Sigmund, k. k. Hauptmann und Comthur zu Gross-Sonn tag, hat als Deutsch - Ordensritter unter nachstehenden sechzehn Ahnen aufgeschworen: Geumann zu Gallspach und Tratencck, von Hohenfeld, von Mämming, von Kirchberg, Schifer auf Freiling, von Scherifenberg, Lcusser, Jörger, von Traun, vou Auersperg, von Polheim und Wartenburg, vou Limburg, von Greiffenberg, von Teuffenbacli, von Concin, Gieuger auf (irienpüchel und Wolfseck. — Hanns, des Freiherrn Hanns Paul ältester Sohn, kaufte im Vereine mit seinen Brüdern Hanns Jakob und Hanns Ehrenreich die Herrschuften Schiltern und Kronsegg in N.-Oe , die jedoch noch zu seinen Lebzeiten wieder in andere Hände übergingen. Aus seiner 1652 mit Maximiiiana Sophia Freiin von Volckra geschlossenen Ehe entsprangen zwei Söhne, Johann Ernst. Anfangs in kaiserlichen Kriegsdiensten, und Johann Carl (f unvermält 1701), die beide wieder zur katholischen Beligion zurückkehrten. — Ersterer vermalte sich mit Anna Katharina, des Grafen Ulrich von Kollonitz und der Eva Kathariua Freiin von Windischgrätz Tochter. Johann Jakob Friedrich. sein einziger Sohn diente unter dem Prinzen Eugen von Savoyen bis zum Überstwachtmeister und wurde schliesslich 1740 zum Oberst nnd Commandanteu von Stnhlweissenburg befördert. Vermält mit Maria Anna Freiin von Teuffenbacli hatte er die Söhne Johann Ernst Sigmund und Johann Carl, von welchen einer im Jahre 1755 in der Militär-Akademie zu Wien erzogon wurde.— Dies die letzte Nachricht über dieses erloschene Geschlecht. (U.-B.. Mittheil, der k. k Central-Commiss. zur Erforschung u Erhaltung der Baudenkmale XIII. Jhrg.. R.-und H.-M., H.. W., Deutsch-Ordens-Centraiarchiv, Pritz Geschichte des Landes o. d. E., Wig. Hund). GejerHpers (Geyer von Osterberg; (Taf. 26. 27). W appen I: In Gold ein schwarzer, roth bewehrter Geier. — Kleinod: der Geier. Decken: schwarz-golden. — II. (1482 V) Wie vorhin, doch der Helm gokrönt auf der Helmkrone ein herzoglicher Hut, darauf der Geier. — III. (1530 oder 15".6) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Blau auf rotliem Dreiberge ein goldener Stern (Fuchs von Kandelb. rg). — Zwei Helme: 1. wie 1. bei II. Decken schwarz-golden 2. Auf blau-golden gewundenem Wulst der rothe Dreiberg, darauf der Stern zwischen vou Blau und Gold übereck getheilten Hörnern. Decken: blau-golden. Die Geyer Bind aus Franken entsprossen, wo Mitglieder derselben Aufnahme in die dortigen Domstifter fanden. So wird ein Kilian Geyer genannt, der 1450 Domherr zu Bamb"rg war. ein Johannes, zn derselben Zeit Domherr zu Wiirzburg, ebendaselbst 1470 Stefan Geyer. Bartholomäus Geyer war Kaiser Friedrich III. Rath, starb am kaiserlichen Hofe 1468 und hinterliess einen Sohn Oswald, welcher noch im Jahre 1500 in Franken lebte uud mit seiner Gemalin Anna von Grumbach vier Söhne erzeugte, Balthasar, Hanns, Adam und Georg, welche die Stammväter ebenso vieler Linien in Oesterreich wurden. Von Balthasar absteigende Linie zu Kröllcn-dorf in N.-Oe. Von den Söhnen Balthasars und dessen Gemalin, Catharina Herrin von fPappeuheim, ist Simon, beider Beeilte Doktor, der erste, welcher in Oe. o. d. E. begütert erscheint, mit Arbing im Machlande, das er jedoch 1530 oder 1535 au seine Vettern Carl, Roman und Hektor die Geyer wieder verkaufte. Seine erste Gemalin, Barbara Schirmerin, brachte ihm das Schloss Kriilleudorf zu, blieb aber kinderlos, ebenso wie die zweite, Helena von Hohenfeld. Simon war schon 1518 n.-ö.'scher Landrechtsbeisitzer, 1525 n.-ö.'scher Ritterstandsverordneter und 1535 Deputirter und Ausschuss der n.-ö.'Bchen Stände auf dem Cougress zu Linz. Mit seinem Testamente vom Jahre 1558 vermachte er Schloss und Gut Krüllendorf den Söhnen des Eucharius und Melchior, seiner Brüder. Aus der Ehe des Eucharius mit Magdalena Radlbruuner starben zwei Söhne jung, und Nicasius (+ 12. 1. 1598), der zu Ilaagberg in N.-Oe. sass. hatte keine ihn überlebenden Kinder: er nnd sein Bruder Adam, Herr zu Wiselburg uud Wolfpassing a. d. Ybbs. überliesseu laut Vertrag d. d. 23. 7. 1569 ihren Antheil an Krüllendorf dem Vetter Balthasar, Melchiors Sohne. Adams Enkel Georg Harttmanu (f ohne Descendenz 1647; verkaufte Wiselburg. Melchior G. vermalte sich mit Margaretha vou Wallenfels und hatte mit dieser nebst anderen Kindern den vorgenannten Sohn, {Balthasar IL, seit 1569 alleiniger Herr zu Kröllendorf und Regensburger'scher Kath und Pfleger zu Pöclilaru. Des Letzteren Urenkel Wolf Ernst beschloss diese Linie durch seinen 1648 in Folge eines Sturzes mit dem Pferde herbeigeführten Tod. Von. Hanns absteigende Linie zu Osterberg in N.-Oe. Hanns, der schon oben genannte Stammvater dieser Linie, kam aus Franken nach Oesterreich, war 1483 Iie-gensburg'scher Hanptmann und Pfleger zu Pöchlarn, trat dann in kaiserliche Dienste, war in diesen 1502 und 1503 Mauthner zu Ybbs. 1506 der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, Rentineister, Hofbaumeister und Schatzmeister, Stellungen, die ihm manches eingetragen haben dürften; so übertrug ihm Kaiser Maximilian 1. die Pflege und Herrschaft Karlsbach sammt Frey enstein 1510 als Pfandschaft auf Lebenszeit. Schon 1504 hatte er das Gnt Hart und bald darauf Haindorf in N - Oe. gekauft, erschien 1508 unter der Ritterschaft anl' dem Landtage zu Krems, brachte mit Kaufbriof d. d. 29. 12. 1514 von Johann I. Grafen zu Hardegg nnd im Machlande die Herrschaft und Veste Osterberg vOsterburg, in N.-Oe.), im Jahre darauf das Gut Hernnls bei Wien an sich, worauf ihn Kaiser Maximilian summt seinen Söhnen Ro-mun, Karl nnd Hektor, dann den Brüdern nnd Vettern, Simon, Jörig, Adam. Eucharius. Melchior, Gotthard, Hanns, Adam dem Jüngeren. Arnold. Hanns dem Jüngeren und Oswald mit Osterberg, Haindorf und Hernais unter der Klausel belehnte, dass diejenigen seines Geschlochtes, welche noch ausser Landes seien, binnen drei Jahren hereinkommen und sich in Oesterreich sesshaft machen sollen. Er war zweimal vermält, 1) mit Anna Polliau-scrin, die ihm die obgenannten drei Söhne gebar, 2) 1502 mit Walburga Fuchsin von Kandelberg, mit welcher er noch einen vierten Sohn. Nomrod (f jung), hatte. Hanns starb am 8. 9. 1525 und wurde, wie Nicasius von der Kröllend'.86 seinem Brnder Christoph und dessc-n Söhnen, mit Snbstituirung des zweiten SohneB Georg Sigismund, vermachto. Christoph (t 1602), evangelisch wie sein Bruder, kaufte lö. 1. 1591 Gnt und Veste Leehstorf bei Baden in Niederösterreich und war 1599 bis zu seinem Tode der n.-ü. Landschaft Baithcrr. Er hatte drei Gemalinnen, 1) Anna von Haim, 2) Eva Pcrnstorfferin, 3. Maria, Tochter des Wilhelm Geyer von Osterberg. Von seinen Söhnen wurde Johann Christoph mit dem Titel: „Geyer Edelgeborner und Edler Herr von Osterberg" mit dem ganzen Geschlechte d. d. Wien 5. 5. 1636 «sine armis) in den Freiherrnstand erhoben. Sein ältester Bruder Hanns Adam, der zu letztgedachter Zeit schon todt war und von seinem anderen, ohne Leibeserben verstorbenen Bruder Georg Sigismund Inzersdorf geerbt hatte, setzte die Linie fort: 1. Hanns ledam, Herr zu Inzersdorf, Leehstorf, Wolfsberg und Thal-Arn, war 1608 auf dem Congress zn Horn; Gem. 1) Su-IV. 5. sanna Hager, 2) Anna Margaretha Welzerin von Spiegelfeld. 3) Mamsell Herrin von Oedt (verm. 5. 2. 1616); 2. Christoph Adam (2. Ehe) Herr zu Inzersdorf nnd Schönau in N - Oe.; (unter seinem älteren Bruder Hanns Ehrenreich, 1651 in den o. d. E.'sehen Herrenstand aufgenommen. ging Osterberg Schulden halber verloren); Gem.: 1) Polyxena von Oberhaim (verm. 1651), Erbtochter, welche ihm Schönau in N.-Oe. einbrachte, 2) ltosina Elisabeth Freiin von Gäller (f 29. 5. 1676), dio mit Testament 27. 4. 1676 Inzersdorf zu einem Fideicommiss errichtete; 3. Hanns Adam, kaiserl. geh. Bath, kehrte zum Katholicismus zurück und wurde sammt seinen Vettern Wolf Christoph und Maximilian Adam von Kaiser Leopold I. d. d. Wiener - Neustadt 28. 6. 1676 mit Hin-weglassung des Namens Geyer, Binc armis in den B.-Grafenstand erhoben; Gem. 1) Kosina Theresia F'reiin von Botthal, 2) Maria Anna Freiin von Walsegg (?) Stkr. D. 4. Johann Albert Karl, Graf nnd Herr von Geversperg und Osterberg (geb. 7. 4. 1675, f 19. 9. 1738;, k. k. Kämmerer und der n.-ö. Landschaft Iiaitherr; Gem.: Maria Theresia Aloysia, Tochter de3 Wolf Georg Ehrenreich Grafen von Geyersperg jüngster Linie, durch welche er die Herrschaft Gmünd in N.-Oe ererbte. Von seinen Söhnen heschloss Johann Ehrenreich (geb. 14. 2. 1716), gefallen als kaiserl. Oberst bei Piacenza am 16. 6. 1746, diese Linie im Mannesstamnie. Seine Mnttcr verkaufte Gmünd und zog nach Znaim. wo sie im Februar 1774, 92 Jahre alt, gestorben ist. Von Georg absteigende Linie. Jörg, Gotthard, Hanns und Arnold, Söhne des Stammvaters dieser Linie Georg und dessen Gemalin Margaretha Tillin zogen ebenfalls nach Oesterreich. Jörg, welcher von seinen Vettern, den Söhnen Hanns des Aeltcren, Dahldorf übernahm, Gotthard und Arnold hinterliessen keine männliche Nachkommenschaft. Hanns (f 1661), 1549 n.-ö.'scher Landrechts - Beisitzer, kaufte im selben Jahre, am 6. Januar, den Edelsitz Hengsthof, dann Gurhof genannt, nnd 1553 die Veste Wolfstein mit dem Markte Oänsbach in N.-de., Güter, welche von dem Herzoge von Bayern zu Lehen kamen. Von Beinen zwei Gemaliiieii blieb die erste, Catharina von .Mamming, kinderlos; die zweite. Begiua Miihlwange-rin, gebar ihm zwei Söhne, Hanns Wilhelm und Christoph, welche Beide um 19. 1. 1563 vom Herzoge Albrecht von Bayern Pfalzgrafen bei Bhein, und abermals d. d. München 16. 2. 1584 vom Herzoge Wilhelm die Herrschaft und Veste Wöllstein zn Lehen empfingen. Hanns Wilhelm, vermält mit Bosiua SchrauipÜn. hatte, ausser drei in der Jugend verstorbenen Söhnen, einen vierten, Otto Friedrich, welcher als Protestant 1619 emigrirte, sich erst nach Ortenburg und dann nach Begensburg wandte. Ueber eine weitere Desccndenz seiner Söhne Georg Friedrich und Johann Albrecht aus des Vaters Ehe mit.iustina von Hoifmann ist nichts bekannt. Christoph, zu Wolf-stein und Windpassing. Hanns Wilhelms jüngerer Bruder, vermälte sich 1574 mit Johanna von Siuzendorf, aus welcher Ehe die Sühne Hanns Pilgram (f nnverinält; und Wolf Christoph (t 1652 hervorginget.. Letzterer nahm 1621 Anna Magdalena StrasBcrin (f 4. 1. 1637) zur Gemalin, durch welche er die Herrschaft Gleiss in N.-Oe. erlangte. Er wurde mit diesem Besitze vom Hochstifte Passau d. d. Wien 22. 6. 1631 belehnt. Wittwer geworden, emigrirte auch er als Protestant nach Begensburg; seine beiden Söhne, Wolf Christoph, welcher Gleiss übernahm, im Jahre 1676 mit seinem nachstehenden Bruder und dem schon vorgenannten Vetter Johann Christoph in den Beichs-Grafenstand kam, auch im Jahre 1680 mit seinem ganzen Geschlechte in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. anfgenommen wurde, und Maximilian Adam begründeten auf kurze Zeit besondere Unterlinien, deren Stammreihe folgende ist. 17 66 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 1. Unterlinie erst zu Gleiss. dann zu Gmünd. 1. Wolf Christoph, Reichsgraf und Herr von Gcyers-perg und Osterberg (geb. 20. 11. 1623, f 1681), verkaufte am 6. 6. 1678 die Herrschaft Gleiss: auch er emi-grirte nach Regensburg. Gem. Anna Barbara (t zu Regensburg 1689;, Tochter des Hanns Ehrenreich Geyer Edlem Herrn von Osterberg. 2. Wolf Georg Ehrenreich (geh zu Gleiss 23. 4. 1654. f 11. 12. 1705) wurde Katholik. hierauf Kämmerer und geh. Rath; er kaufte 22. 6. 1689 Stadt und Herrschaft Gmünd iu N.-Oe. Gem. Margaretha Anna. Tochter Hanns Ehrenreich's Geyer, Stiefschwester der vorgenannten Anna Barbara. 3. Leopold Christoph Ehrenreich (geb 18. 3. 1679); er starb vor erlangter VoUjährigkeit. 2. Unterlinie in Sachsen. 1. Maximilian Adam. Beichsgraf uud Herr vou Geyers-perg und Osterberg (geb. 31. 1. 1631, f 25. 2. 1678), Herr zu Haagberg in N.-Oe., cmigrirte ebenfalls nach Begensburg. Gern Katharina Salome Freiin von Eck nnd Hungersbach (verm. 18. 4. 1654, f 1706). 2. Johann Ehrenreich geb. 22. 1. 1672, f 1741). kgl. polnischer und chursächsischer Kämmerer, der verwittweteu Königin von Polen, Churfiirstin von Sachsen . Christina , Obersthofmeister; Gem. Marie Henriette, Gräfin und Herrin von Stubeubcrg (verm. 26. 9. 1730). 3. Johann Heinrich Ehrenreich (geb. zu Dresden 25. 11. 1739). Er starb uuverinält als der Letzte dieses alten Geschlechtes (K. k. A.-A., H.-M.. Dentsch-Ordens-Centraiarchiv. H, W.) CSlenger (Taf. 27). Wappen: I. (vor 1606). Geviert. 1 und 4 von Silber und Schwarz getheilt. darin, farbengewechselt, ein halber Eber. 2 und 3 von Gold nnd Silber schräglinks getheilt, darin, Schneide einwärts, eine natürliche Zim-mermannshacke, deren goldener Stiel in die silberne Feidung gestellt ist. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts schwarzen, links goldenen Fluge, der von Schwarz und Silber getlicilte Eber wachsend. Decken: schwarzsilbern, schwarz-golden. (K. k A.-A.) — II. (Gebessertes der tyrolischcn, o. und u. d. E.'sehen Linien, 1606). Geviert 1 und 4 in Roth auf grünem Dreiberge ein silberner Zinnenthurm. 2 und 3 von Blau und Silber schräglinks getheilt, darin die natürliche Zimmermannshacke, deren goldener, innen mit einem kleinen goldenen Kreuze besteckter Stiel in die silberne Feldung gestellt ist. — Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen von Roth und Silber übereck gethoilten Hörnern der Thurm auf dem Drcibergc. Decken: roth-silbern. 2. Zwischen offenem, von Gold und Silber übereck gctheilten Fluge ein natürlicher Eber wachsend. Decken: schwarz - silbern, schwarz - golden. (K. k. A.-A.) — III. (Freihorrliches der tyrolischen Linie, 1687). Rückschild wie vorhin, mit „Oesterreich" im Herzschild. — Drei gekr. Helme, davon der zweite mit einem erzherzoglichen Hute. 1. und 3. wie vorhin bei II. 2. Fünf Straussenfedern, silbern-blan-roth-silbern-blau, belegt mit dem Bindenschild. (Nach der Wappenabbildung im k. k, A.-A. sind die Decken des ersten Holmes und dio rechten des zweiten roth-silbern, die linken des Letzteren, und jene des dritten Helmes gold-silbern-grau!) Die Gienger waren Patrizier von Ulm, wo Jnkob Gienger 1424 und 1432 das Amt eines Stadtrichtern bekleidete. Im Freiherrnstands-Diplome vom Jahre 1687 wird erwähnt, dass das gesammte Geschlecht der Gienger altadelig und ritterlich gewesen sei; dass zehn leibliche Brüder dem Erzhausc Oesterreich gedient haben und zwar: Georg G. als n.-ö.'scher Vicekanzler und geheimer Rath, Eitl Hanns G. als Vogt zu Feldkirch. Jakob G. als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Viccdom zu Ens, Anton G. als n.-ö.'scher Hofkammerrath, Lien-hart G. als erzherzoglich östorr.'scher Oberstpfennig- und Kuchelincister, Cosmas G. als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und obrister Dreissiger zu Ungarisch-Altenburg, Wilhelm G. als o.-ö "scher llofkauimerrath, Hanns Georg G. als kaiserl. Hauptmann zu l'ottschach, Bartlme G. als königl. Obrister Falkenmcistcr uud Sebastian als Obrister Lieutenant im Felde. Diese Vorgenannten waren als die Söhne des Damian G. und dessen Ehefrau Ursula Schütz von Rottonau geboren. Wie Hoheneck erzählt. ertheilte Kaiser Ferdinand I. dem Damian Gienger für seine im schwäbischen Bauernkriege bewiesene Tapferkeit 1544 den Ritterschlag, eine Auszeichnung, die. wenn sie wahr ist, sehr post festum gegeben wurde, denn dem Aufstände in Schwaben hatte derTruchsess von Waldburg schon an die zwanzig Jahre früher ein Ende bereitet. Von den zehn Brüdern, — es wird noch ein elfter genannt, Damian II., der geistlich wurde und das Gienger'-sche Beneficium zu Ulm genoss, — vertauschte Georg (f zu Ens am 14. 1. 1577' seine I.andvogtei in Schwaben mit der Burgvogtci und Herrschaft Ens in Oe. o. d E., wo Georg von Ilsung vorher Pfandherr war Darauf verschrieb Kaiser Ferdinand 1. d. d. 18. 4. 1551 Ens für 10000 il. auf Lebenszeit dem Gienger. welchem Kaiser Maximilian II. am 30. 12. 1565 gestattete, entweder die alte, verfallene Burg wieder herzustellen. oder ein neues Haus zu bauen. Georg schuf hierauf das Schloss Ensogg, wo er sich, nachdem er auf seine Aeinter resignirt, auch als geheimer Rath auf ein kaiserliches Guadeugeld von 1200 fl. verzichtet hatte, zur Ruhe setzte. Von den Greiseneckern soll er die Veste Kotteneck im Mühl viertel erworben haben. Er war mit Magdalena (alias Maria i von Ilsung vcriniilt, hatte aber keine männliche Desceiidcuz. Georg's Bruder Jakob, welcher in dein im Dentsch-Ordens-i'entralarchive verwahrten Extracte des Lebenslaufes seiner Urenkelin, der Eleonora Wolzogen, Freiin, geb. Gienger Freiin von Gricnbüchcl irrthiimlich als Freiherr und Sohn des vorgenannten Georg bezeichnet ist, wurde der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath auch Vicedom in Oe. o. d. E. und begründete die n.-ö'sehe Linio zu Grienbüchel im V. 0. W. W., welches Gut er 1552 von Kilian von Völderudorf erkaufte. Er war mit Barbara, des Nicolaus Köllnpiick und der Margaretha Kernstock Tochter, vermält. Als n.-ö.'schem adeligen Hofkammerrathe verlieh ihm Kaiser Maximilian d. d. 4. 3. 1569 das l'rädikat .von und zu Grienpüchl", worüber Kaiser Budolf II. d. d. Braudels 6. 10 1606 an Jacob's Sohn Niclas und dessen Vettern, Johann Adam Gienger zu Wolfscck, ob.-öst. Rath und Vicedom, Damian Gienger, Pfandinhaber der Herrschaft Landeck (in Tyrol), Lconhart Gienger, Pfandhausamtsrath zu Hall in Tyrol uud Hanns Friedrich Gienger zu Ober-Höflein (in N.-Oe."l eine Bestätigung nebst Besserung des alten Wappens ertheilte. — Weiter erhob derselbo Monarch zu Prag am 1. 5. 1608 den vorerwähnten Niclas Gienger von und zu Grienpüchl und desson Vetter, den Truchsess Hanns Friedrich Gienger von Grienpüchl zu Ober-Höflein mit dem Titel: „Froi-lierrn auf Ober-Höflein und Rabenstein, Herrn von und zu Grucnbühel" in den Freiherrnstand. Freiherr Hanns Friedrich gehörte der zweiten nieder-österreichischen Linie, zu Ober-Höllcin, an, die unzweifelhaft mit seinem Vater, einem der zehn Brüder, ihren Anfang nahm; mit welchem von diesen jedoch, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden. Eitl Hanns Gienger, Vogt zu Fcldkirch in Vorarlberg, begründete die tyrolische Linie, aus welcher seine Sölme Damian und Leonhart durch das bereits erwähnte Diplom Kaiser Rudolf b II. vom Jahre 1606 ebenfalls das Prädikat „von nnd zu Grienpüchl" und die Wapponbesserung erhielten. — Auch diese Linie ist in den Freiherrnstand gekommen. Zu Wien am 24. 9. 1687 erhob Kaiser Leo- OBERÜSTERBEICHISCHER ADEL. 67 pold I. die Briider und Vettern Jakob Christoph, Johann Georg und Johann Jakob mit einer neuerlichen Wappenbessernng in den Freiherrnstand. Nachdem Letzteren die beiden Linien in N.-Oe. bereits erhalten hatten, die o. d. E.'sche Linie zu Wolfseck aber damals schon erloschen war, können die vorbenannten drei Brüder und Vettern nur der tyrolischen Linie angehört haben, die im Jahre 1760 mit Franz Gienger. Freiherrn zu Grienbiicliel, Schai-denstein nnd Aichheim, erloschen ist Cosmas G. (+ zu Linz am 26. 8. 1592) stiftete für kurze Zeit eine o. d. E.'sche Linie. Erst Hofjunker des Bischofes von Constanz, trat er dann in kaiserl. Kriegsdienste gegen diu Türken, entkam 1541 glücklich vor Ofen, wurde Kriegs-Commissär, endlich der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath uud Oberdreissiger zu Ungarisch-Altenburg bis 1560 und folgte hierauf seinem Bruder Jakob iui Amte als Vicedom in Oe. o. d. E. — Von den Erben nach Johann Kurz von Scnftenan löste er 1566 die Herrschaft uud Veste Wolfsegg im Traunviertel, damals ein kaiserl Kammergut, an sich, welches ihm Kaiser Rudolf 11. d. d. 16. 1582. seiner besonderen Verdienste wegen, eigentümlich iiberliess. Cosmas war in erster kinderloser Ehe mit Ursula Ernstin. in zweiter mit Katharina Haidenreich vou Bideuegg (f 5. 4. 1582) vermält, welche ihm nebst mehreren Töchtern acht Söhne gebar, von welchen fünf in der Jngeud starben. Hanns Georg (geb. 19. 4. 1561, f 1592., Erzherzogs Matthias Truch-sess, dann als Volontair hei den spanischen Truppen in den Niederlanden. wurde dort vou Freibeutern auf der Jagd erschlagen; Hanns Carl (geb. 30. 12. 1567, t 17. 8. 1605) war Domherr zu Passau. Johann Adam (geb. 19. 10.1558, f zu Wolfsegg am 8.4. 1623; erbte Wolfsegg von dem Vater und Rotteneck wahrscheinlich von seinem Oheim Georg Gienger. Er ist 1085 Beisitzer bei dem kaiserl. Reichskammer-Gerichte zn Speier gewesen, wurde der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und folgte noch bei den Lebzeiten seines Vaters. 1590, diesem als Vicedom. welche Stelle er bis 1621 versah. In dieser Zeit wurde ihm, mit seinen übrigen Vettern, von K. Rudolf II. ao. 1606 das Prädikat „von und zu Grienpüchl1* und die Wappenbessernng ertheilt. Zu Innsbruck am 26.11. 1590 mit Maria Magdalena (f 22. 6 1627), Tochter des Georg Fieger zu Hirsclibcrg uud der Elisabeth Weitmoserin zu Winckl, vermält, hatte er in der Folge fünf Söhne, welche jedoch alle vor dem Vater starben. Letzterer wurde nach Linz überführt und dort in der Pfarrkirche zu seinen Eltern beigesetzt. Seine Tochter Ursula, verehelicht an Jörg Pfliegl. churbayrisclicn Hofkammerrath, später, in kaiserlichem Dienste, Vicedom in Oe. o. d. E., brachte diesem Wolfsegg zu. Botteneck kam au die Artstetter. Das ganze Geschlecht ist erloschen. (K. k. A.-A, Dcutsch-Ordens-Centralarchiv, H.) «lllels Taf. (27). Wappen: In Blau sclirägerechts ein goldener Widerhaken , richtiger Mauoranker mit einer Mutter zum Einsetzen des Schlüssels behufs festeren Anziehens im (iestoin. — Gekr. Hehn: Offener blauer Flug;, von den Sachsen aufwärts je belegt mit einem von Gold und Blau in zwei Beihen geschachten Schrägbalkcn von zwölf Plätzen. - Decken: blau-golden. (Kneschke's Grafenhäuser. In der Urkunde vom Jahre 1589, — Freiherrenstandserhebung, — ist das Wappen nicht beschrieben). Die Gilauzor (von Gillaus, Gilleis) sind alte Oester-reicher, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Kamen von Gillaus, einem, später zur Herrschaft Hartenstein im V. 0. M. B.. einverleibten Dorfe, genommen haben oder Gillaus zuerst erbauten. Chunradus Gilauzerius bezeugte am 18. 12. 1273 einen Verkaufsbrief des Gundakkarus de Storchinberg nnd dessen Bruders Rogerus de antschawan das Nonnenkloster Minnbach, nnd, — als Chunradus de giluz, — ao. 1274 zu Lichtenau einen Scbenkbrief desselben Starbem-bergers und des Chunrad von Sumerau au den Pfarrer zu St. Michael in der Wachau. Ob dieser Chunradus G. dem hier zu besprechenden (ieschlechte angehöre oder nicht, mnss offene Frage bleiben. Otto Gileis in Sancto Vito soll 1289 uud 1308 in den Klosternrkundcn von Lilienfeld vorkommen, nud Ulrich Gillauser von Gillaus und seine Hausfrau Dorey wären 1317 Lehensträger der Herren von Meissau gewesen. Zu Potendorf an sand Floriaustag 1348 verkaufte Ott der Wiersinch an die Brüder Heinrich und Leuthold von Potendorf seinen Antheil an der Mühle zu Weinprcs-dorf und hatte hierzu seine .Freund" Herrn Alber den Cherbech, Dietrich den Gvleis und Herrn Dietreich von Gundramsdorf als Mitsiegler gebeten. Ott und Dietrich die Gileise siegelten im selben Jahre den Heirathsbrief des Albert Gilleis und der Judith, Dietrich des lluudshaimer' von Hundshaim Tochter, nnd werden diese drei, Ott. Dietrich nnd Albrecbt in eben diesem Jahre als Söhno des alten Ott Gileiser zu St. Veit, — es ist dies nicht jenes im Mühlviertel, — genannt; wo. hat Franz Wissgrill zu sagen vergessen. Conrad G., Ottos II. Sohn, starb 1361, worauf dessen Lehen von Herzog Rudolf ledig erklärt und eingezogen wurden. Dietrich und Heinrich, des Albrecht Söhne, gaben 1387 einen Revers an Ulrich von Pergau. Jakob Gilleis lebte <376, hatte Magdalena von Noy-dcck zur Ehefrau und war der Letzte, welcher Gillaus inne hatte, denn 1380 ist Hanns von Ncydeck von den Herrn von Meissau damit belehntgcwesen. Wolfgang G. war 1406 mit Elisabeth Fhinenklin vermält. Mit lluuns G., welcher 1430 und noch 1452 lebte und mit Anna, des Friedrich Frizenstorffcr zu Kronsegg uud Leiben Tochter, verehelicht war. beginnt die ununterbrochene Stammreihe: I. Georg von Gilleis: Gem. 1) Benigna Leitlciniu (verm. 1442), die ihm Schloss und Gut Petzenkirchen in N.-Oe. zubrachte; 2) Maria Magdalena Mühlwangerin (verm. 1462); 2. Veit zu Potzenkirchen (2. Ebel, 1530 uud 1534 Hauptmann im V. U. M. B ; Gem. Anna Matsee-berin, welche die Herrschaft Sonnberg mit. Ober-Holla-bruun in N.-Oo. von ihrem Vater Woli'gang M. ererbte. 3. Wölfl Georg zu Sonnberg. Roschalla (geb. 1530. f 31. 5. 1593;, kaiserl. Oberster zu Pferd gegen die Türken, dann Kämmerer. Hatschieren-Guardia-Hauptmann und Obersthofuiarschallamts-Vcrwalter, wurde d. d. Prag 1. II. 1579 von Kaiser Rudolf II. in den Freiherreustaud erhoben; Gem. Katharina Frcyin Teufel von Guudorstorf 'venu. 1576. f 5. 4. 1594;. 4. Andreas vou Gilleis, Frei-und Pannie.-herr zu Sonnberg und Roschalla (geb. 1583, t 18. 1. 1624) kaiserl Kämmerer; Gem. 1) Margarethe Freiin von Herberatein venu. 1607 t 27. 7. 1611); 2) Margaretha Freiin Teufel von (iunderstorf (verm. 25. 8. 1612 t 1617); 3) Genofeva Freiin (?) von Grasswein. 5 Wolfgang Georg IL (l. Ehe, f 5. 7. 1651); Gern. Isabella Freiin von Iiueber (f 9. 10. 1669); die Vormundschaft ihrer Kinder verkaufte Sonnberg nud lioschalla mit Ausnahme des Kirchenlehens und der Vogtei zu Uber-llollabrunu. 6. Georg Julius (geb. zu Sonnberg 15. 9. 1641. f 6. 9. 1700) kaiserl. Kämmerer, 1683 Hauptmann im V. 0. M. B.. 1694-1700 n. oe'scher Herrenstaudg-verordneter, errichtete aus seinen Herrschafton Kattau, Missingdorf, Veste Terasburg und einem Freihanse zu Wien ein Familien-Fideicommniss; Gem. Christina Sabina Gräfin und Herrin von Starhemberg t'gob. 12. 8. 1655, verm. 1672, + 12. 4. 1725) Stkr. D 7. Georg Franz Anton igeb. 2. 4. 1674, + 30 11. 1729) kaiserl. Kämmerer, 1709 n.-oe.'scher Ober-Commissär im V. 0. M. B.; Gem. 1) Maria Maximiiiana Sidonia Gräfin von Althann (geb. 6. 5. 1675, t 3. 1724); 2i Maria Esther Theresia Gräfin nnd Herrin von Starhemberg (f 10. 2. 1735). 8. Johann Julius Christoph (1. Ehe. t zu St. Pölten 30. 11. 1763) k.k. Kämmerer. 1758 -1763 n.-oe.'scher Herren- 68 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. standsverordneter; Gem. Johanna Theresia Gräfin von Nimptsch (f zu St. Pölten 5. 3.1782). 9. Johann Christoph Jnlins (f zn Kattan 9. 10. 1782): Gem. Maria Anna, Tochter des Aloys Grafen von Spindler nnd der Maria Philippine Gräfin von Andlern und Witten, welche von ihrer Mutter Bruder Franz Philipp. letztem Grafen von Andlern und Witten 1790 dessen Herrschaften Chudwein, Willimov nnd Dentsch-Jassnik in Mähren ererbte. Deren Kinder Maria lheresia (geb. 16. 1. 1779) vorm. 22. 9. 1800 mit Moritz Grafen von Dietrichstein, — Josef Calesanz Franz igeb. 12. 4. 1780, + 12 2. 1827 -, k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant, verm. 10. 1. 1807 mit Maria Anna Leopoldina Gräfin von Attelns (geb. 29. 11. 1780), — Maria Alovsia (geb. 21. 3. 1781) verm. 23. 1. 1803 mit Ignatz Grafen von Hardegg. — Johann Julius (Posthumus, geb. 1. 5. 1783, f 1. 5. 1841 als der letzte Mannessprosse seiner Familie) verm. 26. 7. 1816 mit Marie Sofie Freyin von Hingenau (geb. 5. 2. 1793), gelangten im Jahre 1819 nach ihrem Grossvater Mntterseits Aloys Grafen von Spindler in den Besitz der Herrschaft Weidenholz mit Weikardsberg und des Freisitzes Waldau im Hausruckviertel. welche Güter durch die Tochter des Freiherrn Josef Calesanz Franz. Leopoldine (geb. 1809) an deren Gemal Hermann Grafen von Attems der Hei-Ugenkrenzer Special-Linie gediehen. Dieses Geschlecht wird von Kneschke unter die Grafen-häuser gezählt nnd wurde auch in der Anzeige der ober-österreichischen Begiernng an das k. k. Ministerium des Innern vom Jahre 1841 über das Erlöschen dieser Familie als gräflich benannt. Im k. k. Adelsarchive ist jedoch eine Grafenstandserhebnng nicht verzeichnet. lU.-B.. k. k. A.-A.. Landt., W., freiherrl. und gräfl. Taschenb.). CSiieiHeiiau (siehe Neidhardt). CneiiSN (Taf. 27). Wappen: Ein oberhalb zweimal gezinnter Balken. (Nach dem Siegel \\ ernliart des Gneyss an seiner Scel-geräthstiftung nach Wilhering 31. 5. 1338 im Stiftsarchiv zu Wilhering. Neben diesem Wappen sind in der o. d. E.'schen Ritterstandsmatrikel noch zwei weitere beigesetzt: 1. Vier Balken im .Schild; 2. von Gold und Blau gespalten. Beide Wappen dürften vieBeiclit anderen gleichnamigen Familien angehört haben). Das Stammhaus dieses Geschlechtes ist. wie schon der Name zeigt, das bei Kleinzell im Mühlviertel gelegene Gneussenau. Sigeboto gneusse ist 1161 Zeuge in einer Urkunde des Abtes von Wilhering. Albero gneusse erscheint ebenfalls in einer Urkunde des letztgenannten Stiftes und zwar um 1196; ferner als Zeuge zn Passau am 19. 6. 1202 bei der Genehmigung eines Zehentausches zwischen dem Pfarrer von Gramastetten und dem Kloster Wilhering durch den Bischof Manegold, am 6. 7. 1209 bei der Bestätigung eines Gütertauschcs zwischen einem Passauer Domherrn und Rugjr dem Piber durch denselben Bischof. — hier mit seinen Söhnen Albert und Albero — und schliesslich zu Wien am 2. 7. 1217 in einem Vertrage des Bischofcs Ulrich von Passau mit Heinrich von Wachsenberg. Sigehardus gnuvss bezeugte ao. 1258 einen Schenkbrief Wernharts von Schaunberg an das Stift Wilhering. Derselbe hatte von Arnold dem Pyber von Helfenberg dessen Eigen zu Biberau pfandweise inne, wie der Brief vom 25. 7. 1280 besagt, mit welchem Rnger und Arnold von Biberstein das versetzt gewesene Gut zu einem Seel-geräth nach Wilhering vergaben. Hermann der Aeltere nnd Wernhart der Aeltere treten zwischen 12*2 und 1301 anf. „her Hermann Gneiss" bezeugte 1285 die vorgenannte Seclgeräthstiftung der beiden Brüder von Biberstein und — als dominus Her-mannus Gnensso — am 20. 1. 1286 eine Urkunde der Gebrüder von Lobenstein an das Stift Florian. Wernliar-dns Gneusso ist am 9. 11. 1283 zn Linz Zeuge in einem Lehensbriefe Weikhard des jüngeren von Pollieim, am 24. 4. 1300, mit dem Ehrenworte „Herr1, in einer Wilhcringer Urkunde, auch am selben Tage in einem Pfandbriefe Espeins' von Haag an dasselbe Stift, und schliesslich am 19. 5. 1301 in einem Verkaufsbriefe Heinrichs von Alhartiug au den Abt von Wilhering. Einer von den beiden Vorgenannten ist ungezwcifelt der Vater der fünf Brüder, Hcrmnuu des Jüngeren, Wern-hard des Jüngeren. Heinrich, Marquard und Philipp gewesen. Wernhard II., Heinrich nnd Marquard bezeugten 1285 hinter Hermann dein Aelteren nnd Herrn Wernhard „von sand Vite" die schon wiederholt erwähnte I'.iber-stein'sche Seclgeräthstiftung. Hermanns (IL), Wernhar-dus TL) et lieinricus dicti Gneusscn sind am 25. 12. 1286 Zeugen in einer Urkunde Arnold des Piber an das Kloster Wilhering. Philipp und Wernhard IL stehen nach Wernhard dem Aelteren in dem ebenfalls schon genannten Verkaufsbriefe Heinrichs von Alhartiug ao. 1301. Zn Aschach am 13. 10. 1289 hatte der Abt Chunrad von Metten die beiden Brüder Marquard und Philipp die Gneusscn mit zwei Tagwerk Wiesen unterhalb des Schlosses Rotteneck an der Rotel belehnt, „her Wernhart (II.) der Gnaüzze bezeugte am 21. 4. 1331 eine Florianer Urkunde. Noch im Jahre 1338 waren die beiden Brüder Hermann II. und Wernhard II. am Leben. In dem Schiedsbriefe des Grafen Bernhard von Schaunberg d. d. Schaunberg. 8. 5. 1338 indem Streite zwischen Chuno dem Bitterpergcr und dem Kloster Engelszell sind Zeugen: die zwen ritter her Albert von Porzhaim vnd her Pernhart von Gneiss ze den zeiten Schannberg'scher Purchgraf zu Nenhaus a d. Donau. „An sunt Mcrteins-tag" desselben Jahres gab „Wcrnhart der Gneyss zc den Zeiten Purchgraf ze dem Nevnhaus" zum Scclgcräth für seine Hausfrau, die zu Wilhering im Krenzgange bestattet ist, das Gnt Chäpplocd, Wachsen berger Gerichtes, wobei er und sein Sohn Wernhard (III.) siegelten, (siehe das Wappen). Und gleichzeitig am nämlichen Tage verschaffte sein Bruder Hermann seinen beiden Hausfrauen Gcrtraut und Wilbirg, die ebenfalls im Kreuzgange zu Wilhering begraben liegen, daselbst ein Seelgcrätli uud gab das Gut Grueb im Wacliscnberger Gerichte dafür. Alber (Albrecht) III. der Gneuss tritt in der Zeit zwischen 1334 und 1347 auf. Seine Hansfrau war eine Tochter Pilgreim's des paussnu'schen Amtmannes zu Ebelsberg, von welchem auf5'/2 Joch Ackor daselbst, die sein Eidam Albrecht der Gnonss inne hatte, ein Jahrtag zum Gotteshausc in Ebelsbcrg gestiftet worden war, nnd worüber Bischof Albrecht von Passau 1334 die Bestätigung er-theilte. Zu Lichtmess 1347 bezeugte Albcr einen Ver-kaufsbrief Hartneid's von Cliumpolting an das Stift St. Florian über Güter in der Feldkirclmor Pfarre. Wernhard III., der Sohn Wemhard's II., erscheint noch im Jahre 1370. Der Sitz Gneussenau war zu dieser Zeit nicht mehr in Händcu de Familie. In letztgedachtem Jahre, am 18. Juli, verkaufte Wernhard der Teurwanger denselben, „der Lehen ist von seinem gnädigen Herrn, dem Bischöfe von Passau" mit mehreren Gütern zu k'lein-zell an Peter den Harraclicr .Seine liehen Frennd" Wernhard der Gnenss und Sighard der Gneuss siegelten den Brief. Diese Beiden dürften Brüder oder doch Geschwisterkinder gowesen sein. Sighart II. erscheint schon früher, 1364, aber bereits mit seinem Sohne Hanns IL Er war, vielleicht in zweiter Ehe, mit Adolheid, Tochter des Peter Ybin, Gusners von Chcrneck vermählt, deren Heirathsgnt or 1364 nnter der Zeugcnschaft seines Bruders Hanns (I.) nnd seines Sohnes Hanns (IL) auf verschiedene Güter im Wachsen-berger Berichte, die theils Lehen, theils Pfand von Rn- OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 69 diger von Starhemberg waren, sicher stellte. 1370 ist Sieghart II. Burggraf zu Wildberg gewesen. Burkbart der Gneuss, der den älteren Hanns Vetter nennt, erscheint bereits 1358 mit dem Titel „Herr", und hatte schon vorher, 1339, Piberbach und Stein im Traunviertel, 13f>9 die Veste Saxeneck im Machlande inne, wo, einen Schlosscaplan zu halten, ihm das Kloster Waldhausen in letztgedachtem Jahre am 25. März, die Erlaubniss gab; sein Vetter Hanns siegelte den bezüglichen Brief. Burkhard mag kinderlos gewesen sein, und Saxcneck ging an Hanna (1.) deu Gneuss über, welch'Letzterer in den beiden Freiheitsbriefen Herzog Rudolfs IV. von Oesterreich an die Bürger von Freistadt, d. d. 2. 10. 1359 und 5. 0. 1363 unter den Zeugen steht, und 1368 von Dietrich von Aistersheim dessen Schwager genannt wird. Am 12. 7. 1370 erscheint Hanns L, welchem Herzog Albrecht am 30. November dieses Jahres gebot das Kloster Gleink im Besitze seiner Fiscbweide auf der Eus zu schützen, als Burggraf zu Steyr. 1382 wurde die Veste Saxcneck von Hanns Gn. an Herzog Albrecht III. verkauft. Ob dieser Hanns noch immer der Burggraf zu Steyr oder Sieghart's II. Sohn gewesen, ist unentschieden. Hier schliessen die Nachrichten über dieses Geschlecht ab. Heinrich der GncuBse, gesessen zu Ort, der 1365 sechzig Eimer Wein Bergrecht zu Ottenthai an den Grafen Ulrich von Schaunberg verkaufte und in seinem Siegel einen gespaltenen Schild, darin vorne ein Schrägbalken, führte, dann Zacharias 1406, Lichtenstein'scher Burggraf zu Fcldsberg, dessen Sohn Georg zu Steinabrunn, schliesslich Veit Gneus, 1468 ebenfalls zu Steinabrunn. gehören offenbar einer anderen, niedcrösterreiciiischen Familie an, wurden jedoch von Wissgrill mit dem gleichnamigen o. d . K.'sollen Gcschlechte identifleirt. (U. B.. Strnadt- Vehlen, R.-M., H., W.). Göll (Taf. 27). Wappen: In Blau auf grünem Dreiberge ein natürlicher Gimpol (!). — Kleinod: Zwischen von Gold und Blan übercck getheilten Hörnern, der Gimpel auf dem Dreiberge. Decken: blau golden. (R.-M.). Gebhardt von Göll lebte nach der Bitterstands-matrikel 1393. Weitere Nachrichten sind nicht bekannt. Es gehört wohl alle Naivctät dazu zu glauben, es wäre im Jahre 1393 ein Wappen, wie das oben blasonirte, thatBächlich geführt worden. (B.-M.). «ruiiN (Taf. 27). Wappen 1: Dreimal schräg getheilt. — Kleinod: Wie der Schild getheiltei Flügel. (Nach den Siegeln Wernharts Gr. Pflegers zu Obernburg 1376 und Ulrich s Gr. 1389. N. S. t bayr. Geschlechter). — II. Von Roth und Silber fünfmal schräg getheilt. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: roth silbern. (Nach dem Briefe Kaiser Friedricli's III. an die von Parsberg, welche das Wappen der erloschenen Grans zu dem ihren aufnahmen, 21. 5. 1473 im N. S. f bayr. Geschlcchter). — III. Von Silber und Roth schräg getheilt, oben ein rother Schrägbalkcn. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: roth-silbern (Aus dem chur-bayr. Wappenbuche nach N. S. f bayr. Geschlechter). Dieses dem altbayrischen Turnieradel angehörige Geschlecht, aus welchem Heinrich Gr. 1187 urkundlich zuerst genannt wird, war Anfangs in Bayern begütert, wo es Burghausen, Pippenhausen, die Herrschaft Wald, Gabelkofen, Hannoltsdorf, etc. theils als Lehen von den dortigen Herzogen, thsils pfandweise besass und sich zu Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts im Innriertel IV. 5. vorzüglich in der Gegend um Mondsee und am Weilhart niederliess. Ludvicus Grans war am 4. 9. 1295 Zeuge in dem Schiedspruche des Bischofes von Regensburg und Albrechts Grafen von Hals im Streite zwischen dem Bischöfe von Passau und dem Grälen von Leunburg, beurkundete 1297 als Bichter zn Uttendorf (an der Mattig im Iunviertel) eine Belehnung durch den Abt von Mondsee, war am 27. 2. 1298 Schiedsrichter bei den Grenzbestimmnngen au-lässlich des Friedensschlusses zwischen Herzog Albrecht von Oesterreich und Otto von Bayern, und c. 1300, in der Chron. Lunael. am Ende der fünfzehn Artikel über die Beeilte des Klosters Mondsee steht der Schlussatz: .Daz ist geschehen vor hern Ludwigen dem alten GranBe. der do herre vnd vogt vnd rechter Richter dez Landes ze Maennse waz." Ao. 1303 verliehen die Herzoge Otto und Stephan von Niederbayern demselben das Baus und die Hofstatt in der vorderen Burg zu Uttendorf, welche sie von der edlen Frau von Uttendorf erkauft hatten, zu rechtem Lehen. Wig. Hund meint Letztere wäre eine Gräfin von Hals gewesen und sagt deren Tochter Chuni-gnnd sei mit Ludwig, dem Sohne des alten Ludwig Grans, vermält worden, welche Beide, Vater und Sohn, 1318 die Herrschaft Wald pfandweise inne hatten. Die beiden anderen Söhne Ludwigs 1., Wernhart und Wenihcr, erhielten von dem Bischöfe Wernhart von Passau den Hof zu Algering bei Schärding leibgedingsweise, welche Verleihung die Herzoge Otto und Stephan d. d. Burghausen 15. 7. 1304 bestätigten. Ulrich und Perenger Graus ur-kundeten am 4. I. 1324. — Wernhart der Grans Tags vorher. — über ein Seelgerät he. das ihr Vater, Herr Ludwig, zu dem Gotteshause in Mauerkirchen gestiftet hat. Letztgedachter We.rnhart übergab den Herzogen in Niederbayern die Veste Starkenberg, wofür dieselben ihm, seiner Hausfrau, seinen Söhnen und Töchtern d. d. München 1324 das hintere Schloss zu Uttendorf summt dem Thurme und dem Markte verliehen und einen Wochciimarkt daselbst bestätigten. Heinrich Grans bestätigte am 4. 4. 1361 dein Christian Kurz von Mundolling einen Vertrag mit dem Kloster Mondsee und fertigte am 18. 6. 1368 dem letztgedachten Kloster einen Lehenbrief über ein Gut zu Brunnberg aus. Derselbe hatte eine Schwester Gutta, vermält mit JanB von Marspach (nicht Marschalck wie Wig. Hund irrthiim-Uch meint) zu Sprinzenstein. und einen Sohu Weraher, welcher nach des Marspacher's Tode vom Schlosse Sprinzenstein , im Mühlviertel, Besitz ergriff, dasselbe jedoch im Jahre 1382 um 500 Pf. Wiener Pfennige an seino Muhme Gutta die Marspäckin wieder abtrat. Diese Linie erlosch im M annesstumme mit dieses Wcrnhcr Sohne, Heinrich, welcher mit Agnes Nothaftin vermält war. Die Tochter Benigna wurde die Gemahlin deB Hang von Parsberg. Am 24. 4. 1372 verkauften Chunrat, Ulrich und Ott Gebrüder die Granzzcn und ihre Hausfrauen dem Abte von Baitcnhaslach verschiedene Güter uud Gülten im (ierichte „in dem Weilhart." Otto's Wittwe Sigaun lebte noch 1450. Ulrich war um 1383 Pfleger zu Höchstädt in Bayern und noch 1406 am Leben. Von seinen Söhnen Matthäus, Marx und Otto hatte Ersterer Dorothea, liein-riclrs des Letzten von Aistersheim Tochter zur Ehe und überkam von dieser einen Antheil an Aistersheim, wo er auch gesessen war bis der Besitz durch seine Hansfrau und deren Schwester Anna von l'reysing an Georg von Hohenfeld verkauft wurde. Matthäus, der im Jahre 1431 auf der Polheinfschen Veste Wartenburg den Caspar Geltinger im Gefängnisse verwahrte, und von Beinprcclit von Walsee belagert, auf Fürbitte der Herzoge von Bayern freien Abzug erhielt, erscheint noch 1442 als Ritter. Seinem Bruder Otto Grans zum Wasen wurde nach dem Tode Heinrich's des Letzten der anderen Linie, Uttendorf an der Landscbranne zu Neukircben zugesprochen und 1415 • 29 OBERÖSTEBREICHISCIIER ADEL. 80 dnrch Herzog Heinrick von Niederbayern bestätigt. Aber schon zwei Jahre darauf tibergab er das Schloss sammt allen Zugehörungen dem Hanns von Parsberg nnd dessen Sohne Haug, Gemable der Benigna Gransin, welche Uttendorf 1481 an den Herzog Georg von Niederbayern verkaufte. Otto war als der letzte .Mannessprosse seines Geschlechtes schon 1450 gestorben. (Wig. Hund, Strnadt-Velden, H., N. S. t bayr. Geschlechter.) «rSnzensttin (Gretzel von) (Taf. 27). Wappen: (1762) Geviert. 1 und 4 in Blau auf grünem Dreiberge ein silberner Pelikan in seinem Neste, die Jungen mit dem Herzblute nährend. 2 und 8 von Hold und Both getheilt, darin anf grünem Boden ein wilder Mann den rechten Fuss auf einen Markstein stellend, über der rechten Schulter einen grünbelaubten Baumstumpf tragend. — Gekr. Helm: Zwischeu rechts von Both und Gold, links von Silber und Blau gctheiltem offenen Fluge, wachsend ein natürlicher Tannenbaum Deckcn: roth-golden, blau-silbern (K. K. A. A. Gelegentlich der Freyherrnstands Erhebung 1816 blieb das Wappen unverändert.) Der Stadt Trautenau'sche Primator und Wirtschafts-director Tobias Franz Grotzel wurde von der Kaiserin Maria Theresia mit dem Prädikate .von Gränzenstein" d. d. Wien 11. 12. 1762 in den Adelsstand erhoben. Emanuel Gr. v. Gr. (geb. 1786, f 29- 7.1814), unzweifelhaft ein Sohn des vorigen, war k. Bath. auch Staats-domänen-Administrator und vermält mit Anna Pras von Bärenthal (geb. 1738, f zu Prag 28. 4. 1813), welcher Ehe ein Sohn Ignaz entsprang, über welchen nichts weiter in Erfahrung gebracht werden konnte. Tobias Gr. v. Gr. (f 13. 9. 1797), wie ich meine ein älterer Bruder des Emanuel, kaufte 1788 von Johann Ernst Grafen von Schalfgotsch die Herrschaft und Güter Sadova, Tfemesna, Petrovic und Volanic im Bydzover Kreise Böhmens, welche Besitzungen nach ihm auf die Gemalin Johanna, geb. Moravec von Vostrov übergingen und, nach deren um 1825 erfolgten Tode, in letztgedachtem Jahre auf ihren ältesten Sohn Vinccnz Gr. v. Gr., k. Bittmeister und Mitglicde der adeligen Garde in Böhmen, umgeschrieben wurden, der dieselben jedoch schon im Jahre 1829 um 475 000 Gulden an Ernst Grafen von Harrach veräussertc, mit Ausnahme von Volanic, das er noch 1835 besass. 1834 hatte er, jedoch nnr für kurze Zeit, das Landgut Walckcring im Hausruck-Viertel Oe.'s o. d. E. erworben. Derselbe, von welchem mir nicht bekannt wurde ob er sich vermälte, ist im Vereine mit seinem Bruder Tobias mit kaiserl. Diplom d. d. Wien 10. 2. 1816 in den Freiiicrrnstand erhoben worden. Ein weiterer Bruder war vor dem Jahre 1815 schon todt. Vorgenannter Tobias der Jüngere, ebenfalls Mitglied der adeligen Garde in Böhmen, hatte sich mit Anna Ha-niscli von Greiifenthal (f 18. 10. 1815) vermält und mit dieser eine Tochter Johanna, welche zur Zeit des Todes ihrer Mutter noch unmündig gewesen ist. (K. k. A.-A., Landt., gefällige private Mittheilungen). «reehtler (Taf. 27). W appen: (1750) Geviert mit rothem Herzschild, darin ein goldener Sparren. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Flügel. 2 in Blau auf grünem Hügel eine silberne Taube, einen Oelzwoig im Schnabel haltend. 3 in Blau auf natürlichem Felsen ein schwarzer Babe mit goldenem Hals-ringe. — Zwei gekr. Helme: 1. Dor Schildesrabo auf dem Felsen. Deckcn: roth-golden. 2. Die Taube mit dem Oelzweig auf grünem Hügel. Deckcn: schwarz-golden. Der k. k. Feldproviant-Obercoinmissür Johann Georg Edler von Grechtler, Beichsritter. wurde d. d. Wien 7. 11. 1750 von Kaiser Franz I. in den Beiclis - Froiherrnstand erhoben. Derselbe, Herr der Herrschaften Friedau, Rabenstein. Weissenburg. Kirchberg a. d. Bielach, Mainburg, Veste Wasen. Weinburg, Tradigist, Ranzenbach, Hainberg und Sallau in N.-Oe., Wartenburg in Oe. o. d. E., Hod-lingen im Breisgan, Mitglied der Bcichsritterschaft im Breisgau, wurde schliesslich Präses des k. k. Militär-Hauptverpflegsamtes, Geueral-Feldwaclitineistcr, Hofkriegsrath und wirkl. geh. Bath. Er ist am 10. 2. 1751 unter dio neuen Herrenstandsgeschlechter bei der n.-ü.'schen Landschaft angenommen und am 14. 4. 1766 im Hcrron-standc Oe.'s o. d. E. immatriculirt worden, nachdem er im letztgenannten Jahre die Herrschaft Wartenburg sammt den einverleibten Gütern Anwalting nnd Thalheim gekauft hatte. Seine n.-ö.'schen Besitzungen erwarb er in der Zeit zwischen 1750 und 1764. Er war 1701 zu Kippenheim in der Markgrafschaft Baden als der Sohn eines Fuhrmannes geboren, dirigirte 1743—1748 im Kriege wider Frankreich das Fuhr- und l'roviantwescn am Bhein und in den Niederlanden bei der kaiserl Armee und legte durch die Armeelieferungen, die er übernommen hatte, den Grund zu seinen immensen Beichthümern, von welchen er allo seine Herrschaften und Gitter zu Hütteldorf am 21. 9. 1779 dem Sohne aus seiner Ehe mit Maria .Magdalena Catharina Trollin, ver-wittwet gewesenen vou Timmel, nämlich Georg Anton Freiherrn vou Grechtler gegen eine Leibrente cedirte. Dieser, zuletzt k. k. General-Feld Wachtmeister, vermälte sich mit Maria Karolina Gräfin vou Berchtold. welche am 1. 4. 178S starb, und der er noch in demselben Jahre, am 29. Juni, ohne Hinterlassung männlicher Leibeserben nachfolgte. Seinen o. d. E.'schen Besitz hatte er drei Jahre vorher an Thaddäus Freiherrn von Beischach verkauft. Mit Erlass der vereinigten böhmisch-östcrr. Hofkanz-lci, Hofkammer und Banko-Deputation erhielt Antonia Freiin von Waldstetten als freihcrrlich Grcchtlcr'sche Haupterbin d. d. Wien 24. 11. 17X8 die Bewilligung, sich des erloschenen Grechtler'schen Namens und Wappens zu bedienen. In welch verwandtschaftlichem Verhältnisse Letztere zu dem Erblasser gestanden hatte, habe ich nicht erfahren. (K. k. A.-A., H.-M., Landt., W.) dreiHencek (Greisseneck) (Taf. 28). Wappen I: In Both drei (2. 1) schwarze, an den Bundungen eiscnbeschlagene Schaufeln, in den Dreipass gestellt, mit ihren Stielen in der Mitte zusammenlaufend. — Kleinod : Zwei Schaufeln, mit den eisonbeschlagcncn Bundungen aufwärts. Decken: roth-silbern. (Nach Weiss' Kärnthens Adel bis 1300). — II. Wie vorhin, doch der Schild silbern, die Schaufeln nicht cisenbcschlagen. Deckcn: schwarz - silbern. (B.-M.). — III. in Both ein fünfmal von Silber und Schwarz gesparrter Schrägbalken. — Kleinod: Wachsender, gcstümmclter Mann, in rothem, silbern ausgcschlagcnen Bock und mit hohem rothen, silbern gestülpten, mit drei, — schwarz-silbern-schwarzen —• Straussenfedern bestecktem Hut. Decken: roth-silbern (Laun von Hannstein; stciermärkische Wappenmatrikel). — IV. (1530?) Geviert. 1 und 4 Stammwappen wie II. 2 und 3 in Schwarz ein längs- und fünfmal sparrenweise abwechselnd von Both nnd Silber getheiltcr Schrägbalken Iwegen Laun). — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz - silbern. 2. Wie das 2. Feld bezeichneter Flügel. Decken: roth-silbern (B.-M.) Die Greiseneckcr haben zu Greiscneck (Groisenech) bei Voitsberg in Steiermark, in dor einstigen Grafschaft Hengest, ihr Stammhaus gehabt, das schon im 11. Jahrhundert vorkommt und zu jenen Burgen gehört, über deren erste Gründung keine Urknndcn zurückreichen. Von dort verbreiteten sio sich, reich begütert, schon im OBERÖSTERREICHISCHEB ADEL. 71 13. Jahrhundert Uber Steiermark. Kärnthen, wo sie später Erbkämmerer waren, Oesterreich nnter nnd ob der Ens. Hier bauten sie sich in der Folge, bei Prägarten im Machlande, ein Schloss, das sie Greissenberg benannten, und erwarben aucli Zellhof und Bottencck im Mühlviertel. Die Greiseneggcr Mühle nächst Weidersfelden zeugt mit ihrem Namen heute noch, dass dieses längst erloschene Geschlecht im Machland einst gehaust. — Theodorich von Greiseneck erscheint im Saalbuche des Stiftes Bein iu Steiermark als dessen Abt im Jahre 1206 zu welcher Würde er 1205 nach dem Tode Conrad's von Gradno gekommen war, nnd als welcher er im Juli 1211 zu Graz vor dem Herzoge Leopold Beschwerde über den Salzhandel zu Ahorn führte und um Drtheil bat. Schon hundert Jahre später finden wir die Greisenecker im Lande ob dor Ens. — 1318 an sant Philipstag verlieh Abt Sigmar von Lambach den Hof zn „liaeten-perig Chvnraten dem Gränsnicher und seiner Hausfrau liilgarteu" zu Leibgeding summt einer Hcrrcnplriinde, und im Jahre 1314, am 11. und 17. November, bezeugte derselbe Chunrat dem nämlichen Abte einen Lehens- und eineu Tauschbrief, auch noch aui 0. 12. 1327 den ßevers eines Bürgers von Ens an Stift St. Florian. — Perchtold von Grensniche steht in einer Urkunde an sand Görgcn-tag 1320, mit welcher Hanns und Ulrich von Bcichenstein Gewährschalt über die Widmung Albrccht des Stadler zur Kirche Wartberg leisteten, unter den Zeugen. — Albrecht der Grenzniker bezeugte am 27. 3. 1337 eineu Verkaufhrief Düring des ßidler an Heinrich den Schwciu-peck über einen Hof zu Aigelspcrg, Pfarre Bied bei Maut-liauscn. Prägarten ist nahe von dort und war vielleicht dieser Albrecht schon anf lireissenberg gesessen — Derselbe siegelte als Schaunbcrg'seher Vasullc am 21. 12. 1340 einen Bevers Dietrichs des Geltinger an die Grafen von Schaunberg. als Letzter nach dem Hugcnpcrger. dem Grnber und dem Tannberger, — ferner einen Verzichtbrief des Leb von Visnis zu Gunsten von St. Florian, nnd in seinem Siegel, das er noch an sand Augustinus tag 1360 an den Brief gehängt hatte, mit welchem er dem letztgenannten Stifte den Hof zu Hoefiein zurückstellte, den er von diesem leibgedingsweiso besessen, führt er die drei Schaufeln im Dreipass. — Im selben Jahre „an nuser vrawen tag als siv geporen warde" genehmigte Jans der Greusnikchcr. Abt zu Lambach, die Jahrtagsstiftung des Schreibers von Kloster Lambach. Hadmar Ilaraz/.er. — Ulrich Greissenecker lebte 1374 und liegt mit seiner Hausfrau Diemudis in der Klosterkirche zu Zwettl. Leupolds Greissenecker zn Greissenberg Tochter Offinei war 1382 mit Georg Ennenkl, Hauptmann zn Ybbs. vermält. - Peter Gr. war 1898 Zeuge in einem Briefe Peter des llarrachcr. Zu Wien am 6. 2 1406 verpfändete Herzog Wilhelm für sich und seine Brüder dem Hanns Greissenecker. seinem Kämmerer, für 1000 Pf. -4 die Veste Werfenstein im Machlande mit 100 Pf. Burghut und 100 Pf. Dienstesgehalt, worüber am St. Veit s Tag 1409 die Herzoge Leopold nnd Ernst für sich und ihren minderjährigen Bruder Albrecht dem Hanns Gr., damals Untermarsehall in Oesterreich, eine Bestätigung mit dem Zusätze ertheilten, dass, was an den verschriebenen 200 Pf. abgehe, aus der Mauth zu Struden (bei Grein» ersetzt werden solle. Am St. Lorenzentag 1413 jedoch wurde dem Hanns Gr., der nun Kammermeister des Herzogs Leopold war, für die 1000 Pf. nnd dio 200 Pf., wie für das, was er an der Veste Werfenstein nnd dem Haus zu Struden verbaut hatte. Werfenstein und Struden mit allen Zugehörnngen anf Lebenszeit verschrieben. Er musste beides jedoch 1416, gegen Bezahlung seiner Forderungen, an Herzog Albrecht wieder abtreten. — Zu Salzburg am 25. 10. 1420 bestätigte ihm Herzog Ernst die Stiftung des Spitals zu Ju-dcnbnrg in Steiermark. 1423 löBte Hanns Gr. die Yogtei zu Wieting in Kärnthen von den Brüdern Johann nnd Conrad von Kreig an sich und erhielt d. d St. Veit (in Kärnthen) 22. 5. 1425 vom Herzoge Friedrich von Tyrol, Begentcn in Steiermark, das Verwaltungsamt der laudes-fürstlichen Fischweide im Mürzthale bis anf Widerruf. 1428 war Hanns schon todt, denn in diesem Jahre, zu Graz am 10. Juni, wurde dessen Sohn Andreas durch den Herzog Friedrich mit den väterlichen Erblehen in Steiermark und Kärnthen belehnt. Es kann demnach nnr ein jüngerer Hanns von Greiseneck gewesen sein, der 1436 zu Triest unter jenen Edelleuten erschien, die sich dort versammelten, um den nachherigen Kaiser Friedrich III. in's heilige Land zn begleiten. Von den drei Söhnen Hanns' des älteren Greissen- • eckers, Thomas, Wolfgang und Andrees, war Thomas 1459 Pfleger zu Spielberg bei Mauthausen. Andreas, der nähere Stammvater der steiormärkisch-kärnthnerischen Linie, welcher am 21. 12. 1459 einen Verkanfbrief Bernhard des Gradner an Kaiser Friedrich überAntheile des Schlosses Babeustein a. d. Mur bezeugte, vom Jahre 1462 an als Krbkämmerer in Kärnthen, um dieselbe Zeit daselbst als Pfleger zu Clam und Besitzer eines St. l'auler Lehensgutes zu Eberstein erscheint, am 16. 4. 1464 au den vorgedachten Monarchen zwei Häuser zu Wiener-Neustadt verkaufte, ist jener unglückliche Andreas Greiseneckcr, der sich verleiten licss, dem im Jahre 1469 in Steiermark ausgebrochenen Anfstandc sich anzuschliessen und über dessen Ende Pfarrer UureBt in seiner 1499 beendeten Chronik erzählt: „Und der Kayser schikt auch (nachdem Paumkircher „zu seiner Verantwortnug in Graz bereits eingetroffen war) „nach herrn Andreen Greyseckher, der war zw fewtsberg ,.gesessen der chain geiu Grätz auf des Kaysers Ervor-„dern. und alspald er zw Grätz in die Stat cliam, wurden „die Torr zugeschlagen, vnd der Kayser Bchuef dem Pain-.kircher uud Greyseckher payden die Koppff abzuschlagen. „Das geschah an St. Jorgen Abcnt in dem LXXI Jar, „vnd wnrden da zw Grätz in dem Kloster begraben. „Also muest der friBch vnd kriegper Pamkircber und der „reich Bitter Greyseckher senndlich sterben." Und weiter sagt Pfarrer Unrest: „Der Grcisegker liatt einen Snn, der war jung und „nicht vogtbar, dein liess der Kayser nicht mehr seines „Vätern Guet, dann das Geschloss Herenberg iu Charndten „mit seiner Gült vnd varunder Hab l'unfftzig Wagen vol, „das andere scliuef der Kayser alles zenemen, vnd die .Geschloss Fentsberg. Hannstein, Lankuwitz, die alle deB .Greisncgkehr waren, unterwand sich auch der Kayser." Nebst den Gütern wurden die Greisenecker auch des Erbkämmereramtes in Kärnthen verlustig und noch im Todesjahre Andreas', am 27. Juni, verlieh Kaiser Friedrich dasselbe an Andreas von Kreig. Kaiser Maximilian dagegen nahm des Andreas Sohn, Adrian, wieder in Gnaden auf. verlieh ihm 1497 SchloBS, Herrschaft und Urbar Weitersfeld, d. d. Innsbruck 16. 1. 1500 ihm und seinen Schwestern Kirchvelde ?i nnd Margaret die zu landcs-fürstlichcn Händen eingezogenen Besitzungen, als: das Amt zu Obdach, jenes zn Turna in Steiermark, die Vogtei zu Wieting in Kärnthen. das Spital zn Judenburg und fügte noch dazu das Schloss uud Urbar Waldegg (in Steiermark?), Alles zusammen satz- und pflcgweise nm 4000 Gulden. Von Schloss Greiseneck ist nicht mehr dio Bede; es mag schon früher aus den Händen der Familie gekommen sein, da es ancli unter den confiacirten Gütern des Andreas Gr. nicht genannt wird Kaisei Maximilian verschrieb diese Herrschaft 1196 pfandweise dem Barthlmä von Pcrneck. — Bezüglich des dem Adrian v. Gr. verliehenen „Weitersfeld- habe ich nicht erfahren können, ob es etwa in Steiermark eine Herrschaft dieses Namens gab. Nicht überBchen konnte ich in dieser Frage die Eingangs erwähnte Greissenecker Mühle im Machlande bei Weidersfeld. Würde es sich, wie wahrscheinlich, um Letzteres handeln, das einst, — jetzt ist der Ort ein 72 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Harkt, — ein landesfiirstliches Lehen gewesen sein mag, so kann in dem Briefe vom Jahre 1497 Weitersfeld unmöglich als Schloss und Herrschaft benannt sein. Bezüglich letzterer Bezeichnung dürfte Mnchar. welchem diese Nachricht entnommen ist. in seiner Geschichte der Steiermark nicht deutlich berichtet gewesen sein. — Diese steiermärkisch-kärnthnerische Linie, aus welcher sich Hanns Sigmund von i> reiseneck 1529 bei der Belagerung von Wien durch den Erbfeind besonders hervor-that und von König Ferdinand I. d. d. Angsburg 22. 7. 1530 eine Vermehrung seines Wappens erhielt, ist mit Hauns Franz v Gr. zu Anfang des 17. Jahrhunderts abgestorben. — Mach dem „Verzaichnuss der Khärnerischen Herren vnd I.andleuth anno lüll mense maii" waren sie in diesem Jahre schon erloschen. — Die Vermehrung des Wappens 1530 bezog sich wohl auf die Vereinigung mit dem Laun von Hannstein'schen Schild. Ob sich dies auf eine Ehe und auf welche gründete, konnte nicht klar gestellt werden. Andreas hatte Hannstein, im Kainachthaie Steier-marks gelegen, inne; es wurde nach seiner Enthauptung coniiscirt. Violleicht ist seine Ehefrau eine Laun gewesen, vielleicht die Erbtochter nach Hanns Lann zum Hannstein, Erbvogt des Carmelitenklosters zu Voitsberg, der noch am 26 5. 1459 dort eine ewige Messe stiftete. Wolfgang Greisenecker zu Greissenberg, Bruder des oftgenannten Andreas, war, — ich folge nun den Ausführungen Hohenecks und Wissgrills, — mit Margaretha Schirmerin von Soss vermält, die ihm drei Söline, Hans II., Albrecht I. und Wolfgang II. gebar. Ersterer. vermält mit Gertrand Pergerin am Perg. überkam Greissenberg, das sich in der Folge auf seinen Sohn Christoph I., dann auf des Letzteren Söhne, Albrecht II., Erasmus I. und Andre II. vererbte, von welchen es an Albreclit's I. Descendenz gediehen sein dürfte, der eine besondere Linie begründete, ebenso wie sein Bruder Wolfgang II. Letzterer nahm 1490 Amalei Caspars Ennenkl von Albrechtsberg Tochter zur Gemalin und soll 1494 gestorben sein. Sein Sohn. Christoph III. Herr zu ober-Pie-lach nnd Siegharts in N.-Oe., der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, n.-ö.'scher Landrechts-Beisitzer. 1532 Rait-herr. 1534—1536 Ritterstaudsverordneter dortselbst, war 1) mit Christina Eybenstainerin, 2) mit Veronika Dach- Söckin vermält und hatte, unbekannt aus welcher Ehe, ie Söhne Sebastian, Erasmus IL und Hanns III. (f ledig), die sich 1538 um ihr väterliches Erbe verglichen. — Sebastian hatte Ursula des Andreas Pruckner von Schlüsselberg Tochter, zur Ehe. Der Gemal deren Schwester Anna, Hanns Hofmann, wurde für seine Schwägerin Ursula von Greiseneck am 23. 7. 1533 mit dem Antheile derselben an Schlüsselberg belehnt. — Sebastian scheint keine männlichen Leibeserben hinterlassen zu haben. — Sein Bruder. Erasmus IL, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, 1529 Viertelhauptmann im Machlande, 1530 und 1543 Landesanwalt in Oe. o. d. E., überkam durch Erbschaft von Agnes. Tochter Albrecht's I. von Greiscn-eck und zweiten G<-malin des Balthasar Ncundling zu Rotteneck und Helfenberg, die beiden letztgenannten Herrschaften im Miihlviertel. Zellhof im Machlande, Ober-weiss nächst Gmnnden, das Teysinger Amt bei Yöckla-bruck zählten zn seinem übrigen Besitzthnme, der ihm, es war zur Zeit des ersten Bauernaufstandes, manch' schwere Stunde bereitet haben mag. Die Unterthanen kamen ihren Verpflichtungen nicht nach, wollten keine Steuern und Abgaben zahlen und 1525 war Erasmus gezwungen mit jenen von Rotteneck über die von ihnen zu leistenden Itobotttage zu unterhandeln. Seine Ehe mit Apollonia Zellerin, des Benedikt Pierchinger zu Ziernberg Wittwe, ist ohne Söhne geblieben und mit ihm diese Linie wieder erloschen. — Wolfgang III., Peter und Christoph II., die Söhno AlbrechtsI.und dessen Ehefrau Maria Fuchsoederin, theilten «m Montag nach St. Anton 1480 untereinander. Christoph bezeugte am Samstag vor Erasmus 1493 einen Verzichtbrief Alexanders von Hoheneck an Valentin von Hoheneck zu Braittenbruck. Sein Bruder Wolfgang III. hatte zwei Söhne, Hanns IV. nnd Christoph IV, welch' Letzterer den minderjährigen Andreas II. hinterliess, der 1572 unter der Gerhabschaft Georgs Flusshart zum Stain stand. — Andreas II.. welcher sich sowohl in der o. d. E 'sehen Herren- als auch Bitterstands-Matrikel eingetragen findet, starb in seiner Jngend 1583, als der Letzte seiner Linie, deren o. d. E.'sche Güter von der steiermärkischen Linie angesprochen wurden und derselben auch zum Theile ausgefolgt worden sein sollen. Letztere ist übrigens, wie schon gesagt, ebenfalls bald darnach erloschen. (U.-B., Mucliar Geschichte der Steiermark, Weiss Kärnthner Adel bis 1300, IL - u R.- M., Czerny Erster Bauernaufstand in Ob.-Oest., H. W.). Grcinbeer. (Taf. 28). Wappen: In Blau wachsend ein roth gekleidetes Weib mit goldener Schürze, rother Leibbinde, und rother mit zwei goldenen Straussenfedern besteckter Haube, deren rothe Bänder abflattern. — Kleinod : Blancr mit der Schildesfigur belegter Fliigel. Decken: blan golden. (R. M.l. Die Grembser scheinen Innviertier gewesen zu Bein waren zu Stalhoven, nächst Mattighofen, gesessen und auch im nachbarlichen Niederbayern in der Gegend an der Rott begütert. Fast gleichzeitig kommen sie im Mühlviertel vor. Afl'ra Greinbsin, des edlen und vesten Stephan Gremb-sen zu Stollhofen, Salzmeisters zu Reichenhall Tochter, vermalte sich 1496 mit Dietrich dem Perner von Rauhen-Schachen. Hanns Iireinbser, Pfleger zu Liebenstein besass im Jahro 1515 den nnn längst abgekommenen Sitz Aigels-perg im Miihlviertel nnd fertigte im nämlichen Jahre am Sonntag Esto mihi den Heirathsbrief zwischen Wolfgang Mellabrunner und der RoBina von Hoheneck. Christoph Grembser zu Stollliofen verkaufte Samstag nach Martini 1519 die beiden Güter Ober- nnd Nieder-Reuth in der Pfarre Tettenweis in Niederbayern dem Hofrichter zu St. Nicola bei Passan Georg Ilayssenrcisser. Dieser Christoph Gr. nnd Kaspar Neuliauser zn Ruetting erhielton Dienstag nach St. Sobaldcu - Tag 1522 von Jörg Grembser zn Aigelsperg, des schon genannten Hannsens Sohn, Gewalt mit dem an ihn gefallenen väterlichen Erbgute vollmächtig zu handeln, welche Vollmacht Jörg dem Caspar Neuliauser und seinem Brnder Martin Grembser, mit dem er noch ungetheilt war, 1524 ernenerte. Jörgs Tochter Anna ist mit Veith Flusshart zum Stoin vermählt worden. Diese niedere Adelsfamilie wird von Leonhard Ennenkl, 1574 unter die erloschenen Geschlechter gezählt. (R.-M., H., Strnadt-Velden). SriMhlrehen und l'ecernbarh siehe Tegernbach und Grieskirchen. Grimburg (Grimus von) (Taf. 28). Wappen I: (1677) Gespalten. Vom in Schwarz ein goldener Löwe, hinten in Silber ein rother Greif. — Gekr. Helm: der Greif, hier gekr. und wachsend, an rothem Schafte eine silberne, mit einem goldenen Stern belegte Standarte haltend. Decken: schwarz-golden, rotli-Bilbern. (K. k. A.-A.). — II. (1850). Wio vorhin, vermehrt um einen zweiten gekr. Holm: Drei Straussenfedern, roth-silbern-roth. Decken: roth-silbern. Decken des 1. Helmes: schwarz-golden. (K. k. A.-A.) Bartholomäus Gritnus, „Generalfold-Kriegscaasa-Kas-sierer",- wurde von Kaiser Leopold 1. d. d. 3. 6. 1677 mit einer Wapponbesserung und dem Prädikate „von Grimburg" in den Adelstand erhoben. OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 73 Ans dessen Descendcnz ist Antun rcn Grimburg (f 31. 6. 1846) J. U. Dr. am 3. 1. 1823 in den jnngcn Ritter-tstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen worden. Derselbe kaufte im Jahro 1821 den Freisitz Holzlieim (II ansrnckviertel) 1825 den Freisitz Rneiiing > Hausruckviertel, 1849 wieder verkauft' und 1827 das Maixner-Amt (ebenfalls im llaus-rnckviertel). Er wurde am 17. 9. 1838 znm Verordneten des Ritterstandes gewählt, hatte sich mit Josefine Mainone vermählt nnd aus dieser Ehe einen Sohn Wilhelm, welcher von dem Vater Holzlieim erbte und als ständischer Secretaire im Vereine mit den Söhnen des nachgenannten Franz Xaver von Grimburg mit kaiserlichem Diplome d. d. 24. 5. 1850 in den Ritterstand erhoben wurde. Franz Xaver von Gr., Pfleger des Frhr. von Schieferschon Benefiziums zu Eferding, schritt unter dem 10. 7. 1837 um Aufnahme in den o. d. E. selten Bitterstand ein, motivirte sein Gesuch mit den Verdiensten, die er sich als Stift Lambach'scher Justitiar bei der dreimaligen französischen Invasion, insbesondere im Jahre 1809, erworben, und wurde demgemäss am 17. 2. 1838 imma-tricnlirt. Noch am 15. September desselben Jahres sind seine Söhne Carl und Michael Adolf in die ständische Versammlung eingeführt und auf die jnnge Bitterbank angewiesen worden. In dem obgenannten Eittcrstands-Diplome erscheinen Ersterer als l'fleger, Letzterer als Domänen-Verwalter, und ihre zwei älteren Brüder. Friedrich Wilhelm Gr. von Gr. als Appelationsrath und Franz Xaver als Apotheker. Diese Familie ist nicht erloschen. (K.-k -A.-A., Akten im Landesarchiv. B.-M.). Gross von EliriiHtuin. (Taf. 28). Wappen: (1686) Ge&ieilt: oben in Gold ein gekr. schwarzer Doppcladler, dessen Brust mit einem rothen Schilde. — darin ein goldenes .E", — belegt ist: unten in Schwarz „aus grünen und silbernen Stcinfelsengrunde" wachsend ein wilder Mann mit schwarzgolden gewundener Stirnbinde, die Linke in die Seite gestützt, in der Beeilten ein Winzermesser haltend. — Zwei gekr. Helme, von diesen der erste golden, der zweite silbern: 1. Der gekr. Doppeladler mit dem Brustschilde. Decken: schwarzgolden. 2. Der Wilde mit dein Winzermesscr. Decken: roth-golden. (K. k. A. A.). D. d. Wien am 16. 7. 1686 verlieh Kaiser Leopold I. dem Postmeister zu Linz Matthäus Frt.nz Gross den Beichsadclstand mit dem Prädikate „von Ehrnstain" und eine Wappenbessernng Ueber diese Familie, aus welcher sich in der Landtafel Maria Anna Gr. v. E. nnd nach dieser unter dem Jahre 1773 Josef Gr. v. E. als Besitzer des Freihofes Lnsteuau bei Linz eingetragen befinden, ist mir folgende Nachricht zugekommen. In dem Diplome vom 16. 7. 1686 wird gesagt, die „Grose", welche aus dem Beiche eingewandert sind, und von welchen Matthäus Franz Gr. abstammt, hätten sich seit mehr als 370 Jahren durch adelige Sitten und Tugenden ausgezeichnet und sei deren Adel einmal von Kaiser Friedrich III. und einmal von Kaiser Ferdinand I. als römischem König 1533 confirmirt worden. Matthäus Franz Gr. sei in der kaiserl. Hofpost zwölf Jahre Amtsstallmeister gewesen und habe sich in dem „jüngst ge-westen gefährlichen türkischen Einfalle-1 bei dem ihm anvertrauten Linzer Postamto „mit höchster Gefahr seines Lebens so ausgezeichnet, dass desshalb seino Adelserhebung erfolge Seine „Dcscendenz ist erat in den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts erloschen, nnd ging das Eingangs genannte Original-Diplom, auf eine andere Familie Gross, in Steiermark, über, welche von den eben Ausgestorbenen als „Vettersleute' stets bezeichnet worden war. ohne dass man damals den Grad der Verwandtschaft kannte. Es wird vielleicht nicht nnintcressantsein.geradedurch diese Verwandtschaft darzuthun, dass die Gross von Ehrnstain in der That von sehr altem Adel gewesen sein dürften, und dass die Daten des Diplomes in Bezug auf die Adclsanerkennungen durch die Kaiser Friedrich III. und Ferdinand I. wenigstens beiläufig richtig sein könnten. Die zweitgenannte Familie (derzeit in Steiermark), welche den Namen .von Gross-Bannspach- beansprucht, weist nämlich die directc Abstammung von jener loth-ring'scheu Familie Gross-Bonvaulx — (Ronvaulx ist sprachlich identisch mit Rannspach. - nach, welche mit DecretdeB lothring'sclien Herzoges Heinrich IL unter dem 5. 11. 1616 eine Anerkeunnng ihres alten (lothring'sclien) Adels erhalten hatte. Dieses Decret erscheint in dem bekannten Werke „Extrait du Nobiliaire ou Armorial general de la Lorraine", par Dom Pelletier", woselbst am Endo dor Notiz die Bemerkung vorkömmt: Voyez „Richier- cn sa recherche du baillage de Clcrinont oii sont rapportdes les preuves de l'ancienne noblesse des dits la Grosse. — Die Daten, welche nun aber in dem citirten Manus-cripte von Richier (im Besitze des f Baron Salis in Metz) enthalten sind, stimmen auffallend mit den Angaben des Adolsdiplomes vom Jahre 1686 überein Es findet sich dortselbst die Bemerkung, dass Dietrich Grosse, Sohn des Collin Grosse in Fremerville einen Prozess mit Jehan de Saulx, Seignenr de Lizy hatte, in welchem Bcchtsstreitc Dietrich Grosse mittelst adeliger Kundschaft seinen Adel und seine Ritterlichkeit (gentillessc) rechtsgültig erprobte, worüber vom Gerichte zu Hartonchastcs nnter dem 25. 7. 1416 eine Urkunde verfasst wurde. Ein zweites Mal haben die Vertreter der Familie. Heinrich, Jehan, Albin, Dietrich und zwei Nicolas Grosse vor einer Bc-ibe von Zeugen nnd zwei Notaren der Vogtci von i lermont am 5. 7. 1681 ihren Adel zweifellos naehgewiesen. - Ausser diesen beiden Dokumenten vom Jahre 1446 und 1581 enthält das Manuscript von Bichier auch eine genaue Stammtafel der Familie von der Mitte deB 15. bis zum Beginne des 17. Jahrhunderts und scheint es, dass die Familie Gross, später „von Ehrnstain", von jenem Zweige abstamme dessen letzte Mitglieder Jehan Grosse, vermält mit Colline petit Collin. dann deren Sohn Dietrich Grosse, vermält mit Catbarine petit Collin und wieder deren Sohn Matthäus Grosse sind, welch' Letzterer Lucie Lambinet zur Gemalin hatte. Dieser Matthäus Grosse dürfte derjenige sein, welcher aus Lothringen nach Inneröstcrreich auswanderte, da von seinen Nachkommen bei Richier, ohne Angabc eines Grundes, keine Erwähnung mehr geschieht, während die anderen Zweige fortgeführt erscheinen. Er miisste der Zeit nach der Grossvatcr des am 16 7. 1686 geadelten Matthäus Franz Gross sein und dürfte ein Beweis für diese Annahme in der Gleichheit des Taufnamens liegen, ein Umstand, der im Stammbaume der Grosse sehr häufig vorkommt und, wie bei so vielen anderen Familien, auch bei dieser die Sitte wahrscheinlich macht, den Enkel nach dem Namen des Grosvaters zu taufen. Endlich scheint die Abstammung der Gross-Ehrnstain von Matthäus Grosse, des Gemals der Lucie Lambinet dadurch wahrscheinlich, dass sich gerade dieser Zweig einfach .Gross" oder .Grosse" nannte, während der andere Zweig den Namen Grosse-Bonvaulx oder Gross-Bannspach führte, von welch' letzterem Beinamen im Diplome vom Jahre 1686 niemals die Rede ist. Werden nun die gewonnenen Materien zusammen gestellt, so ergibt sich folgendes: 1. Die Familie Gross-Bannspach stammt (laut Dom Pelletier und Bichier, aus Lothringen. und auch dio Familie Gross-Ehrnstain kam ilant Diplom 1686) „aus dem Beiche". wozu damals Lothringen noch gehörte. 2. Die Linie des Jehan Gr. hört in der Stammtafel (bei Bichier) um den Beginn des 17. Jahrb. plötzlich und unmotivirt auf; und im Diplome vom Jahre 1686 IV. 5. 21 74 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. heisst es, dass die Voreltern des Matthäus Franz. Gr. „aus dem Reiche" eingewandert kamen. 3. Der letzte Gross dieser Linie im Richier heisst Matthäus, der im Diplome vom 16. 7. 1686 fuhrt denselben Taufnamen, und es kann auch der.Zeit nach Ers-terer der Grossvater des Letzteren sein. 4. Im Richier'schen Manuscripte ist von zwei Adelsnachweisen, der schon damals altadeligen Familie die Rede, von jener vom 25. 7. 1416 und jener vom 5. 7. 1581; und ebenso redet auch das Diplom vom Jahre 1686 von zwei Adelsbestätigungen der schon früher altadeligem Familie, von jener durch Kaiser Friedrich III.uud jener durch König Ferdinand I. - Allerdings sind die adeligen Kundschaften 1446 und 1581 in Lothringen nicht identisch mit den letztgenannten kaiserlichen Bestätigungen, hierbei rnuss aber folgendes erwogen werden. Die Angaben durch Richier sind urkundlich, genau und mit allen Einzelheiten versehen und in demselben Lande geschrieben, wo die Urkunden ausgestellt wurden; die Angaben im Diplome vom Jahre 16t>6 aber sind allgemein gehalten, ohne Datum, Ort und näheren Details. Es kann also als zweifellos angenommen werden, dass zur Zeit, als Matthäus Franz Gross in Linz, — ferne von der lothring'schen Heimath, — 1686 den Reichsadelstand erhielt, in seiner Familie lediglich die lebhafte Tradition herrschte: „Unsere Familie ist altadelig und hat zweimal eine Adelsanerkennung erhalten, ein Mal vor etwa 100 Jahren (i.e. 1581) und ein Mal vor etwa mehr als 200 Jahren (i. e. 1446). Diese lebhafte, und objectiv ganz wahre Tradition, für welche .Matthäus Franz Gr. zweifellos keine urkundlichen Belege hatte, theilte er den Behörden mit, welche an diese Anerkennungen die Namen zweier Herrscher knüpften, und dies kam in das Diplom; nichts Seltenes zu einer Zeit, in der selbst unmotivirte Erzählungen und Sagen aufgenommen wurden. 5. Irrelevant ist es endlich nicht, dass die Gross von Ehrnstain und die Gross -Rannspach einander als, aBerdings entfernte „Vettersleute" ansahen, und dass nach dem Aussterben der Erstcren, das Rcichsadelsdiplom an die Letzteren kam. Es dürfte also mit einiger Sicherheit behauptet werden, die Familie Gross von EhrnBtain in Linz stammte von der altadeligen Familie Grosse, deren Stammbaum im Manuscripte von Richier bis zum Beginne des 15. Jahrhunderts zurückgeführt wird. Die angeblichen Adels-anerkennungen durch Kaiser Friedrich III. und König Ferdinand 1. im Diplome vom Jahre 1686 sind identisch mit den urkundlich nachgewiesenen adeligen Kundschaften vom 25. 7. 1446 und 5. 7. 1581, und es ist endlich mit der im mehrgenannten Diplome bezeichneten Einwanderung aus dem Reiche die Emigration des Matthäus Gross, (jemals der Lucie Lambinet, aus Lothringen nach den Erblanden gemeint, und diese beiden sind die Grosseltern des kaiserl. Postmeisters Matthäus Franz Gross in Linz gewesen. (K. k. A. A., Landt., private Mittheilungen). Grab. (Taf. 28). Wappen: Ein oberhalb zweimal gezinnter Balken. (Nach dem Siegel Sighart des Gruber an dem Briefe Albrecht des Stadler vom 4. 7. 1372, womit | dieser bezeugt. dass er vom Propste von St. Florian die Sölde und die Mühle zu Höilein in der Pfarre Wartberg leib-gedingsweise erhalten habe. (U. B.). Auch Hoheneck bringt in dieser Weise das Wappen, welches mit jenem der Gneuss übereinstimmt, doch entbehren die von letzterem Autor angegebenen Tincturen aller Wahrscheinlichkeit, der Schild silbern, der Balken golden). Die Gruber sind ein Miililviertler Geschlecht, von Grueb am rechten Ufer der grossen Mühl, — welcher hitz jedoch schon im Jahre 1349 im Eigenthume Ulrich des Bauber war, — und verbreiteten sich in der Folge auch in die Iliedmark und das übrige Machland, wo sie vorzüglich dio Veste Luftenberg inne hatten. Im September 1249 zu Wels verlieh der Abt und Convent des Klosters Kremsmünster den Brüdern Wülfing, Marchward und Hertwig von Grub zwei Güter zu Buchkirchen und ao. 1300 findet sich Einer von diesen, Mar-uard, mit seinem Sohne Wölfol, in einer Urkunde Ruger es Piber, des Herzogs zu Österreich Richter's am Windberge. Herr Sighart (I.i von Grub, rniles, wohl der Sohn eines der drei Vorgenannten, tritt am 28. 8. 1276 das erste Mal urkundlich auf und erscheint von da an dos öfteren in Briefen des Hochstiftes Passau, der Schaun-berger, der Starhombcrgo bis 1335. darunter schon 1300 mit seinem Sohne Sighart, 1328 mit seiner Hausfrau, der Peruanerin. Ob der von 1331—1372 auftretende Sighart jener vorgenannte jüngere ist, ist sehr zu bezweifeln, da dieser in letztgedachtem Jahre ein Alter von nahezu 100 Jahren erreicht haben müsstc. Sighart II. (oder wohl richtiger der Dritte) und sein Brnder Andre verkauften am 2. 2. 1355 mit Einwilligung ihrer Hausfrauen an Heinrich von Empfing die Bruckwiese zu Gricking in der Waldinger Pfarre. Beide Briider theilten ihren Stamm in zwei Linien, von welchen jene Sighardt's durch dessen Ehe mit Agnes, Tochter Carl des Beeil, nach Luftenberg verpflanzt wurde, welche Veste Agnes ihrem Gcmahle in die Eho brachte. Dieser „her Sighart der Grueber zu Lulftenberg* siegelte am 22. 7. 1367 einen Kaufbrief Eberharde von Capellen an Kloster Pulgarn, erscheint am 24. 4. 1372 als Bürge in einem Reverse seines Freundes Georg des Sclircyer, Pfarrers zu Waldkirchon am Wiudberge. und hängte am 4. 7. 1372 sein Siegel an die Eingang'e genannte Urkunde Albreclit des Stadler an Kloster St. Florian. Von seinen Söhnen war Carl Bruder zu Pulgarn, Engelhard, welcher die Veste Partcnsteiu im Mühlviertel bis 1421 vom Bisthnme l'assau pfandweise inne hatte, erscheint urkundlich 1382—1427. Andreas II. 1405, und Sighart IV, Sohn Engelhardts, kommt im Jahre 1437 vor. Eine Tochter Andreas' II. vermählte sich mit Balthasar von Schallenberg, dem sie als Letzte ihres Geschlechtes Luftenberg einbrachte. Lyenhart der Gruber, 1411 Pfleger zu Marsbach im Mühlviortel, welcher dieser Linie angehört haben dürfte, erscheint als landcsfiirst-licher Leheusträger im Lehenbuche Königs Ladislaus 1455—1457. Aus der zweiten Linie bezeugto deren näherer Stammvater Andreas I. am 5. 3. 1356, dass ihm nnd seinen Gesollen der vom Herzoge schuldige Sold durch Ulrich von Haslau ausgezahlt worden sei, führt vom Jahre 1365 an den Titel „Herr", war 1366 Schaunberg'scher Pfleger zu Neuhaus a. d. Donau, wurde am 2. 9. 1374. in einer Fehde Zachreis des Hadrär mit dem Bischöfe und der Stadt Passan, auf welch' letzterer Seite er stand, erschlagen und liegt zu St. Martin im Mühlviertel begraben. Er hatte vom Herzoge Albreclit III. im Jahre 1369 die Erlanbniss erhalten die Veste Stein an der kleinen Mühl bei Liebenstein in der Pfarre Altenfolden aufzubauen, ans welchem Anlasse er am 5. 10. 1369 einen GehorBambriof ausstellte. Andreas baute die Burg auch in der That auf, und 1383 sass dort Jakob Gruber, nach ihm Nicla der Gruber, welcher 1410 den Rittershof zu Altenfelden an Gundakker von Starhemberg verkaufte. Eine dritto Linie gieng von Heinrich dem Gruber aus. Am 20. 12. 1354 verkaufte Chunrad, des Jans Sohn an dem Aigen, sein Gut ran dem Aigen" an Perchtold, „Heinrichs sun von Grube" nnd seine Hausfrau Elspot. Hanns, ein zweiter Sohn Heinrich's kaufte 1356 Wolfstein im Mühlviertel, das noch 1400—1403 Jörg von Grub besass. Dieses Geschlecht erscheint nicht in der Ritterstands-Matrikel. (U.-B., Strnadt-Velden, H.). OBEBÜSTERBEICHISCHER ADEL. 75 Grandemann. (Taf. 28). Wappen I.: (1613) Geviert: 1 und 4 in Blau auf goldenem Dreiberge ein goldener Löwe, zwischen den Vorderpranken einen zwülfstrahligcu goldenen Stern haltend; 2 und 3 in Silber ein rother Schräglinks-Balken mit drei schräglinks gestellten, durchbrochenen, goldenen Kreuzen belegt. — Gekr. Helm: Hinter einem durchbrochenen, halben (?) goldenen Kreuze ein rothes Hochkreuz, an den golden beschlagenen Enden mit silbernen Pfauenwedeln besteckt. Decken: blau-golden, roth-silbern. — II. (Freiherrliches 1696) Geviert mit goldenem Herz-schild, darin auf grünem Boden ein natürlicher Falke. I und 4 wio vorhin bei 1, doch der Löwe gekrönt, der Dreiberg fehlt. 2 nnd 3 wie vorhin doch die Kreuze nicht durchbrochen. — Vier gekr. Helme, von denen der 1." und 4. auf die Häupter vou zwei goldenen Löwen, als Schildhalter, gesetzt sind. 1. Der Falke auf grünem Dreiberge. 2. Gekr. schwarzer Adler, dessen Brust mit einem goldenen „F" belegt ist. Decken: schwarz-golden 3. Silberner Pfauenwedel. Decken : roth-silbern. 4. Geschlossene Faust, einen zwöllstrahligen goldenen Stern haltend. (Wappen I. und II. sind nach den Diplomsconcepten im k. k. A. A.). Uber den Urspung dieses Geschlechtes ist nichts Vor-lässliches bekannt. Dasselbe soll seinen Beinamen Falkenberg von seinen Stammhäusern Alt- und Neu-Falken-berg in Hessen haben. Die Herkunft von dort ist, wenn auch nicht erwiesen, doch möglich im Hinblicke darauf, dass der nähere Stammvater Melchior Bainbcrg'scher Hoi-rath gewesen ist. Das erloschene sclilesische Geschlecht Falkenberg und die märkischen Familien dieses Namens führen von den Grundemann ganz divergirende Wappen und sind mit diesen daher nicht in Verbindung zu bringen, wie Freiherr von Hoheneck und Wissgrill beliebten. Melchior Grundemann von Kalkenberg war zu Ende des.,16. Jahrhunderts, wio gesagt, fürstlich Bamberg'scher Hofrath und starb zu Forchhcim. Die Söhne aus seiner Ehe mit einer geborenen von Üiilow (? . Elisäus, Con-stantin und Balthasar wurden d d. 24. 12. 1613 in den österr. erbländischen Adelstand erhoben. Balthasar starb in Franken und Elisäus wurde kaiserl. Hauptmann, that sich gegen dio Türken, besonders 1598 bei der Einnahme von Baab hervor, trat dann in Bamberg'sehe Kriegsdienste uud hinterliess aus unbekannter Ehe einen Sohn Adalbert Benediktiner zu Göttweig. Konstantin Grundemann von Falkenberg, Mauthncr zu Linz, dann der Komisch Kaiserlichen Majestät Bath und Vicedom in Ü. o. d. E., schliesslich kaiserlicher Hofkammerrath, kaufte die Herrschaft und Veste Waldenfels im Machlande, das Freihaus (Landgut) Egeregg bei Linz. Schloss und Gut Streitwiesen in N.-Oe. Er wurde mit kaiserl. Verordnung d d. Wiener-Neustadt 20. 8. 1625 nebst dorn Hof-kammerrathe Johann Spindler und dem Abte von Göttweig dem Statthalter in Oe. o. d. E., Grafen von Herberstorf zur Durchführung der Gegenreformation, au der er sich in hervorragender Weise betheiligte, beigegeben, am 12. 2. 162S in den jungen, 22. 2. 1636 in den alten Bitterstand Oe.'s o. d E aufgenommen, in welchem er von 1656-1662 dio Stelle eines Verordneten bekleidete. Seine Einverleibung unter die begüterten Landleuto der neuen Bitterstandsgeschlechter in Oe. u. d. E. erfolgte unter dem 4. 5. 1630. Als Belohnung für seine laugjährigen Dienste bei der Hofkammer und als Vicedom, wie als Entschädigung für seine Verluste, die er während des Bauernkrieges erlitten hatte, setzto ihm Kaiser Ferdinand III. eine Summe von 20,000 Gulden aus. Er hatte sich am 30. 6. 1620 zu Wels mit Cäzilia Alt von Altnau, der. durch Kaiser Rudolf II. d. d. Prug 28. 8. 160a geadelten und legitiinirton Toehter des unglücklichen Erzbischofes von Salzburg Wolf Dietrich von llai-tenau und der Salome Alt, vermählt, Konstantin Gr. v. F. starb im Jahre 1662 und liegt zu Wilhering iu der Capelle, die er gestiftet hatte, begraben. Von seinen Söhnen Georg Coutantin, Adam Anton, Franz Fortunat (Benediktiner zu Kremsmünster) . Johann Erasmus, (f uuvermält in kaiserlichen Kriegsdiensten), Ferdinand Wilhelm (in dem Donau-Arme Ludl bei Linz, 13 Jahre alt. ertrunken) und Ferdinand Adam Iiudolf (f als Kind) folgte Ersterer nach der Bpsignirung seines Vaters, 1048—1671 als Vicedom iu (Isterreich ob der Ens, war auch kaiserl. Hofkammerrath, dann Ober-Inspektor der zur Hofkammer eingezogenen Herrschaft Nouburg a. Inn, vorher, 1625; Commissär bei Abschätzung der im Jahre darauf an Wolff Sigmund Freiherrn von Herberstein eingeantworteten Herrschaft Beuerbach im Hausruckviertcl und erlangte von Kaiser Leopold I. einen Freiheitsbriof d. d Wien 7. 1. 1665 mit welchom 127 Häuser salnmt den Unterthanen aus der kaiserl. Herrschaft Freistadt gelöst, uud nach Waldenfels einverleibt wurden. Aus Letzterem und dein Landgute Egeregg errichtete er mit 8oineml692 abgefassteu Testamente ein Familien-Fidei-commis, welches, da seine Kinder aus der Ehe mit Susanna Katharina Gruebcr von Gruebegg vor ihm aus dem Leben geschieden waren, auf den Sohn Ernst Con-stantin seines Bruders Adam Anton überging. Stammtafel. Adam Anton Grundemann von Falkenberg [geb. 1623,+ 1711, beigesetzt bei den Augustinern zu Wien), 1656 n. ö.'scher Regimentsrath, 1667 n.- ö.'scher Untermarschall, geh. Bath; kaufte 1646 ein Haus zu Wien, 1667 die Herrschaft Süssenbrunn,dann Engelstein und Haindorf in N. Oe. und 1680 daselbst sämmliehe Güter der Mittterinavr von Waffen-dorf; Gem. Rebekka Rosamunda Gräfin von Ranzow, tverm. 1651, j 7.11 1700. beigesetzt bei den Augustinern zu Wien). Ernst Konstantin (f 1702, liegt bei den Augustinern zu Wien) Majoratsherr zu Waldenfels, 1675 n. - ö'scher Landrechtsbeisitzer. 16S2 n.-ö.'scher Regimentsrath; erlangte 16-8 das Indigenat des Königreichs Ungarn und noch bei Lebzeiten seines Vaters, d. d. Wien 13. 8. 1696 den Reichsfreiherrenstand mit der Denomination „Grundemann Herr von Falkenberg, Freiherr von Waldenfels. Gem. Maria Eleonara Gräin von Schallenberg (verm. 1686. f 1. 9. _1742, wurde bei den Augustinern zu Wien bestattet. Johann Adam (f 1719) Fideicommiss-lnliabor, Herr zu Süssenbrunn, Engelstein, Wielands, und Haindorf in N.-L., wurde von Kaiser Carl VI. d. d. Wien 7. 12. 1716 in den Reichsgrafenstand erhoben, und 4. 3. 1717 bei den n.-ö.'sehen Herrenstandsgeschlechtern introducirt. Gem. Maria Franziska Constantia Freiin von Gilleis, verwittwete _Gräfin von Schallenberg (vorm. 1717. f 6. 1. 1760._ Adam Anton (geb. 1718, f 1778) kaufte das Gut St. Veit im Mühlviertcl (wieder verkauft 1843) Gem. Maria Josefa _Gräfin von Harrach (verm. 1741, f 8. 4. 1777) Stkr. D._ Emanucl Joseph Meinrad (geb. 8. 6. 1754, f 12. 2. 1829) k. k. Kämmerer und geh. Bath; Majoratsherr; wurde am 18. 5. 1791 in den alt-rudolfinischen Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen: Verordneter daselbst 1796 -1802 und 1808—1829. Gem. Maria Anna Gräfin von Althann, verwittwete Gräfin von Frankenberg (geb. 13. 9. 1758 verm. 1776) Palast-Dame. 76 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Johann Nepomuk Franz ..geb. 2. 12. 1780, t 28. S. 1848), k. k. Kämmerer nnd Oberstlieutenant a. D.. Majorats-herr; als k. k. Rittmeister im 2. Huszaren - Regimente am 17. 10. 1814 anf die altrndolfinisehe Herrenbank in dio ständische Versammlung zn Linz eingeführt. Gem. Jnlja Gräfin Rliedey von Kis-Rhedo (verm. 1826, + 187 .). Ernst Moritz Reichsgraf Grnndemann von Falkenberg, edler Panner- nnd Freiherr anf Waldenfels (geb. 18. 6. 1829)» gegenwärtiger Majoratsherr anf Waldenfels. Gem.: Maria Vietoris von Kis Kovalöty und Waszka igeb. 10. 3. 1840> verm. 27. 11. 1860). ' " Ernst Rudolf "(geh 11. 4. 1874). ' (K. k. A.-A., R.- undll.-M., II., W., N. S. Salzburger Adel, Pritz Geschichte des Landes o. d. E., gräfl. Taschenb.) Srüntha! (Grienthal) (Taf. 28. 291. Wappen I: In Silber aus grünem Dreiberge wachsend ein Jiingling in rotliem, silbern ausgeschlagenen Rocke, einen schwarzen, blutig abgehauenen Greifenfnss an der linken Schulter tragend. — Gekr. Helm: Ein Arm, • in rothem, silbern ausgeschlagenen Aermel, den Greifenfuss emporhaltend. Decken: roth-silbern. (Nach der Grün-thal'schen Familienchronik und Epitaphien zn Schleiss-heim bei Wels). — II. Geviert; 1 und 4 in Gold ein blntig abgehauener schwarzer Greifenfuss. 2 und 3 in Silber aus dem Seitenrande ein Arm in rothem, silbern ausgeschlagenen Aermel. — Zwei gekr. Helme: 1. Der Greifenfuss. Klauen aufwärts. Decken: schwarz-golden. 2. Gestiimmelter Jüngling in rothem, silbern ausgeschlagenen Rocke, mit rothem. silbern gestülpten niederen Hute anf dem Haupt. Decken: roth-silbern. (Grünthal'-sche Familienchronik:. — Wolfgang Ludwig Freiherr von Grünthal, oder wie er sich selbst schrieb .Grüenthall'1, hat in den von ihm 1704 verfassten Zusammenstellungen über sein Geschlecht, — nach welchen dann auch Hoheneck die Familie beschrieb, — der Mode seiner Zeit folgend, nicht unterlassen können, die Chronik mit einem obligaten Kreuzfahrer. Wickerus v. Gr., unter Gottfried vou Bouillon zu beginnan. An diesen reihen sich dann Grüntlialer zu Grünthal bei Regenstauf, in der freien Reichsstadt Regensburg und in Niederbayern als Edle und Ritter sess-haft. welche in schöner Folge ununterbrochen die Jahre von 1153 bis nin 1450 ausfüllen, zu welcher Zeit es Einem von ihnen gefiel, nach der Stadt Steyr in Oe. o. d. E. zu ziehen. Lassen wir diesen Einen nüchterner Weise für den ersten uns verlässlich Bekannten der Familie, für den Stammvater, gelten. Es ist Andreas Grüntlialer, ehrsamer Bürger zn Steyr, von 1464 — 1466 Stadtrichter allda. Seine erste Hausfrau. Barbara Rothin, brachte Kremsegg im Traunviertel an den Genial, die zweite, Margaretha, stiftete 1478 das Frohnlcichnams-Amt in der Pfarrkirche zu Steyr. Der Sohn Sigmund starb daselbst 1511; Col-man i Columbanus). des Vorigen Bruder, ward landesfürstlicher Pfleger zu Litzelberg. überkam Kremsegg, das Gnt Windern von seiner ersten Ehefrau, und besass ein Haus in der Herrengassc zu Linz, wo er starb. Sein Epitaph in der dortigen Stadtpfarrkirche lautete: ,,Hier liegt begraben Colman Grien thaler samt zweyen seiner abgestorbenen Hausfrauen Margaretha Winterin und Anna Poly-zena Högstättcrin, er ist gestorben den 1. Jnny Ao. 1532, denen allen Gott genädig seyn wolle." — Wolfgang igeb 1502. f 1576), des Vorigen Sohn, Herr zu Kremsegg und Windern, der Römisch Kaiser-Rehen Majestät Bath, im auswärtigen Dienste nach Burgund. Brabant und England, dann bei der Vorbesserung des i-terg- und Miinzwesens verwendet, ist 1566 als Erster seiner Familie in die o. d. E.'sche Ritterstands-Matrikel eingetragen. Er hatte 1548 von den Schallenbergern die Veste I'randhof im Machlande erstanden, welcher Kauf aber wieder rückgängig wurde; dagegen brachte ihm seine zweite Gemalin. Ursula Kölnpöckhin von Sallaberg, die Herrschaften Ottstorf bei Wels und Zeillern (N.-Oe.) ein und 1554 kam das Gut Dietach. das mit dem nachbarlichen Ottstorf nun vereinigt wurde, sowie auch dio Vogtei und Lehensschaft von Schieissheim durch Kauf an ihn. Dietach blieb hauptsächlich der Wohnsitz der <;rün-thaler. uud errichtete sich Wolfgang in der nahen Kirche zu Sehleissheini ein Familien-Erbbogräbniss, wo noch das Epitaph seiner zweiten Ehefrau Ursnla (f 17.6. 1601) zn sehen ist. Er hatte zahlreiche Nachkommenschaft, darunter von seiner ersten Gemahlin Anna (verm. 2. 2. 1534, t 1553), Tochter des Thomas Ennenkl zu Albrechtsberg, die Söhne: 1. Adam Helfried igeb. 1535 oder 1538, f kinderlos 1584); 2. Michael (geb. If.39, f jung); 3. Thomas (geb. 1540, 1543 ; 4. Julius (geb. 5. 7. 1542, t ohne Descendenz 22. 1. 1605), trat 1576 in den Besitz von Krciiisegg, Dietach und Ottstorf, war erst in spanischen Diensten, dann 1597 ständischer Hauptmann über ein Fähnlein „tentsclicr Knecht* gegen den Türken in Ungarn; 1) Gem. Anastasia Haydin vou Dorff (f 1596), 2) Gem. Juliana Herrin von Oed (f 1629); 5. Philipp Jacob, welcher die 1. Hanptlinio begründete, nnd 6. Arnulf (geb. 1547, f ohne Leibeserben l. 1. Hauptlinie. Philipp Jacob Grünthaler, Herr der Veste Haus bei St. Pantaleon und von Zeillern, Beides in X. - Oe., (geb. 1546. f zu Zeillern 17. 2. 1596), kaiserl. Proviant - Oom-missär. dann kaiserl. Hauptmann der Grafschaft Eisenstadt und Forchtenstein, vermalte sich erstens 1578 mit Potentiana Kölnpöckhin, der er am 27. 8. 15S2 einen Grabstein zu St. Pantaleon errichtete, zweitens mit Margaretha Secmanin von Mangern, des Johannes Kölnpöckh Wittwe, mit welcher er nach der Familienchronik keine weitere Nachkommenschaft hatte. Sein Sohn Wolfgang Dietmar (geb. 1581, f 1657) erhielt mit seinem Oheime Wolf Niclas (der II. Hauptlinie) und seinen Brüdern von Kaisor Rudolf II. d. d. Prag 9. 10. 1603 eine Adclsbostätigung nebst Wappen-verinelirung und die Erlaubniss, sich „von Grientliall" nennen nnd schreiben zu dürfen. Er trat 1605 nach dem Tode des Julius Gr. den Besitz von Dietach und Ottstorf an, und vcrmälte sich im .Jahre darauf, am 7. Mai, zn Vöcklabruck mit Marie Salome Hack von Bornimb, welche Ehe mit Kindern reich gesegnet war. Von diesen begab sich Dietmar igeb. 1616) nach Sachsen, wo er Juliana von Streithorst zur Ehe nahm nnd mit ihr die Söhne Dietmar, Erdmann, Carl Dietmar nnd Günther Heinrioh erzeugte, über deren weitere, jedenfalls erloschene Descendenz nichts bekannt ist. Philipp Rudolf, Ludwig und Carl (geb. 1622), dio einzigen «len Vater Wolf Dietmar hier zu Lande überlebenden Söhne, wurden von Kaiser Leopold I. mit Diplom d. d. 10. 12. 1662 in den Reichsfreiherrnstand erhoben, und begründeten von ihnen dio ersteron Zwei besondere Unterlinicn. 1. Untorlinie zu Dietach und Ottstorf. Philipp Rudolf Freiherr von Grünthal (geb. 16. 4. 1607. f zn Dietach 1676), Herr zu Dietach und Ottstorf, kehrte zur katholischen Religion zurück, von welcher sich sein Vater und Grossvater abgewendet hatten, war erst in kaiserl. Kriegsdiensten, übernahm 1657 die väterlichon Güter, vergrösserte das Schloss zu Dietach, schuf die Schlosscapelle dasolbst und bekleidete von vorgenanntem Jahre bis 1662 daB Amt eines Ritterstands-Verordneten. OBEltOSTEEBEICHISCHER ADEL. 77 Uuter doia 7. 4. 1663 erfulgte seine Aufnahme in den Herrcnstaud Oe.'s o. d. E. — Er war viermal vermält: 1) 1635 mit Barbara Magdalena Freiin von Haunsperg, 2) 27. 2. 1641 mit Anna Charitas Freiin von Clam. 3) mit Franziska Polyxena Freiin von Windischgrätz und 4) mit Benigna Elisabeth Freiin von Clam . welche ihn ebenfalls als Wittwer hlnterliess. Von seinen Söhnen kanfto Quintin Josef (geb. 1662, f 1704; Schloss und Gut Oberweiss im Traunviertel von Hanns Georg Fieger von Hirschberg und vermälte sich mit Maria Barbara Freiin von Clam, welche ihm nur Töchter gebar, unter diesen Eine, Maria Elisabeth, die 1750 dem Johann Georg Erna-nuel Freiherrn von Hoheneck angetraut wurde, wodurch Oberweiss an des Letzteren Familie kam. Wolf Erhard, Quintin Josefs Stiefbruder, (geb. 1637, t 1695). trat 1676 den väterlichen Besitz an: er war mit Eva Elisabeth (f 6. 4. 1728), Tochter des Hanns Ludwig Frciherru von Grünthal, vermält. Seine säiumtlicheu sieben Kinder erblickten zu Dietach das Licht dor Welt. Von diesen folgte Johann Franz geb. 11. 7. 16S0. f 22. 12. 1737) im Besitze der Erbgüter. Er widmete sich dem öffentlichen Leben, wurde der Römisch Kaiserlichen Majestät Bath. I.andrath und ständischer Ausschussrath Rosalia Gräfin von Engl v.u \\ agrain, verwittwete Griitin Jörger von Tolct if 1735), verband sich mit ihm im Jahre 1704 als seine erste Gemalin; seine zweite war Maria Rosalia Gräfin von Polheim und Wartenberg, welche die Verwaltung von Dietach und Ottstorlf nach ihres Geniales Tode, als Vormünderin des minderjährigen Sohnes zweiter Ehe, Franz Seraph, übernahm; sie starb jedoch schon am 18. 8. 1740 in ihrem 28. Jahre, .tber auch dein Sohne war nur kurzer Lebenslauf beschieden; über ihn findet sich folgende Eintragung im Sterbcbuclie der Pfarre Schieissheim: „Alu 16. Juni 1760 wurde beigesetzt Franz Seraph, der Letzte des hochl'reiherrlichen Geschlechtes von Grienthul, welcher zu Wien gestorben ist." — 2. Unterlinie in Schwaben. Ludwig Frhr. v. Gr. (geh 22. 8. 1624, t 1668) ver-liess religionshalber sein Vaterland, machte sich zu Diesenbach bei Regenstauf in Bayern ansässig und vermälte sich zu Regensburg 1654 mit Anna Elisabeth Klöbl (nach der Familienchronik Koebl) von Geising, welche ihm vier Söhne und drei Töchter, unter diesen Eva Elisabeth, die spätere Gemalin Wolf Erhard's Frlirn. v. Grünthal, gebar. Von den vier Söhnen. Wolfgang Adain (geb. zu Diesenbach 30.10. 1655, + 1666). Wolfgang Ludwig (geb. zu Regensburg 6. 3. 1659), Christian Nikolaus (geb. 16. 12. 1662), Augustiner zu Dürnstein a. d. Donau, und Reinhard Carl (geb. zu Diesenbach 10. 4. 1664), diente Wolfgang Ludwig erst im schwäbischen Kreisregimente des Markgrafen von Baden-Durlach als Hauptmann, dann als Baden -Durlaclfscher Kämmerer, Hofkriegsrath und Vice-Commundant zu Pforzheim. Derselbe überkam (oder kaufte?) die Güter Egelstall, MUhln und Neunthansen in Baden und vermälte sich daselbt mit Margaretha Mcgen-zerin (?, von Velldorf, von welcher er aui SO. 8. 1699 einen Sohn, Friedrich Ludwig, hatte, der in kaiserlichen Kriegsdiensten 1733 seinen plötzlichen Tod in Sicilion fand. Nach Wissgrill aber hätte dieser 1742 noch als markgräflich Baden-Dnrlach'schcr Kämmerer gelebt. II. Hauptlinio von den Söhnen Wolf Orienthaler's und dessen ihm 1555 angetrauten zweiten Gemalin Ursula Kölnpöckhin ausgehend. Dieselben waren: 1. Wolfgang Nikolaus, welcher die Linie fortpflanzte. — 2. Andreas (geb. 1567, f 2. 1. 1597 nnvermält zu Wien), .fürstlicher Speyer'scher Rath und des Hofgerichts daselbBt zu Speyer geweBter Beisitzer." — 3. Hanns Dietmar Grienthaler zn Bohrwiesen IV. 5. und Stauftmühl in Oe. o. d. E. (geb. 1560, f zu Nieder-Wallsee am 10.12.1597), o. d. E."scher Kriegscoinmissär nnd Zahlmeister, verm. mit Magdalena von Schallenberg zu I.uftenberg (+ zu Linz 20. 10. 1595). — 4. Jacob (geb. 1570, f 1627), war früher acht Jahre in kaiserl. Kriegsdiensten gegen den Erbfeind, kaufte dann 1599 Schloss Höhenberg im Traun - Viertel von Nemrod Köln-pöck, welches jedoch bald wieder durch ihn oder aus seiner Verlassenscliut't in die Hände des Freiherrn Sigmund Balthusar von Kricchbanm überging; trat in der Folge in chursächsische Dienste über, ward daselbst Hofkriegsrath. Landhofmeister der Grafschaft Munnsfeld, auch chur-sächsischer Gesandter um kaiserlichen Hofe und starb als Commandant zu Sondershausen. Seine Gemalin Elisabeth von Pülluitz zu Schwarzenbach gebar ihm zwei Söhne, Bernhard (geb. 3. 1. 18t>8, f jung) und Julius (geb. 10. 7. 1610, f 8. 9. 1631). - 5. Erhard (f 16. 9. 1614 zu Wien), n.-ö.'scher Bcgiiuentsrath; verm. 1602 mit Marnsch (Margaretha'. Heinrich'» Herrn von Ucdt und der Margaretha von Sinzendorf Tochter, die ihm durch ihre Mutter die ehemalig Sinzendnrfsche Herrschaft Achleiton im Traun Viertel zubrachte, welcher Besitz nach dem Erlöschen dieser Hauptlinie an Philipp Rudolf Freihcrru von Griinthal überging, von diesem aber im Johann Matthias Castner von Sigmuudslust verkauft wurde. — 6. Hanns Joachim (Postliumns, geb. 1576) studirte zu Tübingen, wurde des Herzogs Johann Friedrich zu Württemberg Bath und Obersthofmeister, und stand dann als herzoglich Württeniberg'scher Gesandter am kaiserl. Hole in hohem Ansehen. Aus seiner Ehe mit Dorothea Maria von Lai-niingen entsprossen vier Söhne. Joachim Friedrich (geb. Jb. ii. 1611). Wolfgang Erasmus «geb. 27. 7. 1613), Friedrich Jacob fgab 1614) nnd Wilhelm Christoph 'geb. 1". 2. 1615), welche jedoch Alle ohne Nachkommenschaft blieben Wolfgang Nicolaus geb. 1566, f zu Wien 6 12. 1630), der schon genannte nlheute der sioben Brüder, erhielt mit diesen und den Söhnen seines Stiefbruders Philipp Jacob die schon gedachte kaiserl. Adelsbestätigung mit Wappenvermehrung, nnd nahm thiitigsten und eifrigsten Antheil an der Bekämpfung des Bauernaufstandes in De. • o. d. E., währenddcsseii er 1626 auf dem Wege nach Linz für kurze Zeit in dio Hände der Bebellen fiel. Er starb als kaiserl. Reiclishofrath. Seine ihm 1592 angetraute Gemalin Appollonia Herrin von Oedt (t zu Wien 7. 7. 1621), eine Schwester seiner Schwägerin Margaretha, brachte ihm ihr väterliches Erbgut, die Herrschaft nnd Veste Reinsperg nnd Wang in N.-Oe. ein und gebar ihm elf Söhne, von welchen mehrere jung starben und einige in kaiBerl. Kriegsdiensten ihr Leben Hessen. Nur der dritte Sohn Andreas (geb. 1595) lief glücklich in den Hafen der Ehe ein, aber seine sämmtlichcii vier Söhne, HannB Joachim, Hanns Jacob. WolfNiclas und Friedrich JuliuB, die ihm die Gemalin Eleonora vonPranck gebar, dürften jung gestorben sein, denn Reinsperg kam an des Andreas jüngste Schwester. Maria Elisabeth, bezüglich deren Genial, Huuni Albrecht Freiherrn von Dietrichstein. IB.- u. H.-M., Familienchronik des Woifgang Ludwig Freiherrn von Grünthal 1704, Pfarrbücher zn Schriesheim, H., W., Dietach seine Bewohner und Umgebung von Pfarrer Jos. Mayn. tiunthei'Hberger (Taf. 29;. Wappen: Schild unbekannt. — Kleinod: Ein Flügel durchzogen von einem Balken, oder zweimal getheilt. (Hoheneck setzt diesen Flügel, der in einem Helmsiegel wahrscheinlich nur das Kleinod darstellte, in den Schild). — Die Gunthersberger werden nach der Ritterstands-Matrikel als im Lande begütert zu den Landleuten gezählt. Ortliwinus de Gunthersperge (Gintersperg, Pfarre 20 78 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Altenfelden im Mühlviertel) bezeugte zu Tannberg 1231 das Testament, welches Heinrich und Otto von Marsbach im Kerker der Tannberger errichteten. Ortneid von Tannberg bewilligte als Lehensherr am 22. 6. 1307 dem Ulrich von Gventhersperg, dass er ein halbes Lehen zu Waerigantsperg an Kloster Schlägl versetze. Ein zweiter Ulricli Guntharsberger war mit Agnes, des Rather von Alten-velden Tochter, vermält und verkaufte im Jahre 1388 die Hube auf der Leuthen in der Pfarre Altenfelden an Gundackor von Tanuberg. (Strnadt-Veldcn, R.-M., H.) . an Stephan des Göschlein Sohn, welch Letzterer dieselbe wieder „dez ffreytagz in den vier tagen" (1. 3.) 1370 an eiuen Ginundner Bürger käuflich überliess, wobei „seine lieben ochaim Dietrich und Marchart diu Habichler'- Siegler waren. Marchart siegelte auch im nämlichen Jahre am St. Veit's Tage (15. 6.) einen Verkaufsbrief seines Schwagers Chuurat des Volchart und dessen Hausfrau Margareth. Friedrich Habichler veräusserte 1408 seineu Sitz Schifereck an Wolfgang den Feuchtner. Wolfgang H. erhielt nebst seinem Bruder Chunrat verschiedene, durch Freiherrn von Hoheneck nicht näher bezeichnete Lehen von Kaiser Albrecht II. am St Colo-manstag 1438. Ehrenreich H., mit welchem diese Familie in der Bitterstandsmatrikel erseheint, bezeugte 1447 einen Kaufbrief Caspar des Herleinspergcr. Gregor IL, des Wollt' Sobn, 1469 Liechtensteiu'scher Pfleger zu Beichenstein. dann seine „Maimb" Benigna Habichleriu, Caspar des Taunpöcken Hausfrau, und seino Vettern Ehrenreich. Oswald und Balthasar die Tannpöckcn verglichen sich iu ihrem Namen und Namens der Cathariua, weyland Besprecht des Habichler und der Anna Königsteinerin Tochter, am Mittwoch vor St. Matthäus 1481 mit Andreas Königsteiner, dem Vater der Anna, um das Heirathsgut und die Wittwen-Anspriiche dieser Letzteren. Die Tann-pöcken hatten zu dieser Zeit die von llabicliriegl nahe Veste Prandeck inne. Georg, des Bernhard Habichler Sohn, verkaufte am Freitag vor Lichtmess 1483 seinen Sitz llabicliriegl dem Andre Königsteiner, Pfarrer und Dechant zu Zwetel (im (Mühlviertel), welcher denselben bald darnach auPilgram Walch weitergab. Sigmund, des Georg Bruder, starb, vermuthlich als der Letzte, zu Ottensheim am Dreikönitrstage 1503. (U -B. Stiftsarchiv zu Schlierbach, R.-M., IL). flach von Borniml) (Taf 29.) Wappen: In Silber drei (2, 1) schwarze Steighackcn die oberen abgewendet, der untere rechts gekelirt. — Gekr. Helme: Die Steighackcn auf die Helmkrone gestürzt, die äusseren ab-, der mittlere nach vorn gewendet. Decken : schwarz-silbern. (K. M. Hoheneck spricht die Schildesflgur irrthiimlicli als Gamskrikeln an). Die Hack, auch Hacke, haben in der Mark Brandenburg ihren Anfang genommen. Wernher von Hack erschien 1209 auf dem XIH. Turnier zu Worms. Ernest 1337 auf dem XVHI. zu Ingelheim, Hcinrich 1362 auf jenem zu Bamberg, Hanns 1374 zu Esslingen, Friedrich und llannB 1403 auf dem XXII Turnier der rheinischon Bitterschaft zu Bamberg. Von Hanns von Hacke (lebt 1890), vermählt mit Ursula von Thümen a. d. H. Blankenfeld, und dessen Sohne Otto auf Klein-Machenow und Bangsdorf im Kreise Teltow der Mark Brandenburg, 1431, vermählt mit einer geb. von Wuthenow, beginnt die ununterbrochene Stammreihe der schwarzen Linie in Preussen, welche noch gegenwärtig mit Carl August Julius Adam von Hacke auf Machenow (geb. 29. 12. 1807), Georg Friedrich Wilhelm (geb. 24. 1. 1806;, Adolf Georg Gustav Johann Albrecht Erdmann (geb. 4. 5. 1817) und deren männlicher Dcs-cendenz in drei verschiedenen Linien blüht Neben der schwarzen erscheint die rothe Linie dieses Geschlechtes, aus welcher Ludwig von Hacke auf Bergo und Carpzew in der Mark Brandenburg, vermählt mit Anna von Krummensee, 1480 lebte. Seine Stainuireihe uud mit ihr diese Linie beschloss Carl Botho Gottfried von Hacke auf Gross-Krentz (ebenfalls in der Provinz Brandenburg am 23. 6. 1801. Achim von Hack auf Bornim in der Mark Brandenburg (t 1480), aus der schwarzen Linie, war mit Margaretha liaschke auf Wahlsdorf vermählt, welcher Ehe vier Söhne entsprussen. Achim (II.), Heino (f jung), Otto (t jung • uud Hanns. Achim II uud llauiis (f 1543) begründeten zwei besondere Linien, vou welchen dio Letztere noch gegenwärtig zahlreich blüht. Achim II. auf Borniin (f 1537) vermählte sich mit Margaretha von Seel und theilten deren Söhne Brust uud llanus II. auf Stulpe und Boruiinb, welch' Letzteres er 1571 vou seinem vorstehenden älteren Bruder erkaufte, neuerdings diese Linie. Die Dcscendenz Hanns' II., aus welcher dessen Enkel Wölfl" Rudolf (f 1670j Bornim veräusserte, ist mit Rudolf Ludwig von Hack igeb. 1686; am 19. 9. 1738 abgegangen Ernst von liack (f 1575 zu Tambach) Erbsass auf Bornim, welchen Namen er uud seine Nachkommen auch fernerhin fortführten, kam in Begleitung Georg's von Starhemberg. — es kanu dies nur Jener sein, der, verwundet bei dem Sturme auf Sicna, 1554 zu Pisa starb, — in das Land o. d. E. uud kaufte daselbst das Gut Tambach im Machlande, mit welchem 1553 begütert, er in der Ritterstauds-Matrikel eingetragen ist. Später erwarb er auch den Sitz Aigisburg im Mülilvicrtel, trat dagegen mit Bewilligung Johann Georg's Markgrafen von Brandenburg am Donnurstag nach Aegidi J -'»71 die ihm vou seinem Vater und seinen Brüdern Otto und Joachim angefallenen Lehengüter seinem jüngeren Bruder Hanns für 1650 Reichsthaler ab. Er hatte sich mn 15. 2. 1553 init Maria Salome von Hoheneck, der Hagcnbergcr Linie, vermählt und mit dieser vier Söhne Erasmus, Hanns Georg, Gregor und Otto Joachim erzeugt, welche zu Braitenpruck am 10. 9. l'.8"> einen Theilbrief errichteten, nach welchem Hanns Georg Tambach, Erasmus aber Aiglsperg erhielt. Hanns Georg vermählte sich 1586 mit Magdalena liöritzerin von Stambach Der aus dieser Ehe entsprossene Sohn Hanns Wilhelm erscheint au Stelle seines Vaters in einem Brandenburg'schen Lehensbriefe vom 2. 11. 1613 und nahm am 19. 6. 1617 Christina, Tochter Hanns Christoph's von Snmpa (?) uud der Anna Rosi»a von Kolovrat, zur Gemahlin. Er erlitt an seinem Gute Tambach im ersten Bauernkriege grossen Schaden und starb in seinen besten Jahren. Von seinen Söhnen Weickard Wilhelm, Heinrich Wilhelm, Hanns Hcinrich und Wölfl Albreclit blieb nur der Zweite am Leben, der in fürstbischöflich Eichstädtische Dienste trat, daselbst Rath und Oberamtmann zu Werberg wurde, die Rittergüter Gammcrschwaug und Stetten erwarb und sich mit Anna Franziska Speth von Schiilzburg vermählte. Er und seine Gemahlin verglichen sich mit Brief d. d. Aussernstein im Machlande) 24. 11. 1650 und weiterem Verzichtsbriefe d. d. Gammerschwang 29. 6. 1652 mit Ernst Joachim von llack auf Aussernstein und Mistibach (im Hausruckviertel) über eine dem Heinrich Wilhelm gehörige auf Mistibach haftende Summe. Aus des 80 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Letzteren beiden Ehen, — er hatte sich zum zweiten Male mit Sofia Elisabeth von Jaxtheim vermählt. — gierigen acht Sühne hervor, von welchen Adam Gottlieb ,1. Ehe) nnd Marquard Johann Friedrich ('2. Ehe) zwei Aesta stifteten. Adam Gottlieb, mit seinem vorgenannten Stiefbruder von Kaiser Leopold I. 1702 in den Reiehsfrei-herrenstand erhoben, — gründete den Ast zu Gammerschwang und Stetten, welcher jedoch mit seinen sämmtlich in der Kindheit vorstorbcuen Enkeln, Söhnen des Johann Sieginund Heinrich Freiherrn von Hack (geb. 1077) Wfirzburg'schen Oberstwachtmeisters, wieder erlosch Marcjuard Johann Friedrich Freiherr von Hack (geb. lt!58, f 1719). Brandenburg-Onolzbach'scher Rath und Oberamtmann zu KreiUngen, Stammvater des pfälzischen Astes, vermählte sich mit Magdalena Christina von Grumbach-und liatt; mit dieser mehrere Söhne, von welchen Wollt' Julius Friedrich (geh 1700), erst Brandenburg-Onolzbacb "scher Kammerjunker. dann l Iberhofmeister, 1728 Friederika Dorothea Elisabeth Freiin von Secken-dorlt' zur Gemahlin nahm Franz Carl Freiherr von Hack, 1778 churptiilzischor geh. Rath. Oberstholjäger-meister, des St. 11 ubertus Ordens Grosscomthur i?> und Carl Theodor Frhr. v. H . churpfälzischer Vice-Hofjäger- meister. dürften unzweifelhaft der Descendenz des Wolf Julius Friedrich und dieser nun ebenfalls erloschonen Linie angehören. Von den übrigen drei Sölineu des Stammvaters Ernst der o. d. E.'sclicn Linie. Otto Joachim, Gregor und Erasmus, war Ersterer 1595 mit Maria Althamerin von Trannegg, Christoph's llayden zn Inzersdorf den Jüngeren Wittwe, vermählt und hatte mit dieser einen Sohn Karl Ludwig, über welchen nichts weiter bekannt ist. Gregor von Hack. Herr zn Mistlhach. das er 1604 von der Vormundschaft der Bclicten des Wolf Freiherrn von l'olheim erkaufte, hatte Maria Magdalena von Rohrbach zur Gemahlin genommen und mit dieser einen Sohn Georg Christoph, dessen Ehe mit Gertrand Freiin von Prösing kinderlos blieb. Krasmus von Hack. Erbsass zu Bornimb. 1585 als Mitglied des Bitterstandes in Oe. o. d. E. eingetragen, erwarb von den Flusshart., nachdem deren Linie zn Aussernstein mitVeith von Flusshart in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts erloschen war, Schloss uud Herrschaft Aussernstein. Seino Gemahlin Euphemia Tol-lingerin, mit welcher er sich am 25. 9.1580 hatte trauen lassen, vererbte dem Sohne Ernst Joachim ihren väterlichen Sitz Grünau im Machlande. Stammtafel. Ernst Joachim von Hack, Erbsass zu Bornimb (+ zn Aussernstein 1617 ? , Herr zn Mistibach, Grünau und Aussernstein, wclches von seinen Söhnen an Johann Christoph Freiherrn von Clam verkauft wurde. Gem. Anna Sophia Geyer von Osterburg (verm. 1615). Joachim Friedrich (+ zu Linz 1691), Herr zu Mistibach, wurde sainmt Beinen Brüdern Johann Ehrenreich und Georg Ferdinand, welch Letzterer das Gut Hainberg in N.-Oe. von seiner Mutter ererbte, am 26. 8. 1678 den n ö.'sehen Rittcrstandsgesehlechtern incorporirt. Gem. Eva Rebecca Preyer von Rauttenbcrg (venu. 21. II. 1667). "Wenzel Alexander, kaiserl. Hauptmann, verkanfto 1697 seine ererbten Güter Mistibach und Hainberg. Gem. Clandia Eleonora von Jnrmanovic. Sigismund (geb. 1705, f zu Wien 19. 11. 17791 Herr zu Tambach, das er 1756 durch Kauf von Johann Ludwig von Frey neuerdings an die Familie brachte, und des Landgutes Pernau im Hausruck-Viertel, auch des Gntes Hueb in N.-Oe.; 1740 Hauptmann im V. O.W. W.; 1771—1777 Ritterstands-Verordneter in Oe. o. d. E. Gem. 1) Anna Aloysia Freiin von Seidern verm. 1742); 2) Theresia de Panli; 3) Elisabeth Gann von Löwengang. Nach der Landtafel kam Tambach 1779 an Anna Maria del V es tri geb. von Hack wahrscheinlich eine Tochter des Sigismund v. H. / _>v__. Adam zu Pernau und Hueb, kaiserl. Ilegieruugsrath in Oe. o. d. E. und;daselbst 1790—1796, dann 1805—1811 Rittcrstandsverordneter; er verkaufte 1794 das Gut Pernau. Gera. Antonia Freiin von Rumel zn Waldau. welche ihm ihr väterlich ererbtes Gut Puchberg in N.-Oe. zubrachte. Vincenz Sigmund 1817— Karl, f. 1836 Auaschussrath in Oe. 0. d. E. Gem. Johanna von Wurmser. —_ Emanuel von Hack, Erbsass zu Bornimb, k. k Hauptmann (f 186. als der Letzte dieser o. d. E.'schen Linie). (R.-M.. H., W., Landt., gefällige Mittheilungen preuss. Majors a. D). Hack von Lerehesireuth (Taf. 29.) Wappen: Geviert mit blauem Herzschild, darin drei ;verschriinkte goldene (Schiffs- ?) Hacken, beseilet von zwei goldenen Sternen. 1 nnd 4 in Silber ein rother Balken belegt mit sieben (2, 3, 2) silbernen Ballen. 2 und 3 in Silber auf grünem Dreibergo ein auswärts gebogener grüner Palmenzweig. — Zwei gekr. Helme: 1. Wachsend ein silberner Pegasus. Decken roth-silbern. 2. Drei verschränkte goldene Schiffshacken. Decken: blaugolden. (R-M.). Aus dieser Familie, welche im Adelsarchive des k.Vk. Ministerium des Inneren zu Wien nicht vorkommt, suchte Joseph (f 1805), Gem. Franziska von Gillenberg (t 1827 (. Carl, f 1826. Anton, f. des Herrn Eduard von Fehrentheil und Gruppenberg, kgl. Johann Nep. von Hack die Aufnahme als Landmann in Oe. o. d. E. nach und begründete Beine Bitte, nach dem undatirten Gesnchsconcepte im Landesarchivo zn Linz, damit, dasB sein Ahnherr Christoph Heinrich von Hack von Kaiser Josef 1. in den Adelstaud erhoben und mit Gütern in Ungarn beschenkt auch als ungarischer Land mp.mi angenommen wurde; dass sein in Gott rnhendor Vater aber, Johann Gottlieb v. H. kaiserl. Oberkriegs-nnd Artillerie-Commissär, seine Mutter eino gob. von Hassinann. deren Mutter eine gob. von Pichl war, und dass Letztere mit den Freiherrn und Herreu von Eyssels-berg in engster Verwandtschaft gestanden habe. Johann Nep. Hack von Lerchonrenth wurde hierauf unter dem 24. 11. 1745 in den jungen Ritterstand Oe.'s OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 81 o. d. E. angenommen nnd gab den bezüglichen Revers am 12. 1. 1740. (Akten im Landesarchiv, B.-M. Hackelberg-Landaii (Hackelberg) ■ Taf. 29. HO.) Wappen I: Von Silber und Both getheilt, oben ein rother Löwe wachsend. — Gekr. Helm: Der wachsende, rothe Löwe. Decken : roth-silbern. (B.-M.). — II. (Landau)! In Gold übereinander drei schwarze Hirschstangen. — Kleinod: Aus goldenem Korb ein Pfauenstutz. Decken: scliwarz-golden. Nach dem Originale des Wappens des Heinrich von Landau 14. 1. 1098 in dem Stammbuch des Johann Paul Geymann zu Gallspach; Stift Lilienfeld). -III. (Freiherrliches der Gottl'ried'schen Linie 1708;. Geviert. 1. und 4 Hackelberg, 2 und 8 Landau. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: roth-silbern. 2. Der Pfauenwedel von I.andau. Dccken: schwarzgolden. (H-M.). — IV. (Freiherrliches der Carl'schen Linie 1688). Geviert mit dem Stammwappeu im Herzschild. 1 und 4 durch einen silbernen Schrägfluss von Both und Blau getheilt (Aspan von Haag), ü und 6 von Silber und .Schwarz gespalten, darin aufrecht in gewechselten Tincturen je eine Turnierstange. - Drei gekr. llelme: 1. Geschlossener, wie das erste Feld bezeichneter Fing. Decken: roth-silbern. 2. Stammkleinod. Decken: roth-silbern, schwarz-silbern. Die llelmkrone mit einer schwarzen und einer silbernen Turnierstange nebeneinander besteckt. Decken: schwarz-silbern. (H.-M) -V. (Freiherrlichcs der Carl'schen Linie 1708). Wie vorhin, mit dem Unterschiede, dass der Löwe des Stammwappens nnd Kleinodes in der rechten PranKe eine silberne Haue (Hacke) an goldenem Stiele schwingt und im zweiten Felde die hintere Hälfte getheilt ist; daselbst unten Landau. 3 wie 2 mit gewechselten Spalthälften. — Die drei Helme von vorhin um einen vierten, gekrönten, mit dem Ffaueustutz von Landau, vermehrt. Decken daselbst: schwarz-golden. (U. M.). Uebcr den Ursprung dieser uralt-adeligen Familie ist mir nichts bekannt geworden. Jacob Hacklberger soll 1488 des Erzherzogs .Sigismund in Tyrol. daun Kaiser Maximilian's I. Ilofdiener und der Vater des Erasmus H. gewesen sein. Letzterer erwarb um das Jahr 1532 von den Forstuer das im 'i'raunvicrtel gelegene Schloss Höhenberg und baute es vom Grunde an neu auf. Er und seine Nachkommen schrieben sich fortan davon, wenngleich der Besitz bald in andere Hände kam. Erasmus H. (f 26. 3. 1553) war Kaiser Ferdinands L, — dessen besonderes Vertrauen er genoss, — Bath und Landcsanwalt in Oe. o. d. E. und vermalte sich mit Barbara Kölnpöckin, die ihm drei Söhne gebar, Christoph, Achaz und Jacob, welche 1566 als Landlente des Bitterstandes in diesem Kronlande eingetragen wurden. Jacob überkam Hohenberg, nahm zur Gemahlin Maria Magdalena Gummingerin und starb am 23. 6. 1587. Jnlius von Griinthal zu K remsegg und Christoph Pfefferl von Piberbacli, die Gerhabcn seiner Söhne, Erasmus II., Christoph II., Achaz IL und Hanns Adams verkauften d. d. 17. 5. 1590 Hohenberg an Kimrod Kölnpöck zu Ottsdorf und Salaberg. Achaz II. zu Kchrbach in N.-Oe. vermählte sich 1) 30. 4. 1620 mit Maria Magdalena von Rohrbach zu Klingenbrnnn, seines Vetters Jobst Wolf von Hackelberg zu Arbesbach Wittwe. 2) 30. 6. 1640 mit Susanna von Stubich und verkaufte sein Gut Kchrbach 1635 an Achaz 111. Hackelbergcr zu Arbcsbach. Er starb, wahrscheinlich kinderlos, 1648. Auch von einer DeBCcndenz seiner Brüder ist nichts bekannt. Achaz I, Jacob's Brnder, wurde von der Landschaft in Oe. o. d. E. als Hauptmann ilber zwei Fähnlein deutsches Fussvolk wider die Türken bestellt und starb im 36. Jahre seines Alters in Folge eines Ffeilschusses, IV. 5. den er vor Gran erhalten. Er hatte Eva von Eybesborg zur Gemahlin genommen, die ihm mehrere Söhne gebar, unter diesen Einen, Namens Jobst Wolf, welcher die Herrschaft ArbeBbach in N.-Oe. von den Erben des Hanns Wilhelm Herrn von Zelking an sich brachte. Seine Gemahlin Maria Magdalena von Bohrbach vermählte sich in zweiter Ehe, wie schon oben gesagt, mit Achaz II. von Hackelberg und verkanfte als Wittwe Arbesbach au den Bruder ihres ersten Gemahls, der allein den Stamm fortsetzte. Dieser, Maximilian Iiackelberger von Höhenberg, Herr zu Weyer am Traunsee nnd zu Arbesbach (f 26. 7. 1629) ehelichte am 24. 11. 1598 Sabina von Salburg (f 14. 8. 1626), dio ihm zahlreiche Nachkommenschaft gebar, aus welcher di r Sohn Achaz Hl. 1645 Kchrbach von seinem oben genannten gleichnamigen Vetter erkaufte und Arbesbach nach dem Tode seines älteren Bruders Jobst Wolf II., bezüglich nach Theilung mit seinen iibrigeu Brüdern d. d 24. 5. 1636 erhielt. Seine Gemahlin Anna ßegiua Schmidaueriu von Ober-Walsee schenkte ihm vier Söhne, Achaz IV., Carl. Gottfried und Rudolf. Der Erste von diesen besass Obenberg bei Schwertberg im Machlande, das jedoch nach seinem Tode wieder in andere Hände kam, war 1687 der o. d E 'sehen Landschaft Baithcrr und dreimal vermählt: 1) mit Maria Ursula von Wcidtliug. 2) mit Miraita Tochter des Herkules Beinald Baron Boccamaggiore. Erzherzogs Leopold Wilhelm Oberststallmeister. 3i mit Eva Elisabeth Herrin von Clam. Sein einziger Sohn zweiter Ehe Kranz Carl, kaiserl. Artilleriehauptm.-inn, war mit Catharina von Duhsky verehelicht und hatte einen Sohn Michael Joseph, über den nichts weiter verlautet. Budolf (f 10. 3. 1711), Achaz" IV. Bruder, Herr zu Kehrbach, kaufte 1687 Wieseiireuth in N.-Oe. Von seinen Gemahlincn 1) Anna Eleonora Freiin von Clam, des Wolf Maximilian Händl von Ramingdorf Wittwe, 2.) Maria Elisabeth Freiin von Clam hatte er nur mit der Letzteren zwei Töchter. Isabella Catharina, eine von diesen, vermählte sich in der Folge mit ihres Vatersbruder Sohn Josef von Hackelberg und Landau, dem sie Kehrbach zubrachte. Carl nnd Gottfried. die beiden mittleren Söhne Achaz' III. pflanzten zwei besondere Linien. Aus der Jüngeren ehelichte obigen Gottfrieds und dessen Gemalin Maria Sophia von Laglberg (?) Sohn Johann Rudolf im Jahre 1692 Susaima Magdalena, Tochter Georg Wilhelms Freiherrn von Landau. Dieselbe brachte ihrem Gemale das väterliche Gut Rottenbach in N.-Oe. und das alte Wiirttcmbcrg'sche W appen. als Landau'sches, zu, nachdem ihr Bruder Hanns Adaui schon zwei Jahre vor ihrer Vcrmälnng als Letzter seines Geschlechtes gestorben war. Uebor die Namens- und Wappenvcrcinigung von Hackelberg und Landau, wurde dem gesummten Geschlechte d. d. Wien 26. 3. 1708 von Kaiser Josef I. ein Diplom ertheilt. Die ältere freiherrliche Linie führt ausser dem Landau'schen Wappen überdies das Aspan von Hag'scho, wie ich meine unzweifelhaft wegen der Mutter des abgedachten Georg Wilhelm Freiherrn von Landau, Bosina geb. Aspan Freiin von Hag und Lichtennag, welche sich mit Ehrenreich Freiherrn von Landau vermält hatte. Mit ihres Bruders Jakob Sohn, Hanns Joachim Aspan Freiherrn von Hag war dieses Geschlecht erloschen gewesen. Joseph von Hackelberg und Landau (f 10. 6. 1716), Johann Rudolfs Bruder, vermälte sich wie schon gesagt, am 26. 4. 1710 mit Isabella Catharina von Hackelberg (t 8. 12. 1712), mit welcher er in den Besitz des Gutes Kehrbach gelangte. Sein Sohn Budolf Josef (f 12. 8.1766), Herr zu Kchrbach, 1704 Baitherr, 1758 bis 1763 der n.-ö. sehen Landschaft Verordneter, hatte am 24. 8. 1732 Maria Katharina, Tochter Ernst Sigismunde Freiherrn von Hackelberg und Landau zur Ehe genommen und mit dieser mehrere Söhne, von welchen sich jedoch nnr Franz 21 82 OBKBÜSTEEBEICHISCHEB ADEL. Xaver Josef, königl. Bergmoister zu Felsöbanya io Ober-nngarn, dann kgl. Oberbergverwalter zn Nagy-Banya nnd zwar mit Maria Clara Scbrötter von Wohlgemntheim vermalte. Er scheint diese Linie beschlossen zn haben, denn ein einziger Sohn Franz Xaver (geb. 19. 4. 1788) starb jnng vor dem Vater. Kehrbach gelangte an die ältere Linie. Ans dieser Letzteren that sich deren Stammvater Karl Hackeiberger, 1668 Landrechtsbeisitzer bei dein n.-ö 'sehen Landmarschallgerichte, 1673 der n.-ö.'schen Landschaft Baitlierr, dann Obereinnehmer, 1677 n.-ö.'sclier Begimentsrath, anlässlich der Türken Invasion 168S durch die von ihm getroffenen Anstalten zur Vertheidigung der beiden Viertel ober und unter dem Manhartsbcrge besonders hervor, wofür ihm Kaiser Leopold I. sein mit Brillanten besetztes Bild schenkte und mit Diplom d d. 4. 10. 1688 in den Freiherrnstand erhob. Mit weiterer Allerhöchster Besolution d. d. 8. 1. 1702 wurde diese Würde anf das Reich ausgedehnt und mit kaiserl. Diplome d. d 26. 8. 1708 die Namens- und Wappenvereinigung mit Landau genehmigt. Im Jahre 1678 hatte Karl v. H. dnrcli Kauf die Veste Kronsegg und Schiltern, Brandenburg'sclier Lehenschaft in N.-Oe.. von den Freiham von Geumann, 1681 die Herrschaften Beichenan und Gross-Pertholz ebenfalls in N -Oe.) von Magdalena Gräfin von Windhaag an sich gebracht, war 1702 den n -ö 'sehen Herrcnstandsgeschlcchtcrn einverleibt und am 8. März desselben Jahres in den stiftsmässigen Herren stand Oe.'s. o. d. E. aufgenommen worden. Er hatte sich zweimal vermält: 1) mit Maria Magdalena von Weidtling if 29. 7. 1701), 2) 1703 mit Bebekka Regina Potcntiana Heriin von Oedt, welche er nach kinderloser Ehe am lü. 3. 1710 als Wittwe hinterliess, nachdem er testamentarisch seine Herrschaften Gross-Pertholz und Reiche nan zu einem Majorate bestimmt hatte. Von seinen sieben Söhnen setzte nur Ernst Sigismund (f 10. 6. 1728), Majoratsherr nnd Herr zu Kronsegg und Schiltern, den Stamm bleibend fort. Derselbe vermälte sich 1) 24. 4. 1698 mit Maria Anna Katharina Freiin von Hoheneck, (f 13. 10. 1717), 2) *8. 1. 1719 mit Maria Helena Mati-miliana Fr.-iin von Andlau, mit welch' Letzterer er aber keine Nachkommenschaft hatte. Von seinen drei Söhnen war nur der Aelteste, Carl Josef Rudolf (f 30. 1. 1776) in den Stand der Ehe getreten und hatte zu Albrechtsberg a. d. Krems am 9. 10. 1731 mit Maria Anna Freiin von Lempruch Hochzeit gehalten. Sein einziger Sohn Johann Ehrenreich Joseph (geb. 1732, + in Folge eines anf der Jagd erhaltenen Schusses 15 12.1784) Majoratsherr, auch Herr zn Langenschlag und Kchrbach, vermälte sich mit Marie Johanna von Mirey, welche ihm zwei Söhne gebar, von denen Carl Leopold ledig starb. Budolf Joseph, des Letzteren Bruder, Herr zu Schönwald nnd Peterswalde in Böhmen, dann der vät> rlichen Herrschaften. hatte sich am 26. 7. 1785 mit Maria Christina Gräfin von Clary und Aldringen verehelicht und mit dieser, neben andern, zwei Söhne, Leopold Franz Budolf (f 28. 3. 1852) und Johann Nep. (geb. 30 4. 1794, f 21. 6. 1848) k. k. Generalmajor, welcher seit 7. 11 1826 mit Theresia Gräfin von Abensperg und Traun (geb. 29. 1. 1802. f 8. 3. 1844), Stkr.D., vermält war. Sein einziger Sohn, Freiherr Budolf Adam (geb. 8. 9. 1827) Besitzer der Herrschaft Pragwald in Steiermark, k. k. Kämmerer und Bittmeister, lebt in kinderloser Ehe mit seiner ihm am 25. 4. 1854 angetrauten Gemalin Panline geb. Gräfin Brigido. Des Freiherrn Leopold Franz Budolf und dessen Gemalin Maria Barbara geb. Gräfin von Apponyi (verm. 16. 11. 1811) Sohn, Budolf Freiherr von Hackelbcrg-Landau zu Höchenberg (geb. 3. 11. 1816), Herr der Herrschaften Gross-Pertholz, Kehrbach nnd Wasserhof nebst Beichenan, erbliches Mitglied des Herrenhauses des Beichsrathcs, ist seit 26. 4. 1854 mit Gabrielle Gräfin Sermage von Szoms- zedvar und Medvedgräd, Stkr. D,, vermält, welcher Ehe nebst drei Töchtern, ein einziger Sohn Carl Johann Ehrenreich am 13. 7. 1859 entsprossen ist. Derselbe hat den geistlichen Stand gewählt, innerem Berufe folgend. B.- u. H.-M., H., W.. Stammbuch des Johann Paul Frhr. von Geumann zu Lilienfeld, frciherrl Taschenb.). Ilackledt. (Taf. 30). Wappen I: In Gold ein schwarzer Bär, der ein silbernes Beil (Hacke) in den Pranken hält. — Gekr. Helm: der Bär mit dem Beil wachsend. Decken: schwarz-golden. — II. 'Freihorrliches) Schild wie vorhin, doch mit grünem Boden. - Drei gekr. Helme, davon der 2. zum Stamm wappen; 1. und 3. Drei Straussenfedern, goldenschwarz-golden. Decken: durchaus schwarz-golden. Die Freiherrn von Hackledt sind innviertler, seit 1533 adelig und kamen nach dein Teschencr Frieden mit ihrem Besitze nach Oesterreich herüber, blieben aber Bayern. Johann Joseph Innocenz und Anton Jacob (lebrüder von Haeckhledt erhielten am 7. 10. 1739 den churbaycrischon Freiherrnstand. Loopoid Ludwig Carl Maria (geb. 1763), auf Oberhöcking. llohenholting und fiross-Köllenbach, Bezirksamts Landau in Niedurbayern, wnrde unter dein 11. 10. 1787 in den Reichsfreiherrnstand erhoben und am 5. 3. 1813 bei der Freiherrnclasse der bayerischen Adelsmatrikel eingetragen. Zur Zeit der ersten Uebernahme des Innvicrtels durch Oesterreich finden sich bei der Landtafel, als dort angesessen, eingetragen: Johann Nep. Freiherr von Hackledt mit dem Freisitze Hackledt. Carl Joseph Eucharius Freiherr von Ilackledt mit dem Edelsitzu Tcichstätt und Johann Carl Joseph Edler von Hackledt mit dem Edel-sitze Wimliueb. Hackledt, das die Familie schon zu Anfang des 16. Jalirn. besessen hatte, ebenso wie Teulfenbach nnd Maasbach im ehemaligen Landgerichte Schärding, ging durch Kauf im Jahre 1802 an Johann Nep. Freiherrn von Peckenzell über. Teichstätt gelangte an den Freiherrn Leopold Ludwig Carl Maria v. IL, nach diesem an dessen Schwester Cäzilia. Anf Wimhueb ist 1804 Constantia Freifrau von Klingensperg, geb. Freiin von Hackledt bücherlich eingetragen. Freiherr Leopold bescliloss im Jahre 1825 sein Geschlecht im Manncsstamme. (Landt., N. S. bayr. Freiherrn, Lamprccht Beschreibung der Stadt Schärding a. Inn). Hafner. (Taf. 30).| Wappen I: (1604) Von Silber und Roth durch einen blauen Schrägbalken getheilt, dieser mit drei goldenen Löwenköpfen, von denen der mittlere gekrönt ist, hinter einander belegt. — Gekr. Helm: Zwischen rechts von Silber nnd Roth, links von Blau und Gold getheilten Hörnern ein gekr. goldener Löwe wachsend. Decken: roth-silbern, blau golden (K. k. A.-A.). - II. (1629) Geviert mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 und 4 in Roth anf silbernem Dreiberge ein silbernes Einhorn. 2 nnd 3 in Gold ein schwarzer mit drei (1,2) goldenen Lilien belegter .Sparren. Der Rückschild ist das dem Hanns und Paul (iebriidern Ernst von Kaiser Ferdinand I. d. d. Augsburg 20. 7. 1559 verliehene adoligo Wappen). — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: blau-golden; schwarz-golden. 2. Zwischen offenem, rechts rothen, links wie das 2. Feld bezeichneten Fluge, das Einhorn wachsend. Docken: roth-silbern, schwarz-golden. (K. K. A.-A.). D. d. Prag 19. 1. 1604 wurde der Bürgermeister von Wien, Angustin Hafner von Kaiser Bndolf II. in den Adelstand erhoben und dessen Sohne Martin Hafner, J. U. Dr. und n.-ö.'schen Begiuientsratho d. d. Wien 3. 4. 0BEKÖSTEBBEI8CHEB ADEL. 83 1629 die Vereinigung des väterlichen Wappens mit jenem seiner Mutter geb. Ernst gestattet. Martin 11. ist als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Landesanwalt in Oe. o. d. E. im jungen Ritterstando letzteren Erzherzogtumes am 30. ä. 1629 immatriculirt worden. Er vorsah von da an bis 1632 die Landesanwaltschaft, während welcher Zeit er, nach dem Todo des Grafen Adam von Herberstorf, nebst Dietmar Schifer von Freyling und Constantin Grundemann von Falkenberg von 11. 9. 1629 bis 5. 1. 1631 Verweser der Landeshauptmanuschaft gewesen war. Dieses Amt wurde ihm übrigens nach der Ernennung Hans Lud-wig's Freiherrn von Kuefstein zum Landeshauptmann, im Falle der Abwesenheit dieses Letzteren mit Allerhöchster Resolution d. d. Wien 13. 2. 1631 neuerdings übertragen. Unter dem 4. 3 1632 trat Martin H. als Regimentsrath in das n.-ö. sehe Uegierungs-Gremium über und bekleidete diese Stelle bis an sein Lebensende. 1627 hatte er den Spiess'schen Freihof mit den dazu gehörigen Gülten zu Mussdorf in N.-Oe., und bald darauf das Gut und Schloss Drössidl in demselben Kronlande erworben, worauf er auch in N-Oe. als begüterter Landmann unter die neuen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen wnrde. Er starb zu Wien am 24. 1. Hi51. Sein .Sohn David Christian Hafner zu Drössidl, 1668—16S6 n.-ö'scher Regimentsrath, dann liofkammer-rath, b<.-schloss seine Familie im Mannesstamme, nachdem er 1691* den Freihot zu Nussdorf. 1692 das Gut Drössidl verkauft hatte. So sagt Wissgrill. Ein von Letzterem nicht erwähnter zweiter Sohn Martins Hafner, Franz Bernard erstattete unter dem 15. 5. I7 war Eberhard schon todt, denn an diesem Tage zu St Florian verkaufte Leutold von Wald als Vormund der Kinder der Elizabeth, Eberhards von Hag Wittwe Otto. Sifrid, Margareta, Ottilia und Sophia 1'f. Pfg. auf dem Hofe zu Grünburg la. d. Ste\r, Pfarre Neukirchen, dem Pfarrer Otto von St. Florian. Zu Wien am 10. 5. 1322 eigneten die Herzogo Albreclit und Otto von Oesterreich dem Kloster Garsten zwei Höfe und eine Mühle „zu dem Wasen" bei St. Peter in der Au, — also unweit Haag, — welche Güter früher „Eltzbeth, Dieters Hausfrau von Himperch", Albcr der Hager ihr Sohn und Diethcr, Diethe» Sohn von Himperch, zu rechten Lehen von den Herzogen hatten. Elisabeth. Kberhard's von Hag Wittwe, hatte sich demnach in zweiter Ehe mit Dietrich von Himberg verbunden und von ihrem ersten Ehewirth einen Sohn Alber, welcher im Jahre 1297 bereits vogtbar gewesen sein niuss, weil er nicht unter den Kindern der Elisabeth in der oben genannten Urkunde des Vormundes Eberhard von Wald genannt wird Auch H gedenkt eines Alber (Albrecht) vom Jahre 1328, aber irrthiimlich als eines Sohnes Chunrat des Hager. Dio verläBsliche Stammreihe beginnt mit Veit Hager, 84 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Ritter, welcher 1857 von Ulrich dem Wäger die Veste Sitzenthal in N.-Oe. kanfte, mit Christine Ennenklin von Albrechtsberg vermält war nnd mit dieser dio Söhne Pankraz, Stephan, Martin, Hanns nnd Wolf hatte. Hanns war in erster Ehe mit Agnes Wolfstaincrin vermält. Sein Heirathsbrief ward auf .seinem Gesäss Datz Petzonkircben ao. 1367 geschrieben und von den Brüdern, Wölling, Stephan und Mörtl den Hagern bezeugt. Dass Hanns Burggraf zu Peillenstein war. wie Wissgrill sagt, habe ich 'nicht finden können, wohl aber bekleidete diese Stelle sein Schwiegervater. Am 5.11. 1870 gab .Otackcher der Wolfstain die zeit purkgraf ze Peylstein" dem Abte Heinrich von Mannsee einen Revers über seine (Otackchers) Stiftung zu Steinakirchen. Zeuge: sein Eidam Hanns der Hager. Noch 1418 versetzte Otto von Meissau. Oberster Marschall und Schenk in Oesterreich, die Hälfte des Hauses und der Stadt Allenstrig in N.-Oe. an Hanns den Hager. Dieser hatte in zweiter Ehe Barbara Morin zur Gemahlin und mit beiden Hausfrauen Söhne, deren Descendenz aber bald erlosch. Wolfgang Hager zu Sitzenthal und Einöd in N.-Oe., Veit's jüngster Sohn, überkam'1851 mit seinem Bruder Hanns, noch bei Lebzeiten des Vaters durch Cessiorisbrief von Heinrich und Johann den Geylleru deren Wappen, das die Hager nnu mit ihrem alten Schild vertauschten und worüber sie 1192 von Kaiser Friedrich eine Bestätigung bekamen. Sigismund Hager zu Allcutsteig, Winkelberg und Sebarn, Bitter, des Thomas H. zn Sitzenthal Sohn und Wolfgang's Enkel, erhielt von dem vorgedachten Monarchen 1492 die Erlanbniss in allen Erbländern Schätze nnd vergrabene Güter zu suchen, wnrde im nämlichen Jahre und dann wiederholt von Kaiser Maximilian 1195 mit dem Schlosse zu Martersdorf (Markersdorf ?) in N.-Oe. belehnt, verkaufte 1497 Sebarn, erwarb dagegen 1499 von Sigmund Puelachcr zu Puelach zu dem halben, von des Hanns Descendenz auf ihn gekommenen Theile von Allentsteig die zweitu Hälfte dieser Stadt und Herrschaft. Sigismund war von 1502-1517 Landesuntnrmarschall in N.-Oe,, in erster Ehe mit Dorothea von Hohenwart, in zweiter mit Elisabeth, Tochter des Sigmund von Pettenbrunn und der Dorothea von Lichtenberg, vermält. Nach ihren Epitaphien zu Allentsteig starb Letztere im Mai 1513, ihr Gemal am 18. 2. 1521. Von den zahlreichen Söhnen ist Veit II. <2. Ehe, f 4. 3. 1560) am 3 2. 153<1 als n.-ö.'scher Begiments-rath angestellt worden und wurde 1589 kaiserl. Hofrath bei der geheimen Hofkunzlei. Sein Sohn Hanns, aus der Ehe mit Susanua Wolfsbergcriu ist Anfangs der Erzherzoge Karl und Ferdinand Truchsess, 1505 Vorschneider nnd 15n9 bis un seinen Tod kuiserl. Oberstfalkenmeister gewesen. Er hatte sich zu Wien am 21. 4. 1566 mit Anna Maria von Schwendi. Schwester des berühmten Feldherrn Lazarus von Schwendi, vermält. starb aber 1596 ohne Descendenz. Sebastian Hager von Allcntstcig und Winkelberg, Veit's II. leiblicher Bruder verdiente seine ersten Sporen unter Niklas Salm in der Schlacht bei Puvia. wurde nachher von Kaiser Karl V. zum Bitter geschlagen, half als kaiserl Feldoberst 1527 den ungarischen (iegenkünig Johann Zapolyä nach Polen vertreiben, befand sich mit seinem Bruder Wolfgang. der bei dieser Gelegenheit den Heldentod starb, unter den Vertheidigern Wiens 1529, kämpfte später in Italien und zuletzt im schmalkaldischen Krieg gegen den Cliurfiirsten vou Sachsen. Er starb als Hofrath Kaiser Ferdinands I zu Allcntsteig am 9. 11. 1565; seine zweite Gemahlin Anna Ennenkl von Albrechtsberg folgte ihm im 92. Jahre ihres Alters erst am 12. 5. 1607. Von seiner ersten Gemalin CiiristinaEybensteinerin hutte er einen Sohn Leopold, welcher sich nach seiner ersten kinderlosen Ehe mit Rebekka von Sinzendorf, mit Amalei Flusshartin zn Pottendorf vermalte, die ihm nebst andoren .Kindern, einen Sohn Georg gebar, welcher Hedwig, Georg des Letzten Steger Tochter, zur Gemalin nahm und mit dieser Schloss und Gut St. Veit im Miihlviertel überkam. Nach Georg's Tode wurde St. Veit seines Vaters Stiefbruder Sigmund zugesprochen. Dieser (geb. 15. 2. 1547) ist der durch seine Lebensschicksale denkwürdigste Mann seines Geschlechtes. Schon als Knabe von nenn Jahren ward er ans dein väterlichen Hause gegeben, trat in Rohmen in dio Dienste des Ctibor Audrazsky z Kes-tran. des Wenzel von Schwamberg, dann in Oesterreich in jene der Grafen von Hardegg, in Sachsen in Dienste des Günther Grafen zu Sehwarzburg. Später kämpfte er unter Alba gegen den Prinzen von Oranien nnd machte in den Jahren 1578 uud 1579 die Feldziige in den Niederlanden mit, ging hierauf nach England, Sdjottland, Irland, Seeland uud Holland, diente zur See, focht mit Auszeichnung unter Howard in dem Treffen bei Cadix, bereiste Frankreich, Italien und dio nordischen Reiche und kehrte über Polen und Schlesien 1587 in die Heimath zurück. Er war um diese Zeit schon mit Jnlie von Althann vermält, welche er mit ihren Kinderu nach seinen vieljährigen Reisen in dem Glauben, über seinen vermeintlichen Tod in Trauerkleidcrn wiederfand. Auch jetzt hatte er keine Lust unthätig zu bleiben, trat als Rittmeister in kaiserl. Kriegsdienste wider den Erbfeind, wurde 1590 Hauptmann und Commaudant zn Kaschau in Obernngarn, wo er seine erste Gemalin begrub, 1594 kaiserl. Feldhauptmann zu Ungarisch-Altenburg, warb daselbst 1595 anf eigene Kosten 60 Knechte zu Fuss, die er zur kaiserlichen Armee nach Raab stellte, wurde darauf kaiserl. Feldoberst und zuletzt Oberster Foldhaupt-mann wieder zu Kaschau. Ermüdet zog er sich nun nach St. Veit im Miihlviertel zurück, nachdem er schon vorher, 1596. seine Herrschaft Allentsteig in N-Oe. mit Ausnahme der geistlichen und weltlichen Lehen verkauft hatte. Er wurde 160(1 in Oe. o. d. E zum Verordneten des Ritterstandes gewählt, unterzeichnete, als der lutherischen Lehre ergeben, 1608 das Biindniss zu Horn und endete zu St. Veit im April 1617 sein vielbewegtes Leben. Er hatte sich in zweiter Ehe zu Wien am 4. 10. 1592 mit Maria von Ech uud Hungersbach (f 25. 11. 1601), in dritter am 6. 1. 1604 mit Anna Susanna von Hoheneck (f 26. 1. 1617) vermält und von seinen drei Gcniahlinen 21 Kinder, aus denen Hanns Seyfried den Stamm fortsetzte. Letzterer (geb. 1611, f 22. 11. 1687) diente erst im dreissigjährigen Kriege, verehelichte sich I. 2. 1643 mit .Maria Magdalena Herrin von Kainacli, des Hanns Joachim von Trauttmansdorff Wittwe, mit welcher gemeinsam er noch in seinem Hochzeitsjahre von Hanns Wilhelm von Genmann die Herrschaft Trateneck, zu Ostern 1652 Schliisselberg t Beides im Hausruck viertel;, dann das Gut Stcinbach im Mühlviertel, St. Veit ebendaselbst, welches nach seines Vaters Tode verkauft worden war. iind 1669 das Gut Dorf a. d. Ens in N.-Oe. erwarb. Von diesen Besitzungen kamen die beiden erstgenannten jedoch bald wieder aus seinen Händen und ging Schliisselberg 1668 au Hanns Adam von Hoheneck, Trateneck an Adam Maximilian Grafen von Trauttmansdorff käuflich über. Stcinbach wurde von ihm an Wolf 31 aximilian Spiller von Mitterberg veräussert. Hanns Soyfried ist 1656 zum Ritter-standsverordneten in Oo. o. d. E gewählt worden, kehrte später zur römisch-katholischen Religion zurück uud erhielt hierauf von Kaiser Leopold I. d. d. 12. 1. 1671 dio FroiherrnwHrde. Er wurde noch in dem nämlichen Jahre in den o. d E 'sehen Herronstand aufgenommen und 1686 den u.-ö.'schen Herrenständen oinverleibt. Nach dem 1668 kinderlos erfolgten Tode seiner ersten Gemulin vcrmälte er sich in zweiter Ehe mit Katharina Kölnpöck (f 1689). Georg Khronreich's Spiller von Mitterberg Wittwe, die ihm zwei Söhne, Otto Sigismund und Otto Maximilian (f ledig 1694) gebar. Otto Sigismund zu St. Veit und Dorf a. d. Ens, OBER ÖSTERREICHISCHER ADEL. 85 kaiserl. Käinmorer, letzter Burggraf der Hofburg zu Wien, 1708 Verordneter des Herrenstandes in Oe. o. d. E.. vermälte sich 1) 1094 mit Maria Barbara Herrin von Oedt (t 18. 9. 1700), 2) 1707 mit Maria Beata Franziska, Tochter Christoph Adams Grafen Kazianer zu Piberbach, Weyer und Wolfstein, durch welche er in den Besitz der drei letztgenannten Güter gelangte. Diese, wie auch St. Veit im Mühlviertel, sind jedoch noch bei seinen Lebzeiten oder jedenfalls aus der Vcrlassenschait nach seinem 1758 zu Wien erfolgten Tode verkauft worden, nachdem sich dieselben nach den Einlagebüchern bei der o. d. E 'sehen Landtafel zu Anfang der zweiten Hälfte des vorigen Jahrh. sämmtlich in anderen Händeu befanden. Drei Kinder überlebten ihn. Von ihnen ist die Tochtor Maria Carolina Magdalona Franziska (geb. 21. 7. 1701, f 12. 1. 1793) hervorzuheben, eine der geistreichsten Frauen ihrer Zeit, Kaiserin Maria Theresia's Hofdame, dann der älteren Erzherzogineu Obersthofmeisterin, schliesslich, seit i 746. die Gemahlin Johann Wilhelms des letzten Fürsten von Trautson. Der einzige Sohn Otto Sigismunds, Franz Aloys Freyherr von Hager zu Alleusteig (geb. 13. 9. 17-2; focht schon nnter dem Prinzen Eugen am Bhein, dann in Ungarn bis zum Belgrader Frieden, avancirte mit 36 Jahren zum Feldmarschall-Lieutenant, inusste jedoch, in Schlesien wiederholt verwundet, 1758 dem Dienst im Felde entsagen und wurde Festungscommandaut in Olmiitz, dann Ajo der Erzherzoge Anton, Johann. Ludwig, Bainer nnd Budolf. Er starb als Kämmerer, geh. Bath und Obersthofmeister des Erzherzogs Bainer am 26. 12. 1812. Von seiner Gemahlin Maria Anna Grälin von Schlick (geb. 1734, vermält 20. 9. 1753, f 4. 12 1787) hinterblieben zwei Söhne, Franz, k. k. Kämmerer und geh. Bath (t ledig 31. 7. 1816) und Johann (geb. 8. 6. 1761., welcher die meisten Feldziige Beiner Zeit, theilweise als Fingeladjutant des Erzherzogs Karl mitmachte. Im Jahre 1809 focht er als Beitergeneral bei dem siegreichen Heere des Erzherzogs Johann in Innerösterreich, dann bei Sacile und Pordenone, wurde nach erfolgtem Friedensschlüsse Feldmarsehall-Lieutenant, dann interimistischer comman-dirender General im Banate und geh. Bath. Nach seinem 25. 10. 1822 erfolgten Tode ist in der Domkirche zu Temesviir der Schild dieses uralt adeligen, rühmlichen Geschlcchtes zerbrochen worden. Freyherr Johann war seit 11. 11. 1809 mit Maria Magdalena von Illi'ssy (geb. 31. 7 1793) vermält gewesen, dio ihm am 8. 2. 1813 eine einzige Tochtor gebar, die nachherige Dichterin Jnlie Marie Christino, Gemahlin des Grafen Alexander von Oldofredi. (U.-B., H., W., B.- und H.-M., Jahrbuch der heraldischen Gesellschaft „Adler" 1874, freyherrl. Taclienb.) Hulcheiibucli (siehe Falkenstein) (Taf. 30). Wappen I: Zwei gefluthete Pfähle. (Nach dem Siegel Heidenreich's von Haichenbach 1253; Original zu Stift SchlBgl.) — II. Ein Dreiberg, dessen mittlerer Berg die beiden anderen überhöht. (Nach dem Siegel Budeger's von Haichenback, 25. 3. 1291; Original zu Stift Schlägl). Die Haichcnbaclier sind urverwandt mit den Falken-steinern und wurden Beide schon von Wig. Hund für Ein Geschlecht gchalton. Nicht nur, dass die Besitzungen Beider im Mühlviertel unter einander vermengt lagen, dio Haichenbacher nnd Falkensteiner stet3 neben einander auftraten, dass bei Beiden dieselben Taufnamen üblich waren, dass die ursprüngliche Anlage des Klosters Schlägl (zu Odenkirchen) durch Calhoch II. von Falkenstein auf Haichenbach'schen Boden geschah, so kann auch der Zusammenhang beider Linien in fast zwingender IV. 5 Weise auf Grund dessen nachgewiesen werden, dass am 29. 7. 1204 Wernhcrus de valchcnsteine in der Beihe dor Passauer Ministerialen eine Urkunde des Bischofcs Wolfker bezeugte, und nur jener Wernher von Haiclienbach sein kann, der schon 1173 mit seinem Bruder Otto auftritt. Ein Wernher von Falkenstein aber kommt in diesom Zeiträume sonst nicht vor und so wäre derselbe als Haichenbacher ein Bruder Calhoch's II. von Falkenstein gewesen. Der Unterschied im Wappen kann natürlich nicht in Betracht kommen. Die ilaichenbacher, welche mit ihrer Burg gleichen Namens im Mühlvicrtel die Donau dominirten, bekleideten, wenigstens zu Anfang des 13. Jahrb., das Passau'sche Marschall-Amt, und stifteten wie die Falkcnsteiuer nach Schlägl. Otto von Haichinpach erscheint 1220 als Marschalk. Chunradus de Ilcichcnpach steht mit Chunradus de valchcnsteine 1226 unter den Zengen ex miuisterialibus pataviensibus in dem Vertragu zwischen dem Hochstifte Passau und Graf Chunrat von Wasserburg über dessen Abtretang der VeBte Vicchtenstein. Arn 8. 3. 1253 gaben Mechtildis, Chunrat's v. H. Wittwe, und deren Sohn Rüdiger dem Kloster Schlägl ihren Hof zu „wautschabeii" (Wandschamel, Pfarre Rohrbach) und bestätigten eine von Wernher. beate memoric, (Rudigers Urnderj demselben Stifte gemachte Schenkung von zwei Höfen in Iiorowe llarau. Pfarre Ruhrbach.. Zn Ende des Jahres 1258 oder Anfangs 1259 erkaufte Wok von Rosenberg von Rudlin von Haichenpach dessen gleichnamige Veste. Dem Bischöfe Otto von Passau kam dieser Kauf, wodurch die Burg aus den Händen schwacher Vasallen in jene mächtiger Herren kam, höchst ungelegen, und wusste er den Rosenberger zu bewegen. dass sieb derselbe am 16. 4. 1259 einem Schiedssprüche unterwarf, nach welchem er die Veste dem Bischöfe unter bestimmten Gegenleistungen herausgeben musste. Diese Uebereinkunft scheint übrigens keine weitere Folge gehabt zu haben, als dass Rüdiger von Haichenbach wieder in den Besitz seiner Stammburg gelangte, denn sowohl er als auch seine Söhne besassen dieselbe und erst am 30. 6. 1303 verkaufte Bnger mit Einwillignng seiner Hausfrau und seines Sohnes l'liadolt und seiner übrigen Erben alle seine Passau "sehen Lehen au Bischof Wernhart. Am 13. 1. 1269 vergabte Calhoch III. von Valchenstain verschiedene Güter und Benten dem Kloster Schlägl; unter den Zeugen: Bndiger von Haichenbach. Des Letzteren Vetter Heidenreich von Haichcnbach übergab am 11. II. 1289 mit Einwilligung seines Sohnes Heinrich zwei Höfe in Horowe zu seinem und seines Sohnes ('hnn-ratli Seelenheil dem Kloster Engelszell und im selben Jahre gaben „Heydenricus dictus de haychenbach" nnd sein Sohn lieynricus, der in seiner Krankheit eine Stiftung zu machen versprach, dem nämlichen Kloster einen Hof „qui dicitur mayrhoph" (Pfarre Bohrbach). — Seydel von Haichenbach stiftete am 18. 8. 1301 mit Einwilligung seines Bruders Chadolt nach Schlägl, und am 2. 2. 1303 bestellte sein Vater ßveger der Hayhenpech .als er wolt varen gegen Oesterreich zv seinem aydem hern Weicbarten von Topel vnd zv seiner tochter- den Calhoh (IV.) von Valcheustayn, und dessen Sohn, Heinrich (II.; zu Vögten über die Güter Horaw und wantschabeu und schaffte ihnen darauf eine jährliche Chvonigstewer von 10 Pfund Pf. Im Jahre 1337 kaufte Bischof Albrecht von Passau von Ulrich von Haichenbach Güter zu Chunradsdorf, zu Witzleinsdorf (Pfaire Mederkapell), zu Tekleinsbach, (Tagleinsbach, Pfarre I'utzlcinsdorf), zu Horau (Harau, Pfarre Pfarrkirchen), zu Haichcnbach sammt dem Burgstall daselbst, zu Beinartsöd. zu Puchbrunn, die Fischweide zn Kerschbaum (unterhalb Haichenbach) und zu Ahorn, Mit diesem war der Best der Haichenbach'schen Güter vom Hochstifte Passau erworben. 22 86 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL .s Stammtafel. Chalhoch (II), de Valchenstein (t 30. 9. OtloI.de Eichenpach, 1173. Wernher I. de Eichenbach 1173, de Val-1238) (siehe Falkenstein). __chenstein 1204. Otto II. de Haichenbach, 1206—1220. Clinnrad I. de Haichenbach, 1206-1226; nx. Mechtild, vid. 1253. Heidenreich L, 1253 - 1289. Wernher II. 1218-1241. Buger I., 1249 1303; ux Margret von Tannberg, 1249. Heinrich IL, Chunrad II., 1279.' 1283 -1289. Chadolt,1300— 1303, { circa 131ö;nx. Bcn-ditt, vid. 1316. Seidel. (Sei- Filia, nx. Filia nx. frid)iinKloster Woichart's Ulrich's von Schlägt, von Topel dem Stain, 1301—1316. 1302, 1303. 1303. Ulrich II. (Uli) 1316-1337 f Jd. Oct.; nx. Elisabeth. Bugcr II. (Budel) 1316—1337. Petrissa ~ Offmya. Stiftsarchiv Schlägt, Strnadt-Velden u. Penerbach, (U.-B.) Halm (Haimb) (Taf. 31.) Wappen I: Geviert. 1 nnd 4 iu Silber aus dorn Hinterrand hervorgehender geharnischter Bechtarm einen, mit einer Kette an die Ellbogenschiene befestigten Pnsikan haltend (Stammwappen). 2 und 3 in Schwarz ein goldener Bär (Ferner von Eauhenschachen). — Zwei gekr. Helme: 1. Vier abwechselnd silberne und blaue Straussenfedern. Decken: blau-silbern. 2, Der Bär wachsend. Decken: schwarz-golden. (N. S. Kärnthner Adel und o. d. E'sche H.-M). — II. Geviert mit dem Stammwappen im Herzschild (der Arm geht im rechten Obereck aus einer Wolke hervor). 1 und 4 von Silber und Schwarz dreimal getheilt, darüber der goldene Bär. 2 und 3 von Silber und Blau nennmal getheilt, zur Pfahlstelle ein goldener Scepter, beseitet von zwei abgekehrten, goldenen Adlerköpfen. — Drei gekr. Helme: 1. Zwischen offenem, wie das 1. Feld getheiltem uud tingirten Fluge der Bär wachsend. Decken: schwarz-golden. 2. Vier, abwechselnd silberne und blaue Straussenfedern. Decken: schwarzgolden, blau-silbern 3. Zwischen offenem, wie das 2. Feld getheiltem, tingirten und je mit dem Adlerkopf belegtem Fluge der Scepter. Decken: blau silbern. (K-M.) Die Familie, welche auch in Kärnthen und in Oe. o. d. E. begütert wurde, ist nach ihrer eigenen Chronik steyrischen Ursprungs und bezeichnet einen Heinrich Hai-lner, um 1400, als Stammvater. Dessen Sohn Andreas wird Haimer zu Schwanberg (in Steiermark) genannt, ein etwas pomposer Titel. Dio Veste gehörte den Pettanern nnd war. nach dem Tode des Letzten dieses ansehnlichen Geschlechtes, Friedrich, an dessen Tochter Agnes von Stubenberg gekommon, die es mit ihrem übrigen väterlichen Besitze an Kaiser Friedrich III. im Falle ihrer Kinderlosigkeit ao. 1443 vermachte. Darnach schreibt Pfarrer Unrest über die Gewaltthaten des Bebellen Andrä Paumkirchcr und seiner Genossen im Jahre 1469: „In der Zeyt ergab sich auch das Geschloss Kapfenberg, das Herrn Hannsen von Stubenberg war: auch ergab sich Swannberg. das auch sein war." — Aber auch als Pfleger zu Schwanberg habe ich die Haimer nicht finden können, — als solcher war zu des Andrä Haim Lebzeiten Hanns Spangsteiner dort bestellt, — und so meine ich, dass die Haimer Inwohner des Marktes Schwanberg gewesen seien, und von dort hervorgegangen sind. In Steiermark sind sie kleine Leute geblieben, bis sie sieb durch Hanns Haimer, der der Bömisch-Kaiserlichen Majestät und des Erzherzogs Carl Bath gewesen ist, höher stellten. Dieser Hanns, — in seinem 85. Jahre am 16. 3. 1567 zu Graz in seinein Freihanse gestorben, — war sechsmal vermählt: 1) mit FeUcitas Huefnaglin (.begraben zu Guntersdorf in N. Oe.), 2; mit Margareta Bauberin von Weineck, Materni ltambscliissrs Wittwe, welche am Samstag vor Beminis-cere in der Fasten 1525 zu Gunsten ihres zweiten Ge- mahls testirtc, 3) mit Begina Hagin (f zu Windischgrätz in Steiermark 1555, 4) mit Iudith Eggenbergeriu aus dem später fürstlichen liauBe, der Schwester des Grazer Bürgermeisters (Heirathsbrief d. d. Sonntag nach St. Nico-leitag 1555, f 1560), 5) 8. 1. 1561 mit Catharina Bind-schaidin (+ zu Graz letzten Februar 1564) u. 6) mit Margaretha Draxlerin von Nenhaus. welche er als Wittwe hinterliess. Ans seiner zahlreichen Nachkommenschaft sei erwähnt Andre von Haimb zu Truttendorf nnd Sorgendorf (geb. in dritter Ehe 10. 9. 1548), des römischen Königs Maximilian II. Edelknab, 1566 und die folgenden Jahre in kaiserl. Kriegsdiensten, 1611 kämthnerischer Verordneter auf den beiden Landtagen zu Klagenfurt, war in erster Ehe mit Felicitas Lciningerin vermält; nach dieser nahm er Bosina, des Edl- Gestrengen Bitters Herrn Georgen Stadlers zu Liccliteneck nnd Freyberg und Frauen Ehren-draut von Altenliauss Tochter, nnd ward die Hochzeit den 7. 9. 1578 zu Scliwauberg gehalten. Andrä blieb ohne Söhne. Seine Tochter Begina vermälte sich mit Hanns Jabornigk, dessen Nachkommen Max Herrn von Jabornegg Freiherrn von und zu Gambsegg wie auch des Letzteren Vettern Johann Karl und Georg Christoph bei deren am 7. 3. 1667 erfolgten Freiherrnstandserhebung das Haimb'sche wie das Perner'sclie Wappen in den Biickschild gegeben wurde; wogen Pcrner ist hierzu jedoch gar keine Veranlassung gewesen. Andrä's älterer Bruder Christoph, geb. in 1. Ehe zn Arnfels in Steiermark Donnerstag vor Lichtsmess 1517, kam als Kind an des Königs Ludwig Hof, des letzten Jagellonen, und als dieser 1526 bei Moh'acz gegen den Erbfeind verblutete, zog er mit der Wittwo, Kaiser Karl V. Schwester, in die Niederlande, diente gegen Frankreich, dann wider den Türken in Ungarn, aber er sollte nicht in offenem ehrlichen Kampfe sein Leben lassen. Ein Unterthan crschoss ihn meuchlings am 6. 6. 1571, als er nach Beichenstein im Machlando von einem Hofe heimwärts ritt. Er ward zu Wartberg in der Kirche begraben. Beichenstein hatte er von den Liechtensteinern gekauft, und sich dort mit seiner Gemalin Apollonia, dos letzten Perners zum Bauhen-Schachen Tochter, zur Buho gesetzt. Sie überlebte ihn 29 Jahre, starb zu Wien in ihrem 81. Jahre und wurde dort bei den Minoriten beigesetzt. Von seinen Söhnen widmeten sich dio Meisten dem Kriegshandwerke. Dietrich war mit dem spanischen Succurse gegen den Erbfeind nach Malta gekommen, wurde dort „von einem Pfitsche-Pfeil hart verwundet-, trat genesen in portugiesische, dann wieder in spanische Dienste, in welchen er starb. Seme Gemalin Anna von Schön-kirchon, mit welcher er sich aui 12 1. 1575 zu Wien hatte trauen lassen, blieb kinderlos und starb um 21. 5. 87 OBEBÜaTERREICHlSCHER ADEL. 1593. Der Bruder Georg (f 4. 4. 1583) liegt mit seiner ebenfalls kinderlosen Gemalin Sidonia von Hohberg if 1602j zn Wartberg. Christoph Freiherr von Haim zum Reichenstein, ebenfalls Christoph des Aelteren Sohn (geb. zu Seekau 18. 4. 1552), ist 1585 als Mitglied des o. d. E.'-schen Herrenstandes eingetragen. Btand Anfangs erst als Landsknocht, dann als Reiterfähnrich gegen den Türken im Felde, wurde dann Kaiser Rudolf II. Hofkanimer-Rath bis 1593, hierauf Oberst aber 500 von den o. d. E."sehen Ständen gegen den Erbfeind ausgerüstete Knechte und schliesslich von vorgedachtem Kaiser zum Conunandanten von Kanizsa in Ungarn bestellt, welche Stellung er krankheitshalber niederlegte, zu Wien 25. 8. 1611 starb und bei den Miuoriten beigesetzt wurde. Seine Gemalin Esther Herrin von Oedt setzte dorn Sohne Georg Christoph in der Pfarrkirche zu Eferding einen Gedenkstein. Stephan (geb. zu Seckau 17. 5. 1553), auch ein Sohn Christoph des Aelteren, stand ebenfalls in Ungarn in Kriegsdiensten, ward Commandant zu Agram, dann des Erzherzogs Matthias Vorschneider und Mundschenk, auch n.-ö.'scher Regimentsrath und Raitberr. Seine erste Gemalin Marusch Herrin von Landau (verm. 6. 11. 1588, t 17. 5. 1589) wurdo zu Wartberg bestattet: mit der Zweiten, Anna Maria von Gundreching, fand die Trauung am 13. 11.1594 zu Heinrichschlag statt. Von den Söhueu Hanns Christoph fgeb 7. 11. 1595), Wolfgang (geb. 20 7. 1597j, Otto (geb. I. 2. 1601, f 13. 4. 1601) und Hanns Wilhelm (geb. 20. 10. 1603, f 11. 2 1604) standen dio ersten Zwei in kaiserlichen Kriegsdiensten nnd blieben unvermält Hanns Freiherr Haim zum Reichenstein (geb. 12. 2. 1544), der jüngste Sohn Christoph des Aelteren, verglich sich mit seinen Brüdern Dietrich, Georg und Stephan d. d. Wien 17 5. 1575 um Reichenstein nnd wurde mit Diplom d. d. 8. 1. 15S2 im Vereine mit seinen Brüdern Georg Christoph und Stephan, — Dietrich mag, weil abwesend. übergangen worden sein, — von Kaiser Budolf II. iu den Freiherrnstaud erhoben. Im Diplomsconcepte bei dem k. k. A.-A. zu Wien ist das Wappen nicht enthalten und überhaupt fraglich, ob ein solches in dem bezüglichen Originale vorkam. Freiherr Hanns ist der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath. Regent des Regiments der n.-ö.-sclien Laude, dann Reichshofrath und 1604 — 1605 Verwalter der Landeshauptmannschaft in Oe. o. d. E. gewesen. Seine erste Gemalin Margaretha Herrin von Schön-kirclien, des Nicolaus Freiherrn von Jurischitz zu Giins Wittwe (verm. 1573. f zu Reichenstein 24. 1. 1602) gebar ihm zwar einen Sohn, Hanns Ehrenreich, welcher aber in der Jugend starb. Johanna Maria, eine Tochter aus seiner zweiten Ehe mit Maria Johanna Herrin von Hoyos (renn zu Wien 1606), wurde dem Grafen Wenzel Roi-> cliard Herren zu SpriuzenBtein angetraut, welchem sie nach ihres Vaters am 13. 3. 1616 zu Wien erfolgten Tode Reichenstein zubrachte. (K.k. A.-A., H.-M., H., Muchar Geschichte der Steiermark, N. S. Kärnthner Adel). HüUinger (Taf. 31). Wappen: In Roth ein grüner Dreiberg; aus .jedem Hügel wächst je eine silberne Rose an ihrem grünen Blättorstielc. (R.-M.i Die Hällingcr sollen im ersten Giiltenbuclie 1525 zu den Landleutcn gezählt worden sein. Hanns H. fertigte zu Ort am Traunsee am Pfingstmontag 1543 den Hei-rathscontract des Wolf Märkli von Haimliofen mit Sophie Herleinspcrgerin. Ob etwa jener Paul Hollinger, Uber welchen Michael von Traun zu Eschelberg am 7. 7. 1481 an Bartholomäus von Starhemberg schrieb, dieser möchte dem Ersteren die Pflege von Lobenstein verlassen, und welcher Paul H. im Jahre 1493 Pfleger zu Velden war, Eines Geschlechtes mit den Hällingern gewesen ist, habe ich nicht finden können. (B.-M, H., Strnadt-Velden). llallwyl (Hallweil) (Taf. 31). Wappen I: In Gold ein offener, schwarzer Flug. — Gekr. Helm: Offener, silberner Flug. Decken: schwarz-golden. Devise: „Prompt comme l'aiglc, et pur comme Tor." — II. (1671). Wie vorhin. Zwischen dem offenen, silbernen Fluge des Kleinodes ein goldenes „L". darüber die Kaiserkrone (Kaiser Leopold I.) Dieses Geschlecht ist nur mit einem seiner Mitglieder kurze Zeit in Oesterreich ob der Ens. ohne gleichzeitige Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft, angesessen gewesen, doch aber habe ich vorgezogen, über die Herkunft der Familie und ihre Genealogie Ausführlicheres zu berichten, weil meines Wissens eine bezügliche zusammenhängende Darstellung noch nicht im Drucke erschienen ist. Die llallwyl gehören dem Uradcl des Aargaues an uud sasseu daselbst schon auf ihrer Veste gleichen Namens am nahen Hallwyler See, zu der Zeit, in der Ge-schichtsurkunden beginnen, als reichsfreie Dynasten. Sie treten zuerst mit Diethelmus de Halvile auf, der 1114 einen Stiftsbrief nach Kloster St. Blasien unter den no-biles bezeugte, und ein Dorfrodel der Gemeinde Iiend-Bchikou vom Jahre 1220 nennt als eine Gerechtsame der Letzteren, sich den Twingherren aus dem Geschlechte der llallwyl frei wählen zu dürfen Ao. 1256 vergab Walther v. H. auf seinem gleichnamigen Schlosse ein Gut zu Seengen dem Kloster Kappel mit Willen „mee conjugis et omniuin filiorum meoruin et filiarum videlicet: Walteri, Bertoldi, Adelheidis, Sophie tunc temporis genitorunr, uud erklärte, er wolle die Klosterbrüder daselbst schützen, wie seino Vorvorderen getliau. Als unter der, in den ersten Jahrzeheuten dieses letztgenannten Jahrhunderts im ßeiebe eingetretenen Anarchie sich Viole aus dem Schweizer Adel an das nun aufkeimende Gemeinwesen der Stadt Bern anschlössen, Andere sich als Lehcnsleute unter den Schutz der mächtigeren Geschlechter stellten, mögen auch die Hullwyl unter Kyburg'scho Lchensherrschaft gekommen sein, und als die Besitzungen dieses Hauses durch Erbschaft uud Vergleich an die Habsburger gediehen, waren auch die llallwyl in das Dienstverhältniss zu Letzteren getreten. Dominus Berchtoldus du Hallvile bezeugte bereits 1261 als Miiiistcrialc des Grafen Rudolf von Habsburg einen Schenkbricf dieses Letzteren. Als Vasallen des Erzhausen Oesterreich bluteten sie bei Morgarten, bei Sempach, am Stoss, bei Bruggbach, in den Appenzeller Kriegen und fochten noch bei St. Jakob. Auch sonst leisteten sie ihren Herren stets getreue und wesentliche Dienste iu den vorderen Landen, wo sie bedeutende Aemtcr bekleideten, so insbesondere das Mar-schallamt vom Gotthard bis zum Eggenbach im Elsass, das bereits Johann v. H. (f 1348) inne hatte Am Freitag nach Pfingsten 1380 bestätigte der sechs Jahre später bei Sempach gefallene Herzog Lenpold den Söhnen dieses Johann, Uemann 'schweizerische Bezeichnung für „Johann" ), Rudolf und Thüring und dem Sohne Walthers (III.) Hänsli, in einem noch vorhandenen Briefe deren Leliens-besitzungen und B echte, unter welchen vorsilglich genannt sind: die Veste Wildegg, das Gesäss zu Lenzburg, das, wie der Thurm zu Aarau, dem Herzoge stets offen gehalten werden soll, die Dörfer Holderbauk, Mörikon, Altenburg, llägglingen, Anglikon mit ihren Leuten und Zugehörungen, der Dinghof zu Holderbank, das Laudgo-richt zu Varwangen „mit dem Geleit nud den grossen „Gerichten mit Stock und Galgen über Diebstahl und „Frevel und was auf der Landstrasse geschieht von „Hengstfluh bis an den Huunenbühl unter der Baldegg 88 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. „am Kreuz, das man jährlich erkennet im Dingliof zn „Varwangen. Und wenn die Herzoge von Oesterreich im „Felde liegen, dann Boll jeder Aelteste von Hallwil ihres „Volkes Handulk sein, welchermassen dies die Aoltcsten „von Hallwil je nnd je hergebracht haben." Budolf (II) von Hallwyl (f 1440' kaufte von Johann dem Alten, Grafen von Habsburg, die Grafschaft Varwangen im Aargan. wo das Geschlecht bereits das Landgericht von früher inne hatte und war ..durch zuthun des „genannten Rudulfts von Hallwil. der trüwe vnd guten „willens halb so er zn dem loblichen Hus von iisterrich „hatt, so viel flisses gethon, daz der durchlfichtig Hoch-„geporn fürst vnd her her Albrecht liertzog ze Oester-„rich der alt süllichs (nämlich die Grafschaft Fahrwangen) „mit andern sinen lelien von dem Heiligen Bömischen „Bich zu lehen empfing, von dem der genannt Rudolff „von Hallwil das alles fürer zn leben empfangen und „darinen betrachtet Hatt. daz es in der Herschaft von „Oesterrich land ist gelegen vnd nn hinfür durch di von „Hallwil denen das zugehört vnd Ir ist mit andern iren „lehen von der herschaft von Oesterrich, von der es nu „zu Lehen darrührt, zn lehen sol empfangen werden als „ein affter lehen von dem heiligen Bömischen Bich dar-„flissend." Die Besitzungen der Hallwyl dehnten sich nun über den halben Aargau aus und zählten sie im 15. Jahrhundert zu den mächtigsten Schweizer Geschlechtern. Auf diese Zeit und im Besonderen auf den Besitz der Grafschaft Fahrwangen fusst sich der Grafentitel, dessen sich die Familie, jedoch immer nur im Auslande, bediente nnd noch bedient, während sie in ihrer Heimath, der Schweiz, den dort einzig anerkannten des einfachen Adels führt. Diplomsmässig ist iiberdiess die böhmische Linie in den Grafenstand gekommen. Nach der Eroberung des Aargaus durch Bern erhielt ein Thcil des Geschlechtes das dortige Bürgerrecht, d. h. das Becht zur Theilnahmc an der souverainen Regierung dieses Staates, von welchen Vorzügen die Hallwyl jedoch nie Gebrauch machten und sich fast ausschliesslich nur dem Kriegsdienste in nnd ausser Landes widmeten, allen voran Hanns v. H., der sich vorerst in den Kriegen der Podiebrade und der Hunyade gebildet hatte, dann die Berner 1470 bei Granson und bei Murton befehligte, nach der enteren Schlacht von dem Obcrhaupto des eidgenössischen Heeres, dem Berner Scbultheiss von Scharnachtal, den Ritterschlag erhielt und bei Murtcn. wo er die Vorhut führte, durch seinen kühnen, Belbstständigen Angriff Vieles, wenn nicht Alles, zum Siege beitrug. Vier Jahre später, am Freitag nach Cunceptionis Marine 1480 bestätigte der Schultheiss und Rath von Bern denen von Hallwyl iliro Rechte und zwar die niederen Gerichte iii fünf Ortschaften, dieselben nebst woiteren Privilegien in vier anderen Orten und den halben Thcil des Gerichtes zu Seengen. „Sie sollen auch bei ihr Grafschaft Fahr-,.wangen bleiben wie ihr Rodel das lauten und dargeben." Es würde zu weit führen, an dieser Stelle über die Detail-Geschichte dieses Hauses, welches sich in vielen seiner Mitglieder in den Türkenkriegen und im Kirclien-und Staatsdienste in besonderer Weise rühmenswerth her-vorthat, fortzufahren. Eine knrze genealogische Darstellung des Geschlechtes das sich im 17. Jahrhunderte neben dem Schweizer Hauptstamme noch in die jüngere, elsäs-sische, in eine schwäbische und eine österreichische Linie theilte, möge noch folgen. Die Letztere, welche zu Kaiser Leopolds I., Kaiser Carl's VI. und der Kaiserin Maria Theresia Zeiten eine bedeutende Rolle am Hofe nud im Heere spielte, blühte in einem jüngeren böhmischen und einem älteren Aste, welch" Enteren 1749 der reiche Graf Josef Carl von Hallwyl beschloss, der prachtliebcnd und verschwenderisch auf seinem Schlosse PiBchely, vier Meilen südlich von Prag, gehaust, und dort den Besuch Kaiser Carl's VI. empfangen hatte. Der ältere Ast, dem Ferdinand Leopold Graf von Hallweil, im Volksmunde der „schöne Kämmerer", angehörte, wolcher am 10 8.1696 durch Meuchelmord im ,Gatterholz" bei Wien ein tragisches Ende nahm, dieser ältere Ast vereinigte sich durch dicVeriuälung der Gräfin Franziska Romana mit Joliunn Abraham von Hallwyl 1775 neuerdings mit der Schweizer Hauptlinie. Aus der Ehe des kaiserlicheii.'Felduiarechall-Lieutenants Franz Anton Grafen von Hallwyl und dor Maria Anna, geb. von Ciarolli, verwittweten von Suttucr, im Jahre 1758 entsprossen, war Franziska Romana. kaum dem Kindesalter entwachsen, zu auffallender Schönheit erblüht, in der sie am llofe der Kaiserin zu Wien aller Augen, und auch die Blicke ihres nachherigen Geniales auf sich zog. Als reiche Erbin von der Mutter für das Kloster bestimmt, zn dein sie keinen Beruf fühlte, entfloh sie. — es mochto wohl nicht ohne Zuthun Johann Abraham's von Hallwyl geschehen sein, dein als Protestant ihre Hand kaum erreichbar war, — im Alter von siebzehn Jahren aus dem väterlichen Hause zu Wien, dem jetzigen Graf Breunner'sehen Palais in der Singentraaae, und wandte sich, begleitet von einer älteren Stiefschwester und einem schweizerischen Verwandten, nach Kern, wo sie sich unter den Schutz des Rathcs stellte, Protestantin wurde und dem Manne ihrer Wahl die Hand reichte. Diplomatische Verhandlungen hierauf zwischen Wien und Bern, der Verlust des grossen, väterlichen Vermögens durch Enterbung, ihres Gcmals Reise nacli Wien im Jahre 1779, um unmittelbar nach dem Tode seines Schwio-gervaters. Franciska Romana's bisher unerbittliche .Mutter zu versöhnen, das Scheitern dieser Schritte, das plötzliche Ende Johann Abraham's bald nach seiner Rückkehr, das in den Krankheitserscheinungen, die demselben vorausgingen. den Gerüchten von erfolgter Vergiftung reichlich Nahrung bot, dies Alles hat Schriftstellern nicht zu unterschätzenden Stoff gegeben und war Anlass, dass dio Erlebnisse Franziska Koinana's wiederholt Eingang in Romanen fanden, dnreh deren Ausschmückung mehr Dichtung als Wahrheit bekannt wurde. — Gewiss ist, dass derselben in der eigenen Familie das beste Andenken gewahrt blieb, und war Franziska Bomana unter dem Einflüsse häuslicher und äusserer Vorhältnisse in ihrer Unmündigkeit auch zu Schritten getrieben worden, anstatt derer es besser gewesen wäre, die Alles ebnende Zeit abzuwarten, so ist doch andererseits nicht minder ihre Seelenstärke und Ergebung zu bewundern, in der sie sich als junge Wittwe von 21 Jahren, ihrem Geniale treu bleibend bis in den Tod, ihrer Stützen und ihres grossen Vermögens beraubt, ganz dem Wohle und der Erziehung ihrer Kinder mit aller Aufopferung widmete. Von ihr stammen alle heutigen Hallwyl, die noch das alte gleichnamige Stamnischloss in der Schweiz zu Eigen haben, ab. — Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit dem Eingangs genannten Walther v. H., welcher 1256 mit Einwilligung seiner Hausfrau und Kinder, darunter seines gleichnamigen Sohnes, Waltor II., ein (iut nach Kloster Kappel vergabte. Walter s H. ersto Gemalin war nach einem Verkaufsbriefo Gottfried's von Hiinenberg an Kloster Kappel d. d. 7. 1. 1285 des Letzteren Schwester, dio zweite, nach einem Schuldbriefe des Grafen Rudolf von Habsburg (-Laufonburg) au Walter v. II. d. d. 11. 6. 1293, eine Tochter des Matthias von Summiswald. Wal-ter's II. Sohn erster Ehe, Johann I. (f 1348), ist urkundlich dor Ersto, der ans diesem Geschlechte das Erbuiar-sclmllumt in den vorderen Landen versah; er kommt gleichzeitig auch als Landvogt des Horzogs von Oesterreich im Sundgau und in dor Grafschaft Pfirt, als Hofmeister des Herzogs Friedrich, uud während dessen Minderjährigkeit als herzoglicher Rath in der Verwaltung der vorderen Lande vor. — Er ist in erster Ehe mit Verena von Kilchen, in zweiter mit Cunigunde von Brau- 0BEUÜSTEBBE1CHISCHEB AUEL. 89 dis vermält gewesen. Seine Süline Walther III., Hemann nnd Tliüriug gründeten drei Nebenlinien, während Rudolf den Hauptstamm fortsetzte. Nebenlinie: Hall wyl-Thengen. Walther m. (t 1374); Gern. Lauda von Thengen. Der einzige Sohn, Häusli, fiel J38i! bei Scmpach. Die Linie erlosch mit den Söhnen des Letzteren, Hanns III. (f 1407 < und Walther IV. (f 1430) — Nebenlinie: Hallwyl-Huss. Hemann (f 138Gem. Anna von Huss. Die Linie erlosch mit deren Söhnen, von welchen Einer, Hanns II., 1405 in den Appenzeller Kriegen blieb. Acltere Nebenlinie im ICIsass. Tliü'ing I. blieb 1386 bei Sempach. Gem. Catharina von Wolffnrt. Sein Sohn Thüring II. und sein Enkel Thüring III., beide im Elsass. verfochten dort bis zu ihrem Ende die Interessen der Habsburg'schen Dynastie. Die Linie erlosch mit Thüring III., Landmarschall und oberstem Hauptmann des Erzherzogs Albrecht, 1467. Er war mit Dorothea von Rathsamhausen vermält. Hanptstamm. lindolf I. (f 1391' war der einzige Sohn Johann's I., der nach Scmpach noch lebte. Gem. Lisa Mönch von Landseron. Von seinen Söhnen, Budolf II. und Conrad I.. fiel Letzterer 1405 in den Appenzeller Kriegen. Er war mit Margaretha von Breiten - Landenberg vermält und hatte mit dieser zwei Söhne, Budolf HI. (j- 1473) und Conrad II., mit denen die Dcscendenz wieder erlosch. Budolf II. (f 1440) setzte den Hauptstamm fort. Gem. Anna von Stoifelu. Dieselbe brachte ihm die bedeutenden Bnbiswyler Lehen ein. wozu er, wie schon oben gesagt durch Kauf dio Grafschaft Fahrwangon fügte und, um diese Besitzungen zu erhalten, in das Berner Bürgerrecht eintrat. Von seinen Enkeln. Walther V., Dietrch I. und Hanns IV., begründete Ersterer eine Nebenlinie, während Dietrich den Hauptstamm fortsetzte. — Hanns IV. (geb. 1434, t 1504), der Besieger Carl's des Kühnen bei Marten am 3. 3. 1476, war mit Margaretha von Botteustein vermalt nnd hatte nur einen Sohn, der jung starb, Nebenlinie: Hallwyl-Hegi. Walther V. (-j- 1513), Hofmeister des Biscliofes von Constanz, Herr zu Schafisheim im Aargau und zu Landser und Sirentz im Elsass, war mit Elsine von Hegi vermält. Ein Sohn starb als Chorherr zu Zofingen, Einer als Bischof von Basel 1526. Mit den zwei Anderen, Burkhart I. und Hugo I., zerfiel diese Linie neuerdings in zwei Acstc. Burkhart I. war mit einer Waldnerin von Freundstein vermält. Die Descendcnz erlosch mit seinem Sohne 1538. Hugo, der 1515 bei Marignano fiel, hatte Cunigunde von Stadion zur Gemalin genommen. Auch dessen Nachkommenschaft ist mit soinem Sohnj 1518 wieder abgegangen. Hauptstamm. Dietrich I.. Herr auf Ilallwyl und den übrigen Schweizer Stammgütern, starb 1509. Gem. Siguna von Rottenstein. Mit seinen Söhnen Caspar und Hartmann schied sich der Hauptstamm in nachstehende zwei Hauptlinien. Jüngere, spät er Württemberg'sehe Hauptlinie. Hartmann (f 1573), Mitherr auf Hallwyl. Herr zu Schafisheim und Hendsuhikon. war 1) mit Maria von Mü-linen, 2> mit Beatrix von Bcrnfcls vermält. Von seinen Enkeln blieb Hanns Friedrich (f 1638), Herr zu Schafisheim, vermält mit Catharina von Breiten-Landenberg, ohne männliche Leibeserben; Hanns GeoTg (f 1609), der IV. 5. andere Enkel Hartmanns, vermält mit Magdalena von Freiberg, zog nach Württemberg, wo seine Nachkommen durch mehrere Generationen in Ehre und hohem Ansehen standen. Unter denselben ist besonders Friedrich Ludwig hervorzuheben, der tapfer gegen den Erbfeind stritt und • 684 bei Gran fiel. Er war mit Anna Catharina von Schlammersdorf vermält. — Diese Württemberg'sche Linie erlosch 1711 mit des Stammvaters Hartmann Urnrenkel Ludwig Friedrich, kaiserlichem Oberst, vermält mit einer Freiin von Breitenbach. Aeltere Hauptlinic in der Schweiz. Caspar (t 1566,, Herr auf Hallwyl und den übrigen Stammgütern, war 1) mit Barbara von llohen-Landenberg, 2i mit Maria Mayer von Hüningen vermält. Mit seinen Söhneu, Dietrich IL (1. Ehe), Hugo II. und Bnrkart II. (Letztere unbekannt aus welcher Ehe des Vaters), theilte sich diese Hauptlinie nochmals. I. Schwäbische Linie. Dietrich II. -geb. 1514, | 1578), Herr auf Hegi im Thurgau, hatte Eva vou Bernhausen zur Gemalin genommen. Unter seiner Descendcnz sind insbesondere hohe, geistliehe Würdenträger vertreten. so der Bischof von Constanz Hanns Georg (+ 1604). dann sechs Dompröbstu und zwei Aebtissinen. Von den Söhnen Dietrich's II. war Sigmund mit einer Gödering von Zamegg vcnnält, hatte aber nur einen Sohn, Georg Friedrich, der ohne männliche Nachkommen blieb. Wolfgang Dietrich I.. Sigmunds Bruder, war in erster Ehe mit Anna von Flachs-landen. iu zweiter mit Anna Reichliu von Meldegg vermält. Wolfgang Dietrich II., sein jüngerer Sohn mit der zweiten Gemalin. hatte eine Rennerin von Almendingen zur Ehe genommen, deren Sohn Hanns Caspar die Descendcnz nicht mehr fortsetzte. Johann Walther, Wolfgang Dietrich's II. älterer, leiblicher Bruder, vermält mit Benigna ßeichlin von Meldegg, hatte zwei Söhne, Hanns Georg (t ohne männliche Leibeserbeni, Gem. eine von Bodmanu, und Wolfgang Dietrich III., verehelicht mit Magdalena von Schünau. Deren Sohn Rudolf Marquardt, Domprobst zu Constanz, hat dortselbst 1705 aufgescliworen. IL OeBterreich'sche Linie. Hugo II (geb. 1519, f 1588), Herr zu Trostburg, Tcufenthal, Dürrenäsch, Zezwyl, Leutwyl, Nieder-Hallwyl und Bouiswyl in der Schweiz, vermält mit Cunigunde Schenkin von Castel, lebte auf Trostburg, von wo sein Enkel. Hugo III., nach Oesterreich zog. Derselbe war Silberkämmerer des Erzherzogs Maximilian, supremus catne-rarius des Erzherzogs Leopold Wilhelm. Begimentsrath in den oberösterreichischen Landen und Herr auf Ccchticc und Ki'ivsoudov im Bezirke Ledec Böhmens. Kr vermälte sich 1) mit Maximiiiana Freiin von Wolkenstein, 2) mit Sidonie Gräfin Khnen von Belasi, nnd theilten seine beiden Söhne, Johann Sebastian (l.Ehe) nnd Jakob Leopold (2. Ehe) diese Linie in einen älteren und einen jüngeren Ast. Jüngerer böhmischer Ast. Jakob Leopold (geh 1629, f 1691), Herr auf Pischely, Zilowy, (ipatovic, Jenikan, Malesehau und Pribislavic in Böhmen, kaiserl. Kämmerer und böhmischer Kammerrath, erhielt mit Diplom d. d. 11. 5. lt>71 den böhmischen Grafenstand und eine Besserung seines Wappens durch Kaiser Leopold I. Er war mit Elisabeth Dorothea Gräfin Wratislav von Mitrovic (f 6. 9. 1679). sein Sohn Franz Anton I. (f 28. 6. 1711), kaiserl. geh. Bath. welcher ihm im Besitze der böhmischen Güter folgte, mit Maria Catharina Gräfin von Schlandersberg (f 14. 6. 1711) vermalt. Die zwei Söhne dieses Letzteren, Josef Carl (geb. 1686. f 1749), welcher Anna Catharina Gräfin von Thür- 23 90 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. lieim zur Gemahlin hatte, nnd Franz Jakob (getauft zu Pischely 6. 10. 1601) beschlossen diesen Ast. Franz Jakob, Comthur des Deatsclien Ordens, fiel als kaiserl. Oberst 1737 bei Banyaluca. Aelterer Ast. Johann Sebastian (getauft zu Innsbruck 14. 1. 16*22) der Komisch Kaiserlichen Majestät Mundschenk, Kämmerer und geh. Bath, vermählte sich 1) mit Christine Barbara Freiin von Herberstein, 2) mit Maria Juliana. Schwester der Vorigen. Einer dieser Ehen entstammten Ferdinand Leopold Graf von Hallweil (f 1696), dessen schon gedacht wurde, and Wenzel Felix (f 15- 4. 1719), welcher mit seiner Gemahlin Maria Franziska, geb.' Gräfin von Harrach (f 21. 11. 1735) in der Stadtpfarr-kirclie zu Wels begraben liegt. Johann Franz Michael (2. Ehe, getauft zu Wien 30. 9. 1674), der Vorigen Bruder, wurde als kaiserlicher Kammerrath am 11. 9. 1701 zu Wien mit Maria Franziska Homana Josefa, Tochter des kaiserl. General-Feldwachtmeisters Johann Jakob Freiherrn von Areizaga und der Maria Anna Freiin von Badolt, getraut. Mit deren Sohne Franz Anton II. igeb. 1712. f 1779) k. k Kämmerer, geh. Bathe, General-Feldmarscliallieutenant, Hofkriegsrathe und Präses des Invalidenamtes, welcher in hohem Ansehen bei der Kaiserin Maria Theresia stand, erlosch auch dieser Ast im Mannesstamme. Graf Franz Anton hatte sich am 2. 5. 1756 mit Maria Auna, verwittweten von Suttner, geb. von Garelli vermählt, welcher Ehe nur eine Tochter Franziska Bomana entsprang, die am 25. 8. 1758 zu Wien getauft wurde uud sich 1775 mit Johann Abraham von Ilallwyl aus der nachstehenden, nun noch allein blühenden Linie verband. III. Schweizer Linie. Burkart IL .geb. 1533, t 1598), Herr auf Ilallwyl und den übrigen Stammgütern, war mit Judith von Am-weil vermält. Von seinen Enkeln, den Brüdern Hanns Caspar (geb. 1601, f 1678; und Hug Dietrich (geb. 1607, f 1Ö7U: begründete Letzterer durch die Nachkommenschaft mit seiner Gemahlin Chrischona Wetzlin de St. Marsiii die jüngere Nebenlinie im Elsass, welche dort in drei Generationen blühte und deren Glieder theils bei den Bischöfen von Basel, theils an des Markgrafen von Baden-Durlach Hof, Ehrenämter bekleideten, oder in französischen Kriegsdiensten standen. Francois Joseph Cointo de Ilallwyl igeb 2. 7. 1719, f 6. 4. 17*85) und dessen uns der Ehe mit Marie Therese Nicote de Mydorge erzeugte Tochter Franfoise Ursnle. vermählt zu Paris am 23. 3. 1784 mit dem Grafen Valentin Ester-hiizy, beschlossen diese Linie. Aus der Descendenz des obgeuannten Hanns Caspar, welcher die Schweizer Linie fortsetzte, zeichnete sich dessen Enkel Johann Anton (geb. 1683, -j- 1736) bei Mellingen und Bremgarten besonders aus. Derselbe starb ohne männliche Nachkommen, ebenso wie sein Bruder Johann Budolf (geb. 1685, 1729), und nur Johannes (geb. 1688. -;■ 1753) ein dritter Bruder, der jüngste Sohn Gottfrieds von Ilallwyl (geb. 1640, 1 1731;, pilanzte den Namen iu dor Heimath fort. Er stand erat in französischen Diensten nnd vermählte sich dann mit Elisabeth Bernhardine von Dicssbach-Licbisdorf, mit welcher er den Sohn Johann Abraham (geb. 1746, f 1779) hatte, auf dem allein seiner Zeit das ganze Geschlecht beruhte. Dieser vermählte sich, wie schon vorher gesagt wurde, 1775 mit tFranziska Bomana Gräfin von Ilallwyl, ans der oesterreichischcn Linie, und erzougte mit derselben zwei Söhne, Franz Carl (geb. 1777, f 1852, ohno männliche Nachkommen), vermählt mit Louise de Loys, und Carl Gabriel igeb. 1778, f 1827), Obcrstlicutcnant im Schweizer Begiment von Ziegler in königl. niederländischen Diensten, wolchor Wilhelmino von Gumoöns am 22. 7. 1808 znr Gemahlin nahm, aus welcher Ehe zwei Söhne hervorgingen, Theodor igeb. 1811. + 1870) und Carl. Der Erstere vermählte sich mit Cäzilia von Im Hoff. Von dessen zwei Söhnen ist Graf Hanns (geb. 1835), derzeit in Serbien, mit Esther May von Bued vermählt, ans welcher Ehe zwei Töchter leben. — Graf Walther von Ilallwyl (geb. 1339), des Vorigen Bruder, Herr zu Ilallwyl und ausgedehnter Güter in Schweden, ehelichte 1) Adele Grälin von Stackclberg, 2) Minna Kcmpe und ist ohne männliche Nachkommenschaft geblieben. Carl Graf von Ilallwyl (geh 1827), k. k. Bittmeister a. D. trat im Jahre 1860 im Vereine mit seiner Gemahlin Ludwine, geb. Freiin Knorr von Bosenroth durch Kauf in den Besitz des Gutes Wimsbach im Traunviertel Oe.'s o. d. E.. welches jedoch nach zehn Jahren wieder in andere Hände überging. Kinder ans der vorgenannten Ehe: Wilhclminc (geb. 1854), vermählt init Max Grafen von Marschall; Friedrich igeb. 1856); Ludwine (geb. 1858, y 1883 , war vermählt mit Luitpold Freiherrn von und zu der Tann-Bathsumhausen; Carl igeb. 1865). (Herrgott Gen. dipl. aug. gent. Ilabsb.; Jalfe lieg. Pont. Rom., Zeerleder ürk zur Gesch. d Stadt Bern: Schöpflin Als. Dipl. ; Johannes v. Müller: Lichnowsky; Kopp Gesch. der Eidgenössischen Bünde: E. v. Bodt Twingherrnstreit; HallwyH'sche Urkunden: Landtal'el zn Prag und Linz; gefällige private Mittheilungen). IlMiiiiltwn (Taf. 31.) Wappen I: (Abercorn, Marquis of> 1 und 4 in Both silbernes Fünffingerkraut (2. 1). 2 und 3 in Silber eine schwarze Galeero mit gereiften Segeln. Crest: Wachsend ein von goldener Säge eingesägter Banui. — Schildhalter: Malsgekrönte und gekettete silberne Steinböcke. — Devise: „Sola iiobilitas vixtus - — Creations: Baron von Paisley 1587, Baron von Abercorn 1603, Earl von Abercorn und Baron von Hamilton, Mountcustle und Kilpatrik lüuö, Baron von Strabane und Baron von Mountcastle 1701, Viscouut Hamilton 1786 und Marquis von Abercorn 1790. (N. S. Böhmischer Adel). — II. iRcichsgräiliches 1695), Geviert. 1 und 4 in Roth unter silbernem Tnrnierkragcn von drei Lätzen drei '2, 1) silberne Rosen. (Wohl richtiger Fiinffingcrkraut) 2 und 3 in Silber auf dem Meere ein natürliches roth bowim-peltes Schill mit gereiften Segeln. — (iekr. Helm: Der von goldener Säge eingesägte, belanbte Baum Decken: roth-silbern. iH.-M.; nach N. S. Böhmischer Adel die Decken: roth-silbern, schwarz-silbern). — Ein uraltes schottisches, in der englischen Pairic noch blühendes Geschlecht, aus welchem die Brüder Jacob, Johann Andreas und Amadeus von der Linie der späteren Marquis of Abercorn, Sölino des Alexander Hamilton Grafen (?; von Abercorn, sich iu die österreichischen Erb-lamlo begaben. Amadeus war 1710 Theatinerordens-Priestcr zu Wien nnd gieng dann als Missionär nach Indien. Johann Andreas trat in Kriegsdienste, focht 1710 bei Villa viciosa, 1716 nud 1717 bei Peterwardeiii und Belgrad, wurde 1723 Feldmarschall Lieutenant, dann Trabanten Leibgarde Hauptmann, schliesslich geh. Bath und starb unvermählt. Jacob, ob gleichzeitig oder frülier als seine obge-dachten llrüdor ist unbekannt, kam um 1682 übor den Canal, trat in kaiserl. Hof- und Staatsdienste, wurde Landvogt der .Markgrafschaft Burgan, Kämmerer, geh. Bath und 1695 von Kaiser Leopold I. in den Bcichs-grafenstand erhoben. Er kaufte in demselben Jahro diu Herrschaft Dürakrut in N.-Oo., erhielt im nächsten dio Aufnahme nntcr dio n.-ö.'schen Ilerreiistandsgeschlechter und unter dein 1. 5. 1698 pfandweise von vorgcdachtem Kaiser für 300 000 Gulden die Grafschaft Neuburg a. Inn, welche sammt der Wassermauth daselbst am 26. 4. 1701 um diese vorige Summe erbeigcnthiimlich mit Vorbehalt OBERÖSTEBREICHISCIIER ADEL. 91 des Wiederkaufrechtes an ihn überging. Jacob Reichsgraf von Hamilton ist daranf am 4. 5. 1702 in den o. d. E.'sehen Herrenstand aufgenommen worden. Er war in erster Ehe mit Sophia Reichsfreiin von Weichs (f 1698), in zweiter mit Marie Franziska Gräfin von Rindsmaul vermählt, hatte aber nur aus seiner ersten Ehe einen Sohn Julius Xaver Leopold (geb. 1685, t 13. 7. 1759), nachher Herrn der Herrschaft Diirnkrut in' N.-Oe., welcher Kaiser Karl's VI. Rcichshofrath, kaiserlicher auch chur-pfälzischer Kämmerer uud zuletzt geh. Rath wurde. Derselbe hatte schon 1726 mit kaiserl. Consens vom 28. 7. 1719, die Grafschaft Neuburg a. Inn verkauft uud darauf im folgenden Jahro die Herrschaft Lcstäny (Liechtenstein) mit den Höfen Hnndschic, Radlowic und Krasowic im Pilsener Kreise Böhmens von einem Baron von Steinbach an sich gebracht. Aus seinen drei Ehen: 1) 8. 5. 1712 mit Maria Ernestina Josefa Gräfin von Starhemberg (i- 17. 7. 1724) Stkr.D., 2) 26. 7. 1726 mit Maria Helena Gräfin von Starhemberg (f 7. 10. 1727) und 3) 10. 6. 1728 mit Maria Josefa Gräfin von Rotthal (t 14. 12. 1763) erblühte ihm von der ersten und letzten Gemahlin zahlreiche Nachkommenschaft, aus welcher Maximilian Graf von Hamilton (geb. zu München 17. 5. 1714) 1738 Domherr zu Olmiitz, dann General-Vikar und Wcihbischof, schliesslich Fürstbischof daselbst und der königl. böhmischen Cupclle Herzog, am 30. 10. 1776 als der Letzte dieses reiclisgräflichcn Zweiges starb. Sein Bruder Kicolaus :geb. 12. 8. 1715, -;- 1769) Herr zu Diirnkrut und Lestäny, 1747 n.-ö.'schcr Regio-rungsrath, dann Hauptmann der Stadt und des Hafens zu Triest, auch Präsident der Commercial-Intendanz daselbst, 1763 oberster Landrichter in Mähren und schliess lieh geh. Rath, hatte sich zwar am 12. 8. 1747 mit Masia Anna Gräfin von Sinzeudorf vermählt, blieb aber ohne Dcscendenz. Anton Johann Nep. (geb. 23. 4. 1722, f 24. 3. 1776), der Dritte dieser, den Vater überlebenden Brüder, hat um 27. 3. 1725 bei dem Malteser-Orden aufgcschworcn, wurde Comthur zu Fürstenfeld, dann zu Troppau, endlich Ministro-Rcccvcur am kaiserl. llGfe zu Wien und kaiserl. geh. Rath. Er hatte gleichzeitig die militärische Laufbahn betreten, in welcher er bis zum Feldmar8chull-Lioutenaiit avancirtc. (H OL, W., N. S. Böhmischer Adel, 11). Handel (auch Handel-HinsuecUI) (Taf. 31.) Wappen: I. In Blau eine von zwei goldenen Löwen beseitete, eingebogene, rothe Spitze, darin ein natürliches (?) vorwärts gewendetes Büffclhaiipt, begleitot von drei (1, 2) goldenen Sternen. — Gekr. Helm: Zwischen offenem vou Gold und Silber übereck getheiltcn Fluge eine silberne Lilie, innerhalb zweier aus grünem Dreiberge an ihren Blättersticlcn wachsender Vcrgissmein-nicht-Blüthcn (blauer Rosen Decken: unbekannt. (Wappen des Johann Handel (t 1676) an dem von ihm gestifteten Scitcnaltare in der Kirche zu Weismain in Ober-Franken) - II. (Oesterr. Linie 1808) Geviert. 1 und 4 in Gold ein vorwärts gewendetes, schwarzes Büffelhaupt. 2 und 3 in Schwarz drei (2, 1) goldene Sterne — Gekr. Helm: Zwischen oitenem schwarzen Fluge ein goldener Stern. Decken: schwarz-golden. — III. (Freihcrrl. der oesterr. Linie, 1818). In Gold das schwarze Büffelhaupt. — Drei gekr. Helme: 1. Zwei geschrägte goldene Lanzen, daran wie „Oesterreich" bezeichnete Fähnlein. 2. Die Schildfigur. 3. Zwischen offenem von Gold und Schwarz übcrock getheilten Fluge ein goldener Stern. Decken: durchaus schwarz golden. (H.-M.). - IV. (Bayerische Liuie) In Blau eine von zwei goldenen Löwon beseitete, eingebogene, silberne Spitze, darin ein natürliches, vorwärts gewendetes Büffelhaupt, begleitot von drei (1,2) goldenen Sternen. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, von Silber und Schwarz übereck ge- theilten Fluge eino silberne Lilie innerhalb zweier blauer, grün bestengelter und beblätterter Bosen. Decken: Roth- golden (N. S. bayr Edelleute). — V. (Freiherrl der bayr. inie, 1866). Riickscliild wio vorhin, mit rothem Herzschild, darin, unter goldenem, mit drei blauen Sternen neben einander belegten Haupte, drei (2,1) mit dem Barte aufwärts und rechts gestellte, silberne Schlüssel (Ansil-lon). — Zwei gekr. Heimo: 1. Wie vorhin bei IV. Decken: roth-golden. 2. Geschlossener , vorne rother, hinten silberner Flug belegt mit eiuer goldenen Scheibe, darin oin blauer Stern (Ansillon). Decken: roth-silbern. Diese Familie soll aus dem gleichnamigen Orte Handel, in der Landschaft do Peel in Nordbrabant stammen und eines Geschlechtcs mit einer daselbt sesshaft gewesenen, adeligen Familie van Hacndel (auch Handel; sein. Von dort wäre dieselbe nacii der Utrcchter Union (1579), als der katholischen Beligion treu geblieben, emigrirt und hätte bald darauf die Gegenreformation iu Bamberg (1592 - 159Si benützt um sich dort niederzulassen, That-sächlich wurden daselbt um diese Zeit von den Handel Grundstücke erworben, so 1599 zu Isling bei Weismain in Oberfranken, wo sich Franz Handel, ein Sohn des Georg Handel und der Agatha geb. Hermann, im Jahre 1601 mit Anna Dcntsch vermälte. Ein dieser Ehe noch im nämlichen Jahro entsprossener Sohn, Johann, ist der schon eingangs genannte Stifter des Altares in der Kirche zn Weismain. welcher bereits ein adeliges Wappen führte, über welche Berechtigung jedoch bisher kein Nachweis erbracht werden konnte, eben so wenig wie. — trotz der dafür sprechenden Umstände. - darüber, dass d- r von Kaiser Rudolf II. d. d. 16. 11. 1579 in den Bcichsadelstand erhobene, fürstbischiiflich bamberg'scho Vogt zu Lichtenberg Paul Handel dieser Familie angehörte. Der vorgenannte Johann Handel tauch Haindel, Ilaeudl, Handell) (f 30. 4. 1676), Amtsbiirgermcistcr zu Weismain. lioss sich am 19. 6. 1629 mit Margarethe (f zu Bamberg 14. 12. 1674), einer Tochter des Wcismaincr Bürgermeisters Melchior Knauer, des Johann Senfft hinterlassend! Witwe. trau"n, und hatte mit dieser einen Solln l'eter von Handel (geb. zu Weismain 24. 12. 1629 [?], t zu Neckarsulm 30. 12. 1692), in der Folge J. U. Dr. und hoch- und dcutschmcisterischer Amtmann zu Neckarsulm. über dessen Adel, wie iu der Folge gesagt werden wird, wiederholte Bestätigungen crtheilt wurden. Peter v. H. vermälte sich zu .Morgentheim am 19. 6. 1662 mit Eva Magdalena (j 17. 11. 1723), Tochter des kaiserl. Feldhauptmannes, dann hoch- und dcutschmeisteri3chiii Amtmannes zu Neckarsulm Suipitius Servilianus Baulz von Böhl und wurde durch seine beiden Söhne. Franz Wilhelm uud Heinrich Sebastian, der gemeinsame Stammvater der beiden noch blühenden Linien dieser Familie. Frauz Wilhelm (geb. zu Neckarsulm 1. 10. 1667, f zu Heilbronn 16 5. 1717), mit welchem sicli dio gegenwärtig österreichische Linie abzweigte, war R-gistrator, Rath und Cameralbeamter des Klosters Schönthal und seit 25. 5. 1694 mit Maria Justina von Hess verehelicht. Sein Sohn Franz Paul Anton (geb. zu Heilbroun 25 7. 1700, t zu Mergentheim 1. 3. 1784) trat in Dienste des Deutschen Ordens, woselbst er geh. Rath und Archivar zu Mergentheim wurde, vermälte sich zu Altsliausen am 19. 8. 1727 mit Maria Anna von Katzmaycr geb. 21. 7. 1709, f zu Mergentheim 17. 9. 1767 und erzeugte mit dieser den Sohn Anton Georg Otto v. H. (geb. zu Mer-gentlioim 2. 7. 1743, f daselbst 31. I. 1807), welcher später, wie der Vater, die Stelle eines hoch- nnd deutschmeisterischen geh. Käthes bekleidete. Derselbe hatte sich zu Mainz am 23. 1. 1774 mit Maria Anna Katharina Josefa (geb. zu Miltenberg 17. 4. 1750, f zu Frankfurt a. M. 23. II. 1823 , einer Tochter des chur-crzkanzlerischen geh. Rathes Heinrich von (später Freiherrn von) Linden ehelich verbunden und mit derselben drei 8öhne, Paul Anton Johann Nep., Heinrich und Josef, welche d. d. 92 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 3. 6. 1808 unter Hervorhebung des Umstände», dass ihre Vorfahren durch fast 300 Jahre dem dcutBciien Ritterorden gedient hatten, den österreichisch erbländischen Adel erhielten. Faul Anton Nep. (geb. zu Mergentheim 23. 7. 1776, t zu Hagenau 12. 5. 1817), der älteste dieser drei Brüder nahm anfangs ebenfalls Dienste bei dem deutschen Orden, in welchen er Hofrath wnrde, trat dann zum kaiserlichen Beamten über, wurde ebenfalls Hofrath, daun Ministerresident an den Höfen zn Darmstadt und Nassau, auch bei der freien Stadt Frankfurt, Kanzleidircktor des deutschen Bundestages und der österr. Bundes-Präsidial-gesandtschaft und erhielt d. d. Wien 20. 5. 1819 von Kaiser Franz 1. den österreichischen Freiherrnstand. Durch Kauf gediehen die Herrschaft Hagenau und die Edelsitze und Hofmarken Grünau. Hueb, Hörring, Pogenhofen, Schweigersreuth uud Stern (sämmtlich im Innviertel Oe.'s o. d. E.) in seinen Besitz, mit welchem derselbe in der Zeit zwischen 1827 und 1842 bei der Landtafel bücherlich eingetragen nnd auf Grund eines Thciles dieser Erwerbungen unter dem 14. 4. 1828 in den jungen Herrenstand des letztgedachten Kronlandes aufgenommen wurde. Er hatte Bich dreimal vermält; 1) am 1. 1802 zu Babstadt mit Juliana Friederike (geb. zu Bremen 2G. 12. 1782, -j- zu Mergentheim 8. 9. 1806), Tochter des holländischen Obersten und früheren Commandanten am Cap der guten Hoffnung Heinrich Freiherrn von Preen, — 2; 20. 1. 1809 zu München mit Philipine Grätin von ßeTchem (geb. zu Burghausen 10. 5. 1790, f za Niederingelheim IS. 5. 1823), — 3) 26. 7. 1821 zu Straubing mit Maria Theresia Gräfin von Armansperg (geb. zu Burghausen 10. 8. 1803). Aus seiner zahlreichen Nachkommenschaft, die in den Taschenbüchern der freiherrlichen Häuser zu ersehen ist, wurden die Söhne Anton igeb. zu Mergentheim 9. 3. 1803, t 26. 9. 1873) als kaiserl. Kreiscommissaire im Traunkreise am 15. 10. 1833, Maximilian (geb. zu Mergentheim 6. 12. 1809, 1- zu Meran 12. 3. 1885) und Rudolf (geb. zu Niederingelheim 1. 8. 1821, f 17. 9. 1879; am 15. 9. 1845 in die ständische Versammlung zu Liuz eingeführt und auf die junge Herrenbank angewiesen. Ludwig Freiherr von Handel geb. zu Mergentheim am 26. 2. 1804, -r 30. 3. 1864), k. k. Generalmajor, der Zweitälteste Sohn Paul Anton's. welcher nach seinem Vater in den Besitz der Hofmark Hueb gelangte . vermalte sich am 10. 4. 1*36 in erster Ehe mit Anna Freyin Mazzetti von Roccanova (f 1845). Heinrich (geb. zu Mergentheim 6. 1. 1806), k. k. geh. Rath und Feldzeugmeister etc. hatte am 26. 12. 1835 Caroline Freiin Mazzetti von Roccanova (f 24. '1. 1876), eine Schwester seiner Schwägerin, zur Gemalin genommen und erhielten dio letztgenannten beiden Brüder d. d. Wien 28. 4. 1849 von Seite des k. k Ministerium des Innern für ihre Söhne die üewilligung zur Namensvereinigung Han-del-Mazzetti, nach dem mütterlichen Grossvater der Letzteren, Anton Freiherrn Mazzetti von Roccanova. k. k. geh. Rathe und Appellations Gerichts-Präsidenten zu .Mailand. — Der schon vorher erwähnte Maximilian Freiherr von Handel, k. k. geh. Rath, ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister zu Stuttgart, brachte durch Theilungsvertrag mit seinen Geschwistern die Güter Hagenau und Pogenhofen und durch seine Gemalin Emma geb. Gräfin von Fries das Gut Kloster Erla bei St. Valentin in N.-Oe. an sich. — Franz igeb. zu Frankfurt a. M. 19. 9 1837., der jüngste Sohn des" Freiherrn Paul Anton, kaufte im Jahre 1870 gemeinschaftlich mit seiner Gemalin Maria, geb von Gnaita die Herrschaft Almeck im Traunviertel Oe.'s o. d E. Von der jüngeren Linie war deren Stammvater Heinrich Sebastian von Handel (geb. zu Neckarsulm 16. 9. 1669), fürst). Löwenstein'scher Hofkammer- und Postmeister zu Wertheim, mit Anna Maria von Hess, einer Schwester seiner Schwägerin, verehelicht und hatte mit dieser einen Solm, Ernst Ignaz Anton (geb. zu Wertheim 20. 11. 1704, v zu Brüssel 10. 11. 1787), welcher fiirstl. Thum und Taxis'scher Reiehspost meister, dann fürstl. Taxis'scher Tresoricr zu Brüssel wurde und daselbst am 13. 3. 1782 auf Grund erbrachter authentischer Nachrichten eine Adels-bestiitigung (durch wen?; erhielt. Er hatte sich am 2. I. 1740 mit 3Iaria Catharina, Tochter des Franz Josef von Ansillon, Reichsritters, vermält. Sein Sohn Sebastian Heinrich Josef (geb. zu iiriissel 3. 5. 1751, f zu München 16. 2 1829), kgl. bayr. Kämmerer, Generallieutenant, Chef des Genie-Corps und Scctionschef iin Kriegs-ministerium, wurde auf Grund seiner legal nachgewiesenen Abstammung von dein gemeinsamen Stammvater beider Linien, Peter von Handel unter dem 17. 3. 1813 in der königl. bayr. Adelsmatrikel eingetragen. Von seiner Gemalin Maria Helena Igeb 3. 5. 1758, verm. 16. 11. 1788, t 5. 11. 1834. Tochter des pfalzbayerischeu Hofgericlits-rathes Franz Georg von Sperl auf Dofcrn, ist ihm zu Mannheim am 13. 1. 1790 ein Sohn, Johann Franz Josef (t zu München 18. 9. 1864) geboren worden, welcher ebenfalls in Bayern, als Kämmerer und Rittmeister, diente. Des Letzteren Söhnen, Norbert Maria Sebastian (geb. zu München 7. 7. 1834'. und Meinhard Maria Heinrich Sebastian (geb. zu München 4. 8. 1836) aus der Ehe mit Caroline, Tochter des kgl. bayr. Staatsrath es Johann Heinrich Freiherrn von Krauss, wurde unter dem 11. 10. 1866 der bayerische Fr.'ilierrnstand mit der Bewilligung ertheilt, das Wappen ihrer Urgrossinutter Maria Catharina von Ansillon mit dem eigenen zu vereinigen. Ueber die weitere Genealogie dieser zweiten Linie geben ebenfalls die freiherrliclien Taschenbücher näheren Aufschluss. (H -AI., Landt., freiherrl. Taschenb., gefällige private Mittheilungen,'. ISftmll xii Mruitteiibrurk (auch Händl zu Ramingdorf und Händl zu Gobolsburg). (.Taf. 32). Wappen I: In Schwarz auf grünem Hügel ein schreitender weisser Hahn. Gekr. Hehn: Der Hahn auf grünem Hügel. Decken- schwarz-silbern (Wissgrill). — II. (Händl zu Braittenbruck) Geviert. 1 und 4 Stamin-wappen, jedoch im rothen Felde. 2 und 3 in Schwarz ein goldener lialken, begleitet von drei (2,11 goldenen Sternen. - Gekr. Helm: Das Stammkleinod zwischen offenem. schwarzen, von einem goldenen lialken durchzogenen Fluge. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (R.-M.i. — III (Händl zu Ramingdorf) Geviert. 1 und 4 Staiinnwappcn. 2 und 3 in Silber auf grünem Boden vier Pfefferstauden nebeneinander (Pfeffert vou Piberbach). — Zwc-i gekr Helme- 1 Stanunkleinod. Decken: schwarz-silbern. 2. Wachsend ein Greis in langem, rothen, silbern angeschlagenen Rocke mit silberner Leib-uiid goldener Stirnbindc, die Linke in die Seito gestützt, in der Rechten ein silbernes (?) Rad haltend. Decken: roth silbern Nach Wissgrill, welcher, wohl irrtliümlich, die Decken des 2 Helmes als schwarz-golden angibt. — IV. (Händl von Gobolsburg, 1653). Geviert mit dem Stauimwappen im Herzschild. 1 und 4 in Gold eine fliegende, natürliche Schwalbe. 2 und 3 in Silber ein schwarzer Eber. — Drei gekr. Helme: 1. Ein gestiimmelter Greis in rothem Rock, auf dem Haupte hohen, goldenen roth-gcstulpten Hut mit abfliegender, silberner Binde. Decken: roth-silbern. 2. Stanunkleinod. Decken: roth-silbern, schwarz silbern. 3. Der Eber wachsend. Decken: schwarz-silbern. (K. k. A. A.). Die Händl, Steyrcr Bürger und Hammcrmeistcr zn Weyr, erscheinen mit Erhard H. als näherem Stammvater. Bernhard llarasser zu Gross, Pfleger zu Sciseneck und der Amtmann Ostrach daselbst setzten laut Spruchbrief d. d. Seiseneck am Dienstag vor St. Margaretha OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. 93 1464 Margaretha, des Eberhard Händl Wittwe, in den Gonoss des Gutes ihrer Kinder Hanns und Margaretha bis zu deren vogtbaren Jahren. Ein Sebastian und ein Gotthard Händl theilten die Eamilie in zwei Linien. Aus der ersten, — später zn Braittenbruek im Machlande, — war Joachim Händl (f 1550), 1548 Stadtrichter zu Steyer. Simon Händl (t 21. 6. 1590), sein Sohn, ist 1587 Bathsbörger zu Steyer und in erster Ehe mit Maria Segenhoferin, in zweiter mit Anna Strasserin vermält gewesen. Von seinen Leibeserbcn starb Joaehim (1. Ehe) zu Steyer 2.4. 1606, Simon (1. Ehe) soll bei Calais ertrunken sein und Daniel (2. Ehe) blieb 1612 wider den Erbfeind. Wolfgaug 11. Ehe, f 17.1.1617) zu Aichet, einem seit 1572 gefreireu Sitze nächst Steyer, kaufte 1592 das Gut Lanzendorf in N.-Oe. und wurde in diesem Kronlande am 10. 12. 1593 unter die neuen liittcrstandsgeschlechter aufgenommen. Seine Gemalin Eva Strasserin zu Gleiss gebar ihm einen Sohn, Wolf Simon, der aber jung starb. HannB Händl, einer von den Stiefbrüdern Wolfgangs, erwarb dio Tattenbach'Bche Herrschaft Braittenbruek im Machlando und erhielt, auf Grund dessen am 9. 9 1627 seine Aufnahme in den jungen Bitterstand Oc.'b o. d. E. Er war mit Maria Freudcnhofcriu vermält, welche 1618 im 21. Lebensjahre starb und zu Steyer in der Stadtpfarrkirche begraben liegt. Gregor, der beiden Vorigen Sohn, der Büinisch Kaiserlichen Majestät Bath uud der Landschaft in de. o. d. E. Einnehmer, erhielt aus einem Prozesso seines Vaters mit Erasmus Erciherrn von Landau, laut von Kaiser Ferdinand III. bestätigtem Vergleiche d. d. 14. 7. 1652, aus der Herrschaft Haus im Machlando eine Pfandsumme von 7500 Gulden durch die gräflich Meggau'schen Erben ausbezahlt. Seine Ehe mit Elisabeth Prauufalkin blieb kinderlos, so dass mit ihm diese Linie erlosch. Braittenbruek gedieh an diu Grafen von Starhemberg. Aus der zweiten Linie lebte deren näherer Stammvater Gotthard Händl, Bürger zu Steyer nnd Hammer-incister zu Weyr, noch 1531. Seine Sühne Hanns, ebenfalls Hammermeister zu Weyr, Sebald uud Wolfgaug wurden vou Kaiser Maximilian IL d. d 24. 9. 1571 in den Adelstand erhoben und begründeten drei Untcrlinicn. Aus der von Hanns H. absteigenden kaufte dessen Urenkel Johann Matthias (f D>75) die Herrschaften Go-belsburg und Krummuussbaum in N.-Oe., Erstere, von der zweiten Unterlinie, wurde am 3. 3. 1630 in N.-Oe. als Landmann immatriculirt und d. d. ßcgensburg 14. 5. 1653 von Kaiser Ferdinand III. als Freiherr von Gobdsburg" in den Bcichsfroiherrnstand erhoben, nachdem er schon vorher im Canton Altmühl der freien Beichtritterschaft in Kranken die Güter Steinhart, Blanenfeld und Nieder-Beichenbach erkauft hatte. Aus seinen beiden Ehen, 1) mit Felicitas Rosenbergerin von Boseneck, 2 mit Anna Barbara Freiin Geyer von Osterburg, hatte er keinen ihn überlebenden Sohn und schloss mit ihm diese Untcr-linic ab. Aus der zweiten ebenfalls erloschenen Untcrlinie braclito Sebald der Jüngere die Güter Haindorf und Go-bclsburg an sich und wurde am 3. 8. 1601 in N.-Oe. zn den nenon Bitterstandsgeschle •htern aufgenommen Seine Wittwe Elisabeth Schmiedtin verkaufte Gohelsburg an Johann Matthias Händl. Wolf Händl (f 7. 12. 1595, begraben zn Steyer), Stammvater der dritten Unterlinic, war zwischen 1571 und 1589 unterschiedliche Male Bürgermeister in seiner Vaterstadt, kani'te mit Brief vom 4. 11. 1567 den Sitz Ramingdorf in N.-Oo. und erhielt 1588 für sich und sein Geschlecht eine Adels- und Wappenbestätigung. Er war 1) mit Sabina Lcrochin. 2) mit Anna Schwabin, 3) mit Potentiana, des Michael Pfelferl zu Piberbach und Weyr Bürgermeisters zu Steyer Tochter, vermält. Wolfgangs gleichnamiger jüngster Sohn, welcher die Linie fort- IV. 5. pflanzte, erbte von seiner Mutter Potentiana die Güter Biberbach nnd Weyr im Traun-Viertel, kam jedoch aus diesem Anlasse nicht um die o. d. E.'sche Landmanuschaft ein, nnd lösten nach seinem am 27. 8. 1625 erfolgten Tode seine Schwester Potentiana und deren Genial Hauns Fenzl zu' Grueb dieso beiden Besitzungen an sich. Letztgenannter Wolfgang der Jüngere, Herr von und zu Bamingdorf, welcher unter dem 20. 5. 1623 unter die alten Bitterstandsgeschlechter N.-Oo.'s aufgenommen worden war, hatte sich 1597 mit Ursula Ilaydin zu Dorf vermält, welche ihm den einzigen Sohn Wolf Heinrich, zur Welt brachte, mit dessen Urenkel, Leopold, die Familie am 25. 5. 1766 erlosch. Letzterer wurde zu Steyer beigesetzt und hatte testamentarisch den Erlös aus dem Gute Bamingdorf, das verkauft werden sollto, seinen Un-terthanen daselbst vermacht. (K. k. A.-A., B.-M., IL, W.). IltirUcro (Prueschink) (Taf. 32. 33). W appen I: Ein Balken. — Kleinod: Uffouur von dem Balken durchzogener Flug. (Nach dem Siegel Bugers Prueschinc an seiner Gegenurkunde zu dem Verkaufsbriefe Bernhart des Naternpech au Abt Chunrat von Wilhering 22. 11. 1297. Buger's Bruder Leutold Pruschink führt dasselbe Wappen in seinem Siegel an dem Stiftbriefc nach Wilhering. Samstag vor St Katharina i313. - Stiftsarchiv Wilhering). — IL Durch einen silbernen Balken von Both und Schwarz getheilt. ,Das Wappen doinini Ulrici Prucschenk, (t 1300) in dein Minoriton-Nccrologiuiu zu Wien). — III. (Prucschinkch von Glcitschaw). Auf einem Hügel ein linksschreitendcr Vogel, welcher mit seinem gekrümmten Schnabel das Aussehen eines Habicht hat. (Nach dem Siegel Wulling des l'r. v. Gl. an seinem Briefe vom 26. 9. 1367, womit er dem Hailman l'icrswent eine Hube zu Stainperg, etc verpfändet; steierinärk. Landes-Archiv;. — IV. Auf einem Hügel ein rcchtsschreitender Vogel, welcher mit seinem langen Schnabel einer Schnepfe gleicht. (Nach dem Siegel des Hermann Prueschenkch au seinem Verkaufsbriefe über Güter und Gülten zu Michldorff bei Leoben an Friedrich von Stubenberg. 12. 10. 1417; steiermärk. Landes-Archiv). — V. Iii Silber auf goldenem Druibcrgo ein schwarzer, golden gefleckter uud golden bewehrter Vogel (nach Kneschke: eine Krickente). — Kleinod: Zwischen offenem, silbernen Flugu der Schildesvogel. Decken: schwarz-silbern (H.-M.) - VI. i.Prueschitig von Chrebzpach). Ein Pfahl beseitet von zwei Flügeln. (Nach den Siegeln Hayliuan's und Chun-rat's der Brüder Pr. v. Chr. au ihrem Verkaufsbriefe über den .wauczchcnt" in den Pfarren Chumbentz und St. Marcyn, 31. 5. 1365: steiermärk. Landes-Archiv). — VII. 1 Bciclicnegk, Beichcneggi, Ein geharnischter Bcchtarm, in der Faust einen Struitkoli>cn schwingend. (Nach dein Siegel Georg's von Beychcnegk 1430; Stiftsarchiv zu Ad-mont). — VIII. Geviert. 1 und 1 in Both ilber zu neun Plätzen geschacht. Decken: roth-silbern. (H.-M. Wohin das im Herzschild geführte Wappen ursprünglich gehört, ist mir nicht bekannt geworden:. — XIII. Geviert mit dem Stammwappen V im Herzschild. Rückschild wie vorhin mit einer zwischen 3 und 4 eingepfropften eingebogenen Spitze, darin Beichcneck. Kleinode und Decken wie vorhin bei XII. (H.-M.; das gegenwärtig geführte Wappen dieses Geschlechts). — Die Prueschinken haben ihren Stammsitz in der Nähe des Stiftes Wilhering y zu Ober- oder Nicder-Prie-sching in der Pfarre Holzhausen gehabt, scheinen aber zur Zeit ihres ersten urkundlichen Auftretens schon nach der Steiermark verbreitet gewesen zu sein. Als Erzbischof Konrad von Salzburg um 1 '45 die Schenkung der Kirche zu Attl seitens des Hallgrafen Engelbert an das Kloster Admont bestätigte, war Eberhart Priüskinrhe nnter den Zeugen Mit unumstösslicher Sicherheit lässt es sich allerdings nicht beh; upten, dass dieser steyrische Edle dem ursprünglich ob der Enns'schen Geschlechte angehörte. Ulricus de bruscinken, — Ulrich war Krbnaine unter den Prueschinken ebenso wie Heinrich, — bezeugte um 1160 einen Tauschvertrag zwischen dem Stiltu Wilhering und Gerold von Kürnberg. Durch llodcgerus de Pro-schingen genehmigte Herzog Leopold Vll. zu Oesterreich 1207 die Ehe der Alheit, Emst s von Traun Tochter mit einem wiirzburg'schen Dienstmanne. und Heinricus prv-shienkc steht in der Bestätigung desselben Herzogs über die Besitzungen des Klosters Baumgartenberg, d. d. Bauin-gartenb-rg 31. 1. 1209 unter den Zeugen. Dieser Heinrich dürfte somit auch im Machlande begütert gewesen sein. Um 1240 bezeugt Hainricus prvschinch einen Schenkbrief Ortolfs von Trennstein an Kloster Bein in Steiermark und einen solchen Ortolfs von Graz an das Spital am Pyhrn. — Die Vermuthung läge nahe, dass dieser zweite Heinrich eines anderen Geschlechts, oin Trenn-stein'scher Vasall gewesen, wenn ihm nicht beide .Male ein passau'scher Ministerin!, Ortolf der Piber, zur Seite stünde, und er nicht selbst auch anderwärts als Vasall des Hochstiftes Passau auftreten würde. So steht er um dieselbe Zeit, 1210, in einer Urkunde Chnnrat's Grafen von Wasserburg an das vorgenannte Iiisthum unter den ininisteriales ecclesie, bezeugt am 1. 12. 1217 zu Passau einen Brief des Bischofes Budiger an das Stift Wilhering, am 8. 10. 1248 einen Lehensbrief desselben Kirchenfürsten über verschiedene Güter im Hausruck-Viertol, nnd am 8. 4. 1250 zu l'assau wieder einen Lehensbrief des Bischofes Budiger über verschiedene nach Budiger dem Kferdingcr lieimgefalleno Güter, hier mit dem Bruder Ulrich. — Nicht unbemerkt kann an dieser Stelle der Namo bleiben. mit welchem Heinrich Pr. in den vorgenannten vier Urkunden auftritt. In der ersten vom Juhre 1240 ist er Hainricus prvschinch genannt, 8 10. 1248 sein Name, - hcuricus prischechen, - offenbar nur verschrieben. und am 8. 4. 1250 erscheinen dio beiden Brüder Ulrich und Heinrich als „de Prisekke." Dass es Bich hier nun um ein nnd dieselben Personen handelt, ist desshalb feststehend, weil Heinrich unter seinen verschiedenen Namen in diesen Urkunden nicht nur stets als Ministcriale des Bischofes von Passuu, sondern auch mit denselben Zeugen, so mit Otto von Lonstorf auftritt nnd mit oder, über Bugcrus everdinger urknndet, welcher in dem Briefe vom S. 10. 1248 Mitzeuge ist, in jenem vom 8. 4 1250 im Teste der Urkunde erscheint. Prisekke (Preisekke, jetzt 1'reiseck) liegt im oberen Stoycr-thale an der Einmündung der Steyerling uud ist um so weniger zn bezweifeln dass dio Priischinkcn eben damals schon in der zu dieser Zeit noch znr Steiermark gehörigen Grafschaft Steyr begütert waren, Heinrich nnd Ulrich das Gut Preisekke besassen, als ihr Geschlecht später that-sächlich in dieser Gegend, in dem in unmittelbarer Nähe liegenden Gerstenthale Besitzungen hatte; 1332 verkauften Lentold und Buger die Priischinkcn ihre Schwaig im Gerstenthale. Heinrich hatte mehr als den einen Bruder Ulrich, denn die Urkunde Ortolfs von Graz war von ihm cum duobus fratribus suis bezeugt worden. Gleichzeitig mit ihm und Ulrich treten anch Lcutohl und Buger die Priischinkcn auf. Unter diesen ist der zweite Bruder Heinrichs zu suchen und wahrscheinlich sind alle Vier ein und desselben Vaters gewesen. Buger's Söhne nannten den Ulrich nnd Lentold ihre Vettern iOheime'. Heinrich halte ich, im Hinblicke auf den Gebrauch seiner Zeit, den Enkel nach dem Grossvater zu taufen, für den Enkel Heinrich s I. vom Jahre 12« i9. Er lebte noch 1271, in welchem Jahre, d. d. Trennstein 20. November, Bischof Wernhard von Seckau anlässlich einer Schenkung Wülfings von Trevnstein bestätigte dass dominus Heinricus dictus Prvschinch von dum genannten Trennsteiner eine Gülte von drei Mark, in Ober-Vogau gelegen, zu Lehen habe. Ulrich, welcher weiter nicht mehr vorkommt, starb hoch an Jahren ao. 130U und wnrde bei den Minoriten zu Wien beigesetzt, wo auch sein Sohn Caspar ruht. Leutold ■ I.) Prnschingch erscheint zuerst am 10. 7. 1217 in seinem von dem Bischöfe Budiger von l'assau bestätigten Vergleiche mit Kloster St Nicola wegen eines Hofes zu Lintlieim, zuGleink am 18 10. 1252 als Zeuge in einer Urkunde des Bischofes Heinrieh von Bamberg an Kloster Gleink, 1254 als Otto s von Lonsdorf Burgvogt des inneren Schlosses zu Morsbach im Innvicrtel nnd zuletzt am lü. 8. 12ÜU in dem Briele Bischofs Otto von l'assau. mit welchem ihm dieser gestattete einen von dem Hochstifte zu Lehen kommenden Zclicnt dem Kloster Wilhering geben zu dürfen. Dass Leutold verehelicht gewesen und Desccndcnz hatte, ist nicht nachweisbar. Rvgcrus (II.) prveschinke tritt sowohl im Lande ob der Ens. wie anch in zwei das Kloster Admont in Steiermark betreffenden Urkunden in der /.eit von 1248 -1283, oin Mal gleichzeitig mit seinem Zeitgenossen (Bruder?) Heinrich II. auf und hatte im Mühlviertel, Pfarre Feldkirchen das ScIiIobs Freudenstein inne. Seine Oemalin Oertrand vermälte sich nach ihm mit Peter von Lübenstein und da Ruger's Söhne zur Zeit seines Hinscheidens schon vogtbar waren, dürften Bie nicht von der Gertraud sondern aus einer ersten Ehe ihres Vaters gestammt haben. Rnger II. erscheint in nachstehenden Urkunden: 8. 10. 1248 mit Heinrich Prueschink als Zeuge iu einem Lehens. OBERÖSTEEREICHISCHER ADEI. 95 briefe des Bischofes Rudiger von Passau an Meinbart Trüstl; 22. 3. 1260 als Zeuge in einer Urkunde des vorigen Bischofes an denselben Meinhart Trüstl; 10. 1. 1257 zu Passau und 16. 4. 1259 zu Wien als Zeuge in zwei Verträgen zwischen dem Bischöfe Otto von Passau und Wok von Bosenberg; 1. 7. 1264 als Zeuge in einem Gerichtsbricfe Chunrat's von Sumerau; 11 11. (in die s. Martyni) 1267 zu Ens, — von dieser Zeit an als „Dominus," - als Zeuge in einem Verzichtbriefe des Schreibers Konrad von Ens an Kloster Admont. 22. 3 1268 zu Wels als Zeuge in einem (Jerichtsbriefe des . Grafen Heinrich von Hardeck in dein >treite zwischen der Äbtissin von Konnberg zu Salzburg und Wölflin von Freyling; 24. 4. 1272 zu St. Florian, als Zeuge in einer Urkunde (leB Probstos Chunrat von St Florian; 22. 1. 1281 (in Castro Styre, vndeciino Kai. Febr.) als Zeuge in einem Vergleiche Wichart's von l'olnhaim mit dem Kloster Admont und 1283 in einem Gabbriefe der Geschwister von Polheim nach Stift Wilhering. Ruger II hatte vier Söhne. Leutold II., Ulrich IL, Rueger III. nnd Friedrich; dann eine Tochter Anna, welche mit Dietrich von Wrissenberg vermält war. Ulrich und Friedrich verkauften 1333 Freudenstein au Eberhard von Walsee; Leutold, Rueger und Friedrich hatten gemeinsam Biberbach f Piberbach< im Kremsthale, nicht weit der steyrischen Grenze, inne. Wie und wann dieser Besitz ihr Eigen wurde, ist nicht zu erweisen: Bueger III. war mit einer Tochter Otto des Piber vermält. Sie erscheinen in folgenden Pergamenten: 18. 10. 12S6 zu Ebelsberg, Bernhart Bischof von Passau genehmigt einen Tausch zwischen dem Pfarrer von Linz und Chunrat von Capellen. Zeugen: Ulricus et Rudigerus dicti Pn-schinchi; 21. 4. 1290 zu Passau. Verkaufsbrief Ottos von Bor an den Bischof von Passau. Zeuge. Bvder der Prvschinch von piberbach; 11 11. 1296, Otto der Piber verkauft mit Willen seines Sohnes, dann seiner Töchter Perclita und Hiltkart und seiner Schwiegersöhne Bueger dos PrfUchinken uud Dietmars des Schenken s>-in Dorf Eppenberg an Kloster Engelzell; 22 11. 1297, liernhart der Katcrnpech verkauft dem Stifte Wilhering zwei Lehen und versetzt Rueger dem Pr alle seine Güter in Oesterreich; letzterer stellt hierüber an demselben Tage die Gegennrkunde aus und siegelt (siehe Wappen II; 21. 11. 129S Nürnberg, König Albreclit belehnt seine Söhne mit den Ländern Oesterieich, Steiermark. Krain und Portenau, letzter Zeuge: Vlricus prueschiuch, strenuns nobilis; 25. 9. 1300 zu Wien. Hedwig von Schannberg verkauft an Heinrich von Walsee vier Dörfer in N - Oe , Zeuge: her vlreich der Prfischenk; 11. 11. 1300, Grezcnstein, Bernhard der Naternpecli verkauft sein Eigen zu Oberndorf bei der Scharten an Ulrich und Bueger die Pr., welche es dem Kloster Wilhering zu einem Seelgeräth geben wollen: 1300 Gertrud, Peters Hausfrau von Lobenstein , verzichtet gegen ihre Kinder aus der Ehe mit „Bueger dem bruschinchen dem Got gnad- auf ulle Erb-anspriiehe welche ihr von Letzterem zukommen, (sie siegelt mit dem Balken im Schild nnd der Legende: S. Gedrudis Prvschinc); 12. 7. 1301 zu Bensheim. König Albreclit bestätigt dem Bisthume Seckau eine Urkunde Friedrichs II. von Oesterreich vom Jahre 1239, Zeuge: Ulricus dictus do Prfischinch; 28. 8. 1308, Leutold, Ulrich und Friedrich, „Rueger des Prucschcnkhen cliint von vraodenstain", reversiren. dass ihnen Peter von Lobenstein und seine Hausfrau Gertraud, ihre Mutter, das Haus zu Freudenstein überantwortet haben, und haben sie hierzu „ihre Vreunt gepetten, liern Calhohen von Vulchenstain, liern hcrtwichen von Btraclicn, liern Wernharten von Me-zenpach vnd hern Otto von Otterstettn"; „Nuechsten svntages vor sand Katherciu tacli 1313" geben Leutold der Prvschinch und seine Brüder Ulrich und Friedrich zum Seelgeräthe für den Vater, Herrn Rueger, dem Stifte Wilhering verschiedene Güter und Gülten, dio ihnen von ihrem Vater, dann von Lcntold (I.) und Ulrich (II.), ihren „vetern" (Oheimen) angefallen sind, darunter des Vaters Eigengut zu Zagelberch, Ilozenbrunn. Inn, im Wert und „zu Prvsching-, auch ein Hans zu Eferding, (Lcntold siegelt wie sein Bruder Rueger am 22. 11 1297); 25. 11. 1321, Ulrich der Prvschinch und sein Bruder Friedrich geben dein Stifte Wilhering sechs Schilling Burgrecht auf einem Hanse zu Eferdiug; 17. 8. 1324, Hertwich der Stroclmer und Friedrich der Pruesching von Piberbach geloben die Leichenbestattung ihres .Freundes1' Bcinprecht von Polnhaim dem Kloster Wilhering zu zahlen, wofür sich auch Leutold Pr. verbürgt; 24. 1. 1330, Friedrich der l'r. verbindet sich dem Herrn Eberhard von Walsee, seinen Thr-il an dem Hause Freudenstein oder von seinem anderen Gute ob der Eus niemandem anderen als ihm iEberhard zu verkaufen; 24. 4. 1332, Leutold der Pr. von Piberbach uud Buger sein Bruder verkaufen dem Stifte Wilhering ihre Schwaige im Gersteuthale, Zeugen: her Vlricli der Priischinkli, Friedrich der Pruaehinkli; 8. 9. 1332. Wernhart der Mesnenbäck verkauft an Heinrich den Steinbäck lehenbare Güter bei Frcudenstein, l'farre Feldkirclion. mit hern vlreich des Pruschincheii Insiegel; 27. 10. 133">, Ulrich und Friedrich Brüder die Prüschinchen entsagen allen Rechten auf Wiedereinlösung einer Hube zu Heresing ob dem Prunne, welche ihr Vater Rueger dem Stifte St. Florian gegebrn hat; -17. 3. 1339 zu Wien, Friedrich der Pr. versetzt seinem Schwester-maiine Dietrich von Weissenberg (Anna dessen Hausfrau) eine ihm von 1-bi-rhard von Walsee verpfändete Gülte und siegelt mit dem Balkcnschild; 6. 12. 1344 zu Wien, • Eberhard von Walsee, Hauptmann ob der Ens, erlaubt, dass die Güter zu Winklern, Gundesdorf, Traysenmauer, etc., in N.-Oe, welcho er Herrn Ulrich dem Pr. versetzte, die dieser weiter an seinen Schwager Dietrich von Weissenberg verpfändete, von diesem nun an Alber von Atzen-bruck versetzt werden dürfen. So ausgebreitet das Geschlecht durch die Söhne Ruc-ger's II. nnd deren Besitz im Lande ob der Ens in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts war und trotz des Ansehens, das dasselbe durch seine verwandtschaftlichen Verbindungen mit den Falkensteinern, den Polheim, den Lobcnstcinern und Anderen g>-iiiesseu musste. hört dasselbe dennoch zu dem Ende des vorgedachten Zeitpunktes auf, urkundliches Zcugniss von seinem weiteren Dasein zu geben. Wir haben aber keinen Grund zu der Annahme, dass der Stamm mit den vier Brüdern, die wir zuletzt kennen lernten, erloschen sei und können dies um so weniger glauben. als uns eine andere Ursache ihres plötzlichen Verschwindens aus Oesterreich ob der Eus, — der Verlust ihrer Besitzungen daselbst. — viel näher liegt. Die väterlichen Eigengiitcr. darunter Prüsching, waren an das Stift Wilhering vergabt, Frendenstein an Eberhard von Walsee verkauft, Piberstein an das Kloster Garsten gediehen, und welch' anderer Schlnss wäre nüliur liegend, als jener, dass die Priischinken ganz in das Nachbarland hinübergezogen waren, mit dem Bio schon von ihren Vätern her in nahen Beziehungen gestanden hatten. Und in der Tliat. was bisher nur Tradition gewesen, es wird uns fast zur Gewissheit Leutold IL, Ulrich III. und Rneger III. traten nach den Urkunden. die bis jetzt angerührt wurden, vom Jahre 1282 an, Friedrich, ihr Bruder, erst 1308 auf. Ist aber Letzterer nicht identisch mit jenem Fridericus Prvschinch, welcher zu Graz am 29. 3. 1281 einen Scheukbrief der' Brüder Wülfing und Ortolf von Trennstein im Vereine mit einem Rapoto und einem Walther Pruschink bezeugt? Haben wir nicht schon Heinrich IL in einer Urkunde vom Jahre 1271 mit einem Wülfing von Trennstein gelesen? Was ist's mit den Nachkommen dieses Heinrich, dem Zeitgenossen Rueger's II. ? Sollten nicht Rapoto, Waither und der gleichzeitig und n>it ihnen zusammen in der Steiermark auftretende dritto Ileinr.ch seine Söhne sein? Im Hinblicke 96 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. auf die geschilderten Verhältnisse, auf die iihereinstim- auf den letzten Heinrich fast gewiss. Dio Prüschink'scho menden Zeiträume, auf den Priischink'schen Erbnamen Stammreihe dürfte sich demnach folgender Uassen dar-IIeinrieb ist dies mehr als wahrscheinlich, und in Bezug stellen: Eberhart Prüskinch c. 1145 Ulrich I. de brüscinken c. 1160 Ruegor (Rvdegerus) I. de Proschingen 1207 Hoinrich I. prvshinke 1209 Leutold I. Pruschingch 1247 -1260, Raeger Q. pruschinko v. Freuden- Ulrich II. Pruc-Burgvogt zu Mörsbach 1254 stein 124S—12S3, ux. Gertraud. ux. schenk (do Pri- Peters v. Lobenstein 1300 sekke) 1250, f ----------" 1300 Leutold II. zn Ulrich III. Rueger III. zu Friedrich zu Piberbach 1282-1344 Piberbach Piberbach 1282-1832 1282-1822 1281—1389 ux.Perchtai?) Otto des Piber Tochter Die unmittelbar anschliessende weitere Stammreihe festzustellen ist bei der Unbedeutendheit, in die das Geschlecht um diese Zeit herabgesunken war, und seiuem in Folge dessen nur spärlichen urkundlichen Auftreten absolut unmöglich. Nach den vorhandenen Briefen lassen sich nur mehr oder weniger sichere Schlüsse ziehen, die durch den Umstand erschwert werden, dass dio Prue-schinken in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit ihrem Besitze vorzüglich im Dienstverhältnisse zu den Kranichberg und den Stubenberg, über einen grossen Tlieil der Steiermark zerstreut waren, und sich aus dem Lande ob der Ens und der Grafschaft Steyr in die liegenden von Admont, Rottcnmann nnd Leoben, in das Raabviertel nächst Stubenberg, in das Kainachthal, ja bis Marburg verbreiteten. — Um 1360 theiltcn sie sich in zwei Linien, zu Gleitscbaw. — jetzt Glatzau im Gerichtsbezirke Kirchbach in Steiermark, — und zu Chrebzpacli, in welchem das jetzige Kroisbach bei Gleisbach, im letztgcdachten Herzogthnme. vermuthet wird. — Beide Linien, die, wie in der Folge dargethan werden wird, unzweifelhaft desselben Geschlechtes gewesen sind, führten besondere, von dem alten Stammwappen ganz verschiedene Schilde. Es können dadurch die Begründungeil über ihr Herkommen von den ob der Ens'schen Priischinken nicht beeinträchtigt werden. Der Fall, dass das ursprünglich hergebrachte Wappen verändert oder durch ein neues ersetzt wurde, steht im 14. Jalirli. nicht vereinzelt da, — es braucht von dun Geschlechtern, die hier in Betracht kommen, nur auf dio Aspan von Haag, die Hager von Allentsteig, die Hartheimer hingewiesen zu werden, — abgesehen davon, dass die Verschiedenheit in den Schilden der beiden Prü-schinkcu-Liiiicn selbst auf eine Veränderung des ursprünglichen gemeinsamen Wappens unzweifelhaft hindeutet Ausser der schon oben genannten Urkunde vom 29. 3. 1281 erscheinen Rapoto und Heinrich III., der auf Herzogs Albrecht Gehciss den im steiermärkischen Aufstande gefangenen Friedrich von Stubenberg 1292 zu Haimburg verwahrte, noch in folgenden Briefen: 1272, Ortolf der Jüngere von Trennstein übergibt dem Bisthumc Scckau Gülten zu St. Georgen a. d. Stiefing, etc, Zeuge: Iiainricus Prvschinch; 3. 1. 1287 zu Graz, l.ischof Leu-pold von Seckau bestätigt eine Gütcrschenkung licrungs von St. Margareten an die Katharinen-Kirche in Stovncz, Zeuge: Heinricus dictus Prvschinch; 23. 5 1287 zu Wien, Leutold vonChuenring schenkt dem Bisthumo Seckau Hörige in derllerrschaft Wildon. Zeugo: Heinricus dictusPrvschinch; 26. 4.1292. Schenkbrief Virichs von I.az an Kloster Rein, Zeuge: Heinricus Pruschinch; 25. 1. 1299 zu Leibnitz, AI-hoch von dem Fülc vorkauft dem Bischöfe Ulrich von Seckan seinen Antheil an dem Hause zu Vasoltspergc, Zeuge: llain-rich der Prüscbinch; Freytages vor sando Vrbans tago 1299 zu Graz, Beicher und Chunrat Dorner verpflichten sich dorn Anna ux Dietrichs von Weissen berg 1339 Heinrich II prvschinch 124t). de Prisekke 1247, 1260, dominus Heinricus Prvschinch 1271 Caspar Heinrich III. 1272 -1302 Bapoto Walther 1281- 1281 1315 Bischöfe Ulrich von Seckau Vasoltsperge als Gutsteher, bezüglich des Kaufes von Zeuge: Hainricli der Prü- scbinch: in die beato Dyonisii (9. 10.) 1300 zu St. Georgen a d. Stiefing, Verkaufsbrief Chunrad's von llabspach au Bischof Ulrich von Seckan, Zenge: Heinricus Prueschinch; maentages nach dem svutag oeul: >6. 3. i 1301 zuMarch-warteshaim, Verkaufsbrief Ulreich's von Marchburch an das Bisthum Seckau, Zeuge: Hainricli der Prüscbinch: 29. 4. Io02 zu Kibiswald, Verkaufsbrief llertneid's von Wildon an das Bisthuin Seckau, Zeugo: Hainricli der Prueschennckh; 11. 7. 1302 zu Graz, Vertrag zwischen Virich Scheuch von Rampstain uud dem Stifte Göss, Zeuge: Rapot der Prvschinch; au sand Ambrosen tach 1305 zu Göss, dio Aebtissiu Herrat von Göss verleiht einen Hof in der Awen bei Graecz und zwei Huben zu Wernherspvch, die eino Schenkung der Wittwe Margaret nach Ulrich von Eppcnstain uud ihres Oheims Ortolf von Chranperch sind, dui „zwain crbacren ionchvrowen Maczsen der Prvsschinchinn vnd Travtcn, die baide der vorgenan-ten vroweu dinaerin siut", zu Leibgeding, Zeuge: Rapot der Prüschincli; am selben Tage zu Giiss bezeugt Rapot der Pr. die obige Schenkung der Margaret vou Eppen-stoin an das Kloster Göss, wie einen hierauf bezüglichen Verzichtbrief Ortolfs von Kraiiichbcrg. Zu derselben Zeit, im Vereine mit Rapoto und auch in einem Briefe Ortolfs von Kranichberg, tritt Wnlfinch (I.) der Pruschinck, — vielleicht ebenfalls ein Bruder des Vorgenannten,— auf. Derselbe nnd seine Hausfrau Agnes vertauschten am 18. 11. 1309 an das Kloster Stainz zwei Huben zu Nidcr-häslcinsstauden für einen Hof zu Glot-schau (Gleitschau) „vnd hat dess Wullinch sein herr, herr Ortolf von Kraiichperch bestätigt mit seiner liant soliclicu wechsl". Durch diesen Tauch mag Wülfing seine Linie nach Gleitschau verpflanzt haben Zeugen der vorgenannten Urkunde: Wolfbor (Wülfing II.) der Prueschinckh und Rapot der Prneschinkh. — Am 31. 5. 1322, Montags in der Pfingstwochen. bezeugte Wolfel (Wülfing II.) der Pr. einen Verkaufsbrief Hermann's von Kranichberg (obigen Ortolfs Stiefbruder) an das Paradeiskloster zu Judenburg. Am 30. 8. 1319 zu Leibnitz stellt sich liailmann (1.) der Prvschinch dem Biscliofo Wocho von Seckau für Heinrich den Tacnichcr zum Bürgen: wir werden aus einer folgenden Urkunde sehen, dass Ilailiiiaiiu hierher gehört. Suntags nach unsers lierrcn aulfertag 31. 5) 1332 zu Kapfenbcrg verkaufte Iledweich von Potendorf an die Stubenberger verschiedene Mannschaft nud Gülten, unter den Letzteren: „Herman (I.i der Prueschinch hat zellard 1 pfunt gelts, zo Grncb 1 pfening gelt". Hainricli (IV.) der Prueschinch siegclto am 8. 5. 1346 einen Pfandbrief Görig's von Nezzelpach an Chunrat den Voytzzer über oin Bergrecht zu Nczzclpach. Am 12. 12. 1373 verkaufto Erhart der Peystokch an Nicla den OBEr ÖSTERREICHISCHER ADEL. 97 "Wolf am Staindorf eine Hube zn Steyanstorf bei der Ru benez bei rIIaiureiclis dez Prnschinkciis Hof gelegen", und am 6. 11. 1348 hängte der „erber Hainreich derPrii-sinch" sein lusiegel an einen \'erkaufaljrief Laren cz des llagiis au Chunrat den Phuntau. Zu Knittelfeld am phingst abent (31. 5.) 1365 verkauften „Haylman (IL) und Chuenrat die prüder die Pruesching von Chrebzpach" und ihre llaust'rauen einen „wanczuhcnt" in den Pfarren Chumbcntz nml sand Ma-revn an Lee den Genier; Siegler die Aussteller siehe Wappen Vli und ihr „iihayinb Chuurad der Voytzser. — Am '25. 11. 1:;66 versetzte Chuutz der Prueschinch an Dietlein den l'oymund Guter zu Ober- und Nieder-Hcs-leinstawden und in dem Suppanspach; Siegler: der Aussteller, sein Druder Haylmau und ihr Oheim Chuncz der Voytser. Wir zielten nun aus obigen Urkunden folgende Schlüsse: Wülfing I., welcher in seineu Beziehungen zu Rapoto dem Pr. und Ortolf vou Kranichberg, und im Hinblicke auf dio an Rapoto geknüpften Voraussetzungen dem hier besprochenen Geschlechte angehört, hatte Güter zu Nicder-Ilesleinstauden, welche er zum Theile mit einem Hofe zu Gleitschau vertauschte. Aber auch iiailmann 11. nnd Chunrat zu Chrebzpach sind zu Ober- und Nieder-Hes-leinstauden begütert gewesen, sie gehören also unbedingt hierher und haben sich die Priischinkeii jedenfalls mit den nächsten Nachkommen Wulfing's 1.. der als der nähere ■Stammvater zu betrachten ist, in die beiden Linien zu Gleitschau und zu Chrebzpach getheilt. Wie Haiiniann II. gehört natürlich auch Hailmaiin I. zu dein Gcschlechte, und Heinrich IV. ist, in seiner Beziehung zu Chunrat dem Voytser. ebenso wie die Chrebzpacher Hailmann und Chui.rat, von der Linie dieser Letzteren. - Diese Beiden verkauften noch 1366 ein Gut zu Hczilsdorf bei Chainach. Suntags vor sand Stichels tag 26. 9. 1367 verpfändeten Wülfing (III.) der Pruschiukh von Gleitschaw und seine Hausfrau Cliunigunt. mit ihres „geiiedigen herrcu haut, licru Otten von Stubenberg" eine Bube am Stain-perg nnd einen Hof in der Geling (siehe Wappen III;; 23. 4. 1360 verkaufte Wülfing der Plaesel Ulreichen ans dem Gleichspach den Berg in dem Glcitzpach, Siegler: mein (des Ausstellers, prüder Wülfing der Pruschink; — „nächsten mitticli vor dein sunwent tag (21. 6) 137-1 ver-äusserte Wulfinch der Priischinch Otten von Stubeiiberch die Hube auf dem Stainperch und den Hof zu Wcling (Geling?). An sand Jakobstag des heil, zwelifpoten 1403 widmete Pcrnger der Ducincrstoriler dem neuen Chore in der St. Johanucskirchc zu Lcobcn „die ayen leytten bei Micheldorf vud stösst au des Beychern und Hermans II.) des Priischinkch leytten, von demselben Priischinkch ich daz benant guett kaull't lian*. Am 4. 8. 1416 verkaufte Hermann der Pr. dem Stifte Göss die Uebertheuerung au dem Burgrecht zu .Micheldorf, 12. 10. 1417 an Friedrich von Stubenberg seine Güter und Gülten zu Slicheldorf unter Leobou und siegelte am snnd Vrbans tag (25. 5.) 1124, als „Steufvater" Sigmund Bogendorfers, eine Urkunde des Letzteren. Hermann II. gehörte nach seinem Siegel (siehe Wappen IV) der Gleitschauer Linie an, wie wahrscheinlich sein Vorfahre Hermann 1. Hanns Pruschink erhielt 1426 vom Herzoge Friedrich das Gut in der Weiden zu Hausmaniistctten bei Graz zu Lehen. Balthasar Prueschink ist 1444 Vertreter der Erben nach Erasmus Pfuntan gewesen, erschien 1446 mit. Jobst und Stephan den Prischenkcn beim Aufgebote wider diu Ungarn und war 1452 Pfleger zu Slureck. Am 23. 7. 1453 befreite Kaiser Friedrich Stephan und Walthasar den Pruschinkcu ihr Haus zu Marburg. Stephan war aus der Linie zu Gleitschau entsprossen, denn seine Söhne Heinrich und Sigmund führten den Vogel im Schild. Er ist der nächste Stammvater der Grafen IV. 5. von Hardegg, und war mit Margaretha von Beicheneck vermält, welche, als Beine Wittwe, am 1. 8. 1465 einen Jahrtag in der Kirche zu Lassing bei Strechau stiftete. Heinrich und sein jüngerer Bruder Sigmund, welche beide von iiirein Vater die Herrschaft Stettenberg (Stettenberg; in Steiermark überkommen hatten, waren unter einem glücklichen Sterne geboren, und kaum mag ein Geschlecht in nnserem Vaterlande aus seinen bescheidenen, unbedeutenden Veiliältnissen so rasch zn Bang und ßcich-thum emporgestiegen sein, wie es durch diese beiden Brüder geschah. Hie treue Anhäuglichkeit, in der sie in den Zeiten der Noth ihren rechtmässigen Herrn, den Habsburgern. insbesondere dem durch Slatthias Corviuus und steten Geldmangel hart bedrängten Kaiser F'riedrieh mit Leib und Leben und ihren Gütern dienten, aber auch die Art, wie sie ihr wohl verstandenes, eigenes Interesse zu wahren wnssten, nichts gaben, ohne sich nicht durch Ueberlassung bedeutender nnd einträglicher Pfandschaften sicher zu stellen, machten es möglich, dass sie für ihre Zeit fast uiiormcsslichc Reichthiimer in ihren Händen vereinigten . wozu sich' dann in natürlicher Folge Rang nnd Würden gesellten. Den ersten Anlass, sich Verdienste zu sammeln, inug den beiden Brüdern der Aufstand in der Steiermark geboten haben, der mit des Andreas Baumkircher uud des Greiseneckcr Enthauptung 1471 seiii plötzliches Ende fand, und schon zwei Jahre später sehen wir Sigmund Pr. im Genüsse alb-rhöchsten Wohlwollens, das ihm gestattete, Kaiser Friedrich zu der Zusammenkunft mit Carl dem Kühnen nach Trier zn begleiten und in des Kaisers Gefolge au den Festlichkeiten Tlieil zu nehmen, diu sich an dio Verlobung Slaximiliaiis mit Siaria von Burgund reihten. Noch ist uns ein Bericht aus dieser Zeit au den Slark-grafeii Albrecht von Brandenburg geblieben, worin von einem bei diesem 'Anlasse abgehaltenen Turniere erzählt wird: „Item uf Donnerstag 17. Oktober) als unser Herr, der Kaiser und Fürsten zu dein Herzogen geladen gewest sein, ist nm 9 Uhr Graf Eberhart von Wirtcmberg nnd etlicli ander uf acht Person teutsch geschickt gewest zu reimen, und sein vor dein Kaiser hinaus in des Herzogen von Burguudi Hof, der mit Sand beschüttet war. gezogen. Ist der Herzog uf der Bahn, zu ihn kommen. Daselbst haben Graf Eberhart und Veit von Üechperg gereimt und gcfehlet. Dörnach aus des vou Wirtemberg Bott zwei wol getroffen und bede gefallen. Zum Dritten der l'riischuiik und einer aus Herzog Albrcchts Gesellen übel trollen und der PrU- scheiik gefallen14......— Stadl in seinem Ehrenspiegel des Herzogthums Steyer klärt uns darüber auf, welcher von den beiden Brüdern der Letztgenannte gewesen und berichtet: .lin 1473 Jahr iu den zu Trier bcschehencn Zusammenkunft Keysers Friedrich und Herzogs Carlss zu Burgund hat herr Grail' Sigmund vou Hardcck, dazu-mahlun noch Priicschcnkh in den dem Keysser dem Herzog zu Führen gehaltenen Turnier mit einem bayrischen Bitter Eisenhofen genant ritterlich gestochen". Heinrich Pr. hatte uin diese Zeit schon seine kriegerische Laufbahn betreten und sich im Dienste der Stände in seiner lieimath dem Erbfeind entgegengestellt, der schon seit dem Jahre 1469 dio Erblandi durch wiederholte Einfälle bedrohte und manchen Sieg erfocht, deren einer, — 1475, — nicht ohne Missgeschick für den Prü-schenk seinen Verlauf nahm, wie Pfarrer Unrcst zu dieser Zeit erzählt: .An St. Bartoline-Tage cliumen die vorgenannten drei Lanndtschalt (Steiermark, Kärnthen und Krain) ains Tayl, und noch nicht gar zusamen und machten zw obristn Veldlhawbtman Herrn Sigmunden von Pol-haym. die Zeit zw Backlierspurg Hawbman, und dratfen daselbs peyn dem Kaysersperg nahent peyn der Zatl mit den Tarkhcn. Aber layder ging es etlcichen und dein maisten Tayl nicht wol aus, wass Schuld es war. wayss Got zwm pesten...... Von dem Adel wurden da ge- vangen an derselben Stat Herr Sigmund vou Polheym, 25 98 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. der was Veldt-hawptman, Ludwig Kosiaclier der Krayner Hawptman, her Jorg Schennk herr zu Usterwitz der Korn-ncr Hawbtman, Herr Jorg Hywelberger, ein junger Mordax, Heinrich PrueBchinkh........." Zu Wien am 7. 6. 1180 erhielten die beiden Briider von Kaiser Friedrich III, .als Prneschenk, Freiherrn zn Stettenberg" den Beichsfrei- und Panierherrnstand, und begann nm diese Zeit ihre, insbesondere Heinrichs Thiitig-keit in den Kriegsvorbereituugcn gegen Matthias Corvinus, der sich zu seinem zweiten Einfalle in Oesterreich rüstete. Heinrich sass als kaiserlicher Hauptmann und Pfleger auf der Veste Sarmingstein im Machlande. dessen Grenze gegen Xiederösterreich er gegen die Raubzüge böhmischer Edler zu schirmen hatte, die nach oftmaligen Einfällen auch im Jahre 1-180 wieder eindrangen, das Machland und das Viertel ober dem Manhartsberg bis Kloster Zwettl verwüstend. Er half im Vereine mit seinem Bruder dem hartbedrängten Kaiser in den Jahren 1481, 1183 und 1484 durch wiederholte Vorschüsse mit ansehnlichen Summen aus, eilte, als Matthias von Ungarn im April des letztgedachten Jahres die Belagerung von Koruenburg begann, zum Entsätze herbei, den Oberbefehl übernehmend, und entkam, nach der Niederlage des Aufgebotes, verwundet nur mit Mühe einer neuerlichen Gefangenschaft. Aber schon im Herbste desselben Jahres stand er wieder iin Dienste seines Kaisers, der nm 6. September den Bürgern von Steyer befahl. 600 auf sie geschlagene Gnldcn seinem Eathe Heinrich Priischcnk uud dem Kaspar Rogendorf zu entrichten. Im .Mai 1458 ist Heinrich vergeblich bemüht gewesen, den belagerten Wienern auf der Donan Proviant zuzuführen, unterhandelte im nächstfolgenden Jahre als kaiserlicher Abgesandter erfolglos mit Matthias Corvinus und war ebenso erfolglos bestrebt Laa zu entsetzen, das schliesslich ebenfalls in die Hände der Ungarn fiel. Im Jahre 1487 sprangen beide Briider dem wieder in äusser-stcr Gcldnoth befindlichen Kaiser bei, dessen Schuld an dieselben nun schon zu bedeutender Höhe gestiegen war. — Die zahlreichen Besitzungen, die auf diese Forderungen hin al3 Pfandschatten. dann die anderen Güter, welche durch selbstständigcn Kauf an sie gelangten, nahmen, nachdem sie schon 1182 von Hadmar von Volkenstorf die Grafschaft Kreuzen im Machlande erstanden und 1484 von Kaiser Friedrich die Mauth zn Linz erhalten hatten, iu den nun folgenden Jahren ihre Wirksamkeit fiir sich selbst in Anspruch. Es wiirdo zu weit führen, an dieser Stelle den immensen Gesammtbesitz, über welchen Hoheneck nnd Wissgrill deB Ausführlichen berichton. neuerdings zur Aufzählnng zu bringen und mag es genügen, hier vorzüglich nur die ob der Ens'schen Güter zu nennen. In den Jahren 1486 uud 1488 erwarben die beiden Brüder die Urbargiilten zu Mauthauscu. Waldhausen, Pabncu-kirchcn nnd Sarmingstein, 1403 das Landgericht im Machlande , die Herrschaft Mitterberg daselbst, samint der Veste Saxcncck. In demselben Jahre kaufte Heinrich von Kaiser Friedrich den Markt Grein mit Werfenstein und der Mauth daselbst, und erhielt gleichzeitig die Bewilligung bei Grein ein Schloss zu erbauen, zu welchem Baue, - auf die Forderungen hin, welche Heinrich an den Kaiser hatte, — dieser jährlich eine bestimmte Summe zu reichen versprach. Das neue Schloss nannte Heinrich die Heinrichsburg, auf der er fürstlichen Haushalt führte. Greinburg ist das Schloss erst später benannt worden. -Ausser den Besitzungen im Machlande hatten die Briider im Jahre 1490 vom Herzoge Georg von Baycrn-Landshut die Veste Ranarigl a. d. Donau im Mühlviertel erworben, die sie jedoch 1496 wieder, beinahe um den dreifachen Preis, an Kaiser Maximilian veräusserten, mit Ausnahme des nördlichen Gebietes, welches erst Hcinrich's Sohn Johann am 10. 3. 1522 dem Kloster Schlägel käuflich iiberliess. In das Jahr 1495, nachdem der dritte Stamm der Grafen von Hardeck durch den Tod Michaels Burggrafen von Magdeburg aus dem Geschlcchte der Herren von Querfurt erloschen war, fällt dio Erwerbung der Reichsgrafschaft Hardeck in N.-Oe. durch Heinrich Pr., welcher dieselbe mit Brief d. d. Worms, Samstag vor Liitaro 1495. von Kaiser Maximilian im Wege des Kaufes erhielt, boi welcher Gelegenheit auch die ehemalig landcsfilrstlichen Besitzungen im Machlande neuerdings bestätigt wurden. — Im Herbste desselben Jahres hierauf, d. d. Aschalfenburg um 27. Oktober, erfolgte dio Erhebung Heinrich's und Sigmund's Priischcnk Freiherrn von Stettenberg zn Rcichs-grafen von Hardeck und im Machlande unter Hinweg-lassung des alten Geschlcchtsuauicns und des Prädikutes von Stetteuberg. Diese letztere steierinärkische Herrschaft sammt dem Schlosse und Landgericht, einem Tabor im Oraufelde, Glabanacli genannt, dum Burgstall „Gibl am Fach", einem Thurme zu Feistritz, und mit allen Zugehörungen, Zehenten, Burgrechten, Weingärten, Jagd- und Fischbann, ausgenommen dio Vogtci Studcnitz und dio Güter bei Mureck, verkaufte Heinrich um 16000 Guldeu rheinisch d. d Stattenberg am 9. 8. 1502 an seinen Schwager Hanns von Auersperg. Ausser der Standescrhöhnng vom Jahre 1495 war den zwei ISriidern. nnd zwar schon früher, die Belehnung mit zwei Erbäintcrn zu Thcil geworden. Boinprocht von Wal-see, welcher 1483 als der Letzto seines thatenberühmten Geschlechtes starb, hatte noch in seinen letzten Jahren das von ihm inne gehabte Erbland - Truchsessenamt in Steiermark au dio beiden Prüschenken, das Erbland-Schenkcnamt in Oe. u (1. E. an Jörg von Pottendorf übergeben, welcher dasselbe bald darnach vermächtniss-weiso ebenfalls an Heinrich und Sigmund iiberliess. Dieselben wurden mit dum ersteren Erbamte zu Wien am Montag nach Maria Empfängniss 1482, mit dem Schen-kenamte zu Frankfurt am Lichtinesstag 1486, dann neuerlieh mit beiden Krbämtern zn Nürnberg um Sumstag nach dem Kreuzerhöhungstage 1187 belehnt. Eine abermalige Belehnung Hcinrich's mit dem Mnndschenkenamte in N.-Oe. erfolgte im Jahre 1-197. nachdem Matthias Corvinus widerrechtlicher Weise dasselbe an Christoph von Liechtenstein verliehen hatte. Sigmund Graf von Hardeck blieb nicht, wie H. und W. sagen, unvermält. Er hatte sich eine Tochter Ulrich Eggenberger's, - aus dem späteren fürstlichen, damals aber noch bürgerlichen Hause, - uud der Barbara Giebinger zur Gemalin genommen, starb aber kinderlos im Jahre 1501) (1502), all' sein Erbe dem Bruder Heinrich überlassend, welcher ihn noch mehr als zehn Jahre überlebte, 1507 als kaiserlicher Abgesandter auf dem Reichstage zu Constanz erschien uud sich in diesem, wiu in dem folgenden Jahre, an dem Zuge Maximilian's 1. gegen Mailand, bezüglich gegen Frankreich als des Kaisers oberster Fcld-haiiptmunn betheiligte. Dass es bei diesor durch die Saumseligkeit der bewilligten Reichshilfe und der Schweizer wenig glücklichen Expedition keine Lorbeeren zu holen gab. ist bekannt. Heinrich Graf von Hardeck, oder wie dio jetzige Schreibweise lautet — Hurdegg, hatte sich , in vornehmerer Ehe als sein 1'rüder, mit Elisabeth, Johanu's IL Herrn von Rosenberg zu Krumnu nnd der Anna Herzogin von Gluguu Tochter, vermält, welche ihm fünf Söhne gebar, Johann I., Ulrich. Georg, Christoph und Julius L, von denen Georg nnd Christoph ledig vor dem Vater starben. Dieser lebte noch im Jahre 1513; 1517 theiltcn sich Johann, Ulrich und Julius in das väterliche Erbe. Ulrich, welcher sich zum ersten Male mit der sechzehnjährigen Sidonia, Tochter Herzog Heinrich s I. von Miinstcrbcrg, zum zweiten Male mit einer Gräfin von Guttenstein verehelichte, kaufte im Jahre 1500 von seinen Schwägern Albert und Georg Herzogen von Miinstcrbcrg die Grafschaft Glatz in Schlesien, erhielt von Kaiser Maximilian I. mit Diplom d. d. Augsburg am 12. 11. 1503 den Titel eines Grafen zu Glaz, auch die Bewilligung zur OBEEÖSTEEEBICHISCHEB ADEL 99 Führung des bezüglichen Wappens und mit weiterer kaiserlicher Urkunde vom 20. 5. 1507 die Freiheit, in der Grafschaft Glatz Silbermünzen zu schlagen. Er blieb ohne Dcscendenz und wurde Christoph, seines ältesten Bruders Johann und der Margaretha, geb. Gräfin von Sehaunberg Sohn, sein Erbe. Dieser verkaufte Glatz 1537 an König Ferdinand I., sich und seiner Familie nur den Titel vorbehaltend. Julius 1. Graf zu Hardegg auf Glatz und im Machlande (y 1557;, Oberst-Erbland-Mundschenk in Oe. u. d. E. und Truchscss in Steiermark, Kaiser Ferdiuand's 1. Obersthofmarschall, setzte durch seine Ehe mit Gertrud Beiclis-gräün von Eberstein den Stamm fort, welcher sich mit den Söhnen Johann Friedrichs (geb. 16:i6, f 1703), nämlich Johann Julius Adain (geb. 6. 2. 1670) und Johann Konrad Friedrich (geb. 13. 3. 1677, f 7. 2. 1721) in die zwei Linien zu Stetteldorf und zu Kadolz und Seefeld theilte, in welchen das Haus gegenwärtig nur noch in Mieder-Oesterreich blüht. Ueber dieso neuere Genealogie der Grafen von Hardegg mögen Hoheneck und Wissgrill zur Hand genommen werden. Jene im Taschenbuche der gräll Häuser 1875 dargestellte, ist fehlerhaft. (U -B.; steiermärk. U.-B. uud Landcs-Archiv; Statt-halterei - Airhiv zu Insbruck; Stiftsarchive zn Wilhering, Admont uud Bein: Blätter des Vereines für Landeskunde in N.-Oe. XIII. Jlirg.; XII. Bd. d. Berichte des Wien. Alterthums-Vereines; Studien au d. Grabstätten alter Geschlechter, v. L. v. Beckli-WIdmanstetter; Strnadt-Velden; Muchar, Geschichte der Steiermark; Schmuz. histor.-topogr. Lexikon v. Steiermark; Bischof, steiermärk Landrecht; H.j W.) llarrach (Taf. 33.) Wappen 1: Ein Bing mit drei (2, 1) Federn im Dreipass besteckt. (Nach den Siegeln Wusk' (I.) von llarach an St. Veits-Tag 1327, Dietreichs vou Harach 28. 3. 1328, und Wusk (II; vou llarach 30. 11. 1348 an den in der Folge benannten Urkunden des Stiftes Hohcnfurth). — II. Eine Kugel mit drei (2, 1) in den Dreipass gestellteil Federn bestockt. — Kleinod: llöruer, aussen je mit drei Straussenfedern besteckt. (Nach dem Siegel Ulrich's Haracher am Donnerstag vor dem Palmsonntag 1450 an einer unten näher benannten Urkunde des Stiftes Hohenfurth). — III. In Both eine goldene mit drei (2, 1) silbernen Straussenfedern göppidfüriuig besteckte Kugel. — Zwei gekr Helme: 1. Bother mit dem Schildcsbildc belegter Flügel. Dcckcn: roth silbern. 2. Schwarze, aussen je mit sechs silbernen Straussenfedern besteckte Horner. Decken: schwarz golden (H-M.;. -- IV. (Fürstliches, 1706) der Schild des vorigen Wappens. Fürstcnhut und Mantel. — V. (Harrach-Thaiiliausun, <708) Geviert mit Harrach im gekr. llerzschild. 1 und 4 von Gold und Schwarz getheilt, darin farhengewccliselt ein abgehauener Greifenfuss. 2 und 3 von Gold und Both gespalten, darin ein von Schwarz und Silber gespaltener Sparren. — Vier gokr. Helme : 1. Die schwarzen, aussen je mit sechs silbernen Straussenfedern besteckten Horner. Decken: schwarz-golden. 2. llothcr mit dem Bild von llarrach belegter Flügel. Dcckcn: roth-silbern. 3. Goldener Greifenfuss, Klauen aufwärts. Dcckcn: schwarz-golden. 4. Wio das 2. Feld bezeichneter geschlossener Flug. Dcckcn : roth-golden (K. k A. A.). — VI. (Freiherrn von Horoch, 1791) Geviert mit dem llarracirschen Stammwappen im Hcrzschild 1 in Blau ein goldenes Hufeisen, zwischen dessen aufwärts gewendeten Armen ein kleines, silbernes Kreuz schwebt 2 in Both ein silborncr Flitschbogen. 3 in Both ein natürlicher Spiegel in goldenem Bahnten. 4 in Blau wagrecht ein natürlicher Fisch. Drei gekr. Helme: 1. Natürlicher Habicht, dessen Ständer je mit einer kleinen gol- denen Kugel besetzt sind, in der linken Kralle das Hufeisen mit dem dazwischen schwebenden Kreuze vor sich haltend. Decken: blau-silbern. 2. Rother mit dem Bild von Harrach belegter Flügel. Decken: roth-silbern. 3. Fünf, abwechselnd blau-silberne Straussenfedern. Decken ■ blau-silbern. i.X. k. A. A.) Dieses, nun erlauchte Haus führt von Horra (Horach, Horachy, Harrachy. Harach) in derPfarro Ottau des südlichen Böhmens seinen alten Namen. Der von Baibin , Hoheneck und zahlreichen anderen Genealogen genannte Stammvater Pribislaus (l'ribik von Horroch), angeblich 1289 gestorben, ist urkundlich nicht nachweisbar, uud hat das Geschlecht wohl von dem zwischen 1259 und 1261 auftretenden Burggrafen zu Roseu-berg, Benysius, seinen Anfang genommen, dessen Söhne fast unzweifelhaft die Brüder Benysius (11.) (1272—1293), Johann (1272 -1274) uud Johann Bohuslaus (1272-1274) gewesen sind. Die beiden Letzteren pflanzten das Haus weiter fort, das sich mit ihnen in zwei Linien theilte, von welchen die eine nicht weit zu verfolgen ist und früh erloschen sein dürfte, wenn sie sich nicht etwa mit verändertem Namen in andere Gegenden verpflanzte. Aus derselben kommon die Brüder Alber (1291 1325) und Budislaus (1291 — 1293) vor. Ersterer, wie Worüber (1.) und Johann (IL) seine Söhno, bozeugte am 1. 9. 1306 eine Urkunde Gertrauds von Ludwigstorf an Kloster Schlägt. Vielleicht gehört aueh Jakob von Harach hierher, welcher 1325 urkundlich erscheint, und auch Ulrich von Ruinen (Kovnft), der in demselben Jahre unter den llarraclieru als Zeuge uufuitt Aus der anderen Linie erscheinen zu Anfang des 14. Jahrhunderts die Brüder Wohunk (Bolionik), Wusk (livsk, lluzke) und Dietrich, zum Theilc schon in Oesterreich ob der Ens angesessen und in amtlicher Stellung daselbst. Am 29. 9. 1309 verkaufte Sighart von Grciinensteiu an Dietrich den lienesch - illenesch so viel wie Beni-sius die Abstammung von dem Letzteren andeutend, denn Dietrich war ein Harracher) - das Graspeckcr Lehen; Zeugen: Buzku und Bohonik von Hurach. Am 6. 1. 1320 siegelte Dietrich der harvcher eine Urkunde Chunrat's des H .uscr. die gleichzeitig Bvsk der harvcher bezeugte. und der Verkaufsbrief Alber des jungen Malchinger vom 24. April desselben Jahres trägt des Büschen und ditrich wenisch anhangende Insiegel. Ao. 1326 versetzten der Abt Bartholomäus nnd die Gemein des Gottcshaus-.-s zu Hohenfurth mit Willen des Herrn vou ltosenberg dem Buzkcn von Harach, „der zden selben Zeiten 1 antriebter was iu der R.vediuarche," uud „seiner Hausfrauen Katreyn" die Dörfer. Stiftung, Eibenstein, Frcudcnthal. Schwarzenbach und zu den Höfen nächst Freistudt. „Mi dez heiligen hern sand vaitz tag" 1327 bestätigte Wusk von Harach den Empfang von 20l) Pf. Pfg., die er einst dem Stifte Hohenfurth geliehen hatte siehe Wappen I). — Am 2S. 3. 132S siegelte „her Tictreych von Harach ~ eineu Brief Pilgrim des Walch und dessen Hausfrau Sophia, mit welchem sich diese ihre Grabstätte im Stifte Hohenfurth crwäh.ten und dorthin einen Weingarten zu Gobisburg schenkten '.siehe ebenfalls Wappen I). -■- Eberhard von Walsce verkaufte am 1.2. 1330 die den Harrachs versetzten Güter Eibenstein, Freudenthal und Schwarzenbach an die Brüder Wohunk und Dietrich v. H. — Diese vorstehende Urkunde Bei besonders als I eweis hervorgehoben , dass die Eintragungen in dem Harrach'schen Messbuche, nach welchen Hoheneck die ältere Genealogie dieses Geschlechtes bearbeitete, vollkommen unverlässlich sind. Nach iie:i Anmerkungen in dein gedachten Mess-buche. die jedenfalls aus einer viel späteren Zeit datiren und an deren Spitze der fabelhafte Pribislaus mit seinem Todesjahre 1289 steht, wäre Wohunk, welcher wio oben ersichtlich noch 1330 lebte, sc'ion 1325 gestorben gewesen. Auch war nicht sein Bruder Dietrich mit Elisabeth 100 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. von Humbreclitsried vermält, wie Hoheneck unrichtig sagt, sondern dessen gleichnamiger Sohn, worüber eine nachfolgende Urkunde sprechen wird. ~ Bald nach dem Jahre 1330 erscheint der ältere Dietrich als herzoglicher Vogt zu Wels. Am -29. 9. 1335 siegelte her ditreich von Harach. .der zu den Zeiten gewaltiger vogt was zu weis," einen Verkaufsbrief des l'lrich Lauer an Heinrich den Geumann und bezeugte am 6. 2. 1336 in der gleichen Eigenschaft eine Urkunde Hartnid des Gatringer an den Landrichter ob der Ens, Chunrat von Götzeinsdorf. — Dietrich und sein Bruder Wohnnk theiltcn das Haus neuerdings in zwei Haupt-linien. Nur Bruchstücke sind über die genealogische Reihenfolge der ersbereu vorhanden. Der Stammvater Dietrich hatte drei Söhne, Dietrich (II.) I'enisch. Chraift und Wusk (II.) — Am 9. 3. 1336 reversirten Dietrich und iDietrichj Penisch sein Sohn über die von Jans von Capellen geleistete Bürgschaft für iiOO Pf. Pfg. wegen der ihnen von den Herzogen Albrecht und Otto von Oesterreich zu Pfund gesetzten Vogtei zu Wels und der Veste Seisenburg --Derselbe Capellcr versetzte an Dietrich von Harracli am 9. 3. 1337 die Burg Piihrnsteiu im Mühlviertel ..das Haus ze Pirclieustein"), welche jedoch bald darauf an Ulrich II. von Tannberg gedieh. — „An sand johans tag zu Sune-wenten in der Vreinstat" 1341 weiset .üy et reich hern Dyetreiclis sun von Harach, seiner Hausfrau Elspet. hern Chunratess Tochter von Humbrechtesried" deren Heiraths-gut an auf den Hof zu Waldburg etc. und ihre Morgengabe auf den Sunnhof; Chraft und Wnzko seine Brüder siegeln. — Am 30. 11. (St. Andreastag: 1348 stiftete Wusk v. H.. hern I ■yetreichs Sohn " im Einverständnisse mit seiner Hausfrau Agnes mit einem Gute zu Königschlag einen Jahrtag zu Hohenfurth; sein Bruder Dyet-reich Penisch und sein Oheim Hainreich von Lozperch (Lassberg) siegelten. — Am 25 9. 1364 versetzte Chrafft von Harach dem Gotteshause zu Neumarkt ein Gut im Gerichte Freistadt und vermachte am 8. 1. 1375 seinem Vetter Jansen von Harach mehrere Güter, Lehen der Herrn von Rosenberg in der Heichentlialer Pfarre, darunter die Mittermühle, die sein Satz ist von den Kindern Bernharts des Harachcr (Wernhart II. von der anderen Hauptlinie . — Vorgedachter Jans v. H. könnte der Sohn eines der beiden Brüder Chraft's gewesen sein, und ist vielleicht identisch mit jenem Johann von Chocaw. der, - allerdings etwas früh. - schon 1347 am St. Martinstag in einer Hohenfurther Urkunde erscheint; sein Siegel an dieser trägt den Harracher Schild und die Legende: S. Johanis de Cbecaw. — Checaw auch Schekaw, Czekan Kleincze-kau, Cakovec Cakow malt, ist ein Dorf in der Nähe von Fraunberg, welches 1630 durch Kauf von Georg Johann Cakovec von Bohusic an das Stift Hohenfurth gelangte. Auch Stephan v. H., welcher am 24. 3. und z9 9. 1364 verschiedene Besitzungen, darunter zehn Güter zu Dorf Stiftung verpfändete, gehört offenbar dieser Dietrich' sehen Huuptlinie an. Dass diese Letztere, wie vielfach angenommen wird mit einem Zweige zu Buben angesessen war. steht zu bezweifeln. Es kommt allerdings schon 1325, wie Anfangs gesagt, ein Ulrich von Buben vor der ein Harrach gewesen sein dürfte, später aber ging der Besitz. — Rüben, anch Rovnö, mit dem Hofe Moczerud, in der Pfarre Goyau bei Krumau, — in andere Hände über, uin dann später nur vorübergehend in das Eigen-thnm eines einzigen Mitgliedes des hier besprochenen Geschlechts zu kommen. Im Jahre 1406 in festo puri-ficationis beate Virginia Marine verkaufte Johann-s dictua Borowetz de Rowna curiam suani in villa Rowna dein Stifte Goldenkron und eben demselben zwei Jahre darnach Dorf und Hof Bowny und den Hof Moczerad gegen eine Leibrente. Johannes Borowetz führte einen Steinbock im Siegel, war demnach kein Harracher. Samstag vor dem weissen Sonntag 1436 hinwieder ver- kaufte letztgedachtes Stift das Gut Rowna dem Buzko z Rowneho, der den Harracher Schild führte, und da er lin dem Briefe selbst bereits „von Rovna- genannt wird, dürfte ihm der Besitz schon vorher verpfändet gewesen sein. Er hatte diesen noch zwei Jahre später inne, denn Buzek Haracherz „z Rowneho," der vorige, verkaufte am Samstag nach St. Matthias des Apostels, 1438, seinen Hof Malotin. Nachkommen von ihm erscheinen nicht auf Rowne gesessen uud schon 1487 findet sich als Eigcnthüiiier des Letzteren der Roscnberg'sche Kunzler Wenzel, welcher in diesem Jahre, am Samstag vor St. Elisabeth. Rowue und 3. 2. 1492 den Hof Moczerad von Peter von Rosenberg erwarb. Durch den Kanzler Wenzel von Rowna kam der ganze Besitz 1525 an das Stift Hohenfurth. Auf der Burg Hrzebcne (Iii-eben) nächst Netfebice, Pfarre Velcsin im südlichen Böhmen, kommt die Diet-rich'sche Linie zu Anfang des 15. Jahrhunderts vor. Hanns H. von Hrzebcne war 1408 Burggraf zu Rosenberg. Am Donnerstag nach dem Pnlmsountug 1459 siegelt» Mureward z Hrzebene mit dem Harracher Schild einen Verkaufsbrief des Woytiech vou Gywowicz an das Stift Hohenfurth, daran auch des Ulrich Harncher Siegel (siehe Wappen II.) liiiiigt. Wieder ein Markwart und auch ein Li pol t Hrebenai- von Hi-eben erscheinen im böhmischen Titulai- auf das Jahr 1531. Lambert Franz Hi'ebcnar von Hornel) auf Zagetschiz und Wleznow war 1682-1696 Oberstlandschreiber in Böhmen, gehörte als solcher zum Herreustunde des Königreiches und ist mit Anna von Metzerud uud Reichwald vermält gewesen Von seinen Söhnen wurden Johann Joachim von Harrach (kaiserl. Hauptmann im R"gimcntc Königseck) nud Ferdinand Marquard mit kaiserlichem Diplome d. d. Wien 8. 5. 1705 in den alten Herrenstand Böhmens und der incor-porirten Lanrle unter Beibehaltung des früheren Wappens und d. d. Wien 9. 8. :7U6 in den Grafenstand erhoben. Hi-eben war schon zu ihres Vaters Zeiten nicht mehr in ihrem Besitze. Nach ihnen besassen es die Wambersky von Rohatec; 1650 wurde dasselbe von der Gräfin Maria Magdalena von Buqnoy gekauft und in der Folge als Mairhof mit der Herrschaft Gratzen vereinigt. Aus dieser im vorigen Jahrhundert erluscheucn Linie stammen die in Gali/.ien, wie ich glaube noch blühenden Horoch ab, von welchen Matthias Casimir am 15. 2. 1791 in Ansehung der von seinen Vorfahren in der Iie-pnblik Polen bekleideten, ansehnlichen Chargen nnd auf Grund seiner nachgewiesenen, jährlichen Einkünfte von 2000 Gulden in den Gulizischon Freyherrnstand erhoben wurde. In der gulizischen Adelsmatrikel sind Casimir und Stefan Horoch, als dein altpolnischen Adel mit den Vorzügen des österreichischen Bitterstandes angehörig, d. d. 10. 9. 1782 eingetragen Wann sich diese Nebenlinie, die, wie Eingangs beschrieben wurde das Harrach sehe Stammwappen im Herzchilde führt, abzweigte, konnte ich nicht in Erfahrung bringen auch nicht auf welche ehelichen Verbindungen oder sonstigen Umstände Bich die Führung de3 Bückschildes ihres Wappens basirt. Letzteres zeigt im zweiten Felde einen Flitschbogen. den auch Abraham Hrocli von Mezilesic, königl geh. Rath (-;• 1594, beigesetzt in der Teinkirche zu Prag) führte. Ich habe dies auch im Hinblicke auf den Namen „Hrocli" erwähnen wollen. Von Wohuuk. - dem schon oben angeführten Bruder Dietrich's I, Landrichter in der Riedmark und Stammvater der zweiten Hauptlinie, sind uns fünf Söhne urkundlich bekannt „133w dez eritatz in der ersten Vastwochc" stifteten Paul, Wenisch III >. Wcrnhart (II.) Wohnnk (II) und Andre, „Hern Wohnnks Clünder von Harach," einen .lahrtag fiir ihre Eltern zu Hohenfurth. Paul war 1310 Bisch >1 zu Gurk, 135t* zu Freising. Beuisch (Wenisch) wird in einer Urknndo des Ulrich von Schzauflern an Kloster Hohenfurth, saml Ceczilientug 1319 unter den Sieglem OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. 101 als Benysch von Bosenberch genannt, er dürfte desslialb Burghauptmann daselbst gewesen sein; sein Siegel zeigt den Harrach'schen Schild nnd die Umschrift: S. Beniclisi de Harach". Im Jahre 1357 bezeugte er einen Verkaufsbrief seines Bruders Bernhart (Wernhart! an Kloster Hohen-furth. Am 4. 3. 1377 verkaufte Johann Pfarrer in Bosenberg curiam in villa dicta Kwassow, in qua Benissius dictus Haraclier et Proczko successor suns olim residen-tiam habuerunt. — Proczko dictus de Bakow hatte 1375 Quassow an die Bosenberger verkauft. — Ein Ort Quas-sow ist nicht mehr zu ermitteln; derselbe wird gleichbedeutend mit Horoch geglaubt, und wäre der alte Stammsitz des Geschlechtes mithin durch Benisch III. ans den Händen der Familie gekommen. — Von anderer Seite jedoch wird Quassow für das, gleichfalls in der Pfarre Ot-tau, nahe beiHorra gelegene Dorf Puritschen gehalten. — Der als dritter Sohn Woliunk's genannte Wernhart (Wernher, Bernhart) der Harocher sass in den dreissiger Jahren des 14. Jahrhunderts auf der Burg Partenstein im Mühlviertel als Passan'scher Burggraf. Er machte sich am 4. 7. 1338 verbindlich, auf dieser Veste CO Pf. dl. zu verbauen, wofür ihm der Bischof versprach, weder ihn noch seine Erben rda selbs enthausen" zu wollen, ehe die 00 Pf. gezahlt seien; sollte Wernhard nicht mehr leben, so sollen seine Erben dies Geld verbauen und Burggrafen zu Partenstein sein. Wernher kommt als solcher daselbst noch am 24. 3. 1355 vor und verkaufte — als des „liern Wohunkcn sven von Harach dem Got genad — mit seiner Hausfrau Elspet dem Stifte Hohenfnrtli l'|. Lehen zu Beichenthal am 6 1. 1357. Peter von Harach erwarb von Pilgrim und Seyfried den Schallenbergern am 10.'9. 1359 den Hof zu Weigleinsdorf in der Pfarre Kleinzell und am 18. 7. 1370 von Wernhard dem Tenrwanger den Sitz Gneusscnau im Mühlviertel, welcher jedoch, wie auch der Hof zu Weigleinsdorf, 64 Jahre später in das Eigen-thum der Diondorfer überging. Peter v. H, erscheint am 15. 5. 1360 nnd noch am 21. 12. 1872 als „Petrein der Haraclier von l'orttenstein". Er ist demnach unzweifelhaft ein Sohn Wernhard's gewesen nnd war diesem im Burggrafenamte zu Partensteir. gefolgt. Letzterer hatte ausserdem eine Tochter Agnes und zwei weitere Söhne Ulrich nnd Benosch (IV.). — Am 24. 3. 1855 bestätigte Wernhart der Grafenwerder den Empfang des Heirnths-gutes seiner Hausfrau Agnes, Tochter Wernher des Harrochor; Ulrich und Benesch, des Letzteren .Söhne, bezeugten den Brief. Ulrich, welcher noch am 12. 7. 1374 als rdcr erber Bitter" in einem Pfandbriefe Chunrat des Mautuer über ein Haus zu Aschach erscheint, hatte zwei Söhne, AVern-liart illl.) und Albrocht. Ersterer war, nach Hoheneck, 1) mit Dorothea von Volckra, 2) mit Ursula Krumpache-rin vermält. Am 3. 2. 1389 verkauften Wernhart Har-rocher und seino Hansfrau Dorothe „den Hof in Alheimstorf in Mertingcr Pfarre" (Pf. St. Martin im Mühlviertel) an ihren Bruder Albrecht Harrocher und am 18. 8. 1405 veriiusserte Wernhard verschiedene Güter in den Pfarren St. Peter und St. Oswald, und eine Hube „ze hartmans-dorf-, sämmtliclie im Mühlviertel gelegen. Seine Söhne Lienliart I. (Leonhard) nnd Hanns (+ 1480?) wurden die Stammväter zweier Linien, von welchen die Letztere zu Goggatscli (lioggitsch in N.-Oe) mit Leopold von Harrach 1547 erlosch, nach dessen Tode der Besitz an seine Schwester Anna, bezüglich deren Gemal Leonhard von Sinzendorf, Bitter, gedieh. Lienliart L, — der nähere Stammvater der gegenwärtig zwei blühenden Linien. — erscheint zuerst am 30. 5. 1430 in einem Briefe Wilhelms von Perneck, mit welchem dieser dem Herzoge Friedrich den Hof zu Gyr-nan in Steiermark aufsendete, den er an Lienliart von Harracli verkauft hatte nnd am 7. 12. 1437 verschrieb Herzog Friedrich diesem Letzteren, der ihn im Jahre vorher nach Palästina begleitet hatte, die Pflege anf der Veste IV. 5. Eppenstein (damals in Kärnth'n). 1439 trug Lienliart bei dem Leichenbegängnisse Kaiser Albreclit's II. den Helm wegen der Grafschaft Khyburg, und wnrde von dessen Nachfolger Friedrich III. erst zum Verweser, dann zum wirklichen Landeshauptmann inKärntlien eingesetzt, als welcher er im Januar 1461 starb. Von den drei Gemalinen, welche ihm zugeschrieben werden, eine Heilerin, eine Wackerzillerin und eine Paleiterin, ist nur die Letztere. Ursnla, Tochter Tibold des Paleiter und der Adelheid von Schifer, urkundlich nachweisbar. Sie brachte ihm nach der Tradition grossen Beichthum zn. Nach dem Tode ihres Bruders Bernhard verlieh ihr am 24. 11. 1458 Wolfgang von Walsee zwei Güter zu Gumpolting und Holczlcytcn in der Pfarre Thalhcim; am 24. 5. 1470 wurde sie von Kaiser Friedrich III. mit einigen Gütern, insbesondere mit dem Zelient auf zwei Huben zu Hausleiten, am 29. 6. 1476 vom Grafen Ulrich vou Schauuberg mit Gütern in der Pfarre Prani und tags daranf mit dein „liaws zu Pewrbach genannt iin Graintiial", mit der Schiferhub nächst dem Markte Feurbach und dem Zelient darauf, mit dem Gute zu Tobel und dem Hofe in Lindacii, mit einem Gute .in hcwbs genannt", auf dem Stain in der Waitzenkirchner Pfarre, mit dem oberen Gute „zu Praczdorif in Prampecker Pfarre", mit dem Hofe zn Wackerspach in der Pfarre Eferding und einem Gute auf dem Lueg, am 18. 4 1488 vom Grafen Sigmund von Schauuberg mit dem Gnte an dem Luerch in der Pfarre Prambachkirchen belehnt. Sio lebte noch im Jahre 1500, denn am 7. August dieses Jahres empfing statt ihrer ihr Sohn Lienliart (II.) die Schaunberg'schen Lchcu. Ausser diesem Letzteren werden Lienliart I. durch Hoheneck noch zwei weitere Söhne Theobald und Bernhard. der 1475 von den Türken erschlagen worden, zugezählt. Urkundlich kommen Theobald und Bernhard nicht vor, dagegen scheint es, dass Lienliart IL einen Bruder Seibold hatte; im Oktober 1497 gab Kaiser Maximilian I. dem Seibold nnd Leonhard von Harrach dio ausgebrannte Veste Babenstein a. d. Mur zu Lehen; Letzterer hatte um diese Zeit auch dio Pflego von Schloss und Urbar Wildon in Steiermark inne, welche nach ihm, am 9. 5. 1509, der vorgcdachto Monarch an Christoph Gloyach verlieh. — Am 30. 12. 1511 übergab Kaiser Maximilian dem Adam Swetkowitz pfandweise die Herrschaft Gonowitz in Steiermark und 1000 Gulden zum Aufbaue des verfallenden Schlosses nach Einsicht und Anweisung des königl. Baumeisters Lienhard von Harrach. Zwei Jahre darnach soll Letzterer gestorben sein. Für ihn war die Steiermark, wo er sich die Gemalin Margaretha Per-nerin von Bauenschachen genommen, zur zweiten Heimath geworden, mit wolcher auch einer seiner Söhne Leonhard III. (t 1527) innig verknüpft war. Derselbe er-scheinterst als Verweser zu Graz und kaiserlicher Hauptmann zu Pettau, als welchen ihn Sigmund von Dietrichstein, welcher nach dem Tode Kaiser Maximilians I. anf Wunsch d illielm die Aufnahme in den o. d. E.'schen Herrenstand. Sein Sohn Carl Wilhelm Sigismund 'geb. 1786), aus des Vaters Ehe mit 118 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Ludovika Freyin von Seydlitz a. d H. Winzenberg. — k. k. Kämmerer nnd General-Feldwachtmeister, werde am 7 12. 1779 in den Beichsgrafenstand erhoben. Er hatte 1765 nach Friedrich Wilhelm's Tode das Fideicommiss zn Name st erlangt und begründete so diese jüngere österreichische Linie. Ans der erloschenen Pisckkowitzer Linie, dio sonst hier nicht in Betracht zu kommen hat, sei zur Vervollständigung der Angaben über die, diesem Gcschlechte er-theilten Standeserhühuiigen noch mitgetheilt, dass Johann Wenzel Franz von Haugwitz 'geb. 1722) am 21.1. 1780 den preuss. Grafenstand erhielt H.-M., W., N. 8. schlcsischer Adel, Czorny. Erster Bauernaufstand in Oe. o. d. E.) Hauuold Taf. 341. Wappen I.: In Schwarz zwei geschrägte natürliche Winzerhauen an hölzernen Stielen. — Gekr. Helm: Geschlossener schwarzer, mit den geschrägten Winzerhauen belegter Flug. Decken: schwarz-silbern. (E.-M.) — II. (1559') Geviert. 1 und 4 Stamm w appeu. 2 und .Tin Both ein natürlicher Lint - Gekr. Helm: Offener, rechts schwarzer, links rother Flug, vor diesem die beiden Hauen geschrägt. Decken: schwarz-silbern, roth golden. (W. In der Bitterstands-Matrikel erscheint der Flug durchaus schwarz.). Heinrich der Haunolder, ungewiss ob von dieser Familie, kommt 1815-1321 in Urkunden des Stiftes St. Pölten vor. Caspar Haunold war 14:">1 Kaiser Friedrichs Burgvogt und Pfleger zu Ens. In einem Lehensbriefe des Stiftes Kremsmiinstcr vom Jahre 1403 erscheinen Afra Haunoldin. Wittwe, und Magdalena, weyland des Stephan, Kurstmann (?) Hansfrau, ihre Tochter. Bartholomä II. zum Haghof bei St. Peter in der Au war zu Zeiten Kaiser Maximilinn's I. Pfandinhaber der Herrschaft St. Peter in der Au, starb l-"<29 und ist in der dortigen Kirche begraben worden. Jakob, Bartholomä der Jüngere und Hanns s-ine Söhne wurden 1531 am Freitag nach Lichtmess mit dem Ilagliof und anderen landesfiirstlichen Lehenstücken und Gülten zu St. Peter in der Au und Dorf a d. Ens von Kaiser Ferdinand I. belehnt. Von ihnen war Bartholomä. der Königlichen Majestät Fcrdi-nand's I. Hofdiener, 1584. nach ihm sein Bruder Hanns 1550 mit Wolfpassing iu N. Oe. begütert. Es hat nach diesem den Anschein als wenn Bartholomäus zu dem letztgedachten Zeitpunkte schon todt gewesen wäre, in der o. d. E.'schen Bitterstands-Matrikel aber sind ein Bartholomäus und ein Hanns H. l '-üö als I.andiente eingetragen. Hieronymus, Faul, Peter, Andreas und David die Haunold erhielten mit kaiserl Diplom d. d. 29. 11. 1559 nebst einer llestätigung ihres althergebrachten Adels eine Besserung ihres Wappens Franz von Haunold diento 1586 um Hofe zu Innsbruck und war mit Anna Maria Händl von Iiamingdorf vermält. Niclas von Haunold hatte 1605 ein Kapital bei den n. oe.'sehen I.andstiinden erliegen. Seither ist der Name verschwunden. — ■ H.. W, B-M.) IltmiiMiierg (Taf. 85). AVappen I.: In Schwarz zwei abgekehrte und oben auswärts geneigte silberne Steigbäume. (Werden auch als Schliisselbiirtc Kerbhölzer und Badsperren angesprochen). — Gekr. Helm: Die Steigbäume, oben mit schwarzem Federbusch besteckt. Decken: schwarz silbern. — II. Geviert mit dem Stainmwappen im Herzschild. 1 und 4 in Schwarz ein goldener Pfahl (von der Albm . 2 und 3 iu Both ein beiderseits gezinnter silbener Balken (Aichaim). — Zwei gekr. Helme: 1 Haunsperg. Decken: schwarz- silbern. 2. Ein silbern gestülpter Hut, aus dem Stnlp zwei rothe Hörner mit silbernen Spangen (Aichaim), Decken: roth-silbern. - III. (Freyherrliches 1636) liiick-und Herzschild wie vorhin bei II. Die Helme um einen dritten, der als Erster gestellt ist. vermehrt; dieser mit otl'enem wie das erste Feld bezeichneten Flug (von der Albm), Decken : schwarz-golden. — IV. (Gräfliches 1670) Geviert. 1 Haunsperg. 2 in Schwarz auf silbernem Dreiberge ein goldenes Farrenkraut (Watzmannsdorf. 3 von der Albm. 4 Aichaim. — Drei gekr. Helme: 1. Haunsperg. Decken: schwarz-golden. 2. Von der Albm, dazwischen ein hoher goldener, mit schwarzen Federn besteckter Hut (wegen Watzmannsdorfi. Decken: schwarzgolden, roth-silbern. 3. Aichaim. Dcckcn roth-silbern. Dieses Geschlecht gehört zn dem altbaycrischen Uradel und gleichzeitig zu dem ältesten des Hochstiftes Salzburg, wo es auf dem weit ausgedehnten Haunsberge hauste. Wenn dasselbe dort anfänglich vielleicht reiclis-frei war, so ist es doch trüli in das Lehensverhiiltniss zurückgetreten, denn schon auf der grossen Salzburgcr Synodalvcrsammlung vom Jahre 1211 trat Eberhard II. Erzbischof von Salzburg in den Besitz der Vcsto Hauns-perg. Dominus Llricus de Haunsperg war zu Beuern am 15. 9 1282 Zeuge in einer Urkunde des Klosters Michel-Beuern an Kloster Hanshofen. Manjuard vou H. erscheint zu Kloster Mondsee c. 1300. Ein Zweig wendete sich schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrb. nach Oe. o. d. E., wo er Güter an der Krems und in der Biedinark inne hatte. Hertel von „Haus-perclr bezeugte am 29. 6. 1331 einen Verkaufsbrief Friedrich des Chcrsberger über Güter zu Bapoltswinkcl und am 8. 9. 1333 einen Pfandbrief Arnold des Raucher über dessen Haus (Schloss1 in der Kirchberger Pfarre. Fünfzehn Jahre später finden wir denselben Hartneid v. IL in Amt und Würden als Landrichter ob der Ens. An vnsrer Vrawen tag zder Liechtmiss 1348 gab Chunigund die Beusin von Linz dem Kloster Florian ihren Weingarten, die M itterpennt zu Nenburg, gegen ein Lcibgeding und bat hierzu „hern Hertneid von Havnsperch zdon Zeiten Lantrichter ob der Ens-' zum Siegeln. — Am suntag ze Mittervasten Letare 1348 verkauften Letzterer und seine Sölino Ulrich und Andre dem Kloster St. Florian eine Mühle bei der Krems und ein Lehen zu Bcichpoltswinkcl 'Bapperswinkel, Pfarre Ansfeldon) nebst einer Hofstatt. Der Sohn Andre gab am Freitag vor Christi Himmelfahrt 1362 dem Herzoge üudolf zu i isterreich einen Lehensrevers über den Hof ..zu dein Vosser' bei Freistadt. der durch des Andre Hausfrau, Agnes, Tod ledig geworden und ihm neuerdings verliehen worden war. Er siegelte bei dieser Gelegenheit mit dem llaunsperg'schen Stainmwappen. In demselben Jahre erscheint er in ätarhemberg'schen bald darnach in Pussau'schen Diensten und zum zweiten Male vermählt. Elsbeth von Hnntczzing verkaufte zu Unserer-Liebeu-Fraucn-Mcsse zu Gallncukir-chen am 25 5. 1362 eine Wiese daselbst, welcho Urkunde „Andro von Havnsperch, der erber ritter. zden Zeiten Burkgraf ze Biedekk" mit seinem Siegel bekräftigte. Diener siegelte au<-h 1366 mit Ulrich dem Anhänger zn Küppach, — dess.-n Schwester, wie Wig. Hund meint, Andre s Hausfrau war, — einen Vorkaufsbrief Andre des Wildborger und nahm am 23.«. 1369, ~ er war zu dieser Zeit I'ussau'scher Pfleger zu Ebelsberg — mit Johannes von Schiirltenbcrg und Anderen die Thcilung der Hinterlassenschaft des Jans Hosmund, Bürgermeisters und Mauthners zu Passan. vor. Des Letzteren Wittwe Elsbeth stiftete am 7. 2. 1372 zwei Jahrtage zu l'assau und gab den Brief „versiegelt mit des vesten ritter Insicgel, ihres lieben Oheim hern Andre des Huunsperger." - Auch Haunold der Beuter nennt diesen in einer Jahrtag-Stiftung nach Garsten seinen Oheim. Dio Verwandtschaft, war keine hoho, Andre'» amtliche Stellung nls passau'sclicr OBEr ÖSTERREICHISCHER ADEL. 109 Pfleger auch nicht, nnd war er ziemlich weit herabgestiegen von dem Ansehen nnd ancli der Macht, die seine Vorfahren anf dem Haunsberge in Salzburg ihr Eigen nannten. Ueber weitere Nachkommen dieses Geschlechtes in Oe. o. d. E. ist nichts zu finden gewesen. Hartneid zu Hannsberg (f 1557) war mit .1 uliana von der Albm vermählt, Hanns mit Ursula von Watz-manstorf. Des Letzteren Enkel Wolf Sigmund, dann Johann Christoph. Sebastian, Willibald, Christoph und Hartmann v. H. erhielten am 15. 11. löOl die Vermehrung ihres Stammwappens mit jenen der von der Albm und Aichaim zugestanden. Johann Jakob und Eranz Budolf von Haunsperg Gebrüder sind am 19. 1. 1686 in den „alten edlen F'rei-nnd Panierherrnstand des heiligen ßümischen Beicbs und der Erblande" erhoben worden. Johann Jakob Franz Bonaventura Reichsfreiherr von Haunsperg, churbayerischer Vicedom zu Landshut, wurde von Kaiser Leopold I. d. d. Wien 13. 9. 1670 in den Beiclis- und erbländischen Grafenstand mit dem Privi-legio de non usu erhoben. .Maria Kathaiina Gräfin von Königsfeld, geb. Gräfln von Haunsperg, starb zu Zaizkofen in Bayern am 9. 1. 1724 im Alter von 74 Jahren als die Letzte ihres uralten 0 t'schlcchtcs (U.-B., B.-M., N. S. Salzburger Adel (wo zahlreiche Quellen über die Geschichte dieses Hauses namhaft gemacht sind/, Wig. Hund III., Mucliar Geschichte der Steiermark). Uuiitzeiibarli (llnnlieupreb) (Taf. 3n). Wappen: Gespalten; vorn in Schwarz ein goldener Balken; hinten silbern ohne Bild. — Kleinod: Mit dem Schweife auswärtsgekehrter, auf den Helm gestürzter Fisch nnd ein schwarzes Horn mit goldener Spange nebeneinander. Decken: schwarz - golden. 'Ob die Tinkturen dieses Wappens, welche Freiherrn v. Hoheneck nicht bekannt waren, in der Bitterstands-Matrikel nach verlässlicher Quelle angegeben wurden, bleibt lraglich. Otto v. Hautzenbach führte in seinem Siegel an dem unten naher benannter. Briefe vom 5. 12. 1806 einen Balken, wie das U.-B. IV. S. 518 sagt; doch mag es möglich sein, dass der Balken thatsächlich nur in der vorderen Schildeahtlfte erscheint und das Siegel nicht richtig angesprochen wurde. Ich selbst habe die Urkunde nicht mehr auflinden können). Der längst zerstörte Sitz Hautzenbach in der Pfarre Wolfern des Traunviertels ist das Stammhaus dieses gleichnamigen Geschlechts gewesen. Um das Jahr i 180 bezeugte Engilschalch de huzin-bach eine Tradition zu dem Marienaltare in Garsten, am 7. 3. 1189 zu Eferding die Bestätigung Diepold's Bischofes von Passau über einen Tauschvertrag des Stiftes Wilhering mit dem Pfarrer zu Schönhering und am 11. 11. circa 1200 eine Urkunde Manegolds, Abtes zu Krenis-münster, über die Schlichtung eines Streites unter einigen Ministerialen dieses Klosters. Heinrich de hucinbach steht als letzter Zeuge in dem Briefe, mit welchem zu Ens am 8. 8. 1212 Herzog Leopold zu Oesterreich und Steyr dem Stifte St. Florian dio weltliche Gerichtsbarkeit ertheilte. Ob diese beiden Vorgenannten auf Hautzenbach gesessenen, Engelschalk und Heinrich, eines Stammes mit den Nachfolgenden gewesen sind, lässt sich weder bejahen noch verneinen. . In der Zeit zwischen 1270 uud 1308 treten die beiden Brüder Otto und Albert von Hautzenbach urkundlich auf. Den Brief vom 28. 7. 1270, mit welchem der Probst und Convent des Klosters St. Nicola bei Passau den Hof zu Dürrenaschach dem Wernhart Lcrbiihler zu Erbrecht verlieh, bezeugten: Otto de Havzenbach, Albertus frater IV. 5. suus. Letzterer steht in einer Florianer Urkunde vom 24. 4. 1272 unter den Zeugen, dann am 7. 6. 1274 in der Uebergabe des Patronatsrechtes der Kirche zu Hadershofen durch Poppo von Grünenburg an das Kloster Gleink, am 21 2. 1275 zu Ens in einem Lehensbriefe Heinrichs von VolckenBtorf au Otto Wolfstein, und als Gundacker von Starhemberg sich am 10. 3. 1275 mit dem Stifte Seitenstetten über die Vogtei am Hausruck verglich, geschah dies nnter der Zcugenschaft der beiden Brüder Albero uud Otto von Houzinpach. Letzterer kommt auch am 16. 10. 12^4 in einem Tausch vertrage der Agnes von Mistelbach und der Ofl'mia von Starhemberg vor. Albert und Otto v. IL besassen gemeinschaftlich einen Iiof zu Salveterre (wo?), von welchem Ersterer seinen Antheil am 19. 12. 1305 an Heinrich von Walsee verkaufte, der die zweite Hälfte des Besitzes am 5. Dezember des nächsten Jahres von Otto v. H. zum Pfände nahm. Dieser kommt noch unter dem 21. 1. 1308 in einem Briefe Bugers von Starhemberg an Ulrich vou Prunheim vor. Am 2. 2 1854 stifteten Düring und Reicher dio Sazzer ein Seelgeräth zu Dietach mit dem Gute Stenning in der Pfarre Stadelkirchen und baten hierzu als Siegler -ihre Freund3: Hainrich und Ott den Stadler, Wcrnhart den Steger und Hartneid den Hawzenpech, welcher hier in seinem Helmsiegel zwei Hörner, oder vielleicht auch den Fisch und das Horn nebeneinander, führt, ebenso wie am 29. 9. 1362, als er einen Kaufbrief Hartneid und Niclas der Pochinger und Heinrich des Vonstorfcr an Leb Heinrich zu Wichendorf bekräftigte. Härtl der Hautzeubeck, wohl des Vorigen Enkel, erscheint, nach Preuenhuber. 1440 nnter den Beisitzern der Volckenstorfsehen Lehen-Schranne, nnd Hartneid Hautzen-beck zu Hautzenbach der jüngere war, nach derselben Quelle, ao. 1443 geboren. Dio Tochter Hanns des Hautzenbecken und dessen Hausfrau Martha, Veronica, ist die Letzte ihres < ieBchlechtes gewesen. Sie vermälte sich in erster Ehe 1457 mit Marx Katzprenner zu Grub, in zweiter mit Wolf Häsib, dem sie ihr väterliches Stammgut, auch eine Hube und verschiedene- Gülten in der Pfarre Wolfern in die Ehe brachte. (U.-B., B -M., H., Landes- und ständisches Archiv zu Wien). IlautsciilirrKfr (Taf. 35). Wappen: In Silber aufrecht zwei schwarze, abgewendete Monde. — Gekr. Helm: Ein Mond, aufgewendet, die Spitzen gekrönt, die Kronen je mit drei, silbcrn-schwarz-silbernenStraussenfedern besteckt. Decken : schwarz-silbern. Die Hautzenberger sollen Eines Herkommens mit den Puechbergeru sein. Letztere altbaycrische Turniercr, aus denen Thiemo de Buchenberg schon 1195 in einer Urkunde Bischofs Wolfger von Passau erscheint; diese führten nach dem Siegel Wilhelms Pnechberger die beiden Monde wie die Hautzenberger, darunter einen dritten; auch zum Kleinode den Mond, aber ohne Kronen und Federn. Die Hautzenberger, bezüglich derer es fraglich bleiben mag, ob Wernhardns et liupertns de Huzei.berge, — um 1130 im ältesten Codex Traditionnm zu Passau. - hiehcr gehören , treten verlässlich zuerst mit Ulricli von H. auf, welcher mit den Brüdern von F'alkenstein einen Gütcr-tausch schloss, den Bischof Otto von Pa3sau am 29. 1. 1258 bestätigte. Sie waren Passan'sche Vasallen, in und um Passau als LchenBleutc vorzüglich in der sogenannten Abtei, - zwischen der Ilz und Mühel. — angesessen, wo Markt und Pfarre Iiauzenberg (alt: Hncenberge, Huzin-berge heute noch ihren Namen trägt. Von da breiteten sie sich nach Bayern aus, wo sie auch herzogliche Dienste nahmen und nach dem oberen Mühlviertel, insbesondere dem Landgerichte Veldcn, dorthin jedoch zu einer Zeit, in der dieses noch unter PasBau'scber Herrschaft stand. 25 110 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. Als Velden den Bischöfen verloren ging, waren anch die H., — wenigstens nnter diesem Namen nnd als Besitzende, — von dort wieder verschwanden, so dass ihre Aufnahme in die o. d. E.'sche Ritterstands-Matrikel kanm gerechtfertigt erscheint, und zum Wenigsten wäre darin nicht Dankwart der Hantzenberger namentlich anzuführen gewesen. der von 1410 ^ 1418 nichts als Passan'scher Pfleger zu Liebenstein in der Pfarre Bohrbach war. Aber ein Mitglied der Familie sollte eben dort genannt sein und so nahm man lieber diesen als den Andre H., um lloheneck'8 geschichtlichen Irrthümern auszuweichen, der von Letztgenanntem sagt, dass er 1391 (!) zu Kaiser Albreclit's II. Zeiten (!> in dem geheimen Haudbuche unter dem zn Oe. o. d. E. angesessenen Adel erscheine. Nachdem jedoch die Familie fast unzweifelhaft Eines Geschlechtes mit den Herleinspergern war, die thatsäcli-lich zum Adel Oe.'s o. d. E gehörten und worüber bei diesen und über ihre gleiche Abstammung von den Hautzen-bergern in einem folgenden Artikel gesprochen werden wird, so möge auch diese letztere Familie hier nicht übergangen werden. Am 28. 8. 1286 bewilligte der Propst von St. Florian dem Heinrich von Hautzenberg, dass der Dienst, von dem Hofo zu Hautzenberg auf das Gut „an der Widern" umgelegt werde für die Lebenszeit Heinrich's und seiner nächsten Erben (Leibeserben): Dietericus, Hain-ricus, Budlibus et Gertrudis. Hautzenberg, — nicht jenes in der Abtei. — war ein Gut in der sogenannten Vogtei auf dem Windberge in der Passau'schen Herrschaft Velden, das St. Florian von dort zn Leben trug. Andreas H. ist 1332 herzoglicher Rath zu Landshut gewesen. Andreas der Jüngere. — nach den Zusätzen Lieh's zu Wig. Hund, — des Vorigen Sohn, verkaufte mit Friedrich dem Nussperger am .... tag vor St. Georgentag 1373 dem Kloster Niedernburg zu Passau den Wald in der Abtei, der an das Hautzenberger Holz grenzt und den Beide von ihren seligen Schwägern Peter und Heinrich den Wiczmanspergern ererbt hatten. Ao. 1397 verkaufte Margaretha, des Hänsel Fischpöck Wittwe, ihrem Eidam Jakob Hautzenperger verschiedene Zehente in der Kohrbacher Pfarre, Landgerichts Velden, unter der •Zeugenschuft Christians Hautzenberger. Jakob H. gab am Donnerstag nach Pfingsten 1398 seiner Hausfrau, Hanns des Fischpöck Tochter, einen Vermächtnissbrief, welchen Hartlieb der Herleinsperger uud Dankwart der Hautzenberger bezeugten. Nach Hoheneck wären Jakob und Dankwart Söhne Andreas' II. gewesen, und Jakob hätte einen Sohn Ulrich gehabt, welcher 1139 mit Barbara Prandt-neriu vermählt war. Urkundlich konnto hierüber nichts erbracht werden, ebensowenig wie darüber, dass der ob-genannte Christian ein Sohn Dankwart's gewesen. Letzterer erscheint 1410 in einer Urkundo Nicola des Grueber von dem Stain, welcher seinen ehrbaren Schwager Danck-ward den Hautzenberger, derzeit Pfleger zu Liebenstein, darin zum Zeugen nahm. Am St. Georgentag 1419 bezeugte Andre der Hautzenberger (wohl ein jüngerer uls Andreas II.) einen Vergleich zwischen den Brüdern Mella-brunner. (ieorg H. steht ao. 1489 in einem Kaufbriefe der Margaretha I'randtnerin, Ulrich's des Hautzenberger Hausfrau, unter den Zeugen. In dem Lehensbuche König's Ladislaus aus den Jahren 1455 —1457 über die landesfiirstlichen Lehen und Vasallen im Lande zwischen der Bana und Miihel kommen die Hautzenberger nicht mehr vor. Sie blühten mit zahlreicher Nachkommenschaft in Passau nnd Bayern weiter. Friedrich Hautzcnbcrgor zu Sohl (im bayr. Wald) war 1525, — nicht 1593, wie Lieb in seinen Zusätzen irrthiimlich meint, Landrichter zu Schärding. Philipp, Friedrichs Sohn, höchst zweifelhaft ob des Vorigen, lebte 1612. Er hatte sich mit einer Bürgerstochter vermählt und starb kinderlos als der Letzte seines Stammes. (U.-B., Strnadt-Velden, R.-M., H., Wig. Hund III., N. S. f bayr. Geschlechter, Lamprecht Beschreibung der Stadt Schärding). Hayden (Taf. 35). Wappen I: Ein bärtiges Manneshaupt, bedeckt mit einem abhängenden Stulphut. (Nach dem Siegel Rueger des Haiden an seinem Verkaufsbriefo vom St. Urbanstag (25. 5.) 1345 im Stiftsarchive zu Schlierbach). — II. In Gold ein halber Mann in rothem Rock, mit rothem abhängenden (heidnischen) Stulphut, einen goldenen (?) Bogen mit aufgelegtem Pfeile zum Sclinsse spannend. — Gekr. Helm: die Schildesfigur. Decken: roth-golden. (R.-M.) Dies Geschlecht, von den ältesten des Landes eines, seit unvordenklichen Zeiten im Adel und im Besitze des Gutes DorlF bei Schlierbach, auf dein es noch heute sitzt, hat wie so viele Andere seine Wiege zu Steyer gehabt. An sand Andres Tach 1327 entsagt Wülfing Bürger zu Steyer sammt seinen Erbon dor Hub am Donhartsberg, die Hermann der Ponlialm zu dein Kloster Garsten gestiftet hat; nnter den Zeugen ein Scheck, zwei Preuliafen, zwei Panhalm. ein Strasser, ein Siuzenberger, ein Chersperger nnd Bnger der liaid. Letzterer ist uns der urkundlich erst Bekannte von den Hayden. Jene, die mit ihm den Verzichtbrief Wülfing s bezeugen, sind durchgehend Steyrer Rathsborger; er ist es selbst auch gewesen und nm so sicherer als die nächsten Nachkommen ebenfalls au der Seite Steyrer Bürger erscheinen und mit den Panhalm und den Sinzenbergeru in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen stunden Es mögen desswegen in das adelige Herkommen Buger des Haid keine Zweifel gesetzt werden, ebensowenig wie in jenes seiner obigen Genossen; nachstehende zwei Urkunden sprechen zur Genüge gegen solche Bedenken: Am St. Laurenztag (10. 8.) 1336 zn Wien verlieh Herzog Albrccht II. zu Oesterreich und Steyr seineu Getreuen Rugcr und Niklas don Haiden den Hof und Markt zu Moln (Pfarre Kirchdorf), das Fischrocht in dor Steyr und Steyrnieh (Steyrling) nebst der Gerichtsbarkeit und Froiung, und ebenfalls zu Wien in demselben Jahre, am 22. November, versprach Herzog Ott zu Oesterreich, Steyr und Kärnthen. dass er „Ruger den Haiden von Slyrbach" und seine Hausfrau Gertraud schirmen wolle im Besitze der Hub zu Moln bei der Kireho, welche Erntraut, Ruger's Wittwe von Moln selig und Ruger ir wirt recht und redlich verkauft haben. Die o. d. E.'sche ständische Matrikel sagt, die Hayden gehören zu den uralt-adeligen Geschlechtern des Ritterstandes und haben das Landgut Dorf schon 1360 inne gehabt. Sie sind da in Bezug auf Letzteres um einige Jahre verkürzt wordon, denn wenn Rnger in Herzog Otto's Briefe vom Jahre 1386 der Hayden von Schlierbach genannt wird, so will dies nichts Anderes sagen, als der Hayden von Dorf bei Schlierbach. Die Hnbe bei der Kirche zu Mollen dürfte Rugcr bald wieder weitergegeben haben und nahm sie später neuerdings zu Pfand. Am Sonntag nach St. Jakob (29. 7.) 1342 versetzte Heinrich von Lonstorf dieselbe an Rueger den hayden, seine Hansfrau Gertraud, ihro Söhne und Töchter. Zuletzt tritt Ruger in seinem Verkaufsbriefe vom St. Urbanstag (25. 5.) 1345 an Lndwig des Piisch-lein's Eidam über das Erbrocht auf einem Lehon zu Hofern anf. (Siehe Wappen I). Niklas (I.) der in Herzog Albreclit's Urkunde vom Jahre 1336 genannt wird, kommt nicht weiter vor, so dass dio Annahme, die folgenden dieses Geschlechtes seien Kinder Rngers und dessen Hausfrau Gertraud gewesen, wohl gerechtfertigt erscheint, um so inohr als Rugcr Descendenz liatto, wie aus obigem Pfandbriefe vom Jahre 1342 hervorgeht. Zu seinen Kindern zählten demnach Niklas 'II.), Thomas und Catharina. „An doz heiligen hern sand Florianstag- (4. 5.) 1359 verkauften Kathrey, OBERÖSTERREICHISCHEB ADEL. 111 „hern Nyclas vnd Thomas der Hayden swester* nnd ihre Kinder dem Kloster Schlierbach die Oberhube, ein Lehen von Eberhard von Walsee. Katharina ist mit Peter dem Batcnmoser vermählt gowesen. Ueber ihre beiden Brüder, deren Besitz nnd „Freundschaft" sagen nachstehende Urkunden Näheres: Freitags zu Quatcmper im Herbst (18. 9.) 1360 verkauften Stephan der Panhalm und seine Hausfrau den Brüdern Friedrich und Heinrich von Walsee uinen Passau'sclien I.ebenzehent zu Herrenrach in der Pfarre Wimsbach; ihre lieben Obeim Niclas der Hayden uud Gottfried der Sinzenberger siegeln. — Sonntag vor Lichtmess (31. 1.) 1361 verkaufte Erasmus der Schreiber. Bürger zu Steycr, ein Gut zu Weichselbaum, Pfarre Kemuaten, Lehen von dem Herzoge, welches früher „der erber ritter her Niclas der Haiden" an Otakchers von Ror statt besessen hat; Niclas selbst, „zden Zeiten Schaffer zu Steyr", siegelt, - das Manues-haupt mit dem heidnischen Hut im Schild. — Sonntag Lätare 1361 siegelt „Niclas der Haiden zden Zeiten Schaffer zu Steyr, der erber ritter" einen Verkaufsbrief Chunrad des Mühler an Weinmar den Tcurwangor. — An sand Jörgen tag 1362 verkauften Niclas der Hayden nnd seine Hausfrau „dem erbern manne Weyninar dem Tewrwanger, ?urger zu Steyr das Gut uuf dein Drischelborg. Garstner farre, da/ leben ist von nnserm genudigen herren hertzog Rudolfen ze Osterreich". — 21. 3. 1365 versetzte Gottschalk von llanfeld Hermann dem Praunsporgcr seinen Hof zu llanfeld; der ehrbareThoman der liayden hängte sein Insicgcl an diesen Brief. — 21. 12. 1365 verkauften die Brüder Heinrich und Peter die Bytzzenwincliler dem Kloster Schlierbach eine .Mühle zu Michelndorf, Pfarre Kirchdorf; Thoman der H siegelt mit dem von dem heidnischen Hut bedeckten Mauneshanpt im Schild. — 4. 5.1370 verkauften Thoman der Hayden und seine Hausfrau eine Hube zu Auern, Pfarre Wartberg an das Kloster Schlierbach. — 10. 7. 1370 ■ verzichtete Johann der Giittgesell auf den Hof iu Beut, welchen sein Schwager Jakob von Weinzierl dem Kloster Schlierbach gegeben hat; sein Oheim Thomann der H. siegelte. — Donnerstag vor St. Michael (25. 9.) 1371 verzichtete Heinrich der Getringcr anf die Güter zu Mollen, über die er mit Thoman dem Haiden „cliricg und stözze" gehabt hat; die Güter waren Eigenthum Niclas I. des Haiden nnd wurden dem Get-ringer durch seine selige llausfruu zugebracht. Letzterer führt in seinem Siegel den Schild wie die Auer zu Au. — Sonntag vor Mittfasten 1372 verkauften Thomas der Hayden und seine Hausfrau dem ehrbaren Bitter Michcl dem Uttcndorfcr (eiu Graus?) und Niclas dem Juden sechs Güter in der Garnweid bei Mollen, die Lehen von der Herrschaft Stcycr sind nnd darin liegeu. — An Maria Verkündigung 25. 3.) 1372 verkauften Hanns der Gut-gescll, Hedwig seine Hausfrau, Jakob von Weinzierl und Anna dessen Ifausfran, Hanns des Gutgcsoll Schwester, an Elspeth, Wittwe Hannsen des Hosmund, den Hof zu Ameisberg. Pfarre Kirchdorf; „ihr lieber Freund", Thomas der Haiden siegelte. — Am St. Oswaldtag (5. 8.) 1374 verkaufte Gottfried der Sinzenberger dem Kloster Gleink die Rosshub zu Grab, Pfarre Haidershofen; sein Oheim Thoman der liayden siegelte. — Am St. Agnestag (21. 1.) 137Ü verpfändeten Catharina, Peter des Ra-tenmoscr Wittwe, und ihr Sohn Alphart Heinrich dem Schneider die Osterhnbc, Lehen von Eberhard von Wal-sc-e; ihre Oheime (will sagen des Alphart Oheime, der Catharina Briider 1 Niclas und Thomas die liayden siegelten diese Urkunde. Thomas (II.) Hayden von Dorf, nach Hoheneck Niclas'II. Sohn, um 1393 Walsee'scher Pfleger zu Scliarn-stein im Traunviertel, war mit Agnes Tanpöckin vermählt, die ihm zwei Söhne, Erhard nnd Wolfgang gebar. Erhard hatte im Jahre 1441 Güter und Gründe bei Wagram in N.-Oe., 1444 den Edelsitz Sitzenberg, ebenfalls in N.-Oe. inne, welch Letzteren ihm seine erste Hausfrau Dorothea Seepeckhin zugebracht hatte; er war laut Verzichtbrief d. d. Donnerstag vor St. Matthäus 1439 mit Margaretha von Hohenfeld in zweiter Ehe vermählt, mit welcher er einen Sohn, Hanns, hatte, der ledig starb. Wolfgang Hayden von Dorf, 1417 des Herzogs Albrecht Kämmerer, erlangte von diesem 1121 die Bewilligung, das Gut Loostorf in N.-Oe. kaufen zu dürfen. Seine Gemahlin, eine Sticklbergerin, gebar ihm drei Söhne, Leonhard, Bernhard und Martin. Letzterer wurde gemeinsam mit VolkaTd von Anersperg 1476 mit der Brandenburgsehen Lehensherrschaft Ladendorf im V.-U.-M.-B. belehnt, die sie Beide jedoch zwei Jahre später wieder verkauften. Leonhard, der den Stamm fortsetzte, hatte nebst Dorf auch das Gut Lindach unweit des Traunfalles inne, das die Hayden bis nm 1750 ununterbrochen besassen uud wo sie sich iu der Schlosskapellc zur heiligen Margaretha ihr Erbbegräbniss errichtet hatten. 1784 ist diese Filial-kircho der Pfarre Roitham zur selbststäudigen I'l'arre erhoben worden. Leonhard vermälte sich 1465 mit Anna Hardcrin. Von seinen Söhnen, Sigismund. Benedikt uud Johann, nahm Letzterer, — 1507 noch am Leben, — Apollonia Prunhammerin zur Gemahlin, die ihm ebenfalls drei Söhne gebar, Hieronymus, Sebald uud Johann. Johann starb ledig, dio ersteren Zwei theilten das Geschlecht in zwei Linien. Hieronymus, 1525 mit Anna von Sinzendorf verehelicht, hatte einen Sohn Christoph, welcher den Freisitz Weinberg im Traunviertel an sich brachto, uud in der Folge der beiden Kaiser. Maximilian's II. und Bndolfs II. Kamincrrath. auch Salz-Oberamtmann zn Gmnndeu wurde. Er hatte sich dreimal vermält: 1) mit Snsauua Herrin von Landan 'Heirathsbrief d. d. Ottensheim am Drcifal-tigkeits-Soimtag 1562;, 2) 1582 mit Maria Magdalena von Hohenfeld, 3) mit Margarcth, Tochter des Christoph Kncidtingcr zu Nieder - Peucrbach, hcrzogl. bayr. Bath's und Pflegers zu Friedberg, des Hanns Ulrich Baidt nachgelassenen Wittwe (Heirathsbrief d. d. Gmunden Sonntag jubilatc 1590. Kaiser Rudolf Bandtc zu letzterer Hocli-zeit einen silbernen Bcchcr und zwei Stück Wild zum Mahle. — Von den Söhnen vermälte sich Rudolf (1. Ehe) 1598 mit Maria Hack von Borniinb. Christoph, ebenfalls erster Ehe, nahm, laut Heirathsbrief d. d. 23. 4. 1591 Maria Althamerin von Trauncgg zur Gcinalin, war aber bald nach der Hochzeit gestorben, denn schon am Sonntag Invocavit 1595 schritt Letztere zn ihrer zweiten Ver-inälung mit Joachim Hack von Borniinb. Aus der zweiten Linie diente deren Stammvater Sebald (f 1591, 80 Jahre alt) nnter Kaiser Carl V. und König Pcrdiuand im Felde gegen die Ungarn und dann im Schmalkaldischcn Krieg gegen den Churfiirstcn Johann Friedrich von Sachsen. Er hatte viermal Hochzeit gehalten. 1) mit Brigitta von Schönbcrg, 2) mit Anna, des Caspar von Wallowitz Tochter. Schwester des Friedrich Ludwig v. W., Erzherzogs Ferdinand Bathes und (iberst-Stabelineistcrs. 3j mit Maria Geumann von Gallsbach (Heirathsbrief d. d. 23. 11. 1568 . f 1572) und 4) im Jahre 1574 mit Ursula Sigmayerin von Schlüssclberg. — Seine zweite Gemalin gebar ihm acht Söhne, Hans, llcctor, Wolf Martin, Sebastian, Hanns Caspar. Helmhard, Sebald (II.; und Bernhard: die vierte einen Sohn Sebastian. Von diesen setzte Helmhard das Geschlecht dauernd fort. Die Stammrcihe, unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Erbfolge im Gute Dorf!, ist folgende: 112 OBEBÖSTERBEICHISCHEE A DEL. Wolf Martin Hayden von Dorff; Gem. 1) Anna Viererin von Plücking, 2) Anna Jnliana Fanichnerin. Wolf Sigmund (.1- Ehe), zu Dorff; Gem. Sabina Elisabeth von Geyersperg zu Ostcrburg. Hatte zwei Söhne; die Tochter erhielt Dorff als Hoiratsgut. Susanna Salome, zu Dorff; Gem. Georg Christoph von Zedlitz, 1677 Bitterstands-Verordncter in Oe. o. d. E. — Sie vermachte als Wittwe Dorff ihrem Neffen Christoph Albrecht von Hayden. Helmliard; Gem. Susanna Jöbstlin von .löbstlsberg, Frei in Sebald III.; Gem. Maria Salome von Geyersperg zn Oster-burg, Schwester der Nebenstehenden. Christoph Adam, 1672 u. 1683 zum Bitterstands - Verordneten gewählt, kaufte Schloss und Gut Inzersdorf bei Kirchdorf im Traun - Viertol. Gem. Susanna Katharina Amstetter zu Grabenegg. Christoph Ferdinand Herr zu Grabenegg, Zwerbach n. Knocking in N.-Oe, welche Güter er von seiner Mutter ererbte; Baitlierr, dann Baitinarschall in N.-Oe.; Gem. 1) Anna Poli-xena Freiin von Clam; •2) 1692 Maria Theresia Gräfin von Botthal. Christoph AI brecht. Aus-schuss, dann Baitrath, 1700 Bitterstands-Verordneter in Oe. o. d. E , erbte Dorff von Snsanna Salome v. Zedlitz und stiftete mit Testament d.d. 10. II. 1711 dassclbo zu einem Fideicommisse. Gem. Helena Theresia von Lindegg (kinderlos). Christoph Adam zu Dorff u. Lindach, welche Güter er nach seines Bruders Christoph Albrecht Tode überkam. 1722 u. 1732 zum Verordneten gewählt: Gem. Maria Ludovika Kuniz von Weissenbnrg. Christoph Benedikt (f zn Ybbs 14. 6. 172*), 1705 Baitrath, 1712 Bitterstands-Verordneter In Oe. o. d. E.; Gem. 1) Maria Beatrix Spindler v. Hofegg (t 1707), mit welcher er das Gnt Weyer am Traunsee überkam : 2) Eleonora Hege-miiller von Düben weilor. Ein Sohn (1. Ehe) Christoph Sigmund lebte 1735 als kaiserl. Hauptmann. Christoph Achaz (1. Ehe, f 1737), 1716 Hauptmann im Guido Starhemberg'schen Kgt., dann Oberstlieut. und Commandant zu Fogärasch, 1730 General - Feldwachtmeister und Commandant zu Carlsburg in Siebenbürgen, erhielt nicht, wie Wissgrill sagt. 1732 ein kaiserl. F'rei-lierrnstandsdiplom. Gem. 1) Maria Theresia Freiin von Werlein, 2) Eleonora Josefa Freiin von Schwarzenau (Strein?). I Franz Christoph Josef ff als Jüngling 23. 2. 1728). Maria Theresia. Gem. Karl Josef Oktavian von Frey. Dieselbe setzte sich trotz der fideicommissarischen Eigenschaft des Gntes Dorff in Besitz desselben und ist mit diesem auch bücherlich bei der f.and-tafcl eingetragen, musste das Gut jedoch schliesslich an ihren Neffen Christoph Franz v. H. abtreten, während sie Lin-dach behielt. Christoph I'ranz (1. Ehe, t 1781), seit 1755 Fideicoin-miss-Inhaber auf Dorff. Bitterstands-Verordncter. Gem. l.i Susanna Barbara F'reiin vonDücker: 2) N. Freiin von Gabelkoven. — Derselbe hat nach Wissgrill nnr eino Tochter hinterlassen. Karl Christoph (1. Ehe), 1776 Oberstlicutenant im Kannitz'schen Begimente. dann Arcieren-Gardi!-Wachtmeister. Ferdinand Christoph(l.Ehe), k.k. Bittmeister, 1776 Kreis-hauptmann im Machlande. Gem. Theresia von Frei. Christoph Andreas, wurde 1817 mit dem Gute Dorff in der Landtafel eingetragen und iin nämlichen Jahre zntn Bitter-standsverordneten gewählt. Gem. Maria Theresia von Antlioine. Eduard von Hayden, seit 1X37 mit Dorff intabnlirt, 18. 9. 1843 in die ständischc Versammlung eingeführt und anf die alte Bitterbank angewiesen. Gegenwärtig Abgeordneter im oberösterreichischcn Landtage und im Beichsratho. Gem. Caroline Bedtenbacher. - ■ -- ■ - -.___ ___ Sigmund Christoph von Hayden. k. k. Obcrlieutenant in Pension, verm. 1HX4 (?) mit Engcnio, des Alfred Lenz, Directors der Kaiser F'erdinands-Nordbnhn, Tochter. (Stiftsarchiv zu Schlierbach, l'.-B., Landes-Archiv, H., W., gefällige private Mittheilungen.) Hefter (Taf. 35). Wappen: In Both eine goldene Spule. (NachHohcn-etk und der B.-M.). Heft, in der Pfarre Gaspoldshofen des Hausruck-Viertels, war ein dem Stifte Seitenstetten seit c. 1116 gehöriges Amt, welches Abt Kilian (f L'iOl) an Caspar Perkhaimer veräusserte. Dasselbe hatte eine geringo Adelsfamilie erst von dem Stifte, dann von dem Perkhaimer zu Lehen, der es ihr übrigens bald nach dem Ankaufe von allen unterthänigen Lasten gefreit zu haben scheint. In einer Seitenstettner Urkunde vom II. 2. 1432 kommt ein Hanns von Heft als Amtmann des Klosters vor. Derselbe verschrieb seiner Hausfrau Barbara, Ulrich des Tollen Tochter, Heirathsgut und Widerlago auf sein von Seitenstetten zu Lehen gehendes Erbrecht, eino halbe Hube zu Wäging, Pfarre Gaspoldshofen. Wolfgang H, dessen Wittwe Margaretha am 4. 5. 1465 dnreh Jörg von Stain mit Zehenten im; Donauthale belehnt wurde, könnte des Hanns Sohn, nnd Michael Hefter zu Heft des Letzteren Enkel gewesen sein. Michaels Tochter Catharina war mit Gilg dem Mcrzingor vermält, welcher am 17. 3. 1491 für sich nnd seine Hausfrau dem Kaiser Friedrich III. Zehente in den Pfarren Gaspoldshofen, Pennewang und Taufkirchen aufsandte. Benedikt H. zu H. war mit Margaretha Perncrin vou Schachen vermält und stellte über deren empfangenes Heirathsgut Beinen Schwägern Christoph und Wolfgang Perncr zum Schachcn nach Ostern 1527 eine Quittung aus. Wolfgang II. II. zu H. und dessen Hausfrau Margaretha verkauften am 8. 3. 1565 ihren Sitz Heft mit beiden Maierhöfen, der Capelle Mühle, Tafcrno und allen Gülten an ihren Vetter Achaz Innernsccr. (Stmadt-Peucrbach, H., B-M.) HeK«*»ittll«r (Hegenmüller) (Taf. 35). Wappen I: (Bürgerliches 1553.) In Gold ein OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 113 schwarzer Schr&gbalken belegt mit einem schreitenden goldenen Löwen. — Kleinod: Zwischen offenem, lechts schwarzen, links goldenen Finge der Schildcslöwe wachsend. Decken: schwarz-golden. - II. (Freiherrlichcs 1650J. Schild wie vorhin — Gekr. Helm: Zwischen offenem, schwarzen Fluge wachsend ein natürlicher Löwe. Decken: schwarzgolden. Hinter dem Schild ragt schräglinks an rother Stange mit goldenem Knauf und rotlien Quasten eine golden befranste, wie „Oesterreich" bezeichnete Fahne hervor, im Balken die schwarze Zahl .3". — III. (Freiherrlichcs 1658) Herzschild von Hegemüller. Rückschild schwarz, darin ein gemeines, gezahntes, Bilbernes Kreuz (Römerstall;. — Zwei Helme, der zweite gekrönt: 1. Wachsend ein gestümmelter Mann in engem schwarzen Rock, mit silbern gestülptem, schwarzen, heidnischen Hut; Rock und Hut mit dem gezahnten Kreuze belegt (.Römerstall . Decken: schwarz-silbern. 2. Schwarzer Flügel, vor diesem wachsend ein goldener Löwe. Decken: schwarz-golden. lliuter dem Schild die Fahne wie vorhin. Sämmtliche Wappen aus dem k. k. A.-A.). Johann Hegemüller (geb. 149*<), ein Schweizer, war mit Margaretha Hczl vermählt und hatte aus dieser Ehe zwei Söhne, Johann Bapt. und Ferdinand, von welch' Letzterem und seiner etwaigen Descendcnz nichts weiter bekannt ist. Johann Bapt., welcher von Kaiser Karl V. d. d. Luxemburg 19. 1. ir>ü3 einen Wappenbrief erhielt, war mit Priska Schaller, dos Georg Seid Wittwe, verehelicht. Dieser Verbindung entspross ein Sohn, Johann (geb. 1535, f '1. 9. 1084), welcher erstlich Lehrer der Söhne Kaiser Ferdinand s L, unter Kaiser Maximilian II. Ilofrath. nntcr Kaiser Budolf II. Hofkanzlcr wurde, und durch Kaiser Maximilian II. eine Bestätigung des von Kaiser Ferdinand I. verliehenen Adels als eines rittermäs-sigen und das Palatinat d d. Wien 3. 5. 15'19 erhielt. Wann seine Nobilitirung erfolgt war. darüber findet sieh im k. k. Adelsarchive nichts vor. Mit seiner Gemahlin Katharina Welscrin (t 27. 10. I5H1), - nach Wissgrill war sie eine verwittwete Welserin, geb. Marschalkin, — hatte er zwei Söhne, Georg Sigismund (t jung, August 1575) uud Johann Ruprecht geb. 5. 6. 1572 , t 17- 9-1633:, welch Letzterer als Herr zu Dubenweiler und n. ö'scher Regiments-Kanzler mit kaiserl. Diplom d. d. Wien 14. 11. 1621 die Befähigung zum Giitcrbesitzc in Oe. o. und u d E. erhielt. Nach Preuenhuber wäre er in der Zeit von 1602 160» Landcsanwalt in Oe o d.E. gewesen, wurde 1627 Landesuntermarschall in Oe. u. d. E. und zuletzt kaiserl. Reichshofrath. Seine Aufnahme als n. ö.'scher Landmann unter die neuen Geschlechter erfolgte am 2U. 5. 1623; fünf Jahre später kaufte er von der llofkammer das dem Jonas Hillebrand conliscirtcGut Oberranna in N. Oe. und den Markt Aggspach a d. Donau. 1629 die Herrschaft Albrechtsberg a. d. Bielach und wurde laut Rovers vom 29 11. 1629 mit dem halben l'hcil an der Veste Heiligcnbcrg im V. U. M. B. vom Hochstifte Passan belehnt Koch am 12 7. 1631 ist er unter die alten Geschlechter Ritterstandes in X. Oe. versetzt worden. Von seiner Gemahlin Maria Magdalena Weitmar (f 1639) hatte er den einzigen Sohn Wenzel (geh 1610. f 1667), welcher am 12. 2. 1636 in den alten Ritterstand Oe 's o. d. E. aufgenommen, von Kaiser Ferdinand III. d. d. Laxenburg 28. 5. 1650 mit dem Titel: Edler Herr Wenzel Hegemüller, Freiherr auf Albrechtsberg a. d. I'ielach, Sitzenthal und Aggspach a. d. Donau, in den Freiherrnstand erhoben wurde und von demselben Monarchen mittelst Lehensbrief vom 1. 9. 1651 das,Erbland-Küchenmeisteramt in Oe. o. nnd u. d. E. erlangte. 1656 wurde Freiherr Wenzel v. H. den neuen Herren-standsgeschlechteru in X. Oe. einverleibt. Derselbe erhielt von Kaiser Leopold 1. d. d Wien am 17. 11. 1658 als Wenzel Hegenmilller Freiherr auf Albrechtsberg, Herr von Römerstall, — wohl nur als Bestätigung |des schon im Jahre 1650 erlangten Freiherrnstandes, — ein neuer- IV. 5. liches Diplom, mit welchom gleichzeitig sein Geschlechtswappen mit dem Bömerstall'schen vereinigt wurde. Er hatte sich zu Passau am Bartholomäitag 1631 mit Üa-tharina Pnechleuthnerin von Sunzing vermählt, welche als Wittwe das Gut Sitzenthal in N. Oe. ihren Töchtern verschaffte. Der Sohn, Georg Achaz blieb als Hauptmann vor dem Feinde. Die Stammreihe von des Letzteren Bruder ;ist folgende: 1. Johann Buprccht Obersterbland-Küchenmeister in Oe. o. und u. d. E.. Herr zu Albrechts-ber a. d. Bielach, Oberranna und Markt Aggspach; Gem. Anna Margaretha von Lindegg (+ 1694). 2. Johann Franz, versah in N. De. bei den Erbhuldigungen 1705. 1712 und 1740 das Erbland-Küchenmeisteramt. (lern. Maria Catha-rina von Sägl. 3. Johann Josef Franz (f 22. 3. 1752); Gem. Johanna Josefa Freiin von Leysser. — Letzterer hatte drei Söhne, Johann Josef, k. k. Hauptmann, Jokann Albert. I'farrer und Dechant zu Oberleutensdorf in Böhmen, 1786 Domprobst und infulirter Prälat zu Budweis, und Johann Karl, welcher noch 1792 in kaiserlichen Kriegsdiensten lebte. Mit diesen ist die Familie, wie ich meine, erloschen. (K. K. A.-A., K. M., H, W.) Ilerhrrafein (Taf. 36). W a p p o n I: In Both ciu silberner Sparren („eine weisse Schleilfe daran man den l'fiucg auf den Acker vud wider davon führet" sagt Sigui. v. Herberstein.. — Kleinod: Bother Fliigel belegt mit dem Sparren Decken: roth-silbern 11. (Hag) „Ain schilt von Kecl mit ainem Khundt von golde in har gebunden von Zobl, auf dem heim ain Kunt von demsclbu gccrönte von Gold vud aulf ■ler cron ain Posch von Zobl." (Wappeubrief Herzog's Ernst v. Oesterreich d. d. Ebenfurt 2. 2. 1409 an Günther den Ilerberstainer über die Vereinigung mit dem Hag'schcu Wappen das „mit Günthers von Hag seligen tod wem ledig worden"; nach Stadel's Ehrenspiegel von Stcier. Es ist vielfach bezweifelt worden, dass dies Schildesbild ursprünglich thatsächlich ein Kummet gewesen; wenn hier seiner Zeit ein Irrthuin seine Rolle spielte, so wäre dies nur iu oder vor dem Jahre 1409 geschehen; die genaue Beschreibung des Kummets aber in dum Wappenbriefe vorgedachten Datum's schlicsst, dio Möglichkeit eines Irrthumes fast aus. „In har gebunden von Zobl" will nichts anderes sagen, als dass das Kumtnet mit schwarzem Faden, oder wohl richtiger Kosshuar genäht oder geknüpft seil. — III. Geviert. 1 und 4 Herberstein. 2 und 3 Hag. Zwei Helme: I. Herberstein 2. Haag — IV. (1522) Geviert. 1 und 4 Stammwappon. 2 Gespalten: vorn in Roth ein goldener Zinneutliurm mit offenem Thor (Caatilien); hinten .Oesterreich". 3 wie 2, doch mit verwechsi-lten Spalthälften. Drei gekr. Helme, die Kleinode wachsend: 1. der König von Spanien im Harnisch in der Rechten das Schwert, in der Linken vier verschränkte goldene Scepter haltend, eine Laubkroue auf dem Haupte. Decken: roth-silbern. 2. Der Römische König im Krönungsornat mit Krone. Mantel, Stola Scepter und Reichsapfel. Decken: roth-silbern. 3. Der ' zur aller Rcussen iu langem, weissen, roth-golden verschnürtem Rock, weissen Hut mit braunem l'elzstulp auf dem Haupte in der Rechten drei verschränkte goldene Pfeile, in der Linken einen goldenen Bogen haltend. Decken: roth-golden. (Stadel, Ehreuspiegel von Stcier und o. d. E.'sche H -IL). — V. (Neuberg). Im schwarzen mit goldenen Herzen bestreuten Schild .ein weisser aufsteigender Wolf mit verguldten Claon vnd roter aussgoBchlagcner Zungen vnd auf dem Helm ain gülden khüniglicbe i ron darauf ein schwarzer Adler aussgebricht mit gülden ge-ilindern in Form den Hertz gesprengt " Decken: schwarzsilbern (Anerkennung des Neuberg'schen Wappens für die Familie von Herberstein durch K. Ferdinand I. d. d_ Wien 15. 12. 1512, nach Stadel s Ehrenspiegel v. Steierl • 29 114 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. VI. (Gräfliches). Ein Mal gespalten, zwei Mal getheilt mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 und 4 Neuberg, 2 und fi gespalten von Castilien nnd Oesterreich, S und und 6 Hag. - Fünf gekr. Uelme: I. Zwischen geschlossenem schwarzen, mit goldenen Herzen bestreuten Fluge, wachsend ein silberner Wolf (Neuberg). 2. Der König von Spanien. 3. Der Römische König. 4. Der l'zar. 5. Hag. Decken: durchaus roth-silbern. (Nach Stadel; in der o. d E.'schen H.-M. sind die Felder angeordnet: 1 nnd 6 Castilien-Oesterroich, 2 und 3 Nenberg, 4 und 5 Hag.). — VII. Schild, Helme, Kleinodo und Decken wie bei .IV. Der Schild beseitet, rechts von Schild mit Helm und Kleinod von Nenberg. links desgleichen von Hag. (Bartsch und o. d. E. H.-M.i. .Herberstain, — Sagt Sigmund v. H. in seinem Familienbuche, — ..find ich allermaist gcschriben, wie wol „in etlichen alten briofen anch befunden wurt Herbergstain, „auch 11 erbeig.--1 ain, so glaub ich eigentlich es liais Er-„berstain, weil aber die Tentschen alle wort sonderlich im „rneffen hoch vnd laut nennen, mag das h hiezuegesetzt sein. „Die maisten von Ilerberstain find ieh das diu ire .gueter im land Steir in dem vierthail Faraw, auch in ,vnd vmb die pfarrPöln vou alter geliapt ; gleichwol hab „ich noch gefunden, dio sich von Herberstain zu Fridaw „geschrieben. Her Hans von Herberstain der eltist, den „ich in so wenig zeit hab mugen erinnern, befind ich aus „ainem register des zn Föln geweszt, das er daselbst zu „Pöln im zwölfhundert vnd neunten jar pfarrer was. „Aber wes sun er, auch wer seine brueder oder swestern „geweszt, hab ich noch nit mugen finden. „Georg von Ilerberstain von Fridaw hat zwen sün „gehapt Heintzlein vnd llenslein. Den haben Paul vnd „Georg die Vaitzen ain brief geben, im dreizehenhundert „nennvndachtzigsten jar, freitags vor sand Jacobstag. „Her Hartneid der junger von Petaw, marschalch in Steir, „hat ain Spruch zwischen den zwaien gubruedern seinen „dienern gethon an froitag vor gotsloichnamstag,' nach „Christi gebnrt dreyzohcnhuiidert vnd im fünf vnd subent-.zigisten jar. Hänsl von llerbcrsta'ii zu Fridaw hat dem „erbem ritter hern Georgen vou ilerberstain ain gult zn „kautfen geben, versiegelt mit hern Anthoni von Traut-„mansdorf vml Jacoben des Lembnechcr des Trautmans-„dorfter aiden insigcl, im dreyzehnnhundert zway vnd „achtzigisten jar an sand Urbans tag „liernaeh volgen numaln die Herberstaiuer, wie ainer „von dem andern geborn, auch wer yegliches gemaliel „gewesen ist." Freiherr Sigmund beginnt nun dio ununterbrochene Stammfolge seines Geschlechts vou Oth von Herberstain herab bis zu seinen Zeiten, durchaus auf Urkunden ba-sirt. Otto Herberstoincr, Civis de Marburga, welcher 1276 in einer, dum Sigmund v. H. nicht bekannten Stift Beiirschcu Urkunde erscheint, könnte im Hinblicke auf seinen Taufnameu immerhin diesem Geschlechte, vielleicht als Grossvatcr des vorgenannten Oth v. H., angehört haben Die Burg Herberstein, welche sich im Baabgelände der Steiermark, an dem Theillaufe der Feistritz, bei Büschelsdorf l Pischelsdorf/ erhebt, kommt urkundlich zuerst im Jahre 1290 vor. Am St. Nicolaustago i290 verkaufte Ulrich von Bosseck das von Heinrich von Stubonberg zn Lehen getragene Schloss Herberstein au Otto nnd Mathilde von Hartberg. Wann die Veste an das Goschlecht kam, dem sie den Namen gab, ist nicht zu ergründen, doch hat sie unzweifelhaft Oth von Herberstein schon inne gehabt. tammtafel nach Sigmund von Herberstein's Familienbuch. Oth von Herberstain i wurde am 16. 3 1320 von Wülfing v. Stubenberg mit zwei Höfen an der Zeil und zu Freinberg in Steiermark belehnt, erscheint urkundlich auch noch 1340). Gom. Mätz („wer aber die von Nainen und Geschlecht gewesen, hab ich nit gefunden"). - —« Georg I. 1379, . Beinhart. Virich, Otho seine Brüder 1375); (er siegelt 1381 einen Brief, mit dem er in der Deutsch-(Jrdenskirche St. Johann bei Stubeuberg oder ob der Feistritz seine Grabstätte wählt und zugleich daselbst einen Quatemper-Gottcsdienst stiftet mit Gütern zu Albrechtsdorf bei der Raab, dio er vom Dontschen Orden gekauft hat). Gem. A lllia.it Vreinpergerin Heinrich (urkundlich 4. 7. 1379) „hauszte zu Herberstain1'. Gem. Anna von Hag. —" - Gunther „hauszte ain Zeitlang ze Mamhofen";. Gem. 1) Anna, Tochter des Miks-sen Ebersteincr, Wittwe des Dietlein von Teufenbacli zu Mairhofen (sie brachte Günther Marnfels (Marano) in iBtrien und Eberstein in Kärnthen zuj; 2; N. Stain waldin von Fladnitz (?). Ott „der demuotig" (urkundlich 6. 9. 1389). Gern Elisabeth von Holnekh. Ekhart Georg II. zn Herberstein theilto mit seinem Bruder 1427. Gem. 1) Marg-reth Mordaz; 2) Marusch Rind-Bchaidin. Andrä anf Marnfelsi testirt 1441. Gem. Ursula von Teufenbacli. Hans der Starke. Gem. Margareth Schwanfues iSchuunfiies . Anton. König, Friedrich's Truch-sess. Gem. I) Ursula Naringer, 1464; 2) Barbara Fronawer. Erhart, Erzherzogs Matthias Truchsess, f ledig. Georg III. Gem. ('hristina v. Col- Friodrich auf Herberstein. (iem. 1) Barbara von Bogen- nitz (die Ehe dorf, 2) Margaretha wurdo nicht <;aller. ' vollzogen; er Btarb wahnsinnig 1 9. 1491). Leonhard, Bitter. 1470 Pfleger zu Wippach, 1480 Hauptmann zu Adolsberg u. am Karst (f 22. 1. 1511). Gem. 1465 Barbara, „Nic-lasen burggrauen zn Luentz vnd zum Lueg tocher" (+ 1. 9. 1491). OBERüSTEK REICHISCHER ADEL. 115 II. Hauptliuie. (Bernhard; Wernhardin I. (2. Ehe;. \. (I. Ilanprllnie). Georg IV. It. 1. Linie. Hanns C. i. Linie. Sigmund (geb. am Bartho-lomäi Abend i486, t 28. 3. 15i>6. Gem. 1521 Helena. Wilhelms von Graswein Tochter, Wolfs vonSauraw Wittwe. Wilhelm I. IL 3. Linie A. Bernhard I. (Wernhardin) (f 10. 3 1554 , Ritter. Gem. 3. 2. 1519 Catharina von Sauraw. Franz geblieben bei Ofen 1541). Georg V. „Khunig Maximilians zu Behain Für-sclineider." Gem. Barbara, Tochter des Bernhard Schintl und der Catharina von Boskowic und Tschernahor. I I. Haupt linie. Georg Wilhahn II. (f 15 4 Fern- 1557). Gem. Sigaun hart (?). von Eheuenhüller. Ott Rnpreclit. Georg IV. (f 4 3. 1528) kaiserl. auch der Landschaft in Steiermark Feldhauptmann, oberster Feldhauptmann gegen Venedig). Gem. Margareth von Rothai (f 1518;. Georg VI. (geb. 18. 7. 1501, + in der Nacht nach dem 18. 9. 1560) (Pfandinhaber zu Falkenstein in Oe. o. d. E. u. Schachenthurn in Steiermark) „der Romischen kung-lichen maiestat rath, landcshaupt-man in Steir". Gem. 1) Barbara Schrottin; 2i Eleonora von Trautson. Christoph (geb. 3.8 1502, f jung). Ruprecht (geb. 27. 3. 1506, t 21. 2. 1536). Gem. Elena, Hans Fuegcr's Tochter. (Hatte nur Töchter. Günther Georg Andre (geb. 6. zu Gntonhag 5.1508) (geb. 3. 4. blicbvor 1514). (fem. Tokay 16. 11. 1539 1530 Hlena von Petschach. Georg Sigmund (geb. 18. 7. 1518: (Pfandinhaber zu Lan-kowitz). Gern 17. 12. 1542 Marnscha von Petschach *GeorgVII. C'iriak Leopold, Kaiser Georg Rnpreclit Felician Jorg Andre II. Maximilians II. Erzherzoges (geb. 24. (geb. 30. 8 Truchsess. Gem. Carl Truchsess 1.1541). 1543 ?). Juliana von Gem. Sonntag .Modrutsch. 'Pu- quasi modo ge-sterwald'sche niti 1570 Mag-L'nterlinie). dalena von Lam-berg zum Rot-tenpühl. (Siern-dorf sehe Unterlinie;. Sigmund Hanns Georg Jakob WolfWil-Friedrich Fried- Cliri- Franz heim (geb. (geb. 1. rieh stopli (geb. 3.5.1561. (geb. 6. 11. 14.2. 1557). 1556. | 10. 1549). (geb. 20. 9. 1554'. Jorg Hanns Hilli- Hani- Hanns Georg Lienhart JörgRu- Jörg Ferdi-.Giin-Leo- Gau- prandt bal Fried- Sei- (geb. 18. prechtIL'geb. nand ther pold denz rieh fried 5. 1571) (geb. 31. 26.12. (geh. (geb. Hl. 1575) 1580 22 1. 25. 1582) II. 1568) ' C. i I.anko- Gnten- Wild- Jüngere Kärntli-witzer hager hau- Oester- ncrsche Unter- Uni er- sen'sche reiclii- Unterlinie linie linie Unter- sehe linie Unterlinie Hans (f 18. 6. 1535) „ist aus gueten crliclien vrsachen der frum genant worden". Gem. Margretli von Räcknitz. Caspar, „im schwäbischen Bund des Trnchsessen zu Waldburg oberster veldhauptman", (1547 Ritter, dann König Carl's Fürschneider. 1) Gem. 17. 2. 1550 Wandnla Mansdorfer. Bernhart Khe-venhuller's Wittib. Christoph (f 1541 bei Ofen) Oswald Hanns Gregor t 1542 (f 3. 4. 1548 vor dem Feind) Sigmund Domherr zu Salzburg Acliaz. Christoph (geb. 25. 9. 1554) Hanns Sigmund (geb 1560;. . *) Es ist in dem Familienbnche Sigmund's v. H., in Folge vielleicht unrichtiger Setzung der Beistriche, unsicher ob Georg VI. drei oder vier Söhne hatte. Jedenfalls hatte er keinen des Namens Christoph. 116 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. D. Wilhalm (I.) (t 9. 3. 1560) (der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, der Königin Anna Oherststahelmeister). Gem. 12. 2. 1532 Regina von Plüiiieneckh (f 16 8. 1547J. Dietrich. Gem. Sophia, Georguns von Carl, kaiserl. Truclisess Julius, am Hofe des römischen König's Wildenstein Tochter Maximilian. Aus der Descendenz des Stammvaters Oth von Her-berstain, welche von Franz Wissgrill und insbesondere durch J. A. Kumar ausführlich bearbeitet wurde, erwarb des Vorgenannten Urenkel Günther dnreh seino Mutter Anna von Hag. Günthers von Hag zn Gutenhag Tochter, die Anwartschaft auf die Herrschaft Gutenhag in Steiermark und mit Diplom des Herzoges Ernst zu Steiermark und Käruthen d. d. Ebenfnrth am 2. 2. 1409 das Hag'-sclie Wappen, nachdem sein mütterlicher Grossvater als der Letzte seines Geschlechtes gestorben war. — Günther von Herberstein hinterliess keine männlichen Nachkommen und vererbte seinen Antheil an Marnfels an die Vettern Georg II. und Andrä v. H., Gobrüder, welche 1427 unter einander theilten. Georg erhielt Herborstein. Andrä Marnfels. Wegen Gutenhag scheint es Streitigkeiten gegeben zu haben nnd fand ich erst Georg's IL Sohn Leonhard wieder im Besitze dieser Herrschaft, der mit derselben nnd anderen Gütern ans der Verlassenscbaft Beinprecht's von Uolneck dnreh Kaiser Friedrich am 20. 3. 1482 belehnt wurde. Georg II. auf Herberstein, landesfürstlicher Pfleger der Herrschaft Stiichsenstein und der Acmter l'nclibcrg, Schachen und Fletz war einer der Mitsiegler des Vertrages vom l. 2. 1439 zwischen Herzog Friedrich und den Ständen in Oe. o. nnd u. d. E. wegen Führung der Vormundschaft über König Ladislaus, wurde zu Wiener-Neustadt am 19. 2. 1441 mit mehreren ans der Montfort'-schen Lehenschaft herrührenden landesfiirstlichen Gütern in N. Oe. zu Sautarn bei Sebenstein, zu Kotlach und zu Pultschendorf durch Kaiser Friedrich belehnt, nnd war 1443 einer der drei Hauptleute unter welche das steier-märkische Aufgebot gegen die Ungarn gestellt wnrde. Er genoss hohes Ansehen bei Kaiser Friedrich III., welcher, als er um die Hand der Prinzessin Eleonora von Portugal, Nichte des Königs Alfons von Arragonien, Neapel und Sicilien angehalten hatte. die Vcruiälung zu seiner Krönung in Bom mit allem Nachdrucke betrieb, nnd nnter den zahlreichen Einladungen, die aus diesem Anlasse ergiengen. unter anderem auch an GeoTg v. H. d. d. Neustadt 23 9. 1451 schrieb: .Wir lassen Dich wissen, dass wir vnns fiirgenom-.men haben, anf Sant Jiarkenstag scliirist khiinfftigen. zu „Gretz zu erheben, gen Rom zu ziehen, vnnser khayser-rliehe Crönung mit der Hilft' Gottes da zn empfangen; .Bcgcrn vnd bitten wir dich mit Vleiss dass dn auf den .benanten Sant Jiarkenstag selb dritter Geraisiger zu „Bossen daselbs zu Gretz bei vns seyest, gescliickht vnd „znegerichtj zu schimpf vnd zu Ernnst, als sich dann zu „solchem gebürt, vnd vnns darzue zu dienen, Vnns. dorn .heiligen Reich vnnd dir selber zu Ehren." — iicorg's IL Enkel Wernhardin (Bernhard I.), gemeinsam mit seinem Vetter Georg IV. seit 9. 2. 1534 Pfandinhaber der Herrschaft 'Lankowitz und im Vereine mit des Letzteren Bruder Hanns seit 20. 4. 1535 Pfaudherr der Herrschaft und des Landgerichtes Fürstenfeld in Steiermark, erhielt für sich und alle von Herberstein für die besonderen Verdienste des ganzen Geschlechtes von Kaiser Carl V. d. d. Gent 4. 1. 1:~>22 das Becht den trz-hcrzoglich österreichischen und den königlich castilischen Schild sammt den Bildnissen des Königs von Spanien und des Ozar's aller Reussen im Wappen zu fuhren, ferner mit seinen Vettern, Hans, Sigmund und Wilhelm Gebrüdern, dann den Söhnen Georg's IV., Georg VI., Bnprecht, Georg Andreas nnd Georg Sigmund von Kaiser Ferdi- nand I. d. d. Innsbruck 18. 11. 1531 den Titel „die Freien", und wurden dieselben, respective die Kinder der mittlerweile verstorbenen Hanns und Bnprecht der Freien von Herberstein unter dem 24. 1. 1537 zu Wien von demselben Herrscher aus „llömisch Knniglicher Machtvollkommenheit" in den Freiherrnstand erhoben, wozu d. d. Wien 15. 12. 1542 die kaiserliche Genehmigung zur Vereinigung des Herberstcin'&hon und Neuberg'schen Wap- Scns, und ferner d. d. Wien 3. 2. 1556 die Verleihung es Erbkämmerer- uud Truchsessenamtcs in Kärntlien kam. Mit den Enkeln Bornhard's I., den Brüdern Bernhard II. und Georg Andreas, Söhnen Georg's V., theilte sich diese I. Hanptlinie in zwei Linien. 1. Stoirischo Linie zu Herberstein und Nouberg. Bernhard s JI. und dessen 2. Gemalin Margaretha Gräfin von Valmerana Sohn, Johann Maximilian (geb. 1601, f 18. 5. 1680), Oberst-Erbland-Kämmerer nnd Truclisess in Kärntlien, Herr zu Herberstein. Neuberg, Mühlliausen, FTadnitz etc., errichtete gemeinschaftlich mit seinem Brnder Johann Georg und seinem in Schlesien lebenden Vetter Johann Bernhard eiueHaupt-Fideicommiss-Erbeiuigung, welche 16X7 eine kaiserliche Bestätigung erhielt und wurde mit den beiden Vorgenannten, dann seinem Stiefbruder aus des Vaters erster Ehe mit Maria Constautia B.-Freiin von F'ugger, Johann Wilhelm, d. d. 26. 2. 1644 in den Reichs-Grafenstand erhoben. Johann Maximilian's Enkel, die Brüder Johann Georg (geb. 8. 5. 1660, f 13. 7. 1686), Herr des obgenannten Fideieommisses. kaiserl. Kämmerer und Major im Scliärf-fenberg'schen Regiment, Johann Otto Josef (geb. 30. 10. 1666, f 11. 1709) kaiserl. Kämmerer, Obcrstlieutenant und Commandant zu Varilovich im Carlstädter (ieneralate, zuletzt General-Feldmarschalllicutenant und Johann Ernst igeb. 5. 6. 1671, f 1746), welcher von der erloschenen Linie zn Gntenhag letzteres 1735 an sich löste, theilten diese Linie in drei Aeste, von welchen der mittlere schon mit Johann Otto Josefs Sohn, Ferdinand Leopold, ehemaligem Oberst des Sluiner Grenzreginientes, im Jahre 1785 wieder erlosch. . Auch der jüngere Ast zu Gutenhag ist wieder mit den Söhnen seines Stifters im Maniiesstaiume abgegangen. Von diesen starb Johann Carl, geh. Bath, seit 1772 Bischof von Laibach am 7. 10. 1787 als der Letzte. Die F'ideicoinmiss-Herrschaft Gutenhag wurde in Allodbesitz verwandelt. Aus dem älteren steiermärk'schen Aste, fiel an Johann Gundackar Maximilian Franz Grafen vou Horber-stein (geb. 8. 9. 1710, f 10. 1770), geh. Bath und in-nerösterr. Gubernialrathe, nach dem Erlöschen der schle-sischcn Linie, deren Majorats-Hcrrschaft Grafenort, während seine Söhne Johann Gundackar Karl Josef (geb. 17. 12. 1738, t 15- 6 1810), fiirstl. Salzburg'schcr geh. Bath und Obcrst-ilofjägcrmcistcr, uud Johann Anton (geb. 3. 6. 1742, t lcdig), Landrath in Steiermark, den väterlichen Besitz mit den Herrschaften und Gütern Eggoiiberg, llad-kersburg, Bothunthurn, Plaukcnwarth, etc. in Steiermark dnreh Erbschaft von Johann Leopold Franz Grafen von Herberstein, Fusterwald'schcr Linie, vermehrten. Johann Gundackar Karl Josef, verin. 1) 7. 1. 1765 mit Maria Antonia (alias Maria Angusta) Gräfin von Schrottenbach (geb. 3. 2. 17-10, + 18. S. 1791), 2) 2. 4. 1793 mit Maria Anna (Antonia?) Gräfin von Stürgkh (geb. 17. 1. 1769) 0BERÜSTERBEICHI3CHER ADEL. 117 setzte den Stamm fort, wie folgt: 1. Johann Hieronymus (geh. 20. 11. 1772. f 1847), verm. 5. 5. 175*5 mit .Marie Henriette Gräfin von Salin - Ncnbnrg (geh. 12. 6. 177:"», f 28. 1 1815). — 2. Johann Heinrich geb. 12. 6. 1804, f 1. 9. 1881), k. k. geh. Rath, erbliches Mitglied des Herrenhauses des Reichsrathes, auch seit 12. 10. 1*54 erbliches Mitglied des künigl. preassischen Herrenhauses als Besitzer der Herrschaft Grafenort, verm. IG. 0 1-30 mit Adelaide Landgräfin von Ffirstenberg (geb. 28. 5. 1812), Stkr.- nnd P.-D. — 8. Johann .Sigmund Graf von Herberstein, Freiherr zu Xcuberg und Gutenhag, gegenwärtiger Majoratsherr, Oberst-Erblandkämmerer und Truchsess iu Kärnthen 2. Schlesische Linie. Des Stammvaters Georg Andreas Sohn. Johann Bernhard Graf von Herberstein 'f IÜtiö . kaiserl. Kämmerer, königl. böhmischer Hol'kaiumerrath auch General-Pro viant-eominissär in den böhmischen nnd österreichischen Erb-landen, gelangte durch seine Gemalin Juliana Freiin von Mettich und Tschetschau iu den Besitz der Herrschaft Grafenort im Glatz'scheu, mit welcher dessen ältester Sohn Johann Friedrich (f 17 4 17011, der schon oben erwähnten Haupt-Fideicomniiss-Erbeinigung beitrat. Johann Leopold Erdmanu. des Vorigen jüngster Sohn, geh. Rath und Vicepräsident der schlesischcn Kammer, be-schloss diese Linie im November 1729. 11. Hauptlinie. Leonhard. Bitter. Audrä's Sohn, dem vor Triest „als „man di (die Stadt) wid> r zu des kaisers Gehorsam zwang rvnnd einuam, die zwen obern vordem zend mit aim „pogen ausgeschossen wurden", hatte Streit mit Besprecht von Holneckh wegen des Schlosses Gutenhag, wiewohl dies .erblichen und rechtlichen an jne gefallen was*. Seine Söhne Georg IV , Hanns „der frum" und Wilhelm theilten diese Hanptlinie in drei Linien: deren Bruder Sigmnnd aber, — der mit der Geschichte Oesterrciclfs eng verknüpfte Staatsmann, durch s- ine zahl- nnd erfolgreichen Reisen an dio meisten Höfe Europas allbekannte, durch jene zwei nach Russland (1517 u. 1520) unternommenen aber mit unvergänglichem Kabine bedeckte Diplomat, dessen Verdiensten Schlözer in den bedeutungsvollen Worten Ausdruck gab: Herberstein habe Bussland zum zweiten Male entdeckt, — blieb kinderlos. Ucber ihn, sein Loben und Wirken bietet Doctor F. Kroncs' bezügliche Abnandlung in den Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark eingehenden Aufschluss. 1. Von Georg IV. absteigende Linie. Georg IV., zum Bitter geschlagen nach dem Siege bei Regensburg 1502, würdig seines Bruders Sigmund, ein tapferer Kriegsinann, dessen Faust auch der Türke, dio Venediger iu Friaul, und dio rebellischen Bauern im eigenen Laude zu spüren bekamen, vermehrte den Herbcr-steiii'schcii Besitz. Am 20. G. 1500 wurde ihm gegen ein Darlehen von 2000 Gulden Schloss, Amt and Urbar Lan-kowitz pfandweise mit der Bedingung übergeben, dass er dem LamlcsfUrsteii, wohin immer es dieser fordern würde, gewärtig sei mit vier Pferden, Knechten nnd Harnisch. Gegen einen Kaufschilling von 61)00 Gulden gieng dieser Besitz jedoch mit Briefen Kaiser Maximilians I. vom 31. 7. und 13. 8. 1511 in Georgs Eigenthum über, der von demselben Monarchen am 28. November des folgenden Jahres mit der Herrschaft Gnt"nhag. sammt der hohen Gerichtsbarkeit daselbst, belehnt wurde. Zu Wien am 14. 1. nnd 24. 3. 152'i schloss Erzherzog Ferdinand mit Georg IV. und dessen Brüdern einen Tauschvertrag über die Herrschaft Marnlels in Istrien, welche sie gegeil Schloss und Herrschaft lieitberg sammt zwei Dörfern im landesfürstlichen Amte Marburg übergaben, uud d. d. Gran 10. 12. 1526 verschrieb derselbe Fürst gegen 6000 IV. 5. Gulden rheinisch die Herrschaft und Vesto Falkenstein im Miililviertel Oe.'s o. d. E. an Georg IV. Des Letzteren Sohn Georg VI., der feiste genannt. Herr zu Frein-stein in Steiermark. — das sein Oheim Sigmnnd erworben und mit kaiserlicher Genehmigung 1554 auf den Neffen übertragen hatte, — und Pfandinhabor zu Falkeustein, widmete sein Leben ebenfalls dem Vaterlande, erst als Kriegsmann in den Niederlanden und Italien, erhielt 1522 den Bitterschlag, wurde dann Kaiser Ferdinand s 1. Bath und Landesverweser in Steiermark und 1557 Landeshauptmann daselbst au Stelle des Hanns Ungnad, Freilierrn von Sonneck. Seinen Söhnen Georg VII., Leopohl und Georg Bu-precht wurde Falkenstein d. d. Prag 24. 10. 1561 als Pfandschaft auf lebenslang bestätigt, uaehdem dieselben am 7. d. M. für diese Herrschaft eine Steigerung von 30(>0 Gulden, für Freinstein und Schachenthurn 600) Gulden und für das Schachenamt 1000 Gulden aufgezahlt hatten. Kaiser Maximilian II bestätigte kurz vor seinem Tode, am 3. 7. 1 ">7ü dun Brüdern nochmals den pfleg-und pfandweisen Besitz von Falkenstciu, doch scheint die Herrschaft, auf welcher die llerbersteiner seit K>40 den Bartholomäus von Salburg als Pfleger bestellt hatten, bald eingelöst worden zu sein denn schon des Letzteren Sohn Gottfried halte sie bestandweise inne, uud am 14. 7. 1605 ging dieselbe im haufswege von Kaiser Budolf 11. an Gottfrieds Bruder Heinrich von Salburg über. Georg VII. (f ledig 157uj ist im Jahre 1566 als Mitglied des o. d. E.'schen Herrenstaudes eingetragen worden. Mit seinen Brüdern Leopold und (icorg Knprecht uud deren Vettern >igmuiid Friedrich Johann Friedrich, Georg Christoph. Jakob Franz und Wolfgang Wilhelm, den Söhnen des Georg Sigmuud, thcilte sich diese Linie in sieben L'nterliuien; jene achte aber von des Letzteren Bruder, Georg Andreas absteigende, ist schon im dritten Gliede mit Felician's Sohne, Johann Friedrich, welcher 1602 bei Stuhlweissenbnrg von den Türken gefangen wurde und iu der Gefangenschaft 16'>4 starb, wieder erloschen. a. Pusterwald'sehe Untcrlinie. Des Leopold (t 1606) Urenkel Georg Sigmund ff 20. 4. 1696), Herr zu Pusterwahl, Authal und Ilaiiifelden (in Steiermark; ist durch 28 Jahre iiiiicrüstcrreichischer Be-gieruugsrath, dann Vice-Statthalter gewesen. Des Letzteren Enkel Johann Leopold Franz (geb. 11. 2. 1712, -j- 15. 6. 1789), Herr auf Pusterwald, kaiserl. gell. Bath und Landeshauptmann in Steiermark, — welche Stelle er 1782 niederlegte, — hatte sich mit Maria Elconora. des Fürsten Johann Anton Josef zu Eggeiibcrg Tochter, vermalt, der Erbin der Eggciiberg'sclieu Herrschaften Eggeiibcrg, Strass, Radkersburg Butheiithurn und Plan-kenwart in Steiermark. welche dieselbe ihrem Geniale testamentarisch hinterliess. Derselbe starb als der Letzte dieser Unterliuic, seinen Gesummtbesitz an die Brüder Johann Gundackar Karl Josef und Johann Anton der I. Hauptlinie vererbend. b. Sierndorf'scho Untcrlinie. Georg Ruprecht Freiherr von Herberstein (t im Oktober 1612), Kaiser Budolfs II. Bath und Kämmerer, kaufte im .fahre 1604 die Herrschaft Sierndorf in N.-Oe. Sonst war dies« Linie, welche zu Ende d>s vorigen Jalir-hundertes erloschen ist. wie Wissgrill sagt, mit den Herrschaften Deinzendorf Viehofen und Pcllendorf in N.-Oe, auch für kurze Zelt in Mähren mit der Herrschaft Triesch angesessen. c Lankowitzer Unterlinie. Sigmund Friedrich (f lö.'l). Herr auf Lankowitz mit Creins in Untersteiermark, war Kaiser Ferdinand's II. geh. Bath. Seine Gemalin ist lutherisch gewesen und 30 118 OBERÖSTERREICHISC'HER ADEL. emigrirte nacli Nürnberg. Der Solln Georg Friedrich erwarb die Veste Gross und Herrschaft Wolfpassing in N.-Oe., verkante aber beides wieder 1626. zog religionshalber nach Rcgensburg, dann, der Mutter nach . nach Nürnberg; auch Otto Heinrich, sein Bruder, folgte dorthin, wo er am 4 3. 1631 starb. Christoph Moriz und Georg Sigmund, die beiden jüngeren Söhne Sigmund Friedrichs, blieben katholisch. Ersterer ward Kaiser Ferdinande II. Oberst-Hofmarschall, vermalte sich mit Maxi-miliana Freiin von Herberstorf. hatte aber keino männliche Descendenz; letzterer trat 1631 zu den Dominikap uern ein. wurdo dieses Ordens Provincial, als solcher (16 >9—ISCOj geh. Bath und kaiserl Gesandter in Frankreich und würde schliesslich den ihm zugedachten Cardinalshut erhalten haben, wenn ihn nicht mittlerweile dor Tod ereilt hätte Er verkaufte die Herrschaft Lankowitz. wogegen des oben genannten Otto Heiiirich's Söhne, Otto Friedrich und Adolf Friedrich, vergeblich recurrirten Des emigrirten Otto Friedrich Sohn Wolfgang Christoph ist wieder katholisch geworden, ward Kämmerer und Rittmeister Mit seinem Enkel Johann Carl Josef (alias Johann Leopold Josefj (geb. 1746, ist diese ünterlinie abgegangen. d. Gutenliag'sche Ünterlinie. Johann Friedrich (+ 1615), Herr zu Gutenhag. Landsberg etc., vermalte sicli 1579 in erster Ehe mit Ursula Gräfin von Thum ((■ 1595/, in zweiter mit Bosina Herrin von Bülheim. Sein Sohn Wolfgang Sigmund (1. Ehe) sass auf Gutenhag: dessen Descendenz ist mit seinem Enkel Franz Christoph, Herrrn zu Burg-Schleinitz in Steiermark, erloschen; jene Johann Jakobs, ob-nfalls eines Sohnes erster Ehe des Johann Friedrich, endete mit des Ersteren Urenkel Johann Georg. General-Fcidwachtmeistor und Verweser des ('arlsstädter Genoralates in Kroatien. — Zwei weitere Söhne Johann Friedrich s Günther (1. Ehe) und Johann Friedrich II. (2. Ehe) wurden auf ihr Ersuchen iui Jahre 1610 in den alten Herrenstand Oesterreichs o d. E. aufgenommen jedoch nicht, wie Wissgr. meint, wegen der Herrschaft Penerbach im Ilausruck-Viertel, die sie nie besassen. Günther pflanzte den Zweig zu Wurmberg (Steiermark), der mit dessn Urenkel Maximilian Anton (geb. 3. 11. 17(11, f 8. 10 1744), kaiserl. Hauptmanne im Kolovrat'schen Regiment zu Fuss, endete. Johann Friedrich II. kaufte 1627 die Herrschaft Hirschbach in N -Oe.; sein älterer Sohn, aus der Ehe mit Anna Eleonara Herrin von Stubenberg, Friedrich Hartmann, erwarb Eckartsau in demselben Kroiilaiido um 13. 10 i6"«l. Des Letzteren Sohn Johann Friedrich Maximilian tf 31. 1. 1691) war mit Katharina Barbara Freiin von Vertema (Wertemann) vermält welche als Wittwe, nach dem Tode ihrer Kinder mit otiftbrief d d. Wien l. 3. J720 die Herbersteiu'sche Fräulein-Stiftung errichtete. Sigmund Ladislaus (f 1696), Friedrich Hartmann's Bruder, übernahm von diesem dio Herrschaft Hilschbach welche in der Folge auf seinen Enkel Franz Sigismund überging, der, vermält mit Maria Franziska Gräfin von Geyersporg, 1717 ohne Descendenz starb c. Wildhaus'sclio Ünterlinie. Dieselbe ist mit den Urenkeln Georg Christoph"s, den Brüdern Sigmund Christoph (geb. 13. 2. 1644, f 1711), Fürstbischof zu Laibach, Johann Ernst (f ledig), geh. Rathe. Gesandten und bevollmächtigten Minister in Polen, und Johann Friedrich, Deutsch-Ordensrittor. Hofkriegs-ratli und General-Feld Wachtmeister, - Söhnen des Ernst Friedrich, Herrn zu Wildhaus (in Steiermark), geh. Rathe nnd Landeshauptmann zu Görz. erloschen. f. Jüngero österreich'sche Ünterlinie. Jakob Franz (t 1630), Herr der Herrschaft Deinzen-dorf. die er 1629 an Ferdinand der Sierndorfer Unterliuio verkaufte, und lllmau in N.-Oe., war Katholik und hat 1597 die rebellischen Bauern im V.-O. und U.-M. B. hart geschlagen. Wolf Jakob, Günther und Julius folgten dem Vater nicht nach und verliessen als eifrige Lutheraner theils gezwungen, tlieils freiwillig das Land; Wirnitz,' Ober-Kreuzstätten. Erdberg, Augenthal und (iiinsemdorf in N.-Oe. fielen der Conflscation anheim. Georg Jakob, Wolf Jakobs Sohn, ward wieder Katholik, kaiserl Kämmerer uud der n.-ö.'schon Landschaft Herrenstands-Verordneter. Seine Gemalin, Anna Maria Gräfin von Losenstein. erbte von ihrer Mutter Anna Katharina, geb. Sce-manin von Mangern die Herrschaft St. Peter in der An in N.-Oe., welche sie ihrem Sohne Fra.z Josef hintor-liess, der 1698 diesen Besitz an Ernst Friedrich Grafen von Windischgrätz verkaufte und ohne Descendenz starb. Wolf Sigmund (geh 1.54, f 1630), ein vierter Solni des Jakob Franz, war anfangs ebenfalls der neuen Lehre zagethan. die er jedoch wieder verliess. Seit 1622 schuldete ihm Christoph von Hohenfeld nicht weniger denn 100 000 Gulden, welche 1623 fällig, aber nicht gezahlt wurden. Hohenfeld kam wegen dieser und anderer Schulden in Coucurs und Wolf Sigmund übernahm bei der Crida-Verhandlung am 21. 2. iö2ö des Hohenfeld Herrschaft Beuerbach im Ilausruck-Viertel, welche ihm darauf am 1. März desselben Jahres eingeantwortet wurde. Er zog dann nach Bayern, wo er zu Birnbaum starb. Aus seinen drei Ehen 1) mit .Maria Giongeriu, 2) mit Katharina Barbara Traunerin, 3) mit Franziska Polixeua Freiin von Windischgrätz, hatte er nur von der ersten Gemalin einen Solin, Sigmund Ferdinand, welcher Feuerbuch am 10. 8. 1635 au Johann Bapt. Grafen von Verdenberg verkaufte und ohne Descendenz blieb. Franz Günther Graf vou Herberstein, Sohn des Johann Jakob Franz auf lllmau in N.-Oe., und Enkel des näheren Stammvaters Jakob Franz, beschloss diese Ünterlinie. g. Kärnthnerische Unterlinie. Wolf Wilhelm, kaiserl. Oberster, besass das Gut Windtau iin Kämthen?). Seine linke!, die Brüder Ernest Gundacker (geb. 11. 2. 1651, f lä. 4. 1723), General-Feldmarschalllieutenant und Commandant zu Szegedin und Essegg, uud Matthias Gundacker (gob. 9. 6. 1656, t 5 1. 1737), polnischer und chursächsischer geh. Rath und Oberst-IIofrichter zu Leipzig, waren die Letzten. 2. Linie. Hanns der Fromme stritt tapfer wider den Erbfeind erst 19 Jahre alt, wurde 1193 von Kaiser Maximilian zum Bitter geschlagen und 1528 mit seinen jüngeren Brüdern vom König Ferdinand mit der Veste und Herrschaft Nenberg (Noidberg) in Steiermark belehnt. Die Linie erlosch um 24. 12. 1728 mit Leopold Grafen von Herberstein, Freiherrn auf Neuberg und Gn-tonhag, des Prinzen Eugen von Savoyen Flügeladjutanten, dann Hofkriegsraths-Vicepräsidenten, Feldmarschall nnd Bitter vom Goldenen Vliessc. 3 Linie. Wilholin, erst in kaiserlichen Kriegsdiensten gegen Venedig, dann bei Kaiser Carl's Trabanten-Leibgarde in Spanien, schliesslich seit 1518 n.-ö.'soher Regiments-Rath, erhielt 1531 von König Ferdinand die Erlaubni«, Schloss und Herrschalt Greiseneck in Steiermark von der Wittwe des Bartholomä von Perneck an sich zu lösen, was jedoch erst zwei Jahre später nach Entrichtung des l'fandschil-lings durchgeführt wurde. D. d. Innsbruck 18. 7. 1536 verkaufte ihm König Ferdinand fiir 14000 Gulden Schloss OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 119 und Aemter zn Pfannberg und Semriach und 1551 gicng die Herrschaft Matzen in N.-Oe. durch Kauf in Willielm's Eigentlinm über. Sein Urenkel Johann Adam, aus der Descendenz des Sohnes Carl, verfiusserte jedoch letzteren Besitz wieder am 1. 8. 162!) an Hanns Christoph Freiherrn von Fünfkirchen. Johann Adam's Bruder Karl Eusebius setzte diese Linie durch seinen Sohn Ferdinand Ernst weiter fort. Letzterer errichtete am IS. 2 1691 testamentarisch aus den Ton ihm erkauften Herrschaften Triesch in Mähren, l.andstein in Böhmen, Üttenschlag mit Grafenschlag, lllmau, Doberspcrg, Brunn Lichtenau und Altengschwendt in N.-l>c. ein Fideicommiss, welches jedoch nach seinem schon im nächsten Monate erfolgten Tode bestritten and schliesslich die Majoratsdisposition mit Allerhöchster Sentenz vom 12. 5. 17uU auf Triesch und lllmau beschränkt wurde. Vou seinen Söhnen ist die Descendenz Karl Sigmund Adam's (f 1687; mit dessen Urenkel Johann Nep. Thaddäus Maria (geb. 4. 8. 17ü8), kaiserl. geh. Ratlie, zu Anfang dieses Jahrhunderts erloschen. Wenzel Eberhard (geb. 17. 1. 1671, t 29. 10. 1729), Ferdinand Ernst's jüngster Sohn, brachte theils durch Ablösung, theils durch Erbschaft die Herrschaften Triesch, Landstein, Elmau Dobersberg, Üttenschlag u. s. w. wieder au sich und restituirt' das von seinem Vater errichtete Majorat, welches jedoch des ersteren Enkel Josef Johann Nep. (geb. 25. 1. 1727, + 14. 12 18091, geh. Rath, Vice-Statthalter, dann Oberst-Landrichter in N.-Oe. mit kaiserlicher Genehmigung bis auf Triesch und Landstein wieder veräusserte. Sein Bruder Emst Johann (geb. 20. 4. 1781, f 17 3. 1788), Domherr zu Passau und Freising, Probst zu St. Anna daselbst, dann Uischof von Euccarpia, 1776 Passau'scher Ütüzial bei Maria Stiegen iu Wien, wurde 1785 erster Bischof von Linz. — Josef Johann Nep. vermälte sich am 27 4. 1748 mit Mario Philippine Anna, Tochter des Philipp Josef Reichsfrei-herrn von Moltke. k. k geh. Käthes und Feldmarschalls, welche ihm folgende Söhne gebar: Philipp (geb. 1. 11. 1752, f ledig 1803), k. k. Kümmerer und llofrath, Josef Franz Stanislaus (geb. 13. 11. 1757, f 81. 3. 1816), Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse und geh. Rath, Carl Josef (geb. 29. 9. 1763, | als der Letzte dieser Linie>, Domherr zu Salzburg, Freising und Osnabrück, Leopold Josef geb. 19 8. 1765, t unvermält), Rittmeister bei der Arcieren-Garde, Ernst Josef (geb. 4. 12. 1771, f unvermält 1814'. k. k. Oberstlieutenant, und Johann Nep. Josef (geb. 8. 10. 1774, -j- unvermält). Von diesen beerbte Josef Franz Stanislaus 1780 seinen mütterlichen Grossvater in Sondorhcit mit der Herrschaft Wulften in Westphalen, welcho er bald verkaufte, und nahm, jedoch ohne Allerhöchste Genehmigung. Namen und Wappen von Moltke an. Er war seit 1810 mit Louise Gräfin von Kolovrat vermält, und hatte mit dieser einen Sohn, Otto Josef Franz (geb. 24. 12. 1811), welcher jung und unverehelicht starb. Aus der II. Hauptlinic gelangte der Reichsgrafenstand d. d. 23. 7. 1659 an Johann Albreclit. Ernst Friedrich, Georg Sigmund. Johann Ernst, Ferdinand Ernst, Georg Achaz, Georg Günther. Erasmus Friedrich, Franz Albrecht und Jobann Christoph; ferner mit Ausfertigung der kaiserl. Reichskanzlei d d. 3». 7. 1710 an Leopold, Johann Ferdinand. Johann Ernst, Johann Maximilian. Johann Karl. Johann Friedrich. Johann Leopold, Carl Leopold. Ferdinand Hannibal, Wenzel Eberhard, Karl Friedrich und Johann Friedrich Wolf Freiherrn von Herben tein. (Familienbuch Sigmund's v. Herberstein, herausgegeben von J. Zahn im Archiv für österr. Geschichte; Mittheilungen des liistor. Vereines für Steiermark: Sigmund v. Herberstein, ein Lebensbild etc. von Dr. F. Kro-nes; Mucliar. Geschichte der Steiermark; Strnadt-Velden und Peuerbach; H.-M.; Kumar's Geschichte der Burg und Familie Herberstein; W.; gräfl. Taschenb. Slc>i'licrMt der Sohn Adam entsprang. dem es in der Folge beschieden war, eine so bedeutende Bolle in der Geschichte Oesterreichs ob der Ena zu spielen. Er studirte draussen im Reich, am Gymnasium zu Lauingen, bezog dann dio Universität zu Strass-bnrg, von welcher er in pfalz-neubnrg'sche Dienste trat, in denen er in dem jugendlichen Alter von 29 Jahren. 1614. von dem Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm zu dessen geheimen Bathe und Statthalter in den neubnrg'schen Landen ernannt wurde, führte im Jahre 1619 dem Kaiser 1000 Beiter zu, die er im Jiilich'schen geworben, und trat wenige Monate darauf in die Dienste des Herzogs, nachherigen ersten Churfiirsten, Maximilian von Bayern über, unter welchem er, nach den Vereinbarungen die im Herbste 1619 zwischen K. Ferdinand IL und Maximilian zu München getroffen worden waren, im Juli 1620 in Oo. o. d. E ciiimarscliirte und schon am 20. Angust dieses Jahres, bei der Huldigung der Stände im Schlosse zu Linz, diesen von dem Herzoge als Statthalter vorgestellt wurde. — Aber noch trat er nicht thatsünhlich in das Amt eines solchen, nahm weiter Theil an dem Zuge des mit Boucqnoy vereinigten Maximilian nach Böhmen und an dem Siege vom 8. November am Weissen Berge bei Prag. Die dem Bitter Georg Friedrich Hruska von Brezna abgesprochenen Güter Tanzetin und Bitoces im Rakonitzer Kreise, das böhmische Incolat, der Grafmistand, in den ihn Kaiser Ferdinand II. am 8. 4. 1623 setzte, waren der Lohn für sein Verhalten. - Ob die Herrschaft Orth am Traunsee, dio die Sclierffenberg vorher inne hatten, uud Tolet im llausruckviertel, das der arg comproinittirtcn Jörger Eigenthnm war, zu jenen Gütern zählten, die nach der kaiserlichen Verordnnng vom 6. 3. 1621 sammt dem ganzen Lande pfandweise dem Herzoge von Bayern zugehörten, und ob durch diesen, vielleicht ebenfalls als Gna-dengabe, Orth nnd Tolet an den Statthalter Grafen von llerberstorf gelangten, habe ich bisher nicht erfahren können. Jedenfalls besass derselbe beide Güter cigentliüni" lieh. Er ist im Jahre 1625 in den alten Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen worden. Zu viel ist dio Zeit der Statthalterschaft Herberstorfs und zu oft für und noch mehr wider ihn von allen Gesichtspunkten besprochen worden, um sich hier in neuen Schilderungen zu ergehen. Mag er von Vielen auch der Alba Oesterreichs ob der Ens genannt werden, so müssen doch seine Zeiten genommen werden, wie sie waren, und eines ist nicht zu vergessen: „Der Krieg ist ein roll' gewaltsam' Handwerk, man kommt nicht aus mit sanften Mitteln-. An diesem Grundsätze haben er uud seine Gegner getreulich festgehalten, nnd dass damals Friede war im Lande ob der Ens, wird niemand wohl behaupten können. Herberstorfs Statthalterschaft endete nach nicht ganz achtjähriger Dauer am 5. 5. 1628, an welchem Tage er und der Hofkammerrath Johann Mandl, als bayrische Com-inissärc, zu Linz das Land in feierlicher Weise in Gegenwart der Stände an dio kaiserlichen Commissäre, den Abt von Kremsmünster, Heinrich Freiherrn von Sallmrg und Johann Spindler von Hofegg übergaben, welch' beide Letztere die Verwaltung bis zum 30. August desselben Jahres führten, an welchem Tage Graf Adam von llerberstorf im Namen des Kaisers das Amt eines Landeshauptmanns übernahm. Nur kurzo Zeit versah er dasselbe. Er begab sich zu Ende des vorgenannten Jahres oder im darauffolgenden nach .München, um Forderungen geltend zu machen, kehrte krank von doTt nach seinem Schlosse Orth am Traunsee zurück und starb daselbst plötzlich am II. 9. 1629 in den Armen seines Beichtvaters. Er ist darauf als der Letzte seines uralten Geschlechts am 25 Oktober in der Pfarrkirche zu Altmünster beigesetzt worden. Graf Adam von Herberstorf, welcher Ritter des spanischen Callatrava-Ordens, kaiserl. und churbayr. geheimer Rath uud Kämmerer, auch churbayr Oberster über ein Regiment zu lioss und zu Fuss war, ist mit Maria, Salome, des Heinrich F'reiherrn von Preysing und der Benigna Thnrmerin von Mühlheim Tochter, des Erbniar-schails Veit Freiherrn von l'appenheim Wittwe, vermält gewesen, welche die Herrschaft Orth an ihren entfernten Verwandten Johann Wanwund Grafen vou l'reysing. Tolet am 17. 3. 1637 an Wenzel lieichard Grafen und Herrn von Sprinzeiistein verkaufte. (Steiermärk'sches U.-B , Mucliar Geschichte der Steiermark, Allgemeine Encyklopiidio der Wissenschaften etc. vou Hassel n. Möllmann 1829, Archiv fiir österr. Geschichte: das l'aniilieubuch Sigmund's von Herberstein herausgegeben von J. Zahn, liilka's Libcr t'ouliscationum 1621— OBERÖSTERREigHISCHER ADEL. 121 Fritz Geschichte des Landes o. d. K., H.-M., k. k. A. — A., IL, Stndien an den Grabstätten alter Geschlechter Steierniarks n. Kärntheus ron Beckh-Widmanstetterj. IItrk'iiH4|icrger (Hörleinsperger) (Taf. 36;. (Siehe ancli Hautzenberger). Wappen I: In Silber zwei abgewendete, schwarze Monde. — Gekr. Helm: Ein anfgewendeter, an den Spitzen gekrönter, schwarzer Mond; die Kronen je mit einer schwarzcn Feder besteckt. Decken: schwarzsilbern. (E. -M.). — II. Zwei abgewendctc Monde. — Gekr. Helm: Ein anfgewendeter, an seinen Spitzen gekrönter Mond, die innere nnd änssere Rundung jo mit acht, die Kronen je mit sieben Straussenfedern besteckt. (Epitaph des Ulrich Herleinspcrgcr (f 1602) in der Spitalkirche zu Eferding) — Die Herleinspcrger führten den Schild der Hautzenbcrger. Aus ihnen erscheinen zuerst Bennwort H., am 17. 4. 1365 alsSieglcr in einem Verkaufsbriefe Matthäus des Prann an Buegor von Starhemberg über Güter in der Gallneukirchner Pfarre, uud „der crsaui veste Bitter Tankchurt der Herleinspcrger", welcher im Vereine mit seiner Hausfrau die Veste Schalleuberg im Miihlviertel von Ulrich dem Lentzcnrieder, der sie pfandweise inno hatte, einlöste und selbe am 20. 8. 1378 von dem Bischofo Albreclit von Passau unter verschiedenen Bedingungen zum Pfände erhielt. Vor diesen Beiden kommt der Name Herleinspcrger nicht vor, und kann das plötzliche Auftreten derselben um so weniger übersehen werden als, — sehen wir von Rennwort IL ub, — Tankchart, oder richtiger Dankwart der H., als Ritter nnd Pfandinhaber von Schallenberg, kein unbedeutender Mann war, nicht von so unbedeutendem (ieschlechte gewesen sein konnto, dass über dasselbe vor ihm keine Urkunde Nachricht gegeben hätte. Der Godanke, dass das plötzliche Erscheinen seine Ursache in einer Namensänderung habe, tritt an uns unwiRkiirlich heran und wann könnte eine solche Vcrmnthung näher liegen als hier, bei der vollkommenen Uebercinstimmung des Hörleinsperger und des Hautzenberger Wappens. Nehmen wir an, dass auf den obigen Tankchart, der schon 1378 ein ehrenfester Ritter war, ein zweiter Dankwart folgto und ziehen wir Nachstehendes in Betracht. 1. Dankhwart der Hcrlspergcr war 1384, Hartneid der Herlspcrgcr 1300 passau'scher Pfleger zu Marsbach. 2. In dem Vermächtnissbriefe Jakob des Hautzenberger an seine Hausfrau, Donnerstag nach Pfingsten 1397, stehen als Zeugen neben ei..ander: llartlein der Hörlcins-berger, Dankwart Hautzenberger. 3. In einer Urkunde des Nicola Gruebcr von dein Stain, 1410, steht unter den Zeugen Dankward der Hautzenberger, der Zeit Pfleger zu Liubcustein. 4. Heinrich der Steinpöck, welcher 1323 Hartheim au Espein von Haag verkaufte, hatte, nach Hoheneck, eine Tochter Ursula, die sich in zweiter Ehe mit Veding dem Herleinsperger vermälte. f>. Den Theilbrief vom Jahro 1343 zwischen Chunigund Pcrgcrin am Perg und deren Schwester Elisabeth Hautzcn-bergerin bezeugten Hartlieb Hörleinsberger und Veding der Hautzenberger. 6) Andreas der Hörleinsperger, Pfleger zu Neuburg a. Inn, stiftete am 11. 1. 1413 eine tägliche Messe in seiner Kapelle zu Rohrbach. 7. Am St. Georgentag 1419 bezeugte Andre der Hautzenberger einen Vergleich der Brüder Mellabrnner. Wir sehen nun nicht nur an der Hand der vorangeführten sieben Punkte, dass Hantzenberger und Hcrleinsberger zu derselben Zeit, in derselben Gegend, — im Mühl-viertcl, — unter denselben Herren, den Bischöfen von IV. 5. Passau, erscheinen, dass sie nebeneinander urkundlich als Zeug en auftreten, dass sie dieselben Taufnamen fuhren, sondern es drängt sich uns. fast in zwingender Weise die Meinung auf, es seien jener Dankwart Ilerls-perger, welcher 1384 Pfleger zu Marsbach war, in welchem Amte ihm Hartneid Herlspcrger folgte, und jener Dankwart Hautzenberger. welcher 1397 im Vereine mit Hartlein Hörleinsberger Zeugenschaft leistete und 1410—1413 Pfleger zu Liebenstein war, ein und dieselbe Person, dio abwechselnd den Namen von Rautzenberg und von Iler-lcinsberg führte, ein Gebrauch, der um jene Zeit keine Seltenheit war, ja sogar vielfach nachzuweisen ist Der Wechsel im Namen hat aber schon vor Dankwart begonnen, denn ein gleiches Bewandtniss wie mit diesem, mag es auch mit Veding dem Hörleinsberger, dem Schwiegersohne Heinrich des Steinpöck, und dem Veding Hautzenberger vom Jahr 1313 haben, und auch nach Daukward könnte die Führung des verschiedenen Namens nicht ganz aufgehört haben, und es mag immerhin Andreas Herleinsperger, der Pfleger zu Neuburg a. In im Jahre 1413, 3ich noch 1419 auch von Rautzenberg genannt haben. Der genealogische Beweis ist mit diesem nicht, wohl aber, uud im Hinblicke auf das gleicho Wappen der historischo Wahrscheinlichkeitsbewcis dahin erbracht, dass von den Hautzenbergcrn, welche mindestens hundert Jahre vor den Ilerleinspergcrn urkundlich auftreten, jene Mitglieder, die aus der Abt-i. dem Lande zwischen Hz und Miihcl, herüber in das Landgericht Velden kamen, daselbst passau'scho Lehen, insbesondere das nacli ihnen benannte Rautzenberg iu der Vogtei inne hatten, auch passau'scho Aemtcr bekleideten, sich in der Folge Herleinspcrger zu nennen begannen und dies nach dem im südlichen Thcile der Pfarre Robrbach unweit Hautzcnlierg gelegenen Hofe Herleinsberg. Denchleiu i Dank wart; der Hirlciuspergcr, — der Aeltere, der Ritter, — erhielt am 9. 11. 1365 von Dietrich von Aistcrshaim den Hof zu hvntprcnning (Plarro Rohrbachi und einen Judcubrief. Herdneid IL, welcher 1390 Pfleger zu Marsbach war, erscheint als solcher zu Velden im folgenden Jahre. Sein Name ward mit Hcrtlein abgekürzt doch dürfte er nicht identisch mit jenem Herleinsperger sein, der unter dem Taufnamen llartlein, auch Hartlieb, 1398 deu Verinächtnissbrief Jakob des Hautzenberger bezeugte, 1419 Pfleger zu Falkcnstein war und noch 1420 den Hof zn Gattern im Gerichte Velden von der Wittwe des Sigmund Cheltz zu Pfände n.ihm. Hartliel/s Bruder Eckhart war 14*>3 passau'scher Pfleger zu Tannberg: Andreas, ein zweiter Bruder, der Bedeutendste von den Dreien, erhielt am 14. 9. 1393 von dem Bischöfe Georg von Passau die „phleg und das Lautgericht ze Velden", kaufte mit seinen Brüdern Hartlieb und Eckhart am 30. 4. 1397 Güter iu der Sarleinsbacher und Altenfeldner Pfarre und stiftete, als Pfleger zu Neuburg a. In, unter dem 11. 1. 1413 in der von ihm mit zwei Altären gebauten Capelle zu Rohrbach eino tägliche Messe bei Sonnenaufgang. Er, seine Brüder, dann seine Vettern Udung und Lconliart H. Biegelten die Stiftungsurkunde, wozu ein Hof in der Feldkirchner Pfarre, der halbe Zehcnt dos ganzen Marktes Bohrbach und das Burgrecht daselbst bei der Badstube, wo der Caplan sitzen soll, gewidmet wurde. Vogt soll sein nach ihm sein Bruder Hartlieb, dann sein Bruder Eckliart, darnach „unter vnsern Syncn allweg der älteste". Sollten die drei Brüder ohne Söhne sterben, so soll der älteste des Geschlechts die Vogtei übernehmen. Aus dieser Stiftung ist später das Beneficium zu Bohrbach entstanden. Andreas, welcher von 1412—1419 Verweser der Landeshauptmannschaft in Oe. o. d. E. war, brachte viele liochstiftliche Schuldbriefe zu sehr bedeutenden Summen an sich, für welche ihm Bischof Georg am 13. 8. 1421 31 122 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. versprach ihm allen dadurch zugehenden Schaden zu ersetzen und ihm gleichzeitig pfandweise die Tvesten Tannberchk" verschrieb. Diese nnd Velden verblieben auch bis in's 16 JaliTli. Herleinsperg'sche Pfandschaft. Die Veste Weidenholz im Hausruck-Viertel hatte Andre von den Erben des Zacharias Haderer an sich gelöst, vorauf ihm Herzog Albrecht V. diese Herrschaft schon am 20. 2. 1415 zu Leibgeding verliehen und den Besitz auf dessen Sohn Benwart unter dem 8. 10. 1419 ausgedehnt hatte. Aber bereits 1443 sass dort wieder ein Anderer, Lorenz Kraft. Nach Hoheneck war Andreas 1) mit Maria Ober-haimerin, 2; mit Barbara Panhalm vermählt, von welchen die Erstere nicht nachzuweisen ist. In der Spitalkirche zu Eferding befindet sich links vom Eingänge ein mit vieler Kunstfertigkeit gemeisselter Grabstein, auf welchem ein Bitter in seiner Biistnng, neben ihm eine Pran in jugendlicher Schönheit liegt. Keine Inschrift keine Jahreszahl, die der Zeit zum Opfer gefallen, deutet wen einst dieser Stein gedeckt. Zu den I-'üssen aber ruht der Herleinsperger und der Fanbahnen Schild , und so mag der Bitter wohl Andre und neben ihm seine Hausfrau die Barbara sein. Die weitere Descendenz dieses Geschlechtes leitet Hoheneck von des Andre Bruder Eckhart ab. Urkundlich ist dies nicht zu beweisen, doch dürfte immerhin der Vater der Nachstehenden unter den Brüdern Andrejs zu suchen sein, nach dessen Tode sein Vetter (richtiger Neffe) nnd Erbe Danckquart fiir sich und im Namen seiner Brüder Leonard und Ulrich vor dem Bischöfe Leonhart zu Passau erschien, die Schuldbriefe aufzeigte und die ausständige Burghut und die Zinsen verlangte. Der Bischof kam mit ihm am 9 3. 1430 dahin iiberein, dass Dankward alle Schuldbriefe übergebe, wogegen ihm und seinen Brüdern „die Veste Tannbergk mit sambt dem vrbar so dartzu gehöret" nebst 100 Pf. „f. jährlicher Burghut auf achtzehn Jahre überlassen werde. „Es sullcn auch die vorgenannten Herleinsperger vnd all ir erben vmb die vorgenanten vnser Vesten Tannberg mit Turnern, Torbärttlein, Wächtern vnd Purcksessen getreulich bewachen vnd versorgen, als von alter Herkomen ist vngever-lich". Pflege und Landgericht Velden fiel zwar an das Hochstift Passau, verblieb aber demselben nicht lange, denn schon am 29. 9. 1418 versetzte Bischof Leonhard den Her-leinspergern, Dankward. Ulrich und Leonhard gegen Auslieferung der Veste Schallenberg, welche ihr „Ken" Dankhart der Iferlsperger zu Zeiten des Bischofes Albrecht von Ulrich dem Leutzenricder eingelöst hatte, die Veste Tannberg, den Markt uud das Landgericht Velden als Leibgeding gegen Wiedereinlösung. Dank wart, der Eine dieser drei Brüder war 1436 Pfleger anf der Veste Schönberg im Miihlviertel gewesen, war 1439 Pfleger zu Neuburg am In und erscheint noch 1449 - 1463 als Pfandinhaber anf Tannberg und Velden, während welcher Zeit, — 1461, — Hanns Herleinsperger als Pfleger daselbst and Landrichter zu Velden bestellt war. Es konnte nicht gefanden werden, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnisse Dankwart zu Letzterem und auch zu jenem Caspar Herleinsperger stand. welcher 1447 Güter in der Pfarrkirchner und Altenfeldner Pfarre an Ulrich und Hanns von Starhemberg verkaufte. Caspar war 1458 mit Anastasia, Wolfgang des Vatersheimer Tochter, Friedrich des I'arsenbrunner Wittwe, vermählt. Dankwart's Bruder Leonhard, Pfleger zu Falkenstein, steht am Samstag nach Erasmtag 1436 in dem Heiraths-briefe des Thomas Virneyser zu Ulrichsberg mit Ursula Mellabrunnerin unter den Zeugen. Im Besitze der Pfandschaften Tannberg und Velden folgte 1466- 1479 Ulrich Herleinsperger, wohl Dankwart's schon oben genannter Bruder, welcher (Ulrich; 1484 jedenfalls schon todt war, denn in diesem Jahre hatte Tannberg und Velden bereits sein Sohn Wolfgang inne. Jener Ulrich, welcher 1472 Hochhaus und 1485 das nachbarliche Altenhof im Mühlviertel besass, niuss demnach ein Anderer, Jüngerer, gewesen sein. Wolfgang erscheint ausser in dem Juhro 1484 noch 1490 und 1494 als Pfandinhaber von Tanuberg und Velden, bezeugt als „der edl gestreng Ritter Wolfgang Herleinsperger zu Tannberg" am Lichtmesstag 1496 den Heirathsbricf des Dietrich Pcrner zum Schachen und der Afra Grembsin, dann noch am Sonntag esto mihi 1515 jenen des Wolfgang Mellabrunner mit Rosina von Hoheneck Er war mit Barbara, Hanns des Vatersheimer Tochter, vermählt, dessen Sitz Bruck a. d. Aschach er, 1493 von dem Schwiegervater ererbt hatte. Von seinen Söhnen Christoph, Ulrich (III.) und Wolfgang (II.) war Ersterer zu Hochhaus uud Altenhof gesessen, doch scheint vorerst dessen Bruder Ulrich (Utz) die Begierung daselbst geführt zu haben, denn derselbe unterhandelte 1525 mit den dortigen Unterthancn, welche sich wegen Entrichtung des Freigeldes aufgelehnt hatten. Christoph ist nach Hoheneck mit Bcgiua vou Messenböck vermählt gewesen und hatte einen Solln, Ulrich (IV.) zu Hochhaus und Altenhof. welcher 1566 als .Mitglied des Bitterstandcs eingetragen ist, am 17. 4. 1602 ohne Descendenz starb und in der Spitalskirche zn Eferding beigesetzt wurde. (Siehe Wappen II). Wolfgaug II., welcher ebenfalls unter dem Jahre 1566 in die ständische Matrikel eingetragen ist, war (nach Holi; mit Cunigand M ssenpeckin vermält. Sein Sohn Christoph, „der gestorben ist am Mittichen vor Unser Krauen Schidung" 1608, liegt in der Pfarrkirche zu Neu-felden. Ulrich III., verehelicht mit Margaretha von Oed, starb um 1555 mit Hinterlassung von fünf Kindern, Christoph Haimeran, Wolf Ehreureich, Sophie, Hausfrau des Wolf Märk, Salome. Hausfrau des Acliatz Raidt und Susanua: dio Geschwister verglichen sich zu Bruck am 10. 6. 1556 um dio väterliche Erbschaft. Wolf Ehrenreich erscheint 1 66 als Mitglied des Bitterstandes. Er starb im Jahre 1608, worauf ihn sein Neffe in der Kapelle zn Hollerberg im Mühlvieitel begraben liess. Christoph Haimeran. welcher sich zur neuen Lehre bekannte, war ao. 1566 Ritterstands-Verordneter uud nach einem Bittzettel vom Jahre 15 mit Maria Anna KfeRer von der Sachsengrün (f 17*2); 2) Wenzel Carl (geb. 28. 9. 1747, t 12. 5. 1803), Herr der Herrschaften Blätna, Horkau, Miecholup, etc., k. k. Kämmerer, verm. 3. 7. 1769 mit Maria Anna Freyin von Cavanagli de Borris; 3) F'ranz de Paula (geb. 11. 7. 1771, f'i verm. 14. 6. 1796 mit Marie Anna Gräfin von Klebelsberg: 4) Ferdinand Josef Johann (geb. 19. 3. 1797, f 1845), verm. 4.6. 1822 mit Caroline Gräfin von Kostitz zu Biencck; 5) Bobert Freyherr Hildprandt von und zu Ottenhausen (geb. 13. 6. 1824), Besitzer der Herrschaften Blätna und Skoretic, verm. Iii. 1. 1857 mit Auguste Gräfin von Haugwitz, Freyin von Klein Obisch; 6; Ferdinand (geb 23. 3. 1863.). - Des Letzteren Ur-grossvaters Brnder Wenzel Vincenz (geb. ->3. 10. 1780, f 14, 6. 1832), Herr auf Miecholnp, vermählte sich 12.8. 180:") mit Christine F'reyin von Hackelberg-Landau. Der Sohn aus dieser Ehe, F'reyherr Rudolph (geb. 27 2. 1806, +5. 3.1850) kam im Jahre 1848 durch gemeinschaftlichen Kanf mit seiner Gemahlin Adele geb. Gräfin von nnd zu Trauttmansdorff-Weinsberg in den Besitz des Gutes und Schlosses Puchberg im Hausruck-Viertel Oe. 's o. d. FL Der letztgedachtcn Ehe sind jedoch keine Söhne entsprossen, auch der oberösterreichische Besitz nicht mehr in Händen der Familie Die zweite von Wenzel Alexander ausgehende Linie ist mit dessen Urenkeln, den Brüdern Johann Carl (f 21. 8. 1829) k. k. Kämmerer, Major und Platzcommandanten zu Spalato und Joseph Max, k. k. Kämmerer und Major im Mannesstainme wieder erloschen. Letzterer war mit Johanna F'reyin von Manndorf seit 1822 vermählt, hinter-liesB aber nur eine Tochter. (Landt., freyherrl, Taschenb., N. S. Böhmischer Adel.) HlllebrandeM (Taf. 37). Wappen: fl«04) Geviert. 1 nnd 4 von Schwarz und Silber getheilt, darin ein ausgerissener grüner Buchsbaum. 2 und 3 in Silber ein blauer Greif. — Gekr. Helm: Der Buchsbaum Decken : schwarz-silbern, blausilbern. (B.-M.; im alten Siebmaclier ist statt des Greif ein blauer Drache angegeben). Die F'amilie ist niederländischen Ursprunges. Warmolt Hillebrandes aus Haarsens wurde mit kaiserlichem Diplome d. d. l'rag 1«. 11. 1604 in den ßeichsadelstand erhoben. Mit Allerhöchster Besolntior. d. d. Wien 26. 8. 1627 verlieh Kaiser Ferdinand II. dem Meuoldus Hillebrandes von Haarsens die Landmannacliaft in Oe. o. d. E. „in Ansehung seiner langjährigen und vielfältigen Verdienste bei der Hof- und niederösterreichischen Kammer, auch für seine Verdienste als ungarischer und schliesslich wirklicher Hof- Kammerrath, insbesondere aber desswegen, weil er sich bei der jüngst in den Erbländern vorgefallenen Rebellion gut gebrauchen liess, und er, als die Bebellen vor Wien gelegen, mit Leibs- und Lebensgefahr als Abgesandter nach Pr.-ssburg zu den ungarischen Ständen, dann gar zu ßethlein Gabor Fürsten in Siebenbürgen gegangen war." Ob der erstgenannte Warmoldns identisch ist mit Menoldns IL, was im Hinblicke anf des Letzteren schon im Jahre 1627 langjährige Dienstzeit wohl möglich wäre, konnte nicht aufgeklärt werden. Menoldns Hiücbrandes von Haarsens, so unterfertigte er sich selbst, reichte nach erlangter Landmannscliaft in Oe. o. d. E. unter dem 17. 7. 1631 sein Gesncli um Aufnahme in den Bitterstand mit der Begründung ein. das» er bereits Mitglied des Bitterstandes in Niederösterreich nnd in der 'Markgrafschaft Mähren, auch eines altadeligen Herkommens sei. Jm Hinblicke anf das Datum dieses Gesuches,' kann er somit nicht schon Jahre 1627 dem jungen Ritterstande Oe. 's o. d. FL angehört haben, wie die ständische Matrikel irrrthümlich berichtet. (Akten im Landcsarcliiv; k. k. A. A.; B.-M.; Alter Siebm.) IlfiiKeuau 'Taf. 37). Wappen: (1736) Geviert, mit silbernem Hcrzschildo darin ein gekr. Bchwarzer Adler dessen Brust mit dem Mariazellcr Gnadenbilde in goldenem Schilde belegt ist; 1 in Gold aus dem Wasser aufspringend eine natürliche Otter, einen F'iscb im Bachen haltend. 2 und 3 in Blau auf grünem Hügel drei natürliche Gartenlilien an ihren Blätterstielen. 4 in Gold ein gekr. rother Löwe, eine weisse Bose in beiden Pranken haltend. — Drei gekr. Helme: 1. Die Otter mit dem Fische, wachsend. Decken: roth-golden. 2. Das Bild des Hcrzschildes. Decken: schwarz-silbern. 3. Der Löwe, mit der Robc, wachsend. Decken: blau-silbern. (H.-M.) Maximilian Gottlieb Hinck wurde von K. Maximilian, unter Verbesserung des früher geführten Wappens d. d. Cöln 5. 10. Ifil2 mit dem Prädikate .von Hingenau" in den Beichsadel8tand erhoben. Von dessen Nachkommen, die im Herzogthum Luxemburg lebten, zog Franz Josef Hinck von Hingenau, ein Sohn des Heinrich Amadeus und der Elisabeth geb. de Hardigny nach Steiermark, wo er die Güter Ottersbach, St. Josei am Kroisbacli, Platzenhof und Bosenhof erkaufte und in diesem Herzogthume am 27. 4. 1735 in das ständische Consortinm aufgenommen wurde. Als k. k. innerösterreichischer Gubernialrath ist derselbe hierauf d. d. Laxenburg 13. Juni des folgenden Jahres in den erbländisclien Freiherrenstand erhoben worden. Er hatte sich in erster Ehe mit F'ranziska von Baimondi, vermählt und hinterliess von dieser bei seinem am 11. 12. 1736 erfolgten Tode einen Sohn Franz Xaver Gottlieb 124 OBERÖSTERREICHISC'HER ADEL. (t 14. 8. 1784), vermält mit Maria Cacilia Freiin von Bcrlendis, dessen Sohn, Bernhard Gottlieh (geb. 27. 6. 1760, f 16. 6. 18:»!! Herr der oben angeführten Besitzungen. in kaiserliche Staatsdienste trat, in welchen er im Jahre 1815 zum Präsidenten der ob der Ens'sclicn Landesregierung ernannt wurde, als welcher er im folgenden Jahre mit der Uebcrnahme der von Bayern abzutretenden Gebiete des In- und llausruckkreises und Salzburgs betraut gewesen ist. Unter dem 10. 12. 1818 erfolgte seine Aufnahme in den jungen Herrenstand Oesterreichs ob der Ens, im Jahre 1827 seine Pensionirung als Landespräsident. Aus seiner Ehe mit Maria Franziska. Tochter des Josef Leopold von Ehegarten zu Kohlhof und Himmelan waren zwei Söhne entsprossen. Ferdinand Gottlieb und Adolf Gottlieb (geb. 8. 5. 1800, f) welch' Letzterer am 17. 10. 1825 auf dio junge Herrenbank in der ständischen Versammlung zu Linz introducirt wurde und sich am 24. 5. 1832 mit Josefinc, des k. k. Kämmerers Ludwig von Fetkovich Tochter, vermälte aber keine Nachkommenschaft hatte. Seinem Bruder Ferdinand Gottlieb (geb. 15. 3. 1791, f 30. 11. 1824) k. k. Kämmerer nnd Gu-bernialrathc zn Triest, vermält 25. 5. 1818 mit Pauline Gräfin von Spriuzenstein, waren die Söhne geboren worden: Otto Gottlieb, vermält 29. 5. 1844 mit Walburga Gräfin Serenyi de Kisz-Serüny, und Alfred Gottlieb (geb. 22. 3. 1820, welch' Letzterer am 6. 8. 1866 den Mannes-stamm seiner Familie beschloss. Seine Gemalin Sophie Gräfin Engel von und zu Wagrain (verm. 14. 7. 1851) wurde in zweiter Ehe am 22. 2. 1870 mit Oswald Freiherrn von und zu Schneeburg zu Salthaus und Platten getraut. (H.-M.; 1 'ritz, Geschichte des Landes o. d. E.; frei-herrl. Taschenb.). Hlnterboltzer (Kitzeimlnhlen. (Taf. 37). Wappen I: Ein Fisch, mit dem Kopfe aufwärts, und eine gestürzte Hirschstangc nebeneinander. (Nach dem Originalsiegel Puter des Bytzzenwincliler an dem unten näher benannten Vcrkanfsbricfe d. d. .St. Thomastag 1365; Stiftsarchiv zu Schlierhach). — II. Dasselbe Bild, jedoch der Fisch gestürzt, die Hirschstange aufrecht. (Nach dem Uriginalsicgel Heinrich des Rytzzenwinchler an der vorigen Urkunde). — III. Geviert. 1 und 4 von Silber und Roth schräg gotheilt, oben an der Thcilnngs-linie ein rothes Eberhaupt. 2 und 3 von Silber uud Roth gespalten, darin das Bild des Stauimwappens wie bei II, der Hirsch natürlich, die Hirschstange silbern. — Zwei Helme: 1. Das Überhaupt. Decken: roth-silbern. 2. Der Fisch und die Hirschstangc. Decken: blau (?)-silbern. (Nach der R.-M., wo unter offenbar unrichtiger Anordnung der Felder das Stammwappen den zweiten Platz einnimmt). Des Freiherrn von Hoheneck Nachricht, dass ein Ahnherr dieses Geschlechtes, Budolf von Hinterholtz, 1165 auf dem X. Turniere zu Zürich erschien und dort mit dem Markgrafen Ottokar von Steyr aufgetragen habe, ist in das Gebiet familicnhistorischer Ausschmückungen zu verweisen. -- Die Hinterholtzer sind unzweifelha t Bürger der Stadt Steyr gewesen, urkundeten mit diesen zusammen und stifteten nach dem nahen Kloster Gleink. Abwechselnd schrieben sie sich auch „von Bitzenwinkel', doch kann nicht nachgewiesen werden, ob jener Cunradus de Rizcnwinchel, der mit Rudolf dem Preuhafcn den Be-st&tigungsbrief Herzogs Friedrich zu Oesterreich an Kloster Gleink am 6. 9. 1239, nnd Heinricus de Ritzen-wüngel, des Vorigen Bruder, der im Vereine mit diesem, zu Steyr am 30. 4. 1254 einen Schcnkbricf Otto s von Steyr an daB letztgenannte Kloster bezeugte, der Familie der Hinterholtzer angehörte. Der Name Heinrich liesse dies allerdings vermuthen. Aber auch von Gvndel (Gun-dacker) von Rizcnwinchel, welcher am 6. 5.1310 in einem Verkaufsbriefe Ulrich nnd Hcinrich's der Schützen an Meinhart von Sinzenberg unter den Zeugen steht, lässt sich in Bezug auf dessen Pamilienangehürigkcit nicht Bestimmtes sagen. Des Chunrat von Bizenwinchcl Töchter Adelhaid und Elisabeth schenkte Otto von Steyr 1272 als Leibeigene dem Kloster Gleink. „Dictreich vnd Ott di Hinterholtzer", — am 2. 2 1332. Zeugen in dem Lehenbriefe des Friedrich Chrcssling an Heinrich den Schmit über ein Gnt auf dein Bauernberge in der Pfarre Haidershofen, - sind die vcrlässlicli Erst-bokannten dieses Geschlechtes und erscheinen nach dem vorgenannten Jahre noch zu wiederholten Malen, Otto auch mit seiner Hausfrau .Christain". — Am 29. 9.1346 verkaufte Poter der Straelaer seinem Schwager Otten dem Hindcrholczer und dessen Hausfrau, seiner lieben Schwester Christein ein Gut „im Lach", Pfarre Haidershofen.— An sand Geori tag, des heiligen Herrn, 1317 stiftete der schon oben genannte Friedrich Kreszling ein Soelgcräthe in der Kirche zu Haidershofen, wobei seine rpesten vreund" siegelten: Chunrat der Chresling, Michel von Tzanlia, Dietrich der Hinterholtzor und Pcrnger von Siernik. Am 15. 6. 1350 stiftete sich Otto der Hinderholczer unter der Mitsicgclung seines Bruders Dietrich mit dem Kindlehcn am Behambcrg (nächst Steyr, jenseits der Ens) ein Seelgeräthe zu Gleiuk. Otto nannte sich auch von Bitzenwinkel, einem wohl in der Nähe von Steyr gelegenen Gute, das wahrscheinlich noch bei seinen Lebzeiten an Peter und Otto II. die Hinterholtzer gedieh, die sich ebenfalls davon schrieben und wahrscheinlich Söhne Diet-riclfs gewesen sind, während Otto I. kinderlos geblieben sein dürfte. Peter 1. und Otto 11. hatten noch zwei Brüder, Huinricli nnd Dietrich II. Peter I. von Bitzcnwinkcl verkaufte am 13.10.1350 mit Einwilligung seiner Hausfrau Elspet die von den Volkenstorfcru lehenbaren Huben zu Oed (Pfarre Dietach) an das Kloster Gleink und siegelte den bezüglichen Brief mit dem Fisch und der Hirschstange im Schild, den daran auch sein Olieim Otto der Hinderholtzer führt, ebenso wie Otto II. der Hinterholtzer und dessen Brnder Dietrich II., an des Ersteren Brief vom 12. 3. 1352, womit dieser zwei Güter iu den Pfarren Haidershofen und Be-hainberg an Kloster Garsten veräussorte. — Otto IL, welcher vermält war und Descendenz hatte, wurde von seinem gleichnamigen Oheim überlebt. An sand jorgen tag 1357 vollzogen Peter von Biezcnwinchel, „Otten scligs prüder von Biczenwinchel dem Gott gnad" und Ott der Hintcrholczcr eine von dem verstorbenen Otto, dessen Hausfrau Elspet und von dessen Söhnen und Töchtern nach Gleink crriclitote Seclgeräthstiftung. Am St. Thomastag 1365 verkauften die Brüder Heinrich I. und Peter I. an das Kloster Schlierhach die von den Losensteinern lehenbare Mühle zu .Michclndorf in der Pfarre Kirchdorf (s. Wappen I. uud II.) und am Frolmleichnamstag 1368 an Weinmar dun Teurwanger, Bürger zu Steyr, den Hof zu Urtail (Pfarre Wolfern) wobei „ihr freund" Petrein der Hinterholtzer siegelte. Letzterer ist unzweifelhaft ihr Neffe, ein Sohn Otto's II. gewesen, wie aus nachstehender Urkunde hervorgeht. Am Samstag nach St. Jakobstag 1371 verkauftun die ISrüdcr Andre und Beinhart die Hinterholtzer und ihr Vetter Peter der Hinterholtzer, Ottens Sohn, das Leibgcding auf der Chcnucrlcinwicse bei der Erlach zu Wietzesberg an Marchart den Chcrsbcrger, Pfarrer zu Hnidershofcn, welches Ijcibgcding von Utto dem Hinterholtzer anf Bic gekommen war. Ulreicli der Hinterholtzer ihr Vetter siegelte den Brief. Wer des Letzteren, Jann der Brüder Andre nnd Beinhart Väter gewesen, konnte nicht gefunden werden; natürlich sind diese nur unter den drei Brüdern Otto's II. zu suchen. OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 125 Foter II., „der ehrbare Knecht", siegelte am 25. 4. 1373 eine Scelgeräthstiftung Georgs von Volkenstorf nach Kloster Gleink, am 5. 8. 1374 einen Verkanfsbrief Gottfried des Sinzcnberger an dasselbe Kloster nnd am 12. 3. 1375 einen Verkaufsbrief Hang s von Falkenstein zu-Grün-burg. — Nicolaus der Hinterholtzer soll 1377 nnd 1378 Burggraf, 1378 und 1379 kaiserlicher Pfleger zu Steyr gewesen sein, nnd Heinrich der llinteTh. hätte nach Hoheneck 1406 an Gundacker von Tannberg ein Gut in der Pfarro Kleinzell und eines zu Marbach im Miihlviertel verkauft. — Wolf H. befand Bich 1451 unter jenen aus den Ständen Oesterreichs ob und unter der Ens, die von Kaiser Friedrich dio Freigabe Königs Ladislaus aus der Vormundschaft forderten. Er hatte sich 1442 mit Dorothea, Bernhards von Seiscncck Tochter vermält und mit diesor oinen Sohn Jakob, welcher i486 bei der Krönung zu Aachen von K. Maximilian I. den Bittersclilag erhielt. Jakob nahm Elisabeth Oberhaimerin zu Marspach zur Gemalin, starb aber ohne Desccndenz am St. Dorotheatag 1524 als der Letzte seiner Familie, und wurde bei seinen Vorfahren in der Klosterkirche zu Gleink bestattet. (ü. B.; Stiftsarchiv zu Schlierbach: R.-M., H.) IIotiei'Htorfer. (Taf. 37). Wappen: Von Silber und Schwarz einmal gespalten und zweimal getheilt (R.-M.). Dio Hoberstorfer erscheinen unter jenen aus dem Adel, welche bei der in den Jahren 1525 und 1526 vorgenommenen ersten Errichtung des Giiltenbuchcs im Lande begütert gewesen sind. Michael Hoberstorfer zu Walkcring (Pfarre Vecklamarkt) unterfertigte, nach einem Bittzettel d. d. Colomanstag 1519, eine Vollmacht der Margaretha Angcrin, des Matthäus Oammerer zu Uorgheim Wittwe, an deren Schwager Hieronymus Anwaltinger. — Walkering hatte 1559 ein gewisser Oberndorfer zu Gaisbach inne. Ob dorselbe, — mit veränderter oder fehlerhafter Schreibweise seines Namens, — der hier besprochenen oder einer anderen Familie angehörte, vermag ich nicht zu entscheiden. Nach Hoheneck und dem Pillwein'schen Werke besassen die Hoberstorfer auch Haiding (Pfarro Wallern), den Stammsitz der erst zu Ende des 16. Jahrhundertcs erloschenen Geltingor. Lange haben die Hoberstorfer übrigens Haiding nicht besessen, denn schon im Jahre 1606 wurde dem edlen, gestrengen Christoph Strutz von Haiding in der St. Jakob's Kirche nächst Pichel sein Grabstein gesetzt. (R.-M., H., Pillwcin's Hausruckkrcis). lIoclienliauNen (Hohenhausen). (Taf. 37). Wappen: (Freiherrliches 1686) Geviert, mit gekr., silbernen Herzschild; dieser gespalten, vorn ein rother Fuchs, hinten ein rother Balken. 1 in Silber zwischen zwei gekrönten, gcstümmelten, wachsenden Jünglingen in grünem Rock eine rothe Lilie. 2 in Blau ein natürlicher Wolf in den Vorderläufen ein goldenes Mühlrad haltend. 3 von Blau und Silber gespalten; voru ain Spalt ein halber. schwarzer Adler, hinten zwei blauo Balken. 4 getheilt; oben in Gold ein wachsender, schwarzer Adler, unten von Blau und Gold geschacht. — Zwei gekr. Helme: 1. Offener, schwarzer Flug. Decken: roth-blau. 2. Vor vier, abwechselnd goldenen und schwarzen Straussenfedern der rotho Fuchs wachsend. Decken: schwarz-golden. (K. k. A. A. Nach dem Diploms-Conceptc sind die Decken des zweiten Helmes schwarz-golden -silbern). Nach den Gotha'schen Taschenbüchern der freiherrlichen Häuser, für deren Mittheilungen allerdings nicht die geringste Gewähr in Bezug auf die Richtigkeit übernommen werden kann, kommt die Familie mit Arnold von Hohenhausen bereits im Jahre 1333 in Pommern vor. IV. 5. Später soll sie nach Böhmen ausgewandert und dann neuerdings mit einem Heinrich v. H. im Jahre 1443 in das alte Vaterland zurückgekehrt sein. Der in Böhmen verbliebene Zweig wäre in den dortigen Grafenstand erhoben worden, aber im 16. Jahrhundert wieder erloschen. Die gegenwärtig in Bayern und Hessen blühenden zwei Linien, — eine dritte kam dnTclb Giitertausch nach Schweden und ist dort, wio ich glaube, vor nicht langer Zeit abgestorben, — betrachten den oben genannten Heinrich als ihren gemeinsamen Stammvater, dessen Nachkommen. die Brüder Peter Reichard und Franz Heinrich von llochcnhanscn durch Kaiser Leopold 1. mit Diplom d. d. Wien 22. 11. 1686 den Rcichsfreiherrnstand mit dem Prädikate „von Hochhaus" und eine Wappenbesserung erhielten. Aus der bayerischen Linie hat Johann Carl Freiherr Hochenhausen von Hochhaus dio Herrschaft Wrissenberg im Traunviertel Oe.'s o. d. E. besessen. Nach ihm ist dieselbe im Jahre 1758 an das Stift Kremsmiinster gediehen. (K. k. A. A.; Landtafel; freiherrl. Taschenb). Hol in »im sr.u «rünbüchel. (Taf. 37, 38). Wappen: I. (Stammwappen) In Gold ein schwarzer Bock. — Gekr. Helm: Der Bock wachsend. Decken: schwarz-golden. — II. Geviert. 1 und 4 stainmwappen. 2 und 3 in lioth eine goldene Korngarbe (Pichler). — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleiiiod. Decken: schwarzgolden. 2. Die Garbe. Decken: roth-golden. — III. Geviert. 1 in Blau ein gekr. goldener Löwe. 2 uud 3 Pichler. 4 Holmann (der Bock gekrönt). — Zwei gekr. Helme: 1. Ein gekr., goldener Löwe mit silbernem Kamin, der mit drei Pfauenfudern besteckt ist Decken: blaugolden. 2. Das Stammkleinod, (gekrönt). Decken: schwarz-golden. — IV. Biickschild wie der Schild von II, doch der Bock gekrönt. Im blauen Herzschild der gekr. gol-deno Löwe. Drei gekr. Helme: 1. Staminkleinod. gekrönt. Decken: schwarz-golden. 2. Der gekr. goldene Löwe wachsend, das Haupt beiderseits mit je vier Pfauenfedern besteckt. Decken: blau-geldcu. 3. Die Garbe. Decken: roth-golden. (Die Wappen I, II und IV, nach Stadel's Ehrenspicgel des Herzogthums Steiermark, stimmen mit der ob der Ens'schen Herrenstandsmatrikcl im Wesentlichen übercin; Wappen III ist nach letzterer Qucllo. Ueber die Vereinigung init 1'ichler siehe unten; wie der Löwe in daB Wappen kam ist unbekannt, nuch Siegeln ist es sicher, dass derselbe schon vor dem Jahre 15S0 geführt wurde, Wappen IV ist unzweifelhaft das freiherrliche). Die Hofmann zu Grünbüchel sind durch die Werktätigen und patriotischen Verdienste der Brüder Hanns und Andre und durch den indnstriosen Sinn rasch empor gekommen, in welchem der Erstcrc von diesen beiden uus der steten Geldnotli, mit welcher zu seiner Zeit die kaiserlichen Kassen zu kämpfen hatten, reichlichen Nutzen zog. Die geleisteten Darlehen trugeu nicht nur Allerhöchste Gnaden und Dankesbezeugungcn, sondern auch hohe Zinsen dnTch eingeräumte PfandBchaften ein, und so kamen die Hofmann, von geringen Leuten, die sie Anfangs waren, iu wenigen Jahrc-n zu hohem Ansehen, Bang und Würden Aber, wie gewonnen so zerronnen, schon Hansens nächste Nachkommen haben dies aus eigener Schuld erfahren. Ob Hainz Hofmann, welchem K. Friedrich III. am 5. 5. 1453 einen halben Hof zu Unterlindenbach in Steiermark zu Lohen gab, dieses Geschlechtes war, ist mir unbekannt. Wohl aber gehört hierher Christoph H., der 1482 von demselben Kaiser das Schloss Flassenberg bei 45 126 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Laibach nnd die Mantb zn Rottenmann in Ober-Steiermark pfleg- nnd bestandweise erhielt. Im Jahre 1494 wurde Letztere dem Friedrich H. ertheilt, welcher 1495 durch E. Maximilian I. zum landesf&rstlichen Jägermeister im Landgerichte Wolkenstein, in der Sölk, zn Donners-bach nnd im Kammerthale Steiermarks, im nächstfolgenden Jahre als kaiserl. Pfleger zu Wolkenstein bestellt wurde. — Friedrich war mit Margaretha Pichlerin vermalt, deren Wappen er auferbte, die ihm das Gut Grflu-pichel bei Rottenmann einbrachte nnd zwei Söhne, Hanns und Andre, gebar. Andre schrieb sich abwechselnd auch „zu Neuhaus" im oberen Enstliale. Als anlässlich des Aufruhres in Salzburg 1525 und 1526, insbesondere ^letzterem Jahre, das obere Murtbal und Radstadt von den Aufständischen hart bedrängt wurde, rief der Hauptmann Christoph Graf den im Ens- und Baltcntliale mächtigen Andreas Hofmann zum Grünbühel zu Hülfe. — Andre erschien 1530 anf dem vereinigten Landtage der vorder- und inner-österreichischen Provinzen als bevollmächtigter Ausschuss der Steiermark, dann auf den beiden Landtagen im nämlichen Jahre zu Graz, auf den Landtagen daselbst am Dreikönigtage und am 8. März 1531. Anlässlicli des Türkeneinfalles wnrde er 1532 beordert die Landschaften im Lande zu halten und zn leiten und 1538, wieder gegen den Erbfeind, nach des Hanns I.eysser Tode, zum Hauptmann über 300 gerüstete nnd 200 geringere Pferde ernannt. Zu Wien am 2. 11.1534 hatte ihm, — er war damals der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath — K. Ferdinand I. für einen geleisteten Vorschuss Schloss und Herrschaft Saldenholen in Steiermark verpfändet. Nach Sigmund's von Herberstein Familienbuch ist Andre mit Maria, Herrn Leonharde von Kolnitz Tochter vermält gewesen. Dass er Kinder hatte, ist daselbst nicht angemerkt. Sein Brndcr Hanns tritt bereits anf dem nach dem Tode Kaiser Maximilians I. einberufenen Landtage zu Graz am Lichtmesstage 1519 auf, wo er in den grösseren Ausschuss gewählt und in Begleitung des Freiherrn Sigmund von Herberstein als Abgeordneter an die fürstlichen Erbherren Carl und Ferdinand nach Spanien und in dio Niederlande geschickt wurde. Beide kehrten im Febrnar 1520 zurück. Hanns fungirte im nächsten Jahre als landesfürstlicher Bath bei der Untersuchung der Kammergefälle in Aussee und war 1525 als Schrannenschreiber gleichzeitig unter dem Landeshanptmanno Siegmund von DictricliBtein einer von den Hauptlenten des steiermärki-schen Aufgebote« gegen den von Salzburg hereingebrochenen Bauernaufstand. Zn Ende des Jahres 1527 oder Anfangs 1528 half Hanns Hofmann zum Grünbühcl, nun Schatzmeister und Hauptmann zu (Wiener-) Neustadt für den Unterhalt der erzherzoglichen Kricgsvülker in Ungarn nicht nur mit einer grösseren Geldsumme aus, sondern schickte auch sein gaiizes Silber zum Prägen nach Wien. Anfangs ward ihm dafür das Bisthnm Baab nnd das Schloss Steinamanger in Ungarn nm 22500 fl. verpfändet, Erzherzog Ferdinand nahm jedoch die bezügliche Pfand-verschreibang wieder zurück und setzte d. d. Prag 20. 7. 1528 Hanns in den Pfandbesitz derManth und des Thorpfennigs zn Iiotteumann auf zehn Jahre um jährlichen Bestand von 3001) fl. Ausserdem erhielt derselbe noch am 1. December des gleichen Jahres Schloss und Herrschaft Strechau in Ober-Steiermark erbeigenthümlich auf Wiederkauf und für sich und seine Descendenz den Freiherrnstand. Im Jahre darauf löste Freihorr Hanns das an Hanns Viestermeistcr verpfändete Schloss und dio Manth zu Sölk in Steiermark au sich, worüber Erzherzog Ferdinand d. d. Insbruck 4. 2. 1529 die Bestätigung er-theilte und ihn ferner d. d. Prag 8. März und Angsburg 18. Juni 1530 mit dem Schlosse Olfenburg (Obersteier-inark; belehnte. Anch den von Wilhelm von Roggendorf auf der Herrschaft Steyr haftenden Pfandschilling von 15000 11. übernahm Hans, gab darauf ein neues Darlehen von 14000 fl. zur Besoldung des königlichen Kriegsvolkeg vor Gran und trat d. d. Wien 1. Januar und 15. November 1533 in den pfandweisen Besitz der vorgedachten Herrschaft in Oe. o. d. E., des Umgoldes in der Stadt Steyr nnd anf dem Lande, des Amtes Mölln und, durch Ablösung von Wolfgang von Volkenstorf, des Amtes Kremsdorf. Im Jahre 1534 erhielt Freiherr Hanns dio Erlaubniss ungemünztes Gold und Silber in gerechter Miinzo ohne Scblagsatz bis zu 2000 fl. auszuprägen, streckte d. d. Prag 13. 5. 1537 zur Hülfe gegen die Türken neuerlich 7000 11. vor, ver-theidigte zu Ende dieses Jahres seinen gefänglich eingezogenen Schwager, den unglücklichen Hanns Kazianer, vergeblich wegen dessen Flucht bei Esseg, gab 1538 neuerlich 3000 fl. gegen den Erbfeind uud erschien auf dem am 15. 1. 1539 zu Graz eröifnctcii Landtage als königlicher Commissär. D. d. Wien 1. März dieses Jahres gab ihm König Ferdinand die Erlaubuiss auf dio Befestigung des Schlosses Strechau 4000 11. verwenden zn dürfen, verkaufte ihm auf Lebenszeit und dann noch auf zehn Jahre den Erben für einen Pfandschilling von 9000 fl. Schloss, Herrschaft und Alaut Ii Grosssölk und versicherte ihn schliesslich noch mit einem Gnadengehalte von 1500 fl. auf die Gefälle des Schlosses Sporenberg. Zu Prag am 24. 5. 1539 erhielt Freiherr Hanns die Erlaubuiss einen neuen Ban auf Eisen zu Erz>77 f 8. 9. 1C43:, welcher durch seine Gemalin Elisabeth Gold von Lampoding Schloss und Gut Senftenegg in N.-Oe. überkam, dessen Deseendenz aber mit den ledig gebliebenen i-öhnen Georg Ehrenreich und Hanns Ortolf wieder erlosch; - Ehrcnreich (geb. 24. 4. 1570, t 1620). erst im Felde geg.'ii die Türken, dann Viertel-• hauptmann im Machlande. welcher von seiner 1594 ihm angetrauten Gemalin Elisabeth von Flusshart, Erbin zu Dorf a. d. Ens, keine männlichen Leibeserben hatte und dessen Toclier Eva ihrem Geniale Georg Christoph von Schallenberg die Herrschaft Hagenberg zubrachte. Emanuel (geb. 22. 11. 1666, f 1599, der älteste unter den zn mannbaren Jahren gekommenen Söhnen Jörg's führte am 9. 8 1590 .Maria von Flusshart zum Altare, durch welche er Gut und Schloss „Veste Thall" im V. O. W. W. überkam, wozu er durch Kauf im Jahre 1598 noch Tröstelbach und Steinbach, ebenfalls in N.-Oe., fügte. Güter, die nach seinem frühzeitigen Tode an den Sohn Hanns Trojan (f 1614) gelangten, welcher Stein -bach vom Grunde ans neu autbaute. Mit seiner zweiten Gi malin Anna Salome Freiin von Clam (verm. 22. 2. 1626, -j- 4. 1. 1654). - die Erste, Susanna Mechtild Kölnpöckin, war 1624 kinderlos gestorben. — erzeugte dieser Letztere zwei Söhne, Leo, der als Kind starb, und Hanns Adam (geb. 3. 6. 1636, t 24. 3. 1682). welcher 1668 zu seiner ererbten Besitzung Brunnhof in N.-Oe., — Steinbach und Tröstlberg dürften nach des Vaters Tode verkauft worden sein, von Seyfricd Hager von Allenstei^ die Herrschaft Schlüsselberg im Hausruckviertel erkaufte. Er ist 1677 und abermals 1682 zum Ritterstandsverord- neten in Oe o. d. E. irewählt worden. Seine erste Gemalin, Maria Susanna Herrin von Gera, des Hanns Christoph Freiherrn von Weissenberg zu Wiirting Wittwe, (verm. 1657, f 1663) gebar ihm drei '.Söhne, diu Alle jung starben, ebenso wie Johann Georg Erasmus aus der am 6. 8. 1665 geschlossenen zweiten Ehe mit Maria Anna Franziska Gräliu von Oed. Johann Georg Adam, dieser Letzteren älter« r Sohn, erblickte am 28. 1. 1669 das Licht der Welt zuSchliis-sclberg. gieng nach beendeten Studien auf Reisen und befand sich eben in Paris als Ludwig XIV. nach dem Tode des Churfürsten von Köln Maximilian Heinrich am 24. 9. 16S8 Deutschland den Krieg erklärte. Die französischen Behörden zögerten nicht aus diesem Anlasse die iu der Hauptstadt eben auwesenden Reichsangehöri-gen zu arretiren und sah sich Johann Georg Adam plötzlich und unvermuthet mit verschiedenen anderen Staudcs-genossen zwei Tage nach erfolgter Kriegserklärung in die Bastille versetzt, wo er bis 11. 1. 1689 zurückgehalten und schliesslich gegen französische Gefangene ausgetauscht und entlassen wurde. Iu die Hcimath zurückgekehrt vermälte er sich am 5. Februar des folgenden Jahres mit Sabina Elisabeth, Tochter des Johann Friedrich Mi'irck von Gneisseuau zu Helfenberg und I ibersteiu des Franz Friedrich von Stibar zu Krüllendorf Wittwe, und trat alsbald iu den Dienst des Landes o. d. E., dem er 1696 als ständischer Ausschuss, 1699 als Baith-Bath angehörte. Während des spanischen Erbfolgekrieges sehen wir ihn von 1702-17(15 an der Seite des Generals Grafen Leopold Schlick als ständischen Obercommissair uud Maga-zinsdirector im Hausruckviertel, hierauf 1706 daun abermals 1718 zum Verordneten des Bitterstandes gewählt, dies in einer Zeit, in welcher die Thätigkeit der Verordneten vollauf in Anspruch genommen war durch den weiteren Verlauf des Suecessionskrieges, dio beständigen Durchzüge durch das Land, die Massnahmen gcge:i die Pest, wolcho dennoch nicht aufgehalten werden konnte und 1713 sechs Monate lang in Linz ihre Verheerungen anrichtete. Im Jahre 1724 war tiir ihn das Verordne-tenamt zum zweiten Male abgelaufen und um diese Zeit begann er die Bearbeitung seines genealogischen Werkes, das in den Jahren zwischen 1727 und 1747 zu Passau im Drucke erschien. Wie fast sein ganzes Leben so fällt auch dieser Abschnitt zum guten Tlieile in eine viel bewegte Periode, in der die mannigfachen, auch über dieses Land gekommenen glücklichen und unglücklichen Ereignisse des österreichischen Erbfolgekrieges nicht ohne Einfluss auf das Werk bleiben konnten, ebensowenig wio die eben jüngst vergangenen Jahre und weiterhin zurück die Bauernkriege, deren Folgen noch zu Johann Georg Adam's Zeiten iu ungeordneten, zerstörten geistlichen und herrschaftlichen Archiven, Bibliotheken und pfarramtlichen Matriken, u. s. w. offen zu Tage lagen. Dieses berücksichtigt, lässt sieh fiiglich der emsige Fleiss nur bewundern, mit welchem sich Freiherr von Hoheneck das Materiale für sein grosses und bedeutendes Werk mühsam zusammentrug. Dass dieses Letztere unter den obwaltenden Umständen und da er demgemäss vielfach auf private und demnach unverliissliche Nachrichten angewiesen war, im Geiste seiner Zeit schrieb, welche Sagen und Traditionen nicht nur liebte, sondern gerne auch als baare Münze nahm dass unter all' diesen Verhältnissen sein Werk urkundlichen Nachforschungen oft nicht Stand halten kann, ist natürlich. Ks wird dasselbe dadurch aber und Tür den, der es mit Vorsicht zu gebrauchen weiss, nicht an hohem Wertho einbiissen. Mit des Freiherrn von Hoheneck treuer, in seinen Schriften so oft zu Tage tretenden Anhänglichkeit an das angestammte Herrscherhaus, mit seiner Vaterlandsliebe, in der er stets nnd insbesondere zu den Zeiten der Gefahr dem Wohle, der Verthcidigung der engeren Heimath in unermüdlichster, werkthätiger Weise diente, mit OBERüSTEK REICHISCHER ADEL. 131 dem conEervativen Sinne, der in allen seinen Unternehmungen sich offenbarte', konnte der Trieb für die Erhaltung , Bewahraug und Vermehrung des Ansehens seiner eigenen Familie, der er ein zweiter Sigmund Herherstein Geworden, nicht anders als ITand in Hand gehen — Zu en väterlich ererbten Besitzungen Schlüsselberg und Brunnhof fügte er durch Kauf von den [Kauften'sehen Erben 17O0 Schloss und Herrschaft Trattencck im Haus-rnckviertel, von Wolf Maximilian Spiller 1700 die Güter Egendorf und Hueb im Trauuviertel. von Liebgott Grafen von Kuefstein 1710 die Herrschaft Gaisbach im Haus-rurkviertel, von Franz Ludwig Grafen von Salburg 1713 die Herrschaft Hechberg, vou Franz Gottlieb Grafen von Tliürlieim die Herrschaft und Veste St. Fanthaleon. von diesem auch die ehemals llolieneck'schen Güter Steinbach und Tröstlberg, letztere vier Besitzungen in N.-Oe. und stiftete 1718 Schlüsselberg, Galsbach und Tratteneck mit landrsfiirstlicher Genehmigung zu einem Majorate. Mit Diplom vom 16. 8. 1716 erhielt Johann Georg Adam von Kaiser Carl VI. eine Anerkennung seines F'reiherrnstan-des, wurde hierauf unter dem 2. 9. 17*22 in den stifts-mässigen Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen und am 8. 7. i 730 den n. n.'sehen Herrenstandsgeschlcchtern einverleibt. Er starb am 11. 8. 1754 drei Söhne hinterlassend, Johann Georg Emanuel, Johann Georg Leo und Johann Georg Brixins (geh. 22. 4. 1698, f 1760), welch' Letzterer mit Contract vom 1. 7. 1731 die Herrschaft Dorf a. d. Ens in N.-Oe. käuflich an sich brachte, von 1748 bis 1709 als Verordneter fungirtc, auch der Bümisch-Kaiserlichen Majestät Bath und Landrath war. Er führte am 17. 8. 1732 Maria Susanna Gräfln von Spriuzcnstcin zum Altare, die ihn ohne männliche Leibeserben liess. Derselben ermangelte auch sein Brnder Johann Georg Leo (geb. 18. 1.1694, t 1703), Herr zu St. Fanthaleon, ,-teiu-bach und Tröstlberg, 1744 1750 Ausschussrath im stifts-mässigen Herrenstaude, welcher sich 1718 mit Bcgina Rebekka Freiin von Hackelberg-Landau. 1736 in zweiter Ehe mit Maria Anna Gräfln von Poiheim verbunden hatte. Der älteste Sohn Johann Georg Adam's, Johann Georg Emanuel (geb. 7. 8. 1692, f 1770) Majoratsherr uud Herr zu Bcchbcrg, überkam durch seine, ihm am 14. 2. 1715 angetrante Gemalin Maria Elisabeth Freiiii von Grünthal das Gut Oberweiss im Traunviertel. Sein Sohn Johann Georg Ehrenreich (geb. 3. 10. 1718, t 25. 6. 17:6). Majoratsherr, auch Herr zu Oberweiss, welches er 1776 verkaufte, zu Bechberg, das er am 13. 11. 1778 veräusserte, zu Dorf a. d. Ens, Brunuhof, Steinbach nnd Tröstelberg, wurde mit Diplom d. d. 6. 2. 1776 mit dem Ehrenworte „zu Schlüsselberg" in den Beichsgrafeustand erhoben und vermälte sich am 15. 8. 1718 mit Maria Anna Josefa Beichsfreiin von Imsland, die ihm 1754 den einzigen ,-ohn Johann Georg Achaz gebar, welcherunver-mält am 2. 2. 1796 sein altes Geschlecht im.Maunesstamme heschloss. Des Letzteren Schwester Maria Anna (geb. 3. 5. 1702, t 13. 12. 1799) hatte sich am 11.6. 17.-8 mit Ferdinand Maria Bcichsfreiherrn von Imsland, Herrn anf Marklkofen und Wildenau vermält. welcher nach seines Schwagers Ableben das Hohcneck'sche Majorat, auch den Besitz der Allodialgiiter Dorf, Brunnhof, Steinbach uud Tröstlberg antrat, und, Wittwer geworden, sich mit der Schwester seiner ersten Gemalin, Maria .-usanna (geb. 7. 5. 1756. am 25. 8. 1800 vermälte. :H - und B.-M.: k. k. A. A.; H.; W.; Pihvein Hausruckkreis; historisch'herald Handbuch). Höh«*nfcld l.s. auch Lau). (Taf. 38). Wappen: I. Geviert. 1 nnd 4 zwei, mit den Schalltrichtern abgekehrte Hüfthörner mit ihren Urn-hängschnüren (Stamiuwappen). 2 uud 3 mit einer Bose belegter Balken. — Gekr. Stechhclm: Die beiden Hüfthörner. (Nach dem Epitaph der beiden Brüder Georg, f am St. Paulstag 15')1, uud Max Hohenfelder, f am ersten Donnerstag in der Fasten 1526, unter der Kanzel in der Pfarrkirche zu Aistersheim. — Es ist bisher nicht möglich gewesen zu ergründen, welchem Geschlechte der mit dem Hohenfeld'schen schon sehr früh vereinigte Schild angehörte. Auch Freiherrn von Hoheneck war dies nicht bekannt, zu seiner Zeit aber wusste mau sich leicht zu uclfen. Dem vou ihm angegebenen ersten Stammvater, Otto von Hohenfeld, der doch nur wie im Nebel vor ihm stand, ward flugs eine von Symoningen als Ehefrau angedichtet and der eine Theil des Hohenfeld'schen Wappens zum Schild der von Syinoniiigen gestempelt, wobei unserem guten, allen Genealogen ancli noch das malheur passirte, im Eifer die beiden Wappen zu verwechseln und den Hohenfelder Schild als jenen von des Otto fabelhafter Gemalin zu bezeichnen Und diese böse 1'hat konnte Böses nur znr Folge haben. Von Hefn.ir in seinen bayerischen Grafen, - die Hohenfeld wurden im Königreich layern 1810 eingetragen, — und vielleicht irgend welche schon vor diesem. schenkten Hohenecks Märchen blinden Glauben, warfen die alt hergebrachte Anordnung des Hoheiileld'schcn Wappens über Bord uud stellten heroldsgerecht, — denn der Balken mit der Boso wurde für das Stauimwappcn gehalten. — die Hüfthörner in das zweite Feld, nach älteren, richtigeren (?) Abbildungen wie es heisst. dio aber doch nicht vorgelegen haben konnten. wenigstens solche nicht, die auf Authenti-cität Anspruch machten. — Die Hohenfelder führten die Hörner stets am Ehrenplatz im ersten Feld als Stamiuwappen und könnten über dieses selbst noch Zweifel obwalten, so sind dieselben durch das Epitaph der obge-nannten Brüder Georg und Marx wohl griiudlich behoben. Diese führten nur den einen Helm und aaf diesem natürlich das angestammte Kleinod und nicht das aufge-erbto. Es gehören demnach die Börner uud nicht der Balken mit der Böse zum Stammwappenj — II. Geviert. 1 und 4 in Schwarz die beiden silbernen Horner, golden beschlagen mit rothem Bnnd 2 und 3 in Blau ein silberner . mit einer rothen Rose belegter Balken. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. 2. Wie das zweite F'eld bezeichneter geschlossener F'lug Decken: blau-silbern. Nach den Epitaphien des Christoph Ilecheiifelder zu Aistershaim, t 22. 11. 1009, des Michael Bedienfelder, f 5. 7. 1567, uud des Achaz Hohenfelder zu Aistershaimb und Allmegg auf Peuerbach, + 10. 10 1603 in der Pfarrkirche zu Aistersheim, dio Tiucturen ergänzt nach der H.-M.,i. — Auch dem Geschlechte der Hohenfeld hat Herr J. Strnadt in seinem rechts-liistorischen Versuche „Peuerbach" eingehende Nachforschungen gewidmet. Der in den Jahren 1251. 1260 und 1271 auftretende Ulricus de Chamer ist der Schaunberg'sche Burggraf zu Kamer; derselbe ist unbedenklich tilr identisch mit jenem Ulrich de Wasen zu halten, welcher am 4. 12. 124!' bei Uebcrnahme der Vogtei über Michaelbeuern von Seite Heinr ich's von Schauuberg anwesend war. — Die Griindo für diese Annahme sind folgende: Die ersten drei Was-ncr, Ulrich 1., Friedrich I. uud Ulrich II. erscheinen urkundlich nur einmal nnter diesem Namen, der erste tritt gar nur in einer den Attergau betreffenden Urkunde auf Schon daraus wäre zu schliessen, dass sie noch andere Namen führten. Dass Ulrich I. vor der Mitte des XIII. Jahrhunderts zu Wasen nächst Peuerbach nicht ansässig war, kann geradezu behauptet werden, da unter den Schaunberg'schen Vasallen nie ein Wasner vorkommt, obwohl aus dieser Periode zahlreiche Urkunden vorhanden sind. Aber noch ein anderer Umstand weist darauf hin, dass die Heiinatli der Wasner im Attergau zu suchen sei: noch zn Ende des XIV. Jahrhundcrs beBassen sie, 132 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. wie der Lehensbrief vom 1. 11. 1375 darthut, einen Hof in der nächsten Nähe von Kamer. Fridericns de Wasen, welcher eine Urkunde Ulrichs von Lobenstein als Burggrafen von Neubnrg am In für das Kloster Vormbach im Jahre 1270 bezeugte, ist wohl der Sohn Ulrich's I. und jedenfalls identisch mit dem dominus Fridericns Wasenarius, der in der Urkunde vom 23. Ii. 1303 als Vater Ulrich's III. von Wasen bezeichnet wird. Friedrich I. ist daher wohl auch Eine Person mit Friedrich von Chamer (der in späteren Jahren den Titel „her* führt), der in den Jahren 1284, 1285, 1?99 und am 6. 5. 1308 auftritt , was um so wahrscheinlicher ist, als er in den beideu letzten Jahren Rechtsgeschäfte seines Nachbars Ulrich von Weidenholz bezeugt; der in der Urkunde vom Jahre 1284 mitzeugendo Ulricus de Chamer ist wahrscheinlich sein älterer Brnder. Als Sohn Friedrich's von Chamer wird in den Jahren 1299 und 1303 Otto erwähnt, der am 4. 10. 1297 und am 5. 2. 1298 Urkunden Ulrich's von Weidcnliolz bezeugt hatte. Friedrich I. von Wasen hatte nach diesem zwei S5hne, Ulrich und Otto. Ersterer setzte den Stamm der Wasner fort; es fragt sich nun was mit Letzterem geschah. — Die einfachste Annahme wäre allerdings die, dass Otto kinderlos gestorben sei. da der Name „von Kamer" nicht weiter vorkommt, wahrscheinlicher aber ist eine Namensänderung. Bei der Erforschung derselben muss auffallen, dass zn Ende des XIII. Jahrhunderts plötzlich dio Hohenfelder, - deren Genealogie von Baron Wcsterliolt mit der Abstammung von Babo von Abensperg natürlich jeder urkundlichen Begründung entbehrt, -- auftreten, ohne dass Vorfahren derselben nachweisbar wären. Eine solche Erscheinung weist stets daraufhin, dass eino Namensänderung stattfand. Die Stammbesitzungen der Hohenfelder lagen, wie wir ans den Lehensbriefen der Jahre 1455 nnd 1456 erfahren, von Scherlling, Seewalchcn und Schöndorf bis Vechelsdorf und St. Georgen im Attergau, waren selbst theilweise Lehen der Herrschaft Kamer; Otto (II.) der Höhenveldor selbst hatte noch im Jahre 1350 das Burg-grafenamt. das hänüg auf Sohn und Enkel iiborging, zn hamer inne. Fassen wir diese Umstände mit der Thatsachc zusammen, dass die ersten Hohenfcldcr, Otto und Ulrich, (Urkunde Heinrich des Aelteren von Schaunberg d. d. 18. 9. 1302) dicsolbcn Taufnamen führten, wie die Söhne Friedrich's I. von Wasen und schaunberg'sche Dienst-mannen waren, so darf der historischo Wahrscheinlich-keitsbeweis als erbracht angesehen werdon, dass der zweite Sohn Friedrich's von Wason der Stammvater des Geschlechtes der Hohenfelder ist. Es ist derselbe Otto von Hohenfeld, der nach der von Ennenkl erhaltenen Grabschrift zu St. Georgen im Attergan seit 1320 begraben liegen soll, ein Epitaph, das seinerzeit jedoch falsch gelesen worden sein muss, denn Otto und sein Bruder Ulrich treten noch am 24. 4. 1328 zu Lambach urkundlich auf. Die ursprüngliche Stammreihe wäre somit folgende: Ulricus I. de Wasen 1249, do Chamer 1251-1271. Ulricus II. de Chamer 1281 Friedrich 1. de Wasen 1270, de Chamer 1284—1303 Ulrich III. de Hohenvelden 1291-1328, de Wasen 1303, Otto I. (le ('hamer 1297—1303, de Hohenvelden 1302 us. Elsbet, Witwe 1347. Stammvater der von Wasen. — 1328 Otto II. von Hohenfeld 1831-1357, Burggraf Rngcr I. 1331-1340, us. üortraut 1548), welcher als Erster im Besitze von Aluicck erscheint, hatto sich mit Esther, Tochter Wolfgangs von Albrcchtshcim vermält. Als sein Schwager Acliaz v. A. 1533 als Letzter des Geschlechtes gestorben war, setzte sich Acliaz von Hohenfeld in den Besitz der Herrschaft Wesen und siegelte bereits im Jahre 1531 als .Acliaz Hohenfeldcr zu Wesen" eine Urkunde. Er kann sich daher nicht orst 1537 mit Esther vermalt haben, wie Freihorr von Hoheneck meint. Der neue Herr von Wesen freute Bich übrigens nicht lange seines Be- 0BERi>STERREICHISCIIER AUEL. 133 bitzes. Da das Huchstift Passau begründete Ansprüche auf die Herrschaft liatte. liess Herzug Ernst von Bayern, als Administrator des Bisthuins, den Hohenfelder auffangen und nach Passau verbringen, worauf Achaz 1538 durch Vermittlung Kaiser Ferdinand's I. Wesen hcrans-geben mnsste. Marx, gestorben am ersten Donnerstag in der Fasten 1526 und zu Aistersheirn neben seinem Brndcr Jörg bestattet. hatte aus seiner Ehe mit Katharina Badorferin vier Söhne, Herren Christoph Bedienfelder (t 22.11 1559), Herrn Michael (f 5. 7. 1567), Herrn Hanns und Herrn Wolf (f 1.1. 1568), welches Letzteren Sohn „Herr Achatz Hohenfeldcr zu Aistershaimb und Allmegg der Letzte war seines tieschlechtes, dasselbe aber mit fünf Stammen durch Gottes |Segen erhalten und erweitert hat". — Achaz (+ 10. 10 1608; brachte am 1. 8. 1593 von seinen Vettern, den Brüdern Georg Achaz und Johann Ulrich von Starhemberg die Herrschaft Peuerbach im Hausruck-Viertel an sich. Er hinterliess von seiner (icmalin Katharina von Kirchberg „die durch einen Diener angezündten Pixenpulver unversehens nach gehörter Predig in die ewige Seeligkeit genommen worden am Tag Catharinne 1608", fünf Söhne, Wolfgang. Ludwig. Marx, Otto und Christoph, welche die väterlichen Herrschaften. Aistershcim. Almeck und Peuerbach, wozu im Jahro 1612 durch Kauf von den Loseusteiuern noch Weidenholz kam, gemeinschaftlich be-sassen und erst im Jahre 1617 förmlich theilten. Von den vier Brüdern. — Wolf war inzwischen gestorben, — erhielt Ludwig Weidenholz, Marx Almeck, Otto Aistersheirn nnd Christoph Peuerbach. welch' Letzterer jedoch in Folge einer Schuld von 100000 <1. an Wolf Sigmund Freiherrn von üerberstein an diesen im Jahre 1626 seinen Besitz abtreten musste, worauf er nach Wuusiedel im Fichtelgebirge zog. Er war im Jahre 1643 nicht mehr am Leben. Seine Wittwe Sidonia von Zinzendorf wohnte in Nürnberg, seine Söhne sind verschollen. Auch der Bruder Ludwig blieb nicht im Besitze seines Erbtheiles, verkaufte Weidenholz sammt dem Markte Waizcnkirchen, dem Burgfrieden und Beissgejaid am 1. 6. 1635 an Hanns Ludwig Grafen von Kuefstein und emi-grirte nach Nürnberg, woselbst er mit seiner Gemalin Klara von Neideck, vier Söhnen und zwei Töchtern noch am 1. 1. 1643 lebte Seine Nachkommenschaft blühte noch vor hundert Jahren im Churtrierschen. Otto Achaz zu AiBterheim, ein Sohn des vorgenannten Otto, erhielt d. d. Prag 28. 7. 1652 eine Erneuerung und Bestätigung des alten Freihorrnstaudes für sich und sein Geschlecht, starb kinderlos und hinterliess die zu einem Fidcicommiss gestiftete Herrschaft Aistersheirn der Linie seines Vaters Brnder Marx, dessen Sohn Ferdinand (geb. 1612;, Vicekanimerpräsident und Generalkriegscom-missarius am 7. 3.1669 in den Beichsgrafcnstand erhoben wurde. Des Letzteren Sohn aus der Ehe mit Johanna Engelburg Freiin von Gera, Otto Heinrich, trat nach dem Ableben des vorgenannten Freiherrn Otto Achaz in den Besitz von Aistersheirn nnd Otto Heinrichs Sohn, Otto Fordinand Felix Graf von Hohenfeld, Freiherr zu Aistersheirn und Almeck. Kämmerer und geh. Rath, Oberstküchenmeister der veiwittwcten Kaiserin Ämalia Wilhelmine. etc., erlangte unter dem 24 12. 1714 den österreichisch-erb-ländischen Grafenstand. Mit dessen Urenkel, dem Grafen Otto Adolf, k. k. I eldmarschalllicutenant, ist dieses alte Geschlecht am 14. 5. 1824 im Mauncsstamme heimgegangen. Aistersheirn gedieh testamentarisch an dieses Lctz-ton Schwestern. Leopoldiue Freifrau von Perglas, Maria Anna Fürstin von Schwarzenberg, Franziska Gräfin von Waldstein und Karoliue Gräfin von Prilffy, von welchen die Herrschaft 1830 käuflich in andere Hände überging. — Almeck hatte Graf Otto Adolf schon im Jahre 1808 veräussert. Uober die jüngere Genealogie und die Besitzungen IV. 5. des Geschlechtes in Nieder-Oesterreicli geben Höh. und Wissgrill näheren Aufschluss. (U. B.; Strnadt-Peuerbach; IL; W.; N. S. Salzburger Adel; Pfarrinatriken zuAistersheim . Hoheufhrter. (Taf. 39;. Wappen: In Gold über TothemDreiberge einrother Sccpter und ein rothes Pilugmesser geschrägt. — Gekr. Helm: Goldener, mit dem Schildesbild belegter Fing. Decken: roth-golden. (Hob und nach diesem die R.-M. Für dieses Wappen kann nicht Gewähr geleistet werden, insbesondere nicht bezüglich der Tinctnren. Schild roth. Scepter und Messer golden möchte ich für wahrscheinlicher erachten). Nach einem Bittzettel d. d. Montag nach Ostern 1521 verkanfte Bernhard Hohcufurter an Christoph Cammerer zu Bergheim zwei Güter, — welche, sagt Hob. nicht. - Bernhard war 1527 kaiserl l'flegcr zu Wassenberg und bezeugte als solcher in diesem Jahre einen Kaufbrief des Audrä Bruckner zu Schlüsselberg. Des Leonhard Hohenfurter und dessen Ehefrau Ursula Grand-nerin Tochter, Katharina, ist 1537 des edlen vesten Hanns Gramatsclimid zu Grueb Gemalin gewesen. Hanns Hohenfurter ist 1566 als Mitglied des Ritter-staudes eingetragen. (R.-M.; IL). IlolicuMtfiii (Maurer von). (Taf. 39). Wappen: Geviert. I nnd 4 in Gold wachsend ein Geharnischter, unbedeckten Hauptes, in der Rechten einen Lorbeerkranz haltend, die Linke in die Seite gestemmt. 2 und 3 in Schwarz über einer schrägen Zinnenmaucr von abwechselnd rothen und silbernen Quadern ein goldenes Einhorn. — Gekr. Helm: Offener, rechts von Silber und Roth, links von Schwarz und Gold getheilter, auf der Theilungsliuie je mit einem Lorbeerkranz belegter Flug. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (R.-M.). Johann Maurer von Hohenstein, erst kaiserl. Hauptmann im Colloredo'schen, dann im Torqaato'acben Regi-mente, dann Pfleger und Zeugwart auf dem Schlosse zu Linz, als welcher er von K. Ferdinand IL d. d. Wien 8. 8. 1685 eine Wappen- nnd Adelsbestätigung erhielt, anch des Erzherzoges Leopold Küchenmeister, wurde am 4. 11. 1646 in den jungen RittcrBtand Oe.'s o. d E. aufgenommen. Er war in erster Ehe mit Anna Fuchsin vermält, die ihm mehrere, unvermält wieder verstorbene Kinder gebar uud hatte mit seiner zweiten Gemalin, Regina Felicitas Fuchsin die Söhne: Egon Gotthurd. Johann Ludwig (t ledig), Johann Carl (f ledig) Leopold Ludwig (+ ledig) und Johann Leonhard. Egon Gotthurd kaufte das Schloss Hagciiberg im Machlande von Christoph Ernst Grafen von Schallenberg, nahm zur ersten Gemalin Maria Helena Kiitzin und nach deren kinderlosem Ableben Maria Ehrentraud König von Cammern, — nach Höh. an anderer Stelle und vielleicht richtiger, geborene Cammerloher, — welcher Ehe siebeu Söhne entstammten, Georg Constantin, Constantin Josef, Johann Georg Franz. Christoph Egon, Christoph Constantin, Johann Friedrieb, welche alle unvermält gestorben sein sollen, nnd Josef.dor in kaiserl. Kriegsdienste trat. — Nach des Vaters Egon Gotthard Tode wurde Hagenberg au Johann Adam von Wöber verkauft. Johunn Leonhard, des Johann M. v H. zweiter am Leben gebliebener Sohn, vcrmälte sich mit Eva Maria, Tochter des Jobst Thomas Schmidauer von Obcr-Wallsee zn Rotteneck. welcher den zu letzterer Herrschaft gehörigen Sitz Eydendorf (im Mühlviertel > abtrennte und ihn seiner Tochter in die Ehe gab. Deren Gemal Johann Leonhard baute das Hans daselbst neu auf und starb am 13. 9. 1693 im 49. Lebensjahre. Er wurde zu St. Mar- 34 134 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. tin im Mühlviertel begraben. — Sein Sohn Johann Carl zn Eydendorf kaufte Gut und Schloss Tambach im Machlande von Christoph Leopold Grafen von Thürheim, vermälte sich mit Sophia Lorber und hatte mit dieser zwei Söhne, Johann Carl und Christoph, über deren etwaige weitere Descredenz mir nichts bekannt wurde. Die Tochter Maria Katharina trat mit Jobann Philipp Ferdinand von Frey in den Stand der Ehe, diesem das Gut Tambach zubringend. Eydendorf war im Jahre 1750 nicht mehr im Besitze der Hohenstein. (B.-M.; H.; Landtaf.). ■lohenwart. (Taf. 39). Wappen: I. (Hohenwart in Bayern). In Both auf dreispitzigem Felsen ein silberner (?) Zinnentliunn. (Wissgrill. Im alten Siebm. unter den „Gravcn" erscheint dieses Wappen in veränderten Tinkturen, in Silber auf rothem Dreibergo ein blauer Thurm. Kleinod: An der Bückseite des Halses mit vior rothen Ballen besetzter Schwanenrumpf. Decken: roth-silbern). — II. In Gold auf grünem Dreiberge ein schwarzes Doppelbeil. — Kleinod: Das Doppelbeil. Decken: schwarz-golden. (N. S. Krainer Adel). — III. (Ist zum >tammwappen der I. Linie zu Gerlachstein geworden). In Gold zwei schwarzc, abgekehrte Steinbockshörner. — Kleinod: Die Hörner, dazwischen drei goldene Straussenfedern. Decken: schwarz-golden. — IV. (Vermehrtes der Linie zu Gerlachstein) Geviert. 1 und 4 wie III. 2 und 3 in Both eine silberne, verdeckte Schüssel. (Wegen des Erb-truchsessenamtes in Krain und der windischen Mark). — Zwei gekr. Helme: 1. wio bei III. Decken: schwarz-golden. 2. Die Schiissel. Decken: roth-silbern. — V. (Gräfliches derselben Linie, 1707) Geviert, mit Ilerzschild, darin in Silber auf rothem Dreiberge ein blaner Zinnenthurm. Biickschild wie vorhin bei IV. — Vier gekr. Helme, davon 1. und 4. wie 1. und 2. bei IV. 2. Der Schwanenrumpf mit den vier rothen Kugeln besetzt. 3. An schwarzem, goldbeschlagenen, oben mit vier, abwechselnd schwarzen und goldenen Straussenfedern besteckten Stiele ein silbernes Doppelbeil. Decken des 1. und 2. Helmes schwarz-golden, des 3 uud 4. roth-silbern (N. S. Krainer Adel). — VI. (Stammwappen der 2. Linie zu Furcht und Messenbach). In Gold zwei schwarze Flügel. — Kleinod: Offener schwarzer Flug. Decken: schwarz-golden. (N. S. Krainer Adel). — VII. (Vermehrtes dieser Linie) Geviert. 1 und 4 wie VI. 2 und 3 in Both auf silbernem (nach Wissgrill grünem) Dreiberge ein silberner Zinnenthurm. — Gekr, Helm: Zwischen offenem schwarzen Flug der Zinnenthurm. Dcckcn : roth-silbern, schwarz-golden. (R.-M. Nach N. S. Krainer Adel wäre das 2. und 3. Feld silbern, der Thurm blan). Das Haus Puzzuolo in Friaul und Kärnthen, aus welchem Wilhelm von Puzolo 1112, uud dessen Sohn Pil-grim von Hohenwarte, auch von Potzul, noch 1149 lebten und aus welchem Geschlechte des Letzteren Sohn Günther Markgraf von der San 1140 kinderlos gestorben war, kommt hier nicht in Betracht. Eben so wenig sind zu berücksichtigen jene Familien, die nach Pilgriina Tode das an den Bischof von (iurk verkaufte und von diesem an die Grafen von Ortenburg verliehene Hohenwart (bei Stemberg in Kärnthen; von diesen Letzteren zu Lehen trugen. So die Liebenberg, welche um 1373 als „von Hoclicnwart" urkunden, dann dio Herren von Kreig, welche 1491 die Veste an Chxistoph Uarrenpäckh verkauften. Der Rcifnitzer Ulrich von Geczcns nennt sich 1403—1406, „von Hohenwartli-1, wo er wohl nur dio Burghut oder ein sonstiges Amt der Waffen inne hatte. Aehnlich verhält es sich mit Cunz von Hohenwart 1411. Die bayerischen Grafen dieses Namens, welchen schon Bischof Gebhard von Regensburg ao. 994 angehört ha- bon soll, stifteton 1087 ihr Stammhaus Hohenwartli bei Pfaffenhofen zu einem Kloster nnd erloschen bald darnach. Gehört schon allo Naivetät vergangener Zeiten dazu, diesen Dynasten Uberhaupt ein Wappen zuzuschreiben, wie dies Siobmachcr und nach ihm Wissgrill thaten, so kann es weiterhin, im Hinblicke auf das frühe Erlöschen derselben, keinem Zweifel unterliegen, dass die ganz unerweislicho Abstammung der krainer Hohenwart von den bayrischen nichts als eine Sage sei, auf welcho hin das nicht minder sagenhafte Wappen mit dem Thurm in späteren Zeiten mit dem eigenen Stainmwappen vereinigt wurde. Es soll mit diesem übrigens kein Abbruch dem Ge-Bchlechte getlian werden, das zweifellos zum Krainer Ur-adel zählt und dort, wie in der windischcn Mark das Erbtruchsessen-Amt seit dem XV. Jahrhundert bekleidet. Dasselbe ist in zwei Linien getheilt gewesen, in dio, nun gräfliche, zu Gcrlachstcin und in eine zu Furcht und Messenbach. Beide führen verschiedene Bilder im goldenen Feld, erstere dio schwarzen Steinbockshörner, letztere die schwarzen Flügel, Abweichungen von dem einst gemeinsamen redenden Wappen mit der schwarzen Doppel- .Barte". — Hanns H. siegelte noch 1437 mit dem Doppelbeil und ebenso führen „der odel und streng riter her andre Hohenbarter obrister erzdrugsess in krain und hauptman auf ober eili, gestorben am suntag elisa-betaKl:")03_ und dessen Ehefrau „dio Edell fraw Susana von aursperg, Hern Andre Hohenbarter hauptman auf ober Cili gemahel, gestarben anno Domini i486 an saut steffani" die doppelte Barte anf dem Dreihügel in den Schilden, die an ihren Grabsteinen an der Stadtpfarrkirche zu Cilli beute noch zu sehen sind. Für don Adel Oo.'s o. d. E kommt nur dio zweite Linie in Betracht, über welche mir jedoch nur spärliche Nachrichten zur Verfügung stehen. Aus dieser erkaufte Hanns von Hohenwart, lf>75 kaiserl. Rath uud Verweser des Hallamtcs zu Aussec, von den Segger das Gut Mos-senbach im Trauu- Viertel. Dass derselbe 1537, wie Höh. sagt. auch in den Besitz von Dietach kam, ist nicht glaublich. Dasselbe hatten um diese Zeit bereits, und weiter bis zu ihrem Erlöschen, die Grünthaler inne. Hanns Basilius von Hohenwart zu Messenbach wurde im Jahre 1596 in den Bitterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen. — Nach der Wiedererrichtung des Klosters Schlier-bacli als Cistercienserstift, 1020, kam Messenbach in dessen Bositz; wann jedoch diese Linio der Hohenwart erloschen, habe ich nicht erfahren. — Aus jener zu Gerlachstein, bei Cilli in Untersteiermark, wclche d. d. Wien 23. 4. 1767 von der Kaiserin Maria Theresia den Grafenstand und neuerer Zeit, d. d. 11. 5. 1856, eine Allerhöchste Genehmigung zur gleichzeitigen Führuug desjTitels „Freiherrn de Leo von und zu Lcwenberg" erlangte, wnrde Ferdinand Josef Georg Sigismund (geb. 7. 6. 1745, f 22. 4. 1825), — Sohn des Georg Sigismund von Hohenwart, - Verwalter des Bisthumes Gurk, ( ieneralvikar und Präses des l'onsistorium daselbst, im Jahro 1809 zum Bischöfe von Linz ernannt und am 7. 5. 1815 con-secrirt. (Weiss. Kärnthen's Adel bis 1300: N. S. Krainer Adel; Adolslcxikon von Gauhen; histor.-topograph. Lexikon von Schmutz; R.-M.; IL; W.; Dr. Franz Kronos, dio Freien vou Sancck (Puzzuolo) und ihre Chrouik als Grafen von Cilli). Holterberg«!-. (Taf. 39). Wappen: Auf einem Hügel ein Baum. (Lctztorer orschoint iu dem Siegel Wernhart des Hollerberger an der nachbenannten Urkunde vom 28. 6. 1394, — im Riedecker Archivo zu Eferding, — als Eiche, soll aber zweifellos einen Hollunderbaum, — mit dem Bergo zusammen als redendes Wappon, — bezeichnen). OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 135 Die HoEerberger sind ein niederes Adolsgeschlocht gewesen, das seinen Sitz hinter dem HoBerberge, Pfarre St. Peter im Mühlviertel, hatte. Mert (Martin) der Hollerberger nnd Anna seine Hausfrau bestätigten am 28. 6. 1894, dass der an sie versetzt gewesene Hof, gouannt „Mayerhoff vor dem Wald", von den Brüdern Caspar und Gundacker von Starhemberg wieder eingelöst worden sei. Mert's Bruder Wernliart siegelte den Brief. — Hanns Hollerberger, des Mert Sohn, kommt von 1426-1462 urkundlich vor. Er ist 1433 landesfür3tliclicr Pfleger auf der Veste Schönberg an der grossen Mühel gewesen und erbaute 1462 die später von seinem Sohne Drban zu St. Peter dotirte Filialkirche in St. Peter. Von Urban's Brüdern kommen Florian 1473- 1481, Lamprecht 1481, nnd Wolfgang zu St. Peter 1481—1508 vor. ürbau, welcher am 25. 3. 1510 den Hollerberger Zchent zu St. Petor summt Zoll und allen Herrlichkeiten an den edlen Marz Oeder zu Lichtenau verkaufte, bcschloss seinen Stamm. (Strnadt-Velden, Biedccker Archiv zu Eferding). ilfirilzrr. iTaf. 39). Wappen: Von 6old und Blau getheilt, darin far-bengewechselt ein Windhund mit rothem Halsband. — Gekr. Helm: Wachsend der blaue Windhund mit rothem Halsband. Dccken: blau-goldou. (R.-M.). Die Höritzcr dürften von dem im Bndweiscr Kreise gelegenen Markte llöriz stammen. Ursula Höritzerin, des Ulrich von Tiefenthal Wittwe nnd Muhme Veith (I.) des Höritzer, 1451 l'farrers zu Altenfeldeu im Mühlviertel, stiftete zur Kirche in Neufel-den ein Gut zu Wurzach. — Am 22. 4. 1475 verkaufte Margaretha, Tochter des seligen Wolfgang von llilkering und Wittwe nach Lndwig dem Fragner, nunmehr Hans-frau des Sigmund Höritzer, Bürgers zu Velden, dem Herrn Ulrich von Starhomborg ihre zwei Thcile Zchent auf dem Weghof in der Pfarre Altenfcldcn. — Sigmunds Sühne Veith II und Christoph 1. stifteten die Bruderschaft zur seligsten Jungfrau Maria in Ncnfelden, wo ihre Bildnisse sammt dem Wappen im Jahre 1512 auf den Bruder-scliaftsaltar gemalt wurden und noch 1655 daselbst zu sehen gewesen sein sollen. — Christoph kaufte 1535 die in der Pfarre Waldkirchen gelegene, von dem Landesfürsten zn Lehen kommende Veste Steinbach von Nicolaus Rabenhanpt, starb 1550 und liegt im Friedhofo zu Wald-kirchcn unter nachstehendem Bpitajdi begraben: „Anno Domini 1550 den 19. Tag Mai ist der Edl vnd Vest Herr Christoph Höritzer zu Stainbach gestorben, darnach don 15. Sept. die Tugcndhafftu Frau Christina sein Ehe-Gcmalin, denen Gott gnädig sein wolle. Amen". — Aus der Ehe mit dieser Letzteren, einer geborenen von Seiboltsdorf, war der Sohn Eustaeh hervorgegangen, welcher im Jahre 1550 den Besitz des Gutes Steinbach antrat und 1566 als Mitglied des Ritterstandes erscheint. Er hatte sich 1561) mit Eosina von Rödern zu Pcrg vermält und mit dieser zwei Söhne erlangt: Sigmnnd II. nnd Christoph II., welch' Letzterer kaiserl. Forstmeister zu Ens wurde und 1590 Katharina Pichlerin von Haiding ehelichte. Von dessen zwei Söhnen Hanns Joachim und Hanns Wolf emigrirtc Ersterer als Protestant in Folge des kaiserl. Patentes vom 20. 5. 1627 in da3 Reich und hinterliess dort, wie Höh. sagt, Descendenz. Hanns Wolf, ebenfalls kaiserl. Forstmeister zu Ens nnd nicht mehr im Besitze von Steinbach, das noch zu des Vaters Zeiten aus den Händen der Familie gekommen sein dürfte, hatte von seiner zweiten Gemalin Anna Regina von Hackelbcrg, — er war in erster Ehe mit Juliana Zäcklcrin von Hainstetten vermält gewesen, — zwei Söhne, Hanns Caspar und Ferdinand David (t ledig). — Hanns Caspar eiheiratheto 1673 mit Sarah Sophie von Zetlitz das Schloss Windern im Hausruckviertel und erwarb zwei Söhne Georg Achaz und Otto Christoph, von denen sich Ersterer 1698 mit Maria Franziska Wiellinger von der Au und nach dieser in zweiter Ehe mit Anua Maria von Hohenstein vermälte. Ferdinand Franz Achaz (geb. 1699;, Georg Christoph (geb. 1701) und Johann Philipp (geb. 1702;, sämmtlich aus des Vaters Georg Achaz erster Ehe, scheinen keine mäuulicho Nachkommenschaft hinterlassen zu haben. Otto Christoph (f 11. 4. 1726 zu Windern) vermälte sich am 25. 10. 1701 zu Schloss Mollenbnrg mit Eleonore Begina von Yölderndorff. Von seinen fünf Söhnen, Cri-stopli Albrecht, Christoph Caspar (t 1781 als kaiserl. Fähnrich zu Palermo., Christoph Adam, Christoph Ferdinand und Christoph Matthias, lobte der Erstere noch im Jahre 1741 auf seinem Schlösse Windern. Mit ihm und seinen Brüdern dürfte die Familie hier zu Lande erloschen sein. (Strnadt-Velden, B.-M., II.). Hornbostel (Taf. 89). Wappen: Von Silber nnd Blau getheilt; oben ein waagrecht gestelltes natürliches Weberschifflein: unten ein eingesattelter grüner Berg, dahinter diu Sonne aufgeht. - Zwei gekr. Helme: 1. (icBchlossoncr, vorn von Silber nnd Blau, hinten abgewechselt gctheilter Flug. Decken: blau-silbern. 2. Drei Straussenfedern, blau-gol-dcn-blan. Decken: blau-golden. (K. k. A. A.). Aus dieser Familie, welche zu Kaiser Carls VI. oder Maria Thcresia's Zeiten, als zur Emporbringung der Gewerbe viele Ausländer herangezogen wurden, nach Wien kam, erhielt der Director der österreichischen Creditan-stalt für Handel nnd Gewerbe und Viccpräsident der Kaiserin Elisabeth-Westbahn, Friedrich Theodor Hornbostel, geb. zu Wien am 29. 10. 1815 auf Grund des ihm verliehenen Ordens der eisernen Krone III. CL mit Diplom vom 7. 11. 1860 den Ritterstand. Derselbe hat aus seiner Ehe mit Helene Winkler von Forazest, — vielleicht neben anderen Kindern, — einen Sohn Damian Bitter v. H., welcher als Besitzer des land-täflichen Gutes Lindach im Traunviertel in den Grossgrundbesitz Oesterreichs ob der Ens wählt In welchem verwandtschaftlichen Verhältniss der mit Diplom d. d. 8. 5. 1883 als Bitter des Ordens der eisernen Krone III. KI. mit einem von dem obigen ganz verschiedenen Wappen in den Kitterstand erhobene k. k. Regierungsruth und pensionirte Maschinendirector der Kaiserin Elisabeth-Westbahn Karl Hornbostel, geb. zu Wien 1825, zu dem Vorgenannten steht, ist mir nicht bekannt. (K k. A. A.; Landtaf.). Horner. (Taf. 40). Wappen: Geviert 1 nnd 4 in Gold ein gekr., schwarzer Adler. 2 uud 3 in Blau ein silbernes Einhorn — Gekr Helm: Das Einhorn wachsend. Decken: schwarz-golden, blau-silbern. (K. k. A. A i. Der alzspeditions-Verwalter zu Gmunden, Johann Hörner, wurde mit dem Ehrenwerte: .Edler von Roith-berg- d. d. \\ ien 14. 9. 1814 in den Adelstand erhoben. — Dcrselbo hatte 1*05 im Vereine mit seiner Gemalin Marianne den Freisitz Roith im Traun - Viertel erkauft. Nach dem Ableben der Letzteren ging deren Antheil an dein Gute im Jahre 1818 auf dio Kinder über, wurde jedoch im Jahre 1822 wieder dem Vater Johann Nep zugeschrieben. Unter seiner Descendenz erscheinen bei dieser Gelegenheit die Söhne: Anton, Leopold, Josef und Ludwig. Anton H. v. lt. und dessen Gemalin Aloysia brachten 1826 das Landgut Pcrnan auf der Haid nächst Wels durch Kauf an sich. Dasselbe ging im Jahro 1882 136 OBEBÖSTEBBETCHISCHEE ADEL. anf Theresia nnd Franziska H. v. R., wohl die Töchter der beiden Vorigen über und wurde 1884 an Anton Grafen von Wolkenstein veräussert, nachdem vorher kurze Zeit Frinz Alfred von Wredc den Besitz inne gehabt hatte. Auf Boith besassen im Jahre 1883 Karl und Franz Horner von Roithberg Antheile. — (K. k. A. A.; Landtaf.). Ilttrnlgk. (Taf. 40). Wappen: I. (1620 n. 1679) Geviert. 1 und 4 in Blau zwei silberne Balken. 2 und 3 in Blau ein silbernes, golden gehörntes Einhorn. — Gekr. Helm: das Einhorn wachsend Decken: blan-silbern. (Alt. Siebm.). — 11. (1718). Geviert. 1 und 4 wie vorhin. 2 und 3 in Blan das Einhorn hinter einem rothen Schrägbalken. — Zwei gekr. Helme: 1. Das Einhorn 2. Zwischen einer blauen nnd eiuer silbernen Straussenfcder ein scliwazer Flügel. Decken: durchaus blan-silbern. (E. k. A.A. In der o. d. E 'sehen Herrenstandsmatrikel erscheint das Einhorn im 1. und 4. Felde, der rotho .-ehrägbalken fehlt; das 2. und 3. Feld von Blau und Silber dreimal getheilt; ebenso ist der geschlossene Flug des 2. lielmcs bezeichnet nnd nicht zwischen zwei straussenfedern. Ludwig Hörnigk, Medicinae Doctor, wurde mit kaiserlichem Diplome d. d. Prag 12. 2. 1629, Georg Hörnigk, churbrandenbnrg'scher Oberforstmeister im Herzog-thume Magdeburg, — (mir unbekannt in welchem verwandtschaftlichen Verhältnisse zu Ersterem) — d. d. Wien 25. 6. 1679, Beide mit dem gleichen „gebesserten- Wappen, in den Beichsadelstand erhoben. Mit einer abermaligen Wappenbesserung ist dem Johann Moritz von Hörnigk kaiserl. Hofagenten, Sohne des verstorbenen Med. Dr. Ludwig v. H., d. d. Wien 14. 12. 1713 der alte Beicbsritterstand «theilt und dieso Verleihung seinem Sohne Gottlieb unter dem 5. 6. 1721 ernenert worden. — Nach einem im Landesarchive zu Linz erliegenden nndatirten Gesuchsconceptc kam Letzterer in Oe. o. d. E. um die Landmannschaft ein nnd wnrde darauf im Jahre 1720 nicht im Bitterstande, sondern, — es ist dies hier zu Lande der einzige Fall dieser Art, — im jungen Herrenstande immatricnlirt. — Weiter ist mir über diese Familie nichts bekannt geworden. (K. k. A. A.; Akten im Landesarch.; H.OL). II o j on. (Taf. 40). Wappen: I. (Stammwappen). In Blau aus dem rechten Ober- und dem linken Untereck je ein goldener Drachenkopf wachsend, welch' beide einen silbernen Schräg-balkcn gleichsam mit dem Bachen erfasst haben. — Kleinod: Wachsender natürlicher Drache. Decken: blau-silbern. (W.) — II. (1565) Geviert mit Herzschild darin innerhalb eines Hcrmclinrandcs das Stammwappon. 1 nnd 4 in Both ein blauer Pfahl belegt mit einem über silbernen Wellen gesenkten silbernen Anker mit goldenen Widerhacken und gleichem Ring, durcli welchen eine zu beiden Seiten des blauen Pfahles herabhängende, goldene Ketto gezogen ist. 2 nnd 3 in Both zwei schreitende silberne Löwen über einander. — Zwei gekr. Helme: 1. Stamm-klcinod. Decken: golden-roth-blan. 2. Wachsender silberner Löwe. Decken: roth-silbern. (W.). Die Grafen von Hoyos gehören zum ältesten spanischen Adel und führen ihren Namen von dem Markte Hoyos in Castilien, der bis 1500 in ihrem Besitze war. Von ihnen werden urkundlich genannt: Petrus Buiz de Hoyos 1252, Alfonsus Nunez de Hoyos 1360, Gomez Garcia de Hoyos, 1407 des Königs .Inan von Castilien oberster Stallmeister, zur selben Zeit Diego Garcia d. H., Domherr zn Toledo. Von Alonso Nunez steigen in gerader Stammreihe ab: die Brüder Gregorius Guteri, 1430 im Besitze von Hoyos, und Gonsalvo Guteri, König Heinrich's von Castilien Feldherr, vermält mit Maria, des Alonso de los Bios Tochter Dieser Beiden Sohn Juan Alonso do Hoyos do las llnelgas, Baron von S. Martine, Ferdinand des Katholischen von Arragonien Präsident des hohen Batlics, vermält mit Donna Catarina de Sagredo, erzeugte den Alfonsus Sanctius v. H., Baron v. S. Martino, königl, spanischen Admiral, der sich mit Joanna de la Zoro o do Lara vermälto. Der Letzteren Sohn Johannes Martinus, Gouverneur von Compostella, lebte noch 1512 inSpanieu, war mit Ines do las llnelgas verehelicht und hatte mit dieser den Sohn Johann Bapt., der mit Kaiser Karl V. 1520 in das Beich kam und sein Geschlcclit nach Oesterreich verpflanzte. Derselbo wurde bereits in diesem Jahre, — wio Wissgrill sagt — den n. ö.'schen Hcrrenstandsgeschlcchtern einverleibt, liess sich in Spanien eine von acht Granden gefertigte Urkunde Uber seine altadcligc Abstammung d. d. Burgos 5. 5. 1545 ausstellen, und erhielt auf Grund derselben mit Diplom vom 12. Jnni desselben Jahres von Kaiser Karl V. eine Adelsbestätigung Bei diesem wie bei Kaiser Ferdinand I. in hohem Ansehen stehend, wurde er General, Commandant und Hauptmann zu Gradisca, gieng zu verschiedenen Malen als Gesandter nach Württemberg, nach Italien u. s. w. Um 1552 hatte er das Gnt Tribuswinkcl nächst Baden in N. Oe. erkauft und starb, nachdem er seines hohen Alters wegen alle seine Acmter und Ehrenstellen niedergelegt hatte, zn Wien am 22. 5. 1561. .Seine Gemalin Ines, des Gabriel von Salamanca nachmaligen Graten zu Ortenburg Schwester, hatte ihm zwei Söhne geboren, Anton, Domherrn zn Salzburg, 1534 Bischof zu Gurk (ermordet 1551) nnd Joh. Bapt. den Jüngern, welcher in kaiserliche Kriegsdienste trat, schon 1529 bei der Belagerung von Wien mit Auszeichnung focht und sich in den Feldzügen Kaiser Karl's V. in Italien nnd Burgund, dann besonders in dor Schlacht bei Mnhlberg wider Joh. Friedrich Herzog zu Sachsen horvorthat. 1547 wurde ihm die Herrschaft Stüchsonstein in N. Oe. auf acht Jahro verpfändet, am 5. 10. 15-19 dieselbe mit allen Zugehörungen erbeigenthüm-lich verkauft nnd am 24. 12. 1555. — nachdem Johann Bapt. schon nnter dem 13. 7. 1549 in den Beichsfrei-herrnstand gesetzt worden war, — dieser Kauf neuerUcli bestätigt und Stüclisenstcin zu einer Baronio erhoben. Mit kaiserlichem Diplom d. d. Augsburg 30. 5. 1555 erhielt Johann Bapt. eine Wappenbesserung, wurde am 17. 1. 1565 von Kaisor Maximilian II neuerdings mit Stüch-scnsteiiL belehnt und kaufte 1578 von Erasmus und Ulrich Herrn von Schärifenberg die Güter nnd Schlösser Bothengrucb, Schrottenstein, Stolzenwcrth und NcuBiedel am Steinfcld. Seine Gemalin Judith geb. Ungnad Freiin zu Sonncck, mit welcher er sich 1548 zu Wien ehelich verbunden hatte, wurde unter dem 5. 11. 156S besonders für sich uud ihre Söhne vom Erzherzoge Karl zn Oesterreich und Steiermark mit den vormals Beiclienburg'schen und anderen Lehen in Steiermark, Krain and Friaul belehnt. Johann Bapt. starb am 27. 10. 1579. — Von seinen Söhnen pflanzten Ludwig Gomez und Ferdinand Al-brecht zwei Uauptlinicn. Aus dor Acltoren erhielt |Ludwig Gomez (f 19. 11. 1600), 1578 kaiserlicher F'iir-chneider, 1581 n. ö.'schcr Begimentsrath, 1586 Reichshofrath , 1588—1593 in Polen, an den rheinischen ('hurhöfen und Rcichskreisen kaiserl. Gesandter und 1595 n. ö.'scher Kammerpräsident, von Kaiser Budolf II. im Jahre 1594 den Markt Ncukir-clien am Stcinfelde sammt der Mauth zu Aspang pfandweise nnd 28. 4. 1595 dio im nächsten Jahre zu einer Baronie erhobene Herrschaft Guttenstein in N. Oe. Sein einziger in der Ehe mit Maria Snsanna Herrin von Traut-son gezeugter Sohn Johann Balthasar I. Georg (f 12. OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 137 4. 1632), Bitter des spanischen St Jakobsordens d: Espada. Reichshofrath, 1621 n. ö.'sclier Kammerpräsident, 1626 n. ö.'scher Landmarschall nnd General-Landoberst, dann Staats- nnd Konferenzminister nnd Bitter des Ordens Tom Goldenen VHesse, vermehrte den väterlichen Besitz in N. Oe. abermals bedeutend, kaufte 1615 Ober-Waltorsdorf. 1627 die Herrschaft Hohenberg, 162s En-zesfeld, 1626 Kreuzenstätten und wurde zwei Jahre später mit den zu letzterem Besitze gehörigen Passau'schen Lehen belehnt. Mit Diplom d d. Prag 26. 4. 1628 erhob ihn Kaiser Ferdinand II. in deu Beichsgrafenstand und gleichzeitig Guttenstein und Hohenberg zu Grafschaften, aus denen sammt Stüchsenstein und Rothen-grueb Johann Balthasar mit kaiserlichem Consens vom 28. 2. 1628 ein Majorat errichtet hatte. Mit letzterer Nachricht WissgriH's im Widerspruche stellt dessen weitere Mittheilung, dass erst des Vorigen und dessen zweiter Gemalin Susauna Dorothea Apollonia Freiin von Teufel Sohn Johann Balthasar II. geh. Rath und Staats- und Conferenzmiuister, die Herrschaft Hohenberg zu dem Majorate erkauft habe. Diese Hauptlinie erlosch mit den beiden Söhnen des Letztgenannten, dem Majoratsherrn Franz Garl (+ 21. 1. 1706) und Joh.' Ernst Ludwig (f 28 6. 1718;, Herrn zu PDtten und Froschdorf. Ans der jüngeren Hauptlinie brachte deren Stammvater Ferdinand Albrecht von Hoyos. Freyherr zu Stiich-senstein (+ 2. 3. 1609), n. ö.'scher Begiinentsrath, dann des Erzherzogs Ernst in den Niederlanden Oberstkäm-merer und geh. Bath, von Kaiser Budolf IL d. d. Prag 25. 9. 1593 die Herrschaft uud Veste Persenbeug, die Schlösser Bohregg und Weinberg sammt dem ganzen Yspertliale an sich. Der Donaukanal in Wien wurde nach seinen Plänen angelegt. — Von seinen Kindern mit Begina geb. Freiin von Lobkowitz setzte der Sohn Adam Eusebius, verm. 1) mit Maria Elisabeth Freiin Khuen von Bolasi, 2) mit Sophie Elisabeth Freiin von Rödern deu Stamm durch seine erste Gemahlin fort. Sein Enkel Leopold Carl (geb. 1651, t 25. 8. 1699), Sohn Johann Albreoht's und der Esther Susanna Grälin von Trauttmansdorff, wurde von Kaiser Leopold I. unter dem 23. 9. 1674 in den Rcichsgrafenstand erhoben, worüber mit neuerlichem kaiserlichem Diplome d. d W ien 8. 1 1682 eine Bestätigung mit Ausdehnung des Grafenstandes auf die Erblande ertheilt worden ist Seine Gemalin Maria Begina. Tochter'des Ferdinand Maximilian Grafen von Sprinzenstein und der Eleonora Gräfin von Kurz, brachte ihm die von ihrem Vater ererbte Herrschaft Horn, die Bosenburg, die Güter Baan Moldt etc. und für den Fall des Erlöschens der Lamberg-Sprinzenstein'schen Linie i siehe diese) die Anwartschaft auf das durch ihren Vater d. d. 21. I. 1671 gestiftete Fideicuminiss Krusendorf zu. Sein ."-olm Philipp Joseph Innoceuz geh. 687, t 26. 4. 1762) erbte nach seines älteren, unverehelichten Bruders Johann Anton Tode das väterliche Fideicominiss Persenbeug, Emmendorf etc., von seiner Mutter die Sprinzenstein'sehen Güter und schliesslich 1718 nach dem Erlöschen der älteren Hauptlinie die Majoratsherrschaften Guttonstein, Hohenberg, Stiichsenstoin. Bothengrueb etc. Seine Gemalin .Maria Magdalena Gräfin von Hohenfeld (geb. 1695 verm. 26. 4. 1717, f 1760, gebar ihm drei Söhne, Johann Ernst Ludwig (geb. 14. 1. 17l8, f 25. 8. 1781) Johann Leopold Innocenz (geb. 19. 5 1728. t 23. 10. 1796) und Johann Anton Josef (geb. 11. 7. 1731, f 26. 11. 1791) Ersterer erhielt die Besitzungen der älteren Hauptlinie als Priinogeniturherrschaften. dann dio Sprinzenstein'sehen Güter und Joh. Leopold Innocenz als Secundogeniturherrschaften Persenbeug, Bohregg, Emmendorf etc., die. nachdem er ohne männliche Descendenz gestorben war. auf seines jüngeren Bruders Sohn Joh. Ernst (geb. 1768) übergangen, dessen Nachkommenschaft IV. 5. noch gegenwärtig als 2. Linie, jedoch nicht im Besitze der Secundogeniturgiiter, blüht. Die erste von Johann Ernst Ludwig und dessen Gemalin Maria Franziska Gräfin von Sinzendorf (verm. 22. 4. 1745, t 29. 10. 1778) absteigende Linie, setzte sich wie folgt fort: 1. Johann Philipp Josef 'geb. 6. 9. 1747. t 30. 3. 1803' n. ö scher Landrath; Gem. Maria Christina, des Fürsten Franz Wenzel von Clary uud Aldriugen Tochter (geb. 19. 1. 1755, verm. 27. 4. 1773, t 10. 5. 1821). — 2. Johann Ernst Franz Philipp (geh 24. 2 1779, f 28. 10. 1849i geh. Rath, General - Feldwachtmeister und Oberst-Jägermeister, trat nach dem im Jahre 1823 erfolgton Abgange der Lamberg-Sprinzenstein'schen Linie das Fideicominiss Droseudorf mit seineu Zengehörungcn an, womit für den jeweiligen Inhaber die Führung dos Sprinzenstein'sehen Namens neben dem Eigenen verbunden ist; Gem. Theresia Gräfin von Schlaberndorf (verm. 3. 6. 1799;. - 3 Heinrich (geb. 24. 3. 1804, f 18. 11. 1854) k. k. Kämmerer und Gnbernialrath; Gem. Fclicie Gräfin Zichy von Vdsonykeö geh 2. 9. 1809, verm. 24. 4. 1827, f ... .). — 4. Ernst Carl Gra von Hoyos-Sprinzenstein, Graf von Gutensteiu, Freyherr von Stiichsenstcdn (geb. 18. 6. 1830) k. k. Kämmerer nnd geh. Rath, erbliches Mitglied des Herrenhauses des Reichsrathes, gegenwärtiger Majoratsherr; Gem. Eleonora Ida Maria Gräfin von Paar (geh 1. 8. 1835, verm. 8. 1 18-.6). — 5. Ernst Karl (geb. 28. 11. 1856); Gem. Maria Leontinc Grälin von Larisch-Mönich (verm. 11. 4. 1883, f 2. 3. 1886). Des Grafen Heinrich Bruder Rudolf Graf von Hoyos (geb. 9. 11. 1821), Erbherr der Herrschaft Lauterbach in preussisch Schlesien gelangte durch Kaufvertrag d. d. Wien 30. 11. 1871 in den Besitz des WeilhartforsteB im Inviertel Oesterreichs ob der Ens und wählt desshalb daselbst in den Grossgrnndbesitz. Maximilian Graf von Hoyos (geb. 15. 9. 1841, t 21. 10. 1883), des gegenwärtigen Majoratsherrn Grafen Ernst Karl Bruder, vermalte sich zu l'ressburg 17. 4. 1873 mit Theresia Freiin von Wenckheim, deren zweiter Sohn Philipp (geh 15 7. 1877), als Erbe des Wenckhcim'schcn Faser F'ideicouimisses in Ungarn mit Allerhöchster Genehmigung d. d. Wien 25. 3. 1885 den Namen Wenckheim mit dem Eigenen vereinigt hat (W.j historisch-herald. Ilandb.; gräfl. Taschcnb.; l.andtaf.; gräfl. SprinzeuBtoin'sches Archiv). Hubcr au .TEaurn (richtiger llaeber von Mauer). (Taf. 40). Wappen: I. (Stammwappen). In Gold ein schwarzer Widder. — Gekr. Holm: Von Gold und Schwarz übereck getheilte Hiirner. Decken: schwarz-golden. - 11. (Gebessertes der frciherrlichcn und der adeligen Linie 1584) Geviert. 1 und 4 auf schwarzem Dreiberge ein schwarzer Widder. 2 und 3 in Silber schräg eine natürliche Bosc an grünem, vierblättrigem Stiele. — Gekr. Helm: Bechts von Schwarz und Gold, links von Roth und Silber getheilte Hörner. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (In der Ahncutafcl des Comthur Maria Theodor Freiherrn von Kisenfels im Doutsch-Ordens-Central-Archive ist im Wappen der Huber Feld 1 und 4 kein Dreiberg, im 2 nnd 3. Felde die Bosc an zweiblättrigem Stiele). Caspar Hueber, Bürger zn Brnnneck in Tyrol, erhielt von Kaiser Karl V. 15 8 einen Wappenbrief nnd Erzherzog Ferdinand von Oesterreich-Tyrol erhob des Caspar Enkel, Söhne dos Christoph Hueber. nämlich: Caspar (verm mit Katharina Atzwangcr), Bartholomäus (1580 Landschreiber zu Bozen, 1615 der Bümisch Kaiserlichen Majestät Bath und Kellermeister zu Meran. vermält mit Maria Sojer von Saja; und Christoph (vermält mit Anna Maria von Paumgarten zu Mauer) d. d 1ns-bruck 9. 10. 1; 84 mit dem Prädikate .von Mauer* uud 45 1S8 ' OBEEÜSTEBBEICHISCHER. ADEL. einer Wappenbesserang in den Adelstand, nachdem Cliri-stoph's 11. Gemalin den bei Meran gelegenen Ansitz Mauer an,, die Hueber gebracht hatte. Dieselben blühen im einfachen Adelstandc als „Edle von Hneber zn Mauer" noch gegenwärtig in Vorarlberg, Salzburg und Wiener-Neustadt. Johann Franz, ein Eukel des vorgenannten Bartholomäus, vermält mit Margaretha Freyin Planta von Wildenberg, wurde unter dem 1. 4. 1699 in den Ecichsfrei-lierrnstand erhoben. Sein Enkel Franz Philipp Gottfried Freiherr Huber von und zu Maurn. churpfälzischer geh. Bath, Kämmerer, Hofraths-Präsident im Herzogthum Neuburg und oberster Mundschenk — Sohn des Freiherrn Gottfried, llofkainmerrathes zu Insbruck, und der Johanna Magdalena Franziska Grätin Mohr, Freiin von Lundsteiii, Lichtenegg nnd Greiften, — hatte sich mit Christine Agnes Grätin von Freyen-Seiholtsdorf auf Biegerting vermält nnd mit dieser einen Sohn n illielm Adam Florian Johann Nep igetautt 5. 5. 1780), welcher iu den Einlagebüchern der o. d. E.'schen Laudtafel mit den llofuiar&en Pogenhofeu und .-tern und dem Edelsitze Schweigertsreuth im Inviertel angesessen erscheint. Derselbe ist mit Maria Anselma Alexandriue Franziska Josefa Walburga Crescentia Freiin Bcicblin von Meldegg. laut Heirathsbrief d. d. 1. 10. 1758, vermält gewesen. Sein Sohn Alexander Maria Karl Ferdinand. Herr auf Mauer in Tyrol, Seiboldsdorf in Bayern und den vorgenannten Gütern im Inviertel, kgl. bayr. Kämmerer und Major \ la suite, wurde am 25. 1. 1810 bei der Freiherrnklasse in der kgl. bayr. Adelsmatrikel eingetragen und beschloss als letzter Alannessprosse zu Burghausen am 21. 4. 1825 seinen freiherrlichen Stamm. Die Besitzungen in Oe. o. d. E. gieu-gen hierauf zu gleichen Theilen an Sophie Larron du. Yal, geb. Freiin Huber von Maurn, Franziska Freiin Huber von Maurn uud Philipp Ferdinand Freiherrn von Bisenfels, Sohn der Schwester Mario Karoline dieses vorgenannten letzten Freiherrn, über, während das Schloss Mauer in Tyrol die Grafen von Mamming an sich brachten. — (Landtaf.; Deutsche Adelsproben von Kedopil; Deutsch-Ordens-Central-Archiv; geneal. Taschenb. der adeligen Häuser). Htigeiihergcr. (Taf. 40). Wappen: Ein Schrägbalken. — Kleinod: Offener, Saxen abwärts von den Schrägbalken durchzogener Fing. (Nach dem Siegelifrid's II. v. H. an der Seclgeräthstiftung nachSchlägl der Gertrud, Wittwe Chunrad's v. I.ud-wigsdorf, St. Gilgentag 180ü; Stiftsarchiv zu Schlägt). Dieses von Hoheneck und in der ständischen Matrikel übergangene Geschlecht stand im Lehensverhältnisse zu den Schanubergern. später zu dem Hochstifte Passan. Der Stammvater dürfte unzweifelhaft jener Ekkerich de riede sein, der um das Jahr 1130 eine Schenkung Hcinrich's von Tanne an Kloster St. Nicola bezeugte. Bied ist der ursprüngliche Stammsitz des Geschlechtes geweseu. Es kommt hier jedoch nicht die Stadt Bied im Inviertel in Betracht, sondern ist dieser Sitz in dor Nähe von Hugenberg zu suchen, wo gegenwärtig allerdings kein Stein mehr von ihm vorhanden ist. Aber noch lässt er sich im Thüle unterhalb Harenberg vermuthen, wo noch heute ein Bauernhof den Namen .das Mairgut iin Bied" führt, in dessen Nähe einige Grundstücke das Burgstalllaud, der Bnrgstalldoppel genannt werden und so die Stelle andeuten, wo der alte .-itz Bied sich befanden haben mag. Hungberg (richtiger Hugenberg), die zweite Stammburg dieses Geschlechtes, liegt in der Pfarre Nattornbach, douiinirend auf einem jäh gegen Westen abfallenden Höhenzuge G. 1180 tritt Gisilolt de hovgenberg urkundlich auf. Er durfte ein Bruder Ekkerich's II. von Hvgenperch geweseu sein, welch' Letzterer in der Zeit zwischen 1177 und 1200 erscheint, so um 1181 in einem gütlichen Vergleiche des Klosters Kremsmüster mit den Schaunbor-gern, in der Beiho der Dieustinannen dieser Letzteren. Um 118 > übergab er für Oulrich von Nodernpach als Seelgerätho für des Letzteren Aeltern und Hausfrau durch den freien .Mann Meinhard von Uronpcrg nach St. Nicola verschiedene Güter und er selbst stiftete dorthin c. 1190 die Hälfte seines Sitzes iu Hugiubcrc für sein nnd seiner Eltern .-eelcnhcil. Um das Jahr 1200 bezeugte dieser Ekkerich mit seinem Bruder Wolfgang und dessen Sohne Dietmar (hii omnes liberi) eine Schenkung ihres Nachbars Otto von Asing (l'farre Peuerbachj nach St. Nicola. — Wolfgang nannte sich von Bied. so in der Urkunde mit welcher er im Namen der Judith von Pornheim verschiedene Güter dem letztgenannten Kloster übergab, und c. 11S8 bezeugten Wolfkaug et lilius eius Dietmarus de riede eine Tradition Engelberts vun Strubel! nach St. Nicola. Dietmar führte erst nach dem Todo seines Oheims Ekkerich den Namen Hugenberg. Er stand in der nach dem Jahre 1218 begonnenen Fehde zwischen dem Hochstifte Passan und Chunrat letztem Grafen von Wasserburg um die Veste Vicchtensteiu auf Seite dieses Letzteren uud wnrdo mit allen übrigen Helfern des Grafen zu Worms am 13. 3. 1222 iu die Reichsacht erklärt. Im Jahre 1220 erkannte Graf Chunrat, — selbst mit dem Kirchenbauno belegt, — die Passau'sche Leheusherrlich-keit über Vicchtensteiu an, konnte sich aber in dieses neue Verhältniss nicht finden. Es gab neue Reibereien, die endlich am 28. 7. 1244 beigelegt wurden, bei welcher Gelegenheit auch Herr Dietmar von Hugenperge wieder in Gnad.ii aufgenommen wurde. Sohon hoch im Alter, — er muss wohl über 70 Jahre gezält haben. gab dieser Letztere 1245 zu seinem Seelgerätho mit Einwilligung seines älteren Sohnes Sifridus unter Verzicht auf die Vogtei dem Kloster Vormbach, den vierten Thoil der Hube zn Pomgarten (bei Hugenberg). Der jüngere Sohn liiess nach dem Vater Dietmar und erscheint nach dem Todo des Grafen Chunrat von Wasserburg 1254 als Burg-hütcr (l'astcllau) zu Viechtenstein, 1250 als Burghüter zn Wesen, bezeugt am 14. 2. 1257 eine Urkunde Bischofs Otto von Passau über einen zwischen dein Kloster St. Nicola uud Leuthold Priischiiik geschlossenen Vertrag und steht am 25. 7. 1209 als Dominus Diotmarus de Hvgenperig unter den Zengcn in dem Mauthprivilegium Heinrich s und Weruharts von Schaunberg für das Kloster Beichcrsperg. Sifrid kommt am 21. 4. 1290 zum letzton Male vor, starb im Jahre 1293 und liegt im Kloster Schlägl begraben, wo auf seinen (irabstein die Inschrift gesetzt wurde: Sifridus miles Hugcrpergerius obiit 1293. Sifridus lilins eins 18 . . et uxor eius Apha. Sifrid II. verkaufte am 31. ;"> 1301 mit Einwilligung seiner Haasfrau Elspet und soiner Geschwister dun Fraueu-hof und zwei Hüter auf dem Schefborg (Pfarre Engcl-hardszell und dürfte somit im Hinblick auf obgenanntes Epitaph zweimal vermält gewesen sein. Er hatte von Ruger von Haichenbach Renten auf Salichenpcrich iSal-laberg in oberen Mühlviertel) inne, die er 1303 an Bischof Wernliart von Pass.iu verkaufte, bezeugte zu Kru-mau am 2 0. 130s eine St.ftung Hcinrich's von Bosenberg nach Schlägl, am 12. 3. 1311 einen Pfandbrief < >rt-neid des l'amherg r an diese i Kloster siegelte am St. Gilgectag 1306 dio Einga igs genannte Urkunde und erscheint znletzt 1331 in cin.-iu Sjhläglcr Briofo, hier mit „seinem svn Seydl * Dieser Sifril III. siegelte am 21. 12. 1:140 einen Revers Dietrich's des Geltinger an dio Grafen von Schann-berg, am 27. 3 1363 einen solchen Heinrichs von Stützing an das Stift St. Florian und erscheint 1368 als Zeuge in einem Briefe Chunrats und Chalhoch's von Wesen an Jakob Perger ob dem Perg als „der erber Ritter " OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 139 Das letzte Mal habe ich ihn am 28. 1370 gefunden, unter welchem Datum er eiuen Kaufbrief Friedrich des Rot an Georg Eizinger siegelte. Seiu Sohn ist unzweifelhaft der im Schaunberger Urbar vom Jahre 1371 angeführte Wernhart der Hugenber-ger. welcher von den Schaunbergern einen Hof zn Hay-bergk nächst Beuerbach inne hatte und dem die pimum- pewnt zu llaytzing, Pfarro Hartkirchen unterthänig war. Seine Tochter Elspet ist im Jahre 1394 mit Veith dem Anhänger vermält gewesen, durch welche Ehe die Hu-genberg'schen Güter au die Anhänger zu Roit kamen. Das Mairgut zu Ilungberg gehörte bis zum Jahre 18S0 zur Herrschaft Roit. Dio wahrscheinliche Stamiureihe dieses Geschlechtes ist nach Obigem folgende: Ekkcricus I. de riede c. 1130 r Gesilolt do hovgenbergc Ekkericus II. de hugenberge Holfgang de riede 1188 c. 1180_1180—1:00__ ' .Dietmarus I. de riede 1188-1200, de Hugenberge 1214-1245 --■- Sifrid I. 1245—1290 + 1293 Dietmar II. 1254 1269 SifridTr 1301-1331; ux. 1} Elspet, 1301, 2 Apha. Sifrid III. 133i-i870 Wernhart 1371 Elspet, ux. Veith des Anhänger 1394. (Strnadt-Peuerbach und Velden; U.-B.; .Stiftsarchiv zu Schlägt). lIuiultrvclitNr:«»«!. (Taf. 40). Wappen: Mit Schildeshaupt, darin drei Mühlräder (Bosen?) nebeneinander; unten ohne Bild (Nach dem Ori-ginalsicgcl Ruegcrs von Humbrjchtsried an der nachstehend näher bezeichneten Urkunde vom 10. 8. 1303; Stiftsarchiv zu Schlierbach). Auch dieses Geschlecht wird weder in dem Hoheneck" -schcn Werke noch in der ständischen Matrikel genannt. Ks tritt zu Anfang des XIV. Jahrhunderts auf und nimmt zu dieser Zeit in den Urkunden unter der Reihenfolge der Zeugen seinen Platz vor den Harrachern, den Hartheimeru, den Aspan von Hag, den Aistersheimern. mithin eine ziemlich angeschene Stellung ein. Dasselbe erscheint zuerst mit „hern Herman von Hvmraecbtzried" am 13. 1. 1317 in einem Briefe Wernhart des Pirchinger an Kloster Wilhering. „Der erber ritter her Chunrat von Humbrcclites-ried, welcher als Richter zu Wessenberch schon am 4. 5 1310 einen Vorzichtsbrief Heinrichs, Ulrichs und Wiru-liarts der Steinpecken gesiegelt und am 30. 8 1318 cino Urkunde Heinrich's von Sumcrau bezeugt hatte, nahm am 4. 7. 1328 unter der Zeugenschaft „Perchtold's von Hum-brehsried" von Bernhard dem Jesnitzcr den Pibcrhof. Pfurrc Neumarkt in der Biedmark. zu I'fände und steht noch am 15. Ii. 1324 in einem Verkaufsbriefe Pilgrim's von Dobra an Heinrich den Piber unter den Zeugen. Seiner Tochter Elsbcth stellte deren Eheherr Dietrich von Harrach d. d. Freistadt 24. ü. 1341 deren Heirathsgut und Morgongabc sicher, was im Hinblicke auf das Datum dieser Urkunde, wie sich vou selbst versteht, nicht unmittelbar nach der Hochzeit, sondern erst in späteren Jahren geschehen sein kann .Bueger von Huiurctzricd zden Zeiten I'urkgraue vnd Richter datz Ottcnshaim", — wohl ein Sohn obigen Herrn Chnnrat's, hängte am 15 >\ Ib-lS sein Siegel an einen Brief Wernhard's des Vicar zu Üttensheim, womit dieser eine Jahrtagsstiftung nach Kloster St Florian d. s Pfarrers Dietrich von Gramastetten bestätigte, Biegelte auch am 29. 9. 1349 einen Schenkbrief Wernhart des Benagd, Pfarrers zu Ottensheim an das Stift Wilhering, stiftete für seine beiden seligen Hausfrauen Elspet und Agnes und seine seligen Kinder am 3. 5. 1353 ein Seelgeräthe zu Wilhering und tritt am 27. 4. 1355 in seinem Ver- kaufsbriefe an lctztgcnamiti-s Kloster, über den Hof zu Aichberg nächst dem Oedhofe in der l'farrc Gramastetten. zuletzt aui. Eberhard, „Ruegcrs sun von llumrechczried dem Got genad", verzichtete am 5. 8. 1364 im Vereine mit Luwig von Xcundling und Stephau Holzmann auf das Gut Aichberg. — Am 13. 10. 1351 erscheint Peutz von Huiubrechtsried, welchem Ulrich der Tanner den von den Herrn von Gapellen 1.-heilbaren Hof zu Holzheim verpfändet.-. — „Rueger (II.) von Huiubrechtsried , zden Zeiten puregrat ze Schornstein", — ein Bruder Bberbard's wie ich veruiuthe, - siegelte am 14. 2. 1359 einen Verzichtsbrief Alber des Pekelhaub an Heinrich den dieser und am St. Lorenztag (10. 8) 1363 eine Verkaufsurkundo der Margaretha. Heinrich des Horn Hausfrau, an Dietrich den Tcurwangcr. In dem Ver-kaufsbriefe Gundackers von Wildberg an dessen Oheim Heinrich vou Schönau vom 24. 4. 1361 ist unter den Zeugen Bueger II. als Pfleger zu Schariisteiu .Traun-Viertel; bezeichnet. Er erscheint vou -370 un als Landrichter zu Schli- rbacli. uls welcher er in letzgedachteui Jahre, am 4. Mai, einen Verkaufsbrief Thomas des Haiden an Kloster Schlierbach besiegelte. — Am 14. 3. 1374 veräusserte er sein Gut Wademspaeh .das von seinem swe-her säligen hercliomen ist*. und unter dem 12. 5. 1375 habe ich ihn als Zeugen in einem Verkaufsbriefe Ludwigs von Zwicselberg an Kloster Schlierb.icli das letzte Mal gefunden. Weiter ist über dieses Geschlecht bishur nichts in Erfahrung gebracht worden. (U.-B.; Stiitsarchiv zu Schlierbach . lluruMCi-Ii (Huernpech, Hucrenweck). (Taf. 40). Wappen: I Schräggetheilt; oben mit drei Spitzen getheilt; unten ohne Bild. ill.-M.; II. Für die Richtigkeit dieses Schildes kann keine Gewähr geleistet werden). - II. In Silber drei rothe Bogenbalken. (Sepul-chrum Sifridi Ilurenpekh, - ohne Jahreszahl im Wiener mittelalterlich, n Minoriten-Necrolog. Ob Sifrid IL dem hier zu besprechenden Geschlcchte angehörte, ist nicht bekannt). Preunbuber zählt die Hurnwech zu den adeligen Ge- 140 OBE RÖSTERREICHISCIIER ADEL. schlechtem der Stadt Steyr. — Ott huerbech. Börger zn Steyr, bozengte am 26. 11. 1311 einen Vcrkaufsbrief der Ennignnd von Egendorf an Kloster Garsten; Ott liurn-wecli am 24. 6. 1313 eino Urkunde Otto's und Bertold der .Schecken; Ott Hurnbech am 24. 8. 1316 einen Be-vers des Peter Panhalm Bichters zu Steyr an das Kloster Garsten, am 2. 2. 1318 eine Stiftung der Chersper-ger eben dorthin, am 29. 6. 1324 einen Verzichtsbrief des Otto Hurnein an dasselbe Kloster, am 6. 12. 1325 eine l'rkuude Otto des Scheck, Burggrafen zn Steyr. hier in der Reihenfolge der Zeugen vor einem Chersperger, einem Steger, einem Lerbnhler, siimmtliche. wie bekannt, aus Steyrcr adeligen liathsherrn-Geschlechtern. Otto IL erscheint ferner als Zeuge am 19. ü. 1328 in einem Briefe der Brüder Panhalm, am 23. 12. 1329 in einer Verzichtsurkundo Dietrichs von Yolkcnstorf und am 12. 3. 1330 in einein Schenkbriefe des Vorigen, alle drei Urkunden au das Kloster Garsten. — Nach Strenn hatte er im Vereine mit seiner llausfran Gutta am St. Michaelistag 1322 den Losensteinern einen Hof in der Weistracher Pfarre bei Seitenstetten verkauft. Er ist, als in letztgedachtem .lahrc lebend, in der o. d. E 'sehen Bitterstands- Matrikel eingetragen. Am 11. 11. 1349 gaben Bertha die Zartin und ihre Kinder Herrn Dietrich dem .Malchinger. Herrn Wernhart dem Burnprech und Haistolf dem Tunuo/.zinger sieben Güter zu Dietrcichsbcrg, wofür diese einen Jahrtag zu Wilhering begehen sollen. und am 22. 7 1373 verkauften I.iebhart der Hürbmpechk und Elspet Mi ine Hausfrau Friedrich dem Verigen. Bürger zn Grein, ein Gnt in der Pfarre Kreuzen. Ob Herr Wcrnhart und I.iebhart hierher gehören, vermag ich nicht zn entscheiden. (U-B.; 12. Bd. der Berichte des Wiener Alterthum-Vereines; B.-M.; H.). Ilueften (Duett;. (Tat*. 40). Wappen: Im Schild ein Zinnentlmrm. (Nach dem Originalsiegel Iferweiclfs v. H. an dessen Seelgeräthstift-nng nach St. Florian am 1 9. 1322. — An dem stark abgewetzten Siegel ist der obere Theil des Thnrmes nur schwer noch zu erkennen, so dass dessen untere hervortretende Hälfte im U. B., IV. Bd. irrtümlicher Weise als ein Paar anfcehängte Kniehosen blasonirt wurde . Nur einmal tritt „her Buger von Iiuett" urkundlich auf, und zwar im Jahre 1282 als er nach Otto von Vol-kenstorf, Heinrich von Lonstorf und vor Herrn Budolf von Alhurting in der Beihe der Zeugen den Brief Alber's. Hadmar°s und Erchenger's von Wesen bezeugte, mit welchem diese an Chunrat von Capellen ihre Hube zu Wen-pacli gaben. — Dieses plötzliche Erscheinen der ..Huett er" uud ihr ebenso rasches Verschwinden nach üü Jahren lässt vermuten dass das Geschlecht vorher unter anderem Namen urkundete uud nachher vielleicht wieder mit verändertem Namen, weiter blühte. Es ist mir bisher nicht gelungen, diese Frage zn lösen und möge desshalb die Familie als „Huetter" hier ihren Platz finden. Nach dem Jahre 1282 erscheint ein zweiter Bueger v. H. — Er muss ein Jüngerer als der Erstgenannte gewesen sein denn er führt anfangs nicht den Titel „Herr" wie dieser. Vielleicht mag e zu dem Aelteren im Verhältnisse von Sohn und Vater gestanden haben. Am 16. 10. 12S6 bezeugte Bueger der Huetter vor Heinrich von Traun einen Verkaufsbrief Chunrat's von Hartheim an Chunrat' von Capellen nnd im Jahre 1289, — als „Bvegcr der hvttaer". - einen llebergabsbrief Ota-kars von Lobenstein an denselben l 'apeller über zwei Huben zu Pasching. — Sechs Jahre später wird er „Herr-genannt. Dominus Bugcrus de liuetten bezeugte am 3. 8. 129"» dio Urkunde, mit welcher Dietmar von Aistersheim versprach die Güter zu Spech und Beichcnstein unentgeltlich zu schützen Es sind dies die nämlichen Besitzungen, welche ltucgers erste Hansfrau Elisabeth zu einem Seelgerätho dem Kloster St. Florian gegeben hatte, und welche aus diesem Anlasse vou dem Propste Ulrich daselbst schon am 9. 6. 1288 übernommen worden waren. Ruegers zweite Ehowirthiu hicss Katharina. Er gedenkt derselben, wie seiner damals noch lebenden dritten Hausfrau llailka und seines Sohnes Friedrich in dem Briefe vom 6. 3. 1308, mit welchem er durch Uebergabo seiner Hube zu Fraham, des Nagelhofes bei „maripach" und von Einkünften auf seineu Besitzungen zu Liechtenwart, Haug-storf und Ringleinstorf in N.-Oe. zwei ewige Lichte auf den Altären des heil. Stephau und des heil. Nicolaus zu St Florian und eben daselbst einen Jahrtag fiir sich und seine drei Gemaliuen stiftete. — Am 13. 6. 1310 bezeugte Eueger vor Herrn Perchtold vou Hartheim eine Urkunde Otto's von Traun und erscheint zum letzten Male in Heinrichs von Volkenstorf Seelgcräthstiftung nach St. Florian am 11. 11 13U. — Seine dritte Gemalin llailka schenkte am 30. 11. 1316 zum Seelenheilo für sich, ihren zweiten Ebeherru Libanus von Truchsen und zum Seelgeräth fiir ihren .vodern wirt lierrn Rueger von Huett" dem Krankenhause des Klosters Kremsmünster einen Weingarten zu Mautern. A usser Friedrich werden uns noch drei weiteroSöhno Buegers, -- Härtweig, Alber und Otto bekannt. — Am 1. 9. 1-128 stiftete Härtweig „herii Eugcrs sun von Huett" mit Willen seiner Hausfrau Agnes, seiner Brüder Alber uud Otto und seiner Kinder Otto, Jaus, Elspet und Agnes nach Kloster St. Florian oiu Seelgerätho mit nenn Schilling drei Pfund Geldes auf seinem freien Eigen „Winthersdorf in dem Forst" und stellte über dieselbe Stiftung aiu 1. 9. 1332 eino neuerliche Urknude aus. Seither ist der Name verschwunden (Stiftsarchiv zu St. Florian; U.-B.). •Sag<* ii rcul ii<-1>. (Taf, 41). Wappen: I. Im Schild ein Freiviertel. (Nach dem Originalsiegol Albrecht des Jagenrewter an der nachbenannten Urkunde vom 12. 7. 1374 im fnrstl. Starliein-berg'schen Archive zu Eferding). — II. Geviert. 1 in Silber ein rotlies Freiviertel. -1 wie 1, doch linkes Freiviertel. 2 und 3 in Blau auf rothem Boden ein goldenes Gatter (Ehrer von Ehdering . — Zwei gekr. Helme: 1. Wie das 4. F'eld bezeichneter Flügel. Decken: roth-sil-bern. -1. Wie das 2. F'eld bezeichneter Flügel. Decken: blau-golden. iB.-M. uud IL). Die Jagenrenther treten im Dienste der Schannberger und des Bisthumes Passau zuerst im Mühlviertel auf. — Jans JBgenrintter, der schon am 17. 4. 1371 einen Brief des Peter von Hätzing an das Domkapitel zu Passau gesiegelt hatte, war 1:<82 zur Zeit der Fehde des Grafen Heinrich von Schauuberg mit Herzog Albrccht von Oesterreich des lästeren Pfleger zu Banariegl, von wo aus er den auf österreichischer Seite stehenden Bischof Johann von Pnssau durch Streifziigo schädigte. — Sein Zeitgenosse Albrecht der Jagenrewter, welcher am St. Margarethen tag (12. 7.) 1374 einen Pfandbrief Chunrat des Mautner an dessen Oheim Andrä den Gruber, über ein Haus zu Aschach, besiegelte, erscheint im Jahro 13S6 als bischöflich passau scher Plleger zu Jochenstein, am 16. 8. 1390 als solcher zn Tannberg. Dieso seine Stelle nahm 1401 Friedrich der Miihlwanger ein. — Jorg J. soll um 1420 Domherr zu Passau gewesen sein nnd Sigmund J. erwarb in dor zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts den Sitz Pernau bei Wels. Sigmund J. zu Pernau, nach Höh. ein Sohn des älteren Sigmund, war in den böhmischen Grenzfehden auf Seite der o. d. E.'sehen Stände thätig, fungirto 1519 als OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 141 Landrath und wurde anlässlich des ersten Bauernaufstandes und der damals obschwebenden Gefahr, dass sich der Aufruhr vou Salzburg nach Oe. o. d. E. verpflanze, mit Dekret d. d. Wien 18. 5. 1525, — er fährte zu dieser Zeit wegen Abwesenheit des Landeshauptmannes Ciriak von l'olheim dessen Geschäfte, — mit mehreren Anderen zum Landtags-Commissaire ernannt. 1527 nahm er als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath die Stelle eines Landesanwaltes ein uud erhielt 'in lotztgcdachtcm Jahre eine kaiserliche Bestätigung über die Vereinigung seines Wappens mit jenem seiner Gemalin Margaretha Ehrerin von Elidering, der Letzten ihres Namens. Sein Enkel Hanns Sigmund, 1506 als Mitglied des o. d. E.'sehen Ritterstandes eingetragen, war mit Rosina von Smderdorf vermält, welche zu Bernau um 8. 9. 1578 starb und mehrere Söhne hinterlicss, von denen sich Wolf Christoph zu Wels am 21. 2. 1599 mit Sophie Scliifer von Freiling trauen liess und mit dieser den Rauns Adam erzeugte, der in der Folge Anna Margaretha Freiin von Schrottenbach zur Gemalin nahm. Adam Ehrenreich, ein dieser Ehe entsprossener Sohu, lobte unverehelicht noch als Hoheneck s erster Baud seines genealogischen Werkes erschien, mithin um 1725, und dürfte als der Letzte seiner Familie gestorben sein. — Pernau war schon vorher aus den Händen der Jagenreuther gekommen. Sie hatten das Gut an Johann Bapt. Spindler von Hofegg (t 1629; verkauft. (U.-B.; EferdiugerArchiv; Strnadt-Velden:R M.;II). Jilger von Waldau. (Taf. 41). Wappen: (Adeliges 1624). Von Gold und Schwarz gespalten, darin, Schalltrichter links, ein farbeugewech-seltes Hiifthorn. — Gekr. Helm: Das Schildesbild zwischen zwei Hörnern, das Rechte golden, das Linke schwarz. Decken: schwarz-golden. (K. k. A. A. Die Jäger führten schon im bürgerlichen Stande dasselbe, vou K. Ferdinand 1. verliehene Wappen; auf dem Stechhclm statt der Krone einen schwarz-golden gewundenen Wulst). Aus dieser Familie wurden die Brüder Tobias und Joliaun, vou weihen mehrere Vorfahren das Anfsclilairs-amt im Markte Neukirchen des Hausruckviertels bekleidet hatten, mit Diplom d. d. 3. 12. 1624 mit dem Prädikate „von Waldau* in den erbländischen Adelstand erhobeu. Tobias Jäger von Waldau war mit Eva, Tochter des Hanns Prandt vermält, welch' Letzterer als Losenstein'-scher Pfleger zu Weidenholz am 30. 11. 1589 erscheint and ein Haus zu Waizenkirchen besass, das ihm dieser Markt unter dem Namen eines Freisitzes Waldau gefreit hatte. Das Gut gedieh au den •• chwiegersohn Tobias J., welcher es, nach seiner im Jahre 1627 erfolgten Emigration nach Begensburg, 1630 an den Bürgermeister von l.inz, Abraham Griesmüller, veräusserte. Der Brnder Johann J. v. W. hatte einen Sohn, .Salomon (I.), dieser zwei Söhne, Johann i.II.) und Salomon (II.). — Von Letzterem stammte Roman Jäger von Waldau, bürgerlicher Braumeister zu Steyr, ab, welchem im Vereine mit seinen Seitcnvcrwundtcu, Iguaz J. v W.. Doctor med. zu Wien, und August J. v. W., Fabrikanten zu Neukirchen, auf Grund der nachgewiesenen directen Abstaramungvon dem einen der Adelserwerber, mit Decret der ehemaligen k. k. Hofkanzlei d. d. 27. 1. 1814 der Adel und das Prädikat Waldau zuerkunnt und, — diesmal auch seiuen beiden Söhuen Franz und Rayinund, -- mit Hofkanzleidekrct vom 4. 8. 1818 neuerlich bestätigt wurde. - Roman J. v. W. hatte im Jahre 1778 und 1817 Anthcile an dem land-täflichen Gute Schliissclhof bei Steyr erworben, die sich auf seine Nachkommen Anton. Franz und Karl J. v. W. vererbten, welch' Letztere auf Grund dessen gegenwärtig iu den Grossgruudbesitz Oe. o. d. E. wählen. (K. k. A. A ; Londtaf ; Strnadt-Peuerbach). IV. 5. IlKuug (Taf. 41). Wappen: Getheilt; jedes Feld durch einen dreimal gebrochenen silbernen Balken von Both uud Schwarz gutheilt. — Gekr. Helm: Hörner, rechts von Silber uud Roth, links von Gold uud Schwarz getheilt. Decken: roth-silbern. schwarz-golden. Die Ilsung. ursprünglich Augsburger Patrizier, wandelten nach Tyrol aus, wo sie das Schloss Tratzberg erwarben. Georg von Ilsung vertauschte in oder vor dem Jahre 1551 seine Pfaudschaft, die Burgvngtei uud Herrschaft Eus iu Oe. o. d E., au Georg Gienger gegen dessen Land-vogtei in Schwaben. Letzterer, vermält mit Magdalena (alias Maria) vou Ilsung, erbaute hierauf das Schloss Enscgg. Die Bitterstandsmutrikel, w o dieses längst erloschene Gesehlocht irrthümlich mit dein Namen „Iking" bezeichnet ist. besagt, dass Hanns v. J., im Lande begütert, im Jahre 1566 als Mitglied des Ritterstandes eingetragen worden sei. (Deutsch-Ordens-Centralarchiv; R.-M.; H.). Imbsen. (Taf. 41). Wappen: Geviert mit rothem Herzschild darin die goldene Initiale: C. VI. (Carl VI.; mit überschwubender Kaiserkrone. 1. In Blau drei silberne Bosen nebeneinander oben und unteu begleitet von je drei liegendun silbernen Schindeln (Staminwappen). 2 In Silber ein mit einem silbernen Schilde, darin ein ausgerissener natürlicher Baumstumpf, belegtes rotlies Andreaskreuz. 3. In Silber aufrecht ein rother, am Bücken mit einer silbernen Bose belegter Krebs. 4. In Blau zehn (4, 3, 2, 1) silberne Rosen. l)cr Spalt zwischen 3 und 4 ist mit einem goldenen Schildchen belegt, darin zwei geschrägte, abgehauene, rothe Baumstämme. — Drei Helme, davon der 2. und 3. gekrönt 1. Auf blau-silbern gewundenem Buude sieben, abwechselnd blaue uud Bilberue Straussenfedern, die mittlere mit dem Krebs, darauf diu Rose, belegt. Decken: blau-silbern. 2. Die geschrägten rothen Baumstämme umgeben von der Kette des Goldenen Vliessus. Decken: roth golden. 3. Der Baumstumpf zwischen einem, beiderseits je mit drei Pfauenfedern bestückten, schwurzcn Horn und einer silbernen, mit dein Baumstumpf bezeichneten Palme an goldenem Stiele. Decken: blau-silbern. (B. M. Nach N. S. Görzer Adel, wo das goldene Schildchen mit den geschrägten rothen Baumstämmen fehlt, sind um ersten Helme von deu sieben Federn des sonst abwechselnd silbern-blauen Busches die beiden Aeusseren roth). Johann Theodor von Imbsen (f zu Wien 13. 2. 1742), aus einem alten stiftsmässigen und ritterbürtigen Ge-schlechte der Fürstenthiimer Münster und Puderborn, das früher Immedeshusen, Immeshuseu, auch Ymessen geschrieben worden war. wurde als kaiserl. llofrath, geh. Gabinetssecretaire. auch Kanzler des Ordens vom Goldenen Vliesse. im Vereine mit seiuen Brüdern, Johann Wilhelm, churtrier'schem und pfälzischen geh. Bathe uud Minister-Residenten zu Wieu, und Johann Conrad, Söhncu des Hildebraud Euchar von Imbsen, fürstlich Padcrborn'schen Hol- und Regierungsrathes uud der Maria Anna geb. von Breidenbach, Enkeln des Johann v. J. und der Anna geb. von Stappe, d. d. Wien 3. 2. 1721 in den Beichsfrci-lierrenstand erhoben. Freiherr Johann Theodor hatte zahlreichen Güterbesitz in deu Erblanden, in Slavonicn die Herrscbaiteu Pletternitza, Verholze. Comerzkn. etc., in Mähren die Herrschaft Kunstadt, in Schlesien Gross-Heinzendorf, u. s. w., 1715 das Indigenat in Ungarn, 1716 die Landmannschaft in Steiermark, 1717 jene in Krain, Kärnthen uud Niedcr-Oestcrreich, 1718 das Incolut in Böhmen und deu incorporirten Landen, 1720 dasselbe in Tyrol, 1727 in Görz und schliesslich am 4. 12.1727 seine 45 * 142 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Aufnahme in den alten Ritterstand Oe.'s. o. d. E. erworben. Ans seiner Ehe mit Maria Anna Locher von Lindheim waren ihm zwar mehrere Söhne geboren worden, die aber ABe vor dem Vater nnd wie es scheint nnvermält starben. Eine Tochter, Maria Antonia, vermählte sich mit Franz Arnold Reichsfreiherru von Imbsen, Herrn zn Wewer nnd Stnckenbrueck in Paderhornschen, einem Sohn des obengenannten Freiherrn Johann Wilhelm und dessen Gemalin Maria Anna geb. Freiin von Dalberg. Die Ehe blieb kinderlos. Freifrau Maria Antonia (f zu llrünn 1784) vermachte ihre väterlich ererbte Herrschaft Kun-stadt der Tochter ihres mütterlichen Oheims, Maria Anna Freifrau von Henrichs geb. Locher von Lindheim, ihr Gemal seine Paderborn'sclieu Güter seinem Vetter Werner Philipp Moritz, einem Sohne des ebenfalls Eingangs genannten Freiherrn Johann Conrad und dessen zweiter Gemalin Katharina Elisabeth geb. Freiin von Wendt. Freiherr Werner Philipp Moritz hatte aus seiner Ehe mit Victoria von Jnden, einen Sohn Franz Arnold .Sigismund (geb. 3. 1. 1753, f 21. 1. 1831), welcher sich 1) mit Maria Agnes Freiin von Weichs zur Wenne, 2) mit Louise von Westphalen zu Heidelbeck vcrmälte. Mit dem Sohne dieses Letzteren, Wilhelm Anton zn Wewer (geb. 1781) ist das Geschlecht, das mit einem ebenfalls wieder abgegangenen Zweige 1723 in den Reichsgrafenstand gekommen war, am 28. 4. 1833 im Mannesstamme erloschen. (R.-M.; H,; N. S. Görzer Adel; freih. und grätt. Taschenb.). IiuNlniid. Taf. 41). Wappen- In Lslau ein goldener mit einem Fiirsten-hut gekrönter Löwe, dessen Schulter mit einem rothen Schildchen, darin das Malteserkreuz, belegt ist. — Helm, mit einem Fürstenhut gekrönt, dieser mit silbernem Reiherbusch besteckt. Hinter llelm und Schild ragt ein rothes, mit dem Malteserkreuze bezeichnetes Banner hervor. Decken: roth-silbern. N. S. bayerische Freiherrn). Die Imsland, gleichen Ursprunges wie die von Pal-landt, gehören dem rheinischen Uradel an. Ueber die Aufnahme des Malteserkreuzes in Schild und Bauner erzält von Lang, dass Sebastian Imsland, 145:' als Anführer einer Abtheilung Malteser verwundet, wegen seiner beson-dern Tapferkeit 'noch sterbend von dem Grossmeister dieses Ordens mit dessen Banner beschenkt worden sei. Mit Beinhard v. J„ welcher sich bei der Vertheidig-ung Wiens gegen die Türken 1529 hervorthat, auch gegen Tripolis zog und im Schmalkaldischen Kriege focht, verpflanzte sich die Familie nach Bayern, wo des Letzteren Sohn Jobst das Gut Hofstetten erwarb. Jobst's Sohn Johann Ignatz erhielt als churbayerischer Kriegsrath und Kommandant zu Braunau d. d. Wien 1. 12. 1608 eine Bestätigung seines uralten Adels im Reichs-rittorstande, des Letzteren Sohn Ludwig Sebastian, welcher durch seine Gemahlin .Maria Franziska Katharina Freiin von Aham dio Hofmark und den Edolsitz Wildenau mit Weissendorlf überkam, als churbayerischer Truchscss und Regierungsrath zu Amberg am 12. 9.1689 den Reichs-freiherrnstand. Ludwig Scbastian's Enkel Ludwig Maria (getauft zu Postmünster in Bayern 9. 8. 1718. 1. 10. 1778). — Sohn des Joseph Maria Franz und dor Maria Anna Eleonora Gräfin von Kuefstein zu Weidenholz, — erwarb dnreh seine Gemahlin Maria Josepha von Mächtling das Gut Marklkofen (Bezirksamt Dingoliing in Bayern). Von seinen sieben Kindern wurden dio .Söhne Ferdinand Maria, Joseph Maria. Johann Nepomuk und Ignatz Maria nach Erwerbung des Inkreises dnreh Oesterreich als Besitzer von Wildenau unter dem 19. 10. 1795 in den alt-rudol-finischon Herronstand Oe. s. o. d. E. aufgenommen. Ferdinand Maria (geb. zu Marklkofen 20. 5. 1765, f 11. 8. 1841), in erster Ehe am 11. 6. 1788 mit Maria Anna Gräfin von Hoheneck (f 13. 12. 1799), in zweiter Ehe 25. 8. 1800 mit Snsauna, leiblichen Schwester der Vorigen, vermält. hatte nach dem am 2. 3. 1796 erfolgten Tode seines Schwagers Johanu Georg Achaz letzten Grafens von Hoheneck die Hoheneck'schen Fideicommisshorrschaf-ten und Güter Schliisselberg, Tratteneck, Galsbach und Waldersfeldcn erlangt. Er war um die neuerliche Verleihung der Landmaniischaft. welche er in Folge der abermaligen Abtretung des Inkreises an Bayern wie alle Ucbrigen aus dem dortigen Adel verloren hatte, eingeschritten, konnte dieselbe jedoch aus in den Akten des Landesarchives angedeuteten Gründen trotz wiederholter Gesuche nicht erlangen. Erst sein Sohn 1 Ehe Ferdinand Maria Johann igeb. zn Marklkofen 14. 11. 1793, f 21. 2. 1871) t'apitular- Comthur des bayr. St. Georgs-Orden's. welcher unvermält blieb, wurde am 16. 9. 1814 in die ständische Versammlung zu Linz eingeführt und auf die alt-rndoliinischc Herrenbank angewiesen. Mach dem Tode dieses Letzten gedieh das ehemals Hoheneck'-scho Fideicominiss an den Grafen Sigmund Engl von und zu Wagrain. Freyherr Ferdinand Maria von Imsland hatte sein angestammtes Wappen mit dem Hohcneck'schen vereinigt geführt, worüber, wie über dio Namensvereinignng Imsland-Hoheneck jedoch keine Allerhöchste Bewilligung nachgesucht und ertheilt wurde. Es ist desshalb auch die Aufnahme dieses Geschlechtes in das historisch-heraldische Handbuch der gräfl. Häuser wenig gerechtfertigt gewesen. (Akten im Landes-Archiv: H.-M.; I.andt.; X. S. bayr. Freiherrn; freiherrl. Taschenb.). InneriiHeer. (Taf. 41). Wappen: I. Ein aufgewendeter Kleemond. (Nach dem Original-Siegel Friedrich des Innernseer an dem Verkaufsbriefe der Söhne Michelmans an Hclmhart von Tn-schenperg über den Hof zu Grünberg d. d. Lambach 25. 7. 1332; Stiftsarchiv zu Lambachi. — II. Im Schild ein mit den Hörnern abwärts gewendeter Mond. (Nach in Hoh.'s Besitz gewesenen Innernseer Siegeln). — III. In Gold zwei abgewendeto schwarze Monde. — Gekr. Helm; Von Gold und Schwarz getheilte Hörner auf deren Mundlöchern ein aufgewendeter schwarzer Mond an den Spitzen je mit einem goldenen Sterne besetzt, ruht. Decken: schwarz golden. (A. S.) Die Innernseer hatten ihr gleichnamiges Stammhaus im Hansruckvicrtel in der Pfarre Rottenbach unweit des Marktes Hag. Es wird zuerst Hanns der Innernseer genannt, der um 1286 lebte. — Heinrich von Innerso (Hainricus In-nersearius) bezeugte einen Verkaufsbrief Ottokars Fiber von Piberstein an Gundacker von Starhemberg für Wernhart von Mcssenböck d. d. Wildberg 21. 9. 1309, eiuon Brief des vorgenannten Starhembergcrs an Ulrich von Weidenholz d. d. 25. 3. 1301 und am 24. 7. 1311 einen Lehensbrief des Abtes Wisents von Wilhering an dessen Colonen Ulrich über ein Leibgeding zu Würgeldorf. — Friedrich der J. erscheint wie schon oben gesagt, im Jahre 1332. - Am 11. 8. 1371 verschrieben sich Haimo! und Mertl (Martin; die lnnderseer, — nach Holl, wären sie die Söhne eines Stephan J. gewesen, — mit Leib und Gut ihrem „lieb» gnädigen lierren graf Ulrich von Schawnberg* und versprachen diesem sich nicht ohne dessen Wissen niul Willen zu verheirathen. — Hanns J. baute eine jetzt nicht mehr bestehende Ca-polle an die Pfarrkirche zu Hottenbach zu Ehren der heil. Magdalena nnd stiftete daselbst am Dienstag vor St Thomas 1472 eine ewige Messo für seine beiden Hausfrauon Anna Herleinspergerin und Margaretha Anhaugerin. — Stefan Innornsoer zu Innornsee nnd Schmiding im Hausruck-Viertel war mit Margaretha von Piirching vermält, OBERÖSTERREK BISCHER ADEL. 143 starb am Sonntag nach St. Jobannestag 1503 und wurde in der Capelle zu Röttenbach beigesetzt. Sein Sohn Wolfgaug verkaufte am Freitag uach Christi Himmelfahrt 1527 den ihm von dem Vater angefallenen Antheil von Schmiding an seine Brüder Christoph und Sebastian, von welchen der Erstcre noch am 6. 5. 1580 als Geschlechts-ältester für sich und seine Vettern (Neffen) Achaz, Hanns Philipp, Hanns Paul, Hanns Adam, Hanns Thomas. Hanns Christoph, Hanns Georg und Sebastian durch Kaiser Rudolf II. verschiedene Lehen empfing. Pankraz, ebenfalls ein Bruder Christophs, war mit Margaretha Anhangerin vermält, welche ihm im Jahre 1521 Vollmacht gab verschiedene ihr angefallene Güter in Steiermark zu übernehmen .Sein Sohn Achaz zu Zierberg in N.-Oe. erstand am 8. 3. 1565 den ebenfalls unweit des Marktes Hag gelegenen Sitz Helft von seinem Vetter Wolf Heftter und vererbte denselben an den Sohn Ferdinand, dessen Vormünder Zierberg au Hanns Sigmund Inncrnsecr und dessen Gemalin Magdalena geb. Flusshart veräusserten. — Ferdinand soll ledig gestorben sein. Sebastian, I 'hristoph's jüngster Bruder, vermälte sich zu Polheiin in Wels am Sonntag vor Bartholomäus 1526 mit Barbara Prucknerin von Schlüsselberg, die ihm zahlreiche Nachkommenschaft gebar, aus welcher die Brüder Hanns Thomas und Hanns Sigmund 15-7 Schmiding an Hanns Schifer von Freiling verkauften. — Hanns Sigmund setzte mit seiner schon genannten Ehefrau den Stamm durch seinen Sohn Hanns Rcinprecht fort, welcher zu Waldenfels am 10 9. 1606 mit Magdalena Stänglin Hochzeit hielt. Der dieser Ehe entsprossene Marx Hec-tor J. errichtete am 15. 7. 1610 seinen Hcirathsbricf mit Barbara Elisabeth von Hackelberg, starb aber kinderlos schon vier Jahre nach seiner zu Bamingdorf erfolgten Vermälung als der Letzte seines Gcschlcchtcs. Innernsee aber soll schon im Jahre 1626 im Besitze des Ferdinand Wiellinger gewosen sein. (Stiftsarchiv zu Lambach: U.-B. B.-M.; H.; Pil-weiu's llausruckkrcis: A S.). JOi-ger. (Taf. 41). Wappen: I. (Stammwappenj. Von Silber uud Schwarz gespalten, darin in gewechselten Tincturen aufrecht zwei Pflugmesser, Schneide auswärts. — Gekr. Helm: Olfener. rechts schwarzer, links silbenerF'Iug, mit den farbengewechselten Pflugmessern belegt. Decken: schwarz-silbern. (Nach dem Wappen derJürger wie dasselbe gelegentlich der Grafenstandscrhcbuug 1658 nach dem Saalbuehe 71, S 1 in Abbildung vorgelegt wurde. Im F'reiherrnstands-Diplome vom Jahre 1570 Ilofkanzlei-Akten) erscheint kein Wappen). — II. (Gräfliches, 1658). Dreimal gespalten, einmal getheilt mit dem Stammwap-pen im gekr. Hcrzschild. 1 uud 8 in Silber ein eingebogener schwarzer Sparren. 2 und 7 in Silber ein blauer Schrägbalken. (1, 2. 7 und 8 Wappen der Grabner von Zäcking). 3 und 6 in Both beiderseits am Spalt je ein halbes silbernes Mühlrad. 4 und 5 in Both ein silberner, linker Scitenbalken diese übrigen Felder wegen Königsberg). — Fünf gekr. Helme: 1. Geschlossener, wie das 2. F'eld bezeichneter F'Iug. Decken: blau-silbern. 2. Von Silber und Schwarz iibereck gctheilte Hörner. Decken: schwarz-silbern. 3. Stammkleinod. Deckcn: schwarzsilbern. 4. Doppelter Busch von je drei, silbern-schwarz-silbernen Stranssenfedern übereinander. Decken: schwarzsilbern. 5. Linkshalbes silbernes Mühlrad. Decken: roth-silbern. (H.-M.). Schon zu Udalschalks von Stille Zeiten, der zn Anfang des 12. Jahrhunderts das Stift Seitenstetten gründete und welcher mutmasslich als der Letzte seines Geschlechtes starb, sassen zu Stille im Hausruckviertel Burg-marinen, die sich ebenfalls von dieser Veste nannten. Als solche kommen urkundlich vor: Adalo de stillin c. 1120, Egino de stille c. 1140, Ditmar et l.iutold de stille c. 1180; sio sind wohl Vater, Sohn und Enkeln gewesen — C. 1215 bezengten die Ministerialen Otto et Ütaker de stille den Vergleich Heinrichs de tretena mit dem Kloster Wilhering. Otakers Bruder Helmhard wird als Stiller in Urkunden nicht erwähnt, dagegen ist er in einer Aufschreibung über die Besitzungen des Bisthumes Pas-san c. 1260 und im florianer Necrologo genannt. — Hainricas de Stille., oliuo Zweifel Otakers Sohn, kommt urkundlich 1240 - 1277 als Starhcmberg'scher Lelicnsniann, zuletzt als Bitter vor. Nach der letztgenannten Zeit jedoch verschwinden die Stiller aus dem ilausruckvicrtcl und Heinrich selbst tritt wieder in Niederösterrcich als Heinrich von Gleuzz und Bichtcr zu Scitcnstetten auf. Aber in der Heimath war ollenbar ein Zweig der F'a-milie zurückgeblieben. Wohin kam Helmhard, der jüngere Bruder otakers ? Wer ist jener Helmhard von Stille. Welcher als schaunberg'scher Vasall die „zn Julbach vf dem Haus"1 am 8. 9. 1291 von den Schaunbergern dem Kloster Banshofen crtheilto Mauthfreilieit bezeugte? An wen kamen die Besitzungen zu Stille? Ich glaube nicht fehl zu gehen, fährt Herr Struadt in seiner Geschichte Peuerbach's fort, wenn ich in jenem Hclmhardus de S. Georio, welcher als erster Vasall Gun-dackers vou Starheinberg und unmittelbar vor Heinrich von Stille die Urkunde (1. d. 29. 4. 1255. womit der Star-hemberger dem Kloster Lambach den Hof Scherigendorf übergab, bezeugte, den jüngeren Brnder Otakers von Stille erkenne; er ist mit jenem Helmhard identisch, welchen Gundacker von Starhembcrg in zwei Urkunden. 1261 und 1264, miles mens nennt. Er ist gleich den Stillem starhembcrg'scher Vasall und autlallend wäre es, dass er plötzlich in bevorzugterer Stellung auftritt, ohne dass früher der Name Jörger urkundlich erwähnt wird, während doch selbst die Sinziugcr, die unbedeutendsten Lehensleute der Starlieinberger, schon im XII. Jahrhundert erscheinen. Nebstbei kann nicht übersehen werden, dass die Jörger nachweisbar in nächster Umgebung ansässig waren, so wenig der Namenswechsel, bei der Zeit, die hier in Betracht kommt, nutiirlich befremden kann. Der Name lielmhard gehört ausschliesslich den Jörgern au, es kann daher kaum zweifelhaft sein, dass lielmhart vou Stille (1291) identisch ist mit jenem Hcliuhart de saneto Georio. der 1293 und 1301 als starhembcrg'schcr Vasall und Bruder Chunrat's von St. Georgen genannt wird, sohin zeitweilig noch den alten Geschlcchtsnamcn führte. Aber wir wollen nochmals weiter zurückgreifen. Gundacker I., (1160—1193). der !■ tarlieiiiberg'sclie Urahnherr, war durcli seine Gemalin Bichiza von Sttinbach in den Besitz von Steinbach, — nach welchem er sich auch zeitweilig nannte, — gelangt. Garstner Traditionen sprechen dafür, dass darunter Steinbach in der Pfarre St. Georgen bei Grieskirchen zu verstehen sei und es stellt sich uns nichts entgegen in dem Bnrgsassen Gundackers I. zu Steinbach, Helinhardus de Stambach, welcher um 1130 die Schenkung eines Allodcs zu Waizcnkirchcn durch Walther von Wazzincliilcha bezeugte, einen Vorvordern der Jörger und somit einen Stiller zu erkennen. 144 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. I Die urkundlich bewährte Stamrareihe der Jörger im Mittelalter ist folgende: Helmhart I. 1255 -1264_ ' Ohunradt I. 1270 _Hermann 1. 127» -129:1_ ' Chunrat II. Helmhart II. L'lrich I. 13U7' Wernliart 1. 129:5- 1324,' Helinhart III. 129». ' ]-j9-S-i:»8 1293—1301_j vor 13-14_ '"Hermann II. Ulrich 11. 1326-1383 Helmhart IV. 1326-1360. ux. 1320 - 1334 _______Dieinut Lerbüler 1327 leliuharrvi. am ' 'Hanns 1. am Mos HeliühartV. Jörg 1. 1391—1411 ""Hanns zu Par7 1379 1398, "üx.~" Schreihof 1337- 1388, 1376 - 1411 1377 Christ. 1384 1391 zu Tolet --------------L_L» ■■■■--1-------——— ^MW ■MMMMMMBIMHHHMHaMMHHH^HHH^nMHMMMHMH ••• MMWM. Jörg II. zu St. Jörgen liänsl 1393 Leonhart zu St. Jörgen und Tolet Wolfgang I. f 1129 1393 -1410_1111 — 1431__ Hildeprand " Wolfgang II. f 1")24. * ' Von diesen 'Vorgenannten wurde dnrch die Briider Ulrich und Helmhart IV. nnd ihres Bruders Hermann Sohn Helmhart VI. die Kapelle St. Georgen, gelogen bei ihrer Veste, mit Zustimmung des M. Xicla, passau'sclien Domherrn und Pfarrers zu Hofkirchen, vom Bischöfe Gottfried zur selbstständigen Pfarrkirche erhoben; die Lchenschaft stand den Jörgern zu. Mit den Söhnen Wolfgangs II., seit 21. 2 1513 Landeshauptmannes ob der Ens. ans dessen Ehe mit Dorothea von Raming, nämlich Christoph, Hilleprand und Hanns, welche von Kaiser Maximilian II. d. d 22. 8. 1570 in den Freiherrnstand erhoben und mit lutimation vom 13. December des nämlichen Jahres an die ob der EnB'schen Stände mit dem Erbland - Hofmeisteramte in diesem Lande begabt wurden, theiltc sich das Haus in drei Linien. Die Linie des Christoph .lörger zu Tolet, Freiherrn zn Kreussbach, besass in Oe. o. d. E ausser den Stamm-bcsitznngen noch die Herrschaften Ivöppach und Roitli, welche schon durch Wolfgangs Vater Hildeprand, bezüglich durch dessen Gemalin Benigna Anhangerin an die Familie gebracht worden waren. — ferner Steyeregg, — welches Christoph's Söhne Helmhart, Wolfgang und Bernhard 1580 von Hartmann IL Herren von Liechtenstein für 30 000 fl rhein. erkauften, dann die ebenfalls von den Liechtenstein erworbene Herrschaft Stauf und Aschach, die bald au die Harrach gedieh, — ferner Erlach, Pnhrnstein. Fernstem und Scharnstein, in Niederösterreich Krcnssbach, Hohenburg, Pergan nnd Ju-denan. Christophs Sohn Helmhart, (geb. zu Tolet 29. 1. 1530, f 18. 12. 1591) brachte durch seine Gemalin Elisabeth Grabnerin von Zacking, deren Wappen und Zäcking in N. Oe. an das Geschlecht, die Linie aber erlosch schon 1623 mit dem Freiherrn Karl Jörger, Helmhard's Sohne, der als Protestant 160-t dasBnndniss zu Horn mitunterzeichnet hatte. — Der neuen Lehre war Bclion des Stammvaters Christoph zweiter Sohn Wolfgang zugethan. dessen Sohn, ebenfalls Helmhart genannt, sich eifrig au der Bewegung betheiligte, die durch das ganze Land ging, und sich mit den böhmischen Protestanten verband, zu denen er , zur Zeit des Antrittes der Statthalterschaft durch Herberstorf flüchtete. Seine Tochter, Maria Elisabeth, vermält mit David Ungnad Grafen von Weissen -wolf, brachte diesem Steyregg zu. — Des Freiherru Hilleprand Linie zu Ottensheim und Prandeck mit Zellhof giong mit dessen Enkel Ferdinand (f zn St. Pölten 24. 6. 1622. wieder ab. Ans der dritten Linie vermälte sich des Stammvaters gleichnamiger Sohn Hanns, welcher 1607 das Schloss Tolet neu aufbaute mit Barbara, des Helmhart Jörger und der (Irabnerin Tochter, durch welche er in den Besitz von Zäcking gelangte. Auch er war eifriger Prote- stant. zn welchem nucli sein Enkel Johann Quintin if 17. 2. 1705) erzogen wurde, der aber nach seiner Heimkunft von den Universitäten zur katholischen Beligiou zurückkehrte und nun in raschem Laufe nach aufwärts Kaiser Ferdinands III. Kämmerer, lloikammorrath und Vice-Kammerpräsident wurde, durch Kaiser Leopold I., im Vereiuo mit seines Vaters Bruder Johann Septimus, d. d. Wien 2. 10 1653 den Reichsgrafenstand erhielt, dann zum geheimen Bathe, 1688 zum Statthalter der n. ö.'-schen Lande ernannt und mit dem Orden vom Goldenen Vliesse begabt wurde. Zu dem Glänze seiner Würden war Johann Quintin jedoch nicht im Stande den einstmals ansehnlichen Güterbesitz iu Oe. o d. E. wieder zu vereinen und die alten Mammbesitznn^en St. Georgen und Tolet, welche Graf Herberstorf vordem confiscirt hatte, blieben unwiederbringlich verloren. — Er hatte sich in erster Ehe mit Maria Anna Freiin von Königsborg, der Letzten ihres Geschlechtes, in zweiter mit Maria Rosalia Gräfin von Loscnsteiii vermält. — Aus der Descendenz mit der Letzteren erlosch die Linie uud gleichzeitig das ganze uralte Geschlecht im Mannesstamme mit Johaun Quintin s gleichnamigem Enkel, welcher nmnachtcten Geistes zu Graz am 5. 10. 1772 dies Zeitliche segnete. (K. k. A.A.; H.-.M.; H.; W.j Geschichte des Hauses Liechtenstein von J. von Falke). Jurnltseliek. (Taf. 41). Wappen: Von Gold und Blau gespalten; vorn ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten ein von zwei (1, 1) goldenen Sternen begleiteter goldener Balkon. — Zwei gekr. Helme: 1. Geschlossener vorn von Gold und Schwarz, hinten verwechselt getheiltcr Flug. Dccken: schwarz-golden. 2. Wachsend ein goldener Löwe einen Säbel au goldenem Grille schwingend. Decken: blan-golden. — Devise: Respice flneni. (K. k. A. A.). Mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome vom 29. 7. 1874 wurde der kaiserl. Rath und Obcrlieutcnant in der Landwehr Dr. J. et Phil. Alfred Jnrnitschck mit dem Prädikate „Wehrstedt- in den Bitterstand erhoben. Derselbe ist seit dem Jahre 1877 Besitzer des Schlosses Puchborg im Hausruckviertel bei Wels. (K. k. A. A.; Landt.). KulMei-Mtciii. (Taf. 42). Wappen: I. 'Stammwappon) Getheilt; oben in Gold wachsend oin lorbcer-bekränzter Mann im Bchwarzen Rock, in der Rcchlcn einen BcfehlshaberBtab cmporhal-tend, dio Linko iu die Seite gestützt; unten von Silber und Roth fünfmal schräg getheilt. — Stechhelm: Der wachsende .Mann. Dccken : schwarz-goldon, roth-silbern. — II. (1577). Wie vorhin, doch der Mann mit goldenem OBEBÜSTERREIQHISCHER ADEL. 145 Kragon, in der Rechten ein Scepter haltend; die nntere Schildeshälfte von Roth nnd Silber fünfmal schräg getlieilt. — Der Stcchhelm mit schwarz-silbern-rothem Bunde. (K. k. A.-A.). - III. (Adeliges, lli08). In Schwarz ein gekr. goldener Löwe. — Gekr. Helm: Offener von Gold nnd Schwarz übereck getheilter Flug. Decken: schwarz-golden. (K. k. A.-A). IV. (1629). Geviert mit dem Schild von II. im Herzschild, daselbst jedoch die untere Schildeshälftc nicht von Roth und Silber, sondern von Silber und Both fünfmal schräg getlieilt. 1 und 4 in Schwarz der Löwo. .heidnisch" gekrönt. 2 und :} fünfmal von Silber und Both schräg getlieilt. — Zwei gekr. Helme, davon der zweite ein heidnisch gekr. Stechhelm: 1. Der von Gold und Schwarz übereck getheilte Flug. Decken: schwarz-golden. 2. Bin goldener, heidnisch gekr. Löwe wachsend. Decken roth-silbern. (IC. k. A.-A.). — V. (Freiherrliches 1665) Geviert mit von Both und Silber gespaltenem Ilcrzschilde darin eine farbenge wechselte Lilie. (Flusshart). 1 und 4 von Silber uud Both fünfmal schräg getlieilt. 2 und 3 in Schwarz ein gekr. goldener Löwe. Drei gekr. llelme: 1. Von Gold und Schwarz übereck getheilter offener Flug. Decken: schwarz-golden. 2. Mit der Lilie belegter Pfauen-stutz. Decken: schwarz golden, roth-silbern. 3. Der gokr. Löwe wachsend. Decken: roth-silbern. (Legal. Diplomsabsclirift in meinem Besitz). Ursprünglich ein Ingolstädtcr Geschlecht, sind die Kaiser in der Person des Hanns Khaiser nach Oesterreich gezogen, wo diesem, -- er war Pfluger auf dcT an die Grafen von Meggau verpfändeten Herrschaft Laa [in Mieder-Oesterreich , — durch Kaiser iiudolf II. d. d. Prag 18. 11. 1577 ein Wappen, unter Zugrundelegung des bisher geführten, ertlieilt wurde. Hanns Kha.vser. wohl sein Sohn, focht gegen deu Erbfeind insbesondere 1586, ward daun Richter und Bürgermeister von Wiener Neustadt und als solcher von dein vorgenannten Monarchen d. d. Prag IS. 4. 1608 nebst einer Wappenbesserung und dem Prädikate von Kaisers-stain- in den Adolstand erhoben. Sein Sohn Tobias Hel-friod I., der Bömisch Kaiserlichen Majestät Bath und Handgraf in Oesterreich uud Mähren erhielt vou Kaiser Ferdinand IL d. d. Wien 12. 8. 1629 eine abermalige Wappenbessernng. Im Jahre 1631 wurde Letzterer in N.-Oe., wo er Velin besass, in das ständische Consortium aufgenommen, während er um die Landinaiinschal't in Oe. o. d. E. trotz der von ihm nach dem Erlöschen der jüngeren Flusshart'schen Hauptlinie erworbenen Herschaft Innernstcin im Maclilandc, nicht einkam. - Deu Söhnen aus seiner Ehe mit Magdalena von Grafenstein, Johann Paul, Johann Franz, Johann Georg, Tobias Helfried IL, Johann Ignaz und Franz Ernst, daun deren Schwester Theresia Barbara vormälten Freifrau von Windischgriitz ertheilte Kaiser Leopold I. mit Diplom d. d. W ien 9. 9. 1665 den Beichs- und erbländischen Frciherrnstand unter Vermehrung des bisher geführten Wappens mit dem Flnsshart'schen Schild und Helm, dies im Hinblicke auf den Besitz der ehemalig Flusshart'schcu Herrschalt Innernstein. Johann Paul, n. ö.'scher Begimcnts-, dann llofkam-mer-Rath, stiftote mit Tentschach in Käruthcn, Stoirberg und Eichbcrg in Steiermark die kärntliucrischo Linie, welche d. d. 16. 4. 1698 den Reichsgrafenstand erlangte, aber mit des Stammvaters Sohne Clemons Ferdinand im Mannesstainmc wieder erlosch. Johann Franz, k. k. Feldzeugineister, begründete die böhmische, mit seinem Enkel Johann Franz Wenzel d. d. 14. 6. 1744 in den Grafenstand erhobene, mit des Letzteren Sohno Johann Anton F'ranz wieder abgegangene Linie zu Starkstadt. Die Linie Tobias Hclfried s II. (t 6. 4. 1689) ist mit diesem selbst wieder im Maimcsstammo erloschen, nachdem er seino Söhne, die ohne Descendenz blieben, über- IV. 5. lebte. Von Letzteren trat F'ranz Ernst, erst kaiserl. Hauptmann, später spanischer i)berstwachtmcistcr. als Pater in das von ihm gestiftete Carmeliten-Kloster zu Linz. Nur Johann Georg (f 1677) kaiserl. Oberstwacht-meister und Herr auf Keimnelbach in N.-Oe.. der dritte der genannten sechs Brüder, setze den Stamm bleibend fort. Er erhielt in der Erbtheilung mit seinen (ieschwi-storn das Gut Innernstein und wurde, vor Erlangung des Fruiherrustandes, in Oe. o d.E. am 20. 1. 1651 in den jungen, am 10. 5. 1661 in deu alten Ritterstand aufgenommen. Die lmmatriculiruiig iin llerrcnstunde wurde nie nachgesucht. Aus seiner 1. Ehe mit Sophie von Hack zu Bornimb erbte der Sohn Otto Helfried Innernstein, welches , als dieser in Wien 16S3 den Heldentod starb, auf dessen leiblichen Bruder Hanns Emst, dann anf des Letzteren Sohn Joseph Fernst, aus des Vaters zweiter Ehe mit Maria Katharina Fieger von Hirschberg, iibergieiig. Vorgenannter Joseph Ernst, churbayerischer Kämmerer, erbte nach dem Erlöschen der Johann Paul'schen Linie, deren Fideicominiss-Giiter nnd scheint bei seinem 1736 erfolgten Tode oder vielleicht schon vorher gelegentlich des Besitzantrittes der käriithncrischcn Güter In-nerusteiii. das um 1751! bereits Achaz von Stieliar besass. verkauft worden zu sein. - Die Söhne aus Joseph Ernst's zweiter Ehe mit Maria Barbara, Tochter des Franz Ferdinand letztem Freiherrn von und zu Ituestorf und dessen Gemahlin Maria Susuuna von Gatterburg, nämlich Franz Joseph I. und Carl Vincenz schlössen 1758 cino Sucoes-sionsordnung. nach welcher der Letztere von diesen Beiden. dessen Descendenz iin Jahre 1862 als jüngere österreichische Linie gänzlich erloschen ist. das Fideicominiss in Käruthcn erhielt, Franz Joseph bekam das dem Grafen Johann Franz Wenzel von Kaiserstein wegen dessen Partciiiuhmo für Kaiser Kurl VII. coufiscirte böhmische Mujorut, wozu er noch das dieser letzteren Linie zustehende bayerische Fi-dciconimiss nach deren F'rlüschcn ererbte. Sein Stamm beruht nun noch allein auf seinem Ur-Urenkel dem 31. 5. 1855 geborenen Freiherrn Helfried von Kaiserstein, Besitzer der Majoratshcrrschaften Sturkstadt in Böhmen. Tentschach in Kärntheu und Sooss in N-Oe Aller übrige Besitz ist nicht mehr in Händen der Familie. (K. k. A.-A.; R.-M.; Landt.: N. S. Kärnthner Adel; freih. Taschenb.: II.). ü&anI. (Taf. 42). Wappen: I. (1832' Gespalten. Vorn getlieilt; oben in Silber ein halber Kuabe in blauein, silbern ausge-schlagenen und ebenso gegürteten Rock, die Linke in die Seite gestützt, in der Rechten eine rothe Rose un ihrem grünen Blätterstielo empor haltend; unten in Blau ein eingebogener. goldener, von drei (2, I i silbernen Bosoii begleiteter Sparren. Hinten geviert: 1 und 4 in Both ein goldenes Löwenhaupt, begleitet von drei (2, 1) goldenen Sternen, 2 nnd 3 in Hermelin ein rothes, auf seiner Mitte mit einem goldenen, aufgewendeten Halbmonde belegtes Andreaskreuz. — Zwei gekr. Helme: 1. Ein wachsender goldener Löwe einen goldenen Stern in beiden Pranken vor sich haltend. Decken: blau-silbern. 2. Der Knabe mit der Rose wachsend zwischen- vou Silber nnd Blau übereck getheilten Hörnern. Decken: roth-golden. (Diplomsabsclirift im Landesarch.). — II. (Freiherrliches 1850. Geviert. 1, 2 und 1 wie 1, 3 und 4 bei Wappen I. 3 in Blau eine eiscnbcschlagciic Kassentruhe, aus welcher, auswärts gewendet ein goldener Löwe wächst, in der rechten Pranke drei goldene Kornähren empor haltend. — Drei gekr. Helme: I Der Löwe des 3. Feldes. Decken: blau-golden. 2. Der Knabe mit der Rose wachsend zwischen rechts von Silber und Blau, lins von Blau und Gold getheilten Hörnern. Decken: blau-silbern, blaugolden. 3. Wie der 1. Helm bei I. Decken: roth silbern. roth-golden. (Diplomsabschrift im LandeBarch.;. 37 146 OBEBÖSTEEBEICHISCIlKE ADEL. Im Jahre 1825 erwarb der k. k. Legationssecretaire Carl Theodor Kast die ' damals dem Allerhöchsten Hofe incammerirt gewesene Herrschaft Ebclsberg im Traunvier-tel, welchen Besitz er durch weiteren Kauf der Herrschaft Sierning, in demselben Viertel dieses Landes, 1827 vermehrte. Derselbe wurde als k. k. Legations-Secretaire am groBsherzogl. Toscana'schen Hofe in Berücksichtigung seines bezüglichen Maje.stätsgcsuchcs und seiner geschickten nnd eifrigen Dienstleistungen bei den k. k. Gesaudt-schalten in Brasilien, Turin und Florenz über Vortrag des Hans-. Hof- uud Staatskanzlers Fürsten von Metternich durch Kaiser Frau/. I. mit dem Prädikate .Bitter von Ebclsberg" in den Ritterstand des österreichischen Kaiserstaates mit Diplom d. d Wien 9. 9. 1826 erhoben und erhielt in weiterer Würdigung seiner Leistungen im diplomatischen Dienste an den Höfen zu Parma, Berlin, München und Karlsruhe, dann für seine Betlicili-gung an dem Zustandekommen der Linzer Eisenbahn und Sparcassa, mit dem Titel und Namen „Freiherr Kast von Ebelsberg- durch Seine Majestät Kaisir Franz Joseph I. mit Diplom d. d. Wien :ö. 8. 1850 den österreichischen Freiherrnstand. Mit Gesuch d. d. Ebelsberg 20. 12. 1832 an die beiden oberen Staude war derselbe um Ertheilung der Land-mannschaft in Oe o. d E. eingeschritten uud unter dem 12. 1. 1833 im Bitterstande immatriculirt worden; ein weiteres Gesuch jedoch d. d. Linz 1. 11. 1850 um Aufnahme in den Herrenstand musstu in Folge der damals schon aufgehoben gewesenen ständischen Verfassung unberücksichtigt bleiben und wurde unter dem 15. Diceiu-ber desselben Jahres zurückgezogen. Vou seinen beiden Söhnen LleweByn und Arthur Freiherrn von Kast gelangte der Krstere in den Besitz der beiden oberösterreichischen Herrschaften Ebclsberg und Sierning — der ersteren schon im Jahre 1858 durch Abtretung seitens des Vaters. — Ans des F'reiherrn Lle-wellyn 1855 geschlossenen Ehe mit nophie F'reiiu Dob-rensky von Dubri-nic sind vier Söhne entsprossen: Theodorich (geb. 12. 6. 1SÖ8 k. k. Obcrlieutenant im 3. Dragoner-Regiment, Michael geb. 15. 10. 1859), Arthur (geb. 10. 4. 18 >1) uud Hanns (geb. 12. 4. 1867) - Freiherr Arthur der Aeltere, k. k. Bittmeister a. D., ist unverehelicht geblieben. (Akten im Landesarch.; Laudtaf j. Ka«»|»renmer. (Taf. 42). Wappen: Im schräg getheiltcn Schilde eine auf den Hinterlänfen sitzende Katze. (B.-M. nnd Hob. geben den Schild von Both und Schwarz schräg getheilt, die Katze silbern an, doch dürfte die Bichtigkeit dieser Tinc-turen kaum nachzuweisen sein). Buger der Kätzl, welcher nach einem Gerichtsbriefe Gnndackcrs vou Taunberg d d. 29. 5 1401 von seinem Schwiegervater liamung von Staudach zwei Tannberg'-sche Lehen zu Gotzgassing und Eczleinsreyt im Miihl-viertel als Heirathsgut seiner Hausfrau erhalten hatte, ist als - tammvater der Katzprenner, mit denen er gleichen Schild führte, zu betrachten. Der Hof zu Kazprenuing bei Marspach im Miihlvicr-tel, wahrscheinlich das Stammhaus der Familie, das von den Schvrtteiibergern zu Lehen rührte, war schon im XV. Jahrhundert in anderen Händen und wurde 1455 von Mer-tein dem Oeder an Stephan Kraft zu Marspach nnd dessen Hausfrau vertauscht. Um dieso Zeit besassen die Katzprenner die „Kunigshube in Naternpekhcr Pfarr und Pewrpekher Landgericht" als landesfürstliches Lehen. Ulrich, welcher von 1439 -1456 urkundlich erscheint, war in ersterem Jahre mit Barbara Cheltzin vermält und hatte zwei Söhne, Caspar, der 1455 vorkommt und Marx (1457- 1479, f c. 14901. der das Landgut Grub im Mühlviertel besass und 1457 mit Veronica von Hauzen-bach , der Letzten ihres Geschlechtes vermält war. Dieselbe brachte ihre väterlichen Stammgiitcr in der Pfarre Wolfern dem zweiten Gemale Wolf Häsib, ein. Ihr Sohn erster Ehe Jörg Katzprenner. welcher im Jahre 1496 erscheint. diirlte der Letzte seines Namens gewesen sein. — Grub besass im Jahre 1588 Hieronymus Schluchs. (' trnadt-Velden; li.-M ; H.). Kannte (Kaunitz). (Taf. 42, 43;. Wappen: 1. iStammwappcn). In Both zwei silberne. gegeneinander geneigte Soeblättcr an geschrägten, bewurzelten, silbernen Stielen. — Kleinod: .Mit dem Schihlt-sbild belegter, geschlosseuer. rother F'Iug. Dccken: roth-silbern. (Mangels an Siegeln liisst sich das Kleinod mit Sicherheit nicht angeben . - II. > F'reiherrliches, nm 140U; Schild «leg Stammwappens. — Gekr. Helm: Geschlosseuer, schwarzer F'Iug. Decken: roth-silbern. — III. (1484 durch König Casimir von Polen gebessert) Schild des Stammwappens. Gekr. Helm: Wachsender, golden bewehrter, halsgekriinter, rother Hirsch. Docken: roth-silbern. (Nach dem Handbuche der grällichen Häuser wird dieses Kleinod anch vou der böhmischen Linie geführt— IV. (Gräfliches der böhmischen Linie' Schild des StammwBppens. — Gekr. Helm: Geschlossener, hinten silberner, vom rother, und daselbst mit dem Schildesbild belegter F'lng. Decken: roth-silbern. — V. (Gräfliches, unbekannt, zu welchem Diplome) Schild des Stammwappens. — Kleinod: Ans ruth-silbern gewundenem Bunde ein schwarzer F'liigel. Deckcn: roth-siibern. - VI. (1642 der mährischen Linie; Geviert. 1 und 4 Kaunic. 2 uud 3 in Gold eine blaue Bose (Sesina Austi;. — Drei gekr. Helme: 1. Wachsender, gekr., goldener Löwe (zu Sesina Austi) Decken: roth-silbern. 2, Die blaue Bose. Decken blau-golden. 3. Geschlossener, schwarzer Flug. Decken: roth-silbern. — VII. (Grafen von Ostfriesland und Rietberg . Durch einen schwarzen Pfahl, darin ein von vier (2, 2; goldenen Sternen begleiteter, gekr, goldener Juugfrauenadler .Ustfriesland) gespalten. Vorn in Roth ein goldener Adler 'Rietberg). Hinten geviert ; I und 4 in Blau zwei geschrägte, goldene Fähnlein (Wittmuudj; 2 u. 3 in Gold ein aufgerichteter, golden be-halsbaudetcr schwarzer Bär lEsenz). — Drei gekr. Helme: 1. Zwischen geschlossenem. rothen Fing ein goldener Adlerrumpf. Decken: roth-golden. (Bietberg). 2. Eine .goldene Lilio vor zwei schwnrzen Straussenfedern. Decken: schwarz-golden, i Ostfriesland). 3. Eine blaue Lilie vor zwei geschrägten, goldenen F'ähnlcin. Decken: blau-golden. (Wittmund Esenz;. — VIII. (Fürstliches, Kaunic-Bietberg 1776). : Wappen VII zum Rückschild mit von Kaunic und Scsina-Austi geviertein Herzschild. — Sechs gekr. Helme. 1. Rietberg. Decken: roth-golden. 2. Der wachsende, gekr. goldene Löwo von Sesina-Austi. Decken: roth-golden. 3. Die blaneBoso von Scsina-Austi. Deckcn: blau-golden. 4. Der geschlossene, schwarze Flug von Kaunic. Decken: roth-silbern. 5. Ostlrieslaud. Decken: schwarz-golden. 6. Wittmund-Füsenz. Decken: blan-gol-den. - Schildhalter.- Gekr. goldener Löwe und golden behalsbandcter, schwarzer Bär. - Fürstenhut und Mantel. IX. (F'ürsten von Kaunic-Rietberg-Qucstcnbcrg). Bückschild dnreh einen von Esenz und Wittmnnd — (statt der F'ähnlein goldene doppelsträhnigc Geiseln; — geviertelt Pfahl gespalten, vorn Bietberg, hinten Ostfries-land. Von Kaunic und Sesina-Austi gevierter Mittelschild mit gekr. von Gold und Blau geviertem Herzschild, darin ein gekr., schwarzer Löwe, il^ucstenberg). F'ür-stenhut und Mantel. iNach dein Diplome vom 3. 12. 1761 über dio Vereinigung mit Qnestenberg führten die Grafen von Kaunitz zu vorstehendem Schilde vier gekr. Helme: 1. und 2. den Löwen und die Bose von Sesina- OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 147 Austi. Decken: roth-silbern. 3. nnd 4. den schwarzen Flug von Kaunic nnd den wachsenden, gekr. schwarzen Löwen von Qnestenberg. Decken: blau-golden). Dieses uralte, in der fürstlichen Linie erloschene, in der gräflich - böhmischen noch blühende Geschlecht ist stamm- uud wappenverwandt mit den von StoBch, von Cliosutnik, von Reichenau, von Talmbeck, von Kacov, von Martinic. von Ujozdec und soll, - Palacky bestreitet die Möglichkeit dies sicher festzustellen, — gemeinsam mit den Vorgenannten aus dem alten slavischen Stamme der Lekua entsprossen sein. Als Ahnherr wird Otto I. Stoss genannt, welcher Kunic bei Brünn in Mähren erbaute und um 1140 lebte. Seziina von Kunic wird 1105 genannt, Vilem I.Wilhelm) 1181. Letzterer stiftete und erbaute zn Kounic ein Kloster. Schon am Montag vor St. Sixti 1400. nachdem das Geschlecht bereits lange vorher zu seiuen Stammbesitzuu-gen in Mähren auch ausgedehnte Güter in Böhmen erworben hatte, erhob König Wenzel vou Böhmen dasselbe in den Herrenstand und am Donnerstag vor St. Luciau 1484 ertheilte König Casimir von Polen dem Sigismund StoB von Kounic eine Wappenbesserung. Der gemeinschaftliche Stammvater aller späteren Linien ist Herr Ulrich V. von Kounic (f 1617) auf Auster-litz iböhmisch: Slakov) Lomnic Zdänic. Ungarisch-Brod u. s. w., kaiserl. Kämmerer uud Landrath in Mähren, gewesen, dessen beide Söhne, Friedrich (f 16271 und Leo Wilhelm (f 1655t, die ältere böhmische und die jüngere mährische Linie begründeten. Unter dem 16. 5. 164n erhielt Leo Wilhelm und dessen verstorbenen Bruders Sohn Rudolf (t I6Ö9, den böhmischen Grafenstaud, welcher dem Letzteren, d. h. der böhmischen Linie, d. d. Regensburg 2". 4. 1664 auf das Reich und die Erblande ausgedehnt und Rudolfs Sohne Johann Wilhelm (f 1721) d. d. Wien 17. 12. 1701) für Böhmen und die incorporirten Lande neuerdings bestätigt wurde. — Die Nachkommen Johann V ilhelms blühen gegenwärtig als böhmische Linie, welche nach dem Aussterben der jüngeren, auch deren mährischen Besitz ererbte. Leo Wilhelm, der Stammvater dieser Letzteren erhielt noch unter dem 12. 6 1642 nebst seinem Sohne Dominik A ndreas (f 1705) den erbliindischeif Grafenstand und die Bewilligung zur Wappenvereinignng mit von Sesina-Austi, einer uin diese Zeit erloschenen, alten, mährischen Familie, und wurde letztgedachtes Diplom zu Wien am 12. 1. 16r>3 noch auf das Reich ausgedehnt. Aus der Descendenz Leo Wilhelms vermälte sich Graf Fortunatas Josef Maximilian Ulrich .-;■ 1746i 1699 mit Maria Ernestine Franziska Gräfin von Ostfriesland und Rietberg, welche ihm letztere Grafschaft einbrachte und deren » appen er mit dem seinigen vereinigte. Er wurde durch sie der Vater des berühmten Grafen Wenzel Anton von Kaunitz - Rietberg (geb. 2. 2. 1711, f 27. 6. 1794), welcher als Ritter des Ordens vom Goldenen Vliess, geh. Rath, Conferenzmini-ster, Hof- und Staatskanzler d. d Wien 5. 1. 1764 lür sich und den jedesmaligen Erstgebornen und Besitzer der Grafschaft Rietberg den Reichsfiirstenstuud erhielt, worüber jedoch kein Diplom und ein solches erst mit der Verleihung des böhmischen Fürsteustaudes d. d. Wien 27. 6. 1776 ausgefertigt wurde. — Dessen Ehe mit Maria Ernestine Grälin von Starhemberg entstammten zwei Söhne, Ernst Christoph (geb. 6. 6. 1733) Ritter des Ordens vom Goldenen Vliess, geh. Ruth, etc., der 1794 dem Vater succedirte aber schon am 19 5. 1797 ohne männliche Nachkommen starb, und Dominik Andreas >geb. 30. 4. 1740, f 1812) welcher seinem älteren Bruder im Fürstenstande und Majorate folgte. Fürst Dominik A ndreas. Ritter des Ordens vom Goldenen Vliess, geh. Rath, l'onfcrcnzminister, Hof- und Staatskanzler, laut Testament vom Jahre 17Ü0 durch Johann Adam letzten Grafen von Questenberg, den Gemal seiner Vatersschwester Maria Antonia, zum Erben eingesetzt, erhielt laut Diplom d. d. Wieu 3. 12. 1761 die kaiserliche Genehmigung zur Vereinigung seines Namens und Wappens mit jenem von Questenberg. Mit seinem Sohue. dem Fürsten Aloys zu Kuunic-Bietbcrg. Grafen vou Questenberg, welcher Rietberg 1822 verkaufte und nur Töchter hinterliess, ist diese fürstliche l.iuie am 15. 11. 1848 erloschen. Unter dem 23. 3. 1762 hatten die beiden oberen Stände vom Herren- nnd Ritterstand in Oe. o. d. E. dem mächtigen Minister der Kaiserin Maria Theresia den Antrag zu dessen Aufnahme in den Herrenstand dieses Landes gestellt, worauf derselbe unter dem 13. April desselben Jahres aus Wien antwortete: „So schmeichelhaft dio Art ist, womit dieselben mir beizubringen belieben, dass die zwei politischen Stände von Herren und der Ritterschaft des Erzherzogtums Oesterreich ob der Enns aus eigenem Autrieb die Neigung geäussert hätten, mich und meine Abstammung ihrem landmannschaftlichen t'onsortio einzuverleiben, mit so lebhafterer Begierde und innerlicher Vergnügung mache ich mich der mir zugedachten Ehre theilhaftig, in die Zulil deren Ober-Oesterreichischcn Landesgliedcr aufgenommen zu werden.'' — Kaunic, damals noch Graf, wurde hierauf am 20. desselben Monates im alten Herrenstande immatriculirt. (Akten im Landesarch.; H.-M.; N. S. hoher und böhmischer Adel). Kautten (Kauthen). (Taf. 43). Wappen: I. In Schwarz eine von zwei gekr., goldenen Löwen beseitete eingebogene rothe Spitze, darin eine gekr.. natürliche Eule (Käuzchen) auf grünem Aste steht - Gekr. Helm- Die gekr. Eule auf der IIelmkrone stehend. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (K. k. A. A.). — II. (Freiherrliches 1737) Geviert mit, „frei-hcrrlich- gekröntem rothen II erzschild, darin die Eule wie vorhin. 1 und 4 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 2 und 3 in Schwarz ein gekr., goldener Löwe. Zwischen dem 3 u. 4. Felde ist eine eingebogene blaue Spitze eingeschoben, darin ein silberner Dreifels. — Drei gekr. Helme: 1. der gekr. schwarze Adler. Decken: schwarz-golden. 2. Stammkleinod. Decken roth-silbern. 3. Wachsend der gekr. goldene Löwe zwischen von Silber und Blau geschachten Hörnern. Decken: blau-silbern. (K. k. A.-A.). III. (Gräfliches 1741) Bück-, Herzschild, Heimo, Kleinode und Decken wie vorhin, vermehrt um einen vierten Helm, welcher als dritter gestellt ist; dieser mit einem gekr. wachsenden goldenen Löwen und schwarzgoldenen Decken. Auf dem vierten Helme zwischen den vou Silber uud Blau geschachtelt Hörnern ein schwarzer Strausseiifederbusch. (K. k. A.-A.j. D. d. Wien am 26. 9. 1627 wurde Leonhard Kautt unter Bessernng des der Familie schon von Kaiser Carl V. ertheilten Wappens in den Keiclisa4elstand erhoben, welche Adclsfreiheit dem Sohne Leonhard s, Hanns Georg Kautt, d. d. Regensburg 20. 3. 1653 Lei gleichzeitiger Verleihung des Ehrenwortes und Präuikates „von Kautten" bestätigt wurde. Der Letztgenannte war schon vorher, als kaiserl. Mautheinnehmer zu Linz, um 4. 11 1646 in den jungen Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen worden, hatte 1629 den alten Burgstall und Sitz Kirchberg bei Schönhering an sich gebracht und am I. 12. 1623 eine kaiserliche Pfandversehreibmig über die Burgvogtei und Herrschaft Ens erhalten Aber schon 1656 wieder gieng Ens im Wege eiues Vergleiches an David Ungnad Grafen von Weisseuwolf über und kaufte Hanns Georg v. K. von den Vormündern der minderjährigen Gräfin Cä-zilia von Verdenberg, dein Grafen von Enkevoirth und dem Bischöfe von Wiencr-NcuBtadt, im Frühjahre 1669 148 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. die Herrschaft Penerbach, welche er noch in demselben Jahre, nachdem er der Bürgerschaft des Marktes daselbst einen einjährigen Rückstand von 225 Gulden nachgelassen hatte, gegen die Herrschaft Freiling mit dem Hof-kammer-Präsidenten Georg Ludwig Grafen von Sinzendorf vertauschte. Hanns Georg hatte aus seiner 1042 geschlossenen Ehe mit Eva Regina von Seeau vier Söhne, von welchon Johann Constantin von Kauthen zu Kirchbcrg nnd Prci-liug am 2. 3. 1688 iu N. Oe. unter die neuen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen, im Jahre 1691 zum Verordneten in Oe. o. d. E. gewählt uud unter dem 12, 9. 1718 im Vereine mit seines Bruders Sohne Thaddäus Adam Christoph den alten Ritterstands-Gcschlechtern X. Oe.'s incorporirt wnrde. Er vermälte sich mit Maria Johanna von Eyselsberg. doch blieb die Ehe kinderlos und gieng sein Besitz, wozn durch Eauf 1697 die Herrschaft Mistelbach im Hausruckviertel gekommen war. auf den vorgenannten Keifen und Adoptivsohn Thaddäus Adam Christuph über. Derselbe als Sohn des Georg Christian v. K., kgl. böhmischen Appellationsrathcs dann |Hofratlies und böhmischen Referendars bei der geh. Hofkanzlei zu Wien, und der Maria Katharina von Rumerskirch geboren, verlor seinen Vater schon am 24. 9 1710. seinen Oheim Johannn Constantin am 23. 12 1712 und kam hierauf, noch minderjährig unter Vormundschaft, welche ihm 1722 aus dem Nachlasse des Grafen Holmhart Christoph von Weisseuwolf die schon von dem Grossvater pfandweise inue gehabte Herrschaft Burg-Ens erkaufte. Thaddäus Adam Christoph wurde Landrath in Oe. o. d E., von Kaiser Karl VI. im Vereine mit der Schwester Maria Anna, des Grafen Joseph Erasmus von Zucker Gemalin, d. d. 20. S 1737 in den Freyherrnstand unter Verleihung des Prädikates „zu Kirchberg", erhoben, darauf am 7 November des gleichen Jahres bei der n. ö 'sehen Landschaft den neuen Herrenstandsgeschlechtcrn einverleibt und von der Kaiserin Maria Theresia d. d. Wien 24. 2. 1741 in den Grafenstand gesetzt. Seine Aufnahme in den o. d. E.'schen Herrnstand erfolgte im Jahre 1764. Er blieb nnvermält und starb als der Letzte seines Namens zu Linz am 8. 12. 1768, den Freiherrn Franz Wenzel von Buinerskirch als Universalerben hinterlassend. (K. k. A.-A.; H.; W.; Pillweiu-Hausruckkreis; Strnadt-Peuerbach). ItMzfaner. (Taf. 43.) Wappen: I. (Stammwappen) In Gold eine schwarze Katze. — Gekr. Ilclm; Dio Katze wachsend. Decken: schwarz-golden. — II. Gebessertes 1582) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Blau ein goldener Wolf. (Zipser Comitat) — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. 2. Drei Fähnlein, das erste, in Blau fünf goldene Schrägbalken, an blauer Staugc rechts abflatternd, das zweite, in Both ein goldener Zinnenthurm mit blauem Thor, au goldener Stange rechts abflatternd, das dritte, wie Oesterreich bezeichnet, an rother Stange links abflatternd. Decken: blau-golden. (K. k. A. A.) — III. (Gebessertes 1615) Zweimal gespalten nnd einmal getheilt mit blauem Hcrzschild, darin ein natürlicher, zum Flug geschickter Habicht auf einer natürlichen Maus (!) steht. 1 uud 6 Stammwappen. 2 in Schwarz zur Pfalil-stcllc ein goldener Pfeil. 3 und 4 Zips. 5 von Silber und Both getheilt, darin, Farben gewechselt, eiu Mühlrad (2. und 5. Feld uud der Hcrzschild wegen' Hölter von Höflein). — Vier gekr. Heimo: 1. Die Fähnlein (IInszaren-spiiss) wie bei II, doch umgekohrt angeordnet, das ersto rechts, die beiden übrigen links abflatternd. Decken: blau-golden, 2. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. 3. Der Habicht auf der Maus. Decken: roth-silbern, blau-silbern. 4. Ofl'encr, rechts wie das 5. Feld bezeichneter, links goldener, von dem pfeilbelegten schwarzen Pfahl durchzogener Flug. Decken: schwarz- golden (K. k. A. A. Im Original sind das 2. und 5. Feld geschmälert, so dass sie den gevierten Schild als Pfahl durchziehen; dio Helme, golden, sind je zwei uud zwei gegen einander geweudet, so dass die Kleinodo des 2. und 3. Helmes abgekehrt sind. Dies Alles wurde den heraldischen Hegeln entsprechender nicht wiedergegeben. Gelegentlich der Freiherrn und (Irafenstandserhcbungen erfolgten keine Wappenveränderungen.) Die Kaziancr kommen seit dem Jahre 1360 urkundlich in ihrer Hcimatli Krain vor. wo sie die Güter Flödnig und Vigaun bosasseu, das Schloss zu Vigaun umbauten und Katzenstein benannten. Im XV. Jahrhundert verbreiteten sie sich nach der Steiermark, daselbst Wildhaus, Spielfeld, Kirchberg a d. Raab, Bogeis und Luknufzen. auch ein Hans zu Graz erwerbend. - Jörg und Mathes die Katzianer thaten sich unter K. Friedrich III. gegen die Ungarn hervor. Hanns, der bedeutendste Mann des Geschlechtes, kaiserl. oberster Feldhauptmann, der 1519 Wien entsetzen half, dem Johann Szapolyai das Zipser Comitat entriss, wofür ihm und seinem Bruder Franz. auch dem Vetter Christoph Kaziancr vom Könige Ferdinand d. d. Regensburg 13.4.1532 das Wappen mit jenem der letztgenannten Grafschaft gebessert, er mit weiterem kaiserlichen Diplome d. d. 20. 14. 1535 als „Freiherr zum Katzenstein und Fladnegkh" in den Freiherrnstand erhoben wurde, — Freiherr Hanns, der weiterhin siegreich gegen den Erbfeind kämpfte, Ibrahim Pascha bei Fernitz nächst Graz anf das Haupt schlug, unterlag schliesslich den Schaarcn Suleunan's bei Essugg nm 10. 10. 1537, wo sich zn seiner Flucht der Verdacht des Verrathes gesellte, von dem ihn sein Schwager Freiherr Hanns Hofmann von Grünpüchel, der persönlich vor dem Könige Ferdinand einen Fussfall wagte, und sein Zeitgenosse, Freiherr Sigmund von Herberstein, welcher seine Unschuld nachwios, damals unter dem niederschmetternden Eindrucke, den der unglückliche Tag von Essegg hervorgerufen hatte, aber nicht zu entlasten vermochte. Hanns Ucl bald darauf, am 25. 10. 1538, zu Costanowitza in Croaticn, bei einem Gelage meuchlings erstochen. Sein Nachkomme, wohl sein Enkel, Georg Andre Kliaziauer, Freiherr zum Khazenstcin uud Flödnickh, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Landesver-weserin lvraiu. erhielt vom lv. Ferdinand 11., damals noch Erzherzog, d.d. Graz 26.9. 1614 eine Bestätigung seines Freiherrnstandes und mit weiterem Diplome d.d. 10. 1.1615 die Erlanbniss zur Vereinigung seines Wappens mit dein Hölter'schen, dies anf Grund seiner ersten Ehe mit Elisabeth, Tochter des Georg Hölter zu J l öflein und Hassberg, des Letzten seines Namens. Mit Elisabeth und seiner zweiten Gemalin Elisabeth Gräfin von Thum erwarb Georg Andre je zwei Söhne, Jörg Balthasar, der keine männliche Descendenz hinterliess, und Hanns Sigmund, Wolf Jakob und Weickhart. — Letzterer hatte aus seiner Ehe mit einer von Ticltcnbach einen Sohn Johann Jacob, welcher an der unten benannten Grafenstandserhebung partieipirte. Wolf Jakob (+ 29.11.1639, bestattet zu Pfarrkirchen im Traunviertel ebenso wie seine Gemalin), in den jungen Herrenstand Oe'so. d. E. um 9.2.1635 aufgenommen, vermälte sich mit Elisabeth, Tochter des Hanns Fenzl zu Gruob, durch diese das Gut Grub (Mühlgrub) im Truun-viertcl erwerbend, das er auf seinen Sohn, den Grafen Sigmund Ferdinand vererbte, der dusselbu an das Stift Schlierhach veräussertc. — Des Letzteren älterer Bruder, Hanns 11 erwart, ward inneröstcrrcichischcr Regierungsrath, dann auch Landeshauptmann in Krain. Ob er daselbst, oder sein Vetter der obengenannte Johann Jakob, das Geschlecht fortpflanzte, ist mir nicht bekannt geworden. Jodonfalls dürfte der am 10. 12. 1823 als letzter Mannes-sprosse verstorbene Giaf Josef Kaziancr von einem dieser beiden Vorerwähnten abstammen. Des Letzteren Vater hicss Aloys und war mit Maria Kaxolina Gräfin von Wildensteiii vermält, der Grossvatcr Leopold Engelbrccht hatto Maria 0BEBÜSTEBRE1CH1SCHER ADEL. 149 Felicitas Gräfin von Herberstein zur Gemalin. — Graf Josef selbst hinterliess aus seiner Ehe mit Theresia Freiin von Behbach nur Töchter. Budolf, Wolf Jakobs jüngster Sohn, wurde Benediktiner zu Admont. Mit Sigmund Engelbrechts Sohne Sigmund Ferdinand, vermält mit .Maria Elisabeth Herrin von Scherifenberg, ist diese Linie, in Oe. o. d. E., erloschen. ,. Hanns Sigmund, Georg Andre's bereits genannter zweiter Sohn, n. ö.acher Regimentsrath, in den jungen Herrenstand Oe.'s o. d. E. am 10. G. 1028 aufgenommen, vcrmälte sich mit der Schwester seiner Schwägerin, mit Potentiana b'enzlzu Grub, die ihm die Herrschaft ISiber-bach nnd die damit vereinigten Güter Weyr und Wolfstein einbrachte und drei Söhne gebar, von denen einer, (ieorg Sigmund, ohne männliche Leibeserben blieb. Dessen älterer Bruder Johann Weickard Kazianer, Freiherr zu Katzen stein, Flednickh. Piberbach und Stainhaus, 1662 —1668 Herrenstandsvcrorductcr in Oe. o d. E., wurde d. d. Laxenburg 28. ■>. 166.*> sammt seinen Brüdern und Vettern Ferdinand Helfried, Georg Sigmund, Johann Herwart, Sigmund Ferdinand uud Johann Jakob in den Reichs-grafenständ erhoben. Er hatte sich mit Beatrix Gräfin von Tattenbach vermält uud mit dieser vier Söhne nnd drei Töchter erworben, von denen drei Söhne ledig starben; eine Tochter. Beuata Elisabeth ward mit Jacob Friedrich von Eiselsbcrg getraut, der das Gut Steinhaus im Traunviertel von dem Schwiegervater kaufte. Biberbach mit Weyr und Wöllstein kam an den Sohn Christoph Adam, welcher mit Margaretha Gräfin von Werdcnherg Hochzeit hielt, von dieser aber nur eine Tochter hatte, Maria Bcata Franziska, die sich 1707 mit Otto Sigismund Hager Freiherrn von Allentsteig vermälte und diesem Biberbach mit seinen Zugehörungen in die Ehe brachte. Ferdinand Helfried. Hanns Sigmund's zweiter Sohn, Herr zu Haiding im Hausruckviertel, das er von Sigmund Friedrich Engl vou und zu Wagrain erkauft haben dürfte, hatte Potentiana llcrrin von Oed zur Gemalin und mit dieser zwei Söhne erzeugt. Alexander, welcher 1683 vor Neuhäusel fiel, und Hanns Sigmund, der das Gnt Haiding, an die Grafen von Strattmann veräusserte, dagegen durch seine Gemalin Dorothea Gräfin von Schallcnbcrg Herrschaft und Schloss Lichteneck bei Wels überkam. - Freiherr Hoheneck sagt Hanns Sigmund wäre im Jahre 1701 gestorben und in der Polheim'schen Gruft zu Wels beigesetzt worden, doch spricht gegen dieses Todesjahr ein-: Eintragung in der ständischen .Slatrikel, nach welcher er noch im Jahre 17"3 das Verordnetenaint bekleidete. - Graf Hanns Sigmund hinterliess fünf ohne, von welchen der älteste, Josef Ehrcnreich Gotthard, Oberst im Königs-egg sehen Regiment, 1732 Kämmerer wurde und mit seinen vier Jrüdern nnter dem 22. 2. 1714 aus dem jungen in den alten Herrenstand Oe.'s o. d. E. vorrückte; Sigmund Samson David starb 1729 als t'ommandaut der Festung Arad. Johannes Alexander ist um 1735 Hauptmann im Falffy'schen Regiment gewesen, Sigmund Leopold Josef starb 1715 in Italien und Ferdinand Albert Nicolaus war um das Jahr 1735 Lieutenant im Prinz Lobkovic'schen Cuirrassier-Regimente. — Mit den vorgenannten Brüdern ist auch diese ober-oesterreichische Linie abgegangen. Ihre Mutter hatte als Wittwe Liechtcncck an Johann Josef Grafen von Seeau verkauft. (K. k. A. A.; H.-M.; IL; Muchar-Geschichto der Steiermark; histor.-herald. Haudb. der gräil. Häuser.) Krstlun (Melchior von). (Taf. 44). Wappen: I. (Vor 1533) In Silber, auf grünem Dreiberge stehend, ein schwarzer, golden bewehrter Adler. — Gekr. Helm: Kopf und Hals des Schildesadler. Decken: IV. 5. schwarz-silbern. (K. k. A. A.). — II. (1533) In Silber ein schwarzer, einen goldenen Bing im Schnabel haltender Adler. — Gekr. Holm-. Kopf und Hals des Schildes-adler. Decken: schwarz silbern. (K. k. A. A. j. — III. (1577) Gespalten: vorn wie Wappen II; hinten von Blau und Gold geviert (Oeder von Praunegg', — Zwei gekr. Helme: 1. Wie bei II. Decken: schwarz-silbern. 2. Von Gold nnd Blau übereck getheilte Hörner. Decken: blaugolden (K. k. A. A.). Aus dieser Familie, Uber deren ursprüngliche Adelsstandserhebung nichts ermittelt werden konnte, und welche unter dor irrthümlichen Annahme „Melchior 'sei ein Taufname, nur mit dem Prädikate „Kestlan" in die o. d. E.'sche Matrikel eingetragen wurde, erhielten dio Brüder Hanns und Christoph .Melchior von Kestlan" vou Kaiser ('arl V, d. d. Bologna '24. 1.1533 eine Besserung ihres anererbten, adeligen Wappens. Die Brüder Bartholomäus, Balthasar und Hieronymus die Melchior von Kestlan baten in einem undatirten Majostätsgcsuche „um die Vereinigung ihres von den Voreltern seit unvordenklichen Zeiten hergebrachten Wappens mit dem von der Mutter Urahnherren abgestorbenen und der Büinisch Kaiserlichen Majestät heimgefallenen Wappen der Oeder zu Praunegg, wofür sie, wie ihre Vorfahren gctliaii. wider allgemeiner Christenheit und anderer des hochlüblichcn Haus Oesterreich Foind. auch sonst in aller-uuterthänigstein Gehorsam zu dienen schuldig und höchstes Fleisses bereit sind." Den gedachten Brüdern wurde hierauf nebst der erbetenen Wappenvcreinigung der Adelstand durch Kaiser Rudolf II. d. d. Prag 10.4. 1577 nenerdings bestätigt und ist von ihnen Balthasar Melchior von Kestlan d. d. 27. 7. I.i78 in deu o. d. E.'schen Bittcrstaud aufgenommen worden lieber den Anlass zur Ertheilung dieser Landmannschaft und über eine etwaige weitere Descendenz dieser von dem Freiherrn von Hoheneck übergangenen F'amilie habe ich nichts erfahren. (K k. A. A.; R.-M.) liliaiil'«]'. (Taf. 44.) Wappen: Geviert, mit blanem Herzschild, darin ein vorwärts gewendetes gohluiics Löwenhaupt. 1 uud 4 in Schwarz drei (2,1) königliche Kronen. 2 uud 3 in Roth drei 12.1) silberne Lilien. Gekr. Holm: Zwischen, rechts von Gold und Schwarz, links von Silber und Both getheilten Hörnern ein vorwärts gewendeter, königlich gekrönter, goldener Löwe wachsend. Decken schwarz-golden, roth-silbern. (Legal. Diplomsabschrift im Landes-archiv.) Leonhard Khapfer, n. ö.'scher Rogimeuts-Secretarius, erhielt von Kaiser Ferdinand II. d.d. Wien 1.7. 1627 für 27jährige treue Dienste den Reichs- uud erbländischen Adelstand mit dem Prädikate .von Kapfenstein- unter gleichzeitiger Veränderung. Vermehrung uud Besserung seines bisher geführten Wappens, auch unter Einem den Titel eines kaiserl. Bathes. Leonhard Khapfer von Kapfenstein wurde darauifol-gend Landschreiber in Oe o. d. 1!, als weichein ihm d. d. Wien 31. 12. 1632 fiir seine im Bauernaufstand erworbenen Verdienste eine kaiserliche Gnadengabe von 10,000 Gulden rhein. und schliesslich unter dem 12. 2. 1636 die Landmannschal't in Oe. o. d. E. im jungen Ritterstando verliehen wurde. Ub er vermält gewesen und männliche Leibeserben hatte, ist unbekannt. (Akten im Landesarch ; R.-M.). Khevenbailer. (Taf. 44, 45). Wappen: I. (Stammwappen.. Von Schwarz und Gold getheilt, oben aus dor Theilnngslinie eine goldene Eichel an zweiblätterigem, goldenen Stiele, unten ein 38 150 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. schwarzer Fluss. — Kleinod: halber von Gold nnd Schwarz getheilter Steinbock mit schwarzen Klanen. Decken: schwarz-golden. (N. H. Kürnthner Adel, nach dem Bestätigungsbriefe Königs Sigismund zwischen 1419 und 1438, worin auf eine Verleihung des seligen Königs Wenzel berufen wird. Aber schon vor Letzterer haben die K. diesen Schild ungezweifelt geführt). — IL (Aufen-stein). In Gold auf den beiden Erhöhungen eines in der Mitte eingekerbten blauen Steines stehend, ein schwarzer Auf mit rothen Fängen. - Kleinod: Goldener Hut darauf der Auf steht. Decken: roth. (Züricher Wappenrolle, nach „Dio Herren von Aufensteiii" von E. G. Freyherrn von Petteneggi. — III. (Aufeustein . In Blau auf grünem Dreiberge eine natürliche gekr. Eule, die Krone mit drei Pfauenfedern besteckt. — Gekr. Helm: die gekr. Eule auf der Helmkrone stehend. Decken: blau-silbern. (Nach dem Khevenhüller'schen Wappen. IV. iKeller-bcrgi. Von Roth und Silber gespalten, darin je ein Flü-gelpaar in gewechselten Tinctureu. — Kleinod: Geschlossener Fing, vom roth. hinten silbern. Decken: roth-sil-bern. (N. S. Hoher Adel,. — V. (Mannsdorf). Unter goldenem Haupt von Schwarz und Silber zu neun Plätzen gesckacht. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-golden (?). 'N. S. Kämthner Adel,. Im Khevenhüller'schen Wappen ist Mannsdorf jedoch anders dargestellt uud zwar VI. Von Schwarz und Gold getheilt, unten .Schach von zwölf Plätzen, jedes Schach mit goldener Kiigel belegt >wohl nur eine Damas-cirung dieses unteren Feldes). — Gekr. Helm. Zwischen geschlossenem schwarzen Flug der vorhin blasonirte Schild. Decken: schwarz-golden. VII. ■ Weiispriach. Geviert. 1 und 4 gespalten, vorn in Silber drei linke schwarze Spitzen, hinten schwarz ohne Bild (Weisspriach-Stammwappcnj. 2 und 3 in Silber ein gekr. mit goldenem Halbmond belegter schwarzer Adler iForchtcustein, nicht Frankenburg, wie im N. S. hoher Adel irrthümlich gesagt ist). - Zwei gekr. Helme: 1. Straussenfederbusch von je drei auswärts geneigten Federn, schwarz-silbern-schwarz, golden-silbeni-guldi.il. 2. Der Adler von Forch-tenstein. Decken: durchaus schwarz silbern. — VIII. (Metsch-Stammwappen:. In Silber ein blauir Sparren. — Gekr. Helm: Vou Silber und Blau übereck getheilte Hörner. Decken: blau silbern. (N. S. Kämthner Adel). - IX. (Grafen von Metsch, 1734). Geviert, mit dem Stamiuwuppen im .gräflich" gekrönten Herzschild. 1 und 4 in Gold ein schwarzer, golden besclicinter Doppeladler mit iiberschwebender Kaiserkrone. 2 und 3 in Both eine mit drei goldenen Federn besteckte Krone. Drei gekr. Helme: 1. Stammkleinod von Metsch. Decken: blau-silbern 2. Der Reichsadler des I.Feldes. Decken: schwarz-golden. 8 Drei goldene Straussenfedern Decken: roth-golden. (N. S. Holter Adel) X. ■ Grafen Klcvcnhiil-ler, 1725). Fünfmal gespalten, einmal getheilt, mit Herzschild, dieser von Aufenstein (wie III) und Mannsdorf (wie VI) gespalten. 1 und 12 Stammwappen von Khevenhiiller, die 'I beilung im Welleuschnitt. 2 und 3 zusammen Stammwappen von V\ eisspriach, in der vorderen Feidung jedoch fünf linke Spitzeu. 10 und 11 zusammen wie 2 und 3 doch verwechselte Spalthälften und rechte Spitzen. 4 und 5 zusammen Kellerberg (von Silber und Both gespulten) S und 9 wie 4 und 5, doch verwechselte Spalthälften, (i und 7 Forchtenstein, (ganz unbegründet, da Ulrich von AVeisspriach, der Vater Si-guna's von Khevcnhüller noch nicht im Besitze der Herrschaften Eisenstadt und Forchtenstein war). — Vier gekr. Helme: 1. Der Steinbock von Khevenhüllcr, doch durchaus golden. Decken: schwarz-golden. 2. Die Eule des Herzschildcs auf grünem Dreiberg. Decken: blau-silbern. 3. Offener, rechts rother, links silbener Flug wegen Kellerberg Decken: roth-silbern. 4. Der Forchtensteiner Adler. Decken: schwarz-silbern. Zu Seiten des Schildes die Heime, rechts der von AA'eisspriach (hier fünf, abwechselnd ' schwarze uud silberne Straussenfedern), links jener von .Mannsdorf (wie VI, doch offener Flug). (N. S. Hoher Adel). -- XI. (Grafen von Klieven-hiiller-Metsch 1751). llerzschild wie vorhin und an derselben Stelle. In dem, um ein Haupt vermehrten Bückschild .wie X) ist das stainmwappen verändert: Im Wellenschnitt schräg getheilt; oben der goldene Eicliciizweig schriiglinks gestellt, unten von Gold und Schwarz im Welleuschnitt dreimal schräg getheilt. Weisspriach im Schildesfuss hat die Spalthiilften nicht verwechselt. — Haupt, zweimal gespalten, drei Felder: 1 gespalten, vorn Stammwappcu Metsch, hinten in Both die mit drei goldenen otrausseufedern besteckte Krone. 2 in Gold der Reichsadler. 3 wie I doch mit verwechselten Spalthälften. — Neun gekr. Helme von denen die beiden äussern, gräflich Mctsch'schen summt ihren Decken auf die Häupter d r beiden, schildhaltenden goldenen Löwen gesetzt sind. Die übrigen Helme tragen mit den zugehörigen 1 'ecken der Reihenfolge nach dio Kleinode von Mannsdorf, Kherenhüller (wie bei X,, Aufenst-in (ohne Dreiberg), von Metsch deu Reichsudler, Kellerberg (Flug rechts silbern, links roth,, Forchtenstein, Weisspriach (sechs abwechselnd silberne und schwarze .Straussenfedern) (N. S. Hoher Adel). — XII. (Fürsten von Khevunhüller-Metsch, 1763,. Der Schild von 1751, doch Kellerberg im Schildesfuss nicht mit verwechselten Spalthälfton. Keine Helme. Fürstenhut und Mantel (N. S Hoher Adel. Alle übrigen dem Geschlechte verliehenen Diplome sind sine artuis ertheilt worden; Die Sage lässt die Khevenhiiller in Franken ent-spriessen uud sie von dort schon um 10S0 nach Kärnthen kommen. Aber erst vom Jahre 1396 ist die erste Urkunde, die uns einen h hevenhüller in dem reichen, hon-dclsthätigen Villach benennt. Das Geschlecht war schon damals in angesehener Stellung und begann bald darnach seine bedeutenden Besitzerwerbungen in Kärnthen, in dessen Geschichte es in der Folge mächtig eingriff. Johann Khevenhiiller erwarb bereits im Jahre 1427 pfandweise die Veste Aichelberg, die später erbeigenthüm-lich an seine Naulikummeu gedieh. Von seinen drei Söhnen setzte der gleichnamige Johann if 1439) den Stamm durch seine Söhne, Johann und Budolf fort. Letzterer, 1490 Landeshauptmann iu Kärnthen, wurde der Vater Ulrichs (f 1494 ;. der aus seiner Ehe mit der Erbtochter Anna von Kellerberg, des älteren Geschlochtes dieses Namens , deu Sohn AVolfgang erzeugte, der d. d. Esslingen 4. 9. 1525 die Bewilligung zur Aufnahme des Kcllerberg-sclien Wappens in das seine erhielt. Wolfgang hatte keine Desceudenz und beschloss diese Linie. Augustiii Khevenhiiller lj 1519). Herr zu Aichelberg, Landscrou und Hohen-Ostcrwitz in Kümthen. Reichshofrath, des dritten Johann Sohn, brachte durch seine Gemalin Siguna, Ulrichs von Weisspriach Tochter, eiuen Tlieil der Besitzungen dieses reichen Hauses an sein Geschlecht, Seine Söhne, Christoph und Sigismund, gründeten die beiden Khevenhüller'schen Hauptlinien, zn Frankenburg in Oe. o. d. E. und zu Osterwitz A. Jüngere Hauptlinie zu Hohenosterwitz. Georg, des Stifturs Sigismund Sohn, Landeshauptmann in Kärnthen, erhielt im Vereine mit seinen Vettern der anderen Linie d d. Feldlager bei Baab in Ungarn 16. 10. 1.:'66 als „Khevenhiiller von Aichelpcrg, Freiherr auf Landskron uud Wernbcrg" von K. Maximilian II. den Beichsfreihcrrnstand, ferner für sich allein d. d. Graz 17. 4. 1571 durch Erzherzog Carl das Recht sich „Herr auf Hohenosterwitz1* zu schreiben und von demselben Erzherzoge durch weiteres Diplom d. d 28. Mai desgleichen Jahres dio Bewilligung zur Aufnahme des Aufcnstein'-schen Wappens. Letzteres ist auf die, wohl nie urkundlich nachgewiesene Tradition über den Stammvater Sigis- OBEEuSTEKBEICHISi HEB ADEL. 151 mund begründet worden, der ao. 1185 hundert Jahre alt gestorben wäre nnd mit einer von Anfenstein vermält gewesen sein soll. Uebrigens hat sich dnreh die bald nach dieser Verleihung. 158Ö, erfolgte Erwerbung der Anfen-steiner Burg Karlsberg in Kärntlien ein greifbarer Ürnnd zur Führung der Eule geboten. — Ferner erhielt Georg mit seinen drei Vettern der frankenhurger Linie d. d. Wien in. ]. iü72, nachdem Hanns von Weisspriach. Herr der Herrschaften Eisenstadt und Forclitenstein 1571 den Mannesstainni seines Geschlechtes beschlossen hatte, die Bewilligung zur Vereinigung des Weisspriach scheu Wappens. dann Georg für sich allein d. d. Graz 14. 9. 1580 das Prädikat „Freyherr und Herr anf Hohen-Osterwitz und d. d. Graz 1. 5 1587, hier wieder mit seinen obigen Vettern, das Prädikat .auf Carlsburg-'. — Georg's Söhne, Sigismund (£.1589) und F'rauz Christoph' tt 1007; begründeten zwei ünterlinien, von denen die Letztere mit F anz Christoph s Enkel, Paul II. wieder erloschen ist. Sigismund, Protestant, verliess mit noch zwanzig anderen seines Namens die Heimath, gieng nach Nürnberg, dann nach Ungarn. Sein Sohn Ehrenreich kehrte zum Glauben der Väter 1666 zurück uud wur ie mit seiner Deseendenz d. d. Wien 23. 7. 1073 durch Kaiser Leopold I. als „Khevenhiiller, Graf zu Hohen-Osterwitz uud Annapichl" mit dem Titel Doch- uud Wohlgeboren in den Reichs- und erbländischen Grafenstand erhoben, worüber sein Sohn Sigismund Friedrich, Bitter des Ordens vom Goldenen Vlioss, geh. Bath und Statthalter in N. Oe.. d. d. Wien (!. 1. 1725 eine kaiserl Bestätigung und ferner auch unter dem 24. 10. 1737 die Einfuhrung als Perso-nalist in das schwäbische Beichsgrafcn-Collegium erhielt. Sigismund Friedrich's Sohn, Johann Josef, bei der Kaiserin Maria Theresia in hohem Ansehen und Gnaden stehend, der bereits d. d. Wien 23. 1. 1725 das böhmische Incolat erlangt, sich 1728 mit der Gräfin ICaroline Marie Augnsta, Erbtochter des am 28. 11. 1740 verstorbenen letzten Beichsgrafen von Mctsch, vermält, und als wirklicher geh. Conferenzratb, Bitter des Ordens vom Goldenen Vliess. Oberstkämmerer und Oberst-Erbland Stallmeister in Kärntlien d. d. Wien 11 3. 1751 die Bewilligung zur Namens- und Wappen-Verbindung mit ...Metseh" von Kaiser Franz I. für das Bcich und d. d. Wien 24. 4. 1751 von der Kaiserin Maria Theresia fiir die Erblande erhalten hatte, wurde von der letztgedachten Monarchin mit Diplom d. d. Wien 20. j2. 1763 in den böhmischen und durch Kaiser Franz d. d. Wien, 30. desselben .Monates und Jahres mit dem Titel „Hochgeboren' und „lieber Oheim und Fürst" nach dem Bechte der Erstgeburt in den Beiclisfiirstenstand erhoben und erlangte ausserdem nach dem Erlöschen des fürstlichen Hauses Trautson d. d. Wien 3. 12. 1775 das Erblandhol'meister-amt in Oe. u. d. E. Ihm succcdirtc in der Fiirstenwürdo am 18. 4 177»> der Sohn Sigmund Friedrich, diesem sein Sohn Carl Maria JoBcf Clemens (f 2. 6. 1823), dessen Bruder und Nachfolger als F'iirst. F'rauz Maria Johann Josef Hermann von weyland Sr. Majestät, Kaiser Franz I. von Oesterreich d. d. 15. 2. 1*29 den Titel .Durchlauchterhielt. Derselbe ist der nächste Stammvater der gegenwärtig blühenden fürstlichen, und der gräflichen Linie Kheven-hüller-Mctsch (Osterwitz). — B. Aeltere Hanptlinie zu F'rankenburg. Der Stammvater Christoph (f 1557), Herr zn Aichelberg, Landskron, Wernberg, Sumeregg, Bieberstein und Himmelberg, Landeshauptmann in Kärnthen, auch kaiserl. Hofkammerrath, erhielt von K. F'erdinand I. d. d Wien 31. 10. 1543 die Erlanbniss das Prädikat „Landscron" zuführen, ferner d d. Prag 22. 7. 1544 auf Grund seiner ersten Ehe mit Elisabeth, Tochter des Hanns Monstorfer zu Oberaich (f 1535), des Letzten seines Stammes, im Vereine mit seinem an die Schwester Wandula der Vorgenannten vermalten Bruder Bernhard die Bewilligung znr Aufnahme des Mannstorf sehen Wappens nnd schliesslich d. d. Wien 22. 11. 1555 das Prädikat „von Sumeregg." Den Söhnen aus Christophs erster Ehe, Hanns und Bartholomäus, dann jenem aus des Vaters zweiter Ehe mit Ann» Maria Welzerin, Moritz Christoph, wurden dio schon bei der jüngeren Linie näher bezeichneten Diplome zu Theil. Von ihnen begründete der Letztere eine im F'reihcrrn-stande verbliebene Untcrlinie zu Liechtenstein und Möd-ling in N.-Oe.. welche mit dessen Urenkel, Ferdinand Joseph. am 21. 10. 1668 im Mamiesstamnie erloschen ist. Hanns brachte es zu holieu Ehren und Würden, war kaiserl. Gesandter beim Päpstlichen Stuhle, Orator uud Botschafter in Spanien, dort gleichzeitig des Erzherzogs Albrecht Obersthofmeister, dann geh. Bath nnd schliesslich Bitter des Ordens vom goldenen Vliess Er hatte mit Kaufbrief d. d. 1. 6. 1581 von Kaiser Kudolph II. die Herrschaften Frankenburg, Kammer und Kogl im Traunvicrtel, auch Banariirl im Müblviertel. — welch* letzterer Besitz jedoch i.YJl wieder zurückgelöst wurde, — um 235 000 Gulden rhein. erkauft, erhielt d. d. 20. 6. 1588 fiir sich und sein Geschlecht das Erbland-Stallmeistcr-amt in Kärntlien, d d. Prag 23. 8. 1590 für sich und seine Deseendenz den Titel „Wohlgeboren- und d. d. Prag 19. 7. 1593 den lieichsgrafenstand unter gleichzeitiger Erhebung der Herrschaften F'rankenburg. Kammer und Kogl in Oe. o. d. E und Sumeregg in Kärntheu zu einer Grafschaft Fraukenburg, welche von ihm mit Testament d. d. 6. 8. 1605 zn einem .Majorate constituirt wnrde und nach seinem am 8. 5. 1606 in Spanien erfolgten Tode, — er war nnveriuält geblieben, — auf Beinen Bruder Bartholomäus übergieng. Letzterer wurde d. d. Innersperg 12. 8. 1607 als .Khevenhiiller zn Aichelberg Graf zu l-'ranckhenburg, F'reiherr auf Landscron und Wernberg, F'reiherr auf Hohen-Osterwitz und Carlsberg- in den Beichs- und erbländischen Grafcustand erhoben uud d. d. 11. 7. 1613 in den alten Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen. Ans seinen drei Ehen 1) mit Anna Gräfin von Schernberg, 2) mit Iflanka Ludmilla Gräfln vou Thum und 3) mit ßegina Freiin von Thannhausen hatte er zehn Söhne, von welchen Hanns <3. Ehe, gefallen 1632 bei F'reistadt a d. Schwarza 1('<29 seine Güter in Kärntlien veräusserte, als Protestant in schwedische Dienste trat uud mit seiner Gemalin Maria Elisabeth Freiin von Dietrichstein eine Nebenlinie begründete, dio mit dem Enkel F'rauz Ilart-mann Albert 1694 erloschen ist. Franz Christoph (geb. 21. 2 1588, f 13. 6. 1650, beigesetzt zu Kammer' des Grafen Bartholomäus Sohn zweiter Ehe, (icneral, dann Gesandter zu München. Florenz, auch zu Madrid, Bitter des Ordens vom goldenen Vliess, der Verfasser der bekannten Annales F'c-rdinandei, kaufte von K. Ferdinand II. mit Brief d d. 20. 10. 1621 die Herrschaft Freyn im Hausruckviertel Vermält 1) 6. 5.1613 mit Barbara Freiin Teufel von Guuderstorf (f. 3. 10. 1634), 2) 1635 mit Snsanna Eleonora Gräfin von Kollonitz wurden ihm vierzehn Kinder geboren, von denen der Sohn Franz Christoph (geb. 22. 9. 1634, f 11. 9.1684) o. d. E.'scher Landrath und 1671 - 1678 Hcrrenstandsverordncter, schliesslich Obcrst-Landjägcrmcister in diesem Erblande, die Linie fortpflanzte, 28. 2. 1667 mit der Grafschaft F'rankenburg belehnt wurde und mit Contract d. d. 20. 4. 1667 die Güter L'nterach im Hausruckviertel und Weyregg am Attersee von Conrad Balthasar Grafen von Starhemberg erkaufte. Er ist in erster Ehe mit Polizena F'reyin von Fünfkirchen, in zweiter mit Ernestine Barbara Gräfin von Montecuccoli, des Grafen Michael Wenzel von Weissenwolf Wittwe, vermält gewesen. F'ranz F'erdinand 152 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Anton (geb. 12. 6.. alias 9. 8. 1682, f 12. 11. 1746), der ältere Sohn der Letzteren, folgte iin Majorate. Zur Zeit dessen Minderjährigkeit ist die ans den Händen der Familie an die Froyherm von Gera gekommene Herrschaft Freyn durch die Vormundschaft zurückgekauft worden. Von seinen zwei Gemalinucn Maria Theresia von Lube-tich und Chapelet und Maria Josefa Theresia Gräfin von Saint-Julien, war Erstere die Mutter des Fidcicommiss-Nachfolgers Johann Ludwig Joseph (geb. 4. 9. 1707), welcher den Vater nur um sieben Jahre überlebte. Das Gut Ungenach im Hausruckviertel ist, wie ich meine, durch ihn erworben worden. Sein ihm von der Gemalin Maria Josepha Gräfin von Starhemberg am 12. 7. 1743 geborener ältester Sohn Johann l.udwig Anton, später Landrath in Oe. o. d. E , vermählte sich im April 1767 mit Maria Theresia Josepha Grälin von Thum und Taxis. Auf diesen folgte im Majorate des Letzteren ältester Sohn Joseph Johann (geb. 17. 7. 1768), welcher Frankenburg, — der grösste l'heil der Grafschaft war in Folge des Schönbrunner Friedens 1809 bayerisch geworden, — gleichzeitig mit den Herrschaften Ungenach und Freyn mit Contract d. d. 5. 1. 1810 verkaufte. Nachträglich, als im Jahre 1812 das Inviertel und der abgetretene Thcil des Hausruckviertels wieder an Oesterreich gediehen, wurde l'ür Frankenburg, ebenso wie für Kogl und l'ntcr-ach, die fideicommissarische Eigenschaft dieser Besitzungen aufgehoben. Letztere zwei Güter wie auch die Fideicommissherrschaften Kammer nnd Wcyregg giengen nach dem Tode Johann Joseph's zu Folge Abhandlnngs-protocoll vom 81. 8. 1819 an dessen jüngeren Bruder Anton igeb. 2. 6. 1769. f 5. 12. 1830) über. Dieser vermälte sich 1) 16.6. 1807 mit Katharina Freiin Wrazda von Kunwald (,+ 1823), 2) mit Maria Theresia Gräfin von Thurn und Taxis. Sein einziger Sohn und Nachfolger im Majorate Hugo Anton Johann (geb. 5. 6. 1817) verkaufte die Herrschaft Kogel und das Gut Unterach mit Vertrag vom 28. 7. 1872 an Franz Mayr von Melnliof. Die Herrschaft Kammer mit Weyregg aber wurde nach seinem am 12. 2. 1884 als letztem Mannessprossen dieser Linie erfolgten Tode im Jahre 1885 als Fideicommiss aufgelöst und mit Einantwortungsurkuude d. d. 2. 3. 1886 des Grafen Hugo einziger Tochter aus seiner Ehe mit Joscfinc geb. Freiin Brenner von Felsach, Ida (geb. 21. 3. 1843), vermählt mit August Josef Horväth von Szcnt-György, k. k. Kämmerer, zugeschrieben. (N. S. Hoher und Kärntliner Adel; Studien an dou Grabstätten alter Geschlechter von Beckh-Widmanstetter; H.-M.; Landtaf.; 11.j W.; Gotha'sche Hofkai.; gräfl. Taschenb.). KielinaiiHcgK. (Taf. 45). Wappen- I. (Wiirttemberg'scher, auch österreichischer Stamm 1578) Geviert. 1 und 4 von Schwarz und pold gespalten, darin, von den Seitenrändern einwärts je eine farbengewechseite Löwcnpranke, beide am Spalt durch ein viereckiges Gewicht (?) gefesselt. 2 und 3 in Both ein silberner Schrägbalken. — Zwei gekrönte Helme: 1. Wachsender, goldener Löwe. Decken: schwarzgolden. 2. Bechts von Gold und Schwarz, links von Both und Silber getheilte Horner. Decken: roth - silbern. II. a. ■: Westphälischer. dann österreichischer Stamm, 1610) Von Both und Gold getheilt; oben ein silberner Greif und ein silberner Löwe gegen einander aufgerichtet, unten zwei schwarze Balken von einem schwarzen Stern in der untersten Feidung begleitet. - Gekr. Heiin: Zwischen rechts von Both und Silber, links von Gold und Schwarz gethcilten Hörnern, wachsend ein silberner Löwe. Decken: roth-Bilbern, schwarz -golden. — II b. (Gebessertes, 1632) Geviert, mit Hcrzschild. Dieser getheilt: Oben in Both zwei silberne Löwen gegeneinander aufgerichtet, unten von Gold nnd Schwarz fünfmal getheilt. 1 und 4 gespalten; vorn iu Both eine gekrönte, am Schafte bekränzte. silberne Säule ; hinten in Both ein silberner Balken. 2 nnd 3 von Silber und Blau durch einen goldenen, in der oberen Feidung von einem schwarzen Adler begleiteten Schräglinksbalkcn getheilt. — Drei gekr. Helme: 1. Die gekr., bekränzte Säule. Decken: schwarz-golden. 2. Das Kleinod von II. a.. doch der Löwe gekrönt. Decken : schwarz - golden. roth - silbern. 3. Gestiimmclter Jüngling in von Gold und Blan gespaltenem Bock nnd gleichem, niederen Stulphut. Decken: roth-silbern. — III. li (Holstciu'scher, jetzt gräflicher Stamm, 1641 j Von Blau und Gold gespalten. Vorn drei (2. 1) goldene „Keil,-' hinten anf grünem Dreiberge ein wilder Mann, mit einer Keule über der rechten Schulter. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts goldenen, von einem blauen, links blauem von einem goldenen Balken durchzogenen Fluge, der \\ ilde wachsend. Dccken: blau-golden. — lll.b. (1652) Geviert. 1 und 4 in Both eine gekr.1, am Schafte bekränzte. silberne Säule. 2 in Gold der Wilde wie vorhin (der Droiberg fohlt). 3 in Blau drei (2, 1) goldene Gürtelschnallen ohne Dorn. — Gekr Hohne: Wie bei III. a. Decken: blau-golden, roth-silbern. - III. c. (1679) Geviert, mit goldenem Herzschild darin drei schwarze Balken. 1 und 4 gespalten; vorn iu Both dio gekr., bekränzte, silberne Säule, hinten .Oesterreich". 2 in Gold der Wilde. 8 in Blau die drei .2, 1) goldenen Gürtelschnallen — Zwei gekr. Helme: 1. Die Säule. Decken: blau-golden, schwarz-golden. 2. Der Wilde zwischen offenem, rechts rothem von silbernem Balken, links silbernein, von blauem Balken durchzogenen Fluge. Dccken: schwarz-golden, roth-silbern. t Anlässlich der i iralenstands-erhebnug blieb dieses Wappen im Wesentlichen unverändert i. Die Kielmausegg blühten und blühen zum Theile noch gegenwärtig in verschiedenen Stämmen, deron Zusammengehörigkeit urkundlich nicht erwiesen, aber höchst wahrscheinlich ist nnd dürfte im XVI. Jahrhundort, wohl anlässlich der Beformation, eine Zersplitterung dos Geschlechtes stattgefunden haben, das sich dann in eine württemberg'sche, eine westphälische und eine holstcin'-scho Familie des Namcus Kielmann theilto. Aus der Ersteren. zu Göppingen nächst Hohenstaufen, wird zuerst Ulrich Küelmanu ci via Gcppingunsis 1461 urkundlich genannt. Hanns, wahrscheinlich sein Sohn, dürfte der Erwerber des Adels nnd Prädikates ..Kielinausseckh" gewesen sein, worüber d. d. 16. 9. 1578 und 27. 11. 1604 kaiserliche Bestätigungen ertlicilt wurden. Andreas K- kaufte am 10. 11. 1578 Schloss und Gut Oberhöflein in N.-Oe., crlangto in diesem Erblando unter dem 30. März des nächstfolgenden Jahres seine Aufnahme als Landmann unter den Bitterstandsgcschlechtern und hat wahrscheinlich das iu den späteren Türkcnkriogeii wieder zerstörten Schloss Kiclmansegg, zwischen Ebreichsdorf und Weigelsdorf an der Fischa. erbaut. Seine Descendenz erlosch um 1660, während der Stamm in Württemberg bis zum Anfange des XVIII. Jahrhunderts weiter blühte. Aus der ursprünglich westphälischcn, gegenwärtig noch in Nieder Oesterreich blühenden Familie kommt Johannes Kiehnann, aus Hattingen im Märkischen, um 1500 vor. Sein Ur-Uronkcl Arnold K. uud dessen Bruder erlangten von König Matthias d. d. 20. 1 1610 den Adel-stand und eine Wappenbesserung, worüber zu Linz um 2. 6. 1614 eine Bestätigung erthuilt worden ist. Aruold's Sohn Heinrich der Hömisch Kaiserlichen Majestät Bath, 1632 Hofkammerrath, erhielt d. d. 27. 10. 1628 das Prädikat „von Kielmansegg," am 9. 3. 1630 diu Landmannschaft in Oe. o. d E., wurde am 14. Juli des nächsten Jahres unter dio neuen Bitterstands-Geschlechter in N.-Oo. aufgenommen und erlangte im Vereino mit seinem Bruder Johann Bapt. mit Diplom vom 3. 10. 1632 eine Adelsbcstatignng nebst Wappcubesserung. Heinrich hatte reichen Giiterbesitz, insbesondere dio Herrschaft Gföhl in OBERÜSTERREICHISCHER ABEL. 153 N.-Oe. 1646 erworben nnd werde von K. Ferdinand III. mit Diplom d. d. 12. 7. 1653 in den BeichB- nnd erb-ländisciien Freiherrustand erbeben, nachdem er kurz vorher mit eiuem Mitgliede der nachstehenden, dritten, — holstein'schen — Familie, mit Johann Adolf von Kielmann, einen Familienvertrag abgeschlossen hatte, durch welchen sich beide Stämme .anerkannten und vereinigten". Die Nachkommen Heinrichs, aus welchen Ferdinand und Johann Gottfried v. K. Freiherrn zu Gföhl am 27. 8. 1710 in den jungen Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen wurden, blüheu gegenwärtig zu Hainstetten und Lcutz-mannsdorf in N.-Oe Von dem dritten, hier nur der Vollständigkeit halber angeführten, holstein'schen. jetzt gräflichen Stamme, wurde des Friedrich Christian Kiclmann aus Itzehoe in Holstein Sohn Johann Adolf (geb. 1612, 1 1676), herzoglich Schleswig - holstein - gottorp scher Hofkanzier, von K. Ferdinand III. d. d. Regensburg 10. ä. 1641 in den Adelsstand erhoben und ihm gleichzeitig das kleine Palatinat verliehen. Hierzu kam weiter für ihn d. d. Wien 6. 8.16i2 das Prädikat „von Kielmansegg" wie auch eine \\ appon-besserung und fleng die Familie von Errichtung d.'s oben genannten, kaiserlich conflrmirten pactum famüiae an sich ausschliesslich „von Kielmansegg" zu nennen und zu schreiben. Johann Adolfs Söhnen. Johann Heinrich, Friedrich Christian und Johann Adolf wurde durch Kaiser Leopold I. am 8. 5. 1679 der Freiherrustand zu Theil und Johann Adolf dcB Jüngeren drei Söhne. Georg Ludwig, Karl August und Emst August sind von Kaiser Carl VI. s. d. 23. 2. 1723 in den Beichsgrafenstand erhoben worden. (Familienchronik der Herrn, Freiherrn und Grafen v. Kielmansegg, zusammengestellt durch Eduard Georg Ludwig WiUiain Howe Grafen von Kielmansegg nnd Erich Friedrich Christian Ludwig Grafen von Kielmansegg, Leipzig u. Wien, Broekhaus 1872, besprochen in der herald. Zeitschrift .Adler" 1872. H-M.; Alter Siebm.). Kiembser. (Taf 45). Wappen: Mit seinen Hörnern rechtsgestellter Mond. — Gekr. Helm: Mit dem Monde belegter Flügel. .R.-M.) Die Kiembser gehörten nach Preuenhuber zu den adeligen Bürgergeschlechtern von Steyr. In dem mit dem Jahre 1500 beginnenden Verzeichnisse der Bürgermeister und Richter dieser Stadt kommen sie nicht vor, hatten übrigens zu Anfang des letztgedachten Jahrhundertes bereits die Veste Klingenberg im Machlande, — jetzt Buine — inne. , Georg Kiembser zu Klingenberg, Erzherzogs Ferdinand Bath und Pfleger zn Schöneck. verlieh 1521 dem Hanns von Ünter-Enziug und seiner Hausfrau einen nach Schoneck gehörigen Hof in der Pfarre Petzenkirchen, erscheint im Jahre darnach als Mautner zu Ybbs und war, — wie Ennenkl sagt. — mit Margaretha Schirmcrin vermählt. — Als Mautner zu Ybbs folgte ihm 1523 Hanns Kiembser, der auch Erzherzogs Ferdinand Bath gewesen ist, — Sebastian K. zu Klingenberg war 1536 Zeuge in dem Briefe seiner Schwester, der Prandtstetterin, als diese mit ihren Kindern theilte. — Weitere Nachrichten fehlen über diese Familie, welche um das Jahr 1574 erlosch. Um diese Zeit wurde Klingenberg von der kaiserlichen Hof kämm er an den Freiherrn Gabriel Kollonitz verpfändet. (K.M.; H.; W.). KiiiMky. (Taf. 46). Wappen: I. In Roth drei, vom linken Scitenrande ausgehende, silberne Wolfszähne. — Kleinod: Offener, IV. 5. rechts rother, links silbener Flug. Decken: roth-silbern. — II. (1596) Schild wie vorhin. — Gekr. Helm: Offener, von Roth und Silber übereck getheilter Flug. Decken: roth-silbern. — IU. (Gräfliches.' Schild wie vorhin. (Die Wolfszähne aus dem linken und Fussrande kommend).— Gekr. Helm: Offener, rechts silberner, links rother Flug. Decken: roth-silbern. — IV. (Fürstliches, 1746 und 1747) Stammschild. Fürstenhut und Mantel. Die Uranfänge dieses, seit unvordenklichen Zeiten in Böhmen entsprossenen Huuscs bedürfen noch immer der Klärung, und der Streit über die Frage bezüglich der gemeinsamen Abstammung mit den Tettauern von Tettowa der endlichen Beilegung. Hiefiir hat in neuerer Zeit der fürstlich Kinsky'sche Archivar Folkmann gewirkt und eingehendere Nachforschungen gepflogen, denen wohl in der von dem Freiherrn Wilhelm Johann Albert vou Tettau im Jahre 187" erschienenen Geschichte seiner Familie in sehr entschiedener Weise entgegen getreten wird, die aber dennoch nicht mancher Wahrscheinlichkeit zu entbehren Bcheineu. Nach Folkmann wäre der 1619 verstorbene Badslaw von Wchynic bestrebt gewesen für sich und die Söhne seines Bruders Johann den alten böhmischen Herrenstand zu erlangen und, im Unklaren über sein eigenes uraltes Herkommen, — das Geschlecht soll schon am 13. 4. 1316 (?) eine Bestätigung des Herrenstamles erhalten haben, — habe er auf Grund unechter Urkunden und damit an der Hand des Nachweises über die gemeinsame Abstammung mit den uradcligen Tettauern von Tettowa an das Ziel seiner Wünsche zn gelangen getrachtet, das er auch in der That auf diesem Wege erreichte, denn d. d. Prag 21. 3. 1596 erhielten er und seine vorgenannten Neffen von Kaiser Budolf II. eine Bestätigung ihres Freiherrnstandes, Wappens, der auf ihren alten Herrnstand Bezug nehmenden Urkunden und das Prädikat „von Tettau." Ferner wurde dem Badslaw von Wchynic d. d. Prag 11. 3. 1611 neuerlich der böhmische Freiherrnstand und sein Sitz unter den übrigen Personen des alten llerrcnstandes bestätigt. Das .ähnliche" Wappen d.r Tcttauer wird von den Anhängern der Sage über das gemeinsame Herkommen mit den Kinsky natürlich nicht als letzter Beweis angeführt. Mir selbst sind ältere Tettaner Siegel nicht zu Händen gekommen, ausgenommen deren Wappen nach dem Diplome vom 28. 9. 1549 und nach diesem allein wäre es schwer in entschiedener Weise für eine Aelin-lichkeit einzutreten, denn hier führen diese Letzteren als Stammwappen in Silber drei rothe aus dein Fussrande aufsteigende Flammen. Als erster, urkundlich Bekannter des späteren Hauses Kinsky wird Bohuslaus de Zernosck, milcs, genannt, welcher am 16. 5. 1282 dein Kloster Hoxau das Gut Johnsdorf verkaufte und den bezüglichen Brief von seinen Söhnen Protivec. Bohuslans Sdeslaus uud Vecemil bezeugen liess. Protivec und Vecemil erscheinen bereits am 1. 3. 1307 als „von Wchynic", dem alten, zu Zernosck in unmittelbarer Nähe liegenden Stammsitze im Leitmeritzer Kreise. Zu Anfang des XIV. Jahrhunderts sass dasselbe ausser zu Wchynic und Zernosek (Czernosek) übrigens bereits in verschiedenen Zweigen auch zu Medvedic. Merunic und Wopparn und blühte noch im XV.. im XVI., znm Theile noch im XVII. Jahrhundert in den Linien der Wchynsky von Wchynic, Kazicky von Wchynic, Merunsky von Wchynic u. s w.. von welchen sich die ersteren als Hauptlinie im Besitze von Wchynice und dem benachbarten Oparno (Wopparn) bis gegen 1540 behaupteten, um welche Zeit beide Burgen an die Herrn von Wsesowic verkauft wurden. Johann von Wchynic soll d. d.Prag 6.6.1415 eine neuerliche Bestätigung seines Freiherrnstandes vom KönigeWcnzel erhalten haben. Die Söhne seines Enkels Johann Dlask, näm- 39 154 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Ueh Georg, Wenzel (+ 1524) und Christoph pflanzten drei Linien, von denen die erstere 1678 erlosch. Christoph (f 1555) wurde der Stammvater der Freiherrn von Kiusky in den Niederlanden, dann in Schlesien, wo die Linie erst am 13. 10. 1845 mit dem königl preussischen Generalmajor und Commandanten von Jülich Franz Friedrich Freiherrn von Kinsky zu Wchinitz nnd Tettau erlosch. Wenzel setzte den Hauptstamm fort. Seine Söhne waren die Eingangs genannten. Johann von den Türken 1597 zu Baab erschossen), Badslaw (+ 1619) und ein dritter, Wenzel (f 1570), der unvermält blieb, ebenso wie Badslaw. Von den fünf Söhnen des Aeltesten dieser drei Brüder hatten nur Wenzel (f 1626) und Wilhelm männliche Succcssion. Letzterer, Herr zn Teplitz, Neu-schloss, Eainnitz, Bensen, Bumburg etc., Oberstjägermeister im Königreiche Böhmen, wnrde d d. Znaim 2. 7. 1628 mit dem Titel „Wohlgeboren- in den Grafenstaud für das Beicli und die Erblande erhoben nnd erhielt gleichzeitig das grosse Palatinat ohne Nobilitationsrecht. Seine Linie erlosch mit dem Enkel Wilhelm Leopold im Jahre 1709. Wilhclm's älterer Uruder Wenzel, welcher nicht an dieser Grafenstanderhebung partieipirte, setzte den Hauptstamm durch seinen Sohn Johann Octavian fort, dessen beide Söhne Franz Ulrich (| kinderlos 1699), des grösseren Landrechtes Beisitzer, Appellations-Präsident und Hofmeister im Königreiche Böhmen, und Wenzel Norbert Octavian, (f 17191 Appellationsrath auf dem Königlichen Schlosse zu Prag, d. d. Wien 31.5. 1676, nebst dem Titel „Hoch- und Wohlgeboren" und dem grossen Palatinato in der Primogenitur, eine Bestätigung des ihren Vorfahren, — richtiger ihrem Grossvatersbruder Wilhelm, — 1628 er-theilten Grafenstandes für das Beich nnd die Erblande erhielten. worüber ihnen d. d. V. ien 2.4.11187 eine nochmalige Bestätigung ertheilt wnrde. - Wenzel Norbert Octavian hinterliess aus seinen zwei Ehen, 1) mit Franziska Barbara Gräfin von Martinic, verwittweten Gräfin von Lam-bay, 2) mit Maria Anna Freiin von Nesselrode, fünf Söhne von denen Franz Ferdinand (geb. 1.1.1678, f22. 9.1741) der Stammvater der blühenden gräflichen Linie zn Chlu-mec (als Majorat gestiftet 1706; wurde. Sein jüngerer Bruder Stephan Wilhelm (geb. 20 12. 1679. f 12. 3. 1749) kaiserl. geh. Bath, wurde mit Diplom d d. Wien 22. 12. 1746 in den böhmischen, d. d. Wien 1. i. 1747 mit dem Titel „Hochgeboren" in den Beichsfürstenstaud in der Primogenitur mit der Bestimmung erhoben, dass nach dem Erlöschen seines Manncsstammes sein jüngerer Brnder Philipp Josef und dessen Deseendenz und nach dieser jene des älteren, F'rauz Ferdinand, in der Fürsten-wfirdo nach dem ßechto der Erstgeburt succediren solle. — Des Fürsten Stephan Wilhelm Sohn Franz Josef 23. 9. 1752) blieb ohne männliche Leibeserben und folgte ihm nun als Fürst nach den vorgenannten Bestimmungen und in dem mit dieser Würde verbundenen Majorate Philipp Josefs Sohn Franz Ulrich (geb. 23. 7 1726, f 10. 12. 1792). Des Letzteren Sohn Fürst Josef (geb. 12. 1. 1751, t 11. 8. 1798) vermälte sich am 23. 4. 1777 mit Bosa, Ferdinand lionaventura's Grafen von Harrach und der Bosa. geb. Gräfln von Harrach Tochter. Erbfrau der Herrschaften Freistadt und Ilarrachsthal (früher Schlüsselberg'sche Waldämter im Miihlviertel Oe.'s o. d. E., des Gutes Inzersdorf in N-Oe., dann von Eabcnstcin und Namiest in Mähren, welche ihm zwei Söhne gebar, den nachherigen Fürsten Ferdinand (geh: 4.12.1781, +8 11. 1812), nnd Franz de Paula Josef (geb. 22. 3. 1784, f 17. 11. 1828), welch' Letzterer als Besitzer der vorgenannten ob der Ens'schcn, von der Mutter überkommenen Güter im Jahro 1*20 und 1821 bei der Landtafel bücherlich eingetragen wurde und dieselben auf seinon gegenwärtig noch lebenden Sohn den Grafen Bndolf Kinsky von Wchinitz nnd Tettau (geb. 4. 6. 1815) vererbte. Dem Fürsten Ferdinand folgte dessen Sohn, Fürst Bndolf (geb. 30 3. 1802), welcher in dorn jugendlichen Alter von 32 Jahren zum Präsidenten dor Landesregierung und der Stände in Oe. o. d. E. berufen wurde und von Letzteren, ohne vorher gestelltes Gesuch, in Ansehung seiner Verdienste um das Land am 30. 12. 1835 in den altrudolfinisclien Herrenstand aufgenommen wnrde. — Fürst Budolf starb schon ain 27. 1. 1836 „an einem allgemeinen Entzündungsiiebcr", wie dio von seiner Gemalin, der Fürstin Wilhelmine geb. Grälin von Colloredo-Manns-feld ausgegebenen Parte besagten, worauf demselben der Sohn, Graf F'erdinand (geb. 22. 10. 1834) als Fürst und im Majorate Bucccdirte. (W.; N. S. Hoher Adel; H.-M ; Akten im Landesarchiv; Landtaf.; Jahrbücher der herald. Gesellschaft „Adler* 1875 und 1884;. Klrcliberg. (Taf. 46). Wappen: I. In Both zwei geschrägte, goldene Stroitkolben. — Gekr. Helm: Von Gold und Both gethcilte, aussen je mit drei goldenen Streitkolben bestockte Hörner. Decken: roth-golden. (B.-M.: IL An dem mir vorliegenden dem Stiftsarchiv zu Wilhering entnommenen Briefe Wernhart des Weickinger und Lenthold (I.) von Kirchberg, womit diese am 31. 1. 1322 bezeugen, dass der Güster von Wilhering dem Sohne des Chunrat Wolfger den Ilof zu Ternbach auf drei Jahre verliehen habe, hängt noch des Lcuthold v K. Siegel mit dem geschrägten Streitkolben). — II. (1624) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 von Both und Silber getheilt, oben ohne Bild, unten sechs (3, 2, 1) Eisenhiitlcin. — Zwei Helme, davon der erste gekrönt ist: 1. Von Gold und Both übereck getheilte Hörner, das rechte aussen mit drei Streitkolben besteckt, deren oberer und unterer, mit rothem Griif golden, der mittlere, mit goldenem Griff, roth ist, — das linke desgleichen mit drei Streitkolben besteckt, deren oberer uud unterer, mit goldenem Griff, roth, der mittlere, mit rothem Griff, golden ist. Deckcn: roth-golden. 2 Hoher, rother gekr., auf der Krone mit Pfauenstutz besteckter Hut mit silbernem Stülp, dieser mit den sechs (3, 2. 1) Eisonliütlcin belegt. Deckcn: blau-silbern, roth-silbern. (K. k. A. A.). Die Kirchborger, deren Ahnherr jener Ulricus de Chir-perch sein mag, welchcr um 1195 fünf Lehen in War-muudcs nach Zwettl gab und dio nicht mit jenen gleichnamigen Dynasten zu Kirchborg an der kleinen Laber in Bayern zn verwechseln sind, welche mit Chadelhoch erloschen, der 1234 als der Lotzte lebte uud sein Land dem Herzoge Ludwig von Bayern hinterliess. erscheinen mit Beginn der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts, vielleicht als eine Seitenlinie der Kirchbergcr in N. Oe., zu Kirchberg bei Schönhering im Ilausrnckviertel, ferner im Mühlviertel und gleichzeitig aber auch in N. Oe. begütert. Ihre Güter im Miihlviertel mögen vou einer Vcr-sippung mit den Falkensteinern hergerührt haben, worauf auch der bei ihnen vorkommende Taufname Galhoch hinweist. — Ulricns de Chirichperg bezeugte als Scüaun-berg'schcr Dienstmann am 23. 9. 1256 den Vergleich Heinrichs II. von Schauuberg mit dem liochstifto Fassau, wegen Gülten zu Loutoltsthal. Sein Bruder Carl sendeto am 4. 9. 1263 dem Bischöfe Otto von Passau seinen dritten Theil der Veste Chirichperg und alle S'jino Passau -sehen Lehen zwischen den beiden Miiheln auf und beide Vorgenannte, Ulrich und Carl, dann ihr Vetter Calhoch von Chirichporg vorkauften im Jahre 1267 mit Zustimmung ihres Lehensherrn. Ileinrich's II. von Schauuberg. ihr Gut in Kyzensberg (N.-Oe.) an dio Brlidor Chunrat und Friedrich dio Eisenboutel. OBERüSTEK REICHISCHER ADEL. 155 __Die anfängliche Stammreihe der Kirchherger ist folgende: Ulrich 1256—1272 Carl 1263 1267 Calhoch 1267 __Ottokar I. 1280 -1313 Loukurd 1312 — 1331_ Rudolf II. 1331 Hertneid 1312 Rudolf I. 1312 - 1331 ux. Alheid 1131 Leuthold I. 1312—1334; ux. Clara 1331 Cunrat 1331. Thomas 1331 Wernliart Jans 1347-1370; Landrichter 1347 o. d. E. 1360 u. 1370; ux. Elspet, Wittwe des Wolf Ach-leitner zu Almeck, Schwester des Heinrich Geumann 1360 u. 1368. Ottokar II. 1347; ux. Alheit 1347. Roinprecht t 1433 vor Erasmus 1433 f vor Leuthold II. 1398-140.r> Jakob 1374 - 1392 Sigmund + 1468. Die Kircliherger blieben bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts Schauuberg'sche Vasallen. Sigmnnd. welcher 1445 Anwalt der Grafschaft Schaunberg war uud welchem am 3. 3.1437 Graf Johann von Schaunberg als Belohnung für seine Dienste und dafür, dass er mit dem Grafen Bernhard im Gefolge des Herzogs Friedrich von Steiermark im Jahre vorher ins gelobte Land gefahren war, das Schloss Mistelbach nnd die Kammerhube zu Schönhcriug zu Leib- Soding verlieh, kaufte 1464 von Wolfgang von Walsee ic Herrschaft Egenberg im Traunviertel, mit welcher er am 28. 2. 1467 von Kaiser Friedrich III. belehnt wurde. Er vermälte sich 1431 in erster Ehe mit Dorothea des Woll'hart von Sinzendorf Tochter, in zweiter 1453 mit Barbara Geumann. Nach seinem zu Wilhering befindlichen Grabsteine ist er am 30. 11. 1468, Barbara am 29. 6. 1469 gestorben. Jörg zu Mistelbach und Egcnbcrg (1478—1493) und Erasmus (1476, 1478/ sind seine Söhne gewesen Wolf Kirchbergcr, dessen Gemalin Elconora 14*9 in zweiter Ehe init Caspar Prucschink vermält war. war wohl ein Sohn des Erasmus. — Jörg, welcher Mistelbach und Egenberg veräussert haben dürfte, hatte Margaretha Per-gerin am Perg zur Gemalin Seine Söhne Sebastian und Bernhard thcilten das Haus in zwei Linien. Bernhard erkaufte von den Erben nach seinem mütterlichen (Irossvatcr Bnger 1508 die passau'sche Lehen-achaft, Herrschaft und Schloss Viehofen in N.-Oe.. erhielt im Vereine mit seinem Bruder Sebastian 1514 durch Kaiser Maximilian den fonsuns den alten Stammsitz Kirchberg in Oe. o. d. E. wieder aufzubauen, brachte 1518 dio bisher vou den Kucfstciii inne gehabte Herrschaft Spitz a. d. Donau iu N.-Oo. und den Markt daselbst au sich und starb nach seinem Epitaph zu St. Pölten am Sonntag vor Martini 1531. Seine Gemalin Signna, nach Hob. eine Purgstaller, kommt zwischen 1512 und 1521 vor. — Sein Sohn Ludwig, zu Viehofen, nnd sein Enkel Wilhelm, zu - eisenbarg, Sohn des Hanns Kirchbergcr, sind 1566 als Mitglieder des Bitterstandes in Oe. o d. E. eingetragen, doch stimmt diese Angabe der Matrikel in Bezug auf den Ersteren nicht mit dem von Wissgrill wiedergegeben Epitaph zn St. Pölten, nach wclchciu Ludwig bereits am 31. 3. 1563 gestorben wäre. Desselben Tochter Anna ward am 13. 6. 1574 mit dem Freiherrn Johann Georg von Knefsteiu vermält, welcher Spitz durch Kauf neuerdings an seine Familie brachte. Wilhelms Sohn. Hanns Lndwig, empfing 1586 und 1604 als Geschlechtsältester Yiehofen von dem Hochstifto Passau zu Lehen und war 1596 Bitterstands-Verordncter in Oe. o. d. E. Durch ihn gedieh Seisenburg an Acbaz Fenzl zn Grueb. Seines jüngsten Bruders Hanns Adam Solln Georg Caspar partieipirte nicht, wie Wissgrill er-zält, an der der zweiten Linie 1623 zu Theil gewordenen Freihorrnstandserhebung, ebenso wenig Georg Achaz von Kirchberg, ein Sohn Georg Bernhard's und ebenfalls Enkel des Wilhelm v. K. zu Seisenbnrg. so dass diese Liuio überhaupt nicht in den Freiherrnstand gelangte. — Georg Kaspars Sohn Otto Ebronreich v. K. zu Vieholon führte als Adoptivsohn des treiherrn Johann Carl Otto von l'anuiz dessen Namen sammt dem seinen, welche Vereinigung sich anf seinen ältesten Sohn Carl Friedrich vererbte der ohne männliche Descendenz blieb. Zu Lebzeiten des Letzteren. oder bald nach seinem Tode kam die Herrschaft Vichofen an die Grafen von Kucfstein, durch den Grafen Johann Ferdinand (geb. 16"6, f 1755; erworben. -- Mit Nikolaus Joseph, einem Sohue des Platzmajors zu Raab in Ungarn Michael l'oter von Kirchberg i.f 1727), — dieser ein Brnder des vorgenannten Carl Friedrich —' ist diese sogenannte Seiscnburgcr Linie 1747 abgegangen. Aus der zweiten von Sebastian, Bernhards Brnder, absteigenden Linie wurden die Brüder Otto Josef und Carl durch Kaiser Ferdinand II. d. d Wien 5. 12. 1623 mit dem Rechte in den Freiherrnstand erhoben sich „Edle oder Frciherrii von Kirchberg und Herrn von Enscgg" zu nennen und erhielten mit weiterem kaiserlichen Diplome d. d. 14. 3. 1621 die Bewilligung zur Vereinigung ihres Wappens mit jenem der .von Boplingen*. Es hat sich nicht erruireu lassen, auf welche Gründe sich diese ^ appenVereinigung basirte. Hoheneck und nach diesem Wissgrill nennen in ihrer ganz fehlerhaften Genealogie dieses Geschlechtes als Urgrossvater der beiden vorgenannten Brüder einen Andreas von Kirchberg, der Üeli-gions halber um 1527 oder 1528 nach Schwaben emigrirt sein und dort eine „von Böckingen- gechelichthaben soll. Ich habe dessen wegen der Achnlichkeit letzteren Namens mit jenem der von Boplingen erwähnen wollen, wenn anch sonst gar keine Beweise dafür vorhanden sind, dass eiu Andreas v. K., der in Berücksichtigung der hier genannten Jahreszahlen nur ein Sohn des Stammvaters dieser Linie, Sebastian. sein könnte, in der Familio überhaupt existirte. Von den vorgenannten beiden Brüdern war Carl Domher zu Passau und 16ü6 dieses Hocbstiftes Oft'izial und Lehenpropst iu N.-Oe. - Otto Joseph hatte Herrschaft nnd Schloss Ensegg laut kaiserlicher Vcrschreibung d. d. Wien 11 9 1620 pfandweise, seit 1623 erbeigeuthümlich inne. wnrdc unter dem 21. 5. 1627 in den Herrcnstaud Oe.'s o. d. E. aufgenommen nnd 1633 zum u.-ii.'schen Begierungsrat he ernannt. Desselben jüngster Sohn Otto Ludwig (t 21. 7. 1617; überkam Ensegg, welches er au seine Gemalin Begina Freyin von lloyos vererbte, aus deren Nachlasse David Ungnad erster Graf von Weisscn-wolf diese Herrschaft an sich brachte. Otto Joseph s ältester Sohn, Freiherr Christof Sigmnnd, 1639 als Geschlcchtsältcster mit Viehofen belehnt, vermählte Bich mit Eva Lamplin von Frohnspurg, die ihm die n.-ö.'schc Herrschaft Hangstorf und den Markt daselbst znbrachte, welcher Besitz auf den Sohn JoBef Ignatz übergieng. der alB letzter Mannessprosse dieser Linie (?) 156 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. ain 25. 2. 1098 starb Seine Wittwe Francisca Polixena geb. Freyin von Schöneschall, in zweiter Ehe vermählt mit Christoph Ehrenreicli Grafen von Schallonberg, errichtete mit Testament d. d. Wien 25. 1. 1700 ans dem Nachlasse ihres ersten Hemals mit dem Gate Hangstorf nnd einem Hause in der Vorstadt Wiens St. Ulrich eine Stiftung für adelige Knaben. (K. k. A. A.: U.-B.: Stiftsarchiv zn Wilhering; Strnadt-Penerbach; H. AI ; H.; W.; N. S. erloschene bayer. Geschlechter). Kodolltgch. (.Taf. 46). Wappen: Von Silber uud Blau gespalten. Vorn ein blauer 3Ierkurstab, hinten ein silberner, mit einer Pfeilspitze schräg besteckter Bing (Marszei-hen). — Gekr. Helm: Von Blau nnd Silber getheilter Flügel. Decken: blau-silbern. Mit Diplom d d. Wien 11. 4. 1736 wurde der Eisenhändler zu Badkersburg in Steiermark Franz Xav. Kodo-litsch mit dem Ehrenworte „Edler von" durch Kaiser Josef II. in den Adelstaud erhoben. Aus dieser Familie hat Oktavian Edler von Kodolitsch das landtäfliche Gut Oberweiss im Traunviertel vom Jahre 1866—1871 besessen. (K. k. A.-A.; Landt.). Holler 1. (Taf. 46.'. Wappen: Geviert. 1 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 2 nnd 3 in Roth aus dein Spalt kommend, in weissem Aermel ein einen gesenkten, doppelten, silbernen Anker haltender Arm. 4 in Gold wachsend ein natürlicher Bär mit einem ausgerissenen grünen Bauino in beiden Pranken. — Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen offenem schwarzem Fluge wachsend ein Jüngling, in rothem, silbern ansgeschlagencn Bocke, eine eiserne Pickelhaube auf dem Haupte, den Schildesanker über der linken Schulter tragend. Decken schwarz-golden. 2. Der gekr., wachsende Bär mit dem Baume. Decken: roth-silbern. (K. k. A. A.). Mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome d. d. Wien 8. 5. 1741 wurde dem Inhaber und Besitzer des freien Stiegel- und Lilieuliofes nächst Steyr Johann Adam Koller der Bitterstaud verliehen und mit kaiserl. Rescript von dem nämlichen Datum den Ständen in Oe. o. d. E. initgetheilt, dass diese Standeserhöhung, und zwar auf des Erwerbers alleruiiterthiiiiigstcs Anlangen uud in Ansehung seiner nnd seiner Voreltern und Verwandten geleisteten treugehorsamsten Dienste vollzogen worden sei. Die Landmannschaft in Oe. o. d. E. erlangte Johann Adam Edler von Koller, oder dessen etwaige Descendenz, über welche nichts in Erfahrung gebracht wnrde, nicht. — (K. k. A. A.; Akten im Landesarcli.;. Koller II. (Taf 46). Wappen: Durch einen von Blau und Gold längsgo-theilten Schräglinksbalken von Silber und Roth getlieilt; oben drei (2, 1) rotho, unten drei (1, 2) silberne Rosen. — Zwei gekr. Helme: 1. Wie das obere Feld bezeichneter Flügel. Decken: roth-silbern. 2. Wie das untere Feld bezeichneter Flügel. Decken: blan-golden. Der kaiserl. Hofrath und Director der Staatsraths-Kanzlui Josef Koller wurde für seine Verdienste im Amte mit Diplom d. d. Wien 20. 1. 1783 in den Ritterstand mit dem Ehrenworte „von" erhoben. Derselbe bat mit Gesuch vom 26. 9. 1786 an die beiden oberen politischen Stände Oe.'s o. d. E. um die Erthvilnng der Landmannschaft, worauf ihm diese am 20. August des gleichen Jahres verliehen worden ist. Mit Bericht der n.- ö.'schen Begierung vom 6.10.1846 wurde der k. k. vereinigten Hofkanzlei mitgetheilt, dass mit dem um 16. September laufenden Jahres erfolgten Tode des Franz Bitter vou Koller diese I'ainilie im Mannesstamme erloschen sei. Die Parte bei diesem Anlusso wurden von den Neffen und Universalerben Carl nnd Johann Bapt. Freiherrn von Moser ausgegeben. (R-M.; Akten im Landesarcli.). Hollonltx (Taf. 46, 47). Wappen: I. (Stammwappen) In Roth oin goldenes Wagenrad. — Kleinod: Geschlossener rother, mit dem Bad belegter Flug. Decken: roth golden. — II. (Vermehrtes) Von Silber nnd Both gethcilt; oben wachsend oin natürlicher Wolf, unten das goldene Wagenrad. — Gekr. Helm : Zwischen offenem, rechts von Gold und Roth, links von Roth und Silber gctheiltem Flug der natürliche wachsende Wolf. Decken: roth-golden. roth-silberu. (H.-M ). — III. iFreiherrliches?) Von Silber und Roth goviert. 1 nnd 4 aufspringender, natürlicher Wolf. 2 und 3 das goldene Rad. Zwei gekr. Helme: 1. Das Kleinod von II. Decken: roth-silbern. 2. Stammkleinod. Docken: roth-golde-n. (H.-M.). — IV. (Kolnitz) Geviert, mit Herzschild. dieser gespalten: Vorn in Schwarz ein silbernes Dreieck (eigentlich eine, auf ihrer Basis stellende Pyramide), hinten in Roth, aufrecht gestellt, ein goldenes Fischgcrippe. 1 nud 4 in Both ein silberner Schrägbalken, oben mit drei silbernen Lindenblättern besetzt, •£ und 3 in ßoth ein natürlicher Panther. — Drei gekr. Helme: 1. Silberner, schwarz gefleckter, an dem Behäng mit einem Andreaskreuz bezeichneter Bruckeurumpf. Decken: schwarz-silbern. 2. Vor drei rothen Struussenfedern das goldeno Fischgerippe, waagrecht gestellt. Decken: roth-golden. 3. Der natürliche Panther sitzend Decken: roth-silbern. (J. Bartsch Wappenbuch 1567, Neudruck 1872 — Das Kollonitz sehe Wappen wurde anlässücli der Grafcnstandscrhebungeii mit dem Kolnitz'sclion vereinigt. Ich habe keine Versippung dieser zwei Geschlechter und damit einen Grund zu der Wappcuvereinigung finden können Sollte Letztere ihren Anlass in der Na-ruensiihnlichkeic und etwa einer Sage von gleicher Abstammung gehabt haben V — In dem vurbeschriebeucn Ivoliiitz'schüU Schild linden sich wieder anfgeerbte Wappen: Das Stammschild ist mit jenem von Triebenegg goviert. Eigentlich führten Letztore in Both einen auf schräganstcigendein Felsen emporklimmenden, am Schwanz gestiimmelten Leopard. Die hintere Spalthälfte desllerz-schildos ist das Stammwappen der gleichfalls steiermärki-schen Gradner, das diese ebenfalls im Herzschild führten, hierzu im gevierton Riickschild in 1 und 4 eine Kirchenfahne. wegen ihrer Herrschaft Fahnstetten, in 2 und 3 einen schwarzen Balken wogen der anfgeerliten von Go-nobitz. Ob das Wappen dieser Letzteren, dessen Schil-destinetur mir nicht bekannt geworden, in der vorderen Spalthälfte des Kolnitz'schen Herzschildes fehlerhaft dargestellt ist. oder ob dieso vordere schwarze Spalthälfte mit dem silbernen Dreieck eines andern l'rsprnnges ist. habe ich bis nun nicht erfahren). — V. (Grafen von Kollonitz) Zweimal gespalten, einmal getheilt. mit dem Schild von III als Herzschild. 1 und 6 in Both der silberne oben mit den Lindenblättern besetzte Schrägbalken. 2 in Schwarz das silberne Dreieck (Pyramide.). 3 und 4 in Both der natürliche Leopaid. 5 in Both das anfrechtc goldene Fischgerippe. — Fünf gekr. Ilelme: 1. Der silberne, schwarz gefleckto, am Behäng mit dem schwarzen Andreaskreuz bezeichnete Brackenrnmpf. Decken: roth-golden. 2. Dio drei rothen Straussenfedern, davor das waagrechte, goldene Fischgerippu. Decken: 'roth-golden. 3. Stammkleinod. Decken: roth-golden, roth-silbern. 4. Der wachsende, natürliche Wolf zwischen offenem, rechts von Roth und Silber, links von Gold und Roth getheiltem Finge. Decken: roth-silbern. 5. Der sitzende, natiirRche OBERÖSTEi! REICHISCHER ADEL. 162 Leopard. Decken: roth-silbern. (H.-M. nnd legal. Copie der Ahnentafel der Maria Eleonora Gräfin von Eollonitz, Gemalin des Grafen Franz Josef von Traun!. Die Kollonitz sollen schon im XIII. Jahrhundert anf Kollegrad in Kroatien gesessen gewesen sein. — Johann K. von Kollegrad, mit welchem die ununterbrochene Stammreihe beginnt, zog um 1442 aus seiner Heimath nach der Steiermark, wo sein Sohn Georg im Jahre 1492 die Veste Burg-Schleinitz in Untersteiermark erbaute und sich mit Barbara von Botthal vermälte. die ihm ausser mehreren anderen Söhnen den Seyfried gebar, der als Aeltester Burg Schleinitz überkam". 1527 Bath und Regent des Regiments der n. ö.'sehen Lande, dann 1552 kaiserl. Hofkammerrath wurde. Fiir seine Verdienste um die Verteidigung Wien's 1529 gegen den Erbfeind hatto er von Karl V. den Ritterschlag und des Kaisers Rild-niss an goldener Kette erhalten. — Als im Jahre 1566 im Besitze von Klingenberg im Machlandc ist Seyfried v. K. in der Herrenstandsmatrikel Oo.'s o. d. E. eingetragen , — eine jener zahlreichen Ungenauigkeiten, welchen man dort begegnet. Seyfried verliess dieses Zeitliche schon zehn Jahre vorher, starb am 17. 11. 1 «05 und wnrde in der Michaeler Kirche zn Wien begraben. Erst sein Sohn Gabriel hatte in den Jahren l-rS2 und 1583 Klingenberg, das dann. 159G. Lorenz Scliiittcr besass, und den Markt Miinzbach im Machlandc pfandweise inne, wie dies Wissgrill dem kaiserl. Hofkammerarchive entnahm. Seyfried hatte von seiner ersten Gemalin Johann von Ürczon V) fünf Söhne, von welchen Cabriel. Johann Bartholomäus nnd Georg Seyfried, dann des zu dieser Zeit schon verstorbenen ältesten, Ferdinand, Söhne Adam und Georg in Berücksichtigung der Verdienste ihres Vaters, bezüglich Grossvaters, Seyfried v. K. und ihrer eigenen von Kaiser Budolf II. d. d. Wien 1. 9. 1583 den Beichs-und erbländischcn Freiherrnstand erhielten - Ferdinand, Gabriel und Georg Seyfried begründeten drei Linien. Die stc-iermärkische Linie, aus welcher des Stammvaters F'erdinand nnd dessen erster Gemalin Maria von Triebenegg Sohn, Freiherr Adam in seiner Ehe mit Johanna F'reiin von Stadl neben anderen die Söhne Otto Gottfried und den nachherigen Deutsch < irdens-Comtlmr zu Laibach Erasmus Ferdinand gewann, welche beide durch K. F'erdinand III. d. d. Pressburg 12. 1. 1688 den Beibhsgrafenstand erlangten, und von wolchen Otto Gottfried mit der Herrschaft Freiberg in Steiermark ein Majorat errichtete, ist mit des Letzteren Sohne Otto Seyfried Grafen Kollonitz von Kollcgrad 1675 wieder erloschen. Aus der zweiten Linie erkaufte der Stammvater Freiherr Gabriel v. K., 1582 und 1588 zn Klingenberg und Münzbach, am 11. 3. 1583 Gut und Veste Haindorf ob der Bielach (1654 wieder veräussert', welchen Besitz er seinem ältesten Sohne Georg vererbte, während der jüngere, Johann Bapt. i+ 25. 10. 1640'. durch seine erste Ehe mit Eva von Fürst in den Besitz von Ulrichskirchen in N. Oe. gelangte, welche Herrschaft derselbe seiner dritten < lemalin Maria Eusebia Freiin von Brennner nnd die ebenfalls von ihm erworbene Herrschaft Ober-Sieben -brnnn im Marchfeldc seines Bruders Georg Sohne. F'erdinand Seyfried, hinterliess. Mit Letzterem, dessen Sohn Georg Sigismund jung in kaiserlichen Kriegsdiensten starb, ist auch diese Linie wieder abgegangen. Die dritte österreichische Linie theilte sich mit des Stammvaters Georg Seyfried, Herrn zn Jedespeugen in N.-Oe., Söhnen, Johann Georg und Ernst in zwei Unterlinien. Ernst erwarb durch seine erste Gemalin Sabina Freiin von Sonderdorf die Herrschaft Kirchberg am Wald im V. 0. M. B. nnd wurde mit seiner und seines verstorbenen BrudcTS Johann Georg Deseendenz von K. Ferdinand III. mit Diplom d. d. Pressburg 8. 12. 1637 in den Gra'en- IV. 5. stand erhoben. Sein aus der zweiten Ehe mit Anna Elisabeth F'reiin von Kuefstcin erzeugter Sohn Ferdinand Emerich (f 1G95) erbte nach dem Abgange der steicr-märkischen Linie die Fideicommiss-Herrschaft Freiberg, die er jedoch noch vor seinem Tode an seinen jüngeren Bruder Georg M ilhelm abtrat, mit welchem diese Unterlinie 1707 endete, nachdem des Letzteren einziger Sohn aus der Ehe mit Maria Cacilia Gräfin von Verdenberg, — Ferdinand Ernst, — im Jahre vorher zu Siena gestorben war. Aus der älteren österreichischen Unterlinic verlieh K. Leopold I. den Söhnen des Stammvaters Johann Georg, nämlich Christoph Ferdinand, Johann Seyfried. Johann Ulrich. Georg Seyfried und Heinrich Kari Grafen Kollonitz von Kollcgrad 1670 Markt. Schloss und Herrschaft Gross-Schützen im I'ressbnrger Comitate, welcher Besitz durch Vergleich vom 10. 5. 1676 in das Alleinc-igenthum Johann Ulricli's übergieng, welcher mit seiner ersten Gemalin Begina Sidonia F'reiin von Trauttmansdorlf den Sohn Johann Sigismund, mit der Zweiten, Eva Katharina F'reiin von Windischgrätz. abgesehen von anderen Kindern, die Tochter Maria Polixena erzeugte, welche 1684 mit Laurentius F'reiherrn Zay von Zay-Ugrocs und l 'sömcr vermalt wnrde. Des vorgenannten Johann Sigismund und der Begina Elisabeth geb. F'reiin von Speidl Sohn Sigismund, 1716 Bischof, dann 1723 erster Fürst-Erzbischof von Wien, vereinigte nach den Ableben seiner Brüder und dem Erlöschen der übrigen Linien dieses Geschlcchtes den gesummten Besitz. — Gross-Schützen. F'reiberg, Jedespeugen uml Ober-Siebcnbrnnn. — in seinen Händen, welchen er auf des obigen Laurentius F'reiherrn von Zay und dessen Gemalin Maria-Polixcna Sohn, den von ihm adoptirten Ladislaus vererbte, der mit kaiserl Conscnso vom 12. 6. 1728 Namen uud Wappen von Zay vollkommen ablegte. Dieses Ladislaus Grafen Kollonitz von Kollegrad Deseendenz ist mit dem Grafen Maximilian (geb. 8. 1. 1799, f zu Gross-Schützen 17. 6. 1874; neuerlich im Mannesstammc erloschen. (H.-M.; Bartsch-Wappenbuch Neudruck 1872; Jahresbuch des herald. Vereines Adler 1872; Steiermärk'-sches Landesarchiv, W.; gräfl. Taschenb. . Kelnwnn. (Taf. 47). Wappen: Im Schild ein Adlerrumpf. (B.-M. und IL, wo die Tinkturen mit Silber und Schwarz bezeichnet sind). Die Kolmann erscheinen im ersten Gültenbuch 1526 als Landlente in Oe. o. d. E. — Dem Gabriel K. verschrieb Kaiser Friedrich III. im Jahre 1492 1200 Pf. .4. auf die Herrschaft Hollcnburg. Als kaiserl. Burgvogt zu Wels steht derselbe in dem am Mittwoch vor dem Ant-lasstage 1527 datirten Heirathsbriefe des Benedikt Heff-ter zu Helft und der Margaretha Pernerin von Schachen als Zeuge. (B.-M.; II.). KöInpiVch. (Taf. 47). Wappen: I. Von Schwarz und Gold getheilt, darin 3 (2, 1) Steinbocksköpfe in verwechselten Tinctureii. (Nach Prcuenliubcr). — IL (1562) Goviert. 1 und 4 von Silber und Schwarz gctheilt. 2 und 3 in Gold Kopf und Hals eines schwarzen Steinbock. — Zwei gekr. Helme: 1. Von Silber und Schwarz geteilte, in den Mundlöchern je mit drei, schwarz-silbern-schwarzen Stranssenfedern besteckte Hörner. Decken: schwarz - silbern. 2. Der Steinbock wachsend. Decken: schwarz-golden (H.-M.). Die Kölnpöck, früher Kölnpacli, stammen nach Wi-guleus Hund aus Bayern, wo sie auf ihrem gleichnamigen Hause, — jetzt Grossköllnbach im Bezirksamte Landau, 40 158 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. — sassen und in ihrer zugehörigen Pfarrkirche zu Pils-ting begraben wurden. Zu Zeiten des vorgenannten bayerischen Genealogen soll dort noch der Stein des 1852 verstorbenen Eglof von Kölnbach, Ritters, zu sehen gewesen sein. Balthasar Kölnpöck von Kölnbach hiuterliess einen nnvogtbaren Sohn. Andreas, der. wie ebenfalls W. Hund erzählt, durch seine Vormünder des ganzen ererbten Vermögens verlustig wurde, desshalb in Fugger'sche Handelsdienste trat und in diesen nach Freistadt in Oe. o. d. E. kam, wo er eines reichen Bürgers, des Hanns Schmid-leuthner Tochter, zur Ehewirthin nahm, die ihm am Samstag vor St. Elisabeth 1484 ihr ganzes Vermögen testirte. Nach deren Tode liess er sich in zweiter Eho mit einer l!orer von Borawising trauen, dann in dritter mit einer Wittwe unbekannten Namens, schliesslich 1526 mit Anna, des Hieronymus Oefterl, Bürgers zu Ens, Tochter. Nur von der ersten Gemalin wurde ihm ein Sohn. Nicoians, geboren, welcher seinen alten, vou dem Vater zurückgelegten Adel nachwies und hierüber von Kaiser Karl V. 153S eine Bestätigung, ferner von K. Ferdinand I. im Jahre 1562 eine Wappenbessernng erhielt. Er erwarb 1555 käuflich das Schloss Ottsdorf mit den Sitzen Hil-prechting und Thalheim im Traunvicrtel 1552 pfandweise. 1560 aber erbeigenthümlicli die Herrschaft Sallaberg und Vogtei Hag in N.-Oe. und die Landmannschaft in Oe. o. und u. d, E. — Seiu Sohn Johannes vermehrte den väterlichen Besitz durch den Ankauf der Herrschaft Nieder-Wallsee in N.-Oe. nnd liintcrliess sein gesummtes bedeutendes Vermögen dem mindeij ährigen Sohne Ninirod, welcher hierzu noch 159(1 aus Hackelberg'schen Händen dio Herrschaft Höhenberg im Traunvicrtel erstand und im nämlichen Jahro. wie Holl, mitthcilt, unter Entfaltung aller Pracht, sein fürstliches Beilager mit Salome von Sinzendorf hielt. - Einen grellen Contrast hierzu bildete sein im .lahre 1621 zu Ens abgehaltenes Leielienbegäug-niss. Er hatto in den 31 Jahren seiner Ehe. der Alchimie zugethan, sein ganzes Vermögen, alle Herrschaften und Güter „in Bauch aufgehen lassen*. — Von seinen acht Söhnen erheiratete Hanns Jakob durch seine zweite Ehe mit Anna Maria Panichner zu Dorf a. d. Ens den halben Antheil letzteren Besitzes, welchen er an seinen Sohn Georg Ehrenreich hiuterliess. der im Jahre 1658 mit Eva Eleonora von Hoheneck Hochzeit hielt und mit dieser den Wolf Ehronreich erzeugte, welcher nach seiner kinderlosen Ehe mit Maria Cordula Spindler von Hofegg das Geschlecht am 22. 7. 1712 beschloss. — Dorf a. d. E. war schon von seinem Vater an die Stettner von Grabenhof veräussert worden. (Wig. Hund III.: R-M.; H.; W.). ■i.oiu«>l«>F (Kemeter, Khemeter, Kömeter). (Taf. 47). W appeu: I. (Stammwappen nach der Besserung vom Jahre 1534 . In Schwarz ein goldener Balken, über das Ganze ein farbengewecliselter Adler. — Gekr. Helm;: Der Adler. Decken: schwarz-golden. — II. (1626) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Gold wachsend ein gekr. Greis iu rothem Rock, darüber einen langen. blauen, golden ausgesehlagenen zweiten Rock (Königsfeld). — Zwei gekr. Helme: 1 Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. 2. Das Bild von Königsfeld. Decken: roth-golden. — III. (1670) Geviert, mit dem Stammwappen im llcrzschild. 1 und 4 in Silber ein rother Pfahl (Kemmat, (Kemmetter), zu Ach in Bayern). 2 und 8 in Gold wachsend ein gekrönter Jüngling in rothem. silbern ausgeschlagenen Bocke mit weitem blauen Mantel (wegen Königsfeld). — Drei gekr. Helme: 1. Wie das 1. Feld bezeichneter Brackenrumpf. Deckon: roth-silbern. 2. Stummkleinod. Decken: schwarz golden. 3. Das Bild des 2. Feldes. Decken: roth-golden. Hanns Kemetter aus Radkersburg in Untcrstcinrmark erhielt von Kaiser Ferdinand I. rittermässige Adelsfreiheiten und war 1578 Abgesandter der vorgenannten Stadt auf dein Landtage zu Bruck a. d. Mur. Er wurde d. d. Graz 10. 1. 1584 durch Erzherzog Karl mit einer Besserung seines Wappens in den crbländischen Adclstand erhoben und 1607. - er nannte sich damals „zu Tribein," — unter die kämthner Landständo aufgenommen. Seinem Sohne Hanns II. Keincter zn Triiebwein bestätigte Kaiser Ferdinand II. zn Wien am 24. 10 1626 den rittermässigen Adelstand für das Reicli und die Erblande und vereinigte sein Wappen mit jenem der nahe verwandten Königsfelder, die iu ihrem Zweige zu Radkersburg damals eben erloschen waren. Jener Leopold Khemctter zu Triebein, welcher unter dem 12. 2. 1636 in den jungen, 8. 8. 1640 in den alten Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen wurde, dürfte vielleicht sein jüngerer Bruder, oder ein Bruderssohn gewesen sein, wenn er nicht etwa ein Sohn Hanns II. selbst gewesen ist und dieser neben drei bekannten männlichen Leibeserben eben noch eiuen vieiten Sohn Leopold hatte, über dessen etwaige Descendenz jedoch weiter nichts verlautet. Von den drei bekannten Söhnen Hanns des Jüngeren war Hanns Karl Khemeter zu Tribein und Trettendorf auf Sablonhof, Landrath in Kärnthen und mit einer Freiin von Pranckli vermält, und Johann Bernhard hatte eine Freiin von Aichiburg, Georg Sigmund Mario von Spangstein zur Gemalin. — D. d. Wien 11. 11. 1670 erhob Kaiser Loopold I. die beiden älteren Brüder und die Söhne des mittlerweile verstorbenen Georg Sigmund unter gleichzeitiger Vermehrung des bisher geführten Wappens mit Schild uud Helm der Kemmat in Bayern, uud dem Titel „Freiherrn zu Triiboiu, Herrn auf Ncidenstein" in den Reichs- und erbländischen Freiherrustand. Freiherr Wolf Friedrich Kometter zu Trübein, der Nachkomme eines der drei Vorgenannten, welcher zuletzt 1719 auf dem Landtage zu Kiagenfurt erschien, hatte keine Söhne und setzte seine Gemaliu Katharina und die Tochter Marie Therese vermfilto Freifrau von Manndorf zu Erbinnen von Neidenstein ein. seinen nahen Verwandten, wahrscheinlich Geschwister-Enkel. Johann Bernhard II. übergehend, dessen Descendenz nicht nur verarmte, sondern auch in den bürgerlichen Stand zurücktrat und erst mit deu Brüdern Johann Bapt., welcher l'uchenstein bei Unter-Draubiug in Steiermark erwarb, und Georg, dar Seltenheini in Kärnthen an sich brachte, d. d Wien 10. 9. IS 18 eine ministerielle Bestätigung des Freiherrnstandes, in welchem dio Familie nun weiter fortblüht, wieder erlangte. (N. S. Kämthner Adel; R.-M.; H.). HonigMiuarrk. (Taf. 47). Wappen: I. In Silber drei rothe linke Seitenspitzen. — Gekr Helm: Wachsend ein gekr. Weib in von Silber und Roth gespaltenem Kleide, in der Rechten einen goldenen Deckelbecher haltend, die Linke in die Seite gestützt. Decken: roth-silbern (R.-M.). — IL Gräfliches). Goviert mit dem Stainmwappen im Herzschild, 1 in Blau ein goldener Löwe einen silbernen Schlüssel, mit dem Barte aufwärts, in beiden Pranken haltend 2 in Gold auf silbernem Rosse mit schwarzer Decke ein Geharnischter. einen Befehlshaberstab in der Rechten. 3 durch eine rothe Bogenbrückn. darauf ein Thurm, von Silber und Blau schräggetheilt. 4 iu ISlau ein goldener Löwe ein silborncs Pussionskreuz in beiden Prankon vor sich haltend. — Drei gekr Helme: 1. Der Löwe, mit dem Schlüssel, wachsend, 2. Das gekr. Weib des Staminwappeiis, in silbernem Kleid, statt des Bechers einen Zweig mit drei Rosen in der Rechten haltend. 3. Ein Geharnischter, dessen Helm mit drei, roth-silbern-rothen Straussenfedern besteckt ist, in der Rochton ein rothos Bannor, in OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 159 der Linken das silberne Passionskreuz haltend. Decken: durchaus roth-silbern 'Kncschke, welcher wie N .S. preus-sische Grafen die Bilder des 1.. 2. und 4. Feldes auswärts gewendet angiebt'. In der o. d. E.'schen Bitterstands-Matrikel ist mit dem Königsmark'schen Stammwappen Andreas von Königsmark eingetragen. — Wenn es überhaupt wahr ist, dass ein Mitglied dieses Geschlechtes hierlands je die Landmannschaft erlangte. — die Anmerkung in der Matrikel, dass Andreas v. K. um 15G6 in Oe o. d. E begütert war. ist jedenfalls unglaubwürdig, — so kann in dem Godaciiten. da jener Andreas v. K.. der li51 als Protestant Domherr im Stitte zu Hildesheim, dann Domherr zu Brandenburg wurde und mit Hippolyte von Bochow verehelicht war nicht in Betracht zu kommen vermag, nur Andreas Joachim Christoph von Königsmark vermnthet worden, welcher als kaiserlicher General unter Kaiser Rudolf IL ruhmreich wider den Erbfeind stritt uud durch seine Ehe mit Dorothea von Bülow der gemeinsame Stammvater aller Nachfolgenden seines Namens wurde. Dio Königsmark erscheinen auf ihrem gleichnamigen Hause in den Marken diesseits der Elbe znerst im .Tahre 1226 mit Ilonricns de Kongesmark urkundlich, verbreiteten sich schon im XIV. Jahrhundert nach Schwellen, während der zurückgebliebene Hauptstamm sich mit den Enkeln des oben genannten Andreas Joachim Christoph, den Söhnen ( hristoph ('onrad's, nämlich Hanns ( hristoph (t 1(163) und Joachim Christoph in zwei Hanptlinien theiltc,' von denen die erstere ebenfalls nach Schweden hinüberzog nnd am 2. 7. 1691 mit dem chursächsischen General Philipp Christoph Grafen von Königsmark erlosch, welcher sein allbekanntes, räthselhaftes Endo zu Hannover fand. Aus der jüngeren, märkischen Hauptlinie wurde Hanns Valentin Ferdinand v. K. (geb. 7. 6. 1773, f 2,i- H-1 H-iO) von König Friedrich Wilhelm III. von Preussen nnter gleichzeitiger Vermehrung seines Wappens mit jenem der abgegangenen schwedischen Hauptlinie im Jahre 1817 in den Grafeustand erhoben. — Seine Descendenz aus der Ehe mit Henriette vjn Strncuscc theilte sich mit den .Söhnen Hanns Karl Albrecht (geb. 15. 9. 1799, f „ 11. 4. 1876), Hanns Wilhelm Adolf (geb. 7. 10. 1802, und Hanns Ludwig Otto (geb. 2. 3. 1815; in die drei gegenwärtig blühenden Linien. (R.-M.; Kneschkes Grafenhäuser der Gegenwart; N. S. preuss. Grafen; Nachrichten zur Geschichte des Geschlechtes der Grafen v. Königsmark von Hcsekiel). Krallt. (Taf. 47). Wappen: I. In Silber eine gestürzte blaue Schräg-sjdtze. - Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: blau-silbern (R.-M.; H.i. -- II. In Gold eine gestürzte, schwarze Schräglinksspitze. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel Decken: schwarz-golden. (N. S. f bayer. Geschlechter . Freiherr von Hoheneck liess sich durch die Namensgleichheit verleiten dio KralFt, welche später auch Mars-pacli im Miihlviertel besassen, von den bayerischen Kralft zu Grünbach, Pfarre Bockhorn, Bezirksamt Erding, herzuleiten, welch Letztere früher .Schreiber" hiessen und von Wig. Hund beschrieben wurden. F2s ist diese Annahme eine offenbar falsche uud sind diu Kralft. um welche es sich hier handelt unzweifelhaft ein ritterbürtiges Passauer Geschlecht gewesen. Friedrich „der Kraft von Paz/.aw" war 1377 Richter zu Linz und verlieh ihm, als oberstem Amtmann zu Gmnnden. Herzog Albrecht 1396 die Herrschaft Wildenstein am Lauften leibgedingsweise. An Lorenz Kralft. welcher am 25. 7. 1443 als „Kraft zu Weidenholz" (Hausrnckviertel) in einer Gmundener Urkunde erscheint, war um 1430 die Veste Marspach durch das Hochstift Passau verpfändet worden; er trat die letztgenannte Herrschalt jedoch im Jahre 1432 mit Einwilligung des Bischofes Leonhart an seinen Bruder Stephan ab, welcher 1416—1429 Plleger zu Steyr gewesen war. am 18. 5. 1433 starb und zu Gleink begraben wurde. Des Letzteren Söhne Kaspar und Hanns die Chralften theilten am 27. 4. 1443 ihr Erbe; ein Drittel des Ganzen erhielt ihres Vaters Wittwe, die übrigen zwei Drittel fielen ihnen seihst zu und zwar erhielt der Jüngere. Hanns ausser einem Drittel des Schlosses .Marspach, ein Gut ram Hof-, drei zu dem Dorf (Pfarre Niederkapell) eines zu Ahornberg, eines zu Lichteucck (bei Klozing), eines zu Krönlarn. eines zu Chunratzdorf, eines zu Mayring (Pf. Pfarrkirchen), eines zu Eberhartzdorll'(Fibersdorf, Pf. Pfarrkirchen!. eines zu Wulden i Wullu, Pf. Pntzleinstorf-, eines zu Schrötentopel tSchratentobl Pf. Pfarrkirchen) eines zu Huntfelling, otc. — Kaspar erhiult ausser seinem Antheil an Marspach ebenfalls verschiedene im Miihlviertel gelegene Güter, darunter, ebenso wie sein Bruder . mehrere durch Stephan Krafl't von den Starheinbergern erkaufte,Besitzungen. Ans der Mautli von Passau, woselbst ihrem Vater 200 Pf. ^S. angewiesen waren, bekam Jeder seinen Thcil. Im Falle eines Verkaufes soll Jeder sein Drittel des Schlosses dein Bruder zuerst anfeilen. Kaspar der Krall't tritt im Jahre 144H anch als bi-schöfl. I'llegcr zn Marspach auf. Stephan Krall'r zu Marspach, natürlich ein Jüngerer nnd nicht der Pfleger zu Steyr. und seine Hansfrau Ursula, des Simon Kaplan zu Tandleinsbach Tochter, brachten 1455 den Hof zu h'az-prenning bei Marspach durch Tausch von Mertein dem Oeder au sich. Dieses Stephans Sohn Bernhard verpfändete 1493 Marspach, - das nun nicht mehr an die Krafft zurückkam an seinen Schwager Othinar den Oberhai-mcr. — Friedrich der Chrafft war 14H5 Dichter zu Pas3au. Mit Georg K.. Bürger zu Passau. ist das Geschlecht erloschen, wie ich im Neuen Sicbin. finde, wo letztere Bemerkung ohno Angabe einer Jahreszahl angeführt ist. — (Wig. Hund III.; Strnadt-Velden und Penerbach; R.-M.; N. S f bayer. Geschlechter; H.). KrrMMllng. (Taf. 48 . Wappen: I. Drei (2 1) Fisch« mit den Köpfen zu einander in den Goppel gestellt. (Nach den Original-sieg 'ln Friedrichs IV. nnd Chnnrat's I Kressling an der unten benannten Urkunde d d. 24. 4. 1317 im Gleinker Archive uud nach dem Originalsiugel IJdung des Kr. am 22. 7. 1367 im Stiftsarchive zu Kremsmfinster. — Hoheneck und die Ritterst.-Matrikel geben den Schild roth. die Fische silbern an, auf dem rothen Flügel des Kleinodes das Schildesbild). - IL Eine Kngel, mit dun Köpfen gegen diese, die drei |2, 1) Fische im Dreipass. (Nach dem Originalsiegel des Hanns Kr. an dem nachbenannten Briefe vom Jahre 1419; Stiftsarchiv zu Wilhering). — III. Kleinod: Rechts ein Flügel, links ein Adlerfang, Ge-waff aufwärts (Nach den Originalsiegeln Chunrat III. des Pogncr und Jans des Aigner an der Gegenurkunde zu dem nachbenannten Briefe vom 21. 7 1367; Stiftsarchiv zu Kreinainünster . — IV. Aus einem in der Mitte eingesattelten Hügel wachsend eine Staude mit zwei, je auswärts geneigten Zweigen. 'Nach dem Originalsiegel des Hanns Kressling an der Urkunde d. d. Christi Himmelfahrt 1439; Landesarchiv) F2s ist mir bisher nicht gelungen, die Genealogie dieser Familie festzustellen. Der für dieselbe von dem Freiherrn von Hoheneck errichtete Stammbaum ist. wie auf den ersten Blick zu sehen, vollkommen unrichtig. Unzweifelhaft sind die Kressling zn Dorf a. d. Ena 160 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. (Pf. Haidershofen in N. Oe.), von wo sie sieh in einer Linie nach Buefling (Rndolfing, Pf. Leonding nächst Linz) verbreiteten, ursprünglich Steyrer Bürger gewesen, in deren Gemeinschaft sie von der Zeit ihres ersten Auftretens dnrcli mehr als hundert Jahre erscheinen und in der Stadt daselbst in einem Zweige als .Pogner auf dem Thurm zu Steyr" wohnten. Fridericus chresslincli bezeugte am 5. 2 1234 zu Gleink eine Soelgeräthstiftung Otto's von Ror und Otto's von VolkenBtoTf. Dominus Otto chresselinch steht c. 12i>0 in dem Schenkbriefe Walgnn's gewesenen < Mficials zu Stevr an das Spital am Pyhrn. über dessen Burgrecht zu Steyr. unter den Zeugen. — Miesen Beiden folgte in der Zeit von 1275 bis 1299, wohl als Sohn des einen oder des anderen. Friedrich II., welcher in einem Briefe Offo's, des Abt von Gleink über von diesem an Wernliart von Strasse verliehene Güter in der Pfarro Ilaidershofen d. d. Gleink 7. 9 1296 das erste Mal als „Dominus" nnd sonst des Oefteren urkundlich erscheint. Sein Sohn, Friedrich III. (1303. todt 1347), dem ein Otto II. Chressling (1296) und ein Hertneid (1296 — 1332) zur Seite steht, — es lässt sieh nicht entscheiden ob diese beiden seine Brüder waren, — ist bereits zu Dorf a. d. Ens angesessen gewesen. Er hatte zwei Söhne, Friedrich IV. nnd Hang, von welchen ersterer am 24. 4. 1347 als .weiln Hern Fridroiclis sun des Chreslings von dem Dorf dem Got gnad" ein Pfund Oülten auf Gütern in der Pfarre Haidershofen zu einem Seelgeriithe nach der Kirche in Haidershofen widmete. Er und .sein pester vreund Chunrat der Chresling" führen in dem bezüglichen Briefe die drei Fische. — Friedrich IV. wird uns übrigens bereits ao. 1332 bekannt; am 2. Februar dieses Jahres verlieh er mit Einwilligung seines Bruders Hang ein Gut in der Pfarre Ilaidershofen an Heinrich den Schmidt. Die Urkunde bezeugten HeTtneid < 'hressling, der oben bereits genannt wurde, dessen beide Söhne Chnnrat I. und Friedrich V.. ferner Chnnrat II.. Wülfing nnd Jans die Chressling, welch' Letztere wohl die Söhne des ebenfalls schon erwähnten Otto II. gewesen sein dürften. Es hätten demnach die drei Zeitgenossen Friedrich III., Hertneid und Otto II., jeder männlichc Succession gehabt, von welcher jene Friedrichs III. die Linie zn Dorf bildete. Eine zusammenhängende Darstellung dieser Letzteren zu geben, ist mangels urkundlicher Nachrichten nicht möglich. - Am 27. 3. 1357 siegelte „Fridrich der Kres-ling zden Zeiten pnrkgraf datz Heytzcnegk" einen Brief Wernhart des Graff, womit dieser seine Erbansprüche anf das Grafenlehen zu Buedlsdorf, (Pf. Mersch ing; seinem Schwager Herwart aufgab und ebenso war Friedrich der Gressling, Burggraf zu Noizeneckh am 13. 11.1337 Siegler in einem Spruchbriefe Ludwigs von Stein. Landrichters o. d. E., an das Ootteshaus zu Lambach über dio i 'hemnataw. — Es lässt sich nicht entscheiden, ob dieser Friedrich der Sohn Hertneid's oder jener Friedrich's III. gewesen ist. Anch über die Lage der Bnrg Heytzenegk, Noizeneckh, konnte nichts, auch in den Nachbarländern nicht, errnirt werden. Die eine oder die andere Benennung diirfto verschrieben sein. Wohl kommt nächst des vorerwähnten Rndelsdorf noch heute eine Noitzmfihle vor, aber es ist nicht denkbar, dass daselbst je eine Burg bestanden habe, über die sonst nicht die geringste urkundliche Nachricht vorhanden ist. Der Linie zn Dorf dürfte wohl Udnng der Chressling angehören, welcher am 22. 7.1367 den Verkaufsbrief Thoman des Prnnner an Chnnrat den Pogner, über den Hof zu Epping (Pf. Kematen,, siegelte (s. Wappen I). Auch Christoph der Kressling ist hierher zu zählen. Derselbe veräusserte am Donnerstag nach St. Franciscns 1469 an Valentin von Hoheneck zu Braittcnprnck verschiedene Güter in der Pfarre Haidershofen. Jakob der Kressling znm Dorf, gestorben am St. Acliaztage 1472, bestattet vor dem Hochaltar zu Haidershofen, hatte am St. Aidcn- tag 1470 einen Verkaufsbrief Georg des Juden von Hofkirchen an Stephan von l'ach bezeugt. — Dio Linie erlosch mit Pankraz Kressling zum Dorf 1524 im Mannes-stainme. Seine und seiner Gemalin Margaretha von Knen-burg Tochter Elisnbeth vermälte sich lant Heirathsbrief d. d. Sonntag nach St. Coloman 1523 mit Hanns Flusshart zu Pottendorf, dein sie ihr väterliches Stammgut Don' zubrachte. Aus der Descendenz Hertneids sind uns dessen beide Söhne Chnnrat I. und Friedrich V. bereits bekannt geworden. Es war aber noch, wie ich meine, ein dritter Sohn. Otto III., vorhanden, denn einen Tauschbrief zwischen Heinrich dem Hacholzpech und Kloster Gleink hatten am 1 9 132" Hertneid Chresslincli, dann Friedrich und Otte Chressling bezeugt : die jungen Söhne stehen von dem Vater Hertneid durch fünf andere Zengen getrennt. - Dieser dritte Otto könnte identisch mit dem von Holl, als Vater Reinwart des Kressling Genannten sein, wobei ich allerdings nicht zn übersehen vermag, dass zwischen dem ersten Auftreten Otto's III. und Roin-wart's der etwas grosso Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren liegt, an dessen Schlüsse noch des Rein wart Schwiegereltern lebten. Unmöglich wäre dies freilich nicht, — Reinwart der Kr.. .Helmhard's Jörger und dessen Hansfrau Adelhaid lieber Aidam", bezeugte einen Ver-kanfsbrief dieser beiden Letzteren über die Hube zu Haus-leuthen am Sonntag Mittfasten 1381. — Nach Iloh. hatte Reinwart drei Söhne, Friedrich (VI) Wolfhard nnd Hanns die 1120 anf einem Lehen zn Buefling einen Jahrtag nach Wilhering stifteten. Darüber ist in dem Archive dieses Stiftes nichts mehr zu finden, wohl aber liegt daselbst ein Brief des Hanns Kr. von Rudalffing. welcher am St. Thomanstag des heiligen Zwelifpoteu 1419 bekennt. dass der Abt Jakob von Wilhering. sein gnädiger Herr, und der C'onvcnt alle Geldschuld an ihn abgetragen haben, die das Kloster für geliehenes Gut an ihn hatte, und dass er dem Gotteshanso Wilhering Alles, was er an Geld, Geldeswcrth nnd fahrender Habe hinterlasse, vermache, insoweit er dies nicht ohnedem schon dem Stifte verschafft habe. Tn dein Siegel führt Hanns die drei Fische. Ob sich diese Linie zu Buefling noch weiter fortsetzte, ist nicht bekannt. Die Fassung des obigen Vermächtnisses lässt vermutlien, dnss der Vorgenannte der Letzte gewesen sei. Von den drei ebenfalls schon genannten Brüdern. Chunrat II., Wülfing und Jans, nannte sich Letzterer nach seinem Gute .,an dem Aigen." Er hatte zwei Söhne, Chnnrat III. und Jans II., von denen Ersterer „Jannsens snn von dorn Aigen", unter dem Siegel .seines lieben Oheim" Wülfing des Chresseling am 20. 12. 1354 sein Gut an dem Aigen an Berthold von Grub veräusserte. Chunrat zog hierauf nach Stevi;, wo er als .Pogner anf dem Thurm" genannt wird . während sich sein Brnder Jans wie vordem der Aigner schrieb. Später brachte Chunrat auch den vom Stifte Kremsmünster lchenbaren Hof zu Epping, und sammt seiner Hausfrau Christein einen Hof zn Müsnik (Pf. Ilaidershofen) an sich, über welch Letzteren Beide dem Kloster St. Florian am 25. 5. 1365 ihren Bevers gaben. Der Brief, mit welchem Chunrat den Hof zu Epping als Erbrecht erhielt, ist vom 21. 7. 1367, die Gcgennrkunde vom nächsten Tage datirt und von Jans dem Aigner gesiegelt. Dieser wie Chnnrat führen bei dieser Gelegenheit das sub. II. blasonirto Kleinod. Dasselbe ist von dem von H. beschriebenen wesentlich verschieden, es kann aber dieser Unterschied, boi dein Zeitabschnitte, der hier in Betracht kommt, keine Bedenken erregen, abgesehen davon, dass das von H. gebrachte Kleinod nrkundlich gar nicht erwiesen ist. Jener Friedrich Kressling, genannt der Pogner, der wegen seiner Belinusnng auf dem Thnrm zu Steyr mit den Bürgern daselbst in Streit gerieth, welchen Zwist OBERÖSTEi! REICHISCHER ADEL. 162 Herzog Albrecht zwischen beiden Theilen d. d. St. Florian am Mittwoch nach St. Kilian 1396 beilegte, dürfte wohl ein Sohn des vorigen Chanrat gewesen sein. Friedrich soll einen Sohn Hanns gehabt haben, der ao. 1412 znm Siechenhans nach Steyr zwei Güter verkaufte. Noch zweier des Namens Kressli'ig soll hier gedacht werden. obwohl sie offenbar eines anderen Geschlechtes als die Vorigen gewesen sind. Am Sonntag vor Christi Himmelfahrt 1-139 verkaufte Hanns Kresling ein Erbrecht auf dem Aentzonberg und siegelte den mir vorliegenden im Landcsarohive aufbewahrten Brief mit dem sab. IV. hlasonirton, von dein Sehilde der vorhin besprochenen gleichnamigen Familie ganz verschiedenen Wappen Er kann demnach unmöglich der Vater des Pancraz letzten Eressling zn Dorf gewesen sein, wie Höh. behauptet. Denselben Schild wie dieser Hanns führte auch am 21. 3. 1358 Friedrich der Chrezzling in seinem Siegel an dem Verkaufsbriefe Simons von Eooch an Jans den Miihlwan-gcr. über zwei Höfe zu Herrenrooch in der Roithamer Pfarre. (Archive zu Gleink, Kremsmünster und Wilhering; Landesarch.; U.-B.; IL; R-M.) Ui-ii-t'hti;ium. (Taf. -18.) Wappen: I In Roth vor einem natürlichen Kriecli-baum (Ptlaumcnsortc) ein schwarzer Eber. Hehn „zur Linkhon mit gelb nnd blaner, rechter Seiten aber schwarz nnd gelbor Altvaterischer Ilelmdöckhen vnd darob ainer geldfarbcn haydnischcn Königlichen Cron geziert darauf ein gruener Khriccbpaumb wie vndten im Schild." (Das im Diplom vom Jahre 1627 beschriebene älteste Wappen dieser Familie.) - II. (l.'>63) In Blau eiu rother Pfahl belegt mit grünem Dreiberge daraus ein natürlicher Kriechbaum wächst. Vorn, von der Mitte des -eiteurandes ausgehend, ein goldener Schräglinksbalkcn, hinten ein gleicher Schrägbaiken („jedes blane F'eld in der Mitte von den eussern Theilen schrembsweiss über sich, einwärts mit einer goldenen Strassen ahgetaillt"). — Stechhelm mit blau-golden gewundenem Wulst: Zwischen vou Blau uud (iold ilbereck geteilten Hörnern der Baum auf dem Drci-berge. Decken: blau-golden iK. k. A. A.) - III. ;.I582) Geviert. 1 und 4 in Gold auf schräg ansteigendem Silber-Felsen ein emporschreitcndcr schwarzer Eber. 2 von Blau und Gold. 3 von Gold und Blau dreimal gespalten, — Gekr. Helm: Natürlicher mit seinon blauen F'rilchtcn behängter. aber entblätterter Kriechbaum Dccken: schwarzgolden. blau-golden (K. k. A. A ). - IV. (1623) Geviert, mit goldenem Herzschild darin der natürliche frnchtbe-liäugtc Kriechbaum. 1 und 4 in Schwarz auf einwärts ansteigendem Silber - Felsen emporklimmend, ein gekr. goldener Löwe. 2 von Roth und Silber, 3 von Silber uud Both dreimal gespalten. — Gekr. lielm: Wachsend ein goldener Löwe eine rotlie Erzstufe vor sich haltend. Dcckr-n: schwarz-golden, roth-silberu (K. k. A. A). — V. (vor 1627) Geviert, mit dem lierzschild wie vorhin. 1 und 4 in Schwarz ein gekr. goldener Löwe. 2 von Silber und Both, 3 von Both und Silber dreimal gespalten. — Gekr. Helm: Wachsend der gekr. goldene l.öwe eine Silbererz-Stufe vor sich haltend. Decken: schwarzgolden roth-silbern. (Im Diplome vom Jahre 1627 boschrieben.). — VI. (1627) Eückschild wie V. lierzschild von Both und Gold gespalten; vorn auf grünein Boden ein aufgerichteter schwarzer Eber, hinten auf grünem Boden der Kriechbanm. — Zwei gekr. Helme, von welchen sammt Kleinoden und Deckcn der erste mit jenem vom Wappen I. der zweite mit jenem von V übereinstimmt. (Originaldiplom im l.andesarch). — VII (Frcihcrrliches 1676) Bück- nnd Herzschild, liclmc, Kleinode und Deckcn wie vorhin, doch vermehrt um einen ersten und vierten gekr. Helm: 1. Busch von abwechselnd silbernen und rothen Straussenfedern. Deckcn: roth-silbern. 4. Zwischen offe- nem, von Schwarz und Gold übereck gethcilten Fluge eine gekr. silberne Säule. Docken: schwarz-golden. (K. k. A. A ) Die Kriechbaum stammen aus Obersteiermark und verpflanzten sich von da nach Oesterreich ob uud unter der Ens. wo sie Güter und die Landmanuschaft erwarben. Bartholomäus Kriechbaumcr war Bürger zu Steyr und starb allda ao. 1-150. Er hatte nach dem Kloster Garsten gesti tet und bereits ein Wappen geführt, das seinen UrUrenkeln im Diplome vom Jahre 1627 mit den Worten bestätigt wurde, dass dasselbe bei ihres Ur-Urahns Stiftung in dein Gotteshause zu Steyrgarsten zu finden sei (s. Wappen I.). — Einen neuerlichen Wappcubrief erhielten Matthäus Krieclipaum, — wie nicht zu zweifeln des Vorigen Fankel, — nnd des Matthäus .'-ohne, Hanns, kaiserl. Zehrgadner, nnd Kaspar, kaiserl. Unterkoch, durch K. Ferdinand I. d. d. Insbruck 27. 2. 1563. - Hanns Kr., wie ich glaube, der Letzterwähnte, — er war mittlerweile „kaiserl. Kammergutsbeförderer" geworden, wurde vom Erzherzoge Karl in Steiermark zu Graz am 29. 1. 1582 in den Adelstand erhoben. — Am 15. 1. 1623 erhielten die Brüder Balthasar und Ambros dio Kriechbaum und deren Vetter Hanns Karl eine Wappenbesscrnng nnd die Erlaubniss sich ..von Kriechbanm zu Kirchberg" zu nennen und zu schreiben, ferner die drei Vorgenannten d. d. Wien 29. 3. 1627 eine Adelsbestätigung und abermalige Wappenbesserung, woriihor mir das bezügliche Origiuabliplom zn Händen ist, welches sich über das Kriechbauin'sche Wappen etwas weiter verbreitete, wohl in natürliche Coiiscipicnz des Unistandes dass durch die der Familie wiederholt crtheilten, jedesmal verschiedenen Schilde, damals über das richtige Wappen eine arge Cou-fusion herrschte, die freilich nur neuerdings dadurch vermehrt wurde, dass .das bisher geführte Wappen'' (s. Wappen V) ungenau geschildert wurde, denn es sollte offenbar das Wappen nach dem Diplome vom Jahro 1623 (s. Wappen IV) beschrieben werden. Nachdem das Diplom vom Jahro 1627 den beiden Brüdern Balthasar und Ambros, dann dem Vetter Hanns Karl den Adel bestätigt, diese also schon adelig gewesen sein mussten, ist es fast gewiss, dass die beiden Erstercn Söhne des 158:! geadelten Hanns gewesen sind, welch' Letzterer noch einen dritten Sohn, den kaiserl. Kammer-Sccretair Karl von Kriechbaum hatte, der 1627 bereits gestorben war, so dass die in diesem Jahre ertheilte Adclslvstätigiiug sich auf dessen zn dieser Zeit minderjährigen Sohn Hanns Karl erstreckte, der in dem bezüglichen Diplome, dem damaligen liebrauchc gemäss Vetter, anstatt richtiger Neffe, genannt wird. Dies, so woit es möglich ist, zur Bichtigstellung der von Vi issgrill gegebenen Gemalogie dieser Familie. Balthasar, im Jahro 1627 der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Salzvcrwcscr zu Anssue, — Ambros stand damals bei dem hinerburg'schen Bergwesen in Verwendung, - besass den abgekommenen, später zur Herrschaft Freiling vereinten Sitz Kirchberg unweit Schön-bering, den er selbst erkauft oder bereits von seinem Vater ererbt haben mag während Höhenberg erst sein Sohn Sigmund Balthasar erwarb, jedoch nur um selbst wieder diese Herrschaft au Johann Matthias ('astner von Sigmundslust zu veräusseru, Balthasar, der Vater, war am 19 1. 1629 in den jungen, am 21. 4. 1640 in den alten Bitterstaud Oe. 's o. d. Fl. aufgenommen worden, D. d. Schloss Ebersdorf 19. 9. 1676 erhob Kaiser Leopold I. den infulirten Propst des Kollegiutstiftes am Petersberg zu Brünn Wolf Karl von Kricchbaum. — nach Wissgrill ein Sohn des obengenannten Hanns Karl, — danu des Wolf Karl Vettern, Sigmnnd Balthasar und Johann F'riedrich 'nicht Georg F'ricdrich, wie Hob. sagt; mit dem Titel „Herrn von Kriechbaumb, F'reiherrn zn Kirchberg" in den F'reiherrnstand. — Von den beiden Letzteren, — Söhnen des Balthasar, - wandte sich Johann IV. 5. 40 172 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Friedrich i>ach N. Oe., wo er Vicedom, auch der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath wnrde, 1Ö78 die Herrschaft Ranenstein nnd Sauerhof bei Baden erkanfte und i 683 starb, seine Gemalin Maria Magdalena geb. Freiin von Kunitz als kinderlose Wittwe hinterlassend, welche ihr Gut Gassen eck im V. O. W. W. dem hernachbenannten Netten Georg Friedrich Freiherrn von Kr. vererbte. Dem Freiherrn Sigmund Balthasar. Herrn zu Kirchberg und Höhenberg, der Römisch Kaiserl. Majestät Bathe, Landrathe, dann 1608, vor der Freilierrnstandserhebung, Verordnetem des Ritterstandes in Oe o.d. E und 1672 Landesanwalt daselbst, erblühten aus seinen zwei Ehen. 1.) mit Maria Anna. Tochter des Freiherrn Wolf Jacob Kuziaucr, 2.) mit Eleonora Elisabeth. Tochter des Grafen Sigmund Ferdinand Kazianer. 18 Kinder, darunter acht .Söhne, von denen l'iinf theils jung, theils ledig, einer als Mitglied der Gesellschaft Jesu starben. Franz Sigmund, kaiserl. Oberstlieutenant, hatte ebenfalls eine Kazianerin heimgeführt, blieb aber kinderlos. Georg Friedrich, Herr zu Gasseneck, der jüngste Sohn, führte tapfer seinen Degen für Kaiser und Reich, schon 1683 zu Wien als kaiserl. Hauptmann, dann in Ungarn besonders 1691, wurde Oberst über das friilur Rüdiger Starhemberg'sche Regiment, dann General Feldmarschalllieutenant, als welcher er in Bayern die IJauern zu München in dert'hrist-nacht 1704 zu Aidenbach 170.") auf das Haupt schlug, Schärding. Braunau und Burghausen in seine Gewalt bekam. Am 27. Dezember des folgenden Jahres lief er glücklich in den Hafen der Ehe ein, wie der Vater nnd der Bruder mit einer Kazianerin, Maria Josefa, die aber schon 1710 ohne Stammhalter Wittwe wurde. Der älteste Sohn Sigmund Balthasars, Hanns Jacob, welcher von seinem Oheime Johann Friedrich Bauhenstein ererbte, den Besitz über veräusserte, im Jahre 1705 n. ö.'scher Vice-statthalter, dann auch wirkl. geh. Rath wurde und 1720 auf dem Landtage in Nieder-Oesterreich auf der Herrenbank sass, starb zu Wien am 5 12. 1728 als der letzte Mannessprosse dieser freiherrlichen Linie. Ein Zweig im einfachen Adelsstände soll noch, wie Wissgrill sagt, zu Anfang dieses Jahrhunderts in Steiermark geblüht haben. (K. k. A. A.; Akten im Landcsarch ; R.-M.; H.; W.) KuelMeln. (Taf. 48, 49.) Wappen: I. (Stammwappen) In Roth aufgoldenem Dreiberge ein nackter, golden geschürzter .heidnisch" gekrönter Mohr, die Linke in die Seite gestemmt, in der Rechten ein Schwert aufrecht haltend. Gekr. Helm: Der Mohr auf dem Dreiberge zwischen offenem, von Roth und Silber übereck getheilten Fluge. — Decken: roth-silbern. — IL (Grälliches 1684) Einmal gespalten und zweimal getheilt mit dem Stammwappen im Herzschide. 1 und 6 in Schwarz eine goldene Scheibe (Münze). Im 2. rothen und 4. silbernen Felde eine goldene Gurtschnnlle auf der Theilungslinie. Dusselbe Bild im 3. silbernen und 5. rothen Felde — Drei gekr. Helme: 1. Natürliche fruchttragende Dattelpalme. Decken: roth-silbern. 2. Stamin-kleinod. Decken: roth-silbern. 3. Rother, mit schwarzem Reiherbusch besteckter, mit silbernem Turban umwundener Fez. Decken; schwarz-golden (K. k. A. A.). Hanns Kuoffsteiner, Pfleger zu Spitz u d. Donau, starb ao. 1830 56 Jahre alt und wnrde in der Stadtpfarrkirche zu Laa begraben, wo auch Hanns Georg Kuof-steiner seit 1390 ruht. Von dessen Löhnen war Hanns Chunrat 1416 bis ca. 1426 Stadtschreiber zu Wien, Hanns Jacob hatte bereits Feinfeld, diesen ältesten Sitz des Geschlechtes, inne und wurde in der Kirche zu Röhrenbach, wohin auch viele seiner Nachkommen gebracht wurden, bestattet. Des Letzteren Enkel Hanns Georg IL zu Spitz und Feinfelden igeb. 1446 + 1525), Sohn des Hanns Wilhelm und der Catharina Frohnhoferin. sass auf dem Landtage zu Krems am St. Michälitag 1508 unter der Ritterschaft. Aus seiner Ehe mit Katharina Piichler entspross 1183 Hanns Lorenz, der im Jahre 1534 zu den väterlichen Besitzungen durch Kauf von seinem Schwager Stephan von Yolkra die Veste und Herrschaft Greillenstein im V. 0. M. B. fügte, dafür aber -pitz veriiussorte. 1546 zu llöhrcn-baeh bestattet, hiuterliess er aus der Ehe mit Barbara von Yolkra den einzigen Sohn Johaun Georg III. (geb. 1536. -;■ 168l)i. Herrn zu Greillenstein, Feinfeld Pnech-berg ctc, seit 1578 auch Pfandinhaber der Herrschaft Schauenstein, welcher erst bei der Regierung in N. Oe. diente, dann bis zum Obersten gegen den Erbfeind kämpfte und d. d. Prag 2 2. 1672 mittels Schreibens Kaiser Rudolfs II. an den Erzherzog Matthias und Decretes an die Hofkammer mit der Denomination „Knefsteiner, Freiherr zu Greillenstein. Herr zu Spitz- in den Freiherrustand erhoben wurde. Er hatte iu erster Ehe eine von Neuhaus zu Kuetting zur Gemalin und hielt zum zweitenmal» Hochzeit am 13. 6. 1574 mit Anna von Kirchberg, von deren Geschwistern er 1576 die Herrschaft Spitz wieder zurückkaufte. Seinen Söhnen zweiter Ehe Hanns Jacob, Hanns Ludwig uud Hanns Lorenz Kueffsteiner, wurde mit intimationsdecret d. d 29. 9. 1622 gestattet sich „von Kueffstein Freiherrn zu Greyllenstein und llerru auf Spitz", „wie sich das Geschlecht schon vor hundert Jahren geschrieben habe", zu nennen und denselben mit neuerlichem Intimationsdecret d d. 20 9. 1627 das Prädikat „Wohlgcborcn" und das Erbland Silberkämmereramt in Oe. o. uud u. d. E verliehen. Ueber eine bei diesem Anlasse gleichzeitig ertheilte Vermehrung und Besserung des Wappens, wovon Wissgrill spricht, liegt im K. k. Adols-Archivc nichts vor. — Vor. deu drei Brüdern begründete Hanns Jacob die noch blühende Greillenstcin'sche, Hanns Ludwig die erloschene o. d. E.'scho Linie. Aus der Ersteren erwarb des Stammvaters Hanns Jacob Sohn Georg Adam geb. 1605, f 21. 9. D-56) im Jahre 1647 das ungarische Indigenat und erlangte d. d. Ebersdorf 7. 9. 1654 den Grafenstand. Er hiuterliess mehrere Söhne, von denen Johann Georg i geb. 1645, f 6. 4. 1699) den gesammten väterlichen Besitz in seinen Händen vereinte und aus demselben mit der Herrschaft Greillenstein, Feinfeld, Schauenstciu, Burg-.-'chIcinitz, etc., dann dem goldenen Erbgeschirr, dem ihm von Kaiser Leopold I., bei welchem er von Jugend an in hohen Gnaden stand, geschenkten Bildnisse dieses Monarchen und dem mit Edelsteinen besetzten Reitzeuge Ivuru-Mustapha's mit Umgehung seines ausser Landes gegangenen ältesten Sohnes Hanns Paul, für den niiehstgeborenen, Johann Leopold Anton, mit Testament d d. Wien 4. 4. 1696 ein Pamilienlideicommiss stiftete, wälirend seine Gemalin Anna Francisku geb. Freyin Hocherin von Hochensräcn mit Testament vom 2. ;'». 1721 des Letzteren jüngere Brüder bedachte indem sie dem Sohne Johann Ernst die von ihr erkauften Herrschaften Pettenbrunn, Thalheim. Rössing in N. Oe. und das Gut Derla in Tyrol, dem Jüngsten, Job. Anton, die Güter Litschau. Roingers und Reizcn-schlag in N. Oe., dann ihre auererbte reicbsritterschaft-liclie Yeste und Herrschaft Ilochenkräen in Schwaben vermachte. — Die vorgenannten Söhne Johann Georgs und ihre Brüder Johann Garl und Johann Ferdinand hatten d. d. Wien 18. 2. 1709 eine Bestätigung des Rcichsgrafen-standes erhalten. Die Unterlinie des Majoratsherrn Johann Leopold Anton (geb. 22. 11. 1676, f 20. 11. 1745), welcher mit seinen Brüdern Johann Ernst. Johann Ferdinand und Johann Anton am 18. 8. 1782 in den alt-rudollinischcn Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen wurde, erlosch mit ihm im eigenen Mannesstamme. Sein zweiter Bruder Johann Karl (geb. 4. 4. 1680) starb am 16. 4. 1717 unvermält, die Güter Thalheim nml liösBing an Johann ErnBt (geb. 27. 5. 16-5, f 3.2.1742) hinterlassend, dessen männliche Descendenz mit seinem .'■ohne Johann Adam (geh 21. 8. 1739) am 29. 2. 1776 abgieng. OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 103 Auch die ünterlinie des Johann Anton 'geh. 12. 6. 1688, geblieben bei Hohenfriedberg 4. 6 1745), Herrn zu Litscliau. Reizenschlag. Reingers nnd Grünau in N. Oe. nnd zu Hohenkraen ist mit dessen Urenkel Franz Anton (geb. 18. 2. 1782;, welcher noch im Jahre 1837 unverehelicht lebte, wieder erloschen, und nur Johann Ferdinand (geb. 26. 3.1686, 1 12. 4. 1755). der im Jahre 1730 die Herrschaft Radoun iin Leitmeritzer Kreise und wegen dieser das bömischo Iucolat, ferner von seinem Bruder Johann Anton die durch Kaiser Karl VI. gefreite Herrschaft Hohenkraen und damit Sitz und Stimme im schwäbischen Beichsgrafen-Collegium erwarb, schliesslich das von dem Vater gestiftete Majorat mit den Herrschalten Rapolten-kirchen, Zagging und Viehofen in N. < »e vermehrte, setzte den Stamm bleibend fort, der nun auf seinen Ur-Urenkeln, den Brüdern Karl Ferdinand Franz (geb. 31. 7. 1838), Oberst-Erbland - Silbcrkümmcrer in Oe o. und u d. E., Majoratsherrn, und Franz Seraph (geb. 11. 6. 1841) be-rnht. Von dem ehemaligen Besitze ist gegenwärtig nur das Majorat in Händen des Geschlechtes. Ans der jüngeren ob der Ens'schen Hauptliuie diente der Stammvater Hanns Ludwig (geb. 11. 6. 15S7, t 9. 1657J erst bei der n. ö.'schen Regierung, gieng 1627 als kaiserl. Botschafter nach Gonstantinopel nnd wurde nach seiner Bückkehr und nach dein Tode des Grafen Adam von Ilerberstorf 1630 zum Landeshauptmann in Oe. o. d. E. bestellt, wo — nach seiner am 2. März letzteren Jahres erfolgten Aufnahme in deu Herrenstaiftl. — am 5. 2. 1681 seine Installation im Amte erfolgte, in wel-coem er sich ansehnliche Verdienste um das Land erwarb. Freiherr Hanns Ludwig wurde mit Diplom d. d. Wien 20. 2. 1634 durch Kaiser Ferdinand II in den Grafenstand erhoben. der ihm d. d. Linz 12. 4. 1646 für das Reicli erneuert worden ist. Er kaufte 1639 die Herrschaft Hartheim im Hansruckviertel von dem Aspan'schen Erben, Egenberg im Traunviertel von Karl Ludwig Fern-berger, laut Urbar vom Jahre 1646 von Ludwig von Hohenfeld, welcher emigrirte, die Herrschaft Weidenholz sammt dem Markte Waizenkirchen, dem Burgfrieden und dem Reissgejaid und 16. 0 Rechberg bei Krems in N.-Oe. Aus seiner zweiten Ehe mit Susanna Eleonora Herrin von Stubenberg. — die erste Gemahlin Maria Grabnerin von Joslovic hinterliess keine lebenden Kinder, — giengen acht Söhne hervor, welche sämmtlich, einem Gelübde ihres Vaters znfolge, in der Taufe den Namen in einer Zusammensetzung mit „Gott- erhielten. Der Aelteste, Gotthilf, wurde Mitglied der Gescllschalt Jesu und las sein erstes, von dem alten Vater ministrirtes Messopfer 1654 zn Weidenholz. Drei Söhne Btarben theils jnng, theils unverehelicht. Gotttrau, in kinderloser Ehe mit Maximiiiana Eleonora Herrin von Schwanberg lebend, wurde 1680 als Senior der Familie Obcrst-Erbland Silberkämmerer. Die Herrschaft Rechberg ist nach seinem 1691 erfolgten Tode au Helmhard Christoph Ungnad c rufen von Weissen-wolf veräussert worden. Hilfgott (geb. 1643, + zu Salzburg 13. 12. 1713;. verm. 1.) mit Anna Freiin von Schill, 2.) mit Maria Clara Lasser von l.assereck, dann I'reisgott (geb. 1646, f 1701),Herr zu Egenberg, vermält 1.) mit Maria Katharina Gräfin von Kiienburg. 2.) mit Eva Snsanna Hayden von Dorft, hatten zwar männliche Leibeserben, die jedoch sämmtlich den Maimesstamm nicht fortsetzten. Lobgott Graf von Knefstein, Freiherr auf Greillen-stein, Herr zu Weidenholz und Hartheim (geb. 1628, f 1679) des Landeshauptmannes zweiter Sohn. 1658 Geschlechtsältester, 1678 Verordneter des stiftsmässigen Herrenstan-des in Oe o. d. E, vermalte sich mit Maria Anna Gräfin von Starhemberg. Erbin zu Schwertberg, Windeck, Hart und Ubenberg im Machlande und hatte mit dieser sechs Söhne, von welchen zwei unverehelicht in Kriegsdiensten standen, einer, - Traugott, — Domherr zu Passau wurde. - Ehrgott Maximilian (geh 11.10.1676. + 8.12.1728), welcher die mütterlichen Güter im Machlande ererbte. vermältc sich 1.) 1704 mit Maria Theresia Freiin von Erhart, welche ihm die Herrschaft Galsbach und das Gut Puclienau bei Ottensheim zubrachte, 2.) 1710 mit Maria Antonia Fürstin von Liechtenstein, hatte aber keine ihn überlebenden Kinder und vermachte den reichen Besitz an seine Geschwister, von welchen MariaFranziskaMichaela, Gemalin des Grafen Christoph Wilhelm von Thürheim, an welch' letztere Familie auch Hartheim gedieh, Schwertberg und Windeck erhielt Lobgott (geb. 1678, + 1738), Ehrgott Maximilians jüngster Bruder, Landrath in Oe. o. d. E., ist in erster Ehe mit Maria Eleonore Gräfin von Staiheiuberg. in zweiter mit Anna Margaretha Gräfin von Volkra vermält gewesen und hatte mit der Letzteren einen Sohn. Göttlich Maximilian, welcher 1746 Maria Katharina Gräfin von Preising zur Gemalin nahm, aber bald darnach kinderlos starb. Liebgott Graf von Knefstein (geb. 1662 7. 7. 1710), Herr zu Weidenholz, der Erstgeborene Lobgott des Aelte-ren. erzeugte mit seiner, 1686 ihm angetrauten Gemalin Karolina Antunia Gräfin von Lumberg sechs Kinder, unter denen Graf Preisgott, kaiserl. Genoralfeld Wachtmeister, am 27. 12. 173g mit .Maria Karolina Grälin von Qucsten-berg ehelich verbunden. 1750 ohne Succossion als der letzte Mannessprosse dieser Hauptlinie starb, Weidenholz an seine Schwester Maria Lcopoldiuo, des Grafen Johann Weickard von Spindler Gemahlin, vererbend. Die meisten Nachkommen Hanns Ludwigs, wie dieser selbst wurden in dem durch ihn gestifteten Erbbegräbnisse in der Minoritonkirche zu Linz bestattet. (K. k. A. A.; H.-M.; H. W.; Strnadt-Peuerbach) Kueuait (Taf. 49;. Wappen: Geviert 1 und 4 silbern ohne Bild 2 und 3 in Both drei (1, 2) silberne Sterne. — Gekr. Helm: Zwei mit den Schalltrichtern auf die Krone gestürzte, ab-gewendete Hüfthörncr. das rechte silbern, das linke roth. Decken: roth-silbern (H.; R.-M.). Eberhart der Chuenast, welcher am 25. (18?) 2.1369 einen Verkaufsbrief Dietrich des Weydncr, dessen Hausfrau und der Brüder Vydorfer an ltudolf von Seuseneck über deren Hof zu Neustadt, das BnrgstaB Plunkeneck und andere Güter, dann am 2. 2. 1871 als Landrichter ob der Erlaff einen Pfandbrief Berenger des Viohdorfer und dessen Hausfrau an liudolf von Walsee von Ens über der Ersteren freieigenen Hol' zu Viehdorf besiegelte, — dio Siegel sind leider nicht mehr vorhanden. - wird im Vereine mit einem Chunrat K. auch von Hoheneck genannt. Beide sollen besondere Linien begründet haben. Der des Chunrat hätte Georg Kucnast zu Tannbach im Machlande angehört, welche 1427 einen Verzichtsbrief der Barbara Piberin bezeugte. Albrecht Kuenust zu Tannbach hat am Donnerstag vor Pauli Bekehrung 1523 einen Bittzettel an .Vartiu von Hoheneck ausgefertigt. Bartholomäus K. (fl537) liegt mit seiner Ehefrau Christina von Neydeck in der Pfarrkirche zu Krems beigesetzt. Martin K., — wie H. sagt Ebcrhart's Sohn, — verkaufte Samstag vor Michaeli 1441 an Valentin von Hoheneck zu Breitenbruck zwei Güter in der Gallne-ukirchner Pfarre. Matthäus K. bezeugte am Freitag vor Lichtmess 1489 einen Verkaufsbrief des Andreas Künigsteiner, De-chants zu Zwcttl. au Pilgram Walch zu Prandegg und siegelte am Freitag vor Palmsonntag 1509 einen Verkaufsbrief des Hanns Schaller zum Prandhof au Wolf Mellabrunner. Er führte hier in seinem Siegel den ge-vierten Schild, darin nicht nur das 1. und 4. sondern anch die beiden anderen Felder ohne Bild erscheinen und auch nicht vermuthon lassen, dass ein solches durch die Zeit verwischt worden. — 1508 hatte er Tannbach als Aeltester zu Lehen empfangen. Georg Knenast. weicher am Sonntag nach Lichtmess 1542 seinen Heirathsbrief mit Katharina, des Hanns von Hoheneck Tochter, er- 164 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. richtet», lebte als letzter Mannessprosso dieser Familie. Zu seiner Zeit, 1550, und wohl durch ihn wurde Tannbach an Ernst Hack von Bornimb verkauft. D. d. Landshut -29. 9. 1585 soll er seinen Sitz Garnheim in Bayern an Hanns Peter von Fraunberg veräussert haben. Weder im III Bande zu Wig. Hund, noch im Neuen Siebm. erloschene bayrische Geschlechter kommen die Euenast vor. (U.-B.; Landesareh. -. B.-M.; H.) Knlmer. (Taf. 49.) Wappen: I. (Stammwappen) Von Gold und Roth durch einen schwarzen Schrägbalken getheilt. — Gekr. Helm: Offener, von den Sasen abwärts durch einen scliwar-1 zen Schrägbaiken von Gold und Roth getheilter Flug. Decken- schwarz-golden. — II. iFreiherrliches 1054; Geviert mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 nnd 4 von Roth und Silber schräg getheilt, darin Farben gewechselt ein Stern. 2 und 3 in Blau ein wie das erste Feld bezeichneter Flügel hinter dem ein geharnischter, in der blossen Faust scliwertschwingendcr Kcchtarm hervorgeht (Rückschild wegen Obdach'. — Drei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. 2. Natürlicher Lämmergeier, eineu Hasen, den er mit dem rechten Fang erfasst hat. in's Genick hackend (Obritsclian). 3. Das Bild des 2 Feldes. Decken: Durchaus schwarz-golden (N. S Kärnthner Adel). Das Stammhaus dieses urädeligen Geschlechtes ist entweder zu Kulm bei Liobenberg in Kärnthen oder zu Kulm bei Stubenberg in Steiermark zu suchen. Kneschke leitet die Kulmer ans letzterem Kronlande her, berichtet aber gleichzeitig, dass sie schon um 1300 iu Käruthen angesessen waren. In der Folge sind sie daselbst reich begütert gewesen, all' dieser Besitz aber — der Rosen-bühel, Hohenstein, Schmelzofen, Freudenberg, die Güter bei Moosburg, — ist aus ihren Händen gekommen und sind sie jetzt, im gräflichen Zweige, in Kroatien angesessen. Albrecht Knlmer kam lf)29 mit sechszehn gerüsteten Pferden zur Yertheidigung Wiens. Herrmann K. erscheint auf Hohenstein, das er erbaute, 1538. Sein Bruder Georg ist mit Agnes von Obritsclian, der Letzten ihres Namens, vermält gewesen. Dessen Söhne, Ernst und Albrecht, nennen sich 156T „zu Hohenstein,'1 deren Vettern, Balthasar. Khevenhüller'scher Burggraf zu Ilohen-osterwitz. und Christoph neissen 1573 urkundlich „zum Bosenbiihel", einer Besitzung unweit Hohenstein. Derbeiden Letzteren Brnder Bernhard liel im venezianischen Kriege. Ferdinand Kuluier zum R'isenpühol, Hohenstein nnd Haus ist im Jahre 1690 in den alten Ritterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen worden. Hanns Balthasar nnd seine Vettern Georg Bernhard, dann Ehrenreich und Hclfried Gebrüder wnrden durch Kaiser Ferdinand III. d. d. Begensburg 20. 3. 1654 in den erbländischen Freihernstand mit der Denomination „Kulmer Freiherrn zum Rosenbiihel und Schmolzhauen'' (Schmelzofen) erhoben und ihr Wappen mit jenem der Obritsclian, oder richtiger dem Schild von Obdach uud dem Helm von Obritsclian vereinigt. Nach Kneschke stammen alle Knlmer dieses Jahrhunderts. sowohl die 1809 erloschene kärnthner'scho, wie die sogenannte stciermärkischc und dio kroatische Linie von dem ersten Freiherrn, Hanns Balthusar, ab Aus der kroatischen Linie ist Friedrich Freiherr Kulmcr zum Rosenpichl und Hohenstein, Oberst eines kroatischen Grenzregimentes, dann General, mit Diplom d. d. Y\ i«:n, 20. 3. 1860, — ohne Veränderung des bisher geführten Wappens, — in den österreichischen Grafonstand erhoben worden. (N. S. Kärnthner Adel; R. M,; gräfl. Taschenb.) Kunitz. (Kuttner von). (Taf. 49). Wappen: I. In Roth ein goldener Löwe. — Gekr. Hehn: Der Löwe, hier gekrönt, wachsend. Decken: roth-golden. — II. Geviert. 1 und 4 in Blau ein goldener Löwe. 2 und 3 in Gold ein schwarzer Schräglinksbalkcn. — Gekr. llelm: Offener, rechts von Blau und Gold, links von Gold und Schwarz getheilter Flug. Decken: blaugolden, schwarz-golden. - III. Rückschild wie vorhin mit von Gold uud Schwarz getheiltem Herzschilde, darin je ein Steru in gewechselter Tinktur. - Zwei gekr. Helme: 1. Wachsender, goldener Löwe. Decken : schwarz-golden. 2. Geschlossener, hinten von Gold und Schwarz, vorn vun Schwarz und Gold getheiltcr und daselbst mit den beiden Sternen belegter Flug. Docken : blau-golden. — IV Wie vorhin, doch der Hcrzschild (mit den Sternen) von Schwarz und Gold getheilt und der Löwe des ersten Heimos gekrönt. Decken des 1. Helmes: blau-golden, des zweiten : schwarz-golden. — V. Rückschild wio vorhin mit von Gold und Blau dreimal getheiltem Horzschilde. Zwei, von einer Laubkrone überdeckte Helinc, davon der rechte mit bluu-goldenon, der linke mit schwarz goldenen Decken. -- VI. Zweimal gespalten und einmal getheilt, mit Herzschild. dieser wie bei V. 1 und 6 iu Roth ein gekr. goldener Löwe, 2 und 5 in Gold der schwarze Schräglinks-balken. 2 und 3 je wie der Herzschild von III bezeichnet. — Vior gekr. Helme: 1. Geschlossener, von Gold und Blau dreimal getheilter Flug. Decken: blau-golden. 2. Wachsender, gekr. goldener Löwe. Decken: blau-golden. 3 Plauenstutz. Dccken: schwarz-golden. 4. Wie bei dein 2 Helme von III. Dccken: schwarz-golden. iSämmtlicho Wappen nach der l!itterst..Matrikel. Ob der Löwe des Staimuwappcus thatsächlich verschieden, im rothen oder blauen Feldo geführt wurde, oder ob diese Verschiedenheit nur einer ungenauen Darstellung in der gedachten Matrikel entspringt, habe ich nicht erfahren. Nach Wissgrill ist in dein sub. VI blasonirten Schilde das 1. und 6. Feld blau). Die Kuttner sollen aus dem Breisgau entsprossen sein, von wo sie sich nach Tyrol, später nach Bayern und Oesterreich waudten. Elias Kuttner war 1478 Erzherzogs Sigismund von Tyrol Hofdiener und Hofschreiber zu Meran. Hanns Kuttner ist 1514 Salzraiter gewesen. Zacharias Kuttner von Kunitz erzeugte mit seiner Gemalin Regina Tollinger den Sohn Jonas, der mit dem Busshof in N.-Oe. sessliaft war und 1626 von K. Ferdinand II. im Vereine mit seines Vatersbruder Hanns Christoph Solino Johann Bapt, churbay-rischcm Generale, auch Oberpfleger zn Uttendorf, ein Ritterstandsdiploin erlangte. — Des Letzteren Sühne aus der Ehe mit Sarah Neupcckhin, Johann Bapt. II. und (ieorg Christoph erhielten, ersterer am 9. 12. 1647, sein Bruder am 14. I. 16'>2 dio Landmannschaft in Oe. o. d. H. im jungen Ritterstande. Beide wnrden, nachdem au Johann Bapt. den Jüngeren schon unter dem Ii. 2. 1662 der Titel „Edler Herr von Knnitz und Weissenburg- durch Kaiser Leopold 1. verliehen worden war. am 2. 5. 1664 in den Freiherrnstand erhoben. So sagt Wissgrill, dessen Nachricht nicht ganz mit der o d. E.'schen Rittcrstnnds-Matrikcl übereinstimmt, wo sich die Anmerkung vorfindet, Johann Bapt. Knttnor von Kunitz und sein „Vetter* haben am 2. 8. 1664 mit der Denomination „Herrn von Kunitz nnd Weissenburg Frei- und edle Herrn zu Plankhcnstain, Weissenburg nnd Rabenstein a. d. Piclach, Herrn zu Stütz'1 den Freiherrnstand erhalten. Johann Bapt. II., der o. d. E.'schen Stiindo Einnehmer, erkaufte 1652 von den Tattcnbach'schcn Erben die Herrschaft l'Iankenstein im V. O. W. W , 1655 die ehemals gräflich ßrcnnncr'8chc Herrschaft Staatz im V. U. M. ß., 1661 Weissenburg a. d. Bielach und 1663 Rabenstein, ebenfalls N.-Oe. — Die Descendenz ist mit seinem OBERÖSTEi! REICHISCHER ADEL. 162 Enkel Joliann Ludwig, kaiserl. Unter-Silberkümmerer, zn Wien am 1. 4. I74n abgestorben. Georg Christoph Freiherr von Kunitz, welcher mit den Söhnen Johann Bapt.'s II. am 18. ö. 1686 den n. ö.'schen Herrenstands-Gcschlcchtern einverleibt und nach seinem zu Wien am 21. 7. 169(1 erfolgten Tode in der Michaelerkirche daselbst beigesetzt wurde, hinterliess einen Sohn. Karl Friedrich, welcher sich mit Maria Anna Gräfln von Starhemberg vermälte und ans dieser Eho einen Sohn, Johann Maximilian Ludwig, gewann, der als k. k. Edelknabe im Dccember 1718 durch seinen frühen Tod den Namen beschloss. (B.-M.IL; W.) Hsrli. (Taf. 49). Wappen: Von Schwarz und Gold schrüglinks getheilt, in jeder Feidung farbengewecliselt je eine Lilie, schräg gestellt, die hintere gegen das linke Untereck gestürzt. Die Kurtz wurden bei der in den Jahren 1525 und 1526 vorgenommenen ersten Gülten-Bereitung, weil im Lande begütert, als Landleute anerkannt. — Mit dieser Bemerkung und oben blasonirtem Wappen, fiir dessen Bichtigkeit keine Gewähr übernommen werden kann, ist die Familie in der Bitterstands-Matrikel Oe.'s o. d. E. eingetragen. (B.-M.; H.) Kurz. (Taf. 49). Wappen: (1610) Geviert, lin Both. 4in Schwarz ein natürlicher Behbock. 2 in Gold, 3 in Silber von dem Seitenrande aus einem Gewölke hervorgehend ein geharnischter Arm ein golden - gegrifftes Schwert schwingend. _ Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts von Schwarz und Gold, links von Silber und Both gcthciltcn Fluge ein geharnischter Mann, eine Sturmhaube auf dein Haupte, die Linke in die Seite gestützt, in der Bechten ein Schwert zum Streiche führend. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (K. k. A. A.) Mit Diplom d. d. Prag 11. 1 1610 verlieh Kaiser Budolf II. dem Fähnrich Johann Kurz den ritterinässigcn ßeichsadel in Ansehung seiner Verdienste im Kampfe gegen den Erbfeind, in Sonderheit weil er bei der Entsetzung von Pcsth anstelle eines erschossenen Fähnrichs dio Fahne übernommen und zu Boss und zu F'uss in verschiedenen Feldzügen, Belagerungen, etc. stets mit Gefahr seines Lebens und viclo Jahre lang Dienste geleistet hatte. D. d. Linz 8. 8. 1806 stellte Josef „Freiherr" von Kurz au die beiden oberen politischen Stände die Bitto um Aufnahme in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. sein Ansuchen damit motivirend, dass er hierzulande durch 28 Jahre zuerst als Bath bei der Landeshauptmannschaft, dann als Kreishauptmann, schliesslich als Begierungsrath gedient und sieh während dieser Zeit zahlreiche Verdienste gesammelt habe, so anlässlich der Ueberschwcm-mungen im Inviertel 1786 uud 1787, in den Kriegsjahren 179:5- 1798 und endlich während dor feindlichen Invasion in den Jahren 180(1 und 1805, auch hätte sein Vater schon im Jahre 1727 den Herrenstand in allen übrigen Erbländern erhalten, so wie ferner seinen Voreltern schon ao. 1610 in Böhmen der Bitterstand unter Kaiser Bndolf IL verliehen worden sei. In Erledigung dieses Gesuches wurde Josef „F'reiherr" voii Kurz unter dem 26. 8. 1806 in den jungen Ilerrenstand Oe.'s o. d. FI. aufgenommen und in dio Matrikel mit dem Wappen der „Grafen ICurtz von Scnfftcnau" eingetragen. Bei Ertheilung dieser Landmannschaft muss mit einer höchst oberflächlichen Prüfung der dabei in Betracht kommenden Verhältnisse vorgegangen worden sein, wie IV. 5. das folgende, kurz zusammengefasste Besultat meiner Nachforschungen erweist. Josef „Freiherr- von Kurz, welcher in seinem vorgenannten Gesuche an die o. d. E.'schen Stände sagt, seine Voreltern wären 1610 in Böhmen in den Bitterstand gekommen, womit natürlich nicht der böhmische Bitterstand, sondern nur das von „Prag" datirto Eingangs genannto Diplom vom 11. 1. 1610 gemeiut sein konnte, stammt mithin nach seiner eigenen Darlegung von dem Fähnrich Johann Kurz uud nicht von jenen zu Bom am 11. 4. 153'i durch Kaiser Karl V. geadelten Kurtz ab, welch' Letztere d.d. 7. 3. 1623 als Kurtz von Senfftenau den Beichsfreihcrrnstand nnd d d. 13. 12. 1636 in der Person des Philipp F'reiherrn Kurtz von Scnftenan den Beichsgrafenstand erhielten. — Da nun ausser der letztgenannten F'reiherrustandserhcbung au die Kurtz von Scnfftcnau vom Jahre 1623 eino solche für einen Erwerber des Namens Kurz nur noch am 30. 6. 1843 vorgekommen ist. müssen in die Berechtigung des Josef F'reiherrn von Kurz zur Führung des Freiherrntitels begründete Bedenken gesetzt werden, um so mehr, als trotz der Angabc desselben, schon Bein Vater habe in allen übrigen Erbländern den Ilerrenstand erlangt, in Niederöster-rcich, ausgenommen den am 23. 5. 1629 daselbst dem Herrenstand einverleibten Freiherrn, dann Grafen Kurtz von Senfftenau, kein Geschlecht .des Namens Kurz die Landmannschaft erhalten hat. Ucbrigens ist die Deseendenz des k. k. Bogierungs-rathes Josef von Kurz mit dessun in dem Treffen bei Beverbclla nächst Mantua am 10. 3. 1814 gefallenen Sohne Leopold, Oberlieutenant im 11. Jäger-Bataillon, erloschen. (K. k. A. A., Akten im I.andesarch.; Landes- und ständisches Archiv in N-.Oe.; H.-M) liagn. (Taf. 50). Wappen: (F'rcikcrrlichcs 1809) Zweimal gespalten und zweimal getheilt. 1 und 9 in Gold drei rothe Schrägbalken. 2 von Blau und Silber Schach von sechszehn Plätzen. 3 in Both ein fünfblättriger natürlicher Eichenzweig. 4 in Silber fünf (2,1,2; gestürzte grüne Lindenblätter. 5 in Gold ein schwebendes gemeines, schwarzes Kreuz, in seinen Winkeln je mit einem schwarzen Lilienstabe bcstcckt. 6 in Silber sechs (2. 2, 2/ rothe Kugeln. 7 in Blau eine silberne Bnrg mit offenem Thor und drei rothgedccktcn Thürmen. 8 in Silber auf offener See ein rotlibewimpeltcs Segelschiff. — Drei gekr. Helme: 1. Drei Straussenfedern, roth-golden-roth. Decken: roth-golden. 2. Ein schwarzer Doppeladler. Decken: roth-golden, blau-silbern. 3. Drei Straussenfedern, blau-silbern - blau. Decken: blau-silbern. (K. k. A. A.) Aus .diesem uralt adeligen spanischen, ehedem zu San (lemcnte bei Valladolid begüterten Geschlechte legte Don Domingo do Lago bei seiner Aufnahme zum F'amiliar des Inquisitionsgerichtes zu Valladolid am 5. 9.1626 die vorgeschriebene Ahnenprobe. Er war mit Isabclla von Alvarcz vermält. Sein l.'renkcl Josef, ein Sohn des Emanuel de Lago, trat 1710 in dio Dienste Karls VI., damals noch Königes von Spanien, kam 1713 mit dem Archivc nacli Wien nnd starb nacli 47 jähriger Dienstzeit 1757 als Ilof-Sccretairc im italienischen Departement. Er hatte sich mit 31aria Antonia Perez de las Agnas. einer Tochter des von Kaiser Karl VI. im Jahre 1730 zum Marquis erhobenen Don Miguel Perez de las Aguas vermält uud mit dieser einen Sohn erzeugt, Peter Alcantara. welcher als kaiserl. Trncliscss und Landrath mit Diplom d. d. Wien 2. 1. 1809 in den F'reiherrnstand erhoben wurde. Letzterer hatte aus seiner Ehe mit Elisabeth geb. F'reiin von Sardagna zwei Söhne, von denen der Jüngere - mir unbekannten Taufnamcns — im Jahre 1809 als Kadet im Infanterie-Begiment Gf. Wenzel Colloredo diente und im 40 166 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. Militair - Schematismus 1813 nicht mehr erscheint; er dürfte in der Zwischenzeit vor dem Feinde geblieben sein. Der ältere Sohn Anton Emannel Josef Freiherr v. L. (geb. 18. 12. 1782, f 16. 2. 1858), 1809 Secretaire bei der Stadthauptmannschaft zu Wien , schliesslich k. k. Kämmerer und pensionirter Vicepräsident der vormal. n. ö.'-sclien Landesregierung, vermälte sich 22. 1. 1820 mit Maria Anna Grüfln von Welsersheimb, welcher Ehe am 10. 1. 1826 ein einziger Sohn, Eduard, outspruss. der mit Kaufeontract d. d. Radegund 19. 3. 1881 das lundtäüicho Gut Windern im Hausruck-Viertel an sich brachte und desshalb in den Grossgrundbesitz Oe.'s o. d. E. wählt. Freiherr Eduard, k. k. Kämmerer und Legationsrath a. D. ist seit 5. 9. 1872 mit Marie Honorine von Micewski vermält, welcher Ehe am 9. 6. 1873 ein Sohn, Alexander Eduard Maria, entsprossen ist. (K. k. A. A.; Landt.; freih. Taschenb.). Lambert Taf. 50). Wappen: I. (Stammwappen). Gespalten. Vorn von Blau und Silber dreimal getheilt, hinten roth ohne Bild. — Gekr. Helm: Höruer, rechts wie die rechte, links wie die linke Schildeshälfte tingirt. aussen je mit vier Pfauenfedern besteckt. Decken: blau-silbern, roth-silbern. (H.-M.). — II. (Podwein). In Gold ein aufspringender, schwarzer, golden-behalsbandeter Bracke. — Gekr. Helm: Der Bracke sitzend. Decken: schwarz-golden (H-M.). — III. iFreili. v. Lemberg zu Ortenegg) Geviert. 1 und 4 Lamberg (vorn von Silber und Blau dreimal getheilt). 2 und S Podwein. - Zwei gekr. Helme: 1. Hörner. rechts von Silber und Blau dreimal getheilt. links roth, aussen je mit vier Pfauenfedern besteckt. Decken: roth-silbern. 2. Zu Podwein Decken: schwarz-golden. (N. S. hoher Adel). — IV. (Gräfl. 1641; Geviert, mit rothem Iierz-scbild. darin eine viersprossige goldene Leiter aussen an ihren Bäumen je von eiuem silbernen, schwarz gefleckten, golden behalsbandeteu Bracken mit den Vorderläufen und einem gegen den Leiterbaum gestemmten Hinterlauf aufrecht gehalten (von der Leiter). 1 und 4 Lamberg (vorn von Blan und Silber fünfmal getheilt). 2 und 3 Podwein. — Drei gekr. Helme: 1. die Lamberg'schen, je mit sechs Pfauenfedern besteckten Hörncr. Decken: blau-silbern. 2. Zwischen offenem goldenen Flug wachsend ein gekr., golden-behalsbandeter. gestümmelter, silberner, schwarzgefleckter Bracke. Decken: roth-silbern. 3 Der Pod-wein'sche Bracke. Decken: schwarz-golden. (K. k. A. A.). — V. (Gräfliches 1667) Geviert von Lamberg und Podwein (die Lamberg'schen Felder vorn von Blau und Silber fünfmal getheilt; zu Podwein statt des Bracken ein Windhund). — Zwei gekr. Helme: 1. Horner, rechts blau, links roth, aussen je mit fünf Pfauenfedern besteckt. Decken: blau - silbern. 2. Der Windhund wachsend. Decken: schwarz golden. (K. k. A. A.). — VI. (Fürstliches 1707) Rück- und Herzschild wie bei VI., doch dio vorderen, Lamberg'schen Spalthälften von Silber und Blau dreimal getheilt; ebenso das rechte Horn auf dem 1. Helme. Die Hörner daselbst aussen je mit vier silbernen Straussenfedern besteckt. Die Bracken von Scala silbern ohne schwarze Flecken. Ueber dem zweiten Helme mit dem Kleinod von Scala schwebt .eine grosse Horzogs-krone." Der dritte Helm trägt das Podwein'sche Kleinod. Das Ganze ist auf diu Brust des Reichsadlers gelegt; dieser mit Uberschwebeuder kaiserlicher Krone. (N. S. hoher Adel). — IX. (Josef Dominik Gral' von Lamberg, 17 iS Fürstbischof von l'assau, Rückschild wio vorhin mit darauf ruhendem Fürstenhut, hinter diesem hervorragenden Pontifikalkreuze und liintor dem Schild geschrägtem Bischofsstab und Schwert Zwei Herzschilde mit darüber gesetzter Infel; der vordere in Silber ein rother Fuchs (l'assau) der hintero von der Leiter. Keine Helme. Das Ganze liegt auf der Brust des golden bescheinten Reichsadlers (H.-M.). Das Geschlecht hätte nach der Angabo des Freiherrn Jakob von Lamberg, welcher 1559 dio Familienchronik schrieb, früher Rittersberg geheisson. Es soll aber andererseits ein Vollrad als Lambergcr schon ao 1161, ein Walther von Lamberg 1187, ein Otto von Lnmberg 1189 vorkommen. Diese, iin Zusammenhalte mit der Erzählung von den von Rittersberg, dürften wohl in das Gobiet der Sage zu verweisen sein. Die Stanimreihe beginnt mit Wilhelm von Lamberg zu Abstorf und Velss in N.-Oe., der 1322 bei Muhldorf für Friedrich deu Schönen ritterlich focht. Sein gleichnamiger Sohn zog aus Niederösterreich nach Krain. wo er durch seine Gemalin Diernut von I'odwcin reichen Besitz. insbesondere Orlcneck, und drei Söhne überkam, Balthasar, Georg und Jakob, die das Geschlecht in drei Hauptlinien theiltcn. A. Hauptlinie zu Rotenbnhel und Habach. Der Stammvater Jakob (1414—1433) war mit Magdalena von Greisoneck vermält. Wilhelm von Lamberg zum Bottenpichl erhielt mit Intimationsschreiben Erzherzogs Ferdinand d. d. Laibach 18. 2. 1597 den Freiherrnstand. Georg Gottfried v. L., Deutsch-Ordensritter und Landcomthur in Oesterreich uud dessen Bruder Johann Wcickard. beide Freiherrn zum Rottenpichl, Habacli, Mannsperg und Egg, wurden durch Kaiser Leopold I. zu Wien am 10. 11. 1667 in don Grafenstand erhoben. Diese Hauptlinie endete mit dem Letztgenannten im Jahre 1689. B. Von Georg absteigendo Hauptlinic. Dieselbe theilte sich mit des Stifters, — 1438 Lan-desverweser in Krain, — Söhnen Heinrich und Georg in zwei Linien. a. Linie zu Stein und Guttenberg. Der Stammvater, üoorg der Jüngere, 1460 Hauptmann zu Lackh, kaufte i409 von Andreas von Kreygg dio Veste und Herrschaft Stain in Krain. Dessen Sohn Caspar, welcher um lüOS das Schloss Gutteuberg in Krain erbaute, wird durch Wissgrill als Freiherr angeführt. Des Letzteren Sohn Jakob, welcher die Familienchronik schrieb und 1554 Landeshauptmann iu Krain war, erlangte 1566 das Erbland-Stallmeisteramt daselbst und iu der windi-sclion Mark für sich und sein Geschlecht. Sein Ur-Ur-enkcl Hanns Georg III. von Lamberg, Freiherr zum Stain und Guttenberg wurde mit dem Diplome vom 10. 11. 1667 im Vereine mit seinen Vettern der ersten Hauptlinic in den Grafenstund erhoben. Des Grafen (Hanns Georg Enkel, Franz Adam II. (geb. S. 8. 1730. + 13. 5. 1803), geh. Rath und Landeshauptmann in Krain, gelaugte durch seine Gemalin Maria Anna Gräflu von Rotthal in den Besitz der Herrschaft Kwassitz in Miihreu. Dessen Enkel Eduard Karl Graf v. L. (geb. 11. 7. 1799, t 30. 11. 1825) ist der letzte Mannessprosso dieser Linie gewesen. b. Wilholm'schc Linie. Des Stammvaters Heinrich Sohn Christoph erhielt, nach Wissgr., iin Jahre 1494 von Kaiser Maximilian I. die Erlaubniss zur Vereinigung des Podwein'sehen Wappens. Nach seinem Sohne Wilhelm wurdo diese Linio benannt, dio. wie der vorcitirte Autor sagt, mit des Letzteren Sohne Balthasar in den Freiherrnstand kam. Balthasars Sohn Johann Wilhelm (t 1581) erbte von der Linio zu Schncebcrg-Willengraiii-Saueiistein (Ilaiiptliniu C) letzteren Besitz, der auf seinen Enkel Johann Herwart II. v. L., Freiherrn zu Saustein und li'aittenbcrg (beides in Krain) übergieng Dieser wurde durch Diplom Kaisers Ferdinand III. d. d. Wien 19. 6. 1647 als „Graf von OBEßÖ STEBBEICHIS CHE B ADEL. 167 Lamberg, Freiherr zu Saustein und Battenberg- mit dem Prädikate „Wohlgeboren- in den Grafenstand erhoben. Mit Johann Horwart's II. Urenkel Maximilian Anton Leopold (geb. 27. 8. 1743), Herrn der Fideicommissherr-schaften äauenstein und Beutenburg ist auch diese Linie im Mannesstamme abgegangen. C. Von Balthasar absteigende Hauptlinie. Derselbe siegelte 1437 als der edle Balteser Lamber-ger, der Zeit Pfleger zu Lackh. Seine beiden Söhne Georg und Andreas thcilten die Haupt linie. a. Linie zu Schneeborg, Willengrain nnd S auenstein. Des Andreas Söhne Joliaun und Gregor sollen 1524 durch Kaiser Ferdinand I. den Freiherrustand erhalten haben. Gregors Enkel Jolianu Christoph schrieb sich 1573 Herr zu Saustein, Idolzberg und Gaisclberg. Mit des Letzteren Solinc Herward ist dieso Linie, welche nicht iu den Grafenstand kam, crloschen. b. Von Georg absteigonde, nun alloin noch blühende Linie, die sogenannte Ortonogg'sclie Hauptlinie. Georg, der .Stammvater, wurde mit der von dem Grossvater Wilhelm II. erworbenen, aber wieder verlorenen Herrschaft Ortencck in Krain durch Kaiser Friedrich III. 1468 neuerdings belehnt. 8cinc Söhne erlangten, wie das historisch-heraldische Handbuch der gräflichen Häuser besagt, unter dem 12. 1. 15211 den Freiherrnstand Um diese Zeit muss deren ältester Brnder Sigmund bereits todt gowesen sein, da Kaiser Ferdinand I. d. d. Prag 17. 2. 1544 den Freiherrnstand des Josef, Melchior, Caspar und Wolf von Lamberg iSöhnen Georg's auf die -Söhne ihres Bruders Sigmund, nämlich den Bischof von Seckau, Christoph von Lamberg und dessen Bruder Ambros. Domde-chant zu Salzburg mit der Verleihung des Prädikates .Freyherrn von Ortcnegg und Ottenstein" erstreckte. Durch diese letztere, in dem k. k. Adels-Archive verzeichnete Verleihung wird gleichzeitig Wissgrill's Genealogie dieser Linie richtig gestellt, welcher den Bischof von Seckau Christoph und den Domdcchant Ainbros v. L. als Briider Sigmund's. anstatt als dessen Söhne augiebt. Melchior erkaufte am 7. 1. 1521 die Hcrrschait Ottenstein im V. 0. 31. B. und gelangte durch seine Ge-malin Anua Maria von Haselbach in den Besitz des Gutes Stockern, in demselben Viertel N. Oe.'s Sein Sohn Ulrich starb ohne Descendenz. — Melchiors Briider Josef und Caspar thciltcn diese Hauptlinie. a. Aeltere Ortenegg'scho Linie zuLiechten- wald. Der Stammvater Josef von Lamberg, Freiherr zu Ortenegg und Ottenstein, Herr zu Ortenegg, starb als Landeshauptmann von Kraiu zu Laibach am 20. 10. 1554. Sein Urenkel, Freiherr Seyfried, Herr zu Lichtenwald, wurde mit Intimationsschreiben Kaisers Leopold I. d. d. Luxemburg 6. 6. 1Ö71 in den Grafenstand erhoben. Sey-l'riod's Enkel Josoi Felix Adam, Dompropst zu Passau, bescliloss diese Liuic am 17. ä. 1795. b. Jüngere Ortenegg'sche Linie, oder die Ot- tenstein'scho Hauptlinie. Des Stammvaters Caspar (f Oktober 1544) Sohn Sigmund igeb. 1536. t 7. 2. 1616) Herr zu Ottenstein und Stockem, welche Besitzungen er von seinem Vetter, dem oben genannten Freiherrn Ulrich ererbte, wurde im Jahre 1585 in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen, war daselbst vom 20. 5. 1590 bis 7. 1. 1592 Landeshauptmann, dann Landmarschall und Landoberst in N.-Oe. auch, 1596, wirkl. geh. Bath. Seine drei Sehne, Bai- mund nnd Georg Sigismund, — aus der ersten Ehe mit Siguna Eleonora Freiin von Fuggcr, und Johann Albert, — aus der zweiten Ehe mit Anua Maria Herrin von Meg-gau, — pflanzten drei Linien. I. Raimund'sclie Linie, ehemals zu Greiffen-fels, jetzt zu Feistritz. Aus derselben wurden des Stifters Enkel, die Brüdor Hanns Baimnnd und Hanns Ludwig durch das mehrge-nannte Diplom vom 10. 11. 1667 in den Grafenstand erhoben. Hanns Ludwigs Enkel. Graf Karl Josef, Herr zn Greiltenfels und Attenberg (geb. 6. 10. 1713, t 4. 7. 1784 vermälte sich 1750 mit Maria Cajetana Gräfin von Leslic (geb. 18. 5. 1722, f 8. 5. 1800/, welche einen Thcil der gräfl. Lcslic'schcn Herrschaften und Güter, darunter vorzüglich Feistritz, ihrem Enkel Anton Buimund (geb. 21. 12. 1795, t 22. 10. 1869). Sohne des Leopold Baimund Grafen von Lamberg nnd dessen zweiter Gemalin Maria Theresia Gräfin von Breunner, hinterlicss. Die Linie beruht gegenwärtig auf den Löhnen des Grafen Anton Baimnnd, bezüglich deren männlicher Dcscendenz. II. Georg Sigismnnd'sche Linie. Georg Sigismund (+ zu Kitzbüchel 1632) fügte zu seinen llerrschuftcn Ottenstein und Stockem die Herrschaften Amerang (Bezirksamt Wasserburg) in Bayern und Kitzbüchel in Tyrol, wurde 1614 Burggraf zu Steyr und erlangte laut kaiserl. Schuldverschreibung d. d. 21. 12. 1619 dio Burg und Herrschaft Steyr pfandschillings-weiso. Er ist in den beiden Jahren lt>05 und 1606 zum Landeshauptmann in Oe. o d. E. bestellt gewesen. In seinen drei Ehen, 1) mit Sophia Altin, 2) mit Eva von Neydegg und 3) mit Johanna, Tochter Johann Warmunds della Scala, erzeugte er vierzehn Kinder, von denen die beiden Söhne Johann Maximilian und Johann Wilhelm zwei Unterlinien begründeten und mit einer Wappenbes-serung durch Vereinigung des eigenen mit jenem ihrer Mutter Johanna von der Leitter della Scala; als Letzten ihres Namens und bei gleichzeitiger Verleihung des grossen Palatinats an Johann Maximilian, mit Diplom d. d. Hegensberg 5. 9. 1641 dnreh Kaiser Ferdinand I. den Grnfenstand erlangten. 1. Jüngere Unterlinie auf Aiuerang in Bayern. Dieselbe ist mit des Stammvaters Johann Wilhelm Ur-Urenkel Maximilian Franz Grafen von Lamberg, Freiherrn zu Ortenegg und Ottenstein (geb. 25. 11. 1775, + 21. 11. 1837 Herrn auf Bulach und Amerang in Obers bayern, kgl. bayr. Kämmerer und Appellationsgerichts-präsidenten der Überpfalz im ManucBstammu erloschen. 2. Aeltere österreichischo Untcrlinie. Johann Maximilian (geb. 28. 11. 1608, t 12. 12. 1682;, der Bedeutendste der Familie, Mitnnterfertiger des Friedens zu Osnabrück 1658 kaiserl. Botschafter in Spanien, Hi64 Bitter des Ordens vom Goldenen Vliess, 1673 kaiserl. Obcrstkämmercr, erhielt nach dem Abgange des Fernberger'schcn Mannesstammes 1675 das Erblandkäm-mereramt in Oe. o. d. E. Er war seinem Vater im Bnrg-grafenamte und als Pfandherr zu Steyr gefolgt, welche Herrschaft er von Kaiser Leopold I. d. d. Wien 25. 8. 1666 erbeigenthiimlich erkaufte. Aus seiner Ehe mit Judith Bebecca Gräfin von Wrbna entsprossen zehn Kinder, von denen Franz Josef und Caspar Friedrich die Unter-liuie neuerdings theilten. Aelterer fürstlicher Ast. Graf Franz Josef (gco. 29. 10 1637, y 2. 11. 1712) Herr der Herrschaften Steyr und Kitzbüchel, Landeshauptmann in Oe. o. d. E. 168.J- 1712, erkaufte im Vereine mit seiner Gemahlin Anna Maria Gräfin von Trantt-mansdorff die Herrschaft Zichovic mit Zichobec, Budetic, 168 OBEBÖSTEBEEICHISCIIER ADEL. Rabe and Strädal in Böhmen, welcher Besitz nachher dem Majorate einverleibt worden ist. Sein Sohn Johann Philipp Graf v. L. (geh 9. 9. 1684, + 8. 11. 1785) erbte Eitzbüchel nnd vermalte sich mit Maria Josefa Griilin von Montfort, mit welcher er zwei Kinder erzeugte, dio aber jung starben, so dass dieser tyrolische Nebenzweig im eigenen Manncsstamme wieder erlosch. Kitzbüclicl gieng anf Johann Pliilipp's 1'.rüder Johann Ferdinand igeb. 11. 1. 1689, t 6. 10. 1764) über, welcher ebenfalls ohne Nachkommen blieb. Josef Dominik (geb. 8. 7. 1680, ■}• 30. 8. 1761), der um das Uochstift wohlverdiente Bischof von Passau, wurde 1737 Cardinal. Leopold Mathias (geb. 23. 2. 1667, f 10. 3. 1711), Franz Josef's ältester Sohn, geh. Bath, kaiserl. Oberst-stallmeister, Ritter des Ordens von Goldenen Vliesse. Kaiser Leopold's Patheukiud, stand bei Kaiser Josef I. in hohem Ausehen, von welchem er das Erblandjägermei-steramt in Oe. o. d. E, ferner für sich und in der Folge für den jeweiligen Majoratsinhaber die Reichsfürstcnwürde d. d. 1.11. 1707 erhielt. Nachdem ihm am 12. 5. 1709 dio Landgrafschaft Leuchtenberg — eine kaiserliche Donation— zugesprochen worden war, wurde er unter dem 11. Juli letztgenannten Jahres zum freien Reichsgrafen uud unmittelbaren Reichsfürsten in lleriicksichtignng seiner und seines Grossvaters Brnders Verdienste, des Cardinais Johann Philipp Grafen von Lainberg, erklärt. Ihm succe-dirte in der Fiirstenwiirde nach seinem kinderlosen Ableben der Vater Graf Franz Joseph. dann des Letzteren jüngerer Sohn Franz Anton igeb. 30. 9. 1678, f 23. 8. 1759), welcher nach Inhalt des Ilastädter Friedens die Landgrafschaft Leuchtenberg restituireu musste, wodurch auch das fürstUche Votum auf dem deutschen Reichstage verloren gieng. Unter dem 4. 4. 17S1 erhielt derselbe nach dem Abgange des Graf von Thannhausen'schen Mannesstammes das Erbtruchsessenamt des Erzstiftes Salzburg. Sein Sohn Johann Friedrich, seit 1759 Fürst von Lamberg (geb. 24. 2. 1737, f >5. 12. 1797), Herr der Fideicommissherrschaften Steyr nnd Zichovic, beschloss diesen Ast im Mannesstamme. Jüngerer fürstlicher Ast. Caspar Friedrich (geb. 1648, i 1686), des Fürsten Franz Josef jüngerer Bruder, liess sich in Mähren nieder, wo er 1677 die Herrschaft Kunstatt von den Grafen von Schlik erkaufte und dieselbe auf seinen Sohn Carl Benedikt (geb. 1675, f 1721), Landrath in Mähren, vererbte. Des Letztgenannten Erstgeborener Graf Carl Anton (geb. 22. 1. 1704. f 1788), veräusserte jedoch wieder die mährischen Güter, woruuf sein Sohn Maximilian Josef igeb. 22. 11. 1729, f 23 6. 1792) für kurze Zeit die Herrschaft Aruau in Böhmen erwarb. Carl Engen (geb 1. 4. 1761, f 11. 5. 1831), Maximilian Josef's Sohn, brachte im Wege des Kaufes die ehemals gräfliche Öcd'sche Herrschaft Götzendorf im Miihlviertel an sich und succedirte nach dem Abgange des älteren fürstlichen Astes 1797 als Fürst und Majoratsherr, gefolgt von seinem Sohne Gustav Joachim (geb. 21. 12. 1812, f 3. 2. 1862), welcher anlässlich der Thronbesteigung Seiner Majestät Kaisers Franz Josef I. die Belehnungserneuerungsansuchung über die beiden o. d. E.'schen Erbämter unterliess, so dass die n. ö.'sclie Statthalterci als landesfürstliche Lehensstube für Oe. o. und u. d. E. mit Erlass vom 20. 11. 1851 die Heimfälligkeit dieser lehenbaren Erbämter aussprach. Des Fürsten Gustav Joachim und dessen Gemalin Katharina, geb. Hradek Sohn, F'ürst Gustav Wilhelm (geb. 13. 9. 1841, f 28. 1. 1886) musste, als Sprosse aus einer nicht ebenbürtigen Ehe das Majorat Steyr und Zichovic an den Grafen F'ranz Emmerich der Linie zu Stockern abtreten. Dem Fürsten folgte in seiner Würde dessen jüngerer Bruder Graf Carl Wenzel Emil 'geb. 24. 2. 1845), dem jedoch von dem k. k. Ministerium des inneren zu Wien, als obersten Adelsbehörde und, anlässlich gegen die Ent- scheidung ergriffener Beschwerde, durch den k. k. Verwal-tungsgerichtshof in der Sitzung vom 4. 2. 1887 im Hinblicke auf die Bestimmungen des F'ürstendiplomea vom Jahre 1707, bezüglich auf jene des Fideiconnuiss-Stifts-briefes dio Berechtigung zur Führung des F'firstcutitels abgesprochen worden ist, welch' Letzterer nun dem Grafen Franz Emmerich als Majoratsinhabcr zustehen würde, von diesem aber gegenwärtig noch nicht geführt wird. III. Johann Albert'sclie Linie. Johann Albert (f 14. 4. 165')). aus seines Vaters Sigismund zweiter Elio, überkam 1627 das Gut Stockem in N.-Oo. durch Vergleich mit seinen Brüdern, von welchen er auch dio Horrschaft Ottenstein an sich löste. Kr ist 1) mit. Margaretha von Ileyssborg 2) mit Anna Katharina Freiin von Kiienburg t,f 1629), 8) mit Elisabeth Schifer von Frciling vermält gewesen. Seine Söhue Sigmund Albrecht (2 Eho), Hanns Albrecht (3. Ehe) und Hanns Georg (3.' Ehe) erhielten mit dein Diplome vom 10. 11. 1667 den Grafenstand, der gleichzeitig auch der Wittwe ihres Bruders Hanns Franz, Maria Constantia geb. Freiin von Quostenbcrg, Erbfrau auf Kranichberg und deu Söhnen derselben Leopold Josef, Carl Adam und Franz vigmund verliehen wurde. Hanns Franz und Hanns Albrecht theilten die Linie neuerdings. 1. Aeltere Ottonstcin'sclie oder Lamberg-Sprinzenstein'- sche Unterlinie. Von den Söhnen des Freiherrn Hanns l'ranz gelangten Graf Leopold Josef, kaiserl. gell. Bath nnd Botschafter im Haag und Franz Sigmund, kaiserl. Kämmerer und Hofkriegsrath mit Diplom d. d. Wien 27. 10. 1697 durch Kaiser Leopold I. in den Reichsgrafenstaud. Leopold Josef (geb. 19. 3. 1654, -j- 28. 11. 1706), Herr der namhaften Besitzungen seiner Eltern in N.-Oe. brachte durch seine Gemalin Katharina Eleonora Grälln von Sprinzenstein, Erbin der Güter Waidholeii, Weickart-schlag und Thaya in N.-Oe., bezüglich durch das Testament seines Schwiegervaters F'crdinand .Maximilian d. d. Wien 7. 9. 1666 und dessen Fideicommiss-lnstrament vom 21. 1. 1671 die Anwartschaft auf die Herrschuft Drosendorf mit den .kleinen Gütcln Thumbritz uud Pyrrlia" an seine Descendenz. Sein Sohn Carl Josef Franz (geb. 19. 4. 1686, f 13. 4. 1746), ,welcher nach den vorerwähnten Bestimmungen nun auch thatsächiich in don Besitz des letztgenannten Fideicominisscs und zwar für den jeweiligen Inhaber mit der Verpflichtung trat, den eigenen Namen mit dem Sprinzcnstciirschen zu vereinigen, erkaufte zudem mit kaiserl. C>nsens vom 28. 7. 1719 im nächstfolgenden Jahre von dem Grafen Julias fi'ranz Leopold von Hamilton die Grafschaft Neuburg am Inn um 440000 Gulden , welche er jedoch 1731 an das llochstift l'assau wieder veräusserte. — Die Ünterlinie erlosch mit seinem Enkel Anton Franz Adam Grafen von Lamberg-Sprinzeustein (geb. 2. 8. 1740). Majoratsherrn zu Ottenstein und Drosendorf, worauf Ottenstein auf die nachstehende Unterlinie. Drosendorf aber auf Grund des Sprin-zenstein'sclien Fideicominiss-Stiftsbriefos anf den Grafen Johann Ernst von Hoyos iibergieng. 2. Jüngere Unterlinie zu Stockem, jetzt zu Ottenstein, Steyr und Zichovic. Graf Johann Albrccht (geb. 1684, f 1682, alias 1683) erbto Stockem von seinem Stiefbruder Sigmund Albrccht. Seine Eho mit Johanna Barbara Freiin von Oppel ist mit 23 Kindern gesegnet gewesen, von welchen der Sohn Adam Franz Anton (geb. 1678, r 9. 2. 1731), vermält 1705 mit Maria Anna F'rciin von Hochburg dio Linie fortsetzte. Dessen Sohn Franz Auton erbte von seinem mütterlichen Oheim Johann Dominik Rcichsgrafen von Hochburg dio Herrschaft Csi'ikakö (Moor) in Ungarn, die nach seinem kinderlosen Ableben auf seines Bruders Franz Josef, — der OBEEÖSTEi,'REICHISCHER ADEL. 169 1762 Stockern verkaufte — und dessen Gemalin Maria Theresia Gräfin von Hoyos Solin, Philipp Josef igeb. 17. 1. 1749« iibergieng. Letzterer, welcher 1700 das ungarische Indigenat erwarb, hatte sich am 17. 1. 1790 mit Barbara Freiin von Lnzensky vermält. Sein Sohn Franz Philipp (geb. SO. 11. 1791, ermordet auf der Brücke zu Ofen am 28. 9. 1848; überkam das Ottenstcin'sche Pi-dcicommiss von der erloschenen Lambsrg-Sprinzensteiu'-schen Linie, währeud dessen Brnder Budolf igeb. 11. 2. 1802, f 5. 4. 1880), der unermüdlicho Waidmann uud vortreffliche Kugelschütze bis in seine letzten Tage, in den Besitz der ungarischen Güter gelaugte, die dessen einzige Tochter aus der Ehe mit Theresia Gräfin von Hoyos, Anna Maria ererbte, welche am 29. 1.1861 mit ihres Vatersbruder Franz Philipp Sohne, dem Grafen Franz Emmerich von Lambcrg (geb. 30. 4. 1832) getraut worden ist. Letzerer, wirkl. geh. Bath, Mitglied des Herrenhauses des Beichs-rathes auf Lebenszeit und Major a. I). hat ausser dem n. ö.'sehen Fideicommisse Ottenstein mit Gilgeubcrg und Allhartsbcrg auf Grund der Jestiinmungen des bezüglichen Stiftsbneles auch dio Majoratshcrrschaften der fürstlichen Linio, Steyr und Zichovic sammt dem fideicommis-sarischen Tlieilc von Götzendorf angetreten. Auf demselben und dessen Brnder Heinrich (geb 16. 7. 1*41), vermält 22. 5. 1883 mit Eleonora Prinzessin zu Schwarzenberg, beruht gegenwärtig der Mauncsstamni dieser l.inie. iE. k. A. A., woselbst sämmtUcho Data der Standeserhöhungen, sowie die bezüglichen Erwerber entnommen sind, insofornc Anderes nicht ausdrücklich bemerkt ist. H.-M.; H.; W.; N. S. Hoher Adel; gräfl. Sprinicn-stein'schesArchiv; Landtaf. histor. herald Handb.: gräfl. Taschenb). LiiiiMl'Mi. Taf. 51). Wappen: I. (Stammwappen . In Gold drei schwarze Hirschstangcn, wagrecht übereinander. — Kleinod: Aus goldenem Köcher ein Pfauenstutz. Decken : schwarz-golden. (Heinrich von Landau, 14. I. 1598 im Stammbuche des Johann Paul von Geymann zu Gallspach; Stiftsbibliothek zu Lilienfeld). - II. (1U50; Geviert, mit d._in Stainmwappen im Herzschild. 1 nnd 4 durch einen sil bernen Schrägfluss von Both und Blau getheilt Aspan). 2 und 3 vou Silber nnd Schwarz gespalten, darin aufrecht je eine farbengewechselte Turnierstange — Drei gekr. Helme: 1. »Vie das erste Feld bezeichneter geschlossener Flug. Decken: roth-silbern 2. Stammkleinod der Köcher fehlt). Decken: schwarz-golden. 3. Wie das zweite Feld bezeichneter, geschlossener Flug. Decken: schwarz-silbern (H.-M.). , , Die Landau, welche in der That den Württemberg -sehen Schild führen, sollen eines Stammes mit diesem königlichen Hause gewesen sein und zwar von der jüngeren Linie, den Grafen von Grüningcn herkommen, die sich mit dem Sohne Ulrichs II. Grafen von Württemberg, «Vernherus, nach 1121 abzweigten. Des Letzteren Nachkomme Eberhardus Graf zu Griiningen, des Grafen Hermann (f 1280) Sohn, übergab im Jahre 1295 die Grafschaft an Württemberg und seine Deseendenz. die Herren von Landau, sank zum einfachen Landadel herab. ~ \ erlässliches und Näheres über diese Herkunft, über welche sicher geforscht und geschrieben worden ist, ist mir nicht zugänglich gewesen. , _ , . . Die ununterbrochene Stammreihe der Landau beginnt mit Luz (Ludwig) von Landau Bitter (.f Freitag vor t. Margaretha 14-8). der im Gefolge K. Friedrich s III. bei dessen Krönung in Bom war, dann eine Schweizerin, Amalia Besserer von Bussmaniishausen. heimführte und mit dieser drei Söhne erwarb. Jakob. Heinrich und Hanns, welche das Haus in drei Linien theilten. Aus der Ersten kam der Stammvater Jakob (t 1o2.>), erst Landvogt in Schwaben, dann kaiserl. Hofkammerrath, IV. 5. in den pfandweisen Besitz von Cilli in Steiermark und der Herrschaft Wolkersdorf in N. Oe. Seine Descendcnz erlosch mit dem gleichnamigen Enkel Jakob 1588. Heinrich (f 1510) überkam das mütterliche Gnt Lau-trach a. d. Hier (bei Mcmmingen nächst der württem-burg'schen Grenze). Die Linie ist mit seinen Urenkeln, den Brüdern Dietrich v. L. zu Lnutrach und Wolf Philipp v. L. abgegangen. Hanns, der 1513 auf dein von der Mntter ererbten Gute zn Blucmbcrg 09 für 13,400 Gulden rheiu. pfandweise Schloss nnd Herrschaft Freistadt in Oe. o. d. E. erhalten , aber erst sein Sohn aus der Ehe mit Margaretha von Pappciihcim. Georg, dem im Vereine mit seinem Bruder Ludwig dor pfandweise Besitz von l-'reistadt durch Kaiser Ferdinand I. zu Linz am 25. 9. 1529 bestätigt wurde, liess sich hier-lands nieder, wo er ao. 15*24 dm Sitz Ilaus, Pfarre Wartberg von Adam dem Schweinpeck erkaufte und sich in erster Elio mit Katharina .lörgerin, in zweiter mit Margaretha vou Losenstein vermalte. Auch in N. Oe. machte er sich durch Ankauf der Herrschaft Bapotten-stein 1546 ansässig, zu welcher dort Boinc Söhne ansehnlichen, weiteren, von Wissgrill nälu r verzeichneten Besitz, tlieils durch Kauf, tlieils durch Heirathcn fügten. Georg hatte zahlreiche Nachkommenschaft, aus welcher der Aelteste, Hanns (1. Ehe 1564 als Bitteretands-verorduetcr in Oe. o d. E. erscheint und mit Diplom vom 19. JuL.i desselben Jahres im Vereine mit seinen leihlichen Brüdern Christoph, Joachim Lucius uud Sigismund und seinem Stierbruder Achaz mit dem Prädikate „Freiherr zum Haus und zu Bapottensteiii'1 von Kaiser Ferdinand I in den Frciherrnstaud erhoben wurde Freiherr Hanns ist hierauf 1566 im Hcrrenstande Oe.'s o. d. E. iminatriculiit worden, starb am 25. 9. 1575 und wurde zu Wartberg begraben. Im Jahre 1578 theilten hierauf die überlebenden Brüder Joachim, Lucius, Hgismund und nnd Achaz zum zweitcumalc unter sich und scheint Schloss Haus damals nicht mehr in ihren Händen gewesen zu sein Lucius bekam Freistadt, das nach seinem Tode auf den Bruder Sigismund. — der am 8. 3. 16 '3 das i.ngarische Indigenat erworben hatte , hierauf auf des Letzteren Sohn Erasmus übergiong, der sich 1619 Herr auf /.isserstorf, Dlirnkrut. Ebenthal Höflein, I'fand-inhaber der Herrschaften Preistadt und Marchtrenk schrieb. Im Jahre darnach emigrirte dieser religionshalber nach Böhmen und sind zweifellos aus diesem Anlasse die Pfandschaften ihm und der F'amilio verloren gegangen Achaz, der jüngste Sohn Georgs, gelangt' in den Besitz von Bapottensteiii wo er 159 :■ starb, daselbst begraben wurde und wohin ihm mehrere seiner Nachkommen folgten, unter diesen sein Sohn Hanns Wilhelm, „welcher im 1598sten Jahr den 10 Octobris in Eroberung der untern Stadt Ofen von den Erb-Feind in Sturm Bitterlich ist umbkomiucn", wie dessen Epitaph besagt. Ausser diesem hatte Achaz von seinen zwei Gemalinnen. 1) Sophie [Grabnerin von Joslovic (verm 13. 2. 1569), 2: Klara Herrin von Boggondorf iverm. 23. 10. 1582; siebzehn Kinder, von welchen sich der Sohn Ehrenreich (2. Ehe; mit Bosina Aspan F'reiin von Hag und Liclitcu-liag zu Hartheim am 5 10. 1608 vermälte. mit deren Bruder Jakob's Solin Hanns Joachim das Aspaii'sche Geschlecht erlosch und dessen Wappen auf des Ehrenreich's Sohn Georg W ilhelm üb- rgieng, welchem für diese Vereinigung 1650 eiue kaiserliche < oncession zuTheil wurde. Georg Wilhelm (geb. 4 7.16 2) trat mit Maria Christina Elisabeth F'reiin von Stein in den Stand der Ehe, aus welcher Verbindung der Sohn Hanns Adam entspross über dessen Grabe im Jahre 1690 der Landau'sche Schild gebrochen wurde. Er hatte sich wohl mit Dorothea Helena von Hcnneon vermält, hinterliess aber bei seinem Toda 48 170 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. nur eine Tochter Maria Dorothea. Klosterfrau zu St. Jakob in Wien und vererbte seine Herrschaft llothenpach in N. Oe an seine Schwester Susanna Magdalena, welche dieselbe sammt dem Namen und Wappen von Landau ihrem Gemale Johann Rudolf Freiherrn von Hackelberg zubrachte. iH.- u. R.-M ; J. Hühners genealog, Tabellen: H.; W.). LiiuilHibei'S' (Lichteneck) (Taf. f>l, 52). Wappen: I'er allen Stämmen dieses Geschlechtes gemeinsame Schild ist jener mit den drei (2. 1) Ringen. Daneben führten die Hohen-Landenberg, sei es vereinigt mit dem alten Stamwappen, sei es allein, einen gevierten Schild über dessen Ursprung um so schwerer etwas zu ermitteln sein dürfte, als die vorgenannte Vereinigung schon in der Mitte des XIV. Jahrhunderts stattgefunden hat. — Das älteste Landenberg'sche Wappen in Tincturen befindet sieh auf einem bemalten Holzkästchen. ans dem letztgedachten Zeitalter stammend, und lautet folgender Massen: In Roth drei (2, 1) silberne Ringe. — Kleinod: Niederer, rother Hut, bcBteckt mit einem viereckigen, nach unten verjüngten schwarzen .Schirmbrett, dieses belegt mit fünf aufrecliten. beblätterten, silbernen Lindenzweigen. Schwarze Decke, i Wappen I ; Mittheilungen der antiqu. Gesellscii. in Zürich. Bd. XXL. lieft 5: Denkmäler der Feudalzeit im Lande Uri von II Zcller-Werd-müller). — Aus dem Schirmbrettc bildete sich der schwarze, mit silbernen Lindenblättern bestrente Flügel 'Heraus, welcher bereits 1296 in dem Siegel Hngo's von Landenberg erscheint und auf rothem Kissen von den Breiten-Landenberg bis auf den heutigen Tag geführt wird. (Wappen II). — Dieses Kleinod variirt mit anderen: Ein rother Hut darüber eine weisse Kugel (Wappen III; Züricher Rolle Xr. 59). — Die Kugel mit einem Federbnsch besteckt (Wappen IV; Siegel Hcrmann's von Landenberg, Ritter, 1336. und anf einem Schlusssteino der von Hermann dein Jüngeren. Landmarschall in Oesterreich (f 1361) zu Greifensee in der Schweiz erbauten Kirche). — Des Letzteren Vater, der ältere Marschall Hermann siegelte zu Wien am 28. 3. 1301 mit der Legende: f S. hermanni Marsci de Laudenberg: im Siegelfelde den Ringschild; Kleinod: Ein Schildesring, mit drei Pfauenwedeln besteckt (Wuppen V; l'assau'-sche Urkunde im Reichsarchiv zu München). — Dasselbe 'Wappen, als Kleinod jedoch eino rothe Scheibe anf ihrem änsseren Rande mit einem Schildesring belegt, dieser mit einem Hahneufederbnsche besteckt, befand sich' aus dem XIV. Jahrhundert stammend, gemalt im Ritter-thurin zn Entfelden 'Urii und wurde noch im Jahre 1590 von Ren ward Cysat copirt. (Wappen VI; Beschreibung der Fcudalzcit im Lande Uri, S. 141). - Pas letzt' bla-sonirto Wappen, am Helm nur der Ring mit dein Federbusch ohne die rothe Scheibe habe ich in dem Siegel Ulrich des Lichteneckcr wieder gefunden, (s. Tafel 51; an dem Verkaufsbriefe Leutolds von Wrissenberg an Ru-ger von Starhemberg über 10 I'fund Gülten im Lande o. d. E. d. d. Wien 11. 12. 1364; Original im Iiicdecker Archivo zu Eferding). — Zu dem von Gold und Schwarz gevierten Schilde wurden Anfangs zwei Bärenpranken als Kleinod geführt; so in dem Siegel Hermanns von Laudenberg-Greifensee (V uppen VIII) nnd deutlicher in dem Helmsiegel Rüdigers von Werdegg 1290 (Wappen IX).— Hermann der Jüngere, Landmarschall in Oesterreich, führte als solcher in der nachfolgend näher bezeichneten Urkunde d d. Wien 13 12. 1859 den österreichischen Bindenschild beseitet rechts von dem Bing-Scliild. links von dem gevierten, sein Sohn Bcrenger an derselben Urkunde die beiden Landcnberg'schen Schilde nebeneinander. ■Wappen X und XI: nach den Originalen im fürstlich Starhemberg'schen Archive zn Eferding). - In der Folge bis zu ihrem Erlöschen führten die IIohen-Landenberg nachstehendes, mit dem im Siebmaclier veröffentlichten im Wesentlichen übereinstimmendes Wappen: Geviert. 1 und 4 in Both drei (2, 1) silbeine Ringe. 2 und 3 von Gold und.Schwarz geviert. — Zwei Helme: 1. Auf rothem Kissen ein schwarzer, mit silbernen ülcrzen bestreuter Flügel. Decken: roth-silbern. 2. Zwei, im Ellbogen aufwärtsgebogene Arme in je wie das 2 Feld bezeichne- ^ ten und aussen mit drei Knöpfen besetzten Acrmeln." Decken: schwarz-golden. Es ist bisher noch nicht versucht worden, eine zusammenhängende genealogische Darstellung und eine Geschichte dieses zu den ältesten Schwrizergeschlechtern gehörigen, weit verzweigten und ausgebreiteten Hauses zu verfassen, eine Aufgabe, der in ihrer grossen Ausdehnung in diesem Werke nicht entsprochen werden könnte und welcher sich dermalen noch mangels eines vollständigen Züricher Urknndenbuchcs namhafte Schwierigkeiten entgegenstellen würden. Die Landenberg kommen, so weit bisher ermittelt worden, als Lehensträger der Abtei St. Gallen und als Dienstmannen der Grafen von Kvbnrg im Jahre 1229 mit Peringer. Hermann und Ulrich ziierst urkundlich vor. Der ursprüngliche Besitz des Hauses deckt sich nahezu mit den Vergabungen. welche ao. 7-14 Landpertus, Sohn des Lanvald. an St. Gallen gemacht hatte, und es liegt die Versuchung nahe in Landpert. oder vielmehr in dessen Vater Lanvald, den Stammvater der Landenberg zu erblicken. Pas Stammhaus, .die alte Landenberg- lag bei Bauma im Tössthale. Hohen-Landen berg bei Vila. Breiten - Landenberg, das bis in die nenesto Zeit im Besitze des Geschlechtes gewesen und erst im .Tahre 1801 abgetragen worden ist, bei Turbenthal. Tn Tur-benthal befindet sich das Erbbegräbniss. Ausser diesen drei Rareren hatten die Landenberg zahlreiche andcr>- Güter in der Ost - Schweiz, von welchen als die Sitze einzelner Linien insbesondere nur Grcifensee, .Sonnenberg, Werdegg und Wellonbnrg hier genannt sein mögen. Eino Linie Alten-Laudenberg ist nicht näher nachzuweisen. Die IIohen-Landenlierg zerfielen vorzüglich in die Linien Landenberg-Sonnenberg, erloschen 1483, Lan-denberg-Greifenseo zu Alten-Lnndenberg und Wülflingen, abgegangen im Jahre 1450 und in eino dritte Linie, von 1400 - 1504 im Besitze von Wellenberg. welcho Hanns Dietrich von Landenberg zu lleimbach (f 1644) zum letzten Mannessprosson hatte. Dio Breiten-Landenberg, welche, wie auch die Vorgenannten, vielfach vorzweigt gewesen sind sind in einer Züricher Linie im Jahre 1885 erloschen und blühen gegenwärtig noch in der Breisgauer Linio. Die von Bernegg, bei Himwil, sind dem Wappen nach ebenfalls Landenberger. Hermann von Landenborg, aus dem Stamme Höhen-Landen berg zu Kaiser Rudolfs Zeiten in hohem Ansehen stehend, ist österreichischer Marschall im Thurgan und Aargau gewesen und tritt an der Seite Herzog's Albreclit zu wiederholten Malen in Oesterreich auf, zuerst zn Nen-biug 'Klosterneuburgl am 20. 2. 1288 als Zeuge b.i der Bestätigung der dem Kloster St. Florian in Oe. o. d. E. durch Friedrich den Streitbaren verliehenen Freiheiten. Am 2. 1. 1290 bezeugte er — „her Horman der Marschaich von Liindenberch" - die Einwilligung Heinrichs von W alsee, dass dessen Bruder Eberhart seiner Hausfrau Maria 1000 Pfund auf den Pfandschaften Riedmark nnd Preistadt anweise. — steht zu Passan ain 27. 2. 1298 als Bürge in dem Friedensschlüsse zwischen Herzog Alb-recht von Oesterreich und Herzog (itto von Bayern. und zn Wien am 2. 2. 1301 als Zeuge in der dein Kloster Garsten durch die Herzoge Rudolf, Friedrich und Leopold zu Oesterreich und Steyr ertheilten Bestätigung über dio diesem Stifte durch Herzog Leopold ao. 1177 verliehenen OBERÖSTEBREICHISi'HER ADEL. 171 Privilegien. In seiner Heiniath hatte Hermann im Jahre 1300 die Veste Greifensee an sich gebracht. Er starb am 10. 12. 1306 nnd wurde in der Kirche zu Uster bestattet, überlebt von seiner Gemahlin Gertrand, die dann den Schleier im Kloster Oetenbach zn Zürich nahm, wo Bie als Nonne noch am 17 6. 1318 vorkommt Noch eines Zeitgenossen Hermanns, es hat nicht ermittelt werden können, ob er sein Bruder gewesen ist, des „hörn Bcringer von Landenbercli" Boll an dieser Stelle Erwähnung geschehen. Derselbe, in der Schweiz schon in den Jahren 1266 nnd 1271 nrknndcnd, bezeugte zu Wien am 25. 9. 1300 den Verkaufsbrief der Hedwig von Schaunberg au Heinrich von Walsce über vier Dörfer iin Gerichte Drosendorf Xieder-Oesterreichs. Der Marschall Hermann hiuterliess soweit urkundlich bekannt zwei Söhne und zwei Töchter. Gertrud vermält mit Hertmann Meyer von Windegg in der Schweiz (1300) und Agnes. 1300 Nonne zn Oetenbach Die Söhne waren beide anf des Vaters Namen getauft: der eine Hermann, Herr zu Staufen in der Schweiz, starb schon im Jaliro 1811, der andere Hermann, Herr zu Grcifensec. Bichelsee und Sonnenberg, stand bei den österreichischen Herzogen in nicht minder hohem Ansehen und in Gnaden als der Vater. Wie dieser kam er erst in seinen späteren Jahren in die Erblande, wo er auch Güter erwarb und das Amt eines Laudmarschalls von Oesterreich bekleidete. Als solcher verbot er Namens des Herzoges Budolf zu Wien am 20. Ii. 1359 dem Hauptmanne zu Steyr, Rcinprccht von Walsee, gegen das den Bürgern dieser Stadt über den Holzverkanf crtheilte Privilegium zu handeln, besiegelte, als .her Hermann von Laudenberg lautmarschallich in Oesterreich". am 26 9 18:")9 einen Verkaufsbrief der Gertraud Gerichtlerin von Neustadt an Ulrich von Pergau und steht in dem nämlichen Jahre, zu Wien am 14. November, in einem BcBtätigungsbriefe Herzog's Rudolf an das Spital am Pyhrn unter den Zeugen. — Seine ersto Gemalin war Elisabeth von Schellenberg (t 1340), die zweite Diemut Piberin. wahrscheinlich eine Tochter des Otto Piber, für welchen und allo ihre Yorvorderen sie noch am 20. 8. 1374 ein Seelgeräth in der St. Laurcnzkirche zu Gramastettcn, mit dem Gnte zu Lyntliaim in dieser Pfarre, stiftete, das sie von Chnnrat dem Volkrat aus diesem Anlasse gekauft hatte. Die Veste Rotteneck im Miihlviertcl dürfte vielleicht durch sie au ihren Genial gekommen sein, wenn derselbe nicht etwa die Burg directe von dem österreichischen Herzoge als Lehen erwarb. — Nach dem im Jahre 1361 erfolgten Ableben ihres Eho-lierrn wurde Diemut Hofmeisterin der Herzogin Katharina, Herzog's Budolf Gemalin, einer Tochter Kaiser Carl's IV. ans dem Hause Luxemburg. — Dem jüngeren Marschall war mit fünf Söhnen uud eben so vielen Töchtern zahlreiche Nachkommenschaft entsprossen. Von den Ersteren entstammten die nachstehenden Drei sicher der ersten Ehe mit Elisabeth von Schellenberg Hermann zu Eichcl-see. Bitter, (f 1405), ist im Jahre 1870 mit Katharina Tsclindi vermält gewesen; ob er Descendenz hatte, habe ich nicht erfahren. Hermann, zubcnannt der Pfalf, (f 1397), vermält mit Margaretha von Blumenegg, wurde der Stammvater der Linie Landenberg-Sonuenberg und Ulrich (f vor 135S) stiftete die Linie Landenbcrg-Grei-fensee zu Altcn-Landenberg und Wiilflingen, verkaufte aber Greifensee an dio tirafen von Toggenburg. Ein vierter Sohn, Rudolf, fiel 1338 bei Stäfels. Es ist mir nicht möglich gewesen zu ermitteln, ob derselbe identisch ist mit jenem Sohne zweiter Ehe Hermanns, der als „Bnger" hier zu Lande vorkommt, oder ob Letzterer als sechster Sohn zu betrachten ist. Jedenfalls ist Ruger entweder bald gestorben oder in seine Heimath zurückgekehrt und dies der Grund, warum er in Oesterreich o. d. E nur einmal, und zwar an der Seite seiner Mutter Diemut und seines jüngeren Bruders Bercnger auftritt: am 27. 10 1363 verglich sich „Diemut liern Hermanns witib von Landenberch, ze den Zeiten hofmaistcrinne der hochgeboren fürstinne herezoginn Katrein ze Ocstereich, Steyer und Kärnthen" mit ihren Sühnen Buger und Berenger dahin, dass sie denselben die von ihrem „wiert" hinterlassene Veste Rotteneck herausgab und dagegen von ihnen einen Hof zu Mannswörth, einen Satz auf der Mauth zu Stein, den dritten Theil der Veste daselbst uud einen Weingarten in der Wachau erhielt. Der Sohn Berenger hatte sich schon zu Lebzeiten seincB Vaters vermält. Zn Wien am 13. 12. 1859 versicherten Berenger von Laudenberg uud Hermann von Landenberg. Landmarschall in Oesterreich sein Vater unter der Bürgschaft verschiedener Edlen, darunter ihres Vetters Rueger von Landenberg, der Hausfrau des Berenger Anna, Dietrcichs seligen Tochter von Holienbcrch, deren Morgengabe von 900 Pfund Pf. — Die letzte Urkunde, in welcher uns hier zn l.ande ein Laudenberg entgegentritt. ist von Wien am 17. 3. 187:") datirt. An diesem Tage veräusserteu Diemut uud deren Sohn Berenger an Rndolf. Rcinprccht und Friedrich Gebrüder von Wal-see die Veste Hottem-ck mit allen Zugehörungen — Lehen von dem Herzoge Albrecht, ferner den Hof zu Grueb — Lehen von dem Hocbstilte Passan, einen Hof zu Gras-pach, einen zu Pogcndorf und einen zu .Choch au der Oed" — Lehen von dem Bisthuine Bamberg. Diemut führte hier als Wittwe das angeborene Wappen mit dem Bieber, Berenger den gevierten Schild ohne Binge: ferner siegelten den Brief der Oheim Wolfgang von Winden und Ulrich von Lichtencck, dieser mit dem Lan-denberg'schen Ringenschild. — Berenger scheint keine Nachkommenschaft gohabt zu haben und ist in oder vor dem Jahre 1394 gestorben. Ao. 1387 bewilligto ihm im Falle seines kinderlosen Ablebens Herzog Albrecht den Hof zn Mannswörth , die Veste Weinberg nnd den Antheil an der Veste Rabenstein, Alles in N.-Oe., an Rudolf von Walsec zu vererben nnd im Jahre 1394 erfloss ein von Hanns von Meissau. Pilgrim von Puchheim und Albrecht Ottensteiner ausgehender Sprnch-brief in dem Streite des Hanns von Prunn und der übrigen Mit erben gegen Rudolf von Walsee, nin die Hinterlassenschaft Bercngcrs von Landenberg. Doch in einem anderen Zweige blühte das Geschlecht in Nieder-Ocsterreich und im Besitze von Gütern zu Zir-king und des nahen Schlosses .Marbach in der Riedmark Oe.'s o. d. E , noch weiter, uud lässt es sich init aller Sicherheit behaupten, dass die vom Anfange des XIV. bis zur zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts erscheinenden Lichteneckcr Landenberg'scheu Stammes gewesen sind. Wohl ist es bisher nicht gelungen zu ergründen, von welchem Mitgliede dieses Letzteren sich diu Nebenlinie abzweigte. Wir haben eines Berenger von Laudenberg au3 dem Jnhre 1300, eines Ruger, Vetters des Landmarschalls, aus dem Jahre 1359 erwähnt, ohne Weiteres über deren folgende Schicksale uud etwaige Descendenz zu wissen. Wenn auch Ruger v. Landenberg bei der Frage über die Abstammung der I.ichtenecker nicht iu Betracht kommen kann, so lässt sich doch ein Gleiches nicht von dem vorerwähnten älteren Berenger behaupten, abgesehen davon, dass die Abstammung der Lichteneckcr von irgend einem anderen Unbekannten des Landcnbcrg'schen Geschlechtes, bei dem vielfachen Dunkel, das über diesem zur Zeit des XIII. Jahrhunderts noch haftet, sehr leicht möglich ist. — Es ist übrigens gar nicht nothwenwendig hier in dieser Frage weiter zu forscheu. Die Lichteneckcr Siegel, mit dem in Schild und Kleinod mit dem Lan-denberg'schcn vollkommen übereinstimmenden Wappen, genügen alle Zweifel entschieden zu widerlegen, wobei noch hinzukommt, dass wir dem Landeuberg'sclicn Erbnamen Hermann auch bei diesem n.-ö'schen Zweige begegnen. und dass Ulrich von Lichteneck. wohl als naher Verwandter, in Urkunden des Hauptstammes erscheint, wie er 172 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. den schon erwähnten Verkaufsbrief über die Veste Rotteneck vom 17. 3. 1375 der Diemnt vou Laudenberg nnd ihrem Sohne Berenger besiegeln half. Schon Wissgrill erwähnt, dass die Landenberg zn Licliteneck in N.-Oe., worunter nur jenes bei Kiruhscblag im V. U. W. W. zu verstehen sein kann begütert gewesen sind, doch ist dessen weitere Nachricht, mit welcher er den Landmarschall, deu jüngeren Hermann, als Besitzer nennt, olfenbar falsch; die Landenberg die zu dessen Zeiten dort sassen, führten nicht mehr den alten Ge-guschlechtsnamen. Chunrat von Lichteneck, der in den Annal. Zwettel zwischen 12">7 nnd 1309 erscheint, hat, vorausgesetzt, dass dieser Zeitabschnitt richtig ist, hier nicht in Betracht zu kommen. Er gehört einem anderen Geschlechte au, denn im Jahre 1257 sind noch keino Schweizer in Oesterreich zu finden. Für uns beginnt die Beihe der Landenberger, die sich von Licliteneck schrieben, mit den Brüdern l'hunrat und Otto, welche zu Krurnau am 1. 9. 1318 dun Verkaufsbrief Ruger des Piber zu Griinberg an Ulrich von .Meissau, Uber die Veste Grünberg, bezeugten, und von welchen Otto d. d. Schloss Razbacli (Unter-Rez-bach im V. U. M. B.?) 5. 8. 1319 von Otto dem Piber zn Minnebach verschiedene Gülten auf Gütern zu Grunbach, Grintdorf und Chrottendorf in N. Oe. erstand. „Chunrat der jung von Lichteneck" bezeugte diesen Brief. Die Benennung dieses Letzteren als der Junge lässt es nahe liegend erscheinen, dass derselbe ein Sohn des vorgenannten alten Chunrat gewesen sei. Chunrat II., dann schon den Titel .Herr* führend, trat noch einmal für seinen Oheim .den erbarn mann hern Otton von Lichtenekko", bei einer Gutserwerbung als Zeuge auf uud zwar im Vereine mit seinem Bruder. Herrn Hermann, als Otto zu Wien am 29. ü. 1881 von Andre von Sunneiiberg uud des-seu Soliue Otto deren herzogliche Lehen zu Chuepach in >'ieder-Plebach, zu Reimprechtsprukko und zu Oberndorf (Alles in N.-Oe.) an sich brachte. Den Satzbrief d. d. w ien 17. 3. 1339 Friedrichs dos Prüschiuk an dessen Schwestermanu Dietrich von Wrissenberg siegelte Chunrat II. mit dem Landeiiburg'sclien Ring-Schilde, desgleichen den Brief vom 26. 7. 1341, mit welchem der Vetter Alber von Licliteneck sich mit seinen (des Alber. Schwägern Eberhart uud Heinrich von Walsee, Hauptleuten zu Drosendorf, über (iio Erhaltung und Bewahrung seines (des Alber) Anthoiles an der Veste zn Böspach und der Güter daselbst, daun der Güter zu Marchartsreuth und zn Chrottendorf. ferner der Veste zu Prunnsendorf iPrut-zendorf im V. 0. M. B. ?, verglich uud erklärte dies Alles seinen Sühnen Heinrich uud Chunrat hinterlassen zu wollen. Güter zu Chrottendorf hatte schon Otto von Lichteneck erworben. Dieselben sind sicher vom Vater Otto anf den Sohn Alber übergegangen der dieselben nun seinen eigenen Söhnen neuerdings vermachte, welch' Letztere ich sonst nrkundlich nicht wieder gefunden habe. Auch der Vetter ( huurat IL kommt nicht weiter vor, so dass es sich nicht entscheiden lässt, wen die nachstellenden drei Brüder zum Vater hatten. D. d. 24. 4. 1367 verkauften „Ulreich der Liechten-okker, Elspet seine Hausfrau hern Ulreich tachter von Gruenhurch. Hanns uud Chunrat die drei Brüder die Liechtenekker" einen Hof zn Zirking (in der Riediuark; pei der chyrichen do weiln dor Han aufgusezzen »vazu dem Probste uud Convente von St. Florian. Dos Ulrich von Licliteneck Siegel daran mit dem Ringenschilde und dem mit dum Foderbuscho bestockten Ringe am Helm lässt weder einen Zweifel darüber, dass diuse Brüder von den vorgenannten Lichtunuckern, noch dass siu von den Landenberg abstammten. Von ihnen veräusserte zu Wien am 12. 2. 1369 Chunrat im Vereine mit seiner Hausfrau Johanna an die Brüder Daniel, Anton uud Abel von Graham dio Veste Wiirmla (V. 0. W. W.), dio sein rechtes Lehen ist von dem Hurzoge Albrecht von Oesterreich, und zwei Höfe zu Pöting (V. O. W. W.) unter den Siegeln seines Oheims „des erwirdig geistlichen hern Abtes Johann zu Sand Mareinzolle" und seiner beiden Brüder Ulreich und Hanns. Ulrich siegelte zu Wien am 17. 3. 1375 den Verkaufsbrief über die Veste Rotteneck der Diemut von Laudenberg und ihres Sohnes ßeringer. nnd veräusserte am 15. 5. 1382 sein Schloss Marbach bei Zirking in der Pfarru Bied an Otto Feuchter. Von ihm oder einem seiner beiden Brüder dürfte Hanns der Junge abstammen, welcher mit Anna, einer Schwester Wolfgangs von Haslau vermält gewesen ist und die Söhne Wülfing t um 1450) und Ulrich ; getauft auf den Namen des Grossvaters?) hatte. Wülfing und Ulrich dürften dio Letzten ihres Namens gewesen sein. (U.-B. von St Gallen; Vögelin, das alto Zürich; Vögelin. die alte Kirche zu Uster. Mittheilungen der antiip. Gesellsch. in Zürich: Denkmäler der Foudalzcit im Lande Uri von H. Zoller-Werdmüller; Beichsarchiv zn München; U.-B.; fürstlich SStarheinberg'schcs Archiv zn Eferding: Weisskems Topographie von N.-Oe.; Strnadt-Veldanj W.) Langenbach. (Taf. 52.) W a p p e n: Geviert: 1 und 4 in Silber ein halber schwarzer Adler am Spalt. 2 und 3 in Roth, auf natürlichem Wollennnterbalken stehend, ein silberner Schwan im schwarzen Schnabel einen silbernen Pfeil, Flitsch aufwärts. haltend. — Zwei gekr. Helme- 1. Schwarzer Adler. Decken: schwarz-silbern. 2. Der Schwan mit dem Pfeile. Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A.) Mit Diplom d. d. Wien 15. 2. 1716 erhob Kaiser Carl Vi. deu Reichshofrath Johann Wilhelm Langenbach liebst einer Wappenbessernng in den alten Reichsritterstand mit dem Ehrenworte „Edler von-. — Durch Allerhöchste Resolution vom 5. 12. 1750 wnrde dem k. k. Regierungsrathc in Justizsachuii Franz Edlen von Langenbach in Berücksichtigung seiner Verdienste und jener seiner Vorelt.ru, insbesondere jener seines Vaters, des gewesenen kaiserl. Reichshofrathes, von Kaiserin Maria Theresia die Landmauuse-haft iu Oe. o. d. E. verliehen, wo derselbe jedoch, wahrscheinlich weil ein bezügliches Gesuch nicht eingereicht wurde, nicht immatriculirt worden ist. Ob diese Familie erloschen ist, wurdo mir nicht bekannt i K. k. A.-A.; Acton im Landesarcli) I'isuzfuger. (Taf. 52) Wappeu: I. Durch ein silbernes Tatzenkreuz ge-viert, mit „heidnisch" gekröntem, goldenen Herzschild, darin aus grünem Dreiborgo ein nackter, heidnisch ge-kröutncr, mit roth-goldeu-griiuon Federn geschürzter und mit goldener Halskette gezierter «Mohr wächst, die Linke in die Seite gestützt, in der Rechten eine Turiiiorstango sclirugaufwärts haltend. 1 und 4 in Blau ein gekr.. silberner, schwarz bewehrter Schwan. 2 und 3 in Schwarz ein rother Schräglinksbalkcn „in deren jedweden nacheinander über sich drei rotho (!) mit Zier vorgnldto fiinf-blättrigo Rosen stehen". — Gekr. Helm: Der Schildesmohr wachsend zwischen ollenem, rechts von Gold und Blau, links vou Both nud Silber durch einen schwarzen Balken getheilten Fluge, dor Balken je mit einem silbernen Ringe belegt Decken: roth-silbern-blau, schwarz-golden. (Legal. Extract.aus dem kaiserl. Diplom d. d. Rcgcns-burg 5. 1. 1664 im Landcsarcbive.) — IL (1675) RUck-und Herzschild wie vorhin, doch dor Schwan einen goldcnuu Ring im Schnabel haltend, das 2 und 3. Feld ebenfalls blau, dio Rosen daselbst golden — Zwei gekr. Helme: 1. Rother, mit zwei goldenen Fenstern und gleichem Thor versehener Zinnenthurm, besteckt mit zwei durch ciito Krone gesteckten grünen Palmzweigen. Decken: roth-sil- OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 173 bern-blau (!). 2. Der Mulir des Herzsebildes mit der Lanze. Decken: schwarz golden (K. k. A. A.;. Mit Diplom d. d. Regensburg 5. 1. 1664 bestätigte Kaiser Leopold I. dem Simon Lanzinger dessen ererbten adeligen Stand unter gleichzeitiger Vermehrung des Wappens durch Vereinigung mit jenem der Urahnfrau Simons, einer geborenen von Dischingen abgestorbenen Geschlechts und unter Ertheilung des Prädikates „von Dischiugcn', ferner deB kleinen Palatinates und Rathstitels an den Di-plomscrwcrber. Simons Voreltern waren nach dem bezüglichen Wortlaute schon von Kaiser Ferdinand I. d. d. Wien 14.10. 152-1 in don Adelstand erhoben worden, und dessen Vater wurde von Kaiser Ferdinand II. „in unterschiedlichen Hochimportierenden l'ommissionen und Verschickungen zu des freundlich geliebten Herrn Vetters und Königs von Hispanien Liebden gebraucht- wofür ihm verschiedene kaiserliche Gnaden wohl versprochen gewesen, er aber vom frühen Tode ereilt wurde. Simon Lanzinger selbst hingegen habe während zehn Jahren absonderlich gute Qualitäten als der o. d. E.'scheu Landschaft Secretarius an den Tag gelegt. Simon — oder vielmehr richtiger Simon Adrian Lanzinger von Dischingcn wurdo .unter dem 27. 8. 1672 in den jungen Ritterstand Oe.'s o d. E. aufgenommen, wofür er desselben Tages den Revers gab, und erhielt d. d. Wien 27.7.1675 nebst einer neuerlichen Adclsbestätigung uud Wappenbesserung das Prädikat „von Lanzenburg, Edler von Dischingen". Er war nach Höh. schliesslich n. ö.'scher Begierungsrath und mit Genofeva Renata von Gastheim vermält, welcher Ehe, nebst anderen Kindern ein Sohn Hanns Adam entsprang, der kaiserlicher Vor-sclineider wurde. Weiter habe ich über diese Familie nichts gehört. (K. k. A.-A.: Landesarch.; R.-M.; H.) IiarlHh. (Taf. 52.,. Wappen: I. (Stammwappen) In Roth zur Pfahl-stellc ein von zwei aufrechten, einwärts gestellten, golden gegrifften Sicheln begleiteter, durch eine Krone gesteckter Sceptcr. - Gekr. Helm: Drei straussenfedern, blau golden-roth Decken: roth-golden. — II. (Larisch-Moenich 1701) Geviert, mit eiueiu von Gold und Silber gevierten Herzschilde (Mocnich). 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Blau zwei geschrägte je mit einer goldenen Traube behängte Weinreben. Zwei gekr Helme: 1. .Stammkleinod. Dcckcn: roth-golden. 2. Auf der Helm-krone stehender, silberner Strauss mit einem Stoss von vier blau-golden-silbern-rothcn Federn, ein Hufeisen im Schnabel haltend (zu Mocnicli). Decken: blau-silbern. (X. S. Schlcsischer Adel). Die Larisch, über deren Herkunft wie bei so vielen Anderen dio Sage blüht, sollen polnischen Ursprunges sein, was bei dem l'mstandc nicht unmöglich wäre, als von den Brüdern Andreas und Johann. Letzterer 1515 Vogt zn Auschwitz lOsviecim) gewesen ist Das Geschlecht, welches in der Folge iin Fürsten-thume Tuschen, daselbst die als Stammhaus betrachtete Herrschaft Eilgut, auch Karwin, im Fiirstcnthumo Oppeln. hier Gross -Nimschdorf. ferner im Fürstenthume Ratibor anderweitigen reichen Göterbositz erwarb, der aber bis auf den dem gräflichen Hause fideicommissarisch sicher gestellten Thcil wieder verloren gieng, blühte in mehroren Linien, von denen jene, welcher Johann Friedrich, nerr anf Karwin, LandmarBchall und Landeshauptmann in Teschen. angehörte, in der Person dieses Letzteren den böhmischen Kreihcrrnstand mit dem Prädikate „von Ellgoth und Karwin" am 4. 8. (24 9.) 1654 erlangte. Die Linie zu Gross-Nimschdorf kam am 24. 4. 1748 in den böhmischen Freiherrnstand. Eine im einfachen Aels-stande verbliebene Linie gehürto meist dem preussischcn Staate an, wo viele ihrer Mitglieder im Heere dienten. IV. 5. Aus der Descendenz des ersten Froiherrn Johann Friedrich wurde dessen Enkel Franz Johann Wilhelm am 24.4.1748 in den böhmischen Grafenstand erhoben. Des Letzteren Enkel Johann Josef Anton (f 1820) vermälte sich mit Anna, des Johann Wenzel letzten Frcihcrrns von Moenicli and der Johanna (Caroline geb. Dluhovsky' Erbtochter und erhielt durch Kaiser Leopold II. am 24. 1.1791 auf Grund der testamentarischen Bestimmungen seinos Schwiegervaters die Allerhöchste Bewilligung zur Vereinigung des Namens und Wappens Larisch-Moenich. — Sein Urenkel Heinrich Graf von Larisch-Moenich, Freiherr von Ellgoth und Karwin (geb. 13. 2. 1850) Besitzer der Fidcicommiss-Herrschaften Karwin, Steinau und Tzer-litzko in österreichisch Schlesien, Blusuhczuu und Bogau im Kreise Batibor Preusscns uud der minderfreien Standesherrschaften Freistadt und D^utschlenton in österr. Schlesien, erbliches Mitglied des Herrenhauses des Reich 3-rathes, Sohn des 3. 6. 1884 verstorbenen Grafen Johann, k. k. geh. Batlics und OberBt-llnfmarschalls ist gegenwärtig l.'hcf der Familie, die seit 1850 in Oberüsterrcich das landtälliche Gut Harrass bei Linz, genannt Berg-schössel. besitzt, welches auf den Namen der Mutter, Gräfin Franziska von Larisch-Moenich, geb. Freiin Kast von Ebelsberg bücherlich eingetragen ist. (N. S. Schlcsischer Adel; Laudtaf. LtiMbprK- (Lassberg) (Taf. 52). Wappen: I. (Stammwappen) Unter Schildeshaupt eine Spitze. 'Nach dem Originulsiegel des Hainreich vou Lozperch an der Jahrtagsstiftuug des Wusk von Harrach nach Hohenfurth 30. 11. 1348; Stiftsarchiv zu Hohenfurth). - II. (P'64) Gespulten und jede Schildeshälfte geviert. Vorn: 1 und 4 in .■ chwarz ein abgcledigtes Tatzenkreuz (Neydeggj. 2 und 3 getheilt, oben roth ohne Bild, unten in Silber eine rothe Spitze i.Stammwappen). Hinten: 1 und 4 getheilt, oben schwarz ohne Bild, unten von Both und Silber gespalten. 2 und 3 in Silber auf goldenem Hügel ein natürlicher zweiästiger Baum die hintere Schildeshälfte wegen Beickcr). — Vier Helme, davon der 1. 3. und 4. gekrönt- 1. Schwarzer mit dem goldenen Tatzenkreuze belegter Flügel. Decken: schwarzgolden. 2. Hoher, rother, silbern gestülpter und mit sechs silbernen .Straussenfedern besteckter Hut. Decken: roth-silbern.' 3. Hoher, rother, schwarzgestulpter und mit einem Pfauenwedel besteckter Hut. Decken: schwarz-silbern, roth-silbern. 4. Vor einem geschlossenen hinten Bchwarzen, vom silbernen, Flug der Baum auf dem Dreiberge. Decken: gold-silbern i!). (K. k. A. A. Das 1. und 4. Feld in der vorderen Schildeshälfte dürfte durch die Ehe Leonhards III. von L. mit Dorothea von Neydegg, — welche in diesem Falle nicht aus dein n ö.'schen Gc-schlcchtc der Neydeck zu Uanna und Bastunberg gewesen Bein kann, — an die Familie gekommen sein, liezüglich des Beicker'schen Wappens muss darauf hingewiesen werden, dass Leonhard III. iu seiner dritten Elm mit Susanna Dorothea Beickerin und Hanns Leopold v. I, mit Kosina Reickerin vermält gewesen waren. Im N. S. Bayrische Freiherrn und im freihcrrlichcn Taschenbuch.- auf das Jahr 1857 ist ganz fehlerhaft das schwarze Feld mit dem goldenen Tatzenkreuze als das Lasbcrg'sche Stainmwappen bezeichnet.) Die Lasberger, von Lasberg südlich von Freistadt im Mühlviertel, welche in die o. d E "sehe Matrikel nicht aufgenommen wurden, trotzdem sie dem Uradel dieses Landes angehören, treten zu Anfang des XIV. Jahrhunderts gleichzeitig mit den Ilarrachern im Miihlviertel und zwar zuerst, 1309, mit Wenisch von Lasberg auf. So nahe liegend es ist in diesem Letzteren den gleichzeitig oder vielmehr nicht viel früher erscheinenden 45 174 OBEEÖSTERREICIIISCHER ADEL. Benysius de Horach (1272—1293), also für die Harracher nnd die Lasberger einen gemeinsamen Stammvater zn erkennen, eine Annahme, der die Umstände bestärkend zur Seite stehen, dass in beiden Familien in der Zeit ihres ersten Auftretens die gleichen Tanfnamen. Renisch, Wusk und später Leonhard, üblich waren, dass die 1 .asberger nach einer freistädter Urkunde vom Jahre 1361 Güter mitten unter jenen der Harrach inne hatten, dass Harrachcr und Lasberger zusammen verbriefen und bezeugen, wie z. ß. in dem Verkaufsbriefe Siegharts von Greimcnstein an Dietrich den Penesch (Harrach), vom 29. 9. 1309, Penesch von Loezpcrch. Euzke und Bolionik von Harrach nebeneinander Zengenschaft leisteten, — dass Wnsk von Harrach zu seiner Jahrtagsstiftung nach Hohenfurth am 30. 11. 1348 „seinen lieben Oheim" Heinrich von Loz-perch zum Zeugen bat. dass den Pfandbrief Stephans von Harrach an Heinrich deu Schreiber, Schaller zu Freistadt, vom 24. 3. 1364 des Stephan „lieber Freund" (Blutsver- wandter) Jann von Lozporch besiegelte, dass im Jahro 1385 Hanns der Harracher den Ulrich von Lüsberg ebenfalls „Oheim" nannte, so ist doch andererseits nicht zn übersehen, dass die Tanfnamen Benisch und Wusk .wie bei diesen beiden Geschlechtern um die gedachte Zeit auch bei zahlreichen anderen Familien böhmischen Ursprungs, die nicht in dem mindesten Zusammenhange standen, gebräuchlich waren, und dass ferner, - es fällt dies am Gewichtigsten in die Wagsehale gegen die gleiche Abstammung, - dio Harrach und l.asberg von einander ganz verschiedene Wappen führten, wie uns dies das Eingangs beschriebene Siegel Heinrich's v L bereits im Jahre 1348 beweist. — Sicher aber sind beide Geschlechter sehr eng mit einander versippt gewesen. Die Stammreihe der Lasberger bis zur zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts, - die bezügliche von Wissgrill gebrachte ist aus der Luft gegriffen. — ist folgende: Penesch von Lozpcrg 1309 — 1325. Vlreich I. der Lazperger „Schuczzemaistcr jn Osterricn" 1331 - 1337; us. Kunigund. Beide geloben d. d. Wien 24 6. 1337 dem deutschen Hause zu Wien jährlich das Grundrecht von ihrem 1 lause in der Schauflucken in Wien zu bezahlen. Ulrich II. 1353 -1891 zu Vvindhag u. Lasberg. Earl 1358 - Benisch II. Hanns II. 1387; us. An- 1359 -1374. 1359- lleinrich I. 1823-1818. Wusk 1861 —1875. Jans I. 1334—1864, f 1365. Bezeugt am 16. 6. 1361 die Unterwerfung der Orafen von Schaunberg zu Vasallen von Oesterreich als Herzogs Rudolf Hofmarschall, zu Wien am 24.12.1361 eine Messstiftung nach Ens als desselben Herzoges „Cliamcrmaister-. na Ennenkl 1303. 1391. Jans III. 1361 -1407: us. 1.) Margret 1387, 2.) Alhait 1407. Leuthold 1361 — 137;. : us. Katharina, Tochter des Walclmn ZeBer 1375. Hanns IV. 1407 - 1430, zu Dornach Wenzel 1407 - 1)17; us. Wil bürg 1417. Rudolf, ungevogt 18'il, 1870-1423, ns. 1.) Katharina v. Greifenstein 1379, 2.; Anna von Lichteneck 1404. Magdalena, us. des Kaspar Weitenauer 1430 Hanns V. 1431. Kunigund, us. Christina des Hanns 1406— Neidegger 1414. 1414. Barbara us. des Xiklas Scheurbeck 1414. Jörg 1391-1398; us. Els-bet v. Au 1392. Anna 1444. Lienliart I. Leonhard) 1454; us. Katharina Venk 1454. Mit Leonhard I., welcher durch seine Gemalin das Gut i.euzmannsdorf im V. 0. W. W. überkam, wandte sich die Familie, iliro hoimathlichen Güter in Oe. o. d. E. verlassend, nach N. Oe. und theilte sich mit den Söhnen des Vorgenannten, Bernhard und Michael, in zwei Hanpt-linien. Michaels zwei Söhne, Veitl. und Hanns brachten im Jahre 1531 die Herrschaft Öchsenbnrg im vorgenannten Viertel X. Oe 's an sich, und Hannsens erste Gemalin Rosina Vischbeckhin erbte nach dem Tode des Christoph Perger einen Antbeil an dessen Sitz Perg bei Rohrbach im Mfihl-viertel. der jedoch sammt allen übrigen Antheilen gleich darnach durch Kaufvertrag d. d. Linz 11.2 1512 an den Pfleger von Weidenholz, Erasmus von Rödern und dessen Ehegemulin Magdalena verkauft wurde. Hanns hatte keine männlichen Leibeserben. — Veit's I. Sölino, Christoph. Michael und Sebastian veräusserten 1556 das von dem Vater erworbene Gut Franzhausen in N. Oe an Bartholomäus Bernhard von Lasberg. Ihre Hauptlinie scheint mit Christoph s Sohne, Veit II, erloschen zu sein. Von den Söhnen Bcrnhard's, dem älteren Sohne Loon-hard's I. begründeten der Vorgenannte Bartholomäus Bernhard und Hanns Leopold zn Lenzmannsdorf zwei Linien. Ihr älterer Brnder Erasmus kam durch seine Gemalin Lucrezia Kölnpöckin in den Besitz des Gutes Anzenhof gleichfalls im V. 0- W. W. Leonhard II. ff 1595) Herr zu Franzbausen und Ochsen -burg, Bartholomäus Bcrnhard's einziger Sohn, hatte vier Gemalinen: 1. Snsanna von Kiienburg, 2.) Dorothea von Ncydegg, 3.) Susanna Dorothea Beickcrin und 4.) Beatrix von Mamming Von seinen vier Söhnen erster Ehe pflanzte nur der Aelteste, Hanns Georg durch seine Ehe mit Anna .lustine Freyin Jlager von Allentsteig die Linie für kurzo Zeit fort. Dessen Sohn Georg Budolf (i 1667) zu Öchsenbnrg und Anzenhof. von Kaiser Leopold I. im Vereine mit den Vettern, Johann Seyfried. Georg Friedrich und Georir Andreas „als Herr von Lasporg auf Leuzmanns-dorfl und Ochscnburg" d. d. Wien 16. 11. 1664 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben, blieb ohne Kinder. Seine zweite Gemaliu Johanna Sidonin von Leysscr verkaufte OchsenbuTg 1689 an Oeorg Ehrenreich der anderen Linie. Aus der Letzteren sind des näheren Stammvaters Hanns Leopold zn Leuzmannsdorf und dessen Gemalin Rosina Reickerin Nachkommen, dio vorerwähnten Vettern Georg Rudolfs im Jahre 1664 in den Freiherrnstand go-setzt worden. — I)a von ihnen Georg Andreas als kaiserl. Bittmeister ledig gestorben sein soll. Johann Seyfried den Stamm in Oesterreich fortsetzte, und nach meinen Recherchen im k. k. Adelsarchive eine anderweitige Frei-herrnstandscrhebnng dieser Familie nicht zn Thcil wurde, könnte nur Georg Friedrich der nähere Stammvater der OBERüSTEK REICHISCHER ADEL. 175 in Bayern blühenden, zu Marzoll bei Beichenhall angesessen gewesenen Freiherrn von Lassberg sein. die im Jahre 1818 in der Adelsmatrikel des Königreiches Bayern bei der Freiherrnklasse eingetragen worden sind. Freiherr Johann Seyfried (f 1676), Herr der Herrschaften Carlstetten. Toppel und Anzenhof in N-Oe., erzeugte in seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Judith von Bernliardin den Sohn Georg Ehrenreich (f -8 2 1723), welcher durch Kaiser Josef 1 mit Diplom d d. Wien 18. 9 1705 ohne Veränderung des bisher geführten Wappens in den erbländischen Gräfe:,-stand erhoben wurde? Die Stammreihe von diesem und seiner Gemalin Eva Elisabeth geb. Gräfin von Komfail ist folgende: 1. Georg Friedrich (geb. 11. 7.1688,11762; Gem. Anna Charlotte Constantia Gräfln von Auersperg zu Altschloss Purgstall (verm. 26. 8 1715, f 3. 5. 1743). — 2. Georg August Auton (geb. 3.8.1729, f 10.11 1775), k. k. Hauptmann: Gem. Anna FHeonora Freiin von Kor-vinsky (Karvinski?). — 3. Georg August igeb. 11.12.1771, f 8. 2.1828.) ehemals Obcrlieuteiiant bei Sachsen-Cobnrg-Dragonern; Gem. Caroline Friederike von Hirsch. - 4. Georg Carl geb. 10. 0.1815, f 5.11. 1869;: Gem. Bosa Hutfless t 18. 5. 1878). - 5. Georg Carl Budolf Graf von Lasperg, F'reiherr auf Leuzmannsdorff und Ochsenburg (geb. 29. 10.1843); Gern Katharine Malvine von Pcr-lakvdePerlak (verm. zu Hosztöth im Zalaer Couiitat 11. 3. 1876,.. — Söhne aus dieser Ehe: 1. Georg Budolf Erwin geb. 10. 3. 1878 zu Eaab iu Ungarn), 2. Georg Budolf Achatius (geb. ebendaselbst 4. 2. 1882). Alle österreichischen Besitzungen sind aus den Händen der Familie gekommen. (K. k. A.-A,; U-B.: Stiftsarchiv zu Hohenfurth; Strnadt - Beuerbach und Yelden; W.; liistor. - herald. Handb.; gräfl. u. freiherrl. Taschenb.) LaNMer von Iiauerenr. (Taf. 52.) Wappen: 1.(1538; InBlau ein goldenor mit drei silbernen (!) Kleeblättern hintereinander belegter Schräglinksbalken. — Gekr. Helm: Geschlossener, blauer, wie der Schilil bezeichneter F'Iug. Decken: blau-golden. — IL (Freiherrliches 1643) Geviert, mit dem Stammwappen im Hcrzschild. 1 und 4 in Both ein silberner Löwe. 2 und 3 in Schwarz, schräglinks ein goldener Frosch (wegen Fröschl von Marzoll . — Drei Helme, davon der 2. und 3. gekrönt: 1. Halber gcBtümmelter Mann in rothem Bock. Decken: roth-silbern. 2. Offener blauer, Saxen abwärts von dem Kleeblatt-belegten Schrägbalken durchzogener FTug. Decken: bluu-goldcn. 3. Wie das2.F'eld bezeichneter Flügel. Decken: schwarz - golden. (N. S. Salzburger Adel.; Bnprecht Lasser, Bürger und Handelsmann in Salzburg erhielt von Kaiser Maximilian I. d. d. Wels 25. 2. 1511 einen F'reiheitsbrief, wurde 1525 Bürgermeister in seiner Vaterstadt und zu Frag am 23. 3. 1528 durch König Ferdinand I. in den Beichsadelstand erhoben. Seine Nachkommen, wahrscht- Friedrich der Lavwer, Chorherr zu St Florian. 1311. Ulrich I. von Lav 1311. (?) Thomas zu Ot- Mathes Chrisnusch 1311- 1311— tein 1347; ux. Eis- 1327. 1327 pet 1327. Heinrich, 1327 Ulrich III.(II) Pcrichta, -1347, Vor- 1327-- 1335; Klosterfrau zu wesor der ux. Demutli Erlakloster Pfarre St. 1335. 1337. Marienkirchen 1347 Alber 1327—1347. Eysal 1327-1372 Priorin zu Pulgarn. Gertraud 1327—1347 Klosterfrau zu Erlaklostor. OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 177 Lavernn. (Taf. 53.) Wappen: 1. (1804) Von Blau und Silber gcviert. darin farbengewechaelt eine gleichfalls gevierte Spitze — Gekr. Helm: Waclisender schwarzer Adler. Decken: blau-silbern. — II. (1808) Wie vorhin, gebessert durch eine larbciigewechselto Lilie auf dem Spalt in der unteren llälfte der Spitze. - Zwei gekr. Helme: 1. Der wachsende Adler. 2. Drei Straussenfedern. blau-silbernblau. Decken: durchaus bluu silbern — III. (Laverau-Stiebar 1870) Geviert, mit dem Schild von 11 als Herz-zchild. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Windhund mit goldenem Halsband und Bing. 2 nnd 3 von Silber und Schwarz getheilt, oben aus der Theilungslinie wachsend ein rother Sauspicss mit goldener Parirstange. - Zwei gekr Helme: 1. Drei Straussenfedern. blau-silbern-blau. Decken: blau-Bilbcrn. 2. Niederer schwarzer, silbern gestülpter llut darauf ein gleicher, zweiter, mit schwarzem Hahnenfcderbusch besteckter Hut gestürzt. Decken: schwarz-silbern. (K. k. A.-A.) D. d. Wien am 12. 2. 1801 wurde der k. k. Wund-und Zahnarzt Johann Lndwig Lavcran mit dem Prädikato „Edler von Hinzberg" in den Adelstand uud d. d. Wien am 8. 1. 180 ^ in den Bitterstand erhoben. Am 31. Oktober des gleichen Jahres ist derselbe, als Besitzer der Herrschaft Neudenburg am Kemmeibach und des Bitterlehens Stelzendorf zu Kellcrsdorf summt seiner chclichcn Descendenz iu das n.-ö 'sehe Bittcrstandsconsortium aufgenommen und am darauffolgenden 14. November in die Versammlung der drei oberen Stände introducirt worden. Von dessen zwei Söhnen, Franz Johann Bitter Lave-ran von Hinzberg, welcher mit Contract vom 1. 5. 1844 den (am 14. 5. ls49 wieder veräusserten > ehemaligen Frei-liof Lustenau bei Linz erkaufte, und Adolf, welcher im Jahre 1849 dio Herrschaft Dorf a. d. Ens erwarb, hatte sich Ersterer am 11.9. 1834 mit Johanna Barbara Freiin Stiebar von Buttenheim, Erbin des Gutes Zulehcn in N.-Oe., vermält und wurde dem Solinc dieser Beiden. Rudolf, zufolge Allerhöchster Erschliessung vom 16. 4.1870 die Vereinigung seines Namens und Wappens mit jenem seiner Mutter bewilligt. Letzterer, Budolf Bitter Lavo-ran-Sticbor vou Hinzberg, k. k. Londesgerichts-Adjunct zu Linz, ist seit 20. 9. isSl mit Marie Leopoldine Emma Gräliu Taxis vou Bordogna und Yalnigra vermält, welcher Ehe bisher ein Sohn, Hanns (geb. 1S82) und eine Tochter, Marie (geb. 1881?) nnd ein Sohn Budolf (geb. 18H7) entsprossen sind. Von den vorgenannten, dieser Familie eigeiithüm-liclicn Gütern ist noch das Gut Zulehcn in deren Besitze. (K. k. A.-A.; Landes- und ständisches Archiv zu Wien; Landtaf.; gräll. und freih. Taschenb.) Iiclirbacli. .Taf. 63,) Wappen: Von Roth und Silber getheilt. — Gekr. Helm: Offener, wie der Schild tingirter Flug. Decken: roth-silbern. Dio Löhrbach, ein uradcligcs, hessisches Geschlecht, gehörten durch ihren gleichnamigen Stammsitz der unmittelbaren Rcichsritterschaft des fränkischen Cantons Rhön-Werra an. Ihr ältester Lehensbrief soll aus dem Jahre 1121 datiren. Der nächste gemeinsame Stammvater ist Reinhard Adolf :geb. 1014. + 15.10.168») gewesen. Er war ein Sohn .Melchiors v. L. (v 1618 ,Hesscn-Kasserschengeh.Rathcs, und einer geborenen von Lautter, und ein Enkel des N. von Lehrbuch und einer geborenen von Radenhansen - Reinhard Adolf vermälte sich mit Anna Maria von Amelunxen, welcher Ehe drei Söhne entsprossen. Melchior AlbTecht (geb. 1645, t 23. 9. 1711), Gottfried Christoph (geb. 1654. f 1724) nnd Otto Christian Reinhard (geb. zu Lehrbach 7. 10. IV. 5. 1662, f 1728), Hessen-Parmstädt'scher Oberst, von welchen der Erste uud der Letzte zwei Hauptlinien begründeten, während Gottfried Christoph sich wohl 1.) mit Helene von Bückingen, 2.) mit Anna Juliana von Scholley vermälte. aber nur einen Sohn. Reinhard hintcrliess welcher 1754 ohne weitere Descendenz starb. Aus der älteren Hauptlinie hatte deren Stifter Melchior Albrecht drei Ehen geschlossen. I.) mit Anna Johanna von der Tann. 2.) mit Anna Katharina von Har-stal (| 8. I. 1697) und 3.) mit Anna Juliana von Haxthausen. Ihm entstammten sieben Söhne und zwar: 1. Conrad Christoph (1. Ehe, t 1767), Deutsch-Ordensritter, Contthur zu Kapffcnburg und Bathsgcbietiger der Ballev Franken; 2. Reinhard Heinrich (geb in 1. Ehe [?] 25 9. 1673, f 1752), Würzburg'scherGeneral; 3. Carl Wilhelm (geb. in 2. Ehe 1681. 1751); 1. Martin Heinrich (geb. in 2. Ehe 1. I. 1683, 117281, W ürzburg'scher Capitaine; 5. Reinhard Georg Wilhelm (geb. in 2. Ehe Di. 6. 1687. 113. 2.1751) Hcsscii-I'ariiistädt'scher (icneral und Obervorsteher der adeligen Stifte; 6. Franz Christian (3. Ehe?) und 7. Reinhard Christoph (geb. 24. 10. 1703). - Von diesen hatten drei Briidcr Descendenz Bernhard Georg Wilhelm war erst mit Sophie von Mcyscnbug vermält und hintcrliess bei seinem Ableben vou der zweiten Gemalin Anna Rebekka Spiegel von Desenberg verm. 15. 3. 1733) nur einen Sohu Ludwig Eberhard Carl Reinhard (geb. 27 6. 1735, f 24. 1. 1755;, welcher keine weitere Nachkommenschaft hatte. — Carl Wilhelm erwarb durch seine Gemalin Elisabeth Katharina von Ketsclmu vier Söhne: 1. Johann Adolf; 2. Franz Sigismund Adalbert Friedrich — laut seines Taufscheines jedoch: Franz Friedrich Adalbert — (getauft 11. 5. 1729) am 3. 5. 1732 zu Murgentheim im Deutschen-Ritterorden aufgoschworen, dann ■ om-thur zu Ettingen. auch kaiserl. Gesandter; 3. Damian Huiio (t 11.11- 1815;, erst Jesuit, dann Dom-Capitulur zu Freising uud Kllwamrcu, auch dus kgl. bayr. 8t Georjisor-dens Deebant; wurde durch dus nuchbcnaunte Diplom vom Jahre 179U Reichsgraf, ebenso wie 4. sein Bruder Eugen Erwin Alexander (f 1797). kgl. ungarischer und böhmischer Kämmerer uud churpfälzischer geh. Ruth. Mit diesem erlosch die Descendenz ihres Vaters Curl Wilhelm. Des Letzteren älterer Bruder Martin Heinrich hatte Anna Juliaua vou Amelunxen zur licmalin genommen, welche ihm zwei männliche Leibescrbcu schenkte. Peter Martin Heinrich geb. 1706, t ohne Nachkommenschaft 4. 5. 1742. und Conrad Christoph (f 1772), in ucr Folge Miinster'schcr Grenadierhauptmanii uud mit Katharina Sophie, des Ferdinand Georg I.udwig von Knobeisdorff und der Clara Christine geb. Ellers von Sinderen Tochter, vermält. Aus dieser Ehe giengen die drei Brüder hervor: Conrad Ludwig 'geb. 4. 12. i714. v 13. 8. 180.7, Hurr zu Ober- und Unter-Lehrbach in Hessen k. k. Kämmerer und geh. Ruth, kaiserl. Commissaire bei der Reichsver-Sammlung zu Regensburg, bevollmächtigter Minister aui churpfälzischcii Hofe, dann kaiserl. Staats- und Confureuz-minister, auch Grosskreuz des Malteser- und des St. Stefans-Ordens, Johann Christoph Friedrich (getauft zu Lauchhcim 11. 12. 1716, f 17. 9. 1808), königl ungar. und bühm. Kämmerer, Oberstforst- und Landjägermeister in Oe. o. d. E. und Johann Nep. Franz (t 9, 12. i800;, k. k. Hauptmann und churmainz'schur Kammerherr. Von diesen wurde der Aelteste, Conrad Ludwig, mit Diplom d. d. Wien vG. 11. 1781 unter Beibehaltung des alten Wappens in den Reichsgrafcnstand erhoben, welche Würde Churfilrst Carl Theodor als Reichs-Vicar mit Diplom d. d. München 10. 9 1790 auf des Grafen Conrad Ludwig Bitte auf dessen beide vorgenannte Brüder, dann auf Damian Hugo, Eugen Erwin Alexander, Franz 's. II Hauptlinie) und Georg Josef Benedikt (s. IL Hauptlinie au3 dehnte. - Auf ein bezügliches Gesuch an die beiden oberen, politischen Stände in Oe. o. d. E. d. d. Linz 20. 3. 1795 wurden Graf Conrad Ludwig und der Oberst- 57 178 ÜBERÖSTERREICHISCHER ADEL. forst- nnd Landjägermeister Graf Christoph unter dem 25. April dieses Jahres in den alt-rudolfiniselien Herrenstand aufgenommen und brachte Letzterer mit Kauf-l'on-tract d. d. 18. 1. 1797 die Herrschaft Bergheim im Miihl-viertel an sich. Mit neuerlichem Kaufcontruct vom 1. 7. 18(14 gieug dieser Besitz an den Brauer Conrad Ludwig über, welcher daselbst im nächsten Jahro starb und in der zugehörigen Pfarrkirche zu Feldkirchen bestattet wurde. Graf Christoph beschloss diese Hauptlinie nnd Berghuhn gelangte im Jahre 1812 durch Kauf in das Eigenthum des Grafen Anton Gundackcr von Starhemberg. Aus der zweiten L'anptlinie war deren Bcgriindor Otto Christian Reinhard in erster Ehe mit Anna Sophie von Liitkau, in zweiter mit Maria Margaretha von Berbisdorf vermält. Unbekannt von welcher dieser Beiden, hatte er zwei Söhne, Moriz Carl Christian (geb 1716, t 4. 6. 1781) und Friedrich Otto Christian, von welchen der Erstere diesen Stamm fortsetzte und ebenfalls zwei Ehen schloss, 1 mit Katharina von Tannenhäuser und 2) mit Lonise von Düring. Drei von der ersten Gemalin entsprossene Söhne überlebten ihn; Frauz (f 1795), welcher als fttrstl. salzburg'schcr Kämmerer. Oberst- und Leibgarde-Lieutenant durcli das Diplom vom Jahre 1790 in den Bcichsgrafenstand kam, Philipp Christall. der 1783 bei Belgrad fiel, und Georg Josef Benedikt (f 23. 9. 1812), welcher als fürstl. Darinstädt'scher Oberst-Wacht-meister uud Kammerjunker 1790 ebenfalls den Bcichsgrafenstand erhielt. Letzterer hatte mit seiner Gemalin Christine Philippine geb. Bies einen Sohn Philipp Eugen Erwin — so im Lehensstammbauiue zn Darmstadt genannt . im Taufscheine fehlt jedoch der Name Erwin -(geb. 7. 11. 1789 zu Kassel, f 15. 5. 1857 zu Giesson), grossherzogl hessischer Kriegsminister und Ilofmarschall, welcher sich mit Julia Freiin von lliedcscl zn Eisenbach (t 1820), dann mit Ernestine von Herff vermälte und der Vater de3 Grafen Hugo Ludwig Wilhelm (geb. zu Darm-stadt 26. 7. 1881) wurde, der zu Offenbach a. Main im Jahre 1861 als Letzter seines Geschlechtes gestorben ist. f'Leheus-Actcn im Staatsarchive zu Darmstadt: Acten im Landesarch ; Nedopil, Deutsche Adelsproben: Pfarr-Matrik. zu Feldkirchen; Landtaf.; H.-M.; histor. herald. Handb. d. gräfi. Häuser . Lempriich. (Taf. 53). Wappen: I. (StammWappen). Von Blau nnd Silber gespalten. Vorn drei goldene Sterne übereinander. Hinten aufrecht ein Schwert. - Gekr. Helm- Geharnischter Arm. das Schwert schwingend. Decken: blau-silbern. — II. (Freiherrliches 1703) Geviert, mit gekr. Herzschild, darin das Stammwappeu. 1 und 4 in Gold ein gekr. schwarzer Doppeladler. 2 und 3 in Both ein gekr. goldener Löwe. — Drei gekr. Helme: 1. Der gekr. Doppeladler. Deckon : schwarz-golden. 2. Stammkleinod. Decken: blau-silbern. 8. Der gekr. Löwe wachsend. Decken: roth-goldon. (H.-M.). Nach dem ersten Jahrgange der freiherrlichen Taschenbücher ein ostfriesliindisches Geschlecht, ans dem Otto von l.empruch, um 1450 Domherr zu Halberstadt und ostfriesischer Drost auf der Kloppenburg, mit Adelheid von Guttcnberg vermält war und in. dieser Ehe den Sohn Arnold hatte, welcher fürstl. osnabrück'scher Oberststallmeister wurde uud sich mit Margaretha von Flachen und Schwarzenberg verband, mit welcher er den Peter von Lempruch erzengte. Adolf, des Letzteren und dessen Gemalin Anna. geb. von Bistenbach am 25. 1. 1606 geborener Sohn, ward Katholik, trat in österreichisch-niederländische Dienste, iu denen er eine Oompaguie zn Fuss als Hauptmann befehligte. wnrde Commandant zu Halberstadt, entsagte schliesslich dem Kriegshandwerke und setzte Bich als pas- sau'scher Bath und Hauptmann der Herrschaft Mautern des Hochstiftes zur Buhe. Er hatte 1647 das Gut Eisen-dornath, dann Friesing, beide Besitzungen in N Oe., dnreh Kauf, die Herrschaft Sitzenthal iu demselben Kronlande durch seine Gemalin Magdalena Barbara Hegeniüller von Dubenweiler erworben, von welch' Letzterer er den Sohn Johann Adolf hinterliess, welcher in N.-Oe., wo der Vater schon 1650 die Laudmanuschaft erlangt hatte, in den Jahren 1697 -1702 als Kitterstands-Verordneter l'ungirtc und d. d. Wien 18. 8. 1703 als n. - ö.'schcr Landrechts-Beisitzer in den Beichsfreiherrnstand erhoben wurde. Vermält mit Maria Anna Katharina Spindler von Hofegg waren dem Freiherrn Johann Adolf zwei Söhne geboren worden, Johann l'arl Ignaz und Johann Franz Josef, welche unter dein 26. 3. 1737 unter die n. i>.'sehen Her-renstauds-Geschlechter aufgenommen wurden. — Der Erstere ererbte von Beinern' mütterlichen Grossvater Matthias Ernst Spiudler von Hofegg die Herrschaft Albreclits-burg a d. Krems ao. 1695 als Fideicoinmiss und setzte den Stamm dnrcli seine 1704 mit Mnrin Katharina I'uiger von Pnige und Bcitzenschlag geschlossene Ehe fort. Von seinen beiden Söhnen starb der ältere. Franz Josef ohne Descendenz; Franz Carl (.geh. 3. II. 1711. t 1758;, nach dem Tode seines Brnders Fideicommissinhaber zu Albrechtsberg. vermälte sich am 5. 3. 1752 mit Maria Anna Mnck von Mnckenberg und Hörschlng nnd gewann mit derselben zwei ihn überlebende Söhne, Johann Franz (geb. 26. 12. 1753, t 26. 9. 1824) zu Albrcchtsberg und Johann Caspar (geb. 21. 12 1754, f 31. 8. 1826). k. k Begierungsrath und Kreishauptmann zu Wels, welch' Letzterer unter dem 7. II. 1795 in den jungen Herrenstand Oe.'s o. d. E aufgenommen wurde. Derselbe trat am 24. 6. 1786 mit Busa Freiin Pocksteiner von Woifenbacli iu den Bund der Ehe, aus welcher der Sohn. Carl (gjb. 13. 12. 1789, j 13. 5. 1856) hervorgieng, welcher dio ehemals frciherrl. Pocksteiner'sehen Güter, Windern im Hausruckviertel, Kirchdorf im Traunviertel und Eydendor: im Miihl-viertel erbte, von diesen jedoch die beiden Ersteren noch bei seinen Lebzeiten veräussertc und nur Eydendorf seinen Kindern hinterliess. Von diesen leben gegenwärtig noch zwei Söhne, Carl (geb. 2. 8. 1S22), Inhaber des Fi-deicommissgntes Albrechtsberg und Mitbesitzer zu Eydendorf uud Anton (geb. 29. 8. 1826), wclcho beide männliche Leibeserben haben. Freiherr Carl ist noch am 23. 3. 1848 als Landesmitglicd auf die stil'tsmässige Herrenbank in Oe. o d. E. eingeführt worden, doch hat ein förmlicher L'cbertritt des Geschlechtes aus dem jungen in den stiftsmässigcii Hcrrcnstnnd nicht stattgefunden. (H-31., Akten im Landesarch.; W.; frciherrl. Taschenb.;. Iies-bUlilrr. (Taf. 53;. Wappen: Eiu Frciviertel. (Nach dem Orig.-Sicgel des Jans von Lerbull an dein Vcrkanfsbriefe Gundakcrs von Wildberg an Heinrich von Schönau über einen halben Hof in der Pfarre Wartberg, ctc , d. d. 24. 4. 1364, Stiftsarchiv zu Schlierhach; Hoheneck giebt als Wappen einen gevierten Schild ohne Tinkturen an). Die Lerbühler treten mit einem Wernliart Lerbvhler uud dessen Hausfrau Elizabct zuerst auf, welchen Beiden der Probst und l'onvent von St. Nicola bei Passau am 28. 7. 1270 unter dem Siogel Gundakcrs von Starhemberg einen Hof zu Dürrenaschach, der Abt Friedrich von Oarsten am 19. f. 1278 — Wernliart ist bei dieser Gelegenheit mit dein Ehrenwort .Herr- angesprochen — das Gut .an der Oed bei Chcrpach'' verliehen. Zuletzt erscheint Wernliart am 15. 7. 1280 zn Linz in einem Briefe des Markgrafen Heinrich von Hochberg, Hauptmannes ob der Ens, an die Aebtissin von Trannkirchen. „Leutold lerbellaer vnd Tictmar sein prueder". welche am 28. 8. 1276 den Lehensbrief Hadinars von Starhem- OBEBÜSTELBEICHISCHEB AUEL 179 bcrg an Ulrich von Weidenholz iiher d?n Sitz Weidenholz bezeugten, könnten Söhne des Wcrnhart gewesen sein, ebenso wie Otucher, welcher im Vereine mit seinem Bruder „liern Ditmnr" nach Wernhart und Chunrat von St. Jörgen und vor Ditmar uud Heinrieh von Aistersheim am 29. 9. 1812 zu Carsten iu einem Reverse der Brüder Helmhart und Ulrich von Anhang au das Kloster Garsten unter den Zeugen steht. Auch eiu Wernhart 'lerbuchler kommt in dieser Zeit vor. Er bezeugte am 1. 6. 1318 eine Jahrtagstiftung Otto des Scheck au das letztgenannte Stift. Herr Dietmar von Lerbuchl — der Vorgenannte —, welcher zn Schauuberg am 29. 6. und 20. 7. 132-i als Schaunberg'scher Vasall zwei Briefe seines Freundes Chunrat des Zeller bezeugte, kam noch in seinen späten Tagen. — er muss damals ein Alter von 75 Jahren erreicht gehabt haben — unter die Lehensherrschaft der Habsburger zu der Zeit als diese Letzteren die Schaunberger von der Höhe ihrer Macht herabzudrückon begannen. Am 4. 4. 1331 gaben Dietmar v. L. und Elspet seine Hausfrau dem Eberhart jvon Walsee den eidlichen Bevers über ihr Schloss Tolet. das ihnen zu bauen erlaubt hat „ihr licrr der hochgeboru chvnig Friedrich.- Am 14. 4. 1849 verkauften Johann der Lerbiichler, .Inim" seine Hausfrau, Diemut seine Mutter und alle seine Ceschwistcr eine Hube nnd die Vogtei auf derselben, gelegen zu Schönau, an den Abt von Mondsee. Da Johann unmöglich ein Sohn Dietmar's war, so dürfte des Letzteren Bruder Otacher, dor noch am 2. 2 1347 >mit dem Ehrentitel „Herr") einen Brief des Pfarrers von St. Marienkirchen Chunrat von Lawe gesiegelt hatte, sein Vater gewesen sein. — Johanu's Geschwister können als solche urkundlich nicht festgestellt werden. Zu seiner Zeit kommt ein Dietrich v. L. vor. welcher zu Wien ain 20. 4. 1358 in dem Pfandbriefe Herzogs Albrecht von Oesterreich an Jans von Traun, über Freistadt und Klingenberg, genannt wird, — ferner ein Lcutold v. L., Chorherr, Kellner und Sicchenmeister zu St. Florian, welchem Seidel der Schmied zu Wesendorf nm 1. 11. 1358 seinen Bevers über einen erhaltenen Weingarten gab. — Hob. nennt diese drei, Johann, Dietrich und Leutold. Brüder, nur kann Letzterer nicht identisch mit jenem Leutold v. L. sein, der, nach Ennenkl, 1393 sein: Schloss Parz seinem Vetter Hanns dem Jörger vormachte. Letzterer war ein Sohn des Helmhard Jörger und der Diemut. einer Töchter Johanns von Lerbühel und dürfte wohl durch diese das Schloss Tolet an dio Jörger gekommen sein. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnisse ein weiterer Zeitgenosse Johanns, Herwart, stand, ist nicht zu ergründen Zu Winterthur am 12. Ii. 1354 gab Herzog Albrecht von "esterreich seinem getreuen Herwart dem Lerbnehler und Heinrich dem Kerspergcr einen Schuldbrief über ihren rückständigen Sold. — Johann erscheint zuletzt im Jahre 1304 in der Eingangs genannten Urkunde Gundackers von Wildberg. — .Göschlein der Lerbcllaer", Freiherr von Hoheneck sagt er, wäre ein Sohn Johanns gewesen,.hatte nach dem Testamente Dietrichs von Aistersheim vom 13. 5. 1368 von diesem den llof zn Porz in der Pfarre Weibern pfandweise inne. — Er und Chuntz der Steger verkauften zu Wien am 80. 11. 1375 dem Herzoge Albrccht die Veste Weidonholz um 1000 Pf. Pfennige, wio diese von wcyland Ulrich von Weidenholz auf sie gekommen war. Seither wnrde von dem Geschlechte nichts weitor gehOrt .Stiftsarchiv zu Schlicrbach; U.-B.; H.; B-M.). ■jerclienl'eld. (Taf. 53). WTappen: Geviert mit silbernem Herzschilde darin acht (4, 4) rothe Wecken (Vermehrung bei der Freiherrn- standserhebung 1653). 1 und 4 in Both ein silberner, in seinem Winkel mit einer auffliegenden natürlichen Lerche belegter Sparren. 2 uud 3 iu Silber aus jedem Hügel eines grünen, vom Unterrande im Bogensclmitt abgele-digten Dreiberges eine Flamme (wegen der Herrschaft Prennberg). — Diei gekr. Ilelmc: 1. Offener, beiderseits wie das 1. Feld bezeichneter, rother Flug. 2. Hoher, gekrönter, mit schwarzem Hahnenfederbusch besteckter go'dener Hut, am silbernen Stülp mit den drei rothen Flammen belegt. 3. Sechs, abwechselnd silbern.' und rothe Straussenfedern. Decken: durchaus roth - silbern. (Die beiden gräflichen Linien führen dasselbe Wappen, jedoch den 2. and 3. Helm verwechselt. N. S.). Die Lerchenfeld, alten Adels, doch nicht Tnrnierge-nossen. sollen ihr Stammhaus zu Lerchcnfeld am rechten Donauufer bei Regensburg, Wegs nach Staubing, gehabt haben. Jetzt ein einzelnstehender Weiler mit einer Kirche dabei, ist schon zn Anfang des XVII. Jahrhunderts kein Schloss mehr dort gewesen. Dasselbe mag früh zerstört worden sein. Wig. Hund hat urkundlich als Erst« dieses Namens Angehörige des Domkapitels zu Regensburg gefunden. Hugo de Lerchenfold, Bernardus et Carolas de Lerchcnfeld stehen 12 lO unter den geistlichen Zeugen iu einem Vertragsbriefe des Bischofes Conrad von Kegcnsburg um die Grafschaft Hochburg; ebenso Heinricus de L. Decanus 1242 in einem abermaligen Vertrage um dieselbe Grafschaft zwischen dein .Markgrafen Berchtold von Hochburg und dem Bisch ifo Seifried — Ao 1235 bekannte dieser Letztere, dass er dein Carol von Lerchenfeldt, seinem Diener. den ihm von dem Abte Dietmar von Nieder-Altaich aufgegebenen Hof zu Mangoltiug zu Erbrecht verliehen habe: Zeugen: Hainricus et Albertus de Lerchenfeldt Canonici Ratisp. Herr Albrecht v. L. bezeugte ao. 1806 einen Ueber-gabsbrief der Herrn von Abensperg an das Gotteshaus zu St. Emeran die Vogtei zu Eilsprunn betreffend. 1335 ward die Heirathsabrede zwischen Egoll' von Lerchen-feld nnd Elspet. Ulrich des Hannberg-* Tochter, errichtet. - Georg II. v. L. (f 9. 2. 1528,, vermält 1506 mit Ursula Schrenk von Egmating, ist der gemeinsame Stammvater aller Nachfolgenden dieses Geschlechtes uud der Vater Georgs III. (t 1569), 1532 mit Felicitas Ligsalz von Ascholding verehelicht, welch' Letzterer dio Linie zu Ammerland '.bei München; begründete, aus der sein Sohn Caspar, vermält 1560 mit Maria Weiller von Garatzhausen, um das Jahr 1550 die Herrschaft Gebelko-fen von Christoph von Losenatcin erkaufte. - Wig. Hund nennt diesen Besitz .Gcbkofon", ich meine jedoch es soll richtig Gcbelkofen (bei Begensbnrg. nicht Gabelkofen im Bezirksamte Dingolfing,. beissen. Weiter vermehrte Caspar seine Güter durch den Ankauf der Herrschaft Preuuberg. am linken Donauufer nordöstlich von Itegens-burg, aus der er das obere Schloss von den Nussbergern, das untere von den von Stauff an sich brachte und so diesen ansehnlichen, schon unter den Auer von Prennberg getheilten Besitz wieder vereinigte, worauf seinem Sohne Johann Albrecht (t 24. 10. 1620), verm. 15. 2 1604 mit Maria Jakoba Belirling von Haltenberg, d. d. Prag 1. 2. 1616 durch Kaiser Matthias das angestammte Wappen durch das Prcnnberg'sche vermehrt wurde — Johann Albrecht's Sohn Georg Conrad geb. 19. 7. 1613, r 12. 2. 1689;, verm. 11. 4. 1638 mit Maria Helena Neckher von Neckerstetten, welcher 1679 die Herrschaft Aham in Barem '.Bezirksamt Vilsbiburg, erwarb, dagegen 681 Ammerland veräusserte, wurde mit Diplom d. d. Begens-burg 22. 2. 1653 im Vereine mit seinen Vettern Georg Christoph zu Oberprennberg und Georg Caspar zu _ Höfering bei Begensburg durch Kaiser Ferdinand III. in den Beichsfreiherrastand erhoben. Die Linie zu Unterprenn- 180 OBERÖSTEHI'EICHISCHER ADEL. berg war eben damals (1652), jene zu Gebelhofen schon 1649 erloschen. Georg Conrad's dritter Sohn, Johann Wilhelm gründete die in der vierten Generation wieder abgegangene siissbacher Linie, während der älteste Sohn. Franz Benno (geb. 1641, | 13. 10. 1700), verm. 16i"-S mit Maria Elisabeth Freiin von Mnggentlial zu Fondorf und Steinbarg, die Ahamer Hauptlinie fortsetzte, die sich durch seine Enkel, die Brüder Ferdinand Josef Carl Maria und Franz Xaver (geb. 28. 2. 1713, f 1783) in zwei Unterlinien theilte, von welchen die Letztere gegenwärtig zu Heinersreuth in Oberfranken, einem dem Enkel Franz Xavers, Maximilian Euianuel Franz lu23 verliehenen königlichen Lehen, blüht. Aus der älteren Ünterlinie hatte sich der Stammvater Ferdinand Josef Carl Maria (geb. 21. 5. 1708, f 13. 7. 1776/, churbayr. Kämmerer, geil. Bath. etc., der Begründer des nach ihm benannten Vorortes Lerchenfold nächst Wien, mit Maria Franziska L'Amy Freiin von Besänge vermält, welcher Ehe der Sohn Josef Maria Percgrin geb. 29. 4. 1768, i- 28. 3. 183s entsprang, der sich seiner väterlich ererbten Hüter entäusserte, oder aus dessen Verlassenschaft dieselben verkauft worden sind. Dessen Enkel Otto Josef Emanuel Freiherr von Lerchenfeld (geb. 5. 5. 1817) ist gegenwärtig Senior dieser Linie — Der Bruder des Letzteren aus des Vaters Maximilian Immanuel Ehe mit Philippiue Josepha Freiin Tänzl von Traz-berg, Maximilian Josef igeb. 11. 8. 1822, t 27. 11. 1883), Kapitularkomthur des kgl. bayr. St. Georgsordens und Hauptmann ä la suite. erwarb durch seine ihm am 7. 4. 1851 angetraute Gemalin Elisabeth geb. Gräfin von Paumgarten (f 24. 3. 1878; Antheile an den Gütern Ering und Pillinm in Niederbayern nnd der Herrschaft Fraucn-stein im Inviertel, welche Besitzungen durch Abfindung mit den übrigen Graf vou Paumgarton'schcn Erben im Jahre 18">9 in sein Alleinoigeuthum übergangen. Des Freiherrn Maximilian Josef einziger Sohn Franz Josef (geb. 11. 10. 1860/, welchen Seine Majestät, Kaiser Franz Josef aus der Taufe hob, und der zwei Jahre vor des Vaters Tode seine Entlassung aus dem bayerischen Staatsverbaude nahm, das österreichische Staatsbürgerthum erwerbend, hat Frauenstein im Inviertel geerbt, während seine Schwestern Ering und Pilham überkam n. Aus der froiherrlichen Hauptlinie finde ich in den Einlagebüchern bei der Laudtafel mit Gütern im Inviertel noch nachfolgende Familicnglicder eingetragen: Mit dem Freisitze Gerestorf 1790 Johanna Freifrau von Lerchenfeld, geb. Freiin von Lerchenfeld, 1793 Johann Nop. Freiherrn von Lerchenfeld. — Mit der Hofmark Spitzenberg 1793 Freiherrn Franz Xaver v. L.; denselben 1801, nach Maria Barbara Freiin v. L., mit deu Hofmarken Riederting, Gunzing und Mayring. — Mit der Herrschaft Aspach, nach Sigmund Franz Grafen von Haslang, 1821 F'ranz Xaver Freiherrn v. L. und dessen Gemalin geb. Freiin von Gallberg. Von der ehemals Ober-Prennberg'schen Linie erhielt Maximilian Emanuel Franz Freiherr von Lerchenfeld, erst General-Adjutant des Prinzen von Sachsen-Hildburghausen, nachher churbayr. Kämmerer, geh. Bath, General-lieutenant uud Capitaine en clief der Trabanten-Leibgarde s. d. 31. 3. 1770 durch Kaiser Josef II. diu reichsgräiliche Würde, während aus der Linie auf Köfcring Fr»uz Adam (t 1724), biscliüfi. Augsburg'scher geh. Rath und Ober-Hofmarschall schon am 20 3. 1698 durch Kaiser Leopold I. in den Reichsgrafenstand gekommen war. (Wig. Hund; N. S. bayr. Grafen uud Freiherrn; gräll. und freiherrl. 1 aschenb.; topograph.-statist. Handbuch des Königreiches Bayern; Landtaf). Leroch. (Taf. 53;. Wappen: Im von Blau uud Schwarz gespaltenen Schilde auf grünem Dreibergo eine zum Flug goschickte, goldene Lerche. — Gekr. Holm: Dio Lerche auf dem Dreiberge. Decken: blau-golden, schwarz-golden. (W. Xach dor o. d. E.'schen R.-M, wo kein Kleinod verzeichnet ist wäre- der Schild von Roth und Schwarz, der Dreiberg von Schwarz und Silber gespalten). Die Lerocli sollen zu den adeligen Ratlisgeschlech-tern der .Stadt Steyr gehört haben und besassen von 1450 bis c. 1500 das Schloss Messeubach im Trauuviertel. Sie wurden in das erste o. d. E.'sche, ao. 1525 errichtete Gültenbuch als hierlamls begüterte I.andiente eingetragen. Sigmund, Kilian und Wolfgang die Lerochen lebten, wie die R.-M. besagt um 1413. Der edle Wolfgaug Leroch ist 1418 Kaiser Friedriche llofdiener gewesen. Hanns L. erschien 1451 auf der ständischen Versammlung in N.-Oe. und fertigte das Bündniss zu Mailberg. — Wolf L. zu Mossenbach war ao. l.'/OO Bontmeister und Yerweser der Herrschaft Steyr Michael von 1514- 1534 Abt des Klosters Lambach. AVolfgang L. zu Velben jetzt Fölling) im V. U. W. W. uud Georg L. zu Pergau. ebenfalls im V. U. W. W.. erschienen 1524 auf dem Landtage zu Wien Montags nach St. Martin. — Zehn Jahre später sind Hanns uud Wolf v. L. mit Velben und Pergau begütert gewesen. Letzterer, kaisorl. Flieger am Wartensteiu, wurde 1535 von Wolfgang Stroun von Schwarzenau mit dem Weislehen in der Pfarre Steinakirchen belehnt und kaufte d. d. 30. 3. 1538 den Freisitz Bainersdorf bei Schweehat in N.-Oe. von Sigmund F'reiherru von Eberstorf. — Wolf Leroch zu Velben der Jüngere wurde im Jahre 1555 von Hanns Adam Herrn von Zinzendorf mit einigen Gülten und Zehenton in N. Oe. belehnt. Dieser ist der letzte aus seiner Familie, wcicher genannt wird. (R.-M.; W.; H.). Iii'iitxeHrieder. (Taf. 53). W appen: [In Gold schräglinks ein abgehauener, dürrer, schwarzer' Baumstamm. (R.-M.). Im Jahre l-">60 verpfändete das Hochstift Passau die Vesto .-challenberg im .Ylflhlviertel an Ulrich den Leutzen-rieder um 800 Pf. Von diesem lösten sie Tankchart dor Herleinsperger und dessen Hausfrau ao. 1378 ein. Zu Linz am 19. 11. 1411 verlieh Herzog Albrocht dem Jörg Leutzcnrieder zwei Güter zu Königshub, Pfarre* Natternbach im Hausruckviertel. - Andere Mitglieder dieses längst erloschenen Geschlechts konnten nicht gefunden werden. (R.-M.; Strnadt-Velden: Pritz, Geschichte des Landes o. d. E). Iii'vaetorl «lellu Mottu. (Taf. 53). Wappen: Geviert. 1 und 4 ein Löwe. 2 und 3 drei linke Spitzen. — Gekr. Helm: Wachsend ein 1 üwe mit beiden Frankon ein Schwert aufrecht vor sich haltend. (Nach einem Siegelabdrucke). Die Familie, dem Namen nach zn urtheilen italienischen Ursprunges, kam mit Kaiser Carl VI. aus Spanien in die Erbländer, wo sie jedoch niemals dio Anerkennung ihres Aduls .nachsuchte. Es befinden sich demgemäss auch im k. k. Adelsarchive zu Wien keine Akten über dieselbe, so dass sich dio hier gegebenen Nachrichten, abgesehen von den Eintragungen in der Landtafel, lediglich auf private Mittheilungen stützen. Felix Levasori della Motta erwarb käuflich im Jahre 1826 dio Herrschaft Ottensheim und das Gut Landshaa^, beides im Miihlviertel, und im Jahre 1843 gemeinsam mit seiner Gemalin Theresia, geb. Gassobner von Blumhof, die Herrschaft liiedau im Hansrnckviortel. welch' Letztem im Jahre 1848 deren Tochter Amalia anlässlich der Vcr- OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 181 mälung derselben mit Radulf Ritter von Fessler als Hei-rathsgut übergeben wnrde. — Die beiden ersteren Güter sind nach dem Tode des Felix Levasori dclla Motta von dessen liiuterbliebener Gemalin in Alleinbesitz übernommen und darnach veräussert worden. Ludwig, der einzige Sohn des Vorgenannten lebt noch gegenwärtig als Letzter zu Wien. Sein Sohn Arthur ist vor beiläufig sechs Jahren gestorben. (Laudt.; private Mittheilungeu, Lt wrn. (Taf. 54). Wappen: In Silber ein rother Löwe. 'R.-M.'/. Die Lewcn erscheinen im ersten Gültenbuche Oesterreichs ob der Ens und hat Freiherr vou Hoheneck über diese Familie weiter nichts finden können. Obigen Schild konnte er derselben wegen des Namens leicht zusprechen. Nicht so gut aber gieng dies in Bezug auf das Wappen mit auderen Geschlechtern, über welche ebenfalls nicht Anderes als etwa ihre Eintragung iu das Gültcnbuch vom Jahre 1525 bekannt ist, wie z. B. mit den Lanveld. den Langendorf, den Lehncr, uud so Hess Hob. diese drei in seinem Werke lieber ganz bei Seite. Als die o d. E.'selten Stände in den dreissiger Jahren unseres Jahrhunderts eine neue Matiikel anlegten und dieselbe von einem Wappenmaler ausführen Hessen, wurden jedoch Allo wieder aufgenommen, natürlich, denn der Maler wurde nach dem Stiick bezahlt und strich fleissig darauf los, was sich ihm besouders bei den „Lehner* auszahlte. denn der Name ist gar häufig und so brachte er bei dieser Familie mehrere ganz verschiedene Wappen an. Auch die Laugcndorf und die Lanveld wurden je mit zwei von einander ganz abweichenden Schilden bedacht. Ich habe die drei Letztgenannten mangels aller Quellen und da ihre Wappen in verlässlichcr Weise nicht bestimmt werden konnten, in diesem Werke nicht eingereiht. — Von den Langendorf sagt die RitterstandB-Ma-trikel, es habe ein Dietmar und ein Conrad als Landesmitglied im Jahre 1207, von den Lanveld ein Christian ao. 1401 und von den Lehner ein Ulrich 1422 gelebt. (II.: R.-M.,. Mebeueckrr. (Taf. 54). Wappen: In Schwarz ein goldenes Freiviertel. (R.-M.). Das Vorgesagte mag sich auch auf diesen Namen erstrecken, der ebenfalls nur im ersten Gültenbnche vorgekommen sein soll. 'H.; R.-M.)- Ueehteueck. (Taf. 54). Wappen: I Gevierter Schild. — Kleinod: Wachsend zwei zugewendete Adler. (Nach dem Originalsiegel Vedung's von Liochtcneck an der nachbenannten Urkunde d. d. (i. 6. 1424; Stiftsarchiv zu Schliiglä — II. Von Schwarz und Silber gcviert. — Kleinod: Wachsend zwei zugewendete Störche, der Rechte silbern, der Linke schwarz. Decken: schwarz - silbern. (N. S. erloschene bayr. Geschlechter. Wig. Hund bezeichnet das Kleinod: „Auf dem Helm zwey storchen oder khrSnich mit den Pristen gegen Ainandcr, ohne fiies, ieder nur Ain flägl, der ain Auf dem Schwarzenthail schilts weiss, der Ander Schwarz." — In dem vorbcschriebenen Siegel Vedungs v. L. sind jedoch deutlich zwei Adler zu erkennen;. Die Liechtenccker. nicht mit dein gleichnamigen nie-dorösterreichischen Zweige der Landenberg (s. diese) zu verwechseln, hatten ihren Stammsitz Licchteneck am südlichen Abhänge des Böhmerwaldes südlich von Furth, IV. 5. nördlich des weissen Regen .nachet am Ilochenpogen" und verbreiteten sich von dort in das nachbarliche pas-sau'sche Gebiet, und daselbst in das Mühlviertel, wo sie einen Hof bei Klutzing, nach ihnen dann Lichteneckcrliof benannt, den Oberhol zu Känberg ?) in der Pfarre Velden, ein haibes Gnt zu Ledmansturf, einen Huf zu Volkestorf, beides in der Sarleinsbacher Pfarre uud mehrere Zcheute erwarben. Heinrich v. L. verkaufte seinen halben Theil an Licchteneck c. 1300. Herr l'lrich Liechtenccker und Margret seine Hausfrau vertusserteu im Jahre 1307 die Vesto Wolfseck au Ulrich vou Laber uud an dessen Vetter Hud-mur von Laber. Dass es sich hier nicht um Wolfseck am Hausruck handelt, ist keine Frage. Es kommt die gleichnamige Veste an der Nah iu Betracht, nördlich von Regensburg halben Wegs nach Burglengenfcld im Nord-gau. der Heimath der Herrn von Laber. - Ulrich L. ist 1392 Pfleger zu Ingolstadt gewesen Georg L. uud seine Hausfrau Agiles von Hoheuwart Hochiiwart nächst Wolfseck a. d. Nah» Vertrugen sich 14:10 mit deu Zougerii wegen ihrer Erbauspriiclie nach Ruprecht Zeuger, ihrem Schwager und Vetter. — Udung Liechtenecker war von c. i-LSO bis 1441 als Landrichter zu Velden von dem Hochstifte l'assau bestellt. Es ist wohl derselbe „Ve-dang der Hechten Ekkcr", welcher die Eingangs erwähnte Urkunde d. d. „au der heyligcn dreir chünig abentt 1424 siegelte mit welcher Georg der Buestorfler eino Wochenmesse und einen Jahrtag in der alten Kapelle zu Bohrbach im Miihlviertel stiftete. Wahrscheinlich gehörte auch Heinrich von Licchteneck, welcher von 1398 1400 Pfleger zu Freistadt gewesen war, diesem Geschlecht« au. dus mit Andreas zu Ger-habing (1455—1461'; erloschen ist. — Gerhabing lag in P>ayern, wo ein Besitz dieses Namens jedoch nicht mehr vorkommt. (Wig. Hund III ; Stiftsarchiv zu Schliigl; Strnadt-Velden; N. S. erloschene bayr. Geschlechter; tupograph.-statistisch. Handbuch d. Königreichs liayern, bearbeitet nach amtl. Quellen J867: < >riginalkarte von Bayern ao. 1618,. LEeehlcniiUhi zu AihwlHburg. (Taf. 54.. Wappen: I. Im gethcilten Siegelfeld üben eiu Becher. (Nach dein Siegel Heinrieh's (I.) von Liechtenstein an dem Verzichtsbriefe Ottos vou Brunn d. d. 14. 7. 1258, mit welchem dieser gegen dus Stift Melk Wein-und Getreide-Zehcnten zu Traiskirchen entsagt. Den Becher führte Heinrich als Schenk Herzog Friedrich'« des Streitbaren) — II. 'Stammwappeu. geführt bis zum Jahre 1618). Von Gold und Roth getheilt - Gekr Helm: Wie der Schild bezeichneter l-'Iügel. Decken: roth-golden. — III. (Karl Fürst von Liechtenstein nach seiner Fürstnng Geviert. 1 von Schwarz und Gold neunmal getheilt, darüber schräg ein grüner Rautenkranz (Chuenring-. 2 Stammwappen. 3 von Silber und Roth gespal ten {wegen Troppauj. 4 in Gold ein schwarzer mit silbernem Halbmond belegter Adler wegen Schlesien). Fürsteuhut. - IV. (Derselbe später; Geviert, mit dem Stamm-wappen im Herzschild uud einer zwisclu.1i das 3. und 4. Feld gepfropften, eingebogenen, blauen .spitze, darin, Schalltrichter rechts, ein goldenes Jagdhorn mit übergewundener goldener Schnur (Jägerndorf) 1 in Gold vier schwarze Balken, darüber der Rautenkranz. 2 in Ritli ein goldener, oben mit fünf goldenen Pnllisaden besteckter Sparren (Cernahora). 3 Troppau. 4 Schlesien. — Fürstcnhut. (Nach Alt. Siebm. c.scheint im 2. Felde von Boskovic und Cernahora ein sparreuweise gezogener, silberner I'fcr-dekamm mit sieben Zähnen. Dieses Feld führte Fürst Karl wegen seiner Ehe mit Anna, Tochter Joliauns des letzten von Boskovic und Cernahora. Karl'B Bruder Maxi- 57 182 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. milian ist mit der Schwester derselben Katharina vermält gewesen". — V. Der Vorige, nach Maurice, Album der Ritter des Goldenen Vliesses). Geviert, mit der eingeschobenen Spitze von Jägerndorf (Schalltrichter links). 1 Chuenring. 2 Liechtenstein. 8 Troppau. 4 Schlesien 'der silberne Mond mit Kleeblattenden, und in seiner Höhlung mit einem silbernen Patriarchenkreuze besteckt). — Gekr. Helm: Zwischen offenem, goldenen mit rothen Herzen besäeten Fluge ein hoher, wie Chuenring bezeichneter Hnt ohne Stülp. Decken: schwarz-golden, roth-golden. — VI. (Jetzt geführtes Wappen der Gnndakkar'-schen Linie). Geviert mit dem Stammwappen im Hcrz-schildo und zwischen dem 3. und 4. Felde eingep'ropfter, eingebogener, blauer Spitze, darin das, mit dem Mundstücke rechts gestellte, goldene Hiifthorn mit seiner aufgewundenen goldenen Schnur. 1) Schlesien (der Adler gekrönt). 2 Chuenring (von Gold und Schwarz siebenmal getheilt. darüber der Ranteukranz). 3 Troppau (von Roth nnd Silber gespalteni. 4 in Gold ein gekr. schwarzer Jungfranenadler mit silbernem Haupt und gleicher Brust. Fiirstenliut und Mantel. (Wappen II VI nach N. S Hoher Adel. Der fürstliche Schild wurde übrigens von den verschiedenen Mitgliedern zu deu verschiedenen Zeiten iu zahlreichen anderen Zusammenstellungen geführt, wohl hauptsächlich desswegen, weil es, so viel mir bekamt, oin diplomatisch festgestelltes Wappen gar nicht giebt). Es kann eine eingehende Besprechung dieses alten Hauses, desseu Geschichte mit jener Oesterreicli's seit des letzten Babenberger Tagen innig verflochten ist. an dieser Stelle natürlich nicht erwartet werden, und sollen iu Sonderheit hier nur jene Verhältnisse in Kürze zur Sprache kommen, die das Geschlecht in Beziehungen zu dem Lande ob der Ens brachten. Wie fast bei allen hervorragenden, nradeligen Familien, hat sich auch des Ursprunges der Liechenstein die Sage bemächtigt, die den fabelhaften, mit den Babenbergern blutsverwandten Feldherru und Marschall Azzo, diesen zweiten Babo von Abensperg, an die Wnr/.el eines alten Stammes setzt, an dessen Zweigen sich die Chnenrin-ger, die Liechtenstein, die Snnberg. die Falkenberg, dio Puchberg, die Volkenstorf. CapeUer, Kranichberg und wio sie Alle heissen mögen, hinauf ranken. Zu spät ist es klar geworden. dass nur die Chuen-ringen, mit denen die Liechtenstein in ihren Uranfängen nichts gemein haben, von Azzo von Hezzmanswiesen ihren Anfang genommen, als dass die Sage von dem gleichen Herkommen nach jahrhundertelangem Bestände sich hinwegfegen Hesse: sie blüht noch heute und auch heute noch führt Haus Liclitenstein den Chncnringer Schild mit dem Bantenkranz. den i 'huenringer Schild, der fast so oft zum „Schild von Sachsen" gestempelt wird, als von dem Liechenstciner W appen die Bede ist. Ebenso widerlegt wie die vorgenannte Sage, ebenso wenig erwiesen ist jene von der gleichen Abstammung der österreichischen nnd der 1 icchtensteine von Murau, die den Beginn beider llänser nach der Steyermark. der Veste Liechtenstein bei Judenburg, verlegt und in jenem Dietmar, der am !0. 1. 1140 den Stiftsbrief des Klosters ■Seckau bezeugte und noch im nämlichen Jahre als Ministeriale des Markgrafen < >takar von Steyr genannt wird, einen Ahnherrn beider Häuser erblickt. Aber auch für diese Tradition sind keine bindenden Beweismittel je erbracht, manche dieselbe fördern sollende, absichtliche Fälschungen sind aufgedeckt worden, und ebonso unrichtig zu behaupten ist es der 1585 verstorbene Hartmann II. von Liechtenstein zu Nikolsburg habe nach dem Erlöschen der .Linie" zu Murau sämmtliche Besitzungen seines Geschlechtes vereinigt. Die Liechtenstein zu Murau, unsterblich dnreh ihren Minnesänger Ulrich, „seines Hauses rechten Erben", be- rühmt in ihrer Heimath durch dessen Sohn Otto, „den klügsten Mann im Lande", der die Steircr in die March-feld-Schlaclit geführt halte, sind erst nach dem Tode des zweiten Hartmann von Nikolsburg um das Jahr 1020 mit Otto Herrn von Liechtenstein zu Mnrau im Manncsstamme erloschen und da gab es wonig mehr zu erben. Das Wappen — zwei Schrägbalken — haben sich darauf die Spangstein ausgebeton und auch ao. 1030 erhalten, Sel-tenheim in Kärnthen gedieh an dio Windischgräz, das Stammhaus Liechtenstein, Murau und die Frauenburg, Alles in Steyermark, war damals längst nicht mehr in Händen der einst mit Gütern reichgesegneten Familie, die vordem auch durch eines ihrer Glieder im Lande ob der Ens Besitz erworben hatte. Andre von Liechtenstein, einer der sieben Sühno Rudolf des Alten uud Urenkel des Sängers Ulrich, hatte sich mit Agnes Igeb. 1306, + nach 1359). Tochter Leutold's I. von Chuenring auf Dürnstcin, vermält. dem Bie als Heirathsgut den halben Antheil an Schwertbcrg im Machlande zubrachte. Nur kurze Zeit jedoch blieb Andre in diesem Besitze, denn als dor Agnes Nette. Leutold III. von Chuenring. schon im Jahre 1355 starb, verkauften dessen Schwäger Friedrich von Walseo-Droseudorf uud Eberhard von Walscc-Graz, sowie auch Andre von Liechtenstein am 8. I. 1359 „die leheu-schuft ze Swertpcrg und alle Hechte dio sie daran haben von wegen ihrer Hausfrauen" an Herrn Eberhart von Capellen. Die österreichischen Liechtenstein treten zuerst mit „huc de lichtensteine", 1133—1156, urkundlich anf. Von seinen Nachkommen, fast unzweifelhaft sind es seine Söhne gewesen, hauste Dietrich I., 1178 1209. über der Brühl bei Mödling auf der Veste Liechtenstein seines Vaters, Bapoto zu St. Petrouclla bei Hainburg. Von Dietrichs I. Söhnen pflanzte Heinrich I. den Hauptstamni fort, während Dietrich IL. 1200—12.'i8, eine Nebenlinie zu Holirau, erloschen mit seinem gleichnamigen Sohne, — Albert I., 12ii0 -1285, eine Nebenlinie zu Petronell, erloschen mit seinem Enkel, begründete. Heinrich I. (f vor dem April 1266) — der edle Mann Heinrich von Liechtenstein — erhielt von dem Markgrafen Ottokar, dem ältesten Sohne König Wenzels von Böhmen, für seine ergebenen und treuen Dienste .villa Ni-colsburg- zum Geschenke uud zwar mit zwei Urkunden vom Jahre 1249, die Eine vom 14. Januar, die Andere, nach dor Vcrzichtlcistung Wilhelms von Düruholz auf Nikolsburg, vom 17. November datirt. Unzweifelhaft bezogen sich dio Verdienste Heinrichs um die Förderung der Interessen Ottokars, oder Premysrs, wie er sich damals noch naunto, des Prätendenten auf den österreichischen Ilerzogshut. Die Schenkung war für Heinrich eine so bedeutende, dass er sich von nun an nach dem mährischen Schlosse nannte, wohin er wahrscheinlich auch, das alte Stammhaus bei Mödling verlassend, zog. Vou den Söhnen Heinrich's I. setzte Heinrich II., 1265 — 1812, dann des Letzteren Sohn Hartneid II., 1310 - 1350 den Stamm bleibend fort. Von den zahlreichen Leibeserben des zweiten Ilartneid seien insbesondere genannt, Johann I., 1358 1398, nach dem Fürsten Karl der Bedeutendste seines Hanscs. Herzogs Albrccht Hofmeister, als welcher er grossen und massgebenden Antheil an der Politik seines Herreu. so auch bei dor Bezwingung der bisher rcichsfrcicn Schaunberger nahm und für seine Verdienste reichen Lohn in einträglichen I'fand-schuften erhielt, jedoch ans bisher uuermittcltcn (iriinden plötzlich in Ungnade fiel, sammt seinen Brüdern gefangen und fast aller Güter und Herrschaften in < icstcrrcicli verlustig erklärt wurde Er hatte zu den Zeiten seines Glanzes in Oe. o. d. E. die Veste Spiclberg und Werfen-stein a. d. Donau (durch Kauf vom Herzoge Albrecht am 20. 3. 1390), Pernstein im Traunviertel. und Ebclsberg von dem Hochstifte Passau erworben. Dieso, wie alle übrigen Besitzungen im Lande ob nnd unter der Ens, 0BEBÜ8TEEREICHISCHER ADEL. 183 anagcnommen Feldsberg. Ulrichskirchen, Mistelbach. Ebclsberg nnd Neudcck. diese Letzteren, wie sie von dem Bischöfe von Fassau an Johann v. L. gekommen, wurden durch das Crtheil Herzogs Albrecht vom 6. 2. 1391 den Liechtensteinen los nnd ledig gesprochen und verlor hiermit das Geschlecht auch seinen "alten Stammsitz bei Möd-ling und die Familienhäuser zu Wien, die es damals inne gehabt. — Johann. ,.der gewaltige Hofmeister-', überlebte den Schlag nicht lange; er starb im Jahre 1398 aus drei Ehen nur eine Tochter hinterlassend Katharina vermält mit Eeinprecht von Walsee. Von den übrigen Söhnen Heinrich's I. setzte Hartneid III. das Geschlecht fort, uud Hartneid IV.. 1358-1396. des Letzteren jüngerer Bruder, kommt im Besonderen durch seinen gleichnamigen Sohn, Hartneid V., 1394—14'>7. für De. o. d. E. in Betracht. Dieser hatte sich mit Dorothea. Tochter Eberhard's des Letzten vou < 'apellen. vermält und als der Schwiegervater zu Anfang des Jahres 1406 starb hatten Anspruch auf das reiche Erbe, wozu vorzüglich Steicreck. Schwertberg, Windeck, Klingenberg und Beichcnstein im Machlande gehörten, die überlebenden Töchter. Dorothea von Liechtenstein und Wilburg, des Jörg von Dachsberg Gemalin. Als Testamentsvollstrecker war L'einprccht von Walsco bestellt, welcher in zweiter Ehe auch eine Tochter des Capeller, Anna zur Ehefrau gehabt hatte uud welcher dcsshalb ebenfalls Ansprüche auf die Hinterlassenschaft erhob, ungerechtfertigter Weise, da Anna, kinderlos damals schon gestorben war Otto von Meissau und Caspar von Starhemberg jedoch schlichtetcn den Streit im Jahre 1410 dahin, dass Reinpreebt für seine Ansprüche freio Wahl zwischen Steicreck und Windeck haben solle. Er nahm Letzteres: Steiercck. Schwertberg, Klingenberg und Eeichcnstein fiel an Hartooid V. v. L, der jedoch ohne Söhne blieb. Als Christoph II., Sohn Hcinricli's V. und Enkel Hartncid's III, im Jahre 144f> gestorben war. errichteten sein Sohn Wilhelm C1447 - 1459;, dann seines Bruders Georg IV. .1118 1444) Söhne. Johann V. (1446-1473) und Heinrich VII. (1446-1483), - welch* Letztere ihre beiden unvogtbaren Brüder Christoph III. und Georg V. vertraten, -- im Jahre 1452 einen erneuerten Erbvertrag, durch welchen auf Wilhelm dio Herrschaft Nikolsburg in Mähren mit allen Zugchürmigcu, Lundenburg. etc., auf seine Vettern, die vier Brüder aber!, die Herrschaften Feldsberg, Mistelbach, u. s. w. in N.-Oe., ferner dio Capellen sehe Erbschaft fiel. Wilhelm, vermält mit Barbara Grälin von Frangipani starb kinderlos eines jähen Todes. Er wurde zu Selovic in Mähren meuchlings ermordot, worauf der Vetter, Johann V seinen Sitz zu Nikolsburg, Heinrich VII. aber, ohne dass eine Theilnng stattgefunden hätte, sich zu Steicreck nicderlicss. — Beide letztgenannten Brüder hielten in den bewegten Zeiten Fricdrich's III. zu des Kaisers Gegnern, zn König Ladislaus, welchem Heinrich 1455 die in kaiserlicher Pfandschaft stehende Stadt und das Schloss Steyr eroberte und daselbst bis 1459 als Hauptmann verblieb, in welchem Jahre Heinrich Steyr dem Erzherzoge Albreclit übergab, auf dessen Seite er sich, wieder in Gegnerschaft zu Friedrich III . stellte und 1461 von dem Erzherzoge dio Herrschaft Wachsenberg im Mühl-viortel nnd andere Güter. — ich meine es wird hierzu auch Ottensheim gehört haben. — pfandweise erhielt. Hein-rich's und seines Bruders Johann Name steht an der Spitze derjenigen, welche im Gefolge des mit Matthias von Ungarn und damals auch noch mit Georg von Böhmen verbündeten Erzherzogs Albreclit. am 22.6.1461 dem Kaiser die Fehde erklärten. Aber zwei Jahre später, nach Albrecht's Tode, nahm sie dieser wieder in Gnaden auf und verpfändete Wachsenborg nun seinerseits an Heinrich für 7282 Goldgulden. Inzwischen hatte sich durch den 1471 erfolgten Tod Königs Georg von Böhmen und durch des Matthias Cor- vinus Bestrebungen den erledigten Thron dieser Lande zu besteigen, die Lage neuerdings verändert und abermals traten die beiden Liechtenstcine au: des Letzteren Seite, zu denen sich nun auch noch dio beiden jüngeren Brüder, Christoph III. und Georg V. gesellten. Doch kam es erst im Jahre 1477, wohl hauptsächlich weil der Kaiser die Herrschaft Wachsenberg eingezogen hatte, zur förmlichen Absage, welche Heinrich und Christoph am 3. Mai dieses Jahres, ferner ihre Lehensträger von Ottensheim aus, unter Berufung auf Georg V. v. L. als Theil-ncluner, mit dem Siegel.- iegmunds Stegor vou St. Veith au den Kaiser sandten Christoph, der schon im Jahre vorher den Lonstorfer Thurm bei Linz erbeutet hatte, führte den Krieg vorzugsweise in Oesterreich o. d E.. wo er, seitdem seinem Bruder Heinrich, nach Johanns kinderlosem Ableben im Jahre 1473, Nikolsburg zugefallen war, auf Stciereck sass. Sehwcrtberg, Klingenberg nnd Reichenstein inne hatte, uud von diesen Sitzen aus das Land verheerte. Insbesondere erlitt Kloster Baumgartenbcrg grossen Schaden; ancli das Stift St. Florian über der Donau ward nicht verschont. — Am 1. December des Jahres 1477 kam endlich der F'riede mit Matthias von Ungarn zu Korucuburg zu Stande in den auch die Liechtenstein'sehen Brüder einbezogen wurden und worauf Heinrich bis zu seinem 1483 erfolgtem Tode in gutem Verhältnisse zu dem Kaiser stand. Nicht so sein Bruder Christoph, der um das Jahr 14*6 sich neuerlich zu Matthias Corvinus gesellte uud auf seiner Seite bis zu dessen 1490 eingetretenem Ableben blieb. Friedrich s III. und seines Sohnes, des Römischen Königs Maximilian Unwille kehrte sich nnn in erhöhtem Masse gegen Christoph, der nicht nur das ihm von Mathias verliehene Erbschenkenamt aufgeben. sondern auch dio Pfandschaft Wachseuberg und die ihm durch den Tod Beinprecht's von Walsee angefallene Herrschaft Ruttcnstcin, ferner Schwertberg und Klingenberg im Machlande ausliefern musste. Doch dio Ungnade währte nicht lange. Im Jahro 1494 erhielt er von K. Maximilian neuerdings die Belehnung mit allen österreichischen Lehen, darunter Buttenstein und das Landgericht zu Königswiesen. Christoph III. starb im Jahre 1506. nachdem er noch am 19.2. 1604 einen Erb-und Thcilvcrtrag mit den Söhnen seines Bruders Heinrich's VII. uud dem Sohne Hartmann seines 14« I heinigegangenen Bruders Georg's V. abgeschlossen hatte. — Nach diesem Vertrage entfielen auf Christoph selbst, all Aeltesten des Hauses, nebst zahlreichen anderen Besitzungen, Stadt. Schloss und Herrschaft Nikolsburg iu Mähreu und die Herrschaft Ulrichs-kirclicn iu N.-Oe. — Von ihm entstammte die Nikols-burger Linie. Hartmanu I. erhielt Feldsberg und stiftete die nach dieser n. ö.'scheu Herrschaft benannte Linie. Heinrich VII. war bereits im Jahre 1483 gestorben. Seine Söhne. Georg VI. (t 1548, und Erasmus (f 1524), — ein Dritter. Sebastian, war 1504 nicht mehr am Leben. erhielten vorzüglich die ob der Ens'sehen Güter, Stciereck, Buttenstein und Beichenstcin. Sie bildeten die sogenannte Steierecker Linie, für kurze Zeit da Erasmus kinderlos. Georg VI. nur mit Hinterlassung von Töchtern dies Zeitliche segnete. • Von diesen Letzteren vermälte sich die Aeltcre Anna. l-">55 mit Johann VI., einem Sohne Wolfgang's I. nnd Enkel Christoph s III. der Nikolsbur-gcr Linie, die Zweite, bnsanna, 1512 mit Georg llart-mann, dem ältesten Sohne Hartmann's 1. von F'eldsberg. — Nach dem Tode Georg's VI. sollte über Auftrag der n. ö.'schen Kammer mangels männlicher Leibeserben Rut-tenstein herausgegeben werden worüber ein langjähriger Streit mit den beiden eben genannten Schwiegersöhnen Georg's entstand, der erst am 13.3. 1556 mit dem Verkaufe der Herrschaft an den Kaiser endete. Steicreck, Beichenstcin nnd die übrigen Güter der Steierecker Linie jedoch worden im Jahre 1551 geschätzt und zu gleichen Antheilen den .84 0BERÖ8TERREICIIISCBER ADEL. lebenden Mitgliedern der beiden anderen Linien zugeschrieben. Es waren dies von d;m Nikolsburg, r Stamme die beiden Söhne Wolfgang's I. nnd desen Gemalin Geno-feva, Ulrich's Grafen von Schannberg Tochter nämlich Johann VI. uud Wolf Christoph, dann die Söhne l.eon-hart'sl. 'eines Bruders Wolfgang's I.'. Christoph IV. nnd Leonhard II., schliesslich von der Feldsberger Linie Hart--mann's I. Sohn Georg iiartinann. welcher im Jahre 155S von Wolf Christoph (f 15"4 ohne Descendenz; dessen halben Antheil an Steiereck käuflich erwarb. In der Nikolsburger Linie entspross von Johauu VI. zahlreiche Nachkommenschaft, aus welcher dessen Sohn Wolfgang II. nach dem ain 12. 6. 1559 erfolgten Tode Wolfgang's des letzten Grafen von Schaunberg im Hinblicke auf seine Grossmutter, einer Vatersschwester zu dem Schaunberger. Erbauspriiche erhob, anf Grund welcher er bei der am 10. 8. l.>72 durch die Erben vorgenommenen Thcilung mit der Herrschaft Stauf samnit dem Markte Aschach und dem sechsten Theile an der Mantli daselbst bedacht wnrde. Auch von den aus diesem Anlasse erledigten Eeichs- und österreichischen Lehen erhielten die Nachkommen der Genofeva von Liechtenstein ihre Antlieile. Y\ olfgang II. empfing dieselben noch im Jahre 1572 für sich und im Namen seines älteren Bruders, Georg's VII. und seiner Schwester Genofeva von Boskovic, deren Tlieil er im Jahre darnach au sich löste. — Georg VII. starb kinderlos 1574 all' sein Erbe dem Bruder Wolfgang und dessen Kindern, nach diesen dem Vetter Georg Hartmann von Feldsberg hinterlassend. Aber Wolfgang II. selbst auch hatte keine Söhne nnd gieng im Jahre 1585 als der letzte Mauuessprosso des älteren Zweiges der Nikolsburger Linie heim nachdem er die Herrschaft Eisgrub in Mähren 1572 au den Kaiser verkauft hatte. Der jüngere von Christophs III. Sohne Leonhart I. ausgehende Zweig, aus dem des letzteren Sohn Christoph IV. die Güter seines Haus -s schlecht zu bewahren wusste und 15G0 Schloss und Herrschaft Nikolsburg an eineu Ungar, Ladislaus von Kereczenv, um 00000 böhmische Thalcr veräusserte, ist mit dessen Urenkeln, den Brüdern Maximilian Heinrich uud Karl Wilhelm im Jahre 1688. verarmt und vergessen. — erloschen, ohne Antheil an den fürstlichen Ehren des Geschlechtes. Aus der l-'eldsbcrgcr Linie schrieb sich Georg Hartmann (f 12. 7. 1562), nachdem er wie schon gesagt von Wolf Christoph dessen halben Antheil an Steiereck au sich gelöst hatte. Herr auf Feldsberg und Steiereck. Von seinen Söhnen mit Susanna von Liechtenstein setzte der Aelteste, Hartmann II (geb. 1544. f 1585) nicht nur diese Linie fort, sondern wurde auch in Folgo des Abganges der beiden anderen Linien, der nähere Stammvater des gegenwärtig blühenden Hauses. — Bei dem Tode seiues Vaters erst 18 Jahre alt, aber dennoch mündig erklärt, rechtfertigte derselbe das Vertrauen, welches die Familie in ihn setzte und verstand es wohl Ordnung in den trotz den Verüusserungen des Verschwenders Christoph IV. noch immer reichen Grundbesitz zu bringen. was an der Hand mehrerer in die Jahre 1566, 1568 und l.>70 fallender V erträge durchgeführt wnrde Im Juni 1575 brachte er durch Kauf die von Wolfgang II. veräusserte Herrschaft Eisgrub als freies Eigen wieder au sein haus verkaufte dagegen im Jahre 1580 an die Brüder Helmhart, Wolfgang und Bernhard Jörger Steiereck für 30000 Gulden rheiu Es war nun, nachdem an diese Letzteren auch die Herrschaft Stauf mit Aschach durch VVolfgang II. der Nikolsburger Linie oder ans dessen Nachlasse durch Kauf gekommen war, kein Anlass mehr vorhanden noch den lot/.ten Besitz in Oe. o d. E., Bciclien-stein, zu erhalten und anch dieses ward nun hintangegeben, an Hanns von Haimb, der den Besitz im Jahre 1582 an sich brachte. Mit diesem Verkaufe ist das Band vollends gelöst worden, welches das Geschlecht durch mehr als zwei Jahrhunderte mit dem Lande ob der Ens verknüpft hatte. Ich schliesse dcsshalb auch an dieser Stelle die Worte ab. die dem Hause Liechtenstein gewidmet sein sollten. Mit zwei Söhnen aus Hartmanna II. Ehe mit Anna Gräfin von Ortenburg, Carl (geb. 1569, f 1627) und Gundacker (geb. 1580, v 1653.. theilte sich der alt«, in des Letzteren Descendenz bis auf den heutigen Tag zahlreich blühende Stamm neuerdings in zwei Linien, von welchen der Stammvater der Ersteren. der berühmte Carl, der Begründer der erneuerten Macht, des Ansehens und Glanzes seines Hauses gewesen ist. Ucber die ihm und seinen Brüdern Maximilian und Gundacker zn Tlieil gewordenen zahlreichen kaiserlichen Verleihungen, darunter jene durch wclcho Carl d. d. Brünn 3. 9. '608 und jene'dnrch welche Maximilian nnd Gnmlaeker d d. Wien 12. 9. 1623 den Bcichs-fiirstenstand erlangten, über die Erwerbungen von Troppau 1614), Jägerndorf (1628 , Schellenberg (1699). Vaduz 11708 , über die rmwandlnng dieser letzteren, reichs-unmittelbaren Grafschaft, mit Schellenberg vereinigt, zu einem l iirstentliume Liechtenstein d.d. Wien 23. 1. 1719) giebt die zahlreiche einschlägige historisch-genealogische Literatur eingehenden Aufschlug*. (Geschichte des Hauses Liechtenstein von J. von Falke; Geschichte des Benediktiner-Stiftes Melk von Koiblinger; U.-B.; Strnadt-Beuerbach u. Geschichte von Windeck und Schwertberg: Studien au den Grabstätten alter Geschlechter Steierinark's und Kärntheiis von L. von Beckh-Wid-mnnstetter; N. S. hoher Adel.) Ejiei'lifcntiliihler von Rndling, von Mitterberg, von Strachen. aus dum gemeinsamen Stamme der Lengauer). (Taf. 54, 55.) Wappen: Getheilt, oben gespalten. (An dorn dem Stiftsarchiv zu Wilhering entnommenen Briefe Hertueid's von Liechtenwinkl d. d. 13. 1. 1313 über dessen Suelge-räthsstiftnng mit der Hube zu 'l'ratwörd führt Hertneid in seinem Siegel den Schild durch einen schmalen Stab getheilt und ebenso oben gespalten, die Fehlungen gleich-iniissig damascirt. s. Wappen 1.) Der Schild seines Bruders Budolf. ebenfalls getheilt und oben gespalten ist iu der oberen Schildeshülfto vorn damascirt und auch die untero Keldung mag ähnlich verziert gewesen sein. (s. Wappen II). Hurtneid's Sohn Otto führt au derselben Urkunde iu seinem Helmsiegel einen oll'euen Flug (s. Wappen III;. An dem unten des Oefteren erwähnten, ebenfalls zu Wilhering aufbewahrten Verkaufsbriefe Ulrich's und Lentolds von .Mitterberg d. d. 21. 9. 1294 finden sich dieselben Siegel Hertneids und liudolfs von Liechtenwiukcl; Ulrich von Mitterberg hat den Schild durch einen schmalen Stab getheilt nnd oben gespalten wie der vorgenannte Hertneid. Ans dem Siegel Leutolds von Mitterberg geht deutlich hervor, dass die Feldungeu im Schilde von einander verschieden tingirt gewesen sind; die vordere Felduug oben ist nicht damascirt, die hintere dagegen nach einem anderen Mustur als diu nnture Schil-deshälfte (s. Wappen IV;. Hertfioh von Stallen führt den gleichen Schild wie dio Uebrigen an demselben Briefe. Am 28. 7 1276 tritt „her Rudolf von liechtenbink-cliol- and mit ihm das Ocschlecht dieses Namens zum ersten Male anf uud zwar in dein Lehensbriefe lladmars von Starhemberg, mit welchem dieser an Ulrich von Weidenholz den Sitz Weidciiholz verlieh. — Wie schon des Oefteren erwähnt muss ein solch plötzliches Erscheinen, und dieses ist hier nm so hervortretender als lindolf bereits das Ehrenwort „Herr" führt, mit einer Namensänderung in Verbindung stehen, und wenn auch der eben Genannte vor dem Jahre 127G, nach einem anderen Be- OBERÜSTERREICHISCHEB ADEL. 185 sitze benannt, nicht zn erforschen ist, so bieten sich doch der Anhaltspunkte genug, die anf seine Vorfahren schlies-sen lassen. Liechteuwinkel, ein Sitz am östlichen Abhänge des Kiirabcrgcs, eine Wegstunde westlich von Eferding und einige tausend Schritte südlich der Ortschaft Ober- und Nicder-Rudling, mit dem Ausblicke auf das nahe Stro-heim, kam von den Schauuberg zu Lehen. Wenige Trümmerhaufen im Gehölze, dicht von Erde und Moos überdeckt, bezeichnen kaum bemerkbar die Lagerstelle des alten Hauses. Um das Jahr 1120 stiftete Odalricus de Wincheringen nach St. Nicola bei l'assau und liess seinen Brief neben Hadmar von FIuBrukke, Eigil von Hartheim auch von den Brüdern Walther und Fruno von „lenginnoie" bezeugen. Derselbe Walther de legno (Lengau) stiftete um 1140,'zu dem nämlichen Kloster drei Aecker zu Kvdleichingen (Itüd-lingi unter der Zeugonschaft seiner Nachbarn, des Eber-liart von Hartheim, des Chunrat von chvrinpcrgo (Kiirn-berg), des Guinpolt und Wernhart von Galispach (um südlichen Abhango des Kürnbcrges). Um diese Zeit mag Weither gestorben sein. Seine oder seines Bruders Bruno Nachkommen erscheinen in der Urkunde über den Vergleich des Abtes Ulrich von Kremsiniinster mit den Schaunbergern wegen Gütern zu Leombach. Dieser Brief, welcher in dio Zeit zwischen 1177 und 1182 fällt, wurde neben Anderen unter der Zeugenschaft des Waither von llndlaicliing, Dietmars und Prvn von Lcngcnowo geschrieben und kann bei dem Umstände als sich hier die Taufnamen der ersten Lengaucr wiederholen, als es ferner bekannt ist, dass der erste Walthcr zu Rudling begütert war, keiu Zweifel obwalten, dass der jüngere Walther, Dietmar nnd Bruno 11. einem der beiden erstgenannten Brüdern entstammten. Diese Drei kommen nur das eine Mal urkundlich vor, eben sowio ihr Zeitgenosse Hartwic de lcn-ginowe, der um 1180 eine Garstner Tradition bezeugte. Slit ihnen verschwindet der Name von Lengau und nur jener Walthcrs IL, der sich von Rudling nannte, blülito in zwei Generationen weiter fort, dnreh Heinrich von Rvdlaiching, der im Vereine mit seiuen zwei Söhnen Hertneid und Chunrat in Anwesenheit der schaunborg'schen Vasallen Chunrad von Strachcm uud Herrandus de Gal-spach im April 1230 von dein Abte und Convent von Kremsmünster auf Lebenszeit mit einem Hofe zu Rudling belohnt wurde. Wernhart von Rucdlaechingcu steht am 25. 12. 1290 in einem Briefe des Janns von Bor an Ulrich vun Weidenholz, am 0. 1. 1303 in einem solchen der Jutta von l'olhcim an denselben Wcidcnholzcr. hier im Vereine mit Rudolf und Chunrat von Liechtcnwinkel, unter don Zeugen und war zu Wels am 7. 8. 1303 Bürge bei einem Tausche des l'hilipp von Polhcim mit Ulrich von Wcidenholz. Die hierüber aufgerichtete Urkunde wurde ebenfalls von den beiden vorgenannten Liechtenwinklcrn bezeugt. Während Wernhard bis zum Jahre 1308, um welche Zeit er gestorben sein dürfte, fortfährt sich nach Budling zu benennen, erscheinen seine Zeitgenossen, vielleicht sind sie seine Brüder gewesen, Hertnid und Chunrat nur einmal im Jahre 1250, um dann ftir immer als Budluchingcr aus allen Urkunden zu verschwinden. — Aber ich glaube nicht fohl zu gehen, wenn ich in jenem Hertnidus von Lichtenwinkel, welcher ao. 1282. und in jenem Chunra-dus v. L., der 1280 mit diesem Namen plötzlich auftritt, die beiden Rudlingcr wieder erkenne, die 1250 an der Seite ihres Vaters noch bei jungen Jahren gewesen waren, den Sitz Lichtenwinkel überkamen und sich von diesem nannten, während Wernhard, mit dem sie wiederholt zusammen urkunden, auf dem nahen Budling sass und sich davon schreiben liess. Ueber des Letzteren weitere Nachkommen ist mir nichts bekannt geworden. Ein Rudlingcr kommt noch IV. 5. im Jahre 1437 vor, wie Herr Strnadt in seiner Geschichte Beuerbachs berichtet. Hertnid und Chunrat vou Liechtenwinkcl und ihr Bruder, der Eingangs genannte Budolf, nach den obigen Darlegungen Söhne Heinrichs von Rudling, treten in zahlreichen Urkunden als Schannberg'sche Dienstmannen auf. — Chvn-rad von lichtenwinchel leistete 1280 bei Ulrich von Weidenholz Bürgschaft für Ottokar Furter und verpfändete im Vereine mit seiner Hausfrau Alhait am 10. 4. 1295 unter der Zeugenschaft Herrn Hartneids und Herrn Ru-dolfs von Liechtenwinkcl eine Hofstatt zu Bachcnkirckcn an den mehrgenannten AVcidenholzer. Zum letzten Mala erscheint er als Herr Chunrat v. L. mit seinem Bruder Rudolf am 6. 1. 1303 in dem oben erwähnten Lehensbriefe der Jutta von Polheim. Er hatte zu Gunskirchen bei Wels ansehnlichen Besitz, der noch bei seinen Lebzeiten sammt Urbar, allen Zohonten und aller Mannschaft an Chnnrat den Schlegel veräussert wurde, wio des Letzteren Brief d. d. Wels 19, 2. 1327 au die Grafen von Schauuberg nachträglich besagt. Herr Budolf v. L. schliesst die Reiho der Urkunden, in welchen er genannt wird am 29. 9. 1313 ab. Noch am 13 Januar desselben Jahres hatte derselbe ein von seinem Bruder Hertneid, dessen Hausfrau Bithzcn (oder Beichtze, wie sie ao. 1312 geschrieben wurde) und von den Söhnen dieser Beiden, Otto und l'ernhart, nach Wilhering gestiftetes Seelgeräth gesiegelt. Hertneid limss bald darnach heimgegangen sein, denn er kommt nicht weiter vor Er hatte ausser den beiden Söhnen auch eine Tochter hinterlassen; um 24. S. 1317 gab Oto-kar Furter für sich und seine Hansfrau „Beyhzon, licrcn hertneides tohter von Liochtcnwinchel1', dein Kloster St. Nicola Revers wegen des Hofes Eckrcichsdorf im Arnto Wesen, den er zu Lcibgcdiug erhalten hatte. Zu Eferding am 25. 7. 1328 versprachen dio Brüder Otto und Bernhard v. L dem Abte Heinrich von Wilhering eine Au und eine Hube zu Tratwörth zn übergeben, worüber es Zwistigkeiten gab bis am 30. November desselben Jahres beide Brüder allem Kriege mit Wilhering ob der vorgenannten Hube entsagten. — Mit diesen beiden Söhnen Ilertneids, der sein Gut zn Liechteuwinkel schon am 10. 2. 1312 an das Kloster Engelszcll um 10 Pfund Pf. veräussert hatte, endet die Stammreiho des Zweiges zu Liechtonwiukel, wio ich sichor meine. — Es kommt zwar noch Stephan der Lichtnnwinklcr vor, der am St. Thomasabend 1355 seinem Oheim Lorenz dem Uetzinger dio Liechtwicso verkaufte, dann im Vereine mit seiner Ehewirthin Margret am lf.. 3. 13HC eino Wiese in der Eferdinger Pfarro verpfändete, und welcher der Zeit nach allerdings ein .Sohn des Otto oder des Bernhard gewesen sein könnte, doch halte ich viel eher dafür, dass er dem Geschlcchte der Auer von Tobel angehörte, die bald darnach urkundlich den Sitz Liechtcnwiukel am Kiirnberge besassen; auch der Taufaame Stephan spricht dutür. — Am Samstag nach St. Lucia 1391 stifteten Niclas der Auer und seine Hausfrau „auf ihren Hof am Kürnbcrg bei Eferding, der ihr rechtes, rittermiissiges Eigen ist", einen Jahrlug in der Pfarrkirche zu Eferding. Stephan der Auer stiftete ebenfalls einen Jahrtag du-sclbst am Dienstag nach Palmsonntag 1421. Gehen wir zu einer anderen Linie dieses viel verzweigten Geschlechtes iiber. — .Au St. Mathees tag" 1294 verkauften Ulrich und Leutold von Mitterberg an den Abt Chunrat von Wilhering den Hof zu Hunzcnbach. Der hierüber ausgefertigte Brief mit den Siegeln Ulrichs und Leutolds von Mitterberg, Hcrtneids und Rudolfs von Liechtcnwinkel und Hertwichs von Stehen liegt mir im Originale vor. — Ich wende mich dem Letztgenannten zu. Wir haben Eingangs einen Hartwic (Hertwich) de Lenginowe (.1180), dann einen Chunrat de Strachem (1250) kennen gelernt und finden nun, 1294, wieder einen Hert- 58 186 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •186 wich, getauft; nach dem Namen des vorgenannten Lengauer, bunannt nach dem Besitze des letzterwähnten Chunrat, einem Besitze. — es ist Stroheim. Straliem, wie der Ort noch heute im Volksmunde heisst, — der in aller Nähe zu Liechtenwinkel und zu Rudling liegt. Aber nicht allein dieses und dass dio Strachner schaunberg'-sche Dienstmannen waren wie die Rudiinger uud die Liochtenwinkler und mit Letzteren zusammen urkuudcteu, es bietet sich uns ein schlagender Beweis fiir die gleiclio Abstammung in dem Siegel Uertwichs von Strahen au dem Briefe vom Jahre 1294, der daran denselben getheilten und oben gespaltenen Schild fuhrt, wie die Liechteu-winkler. — Es ist somit anzunehmen, dass. wie die Bud-liuger-Lieclitenwinkler mit Walther von Budlaiching. dio Strachner sich mit des Letzteren Zeitgenossen Hartwic von Lenginowe von dem gemeinsamen Lengauer Stamme abzweigten. Hartwic's Nachkomme Chunrat tritt in den Jahren 1250 niul 1251, zum Thcil im Vereine mit seinem Bruder Ludwig auf, so zu Wels am 25. 2. 1251, wo Chuu-radus et Ludricus fratres de Strachen eine Kremsiiiün-sterer Urkunde über eine Vererbreclitung au Friedrich von Palscnz bezeugten. Zuletzt bezeugte Chunradus de Stroclien zu Schaunberg am 24. 8. 128!) die Befreiung des Klosters Reitenhaslach von der Mauth zu Aschach. — Ihm folgte sein oder seines Bruders Sohn Hcrtwich v. Str. Auch Ulrich der Strachner, welcher am 1. 0. 1291 den Verkaufsbrief Heinrichs von Schaunberg an das Kloster Wilhering, über den Kochlerhof an der Palsenz. und zu Schaunberg am 25. 11. 1301 die Mauthfreiheit des Klosters Suben für Aschach bezeugte, dann Herr Heinrich der Strachner. der mit dem vorigen Ulrich am 25. 8. 1305 dem Otacher Piber von Piberstcin in dessen Ucbcrgabsbriefe über das Uut zu Aich an Ludwig und Ulrich von Ludwigstorf Zcugeuscliaft leistete, gehören hierher. Hertwicli erscheint zwischen 12S9 und 1328 in zahlreichen Urkunden und wiederholt als Blutsverwaudter der Prüscliinken und Polheim, durch diese als Verwandter der Falkenstein und Messeubach. Am 24 8. 1289 beurkundete Heinrich von Schannberg. dass der Hof zuMelme, welchen der Saluian von Ludwigsdorf sich zueiguou wollte, dein Klostor Schlägl gehöre; unter den Zeugen: „her hartnid vnd her Rudolf von Liehtenwinkchel. her Haert-wik ab dem Stralieu". — Am 21. 9. 12.)4 siegelte Hcrtwich den schon genauuteu Brief der beiden Mitterbcrger; im Jahre 1300 verbürgte sich „her herweich vou dem strachen" für Heinrich den Geltinger, bezeugte am 17. 8. 1304 den Theilbrief Walthers von Taulfkirchen uud Eberhards von Walsee über dio Burgen Senl'tenberg und Straneck, siegelte am 18. 11. 1313 als dessen „Freund" den Brief Leutolds des Prüschink, womit dieser nach Wilhering statt der Stiftung seines Vaters verschiedene Güter gab u. s w. — Der bei den Liechtenwiuklern genannte Brief der Brüder Otto uud Bernhard v. L. vom Jahre 1328 ist die letzte Urkunde, in der man Hertwicli v. Str. begegnet. Er dürfte lauge todt gewesen sein als sein Sohn Jakob der Strachner, der schon am 12. 3. 1331 den Diunstrevers Ulrichs von Woideuholz an die Schaunberger bezeugt hatte, am 24. 4. 1310 dem Vater .lierru Hert-weigeu dein Strochner und der lieben Mutter frauen Ulfmeyoir mit einem Gute zu Breitcneich ein Seelgeräth zu Wilhering stiftete. Jakob hatte bedeutenden Besitz von den Schaunbergern inne, denen er imJahro 1343 seinen Revers über nachstehende Lehen gab nud zwar, über die Veste Mistolbach, den Schiferhof, den Grabhof, über zwei Güter am „Mitlperig-, ein Gut zu „Frauch-grub", eines zu „smaltznperig", eines zu „airnpach", über dio Mühle uud Fischwaido zu „purckstall", zwei Güter zu Frciling, einen Wald zu Parz, die Miihlo zu „obern- pacli pey dem pacli", zwei Lehen zu „Ruosching", drei zu Fraham, eines zu .parnid", eines und den Hof zu „Ottenhaim", drei Güter zu „rexhaiiu", zwei Lehen zu „Bewtt", ein Gut .auf dem zagl", über ein Gut und den ,.odhof" zn „obern pruesching", ein halbes Tagwerk Wieso zu „puechkiriclieu", eines und eine Wiese „an dem Moos", einen Hof zu Toblhof, ein Gut zu „stockach", eines zu .purckstall", eines zu „Eschpach", eines zu „win-discliendoril", eines und zwei Gülten zu „foraren", ein Gut auf der „petzl lcwttcn", eines zu „pereugrub", eines zu „awL und über zwei Güter zu „öd". Am 27. 4. 1355 siegelte Jakob, als „her Jakob der Stral'.ner ze den Zeiten puerkraf zc Waessenborg" einen Verk.iufsbrief Bugers vou Humbrechtsried au das Stift 'Wilhering. am 7. 2. 136l> mit dem bekannten Schild einen Vermächtnissbrief der Katharina Gotschalchin an iliro Tochter Clara über mehrero Güter, darunter einen halben Hof zu Niedcr-Rnedlching, als derselben „lieber Freund" schliesslich als „der vesto ritter" am 29. 11. 1374 eiue Urkunde Ortolf des Leitner, Richters zu Eferding. an das Domkapitel zu Passau. — Mit Jakob dem Strachner scheint diese Liuio erloschen zu sein. Fälle Dritte blühte im Machlande zu Mittcrbcrg. In dein mehrerwähnten von Hertneid und Rudolf von Liechtenwinkel und llcrtnoid von Strahen besiegelten Verkaufsbriefe Ulrichs uud Leutolds von Mitterberg an das Stift Wilhering d. d. 21. 9. 1.94 siegelten die Letzteren mit dem gemeinsamen, getheilten oben gespaltenen Schilde, so dass ein weiterer Beweis über ihre gleiche Abstammung mit den beiden vorgeschilderten Linien, mit deren Mitgliedern sie wiederholt vereint urkundeten, gar nicht uothwendig ist. Von welchem Vorfahren dieser beiden Brüder sich der Zweig abtrennte, ist nicht mehr zu linden. Gumpoldus et Marquardus de mitterberc — sie dürften Brüder gewesen sein — bezeugten bereits am 19. 10. 1208 zu Mauthauscn den Schiedsbrief, mit welchem sich der Abt und Convent des Klosters Baumgartenberg dem Spruche in einem Streite mit dein Stifte St. Florian uuterwarfen. Da ein Sohn Ulrichs ebenfalls Muquard getauft wurde, ist nicht zu bezweifeln, dass auch der Ael-tere dem Geschlechto angehörte nud dürfte sich diese Linie mit des ersten Marquard uud seines Bruders (?) Vaters, der ein Zeitgenosse Walthcr's des Rudiinger, und ein Zeitgenosse Hartwic's von Lenginove (Strahen) gewesen suiu muss. abgezweigt haben, so also, dass die Lengauer um 1180 gleichzeitig in die drei Linien zu Rudling-Liechtenwinkel, zu Strahen und zu Mitterberg zerfielen. Nach Gumpold und Marquard treten zu Mitterberg die Brüder Dietrich, Chunrat I. und Otto in derZeit von 1227 bis 1240 wiederholt urkundlich auf. Den Spruch-briof, gegeben in der Au Raeming 4. 0. 1227, Herzogs Leopold zu Oesterreich zwischen dem Propste llerrand von Waldhausen uud Ulrich von Saxen, bezeugten Die-tricus do Mittcrberch et Chunradus frater suus. uud iu der Urkundo d. d. Aerbiiigen 1240 des Abtes Pilgrim von Baumgartenberg über die Erwerbung eines Holes fiir sein Kloster stehen die Brüder Chunrat und Otto v. M. unter deu Zeugen. Mit dem Sclicnkbriefe vom 1. 1. 1282 licrnhart's und Heinrichs von Schaunberg an das Stift Wilhering über deren Besitzungen iu der Mumcuau, bezeugt von Hertneid und Rudolf von Liechtenwinkel, Ulrich und Leutold von Mitterberg, beginnt dio Reihe jener zahlreichen Urkunden, iu welchen die letztgenannten beiden Jirüder bis zum Jahre 1302, bezüglich 1308, vorzüglich als Wolil-thäter des Klosters Raumgartenberg erscheinen. Sie waren Beide vermählt, doch haben wir nur über dio Descendenz Ulrichs Bicliere Nachricht. Am 21. 9. 1294 verkauften Ulrich uud Leutold dio Brüder von Mitterberg, Christen und Christein ihre Hausfrauen, dann des Ulrichs OBEBÜSTEBBEICHISCHEB ADEL. 187 Kinder. Chunrat, Ulrich, Durich, Marquard, Alhait, Wil-bircli, Elspet und Offniei unter der Zeugenschal't Hert-neids und Rudolfs von Liechtenwiukel uud Hcrtwicli's von Strahen — der Briet' wurde schon oben erwähnt, — dem Abte Chunrat von Wilhering den Hof zu Hunzeu-bacli. Am 29. 9. 1296 gaben Leutold und seine Hausfrau Christina ihren halben Hol' zu Tauscha, am 13. 4. 1299 Ulrich uud seine Hausfrau Christina die andere Hälfte dieses Besitzes zu einem .Seelgerätho nach Baumgartenberg nnd am 28.8.1304 vertauschte Leutold mit diesem Kloster ein Gut zu Nauru gegen eine Hofstatt in der Au unter seinem Hause Erwing (Arbing). Chunrat II., Ulrichs Sohn, führt am 25. 12. 1314 in einem Verkaufsbriei'e Feter des l'iber von Weinberg an das Kloster Baumgartenberg den Ehrentitel „Herr". Seine beiden Brüder Ulrich II. uud Durig. welche nach dem obigen Briefe vom Jahre 1294 nicht mehr vorkommen, dürften jung gestorben sein. Marquard 11., der jüngste Sohn Ulrichs I., bezeugte am 2. 2, 1310 als „her Mar-quart von Mitterberg- einen Verkaufsbrief des Iiaug von Rcicheustein au das mehrgenannte Kloster liaumgarten-berg. Chunrat III., welcher 1335 mit seinem Bruder Leutold II., dann Ulrich III., der 1317 mit seiner Schwester Anna das erste Mal erscheint, sind unzweifelhaft Kinder Chunrats II. oder dessen Bruders Marquard. oder als Vettern Beider zusammen. Am 5.3. 1835 stifteten Chunrat (III), der Mittorbergc-r, Anu.i seine Uauslrau und Leutold sein Bruder nach Kloster Waldhausen »Pfund Gülten auf der llufstatt zu Anger, Pfarre Arbing, zu einem Seelgerätho und Ulrich (III) der Mittcrbcrger gab am 25. 3. 1347 „um Gottes und seiner lieben Schwester willen Frauen Anna der Mitterbergerin, Klosterfrauen zu Pulgarn" dem Fraueukloster daselbst zu einem ewigen Lichte und zur Beleuchtung bei der Messe ciu Gut „zw Grcimhartzdorif bey Tienmlorlt entbalbeu Walthausen". Am 4. 4. 1355 versetzte derselbe Ulrich mit Willeu seiner Hausfrau Elspet dem Gotteshause zu Baumgarten-berg eine Hofstatt zn Naarn. Im Jahre 1365, am 3i. Mai, verkaufte Heinrich der Gneuss zu Ort 60 Eimer Bergrecht zu Ottenthai, ein Schaunberg'sches Lehen, welchen Brief Stephan der Mit-terberger besiegelte. Ob dieser der Ehe Ulrichs III. oder joner Chunrat's III. entstammte, oder ob derselbe nicht mehr dieses Geschlechtes gewesen i-t, vermag ich nicht zu entscheiden. (Stiilsarchiv zu Wilhering; U.-B.; Stniadt-Peuer-bachj. liftbl. (Taf 55). Wappen: I. Geviert. Im 1. und 4. von Gold und Schwarz gespaltenen Felde ein farbengewechselter, bewur-zelter Baum. 2 und 3 in Both ein silberner Helm mit einem silbernen Vogel als Kleinod. Zwei gekr Helme: 1. Schwarze Hörner mit goldener Binde, dazwischen ein goldener Stern. Decken: schwarz-golden. 2. Botho Horner init silberner Binde, dazwischen der silberne Vogel. Decken: roth-sUbern. (Nach dem Wappen der Susanna Katharina Freitrau v. Stadl, geb F'reiin v. Löbl iu der Ahnentafel ihres Sohnes Gottfried: Ileutsch-Ordens-Cen-tral-Archiv). - 11. Geviert. I. und 4. in Both auf goldenem auf- und übergebogenem Zweige stehend eine silberne Taube. 2. und -s. von Schwarz und Gold gespalten, darin farbengewechselt ein bewurzelter. sonst gestiimmelter, nur links mit einem Eichenblatte besetzter, rechts von einem goldenen Sterue begleiteter Baumstamm. — Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen einem rothen und einem silbernen Horn die Taube auf dem Zweige. Decken: roth-silbern. 2. Zwischen von Schwarz und Gold übereck getheiiten Hörnern der goldene Stern. Decken: schwarz-golden. (H.-M.) Die Löbl gehören zu den ältesten Herrenstands-Ge-schlechtcrn Oestorreichs ob der Ens. — Mit dieser Bemerkung, die wohl nur ad majorem gloriam des äusserst verdienstvollen Landeshauptmannes Freiherrn von Löbl in die Matrikel gesetzt wurde, ist wohl mehr gesagt worden, als tatsächlich der Wahrheit entspricht. Jakob Löbl, — nicht Hanns, wie Holl, irrlliümlich sagt, — war ao. 1524 der fürstlichen Durchlaucht zu Oesterreich, Erzherzogs F'erdinand Pfennig-Meister, ein einträglich Amt ebenso wie die Laudvogtei in Schwaben, die er nachher inne hatte und konnte er sich vou den Söhnen Heinrichs Grafen von Hardegg die ansehnliche Herrschaft Greiuburg mit Unttensteiu Kämmt dem Markte Greiu uud Struden im Machlandc erkaufen, die er dann seinen Söhnen Georg und Hanns Jakob (I.) hinterliess. Nach dem vorgenannten Autor stammten dieselben aus des Vaters Ehe mit Ursula Adlerin. Möglich, dass diesu Nachricht bezüglich des Georg zustimmt; sicher aber,— nach dem Stammbaume des Gottfried F'reiherrii vou Stadl, — entspross Hanns Jakob (f 21. 5. 1560) aus Jakobs Ehe mit Anna von Khaguiireith und blieb, vermält mit Magdalena, Tochter des Georg Gienger zu FJnseck und der Magdalena von Ilsung. nicht kinderlos, wie I lohencck berichtet Sein Sohn Hanns, der 1590 an der Freihcrru-staudserhebung des Vetters Hanns Jakob 11. partieipirte, nahm Felicitas, des Christoph Tcull und der Susanna vou Weispriach Tochter, aar Gemalin und erzeugte mit dieser, vielleicht uebeu anderen Kindern, den Sohn Hanns Christoph, welcher der Römisch Kaiserlichen Majestät Hof-kriegsralh, auch Stadt-Obrister zu Wien wurde uud sich mit Anna Maria F'reiin von Herberstein verehelichte. Der Letzteren Tochter Susanua Katharina wurde die Gemalin des Fcrdiiiaud F'reiherrn von Stadl; ob sio Brüder hatte und ob sich die Deseendenz ihres Urgrossvaters Hanns Jakob auch später noch fortgesetzt hat, konnte ich nicht erfahren. Georg, des Jakob anderer Sohn, Hess sich mit einer Schwester seiner Schwägerin, mit Katharina Giengerin trauen, mit welcher er den Sohn Hans Jakob IL erwarb, der mit kaiserl. Diplom d. d. 13. 6. Ii.-'JO in den Frei-herrnstand erhoben und unter dem 14. 5. 1592 zum Landeshauptmanns iu Oe. o. d. Ens ernannt wurde, als welcher er sich während seiner zehnjährigen Amtswirksnin-keit und vorzüglich um die Gegenreformation hervorragende Verdienste sammelte. Er hatte sich zu Wien am 29. 1. 1580 mit Susanna Freiiu vou Tobar zu Ennzersfeld, in zweiter Ehe zu Ens am 11. 2. 1590 mit Ursula F'ugger, F'reiin zu Kirchbcrg und Weissenborn (f 4. 6. 1602), des Hanns Caspar F'reiherrn von Meggau Wittwe, vermält, hinterliess aber nur von der Letzteren eine Tochter Elisabeth Catharina, welche am 21. 4. 1619 ihre Heirathsabredo mit Budolf Grafen und Herrn zu Sprinzensteiu schloss. Nach Hanns Jakoh's am 10. 10. 1602 zu Greinburg erfolgtem Tode wurde letzterer Besitz au F'erdiuand Helfricd. F'reiherrn von Meggau verkamt. Wie die Matrikel besagt, wären schon Georg und Hanns Jakob I. 156 < und 15-5 als Mitglieder des o. d. Eschen llerrenstandes eingetragen gewesen, eine offenbar unrichtige Angabe, denn Hanns Jakob war damals gar nicht mehr am Leben und Georgs Sohn Hanns Jakob II erlangte erst 1590 den F'reiherreiistand. — Uebri-gens ist nach einem im Landesarchivu zu Linz verwahrten Attest; der Verordneten der Landschall in Oe. o. d. E. d. d. 10. 9. 1761 die Familie der F'reiherrn von Löbl im Jahre 1596 dem Herrcnstande einverleibt worden. 18S OBEBÜSTEEBEICHISCHEE ADEL. (Deutscli-Ordcns-Central Archiv zu Wien; Akten im Landesarch.; H.; H.-M.) Ei«Ji. (Taf. 55). Wappen: Ein Stern. (Nach dem ('riginalsiegel Dyetmar des Löher, Olinnring'schcn Burggrafens zn Ticrn-stein an seiner Bestätigung für Kloster Wilhering über den Empfang einer Abschlagszahlung für dnreh dieses Stift erkaufte Güter zu Ternbach und Baut, d.d. 21.12. 1846. Derselbe Schild ist in der ß.-M. abgebildet. Stiitsarchiv Wilhering). In der ständischen Matrikel findet sich die Eintragung: Dietmar von Loh lebte 1297 uud war als Mitglied des Bitterstandes anerkannt. Es ist allerdings richtig, dass einer dieses Namens um dio gedachte Zeit in Oo. o. d. E. lebte. — Dio Verleihung des Hofes von Dürrenaschach durch das Kloster St. Nicola an Wernhard den l.crbühler am 28. 7. 1270 bezeugte dominus Ditmarus miles de Loh; ebenso bezeugte derselbe zu Seitenstetten, 10. 3. 1275, einen Vergleich Gundackers von Starhemberg mit dem dortigen »Stifte, zu Linz am 15.7.1280 dio Anerkennung des Gcrichtsbarkeit-Ecchtes der Aebtissin von Tranukirchen durch den Markgrafen Heinrich von Höchberg, Hauptmann ob der Ens, am 24. 2.1201 einen Lehensbrief des Abtes Chunrat von .Lambach an Heinrich von Hovarn, im Juliro 1800 einen Lehensbrief Gnndackers von Starhemberg an Ulrich von Wcidenholz. — Das letzte Mal kommt Herr Dietmar als Spruchmann iu einem Gcrichtsbriefe für Kloster Lambach am 21. 3. 1305 vor. Da dcrselbo gleich bei seinem ersten Erscheinen mit dem Ehrentitel Dominus auttritt, vorher „Loher,■ die zu ihm in verwandtschaftlichen Verhältnisse gestanden hätten, nicht zu linden sind, so sind billiger Weise Zweifel darein zu setzen ob der Name von Loh, oder von Loch, wie Dietmar anch geschrieben wurde, als dessen ursprünglicher Familienname zu betrachten sei und die l-'rago bleibt offen, welchem Geschlechte der Vorgenannte angehörte. Ebenso unentschieden ist es, ob der Eingangs erwähnte Chunring'schc Burggraf vom Jahre 1340 von des älteren Dietmar v. Loh Descendenz oder Stamm gewesen ist, da ausser der Gleichheit des Tanlhninens gar keine Anhaltspunkte für eine solche Annahme bestehen. Ein Gleiches gilt von l'ertoldns de Lohe, der zu Ebelsberg 1272 einen Pfandbrief Harlnids und Ulrichs von Traun bezengto, von Chunrat dem Loher, welcher zu Kammer 25. 8. 131!) in einer Jahrtagsstiftung des Grafen Chnnrat von Schannberg unter den Zeugen steht und von Ulrich, .Ottakers snu v.m Loch in der Kirchborger Pfarre," welcher am 15. 12. l.'Jßii an Heinrich den Böselhol'cr ein laudesfürstliches Lohen in der Pfarre Grcbnick und ein Wallseer Lehen in der l'farro Kirchdorf verkaufte. (Stiftsarchiv zu Wilhering; U.-B.; Ii.-M ). IionNtorf. (Taf. 55). Wappen: I. Drei, je aus den beiden Oberecken nnd dem SchildcsfusBo kommende im Dreipass aneinander gefügte Spitzen. (Nach dem Originalsiegcl Ulrichs I. von Lonstorf an seinem unten näher bezeichneten Briefe vom 25. 2. 1201. Denselben Schild führte Heinrich II. v. L. in seinem Siegel am 25. 1. 1275 und Heinrich IV. am 20. 7. 1342; Stiitsarchiv zu St. Florian. — Im alten Siebmacher, wo dieses Geschlecht fehlerhaft als bayerisches genannt ist, erscheint der Schild silbern, dio Spitzen roth, als Kleinod ein wie der Schild bezeichneter Köcher, besteckt mit einem Busch von silbernen und rothen Fo-dern; Decken: roth-silbern). — II. Dreimal rcchtsseiten- gespitzt. — Kleinod: Halbkreisförmiges, nn seiner ßuii-dung mit sieben Hahnentedcrbüsclion bestecktes, wie der Schild bezeichnetes Schirmbrett. (Nach dein Original-siegel_ Otto's II. v. L , Bruders des vorhin genannten Heinrich II., an der unten benannten Urkunde vom 24. 4. 1331: denselben Schild führt Ulrich II. am 28. 2 1856. Stiftsarchiv zu St. Florian) — III. Schild wio vorhin. — Kleinod: Kopf nnd Hals eines Schwan. (Nach dem Originalsiegcl Otto's III. V.L. an dem Briefe vom 0 1.1328. Stiftsarchiv zu St Florian. Im alten Siobmacher ist der Schild von Blau nnd Silber fünfmal rechtsscitengcspitzt; als Kleiuod ein anf dem Helm stellender silberner Schwan). Dio Vesto Lonstorf unterhalb Linz, nun längst vom Erdboden verschwunden, ist das Stammhaus dieses gleichnamigen, ansehnlichen Geschlechtes gewesen. Als Erster kommt Ugo von Lonstorf vor. der zn Ebelsb rg am 14. 7. 1107 einen Brief des Bischofes Abono von Passau an das Kloster Wilhering, am 17. !). 1174 die Bestätigung des Herzogs Heinrich von Bayern und Sachsen über dio von den Vorfahren des Letzteren dem Stifte Kremsmünster gemachten Schenkungen bezeugte. Heinrich I und Ilud-ger v. L . der nur einmal, um das Jahr 1210 in einer Passauer Urkunde auftritt, könnten Ugo's Söhne gewesen sein. Heinrich I., Zeuge in zahlreichen von den Bischören von Passau ausgehenden Briefen in dcrZeit von 1188 bis 1220 unter den Ministerialen des Bisthums und am 29.7. 1204 als Truchsess dieses Hochstiftes, hatte die Söhne Ulrich I. Siboto und Arnold, denen mit aller Wahrscheinlichkeit noch jener Otto von Lonstorf (f 10. 4. 12ö5) als Brnder zuzuzählen ist, der, ein Mann von hoher politischer Begabung. 1254 auf den bischöflichen Stuhl von Passan erhoben, dio Landeshoheit des Hochstiftes mit Geschick zu sichern und zn erweitern wussto, dio Uebermacht der Vasallen durch Einziehung erledigter Lehen eindämmte, die Vesto Wesen, 1259 die Veste Haichenbach von Wok von Bosenberg in seine Gewalt braebte, die passau'sclien Urkunden in dem nach ihm benannten Codex Lonsdorflanns sammelte und mit weiser Hand regierend, die ersten Landtage abhielt, 30 den merkwürdigsten vom Jahre 1250 in der Ilzstadt, wo das im Lande der Abtei seit alten Zeiten bestehende Gewohnheitsrecht festgestellt worden ist. Sein eigen Geschlecht ehrte ihn, den Namen Otto von Generation auf Generation vererbend. Ulrich I., vermutlich Otto's ältester Bruder, bezeugte bereits am i9. 4. 1*27 zu Passan die durch Bapoto von Ortenburg erfolgte Uebergabo von Viechtenstein an das Bisthum, auf dessen Seite er in der stürmischen Zeit des Bischofes Budeger im Vereine mit Hadmar v. Wesen, Chnnrat Ii. v. Valchenstein, Ortolf v. Wahleck, Walther und Pijgrim v. Tannberg 1240 und in den folgenden Jahren im Kampfe gegen dio gewaltigen Marspacher nnd deren Genossen stand Er erscheint, meist gemeinsam mit seinem gleich angesehenen Bruder Siboto, in der Folge in vielen hochstiltischcii Urkunden nnd dort in der Zcugcn-reihe vor den Traun, den Falkenstein, den Hartheimern, den Tannberg, bezeugte zu Wels am 10. 2. 1241 die Be-lchnung Alber's von Chunring durch den Bischof Budcgcr mit der Veste Stoyrogg, 1255 die durch den Biadhof Otto vorgenommenen Uebergabo der Burghut zu Eferding an Chunrat von Harthcim, am 10. 1. 1257 den Lehensrevers des Wok von ßosenberg an den nämlichen Kirchenfnrsten und stiftete noch zu Ebelsberg am 25. 2 1201 mit einem Gute zu Wampach, einem zn Zeiochant nnd einem An-thoilo an dem Gute zu Wirthscliaftspergc nach ,St. Florian ein ewiges Licht und einen .lahrtag znm Seelcnheilo für seinen Vater Heinrich, seine Hausfran Iiichza und für sich selbst. Hoch an Jahren dachte er um diese Zeit an seinen Kachlass; am 4. 8. 1201 genehmigten seine Brüder Arnold nnd Siboto das Vermächtniss, mit welchom er dem Kloster St. Florian seine Güter zu Jochand vor- OBEKÜSTEBBEICHISCHEB ADEL. 189 schaffte. — Dass Ulrich I. Descendenz hatte, lässt sich urkundlich nicht erweisen, es wäre denn, dass zu dieser jene mit dem Tanfnamen unbekannten Lonstorfer gehört hätten, welche in den Jahren 1335 und 1842 als zu Si-mibelkirchen gesessen verkommen. Sein Brudor Arnold erscheint zuerst am 28. 2. 12S0 in einem vom Bischöfe Gebhart von Passau bestätigten Vertrage zwischen dem Kloster St. Florian und Dietmar von Engelpoldsdorf, bezeugte gemeinschaftlich mit seiuen Brüdern Ulrich und Siboto zu Ebelsberg am 4. 1Ü; 1258 einen Spruchbrief des Bischofes Otto für das Kloster Kremsmünster uud kommt zuletzt in der oben benannten Urkunde vom 4. 3. 1261 vor. Dass er vermält gewesen nnd Leibeserben hatte, ist nicht zu finden. Dom vierten Bruder Siboto begegnen wir erst im Jahre 1211 in dem Passau'schen Lehensbriefe an Alber v. Chunring wegen Steyregg. Er führt liier bereits das Ehrenwort Dominus und ist in den folgenden Jahren gleich seinem Bruder Ulrich Zeugo in vielen hochstiftlichen Urkunden. Zu Velden am 27. 6. 1272 bezeugte er die Unterwerfung des Zavis von Falkenstein unter den Bischof von Passau. nahm zu Ebelsberg im selben Jahre von Hartneid v. Traun und dessen Sohne Ulrich dio Hälfte der Besitzungen derselben an der Traun zn Pfände und liess sich am 25. 1.1275 von seinem Sohne Heinrich (IL) eine Schenkung und Stiftung nach St. Florian besiegeln. Dies die letzte Urkunde, welche von ihm Zeug-niss giebt. Von seinen drei Söhnen, Heinrich II., 31 einhart uud Otto II. kommt Meinliart gemeinschaftlich mit dem Bruder Heinrich nur einmal, im Jahre 1272, gelegentlich der Verpläudung der Trauu'schen Güter au den Vater Siboto vor. Otto II. fuhrt bereits bei seinem ersten urkundlichen Auftreten um das Jahr 1282. — zu dieser Zeit die Ueber-gabe der Hube in Wenpach durch die Brüder von Wesen an Chunrat von Capellen bezeugend, - den Titel „Herr •. Er sass auf seinem Hause zu Ens, trat am 6. 1. 1323 dem Kloster St. Florian ein Gut „an dem Flecke" gegen ein anderes bei Flns ab, bezeugte unter den Siegeln seinor Vettern (richtiger Neffen) Ottos III. und Ulrich's IL v. L. am 4. 7. 1323 einen Pfandbrief des Bernhard Jesnitzer au Chunrat von Humbrechtsried, gab am 24. 8. 1827 als „Ott Lonstorfer der alt zu Eus gosezzen" mit Willen seiner Hausfrau ..Frauen Boitzen" und seines Sohnes Otto eine Hube in der Plarre Hargelsberg nach Kloster Garsten, verbriefte am 24. 4. 1881 als .Ott hern Sey-bots son von Lonstorf" dem Gotteshause zu St. Florian das Eigenthumsrecht des durch ihn gegebenen GUtleins „Aich ob der Strasse" zu Kurzenkirchen und stiftete am 28. 6. 1338 im Vereine mit seiner Hausfrau Koitz und seinem Sohne Otto (IV.), Domdechanten und ' Chorherrn zu l'assau. den Hof zu Anger, Pfarre Neukirchen, zu einem Seclgerätlie nach St Florian. Er dürfte zur Zeit dieser seiner letzton Urkunde nahe an 80 Jahre alt gewesen sein. Ausser Otto IV.. welcher am 19.8.1343 die Abtretungsurkunde des Kapitels von St. Nicola und des Pfarrers von Grieskirchen an Eberhard von Wallse über die Kapelle zu Gallsbach bezeugte, sind anderweitige Söhne Otto s 11. nicht zu linden Das Lonstorler Haus zu Ens wird noch im Jahre 1355 genannt. Heinrich II., nach (lern Namen seines Grossvaters getault, wohl der älteste Sohn Siboto's, hatte schon am 11.4 1269 zn Ebelsberg den Verkauf des Schlosses 31 ars-bacli durch Ortolf v. Marsbach an Bischof Peter von Passan bezeugt. 1272 den erwähnten Traun'schen Pfandbrief gesiegelt .und sass auf seinem Schlosse Zierberg an der Krems in der Florianer Pfarre Ansfelden, nach dem er sich zeitweilig auch nannte. Seine erste Ehewirtliin hiess Alheid, die zweite Agnes; Heinrich III., Otto II., Ulrich II. sind seine Söhne gewesen, eine Tochter ward an Heinrich von Bor vermält. Vom Jahre 1272 an wird IV. 6. er .Herr- genannt. Am Lichtmesstag 1280 beurkundete „Heinrich von Zierberg genannt der Lonstorfer" den Verkauf eines Gutes zu Pasching an Kloster Wilhering. gab am 25. 1. 1283 im Vereine mit seiner Hausfrau Alheid dem letztgenannten Stifte das Eigeiithumsrecht an dein Hole .Posshoue", sandte zu Linz am 5. 2. 12*7 gemeinsam mit seiner zweiten Hansfrau Agnes und Chunrat von Sumerau die Ansprüche auf das Haus zu Luftenberg dem Herzoge Albreclit von Oesterreich auf, brachte im Jahre 1300 durch Kauf von Düring dem Piber den Hof zu Lugheim an der Ipf (in der Gegend von Lonstorf, an sich und bezeugte im Vereine mit seinem Sohne Heinrich am Nuujahrstag 1317 einen Brief Ulrichs von (iriinburg uud Dietmars von Lobensteiii an das Kloster St. Florian. In dem Pfandbriefe Ortoll' des Aspeck an dieses Stift d. d. St. Florian 4. 5. 1317 stehen unter deu Zeugen: „her Hainrich von Lonstorf, Heinrich, Ott, vlricli sein svn". — Im Jahre 1323 waren der Vater Heinrich II., dessen Hausfrau Agnes, der Selm Heinrich III. und dessen Ehewirtliin Agnes nicht mehr am Lcbuu, wie diess aus einer Urkunde der beiden anderen Söhne, Otto's III. und Ulrichs II , d. d. St. Florian 6. 1. 1323 hervorgeht, womit diese eine Stiftung ihrer seligen Mutter Agnes, ihres verstorbenen Bruders Heinrich, dessen Gemalin und deren „Chiudel" l'iir das Stift St. Florian bestätigten. Zur Nachkommenschaft Heinrich's III. kann als Sohn wohl nur jener vierte Heinrich gehört haben, dessen Hausfrau Alheid in ihrem Streite mit Ehrentraut, Bugers von Mölln Wittwe, zn Steyr am 19. 3. 1335 vom Herzoge Otto von Oesterreich und Steyr das Lehen zu 3lollu und die Hube bei der Kirche daselbst zugesprochen erhielt. Die llnbe wurde um 29. 7. 1842 durch Heinrich uud Alliaid an Buger den Haiden versetzt Otto III. folgte seinem Bruder Heinrich III. bald in's Grab. Am 12. 7. 132s fügte sich Ulrich IL dem Spruche von vier Schiedsrichtern, darunter .her Ilaynrich von Kor seiner swester wirt," wodurch der Weingarten zu Königstetteu, den sein Bruder Otto, „dem got gnad* au Kloster St. Florian gegeben hat, diesem Gottesliauso zugesprocheil wurde. Mit Ulrich IL. welcher im Jahre 1354 unter den Siegeln seiner Oheime, Stephan vou Hohenberg und Gundacker von Bor und seines Vetters des Lonstorfer zu Simibulkirchen, den llof zu Musching unter (lein Schlosse Zierberg, Pfarre Ansfelden zu einem Seclgerätlie nach St. Florian gab und am 23. 2. 1356 im Vereine mit seiner Hausfrau Anna an Janns von Aerndorf drei Viertheil von dem Hofe zu Lngheim u. d. Ipf verpfändete, schliesst die uns bekannte Stammreihe diesen Geschlechtes ab, welches dumungcuclitot zu letztgedac.hler Zeit noch nicht erloschen war, denn noch um 31. 10 1365 verpfändete Hanns der Zauchinger eine Hube in der Pfarre Sierning „dio Lehen ist von dem gnädigen Herrn von Lonstorf zu Sinbelehiiichen". Ueber die mögliche Abstammung dieser letzteren Lonstorfer von Ulrich i. wurde schon oben gesprochen Nicht unterlassen kann ich an dieser Stelle auf meinen Artikel über die Hartheimer zurückzugreifen und darauf hinzuweisen, dass l'erchtold III. (IV.), f c. 1332, welcher auf seinem Epitaph zu Wilhering nicht das Hart-hehn'sche Wappen, sondern den Lonstorfer Schild führt, wahrscheinlich letzterem Geschlcchte und nicht den damals schon erloschenen Hartheimogi angehörte. Nicht nur das Wappen allein, sondern auch der Umstand, dass sein Vater Berchtold vom Stille St. Florian einen Hof zu Kleinmünchen, also in aller Nähe von Lonstorf zu Lehen trug, dass des Letzteren gleichnamiger Sohn und dessen Bruder Chunrat wiederholt in Florianer Urkunden nnd im Vereine mit den Lonstorfern auftreten, und dass uns von dem vermält gewesenen Ulrich L v. Lonstorf und von Arnold v. L. verlässslicher Weise keine Descendenz be- 48 190 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •190 kannt ist, diese aber wohl vorhanden gewesen sein kann, geben der Vermnthnug über die Abstammung dieser Hart-lieimer von den Lonstort'ern hinreichenden Spielraum, eine Vermuthnng, die sich anch ant' den. ebenfalls in inoiuem Artikel über die Hartheimer genannten, den Lonstorfer Schild führenden Ulrich Mariehstein erstreckt, der seit Allerheiligen 1427 in der -t. Laurenzkirche zu Ens, wo einst auch die Lonstorfer hausten, begraben liegt. Hartheim jedoch, das nach dem, um 1320 lieiinge-gangenen, gleichnamigen Geschlechte die Steinpöcken belassen, von denen es vor 1323 Espeiu von Haag erkaufte, können die Lonstorfer nicht von den Schaunbergern zu Lehen getragen haben; sie sind dortselbst wohl nnr Hintersassen gewesen in weitem Abstände zu dem hoben Ansehen, das Bischof Otto, Ulrich I. und Siboto vordem genossen hatten. (Stiftsarchiv zu St. Florian; U.-B.; Strnadt-Velden; Lamprecht's topogr. Matrikel von Oberöst.; Alter Siebm.;, Ii4»Mt!iii«teiu. (Taf. 55, 56;. Wappen: I. Ein Panther. — Kleinod: Hörnerpaar sammt Ohren. (Nach dem Epitaph Berchtolds 1., f 1355, in der Losensteiner Kapelle zu Garsten ■. — IL In Blau der Panther silbern. (Dietmar I1L im Wiener Mi-noriten-Necrolog). — III. In Blau der Panther golden, aus Bachen nnd Nüstern Flammen sprühend. Wappen einer Tochter (iucdackers III. oder 1\'.. Gemalin Heinrichs v. Prunn im Wiener Minoriten-Necrologi. - IV. Ein gehörnter Panther, aus Bachen uud Nüstern Flammen sprühend — Kleinod: Hörnerpaar sammt Ohren dazwischen der Panther wachsend. (Nach dem Epitaph Florians v. L. zu Garsten. Den gehörnten und flammensprühenden Panther führte bereits Florians Urgrossvater Gundacker IV.). — V. In 31au ein feuerspeiender, roth gehörnter, goldner Panther mit Büffelhufen an den Hinterfüssen — Kleinod: Halber Panther zwischen schwarzen Hörnern. Decken: blau-golden. (Nach Grünenberg im N. S. Hoher Adel*. — VI. Geviert. 1 u. 4 in Schwarz der Panther wie vorhin. 2 und 3 in Roth ein von Gold und Blau schrägliuks getheilter, gekr. Löwe (Schallaburg; dieses Feld führten vorher aus demselben Anlasse die Zelking). — Zwei gekr. Helme: 1. Der Panther wachsend zwischen schwarzen mit gestürzten goldenen Lindenbliit-tern bestreuten Hörnern. 2. Geschlossener rother ebenfalls mit gestürzten goldeuen Lindenblättern besäeter Flug. Decken: durchaus blau-golden iN. S. Hoher Adel. Höh. bringt auf beiden Kleinoden die Lindenblätter nicht gestürzt. Letztere fehlen an den Hörnern des ersten Helmes in der H.-M. - Dieses vermehrte Wappen führte zuerst Georg Achaz Graf v. L. (f 1653). Der Grafen- und Filrstenstand wurde dem Geschlechte sine armis er-theilt). — Es ist die Sage von der Abstammung der Starhemberg und Losenstein, von dem letzten, unbeerbten, steiri-schen Herzog Otakar eine so offenkundige Fabel, dass hierüber kein Wort weiterhin zu verlieren sein dürfte. Die Vorfahren des, diesen beiden Geschlechtern gemeinsamen Stammvaters sind unter jenen Gundakaren zu snchen. die in den Jahren 1100 bis 1140 als Ministerialen der steirischen Markgrafen erscheinen. Mit Gundacker I. und dessen Gemalin Bicheza von Steinbach, die nm das Jahr 1190 unter der Zeugcnschaft ihres Eheherrn und ihrer Söhne Gundacherus und Dnringus nach Garsten stiftete, beginnt die Stammroihe, nnd zwar mit Gundacker dem Jüngeren jene der Starhemberg, mit Duringns die der Losenstein. Es wird kaum nothwendig sein zu erwähnen, dass die von dem Freiherrn von Hoheneck und Wissgrill dargestellten Filiationcn vollkommen fehlerhaft sind nnd jeder urkundlichen Begründung entbehren. Doch nur der älteren Gei.ealogio der Losenstein soll, so viel es spärlicher Baum gestattet, an dieser Stelle gedacht sein Die ersten Generationen führten abwechselnd die Namen „von Steyr* und „von Losenstein" und schon Duringns tritt in einer Tradition nach Garsten um 1190 als „de Losinstaine" auf. Zn Gleink am 24. 4. 1223 bestätigte Ekbert Bischof von Hamberg verschiedene Schenkungen seiner Vorfahren an das Kloster Gleink; unter den Zeugen: Gvndaeherus, Ditmarus fratres de Styre. — Gundakarus filius Duringi de Styra bezeugte zu lvrems 14. 6 1224 den Gütertausch Herzogs Leopold VII. mit dem Kloster Gleink. — Ditmarl erwarb die Söhne Gundacker III., Düring II., Otto. Ulrich und Dietmar II. G. 1245, Otto v Steyr sendet dein Bischöfe v. Freising fünf Güter zu Klaus uud Oed auf: Zeuge: Sein Bruder Dnringus. — Gleink. IS. 10. 1252, Heinrich Bischof v. Bamberg bestätigt dio Rechte und Freiheiten des Klosters Gleink; Zeugen: Ditmarus de Styria et filius suus Ditmarus. — Steyr SO. 4. 1254, Otto v. Steyr schenkt zu seinem Seelenheilo dem Kloster Gleink ein'Gut genannt „im Thal;" Zeugen: Ditmarus de Stiria et filii sui Ditmarus. Duringus. — In castro Striie. 27. 1. 1275, Poppo von (irünenburch, verzichtet auf die Vogtei über die Kirche zn Hadershofen zu Gunsten des Klosters Gleink; Zeugen: Gvndakorus Ditmarus, vlricus fratres de losenstaeine. - 9 2. 1300; Otto von Steyr giebt die Lehen Chunrat des Dringer an dessen Hausfrau. Zeugo: Herr Gundacher von dem Losen-stain. In der nächsten Generation erscheinen zehn Geschwister: Gundacker IV., Perchtold L, Hertneid. Rudolf, Dietrich L, Ludwig, Dietmar III., eine Schwester, 1336 Wittwe nach Seibot v. Volkenstorf. eine Schwester, 1345 Gemalin Alber des Burggrafen von Gors, nnd Anna, 1355 Eberhards v. Wallse Hausfrau. — Hoheneck sagt Dietmar II. habe den Stamm fortgesetzt uud wäre dieser demnach der Vater der Vorgenannten, eine Behauptung, welcher nicht nnr Bedenken entgegen stehen, sondern die Bich auch mit aller Sicherheit widerlegen liisst — Abgesehen davon, dass sich Gundacker III., mit Ausnahme eines einzigen Falles iu seinen jungen Jahren, stets „von Losenstein" nannte, welcher Name in der Folge dann ausschliesslich geführt wurde während sein Bruder Dietmar II. meist „von Steyr" geschrieben ward, spricht auch dafür, dass nicht Letzterer, sondern Gundacker III. der Vater Gundackers IV. und der neun Geschwister desselben gewesen ist, dor Umstand, dass Gundacker III. im Gegensatze zu (inndacker IV. als „der Alte" bezeichnet wurde, eine Benennung, die bei gleichen Tanfnameu meist den Zweck hatte den Vater von dem Sohne, viel seltener aber den Oheim von dem Nelfen zu unterscheiden. Doch nicht nur dies allein. Im Wiener Minoriten Necrolog findet sich in den alten Schriftzügen bei Errichtung dieses Buches zu Ende des XIV.. Anfang des XV. Jahrhunderts die Eintragung: Ibidem dominus Dietmarus de Loseustein filius domini Gnndacheri obiit XVI. Kalendas Jnlij. Dieser Dietmar kann nicht der erste Beines Namens, Sohn Dnrings, nicht Dietmar II., Sohn Dietmars 1., aber auch nicht Dietmar IV.. Sohn Gundackers IV. und zwar Letzterer desswegen nicht gewesen sein, weil er nach dem im Necrolog beigemalten Wappen den Panther noch in der alten Weise ohne Hörner und Flammen führt, während doch schon Gundackers IV. Epitaph das in dieser Weise gebesserte Schildesbild aufweist. Es muss also der bei den Minoriten zu Wien bestattete Dietmar ein Aelterer als der Vierte und er kann nach Obigem nur Dietmar III., mithin ein Sohn Gundackers III. gewesen sein Seine Bestattung zu Wien bei den Minoriten liegt um so näher, als er, wie in dor Folge gesagt werden wird, auch in Nieder-Oestorreich, — zn EabenBtein, — begütert war. — OBEBÜSTEBBEICHISCHEB ADEL. 191 Also Gundacker III. und nicht Dietmar II. war der Vater der oben genannten zehn Geschwister.} Am 15. 7. 1317 ist Gnndacherus senior de Losenstein Spruchmann in dem Streite des Abtes von Kremsmünster mit Hertueid v. Trann gewesen. — Am 15. ö. 1820 bezeugt Herr Gundacker der junge von Losenstein einen Verkaufsbrief der Brüder von Bor zu Leoustein au Kloster St Florian. — 29 7. 1324; Verzichtsbrief des Otto Hurnein und des Ulrich Algerstorfer; Zeugen: Herr Gundacker, Herr Perchtold, Herr Hertueid nnd Dietrich losenstainer. -4. 5. 1336; Brief Heinrichs uud des, inzwischen verstorbenen. Seibot v. Volkcnstorf an das .-tift St. Florian; Siegler: Hertueid von I.usenstein ..des Seibot wytib reh-ter Prueder" — 2. 4. 1339; Gundacker, Perchtold. Hertueid Budolf, Dietrich und Ludwig v. L. stiften mit dem Gatterhof bei, Kechherg einen Kaplan in der Kirche zn Losensteiu. — Wien 19. 1. 1345; Bevers Alber des Burggrafen v. Gors an Weichart v. Winkel: Siegler: Albers Schwäger, die erhern Herrn Gundacker, Perchtold. Budolf und Dietrich die Brüder vou Losenstein. — 9. I 13->l; Perchtold v. L. stiftet im Einverständnisse mit Dyetmar v L. und aU' den anderen Brüdern zwei Jahrtage nach Garsten mit dem Ziegelhofe bei Steyr — 22. 2. 1365; Eberhard v. Wallse. Hauptmann ob der Ens uud seine Hausfrau Anna stiften ein Frauenkloster in ihrem Hanse zu Schlierbach; Siegler: Seine liehen Schwäger Perchtold und Dietrich v. L. Von den vorgenannten Brüdern soll Budolf, welcher einen Antheil an der Veste Freundsberg in Steiermark lehensweise inne hatte, nach Höh. einen Sohn Peter gehabt haben, den ich jedoch nirgends urkundlich fand. Perchtold L, welchem Herzog Albrecht zu Wien am 20. ö. 1354 Babenstein in N.-Oe. verpfändete, welche Veste dauu auf Perchtolds Bruder Dietmar III. übergieng, vou dem sie mit Herzog Albrechts Bestätigung d. d. Wien 11. 4. 1856 der Burggraf von Steyr Hanns der Scheckh einlöste, starb im Jahr 185:") Sein Epitaph zu Carsten führt die Inschriit: Anno Domini. mccclu.in crastiuo. beati.larency.perchtoldvs.de losenstaiu obiit. Perchtolds Hausfrau hatte Margret geheissen nnd der jüngere Perchtold, der geistlich wurde dürfte wohl dieser Beiden Sohn gewesen sein. Hertneid. I3.'i2 todt, hatte eine Schwester Heinrichs von Pottendorf zur Hausfrau, und die Kinder: Dietrich 11.. Budolf IL, Hertel (Hartneid III;. Elspet, Gemahlin Heinrichs von Neitberg uud eine zweite Tochter, Gemalin Heinrichs vou Wallse. Leibnitz, 30. 11. 1329; Friedrich Erabischof von Salzburg belehnt „die edlen lentlr' Budolf und llertnid Brüder vou Stadcck und Hertnid, Ludolf, Dietrich und Ludwig Brüder von Losenstein, um ihrer Treue und ihres Dienstes willen mit der Burg „vriuntsperch" an der F'eist-ritz. — Wien, 4. 4. 1364; Paul Bischor von Freising bestimmt, dass für den F'all als Herr Dietrich v. L. nnd sein Sohn Dietrich ohne männliche Erben stürben, die F'reisinger Lehen, auf deren Töchter erben sollen. - 24. 4. 1850: Perchtold v. L. stiftet zwei Jahrtage nach Gleink mit dem Gute Hag in der Haidersdorfer Pfarre, den einen für sich und seine Ilausfraa Margret, den andern für Gun-dacker seligen nnd dessen gleichfalls verstorbene Hansfrau Anna. — Passau. 27.8. 1358; Bischof Gottfried von Passau trägt dem Salzburger l.'horherrn Perchtold (11.; v. L. die Einsetzung eines Capitular-Professen auf der Probstei Su-ben auf. — 31. 5. 1363; Heinrich von Neitperg versetzt seiner Hausfrau Elsbeth, Herrn llartneids Tochter von Losenstein, dem Gott genad, die Dörfer Bor u. Buegers-torf in der Pfarre llartberg für ihre lleimstcuer, die sie zum Theil von ihron Brüdern Dyetreich (II.) nnd Bndolf (II.), zum Theil von Heinrich von Pottendorf „zu derselben meiner Hausfrauen Elzpeten seiner Schwester Tochtererhalten hat. — 1365 ; die Brüder Heinrich nnd Peter die Bitzenwinkler verkaufen dem Kloster Schlierbach die Miihle zu Michelndorf in der Pfarre Kirchdorf, die ihr Lehen war von Herrn Dietrichen und Herrn Bndolfen den Losenstai-nern. — Sl. 7. 1371; Dietrich, Bndolf und Hertel die Losenstein erverziebten auf die LehenBchaft der vorgenannten Mühle. — Linz, 5 5 1352; Heinrich der Junge von Wallse reversirt. dass er den Brief, worin seine Mutter, „dez erhern berrn hartneyden tachter seeligen von Losenstain" auf ihre Habe zu Gunsten ihrer Vettern (Oheime) Herrn Rudolfs (l.l und Herrn Dietrichs I. von Losenstein verzichtet, nächstens besiegelt schicken wolle. Von den drei Söhnen Hertneid's I. ist uns eine weitere Deseendenz nicht bekannt geworden, auch nicht vun Dietrich III. — Gundacker IV., welcher nach dem Jahre 1347 nicht mehr urkundlich erscheint, hatte, wie aus der obstchenden Jahrtagsstiftung seines Bruders Perchtold I. d. d. 21 4. 1350 zu ersehen, eino Hausfrau Namens Anna und waren er und seine Gemalin in letztgenanntem Jahre bereits verstorben. In der Loseustoiner Capelle zu Garsten beiindet sich noch sein Epitaph; das Todesjahr nach den Besten der Inschrift daran wurde im 23. Bande der Berichte des Wiener Alterthumvoreiues mit 1374 vermuthet, — irrthiimlich, wie aus dem Vorangeführten erhellet. Gundacker hatte im Vereine mit seinem Bruder Perchtold durch den Vcrmächtnissbricf Ottos vou Volkcnstorf vom 24. 4. 1347 das ihm schon vorher mit Bestätigung der Herzoge Albrecht und Otto d. d. 22. 12. 1338 verpfändet gewesene Landgericht ob der Ens, den Markt Neuhofen, den oberen Hof zu Schinusreut und das Haus zu Gschwend im Trauuviertel erhalten, welches fortan bei Gnndakers Deseendenz bis zum Erlöschen des Geschlechtes verblieb. Letzterer stand in des Hochstiftes Passau I'iensten als Landrichter zu Vehlen, als welcher er am St. Pancraz-tage 1387 den Brief über eino von Ulrich von Poxrukk Plarrer zu Velden daselbst gestiftete tägliche Messe besiegelte. Auch ao. 1344 dürfte er noch dieses Amt bekleidet haben, da er am 5 Februar des gedachten Jahres den Pfandbrief Ulrichs und Pilgrims von Tanberg an Sighart ab dem porg als Erster in der Reihenfolge siegelte. Am 24. 3. 1359 war .her Dyetmar von Losenstain zden mten phleger datz veldenals welcher er sich au diesem Tage in der Pfarrkirche zu Alten velden einen Jahrtag stiftete. Dieser ist uuzweilelhaft ein Sohn Gnndackcrs IV. gewesen und llartneid IL, Salzbnrg'scher Burggraf zu Tettelham, und Dietleib waren seine Brüder, später erscheint Dietmar IV ebenfalls als Salzburg'scher Burggraf und zwar zu Haibonberg. Wien, 9. 2. 1359; Herzog Rudolf IV. zu Oesterreich, Steyr. etc. gestattet den Brüdern Dietmar, llartneid und Dietleib die Güter, die sie von ihm zu Lehen tragen, untereinander theilen zu dürfen. - 24. 3 1359; Verkaufsbrief der Gebrüder Vischpecken an Chunrat den Grosshaupt über ein Lehen in der Rohrbacher Pfarre; Siegler: Herr Dietmar von Losenstain, Pfleger zn Velden. - Salzburg 16. 5. 1369; Herr Dietmar von Losenstein, Burggraf zu Halbenberg und llartneid von Losenstein, Burggraf zn Tettel-heiin, schlichten als Spruchmänner einen Streit deB Krz-bischofes I'ilgrim von Salzburg mit Karl Trauner. Vun diesen drei Brüdern starb Hartneid II., nach seinem Grabsteine zu Garsten im Jahie 1387, Agnes seine Hausfrau, — Hoheneck sagt sie wäre eine l'olheim gewesen, — aber achon 1380. Nach dem Abgänge dieser Generation war der beiden Vorgenannten Sohn Bernhard der einzige Repräsentant seiner Familie. Er nahm sich Anna, Heinrichs von Zel-king Tochter, zur (iemalin nnd Boll sich in zweiter Ehe mit Beatrix von Wähingen haben trauen lassen, doch ist in sein Epitaph zu Garsten neben seinem nur der Zelkin-ger-Schila gemeisselt worden, so dass Zweifel darein zu setzen wären, ob er tatsächlich zweimal vermält gewesen. 192 ÜBERÖSTERREICHISCHER ADEL. Anna brachte ihm die Anwartschaft auf die Herrschaft und Veste Schallaburg im V. 0. W. W. ein, welcher Besitz auch an seine Nachkommen gedieh. Zn Wien an sant l'angreten tag 1131 genehmigte Herzog Albrecht, dass Stephan von Zelking (Annan von Losenstein Bruder) seiner Schwester Elisabet, Wilhelms von Puchheim Hausfrau und des Herrn Bernhard des Losensteiner Sühnen und Töchtern Berthold, Rudolf Hertlein und Florian, Kathrein, Martha und Barbara die Veste Schallaburg vermache. Von den Vorgenannten wird dio Tochter Martha von dem Freiherrn von Hoheneck gar nicht genannt. Hinwieder kommt in dieser Urkunde der von Höh. bezeichnete älteste Sohn Bernhards, l'eter, nicht vor. Derselbo ist um diese Zeit jedenfalls schon gestorben gewesen und bereits im J. 141!) war der von Heinrich ven Zelking, Wilhelm dem Hewsler und Eberhart von Zelking bezeugte Heirathsbrief zwischen Wolfgang Streun von Schwarzenau und Anna. Herrn Petreins Tochter von Lo-senstein, errichtet worden. Die Fassung der obengenannten Urkunde Herzog Albrechts an Stephan von Zelking, lässt es sicher erscheinen, dass Bernhard von L. ebenfalls im Jahre 1431 schon todt war. während Hoheneck Bernhards Epitaph zu Garsten mit dem Todesjahre 1434 und zahlreiche andere Losensteiner Grabsteine bis zum Jahre 1344 zurück anführt, deren Inschriften wohl Alle gleich zweifelhaft sein dürften. Von den Söhnen Bernhardts wurde Berclitold, von dem keine männliche Descendenz bekannt ist eben so wenig wie von Peter, 1433 mit der Veste Liebenstein im Miihlviertel durcli den Bischof Leonhard v. Passau belehnt. Er soll den Herzog Friedrich in s gelobte Land begleitet haben und ist nach seinem Stein zu Garsten 1443 gestorben. Liebenstein kaufte 1457 Ulrich v. Starhemberg. Zu Wien an sant Afi'rä tag (7. 8.) 14."ii! vertrugen sich Hartneid (IV) und Florian Gebrüder von Losenstein, dann ihres Bruders Budolf Kinder, ihre Schwester Katharina. Ulrichs von Schäitenberg (sie!) Hausfrau, und dio Kinder ihrer Schwester Barbara, weyland des Lassla von Mairach (Sic!; Wittwe eines Theils, dann ihre Vettern Christoph und Albrecht von Putteudorf anderen Theils um dus Schloss Schallaburg und das Dorf lnzersdorf cum appertinentiis „so Herr Stephau v. Zelking hinder sein gelassen.- Rudolf v. L. war mithin in diesem Jahre schon todt. Florian noch aiu Leben, und nicht schon 1452 gestorben, wie die Inschrift an seinem Grabsteine gelesen worden ist. Hartneid IV., welcher in dem vorgedachten Jahre 1456 für sich und im Namen seines Bruders Floriun und der Kinder Rudolfs vom Könige Ladislaus mit der Herrschaft Leiten .Loscusteiiilcutbeu, belehnt wurde, erhielt Schallaburg. welches seine Söhne Christoph und Bernhard 11. an ihres Uheimes Florian Sohn Wilhelm vererbten, von dem die Linie zu Schallaburg uud Losensteiuleutliun abstieg, während Rudolf die Linie zu Gschwend begründete. Wilhelm, welcher von seiner Mutter Anna Auer von Prennberg dio halbe Herrschaft Gebelkofen bei liegens-burg ererbte, dazu er nach dem 1483 erfolgten Tode Christophs des letzten Auer die andere Hälfto erkauite, setzte seine Descendenz durch den Sohn Acliaz fort, dessen Enkel Georg Acliaz, Sohn des 15.'8 verstorbenen Christoph Herrn v. L., kaiserlichen Rcichshofrathes, (.wel- cher Gebelkofen um 1550 an Caspar v. Lerchenfeld vorkaufte), und der Christina Gräfin v. Munt fort durch seine Ehe mit Christina der letzten von Pergheiiu die Herrschaft Weidunholz im II ausruck-Viertel und das „Aigen" Waizenkirchen überkam, welch1 letztero Ortschaft K. Rudolf II. auf des neuen Besitzers eifriges Zuthnn unterm 11. 5. 1593 zu einem Markte erhob, dem Georg Acliaz am 2.~>. August desselben Jahres die Statuten ertheilte. Der Sohn Georg Christoph verkaufte nach dem Tode seiner Eltern, — Georg Achaz war schon am 5. 5. 1697, Christina erst am 1. 7. 1610 gestorben, — Weidenliolz an die llohenfelder. Die Linie erlosch mit Georg Christophe Sohne Georg Wolfgang im Jahre 16S:~>. Aus der älteren Linio wird Rmlolfs Sohn Georg 1478 als Viertel-Hauptmann im Hausruckviertel, 1491 - 1494 als Laudeshauptmann in Steiermark genannt. Sein Sohn Wolfgang Herr v. Losenstein und in der Gschwendt i f 1570) vermälte sich mit Elisabeth von Bos-covic und Czernahora, welche ihm vier Söhne gebar, von denen nur einer in den Stand der Ehe trat. Dietmar (f 20. 1. 1577), der am 10. Oktober 1537 bei EBsegg in türkische Gefangenschaft gcrathen war, dann der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, Laudrath in Oe. o. d. E., schliesslich, 1571 Landeshauptmann daselbst wurde, welches Amt er bis zu seinem Ableben versah. Wolf Sigmund (f 1026), kaiserl. Oberst - Hofmarschall, Sohn aus Dietmars dritter Ehe mit Helene Freiin von Herbcrstein, wurde d. d 25. f>. 1023 durch Kaiser Ferdinand II. in den Reichsgrafenstaud erhoben. Wolf Sigmunds Sohn Georg Achaz (geb. 1597, f anf dem Reichstage zu Itegensburg 25. 11. 1053), welcher zu hohen Ehren und Würden gelangte, kaiserl. Oberst-Jägermeister. Oberst-Stallmeister, dann Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse wurde, beerbte die erloschene Wilhelm'schc Linie, doch scheint Schallaburg nicht auf ihn übergegangen und vorher veräussert worden zu sein. Er schrieb sich 1051 Herr zu Losensteinleuthen, Gschwendt, Litschan, St. Peter in der Au, Gaiersberg und Süssenbrunn Er ist 1; mit Anna Maria Herriu von Volkenstorf if 1619), 2) mit Anna Katharina Freiin Seemann v. Mangern (t 1624) und 3) mit Franziska Gräfin von .Mannsfeld vermält gewesen. Nur der Sohn Franz Adam (geb. 30. 6. 1631) hielt Hochzeit, und zwar mit Maria Theresia Gräfin von Herberstein, die er mit cinor Tochter bei seinem im Duell mit dem Grafen Adam v. Kollonitz 1685 erfolgten Tode verliess. Sein jüngerer Bruder Franz Anton igeb. 1642). Bischof von Duricu i. p. i., Dompropst zu Passau und Ulmiitz und PropBt des Stiftes Alt-« letting, welcher schliesslich als einziger männlicher Sprosse die sämintlicheii Loseustein'schen Herrschaften und Güter in seiner Hand vereinigte und d. d. Wien 20. 12. 1690 mit dem Titel Hochgeboren in den Reiclisfürstcnstand erhoben wurde, bcschloss sein uraltes Geschlecht im Jahre 1692. Der grösste Theil seiner Besitzungen nnd Lehen, darunter vorzüglich Losenstein. Losensteeileuthen undGscliwcndt, gieng au den Fürsten Franz Carl von Auersperg, Sohu des Fürsten Johann Weickard ujnl der Maria Katharina geb. Gräfin von Losenatein, einer Schwester des Fürsten Franz Anton über. Schliesslich möge hier noch eino Stammtafel, bis zur Theilung des Geschlechtes in seine zwei Linien, ihren Platz finden: OBEEÖSTEBBEICHISCHER ADEL. 193 Gundacker I. de St;re, 1160—1193, nx. Richeza de Stainpaeh 1190. ' Gundacker, 1190—1224, Stammvater der Starhemberg. Düring I., de Styra 1190-1224, c. 1190 de Losinstaiue Gundacker II. de Styer, 1223 Dietmar I. de Styre, 1223-1254 Gundacker III. de Lo- Düring II. von Steyr Otto von Steyr senstein 1275-1817 1254 1245-1300 Ulrich von Losenstein Dietmar IL de Stvriä 1275 1252-1275, de Losenstein 1275 Gandacker IV. zu Gschwend, 1311 — 1347, 1337 Landrichter zn Velden, todt 1350, nx. Anna, todt 1350 l'erchtold I. zu Gschwend 1324-1354, 1354 zu Ea-benstein, -J-1355. ux. Margret 1350 Hertneid I. 1324 - 1339, todt 1352; nx. eine Schwester Heinrichs von Pettendorf £ Ba a I r< a p- 3= ■s" b ES 5 ff -t tt - s "B Ca M rü rr H es £ li- es i: <9 c-1 CD S - S w (V cn 5" — CS s: Sf-ä 3 g i £ 3«. J» 2. ® © ET CS < ;s = c. c ^ c en "w er B* b «1 O B E 2. B Z B S Ofe S jf 2 8 e-'a § Dietmar IV. 1350-1369, 1359 Pfleger zu Velden, 1369 Burggraf zu Halbenberg Hartnoid II. 1359, 1365 Burggraf zu Tettelheim, + 1387; ux. Agnes, f 1380 Diet-lcib 1359 Perchtold II. Chorherr zu Salzburg 1358 O ir -i » a 55?: B Bfl O 5-= sr EC a £T 2.ST J» c er es ei rt Bf 1-1 a. cr4 P —i h-1 1—< os a Ol H IN« a -- M es i—i CS OS r. es 1—1 GS H a g) 1 —1 - s 1 SS <-tm a' gl -I G, IC CO OD ei bO < < o B o B Dietrich III. 1364. Bernhard I., todt vor 1431, nx Anna von Zelking Peter, todt vor 1431 Anna, verm. 1419 mit Wollgang, Strenn von Schwarzenau Perchtold III. 1431, 1433 zu Liebenstein, t 1443 Budolf 1431 Hertneid IV. 1431, 1456 zu Losensteinlenthen und Schallaburg Florian 1431, t 1452 (?;; nx. Anna Auer von l'renn-berg Kathrcin 1481. 1-156 ux. Ulrichs von Schäftenberg Martha 1431 Barbara 1831, 1456 Wittwe nach Lasla von Mairach Georg. Linie zn Gschwend Christoph zu Losensteinlenthen uud Schallaburg Bernhard II. zn Lo- senstein-leuthen und Schallaburg Wilhelm, Linie zu Losensteinlenthen und Schallaburg. (U.-B.; Zclking'sche ßegesten, publicirt im Jahrbuch dor k. k. Gesellschaft Adler 1875 durch Friedr. Kern; Lichnowsky; Strnadt-Peuerbach u Velden; Wig. Hund; Pritz. Geschichte des Landes o. d. E ; 12. u. 23. Bd. der Berichte des Wiener Alterthum-Vereines; H.; VV.; N. S. Hoher Adel.) LiiilmumiMtlorf (Ludwcigstorf, zum -Stein, Ncnndling). iTaf. 56j Wappon: I. Zwei Pflngmesser, Schneiden auswärts. (Nach dem Originalsiegel Chunrat's von dum Stein an der unten benannten Urkunde d. d. 10. 9. 1359 im gräfl. Har-rach'schen Archive zu AMen). — II. Die Pflugmesser wie vorhin. — Kleinod: Die beiden I'flugmesser, hier jedoch mit den Schneiden einwärts. (Nach dem Epitaph der Margret, geb. von Eitzing, des Stefan v. Ludmanns-dorf Gemalin, t 1444, in der Othmarskirche zn Mödling in N.-Oe.). — III. Schild wie vorhin. — Kleinod: Hoher, gekrönter, mit einem Pfauenstutz besteckter Stulphut. (Nach dem Epitaph Ludwig's von Neundling, t 1893, zn Wilhering). — IV. 'Späteres Wappen des Ludmannsdorf, IV. 5. Geviert, mit geviertem Hcrzschild, dieser: a und d von Roth und Silber mit l'/i Zinnen gespalten (Rur;; b nnd c in Blau eine goldene Sonne. 1 und 4 iu Roth zwei aufrechte. abgekehrte, silberne Pfluguicsser 'Stammwappcnj. 2 und 3 in Blau ein silberner Wolf (Fuchs?; einen Prii- Sel (?) im Rachen haltend. — Drei gekr. Helme, davon er Mittlere mit einem Herzogshut: 1. Die Pflugmesser. Decken: roth-silbern. 2. Die Sonne mit einem kleinen, goldenen Krenzo besteckt. Decken: roth-silbern, blau-golden. 3. Der Wolf mit dem Prügel. Decken: blaugolden. (Alter Siebni. und Wissgrill. Es ist mir nicht bekannt geworden, ob dieseB Wappen der Familie anlässlich deren Freiherrnstandserhebnng, oder schon vorher verliehen worden ist). Die Ludwcigstorfer, der Name Ludmannsdorf hat 49 194 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. sich erst später ausgebildet, hatten ihre Ileimatli im Lu-merstorferhof, südwestlich von St. Johann am Windberg im Mühlviertel als wachsenberg'sche Dienstmannen. Dyetricus de Sancto Johanne cum filio suo chunrado bezeugte im Jahre 1209 den Tausch des Pfarrers Tiemo von Grammastetten mit Bndiger dem Piber. Chunradus de Sancto Johanne c. 1242 , den Gerichtsbrief Bueger des Piber-, seine Söhne waren Ulrich, Ludwig und Chnnrat dio Ludweigstorfer. Von diesen stehen „Lud-wicus ot Velricus fratres dicti de Ludwegstorf" im Jahre 1282 iu einem Tauschbriefe Espeius von Wöllstein an das Stift AYilhering. Ulrich erscheint mit dem Titel „Borr- am 24. 8. 1289 als Heinrich v. Schaunberg beurkundete, dass der Hof zu Melben, (Pfarre Aigen , welchen Saliuan v. Ludweigstorf sich zueignen wollte, dem Kloster Schlägl gehöre und kommt zuletzt am 19. 5. 1301 in einem Yerkaufsbriefe Heinrichs v Alharting au den Abt von Wilhering vor. Sein Brndor Chunrat war im Jahre 130(1 nicht mehr am Leben. Desselben Wittwe Gertraud bestätigte am 1. September dieses Jahres das Vermäclit-niss ihres verstorbenen Eheherrn über das Oberlehen zn „10" (Lach, Pfarre St. Peter im Mühlviertel). Der Brief wurde von Lndwig und Salman den Ludweigstorfern bezeugt. Diese Beiden, — Ludwig ist natürlich ein Jüngerer als der Erstgenannte. — dürften Brüder gewesen sein und erscheinen wiederholt nebeneinander Einen Ver-zichtsbriof Dietmar des Bieder und seiner Brüder zu Gunsten des Klosters Wilhering am 10. 8 1322 bezeugten Salmon nud Lud weich von Ludweigstorf. — Ao 1331 133") kommen Herwort nnd Charl die Ludweigstorffer vor. Sie bezeugten am 21. December letzteren Jahres eine Urkunde der Söhne Dietrichs v Enzeinstorf, durch welche dieso allem Kriege wegen des Hofes zu Pfaffenhofen bei St. Peter am Windberge entsagten. Ludweig iIII.j siegelte am 27.4.1355 einen Verkautsbrief Bugers v. Humbreclitsried, Burggrafens zu Ottensheim, an das Stift Wilhering. Zu derselben Zeit blühten die Ludwigstorfer in einer Linie zu Stein, jetzt Steinmühle zu St. Johann im Mühlviertel. Schon am 30. 6 1303 liatto Ulrich von dem Stain den Verkaufsbrief Bngers von Haichenbach an das Hochstift Passau gesiegelt Chunrat von dem Stain hängte am 10. 9 1359 an den Verkaufsbrief Pilgreim des Scliallen-berger an Peter v. Harrach, über den Hof zu Weigleins-torf Zeller l'farre, sein Insiegel, das die beiden l'llug-messer und dio Legende: S. Chvnradi de Ludwesig aufweist. — Ludweig auf dorn Stayn, welcher am 10.11.1348 einen Vertrag zwischen Hertel und Otto don Inderspeckun und dem Abte von Mondsee besiegelte, als „Ludweig auf dem Stein ze Pazzaw- am 21. 10. 1354 das Testament Chnnrat's v. Tanuberg bezeugte, am 3. 3. 1354 als Bich-ter zu Passau erscheint dürfte vielleicht auch identisch sein mit jenem Ludwig ob dem Stein, der noch am 13. 11. 1367 als Landrichter ob der Ens und Burggraf zu Linz einen Gerichts- und Spruchbrief zu Guusteu des Stiftes Lambach ausstellte. Hanns und Dietrich (iebrüder von dorn Stein verkauften 1384 den viorten Thoil des Sitzes zum Stein, damals nicht mehr passau'sches sondern schon österreichisches Lehen, und das halbe Dorf im Schlag, Pfarre St. Johann, an Heinrich v. Wallso. Ein anderer Zweig der Ludweigstorfer sass in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts zu Neundling, damals in der Pfarre St. Peter am Windberg, und führte nicht nur die beiden Pflugmesser im Wappen, sondern liatto selbst auch und zwar noch im Jahre 1456 don Ludinannsdorferhof, dann den Walchshof zn St. Johann, den Hof zu Eckartsdorf, ein Gut im Kasten und das Nioder-Pubnergnt (Pfarro St. Peter) inne, welch' letztere Besitzungen erst in den Jahren 1466, 1477, 1478 nnd 1480 an die Starhemberger zu Piihrnstoin veräussert wurden. — Ludwig dor Neundlinger ist im Jahre 1377 von den Herren von Wallso mit dor Veste Botteneck belehnt worden. Er war mit Klara von Trapp vermählt, starb 1393 und wurde, wie dann später sein Sohn Wilhelm, der auch Helfenberg im Mühlviertel inne hatte, zu Wilhering bestattet. Sein noch vorhandenes Epitaph, auf dem gegen den Gebrauch der Schild seiner Gemalin anf der rechten Seite erscheint, trägt folgende Inschrift: Anno . dni . m . ccc . lxxxx . III. hie . ist . begraben . hluwuig . vo . uewndling . uud . ciliar . Trappin . sei . hausfrau . uud . wilhalm . vou . uewndling . und . das . geschlecht. Wilhalm (1412—1439) hatte, soweit bekannt zehn Kinder: Bernhard (1436 1-151, -j e. 1476), Jörgl. (1436, t vor 1146), Caspar (1436— 1456), Balthasar (1436 - 1478, t 1483), Sigmund (1446- 1468., Wolf I. (1446- 1468', Moriz (1436 1456), Ursula (1436), Barbara (1136i und Apollonia (1436). Von diesen vergliechen sich die Söhne, mit Ausnahme des mittlerer Weile verstorbenen Jörg am Dienstag vor St. Collmanstag 1446 um die beiden väterlich ererbten Vesteii Botteneck und Helfenberg, welche nach Erlöschen der Linie durch Agnes, Tochter Albrecht des Greisenecker und Gemalin des vorgenannten Balthasar, an Erasmus v. Greiseueck gediehen. Nur der älteste Sohn Wilhelms. Bernhard, hatte männliche Succession, Jörg II. und Wolfgaug II., die jedoch, wie ich vermnthe, ihre Linie nicht weiter fortsetzten. Den öden Sitz Neundling verkanfto Wolfgang v. X. am 30. 4. 1477 an Ulrich v. Starhemberg. Aus dem Hauptstamme, um auf diesou wieder zurückzukommen. erscheinen Ludwig und Wolfgang die Ludweigstorfer 1377, Ludwig und Hanns 1391, Hanns und Dietrich '405. „Hanna Ludmanstorfer dy czeit gesessen czw aigeriusperig" Aigelsberg. Pfarro Waldkirchen im Miihlviertel kommt am 1. 5. 1417 urkundlich vor. Arn 4. 6. 1430 stiftete Elsbet, Ulrichs des Perkheimer Tochter und des Hanns Ludmaunstorfer Wittwe einen Jahrtag zu St. Johann am Windberg. — Stefan v. Lndmannsdorf übergab laut seines Heirathsbriefes d. d. Samstag vor St. Laurenz 14 >7 seiner künftigen Hausfrau Margaretha, Tochter des Georg Eitzinger und der Margaretha v. Wil-dungsmauer, den Sitz Geyersperg iu der Pfarre Waldkirchen. Sein Sohn Tibnrz verkaufte am 20. 3. 1433 mehrere Zeliente, darunter zwei L'rittthcil zu Leiclienstampf, Pfarre St. Stephan im Mühlvicrtel. Des Letzteren Bruder Oswald und Margareth seine Mutter brachten im Jahre 143s durch Kauf von Friedrich Grafen von CiUi die Veste Lichtenstein bei Mödling an sich, wodurch das Geschlecht nach Niederösterroich verpflanzt wurde. Wissgrill sagt Oswalds Gemalin wäre oino von Bor gewesen, vielleicht um anf einfachstem Wege den von den Lud-luannsdorfern aufgenommenen Eorer Schild zu erklären, für welche Wappenvereinigung sich jedoch erst später Gründe boten. — Wolfgang v. L. erschien 1479 im Landtage zu Wien auf der Bitterbank. Christoph Herr von Ludmannsdorf zu Walpersdorf (im jetzigen Bezirke St. Pölten), welcher am Leopoldstag 1498 au das Stift St. Pölton verschiedene Grundstücke veräusserto. war mit Anna vou Czernahora verehelicht und hatte den Sohn Carl Freiherrn v. L. zu Walpersdorf und Sonnberg, der am Montag nach Martini 1524 im Landtage zu Wien auf der Herrenbank erschien und 1526 seine Herrschaft und Veste Bastbach an Gregor Bauber veräusserto. Dio vorgenannten Besitzungen Bastberg und Sonnberg aber hatte Christoph der Letzte von Bor am Montag nach St. Urban 1516 nebst anderen Gütern seiner zweiten Geinalin Wohunka von Czernahora vermacht und so mag es im Hinblicke auf die Mutter des Freiherrn Carl für zwoil'ollos gehalten werden, dass derselbe auf dem Wego durch die Czernahora iu den Besitz der beiden Bor'schcn Herrschaften gelaugte, wegen welcher er, olino dass eine Abstammung Anlass hierzu geboten haben mag, den Schild der Borer mit dem eigenen vereinigte. Im Jahro 1530 erscheint Carl mit Walpersdorf, Hausenbach und Einöd (sämmtlich im Bezirk St. Pölten) an- OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •195 gesessen und vererbte er diese Güter an seinen Solin (?) Hanns Ulrich v. L. Freiherrn zu Walpersdorf, welcher wegen derselben ao. 1081 mit 291 Gulden im Giiltbuche in Anschlag gebracht wurde. - Letzterer befund sich später im Besitze der Herrschaft Ulrichskirchen iu N.-Oe., dio er ! 566 veräusserte. Er starb als Letzter seines Stammes am 15. 1. 1572 und wurde zu llerzogeuburg begraben. Der Nachlass verfiel in Orida und Walpersdorf kam im Jahre 1576 um 7000 Gulden an Helmhard Jörger. Wann dieses Geschlecht, welches von Hoheneck und in der ob der Eus'schen Matrikel übergangen wurde, in den Freiherrnstand gekommen war, habe ich nicht erfahren. (U.-B. Strnadt - Velden und Nachtrag zur Geschichte Peucrbach's im 2S. Bericht des Museum Franc. Carol. 1869; gräfl. Harraelfsches Archiv zu Wien; Mittheilungen der k. k. Central - Commission 11. Jahrg. 1876: Alter Siebm.; IL; W.J. LiHizellturK. (Taf. 56). Wappen: In Gold ein gekr., roth bewehrter, blauer Löwe. — Gekr. Helm: der Löwe wachsend. Decken: blau-golden. (H.-M. das gleiche Wappen führten auch die vou£Horingen ( Hi-range) noidwestlich vou Liitzelburgi Lützelbnrg. Dorf und Veste zwischen Zabcrn uud Saarburg, im XII. Jalirhunderto Sitz der alten Grafen von Lützelbnrg, kam an ein Ministerialcn-Geschlccht derselben, das sich ebenso nannte und in den Vasalleuverband der Bischöfe von Metz ,uud Strassburg. der Herren von Ettendorf, vou Bathsamhansen zum Stein u. s. w. trat. Dieses jüngere, aber doch uralte Geschlecht der heutigen Freiherrn von Lützelbnrg, vor Zeiten theils im ungetheil-ten, theils im Mitbesitze der Schlösser Lützelburg, Grossund Klein-Geroldseck, Mnursmiinstcr. Greifensteiu und Wasselnheim stehend, tritt im Jahre 1209 mit einem Hcinrich v. L. zuerst auf. Die ununterbrochene Stamm-reiho aber beginnt mit Eginolf v. L. (f 1371), der um 1350 zu Imliugen in Lothringen hauste uud mit Elisabeth v. Heringen vermält war. Aus dessen Descendenz ist Heinrich v. L. im Jahre 1520 herzoglich lothriug'scher Statthalter zu Saarburg gewesen. Sein Sohn Eglof gewann aus der Ehe mit einer von Tuun den Friedrich Wilhelm (f 9 1. 1553), welcher sich mit Sophia Münch von Wilsberg verband. Des Letzteren Enkel, Ernst Christoph, Friedrich Wilhelm und Johann Weigund, Söhne dus Anton v. L. und der Katharina v. Harstull, tlieilten das Hans in drei Hauptlinien, die sich zahlreich wieder verzweigteu. aber siimmtlich bis auf die Nachkommen Friedrich Wilhelms erloschen sind, der mit seiner Gemalin Ursula v. Landsperg einen Sohn Anton Bichard (f 11.5.1617, bestattet zu Zabern), erzeugte, welcher des Erzherzogs Leopold, Fürstbischofes zu Strassburg und Passau, Kämmerer, Rath und Oberst-Palkcnmeistcr wurde und Bich mit Johanna .Maria Kcmpf v. Angret (f 4. 2.1622) verehelichte. Der von diesen Beiden entsprossene F'riedrich Wilhelm, erst in kaiserlichen Kriegsdiensten , dann fürstl. passau'scher Bath, auch Pfleger zu Obernberg am In, wurde im Vereino mit seinem Vetter Wcigand v. L. mit Diplom d. d. 1. 12. 1665 in den Reicbsfreiherrnstund erhoben. Er starb bald darnach und schon im nächsten Jahre standen seine Kinder aus der Ehe mit Maria Anna Nothaft v. Wernberg unter der Vormundschaft des Freiherrn Wolf Christoph v. TauiTkirchen. Von den Letzteren gelangte Johann Wilhulin Freiherr v. L. (getauft zu Obernberg 16. 2. 1656, f 2. 10. 1722, bestattet zu Mining im In viertel; durch seine Gemalin Maria Anna Freiin Puclileitner v. Sunzing lieirathsbrief d. d. 11. 11. 1696) in den Besitz der Güter Sunzing, Imolkam und Rameting im Inviertel, welche er auf den Sohn Adam Wilhelm Ferdinand vererbte, der im Jahre 1787 in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen wurde Adam Wilhelm Ferdinand war dreimal vermält. 1) mit Maximiiiana Gräiinvon Maxlrain und Hohenwaldcck t kinderlos 9.6. 1742), 2) mit Maria Elisabeth Freiin von Lerchcnfeld-Amer-laud. 3) mit Maria Maximiiiana Freiin von Etzdorf (+21.1. 1765). Der Sohn Josef Adam Johann geb 13. 1. 1762, t 28. 5. 1836) sass am 15. 10. 1804 zu Linz auf der stiftsmässigen Herrenbauk und erlangte 1824 zufolge der Wiedergewinnung d< s Inviertels durch Oesterreich neuerdings dus ob der Ens'sche Incolat Von seiner Gemalin Maria Anna Franziska Gräfin v. Reigersberg (verm. 7. 4. 1788) hintcrliess er drei Söhne, welche gemeinsam die vorgenannten Puchleitner'schen Güter ererbten, dieselben aber im Jahre 1841 an den ältesten Bruder Erust Ignaz Coloman (geb. 13. 10. 1789. abtraten, welcher siu noch bei seinen Lebzeiten veräusserte. Ferdinand (geb. 12. 3. 1798, t 8. 3 18771, der jüngste Sohu des Frei-lierrn Josef Adam Johann, setzte den .stamm fort, welcher nun gegenwärtig in Bayern blüht. iDas gold. Buch v. Strassburg von J. Kindler v. Knobloch im Jahresbuch 1884 der k k. herald. Gesellschaft „Adler" in Wien: deutsche Adelsproben v. L. Nc-dopil; Akten im I.andesarch.; H.-M.; Epitaph zu Mining; freiherrl. Taschenb.). Milderer. (Taf. 56). Wappen: I. (1709) Von Silber und Blau schräg goviert. 1 auf grünem Boden einu mit drei, golden-scliwurz-goldencu Straussenfedern besteckte Krone. 2 ein silberner Adler. 3 auf grünem Boden ein natürlicher Edelmarder. 4 ein schwarzer mit sechs goldenen Sternen belegter Sparren. — Gekr. Helm: Der aufspringende Mur-der zwischen offenem, schwarzen, je mit uineui goldenen „I" (Josef) belegten Fluge. Decken: schwarz - golden, blau-silbern (Diplom im Landesarch.). — IL (1733) Wie vorhin durch einen schwarzen Herzschild gebessert, darin das, auf zwei Zeilen abgctheilto Wort .Elim — reich" in goldenen Majuskeln Im ersten Felde fällt der grüne Bodeu weg, so dass die federn besteckte Krone auf dem Herzschilde ruht. (Diplom im Landesarch.). Ehrcnreich Müderer, von 1665 bis zu seinem Tode 1695 freilicrrlich Seeau'schcr Pfleger, hatte aus seiner Ehe mit Maria Rottenhäusslerin sieben Söhne, von welchen der Aelteste. Placidus, Benediktiner unter dem Kloster-nainon Daniel, und l'riilat des Stiftes Michulbeuern wurde. — Die übrigen sechs Brüder wurden mit Diplom d. d. Wien 9. 7 1709 durch Kaiser Josef 1. mit dem Prädikute „von Ehreiireiehscruii" in den Reichs- und erbländisc.heu Ritterstand. vorzüglich in Ansehung der Verdienste, die sich ihr Vater durch Aiifliliriuig dor Bauernschaft bei der Türkcnbelageruiig von Wien 1683 erworben hatte, erhoben. Von ihnen war, nach dem Wortlaute des mir vorliegenden Diplomes, dem Johann Jakob M. eine Profcssur an der Universität zu Salzburg angetragen gewesen, er trut jedoch in Seeau'sche, dann in gräfl. Salburg'scho Dienste, in denen er Pfandschaftsadmiuistrator und Oberpfleger wurde: Johann Ignaz erst im Babutin'sehen Regiments durch drei Jahre Volontuir, stand 1709 in Feldkriegs-('ommissariatsdiensten ; Ferdinund Sebastian „hat in denen bei deu bayerischen Unruhen gegen die Gränizcn ge-thanen Zügen seine Treue und Dovotion durch Anfrisch-ung des Landvolkes erwiesen" und war hernach durch einige Zeit Volontair im Hohenzollern'schen Cuirassier-Regimento; .Matthäus Josef stand zur Zeit der Diploms-ausfertigung hei der kaiserlichen Administration in Bayern unter dcniHofkammer-Commissaire Johann Friedrich Grafen v. Seeau in Diensten; Johann Friedrich war beider Rechte und Johann Matthias Medicinae Doctor. Unter dem 5. 12. 1712 wurde Johann Jakob in Berücksichtigung seiner zehnjährigen Verwaltung der laudes- 196 0BEBÜ8TERREICHIS. HER ADEL. fürstlichen Gerechtsame bei Jen von den Grafen v. Sal-bnrg innegehabten Pfandschaften nnd für seine Verdienste anlässlich der bayerischen Einfälle in Oe. o. d. E. in den Jahren 1703 nnd 1704 zum kaiserlichen Eatho ernannt nnd erhielt von K. Carl VI. d. d. Laxenburg 12. Ii. 17S3, — er war mittlerer Weile ständischer Kanzleidirector zu Linz geworden, — im Vereine mit seinem Bruder Johann Friedrich, wirklichem Hofkriegsratlie nnd General-Feld-Kriegs-Anditore, eine Wappenbesserung mit der Denomination „von Maderer, Edler Herr von Ehrenreichscron." — Am 12. 12. 1735 erhielt Johann Jakob seine Aufnahmo in den jungen Ritterstand Oe.'s o. d. E. Die Familie scheint sich nicht fortgepflanzt zn haben. Am 30. 7. 1807 reichte der Pfarradministrator zu Kirchschlag in Böhmen und Stift Schlägl'scho Profess Philipp Maader an die Stände ein Gesuch um Erfolglassung der Maderer'schen Adelsdocumente ein, welchem jodoch nicht willfahrt wurdo, da er seine Abstammung von einem der sechs Söhne des Ehrenreich M. nicht darzuthun vermochte. (Akten im Landcsarck.; B.-M.). Hamming. (Taf. 56, 57). Wappen: I. (Aeltestes) Im von Schwarz und Gold getheilten Schilde ein abgeledigtes, farbengewechseltes Andreaskreuz. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-golden. - IL (1458) In Gold Kopf und Hals eines schwarzen Steinbocks. — Kleinod: Das Schildesbild, am Haupt mit einem Planenstutz besteckt. Decken: schwarz - golden. — III. (nm 1600) Mit Wappen I und II geviert. — Zwei gekr. lielmo: 1. Das Kleinod von I. 2. Das Kleinod von II. Decken: durchaus schwarz-golden. — IV. (Mamming in N.-Oe.) Geviert. 1 n 4 Stammwappen, doch die Tiucturen verkehrt geordnet. 2 und 3 durch einen Pfahl von Feh gespalten: vorn in Both eine anfrechte, natürliche Lanzen- Sitze, hinten von Gold und Silber getheilt. — Zwei ilme, davon der Erste gekrönt: 1. Wie das erste Feld bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-golden. — 2. Bother. geistlicher, gekr. Hut, die Krone mit einem Pfauenwedel besteckt. Decken: roth-silbern. (B.-M. Nach N. S. Tyroler Adel wird statt der Lanzenspitze eine Messerklingo geführt und sind die Tinctnren des btammwappen wie bei 1 angeordnet). — V. (Gräfliches) Geviert mit Alt-Mamming im Herzschilde. 1 und 4 wie Wappen IL 2 und 3 abermals geviert: aundd von Silber und Roth geviert (ton Parmatin); b und c iu Roth ein silberner, mit drei Eisenhiitlcin hintereinander belegter Schrägbalken (von Velscgg). — Vier gekr. Helme: 1. Wie das Kleinod von II. Decken: schwarzgolden 2. ftammkleinod Decken: schwarz - golden. 3. Von Roth und Silber gevierto Hörncr. Decken: roth-silbern. 4. Bother Schwan, dessen Flügel, Saxen aufwärts von den mit den Eisenhiitlein b"legten Schrägbalken durchzogen sind. Decken: roth-silbern. iN. S Tyroler Adel. Im N S bayer. Grafen linden sich statt der Eisenhiitlein drei blaue Wecken). Der Sage nach aus Meminingen in Bayern- stammend, kommt die Familie bereits im XIV. Jahrhundert, bis znr Hälfte des XV. Jahrhunderts, unter den Merauer Bürgergeschlechtern vor. 1458 verlieh K. Friedrich III. dem Hanns Mamminger ein neues Wappen, das später mit dem Ursprünglichen geviert wurde vielleicht ao. 1564, als K. Ferdinand 1. dem Abraham und Christoph M. das altadelige Wappen confirrnirte und sie „wo es von-nütheir aufs Neue in den .Stand nnd Grad des Adels erhob Andreas v. M. hatte 1495 von den von Klingen dio Veste und Herrschaft Kirchberg a. d. Bielach in N.-Oe. erkanft, welche er auf seinen Sohn Georg vererbte, der auch Mitterau im V.O.W.W. und durch seine Gemalin Katharina Enncnklin das Gut .Sitzenthal in demselben Viertel N.-Oe.'s erwarb. Georg, .erst Pfleger zu Dobra, wurde in der Folge Landes-Untermarschall in N.-Oe. nnd nach des Freilicrrn Balthasar von Prösing Ableben, löf)9 Landeshauptmann in Oo. o. d. E., welches Amt er bis zu seinem in Linz am 12. 7. 1570 erfolgten Tode vorsah. Er ist in der ob der Ens'schcn Bitterstands-Matrikel als Landmaun eingetragen worden. Sein Sohn Constantin begründete dio Linio zu Mitterau, welcho mit Christoph Maximilian, 1665 und 1669 BittcrBtandsverorduetem in N.-Oe., erloschen ist. Leonhard, zn Batzenhofen (Bezirksamt Bottenburg in Bayern?) und Satelberg (in Bayern?), nach Wissgrill ebenfalls ein Sohn Georgs, begab sich nach Bayern, seine Deseendenz in der Folge wieder nach Tyrol, wo sie ansehnliche Güter erwarb, dio aber im Laufe der Zeit alle wieder vorloren gegangen sind. — Diese Linie wurde 1605 in die Tyroler Adelsmatrikel eingetragen, erhielt d. d. Insbruck 22. 1. 1652 eine Adelsbcstätiguiig, d. d. Wien 20. 4. i672 don Beichsfrcihcrrnstand und kam mit den beiden Vettern Benedikt Froiherrn v. M. zn Stainachhaimb und Fragsburg und Franz Ignaz zu Räzenhofen d. d. Wien 10. 9. 1695 in den Reichs- nnd erbländischen Grafenstand mit der Benennung „Grafen von Mamming zu Stainachhaimb und Fragsburg. Herrn zn llabland im grünen Feld." Graf Franz Ignaz erwarb zudem daa böhmische Incolat d. d. 17. 11. 1695. — Die Nachkommen Benedikts blühen nun allein noch zu Mcran in Tyrol. (N. S. Tyroler Adel und bayr. Grafen: W.; B.-M.; Pritz, Geschichte des Landes o. d. E.; gräfl. Taschenb.). NauusigeMa. (Taf. 57). Wappen: (1637) In Schwarz ein von drei (2, 1) goldenen Lerchen begleiteter, silberner Bnlken — Gekr. Helm: Doppelter Busch von jo fünf Straussenfedern, golden-schwarz-silbern-Bchwarz-golden. Decken -. schwarzgolden (B.-M u H.). Valentin Mannagetta kam ans Italien und licss sich zu Wilhelmsburg in N.-Oe. nieder, wo er das Lederor-handwerk betrieb. Sein Enkel Johann Wilhelm (geb. zn \ViIhelm8bnrg 1. 5. 1588) wurde Doctor der Medicin, Professor an der Universität zu Wien, daselbst iu der Zeit von 1632 bis 1660 siebenmal zum Bector magnilicus gewählt, und war dreier Kaiser, Ferdinands IL, Ferdinands III. und Leopolds I. Loibmcdicus, auch Laudes-protoinedicus in N.-Uo. Er wurdo auf dein Reichstage zu Begensburg durch Diplom d. d. 4. 1. 1037 im Vereine mit seinen Brüdern Matthäus, Carl und Franz in den ßeichs-Bitterstand mit dem Prädikate .von Lerclicnau-erhoben und starb zu Wien am 31. 5. 1666, nachdem er daselbst mit einem Hause in der Kärtlmerstrasse und einem Kapitale von 110000 Gulden eine wolilthätigc, noch bestehende Stiftung errichtet hatte. Sein Urenkel Johann Georg 31. v. L., Juris Doctor, 1708 Begicrungs-, 1711 Ifofrath und geh. Referendar bei der österreichischen Hofkauzb.i, erhielt von K. Carl VI. d. d. 23. 12. 1720 eine Bestätigung seines Bitterstandes sammt dem Titel und Prädikate „Edler Herr von Ler-chenau," erlangte 1723 das ungarische Indigenat, 30 9. 1732 die Aufnahmo in den jungen, IS. 12. 1739 jene in den alten Bitterstand Oe 's o. d. E. uud war am 12. 12. 1735 in Nieder-Oesterreich den alten Geschlechtern des Bitterstandes einverleibt worden. Von scinenjzwci Söhnen mit Barbara v. I'auingarten, Johann Josef Martin und Phil lipp Jakob Leonhard wurde ersterer als Vicepräsident der n.-ö.'schcn Repräsentation und Kammer durch die Kaiserin Maria Theresia mit Diplom d. d 15. 5. 1753 ohno Veränderung des bisher geführten Wappons in don Freiherrnstand erhoben. Dessen Deseendenz ist mit dem Enkel Josef Freiherrn M. v. L., k. k. Begierangsrathe, erloschen. Philipp Jakob Leonhard, 1734 n.-ö.'scher Bogierungs-ratli, 1748 Verordneter dcB BitterstandeB in N.-Oe., 1764 OBEEÖSTEBBEICHISCHER ADEL. 197 Kreishauptmann im V. U. M. B., wo er seit 1759 das Gut Warnitz besass. während er 1765 Neuwaldegg bei Wien an den Feidmarachall Grafen Lascy verkaufte, setzte seine Linie durch vier Söhue, aus der Ehe mit Cacilia v. Moser, Philipp Jakob, Ferdinand. Johann Georg und Carl fort. Von diesen blühte des Philipp Jakob Nachkommenschaft noch 1S72 mit dessen Enkel Albert Bitter M. v. L., so wie die Successiou des Carl mit dessen Enkeln, den Brüdern Moritz und Engen. (Akten im L.-A.: H ; W.: K.-M.). ftltmiEMlorf (früher äekmidtbaucr). (Taf. 57). Wappen I.: (ieviert. 1 uud 4 in Schwarz ein goldener Löwe, im ersten Felde einen Hammorj, im vierten ein Pflugmesser schwingend. 2 und 3 in Both ein natürlicher Schräglinksstroni. von zwei (1, 1) silbernen Lilien begleitet — Gekr. Helm: Zwischen rechts von Schwarz nud Gold, links von Silber und Both getheilten, iu den Mundlöchern je mit fünf Vergissmeinuichtblütlieu au grünem Blätterstiele besteckten Hörnern eiu Geharnischter, iu der Beeilten den Hammer schwingend, mit der Linken das I'fluguiesser vor sich haltend. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (Landesarcli.: aus dem Diplome vom Jahre 1702). — IL (1702) Biickschild wie vorhin mit goldenem Hcrzschildc, darin ein schwarzer Doppeladler mit überschwebeuder Kaiserkrone. (Aus dem Wappen dor Sydler v. liosenegg). — Zwei gekr. Helme: 1. Wie vorhin. Decken: schwarz-golden. 2 (leschlosse-ner Flug, hinten roth, von dem natürlichen Schräglinksstrom durchzogen, vorn (Sydler v. Bosenegg) dnreh eine silberne Spitze, darin anf grünem Dreiberg eino rotho Boso au grünem Blütterstiole. von Gold uud Schwarz gespalten. Hecken: roth-silbern. (Diplomsauszug im Landesarcli.). - III. '.frciherrlichcs) Wie vorhin. Zwischen den beiden Holmen ist eine auf dem Schilde stehende, von einem Kranze umgebene, kaiserlich gekrönte Säale eingeschoben. (In dein bezüglichen, im Landesarcli. erliegenden Diplomsauszuge ist weder die Säule noch der Kranz näher beschrieben. In der B.-M. und bei Holl, erscheint die Säule goldeir. Nach einer Stammtafel im Landosarchivc zu Linz war der Adolserwerber, - das bezügliche Diplomsdatum ist mir leider nicht bekannt geworden. — Georg Schinidt-pauer v. Mannstorf mit Sabine v. Schierling vermält gewesen und hätte mit dieser einen Sohn Georg gehabt, den nachherigen kaiserl. Aufschläger und Beforinations-t ommis-sair in Oe. o d. E , dor mit seiner Ehefrau Barbara Grueberin deu Sohn, Georg Wilhelm erzeugte, welcher der Landschaft iu Oe. o. d. E. Buchhalter und. Einneh-meramtB-Gegenhändler wurde und sich mit Susanna Syd-lerin v. Bosenegg vermälte, welcher Eho die Söhne Georg Josef, Josef Rudolf, und Josef Anton entsprangen , die mit Diplom Kaiser Leopold's I. d. d. 15. 7. 1702 das AYappeu mit jenem ihrer Mutter vormehrt erhielten. Georg Josef, — von seiuen Brüdern verlautet weiter nichts, — erst im geheimen Landesarchive zu Linz verwendet, wurde dann.Landschafts-Secretaire, 1706 der Bosnisch Kaiserlichen Majestät Bath, am 22. 4. 1709 ob der Ens'scher Landmann im jungen Bitterstande, landschaftlicher Kanzlei-Director, erhielt d. d. Wien 23. De-cembcr letzteren Jahres dio kaiserliche Bewilligung sich „Edler Herr von Mannstorf-nennen und schreiben zu dürfen, wurde von K. Carl VI. mit Diplom d. d. Wien 18. 3. 1713 in den Boichs- und erbländischen Freiherrnstand als „Freiherr von Mannstorf- erhoben, brachte mit Vertrag vom 23. Dccember desselben Jahres von Benedikt Theodosius Freiherrn v. Schifer die Herrschaft Dachsberg im Hausruck-Viertel käuflich an sich, erhielt ferner unter dem 15. 6. 1716 das Incolat in Böhmen und den diesem IV. 5. Königreiche incorporirten Landen nnd wurde schliesslich Landrath in Oe. o. d E. Ausser Dachsberg hatte Freiherr Georg Josef auch das Gut Liechtencck bei Wels von dem Grafen (Johann Josef Heinrich von Seoau und wahrscheinlich auch, — falls diese Erwerbung nicht etwa später durch seinen Solln geschah, — deu Freisitz Bue-fling in der Pfarre I.eonding nächst Linz erkauft. Vermält mit Maria Catharina Margaretha Finster-waldcrin war ihm ein einziger, am 21. 10. 1703 in der Stadtpfarrkirche zu Linz auf die Namen Christoph Josef Anton getaufter Sohn geboren worden, welcher der B5-miscli Kaiserlichen Majestät Bath auch Landrath in dio-sem Erblande wurde und endlich in den Carmeliten-Or-deu eintrat. Derselbe hatte nach Hob. drei Schwestern, welche den Schleier nahmen. Jene Maria Theresia Freifrau Pilati von Tassul geb. Freiin v. Mannstorf, welche in den Einlagebüchern bei der Laudtufel 1761 als Besitzerin von Dachsberg, Liechtencck und ßueiling erscheint, dürfte wohl eino Tochter Christoph Josel Antens aus einer mir unbekannten Eho gewesen sein. Die gedachten Güter giongeu nach ihr an die Freiherrn, dann Grafen I'ilati v. Tassul über. (Akten im Landesarcli.; B-M.; Landtaf.). .Uiirch (ursprünglich Kluiiurikliwlfii). (Taf. 57). Wappen: I. (Stauimwappon). Iii Both ein aufspringendes silbernes Boss mit rothem Zaum uud goldenem Sattel - Kleinod: Kopf und llals des rothgozäom-ten Bosses. Decken: roth-silbern. (N. S. f bayerische Geschlechteri. — II Geviert mit gekr. geviorteu Herzschild. dieser: a and d Stamuiwappen, b uud c in Both ein silberner Schräglinksbalkeu. Biickschild: 1 und 4 in Both ein stroitkolbeuhaltondor rechter Linksarm in einem vou Silber und Both dreimal schräglinks getheilten Aermel. 2 und 3 in Silber zwei schwarze, ubge-wendete Mond.; nebeneinander (Herleinsperger;. — Zwei gekr. Helme: Wachsender Jüngling in vonSilbor nud Both schräglinks gestreiftem Bocke, mit ebenso tingirtem, silbern gestülpten, heidnischen Hute auf dem Haupte, in der Beeilten einen Streitkolbcn schwingend, die Linke iu die Seite gestützt Decken: roth-silbern. 2. Aufgekehrter, schwarzer Mond, diu Spitzen gekrönt, die Kronen je mit drei silbernen Strausseufedern besteckt Ducken: schwarz-silbern (ll.-M.). Die von Haiineiihofou, schwäbischen Uradels, hatten ihren Stammsitz zu Oburstorf Bezirksamt Sonthofen in Schwaben), welcher Markt im Jahre 1836 die Bewilligung erhielt das Wappen der von Haiuieiihofen. als der einstigen Besitzer, zu führen. Freiherr v. Hoheneck beginnt die spätere Stammreiho mit einem Marquard v. IL, vermält mit Anna v. Schellenberg, deren söhn Pantaleon das Geschlecht in der Heimath fortsetzte, während des Letzteren Bruder Conrad, 1415 am Leben, in seiner Ehe mit Anastasia v. Laubenberg den Märck (Marquard, Marcus?; erzeugte, welcher die, später österreichische, Linie begründete, in der der Name .Marek" zum Gcschlcchtsnaiuc-ii wurde. Wolf Märck v. Haimenhofen ff 1556), ein Fankel des vorgenannten Märck und Sohn des Nicolaus, kam im Jahre 1504 an deu Hof Kaiser Maximilians I., und Ferdinands I. als kaiserl. Forstmeister nach Behlingen in Württemberg und später in der gleichen Eigenschaft nach Ens in Oe. o. d. E. — Laut iiciratliBbrief d. d. Pfingstmontag :5-13 vcrmälte er Bich mit Sophia, Tochter des Ulrich Herleinsperger zum Altenhof und der Margaretha von Oedt, welche ihm zwei Söhne, Wolfgang und Erasmus, gebar, von denen' erstorur [ledig gestorben sein soll. — Erasmus fertigte seine Heirathsabrede mit Ursula, des Zacharias Keidbardt v. Gneissenan, Tochter, am 6. 3. 1581 und .überkam mit dieser Gemalin zwei 49 198 0BEEÖSTEEEEICHI3CHER ADEL. Söhne, Wolf Ulrich und Hanns Christoph, welche sich am 30. 4. 1611 um die elterliche Erbschaft vertrugen. Der Sitz Gqeissenau im Mühlviertel fiel auf Wolf Ulrich, nach dessen baldigem Ableben das Gnt an seinen Bruder gedieh, der sich am Sonntag Ocnli !61'J mit Cordula Hagerin v. Allentsteig, zum zweiten Male 11. 11. 1635 mit Maria Salome f-torch v. Claus vermälte. — Hanns Christoph, unterm 31. 8. 1629 in den jungen, 15. 11. 1637 in den alten Bitterstand Oe.'s o. d E. aufgenommen , war eifriger Protestant und inachte im zweiten Bauernaufstände gemeinsame Sache mit den Anführern Christoph Zcller nnd Zacharias Rapp. Gneissenau gieng durch ihn an die Hager v. Allensteig über. Sein einziger Sohn Johann Friedrich (erster Ehe, f als Letzter dieser Linio zu Linz 25. 4. 1681t, wieder Katholik, kaul'to 1655 dio Herrschaft Helfenberg von (icorg Sigismund Schifer zn Lichtenau, sass im ständischen Ansschusso. wurde dann Raitrath, 1672 Ritter-stands-Verordneter und erhielt mit Diplom K. Leopolds I. d d. Wien 30. 6. 1676, nebst dem Titel „Wohlgeborcn-und der Benennung „Marek, Edler Herr von Gneissenau" unter Hin weglassung des alten Namens von Haimenhofen, die Bewilligung mit seinem Wappen jenes der Urgruss-mutter Sophia v. Herleinsperg vereinigen zu dürfen — Die lleirathsbriefe mit seinen beiden Gemaünen, Susanna Justina Flusshart v. Pottendorf (-{- 1648; und Barbara Elisabeth von Hackelborg, des Marx Hector Innernseer Wittwo, sind von Linz 29. 4. 1646 nnd Ens 20. 7. 1649 datirt. — Er veräusserte Helfenberg in seinem Todesjahre an Ehrenreich Grafen von Seeau und wnrde in der Minoritenkirche zn Linz bestattet, wo anch seine Tochter zweiter Ehe Sabina Elisabeth (f 30. 1. 1707) ruht, die sich 1674 erst mit Franz Friedrich von Stiebar zu Ivrül-lendorf und am 5. 2. 1690 mit Jobann Georg Adam Freiherrn von Hoheneck vermält hatte. (N. S. f bayr. Geschlechter; H.; R.-M.). naradiiill vdu Jgplcheiinn. (Taf. 57). Wappen: I. Im Schild eine Krone, daraus wachsend ein stabhaltender, bekleideter Arm (Nach dem Originalsiegel Rueger des Marschallich an dem unten näher bezeichneten Briefe vom 17. 3. 1372; Landesarch.,'. — II. Im Schild ein gekr. Hügel, aus der Krono wachsend der Arm wie vorhin. (Nach dem Originalsiegcl Walther des Marschallich an der vorbezeichneten Urkunde. Holl, schreibt fehlerhaft diesem Geschlechtc den Schild der Marcliall v. Maierhöfen zu, den er ganz richtig blasonirt, von Gold uud Rotli durch einen silbernen Balken getheilt, welchor iu seinem Werke jedoch irrthiimlich abgebildet wnrde. nämlich in Roth ein silberner Balken; so kam es auch blindlings in die ob der Ens'sche Matrikel ). Der ursprüngliche Geschlcchtsname wäre „Reichenau" gewesen und dio Familie durch Herzog Albrecht I. mit einem Walthcr, der ein Marschallamt, — welches sagt Hob. nicht. - bekleidete, aus Schwaben nach Oesterreich gekommen Dieser Walther habe nach vorhergegangener Grunderwerbung seitens des Hochstiftes Passan das Schloss Reichenau, südlich von Schcnkcnfelden im Machlande, erbaut Urkundlich habe ich die Marschall v. Reichenau das erste Mal unterm 17. 3. 1372 gefunden, an welchem Tage Ekfried der Marschallich unter dem Siegel seiner Brüder Rueger und Walther an Simon und Wiguleus Gebrüder von Grueb einen Satzbrief gab. Erhart M. v. R., nach Höh. des Walther Enkel, war mit Barbara. Tochter des Stephan Piber verehelicht und von 1437 — 1457 starhcmberg'schcr Pfleger zu Führenstein. — Hieronymus, nach dem mehrcitirtcn Antor dos Vorigen Sohn, gab 1476 dem Christoph Hohenfelder einen Urfehdebriefe für erlittenes Gefängniss im Schlosse zn Linz und vermälte sich laut Heirathsbrief d. d. St. Ku-nigundentag 1479 mit Agnes Albrechtshcimerin. Er soll keinen ihn überlobenden Sohn gehabt haben. An dem, was Höh. von ihm über dio Erwerbung des Sitzes Maierhöfen bei Ebcrschwaug im Inviertel erzählt, ist kein wahres Wort. Hanns, einer der Söhne des Walther vom Jahre 1372 setzte den Hauptstamm zu Reichenau fort, welchem Eber-hart M. v. lt. angehörte, der am St. (ieorgstag 1518 einen Vertragsbrief der Brüder Hanns, Mört nnd Leo v. Hoheneck bezeugte und 1519 und 1529 als Pfleger zu Steyr erscheint. Sein Sohn Joachim (f 15-18) wnrdo 1527 der Römisch Kaiserlichen Majestät Bath, 1535 n. ö.'scher Kammer- Procurator, hatte 1534 die Herrschaft Sonnberg im V. U. M. B im Besitze und war in den Jahren 1524, 1531 und 1534 unter der n. ö.'sehen Ritterschaft auf den Landtagen zu Wien erschienen. Aus der Zeit zwischen 1538 und 1544 datiren verschiedene Wcchselbriefe seinerseits mit Elisabeth von Hoheneck, geb. Steger v. St. Veit, Täusche von Gülten und Un-terthanen in den Pfarren Gallneukirchen uud Wartborg betreifend. Er hatte sich am Sonntag nach Dreikönig 1524 zu Wien mit Beatrix, des Hanns v. Pettenbrunn und der Regina von Wcispriach Tochter vermält, mit welcher er die Kinder Ehrnreich, Eva, Clara, Sophia und Regina erwarb. Der Sohn starb am 31. 8. 1551, wie es scheint, als dor Letzto. (Urkunden im Landesarch ; Strnadt-Velden u. Feuerbach; Sigmunds v. Herberstein Familienbuch, veröffentlicht von J. Zahn im Archiv für österr. Geschichte; H.; W.; R.-M.). .MarHt-liulJ von naierhoien. (Taf. 57). Wappen: Von Gold und Roth durch einen silbernen Balken getheilt. Gekr. Helm: Arm in rothem Aerinel einen goldenen Marschallstab emporhaltend. Decken: roth -golden, roth-silbern, (N. S. f bayr. (io-sclilechter. Denselben Balkenschild führt Barbara M. v. M., geb. v. Taitcnbach auf ihrem Epitaph iu der Kirche zu Wesenurfahr... Da diese Familie wohl aas Oo o. d. E. hervorgieng, daselbst aber nie die Landinannschaft erlangte, ist kamn ein Anluss vorhanden gewesen, dieselbe hier einzureihen. Sie wurde aber, bisher mit den Marschall v. Reichenau vermengt, dennoch aiC'gcnomnion, um dio einmal entstandene Verwirrnng zu widerlegen. Als Graf Ulrich von Schaunberg in seiner Gegnerschaft zu den öserreichischen Herzogen es für gut fand, die Stadt Eferding, wie auch den Markt Peucrbach zu befestigen nnd schwankende Vasallen durch Treue-Reverse an sich zu binden, musstc auch am 27. 8. 1369 „Hertel, Rnedel's sun (loz Richter von Pcwcrbach," geloben sich dem Schuunborgcr seinem Herrn weder mit Leib noch mit Gut zu entziehen, bei sonstiger Rechtlosigkeit. Dieser Hörtel ist zweifellos identisch mit dem im Jahro 1370 auftretenden llertlcin, Richter zu Erlacli, der damals zwei geschrägte Schlüssel im Siegel führte. Er ist weiter identiseh mit Hnrtmann den Marschallich, Bürger zu Peucrbach, der am 23. 8. 1377 mit demselben Wappen den Brief besiegelte, wodurch Agnes dio Auerin nnd deren Kinder ihren froieigenen halben Hof „in dem powerbach" au Heinrich den Wiesinger vorsetzten, — nnd mit Hartmann dem Marschallich, Pfleger auf der Stauf, der am 4. 9. 1387 sein [Insicgel an den Treue-Revers des Thoman Smid von Chadling hängte. — Er war am 17. 5. 1406 schon todt, denn an diesem Tage verzichteten Martin Pycrndorfer und seino Hausfrau Anna, Stephan Lechnor und seine Hansfrau Dorothea auf das Erbo ihres Vaters, bezüglich Schwiegervaters Härtel des Marschaich gegen dessen Sohn Hanns. Letzterer erscheint OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •199 am IG. G. 1418 als Vormund der Einder Hannsen des Vaterslieimer nnd war ao. 1424 uud 1429 Markt- uud Landrichter zu Peuerbach. Er oder Beine nächste Descendenz kam mit dem Eingangs blasonirten Wappen in adeligen Stand und Würde. Sein Nachkomme Wilhelm Marschall erwarb von den Erben des Georg Peuntner im Jahre 1527 im I11-viertel den halben Sitz Maierhof nächst der Hofmark Eberschwaug und diese selbst, beides Lehen von den bayrischen Herzogen, — Wilhelms Sohn Michael 1580 die andere Hälfte von Maierhof aus dem Nachlasse des Kaspar Peuntner. — Letzterer gewann in seiner Ehe mit Radegundis Kapfenstcinerin den Hauns Caspar, welcher sich mit Barbara v. Tattenbach vermälte und desseu zwei Sühne, Hanns Christoph und Hanns Gottfried, in der Jugend starben. Der Vater Hanns Caspar aber verschied als letzter Mannessprosse; seine Wittwe Barbara (f 23. 4. 1599) liegt zu Weseuurfalir begraben, wo sich in der Kirche noch gegenwärtig ihr gut erhaltenes Epitaph befindet. Ob die Marschall zu Maierhöfen, oder zu Überschwang, wie sie sich auch schrieben, das Erbmarschallamt in Niederbayern zu Lehon trugen, ist mir nicht bekannt, wohl aber, dasa dio Grafen von Pauiugartcn, als sie dieses Erbamt erlangten, den Schild der Marschall v. Maierhöfen in ihr Wappen aufnahmen. (Strnadt-Peuerbach; Wig. Hund III.: N. S. f bayr. Geschlechter;. .UauruM. (Taf. 57). Wappen: Von Gold nnd Blau gespalten. Vorn am Spalt ein halber schwarzer Adler , im Fang einen natürlichen, gesenkten Anker haltend; hinten aus dem Pussrande wachsend eine aufrechte hölzerne Leiste mit daran befestigter goldener Wuage. deren rechte Schale gesenkt ist — Gekr. Helm: Drei Strausseufodcru, schwarz, golden, schwarz. Decken: schwarz-golden, blau-golden. (K. k. A. A.). Mit Diplom d. d. 4. 8. 179S erhob weyland Seine Majestät Kaiser Pranz II. den Linzer Haudelsmunu Josef Johann Maurus in den erbländischen Adelsstand mit dem Prädikate „Edler von Wagburg". — Derselbe erwarb mit Contract d. d. 31. 10. 1808 durch Kauf den ehemals der Pamilio Gross v. Ehrenstein gehörigen Froi-hof Lustenau bei Linz, welcher Besitz jedoch im Jahro 1814 wieder in andere Hände ilborgieng. (K. k. A.-A.; Landtaf.). Jluxlrali» (Maxelraiu, Maechsslrain). (Taf. 58). zeichnen, denn eine solche diplomsmässige Verleihung hat nie stattgefunden Die Maxlrain kamen iu den Herrenstand, als sie die Waldeck auferbten. Das Wappen IV aber dürfte schon vorher geführt worden sein, da darin der Waldecker Schild fehlt). — V (Waldeck) Halber Adler über einem Schrägen. — Gekr. Helm: Ein Falke auf einem Dreiberge (Valkensteiner iu Bayern;. (Nach einem Siegel des Jörg Waldecker >420 iin N. S. t bayr. Geschlechter. Das Wappen der Waldecker und der mit ihnen ong versippten Valkensteiner in Bayern ward früh vereinigt. Ulrich von Waldeck führte schon ao. 1326 den Falken jedoch im t-cliild). — VI. (Grafen von Maxlrain u. Hohenwablegg). Bückschild wie Wappen IV. doch durch ein goldenes Tutzcnkrcuz gcviert, mit Waldeck im silbernen Herzschild (Halber Adler und Schrägen roth). — Drei gekr. Helme, von diesen der Erste und Dritte, wio der Erste und Zweite bei Wappen IV. Zweiter Helm: Ein gekr. goldener, schwarzbo-schwingter Vogel. Decken: schwarz-silbern, schwarz golden. (N. S. f bayr. Geschlechter. Der Vogel am 2. Holm ist eine fälschliche Darstellung des Vulkenstein'schcn Kleinodes. Hoheneck spricht denselben irrig als Auerhahn an). Die Maxlrain sind uradelige, altbayerische Turnier-genosseu. Nobilis vir Sibotlio do Maet-hsilrain erscheint um 1130 als Zeuge im ersten Stiftsbriefe des Klosters Beyliurting; Conrad nnd Conrad der Jüngere kommen ao. 1311 urkundlich vor. — Otto v. M. war 18i'9 Zeuge in dem Vertrage der Herzoge von Oesterreich und jener von Bayern um Tyrol. Er war vorher, 1842, Pfleger zu Aibling, 1352 des Markgrafen Ludwig von Brandenburg Bath, von welchem er 1351 Gewalt und Vollmacht erhielt bei Aibling (Bezirksamt Bosenheim eine Veste zu erbauen, die er dem Markgrafen stets offen halten sollte. So ist das alte Stammhaus Muxliain entstanden. Conrad, Herrn Gtten Sohn, — ich weiss nicht ob des Obigen, — tritt i878 und als Maxlrainer zu Hohenburg 1381 auf. Sein Bruder Wilhelm, welcher den Stamm fortsetzte, fertigte 1392 das erste, 1394 das dritte bayerische Bündniss Dessen Sohn Ludwig, ein Hrudor des Eingungs genannten Wilhelm, schrieb sich 1469 zu Hohenburg (Bezirksumt Tölz). Ludwigs Sohn Georg ward zu Augsburg .von seiner eigenen Ehehaltuii, einer Dim, eim Mägdlein von dreizehn und eim Buben von zwölfl' Jahren erinordt und geplündert, darauf den 16. Jcuner 1505 Diem uud Maidlein lebendig vergraben, deu Puben aber das Haupt abgeschlagen worden.' - Georgs Bruder Veit. Pfleger zn Aibling, hielt mit Margaretha von Waldeck Iiochzoit. Nach Wig. Hund ist er ao. 1518, seine Ehefrau schon 1500 gestorben. Da der letzte Waldecker. Martin, erst 1524 dies Zeitliche segnete:, dürfte die Herrschaft Waldeck nicht Veit, sondern erst dessen Sohn Wolf überkommen haben, der .den Freyherrn Stand auff Waldeckh angenommen, auch dic-selb Herrschallt gegen dem Hauss Hayrti durch ein Vertrag richtig gemacht hat." Wolf vertauschte 1560 vom Herzoge Albrecht vou Bayern den Schliersee samint dem Vogtcigerichte und verschiedenen Gütern und Gülten zu Schliers um Altenburg bei Aibling und das halbe Schloss Vagen bei Bosenheim und hat für seine Sühne wohl gehaust, .darumb sie vnd jlire Nachkommen sein billich im besten sollen gedenken." Waldeck ward dem Aelteren, Maxlrain dem Jüngeren verschafft und begründeten so des Wolf Söhne aus der Ehe mit Anna, Tochter des Laiidskneclitshauptmannes Georg von Erundsbcrg, Wolf Dietrich und Wolf Wilhelm, zwei Linien, von denen die ältere Waldecker schon mit ihres Stifters Söhnen, Luwig und Georg, Beide im Jahre 1608 verstorben, wieder erloschen ist, worauf Waldeck an die jüngere, Maxlrainer Linie gedieh. Wolf Wilhelm von Maxlrain, Freyherr zu Waldeck, der Stammvater derselben, war Pfleger zn Scbärding, Wappen I.: (Stummwappun . Durch einen von Schwarz und Silber im Wellenschnitt längs gctheilten, mit einem schreitenden goldenen Löwen belegten Schrägstrom von Silber und Schwarz getheilt. — Kleinod: Sitzender goldener Lüwo zwischen geschlossenem Flug, dieser wie der Schild bezeichnet, doch ohne den Löwen im Schrägstrom. Dcckon: schwarz-silbern. (H.-M. — Wig Hund: „Ott, 1369, führt den Löwen im Schildt auff der Strass"). — II. Schild wie vorhin, doch ohne den Löwen. — Kleinod: Sitzender, goldener Löwe; der Flug fehlt. Decken: schwarz-silbern. (11.-M. — Wig. Hund: „Wilhelm (1411) hat den blosen Löwen aulf dem Helm geführt, 0I111 Flug, vnnd nicht im Schildt";. — III. Zu dem Schild von II. dus Kleinod von I. (Stainmwappen nach N. S. f bayr. Geschlechter). — IV. Geviert. I und 4 Stammwappen (wie II). 2 und 3 in Schwarz ein gekr., goldener Löwe. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod wie bei I), der Löwe gekrönt. Decken: schwarz-silbern, 2. Sitzender gekr. goldener Löwe zwischen geschlossenem schwarzem Flug. Decken: schwarzgolden. (N. S. t bayr. Geschlechter. Es ist kaum möglich dieses Wappen als „Freiherrliches" zu be- 200 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •200 1570 Hofmarsehall zu München, dann Hauptmann zu Butzhausen und hatte mit seiner Hr.usfrau Anna Permer aus Braunschweig zwei Söhne, Wolf Veit und Ferdinand, von denen Ersterer in seiner Ehe mit Johanna Truclisess yon Waldburg ebenfalls zwei Söhne überkam, Heinrich Georg (f 1640), vermält mit Marie Elisabeth von Preysing, uud Wolfgang Veit (f 1660), vermält mit Bosine Wrälin von Preysing. Heinrich Georgs Sohn. Johann Veit (f 10. 1. 1703) nnd dessen Vetter Max Wilhelm, Sohn des Wolfgang Veit, wurden nnter mir nicht näher bekanntem Datum in den Reichsgrafenstand und gleichzeitig ihre Herrschaft Wraldeck zu einer reichsfreien Grafschaft llohenwaldegg erhoben. Beide sind am 16. 1. 1698 in den altrudolfi-nischen Herrenstand Oe.'s o. d. E aufgenommen worden. Johann Veith blieb in seinen zwei Ehen, 1) mit Catharina Freyin von Spiering,, 2) mit Franziska Clara Gräfin von Lamberg kinderlos. Mit des Max Wilhelm und dessen Gemalin, Maria ' Theresia Gräfin von Fugger Sohne. Johann Veit Josef Marcus Beichsgrafen und Herrn von Maxlrain nnd Hohon-waldegg, ist das nralto Geschlecht am 12. 11. 1734 heimgegangen. Dieser Letzte war mit Begina Freyin von Maggenthal vermält gewesen, aber ohne Nachkommen geblieben. (Wig. Hund; N. S. t bayr. Geschlechter; H.-M.; gräfl. Taschenb. ). itlujr. Taf. 58). Wappen I.: Geviert. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Steinbock. 2 und 3 in Both ein Geharnischter mit Pickelhaube und umgeschnalltem Degen, dio äussere Hand in die Seite gestützt, mit der Inneren einen, grünem Boden entwachsenden Baum haltend. — Zwei gekr, Helme: 1. Der Steinbock wachsend. Decken : schwarz - golden. 2. Der Geharnischte, mit dem Bauine, wachsend. Decken : roth-silbern. — II. (freiherrliches 1754). Rückschild wie vorhin mit silbernem Herzschilde, darin drei (2. 1) schwarze Löwenhäupter. Drei gekr. Helme: 1. Der Geharnischte, mit dem Baume, wachsond. Decken: schwarz-gold n. 2. Drei Straussenfedern, silbern, schwarz, silbern. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. 3. Der Steinbock wachsend. Decken-, roth-silbern. (E. k. A.-A.) Nach dem dieser Familie im Jahro 1754 ertheilten Freiherrnstandsdiplome, ist dieselbe .von altem Geschlecht aus Tyrol", — eino Bestätigung, der allerdings nicht unbedingter Glaube geschenkt werden muss. — Auch in Tyrol giebt's der Mayr fast so viole als Sterne atn Himmel, darunter einige Geadelte und vou denselben als Aelteste, so weit es sich im k. k. Statthalteroi-Archive zu Iu3bruck ermitteln Hess, die in der Person des Lorenz Mayr, Chirurgus zu Trient, ao. 1661 Nobilitirten. — Alle übrigen adeligen Mayr kamen erst im vorigen Jahrhunderte in diesen Stand uud nur einer noch ward zum Ausgange des XVII. Saeculums aus dem Bürgerstando erhoben, doch mit einem Prädikate, dessen diese F'amilio hier entbehrt. — Ob Letztere aber von dein Chirurgus herkommt, wie eB den Anschein hat, konnte leider nicht festgestellt werden, da das Wappen von 1664 fehlt. Johaun Christoph v. M., ein Sohn des Christoph, kaiserlichen Lieutenants iu einer Graf Spaur'schen F'rci-('ompaguie, nnd der Anna Maria Löbhartin, wurde, nachdem er von Beiner Jugond an im Prinz Savoy'schen Dra-goner-Begimcnto gedient nnd durch 35 Jahro in vielen wichtigsten uud gefährlichsten Occasionen treue Dienste geleistet hatte, laut Intimation des kaiserl. Hofkricgs-rathes d. d. 31. 7. 1726 zum Obriston-Lieutonant in gedachtem Regiment« bestellt. — Am 4. Decembor folgenden Jahres in den jungen Bitterstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen, starb Johann Christoph eines jähen Todes bereits am 11. desselben Monates und hinterlioss von seiner schon früher heimgegangenen Gemalin Maria Pe- tronella, geb. Von Buchholz nnd Himmelsthür, zwei Söhne, Franz Eugen und F'ranz Josef, welche beide. — Ersterer als Obristwachtmeister des Savoy'schen Dragoner-Bogi-montes, Letzterer als Bittmoister' bei Carl Palffv-Cuiras-sieren. - d. d. Wien 1. 2. 1754 in den Freihörrnstand erhoben wurden. Die F'amilie scheint erloschen zu sein. (K. k. A.-A.; k. k. Statthalteroi-Archiv zu Insbruck; H.j B-M.1. Majr vou Melnhor. (Taf. 58). Wappen: I. (1861) Geviert. 1 und 4 in Both auf grünem Hügel ein weisser Strauss, den rechten Fuss erhoben, im Schnabel ein Hufeisen haltend. 2 in Blau drei goldene Koruhaline. 3 in Gold ein schwarzes Kainm-rad. — Gekr. Helm-. Zwischen rechts vou Silber und Both, links von Gold und Blau gethoiltem Fluge die drei Halme. Decken: roth silbern, blau-golden. (N. S. Kärnthner Adel). — II. (187Sj Geviort mit rothem Herz-scliild, darin der weisse Strauss, je ein schwarzes Hufeisen im Schnabel und im erhobenen rechten F'ussc haltend. 1 und 4 wie vorhin das 2. Feld. 2 und 3 wio vorhin das 3. F'eld. — Helm, Kleinod und Decken wio vorhin. — Schildhalter■ Rechts ein silberner, links ein goldener Panther, beide feuerspeiend. — Devise: Beete agendo sccuritas. (N. S. Salzburger Adel). Der 1810 zu Leoben geborene Franz Mayr, wie Karl und Bndolf dessen jüngere Brüder, gründeten'nusgodelintu Eisen- und Stahl - Werke bei Leoben, Jndenburg und Katzcuberg, Hessen den Verwundeten vom Kriege in Italien 1859 hervorragende Hilfeleistungen zu Theil werden uud zeichneten sich sonst durch besondere Wolilthätig-keit au*, wofür sie, - der Erstere mit Diplom vom '21. .1. 1861. die beiden Anderen mit Diplom vom 10. 2.1862 in den österreichischen Adolstanil mit dem Ehrenworte „Edle von" und dem Prädikate .Moluhof" erhoben wurden. Franz Mayr Fidler von Meinhof, welchem ferner mit Allerhöchster Erschliessung vom 6. 12. 1872 und Diplom d. d. Wien 18. 2. 1873 der F'reiherrnstand verliehen worden ist, hat zahlreichen Güterbesitz in Steiermark Krain uud Salzburg, ferner in Oe. o. d. Fl. mittelst Kauf-contract d. d. 28. 7. 1872 die ehemals Graf Khevenhttl-ler'schen Güter Kogl und Cnterach. mit denen das Wahlrecht im Grossgruudbesitzc verbunden ist, erworben. Er ist auch lebenslängliches Mitglied dos Herrenhausos des B.ichsrathes geworden. Aus seiner Ehe mit Theodora, geb. von Ilittuern, sind, so viel mir bekannt, zwei Söhne entsprossen, Ernst, vermält 16. 10. 1880 mit Sidouie Freiin von Kudriaffsky (geschieden, wiederm. mit einem Horm von Bartakovicsj, und Franz, Besitzer der Güter Pfannborg in Steiermark und Gutonhof in N, Oe., vermält 7. 7. 1883 mit Mathilde Freiin von Tinti. Theodora, (geh 29. 12. 1857), eine Schwester dieser Letzteren, hat sich am 15. 1. 1881 mit Adalbert Grafen von Kot-tulinsky vermält. Des oben genannten Karl Mayr Edlem von Meinhof, ehemals Bürgermeisters zu Judenburg, Sohn Otto ist za Olsn in Kärnthon angesessen. I l.andtaf ,- N. S. Kärnthncr uud Salzburger Adel; gräfl. Taschenb.). -llayraii (Mayer vom). (Taf. 58). Wappen: I. (18581 Gespalten. Vorn in Blau ein mit einem Bilbernen Hochkreuze besteckter silberner Felsen; hinten getheilt; oben in Gold ein grünes Kleeblatt, unten in Both drei gestürzte goldene Eicholn. — Zwei gekr. Helme: 1. Drei Straussenfedern, blau, silbern, blau. Deckcn: blau-silbern. 2. Drei Stiaussenfedern, golden, roth, golden. Deckeil: roth-golden. — Devise: Spes moa in altis. (K. k. A-A.). — II. (Frciherrlichcs, 1868) Bückschild wio vorhin, mit goldcuom Herzschild, darin ein schwarzer Bergmanns - Schlägel und Hummer gc- OBEBÖSTEBREICHISCHER ADEL. 201 schrägt. — Drei gekr. Heimo: 1. Das Kreuz zwischen von Blau und Silber getheiltem, offenen Fluge. Decken: blau-silbern. 2. Schwarz gekleideter Bergmann wachsend, in der Beeilten den Schlägel uud Hammer haltend, die Linke in die Seite gestützt. Decken: schwarz-golden. 3. Fünf, abwechselnd rothe und goldeno Straussenfedern. Decken: roth-golden (N. S böhmischer Adel; Jur. Doctor Cajetan Mayer wurde mit Allerhöchster Entscliliessnng vom 2'-. 4. 1S54 iu den Adelsstand des österreichischen Kaiscrstaatcs unter Verleihung des Ehrenwortes „Edler von" erhüben, hierüber jedoch kein Diplom und ein solches erst unter dem 27. 11. 1858 ausgefertigt, als der Vorgenannte, damals k. k. Ministerialrat!!, auf Grund der, seither abgeänderten Statuten des Leopolds-ordeus, dessen Bitterkreuz ihm verliehen worden war, den Bitterstaud mit dem Prädikate „Mayrau" erlaugte. Dieser Staudeserhöhung fulgte eine weitere durch Ertheilnng des Freiherrntitels zufolge Allerhöchster Erschliessung vom 19. 11. 1868. Dr. Cajetau Freiherr Mayer v. Mayran hatte durch Kauf das Gut Neuesdorf bei Chotcbür in Böhmen, ferner in Oe o. d. E. im Jahre 186U gemeinschaftlich mit seiner Gemalin Friderike das Gut üaumgarteuberg iAuhof; an sich gebracht welch" Letzteres im Jahre 1882 schenkungsweise an seinen Schwiegersohn Rudolf Josef Theodor Pfisterer Edlen von Auhof, k. k. Obersten in Pension und dessen Gemalin 'Fridorike iibergieng. Letztere erbte nach ihres Vaters Cajetan Tode im Juhro 1883 auch den böhmischen Besitz, nachdem schon vorher deren einziger Bruder, mir unbekannten Taufuaineus, gestorben war. Dieser ist in kinderloser Ehe mit der Fabriksbesitzerstochter Karoline Werndl, nun die Gemalin des Freihorrn Maximilian Josef von Imhof, vermält gewesen. iK. k A.-A.: N. S böhm. Adel: Landtaf.; freiherrl. Taschenb.). M egg» ii (Taf. 59). Wappen: I. In Roth drei (2, 1) mit den Stielen abwärts gestellte, goldene Wurlschaufeln. — Kleinod: Mit dem Stiel anf den Helm gesteckte, goldene, mit einem Piuuenstutz besteckte Wurfschaufel Decken: roth-golden. (N. 8. f Adel der Provinz Sachsen, nach einem Siegel vom Jahre 1460 und mit den bekannten Tinctureu ergänzt). — II. Wie vorhin. — Gekr. Heim. Pfauenstutz, mit drei rothen Rändern, deren Enden je abfliegen, dreimal gebunden. Decken: roth-golden. (B.-M uud H., übereinstimmend mit dem Wappen der Maria Helena Gräfin v. Kollonitz, geb. Freiin v. Mcggau, in der ap-probirten Ahnentafel der Maria Eleonora Gräfin v. Kollonitz, im theresianischen Damenstifte auf dem Hradschin zu Prag,. — III. (Gräfliches 1619) (loviert mit dem Stammwappen im Herzschild, welch1 Letzterer auf der Brust eines schwarzen Doppeladlers liegt. 1 und 4 in Both eiu durch eine Krone gesteckter, natürlicher Holzschlägel. 2 und 3 in Silber ein gemeines, rothes Kreuz iKreuzcn). - Zwei gekr. Helme, zwischen welchen ein gekr-, schwarzer, golden bewehrter Doppeladler auf dem Schildesrande steht. 1. Offener rother. je mit den drei goldenen Schaufeln belegter Flug. Decken: roth golden. 2. Wie das 2. Feld bezeichneter Flügel. Dccken: roth-silbern. (Nach Bietstap's Armorial general. Im Diploms-Concepte im k. k. A.-A. zu Wion kommt keine Wappenbeschreibung, wohl aber dio Erwähnung einer Wappenbesserung vor . . G. A. Mülverstedt, kömgl. geh. Archivrath und Staatsarchivar hat laut seines „Abgestorbener Adel der Provinz Sachsen" keine des Geschlechtes Meggau im Mcisscn'sclicn, wohin', Höh. dieselben versetzt, finden können nnd ist Ersterein diese Familie, nur im Chnrkreise Sachsens auch im Stifte Merseburg angesessen und dort im XVI. Jahrhnndertc erloschen, bekannt geworden. Heinemann v. M. lebte 1358. — Der Knappe Alb- IV. 5. recht v. M 1380. — Helferich v. M. bosass im Jahre 1465 ein Bittergut zu Ostrau und ein anderer Helferich und dessen Brüder hatten 149Ü uud 15<)9 Neydeck, Börnsdorf nnd Walda im Amte Liebenwerda inne. Melchior v. M., ein Sohn des Helferich v. M. zu Ostrau, J. U. Doctor. Domherr zu Brixen, Magdeburg, auch zu Passau, 1490 Bischof zu Brixen. wurde 1503 Cardinal, dann päpstlicher Legat am kaiserlichen Hofe und starb zu Born ao. 1509. Sein Brnder Caspar, welcher in kaiserlichen Diensten Hofrath wurde und 1506 iu Tyrol gestorben sein soll, hatte einen Sohn Iiclferich hinterlassen, der von dem Oheiui-t'ardinal erzogen worden war und, - aus der Erbschaft nach diesem zu ansehnlichen Mittelp. gelangt, — in Oe o. d. E. 1523 durch Kauf von den Scliweinpöcken die Herrschaft Kreuzen erwarb. Derselbe hatte sich schon bei der Belagerung Wien's durch die Türken hervorgethau, übernahm nach dem Tode Cyriak's v. Polheim dio Verwaltung der i.an-deshanptmannschaft iu Oe. o d. E und wnrdu bald darnach zum wirklichen Landeshauptmann bestellt, welches Amt er bis zu seinem Ableben am 6. 2. 1539 versah. Erst mit Magdalena Fischbeckin von Vorchdorf verehelicht, welche ihm das Gut Seebarn in N.-Oe. einbrachte, erblühte ihm aus der zweiten Ehe mit Veronica von Mainburg ein Sohn Ferdinand Hclfrich I. (t 19. 7. 1585 '. welcher die väterlichen Güter ererbte, in N.-Oe. 1567 und 1578 mit der Herrschaft Babenstein begütert erscheint, 1564 die Stelle oincs l.audrathes iu Oe o. d.E., bekleidete, mit Diplom d. d. Wien 12. 10. 1571 den Frei-herreustand erlaugte uud unter dem 28. 5. 1582 Landeshauptmann in diesem Erblande wurde. Aus seiner ersten Ehe mit Ursula Giengerin. deren zwei Schwestern mit den Brüdern vonLöbl verehelicht waren, und aua der zweiten mit .-usauna Herrin von Harrach (verm. zu Grein-bnrg 2U. 5. 1576; entsprossen vier Söhne, Hanns t'aspar uud F s Gut unmittelbar vor ihnen, zwischen 1795 und 1797, im Eigunthume des Johann Michael Freiherrn von Neuburg gestanden hatte, dessen Fainilio mir sonst unbekannt geblieben ist. eben so wie jciu des Anton Freiherrn von Kern auf Zellerreith, dor im Jahre 1802 Teufti.-nbach nach den Freiherrn v. Moggenliofen inno hatte. Letzter■ sind noch zu Endo des vorigen Jahrhundertcs oder bald darnach erloschen. (Landtaf.; N. S. f bayr. Geschlechter). 3Bellnbi-unner. (Taf. 59). Wappen: I. In Gold, aus dem Fussrande wachsend, zwei schwarze Steinbockshörner au ihrer Hirnschale, in jedem Schildeseck von einem rothen Sterne begleitet. — Gekr. Helm: Goldenor Flügel mit don Steinbockshörnern belegt. Decken: schwarz-golden. - II. Geviert. Iuud4 Stammwappen. 2 und 3 in lilau (?) ein schwarzer, mit drei goldenen Sternen belegter Schrägbalken (Fürlpeck). (H.: wegen I-urlpock auch N. S. t hayr. Geschlechter;. Cunrat M., 1373 Hofrichter zu Linz, wird von Ennenkl als Erstbekannter des Geschlechtes bezeichnet. — Andre und Stephan M. vertrugen sich am Georgstag 1419 mit der Wittwe ihres Bruders Hanns, Frau Braid. — Dankwart, Matthäus und Sigmund, Söhne des Andreas, gaben am Samstag nach Erasmus 1437 ihrer Schwester Ursula fünfzig Pfund Pfennige Heirathsgut anlässlich deren Verinälung mit Thomas Viornoyser zu Ulrichsberg, der sie bald als Wittwe hinterliess, worauf Ursula den Oswald Sintzinger ehelichte. — Ihre drei Brüder brachten im Jahre 14f>3 von Balthasar, Sigmund uud F^rasmus den Tragenrcutcrn Gebrüdern den Sitz Altenhof im Miihlviertel an sich, mit welchem sie sammt drei Hofstätten, vier Gütern zu Palmanstorf. zweien zu Kareleinspach, zweien zu Unhollnöd, der „Owzall" in der Pfarrkirchuer Pfarro, einem Gut zu Pagendorf, einem halben Hofe zu Vol-kerstorf in der Pfarre Sarlcinsbach und mehreren Zehen-ten am 12. 4. 1456 durch König Ladislaus belehnt wurden — Ob sie Descendenz hatten, ist nicht bekannt. 1485 gehörte Altenliof bereits dem Ulrich Herleinsberger. Dankwart M. zu Altenhof stiftete noch am 28. 5. 1471 in U.L.F. Gottcshauso zu Pfarrkirchen mit seinem Gute zu Unhalduöd am oberen Ort einen Jahrtag. Hanns II., vermält mit Sophia v. Oberhaiiii. wäro nach Holl, ein Sohn des Stephan gewesen. Sqjno Ehefrau, welche mit Kaufbriefen vom Samstag und Montag vor Droikönig 1467 von Hanns Schmidleuthner, Bürger zu Freistadt, verschiedene Güter. Zehente und Gülten in den Pfarren Naarn, Freistadt, St Marienkirchen und Grieskirchen erwarb, hatte ihm drei Söhne zur Welt gebracht, Georg I., Hanns III. und Sebastian L, von denen der Letztere ledig starb, nachdem er all' seine Güter in Oe. o. d. E. den Söhnen seines Bruders Ilanns. nämlich Wolfgang und Hanns IV.. verändert hatte. Deren Vater, Hanns III. hatte am Samstag nach St. Stephan im Schnitt 148,"> von seiner Gemalin Ursula Bottthaler deren väterlich ererbten llof zu Rohr (bei Plattling in Niederbayern?) erkauft, trat aber erst in deu unangefochtenen Besitz desselben, nachdcin er sich am Donnerstag nach St. Veit 1488 mit Balthasar Sicgenhaimcr v. Thurnstein verglichen hatte. Ei hinterliess drei Söhne, die beiden Vorgenannten und Georg IL, welcher Chorherr zu Reichersberg wurde. Wolfgang gelangte nach neuerlichen Bechtsstreitigkeiten in den Besitz des Hofes Rohr und wurde im Vereine mit seinem Bruder Hanns IV. am Montag nach Maria Himmelfahrt 1494 mit den, von dem Oheime Sebastian erkauften landesfürstlichen Lehensstücken belehnt, welch' Letztere mit Brief d.d. Montag nach Lichtmess 1520 an Bartholomäus v. Obcrhaim zu Marspach voräussert wurden. — Ob Wolfgang nnd Hanns IV. Succession hatten, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammten von ihnen oder von einem dieser beiden jene Mellabrunner ab. welche noch im Jahre 1609 unter dor schwäbischen Reichsrittcrschaft erscheinen und dio das Ffirlpeek'sohe Wappen vereint mit dem eigenen alten Stamiusuhihlu führten. (ieorg 1., llannseiis I. Sohn, hatte aus unbekannter Ehe zwei Söhne, Wolfgang II. uud Sebastian II. erworben, von welchen der Erstere am Palmsonntag 1509 von Hanns .-challer zum Prnudthof don Sitz Rudloinsdorf im Machlande erwarb. Derselbe erschien 1524 und 1528 auf den Landtagen zu Linz unter der Ritterschaft. Am Sonntag esto mihi 1515 hatte er seine Heirathsabrede mit Rosina v. Hoheneck geschlossen, welche Ehe jedoch, wie Holl, vermuthet, kinderlos geblieben war. Wolfgangs Bruder Sebastian II. veräusserte am Christi Himmelfahrtstage 1535 alle seine in Oesterreich und Bayern gelegenen Güter an die Brüder Hanns, Martin und Leo v. Hoheneck und soll hierlands als der Letzte seines Namens gestorben sein. — (H.; R.-M.; N. S. f bayr. Geschlechter; Stmadt-Velden). ' .Heran. (Taf. 59). Wappen: I. (Brandhofen 1834) Geviert mit silbernem Herzschild, darin ein rother Löwe. 1 und 4 in Both OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •203 ein silbernes Krenz. 2 nnd S in Blau auf grünem Boden ein weisses „Alpenscliloss" mit schifergrauem Dach, in der Mitte vorspringender Kapelle und dahinter sich erhebendem Thurme. Den Bückschild umgibt eine von Roth und Silber gestückte Einfassung. — Drei gekr. Helme: 1. Wachsender rother Löwe. Decken: roth-silbern. 2. Pfaucnstutz. Decken: roth - ailbern, blau-silbern. 3. Wachsende, blaugekleidete Jungfrau mit abfliegenden, blonden Haaren, beide Hände anf die Hüften gestützt. Decken: blau-silbern. (K.k. A.-A.;. — II. (.Meran 1815) Gespalten mit von Oesterreich und Habsburg gespaltenem ilerzschildc. Vorn getheilt; oben in Silber ein rother Löwe, unten in Blau ein goldener Adler (beide Felder wegen Meran). Hinten die vier Felder von Brandhofen wie Wappen I. Den Rückschild umgibt dio roth- und sil-bergestiiekte Einfassung. — Fünf gekr. Helme: 1. Der blaugekrönte und ebenso bewehrte rothe Löwe vou Habsburg, wachsend. Decken: roth-golden. 2. Der Pfauenstutz von ('esterreich. Decken: roth-silbern. 3. Goldener Straussenfederbusch, belegt mit einem schrägen, rot heu Turnierkragen (Meran). Decken: roth-silbern. blau-golden. 4. Das Alpenschloss zwischen offenem blauen Fluge. Decken,': blau - silbern. 5. Die blaugekleidete, wachsende Jungfrau. Decken: blau-golden. (N. S. Tyroler Adel). Die romantische Sage über dio erste Begegnung Sr. Kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Johann und der Postmeisterstochter von Aussee Anna Plochl ist zu bekannt um sie hier zu wiederholen. Die Ehe wurde am 18. 2.1827 geschlossen und mit Allerhöchstem Handschreiben d. d. Wien 14. 3. 1834 und Diplom vom selben Tage erhob weyland Se. Majestät Kaiser Franz die erzherzogliche Gemalin in den Freiherrnstand mit dem Namen „von Brandhofen." Der Ehe ent-spross am 11. 3. 1839 ein Sohn. Freiherr Franz Ludwig Johann Gregor, welcher 1842 in die Tyroler Adelsmatrikel eingetragen, am 24. November desselben Jahres stimm.n-einhellig in den alt-rudolflnischen Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen und durch weyland Se Majestät, Kaiser Ferdinand I. d. d. 30. 12. 1845 im Vereine mit seiner Mutter in den Grafenstand mit dem Namen „von Meran" gesetzt wurde. Der Erzherzog starb am 11. 5. 1859, die Grälin Anna von Heran, welche am 0.1. 1804 geboren war, erst am 4.. S. 1885. Der vorgenannte einzige Sohn Prauz Graf von Meran, Freiherr von Brandhofen, Besitzer des Fideikommisses Schünna mit Ober- und Unter-Thürn und des Lehensgutes St. Valentin in Tyrol, ferner der Allo-dialgiiter Stainz und Brandhofen in Steiermark, Herr und Landmann in Tyrol, Ritter des Ordens vom Goldenen Vliess. erbliches Mitglied des Herrenhauses des Bcichs-rathes, k. k. geh. Bath und Major bei den Landesschiitzen zu Pferd in Tyrol und Vorarlberg, hat sich am 8. 7 1862 zu Ottenstein mit Theresia Gräfin von Lamberg vermält, welcher Ehe vier Söhne entsprossen sind: Juhaun geb. 26. 1.1867), Franz ;geb. 5. 10 1868), Rudolf geb. 9. 12. 1872; uud Albrecht (geb. 11. 12. 1874;. K. k. A.-A.; N. S. Tyroler Adel; H.-M.: gräfl. Taschenb.). JAeNttcuibeck. (Taf. 59). Wappen: I. Ein Balken. - Kleinod: Ein Hörner-paar. (Nach dem Siegel Hadmars v. Mezzenpach an seinem nachbenannten Verkanfsbriefe d. d. Wien, 14. 6.1346;; Archiv zu Gschwend). — II. In Silber ein schwarzer Balken. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter, offener Flug. Decken: schwarz-silbern. (N. S. f bayr. Geschlechter; H. und R.-M., wo als Kleinod anstatt des offenen Fluges ein Flügel verzeichnet ist). — III. (Messenbach zu Schwendt) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 gespalten; vorn Both. hinten von Silber und Schwarz dreimal getheilt (Vilser). — Zwei Helme: 1. Geschlossener Flug zum Stammwappen. Decken: schwarz- silbern. 2. Hörner, rechts roth, links von Silber und Schwarz dreimal getheilt. Decken: roth-silbern. (N. 8. t bayr. Geschlechter). Wolfgang M. führte in seinem Siegel 1475 die Schilde von Messenbeck und Vils nebeneinander, darüber den alten Helm; Bein Sohn Oswald das Stammwappen und jenes der Vilser gcviert, dazu ebenfalls das Stammkleinod). Die Messenbeck (Messenbach , bayerischen Uradcls aus dem Inviertel, hatten ihr gleichnamiges Stammhaus an dem Messenbach, einem Znflusso der Prüm, und erwarben iui Laufe der Zeit in dieser Gegend daB Schloss Ort (c. 1400), Bab '.Burippe) nach den Aichbergern, uud Schwent mit Kating. Sie kommen zuerst urkundlich mit „Reinhardus de mezzenpach" vor, welcher um dus Jahr 1190 eine Tradition Walthers v. Aicha nach dem Marienultarc zu Fornbach bezeugte. Da Reinhard hier an dor Seite eines Mongen-goz de brampach stellt, waltet kein Zweifel darüber, dasB er auf dem nachbarlichen Mezzenpach im Inviertel gesessen war, gleichwie Ortolf Mezenbac, welcher in einem anderen Formbach' r Briefe um das Jahr 1200 gleichzeitig mit Heinrich v. Waldeck und Wernhart v. Brauibach erscheint. Wiguleus Hund waren diese Zwei nicht bekannt; er nennt als Erste des Numcns einen Wernhard Messcnbcck, Karl und Walther fratres die Messenbeckon ao. 1260, Wernhardus de M ao. 1280. Es dürfte dieser Wernhart derselbe sein, welcher um die gleiche Zeit in passau'schem Bischofsdienstc nach ' 'esterreich ob und unter der Ens kam und seine Descendenz dorthin verpflanzte. Diese, oder vielleicht er selbst schon, baute im Truunviertel an der Laudach ein neues Haus, das ebenfalls Mcssenbach benannt wurde. Wohl fehlt darüber, dass dortselbst dieser österreichische Zweig thatsiichlich gesessen war, nähere urkundliche Nachricht, der Umstand aber, dass Wernhurd's Nachkommen Güter iu dem nahen Viechtwang inne hatten, lässt kaum einen Zweifel obwalten, dass Messenbach an der Laudach, bei Vorchdorf, in der That dem Geschlechto zugehörte. — Wernhardus de Mezzcnbach bezeugte zu St. Pölten aui 25. 10. 1281 einen Uebcrgabsbrief des Buger Pranter an den Bischof von l'assau, Zehente zu Naaru betreffend, am 25. 7. 12K5 eine Scelgcrätlistiftung der Brüder Ruger und Arnold v. Biberstein nach Kloster Wilhering und zu Ebelsberg am 18. 10. 1286 die Genehmigung des Bischofes Bernhard von Passau über einen Gfitertauseh zwischen dem Pfarrer von Linz nnd Chunrat von Capellen - 128.~i führte Wernhart den Ehrentitel „Herr." Er wurde 129.~i Kai. Juu. bei den Minorit<-u zu Wien beigesetzt, wo er im Nccrologium „.Magister Domini Ducis" genannt ist. Ebendaselbst siud bestattet Veronica Mezzenpeckin und deren Schwester Sophia do Charlsberg, quae obiit MCCCXXXVI III. Idus April. Wernhard der Jüngere, meist au der Seite der l'iber urkundend, ebenso wie sein Vater i?i Wernhard der Aeitere, und mit den Piber, den Prüschinkeu, den von Strahen nahe versippt, bezeugte zuerst d. d. Grozenstein 11. 11. 1300 einen Verkaufsbrief Pemhart des Nadernpcch über dessen Eigen bei der Scharten an Ulrich und Buger die Prüscbinkcii, liess sich im nämlichen Jahre von seiner Schwiegermutter Pendit (Benedicta' von Vtcrstettcn deren und ihrer Kinder Antheile an dem Gute zu Vreindorf abtreten und führte am 28. 8. 13»8 in den Reverse der Söhne Rugers des Prüschinken an Peter von Lobenstein, als diese von Letzterem das Haus Freudenstein übernahmen, als „Freund" der Prüschinkeu und deren Bürge bei diesem Akte, bereits den Titel „Herr". — Am 21.9. 1309 .ze wilperch in demliovse" verkaufte Otachar Piber von Piberstein ein Gnt zu Haemperigc und eines zu Tobel an Gundacker v. Starhemberg für seinen Oheim Herrn Wernhart von Messenpach, welch Letzterer am 15. 8.1318 mit Willen seiner Hausfrau Gertraud und all' seiner Erben den Weingarten, Hoflnger genannt, zu Tiernstein in 204 OBEBÖSTEBEEICHISCllER ADEL. N.-Oe. an Peter in dem Tau, Bürger zu Liuz, versetzte nnd dieses Gut an den Nämlichen d. d. 27. 5. 1322 im Einverständnisse mit seiner vorgenannten Ehewirthin nnd seinem Sohne Hadmar veräusserte. Ueber anderen G iiter-besitz Wernhards v. 31. sprechen noch nachstellende Briefe: 31. 10. 1324; Wernhard v. AI. verpfäudet dem Stifte Wilhering für eino Schuld das Gut „Chnogel" bei Bieberstein. — 19. 5. 1331; Alber v. Volkcnstorf nnd seine Hansfrau gebeu an Eberhart v. Wallse das Haus zu Vorchtenstein (in Obersteier) und Güter zu Viechtwang (im Traun viertel), was Alles ihr Satz gewesen ist von Wernhart dem 3Iozzenpeck, zu Pfände. — 8. 9. 1332; Wemb. v. 31. verkauft im Vereine mit seiner Hausfrau Gertraud an Heinrich den Steinpeck lehenbare Güter zu Freudenstein im Miihlviertel und zu Wien am 21.9. !339 bezeugt Wernhart, dass er dem Herzoge Albrecht 100 Pfund ledig gelassen habe, welche er ihm aus dem Satze Albers v. Volkcnstorf eingeantwortet habe. — Wernhart hängte an dieso Urkunde sein Siegel mit dem Balkenschilde. — Er erscheint das letzte Mal. jedenfalls schon hoch an Jahren am 10. 3. 1351, den Brief Wilhelms v. Paun-garten besiegelnd, womit dieser sein halbes Haus zu Paun-garten au Kunigunde v. Winden versetzte. — Von seinen Iieibeserben sind uns verlässlich nur der Sohn Hadmar und eine Tochter bekannt, welche zufolge einer Schenkung Ulrichs v. Tann d. d 14. 8. 1349 au das Spital zu Gmunden, jährlich ein halb Pfund Pfennige gereicht werden musste. Hadmar v. Mezzenpach und Agnes seine Hausfrau verkauften zu Wien am 14. G. 1346 das halbe Dorf Hohrbach, Pfarre Hainfelden, an Stephan von Hohenberg, der eine Gülte daselbst schon am 4. 7. 1338 vou Zmiel von Zuczgras .der Mezzenpecliinu prneder" an sich gebracht hatte. Hanns Messeubeckh zu Lanzendorf in N.-Oe., welcher 1367 drei Strich Feld zu Himberg nächst Wien erkaufte, könnte Hadmars Sohn gewesen sein. Er stiftete einen Jahrtag in der Kirche zn Himberg, wo er auch begraben wurdo und anf einem Seitcnaltaro dortselbst, den noch Strein v. Schwarzenau gesehen haben will, soll Hanns mit seinen sechs Söhnen abgebildet gewesen sein. — Ueber Letztere jedoch, wio weiter über diesen österreichischen Zweig sprechen keine Urkunden mehr. Heinrich der Mezzenpech, welcher am 24. 5. 1371 einen Brief Buger's von Orden an das Domkapitel zu Passau uud am 24. September desselben Jahres einen Urteilsspruch des Niclas Wendelstaiu zu Gunsten desselben FIochstifteB bezeugte, gehörte wohl dem Haupt-stamme im Inviertel au, der sich in dioser seiner Heimath früh in zwei Linien theilte, zn Ort und Bab nnd zu Schwent Aus der Ersteren kommen urkundlich vor: Ulrich 1397; Ulrich, Burghüter zu Schärding, 1416, 1423; Wernher 1432; Hanns Messcnbeck zn Ort 1436, 1451; Lazarus, vermält mit Amalei, des Paul Aicliberger zu Bab Tochter, 14.~>3; Lazarus, uxor Ursula, 1466; seiner Kinder Vormund ist Oswald 3Iesscubeck. Pfleger am Werdenstain, ao. 1476 gewesen; die Wittwe des Hanns 31. zu Bab nnd Ort, 3Iargarctha v. Laiming, war 1518 in zweiter Ehe mit Friedrich Mautner zu Katzenberg, Bitter, vermält. Von der zweiten Linie hatte Herr Wernher M, Bitter, vermält mit Susanna v. Weichs, einen halben Antheil von Schwent im Besitze. Sein Sohn Christoph Georg starb unverehelicht. Oswald 31. war in erster Ehe mit Magdalena Holienfelderin vermält und erwarb mit ihr den Sohn Seifried (L); die zweite Hausfrau, Ursula v. Trenbach zn Wildberg, gebar ihm dio Sülmo Burghart nnd Achaz (I) Burghart if 1532), Pfleger zn Grempel-stein, war 1) mit einer Ferabeckin, 2/ mit Margaretha Löschin vermält. Ueber oino weitere Deseendenz .seines Sohnes erster Ehe, Sylvester ist nichts bekannt. Daniel, des Letzteren Stiefbruder, Bath zu Burghausen, dann Kastner daselbst, starb als Pfleger zn Friedberg, 1580. Derselbe hatte zu München am 12. 5. 1560 Hochzeit mit Ehrntraut von Fraunberg, dann zu Burghausen am 14. 2. 1 "<7-1 mit Maria Jakoba von Tandorf gehalten. Seine Tochter erster Ehe 3largaretha ward mit Cyriacus v. Preysing getraut. — Seifried I. war mit Sabina Bamseder vermält, die ihm den Sohn Achaz (IL) gebar, welcher 1535 mit Veronica Mautnerin v. Katzenberg verehelicht gewesen ist, nach welcher er Dorothea von I.apitz zur Gemalin nahm. Sein Soliu erster Ehe Seifried IL zu Schwent und Diepolting vermälte sich 1) mit Susauna von Thuru. 2) mit Bosina von Preysing, deren Tochter Maria Veronica zu Wels am 18.9.1594 mit WolfHector Jagenreuther von Pernau getraut wurdo Sigmund, aus der ersten Ehe Seifried's II., hatte Melusina Kärglin zur Ehefrau. — Ob dieser noch Succession hatte, ist mir nicht' bekannt geworden. (U. B.; N.2S. f bayr. Geschlechterj Wig. Hund.; Lamprecht, topograph. Matrikel des Landes o. d E. und desselben Geschichte der Stadt Schärding; der Wiener 31inoriten-Necrolog im XII. Bd. der Berichte des Wiener Alterthums-Vereines; B.-M.; H ; W.) Heurl. (Taf. 60>. Wappen: I. Ein Hirsch (Nach dem Siegel de3 Hanns Moeurl au der nachbenannten Urkunde vom 24. 4. 1364; Stiftsarchiv zu Schlierbacli). ~ II. In Blau ein goldeuc-r Hirsch. - Kleinod: Halber, goldener Hirsch. Decken : blau-golden (H. uud R.-31) Friedrich Muerrleyn erscheint am Lichtmesstag 1294 in dem Briefe Eberhart's und Heiiirich's von Wallse als Gläubiger derselben mit 30 Pfd. Pfennigen. Dass er dieser Familie angehörte, möchte ich eher bejahen als verneinen, Hanns Muerli verschrieb sich am 10. 8. 1361 im Vereine mit Hanns v. Seuseneck, Otakcr dem Wolfstain und Chuntz v. Meileinstorf an Herrn Friedrich von Wallse von Ens für eine Schuld von 200 Pfd. Wiener Pf., siegelte am 24. 4.1364 einen Verkaufsbrief Gundackers von Wildberg an dessen Oheim Heinrich von Schönau und verpflichtete sich am 8. November desselben Jahres in dem Verkanfsbriefe der Brüder Hanns, Philipp und Wolfgaug der l'remzzer an Eberhard von Wallse den Preis der zu veräussernden Güter zu bestimmen. Sollte der Handel nicht zu Stande kommen ,.so sein wier dem Hansen Muer-lein lantrichter ob der Ens vcrwalleu hundert phunt alter wienner münz, darumb er uns wol gevodern mag ze laisten gen l.intz in die stat in ein erber oifen gasthaws oder ain erbern chnccht mit drein phersten an unser stat und da laisten als lang, untzen daz er der obgeschriben hundert plmnt phenning gancz und gar bericht nnd gewert wirt." - Hanns erscheint nach Höh. noch in den Jahren 1386 und 1395 urkundlich und hatte bereits den nach Sippachzell eingepfarrten Sitz Leombach im Traunviertel inne. Sein Sohu Leonhard vormältc sich mit Maria von AI-brechtsheim, welche ihm drei Söhne, Ulrich, Hanns II. und Bernhard zur Welt brachte, von denen Ersterer und dessen Gemalin, eino von Zinzendorf, zu Sippachzcll bestattet worden sein sollen. Bernhard ist 1-166 Weih-bischof zu Passau gewesen. Hanns II. war am 3Iontag nach St. Georg 1463 Sprnchmann in einem Vortrage der Gcu-mann, vermälte sich zum ersten 3lale 1470 mit Elisabeth Thurnbergerin und nach dieser mit Elisabeth v. Messen-beck zu Ort, deren Heirathsgut er am Donnerstag nach St. Laurentius 1483 sicher stellte. Sein einziger Sohn (1. Ehe) Bernhard (II.) Meurl v. Leombach starb am Samstag nach Lactaro 1514 als der Letzte seines Namens, nachdem er kurz vorher den Sitz Leombach an Georg Sighartcr veräussert hatte. Er soll mit einer von Fircliing vermält gewesen sein nnd seine Tochter Apollonia wäre OBERÖSTERREICHIS« 'HER ADEL. 20ö nach Holl, dio Gemalin Adams Herrn von Traun geworden, (U.-B.; Stiftsarchiv zu Schlierbach; H.; R.-M.) Hejeibcrg (früher Marinitsch von Mayeritsclihofen). (Taf. 00;. Wappen: I. [1638; Geviert mit silbernem Hcrzschild, darin ein Geharnischter, welcher in der Hechten eine Lanze hält und die Linke in die Seite spreizt. I und 4 iu Roth ein silberner, mit drei rothen Rosen hintereinander belegter Schräglinksbalken. 2 und 3 in Schwarz ein goldener Löwe. — Gekr. Helm: Zwischen olfenein, rechts von Silber und Both, links von Schwarz und Gold getheiltem Finge ein goldener Stern. Decken: schwarzgolden, roth-silbern. (K.k. A-A.). — II. 1700; Geviert, mit gekr. rothem Herzschild, darin eine silberne Lilie. 1 in Gold eine guzinnte, weisse Qnadernmauer, auf dieser stehend ein schwarzer Doppeladler mit überschwebender Kaiserkrone, die Brust mit einem goldenen _L" (Leopold) belegt. 2 in Blau ein gekr. goldener Löwe, in der rechten Pranke eineu silbernen Stern vur sich haltend. 3 in Blau ein goldener Speer, begleitet von drei (2, 1) silbernen Sternen. 4 in Gold ein hoher, weisser, mit einem Herzogshute gekrönter Fels — Zwei gekr Helme: 1. Der Doppeladler des 1. Feldes. Decken: schwarz-golden. 2. Ein nackter .Möhr mit einem Schnrz von vier, schwarz-gold-roth-silbernen Straussenfedern, einem an goldener Schnur umgehängten, goldenen Köcher, das Haupt mit vier, silbern-roth-gold-schwarzen straussenfedern besteckt, in der, in die HiU'te gestemmten Linken einen goldenen Bogen, in der Beeilten drei vcrschränkto „Tiirkkische Pfeil" in die Höhe haltend. Dccken: roth-silbern. (Diplom im Landesarch.). In dem im k. k Adels-Archive zu Wien erliegenden steyrischen Siegelbuche, welches ehemals zn den Akten der zu Graz bestandenen Hofkanzlei gehörte, findet sich unterm 3. 10. 151)6 die Bemerkung, dass dem Blasius Marinitz .ein Wappen mit der Cron und Lebensartikel" verliehen worden sei. Mit Diplom d. d. Wien, 7. 4. 1038 erhob Kaiser Ferdinand III. den Kriegs-Vcrpflegungs-Conimissarius und Stadtrichter zu Klageufurt Blasius Märinitsch und dessen Leibeserben zu des H. B. Reichs- und der Erblande Lehensgenossen und Edelleuten, in Ansehung der willigen Dienste des Blasius M., dann insbesondere jener seiner zu Cividalo in Italien entsprossenen Vorfahren, des Maximilian, Adam Bartholomäus und Wolf Märinitsch, die sich nm das Haus Oesterreich wider den Erbfeind christlichen Namens und unter Kaiser Carl V. während der in Italien schwer geführten Kriege hervorgethan haben. — Dem Blasius M. ward bei dieser Gelegenheit das Prädikat „von Mayeritsch-hoffen" verliehen und das seit 1596 geführte Wappen gebessert. Der Sohn des Letzteren, Caspar Balthasar, schliesslich Schlossverwalter der kaiserlichen Herrschalt Pottendorf in N.-Oe., „hat wegen seiner adelichen Exercitien und erlernten Sprachen bei verschiedenen kaiserlichen Ministris und fürstlichen Personen mit guter Vernunft Baths- und Secretariats-Stellen vertreten und sich in des Kaisers eigenen Angelegenheiten zu Allerhöchst dessen gnädigster Vergnügung gebrauchen lassen," Verdienste die Caspar Balthasars Sohne Philipp Oswald, des n. ö.'schen Land-marschall-Gerichts Weissboten, zu Gute gerechnet wurden, als derselbe durch Kaiser Leopold I. mit Diplom d. d. Wien 19.3.1700 in deuBeiclis- und erbländischen Ritter-stand, unter Hinwcglassung des Gcschlechtsnamcns und Prädikates und Verleihung des Namens .Edler von Meyor-berg erhoben wnrde. Philipp Oswald Edler von Meyerberg, Reichsritter, (t 17. 11- 1740) wurde 1708 kaiserl. Hofkammerrath, fügte zn seinem, schon 1705 erstandenen Besitze Ebendorf IV. 5. in N.-Oe. 1717 das Gut uud Scliloss Hagendorf, erhielt unter dum 11. 12. 1712 seine Aufnahme in den jungen Bitterstand Oe.'s o. d. E. und ist endlich auch am 9. 9. 1719 bei der n.-ö.'schen Landschaft den neuen Ritter-standsgesclilcchtcrn einverleibt worden. — Mit seiner Gemalin Elisnbcth v. Ambling (•;• 17. 9. 1744) hatte er vier Söhne, Johann Ferdinand, Josef Ignaz, Carl und Philipp Ferdinand, welcher Landrath in Oo. o. d. E- wurde. — Josef Ignaz. k. k. Hauptmann, vermälte sich mit Anna v. Thalien, die ihm einen Sohn Johann Augustiii gebar. ~ Johann Ferdinand, Herr zu Ebendorf uud Hageiidorl', ehelichte 1) Katharina Freiin von I.ndwigstorf, von welcher er einen Sohn, den nachmaligen n.-ö.'schen Landrath Josef Ferdiuand v. M. hatte, — 2) Maria Autonia von Engelshol'eii, die ihm den Sohn Franz Josef gebar, der iu der Folge Ausschnss und Verordneter des Ritterstandes iu N.-Oe. wurde. Letzterer hinterliess einen Sohn Franz, welchem am 8 3. 1805 der Uebertritt von dun neuen nnter die alten Ritterstandsgeschlechter iu N.-Oe. bewilligt wurde. Ob die Familie schon erloschen ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. (K. k. A.-A.; Akten im Landesarch.; R.-M.; II ; W.) .TBIkmjexI (jetzt Migazzy). (Taf. GO). Wappen I (Stammwappen, welches ao. 1458 von K. Friedrich III. dem Guilielmo de Migaziis verliehen wurden sein soll;. Im von Schwarz und Silber geviertelt Schilde eiu blauer mit drei schräg gestellten goldeneu Lilien hintereinander belegter Schrägbalken. — Genr. Hehn: Zwischen offenem. schwarzen Fluge wachsend ein gekr. Pfauenrnmpf. Decken: schwarz-silbern, schwarz-golden. — II. (Gräfliches 1098,. Schild wie vorhin, jedoch im linken Obcrcck des ersten und rechten Untereck des vierten Feldes eine goldene Sonne, im zweiten nnd dritten Felde ein schwarzer Zinneiithurm. — Drei gekr. Helme: 1. Dia Sonne. Decken: schwarz-silbern. 2. Das Stammkleinod. Dccken: schwarz-silbern, schwarz-golden. 3. Der Thurm Decken: schwarz-golden. (Beide Wappen nach der legalisirten, im Landesarch. zu Linz erliegenden Ahnentafel des Christoph Vincenz II. Grafen von Migazzi. Im N. S. Tyroler und Böhmischer Adel erscheint als Stammkleinod ein gekr , schwarzer Adler;. Ein altes trientiner Geschlecht sollen die Migazzi ihre ursprüngliche Heiinath in der schweizerischen Landschaft Valteliu gehabt haben und ihre ununterbrochene Stammreihe von Humbert Migazzi (1251) ableiten. So erzählt das histor.-herald. Handbuch der gräfl. Häuser. - Julian von M. erlangte d.d. 14.0. 1578 durch Kaiser Rudolf II. eine Bestätigung seines Rcichsadelsstandes und Jnstininu als kaiserl. Oberst in Ungarn, wie auch Johumi Kaspar als kaiserl. Hauptmann, dann vor dem Feinde in Flandern geblieben, wurden Beide s. d. 21. 3. IGOli von demselben .Vonarchen in den ßeichsritterstand erhoben. In den Freiherrnstand gelangte die Familie nicht; dagegen wurde Vincenz (geb. 6. 10. 1071, f 1722; Sohn eines jüngeren Johann Caspar von Migazzi zu Waat und der Theresia Anrelia Gräfin von Melchiori, — welcher erst in kaiserlichen Kriegsdiensten stand, dann als kaiserl. Kämmerer nnd oberösterreichischer Rcgierungsrath zu Insbruck fun-girte, - durch Kaiser Leopold I. d. d. 5 7. 1698 mit dem Prädicate „zu Wall und Sonnenthurm" iu den erbländischen Grafenstand erhoben. Graf Vincenz hinterliess aus seiner Ehe mit Barbara Catharina Freiin von l'rato zu Segauzano drei Söhne, Michael Kaspar |Franz, welcher den Stamm fortsetzte. Ferdinand Vincenz (geb. 1711, t 17-18/, in der Folge k. k. Kämmerer, Feldmarschall-licutuant uud commandirender General in Tyrol, und Christof Bartolomäus Anton (geb. 20. 10. 1711) Cardinal Fürsterzbischof zu Wien. ____ Michael Caspar Franz (geb. 21.7.1708, 18.7.1771), 52 206 OBEBi iSTEKBElCHISClIER ADEL. k. k. Kämmerer und geh. Eath, Stadtliauptmaun zu Trient und Roveredo, brachte im Taborcr Kreise Böhmens dio Herrschaft Chotovin nnd das Gut Roth-Zalior an sich, auf Grund welcher Besitzerwerbungen er am 12. 2. 17til das böhmische Incolat im Herrenstande erhielt. Das ungarische indigenat wnrde ihm unter dem 4.3.1761 zu Theil. Sein aus der Ehe mit Maria Franziska Margaretha Gräfin von Trapp entsprossener Sohn Christof Vincenz I. (geb. 8. 11. 1737). Herr zu Waal uud Chotovin. vermält 1763 mit Maria Anna Gräiin von Künigl, beschloss schon am 13. 6.1770 sein Leben, worauf der hinterlassene Sohn ("hristof Vincenz II unter die Vormundschaft seines Gross-oheinis, des commaudirenden Generals von Tyrol Ferdinand Vincenz Grafen von Migazzi kam. welcher im Mai des Jahres 1772 durch seiuen Bruder den Cardinal ein Gesuch an dio beiden oberen politischen Stände Oe.'s o. d. E. um Ertheilung der Landmannschaft an seinen Neffen und Mündel eiureichto, worauf Graf Christof Vincenz der Jüngere unter dem 0. 5. 1772 in den altrudolünischcii licrrenstand aufgenommen wurde. Die aus diesem Anlasse für denselben approbirten sechzehn Ahnen sind folgende : 1. Johann Caspar von Migazzi zu Waal; 2. Theresia Aurelia Gräün von Melchiori: 3. Felix Bonaventura Frey-lierr von Prato zu Seganzano; 4. .Maria Magdalena Gräfin von Spaur und Valor; 5. Johann Christof Trapp von Cur-irarg, Graf zu Mätsch: 6. Maria Franziska Gräiin Khaen von Belasi zu Lichtenberg nnd Gandcgg; 7. Josef Anton Sigmund Trapp von Curburg, Graf zu .Mätsch; 8. Anna Hendlin von tioldrain; 9 Johann Georg Graf Künigl von Ehrenburg nnd Warth; 10. Maria Anna Vitzthum von Eckstätten: 11. Karl Franz Graf von Mauleon; 12 Anna Katharina Gräfin von Cicon: 13. Johann Franz Graf von Trautsou zn Falkenstein; 14. .Maria Margaretha Freiin von Happach; 15. Michael Wenzel Unguad, Graf von Weissenwolf; 16. Ernestine Barbara Gräiin von Monte-cnccoli. Die weiter absteigende : tammreiho ist folgende: 1. Christof Vincenz IL (geb. 26. 5. 1765, f 18311, k. k. Kämmerer; Gem. Aloysia Antonia Gräfin von Thürheim (geb. 6. 8. 1767, verm. 12. 6. 1786, f 25. 6. 1851). — 2. Rudolf Christof (gob. 7. 5. 1787, t 29. 10. 1850), Majoratsherr auf Aranyos-Maröth mit Neudorf in Ungarn, k. k. Kämmerer; Gem. Mathilde von Szent-Ivänyi 'geb. 5. 3 1809, verm. 1. 11. 1827. t). k. k. Stkr. O. D. und Palastdaine. — 3. Wilhelm Graf Migazzy von Waal und Sonnenthurm (geb. 26. 2 1830), Majoratsherr, k. k. Kämmerer und Obergespan des Barser Comitates: Gem. Antonia von Marczibanyi (verm. 29. 3. 1853), k. k. Stkr. 0. I). Aus dieser Eho leben nur Töchter. — (Akten im Landesarcli.; H.-M.; N. S. tyrolcr und böhmischer Adel; gräfl. Taschonb.). 91111fr. (Taf. 60). Wappen: Geviert. 1 und 4 von Blau und Gold schräglinks getlieilt, darin ein farbengcwechsclter Löwe. 2 und 3 in Gold ein blaues Mühlrad. — Gekr. Helm: Wachseuder, goldener Löwe zwischen von Gold und Blau iibereck getheilten Hörnern. Decken: blau-golden. (B -M.). Hoheneck sagt, dass laut des Verzeichnisses jener Landlcuto in Oo. o. d. E . welche seit 1596 bei der Landschaft gegen Revers aufgenommen wurden, Georg Miller, gewesener kais. Landosanwalt in diesom Fürzherzogtluimc, am 30 8. 16-28 im Bittorstande immatriculirt worden sei, dass jedoch über seine Herkunft und sein Wappen nichts nnd nur so viel bekannt war, dass er ohne Kinder gestorben ist. In der neuen Ritterstands-Matrikel, wo man iu heral-dicis, wie schon des Oeftercn erwähnt, nicht sehr genau uud nur bemüht war. so viele Wappen als möglich anzubringen, ist gedachter Georg Miller mit dem oben bla- sonirten Schild und Kleinod eingetragen worden, dock konnte in deu Akten des k. k. Adels - Archives zu Wien unter den vielen „Müller-, die dort, allerdings zumeist erst nach dem Jahre 1628 iu dieser oder einer ähnlichen Schreibweise des Namens vorkommen, keine Familie mit vorstehendem Wappen gefunden werden. (IL; R.-M.; k. k A.-A.). MiiroTNky von A>ni)Ml. Taf. 60;. Wappen: I. (Stamm Wappen) In Roth oin silberner Pfahl — Kleinod: Von Ruth und Silber iibereck getheilte Hörner, aussen je mit sechs tincturcngewochseltcn Lanzen-spitzen besetzt. Decken. roth-silbern. — 11. (Gräfliches) Schild und Stammkleinod wio vorhin, vermehrt um einen 1. und 3 Helm, zu diesen je oin Bilbornor, schwort schwingender Löwe. Decken: durchaus roth-silbern. (II.-M.). Dio Mitrovsky, wappenvcrwuudt mit don von Roupov, F'remut und Mirkovskj von TropCic, Kanicky von Cachrov, van Schönanger, vou Borov, Spanovsky von Lissov und vielleicht wio die vou Roupov aus dem altou Stamme der Drslavec, hatten ihren ältesten Sitz zu Nemynl bei Jung-Wozic im Taborer Kreise und erscheinen urkundlich zuerst mit Litvin de Nemysl, strouuus lnilcs, welcher ao. 1377 als Grundherr und Kirchenpatron zu Hostie bei Jung-Wozic die dortige Pfarre mit einem neuen Seelsorger besetzte. Von den Söhnen dieses Stammvaters sass Litvin II. auf Bukov, Bohuslav und Andreas blieben anf Ncmyil und Heinrich der Aeltcsto von ihnen, aufPrudic beiJung-Wozic begründete deu Zweig der Wladyken von Prndic, aus welchem sein Nachkomme, Johann Spott von I'rudic auf Zieh und Nacliod 1502 in den böhmischen Herrenstand kam und die Bewilligung erhielt den Geschlcchts-nainen seines Schwiegervaters Johann Jenec von Janovic, Oberstburggrafen iin Königreiche Böhmen, des Letzten seines Stammes anzunehmen. Johann, ein Sohn des Andreas v. Nemysl, welch' Letzterer wohl identisch mit dem gleichnamigen Sohne Litvin's I. ist, erwarb die Burg Mitrovic im Taborer Kreise, nach welcher sich die Nemysl fortan Mitrovsky nannten, wenngleich Mitrovic schon im Jahre 1608 wieder aus ihren Händen kam. Aus der Ehe mit Alona von Malovec hinterliess Johann die Söhne Niclas und Bohuslav. von welchen dem Ersteren, Herrn auf Mitrovic. nach dorn Tode seines Vetters Litvin vou Nemysl auf Bukov durcli König Georg im Jahre 1465 die Burg Bukov zugesprochen wurde. Um diuse Zeit vorbreitete sich das Geschlecht nach Mähren, wo im Jahre 1593 Wenzel Mitrovsky v. Nemysl Assessor des Laudrechtos zu Olmütz und der Erste der Familie war, welcher sich in Schlesien niederliess. wo dio Mitrovskj' iu dor Folge und zwar vorzüglich in don F'ür-stenthümeru Troppau nud Jägerndorf reiche Güter erwarben, die seither aber Alle wieder aus ihrem Besitze gekommen sind. Am 26. 5. 170r. gelangten sie iu der Person des Landeshauptmaiiiischiifts-Assessor in Schlesien. Maximilian Ritter 31. v. N. in den böhmischen Freiherrnstaud, welcher auch dein königl Oboramts-Commissair Ernst .Matthias M. am 12. 3. 1716 zu Theil wurde -■■ Josef Freiherr v. M., kaiserl Oberstwachtmeister wurde am 22. 4. 1767 in dun erbläudisch österreichischen Grafenstand erhoben, in den zwei Jahre später, am 11. 9. 1769, auch die Söhne des vorgenannten F'reihorrn Ernst Matthias und dusseu Gemalin Maria Theresia geh F'roiin von Lhotsky, nämlich Maximilian Josef, k. k. Foldmarschalllieutenant, uud Johann Baptist, mährischer Gubernialrath, gesetzt wurden Diese Zwei sind dio näheren Stammvätor der beiden, gegenwärtig blühenden gräflichen Linien. Stammhalter der ersteren, mit Rozinka, l'ernsfein und Sokolnic in Mähren und Szarvas in Ungarn bogiiter- OBEiiÜSTERREICHlSCuEE AUEL. -'07 tcn Linie ist des Grafen Maximilian Josef Ur-Urenkel Vladimir (geb. 27. 7. 1861), einzig am Leben gebliebener Sohn des k. k. geh. Käthes Grafen Vladimir Mitrovsky von Mitrovic, Freiherrn von Nemysl und dessen zweiter Gemalin Jnlie, geb. Gräfin von Salis-Zizcrs Die andere Linie scheint mit ihres Begründers Urenkel, dem Grafen Anton Friedrich (geb. 14. 6. 1840), k. k. Kämmerer und Oberstlioutcnant a. D„ erlöschen zu wollen. Der Grossvater desselben Graf Anton Friedrich (geb. 1780, + 1812), Bitter des Ordens vom goldenen Yliesse k. k. Kämmerer und geh. Bath. auch Kanzler der vereinigten llofkanzlci, ist am 23. 4. 1811 in den alt-rudolfinischcn Herrenstand üe.'B o. d. E. aufgenommen worden. (H-M.; N. S. schlesischcr und böhmischer Adel. Jahresbuch 1881 der k. k. herald. Gesellschaft „Adler" in Wien; gräll. Taschenb.). HIbdota. (Taf. 60). Wappen: Iu Both ein silberner, mit drei schwarzen Bauten längsbelegter Schrägbalken. Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: roth-silbern. (Nach einer Freiherr Miadota sehen Ahnentafel). In den Beiträgen zur Genealogie des böhmischen Uradels von A. P Schlechta (Jahresbuch der k. k herald. Gesellschaft ..Adler" 1884) wird versucht die Miadota von Solopisk, bei welchcn der Taufunme Miadota zum Ge-schlcclitsnamcn geworden ist, und welche nach Vlasak'B altböhmischen Adel erst mit dem XV. Jahrhundert urkundlich erscheinen, zu welcher Zeit sie auf der Veste Solo-pisky, Bezirk Laun im Saazerkreise Böhmens süssen, bis in das XIII. Jahrhundert zurückzuführen und ihre ursprüngliche Heimat!) in deu Oaslauer Kreis zu versetzen, wo Miadota von Drust von König Wenzel, als dessen Untermundschenk, am 10. 4. 1805 mit dem dortigen königlichen Krongate Solopisk belehnt wurde. Nicht nur dieser wäre als Stammvater zu betrachten, sondern es gehörten wahrscheinlich schon dein Geschlcchte die Bitter Miadota, Wenzel, Martin u. Hermann von Podwek und Miadota von Selcan, welche am 30. 3. 1295 dio von llinco von Duba ausgehende Urkunde über einen Gütertanscli des Präger Bischofes bezeugten, desswegen an. weil sie auf. in der Famiiij Miadota gebräuchliche Kamen getauft waren und anf Podwek und Selcan als Nachbarn von Solopisk im (,'aslauer Kreise sassen. — So sehr dieso Umstände, bei solchcn Forschungen gewiss in Betracht zu kommen haben, so nothwendig wird es doch sein, dass iu der Hcimatli Böhmen, nacii weiteren Beweismitteln noch gesucht werdo. umsom.dir als zu Solopisk im Oaslauer Kreise im Laufe des XV. Jahrhunderts ein anderes Geschlecht gesessen zu haben scheint, aus dorn wieder ein Hermann im Vereine mit Mirek von Solopisk am 20. 3. 1434 als Kirchenpatron zn Solopisk erscheint, und welchcr Mirek der Stammvater der nachmaligen Bitter Mirek von Solopisk gewesen sein soll. Johann Bitter Miadota von Solopisk auf Hradekwar anno 1443 Vice-Burggraf der königlichen Burg auf dem Hradschin zu Prag; Johann, auf Vostrov im Guslauer Kreise, 1553 Kammcrrcchtsbeisitzcr in Böhmen. Georg stund auf des Winterkönigs Seite gegen Ferdinand; sein Hof Miskov im Bunzlauer Kreise ward ihm nach der Schlacht aui Weissen Berge strafweise in ein Lehen verwandelt, aber am 13. 2. 1649 seinem Sohne Johann wieder ins freie Eigeuthnm gegeben. Johann Wilhelm Miadota von Solopisk gewann in seiner Ehe mit Anna Veronika Mcrsin von Villany den Sohn Franz Joseph, welcher sich mit Helena von Goltz vermählte und mit derselben die Brüder Joseph, Joliaun 1 ranz und Johann Ncpomuk erzeugte, die am 26. 6.1761 in dun böhmischen Freiherrustand erhoben wurden, nachdem Joseph d. d. Wien 6. 5. 1748 mit dem Erb-landthiirhütcramte im Königreich Bobinen belohnt worden war. Derselbe hatte Letzteres übrigens schon seit dem Jahre 1743 nach dem Erlöschen der Svarova versehen. — Aus seiner Ehe mit Ludovika geb. Froiin von Moravcc entspraug der Sohn Franz de Paula, welcher mit seiner Gemalin Maria Joseplia Gräfin von Dohalsky von Dohalie den Stamm durch den Sohn Adalbert (f 20. 10. 1827) Herrn auf Masclmu Obcrst-Erbland-Thürhütcr in Böhmen! k. k. Kämmerer, fortsetzte. Letzterer vermälte sich 1 j mit Maria Gräfin Pfichovsky von Prichovic. 2) 21. 1. 1806 mit Franziska Schirndiuger von Schirnding k. k. Stern-kreuzordeusdame, welche ihm vier Söhne zur Welt brachte: Adalbert, Franz 'geb. 18 I. 1811, i ... .) Herrn auf Amschelbcrg :n Böhmen, Johann Ncpomuk (geb. 7. 6. 1813, f 4. 1. 1853), vermält mit Bertha von l.uwctzow, (kinderlos. und Karl Hugo (geb. 5. 12. 1815), k k. Rittmeister a. D., vermält 1) 20. 8. 1812 mit Helene Gräfin von Pötting und Persing (f 25. 3. 1850), 2) 1. 5 1852 mit Gabriellc von Schönberg-PSttiug, welche beide Ehen ebenfalls ohne Succession geblieben sind. Freiherr Karl hat im Jahre 18") i das landtiillicho (iut V*indem im Hausruck Viertel käuflich au sich gebracht, dasselbe jedoch 1865 au Ludwig Grafen von Crenneville wieder ver-äussert. Sein ältester Bruder Adulbert (geb. 28. 11. 1806) Oberst-Erblund-TIiürhiitcr im Königreich Böhmen. Besitzer der Herrschaft Koth-Hradek in demselben Kron-lande, verm 26. 7 1831 mit Maria Walburga geb. Freiin vou Reitzenstein aus dem Hause Schönkirch, hat vier lobende Söhne: Zdenko (geb. 7. 5. 1833;. Franz (geh. 28. 8 1835), k k. Kämmerer und Rittmeister a. D., Adalbert (geb. 9. 1. 1837) k. k. Kämmerer und Rittmeister a. D, vermält 1. 7. 186:'. mit Marie Freiiu vou lliese-Stallburg (kinderlos) und Johann Nepomuk (geb. 1. 2. 1815), welchcr die Herrschaft Ainschclberg von seinem Oheim ererbte und am 16. 5. 1878 Louise Freiin von Beaulicu-Murcoimay zur Gemalin nahm. Auch aus dieser Ehe sind drei Söhne bisher hervorgegangen. (Jahreabneh der k k. herald. Gesellschaft „Alder" 1884; N. S. böhm. Adel; Freiherr Mladota'scho Familien-Urkunden; freilierrl. Taschenb.; Landtaf.). Mol! (Taf. 60j. Wappen: I. (Stammwappcm. In Blau ein eingebogener, goldener, von drei (2, 1) güldenen .Sternen begleiteter Spurren. - Gekr. Helm: Wachsend ein Munu „mit gestutztem Part," iu engem blauen, golden ausge-scblagencii und eben so gegürteten Rocke, auf dem Haupte einen hohen, blauen, golden gestülpten Hut, die Arme von sich gestreckt und die offenen Handflächen je mit einem goldenen Sterne belegt. Decken - blau - golden. (Legal. Copio des Diploms d. d. Prag 6. 7 1580 im Landesarch. Vorher führten die Moll dasselbe tVappen, jedoch statt des gekr. Turnierhelmes einen Stcchhelm). -II. (Freiherrlichcs 17891 Schild wie vorhin. Drei gekr. Helme: 1. und 3. Von Gold und Blau getheilter Flügel. 2. Stammkleinod, — der Mann hält die beiden Sterne in den Händen. Decken: durchaus blau-golden. (X. S. salzburger, bayrischer nnd tyroler Adel). Wolfgang, der Rechte Doctor, und Friedrich dio Mölln, Söhne des Wilhelm .Moll, erhielten von Kaiser Rudolf II. d. d. Schloss Prag 6 7 158(1 den Reichsadelsstaud nebst einer Bestätigung und Besserung des bisher gerührten Wappens. Von diesen beiden Brüdern setzte Wolfgang, welcher als fürstl. passau'scher Uofrath am .Michaelitag 1589 starb, den Stamm mit seiner Ehefrau Anna Maria Bcit- 208 OBEBÖSTERREICHISCIIEE ADEL. moserin von Dcntenhoven (f zu Schwadorf bei Wien 12. 7. 159'.)) fort. Der Sohn Johann Friedrich (f 1045) Hochstift Passau'sclier Hofrath nnd Pfleger zu Marsbach im MGhlviertel, vermalte sich in erster Ehe mit Snsanna Schrenkh von Nozing und Angersburg, welcher Verbindung der Sohn Wolf Friedrich (f 1665; entspross. der dein Vater im Amte eines Pflegers zu Marsbach folgte, auch des Erzherzogs Leopold Wilhului, Discliofes von Passan, ilol'rath wurde und d. d. 7. 4 1655 die Laud-luaunschaft im juugen Ritterstandc Oe.'s. o. d. E. erlangte. Derselbe hatte seinen Heirathsbrief mit Catharina Fiegcr von Friedherg uud Croubnrg am 14.9.1Ü40 unterzeichnet, dio als seine Wittwe am 6. 5. 1088 starb, zu St. l'eter iu Salzburg beigesetzt wurde uud bei ihrem Tode drei Kinder verlicss: Johann Julius, fürstl. salz-burg'scher ('onsistorialrath uud Canonicus. — dessen Adel unter dem 20. 1. 168:") iu Salzburg publicirt wordon war, — Franz Roman, damals. iü8S, salzburg'scher Hauptmann uud Apollonia Lncia vermälte Mandl von Deutenhofen. Franz Roman (geb. 3 3. 16'3, f 8. 9. 1729) wurde nachher salzburg'scher Rath nnd Pfleger zu Werfen, errichtete seine Heirathsabredo am 26. 1. 1708 mit Anna Magdalena von Freysing f 72 Jahre alt zn Salzburg 22. 2. 1736) und erzeugte mit dieser drei Söhne, Johann Joscl Wilhelm, welcher ledig als kaiserl. Hauptmann im Marschall Graf Harrach'schen Eegimente zn Szolnok in Ungarn starb. Franz Anton Josef, der den Stamm fortsetzte, uud Friedrich Sigmund, welcher Benediktiner zu Mondsee wurde.) Franz Anton Josef (getanft in der Domkirche zu Salzburg 12. 6. 16s9 gieng im Alter von 19 Jahren auf Reisen, besuchte 1708 Holland, England, Portugal. Cata-lonien und Italien, wurde im Jahre 1727 von dem Erz-bischofe Leopold von Salzburg au den päpstlichen Stuhl zur Abholung des Breve administrationis geschickt uud setzte sich dann als sal/.bnrg'scher Rath uud Pfleger zu Wartenfels zur Ruhe. Er hat sich viermal verehelicht, 1) mit eiuer Lospiclilerin, 2) mit Maria Anna Katharina Strassmayriu von uud zu Herbstheim tgeb. 20. 3. 1699;, 3} im April 1731 mit Maria Josefa Herrin von Gera und 4; mit Eleonora Elisabeth Gräfin Engl von und zu Wag-raiu. — Seiner zweiten Gemalin entstammte der Sohn Gottfried von Moll (geb. zu Salzburg am 8. des Wintermonats 1727), welcher in der Folge fürstl. salzburg'scher wirklicher gell. Rath. Flieger zu Zell uud zu Fügen wurde und sich mit Leopoldine Caroline Freiin Cristaui von Rall (geb 21. 1. 1731) vermälte. Am 28.11.1758 wurde in dieser Ehu der Sohn Sigmund (f 21.12. 1S26) geboren, welcher als k. k. Kreisamts-bubstitut im Inviertel am 18. 10. 1783 von dem juugen in den alten Ritterstand Oe.'s o. d. E. und zwar unter dem Nachweise folgender 16 Ahnen vorrückte: 1. Wolf Friedrich von Moll; 2. Catharina Fiegerin von Friedberg und Cronburg: 3. Jrdianu Georg von Freysing ; 4. Maria Jakoba Vogelin von Bleibensthul; 5. Johann Strassmayr von und zu Herbstheim; 6. Euphrosina von Vollkammcr: 7 Eustachius von Paumgarten zu Teutten-koven und Maspach: 8. Maria Elisabeth Diicker von Haslau; 9. Adam Gottfried Cristaui von Ball; 10 Elisabeth von Coucin; 11. Jakob vonFeydan: 12. Maria Clara Campi von Heiligenkrenz ; 13. Christoph Ulrich von Pach; 14. Anna Seraphia Haydenreich von Pidtencgg: 15. Johann Bernhard Schmid von Brandenstein: 16. Johanna von Eolz. Sechs Jahre später, Sigmund war inzwischen ober-österreichischer Gnbernialrath geworden, wurde sein Vater Gottfried von Moll durch Kaiser Josef II. d. d. Wien 4. 5. 1789 in den Beichs- und erbländischen Freiherren -stand erhoben. — Sigmund kam später als Krcishaupt-niann nach Roverodo in Südtyrol, wo er durch seine Gemalin Anna Gräfin von Gonzales do Rivera iu den Besitz der Herrschaft Nomi gelangte, welchc noch gegenwärtig in den Händen seiner Nachkommen ist. Ein Uebertritt der Familie vom Bitterstand in don Herrenstand Oe.'s o. d. E. hat nicht stattgefunden; dagegen wurde dio Standeserhöhung von 1789 am 3. Aug. desselben Jahres in Salzburg publicirt. (Akten im Landesarch.: R.-M., N. S. Salzburger Adel; froilicrrl. Taschenb..). .WollartIi (Molart, Molard). (Taf. 61). Wappen: I. (Stammwappen). In Blau ein silberner, golden behalsbandeter Bracke, darüber drei goldene Sterne nebeneinander. — Ockr. Helm: Der Bracke wachsend. Decken: blau-silbern. (Nach dem Originalsiegel desFreiherrn Peter Ernst von Molart an seinem Reverse an die Acbtissin des königl. Neustil'tcs (zu Prag?), d d. I. 12. 1626. — Das eiufachc Stammwappen, worin der Bracke stets nach rechts aufspringend erscheint, wurde auch nach der Frei-herrnstandserhebung vom Jahre 1571 geführt; bo weisen die Siegel der lünf Brüder Ernst, l'eter, Hanns, Jakob und Ludwig, v M.,i reiherrn, an ihrem Theilbriefo d. d. Wien, Gcorgitag 1588 sämmtlich nur den alten Molart'schen Schild auf). — II. (De la Tour, Thum). In Blau ein goldener Zinnenthurm. — Gekr. Helm: Geharnischter Arm einen Dolch (uue courte dague nue) zum Stiche führend. Decken blau-golden. (Nach der Original-Bestätigung über den alten Adel und das Wappen der Jeanne de la Tour, Gemalin des Ludwig von Molard, durch Henri Bomanet, licutenant particulier de Monsienr le grand-juge en la terre de St. Oyan de Joux surnommee St. (.'laude, ponr Monseigneur le veneraut Abbe d'Illac de la Franche Comte do Bourgogno depntd par antorite de la cour souveraino du parlement ä Dole; fct. Oyan 18. 5. 1579). - III. Schild von Molart (wio I) uud von Thum (wie II) geviert. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod (der Bracke sitzend) Decken: blau-silbern. — II. Der geharnischte Arm, statt des Dolches oin Schwert zum Streiche führend. Decken: blau-golden. (Nachdem Siegel des Ernst Freiherrn v. .Molart. 1606. — Mit dem Freiherrnstandsbriefe, dessen Original in meinem Besitze ist, erhielt Peter v. M. d. d. Schloss Prag 2. 5.1571 die kaiserl. Genehmigung zur AVapponvercinigung mit Thum, jedoch sine ariuis). — IV. Zweimal gespalten und einmal getheilt. Im 1. und 5. Felde das Deutsch-Ordens-Kreuz. 2 und 6 Stammwappen wie I. 3 nnd 4 Thum (der Thurm erhebt sich aus dem Mecro). — Drei gekr. Helme: l. Mit dem Deutsch-Ordens-Kreuz belegter Flügel. 2. Der Bracke, links gekehrt auf der Helmkrone sitzend. 3. Thum wio bei II. (Nach dein Originalsiegel des Deutsch-Ordens-Bitters Freiherrn Ludwig von Molart an seinem Schuldbriefe für Zacharias Geizkoller von uud zu Gailenbach auf Hanssheim, d. d. Prag 14. 5. 1604). — V. Dreimal gespalten, einmal getheilt. 1 nnd 7 Stammwappen wie I. 2 und 8 in Silber das Deutsch-Ordens-Kreuz. 3 und 5 in Silber das Kreuz des Ordens vom heiligen Grabe. 4 nnd 5 Thum wie II. — Vier gekr. Helme: 1. Der Brackc sitzend. Decken: blau-silbern. 2. Silberner, mit dem Doutsch-Ordcns - Kreuz belegter Flügel. Decken: schwarz-silbern. 3. Das Kreuz des Ordens vom heiligen Grabe. Decken: roth-silbern. 4. Thum (wie bei II). Decken: blau-golden ..Nach dein eingomalten Wappen in dem Briefe d. d. Jerusalem, 24. 6- 1619 über die Verleihung des Ordens vom heiligen Grabe an den Freiherrn Ludwig v. M.). — VI. i Gräfliches) Geviert mit goldoncm Herzschilde, darin ein schwarzer Doppeladler mit iiber-schwcbcnder Kaiserkrone, im rechten Fang das Roiehs-schwert im linken das Scepter haltend. 1 und 4 Stammwappen, 2 und 3 Thum (der Thurm erhebt sich aus dein Meere).. - Drei gekr. Ilehne: 1. Stammkleinod. 2. Der Doppeladler. 3. Thum (statt des Dolches das zum Streich geführte Schwert). Decken: durchaus blau-silbern. (Nach 0 BERÖSTER RE1OHISCHEB ADEL. 209 dem Original-Diplom d. d. Begensburg 22. 4. 1654. In diesem, in mancher Beziehung verunglückten Wappen erscheint statt des Molart'schen Bracken der damalige Modehnnd „ein englisches Windspill" und dieses gegen heraldischen Brauch links gestellt, wohl nach dem Epitaph in der Michaeler-Kircho zu Wien, wo diese Linksstellung motivirt ist. da der Schild im ABiance-Wappen mit Castellänfty steht und desshalb natürlich einwärts gewendet werden inusste. Auch der Thurm von de la Tour ward neu adaptirt und wurden auf denselben noch „drey runde Thürmel ein iedes mit zwey Fenstern und dreien Zinnen" gesetzt. Er wurde nun endgiltig in's Wasser gestellt, in das Meer, wohl als Erinnerung an die Seereisen des Freiherrn Ludwig nach Constanti-nopel nnd in's heilige Land). Nach dem Atteste des Claude Rendu, notairc ducal de Confort au mandement de Ballon, coimnissaire depute de la part liu Souverain Senat de Savoie, d. d. 22. 5. 1579, uud der Bestätigung dieses Attestes durch Euia-nucl Philibert duc de Savoie, d. d. 30. 5 1579 stammten die Molard, — wie sie zu dieser Zeit geschrieben wurden, — von Orysin in der Diöcese Ballon des Herzogtums Sa-voyen, wo sio ihr gleichnamiges Stammgut inne hatten, das. wenngleich nicht mehr in ihrem Besitze, noch in dem vorgenannten Jahre 1579 den Namen .,1a maison du Molard" führte, — Anno 1373 war Aymonet Sohn des Pierre du .Molard et do Grysin noch am Leben. Des Letzteren Sohn Guille du Molard de Grysin vermälte sich mit Jacqueline de Grisin, welcher Ehe der Sohn Loys (Louis) entsprang qui epausa noble Geuctte batarde de Saint Jehan de Gomulles, und der von Savoyen nach Burgund übersiedelte, wo er sich nach dem Tode seiner ersten Gemalin mit einer Tochter aus dem ansehnlichen Hause de la Tour, das dort zu St Oyan angesessen war. nämlich mit Jeanne, Tochter des Antoino de la Tour, ecnyer. vermälte. Peter von Molard. aus dieser letzteren Ehe. veräusserte nm das Jahr 1»40 seine väterlichen Stammgüter in 8avoyen, nachdem er sich schon im Jahre 1530 gegen denErbfeind in kaiserliche Dienste begeben hatte, in denen er dann gegen Frankreich in der Provouce tapfer focht, als König l'ranz lüstern auf Mailand, den Frieden von Cambray gebrochen hatte. Neue Lorbeeren gab's nachher im Schmalkaldischen Krieg zu holen, welcher Petern nicht nur den Eitter-schlag. Bondern auch andere kaiserliche Gnadcnbezeu-gnngen eintrug, und d. d. Augsburg 26. 7. 1547 erhielt er von Kaiser Karl V. „um der getrewon diensto willen, die er uns jn unseren kricgshandlnngen, vnd sonderlich jn unseren Jüngsten Zug in Frankreich vnd auf diesem jetzigen Zug gegen unsere Ungehorsamen getan." im Vereine mit ('aspar von Hoberg und Heinrich von Brcdaw den Hof Königsbrunn sammt Zugehörungen. eino Meile Wegs von Magdeburg, zu Bellen, der dem Bürgermeister von Magdeburg, Heine Alleinan. „wegen desson freventlichen muetwiilen. öffentlichen Vngehorsam vnnd Rebellion vnd Belaidigung vnser kaiserlichen Maiestat" eingezogen worden war. Nacli Karls V. Abdankung diente Peter v. M. unter Ferdinand I als dessen Bath und gleichzeitig, seit 1552, dem Königo Maximilian, welcher ihn in hohen Gnaden hielt, als wirklicher Kämmerer, später auch der Kaiserin Maria als Obrister Stallmeister. — Nachdem er schon im Jahre 1548 von Kaiser Ferdinand die, wahrscheinlich mündliche Zusage betroff Verleihung der Pfandherrschaft Beincck im Sarnthale Tyrols erhalten hatte, bekam er d. d. Wien 14. 4. 1551 die kaiserliche Bewilligung Pflege, Amt und Gericht .Bainegg" von den Erben des Hanns Sernteiner an sich zu lösen und anf Lebenszeit unver-rcchnet „zu gebrauchen, zu nutzen und zu niesscn." Peter vermochte jedoch nicht die Erben zur Ablösung dieses einträglichen Pfandes zu bewegen, so dass ihm Kaiser IV. 5. Ferdinand I. d. d. Insbruck 5. 1. 1552 in Anbetracht der von Jugend an ihm und seinem Sohno, dem Könige Maximilian, geleisteten, emsigen und treuen Dienste den Ueberschuss aus der Pflege, dem Amte uud Gericht Beineck bis zur Zeit der Ablösung, dann d. d. Wien 17. 9 1558 unter neuerlicher Hervorhebung aller Verdienste 2000 Kuhlen als „eineHiir und Aussteuer- beider Uebernahme Beincck s bewilligte. Die Ablösung erfolgte endlich 1555, in welchem Jahre die eben benannte Summe fiir Peter v. M. ans der landesfürstlichen Kammer flüssig gemacht wurde. Ausser diesem Besitzthninc hatte derselbe das Amt zu Bozen pfandweise um .'500 Gulden rhein., dann von den n. ö.'schen Ständen die Herrschaft Drosendorf im V. 0. M. B. erworben, mit welcher er am 10. 12. 1574 an die Gült geschrieben wurde. Als der Römisch Kaiserlichen Majestät Cainmerer und der Kaiserin Obrister Stallmeister erhielt Peter durch Maximilian II. d. d. Schloss Prag 2. 5. 1571 eine Bestätigung des vou den Voreltern ult hergebrachten Herren-titels, Namens und Wappens, lerner den Panner- uud Freiherreustand fiir das Beich und die Erblande als „Herr von Molart zu Beinegg- und die Bewillignng, das angestammte Wappen mit jenem der Muttor, Johanna vou Thum zu vereinigen. Er war mit Anna, Tochter des Jobannes Castelhiully und der liarbara Szechy. in den Stand der Ehe getreten. Die Vermählung hatte, wie aus einem Vertrage erhellt, den Beide unter sich am 9. 3. 1555 als Ergänzung zur Ilcirathsahrede errichteten nnd von dem ehrwürdigen gestrengen Herrn Engelhart von Buest, Deutsch-iirdciis-Bitter und Landcomthur der Bailei Etsch und im Gebirg besiegeln Hessen, mit Genehmigung des Fürsten Albrecht, Pfalzgrafen bei Bhciii Herzoge in Ober- und Nieder-Bayem und dessen Gemalin Anna gebornen -Kunigin zu Ilungarn und Behein", in deren Frauenzimmer AnnaCastclläiilly (als Hofdame) gewesen war, nach bayrischem Landrecht, also in Bayern stattgefunden. Peter versicherte darin seine Gemalin mit ihren Heirathsansprüchen auf den auf dem Amte Bozen haftenden Pfandschilling und stellte ihr bestimmte Einkünfte als Wittwe sicher, in deren Genuss sie trat, als ihr Genial am 15. 4. 1576 im 61. Jahre seines Alters zu Wien starb. — Er hatte sich in der Michaeler Kircho daselbst ein Erbbegräbniss errichtet, wohin ihm viele seiner Nachkommen folgten und wo im Presbyterium noch heute sein schöner Stein zu sehen ist. Anna von Molart (f 29. 3. 1591 und au der Seite ihres Eheherrn beigesetzt) führte als Wittwe und Vor-miinderin ihrer Kinder die Verwaltung des beträchtlichen Vermögens bis 1588. in welchem Jahre, zu Wien am St. (ieorgitagc, die fünf Söhne Ernst. Peter, Hanns, Jakob und Ludwig gemeinsam, doch nach der Meinnng des Aeltesten, Ernst, die Theilnng aller väterlichen. in und ausser Landes Hegenden, fahrenden Habe und Güter vornahmen, nachdem die Administration derselben ihrer freundlich geliebten Mutter des obliegenden Alters und zustehender Leibesschwachheit fernerhin etwas beschwerlich und zu viel sein will, sie, die Söhne, Beither auch alle vogtbar geworden wären b;B auf den Jüngsten, Ludwig, der sich in den geistlichen Stand zu ergeben und nach Rom zu ziehen dclibcrirt. und nachdem anch die Schwester Margaretha verheiratet und ausgesteuert worden Bei. Die Hinterlassenschaft Petcra ward in fünf gleiche Theile abgeteilt, aus denen der Jüngste und nach diesem jeder F'olgende freie Wahl haben sollte und bestanden diese Theile, abgesehen von gewissen Zahlungeu, die Einer dem Anderen zum Ausgleiche zu leisten hatte, ll aus den Gütern in Tyrol und zwar der Pfandhcrrschaft Samthein mit dem Schlosse Reineck sammt den von Caspar von Lindegg erkauften Gütern nnd dem Hause in Insbruck; 2) und 3) aus der Herrschaft Drosendorf in N.-Oe. sammt der dazu erkauften Mühle und dem Brau- 53 210 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •210 hause zu Weickartsschlag; diese beiden Theile sollen zwei Brüdor zusammen besitzen oder Einer inuss den Anderen mit 34231 Gulden rhein auszahlen; 4) aus dem Oute Gil-genberg in N.-Oe., welches 1577 von Sigmund von Puchheim erkauft worden, dem Gute Wezlcsshof. 5000 Gulden, welche aul' der Stadt Zwettl, dem Ungeld nnd Landgerichte allda haften und einem Weingarten zu Retz: 5) aus der Baarsciiaft von 45000 Gulden auf dem üngold zu Greizensteiii. — Das Haus zu Wien, welches nach dem bezüglichen Verkanfsbriefe d. d. Wien 1. 5. 1563 der Vater Peter v. M. von Christoph und Oswald Freiherrn von Eitzing mit Consens des Kirchmeistcrs und der Ffarr-gemcinde von St. Michael, vertreten durch den Bürgermeister und Bath der Stadt Wien — denn es haftete ein Beneficium darauf, — erkauft hatte und das in der Hochstrasse (jetzt Herrengasse) anstossend an die Behausung des Freiherrn v. Beggendorf und jene des Herrn von Dietrichstein lag, — ferner der Pfaudschilling auf dem Schlüsselamto zu Krems verbleiben der Mntter und werden nach deren Ableben neuerdings abgetheilt. Das Hei-rathsgut der Schwester Margaretha Pöplin von 5000 Gulden nehmen die fünf Brüder zu gleichen Theilen auf sich. — Da in dem vorbenannten Theilbriefo ausschliesslich nur von einer Seil wester Margaretha, — welche Maria Margaretha geheissen haben wird, — die Bede ist, so dürfte diese wohl identisch mit jener Maria v. M.. Tochter des Peter sein, welche sich mit Christoph Popel dem Jüngeren, Herrn von Lobkowitz auf Bischof-Teinitz, vermält hatte und ist diese Annahme um so begründeter als der Heirathsbrief der Letzteren erst zu Prag, am 24. 6. 1579, also nach dem Tode ihres Vaters errichtet wurde, so dass die Auszahlung der Aussteuer derselben in der Erb-theilungsurkunde ihrer Brüder nicht unerwähnt hätte bleiben können. Es wird somit Wissgrill Unrecht haben, der zwei Töchter Peters von Molart nennt, Maria, vermält mit Christopf Popel von Lobkowitz und Margaretha, Gemalin des Adam Gallus Popel v. Lobkowitz. Ueber die Wahl dor fünf Theile durch die Brüder ist keine Urkunde mehr vorhanden, doch steht es fest, dass Peter der Jüngere die Güter in Tyrol und Jakob Gilgenberg mit den Zngehörungen übernahm. Ludwig, welcher in den Deutschen Orden trat, die ersten Jaliro nach erlangter Volljährigkeit in Rom zubraciite und demnacli keine Zeit und Gelegenheit zur Verwaltung von Gütern hatte, dürfte dun fünften Theil fürgewählt haben, und Hanns, der sich Herr auf Drosondorf schrieb, hatte diese Herrschaft wahrscheinlich gemeinsam mit seinem ältesten Bruder übernommen. Die fünf Brüder gelangten sämmtlich in ansehnliche, zum Theile sehr oiuflussreicho Stellungen und befand sich zn ihrer Zeit nnd durch sie das Haus Molart auf dem Höhepunkte seiner Blüthe. Ludwig stand als Deutsch-Ordens-Bitter im Genüsse der Coinmende Schlanders, wozu ihm Erzherzog Maximilian, Hochmeister in l'reussen, den deutschen und wälli-schon Landen, d. d. Mergeiitheim 14. 6. 1602 die Com-mende Rom verlieh. In tyrolischem Dienste fuugirte Ludwig als Stadthauptmann zu Trient, übernahm nach dem 1601 erfolgten Tode seines Bruders Peter, d. d. Ins-brnck 19. 11. 1605 das Amt zu Bozen, aus welchem ihm Erzherzog Maximilian, dessen Kämmerer und Leibgardo-Hauptmann er war, zu Insbrnck am 20. 8. 1609 jährlich 600 Gulden anwies, war gleichzeitig im unteren Intliale Viertelhauptmann und in kaiserlichen Diensten Kämmerer, Bath und oberöstorreichischer Regiments- uud Landrath, dann des Erzherzogs Carl, Hoch- und Deutschmeisters, anch Bischofes zu Breslau, Maximilians Nachfolger, Kämmerer und geheimer Batli — In all' diesen Aomtorn und Würden .ward zudem Lndwig noch als kaiserlicher Gesandter nach Spanien, dann nach Constantinopel verwendet, dies zu einer Zeit, in welcher der eben begonneno dreissigjährige Krieg und die allgemeine Verwirrung, dio ganz Europa beherrschte, einen Manu von nicht geringer Begabung und Willenskraft für solche Missionen erforderte. — Welche 8tiickc man von Ludwig v. M. hielt, deutet wohl ein Briof des Erzherzogs Carl an, wolchen derselbe an ihn, — es war zu der Zeit, als eben der calvinistisclic Churfiirst Friedrich von dor Pfalz, geleitet von seinen hochfiicgenden Plänon, Fühlung mit der ottomanischen Pforte genommen liatto, — d. d. Warschan 7. 12. 1619 nach Constantinopol richtete, und worin ihm derselbe im Hinblicke auf die hohen Angelegenheiten des Hauses Oesterreich, „den jetzo in ganz Toutschlandt hin vnd her schwcbouden, ganz Khumiiierhafton vnd zerrütteten Zustand" sein sicheres Erwarten ausspricht dass er, Lndwig, die Interessen des Hauses und der Königlichen Majestät emsig vertreten werde. Im Juni vorher hatte Lndwig in Jorusalein geweilt, wo ihm am 24. dioses Monats der Orden vom heiligen Grabe verliehen wurde nnd wohin er sich vor seiner Biick-kehr in die Heiinatb, die er nicht mehr sehen sollte, ein zweites Mal im Jahre 1622 von Constantinopel aus begab. Er trat hierauf von Jerusalem Anfangs Dccoiubor letztgedachten Jahres die Boise nach Europa an, erkrankte zn Boncon-vento in Toscana an der Wassersucht starb wenige Tage, nachdem er bettlägerig geworden, am 3. 1. 1628 nnd wnrde dortselbst zur Erde bestattet. Die Herrschaft Sarnthein-Beinock ans welcher er mit dem Rechte der Riickorwerbung das Gut Khellerburg, d. d. Bozen 27. 6. 1604 an Fordinand von Knepach zu Niederhasclburg veräussert hat, war wio das Amt zu Bozen nach dem Tode seines Bruders Peter au ihn gediehen, wozu er um die Uebernahme zu ermöglichen sich gezwungen.sah, Gelder aufzunehmen, dio er mit Schuldschein d. d. Prag 14. 5 1604 von Zacharias (ieizkofler von und zu Gailenbach auf Haussheim. Bitter, kaiserlichem nnd des Erzherzogs Maximilian Kämmerer, und d. d. Prag, am 23. April desselben Jahres von Hermann Christoph Busswurmb zu Fraucn-Praitingon, .kaiserlichem oberstem Veldtmarschalk" ontlebnte. — Nach des Letzteren Endo zu Prag unter den Händen des Scharfrichters, 1605, stellte er dessen Erben, dem l'ürstl. wiirzburgschen obersten Ratlie und Hauptmann zu Königshofen Burkhard Hieronymus Russwnrmh eine neuerliche Schuldverschreibung d. d. 23. 4. 1606 aus und veräusserte dio Herrschaft in Tyrol noch vor seinem Abgango nach Constantinopel mit Gonehmignng des tyrolischen Landesfiirsteu, Erzherzogs Maximilian, d. d. Iiisbruck 13. 5. 1608 an Hanns Cyprian Freiherrn von Thun, nach welchem dieselbe in der Folge, 1635, an David Wagner kam , einen Bozener Handelsmann, welcher im Jahre 16U5 Bottenbach in Tyrol auch den Adol erworben liatto und dessen Nachkommen, im Genüsse ansehnlicher Liegenschaften, sich gar bald mit altem Namen und Schild schmückten. — Des vorigen David .Söhne, Ludwig und David der Jüngere Wagner erhielten vom Erzhorzogo Ferdinand Carl d. d Bozen 27 9. 16"0 den Freiherrenstand mit dem Prädikate „von nnd zu Sarntheiir' und dio Erlaubuiss ihren Schild als Herzschild in das Wappen dor alten, erloschonon Sarnt-heincr zu setzen, und als David II. und seines .verstorbenen Bruders Ludwig Kinder durch Kaiser Leopold I. am 12. 12. 1681 iu den Grafenstaml erhoben wurden, ward alle Erinnerung an den Vater Wagner übor Bord geworfen, ihnen bewilligt, sich Grafen von Sarntheiu zu nennen und statt des VVaguer'schen Herzschihles den blauen Molart'schon Schild mit dem silbernen Hund und den drei goldenen Sternen darüber zuführen. — Hans Molart aber stand damals noch in voller Blüthe. Jakob, zu Gilgenberg in N.-Oe., ward zuerst der Erzherzoge Ernst und Matthias Kämmerer, 1597 Begiments-ratli, 1598 Hofkammcrrath, 1601 kaiserl. Boichshofrath und d. d. Laxenburg 8. 12. 1606 gelangte oin lloscript des Erzherzogs Mathias an dio ob der EnB'schen Stände des Inhalts, dass die Römisch Kaiserliche Majestät, „sein OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •211 freundlich geliebter Bruder", sich wegen Wioderbesetzung der Landcshauptmanuästcllo gnädigst resolrirt und den Rath nnd Hofkammer - Präsidenten Jakob von Molart, Freiherrn zu Reinegg und Drosendorf dazu fürgewählt und publioiren habe lassen. Die Commission zur Instal-lirung des Genannten sei bereits abgeordnet. Erzherzog Matthias hatte damals schon den geheimen, gegen seinen kaiserlichen Bruder gerichteten FamUion-vertrag abgeschlossen und wie der Erzherzog nun bald darnach in offene Gegnerschaft zu Budolf II. trat, begann auch für don Freiherrn Jakob v. M., der, wie seine Brüder, treu zum gesalbten Könige hielt die Lage im Lande eine äusserst schwierige zu werden, die ihren Höhepunkt in dem Augenblicke erreichte als dem Landtage zu Linz am 8. 5. 1608 ein erzherzogliches Schreiben znkam, in welchem zum Aufgebote nach Böhmen 1500 Mann und 10000 (inlden Darlehen von den Ständen begehrt wurden , während der Landeshauptmann gleichzeitig ein kaiserliches Patent vorlegto, durch welches alle Kriegsrüstungen einzustellen uud die geworbenen Truppen zu entlassen waren. — Aber Erzherzog Matthias hatte dio Macht in lländon und erliess d. d. Kolin ain 15. Mai desselben Jahres eine öffentliche Bekanntmachung, auf Grund welcher Molart gefänglich eingezogen und im Schlosse zu Linz mit Arrest belegt wurde. Herr Sigmund Lndwig vou Po]heim übernahm die Verwaltung der Lun-deshauptinuunschaft. — Erst nachdem Kaiser Budolf unter dorn Drucke der Verhältnisse, d. d Mittwoch nach 8t. Johannis Geburt 1608 seineu Frieden mit dem Bruder geschlossen und demselben die Begieruug in Ungarn, Oesterreich ob nnd unter der Ens iiberautwortet hatte, unterwarf sich Molart, wurde auf Grund eines erzherzog-lichen, von Wien 21, 7. 160S datirten Schreibens aus dorn Gefängnisse entlassen und wieder in die Landes-hauptmannsstellc eingesetzt, dio er weiterhin bis 1610 einnahm, in welchem Jahro ihm Wolfgang Wilhelm Herr von Volckenstorf folgte, er selbst aber, - wio Wiss grill sagt, — als n.ö.'schcr Hofkammer - Präsident nach Wien gieng, wo er sechs .Taliro später dies Zeitliche segnete. Er wurde als Landesliuuptmunn in die ob der Ens'-sche Matrikel unter dem Herrenstande eingetragen. Jakob besaBs ausser dem väterlich ererbten Antheile Gilgenberg, welches Hut er 1601 durch Kauf um die Ortschaften Deutsch - Budolfs uud Schubertshold vorgrös-serte, auch die Herrschaft Waidhofen a. d. Thayu, welche ihm im Jahre 1604 von der Hofkainiuer gegen eine Summe von 25000 Gulden erbeigcnthiimlich übergeben wurde. Aussordem war an ihn gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig das väterliche Freihaus in der Herrengasse zu Wien gediehen, welches Beide um 6000 Gulden an dio Gosollschaft Jesu verpfändeten, die dort eine Schule hielt bis Vincenz von Muschinger zu Gumpendorf das Haus um 1611 an sich löste. — Freiherr Jakob ist mit Justina, Tochter des Wolf Jörger Freiherrn zu Tolet und der Apollonia, geb. Freiin Teufl von Gunterstorf seit 11. 1. 1590 vermält gewesen, welche ihm mehrere Kinder gebar, von denen aber nur die Tochter Felicitas zu mannbaren Jahren kam. Dieselbe vermälte sich mit Simon Hieronymus Freilierrn von Sprinzenstein, dem sie die Herrschaft Waidhofen zubrachte. Die Mutter Justina liess sich nach Jakobs Todo mit Christoph Ulrich Herrn von Schorffenberg trauen. Hanns, in ganz besonderer Gnade bei dem Erzherzoge Ferdinand, nachmals Kaiser Ferdinand II., Btehend, welcher ihn in seinen eigenhändigen Briefen in gar vertraulicher Weise mit .Lieber Herr Hanns" anredete, widmete sich als der einzige von den fünf Brüdern dem Kriegsdienste, in dem er, ohne dass sich besondere Waffen-thaten bis auf unsere Tage in Kenntniss erhalten hätten, zu den höchsten Ehrenstellcn gelangte. — Er brachte im Jahre 1589 das letzte jährliche Ehrengeschenk von 30000 Ducaten nach Constantinopel, kämpfte zu Ende des Jahrhunderts gegen den Erbfeind in Ungarn, auch unter Basta in Siebenbürgen, dann, — er war damals Hof-kriegsrath und Oberster zu Komoru, als welchor er d. d. Prag 15. 6. 1603 von Kaiser Rudolf ein Gnadengeld von 8000 Gulden erhielt, — gegen den wankelmüthigen Stephan Bocskay bis zum Wiener Frieden 1606, dem am 11. November desselben Jahres der bei der Zsitva-Mün-duug gegenüber von Komoru mit den Türken abgeschlossene weitere Friede folgte, welch' Letzteren Freiherr Hanns v. M. mituntorfertigte. - Zwei Jahre später fungirto er ais Hofkriegsrathn-Director, Land- und HauB-zeugmeistcr, auch Stadt-Gnurdiu-Obristcr zu Wien, wurde im Jahre 1609 Hofkriegsraths-Präsident, 1614 kaiserl. goh. Rath und starb am 15. 6. 1619. Er hatte sich in einem Vergleiche mit den Erben nach Hanns Wolfart Streun, Freiherrn von Schwarzenau, d d. Wien, St Michaelitag 1617, „Herr von Drosendorf" geschrieben, welche Herrschaft nach der Erbtheilung vom Jahre 1588 zur Hälfte an ihn gefallen sein dürfte. — Seine Gemalin Verouica von Holleneck. init ihm zu Graz am 5 7. 1593 getraut, blieb kinderlos. Dieselbe hatto dem königl. Neustifte i.zu Prag?) ein Legat von 1500 Gulden hinterlassen, über dessen Auszahlung ihr Neffe Peter Ernst, damals noch Freiherr v. Molart, um L 12. 1626 einen Revers ausstellte. Peter, der zweite Sohn Peters I. und der < 'astclhinffy, weilte schon im Jahre 156:1 in Tyrol, wie dies aus einem von .Maximilian II. aus Augsburg 27. Februar dieses Jahres an ihn gerichteten Briefe hervorgeht, worin er von dem Könige ersucht wird, dessen Frau Schwester Barbara die beigeschlossenen 16 Gulden zurückzuzahlen, die sio demselben am Abende vor der Abreise von Insbruck im Spiel geliehen uud weil diese Schuld in der Eile vergossen worden, .so wolle Ihre hieb das nit vardennkhen". — Peter trat in die Dienste des Erzherzogs Ferdinand, der Philippine Weiser Geniale, in welchen er Rath. Kämmerer uud Obcrumtmunn zu Bozen wurde, welch' letzteres Amt ihm d. d. Insbruck 16. 7. 1594 auf Lebenszeit verliehen wurde. - Nach Ferdinand s Tode kam Peter in kaiserliche Dienste nnd ward Rudolfs II. Rath. Oberst-Kämmerer uud Regent der oberösterroichischen Lande, Stellungen in welchen ihn sein früher Tod im Jahre 1604 ereilte, worauf seine l'faiidlierrscliaft Sarntliein-Reineck an dio Brüder Ernst, Hanns und Ludwig bezüglich nach erfolgter Ablösung an diesen Letzteren üliergieng. — Peter II. lebte in kinderloser Ehe mit Maria Elisabeth, Tochter des Hanns Peter von l'reysing zum Huebenstein und Fcheriibach und der Maria Elisabeth von Seibelsdorf; seinem Schwiegervater bestätigte er den Empfnng des Heirathsgutes von 1000 Gulden zu Prag am 1:1. II. 1601. - In seinem zu Insbruck schon am 13. 11. 1596. errichteten und von Johann • 'hristoph Herrn von Kolovrat, wio von Daniel Philipp Freilierrn von Spanr besiegelten Testamente vermachte er dio Hällte seines Vermögens der Gemalin mit Wicdorfall an seine Brüder, die andero Hälfte diesen Letzteren. Ernst, Peters I ältester Sohn, Herr zu Drosendorf, der Erzherzoge Ernst, Matthias. Maximilian und Albrecht Kämmerer, dann Kaiser Budolfs Kämmerer, Bath, Oberst-Hofiiiarschall. Oberst-Hofmeisterants-Verwalter. schliesslich kaiserl. geh Bath und Bitter des savoy'schen Ordens der heiligen Annuntiation. war Anfangs, 1585 - 1593, n.ö.'scher Bcgierungsratli. irieng dann mit dem Erzherzoge Ernst als dessen < berst-Kämmerer in die Niederlande, von wo er nach dem Ableben des Erzherzoges nach Oesterreich zurückkehrte, nicht ohne fernerhin mit d-m neuen Regenten in den Niederlanden, dem Erzherzoge Albrecht als .Mittelsperson zwischen diesem und dem Kaiser, in regstem Verkehre zu bleiben und insbesondere den Frieden zwischen dem mit Matthias verbündeten Albrocht und Budolf II. herbeizuführen, in welcher Angelegenheit Erzherzog Albreclit viele, bis jetzt erhaltene Briefe mit 212 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. Ernst t. M. wechselte, diesem im Jahre 1610 für die Beförderung seiner Particular-Prätensionen, „welche wir von cnch für ainen besonderen Gefallen annehmen", dankte", — dann am Weihnachtsabend desselben Jahres dem Ernst v. M. eine hochwichtige Angelegenheit (die Aussöhnung mit dem Kaiser) zn vertreten in dringender Weise empfahl. — Ernst's Bemühungen waren schon nach wenigen Monaten von Erfolg gekrönt und bereits im nächsten Jahre, d. d. Brüssel 11. 9. 1611, dankto Erzherzog Albrecht in beredten Worten seinem Fürsprecher und Vermittler bei dem Kaiser und „hoift zu Got, es solle nunmehr alles bey unserem llauss wiederumb seine richtigkeit haben, vnd khiinftig alle aufrechte, bestendige, guete Union vnd Vertraulichkeit ei halten werden khiinnen.- Beredtes Zeugniss geben diese Briefe, welch' hohes Anscheu Ernst v. AI. bei dem Kaiser Rudolf und dessen Hause genoss. zuviel jedoch sagt Wisgrill, wenn er denselben als Bitter des Ordens vom Goldenen Vliesse bezeichnet und von ihm erzählt, dass er den Wiener Frieden mit Stephan Bocskay abgeschlossen habe. — Wohl aber ist Ernst einer der Alitunterfertiger dieses am 11. 11. 1606 durch den Erzherzog Matthias zu Stande gekommenen und dann von Budolf II. genehmigten Friedens gewesen. Das fünfte Siegel an dieser Urkunde ist jenes des Ernestus de Molart. Derselbe starb nach dem Steiberegister von St. Michael im Jahre 1621 mit Hinterlassung der Herrschaft Drosendorf und eines Hauses in der Herrengasso zn Wien, das zwischen den Häusern des F'reiherrn Sigmund von Bamberg und des Maximilian von Maming zn Kircbberg a. d. Biclach lag nnd durch F>nst von Georg Caspar von Ncnhauss zn Bucting uud Stadlkirchen mit '.'ertrag d. d. Wien, ft. Georgitag 603 gekauft worden war. Er hatte sich in erster Ehe mit Anna Johanna, Tochter des Christoph Moriz Colonua Freiherrn von Völs nnd der Katharina Trapp von Bisein und Ühnrburg vermalt und schloss nach deren Ableben zu Wien am 2. 7. 1607 die Heirathsabrede mit Anna Maria, einer Tochter des Freiherrn Gabriel von Kollonitz zu Burg-Schleinitz, Paindorf nnd Idungspeugcn und der Christine, geb. Freiin von Schifer, worauf die Trauung am achten desselben Monats vollzogen wurde. — Von einer dritten Gemalin, einer Herrin von StaTnemberg, über welche Wisgrill berichtot. ist mir nichts bekannt geworden. — Ernst hinterliess aus seiner ersten Ehe den F'reiherrn Peter Ernst, aus der zweiten den Franz Ernst. Letzterer, erst kaiserlicher Truclisess. dann Mundschenk, wurde als K. F'erdinand's III. Kämmerer und Oberst - Silberkämmercr mit Patent d d. 9 8. 1646 zum wirklichen IIofkammerrathe ernannt, vertauschte vor 1650 das Oberst-Silber- mit dem kaiserl Oberst-Küchenmeister-amte, erhielt d d. 5. 3. 1650 von F'erdinand IV., damals Könige von Ungarn und Böhmen eine jährliche Gnaden-bcsoldung von -100 Gulden als Belohnung fiir seine Verdienste auf der Reise nach Italien, wohin er den König als dessen Kämmerer, respective die Tochter Ferdinands III., Maria Anna, Königin von Spanien, auf deren Rückkehr in die Heimath begleitet hatte, nnd wurde durch Kaiser F'erdinand III. d. d. Rogensburg 22 4. 1654 im Vereine mit dem Stielender Peter Ernst in den Reichs- und erbländischen Grafenstand erhoben. — Schliesslich n-ö.'-scher Landmarschall wurde F'ranz Ernst am 1. 2. 1660 wegen Krankheit als Oberst-Küchenmcister enthoben und starb im Frühjahre 1669; sein Testament ist vom 21. 2. 1669. eine Quittung über ein nach seinem Ableben ausbezahltes Legat vom 30. April desselben Jahres datirt. Er hatte sich erst in seinen späteren Jahren, am 20. 5. 1650, mit einer Hofdame der Kaiserin - Wittwe Eleonora, geb. Herzogin von Mantna, mit Maria Elisabeth, Tochter des Michael Adolf Grafen von Altliann, vermält, durch welche er die Herrschaft Osslavan in Mähren und, wie ich vermnthe, auch das Gnt Freicntliurn zn Manns- wörth in N.-Oe. überkam. — Daslncolat in Böhmen und den incorporirten Landen wnrde ihm durch Kaiser F'erdinand III. d. d. Wien 4. 6. 1656 auf Grnnd des enteren Besitzthums verliehen, welch' Letzteres er, sowie Freicntliurn. durch Testament d. d. Wien 21. 2. 1669 seiner Gemalin, unter Substitution der Söhne seines Stiefbruders Peter Fernst, nämlich F'ranz Maximilian und Peter Emst Ludwig, hinterliess. Diesen Neifcn bestimmte er ausserdem in seinem letzten Willen, der von dem Fürsten Johann Weickard von Ancrsperg, den Grafen Conrad Balthasar von Sternberg, F'erdinand Maximilian von Sprinzen-stein, Christoph Hanns vou Althann zu Murstätten und dem F'reiherrn Julius Friedrich Bucccllini von Beichen-berg gesiegelt wnrde, ein Legat von 10000 Gulden und die ihm von Kaiser F'erdinand III. verliehene Gnadengabe von 30U00 Gulden. — Nicht mit einem Worte wird in diesem Testamente eines Sohnes Peter Ernst gedacht, welcher als wirklicher Kämmerer der Kaiserin Eleonora, nach einem mir vorliegenden undatirten Concepte, ein Majestätsgesuch um Verleihung einer Pension einreichte und seine Bitto mit den Verdiensten seines seligen Vaters F'ranz Ernst, ferner damit motivirte, dass er selbst, erst F'ähnricli im Graf Guido Starhemberg'Bchen, dann Bittmeister im Prinz Hannovcr'schen Regimente, in dem verflossenen Türkenkriege wiederholt blessirt worden sei, sein Gehör verloren habe und demnach zu Kriegs- und Hofdiensten untauglich geworden wäre. Ich habe das Räthscl, welches in dem Testamente des Grafen Franz Ernst und dem Gesuche des Peter Ernst liegt, um so weniger zu lösen vermocht, als keine anderen Mitglieder der F'amilio Molart von demselben Taufnamen in Betracht kommen können. Peter Ernst, der Sohn aus der ersten Ehe des Frei-herrn Ernst, stellte als kaiserl. Kämmerer und „Hauptmann über ein F'ändel tentscher Knecht" am 1. 12. 1626 der Aebtissin des königl. Neustiftes den schon genannten Bevers über die Legatsauszahlung nach seiner -Fran Alaimb, Veronica von Alolart, geb. von Hollneckh" ans. Nachdem er sich im Friaul'schen Kriege die Sporen verdient hatte, verliess er den Kriegsdienst, wurdo Stadthauptmann zu Wien und im Jahre 1636 n.ö 'scher Begie-rungsrath, als welcher er von Kaiser F'erdinand III., in dessen Briefen an ihn, noch im Jahre 1648 bezeichnet wird. — Es sind dies eine Beilic von Schreiben, welche der Alonarch au Peter Ernst, der damals gleichzeitig Regent der n.ö.'sehen Lande und n.ö.'scher Herrenstands-verordnetcr war, richtete, um ihn bei den Ständen zu seinem Einflüsse bei Bewilligung der nöthigen und oft begehrten Geldmittel zum Unterhalte der Armee zu bewegen. „wofür Ich euere bezaigende Willfährigkeit mit allen Kayserlichen vnd Landesfiirstlichen Gnaden, womit Ich euch iederzeit besonders wol gonaigt bin, hinwider-umb erkennen will". Dieses Versprechen löste Kaiser F'erdinand III. zu Begensburg am 22. April 1654 dnreh die Erhebung des F'reiherrn Peter Fernst und dessen Stielbruders Franz F'rnst in den Beichs- und erbländischen Grafenstand, der Verleihung des privilegii de non usu, des Titels „Hoch-und Wohlgeboren und der Verleihung des grossen Pala-tinats an beide Brüder ad personam, —■ das Nobilitirungs-recht ausgenommen, - ein. — Der alte Name Molard, dann Molart. ward bei dieser Gelegenheit ganz, das licisst nach der damaligen Orthographie verdeutscht. Sie hiessen nun nach dem Diplome „Grafen und Herrn von Mollärtlr, schrieben sich jedoch in der Folge „Grafen von AfoRnrth. F'reiherrn von Beineck und Drosendorf". Graf Peter Ernst, welcher zu dieser Zeit in Wien weilte und das Hofmarschallamt an Stelle des am kaiserlichen Hoflager zu Begi nsbnrg befindlichen Don Iiannibal Marcheso Gonzaga verwaltete, war damals Vicestatthalter des Begiments der n ö.'schen Lande, welches Amt er bis zu seinem Ableben bekleidete. Er ist ausserdem Käm- 0BEEÜSTEBBEICH1SCHEB ADEL. 213 merer der Erzherzoge Ferdinand Carl nnd Franz Sigismund, Bischofes zn Angshnrg, nnd Obersthofmeister der Wittwe Kaiser Ferdinands II, Eleonora von Mantua gewesen, welch' Letztere seinen Bücktritt von diesem Hofamte d. d. Schloss Steyr 25. 5. Ii'.40 genehmigte nnd wnrde am 8. 12. 1655 zu seinen Vorfahren bei St. Michael bestattet, nachdem dio von dem Vater ererbte Herrschaft Drosendorf noch bei seinen Lebzeiten für die Familie verloren gegangen und, mit Schulden überlastet, im Jahre 1637 wegen ausständiger Landesumlagen zn Händen der n.ö.'schen Landscbalt eingezogen worden war. l'eter Ernst hatte sich am 11. 5. 1621 mit der Tochter des Vincenz Muschinger von nnd zn Gumpcndorf, Freiherrn vou Rosenburg und Gars. Herrn auf Horn und der Margaretha von Kemptner, Maria Katharina vermält, welche im Vereine mit ihrer Schwester Martha Elisabeth, Gemalin des Ferdinand Sigmnnd Freiherrn, dann Grafen Kurz von Senftenau mit Testament d. d Horn 19. 12. 1627 von ihrem Vater zur Universalerbin eingesetzt wnrde. Beide theiltcn sich in die reiche Hinterlassenschaft, aus welcher Maria Katharina die Herrschaften (iumpeiidorf, Rosenburg am grossen Kamp und Reichenau im König-grätzer Kreise Böhmens, auch das ehemalig Mollarth'sche Freihaus in der Herrengasse zu Wien übernahm, das uuu fernerhin im Besitze dieses Geschlechtes blieb. Beichenan wnrde bereits im Jahre 1629 an Vincenz Grafen Zucconi von Benevelli, Dompropstcu zu Wissehrad, um 150000 Gulden, ebenso EoBcnburg bald veräussert. Von den vier Kindern Peter Emsts, Hanns Ernst, Maria Margaretha, Franz Maximilian und Peter Ernst Ludwig, wurde der Aelteste, von dorn nicht bekannt ist, dass er im öffentlichen Leben irgendwelche Stellungen einnahm, in dem oben genannten Testamente seines mütterlichen (irossvaters, des Freiherrn Vincenz Muschinger, eines der vorzüglichsten Gläubiger auf der Herrschaft Drosendorf mit einem Legate und zwar in folgenden Worten bedacht: „Mehlem Enickhl Hanns Ernst voun Mulart schaff ich mein lus vund gerechtigkeit so ich auf der Herrschaft Drossendorff als aiu prioritet - schnldt vou ainer Ehrsamben Landschaft an mich gebracht hab in solcher l'ormb, dass dardurch besagte Iicrrschait bey dem Molartischeu Namen und Stammen verbleib vund kheines-weges veralienirt werden soll*. — Freiherr Muschinger liatto demnach eine auf Drosendorf sichergestellte Forderang, die so gross gewesen ist, dass ihm die Herrschaft verfallen und von der n.ö.'schen Landschaft überantwortet worden war und welchen Besitz er nuu, in dem Willen diesen wieder au das Mollarth'sche Geschlecht zu bringen, seinem Enkel Hanus Ernst vermachte. — Leider erfüllte sich die Absicht des bald darnach (18. 11. 1628; verstorbenen Grossvaters nicht. Nach langwierigen Verhandlungen kam Drosendorf im Jahre 1643 durch Kauf vou den n.ö.'schen Ständen au Ferdinand Sigmund Grafen von Kurz. welcher dio Verpflichtung übernahm, die auf der Herrschalt versicherten Gläubiger zu befriedigen. Hanns Ernst vermälte sich laut seines ilcirathsbriefes d. d. Wien 25. 6. 1645 mit Anna Katharina. Tochter des kaiserl. geh. ßathes und Hofkanzlers Johann Mutthias Prickhelme}r von und zu Goldegg. Diese Urkunde, in welcher der Vater Peter Ernst diu Sicherstellung der Heirathsanspriiche übernahm, wurde von diesem, dem künftigen Schwiegervater, von Ferdinand Sigmund Grafen von Kurz, Maximilian Grafen von Trautinannsdorl', Bitter des Ordens vom Goldenen Vliesse, - der Bich wenige Jahre darnach durch seiue Verhandlungen zu Münster und Osnabrück einen nnvergesslichcn Namen machte, — ferner durch Achaz Grafen von Losenstein und Franz Grafen von Trautsou gefertigt und gesiegelt. Hanns Ernst blieb kinderlos und starb 1657, in welchem Jahre dio Wittwe bereits in zweiter Ehe mit Wolf Philipp Jakob Freiherrn von Unverzagt vermält war. — Seine blödsinnige Schwester Maria Margaretha wurde IV. 5. ebenfalls von dem mütterlichen Grossvatcr bedacht, von dem sie „um ihres von Gott geschickten Zustandes halber" in den Genuss eines anf der Herrschaft Gars haftenden Kapitales von 5000Ü (iulden gesetzt wurde Peter Ernst Ludwig, Peter EniBts und der Muschinger jüngster Sohn wäre nach Wissgrill n ö.'scher Kegierungs-rath, schliesslich Beichshofrath gewesen, doch liegt mir nichts vor wodurch diese Angaben bestätigt würden. — Feter Ernst Ludwig stand bis nach deui Jahre 1678 als kaiserl Oberst-Silberkämmerer im Dienste bei Hofe, dann als Oberst-Küchenmeister, als welch" Letzterer er alle in diese seine Amtsdauer fallenden Hoffeste in Scene setzte, über wt-lchc Kaiser Leopold I. eine rege, eigenhändige Oorres-pondenz in italienischer Sprache mit ihm führte. — Er erhielt mit kaiserl Bescript d d. Wien 27. 3. 1677 das Incolat in Böhmen und den incorporirtcu Landen, welchcs in Schlesien am 6. April desselben Juhres publicirt wurde, — ferner die Laudinanuschalt iu Kärnthen, worüber nachträglich d. d. Klagenfnrth 9 1. 1685 das bezügliche Lundtagsdiplom ausgefertigt worden ist. Graf Peter Ernst Ludwig wurdo 45 Jahre alt am 14. 1. 1681 bei St. Michael beigesetzt. Er war unver-mält geblieben, nachdem seine Verlobung mit Johaunn Maria Xaveria. der früh verwaisten Tochter des Freiherru Wolfgang Friedrich Hofmann von Grünbüchl wegen Streitigkeiten unter den Brautleuten durch das bischöfliche Consistorium zu Ulmiitz gelöst worden war. Franz Maximilian, (geb. 1628) des Vorigen älterer Bruder, war 1653 n ö.'scher Landrechtsbeisitzer, wurde am 17. 5. 1657 ,n. ö.'scher Begimentsrath, als solcher 1681 Landmarschall und mit kaiserl. Decrete d. d. 27. 9. 16*2 nach dein Tode des (trafen Ferdinand Maximilian vou Sprinzenstein General-Land-Oberst in N.-Oe. — In dieser Stellung iiuden wir ihn im Jahre 1683 und bereits im Mai mit den Vorkehrungen gegen jdic drohende Türkengefahr in den beiden unteren Vierteln N.-Ue.'s beschäftigt, wozu ihm die Landschaft und der zu Wien tagende Defensionsausschuss unter dem 19. .luui dieses Jahres auch dio Uebnrwachung der beiden oberen Viertel übertrug. In dein im folgenden Monate nun von den Türken eingeschlossenen Wien waltete Franz Maximilian mit iillcm Mutlie und aller Ausdauer seines verantwor-tungsreichcu Amtes, so dass ihn Kaiser Leopold schon am 20. 7. 1683, der Herzog von Lothringen und die Verbündeten waren noch lauge nicht auf dem Kahlenberg« erschienen, .wegen seiner tretflichen (Qualitäten, merita uud Diensten, sonderlich welche derselbe aniezo vnder der Türkischen belägerung der Bosidenz-Statt Wien mit vnvcrgleichlichcr treu vnd devotion laistet", zu seinem wirklichen geheimen Bathe ernannte und ihm bald bald darnach eine Gnadengabe vou 30000 Gulden verlieh. Nach dem Abzüge der Türken fungirte Graf Frauz Maximilian fernerhin als General-Land-Oberst, bei Hofe als Kämmerer und Oberst-Silberkämmerer uud beschloss, — dann beiges-tzt bei St. Michael, — am 4. 6. 1690 sein thatenreiches Leben. — Wie sein jüngerer Bruder hatte auch er daB Incolat in Böhmen, Mähren uud Schlesien (22. 7. 1670;, die Landmamischuft in Kärnthen (d. d. Klagenfurth 9. 1. Di85). ausserdem noch jene in Steiermark erworben, worüber das bezügliche Landtagsdiplom jedoch erst nach seinem Tode, u. d. Graz 19. 4. 1692 ausgefertigt worden ist. Franz Maximilian hatte ganz beträchtlichen Güterbesitz in seinen Händen vereinigt, der ihm aber nicht so viel eintrug, als er bonüthigte und als es seine Stellung erforderte. Er hatte fast stets mit Gläubigern zu kämpfen. vielleicht weniger in Folge zn grossen Aufwandes aus eigener Schnld, als vielmehr in Folge der damals obwaltenden Verhältnisse, denn durch die Ablösungen an Beinen jüngeren Bruder Peter Ernst Ludwig und durch die Türken-Invasion wodurch die Herrschaft Gumpen-dorf fast ganz vernichtet wurde, ist sein Vermögen 54 214 OBEBÖSTERBEICHI;CHER ADEL. beträchtlich geschmälert worden. — Er hatte von seiner Mutter Gumpendorf, dann das Freihaus in der Herrengasse zu Wien, ferner nach dem um 1677 erfolgten Ableben der Gemalin seines Oheims Franz Ernst, der Gräfin Maria Elisabeth, geb. Gräfin Althann, die Herrschaft Osslavan in Mähren und das Gut Freieuthurn zu Mannswörth in N.-Oe. ererbt und in den Jahren 1665 nnd 1666 das Hans zu Wien neu aufgebaut, das doch nicht mehr ihm gehörte, denn schon drei Jahre vorher, d. d. Wien 22. 12. 1663, war er genöthigt gewesen, das Belbe, sowie auch die Mühle zu Gumpendorf sammt Aeckern, Weingärten und allen Zugehörungen seiner Go-malin zu cediren, welche diese Immobilien den Gläubigern abgelöst hatte und die er iiberdiess zur Eigen-tliümeriu alles dessen, was er besitze oder künftig erwerben werde, einsetzte. Es geschah dies, wie Graf Franz Maximilian bemerkte, freiwillig und ungezwungen und wohl im Hinblicke auf das vorzügliche Vorwaltungs-talent, das seine Gemalin besass uud welches derselben bei der späteren Ordnung des Vermögens so sehr zu statten kam. Franz Max hatte sich mit Maria Katharina Thoman von Frankenberg vermält, einer Tochter des kaiserlichen Beichshofraths -.- ecretaire Paul Thoman von Frankeuberg lf 1618; und der Elisabeth, geb. von Seeau, welche Beide mit ihrem gemeinschaftlichen Testamente d. d, Wien 2t). 2. 1640 dieser ihrer einzigen Tochter ein geringes Vermögen liinterliessen. Maria Katharina verfiel im Jahre 1660 in eine schwere Krankheit, so dass sie sich veranlasst sah einen letzten Willen und zwar zu Gunsten ihres Gemals und ihrer bis zu dieser Zeit geboren gewesenen Kinder Ferdinand Ernst, Maria Bcnata. Maria Eleonora uud Maria Anna, zu errichten. Ihr zweites Testament ist zu Wien am 21. 10. 1601 datirt und eigenhändig unterschrieben, — sie dürfte demnach nicht schon um Tage darnach bei St. Michael bestattet worden sein, wie das dortige Todten-protokoll besagt. — In diesem Testamente, — sie hatte seit dem Ableben ihres Gemals den grössten Theil der Schulden getilgt, — verfügte sie folgendes: Der älteste Solin Ferdinand Ernst erhält als ein Fideicommiss und Majorat dio Herrschaft Gumpendorf und das Freihaus in der Herrengasse. Die beiden Söhne Felix Ernst und Peter Ludwig Ernst bekommen je 50 000 Gulden, mit welchen sio auf dio Herrschaft Osslavan in Mähren, 100 000 Gulden Werth, uugewieseu werden; sio sollen die Herrschaft gemeinschaftlich besitzen und diese, falls sie ohne männliche Descendenz blieben, an don ältesten Sohn oder dessen Nachkommen vererben. Mit dem Erlöse aus dem zu verkaufenden Gut Freienthurn zu Mannswörth und einem Hauso zu Luxenburg sollen die noch ungetilgten Schulden bezahlt werden. Die Töchter Maria Eleonora Grälin l'alffj- und Charlotte Katharina erhalten je 20 000 Gulden, Letztere, weil noch unvermält, iiberdiess 10 000 Gulden. Der beiden anderen, im Testamente vom Jahre 1669 genannten Töchter Maria Bunata und Maria Anna geschieht keine Erwähnui'g mehr. Dieselben waren um diese Zeit jedenfalls schon verstorben und eine von ihnen ruht seit dem April 1682 in der Michaeler Kirche zu Wien. — Maria Benata hatte noch von dem kaiserl. Obersten Freiherrn Louis de la Porte laut dessen Testamentes d. d. Wien 12. 8. 1675 ein Legat von 1000 Gulden geerbt. — Die Tochter Maria Eleonora Gräfin Palffy vermälte sich iu zweiter Ehe mit Otto Christoph Grafen von Volkhra und die Jüngste, Charlotte Katharina (geb. 14. 1. 1681), vermält 10. 3. 1710 mit Christoph Ernst Grafen von Fuchs zu Bimbach und Dornhoim (f 1719), Sternkz. 0. D., wurdo als Wittwe Aja der kaiserlichen Kinder, dann Oberstho'meisterin der Kaiserin Maria Theresia, welche in, so'inniger Weise an dieser begabten Frau liicng, dass sie dieselbe nach deren am 27 4. 1754 erfolgten Ableben in der kaiserlichen Gruft bei den Kapu- zinern zu Wien beisetzen liess Der Gräfin Charlotto Katharina jüngere Tochter Maria Josefa in erstor Ehe mit Anton Grafen von Nostitz-Bieneck vermält, ist am 1. 3. 1745 die Gemalin des nachherigen Hiegers bei Kollin uud Hochkirchon, des Feldmarschall Grafen Leopold Daun geworden Felix Ernst verkaufte mit Contract d. d. Wien 23. 1. 1709 seinen von der Mutter ererbten halben Antheil von Osslavan an den jüngeren Bruder Peter Ludwig Ernst, während der ältere Ferdinand Ernst auf seine bezüglichen Ansprüche zu Wien am 30, 12. 1712 nachträglich Verzicht leistete. — Erst kaiserl. Oberst-Silberkämmerer übnahm Felix Ernst nach des Ferdinand Ernst Ableben dus Oberst-Küchonmeisteramt, vermälte sich mit Maria Josefa Antonia Gräfin von Zinzendorf nnd Potton-dorf, des Fürsten Franz Anton von Porcia Wittwe und starb, dann bei St. Michael bestattet, am 12. 5. 1741 unter Hinterlassung eines zu Wien am 30. 12. 1740 zu Gunsten seiner kinderlosen Gemalin orrichtuten, von den Grafen Budolf von Sinzendorf und Otto Ferdinand Felix von Hohenfeld auch einem Herrn Gregor Jakob Schloiss-nigg bezeugten Testamentes Seine Brüder Ferdinand Ernst und Peter Lndwig Ernst thcilteu für kurze Zeit das Haus in zwei Linien. — Ferdinand Ernst, kaiserl. Kämmerer uud des Kaisers Leo- Sold Oberst-Küchenmeister wurde mit kaiserl. Decrete d. . Wien 7. 11. 1687 vom n. ö.'schen Regimentsrathc wirklicher Hofknmmcrrath, gieng im Jahre 1699 als kaiserl. Gesandter nach Lothringen um den Herzog Leopold Josef zur Geburt seines ältesten Sohnes in Allerhöchstem Auftrage zu beglückwünschen, sah sich nach dem Ableben Leopold's I. unter dem 13. 6. 1705 als Oberst-Küchenmeister des Amtes enthoben und vollzog nach dem Tode Kaiser Josefs I. im Mai 1711 seine bedeutendste Mission, als er von der Kaiserin Mutter Eleonora zur feierlichen Einholung ihres Sohnes Carl, des Königs von Spanien, und zur Begleitung desselben zu der Wahl nach Frankfurt abgeordnet wurde. Kaiser Carl VI. ernannte ihn neuerdings ain 8 12. 1712 zum Oberstküchenmcister, gleichzeitig zum Hof-Musik-Inspector und gab ihm. — Ferdinand Ernst war mittlerweile geh. Bath und Hofkammer- Vicepräsident geworden — um 6. 8 1716 in Ansehung seiner vieljährig treu geleisteten Dienste eine :-iehcrstelliiiig und Verzinsung der ihm von Kaiser Josef I. zugekommenen Gnadcngabe von 80 000 Gulden — Ferdinand Ernst wurde am 8. 8.1716 zu seinen Vorfahren bestattet. Er hatte um 11. 7. 1687 mit Consens Kaiser Leopold's I. und dessen dritter Gemalin, der Kaiserin Eleonora, welche hierzu den geh. Bath und Bitter de3 Ordens vom Gold. Vliesse Carl Ferdinand Grafen von Waldstein abordneten, seinen Heirathsbrief mit der kaiserlichen Hof-damo Magdalena Theresia Freiin von Fieger errichtet, einer Tochter des Carl Fieger Freihorrn zu Hirschberg, Pfandhcrrn der Herrschaft Hertenborg und der Maria Begina, geh Schürft zu Schönwerth, Freiin von St. Mariastein. Sie hatte ihrem Gemale, so viel mir bekannt geworden ist, sechs Kinder geboren, von welchen die Tochter Elisabeth bereits gestorben war, al3 die Mutter zu W7ion am 21. 3 1695 ihr Testament zu Gunsten ihres Ehehcrru uud der übrigen noch minderjährigen Kinder verfasstc. Magdalena Theresia aber starb erst im Jahre 1713. Ihre Tochter Antonia war 1725 kaisorlichc Hofdame. Der Sohn Josef Ernst starb unvermält ain 28. 11. 1714 als kaiserl. Hauptmann und wurde zu St. Michael beigesetzt, ebenso wie sein Bruder Philipp Ernst (f 22. 5. 1716) Domherr zn Olmiitz. Leopold Ernst, der ältesto Sohn Ferdinand Emsts, welcher nach soines Vaters Tode im Kidoicommiss suc-cedirtc auch das Gut Froientliurn zu Mannswörth besasB, dessen Verkauf wohl seinerzeit angeordnet worden, aber 0BERÖ8TERBEICHISCHEB ADEL. nicht zn Stande gekommen war, widmete sich dem Kriegsdienste nnd diente bis 1799 als Hauptmann und Com-pagnie-Commandant im Beising'schen Dragoner-Begimentc mit welchem er sich an des Prinzen vom Savoyen siegreichen Kämpfen in Italien nnd wohl anch an dem kühnen Entsätze von Turin bethciligte. Unter dem 8 3 1709 ernannte ihn Kaiser Josef I. im Hinblicke -auf seine erspriesslich und tapfer geleisteten Dienst nnd ihmo benvohenden guten aigenschafton zum General-Adjutanten bei der unter Commando des General-Leuthenandons Herrn Eugenij Prinzens von Savoyo Durchlaucht in Flandern stehenden armada", noch früh genug, dass sich Graf Leopold Ernst an dem Siege bei Malplaquet und dem Einzüge in Möns betheiligen konnte. Bald darauf wurdo derselbe Oberstlieutenant bei den General Mcrcv'-schen Cuirassieren und mit Patent d. d. Wien 15. 7. 1719 Oberst und Commandant dieses Regiments, als welcher er im Jahre 1725 seine kurze aber schöne Laufbahn beschloss, in deren bewogten Zeiten er nicht Gelegenheit fand an eine Ehe zu denken. Er erkrankto schwer, nach den Worten seines zu Wien am 1. 6. 1725 errichteten Testamentes, und bereits am 12. desselben Monates wurde nach seinem erfolgten Ableben das Inventar über seine Hinterlassenschaft, worunter sich insbesondere eine höchst werthvolle Bildergailerie zu Gmn-pendorf befand, aufgenommen. Leopold Ernst, von dessen Geschwistern zu dieser Zeit nur noch zwei lebten, hatto seinen jüngsten, hier noch nicht genannten Bruder und Fideicommiss-Nachfolger Carl Ernst, auch zum Universalerben seines Allodvermögens eingesetzt und seiner Schwester, der Hofdame Antonia Gräfin v. M. ein Legat von 10 000 Gnlden hinterlassen. Dor blödsinnige Carl Emst welcher bisher zu Teschen verwahrt worden war, erhielt nun auf Anordnung des General-Land-Obersten in N.-Oe. Aloys Thomas Baymund Grafen von Harrach den Grafen Karl Josef von Lainborg-Sprinzenstein zum (Jurator, wurde nach St. Pölten, dann nach Gumpendorf gebracht, wo er am 24. 11. i758 als der Letzte dieser Linie starb und am 27. desselben Monates in die Michaolerkirchc übortragen wurde. Das Fi-dcicommiss gedieh nun an die jüngere, von Franz Maximilians letztem Sohne, Peter Luwig Ernst, absteigende Linie. Dieser, am 5. 3, 1157«! geboren, war Landrechts-Beisitzer in Mähreii und trat sonst nicht in's öffentliche Leben Er schloss zu Prag 19. 2. 1702 seine Ileirathsabrede mit Maria Ludmilla Johanna, Tochtcr des. Freiherrn Franz Helfried von Kaisorstein (f 7. 9. 1701) und der Franziska Blaudia, gob. Freiin vou der Krön (de la Corona), Frau auf Zahofan im Lcit-meritzor Kreise Böhmens, versicherte seine Braut in dieser Urkunde mit ihren Heirathsanspriichen auf seinen halben, von der Mutter ererbten Antheil an der Herrschaft Osslavan und gab ihr das Vorsprechen in Böhmen zu domiciliren, wohin er sein Vermögen, insbesondere jenes in Mähren, baldigst transferiren wolle.— Diese Zusage führte Peter Ludwig Ernst iu der That aus, indem er die Herrschaft Osslavan, nachdem er seines Bruders Felix Ernst halben Theil im Jahre 1709 an sich gelöst hatte, mit Contract d. d. Brünn 27. 10. 1712 an das Cistercienserin-nen-KIoster Maria-Saal zu Altbrünn um 127 000 Gulden veräusserte. Er lebte nun mit seiner Gomalin, deren Sternkrcuz-Ordens-Biplom vom 14. 9. 1707 datirt ist, abwechselnd zu Prag und auf der Herrschaft Wolleschna im Rakonitzer Krciso Böhmens, welche sammt den dazu gehörigen königl. Lchensgiitom Chrastiiny, Volestov, Prilepy und Simin, nach dem Ableben ihres Vaters an Maria Ludmilla Johanna erblich gediehen und ihr unter dem 22. 9. 1703 mit einem Wertlie von 73000 Gulden landtäflich zugeschrieben wordon war. Nicht lange ge-noss sie diesen Besitz. Zu Prag im Jahre 1714 erkrankt, errrichtete sio, nnter Einsetzung ihres einzigen Kindes, 215 des Grafen Josef Anton Ernst, zum Universalerben, au 24. August des vorgenannten Jahres ihr Testament nnd starb noch am selben Tage. Auch ihr Gemal, welcher ??? Y°™u"d de® nuideijährigen Sohnes für diesen am ,8, >7,15 Herrschaft Wolleschna eingeführt wnnJ®' ?«langte nicht zn hohen Jahren und wnrde schon am 27 10. 1722 im Mollarthschen Erbbegräbnisse beigesetzt, worauf Josef Anton Ernst unter dem 15 9 1703 in don sclbBtständigen Besitz von Wolloschna trat. Fünf Jahre später, zu Wien am 15. 2. 1728 schloss dieser mit Conscus Kaiser Karl s VI. nnd der Kaiserin Elisabeth Christine, welche hierzu den Fürsten Josef vou ( ardona, Marquis von Guadalest. Gross-Contestable von Arragonion, Bitter des Ordens vom Goldenen Vliesso und Frasidenten des niederländischen ßathes befahlen, seine Ileirathsabrede mit dor Hofdame der reglerenden Kaiserin mit Maria Aloysia Gräfin von Lamberg, der zu München' 7. 10. I/Oo geborenen Tochtur des Franz Sigmund Grafen vom Lemberg Freiherrn zu Orteucgg und Ottenstein Kämmerers, ilofkriogsrathos, General - Feldzeugmeisters nml Stadt Guardia-Oberstwachtmeisters zu Wien und der Franziska Theresia, geb. Gräfin von Lamborg. Die Trauung fand am folgenden Tage statt Maria Alojsia. welche als einziges Kind dureh das Testament ihres Vaters d d. München II. 4. i7I3 Universalcrbin und Besitzerin dor Herrschaft llossatz in N.-Oe. geworden war genoss das eheliche Gliick, in welchem zwei Kinder ge' boren waren, nicht lauge. Ihr Genial starb ab intestato schon am 29 6. 1735 au den Folgen eines Pferdehuf-schlages und seine Hinterlassenschaft fiel zu gleichen Theilcn au den Sohn Johann Nep. Einst (geb. 172.SJ und an dio Tochter Mai ia Anna geb. 1730,, für welch'Beide die verwittwote Mutter tutorio nomine am 10. II. 1735 auf dio Herrschaft Wolleschna eingeführt wurde. — Johann Nep. Ernst, welcher mündig geworden, im Jahre 1749 in Böhmen das Juraiiicntum fidelitatis ablegte, wählte die Soldatcnlaufbahn. in welcher er bis zum Hauptmann im Infanterie-Bcgimento Hoch- und Deutschmeister gelangte, dann aber wegen seiner schwächlichen Gesundheit dem activen Dienste entsagen musste. Er starb unvermält als k. k. Kämmerer und Regierungsrath im 31. Jahre seines Alters als der letzte Manuessprosso seines uralten Geschlechtes zu Wien im November 1709 und wurde, wie seine Voreltern in der Michaeler-Kircho beigesetzt, wo dio Exeqnien ain 23. uud 2-1. des vorgedachten Monates gehalten worden sind. Laut seiner lctztwilligen Disposition hatte er die Mutter und Schwester zu gleichen Theilcn als Erbinnen seiner Hinterlassenschaft. welche vorzüglich aus seinem halben Antheile an Wolleschna bestand, eingesetzt. — Gleichzeitig der rechtmässige Nachfolger in dein aus der Herrschaft Gumpendorf und dem F'reihuuse zu Wien bestehenden Fideicommisse nach dem im Jahre vorher verstorbenen Grafen Carl Ernst, war Johann Nep. Ernst in Folge seines frühen Todes nicht in doli Genuss des .Majorates getreten, über dessen weiteren Besitz die Gräfin Maria Aloysia, welche damit im Jahre 1763 au die Gewähr geschrieben wurde und dere.i Tochter keine Einigung unter sich erzielen konnten, bis das am 22. 2. 1761 erfolgte Ableben der Ersteren eine Lösung der obschwo-benden Fragen uud fiir die Gräfin Maria Anna den unbestrittenen Besitz des Fideikomuiisses herbeiführte, ans welchem das Haus in der Herrengasse zu W ien abgetrennt und verkauft wurde Auch in den Alleinbesitz der Herrschaft Wolleschna war nun Gräfin v aria Anna gelangt, welche als Hofdame der Kaiserin Maria Theresia zn Wien am 16. 3. 1757 ihren Heirathsbrief mit Johann Stephan Grafen von Meraviglia- Crivelli, damals k k Kämmerer, Oborstlicutunant und General-Adjutanten abgeschlossen hatte. Derselbe versicherte die Braut mit ihrem Ileiraths-gnte auf seine zwei Besitzungen im Mailändischen Castel- 216 ÜBERÖSTERREICHISCHER ADEL. lanza nnd Marnato, während sich des Grafen Johann Stephan Vater, Don Pio Antonio wegen dieser Sicherstel-lnng auch mit seinem Majoratsgütern verband; zur Ausfertigung dieses Heirathseontractes war der Obersthof-meister der Kaiserin Fürst Johann Wilhelm von Traut-son abgeordnet; der Obersthofkanzler Anton Corfiz Graf von ülfeld der Letzte seines Stammes, die Fürsten und Vliessritter Heinrich Auersperg, Josef Schwarzenberg, Franz Anton Lamberg, dann der Minister Wenzel Anton Graf von Kaunitz Rietberg, der Marschall Leopold Graf von Daun, der drei Monate später bei Kollin siegte, Marschall Carl Graf von Batthyäny, Leopold Nadasdy, Josef und Ferdinand Harrach, Johann Josef Khevenhüller-Metsch, Carl Breunner, Rudolf nnd Camillo Colloredo drückten ihre Siegel auf diesen Brief. Vier Tage später fand die Trauung statt. Gumpen-dorf undjWolleschna gediehen an die Grafen Meraviglia-Crivelli. — (Mollarth'sches Archiv in meinem Besitze; Landes-arch.; k. k. Statthaltereiarchiv zn Insbruck; n. ö.'sches Gültbuch; III. Bd. der Berichte des Wiener Alterthum-Vereines: Die St. Michaelskirche zu Wien von Dr. K. Lind; Pritz Geschichte des Landes o. d. E.; H.-M.; X. S. Tyroler Adel;. Montennovo. (Taf. 61). Wappen: Getheilt und oben gespalten, drei Felder. 1 gespalten mit Herzschild, dieser vonHabsbnrg, Oesterreich und Lothringen gespalten: vorn in Gold sechs (3, 2, 1) blaue Lilien, hinten in Silber ein rothes von vier (2, 2) schwarzen Adlern begleitetes, rothes Tazcukreuz (dieses 1. Feld wegen Marie Louise Kaiserin der Franzosen als regierenden Herzogin von Parma. Piacenza und Guastallaj. 2 in Both drei (2, 1) silberne liingo Neip-perg\ 3 in Blau drei (2, 1), silberne Berge von je fünf vi, 2, 2) Gipfeln (Montenuovo). — Drei gekr. Heimo: 1. Ein wachsendes, zurücksehendes, silbernes, golden bewehrtes und ebenso bemähntes Einhorn < Parma). Decken: blau-golden. 2. Gekr. schwarzer, golden bewehrter Doppeladler mit überschwcbender Kaiserkrone, die Brust mit dem österrichischen Biudenschilde belegt, dessen Balken mit den goldenen Initialen F. J. bezeichnet ist. Decken: schwarz-golden. 3. Geschlossener, rother mit drei (2, 1) silbernen Bingen belegter Flug (Neipperg). Decken: roth-silbern. - Schildhalter: Goldene Greifen mit schwarzer Brust und schwarzen Flügeln. Devise von Neipperg: Virtus sudoro paratur. — Fürstenhut und Mantel. (K. k. A.-A.;. Die älteste Tochter weyland Sr. Majestät Kaisers Franz I, Marie Louise Erzherzogin von Oesterreich, ehemals Kaiserin der Franzosen, Herzogin von Parma, Piacenza und Guastalla, vermälte sich zum zweiten Male mit ihrem Ehren-Cavalicr und Minister Adam Adalbert Grafen von Neipperg (f 22. 2. 1829; k. k. Kämmerer und geh. Bathe. auch Feldmarschalllieutenant, in morganatischer Ehe, welcher zu Salagrande am 6. 8. 1821 der Solin Wilhelm Albrecht Graf von Montcnnovo cutsprang, der als k. k Fcldmarschalllieutciiannt nnd comman-dirender General in Siebenbürgen durch Sr Majestät Kaiser Franz Josef I. d d. Wien 13. 8. 1864 in den Fürstenstand des österreichischen Kaiserstaates erhoben worden ist. Fürst Wilhelm Albrccht, nun k k. Kämmerer und geh. Bath, General der Cavallerie, Bitter des Ordens vom Goldenen Vliessc und Inhaber des 10 Dragoner Regimentes, vermälte sich am 18. 5. 1800 mit der Tochter des Grafen Johann Bapt. Batthyäny und dessen erster Gemalin Marie, geb. Gräfin von Esterhiizy, Juliana Johanna Marie Stephanie, welche am 19. 11. 1871 starb, worauf im Jahre 1879 zu Gunsten der Hinterlassenschaft derselben die von ihrem väterlichen Oheime, dem Fürsten Philipp von Batthyäny - Strattmann (+ 22. 7. 1870) verbliebenen Herrschaften und Güter in Oe. o. d. E. Peuerbach mit Bruck a. d. Aschach und Spattenbrunn, Haiding nnd Schmiding, deren fidcicommissarische Eigenschaft schon im Jahro 1825 aufgehoben worden war, in das Eigenthum landtäflich geschrieben wurden. Aus der Ehe des Fürsten Wilhelm Albreclit ist ein einziger Sohn hervorgegangen, Prinz Alfred Adam Wilhelm Johann Marie igeb 16. 9. 1854) k. k. Lieutenant in d. It., welchem 1881 die vorgenannten Besitzungen, aus denen im Jahre darnach Haiding und Schmiding veräussert wurden, bücherlich zugeschrieben worden sind, Letzterer hat sich am 30. 10. 1879 mit Franziska, Tochter des Fürsten Ferdinand Kinsky von Wchinitz nnd Tettau, vermalt, aber noch keinen Sohn erworben. (K. k. A.-A.; Gotha'sche Almanache; Landtal.). Moser. (Taf. 61). Wappen: I. Ein Widderhorn. (Nach dem Originalsiegel Engelsclialk des Moser an dem uaehbenannten Briefe Alber des Wolfstein d. d. 29. 9. 1350; Stiftsarchiv zu St Florian). - II. In Both über schwarzen, Dreiberge ein silbernes WidJerhorn. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Deckcn: roth-silbern. (R.-M. nnd H., wo das Widderhorn irrthümlich als Schnecke verzeichnet ist). Heinrich Moser, wahrscheinlich im Jahre 1341 gestorben, welcher bei den Minoriten zn Wien bostattet wurdo, gcliörto nicht diesem Geschlechte an, wie Freiherr v. Hoheneck geglaubt hat. Derselbe führte von Silber und Both getheilt, oben einen schwarzen Trndeni'uss. — Vou Wolfhart dem Moser, der am 9. 3. 1299 eine Urkunde Fhilipp's und Heinrich's von Polheim an Ulrich von Truchsen. nnd am 27. 5. 1311 einen Brief dos Klosters Erla, hier ebenfalls als Polheim'schcr Dienstmann, bezeugte, sind keiuo Siegel vorhanden. Also auch über diesen lassen sich keino Schlüsse über dio Stainmesan-gehörigkeit ziehen, eben so wenig bozüglicli „hern Chvn-rat des Moser," der an dor Seite Herrn Bernhart des Aistershcimer am 12. 3. 1331 Zeuge in dem Dionstre-verse Ulrichs von Weidenholz auf dio Grafen von Schann-berg war. - „Der erber herChvnrat der Mosaer-, welcher am 29. 5. 1362 den Gehorsambrief Wernhard's von Aistersheim an den Grafen Ulrich vou Schaunberg wegen Schönhering besiegelte und über den Bau der nämlichen Veste im Vereine mit Ulrich dem Nussdorfer einen Spruch ergehen liess, dein sich der vorgenannte Aistersheimer am 8 2. 1370 unterwuri, dürfte ein jüngerer als der erstgenannte Chunrat gewesen sein. Am 29. 9. 1350 veriiussertc Albcr der Wolfstein mit Willen seiner Hausfrau und Kinder und im Einverständnisse mit seinen nächsten Erben und zwar Engelsclialk des Moser und dessen Ehcwirthin Agnes, Stephan des Egenbcrger. Jansen und Dietrichs der Wurmthaler und der Erben nach Heinrich dem Wurmthaler an das Stilt St. Florian seinen freieigenen Hof „zu dem Thal bei Chaczleinstorf" (Pfarre Katsdorf,'. — Engelschalk dessen oben beschriebenes Siegel au dem Briefe hängt, gehört ganz sicher diesem ob der Ens'schen Geschlechte an, das dann zn Weyr bei Leombach und auf dem nahen Egendorf im Traunvicrtel sass. Diemut, Martin des Moser zum Weyr Wittwe, ver-äusserte gemeinsam mit ihrem Sohne Stephan im Jahre 1451 das halbe Gnt Schmiding, Pfarre Lahkirclien im Traunvicrtel, an Ortolf von Geumann. — Hanns Moser zum Weyr bezeugte ao. 14H1 eine Heirathsgut-Versicherung des Hanns Meurl von Leombach an dessen Ehefran Elisabeth von MesBenbnch. — Ulrich M. zum W. war OBERÖSTERREICHISCHER ADEL 217 1472 landesfürstlicher Pfleger zu llall. — Sigmund, nach Holl, des vorigen Sohn, hätte Windern inne gehabt, eine offenbar irrthiimliche Angabe dieses Autors, denn Windern erwarben die Griinthaler nm 1519 durch Margaretha von Windern. Des Sigmund und seiner Hausfrau Margaretha, geb. Rothin Tochter Cäcilia hielt zu Pührenstein am Sonntag nach St. .Matthias 1503 Hochzeit mit Wilhelm dem Tollingcr Christoph Moser zum Weyr und zu Egendorf, ebenfalls ein Sohn des Ulrich, hatte Margaretha Menrl von Leombach zur Gemalin. Sciu Sohn Erasmus veräusserto Weyr an diu nachbarlichen Sigharter, die den Sitz 1517 von den Losenstcinern zu Lehen emplingen und mit Leonibach, das sie kurz vorher erworben hatten, vereinigten. Vou den beiden Töchtern des Erasmus war Katharina mit Martin von Hoheneck zu Braiteubruck Heiraths brief d d. Mittwoch nach St. Veit 1523; und Anua mit Veit Flusshart vermält. Höh. schreibt fehlerhaft dem Erasmus einen Sohn, Reichart M. zu Senfteneck, zn; Reichart gehörte einem anderen n, ö 'sehen Geschlcchte Bleichen Namens aber ganz, anderen Wappens an; aber ennoch ist er in der ob der Eus'schen Matrikel aufgeführt worden — Bernhard Moser zn Egendorf, der ein Bruder des Erasmus gewesen sein soll, bezeugt' zu Bapotenstein am St. Paulstage 1503 die zwischen Hanns von Hoheneck nnd Agnes Stegerin von St Veit geschlossene lleiraths-abrede. Mit seinem Sohne Hanns ist das Geschlecht abgegangen, wie Höh. berichtet. — Egendorf kam darauf au die Ostermayr. - (Stiftsarchiv zu St. Florian; U.-B.; H.; W.; R.-M..). .tloHlielni (Moshamer, Mosshaimer). (Taf. 62). Wappen: I. In Schwarz ein halber, silberner, golden gehörnter Steinbock. — Gekr. Helm: Der Steinbock wachsend. Decken: schwarz-silbern (R.-M.). — II. Geviert 1 und 4 Stammwappen. 2 nnd 3 in Blau ein rother, silbern geflügelter Adler. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-silbern. 2. Der Adler des 2. Feldes. Dccken: blau-silbern. (N. S. Salzburger Adel, im Wesentlichen gleich mit Wissgr. Seit wann dieses vermehrte Wappen, über welches sich iin k. k. A.-A. uichts vorfindet, geführt wurde, konnte nicht eruirt werden; jedenfalls fällt dessen Verleihung in diu Zeit vor 1067 , da es bereits iu Bartsch' Wappeubuche erscheint). Die Mosheimer, salzbnrg'schen Uradels, kommen schon im XIII Jahrhundert auf ihrer gleichnamigen Burg an jder Mur im Lungau vor, die sie bald verloren. Ao. 1280 bemächtigten sich derselben die Herren von Saurau aus der nachbarlichen Steiermark, wurden jedoch im folgenden Jahre durch den Erzbischof Friedrich II. zur Rückgabe gezwungen, 'mussten Urfehde schwören uud Revers geben nie mehr den Lungau zu betreten. — Nur kurze Zeit freuten sich darauf dio Mosheimer des wieder gewonnenen Besitzes, denn schon 1285 zog der vorgenannte Kircheutnrst die Veste von den gegen ihn meineidig gewordenen Vasallen ein und das Salzburg'sche Domkapitel löste die Vogtei über die erworbenen Güter an sich; dabei erschienen die Söhne Gebhards v. M. Otto v. M. bethciligte sich 1291 am steiermiirkischen Aufstände gegen Herzog Albrecht. — Pilgrim v. M. bezeugte am 23 4. 1301 den Brief als der .Gerstner" ein Gut zu Hetzendorf bei der Walchen iu Steiermark kaufte. Ein Otto v. »I. kommt im Saalbuche zu- Mariapfurr ao. 1325 vor. - Wülfling v. M. veränsserte im Jahre 1354 ein Gut zu Windisch-Matrei an den Erzbischof Ortolph v. Salzburg. - Erchenger v. M. siegelte 1367 den Verkaufsbrief des Friedrich Holeckcr an dessen Schwager Hanns Peyr. Stiftspriester zu Admont, Hüter am Kotten-manner Tauern betreffend. Andreas erscheint 1429 als Pfleger zu Klanseck, Eberhard als Pfleger zn Raming- IV. r». stein, wo die Brüder Sigmund. Christoph und Eberhard ein Bergwerk von dem Erzbischofe Friedrich IV. von Salzburg zu Lehen trugen. — Am 1. 1. 1452 waren Peter Moshamer, Pfleger zu Lengberg, uud Andreas Moshamer, Pfleger auf der niederen Sachsenburg, Spruch-mänucr auf dem Gerichtstage zu Sachsenburg für Admont, in dem Streite dieses Stiftes mit den von Flachsberg. — Thomas, Peter und Leonhard v. M. kommen zwischen 1167 und 1532 im Salzburg'schen urkundlich vor nnd ist von diesen Thomas wohl der nämliche, der vom Köuige Maximilian I. im Jahre 1486 l8 iibcrlicss. Nach dein Tode seiner ersten Ehefrau Margaretha Utzinger vermalte er sich mit Elisabeth Matscberin, die ihm einen Sohn Hieronymus gebar, mit welchem auch diese Linie endete. Veit Mühlwanger zu Miihlgrueb und Noidharting, welch' Lctztorcs im Traunviertel gelegenes Gnt ao. 1454 in seinem Besitze erscheint, war Pfleger zu Orth am Traunsce und in den Jahren 1161 und 1464 Landesanwalt in Oe. o. d. E. — Von den Söhnen aus seiner Ehe mit Margaretha Jörgerin, Georg zu Neidharting, Hanns und Wolfgang zn Hueb im Traunviertel, setzte der Aulteste seinen Stamm am Längsten fort. — Er war in erster Ehe mit Amalci Flusshartin von Pottendorf, des Loopold Hager zu Allontsteig Wittwe, vermält und hielt zum zweiten Male Hochzeit am Sonntag nach Dreikönig 1521 im Rog-gendorfschon Hause zu Wien mit Susauna des Ambrosius von Wisent Erbtochter, durch welche die n.-ö.'sche Herrschaft Kronseck sammt dem Markte Schiltern, branden-burg'sches Lehen, an dio Söhne Adam, Onophrius und Bartholomäus gedieh, die hiermit >542 von dem Markgrafen Albrecht belehnt wurden. Von den Letzteren vermalte sich Adam 1551 mit der Freiin Barbara Jörger, mit welcher er einen Solm Georg Christoph gewann, welcher am 16. 11. 1578 im Schlosse zu Betz mit Anna Maria, Tochter des Christoph von "Woytticli zu Taxen, getraut wurde. Von sechs aus dieser Ehe" entsprossenen Söhnen ist uns nur eine Descendenz Carl Ludwigs von Mühlwang bekannt, welcher 1629 in N.-Oe. untor der Bitterschaft bei der Erbhuldigung K. Ferdinands III. erschien und, — Kronsegg dürfte nicht mehr in seinen Händen gewesen soin, — die Horrschaft Engelstein im V. 0. M. B an sich brachte. Zweimal vermält, 1) mit Susanna Paradeyser. 2) mit Elisabeth von Sonderdorf, erzeugte er in erster Ehe zwei Söhne, Georg Adam und Johann Ernst, welchen im Jahre 1656 Engelstein im Gültcnbuche zugeschrieben wnrde. Georg Adam starb 1680 als der Letzte seines alten NameiiB, nachdem er den Bischof zu Wiener-Neustadt, Grafen Leopold von Kollonitz zum Universalerben eingesetzt hatte. Miihlgrueb war nach dem Jahre 1501 an die Wucherer, Neidharting nicht lange vorher an die Jörger gekommen. (U.-B; Epitaph zu Altmünstcr; II; B M.; W.; Strnadt-Velden). 'liiiirll-UelÜnffliiiiEWii. (Taf. 62;. Wappen I. Im von Silber und Both gespaltenen Schilde ein tincturengewechsclter Sparren belegt mit drei (1. 2) natürlichen Eicheln. — Kleinod: Aus roth-silbernschwarz gewundenem Wulste ein otlener rechts rother, links silberner Flug Saxen abwärts von farbenge wechselten je mit drei natürlichen Eicheln belegten Schrägbalken durchzogen; zwischen dorn Fluge wachsend ein gestiimmel-ter Mann, der schwarze Rock mit einem silbernen Anker-krcuzc bolegt. dio Augen mit einer silbern -rotlion Binde verbunden. Decken: roth-schwarz iN. 8. Kärnthner Adel, nach dem Diplome vom 23. 3. 1711). — II. (Rellinghausen In Silber ein schräger, roth er Main-ranker Kleinod: Aus von Silber und Roth gewundenem Bunde ein geschlossener, wie der Schild bezeichneter Flug. Decken roth-silbern (Alter Siebm.). — III. (Münch-Bel-linghausen, freiherrl. 1794; Geviert 1 und 4 Slamm-wappun. 2 und 3 in Blau ein schräger, goldener Maueranker i wegen Bellinghausun) - Zwei Helme, davon der zweite gekrönt 1. Aus silbern-roth-silbern-schwarz-silbern gewundenem Wulste das Kleinod von I. Decken: roth-silbern 2. Zwischen offenem, rechts goldenen, links blauen Fluge der schräge goldene Maueranker Decken: blaugolden as bezügliche Diplom wurde zu München am 6. 7. 1745 ausgefertigt. Der neue Freiherr Johann Joachim Georg, vermält mit Wilhelmine von Wirtli. starb ao 1771 unter Hinterlassung dreier Söhne, Josef fgeb. 1735), 1764 Beiclishof- 220 OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. ratli, Johann Joachim Georg II. (geb. 1745, f 10.4.1811) churtrier'schcr geh. Rath und Hofgerichts-Director, und Constantin Carl JoBef (geb. 1752, f 10. 11. 1838;, k. k. Ilofrath der vereinigten Hofkanzlei, welche Brüder von Kaiser Franz II. d d. Wien 3. 7- 1794 als „Freiherrn Münch von Bellinghausen" in den Reiclisfreiiierrnstand nochmals erhoben wurden und drei Linien begründeten, von welchen die Mittlere nicht lange erloschen ist. Ans der Ersten seien hier erwähnt des Stammvaters Josef Söhne, Joachim Eduard (geb. 19. 9 1786), k-. k. geh. Rath, lebenslänglich.» .Mitglied des Herrenhauses des Eeichsratlies, etc., welchcr 1831 in den österreichischen Grulenstand erhoben wurde, aber am 3. 8. 1866 ohne Nachkommen starb, — dann Cajctan (geb. 1. 11. 1776), k. k. Staats- und Confercnzrath. welcher durch seine erste Gemalin Theresia geb. Freiin von Deuster der Vater des Dichters „Friedrich Halm", des Freiherrn Eligius Franz Josef 'geb. 2.4. 1806, f 1871) geworden war. Constantin Carl Josef, der Stammvater der dritten Linie, erhielt im Jahre 1798, nachdem seine Gemalin Maria Theresia von ihrem Vater Christian Freiherrn von Gillern das Gut Koritschan in Mähren geerbt hatte, das böhmische Incolat im Herrenstande. Seine beiden Söhne Constantin igeb. 2. 7. 1789, f 15. 6. 1872) und Josef (geb. 23. 5. 1794, f 10: 10. 1870) überkamen von der Mutter mit Testament d. d. 21. 1. 1822 den mährischen Besitz, der nachher in das Eigenthum des jüngeren Sohnes iibergieng, welcher ihn veräusserte und dafür Deutsch-Brodersdorf in N.-Oe. erwarb, das noch gegenwärtig sein Sohn Felix besitzt. Constantin brachte im Jahre 1849 den Freisitz Rneiling bei Linz an sich nnd vererbte denselben un seine Kinder, Carl Constantin ;geb. 4.2 1817) gewesenen k. k. Sectionsratli im .Ministerium des Kaiserlichen Hauses uud des Acusseren. und Marie stein, Hochhaus und Altcnhof, kaufte am Hi. 6. 1628 von Ludwig llohenfelder zu \\ eidenholz um 6500 Gulden rlicin. nnd 100 Thaler Leitkauf eiu Amt Unterthanen. das dem llohenfelder bei der Theilnng mit seinen Rriideru ans der Herrschaft Peucrbach zugefallen war und wozn sich Erasmus einen Sitz zu Spiiting, unweit Neukirchen am Wahle im Ilunsruckviertel. erbaute, dem er den Nainer. Spattenlirunn gab Er vermälte sich laut. Heirathsbrief d. d. 22. 7. 1581 mit Johanna, Tochter des Georg von Hoheneck zn Hagcnberg. uud gieng eine zweite Ehe mit einer Sarah, von unbekannter Familie. ein — Hob. irrt sehr, indem er die Neidhardt nntcr den abgestorbenen Familien, und Hanns als den Letzten seines Namens nennt, dessen Descendenz noch heute im preussi-schen Grafenstande blüht. Hanns, welcher nach dem Engelszeller Necrologe am 31. 8. 1638 starb, hatte fünf Söhne, von denen der Erstgeborene. Hanns Zacharias (geb zu Tollet 15 5 1592) drei Tage nach seiner Geburt wieder heimging. Melchior ward Geistlicher, als welcher er 1638 vorkommt, nnd Johann Eberhard (geh. zu Falkenstein 8.12. 1607. t zu Born 16so. trat, - angeblich nach einem bewegten Vorleben. — 1631 zn Oraz in den Jesuitenorden ein, wurde Doctor der Theologie nnd Philosophie, Professor der Ethik, des Kirchcnrechtes, etc. zu Oraz. war einer der Lehrer des nachmaligen lvui-sers Leopold I., gieng um 1649 mit der Königin Maria Anna als deren lieichtvater nach Spanien, wo er Gross-Inquisitor, später spanischer Cesandter zu Rom wurde. Acht Jahre vor seinem Tode ward ihm der Purpur zu Theil. — Leopold Göttlich, der Jüngste von den Kiinfen, war ao. 1661 Amtmann zu Vordemberg in Oborsteier. bald darnach Obcrkanimergraf in Eisenerz, in dessen Nähe er sich 1666 das nach seinem Rufnamen bezeichnete Schlösschen Leopoldsteiu erbaute, und wurde als innerösterreichischer Hofkammerrath d. d Graz. 25. 9. 1673 durch Kaiser Leopold 1. im Vereine mit den Söhnen seines älteren Brnders Wiguleus in den erbländischen Frei-hcrriistand als . Freiherr von Neidthardt, Herr auf Spiitten-brnnii und Leopoldsteiu'1 erhoben. — Der vorgenannte Wignleus auf Spattcnbrunn. welcher schon im Jahre 1653 gestorben war. hatte, aus einer mir unbekannten Eho. drei Söhne hinterlassen, die späteren Freiherrn Sigmund Friedrich, Johann Baptist und Hottlieb, von welchen der Erstere unvermült am 16. 2. 1689 starb nnd in seiner Pfarrkirche zu Xeukirchcn am Walde bestattet wnrde, wo noch dermalen sein schöner CrabBtein zu sehen ist. — Von Oottlieb ist nnsser seiner Benennung im Freihernistandsdiplome nichts bekannt. — Johann Bapt. (t 29. 4. 1722), welcher von seinem Oheime Leopold Gottlieb Leopoldsteiu in Steiermark und von seinem Bruder Sigmund Friedrich Spattenbrnnn ererbte, dns er jedoch schon nm 6 7. 1689 an den österreichischen Hofkanzler Theodor Altlict Heinrich Grafen von Strattmann um 30000 fluiden nnd 100 Dncaten Leitkauf veräusserte und dadurch das Band löste, welches seine Familie mit Oesterreich ob der Ens verknüpft hatte, war im Jahre 1673 schlesischer Hofkammerrath, von dem er zum geh. Käthe und Vice-Kammcr-Präsidentcn in Schlesien emporstieg. wo er sich durch die Erwerbung des Gutes Kriehen sesshaft machte. — Von ihm nnd seiner Gemalin Barbara Theresia, geb. Freiin von Crano (f 1. 9. 1708j stammt in directcr Linie der Vertheidiger von Colberg und gefeierte Held in den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815, der nachherige Marschall und Gouverneur von Berlin, IV. 5. August Wilhelm Anton von Neidhardt ab, welcher, — seine unmittelbaren Vorfahren scheinen sich des Freihcrrn-titels begeben zu haben, — am 3. fi. 1814 als „Graf Neidhardt von Gneisenau" iu den prenssischen Grafenstand erhoben wnrde und dessen Nachkommen gegenwärtig anf der Majoratsherrschaft Sommerschenbnrg bei Neu-Haldens-leben in der prenssischen Provinz Sachsen bliilieu. (K. k. A.-A.; königl. preuss Heroldsamt; B.-M.; Strnadt-Penerbach; Mittheilungen der k. k. Centralcom-mission 1883: Ueber Archive in Kärnthen von L. von Reckh-Widinanstetter, nnd Sammlung alt. r Geschütze im k. k. Artillerie-Arsenale zu Wien, beschrieben von W. Boeheim: II.; gräfl. Taschenb ). .\>ictiMiiHi'i-. (Taf. 63). Wappen: 1. Iii Roth zwei geschrägte silberne Rechen. - Kleinod: Vor einein gekr. rothen, silbern gestülpten uud mit weissem Halmenfederbusch besteckten, hohen Hute die beiden geschrägten Rechen. Decken: roth-silbern. iN. S f bayr. Geschlechter. Wig Hund beschreibt, den Schild in gleicher Weise. Später wurden die Rechen golden geführt). — 11. Schild wie vorhin. — Gekr. Helm: Silberner Strausseiifederbusch. Decken: roth-silbern. (Wappen des allmächtigen Kanzlers Herzog Albrechts IV. von Bayern; er war ein Sohn Herzog Albrechts III. zweifellos mit einer von Neuhans. N S. 1- bayr. Geschlechter/. — III. Schild wie vorhin. — Gekr. Helm: Die Rechen vor einem mit Straussenfedern besteckten Köcher geschrägt. (Nach dem Epitaph des Kaspar N. zu Rnetting, f 26. 5. 1550, an der Kirche zu Eferding).— IV. (1582) Geviert, mit dem Stammwappen im Herzschild (die Rechen golden). 1 und 4 in Silber eine schwarze Schlossplatte mit offenem Schlüsselloche (Stadler von Sta-delkirchen). 2 uud 3 in Silber drei (1, 2i mit ihren Stielen im Dreipass zusammengefügte Seebliitter 'Soycr). — Drei Helme, davon der erste und zweite gekrönt: 1 Zwischen von Silber und Schwarz übereck getbeilten Hörnern ein gekr. schwarzer, mit weissem Federbusch besteckter Hut (Stadler). Decken: schwarz-silbern 2. Die geschrägten goldenen Bechen vor einem silbernen, mit schwarzem Hahnen'ederbusch besteckten Köcher. Decken: roth-golden 3. (ickr. schwarzer, ebenfalls mit silbernem Federbusch besteckter hoher Hut. dessen silberner Stulp mit drei grünen Sceblättern neben einander belegt ist (Soycr). Decken: schwarz-silbern. (Nach dem Originalsiegcl Georg Caspars v. X. zu Rueting und Stadelkirchen auf Senften-berg an dem Verkaufsbriefe über sein Haus zu Wien, d. d. 24. 4. 1603. in Tincturcn ergänzt nncli der H.-M. Aus dem Datum dieser Urkunde geht hervor, dass die Wappeiivfrmchrnng nicht erst gelegentlich der Freiherru-standscrhcbuiig 1023 erfolgte). Die Neuhanser oder Neuuhanser. wie sie sich ursprünglich schrieben, sind altbayerischen Adels jedoch keine Tnrniergenossen und süssen zu Neunhaiisen (jetzt Neiihausen) nnd Butting im Vilsthale. Beide Sitze waren nach Gerzen eingepfarrt nnd lagen nahe nebeneinander. Die Briider Bupprecht und Liebhart N. verkauften 1335 dem Gottcshanse zu Viehbach eine Hube zu Wal-kerstorf. Conrad Neuuhanser zu Leuttersdor!, desselben Geschlechtes, urkundete 1345, Rupprccht zu I'ilsting 1381, AndrcaB 140*1. Caspar zu Butting verkaufte ao. 1411 sein Gut Mosen bei Michlberg an die Seiboltsdorfer: Hanns war 1441 Pfleger zn Hornbach. Erasmus 1443 Landrichter zn Krausburg. Des Conrad Neuhauser (+ 115). Leichenstein in der Kirche zu Frontenhansell a. d. Vils trägt die Schilde von Nenbans, von Hambseid von Seiberstorf, Eck von Kesching uud Grueber zn Grueb. Caspar Xeuhauser zu Rueting (geb. 145H) und Sebastian. Söhne des Lamprecht N. nnd der Elisabeth .Noyerin, wandten sich aus Bayern nach Oesterreich, wohin sich um dieselbe Zeit anch Johann Neuhanser begab, der im 57 222 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. Jaliro 1484 als durch den König Matthias bestellter ßent-meister zu St. Pölten erscheint und im Jahre 1490 dio Vosto llcrtenstcin durch Kauf au sicli brachte. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnisse Johann zu den Letztgenannten stand, habe ich bis nun nicht erfahren. Hohenecks anfängliche Genealogie dieses Geschlechtes ist unglaubwürdig, ebenso jene Wissgrills, dor aus dor Zeit des XV. Jahrhunderts Neuhauser nennt, von denen es mir fraglich scheint ob sie sänuntliche die ßechcn führten. - Caspar Neuhauser. Anfangs Scliaunbcrg'schcr Pfleger zu Peuerbach, dann Passau "scher Pfleger zu Ebelsberg, bezeugte Hohcneck'sche Briefe in den Jahren 1515, 1518, 1522 und kommt im Jahre l.">34 mit llagcmlorf im V.U.M.B Niederösterreichs begütert vor. Seine erste Hausfrau Maria Schreiberiii gebar ihm mehrere Söhne, die zweite Maria von Piirching starb kinderlos im Jahre 1538, überlebt von ihrem Gcinahle, der 92 Jahre alt, erst am 20, 5. 1550 dies Zeitlicho segnete und in der Kirche zu Eferding bestattet wurde. Von seinen Söhnen erbte Balthasar 1 fiöO von des Vaters Bruder Sebastian das Gut Hagenberg im V.U.M.B., hatte 1561 Priuzendorf in demselben Viertel N-Oe.s inne und gewann aus seiner ersten Ehe mit Ciizilia Guseriu von Grossau einen Sohn Georg Christoph, der nicht, wie Hoheneck sagt jung gestorben ist, da er an jder Adelsund Wappenbcstätiguug seines Vatersbruder Georg 1582 partieipirto. Dieser Letztere verkaufte im Jahre 1558 seine heimatlichen Güter Neuhans und Buttiug an die Wittwe des Dr. Sebastian Stockliammer, brachte dafür von den Panhalm das Schloss Stadelkirchen, Pfarre Dictach im Traun-viertel, das er neu aufbaute, an sich und vermälte sich in erster Ehe mit Begina, Tochter Martins von Hoheneck nnd der Barbara Stadlerin von Stadclkirchcn, welch Letztere, nachdem Gregor der Stadler an. 1559 sein Geschlecht beschlossen hatte, das Gut Blnnian (Plumbau) an der grossen Mühol erbte, zu welchen Besitzungen Georg noch Scnftenbcrg in N.-Oo. käuflich erwarb. Begina gebar ihm einen Sohn Georg Caspar, die zweite Ehefrau Sophia Schifer von Kreiling den Georg Bernhard nnd Georg Gundacker. Georg starb am 19. 3. 1598 im 70. Jjcbeusjahre, nachdem er im Vereine mit seines Bruders Sohne Georg Christoph dnreh K. Budolf II. mit Diplom d d. 20.1.1582 die Bewilligung zur Vereinigung seines Wappens mit jenem der Stadler nnd Soyer erlangt und nachdem er dem Lande o. d. Ens durch eine Üeiho von Jahren als Landrath, Lamlcsanwalt, Verwes.r der Landeshauptmauiischaft und Verordneter seine Thätigkeit gewidmet, auch in kaiserlichen Diensten als Bath und Salzamtmann zu Gmunden gestanden hatte Ein eifriger Anhänger Luthers, war er unter jeuer Deputation, welcher 156s zu Linz K Maximilian II. diu gleichen ßeligious-concessionen wio die in Unterösterreich bewilligten, vcrhicss. Sein ältester Sohn Georg Caspar erbte Senl'tenberg, besass in der Herrengasse zu Wien ein llaus, das er am Georgitag 1003 an den Freiherrn Emst von Molart veräusserte, brachte durch Kauf vou seinem Stiefbruder Georg Bernhard das Gut Stadelkirchen an sich, in dessen Besitze er boreits lö02 erscheint, und hatte ausserdem in N.-Oe. die Herrschaften und Güter Härtenstein, das schon Johann Neuhauser besessen, dann Hoheneck, Arbesbach, Ditterstorf, u. s. w. inne. Er ist kaiserl. Truclisess. des Erzherzogs Ernst Silberkämmcror. Fürsclmeiderauch Mundschenk gewesen und war im Vereine mit seinen beiden Brüdern Georg Bernhard nnd Georg Gundacker anf dem ßcichstage zu Begensbnrg d d. 9. 1. 1623 mit dor Denomination „Herr von Neubaus und Bueting, Freiherr zu Härtenstein und Hoheneck- in den ßeichsfreiherrnstand erhoben worden. Seine beiden Eben. 1) mit Justina Freiin von Königsberg i verm. Sonntag vor Micliäli 158"i), 2) mit fllargaretha Freiiii von Tcuffenbach, blieben kinderlos, worauf Stadlkirchen, — Blumau war schon nach dem Vater Georg an die Jörger gekommen, — an Georg Bernhardt Soiin, Georg Elirenroich nnd dessen Schwestern kam, die den Besitz 1688 an Anton Eck hart von der Thaan veräusserten. — (leorg Ehrenreich hatte keine Deseendenz. Georg Gundacker, Georg's jüngster Sohn aus derEho mit der Schifer, hatte nin lfi82 das Schloss Grcissenberg im Machlaude von den Liechtenstein erworben, sich zu Eferding am 8. 3. 1599 mit Scholastica von Hoheneck vermält und mit dieser drei Söhne erzeugt, Georg Christoph, Georg Adam und Georg Engclbrccbt. Er selbst starb am 3.8. 1624 zu Grcissenberg, wio die o. d. E.'sche Herrenstands-Matrikel besagt, als der Letzte. Seine Wittwo verkaufte mit Contract d. d. 17 9. 1633 Grcissenberg au Wenzel ßcichard Grafen und Herrn zu Sprinzeusteiii. Nacli Wissgrill jedoch hätte ein Sohn des Vorgenannten, Georg Christoph noch im Jahre 1665 zu Begensburg gelebt. - (Wig. Hnml III.; N. S. r bayr. Geschlechter; II.-undB.-M.: Struadt-Vehlen; H.;W.; Albin Czerny's Einige Blätter aus der Zeit der Gegenreformation, im 42. Bericht des Museum F'rauc. Carol ). Külz. (Taf. 63). Wappen- 1. (Stammwappen, 1193) Im von Both uud Gold schräglinks getheilteii Schild ein silbernes Eiu-horn — Kleinod: llermeliiigestiilpter, gekr., mit vier abwechselnd schwarzen und goldenen Straussenfedern bestockter, hoher, von Both uud Göll gespaltener Hut. ain Spalt mit drei farbengewechselten Lilien belegt. Deckcn: roth-golden. (IL). — IL (Freiherrliches, 1655! Geviert, mit blauem Hcrzschild. darin, aus goldenem Dreiberge wachsend, eine natürliche llopfeiistaudc an deren zwei verschränkten Blätterzweigen jo eine Bliithe hängt (Niiz von Kadan . 1 und 4 Stammwappen Im 2. nnd 3. von Both und Schwarz gcthcilten Felde oben ein silberner Schwan, gleichsam anf der Theilungslinie schwimmend (Perghcim) — Drei Helme, davon der zweite und dritte gekrönt: 1. Stammkleiuod. Decken: roth-golden. 2. Wie der Hcrzschild bezeichneter, geschlossener Flug. Decken: blau-golden. 3. Zwischen einem rothen und einein schwarzen Horn der silberne Schwan Decken- roth - silbern. (B.-M.). — III. Gräfliches. 1695) Wie vorhin, jedoch um einen vierten Helm mit roth-goldiicu Deckcn vermehrt, welcher, als Firster gestellt das silberne Einhorn, wachsend, trägt. Der blaue Flug ist statt der ilopfcnstaude mit einem goldenen „L-' (Leopold) belegt. (Ii. und H.-M ) — Es bestehen gar keine Anhaltspunkte dafür, dass die ob der Ens'sclien Nütz mit dem Einhorn und die Niiz von Kadau iu N.-Oe. mit der ilopfcnstaude eines Geschlechtes gewesen seien. Als die Nütz 1655 in den F'reiherrnstand kamen, handelte es sich ihnen darum den iu die Mode gekommenen und viclbegehrten govierto.tcn Schild mit Hcrzschild zu erlangen uud iiber dessen Zusammenstellung ward F icht Batlis erholt. Wegen des Besitzes von Ober-bergham wurde das Stammwappcn mit dem Schild der längst heimgegangeiien uralten Pergheimer quadrirt und in den lierzschild kam im Hinblicke auf die Namcns-gleichheit, — denn dieso war ao. 1655 ein gar triftiger Beweis fiir das gleiche Herkommen, — die llopfeiistaudc der Niiz von Kadau, welche soeben, 1642, mit Ferdinand von Nüz erloschen waren. Den Schild des Letzteren hatte sich übrigens auch Ferdinand Budolph F'reiherr von Lcis-ser, Schwestersohn zu F'erdinand von Niiz, von Kaiser Ferdinand III. ansgebeten und crhalton). Ao. 1493 verlieh K. Maximilian I. dem Hieronymus Nütz landesfiirstlicho Lehen zn Goisern in der Gegend zwischen Ischl und Aussoc und d. d. Wien 1. September desselben Jahres den Adolstand mit dem Prädikate „von Goisernburg." Dass ein Schloss dieses Namens auf welchem OBERuSTERKEICHISCilEK ADEL. 223 die Nütz gesessen gewesen wären, in Oe. o. d. E. je bestanden hätte, ist durchaus nicht nachzuweisen. Johannes Nütz von Goisernburg, ein Enkel des Vorigen, wie ich vermuthe, erwarb in seiner Ehe mit Regina Alkoverin einen Sohn Tobias, welcher der Römisch-Kaiserlichen .Majestät Rath auch Einnehmer der Landschaft in Oe. o. d. E. wurde, im Jahre J644 von den Polhcim die Herrschaft Wartenburg an sich brachte, dazu um dieselbe Zeit das damals schon in Trümmern liegende Oberbergham sammt Zugehörungen durch Kauf vereinigte . und auch Schwarzgrueb, Pfarre Weibern im Hausruckviertel, erwarb. Tobias wurde durauf am 29. 11. 1611 in deu jungen, am 26. 0. 1645 in den alten Ritterstand Oe.'s o d. E. aufgenommen nnd erlangte von Kaiser Ferdinand III. mit Diplom d. d. 27. 1. 1655 den Freilicrrn-stand. — Vermält, 1 mit Pelieitas Winklerin. 2; mit Katharina Susanna Prciin von Spindler, erblühten ihm drei Söhne erster Elia Hanns Philipp, Hanns Paul tf ledig^ und .loh.um Ignaz. dann Johann Anton Franz Joseph (2 Ehe.,, welch Letzterer Wartenburg und Oberbergham überkam und im Vereine mit seinem Nefl'en Johann Tobias Ignaz durch Kaiser i.eopold I. mit Diplom d. d. Wien 5. 11. 1695 in den Orafenstaud erhoben wurde. Seine Ehe mit Franziska Spindlerin von Albrechtsberg war um da« Jahr 1720 noch kinderlos. Der älteste Stiufbrnder Hanns Philipp nahm Sidonia Freiin von Geumanii zur Gemahlin und lmtte vier Söhne von denen Joseph in Kriegsdiensten ledig starb, Johann Otto iu deu Jesuitenorden trat, dann Petriner wurde, Ehrenwerth kaiserl. Hauptmann war und Johuim Ignaz Sebastian sieh mit Maria Antojiia von Höckenstall ?| verehelichte. Letzterer und Johann Otto sind am 18. 5. 1707 in den Herrenstand Oe.'s o. d. E. aufgenommen worden, wie dio Matrikel besagt, wo sie als Grafen bezeichnet sind: doch ist mir nicht bekannt, dass ihnen oder ihrem Vater diese Standeserhöhung zu Theil wurde. Johann Ignaz Nütz, Freiherr auf Wartenburg und Ober-Perckamb. des Tobias dritter Sohn, vermälte sich mit Anna Barbara Theresia Freiin von Danneckh und erwarb einen Solm Johann Tobias Ignaz, welchcr an der Grafeustandserhebung seines oben genannten Oheim par-tieipirte, erst churbuyrischcr Regieruugsrath zu Burghuu-sen, dann Assessor des Roicbs-Kammer-Gcrichts zu Wczlar wurde und mit Maria Constantia Freiin von Closun verehelicht war. Auch dieser ist um 1720 kinderlos gewesen. TV ann die Familie, welche 1717 den Herrenstand in Böhmen und den diesem Königreiche incorporirten Landen erhielt, erloschen ist. habe ich nicht erfahren. - Wartenburg mit Oberbergham hat Johann Albrecht Graf von St. Julien im Jahre 17.'9 von den „Graf Nütz'schcn Cre-ditoribns- an sich gebracht. Schwarzgrueb war damals nicht mehr in den Händen der Nütz. (H. und R.-M.; H.; VV.; Pillwein's Hausruck- und Traunkreis,). OlM9i'2iuiiii<>r. (Tafel. 63). Wappen: I. In Schwarz ein silberner Pfahl, bogleitet von sechs (2, 2, 2; silbernen Rosen. Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: Schwarzenborn. (H. und R.-M.) II. Schild wie vorhin; das Stammkleinod auf dem gekr. zweiten Helm. Decken: schwarz-silbern. Erster gekr. Helm: Drei goldene Stroitkolben (nach Wig. Hund „Binderschlügel") Decken: schwarz-golden. (N. S. f bayr, Geschlechter und R.-M). „Georg Oberhoimcr im 15. Thurnier zu Rcgcnspurg ao. 1284 Es Lebt khaincr mehr im Laudt, scinat in Oesterreich khommen", sagt Wig. Hund. — Wenn die Oberheimer in der That ihren Anfang in Bayern genommen haben, so müssen sie doch schon sehr früh nach Oe. o. d. E, übersiedelt sein wo sie bereits zu Ende des XIII. Jahrhunderts vorkommen und bald darnach um Neukir-chen und Gaspoltshofen, Filialen der Pfarre Lambach, und in der nachbarlichen Pfarre Pcunewaug begütert erscheinen, in welcher Gegend das Geschlecht späterhin auch Gröbming und Irrenharting besuss. den Sitz Gröb-ming vielleicht selbst erbaute. Bezüglich des Heinricus de Obernheiin, der um das Jahr 1254 eino Tradition des Heinrich von Tumoltshoiiu nach Klost.r Reichersberg bezeugte, mag es zum blindesten fraglich sein, ob er dieses Geschlechtes war Sicher aber gehörten diesem an Artolph und Otto die Überhoi-iner. von denen der Erstere im Jahre 1293 einen Lehensbrief des Abtes Christian von Lambach an Ulrich von Anhang bezeugte. In dem Satzbriefe Rugers von Starhemberg un Ulrich von Pruuheym cl. d. 21 1. 1808 stehen leide unter den /engen. Gleichzeitig mit ihnen, zu Lambach am 21. 3. 1805, tritt Leutold von Obern-haim urkundlich auf 14. 4. 13H3 siegelt, „der wohlbe-schaiden clinecht" Ulrich der Oberhaimer einen Ueber-gabsbrief Leupolds von Weisseuberg an Kloster Lambach, eine Wiese in der Pfarre Neukirchen betreffend. Am 22. i. 1369 brachte Otto der Obcrh.. Kellner zu Lambach, den halben Lindenhof zu Oberusehwaig. Pfarre Neukirchen, an sich. Bernhard der Obernhuimer siegelte am 19. 2. 1374 den Vorkaufsbrief Niclas des Reuter au Kloster Lambach über den Hol' zu Hörnern. Pfarre l'eiuie-wang, welchen am 4. Mai des nächsten Jahres Abt Ulrich von Lambach an Otto den Obcrh, Convcntbruder in letztgedachtem Stille, gegoii einen jährlichen Zins verlieh. Michael v. O. zu Gröbming. Pfarre Gaspoltshofen, bezeugte ao. 1416 einen Verkauftbrief Bernhard des Pern-dorfer; Hanns v. 0 zu l'arz, Verweser der Hauptmiiiiii-scliaft in Oe o. d. E., starb 1435 und wurde zu Grieskirchen bestattet Nach Hob. theilte sich das Geschlecht mit des Letzteren Söhnen, Wolfgang. Matthias und Col-man iu drei Linien. Von der Ersteren zu Gröbming und auf dem nalieu Irrenharting hatte Wolf noch im Jahre 14.>8 l'arz inne, wo er die Kupelle zur heil Anna erbaute, liald darnach durfte das Schloss an dio dritte Linie, von dieser zu Ende des XV Jahrhunderts an dio Polhuim gekommen sein, die von den Obcrhcimcru auch Irrciiliurtiiig erwarben. Die Linie erlosch mit Michael dem Jüngeren, dessen Hausbau .Magdalena Zellerin am Georgitagu 1537 starb und zu Gaspoltshofen begraben wurde. — Gröbming wurde von den Anhängern mit Küppach vereinigt Die von dem Freiherrn von Hoheneck mitgcthcüto Genealogie der zweiten und dritten Linie scheint wenig vcrlässlich zu sein, auch das, was derselbe von den beiden i uims v. I). berichtet deren Geschichte er nicht von einander zu scheiden vermochte. I'eruuu au der Traun dürfte der dritten nicht der zweiten Linie zugestanden haben, deren Stammvater Matthias im Jahre 1478 verschiedene Zehente in der I'ichler Pfarre veräusserte. Der Sohn Hanns führte Namens seiner Gemalin Anna Tochter des Thomas Herrn von Stubenberg und der Elisabeth von Krunichberg, in den Jahren 1491 bis 14'.'9 Process wegen der Thiernstcin'schen Hinterlassenschaft, insbesondere wegen Thiernstein und Härtenstein und kam im Jahre 1494 in den Besitz von Ladundorf in N -' )o., brandenburg'schcr Lehenschaft Sein Solln Sigmund hatte 15..0. des Letzteren Sohn Johann Georg 1561 Zwentendorf im V. 0. W. W. inne Johann Georgs tieibruder Christoph, ao. i603 noch am Leben, brschloss nach seiner kinderlosen Ehe mit Anna Hofmaim v. Grünbüchel diese Linie. .Der Kdel weis Cholmann der Oberliaimer zu Valchen-stein", Stammvater der dritten Linie, brachte die an die Wallscer versetzt gewesene Herrschalt Falkcnstein um 1410 durch Ablösung an sich, siegelte am '-'7. 4 1413 den Theilbrief der Brüder Caspar und Hanns der i brüllten, starb am 14. 11. 1468 und wurde bei den Minoriten in 224 OBERÜBTERBEICHISCHEB ADEL. Linz bestattet. Sein Sohn Simon war 1470 Pfleger zn Palkenstein, in welchem Amte ihm „Hanns der Oberhai-mer zn Partz" folgte, der dasselbe schon vor dem Jahre 1485 bekleidete nnd am 3. 9. 1471 fiir seine selige Hansfrau Anna, Tochter des Paul Wenngcr, einen Jahrtag .in dem wirdigen gotzhaus sand Nicla ze waltkirchen" bei Wesen gestiftet hatte. Br und Warmund der Obcrliaimer, verlegten sich in den damaligen verworrenen Zeiten, in denen der Kaiser im Deich umherirrte und zwei Bischöfe von Passau sich befehdeten, auf die Buschklcpperoi oder wie der ehrliche Hoheneck sagt „auf Teutsch Strasscn-rauben " l'eidc nahmen im Jahre 1484 dem Bürger von Steyr, Valentin Bottenberger, auf der Denan 7<>n Gulden weg, wofür sich Herr Banns einige Hauern zn Pernau kaufte. Zn Ende des Jahrhundertes scheint K. Maximi lian I die Herrschaft Falkenstein eingelöst zu haben, die bald darnach, 1498, an Heinrich .-alichinger neuerdings verpfändet wurde. - Dafür erwarb „Bitter Hanns Überhaimer zu Pernaw" das -cliloss Haichenbach mit 32 Pfund Pf. Burghut. 3 Schaf Korn und 4 Schaf Hafer am 19. 4. 1491 leibgediugsweise von dem Bischöfe Christoph von Passan, jedoch nur für kurze Zeit, denn schon im Jahre 151ti wurde das Srhloss wieder von dem Hochstifte eingelöst Otmar 0', nach Holl, des Simon und Hanns Bruder, nahm im Jahre 1493 von seinem Schwager Bernhard Kraft das Schloss Marspach a d. Donau im Miihlviertel zu Pfände. In der Zeit vor 1520 hatten daselbst die Britder Otmar und .Matthäus die Oberhaimer als rechte Stegreifritter im Bunde mit Bernhard dem Zeller von Schwertberg gehaust und ihre Bäubcreieu von der passau'schen bis an die mährische Grenze ausgedehnt worauf Herzog Ernst in letztgedachtem Jahre vor .Marspach zog, den Otmar fing und. nach Wig. Hund, enthaupten li<'ss Marspach verblieb dem Hochstifte. Die Linie setzte des Otmar .-olui, Andreas fort, welcher dieselbe durch Erwerbung der Güter Totzonbach und Zeillern nach N.-Ue. verpflanzte, welche Besitzungen aber nicht lauge in den Händen seiner Nachkommen blieben. Sein Enkel Georg Andreas überkam durch die erste Gemalin Apollonia Schuattorl von Tornau das Gut Schönau auf der Neustädter Heide, womit er am 30 5. 1595 belehnt wurde: die zweite Ehefrau, Barbara Bcckhin von Loopoldsdorf erkaufte das Gut Deutsch-Brodersdorf a. d. Leitlia, welches sio i63S ihrem Sohne Hieronymus vermachte, der sein altes Geschlecht im Manuesstaiumc beschloss Des Letzteren Wittwe Christiua, geb. Herrin von Zinzendorf und l'ottendorf lebte, kinderlos, noch im Jahre 1663 zu (ledenburg. (U. B.; Wig. Hund; Strnadt-Velden und Peuerbach: H. : W.: R.-M..,. Order im MichUad. (Taf. G3, 04). Wappen: I. Ein Pfahl (Nach dem Origiualsicgcl Hanns des Oeder, Bnrggraren zu Biedeck, an dem Satzbriefe Michael des Maurer fiir das Gotteshaus zu Gallneu-kirchen. das Tussödgut betreffend, d. d. 20. 2. 1350: Bio-decker Archiv. Denselben Schild lühren in ihren Siegeln Heinrich der Oeder von Schwertberg an der Scelgeräthstif-tung nach Waldhansen, 1. 9. IttSS, — Lorenz v. Oe. Landrichter im Machlande, an seinem Gerichtsbrief'e d. d. 30. 9. 1345, und Herr Marichart der * leder au dem Briefe Chunrat des Buczlersperger für die Pfarrkirche zu Gall-neukirchen d. d IG. 6. 1374). II. Kleinod. Ein mit drei Streitkolben (Morgensternen, besteckter, niederer liut. (Nach dem Originalsiegel Heinrichs von Oed an seinem unten erwähnten Verkaufsbriefe vom 13. 10 1341. Eferdin-ger Archiv. - Heinrich der Oeder von Kriechbaum führt in seinem Helmsiegel an dem oben erwähnten Briefe vom 1. 9. 1333 ein Hörnorpaar . - III. In Both ein silberner Pfahl. — Gekr. Helm: Von Silber und Roth iibereck getheilte Hörner. Decken: roth-silbern. (Nach dem Wappen der Oedt von Götzcndorf in deren Diplome vom 20. 8. 1570). Die Oeder im Mnchlandc, welche keineswegs mit den von Oedt zu Götzendorf zu verwechseln sind, wie dies Holl, tliat, führten deu Pfahl gleich don Griinburgern *), die, wie diese Besitzungen im Machlande erwarben und mit welchen sie in zahlreichen Briefen gemeinsam anl'treten. Wenn es mir auch nicht gelingen konnte anf urkundlichem Wege einen genealogischen Zusammenhang dieser beiden Geschlechter herzustellen. so möchte ich es doch für wahrscheinlich halten, dass die Ooder eine Nebenlinie der Grünburger gewesen sind, von welchen Ulrich II. (1196-1235) seinen Hauptstanim bis c i32G fortsetzte, während von dessen Bruder, Heinrich IL, keine Descendenz, die sich ebenfalls von Grünburg a. d. Krems genannt hätte, nachweisbar ist. Dieser Heinrich, könnte immerhin dor nähere .Stammvater der wappenverwandten Oeder gewesen sein, in deren ersten Generationen sich auch der Taufname Heinrich vererbte. Als Oeder treten sie zuerst mit einem Hertwig anf, der für sich und seine Hausfrau Diemnth ein Seclgerätho zu Baumgartenberg stiftete und hierüber vom Abte Johann dieses Klosters ao. 1265 den üblichen Bcvers erhielt. — Herr Heinrich von Oed (1267 — 1301), welcher im Jahre 1301 im Vereine mit seiner Hausfrau Gertraud ebenfalls nach Bauingartenberg stiftete und wohl ein Sohn des Hertwig gewesen sein dürfte, hinterliess die Sühne Heinrich und Marquard. Eine Seelgeräthsstiftnng Hangs von Butenstein, 1294, bezeugten .der hainreich von Oed vnd der hainricli sein Sun," und am 21. 12. 1313 den Verzicht Herwort des Loicrperger gegen Kloster YValdhaiison. den Hof zu Inncrfeld im Machlande botreffend, „her Hainricli von oede, her Mariohart sein Bruder.- — Marquard erscheint zuletzt ao 1321; zu St. Florian am 6. Marz dieses Jahres verzichtete Düring von Aigels-perg zu Gunsten des Klosters St. Florian ai:f jeden Anspruch auf den Hof zu Zirking unter dem Siegel „hern Maricharts von Oede der zsten Zeiten ist gewesen foite an mius lierren stat vou Chunringe vber den genanten liofe." Am 1. 9 1333 stifteten Heinrich der Oeder von Kriochbanm, Heinrich der Oeder von Schwertberg, Otto der Ferchaiuicr, Marchart der Chersperger. Heinrich der Schweinpeck und Wetzel von Arhing zu einem Seelgcräthe nach Wahlhanseti das lehenbare Gut Wagrain in der Pfarre Nauru. Zweifellos gehörten diese beiden Oeder als Söhne und Vettern der Descendenz der Brüder Heinrich und Marquard an, doch musste, wio auch in den folgenden G< nerationen, Mangels urkundlicher Nachrichten, auf oiue nähere genealogische Klarstellung dieses Geschlechtes verzichtet werden. Kriecli-baum - das jetzige Maicrgnt zu Krichbaum in der Pfarre Tragwein — und das gegenüberliegende Egenhofen — jetzt Sinhofergnt erscheinen noch im Jahre 1433 im Besitze der Ooder; Sigenhofcn soll schon Anna dio Wittwe eines der beiden obengenannten jüngeren Heinrich von den Herren von Meissau zu Lehen getragen haben. Kriechbaum rührt'' von Begensburg. Schwertberg, das mit Heinrich dem Ooder das erste Mal urkundlich genannt wird und, wio es scheint, bis zum Erlöschen dos Geschlechtes, in dessen Händen verblieb, von den Chunrin-gern. dann von don Liechtensteinern zu Lehen. Heinrieh der Ooder, seit 1312 Burggraf zu Windegg, 1351 „der orber Bittor- ist Ein und Derselbe mit Heinrich von Kriechbaum oder Heinrich von Schwertberg. Am 13. Oktober 1314 verkauften Heinrich v. Oed und seine Hausfrau au Koiiiprecht und Friedrich von Wallse ihren An-tlieil an don Gütern .in der Graewson vnd in der Gruob *) Siehe den Nachtrag. OBERÜSTERREICHI SCHER ADEL. 225 vnd datz Raent vnd in dem Prucle vnd datz den Staedln vnd daz Holtz in dem Raent." — Noch drei Zeitgenossen gehören hieher: Herr Lorenz von Oed (1338-1350), 24. 4 1338 Landrichter im Machlande, 24. 4. 1347 „der erher Ritter;" Ott der Oeder '1351 -1362;, 2 2. 1331 Landrichter im Machlande, 6. 7. 1361 zu Sinperg. 28. 2. 1362 zu Sehwertherg; Hanns der Oeder (1342— 1369), 1356 Burggraf zu Riedeck. vermält mit Zachrein des alten Freitel von Windhag Tochter, Pcrnliard des Sachsenekker Wittwe. Zu Sehwertherg scheint Alhrecht v. Oed gefolgt zu sein, der nach Hoheneck 1384 vom Herzoge Alhrecht und den Herren von Meissau verschiedene Lehen zu Albern im Dorf und Güter zu Naarn, Sehwertherg. Schönau und Tragwein empfing. Er ist wohl derselbe Albrecht, welcher am 25. 1. 1371 und 22. 7. 1373 als Landrichter im Machlande erscheint. Oh er noch identisch mit jenem Alhrecht Oeder von Sigenhofen ist, der am 2z. 3. 1401 den Verzicht Heinrichs von Alhartsperg, das Gut Alhartsperg iu der Altenbnrger Pfarre betreffend, siegelte, vermag ich nicht zu entscheiden. - Murichart der Oeder zu Sehwertherg, welchen Chunrat der Buecz-lersperger von I.angenwiesen am 16. 6. 1374 seinen gnädigen Herrn nennt, und welcher am 17. 6. 1394 an Hanns von Aysthofen Zehente in den Pfarren Naarn und Schwertberg veräusserte, siegelte am 2S. 2. 1405 den Brief Pang-rocz des Oeder und Elsbct, dessen Schwester, als deren Vetter (wohl Oheim nach nnserm jetzigen Sprachgebrauches Marchart von Sehwertherg dilrite demnach ein Bruder des Albrecht von Schwertberg gewesen sein. — Pankraz, welcher im Vereine mit seiner Schwester in der letztgedachten Urkunde drei Güter, eines zu „tzeydlaru" in dem Dorf, Pfarre Naarn, als freies Eigen, eines eben daselbst als Meissan'sches Lehen und eines zu Oed in der Bieder Pfarre an das Kloster Waldhausen veräusserte, soll nach dem Mcissau'schcn Lehensbuche ein Sohn des Albrecht gewesen sein nnd von den Herrn von Meissan im Jahre 1400 (1406?) die von seinem Vater Albrecht zu Albern, jenseits der Donan, ererbten Lehen empfangen haben. Er erscheint als der ehrbare Knecht Pancraz der Oeder von Schwertberg und als Diener Hartneid's von Liechtenstein noch am 26. 7. 1426 in dem Verkaufsbriefe uin den Burgstall Altenhofen bei Ens au Reinprccht von Wallse, war schon 1416 mit Beatrix von Zwingenstein verehelicht nnd hatte 1422 den Hof und Sitz Schweinbach an Andre Gruber veräussert. Seine Wittwe Beatrix errichtete am 25. 4. 1432 einen Vermächtnissbrief zu Gunsten ihres zweiten Geniales des Georg Schiessenber-ger zu Hagenberg. Am 29. 9. 1420 verkauften Larencz Oeder, Kristan nnd Kaspar Gebrüder die Oeder und Margret ihre Schwester, diese letzteren Drei des „Larenczen brueder Clünder," „dem Ersamen weysen Geystlichen hern liern hanssen die zeit verbesser der fruemesse ju dem Markcht ze Perg" ihr freies Eigen die Struczelmfihle in der Miinzbachor Pfarre unter .dem Siege) ihres lieben Vetter Chunrat des Oeder von Kriechbaum, derzeit Landrichters im Machlande. — Ein Chnnrat Oeder von Kriochbanm. vielleicht ein Ael-terer als der Vorige, hatte im Vereine mit seiner Hausfrau Ursnla schon am 25. 11. 1408 sein Gut an der Cholmansleiten. Pfarre Alhartsperg, dem Stifte Ardacker veränssert. Letzterer wäre nach Ennenkl der Sohn eines Hanns gewesen uud dieser Hanns ist wohl identisch mit jenem gleichnamigen, dem sammt seinen Söhnen und Töchtern Alber von Volkenstorf als seinem Burggrafen zu Kreuzen d. d. 27. 12. 1395 ein Pfund wiener Pfennige auf dem Lehen in der Grueb nnd auf zwei Hofstätten nm seiner treuen Dienste willen verliehen hatte. Ein Hans Oeder von Schwertberg verkaufte am Veitstag 1402 einige Güter in der Dimbacher Pfarre dem Propste Heinrich von Waldhausen. Am 25. 1. 1433 verlusserten Thoman der Wurm nnd Anna dessen Hausfran ihren vierten Tlieil an dem oberen Hofe zu Friehamstorf in der Pfarre Arbing an den Abt Stephan von Bauuigartenberg, wobei Siegler und Zeugen waren, Chunrat Oeder von Kriechbaum und ihr Schwager Lorenz Oeder von Sigenhofen. Sigmund Oeder von Schwertberg hängte 1451 das 225. Siegel an den Martberger Bundesbrief und schliesslich, 1457. erscheint noch oin Caspar Oeder in einer Leib-gediugsurkunde fiir Lienhart von Lasperg. Die Tochter eines dieser Beiden, Barbara, vermälte sich mit Hanns Häuser zu Karlstein und Matzen, wodnrch Schwertberg an die Hauser gedieh, die es im Jahre I50o besassen. iU.-B.; Biedeeker Archiv zu Eferding; Strnadt's Geschichte von Windegg und Schwertberg; IL). «»•••Ii 7.1t b»txeiidorf. (Taf. 64). Wappen: I. (Stammwappen . Wachsender Hase — Gekr. Helm: Das Schildesbild. (Nach dem Ori^inalsiegel des Marx Oeder an dem Scheukbricfe des Pfarrers Ni-culans von Rohrbach an das dortige Siechenhaus ao. 1498: Stiftsarchiv zn Schlägl; II. Geviert. 1 und I in Roth ein halber silberner Hase (Stammwappen). 2 und 3 in Both ein silberner Pfahl Oeder im Machlande). — Zwei gekr. Helme: 1. Der silberne Hase wachsend. 2. Von Silber und Roth Ubereck getheilte Horner. Decken: durchaus roth-silbern. (Nach dem Epitaph des Hanns von Oedt zu Lichtenau und Strossfelln, f 25. 4. 1601, einem Enkel Jakob's I., bestattet in der Spitalkirche zu Eferding. in den bekannten Tincturen ergänzt. Die Vereinigung mit dem Schilde der Oeder im ,»1achlande, mit welchen keinesfalls eine Stammverwandtschaft zu den von Oedt nachzuweisen ist, erfolgte zweifellos gelegentlich der Adelsbestätigung vom 27. 6. 1539 und ist anf nichts als auf die zufällige Numensgleichlieit gegründet), — III. (1570. Geviert wie vorhin, mit goldenem Herzschild. darin ein feuersprühender, schwarzer Panther (Perneck;. — Die beiden Oedt'schen Helme um einen Dritten mit schwarz-silbernen il Dccken. vermehrt, dieser, als Mittlerer gestellt, trägt den l'erneck'sehen Panther wachsend, hier gekrönt und am Halse mit bccIib Pfauenfedern besteckt. iK. k. A.-A. — Anlässlich der Freiherrn- und Grafenstands-Erhebung löOH nnd 1714 wurde dieses Wappen nicht verändert). Die Oeder dieses zweiten Geschlechts, Vasallen der von Wesen, sind ebenso wie die Aichberger nnd die von Ort dnreh ihre Lehensherrn aus der Gegend um Reichersberg nach dem Hausruek-Viertel verpflanzt worden;, wo sie den Sitz Oed zn Lehen erhielten. Dieser stand wahrscheinlich in dein ziemlich grossen, noch jetzt der „Herrschaft" Aichberg, Pfarre Waldkirchen, gehörigen Teiche, an welchem sich das sogenannte „Teichthänsl Nr. 5 am Burgstall bei Oed" befindet. Hainricus Oder bezeugte nm 1250 eine Stiftung Heinrichs von Marspuch nach Reichersbcrg. — Seine Söhne Chunrat und Heinrich von Oed süssen als Burghüter von Wesen bereits 12(14 an der Donuu und gelobten in diesem Jahre dem Bischöfe von Passau. welcher die Veste vorübergehend in seine Gewalt gebracht hatte, ihm diese ein Jahr lang zu bewahren. Die anfängliche Stammreihe des Geschlechtes ist nach Herrn J. Strnadt's gewissenhaften Darlegungen in seiner Geschichte Penerbachs folgende: IV. 5. 57 226 OBEBÜSTERBEICHISCi iER ADEL. Heinrich I. c. 1250 Chunradt I. 1264 Heinrich II. 1264—1284; nx. Jatha von Wesenberg 1284 1298, verkaufte im Voreino mit ihren Kindern am 1. 9. 1293 dem Kloster Engelszell den Forst zn Hörzing an der Grenzo der Pfarren Nattcrnbacli und St. Aegidi. Heinrich III. 129s Chunrat II. Ulrich I. 1298 - Heinrich IV. Chal- Phi- Pern- t'hun- Elspet -1334; 29.9. 1322 1298 -1334 1331, war zn Efer- 1298-1322; hocli lipp hart I. rath 1298 bei Mühldorf ge- ding angesessen; nx. Gertraud 1298 1298- 1298 III. fangen ; ux. Margret ux. Diemut 1301 1334 1208 von Lichtenwinkcl ux. Agnes Ortolf, Pernhart Mar- f vor II. 1323- Chart 1334 1338, t c. zu 1349; ux. Puch, Gcut.vidua Pfarre 1350 Wald- ChunratlV. Chunigund, Mar- 1! ugor zu Puch ux. des gret 1338 - Dietreich todt 1349; nx. Schawz 1370 Gertraud, leich, Rür- _______ vidna von gers zu kirchen Hohenfeld Linz, vidua 1331- 1349 1370 1338 Margret Heinrich V. zu Puch, _1361-1370_ Hanns I. zn Puch 1392-14U7 Ulrich der Oedor von Wesen zn Oede, 1361-1405, f 15. 12. c. 1406 Jakob I., 1407 - 1446 JOrg I. 1407—1427 Alexius, 1446-1455 Jakob II. 1446-1449 Tibold 1446; f 1186; nx. Anna Sigmund 1446 Balthasar t vor 1416 Barbara Martin 1446, t 1480 Von den Vorstehenden brachto Jakob I. den Sitz Aichberg in der Pfarre Waldkirchen von den Aichbcrgern, die erst nach 1455 ausstarben, an sich. Seine Söhne und deren Vetter Martin verglichen sich am 12. 5. 1416 Uber die Theilung dor tiüter Oed nnd Aichberg, die bald an dio Salburger gediehen, nachdem die Descendcnz Jakobs mit den vier Brüdern erloschen war Martin, passau'schcr Pfleger zu Sprinzenstein, verpflanzte seinen Stamm nach dem Miihlviertel, wo er im Jahro 1453 die Hälfte, 1455 den Best vou (Jetzendorf erwarb. — Ans seinen zwei Ehen. 1) mit Ursula Jörgerin. 2) mit Anastasia Herleinsbergerin, erblühten ihm droi Söhne, Marx (1. Ehe, f Sonntag nach Ostern 1516), Georg II. (2. Ehe, -j- ledig 1497) nnd Matthäus, von denen der Erstore, 1512 landesfürstlicher Pfloger zu Bana-riegl, nach Bernhard Jörgers Todo Ansprüche auf dessen Hinterlassenschaft erhob nnd aus dieser 1496 das Schloss Lichtenau im Mühlviertel orhiolt, auf dem er eine Nebenlinie begründete, die mit seinem Urenkel Cornelius 1593 abgieng. Sein Bruder Matthäus zu Götzendorf (f 15261, 1513 —1518 Pfleger zu Sprinzenstein, erwarb in seiner Ehe mit Magdalena Inzinger droi Söhne, Georg III., Balthasar II. und Wolf (f 15. 3. 1542) kaiserl. Oberster Mundschenk, Pfleger zu Scharnstein, 1530 Hauptmann zn Pressburg, welcher mit der Gemalin Elisabeth, des Matthias von Pcrneck Tochtor, den Stamm fortsetzte und durch seine, durch K. Ferdinand 1. erfolgte Botheilung mit den dem Wilholm von Perneck conliscirton Gütern, sowio auch durch Ankäufe soinen Besitz ansehnlich vermehrte. Unter den Perneck'schen Herrschaften werden von Hob. und Wissgr. Scliöncck in N. Oe. und Perneck (Bäreneck a. d. Mur in Steiermark) ausdrücklich genannt, doch mag es fraglich bleiben, ob Wolf den letzteren Besitz tatsächlich antrat. Nach anderen Quellen erscheinen auf Bärencck nach den l'erncckern dio von Backnitz. — Laut Einlage im n. ö 'schon Giiltenbuche war Wolf von Oedt zu Götzendorf 1534 in N. Oe. mit ^einsperg, Wangen, Schöneck, Oberhausegg (1534 erkauft) und Ernegg, welch Letzteres er 1527 käuflich an sich gebracht hatte, begütert. Dio Perncck'sche Herrschaft Dachsberg im Hausruckviertel dürfte ihm seine Gemalin Elisabeth eingebracht haben, während er dnreh seine zweite Ehefrau Sophia Enncnkl von Albrechtsberg, des Sebastian Grabncr Wittwe, die Aemter Wangen und Wcissenberg in X. t >e überkam. — Er erhielt von K. Ferdinand I. d. d. 27. 6. 1539 eine Adelsbestätigung und erschien am 29. Oktober dieses Jahres im Landtage zu Wien auf der Bitterbank. Von seinen drei Söhnen, Georg (1 Ehe) zu Dachsberg, Schöneck und Ernegg, Heinrich und Sebastian (2. Ehe). Beide zu Rciiispcrg, erhielt Georg durch Erzherzog Karl d. d. Wiener-Neustadt 20. 8. 1570 die Er-laubniss zur Vereinigung des Perneck'schen Wappens. Derselbe war erst in kinderloser Ehe mit Margaretha von Tautl'kirchon, dann mit Susanna von Neuliaus vermält, die ihm sechs Töchter gebar, von welchen sich die Martha mit Sigmund Schifer verehelichte und diesem Dachsberg einbrachte. Sebastian (f zu Götzendorf 18. 12. 1585), 1566 als Mitglied des o. d. K.'schen Bitterstandes eingetragen, erzeugte mit Regina von Rödern vier Söhne, Hanns Christoph, Wolf Bernhard, Georg Achaz nnd Sebastian II., deren Erster den Hauptstamm fortsetzte, der Jüngste aber zu Wolkersdorf iu N. Oe. eine Nebenlinie begründete, die durch seinen Sohn Georg Ludwig zu Schmiding im Ilans-ruckviertel sesshaft wurde, wie Hoheneck sagt, und mit dem Sohn des Lotztcren Johann Alexander am 7. 12. 1691 im Manncsstaminc wieder erlosch. Schmiding kam dnreh Kanf an die Grafen von Strattmann. Hanns Christoph zu Götzendorf (.+ 6. 5.1630), dnreh Kaiser Budolf II. d. d. Prag 1. 5. 1608, im Voreine mit seinem Bruder Sebastian, als „Frey- und I'anierherr von Oedt, Herr zu Heisenberg nnd Gezcndorlf in don erbländischen Freiherrnstand erhobon, brachto dio Herrschaft Helfenberg im Mühlviortel, wo er 1607 das Schloss neu OBERÖSTERREICHIaCHER ADEL. 227 aufbaute, käuflich an aich, vermälte sich 1587 mit Sabina Kölnpöckin von Ottsdorf und gewann mit dieser sieben Söhne, von denen Wolf die Helfenberger und Philipp Heinrich die Götzendorfer Linie stiftete. Aus der Ersteren Ubergab der Stammvater Wolf seiner Tochter aus der ersten Ehe mit Elisabeth Herrin von Zinzendorf, Begina Elisabeth die Herrschaft Helfenberg, welche nun an deren Genial Sigmund Sehifer von Freiling kam. Von Wolfs beiden Söhnen aus der 2. Ehe mit Elisabeth Katharina Preiin Löbl von Greinburg blieb Baimund Achilles, vermält mit einer geborenen Dubsky, kinderlos. — Johann Ludwig (t 4. 10. 1697) war dreimal verehelicht, 1) mit Maria Elisabeth Schütter von jKlingcnberg, 2) mit einer Schlipstädterin (?/, 3) mit Eranciska Margaretha von Schömberg und erwarb drei Söhne, Pranz Ferdinand (1. Ehe. t in oder vor dem Jahro 1741), Franz Joseph (S.Ehe, t ™r 17141, Benefi-ziat zu Ottsdorf, und Franz Carl, Hauptmann im Star-hcmborg'schen Regiment vou welchen der Erste und der Dritte an der Grafenstandserhebung vom Jahro 1714 par-tieipirten. — Franz Carl vermalte sich mit cinor Gräfin Cavolchina, hatte aber nur Töchter und beschloBS diese Linie im Mannusstamrae. Philipp Heinrich (geb. I. 5. 1606, f im Oktober 1655), der Stifter der Gützendorfur Linie, 11. 5. 1637 mit Maria Catharina Freiin von Iloyos, 2. 9. 16 >3 mit Maria Maximiiiana Freiiu von Sprinzcnstein vermält, erwarb neben anderen Söhnen in erster Ehe den Freiherrn Erasmus Anton (geb. 9. 2. 1648, f 10. 4. 1719), 1692 zum o. d. E.'scheu Herrenstandsvorordncten erwählt, welcher sich im spanischen Erblolgekricgc uls Grcnzcoiumif-sär im Mühlviertel gegen Bayern so bedeutende Verdienste sammelte, dass ihn Kaiser Karl VI., kurz uach dem 7. 3. 1714 geschlossenen Rastädtcr Frieden, d. d. Laxenburg 15. 6. 1714 und mit ihm seine Vettern Franz Ferdinand und Franz Carl in den erbländischen Grafen-stand erhob. — Sein einziger Sohn aus der Eho mit Cordula Miirck von Gneissenau, Johann Christoph Heinrich, n ö.'scher Regierungs-Vice-Statthaltcr. 13. 8. 1784 wirklicher geh. Rath, 1747 Hof-Vice-Kanzler, vermält I) 2. 10. 1701 mit Anna Johanna Freiin von Stain (f kinderlos 18. 2. 1707), 2) 11. 9. 1707 mit Anna Charlotte Gräfin von (ieyersperg (f 2. 9. 1719) und 3) iui April 1720 mit Johanna Gräfin von Thum, erlangte mit der zweiten Gemalin den Sohn Johann Carl üonat (geb. 10. 12. 1708), welcher Maria Viktoria Gräfin Suardi ehclichtc und boi seinem frühen Ableben drei minderjährige Kinder hiuterliess, Johann Christoph, Maria Johanna und Maria Pranciska, über welche Georg Brixius Freiherr von Hoheneck die Vormundschaft übernahm, die er im Jahre 1759 nach dem Tode der beiden anderen Mündel nur mehr über die Tochtcr Maria Johanna ausübte. Um dieselbe Zeit ist durch ihn die Herrschaft Götzendorf im Verkaufswege in Lamberg'sches Besitzthum übergegangen. (U.-B.; Stiftsarchiv zu Kchlägl; k. k. A.-A.; Struadt-Peuerbach u. Velden; Akten im Landesarch.; IL- und R.-M.; IL; W.). Ofen. (Taf. 61). Wappon: Einmal gespalten und zweimal getheilt. (H. und R.-M.). Heinrich Ofen von Schmiding und dessen Töchter Barbara und Margaretha mit ihren Ehegatten Alber dem Rudiinger uud Ruger dem Scbirmer erhoben erfolglos in der Landschranne zu Peuerbach am 16. 7. 1410 gegen Ruger den Linberger Ansprüche auf die Hube zu liaws-läuten, Pfarre Waizenkirchen, auch auf ein Holz zu Lin-tach, und gaben hierüber am 22. 10. 1416 dem Tibolt Paleiter, der diese Güter mittlerweile erworben hatte, einen Verzichtrevers. Leonhard Ofen zu Schmiding, bezeugte 1427 den Ver-mächtuissbriof Hannsens vou Geumann an dessen Bruder Christoph. Das Original war in Hohenecks Händen, welchcr vou dem daran befindlichen Siegel des Leonhard 0. wohl das oben blasonirto Wappen abnahm. — Wolfgang Ofen zu Schmiding vermälte sich ao. 1428 mit Barbara, der'Tochter seines Nachbars, des Caspar Geltinger zu Haiding. Wann Schmiding in die Hände dieser Familie und dann wieder aus deren Besitze kam, liabo ich nicht erfahren. (Strnadt-I'euerbach; II.; R.-M.). » lli'Krrl) (früher O'Heguorty). (Taf. 64). Wappen: In Silber über rothem Schildeshaupt darin' drei rechtsgewendete, silberne Seemöven nebeneinander, ein grüner Baum mit ebenso tingirteni Stamm und Wurzeln. Gekr. Helm: Ein Schwertarm in blauem Acrincl. Decken: roth-silbern. — Devise: Nec tlectitur, nee mutant. (Nach dem O'Hegerty'sehen .Stammbaume, bestätigt durch den Wappcnkönig Grossbrittauiciis John Hawkins Ulster, d. d. Dublin 26. 4. 1754). Durch den „Arrct du conseil d'Etat du Boy," d. d. Luneville 12. 1 1761, publicirt in Lothringen unter dem grossen Siegel Stanislaus Königs von Polen, Herzogs vou Lothringen uud Bar d. d. Nancy en la chumbre du e.un-seil 5. 2 1761, wurde dem Pierre Charlys Daniel O'He-guerty, Gentilliouimo, Capituinu au Regiment de Lally, auf Grund der durch ihn vorgelegtun Documente, darunter vorzüglich eines von dem Wappenkönige Grossbrit-taniens gesiegelten uud von dem Yicekünig in Irland d. d. Dublin 26. 4. 175-1 gefertigten Stammbaumes, das ur-altadeliche Herkommen seines durch mehrere Jahrhunderte zu Brookhall iin Königroicho Irland begüterten Geschlechtes für Frankreich anerkannt und ihm seine diroc-tcu, adeligen Asceuilcuten in 22 Generationen bestätigt. — Diese Staiumreihc lautut: 1. Arassus ü Hegucrty zu Macherabug in dur Grafschaft Donnegal Irlands, — Anna talius Maria), des Jakob ö Doghurty zu Rashuny Tochter. - 2. Jakob — Johanna, dus Daniel Di-rmoiid zu Ghtnavar Tochter. — 8. Marmuduc — Katharina, dus Johann Mac Donogh Tochtcr. — 4. Patritius I. — Grisulla, dea Manutius Guigly zu Kilderry Tochter. — 5. Johann I. — Anna, doa Doulack Mau Cullin von Brick Tochtcr. — G. NoTll — Katharina, des Johann Diry Tochter. — 7. Edmund I. — Eleonora, dus Roger Mac Bride Tochter. — 8. Johann II. — Maria, dus Tcruntius o Duvey von Montur-lony Tochter. — 9 Cornelius — lJrigida, des Neill ö Doghurty Tochter. — 11). Morlagh — Finulla, dus Johann o Kelly von Ballasbany Tocbtur. - 11. Patritius II. — Grisulla, des Rager Yac-Cornick Tochter. -- 12. Jakob II. (Gemalin unbekannt/. — 13. Dionysius L, Lieutenant im Regiment o Neill, — Eleonora, des Philipp Mac-Donogh Tochtcr — 14. Johann III., — Rosa, dus Johann Mac-Ginnis Tochtcr. - 15. Mauritius I. — Uni-taB. Johann'» des Rothen 0 Neill Tochtcr. - 16. Edmund II. — Johanna, des Dionysius Walsh zu Dungavan Tochter. — 17. Mauritius II. — Rosa, des Neill 6 Guiu Tochter. — 18. Daniel I. — Rosa des Terent 5 Cahaui Tochter. — 19. Hugo — II onoritt, deB Ncgelle o Duvin Tochtcr. — 20. Dionys II. — Katharina, des Dionys Maguirc (Maguize?, von Clonagh Tochter Aus der Ehe des Letzteren entsprossen zwei Söhne, Daniel II. und Patritius III , welcher Dominikaner wurde. - Daniel, auf König Jakob's II. Seite zu dessen für das Haus Stuart verhängnissvollcn Zeiten, stellte eine selbstgeworbene Compaguie im Rugimeut 5 Neill gegen Wilhelm von Oranien, als dieser im November 1688 an i 228 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •228 Englands Küste landete nnd Jakob's II. Flucht nach Frankreich erzwang. Daniel folgte nicht seinem Könige, dessen Sache nnter dem treu gebliebenen Tirconnel in Irland vertretend, bis der seiner Krone beraubte Jakob, unterstützt und verstärkt dnrcli den königlichen Freund in Frankreich, neuerlich irländischen lioden betrat. Erst der unglückliche Tag am 11. Juli 1690, wo Daniel wohl wacker seinen Degen gegen den Oranicr und dessen Scliaa-ren geführt haben mag. brachte die Entscheidung für ihn und sein Haus. Nicht nnr er selbst, auch die Eltern und der Bruder verliessen den heimathlichen Boden, das alte Stammhaus Brookhall ihrer Väter und zogen nach der Bretagne hinüber, wo der Vater Dionys schon am 26. 5. 169*2 zu Dinan das Zeitliche segnete, der Bruder, Peter Patricius, am 21. 10. 1703, in der Kirche zu St. Malo bestattet wurde — Daniel aber, — nachdem er noch als aide de camp general des Comte de I.auzun und als Major im Begimente Talbutt in Diensten gestanden hatte, setzte sich hoch an Jahren in Lothringen zur Buhe, brachte zu Nancy am 15. 5. 1720 von dem Baron de Beauftremont die Herrschaft Neuvellotte an sich und beschloss, am 7. 8. 1715 seine Tage — Aus seiner Ehe mit Grace o Mulvany (f zu Nancy, 28. 8. 1702) entsprossen fünf Söhne, Patritius IV., welcher noch in Irland zur Welt gekommen war, Dominique, Dionys III. (getauft zu St. Germain en Lave 18. 4. 1699, + jung), Pierre Andrä getauft zu Dinan in der Bretagne 31. 12. 1700) und Francis Bernard (getauft zn Caen, 12.2.1703). Von diesen traten zwei, Patritius und Frangois Bernard, gleich dem Vater in Kriegsdienste, in denen ihnen Ludwigs XV. und seines Marschalls von Sachsen ehrgeizige Pläne, vor Allem der niederländische Krieg reichlich Gelegenheit zu hervorragenden Thaten bot, mit welchen Beide in Sonderheit zu Fontenoy am 11. fi. 1745 glänzten, wo Patritius, erst seit dem 1. November des vorhergegangenen Jahres I iberstlieutenant, am Schlacht-felde durch den König selbst seine Ernennung zum Oberst erhielt, — aber zu Lawfeld am 2. 7. 1747 auf den Tod verwundet, seiner viel versprechenden Laufbahn entsagen musste. — Das gleiche Schicksal, ein lebensgefährlicher Schuss, hatte den Bruder Franyois Bernard schon zu Fon -tenoy erreicht; derselbe ward noch am 21. 3. 1747 zum Oberstlieutenant befördert, musste aber, durch die Folgen seiner Verwundung gezwungen, dem Dienste unter den Fahnen entsagen und bekleidete für kurze Zeit bis zum Aachener Frieden in demselben Jahre die Stelle eines Stadt - Commandanten zu Ondenarde. dann zu Ath. — Er war d. d. ü. H). 1737 zum Gentilhomme de la cour durch den König Stanislaus von Polen, Herzog von Lothringen nnd Bar ernannt worden und, ebenso wie sein Bruder Patritius, Chevalier de l'ordre de St. Louis. — Beide blieben unvermält. Ihr Bruder Dominique vermählte sich zu Paris im Jahre 1762 mit Franfoise Carre, aus welcher Ehe ein Sohn, Daniel Edonard, eutspross, welcher iu der Folge Schitl'slieutenant in der königl. französischen Marine wurde und keine Descendenz hinterliess. Der vierte Solin Daniel's II , Messire Pierre Andre O'Hegncrty, ecuyer, procureur general au conseil superieur et juge de police du quartier de Ste. Suzanne ä Paris, dann Gouverneur der Insel Bourbon. Bchloss am 15.9. 1738 seine Ehe mit Kran«;oise, Tochter des Charles Francis de Verdiere und der Thdrese Guenelle L'ollivier dn Plessis, welche ihm einen Sohn den Eingangs genannten Pierre Charles Daniel gebar, der auf der Insel Bourbon am 3. 5. 1742 getauft wurde und im Alter von drei Jahren, nach dem nicht ungewöhnlichen Gebrauche seiner Zeitj am 1. 11. 1745 ein Lieutenantspatcnt im Begimente Lally erhielt, welch' Letzterem er nach Indien folgte, nachdem er. erst 15 Jahre alt, am 5. 11. 1757 zu Hossbach die Feuertaufe erhalten hatte. — Ans dem Oriente zurückgekehrt, vcrliess er als Hauptmann bald den Kriegsdienst, sass auf seinem Gute zu Villcy le See in Lothringen, vermält mit der Tochter des „Marc Antlioine, Chevalier, Präsidont ä la Chambre des ('omptes de Lorraine" nnd der Catherine, geb. Mathieu de Moulon, Barbe Justine, welche ihn in seinem Hause zu Nancy am 18.3. 1767 mit einem Sohne beschenkte, Francis Pierre Charles Daniel, dessen Leben in dio Wechsel vollen Zeiten der französischen Revolution, der napoleonischen Kriege und der ReBtauration fiel, einer Periode, in welcher O'Hegncrty, verlustig seiner Güter, erst als Emigrant in Deutschland. dann an der Seite seines Königs in England weilte, bis dieser am 25. 4. 1814 wieder französischen Boden betrat, wo er nun bis zum Marechal do camp emporgestiegen, dem Heere angehörte bis dio Juli-Bevolution des Jahres 1830 der Regierung Carl's X. ihr jähes Ende bereitete. — Noch wenige Wochen vorher, zu Paris am 1. 6. 1830 war Fraii(;ois Pierre Charles Daniel zum Commandcur de l'Ordre royal et inilitaire de Saint -Louis in Berücksichtigung seiner Dienste und Verdienste erhoben worden. — Derselbe ist in dem bezüglichen, königlichen Dekrete „Comte O'Heguerty" genannt, ein Titel, über dessen Verleihung keine besondere Urkunde beBteht, über dessen berechtigte Führung aber nach Vorgesagtem nicht dio mindesten Zweifel obwalten können. Er hatte sich als Emigrant zu Düsseldorf am 28. 1. 1793 mit Caroline Therese Martine, Tochter des Louis Ga-tien Le Breton des Chapelles, Chevalier de St. Louis und Obersten in der Infanterie, und der Marie Fran^ise Ge-nevieve D'hemerie de Cartouziere. vermält, welcher Ehe ein Sohn entsprossen war, dor zu Dublin am 30. 6. 1801 auf die Namen Carl Johann Patritius getauft wurde. Die Gesinnungen des Vaters vererbten sich auf den Letzteren, welcher in den Diensten Karl's X. und an dessen Seite meist in Böhmen verweilte, der Heimath seiner Gemalin, Maria Franciska Gräfin von Stetnberg-Manderscheidt (f 27. 5. 1845), des Prinzen Josef August von Lobkovic Wittwe, mit welcher er zu Bayreuth am 17. 8. 1837 getraut wurde. Dieser Ehe entstammten zwei Söhne Patrick (geb. zn Canterbury 1.8. 1838) und Aldelm (geb. 15. 10. 1839 f 25. 3. 1854). Ersterer trat in österreichische Dienste, in welchen er als Bittmeister im 8. Uhlanen-regimento am 0. 6. 1867 unvermält vor dem Vater starb, der am 15. 10. 1849 seine zweite, kinderlose, Ehe mit Christine Maria Gräfin von Sylva-Taronca schloss, wclche ihn ebenfalls am 26. 5. 1872* als Wittwer hinterliess. Graf O'Hegerty. Ehrenritter des souv. Malteserordens, hat sein uraltes Geschlecht am 21. 12. 1882 im Mannesstamme geendet. — Derselbe hatte im Jahre 1841 dio ehemalige Herrschaft Tillysburg im Traunviertel Oe.'s o. d. E. durch Kauf von dem Stifte St. Florian an sich gebracht und dieselbe an seine drei Töchter vererbt. Franziska (geb. 2. 7. 1842), Ida (geb. 24. 1. 1844), vermält 23. 5. 1865 mit Franz Grafen zu Eitz, k. k. Kämmerer und Oberstlieutnant a. D, nnd Emma geb 5. 5. 1845). Von denselben hat Gräfin fda den Antheil an Tillysbnrg iin Oktober 1883 den beiden andern Schwestern abgetreten, welche am 28. 8. 1881 die österreichische Staatsbürgerschaft erwarben und dadurch wahlberechtigt im Grossgrundbesitze Oe.'s o. d. E. wurden. (Gräll O'Hegerty'sehe Familiendocumente; Landtaf.l. Ortenburg. (Taf. 64). Wappen: I. iStammwappen) In Both ein silberner Wechselziiinen - Schrägbalken. - - Kleinod: Geschlossener, schwarzer, mit gestürzten goldenen Lindenblättern bestreuter Flug. Decken: roth - silbern. (In dieser Weise wird das Stammwappen im vermehrten Schild noch jetzt geführt). II. Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Silber eine von zwei rothen Flügeln beseitete uud mit einem silbernen Flügel belegte, eingebogene, rothe Spitze | Orten- OBERÜSTERREICHISCHEB ADEL. 229 barg in Kärnthen). — Drei Helme, davon der erste nnd zweite gekrönt: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-gol-den. 2. Radschlagender Pfau (Ortenburg in Kärnthen). Decken: schwarz-golden, roth-silbern. 8. Goldener Stern zwischen offenem, rechts silbernen, links rothen Fluge (wegen Sternberg). Hecken: roth-silbern. (Den Schild der Kürntheii'sclicn Grafen von Ortenburg nahmen die bayerischen nach dem Erlöschen der ersteren auf. Dass der gleichen Abstammung nur eine aus der Namcnsglcich-lieit hervorgegangene Sage zu Grunde liegt, bedarf keiner weit'-ren Erwähnung, seitdem es klar geworden ist. dass im Stamme der Grafen von Leoben die Wiege d'-r Ortenburg in Kärnthen zn suchen ist. Letztere daselbst, dann in Krain, Tyrol uud in den liebieten von Gurk und Aglay reich begütert, erwarben 1880 von Walther letztem Grafen von Sternberg die Grafschaft Sterilberg in Kärnthen, doch nannte sich „coiues Oto d'Ortcnburch etSternberk" nicht nur schon 1327 nach dem neuen liesitz, sondern führte davon auch bereits in diesem .lahre die Sterne in seinem Schild, je eineu über deu drei Flügeln, welche (2. Ii einen Sparren begleiteu. — Das von Mcding veröffentlichte Wappen dieses Geschlechtes, im ersten Felde (Irtenburg aus Hävern, im dritten Ortenburg in Kärnthen, im zweiten uud "vierten Felde das Wappen von Kärnthen, ist ganz sicher aus der Luft gegriffen. — Graf Friedrich, welchem .Meuchlerhand den Ciftbecher reichte, beschloss 1-1 IS seinen Stamm und i irtenburg in Kärnthen erhielt Graf Ludwig von G'iily vom Könige Sigismund zu Lehen. 1524 wurde der Spanier Gabriel Salamanca von Ferdinand I. mit der Grafschaft bo-Ichnt, 10-10 kaufte sie .lohann Paul Widniann. „der Kaufmann von Venedig", im Vereine mit seineu vier Brüdern, und als diese Fünf, wie vorher die Sulamanca. durch kaiserliche Diplome „Grafen von Ortenburg- wurdeu, begannen die uralten bayerischen entgegen diesen jungen sich .des ältcru l ioschlechts" zu nennen und zu schreiben . — III. Zweimal getheilt. die beiden oberen Feldungen zweimal. die untere einmal gespalten 18 Felder). 1 und 8 in Silber ein rother Balken iCriechiiigcnj 2 in Blau ein goldener Löwe (Püttlingen i 3 und 7 in Both ein goldenes Ankerkreuz (Beaucourt) 4 und 0 Ortenburg iu Kärnthen. 5. als Hcrzschild, das Stammwappen. — Fünf Helme, davon der 1, 2., 8. und 5. gekrönt: 1. Sitzender goldener Löwe zwischen geschlossenem blauen Flug, dieser mit fünf goldenen Bosen nebeneinander zwischen zwei goldenen Leisten belegt. Decken: schwarz-golden. 2. Stamiu-kleinod Decken: schwarz-golden. 3. Der Pfau. Decken: schwarz-goldon, roth-silbern. 4. Das Kleinod von Sternberg. Decken: roth-silbern. 5. Offener Flug, rechts silbern, von rothem Balken, links roth von goldenem Balken durchzogen. Decken: roth-silbern. — Hut und Mantel. (Titel und Wappen der Grafen vou ('riechingen und Püttlingen führten die Grafen von Ortenburg des älteren Geschlechts seit 16. 10. 1741 wegen ihrer, jedoch nie zur Geltnug gekommenen Ansprüche auf die Grafschaft Crie-chingen, abgeleitet von der Ehe des Grafen Oeorg Reinhard (f 4. 9. 1666.' mit Esther Dorothea aus dem 1697 im Mannesstamiuc erloschenen Geschlechte der Grafen von Criechingen und Püttlingen). Hoheneck hat dieses uralte, von Ortenburg im Unter-Donankreise entsprossene, reichsfrcic, nun erlauchte Grafenhaus mit Recht übergangen. In die neue ob der Ens'sche Matrikel, bei deren Anlage, wie schon des Oef-tcren erwähnt, dio Absicht die schönen Bände mit stattlichen 'Wappen zu zieren nicht in letzter Linie str.ud, wurden die Ortenburg mit der Bemerkung, dass sie zu den ältesten llerrenstandsgeschlechtern gehörten, aufgeführt. und damit man dies ganz sichcr glaube, ist hinzugefügt worden, die Brüder Ferdinand, Ernst und Ehrenfried seien ao. 1566 im Herrenstande eingetragen gewesen — ein arger Fehler, denn diese drei sind, was man offenbar nicht wnsste, aus dem jnngen Stamm der Salamanca von Ortenburg in Kärnthen gewesen, die ans Spa-IV. 5. nien dorthin erst mit dem Vater Gabriel der Vorgenannten gekommen waren und nicmuls Besitz in Oe. o. d. E. hatten. Aber auch von jenen des älteren Geschlechts ist nicht nachzuweisen, dass sie in den alten Vierteln dieses Landes angesessen gewesen wären, es sei denn, dass sie einige unbedeutende Lehensstücke inne gehabt hätten, wie ich dies im Neuen Sicbmacher .Hoher Adel" angedeutet finde. Vielleicht mag ,'das Ortenburg'sche Archiv zu Tambach darüber Aufklärung geben, dio hier zu Lande nun nicht mehr gewonnen werden kann. — Auch innerhalb der jetzigen Grenzen dieses Kroiilundes hatten dio bayerischen Ortenburg nur vorübergehend Güter erworben, so in der Abtei und im M iihl viertel, wo nach dein um 1223 verstorbenen Heinrich Letztem von Griesbach-Wassenberg dessen Güter dem Hochstifte l'assau zugefallen waren, das jedoch nicht im unbestrittenen Besitze blieb. Bupoto II. Graf von Ortenburg (1190 — 1230), Pfalzgraf in Bayern, Sohn des um 1180 verstorbenen ersten Bupoto, erhob Ansprüche hierauf, auf welche er erst Verzicht leistete, als ihm Uischof Gebhard das Versprechen einer Zahlung von 800 Mark Silber gab uud ihm die hochstiftischen Güter iu Sulzbach. Niwenhoueii, Hofkirchcn und Pleitingen jenseits des In versetzte. Im Inkreise erkaufte Iii 17 von den Herzogen Wilhelm nnd Ludwig von Hävern und 1548 wiederholt von dem Herzoge Wilhelm IV. Graf Christoph von Ortenburg (t 1551) die Herrschaft Matighufen. wozu ihm seine erste Ehe mit Anna von Hollup Anlass bot, deren Vater Friedrich dort selbst herzoglicher Pfleger gewesen war. Christoph vererbte Matighofeii an seineu Sohn zweiter Ehe mit Anna von Firmian, Joachim (f 19. 3. 1600), den eifrigen Lutheraner, von dessen Söhnen Heinrich und Georg der streng katholische Herzog Max II. im Jahre 1602 Schloss und Gericht Matighofeii, sammt dem in den Gerichten Braunau. Friedburg, Bied nnd Mauerkirchen gelegenen Ober- und Unteramt'* wieder au sein Haus nm die lvauf-sumiue von 102001) Gulden brachte. Bezüglich der Geschichte und Genealogie dieses hochansehnlichen Hauses mag auf des Johann Ferdinand llusch-berg Werk über die „Herzoge- und Grafen von Ortenburg (Sulzbach 1828; verwiesen werden, jedoch nicht ohne vor dessen Darlegungen über die Herkunft der Ortenburg des älteren iieschlcchts von den Grafen vou Spnnbeiui rheinischen Ursprunges, seit 1122 bis zu Königs HudoirZcitcii Herzogen in Kärnthen und den Panther führend, dann vor der auch in jenem Buche vertretenen und seither widerlegten Sage über die Stammverwundtschaft mit den ersten Kärnthcnschen Ortenburg zu warnen. (J. F Huschbcrg's (leschichte der Grafen von Orten-bnrg; A Weiss' Kärnthens Adel bis 1300;. N.S. Kärnthner und Hoher Adel: Jahrbuch des hcrald.-genealog. Vereines Adler 1873 und 1877: Strnadt-Velden; J. E. Lam-precht's Geschichte von Matighofen; H.-M.). OsiU-rimi jr. (Taf. 65. Wappen: I. Gespalten. Vorn von Gold und Schwarz dreimal gespalten: hinten in Gold auf blauem Drcibergo ein Jüngling in blauem Kock und schwarzen Stiefeln, drei Kornblumen in der Rechten haltend, die Linke in die Seite gestutzt — Gekr. Helm: der Jüngling wachsend zwischen rechts von Schwarz und Gold, links von Gold und Rlau gctheilten Hörnern. Decken: schwarz-golden, blau-goldeu. (Nach Holl., welcher dieses Wappen, geschnitzt nnd gemalt, an einem Holzplafond zu Egendorf gesehen haben will. - II. Von Gold nnd Both gespalten. Vorn eine gekr. Meerjungfrau, den doppelten Fischschwanz in beiden Händen haltend; hinten ein silberner Zinncn-Schrägbalken. begleitet von zwei (1. 1) goldenen Sternen. — Gekr. Helm: Wachseuder Mohr in golden gegürtetem und ebenso ausgeschlageuen, rothen Rocke, in der Rechten einen schwarzen Straussenfederbusch haltend, 58 230 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. die Linke in die Seite gestützt Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (Nach Wissgrill Wappen des Lorenz Ostcr-mayr zn St. Ulrich in N.-Oe., welcher desselben Goschlechtes mit den gleichnamigen in Oe. o. d. E gewesen sein dürfte. Welches von beiden Wappen das Richtige sei. konnte ich nicht entscheidend Florian Ostermayr, zu Nürdlingen in Schwaben geboren, erst llofricliter zu Garsten und Gleink, dann Verwalter der Burggrafschaft zu Steyr in Diensten dor Pfandinhaber Freiherrn Hofmann vou Grünbüchel, auch Land-schaftssecretaire in Oe. o. d. E.. als welcher er mit kaiserl. Bescripten d. d. Prag 11. 3. 1571 und Wien 11. 3. 1572 behufs Beratschlagung und Verfassung der neu zu errichtenden Landtafel nach Wien beordert wurde, ist unter dem Jahre 1566 als Mitglied des ob der Ens'schen Ritterstandes eingetragen gewesen. Er war hierlands mit dem Guto Egendorf im Traun-Viertel angesessen, das dio in der ersten 1 lallte des vorgedachten Jahrhunderts erloschenen Moser zu Weyr besessen hatten. Ob er den Sitz ans deren Nachlasse erwarb oder von Jacob Ostermayr überkam, welchen Holl, als ersten Besitzer bei der Beschreibung dieses Gutes erwähnt, vermochte ich nicht sicherzustellen. Florian 0. baute das Schloss Egendorf neu auf, starb zu Steyr, 73 Jahre alt, am 5. 8. 1586 nnd wurdo in der Stadtpfarrkirche daselbst begraben. Fabian 0. zu Egendorf hat nach einer Quittung vom 24. 2. 1565 das Schloss Höhenberg im Traunviortel von der Vormundschaft Uber dio Kinder des Erasmus von Hackelberg in Bestand gehabt. Um dioselbo Zeit erscheint in Oe. n. d E. Lorenz Ostermayr, kaiserl Diener nnd Zeugscommissarius bei den n.-ö.'schcn Landrechten. Er wurde am 12. 2. 1572 nnter die neuen Geschlochter des n.-ö.'schcn Bitterstandcs aufgenommen, besass nocli im Jahre 1605 das Gut St. Ulrich und erschien im Februar 1615 in der ständischen Versammlung zu Wien auf der Bitterbank. (H.; B.-M.; W.). ■»Hell«». ', daez dem Prower im Peuerbach, '/« daez der Ocderin im Toppel und daez dem Anngerer auf dem perg". Tibolt war, nach seinem ain Ii. 10 1870 bei der Kirche zu Peuerbach ausgegrabenen Gedächtnisssteine, in den der Palleiter und der Zeller Schild gemeisselt ist, in zweiter Ehe mit Margaretha Zcllerin vermält. — Von seinen Kindern Lienhart, Bernhart und Ursula, erscheint der ersterc Sohn bereits im Jahre 1427 als Eidam des Paul Bizendorfer. Er war nach einer Efcrdinger Urkunde vom 3. 3. 1437 l'ilogcr zu Hintberg, stiftete sich am 22. 1. 1447 mit dem Guto .an dor Oed in Chalmunzor pliarr- einen Jahrtag zu Ardacker (inN.-Oe.), lebte noch im Jahro 1451 und hinterliess bei seinem bald darnach erfolgten Ableben dem Vetter Tliaman Peleitter sechs Lehen und eine Hofstatt zu Honerstorf, Pfarre Stophans-liart bei Amstotton, welches Vermächtniss König Lasla am 3. 3. 1455 bestätigte. - Lienharts Bruder Bernhard, welchem K. Friedrich III. das Haus Knobelstorf um 1800 Pfund Pf. pflegweiso verpfändete uud das darnach im Jahre 1454 Balthasar Weispriachcr an sich löste, hatto die Besitzungen um Peuerbach übernommen. Er liess den Stephan Zoller von Haslach wegen eines seinem Holden, dem Mair auf der Schiferhub, hingerittcnen Pferdes einkerkern und erhielt von dem Zeller die Urfehde am 2. 8. 1437. — Bernhard starb augenscheinlich ohneSuccession, vor dem Jahre 1458 mit Hinterlassung der von. dem Vater erworbenen Schaunberg'Bchen Güter, dann zwei Gütern in der Pfarro Thalheim bei Wels, Wallse'sclio Lehen, und einigen Gütern und Zehenten, insbesondere zu Hausleiteu, Lehen von dum Laudesfiirsten. Die Besitzungen giengen au seine Schwester Ursula, Lienharts von Harrach Gemalin. Uber, welche die bezüglichen Belehnungun uud zwar von Wolfgang von Wallso am 24. 11. 1458, von Kaiser Friedrich am 24. 5.1470 und von dem Grafen Ulrich von Schaunberg am 29. G. 147G erhielt. Lienhart des Palleiter obengenannter Vetter Thomas P. sass zu Hinterholz, Pfarre Stephanshart, war. 1182 Pfleger zu Aistersheirn nnd siegelte am 30. 3. 1489 eine Jalirtagsstiftuug des Güngl von Haugstorf. Seine erste Hausfrau war Magdalena, des Caspar Sulzbeckh Tochter, im Vereine mit der Zweiten, Apollonia, stiftete or am 17. 10. 1500 mit einem Pfund Gülten auf der Mühle zu Empfing und dein Gute Bogenreuth, Pfarre Neustadl, einen Jahrtag in der Kirche zu Stefanshart Seine Tochter Dorothea brachte ihrem Ehegatten dem Edlen und Vesten Wolgang ßeygkher zum Thuern don Hof zu Walkerstorf sammt Urbar am 15- 1. 1521 zu. Um diesu Zeit ist der MaiiiieBstanim der Palleitor schon erloschen gewesen. Am 17. 5. 1504 verlieh der Abt Andreas von Seitenstetten den Sitz Palleitun sammt (iraben und Gärtlein, einem Holo zu Palleiten uud einer Hofstatt daselbst als ritterinässiges Lehen dem Andreas Krabat von Lappiz. — Das Gut fiibrto bereits 1075 den Namen Humpeliiof. Dio l'allciter erschuincii nicht in der o. d. E.'schen Matrikid, wurden aber wegen ihrer nicht unbeträchtlichen Besitzungen in diesem Kronlando hier eingereiht. (ntrnadt-Peuerbach; Archiv für österr. Geschichte XL VI; Ennenkl.). S*ii}hm. (Taf. G'i) Wappen: Ein Balken - Kleinod: Wio dur Schild bezeichneter, geschlossener F'lug. (Nach dem Epitaph des „Sebastian payss zu Mitterberg, gestorben nach Christi gepurd 15^3 Jar An sanet Jakob des heiligen zwolifpoten aben". Hob., welcher die Legende die-seB Meines in der Kircliu zu Büstorf bui Schwauunstadt ganz richtig mittheilt, muss diusen jedoch nicht selbst gesehen hahun, da er der Familie, wohl nach einem schlecht abgedrückten Siegel, ein ganz anderes Wappen, das natürlich auch in die Matrikel übergegangen ist. zuschreibt: im Schild aus dem Fussraude aufsteigende Flammen. Dur Balkenschild der PaysB findet sich auch auf einer Gruftplattc zu Hüstorf . Im Jahre 1391 verglich sich Agnes, Ulrich des I'a.vs-sen Wittwe, Conrad deB Sintzeiidorfer Tochter, im Vereine mit ihrem Vetter Wolfhart dem Sintzeiidorfer wegen der hiuterlassenen Gliter ihres seligen Ehehorrn und dessen Sohms Ernst mit Hauiis dein Fritzestorll'er, und ao. 1407 orgieng ein Gerichtsbrief dos Huuptnianiius ob der Ens Beinprecht von Wallso in dem Streitu der vorgedachten Frau Agnes mit dem Stifte Lambach, diu Fischerei iu der Traun betreffend. Ans diusur Urkunde erhellt, dass Benigna , dio Tochter Ulrichs und der Agnes, damals mit Stophan Geumann zu Gallsbach vermält war Nach Ennenkl und Pruuunhtibur lebten 1428 F.iirhard und Hauiis 1', Letzlerer l'lleger zu Starhumberg, Pankraz 1477. — Hanns Payss zu Mitterburg hui schwaiiuiiBtadt war am Montag nach St. Georg 1463 Spruchmaun in dem Vorgleiche der Brüder und Vettern Geumann, stiftete im Jahru 1483 mit der sogenannten Büstorfor oder I'ayss-Wiese eine wöchentliche liuilig« Messe zu Büstorf und starb nach einer dortigen Pfarr-Aufschreibuiig am Pfingst-tage 1484, nicht 1487 wie Freiherr von Hoheneck berichtet. Sebastian Payss zu Mitturberg liegt, wie oben gesagt, seit 1523 in der Kirche zu Büstorf und soll einen Sohn Grpgor hinterlassen haben, der im Jahre iöGO als Letzter heimgieng. Als nächst« Bositzer vun Mitturberg erscheinen die Spiller. — Zwei Familien des Namens l'aiss, aber ganz verschiedenen Wappens, blühten zu den vurgodachten Zeiten in Steiermark und auch in Kärntheii; von ihnen und ihren Schilden ist in Stadls Ehrenspiegel von Steiermark die Bede. (Epitaphien zu Küstorf und Pfarr-Archiv dortselbat; IL: B.-M.; Steiermark. Landesarcli.;. I'auliulii). (Taf 65;. Wappen: I. Zwei, je auswärts geneigte Zwoigo aus einem Schildesfusae wachsend. (Nach dem Original- 232 OBEBÜSTEBBEICHISCHER ADEL. sicgcl Peter des Panhalm an dem Verkanfshriefe des Friedrich Pauzze d. d. 23. 6. 1307; Archiv zu Garsten, jetzt im bischöfl. Cunsistorial-Archive zu Linz . — II. Mit rothem Schildesfusse. Oben in Silber eine Staude von zwei, je auswärts geneigten, grün beblätterten Zweigen wachsend. — Kleinod: hoher, silberner, roth gestülpter Hut. Decken: roth-silbern. (H., B. M.). Die l'anhalm, ursprünglich Ponhalm, Steyrer Batlis-bürger. nahmen, so weit ihre Urkunden es erwoisen. ihren Anfang mit Heinricus Ponhalm, der um das Jahr 1200 einen Brief des Heinrich Kaerlink an das Spital am Pyhrn bezeugte. — Hugo P. tritt zu Steyr am 1. 0 1268, liier gleich mit seinem Solme Hugo (11.) auf; Heinrich 11. (1277 -1285) wird zu Gleink am 14. 2. 1277 Hugos IL. Marchart zu Steyr am Iii. 5. Iü82 Heinrichs II. Bruder genannt Aber auch Wulling der Ponhalm ist wohl ein Solln des ersten Hugo gewesen, so dass vier Brüder in Betracht zu kommen haben. Von Einem und dem Anderen der drei Erstgenannten derselben dürften als Söhne abstammen: Hermann, Conventsbruder zu Garsten (1327-1852 ; Heinrich III (1311-1B28), Bürger zu Am&tetten, welcher im Vereine mit seiner Hausfrau Kunigunde und Anderen am 20. 2. 1311 ein Gut in der Pfarre St. Valentin dem Kloster Gleink veräusserte; ferner die Brüder Engelschalk (1311 - 1339) uud Marichart II. 1323 1350). - Am 13.10.1350 gab der Letztere mit Willen seiner Hausfrau Agnes, seiner Söhne Beinprecht und Philipp und seiner Töchter Katrey, Peters, Agnes und Asann das Gut Arzengarr, Pfarre Sierning, zu einem Jahrtage nach St. Florian. Die ganz deutliche Fassung dieser Urkunde hinderte den Freiherrn Hoheneck nicht ans der Tochter Peters einen :-'ohn Peter und aus der Asann ungewohnten Namens einen Asm (Erasmus) zu machen und von Letzterem die weitere Deseendenz Marichart's II. abzuleiten. Von den beiden - ühnen desselben erscheint der Aeltere. Beinprecht. nur noch am 8. 9. 136i! in einem Verkaufsbriefe Ulrich des Strasser von Fussbrunn als „Beicher der Ponhalm von Fussbrunn", welches Gut in der Wachau zn suchen sein dürfte, wo die Ponhalm in der Pfarre Weisseiikirchen Lehen von dem Stifte St. Florian inne hatten. — Philipp (1850 - 1375) führte im Jahre 1365 den Titel „Herr", erhielt am 7. 8. 1367 von Eberhart von Capellen, Hauptmann ob der Ens, den Hof und die Mühlo zu Hag, Pfarre Neukirchen a. d. Ipf. zu Lehen uud siegelte als „der erber ritter" am 29. 9. 1370 eiuen VerkaufBbrief Ottos und Heinrichs von Eruvels an das Stift St. F'lorian. Von ihm oder seinem Brnder Beinprecht dürften, wie kaum zu zweifeln, die zu St. F'lorian begrabenen Brüder Marchart III.. Hanns und Clement abstammen. Der Erstere vou diesen wurde am 27. 2. 1102 von dem Herzoge Albreclit mit einem Hofe in der Pfarre Ncukirclien a. d. Ipf belehnt Clement der Jüngere, nach Hob. ein Sohn des gleichnamigen Aelteren sass in der Bieder Pfarre zn .Marbach, das dnreh seine Tochter Agnes an deren zweiten Gemahl Wolfgang von Bolirbach gedieh. Nach dem vorcitirten Autor hätte er auch das Schloss Stadelkirchen in der Pfarre Dietach inne gehabt, eine olfenbar unrichtige Angabo da Stadelkirchen nach den Stadlern in Händen der Chersperger bis znm Jahre 1520 blieb. Dann mag dor Besitz an Bartholomäus Panhalm, einen Sohn Clemens'IL, welch' Ersterer zu Linz am 28 11. 1538 urkundlich auftritt . gediehen sein, doch nicht für lange, denn in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts war Stadelkirchen bereits im Besitze Georgs von Neuhaus und von diesem neu aufgebaut -- Bartholomäus zu Stadclkirchen wird wohl der nämliche Bartholomäus Panhalm sein, welcher am 10. 6. 1567 sein Testament errichtete und zn Gleink als der Letzte seines Geschlechtes begraben wurde Hanns, der obengenannte Bruder Marchart's III- nnd Cleinent's I., verkaufte Schlüsselberg, das ebenfalls nur ganz kurze Zeit im Besitze der Familie gewesen sei kann, ao. 1404 an seinen Schwager Budolf Schifer. Dass er oder seine Nachkommen auch Bieberbach im 'l'raun-Vier-tel inne gehabt hätten, Bteht zu bezweifeln. Clement III. der Panhalm, welcher am Sonntag vor Christi Himmelfahrt 1439 einen Brief des Hanns Kresling bezeugte, wird von Holl, zu der Nachkommenschaft des Hanns I'. gezählt Der schon Eingangs genannte Wulflnch P. kommt I32S vor. Am 19 Mai dieses Jahres bestätigten die Brüder Perchtold, Peter und Stefan Ponhalm, dass ihr Vater Wulfhich, dem Gott gnad, dem Kloster Garsten zu seinem und seiner Vorfahren Seeleiilicile die Hube „auf der Haid", Pfarre Sierning, gegeben habe. Zn dem nämlichen Kloster hatte Peter schon am 6. 12. 1318 ein Seelgcrätli liir seine — damals wohl schon verstorbenen — Brüder Chunrat I. und F'riedrich mit seinem Eigen „daz da leit in Strenblitzer aigen* gestiftet und da er in einem Ver-mächtuissbriefe vom 1 2. 1344 wieder eines Bruders Herrn Chunrat gedenkt, dürften sechs Söhne Wuliinchs in Betracht zu ziehen sein, Perchtold, l'eter, Stefan, Clinn-rat I, F'riedrich und Chunrat II. Peter erscheint zwischen 1305 und 1344 in zahlreichen Garstner Briefen in doppelter amtlicher Stellung, als Bichter zu Steyr und als „der chvniginne von Born phleger datz steyr", veräusserte am 21. 12. 1318 sechs Häuser iu der Pfarro Kematen au das Kloster Krems-münstcr und stiftete am 26. 11. 1319 einen Garten an der Endslcithen nach Garsten. Seine Hausfrau Margreth (1318-1344) war eine Tochter „Dietrichs von Linz" und der Margaretha. — Ob die in der nächstfolgenden Generation Erscheinenden, Haug (1331), Perchtold II. (1348 — 1865), Stefan II. (1354-1361), Hanns (1365) und F'riedrich II., welch Letzterer am 21. 8. 1358 als „Friedrich der Chrozzling- urkundet, daselbst aber in seinem Siegel den Panhalmen Schild führt (s. Kressling), ob diese sämmtlich der Ehe Peters entstammten oder der Eine oder Andere einen der fünf Brüder Peter's znm Vater hatte, vermag ich nicht zu entscheiden. — Hanns versetzte seinen F'reunden Gottfried dein Sinzenbergcr, den Kindern Heinrich'« des Hager und F'riedrich dem Asch-peckcn am 23. 2. 1365 das Gut „in den Höfern", Pfarro Wolfern. -- Perchtold II. nahm am 6 4. 1843 von seinem Freunde Gottfried dem Sinzenberger dessen Hube ,.in der Grub", Pfarre Haidershofen, zu Pfände, gab am 23. 2 1364 dem Spitale zu Steyr einen Weingarten zu Bossatz und ein Gut zn Waytarn nnd versetzte am 6. 4. 1365 seiner Hausfrau Ofinei vorgenannte Hube .in der Grub". Er litt fünfhundert Jahre früher an einem Uebel des XIX. Jahrhunderts Nach seinein Tode mussten wegen einer Judensehuld Leutold der Steinreuter. Dietmar und Ulrich die Wetzel am 27. 6. 1373 für Perchtolds Soliu Janns drei freigeno Güter in Stainpekcher Pfarre, ein Gut iu der Garstner Pfarre, und eine Wiese Leiten von dem Herzoge, verkaufen, Besitzungen, welche der minderjährige Janns von dem Vater ererbt hatte. Janns mag derselbe sein, welcher als Hanns Pnnlialm am 11.12. 1412 vom Herzoge Albreclit als dessen Kämmerer bevollmächtigt wurde Kriegsvolk iu Ungarn anzuwerben, und welcher noch in den Jahren 141 i nnd 1-115 urkundlich als Passau'scher I fieger auf der Veste Schallenberg im Mühlvicrtcl erscheint. Ihm folgte daselbst im Amte der Solln Wenzla der Panhalm. welcher als Pfleger zn Schallenberg im Jahre 1431, vorher schon. 1481, als Pfleger zu Schönberg an der grossen Mflhel vorkommt, und am 1. 4. 1437 die Knogelinühlo zu St. Peter an Hanns Schmid, Bürger zu St. Peter veräusserte Hanns Kresling, der am Sonntag vor Christi Himmelfahrt 1439 ein Erbrecht auf den Aentzenberg verkaufte uud den Brief mit dem Panhahneuschild besiegelte, dürfte vielleicht ein Nachkomme Friedrichs II gewesen sein. lü.-B,; H.; B.-M.; Landcsarch.; I'ritz, Geschichte des Landes o. d. Fl.; Strnadt-Veldeu). OBERÜSTERREl'JHISCHER ADEL. 233 Panicher. (Taf. 65). Wappen: Von Silber nnd Roth im Wolkenschnitt schräg getheilt. — Kleinod: Halber, gestiimmelter Greis, in silbernem, roth ausgeschlagenen Rocke, mit abhängendem silbernen, roth gestülpten Hute auf dem Haupte. Decken: roth-silbern (R-M. desgleichen N. S. f bayr. Geschlechter und H.). Die Paniclier, Erbausfergen zu Laufen, gute alte Leute im Stifte Salzburg, sassen zu Wolkerstorf, bei Laufen wie Wig. Hund meint, doch lässt sich dort ein Sitz dieses Namens nicht feststellen, wohl aber Wolkerstorf bei Traunstein, jetzt in der Pfarre Haslang-Traunstein Oberbayerns, östlich vom Chiemsee. Südlich von Salzburg, Wegs nach Berchtesgaden, erwarben die Panicher das früher den Scheller zugestandene Gartenau, welches nach ihrer Emigration an Jakob Kuen, Landeshauptmann in Salzburg, dann an die Bizzi kam, die sowohl den Schild der Scheller, wie jenen der Panicher in ihr Wappen aufnahmen. Aus dem letzteren Geschlechte nennt Wig. Hnnd den Gerold P. il386); dessen llausfruu war Otto des Treubeckcu Tochter. — Zächerl P., bestattet zu Luufen, starb im Jahre 1380. seine Ehewirthin Hildogart erst 1417. Friedrich P. segnete 1421 dies Zeitliche; Ruprecht P. war 1461 Stadtrichter zu Salzburg, Anna 1446 Aeb-tissiu auf dem Nonnberge; Maria, ebenfalls Acbtissin daselbst, starb 150.J. - Des Ulrich P. (14691 Sohn hiess Caspar. — Herr Caspar P.. Ritter, wohl der Vorige, war 1499 Pfleger zu Stanfeueck bei Beichunhall. Wolfgaug P. erscheint 1499 als salzburg'scher Hoimarschall, 1502 als Bath. — Wieder eiu Caspar P., „ein schöner, ad-licher, verständiger Mann, weit gcreisst". Bath und Hofmeister zu Sulzburg, Landrichter zu Zell im Piuzgau, lebte noch 1572. Hanns P. zu Wolkerstorf uud Gartenau, 1564 Pfleger zu Golling, vermält zu Salzbnrg 4. 2. 1568 mit Benigna von Uauiisporg, emigrirte, der lutherischen Lehre zugethan, erst nach Steiermark, dann nach Oesterreich. Sein Sohn Wolf Wilhelm (f 1635 schloss zu Ens am 5. 2. 1595 seine Heirathsabrede mit Sarah, des Trojan Flusshart von Dorf Tochter, mit welcher er 1606 das halbe Scliloss Dorf a. d Ens überkam und wozu er 1615 den Best dieser Herrschaft erkaufte. Kellcrberg, eine Ortschaft in derselben Pl'arre i Haidershofen |, mag dazu gehört haben, da sich Wolf Wilhelm „zu Dorf und Kel-lorberg" schrieb. Er erlangte die Landuiannschaft in Oe. o. d. E. 159.1 und wurde den alten n.-ö.'schen Ritter-staiidsgeschlochteru am 27. 5. 1617 einverleibt. — Sein Sohu Ferdinand, Herr zn Dorf, vermälte sich 1636 mit Jnstiua, Tochter des Georg Beruhard Freiherrn von Nenhaus zu Stadelkirchcn. hatte mit dieser jodoch keine männlichen Leibeserben und beschloss den Maunesstamm seines Geschlechtes am 8. 11. 1616. iWig. Hund; S. S. Salzburger Adel und f bayr. Geschlechter; topograph. statist. Handbuch des Königreichs Bayern; des Philipp Apianus Karte von Bayern und Salzburg, 1566; H.; R.-M.; W.). I'arxlief in (Taf. 65). Wappen: 1 Mit Schildesfuss. Oben zwei rechtsgekehrte Sicheln nebeneinander, i Nach dem Origialsiegel Albers von Porzlieim an dem Briefe Dietrichs von Hag, d. d. 25. 2. 1348, womit Letzterer an seinen Bruder Wolf hart von Hag den Thurm zu Hartheim verkaufte, Efcrdinger Archiv,. — II. Kleinod: Hörnerpaar, aussen je mit acht Federn besteckt. (Nach dem nriginalsicgel Wernher des Pörczheimer an dem Satzbriefe Stephan des Lieclitenwinkler d. d. 15. 3. 1366 im Eferdinger Archive, und nach dem Originalsiegel Albers von Portz- IV. 5. liaymen an dem nachbenannten Briefe der Hedwcich von Porczhaymen d. d. 29. 9. 1313 im k. n k. Hans-, Hof-und Staats-Archive zu Wien. Alber v. P. führt hier au seinem HclmBiegel aussen an jedem Horn neun Federn, Ulrich der Geltinger an demselben Briefe ebenfalls' ein federubestecktes Hörnerpaar zu seinem zweimal gespalteneu und einmal getheilten Schilde, welch' gleiche Kleinode zn der Verniuthnng Anlass gegeben haben, die Parzhei-mer und die zu ihnen nachbarlichen (ieltinger wären wappen- uud stammverwandt gewesen. eine Vermuthung, die sich nicht bestätigt, wie die ganz verschiedenen Schilde beweisen). Die Parzheiiner sassen zu Parzham am Inbache, Pfarre Wallern, hatten aber auch Parzham a. d Aschach, bei Weidenbolz, inne. Sie treten zuertt mit Ebcranns de Borzheim urkundlich anf, der im Jahre 1161 für das Kloster Wilhering das ABod zu Edramsberg an Heinrich von Schaunberg übergab. — Pilgrimus de P., Bitter, bezeugte am 4. 3. 1:168 den Verzicht Cbuurats von Furt. — Hedweich von Porczhaymen uud Leutold ihr Sohn übergaben am 29. 9 1313 kaufsweisc un Ulrich von Woi-denliolz das Beeilt, das sie an dem Hofe zu Porzheimen bei der Aschach gehabt haben, Wernher v. P. hatte zu Schaunberg am 25. 11. 1301 dio Mauthbefreiung des Klosters Silben bezeugt. Mit seiner Hausfrau Bertha erzeugte er den Sohn Alber, welcher vom Jahre 1311 an, seit 1*20 Bitter, urkundlich auftritt nnd als einer der angesehensten Vasallen der Grafen von Schaunberg in deren zahlreichen Briefen bis 1353 ersclicint, in welchem Jahre er noch zu Schaunberg am 80 Jnli einen Vermächtiiissbrief des Grafen Wernliart, an dessen Vettern bezeugte Am 26. 1. 1340 hatte er im Veroine mit seiner Hausfrau »iertraud zum Marieu-nnd zum St. Niclas-Altare iin Gotteshause zu Harkirchen einen Hof zu „lieischaw" gegeben und dort gleichzeitig mit dem (inte -in dem hayhenpach genannt in der swent" einen Jahrtag für seinen Vater Wernher, seine .Mutter Bertha seine erste Khewirtbin Beiczzeu, für sich und seino zweite Hausfrau Gertrud gestiftet. Sein Schwiegersohn Ulrich (II.) der Schifer, Genial dor Anna v. P. siegelte die Urknnde. „Der orber man Wernher der Pörczhaimer, welcher am 15. 3 1366 den Satzbrief Stephan des Lieclitenwinkler an Ulrich den Sclimid siegelte, ist sicher Albers Sohn, getauft auf den Namen des OrosB-vaters, gewesen. Die letzten Parzheimer Wolfgang und Gengloin (Gangolf) werden, ersterer am 1. 9. 1389. am 13. 10. nnd 11. 11. 1391, Letzterer am 3. 8. 1890 erwähnt. (K. u. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv zu Wien; Efcrdinger Archiv; U-B.; Strnadt-Peucrbach). l'HuiiiKarleii /.<■ VruiienMleln. (Taf. 66;. Wappen: I. Von Blau und Gold getheilt. Oben zwei geschrägte, abgehauene, goldene Aeste; unten wie eine Hürde geflochten. Kleinod: Wachsender Mann, in blauem, golden ansgeschlagcncn Kock, einen binnen, golden gestülpten, abhängenden Spitzhut auf dem Haupte, einen der goldenen Aeste über der linken Schulter tragend Decken: blau-golden (N. S. bayr. Grafen, nach dem Epitaph deB Peter P., + 1477, zu Wasserburg;. — II. Wie vorhin, statt der geschrägten Aeste ein goldener, über die Hürde schreitender Löwe. Der Mann des Kleinodes trägt statt des Astes eine Hellebarde über der Schulter (N. S. bayr. Grafen, nach dem Epitaph des Hanns P, + 1500. zu Wasserburg. Auf dem Stein des Hanns P., t 1493, zu Kufstein, erscheint der Löwe wachsend). - III. (Schmichen) Von Silber und Blau getheilt. - Kleinod: Gekr , silberner, blan gestülpter Hut mit einer rothen Bose an grünem Blättcrstiele besteckt. Decken: blau-silbern (N. S. f bayr. Geschlechter). — 59 234 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •234 IV. Marschall von Mairliofen, s. Tafel 57. — V. (Gurr zn Hag). In Roth ein silbernes Ross (Gurre). — Kleinod: Geschlossener Flug (die Tinctur fehlt). Decken: roth-silbern. (N. S. f bayr. Geschlechter). — VI. (Paum-garten zuletzt geführtes) Geviert. 1 Stammwappen .wie II.). 2 Marschall von Mayrhofen, doch von Roth. Silber und Gold getheilt. 3 Schmieheu. 4 Gurr zu Hag. — Vier gekr. Helme: 1. Wachsender, goldenor Löwe. Decken: blau-golden 2. Kleinod von Schmieher.. doch statt der Rose drei silberne Straussenfedern Decken, blau-golden. 3. Hörner, das Rechte von Roth, Silber und Gold, das Linke umgekehrt getheilt (wegen Marschall von Mayrhofen). Decken: roth-silbern. 4. Das silberne Ross wachsend. Decken: roth-silbern. (N. S. bayr. Grafen. Die Vereinigung mit Schmiehen bezieht sich auf des Hanns F. (f 1564) erste Gemalin Beatrix von Schmiehen; doch war diese keine Erbtocher, ihr Geschlecht erlosch erst mit Georg Eberhard von Schmiehen zum Waaseu und St. Peter 31. 4. 1608. — Wegen des den Grafen von Paumgarten 1768 verliehenen Erbmarschallamtes iu Niederbayern wurde der Schild der Murschall von Mayrhofen aufgenommen Diese waren schon vor 1600 erloschen. Die Veranlassung zur Vereinigung mit dem Wappen der Gurr zu Hag «.erloschen zu Ende des XV. Jahrhunderts) ist mir nicht bekannt geworden |. Die Paumgartner, urspründlich Bürger zu Kufstein und Wasserburg und nicht zu verwechseln mit jenen Gleichnamigen mit dem Sittich in Angsburg und Nürnberg, erscheinen zu Ende des XV. Jahrhunderts unter dem bayrischen Landadel und zwar mit den Brüdern Peter und Wolf, die von dem Herzoge Albrecht IV., auf dessen Seite sie sich gegen Herzog Georg nrn der gerechtem Sache willen gestellt hatten, nach Georgs ao. 1503 erfolgtem Tode die Güter Frauenstein und Bring am In als Entschädigung für die im Kriege mit den Pfälzischen erlittenen Verluste erhielten. Wio Wig. Hund dafürhält, wären Peter und Wolf die Söhne des 1477 verstorbenen, älteren Peter Paumgartner gewesen, mit dessen Bruder sich eine Nebenlinie abgezweigt hatte, aus der des Letzteren Sohn, Dr. Wolf (IL) P., im Jahre 1512 Schloss und Hofmark Stubenberg bei Simbach in Niederbayern von Alban und Hanns von Clo-son käuflich an sich brachte. Der Besitz gieng bald in das AUeineigenthum von Wolfs jüngstem Bruder Lien-liart über, mit dessen zweitem Sohne. Wolf III. (t kinderlos 1569), diese Linie erlosch, worauf Stubenberg an den Sohn der Schwester des Letzteren, an Zacharias den Jüngeren Hühenkircher kam. Erst später wurde es wieder von den Paumgarten erworben. Im Hanptstamme schlössen die Eingangs genannten beiden Brüder, Dr. Peter Paumgartner, 1478 Professor, 1424 und 1496 Rector zn Ingolstadt, und Wolf, Rent-meister zu Barghausen, über ihren Besitz Frauenstein und Ering einen Erbeinigungsvertrag, nach welchem derselbe ungetheilt. gemeinsam genossen werden sollte, eino Anordnung, welche Peters Enkel Hanns Christoph und des Wolf Enkel Hanns Wolf durch einen neuerlichen Vertrag im Jahre 1565 umstiessen uud die Güter theilten. Der Ersterc erhielt Ering, Letzterer Frauenstein und wurden beide Besitzungen erst nach dem Erlöschen der Eringer Linie wieder vereinigt. Aus der zweiten Linie, dann zu Frauenstein, hatte sich Wolf 1522 mit Margaretha von Nusstorf vermält und mit dieser den Sohn Hanns (f 1564) erworben, welcher erst Beatrix vou Schmiehen, dann eine Auerin, die kinderlos blieb, zur Ehefrau nahm. Sein Sohn Hanns Wolf, welchem, wie gesagt, 1565 Frauenstein zufiel, war erst mit einer Fronhamerin, dann mit Apollonia Goderin von KriestorfF vermält, welcher Ehe ein einziger männlicher Nachkomme entspross. — Die urkundliche, mit diesem beginnende Stammreihe ist folgende: 1. Wolf Christoph von Paumgarten zum Frauenstein — Sophia von Ahamb. 2. Johann Wiguleus, seit 1629 Freiherr von Paumgarten zu Frauenstein - Mechtildis Freiin von Dauneck. — 3. Johann Josef Franz — Begina Barbara Freiin von Frey berg - Eisenberg. 4. Maximilian Josef Franz — Maria Theresia Gräfin von Rechberg u. Rothenlöwen. 5. Karl Sebastian Thaddäus (j-31. 1. 1759), vom Churlursten Maximilian Josef III. als lieichsvikar d. d. 10. 9. 1715 in den Reichs- und bayrischen Gralen-stand erhoben, Ritter des bayr. St. Georgsordens. Letzterer erwarb uns seiner ersten Ehe mit Theresia Grälin von Hatzfeld den Sohn Maximilian Josef Edmund Carl (geb. 25. 1. 1746, f 11 2. 1817), Herrn auf Franenstoin, Ering. Pillham, Stubenberg. etc.. Erbmarschall in N'iederbayorn, k. k. österr. und königl. bayr. .Major, Cointhur des bayr. St. Georgs-Ordens, welcher als Besitzer von Frauonstein, zufolge der Abtretung des Invicrtels durch Bayern in Oesterreich ob der Ens begütert wurde, wo er d. d. 10. 6. 1787 in den Herrenstand aufgenommen wurdo. — Sein Stiefbruder aus des Vaters zweiter Ehe mit Maria Sophia Gräfin von Taxis, Josef Carl Eustach, vermält mit Maria Josefa Barbara Gräfin von Lerchenfeld, hiuterliess zwei Söhne, Karl Theodor Josef und Franz Seraph. Hermann (geb. 28. 11. 1786, f 3. 9. 1852), königl bayr. Kämmerer. Generallieutenunt nnd General-Adjutauteu des Königs. vermält 1) 13.6. 1820 mit Maria Josefa (Antonia?) Gräfin von Törring (f 2. 11. 1826), 2j 30. 8. 1828 mit Maria Anna Elisabeth Goursolas de Lanhiüre i-j- 3 2. 1840.', dessen Sohn Ludwig Karl August igeb. 29. 9. 1821 j, Comthur ad honores des bayr. St. Georgs-Ordens, königl bayr. Kämmerer und vormaliger ausserordentlicher Gesandter beim päpstlichen Stuhle, vermält 15. 1 1872 mit Johanna Gräfin von Kospoth, sein gutes, altes Geschlecht ain 8. 1. 1883 im Mannsstamme beschlossen hat. Des Letzteren Oheim, dor vorgenannte Graf Karl Theodor Josef (geb. 8. 10. 1779, f 8. 5. 1831) königl. bayr. Kämmerer, scheint noch vor dem Tode des Grafen Maximilian Josef Edmund Karl, dio in dessen Hund vereinigt gewesenen Pauingartcn'schen Güter übernommen zu haben, da er in den Einlagobiichern bei der Landtafel bereits uutcr dem Jahre 1813 als Besitzer des Gntes Frauenstein erscheint. Er ist am 27. -1. 1825 im Horren-stande Oe.'s o d. E. immatriculirt worden. Vermält mit Elisabeth von Reinholdt, verwittwetun Gräfin von Zedt-witz (f 11. 11. 1846) entspross dieser Ehe ein Sohn Her mann (geb. 19. 7. 1806, f IL 1. 1846), Herr anfFrauen-Btein, Ering. u. s. w., küuigl. bayr. Kämmerer, vermält 1832 mit Mary, des David Montague Erskine, Esquire, Tochter, welcher bei seinem frühen Tode den minderjährigen Sohn David hiuterliess, der selbst aber iu jugendlichem Alter in oder kurz vor dem Jahro 1858 starb, worauf dio Besitzungen, ~ gleichzeitig durch Vergleich mit dem letzteu Grafen Ludwig Karl August, — in das Eigenthum der Mutter Davids und seiner sechs Schwestern übergiengen, von denen sie der Genial der einen dieser Letzteren, Elisabeth. Freiherr Max von Lerchen-feld-Aham an sich löste und mit denselben im Jahre 1859 bücherlich eingetragen wurde. (Wig. Hund; Archiv des königl. bayr. Haus-Bittär-Ordens vom heil. Georg; N. S. bayr. Grafen und f bayr. Geschlechter; H.-M.; Landtaf.; gräfl Taschb.i. l'uunigart ner zu CSrlesiHii. (Taf. 66;. Wappen: Getheilt. Gben von Schwarz und Silber getheilt. Unten in Schwarz eine silberne Spitze. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-silbern (als einzige Quelle hat nur Höh. gedient1. Ulrich Paumgartner, aus niederösterreichisch, land-aaasigem Adel, vielleicht derselbe, welcher 146! das Bündniss zu Mailberg mitunterfertigte, kaufte am Donnerstag nach St. Thomas 1468 von seiner Stieftochter OBEKÖSTERREICHIBCiiER ADEL. Margaretha gab von Paltram, des Michael Graf, Hauptmanns zu Nicolaburg, Gemalin, das Gut Grünau. Pfarre Ried im Machlande, ein Volkenastorfachea Lehen, daa er an seinen Sohn Sixtus vererbte, welcher es mit Vermächtnissbrief d. d. Donnerstag nach St. Veit 1483 seiner Ehefrau Magdalena Paternoaterer hinterUesa. Von Letzterer gedieh dor Beaitz an dio einzigen zwei Töchter aus dieser Ehe. Bosina und Margaretha, von welchen es der Gemal der Ersteren Wolfgang Tollingcr, mit Brief vom Montag nach St. Florian 1511 käuflich an sich brachte. In die Bitteratanda-Matrikel ist dieae Familie nicht aufgenommen worden. (IL, Puoiiigai'lner von lloieiiMtelu. (Taf. 63). Wappen: I (Stammwappen) Von Silber und .Schwarz getheilt. Oben ein grüner, roth bewehrter und ebenao behalsbaudeter Sittich, auf dem mittleren Blatte der silbernen Lilie dea unteren Feldes stehend. — Kleinod: Die silberne LiUe mit dem darauf stehenden Sittich. Decken: schwarz-silbern (N. S f bayr Geschlechter!. - II. Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 uud 3 von Gold und Blau schräglinks getheilt, darin ein farbengewechselter Löwe. — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod Decken: schwarz-silbern. 2. Zwischen blauen, aussen mit Pfauenfedern besteckten Hörnern ein goldener Löwe wachsend. Docken: blau-golden (N. S t bayr Geschlechter. In der o. d. E.'schen Matrikel erscheint fälschlich statt dos Sittich ein natürlicher Falk, dor blaue Löwe des 2. Helmes wächst zwischen zwei von Blau uud Gold iibereck getheilten, aussen je mit vior Pfauenfedern besteckten Hörnern . Die Paumgartuer erscheinen zu Nürnberg zuerst c. 1300 und bereits 1396 im Bathe daseibat. König Kupprecht belehnte ao. 1110 den Conrad Bawingart von Niirn-perg mit Beichslehcn, ebenso Kaiser F'riedrich 1443 Cunz Baumgartner den Jungen, welch' Letzterer den Herrensitz Teinschwang in dor Oberpfalz besass. dor 14li0 von seinen Rolicten verkauft wurde. — Ein Zweig verpflanzte Bich nach Augsburg, ein anderer nach Oe. o. d. E., wo Hanns Albrecht. Sohn des Balthasar P. v H.. mit seiner zwoiten Ehefrau Maria Spiller von Mitterberg, des Stefan Reuthmayr zum Auliot Wittwe, das Landgut Auhof am linken Donauufer, unweit Urfahr-Linz, erheirathuto und d. d. 23. 3. 1302 die ob der Ens'sche Landmanuschaft im Bitterstandu erlangte. — Der Sohn aus der Ehe mit der Spillorin, Georg Balthasar if 1649) voräusserte, laut Bittzettel d d 20. 9. 1034, den Auhof an Caspar Ricdi-ser von Riedeshaim und vormiilte sich mit Maria Helena von Hoheneck, welche aus der Vorlassonschaft ihrer Mutter Maria', geb. Flusshart von Dorf, das Gut Tröstlberg in N. Oo. mit Contract d. d. 13. 9. 1G47 käuflich an sich brachte und dasselbe, — Söhne waren nicht vorhanden, — an ihre vier Töchter vererbte. — Diese vorglichen sich am 30. 8. 1057 unter sich, worauf im Jahre 1660 Georg Ferdinand Pernauer Freiherr von Peraey, Gemal der Katharina, einer dieser vier Schwestern, Tröstlberg im Kaufswege erwarb. Hrausseu im Boich sind die Paumgartner von Holenstein mit Johann Paul am 26. 1. 1726 heimgegangen. (It-M.; N. S. f hayr. Geschlechter;. Pauuikii-clier (Baumkircheri. (Taf. 66). Wappen: In Both eine weissgemauerte. rothgedeckte Kirche auf grünem Boden. — Gekr. Helm: Geschlossener. rother Flug. Decken: roth-silbern. ■ Stadls Ehrenspiegel von Steiermark, auch H. und R.-M.). Schon in dem Uebergabsbriefe vom 17. 2. 1227 Liu-tolds und Ulrichs von Wildon an das Stift Seckau erscheinen die Brüder Gundacker und Marquard von Bovm- chirchen, Gundacker von Paumkirchen auch zn Pels am 13. 6. 1238 in einer anderen Seckauer Urkunde. — Diese fühlten ihren Namen von Baumkirchen bei Judenburg im Mnrthale Obersteiers und gehörten eben so wenig wio Ulrich dor Paumkircher. der sich am 10. 8. 1372 um Güter im Murthale mit dem Stifte St. Lambrecht verglich, zu den Vorfahren der Nachbenannteu. dio ihre Heimath in der Grafschaft Cilli gehabt und sich von da nach Steiermark, Krain, Kämtheu, anch nach Ungarn mit ihrem Besitze verbreitet haben. Zu Sonnenwenden 1391 belehnte Graf Hermann von Cilli den Jörg l'awinchircher und dessen Söhne und Töchter mit Gütern zu F'erneck, Bruck ob Fladnitz. Pernogg und St. Walburgen. Zu Miirzzuschlag am 6. 2. 1401 verlieh Herzog Wilhelm dem Wilhelm P. einen Hof zu Wippach in Krain und Zohente zu St. Georgen und Obernfeld, wie dies schon dor Vater Jörg iiino gehabt habe. — Herzog Ernst erneuerte dem Wilhelm die Belehnung über diese, schon von den Vorfahren genossenen Güter und Zehento zu Laib:tch am Sountag Oculi 1411, und Herzog Friedrich belohnte denselben Wilhelm, seinen Pfleger zu Wippach, am Freitag vor St. Veit 1437 mit dem Thurm bei der niederen Veste zu Wippach und mit Hofstätten im Markte daselbst, und zu R'ilfnik. Eine abermalige Belehnung durch F'riedrich. nun römischem Kaiser, erfolgte für Wilhelm, dieser Zeit des Monarchen Hauptmann zu I'ortenau, ain Mittwoch nach Judica 1444 und bezog sich auf Güter nnd Gülten in Krain und am Karst, zu Wippach, Zamabor, ■•emiin, 'I'aczon, Parcnitz-sacli a. d. Save, Kallenberg, Volbcr uud Kryaul in der Pilligratzcr Pfarre. Willlelms Sohn ist jener Unglückliche „her Andre von Pamkirch. Freyherr zu Sluning,-1 der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Gespan zu Presaburg. 1163 Hauptmann zu Korneuburg, der sich schon 1452 im jugendlichen Alter zu Wiener Neustadt unvergänglichen Heldenruhm erstritt. 1462 zum zweitenmal für seinen nun in der Burg zu Wien belagorten kaiserlichen Herrn ritterlich focht, nnd, in den Freiherrnstand erhoben, in welchem er seit I46"> urkundlich vorkommt, und reich begnadet, schliesslich als Rebell gegen des Kaisera Majestät am St. Georgenabend 1171 beim Stadtthore zu Graz unter dem Henkerbeile fiel, nachdem die Stunde eines ihm gewährten, sicheren Geleites abgelaufen war. Wohl ullzurasch und zu hart ward der wankelmüthige Mann gestraft und schon am 8. Mai des nächsten Jahres verglich sich der Kaiser mit der Wittwe uud don verwaisten Kindern, Wilhelm Georg, Katharina und Martha, denen diu dem Vater conflscirten Giit-r zum Thuilu wenigstens', darunter Schlaning (Szalonak im Eisenburgor Comitatü . restituirt wurden, uud Wilhelm, auch ein unruhig Blut wie der Vater, ward, nachdem er unter ungarischen Fahnen bis zum Linzer Frieden ain 4. 1. 1492 gefochtun, vorher 1487 Hartberg und Voran, dem Könige Matthias die Huldigung zu erzwingen, hart bedrängt hatte, neuerdings in Gnaden aufgenommen und erhielt die ihm vom Kaiser schon früher geschenkte Herrschaft Bechnitz in N. Oe. wieder zurück. Dem Erasmus, dos Andre Enkel wie ich meine, 1508 kaiserl. Zahlmeister, verpfändete K. Maximilian d. d. Köln am Bhein 9. 9. 1512 die Stadt, Herrschaft Burg-vogtei und das Schloss zu Ens, wio dies vorher Lasla von Prag inne gehabt hatte worüber Erzherzog F'erdi-nand wiederholt, znletzt d. d. Wien 17. 12 1524 urkun-dete. Bald darnach scheint Erasmus gestorben zu sein und schon im Jahre 1526 löste von seinen Erben Jakob Löbl die Herrschaft und Bnrgvogtei Ens an sich. Wie die Matrikel besagt, hatte Erasmus noch im Jahro 1525 als Herrenstandsverordneter in Oe. o. d. E. fungirt, nach Höh. aber wäre er hierlands nur verordneter Steuereinnehmer gewesen, eine Nachricht die viel glaublicher klingt, da sich die Familie seit dos Andreas Tode nicht mehr 236 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •236 im Herrenstand befanden zn Laben scheint. Auch Erasmus der Jüngere, wohl des Vorigen Sohn, erschien nuf dem Landtage zu Wien 7. 4. 1535 nur unter der Bitterschaft. Derselbe hatte den Sitz Haus bei St. Pantaleon in N. Oe. als landesfürstliches Lehen inne uud erhielt d. d. Leitmoritz 28. 6. 1547 durch Kaiser Ferdinand I. in Berücksichtigung dessen, dass er keine männlichen Leibeserben besitze und solche auch nicht zn erwarten habe, die Bewilligung sein Lehensgut Haus zu veräusseru oder dafür einen Erben zu benennen, dem es dann auf den Mannesstamm verliehen werden würde. Mit diesem Letztern scheint, somit das Geschlecht erloschen zu sein (Steiermürk. ürkundenbnch; Muchar Geschichte von Steyermark; H.-M.; W.). HauMlngrr. (Taf. 66). Wappen: I. (1816) In Both ein silberner Balken. — Gekr. llelm: Wie der Schild bezeichnete Horner, in den Mundlöchern je mit einer Pfauenfeder besteckt Decken: roth-silbern (K. k A.-A.). - II. il857) Im von Roth und Silber getheilten Schilde eine eingebogene blaue Spitze, darin drei (1, 2) goldene, mit den Schalltrichtern rechts gestellte Hüfthörner an übergewundenen goldenen Schnüren - Gekr. Helm: In deu Mundlöchern je mit einer Pfauenfeder besteckte Hörncr, das Hechte von Gold und Blnu, das Linke von Roth und Silber getheilt. Decken: blau golden, roth-silbern (K. k. A. A.). Andreas Pausinger, gräflich Khevenhüller'scher Pfloger zu Frankenburg, brachte mit Kuufcontract d. d. 5, 1. 1816 die Khevenhüllerschen Herrschaften Frankenbnrg, Kogl, Ungenach und Unterach in Oe. o. d. E au sich und wurde mit Diplom d. d. München 25. 2. 1816 — er war mittlerweile Hof- und Gerichtsadvokat zu Wien geworden — durch König Maximilian Josef von Bayeru in den erblichen Adelstand erhoben. — Bei seinem im oder kurz vor dem Jahro 1820 erfolgten Ableben hiuterliess er die halben Antheile an seinen Besitzungen der Gemahlin Susanna, den Best seinen drei Kindern Frunz, Karl und Elisaboth vermählten Frischherz. — Franz vou Pausinger veräusserte seine obigen Antheile im Jahre 1828 dem Bruder Carl. Mit Allerhöchster Elitschliessung vom 3. 11. 1867 (Urkunde d. d. 10. 2. 1868' ist seiner, oder vielleicht seines glciclinamigen Sohnes Wittwe und den Kindern aus dieser Ehe gestattet worden, sich des bayrischen Adels in Oesterreich in der Eigenschaft eines ausländischen priivalircn zu dürfen. — Weiter habe ich über Franz von Pnusinger und dessen Descendenz nichts erfahren. Sein Bruder Carl, welchcr nicht nur die Antheile seiner Geschwister un sich löste, sondern auch mit Kuufcontract d. d. 24. 5. 1834 die halben Antheile seiner Mutter an den o. d E 'sehen Gütern erwarb und somit iu diesem Jahre zum Alleinbesitzer von Frankenburg, Kogl, Unterach und Ungenach wurde, vererbte diese Liegenschaften, mit Ausnahme der letztgenannten Besitzung, welche an den Grafen Anton Klievenhüller verkauft worden war, an seine beiden Söhne Karl Valentin und Felix. Ersterer veriiusserte Frankenburg bald nach des Ya-te s Tode schon im Jahro 1819, erwarb dagegen 1861 die, 1870 wieder verkaufte, landtäfliche Herrschaft Almegg und erlangte als k. k Oberlieutnant a. D. mit Allerhöchsten Erschliessung vom 15. 3. 1863 und hierüber ausgefertigter Bestätigungsurkundo vom 31. Mai desselben Jahres ebenfalls die Erlaubniss sich seines bayrischen Adels als eines ausländischen in Oesterreich bedienen zu dürfen. — Der Bruder Felix dagegen begab sich der dem Grossvater im Königreiche Bayern zu Theil gewordenen Standeserhöhung und erlangte d d. Wien 29. 3. 1857 den österreichischen Adel, bei welcher Gelegenheit natür- licherweise das Wappen verändert werdm musste, denn der Schild vom Jahre 1816 kam jenem von „Oesterreich" gleich. — Er verkaufte seine ererbten Güter Kogl und Unterach mit Contract d. d. Wien 28. 7. 1872 an Franz Mayr Edlen von Meinhof. Beide Brüder hatten zwei Schwestern zu Gemalinnen genommen: Carl Valentin von Pausinger vermählte sich mit Caroline Henriette (geb. 19. 5.1826 , Felix mit llen-ritte Stephanie Froiin von und zu Weichs (geb. 1. 3. 1828). — Auch über die etwaigen Descendenten aus diesen beiden Ehen liabo ich nichts vernommen. |K. k. A.-A.; Landtaf.; freiherrl Taschenb.). — l'eekenzell. (Taf. 66). Wappen: In Both eine schräge, ausgefugte, silberne Muuer, über deren, je von einer Schicssscharte durchbrochenen drei Zinnen ein natürlicher Steinbock aufspringt. — Gekr. Helm: Der Steinbock wachsend. Decken: roth-silbern. (B.-M.). Mit Diplom d. d. Prag 24. 11. 1576 erhob K. Rudolf II. den kaiserlichen Obristen Georg Pock in den Reichsadclsstand, worüber K. Ferdinand II. den Enkeln Georgs, Murtin und Sigmund, unter gleichzeitiger Verleihung des Prädikates „von Peckenzell* am 20 7. 1641 eino Bestätigung ertheilte. Sigmunds Sohn Johann Adam von Peckenzell vermälte sich mit Anna Catherina Nütz von Goisernburg, aus welchcr Ehe Wolf Ferdinand hervorgieng, der Maria Thecla Philippine Freiin Mandl von Deutenhofen zur Gemalin nahm. Johann Anton Adam v. P., churbayischer Kämmerer und Regierungsrath zu Landshut, des Letzteren Sohn, erlangte mit Diplom d. d. 13. 2. 1758 den bayrischen Freiherrnstaud und erzeugte mit seiner Gemalin Maria Victoria Froiin Mayurhofer zu Coburg und Anger die Söhne Johann Nep. uud Josef, welch' Letzterer sich am 26. 2. 1791 mit Anna Freiin l'ongrücz von Szent-Miklos uud Ovar vermalte, aber kinderlos blieb. Johann Nep 'geb. 11. 9. 1776, f zu Pfailstätt 20. 3. 1851) königl. bayr. Kämmerer, am 10. 4. ;813 im Königreiche Bayern bei der Freiherruklasse immatriculirt, maclito sich in Oesterreich ob der Ens ansässig. wo er 1802 Schloss und Dorf Hacklcd. 1803 Schloss und Hofmark Mühlheiin 'Beides im Inviertel;, 1808 das Schloss Tollet im llausruckviertel uml 1827 Schloss und Hofmark PfafFstiitt iui Inkreise käuflich erwarb. Beide Brüder erlangten unter dem 14. 7. 1825 die ob der Ens'sche Landmamischaft. wurden jedoch als ausländische Freiherrn nur im Bittcrstunde immatriculirt, aus welchem der Uebertritt in den Herrenstand iu Folge unterlassenen Ansuchens mich dann nicht stattfand, als Johann Nep. mit Hofkanzlci-Decrct d. d. 10. 9. 1836 im österreichischen Kaiserstaate eine Anerkennung seines Freiherrnstandes erhielt. Derselbe vermälte sich am 10. 9. 1807 mit Josefine Freiiii Mandl von Deutenhofen (+ 16. 6. 1868) und überkam drei Söhne, von welchen Fridolin (geb. 12. 3. 1811). k. k. Hauptmann im Kaiscrjüger-Regimcnto unvermält gestorben ist. — Freiherr Julius (geb. 4. 10. 1816) gelangte erbweiso in den Besitz der Güter Mühlhoiin und Pfalfstätt, von denen Letzteres 1869 durch ihn veräussert wurde. Tollet war zum Theilc schon 1811 an Ferdinand Grafen von Woissenwolf. zum anderen Tlioile 1832 an den Pfleger Johann Saxingcr, Hackled im Jahre 1841 an das Stift Reichersberg verkauft worden. — Freiherr Adolf (gob. 6. 12. 1812), k. k. Kämmerer und Rittmeister a D, der dritte Sohn deB Freiherrn Johann Nep., hat sich am 23 11. 1854 wie sein Vater mit einer Freiin Josefine Mandl von Deutenhofen trauen lassen, aus welcher Ehe vier Söhne entsprossen sind (R-M.; Landtaf.; freihcrl. Taschenb. OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. 237 Peiftaer. (Taf. 67). Wappen: Geviert, mit rothem Derzschild darin ein silberner Bracke mit schwarzem, golden beringten Hals-bande and schwarzem Maulkorb. 1 und 4 in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, im und 3. Felde .eine von grünen Bäumen perspectivweiss ausgesetzte Au," dahinter natürliches Firmament. — Zwei gekr. Belme: 1. Der silberne Bracke wachsend. Decken: schwarz-golden. 2. Gekr. schwarzer Adler. Decken: roth-silbern (Legal. Abschrift des Diplomes vom 26. 2. 1674, im Landesarch ). Aus diesem Brixener Batlisbnrgergeschlechte. das mit dem Gute „zum Peisser in der Au" in Tyrol angesessen gewesen ist, erhielt Florian F. wegen seiner gegen den Erbfeind und gegen Venedig geleisteten, treuen Kriegsdienste von Ferdinand I., damals König von Ungarn nnd Böhmen, >1. d. Speier 1529 einen Wappenbrief, welcher durch Erzherzog Carl d. d. Graz 10. 8. lf>80 F'lorians Sohne aus der Ehe mit einer von Ortasaith, dem Gaudenz P., nnter gleichzeitiger Besserung des Wappens und Aufnahme zum Lehensgenossen bestätigt wurde. Des Gaudenz Örenkeln, die Brüder Hanns Peisser, Bürger und Mitglied des inneren Bathes zu Linz, ancli Handelsmann allda, Ferdinand. Batbsbiirger und Kaufmann zu Salzburg, und Leopold Inhaber des Gutes „zum Peisser in der Au" in Tyrol, wurde in Ansehung der Verdienste ihrer erstgenannten Vorfahren der Reichs- und erbländische Adelsstand als rechtgeborneu Lehens- uud Turniergenossen nnd rittermässigen Edellenten. bei gleichzeitiger Ertheilung des Eingangs blasonirten Wappens nnd des Prädikates .von und zu Werttenau" durch Kaiser Leopold I. d. d. Wien 26. 2. 1674 verliehen uud begründete von diesen Dreien Hanns P dnreh seinen 8ohn Johann Georg eine Linie in Oe. o. d. E . wo Letzterer dnreh seine Gemalin Eva Johanna von Undorf das Schloss Mühldorf im Miihlviertel überkam, welchen Besitz er durch käufliche Erwerbung der nahen Güter Pescnbacb und Mühllacken vergrösserte. Er ist am 31. S 171!) im jungen Ritterstande dieses Landes immatriculirt worden uud starb im 76. Lebensjahre zn Linz am 9. 7. 1726 unter Hinterlassung eines Sohnes Johann Michael Josef, welcher nnvermält zu Linz am 11. 3. 1731 diese Linie beBchloss. Der Bruder desselben, auf die Namen des Vaters getauft, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Obereinehiner der Landschalt in Oe. o. d. E., war schon am 25. 10. 1723 zu Wien verstorben. Aus der Deseendenz des Leopold Peisser von und zu Werttenau, des in Tyrol verbliebenen Bruders des oben genannten Hanns, machte sich F'rauz Xaver, k. k. Commer-cienrath, nach Wissgr. ein Ureukel Leopolds, in N.-Oe. ansässig, wo er die Herrschaft Karlstein mit Güpfriz-schlag, auch die Güter Thuma nnd Buch erwarb und unterm 22. 2. 1766 den n. ö. Ritterstandsgeschlechtern einverleibt wurde. — Ueber seine etwaige Succession verlautet nichts, auch nichts über eine solche des ebenfalls schon genannten F'erdinand Peisser von und zu Werttenau in Salzburg. (B.-M.; Akten im Landesarch.; H.; W.). l'<-llrgrllii. (Taf. 67). Wappen: I. In Gold auf grünem Boden ein Pilger in graubärenem Gewände, den Kragen mit zwei Jakobsmuscheln besetzt; mit schwarzem Hut, hohen Stiefeln und umgehängter Kürbisflasche: in der Beeilten einen, oben in einen Knopf endigenden Pilgerstab, in der Linken einen Bosenkranz haltend. — Drei gekr. Helme: 1. Ein keulenschwingender, nackter Jüngling. 2. Eine blaugeflügelte, nach oben verjüngte, dreisprossige, silberne Leiter, zwischen den Sprossen und Leiterbäumen roth gefüttert. 3. Wachsender, blauer Greif. Keine Decken; unter IV. 5. den Helmkronen hervorgehend ein violetter mit Hermelin unterlegter Mantel .Dieses, natürlich nur dem italienischen Gcsclimacke entsprechende Wappen ist auf der legal. Ahnentafel des Grafen Carl < lemens Pellegriui abgebildet; Landesarch.). — II. In Gold ein Pilger iu brannein Gewände, den schwarzen Kragen, wie auch den schwarzen, vorn aufgestülpten Hut mit Jakobs-muscheln besetzt, einen Strick als Leibgurt, umgehängte Kürbisflasche, Sandalen an den Fussen, iu der Rechten einen, in ein Kreuz ausgehenden Pilgerstab, in der Linken einen Rosenkranz haltend. — Drei gekr Helme: 1. Zwischen offenem schwarzen F'lnge eine goldene sie-bensprossige Leiter 2. Wachsender goldener Ii reif. 3. Ein Wilder mit grünem Laubkranz auf dem Haupt nnd um die Lenden, in der Rechten eine Kenle über der Schulter tragend, die Linke in die Seite gestemmt. Decken: durchaus schwarz-golden. (Nach Hyrtl). Laut des vou dem Grafen Carl Clemens von l'elle-grini anlässlich seiner Aufnahme in den o. iL Fj.'sclien Ilerrenstand vorgelegten beglaubigten Stammbaumes, würde die ununterbrochene Stammreihe dieser uralten Veroneser Patrizierfamilie mit einem Zeno beginnen, welcher um das Jahr 1190 lebte. Der Urenkel desselben, Andreas, hatte einen Sohn, Tomaso Pellegriui , welchen < 'an dclla Scala Herr von Verona, im Jahre 1355 zum Teslamonts-ezecutor nnd zum küultigen Vormunde seiner Söhne bestellte. - Schon zu dieser Zeit, wie auch späterhin bekleideten die Pellegriui unter der Herrschaft der Scala die vornehmsten Stadtämter zu Verona und die von ihnen als Kleinod geführte Leiter rührt sicher von einer Scala'-schen Verleihung her. Des TliomaB Enkel Dominus Bartholomeus, spectabi-lis miles, Sobn des Joannes l'ellcgrino, wandte sich nach Venedig, wo er d. d. 30. 3. 142« von dem Dogen Francesco Foscari seine Aufnahme als Patrizier erlangte, nachdem er sich schon im Jahre 1406 mit Lucia aus dem ve-netianiachen Dogen - Geschlechte der Gradeuigo vermält hatte. — Die weitere von dem Ur-Urenkel dieses Letztoren absteigende Stammfolge ist nachstehende: I. Hieronymus von Pellegrini. Herr zu Cesaini — Eleonora Gräfin von Burri. — 2. Nicolaus, Herr zu Ccs-sini — Egidia von Pellegriui. 3. Bertoldns. Herr zu Cessini — Perregrina von Battalea. 4. Carl, Herr zu Cessini — Petronella Grälin von l.isca 5. Burtoldns Graf v. P., Herr zu Cessini,— Julia Camilla Gräfin von Sarego. — 6. Carl Clemens (geb. zu Verona 1720). Letzterer trat iu oder bald nach dem Jahre 1735 in jugendlichstem Alter in die kaiserliche Armee, in welcher er bereits 17:">7 das Infanterie-Regiment Daun F'iirst v. Tiano (jetzt Nr. :'>9j in der Schlacht bei Breslau als Oberst befohligte und sich wahrscheinlich bei dieser Gelegenheit durch Erstürmung von Klein - Mochbern, des Schlüssels der feindlichen Stollnng, das Bitterkreuz des Maria-Theresien-Ordens erwarb. — Im folgenden Jahre 1758 bei Hochkirch, 1759 bei Meissen und 1760 bei Torgau glänzte er durch neuerliche Waffenthaten, die ihm 1765, er war damals schon General-Major, durch die Verleihung des Comt'nurkreuzes des letztgenannten, höchsten militairischen Ordens belohnt wurden. Im F'riililing desselben Juhres als commandirender General in Oo. o. d. FL angestellt, wurde er zu Anfang 1767 als HofkriegBrath nach Wien berufen, worauf er sogleich anläBsIich dieser Versetzung unter dem 6. Mai ein Gesuch um Aufnahme unter die ob der Ens'schen Stände einreichte, welcher Bitte noch in demselben Jahre durch seine Imnia-triculirung im Herrenstande willfahrt wurde, in dem er unter dem 12. 4. 1769 auf die alt-rudolfinische Herrenbank vonückte. — Graf Carl Clemens war 1767 Inhaber des gegenwärtigen 49. Infanterie-Begimentes geworden, leitete als Feldmarschall-Lieutenant 1780 und als General-Genic-Director 1781 den Bau der Festungen Tlie-resienstadt und Josefstadt in Böhmen, wurde 1788 F'eld- 60 238 OBERÖSTERREICHISCHER ABEL. •238 marscliall, erwarb 1789 bei der Eroberung von Belgrad das Grosskreuz des Maria-Theresien-Ordcns nnd beschloss nach Iii jähriger Dienstzeit zu Wien am 28. 5.1796 seine ruhmvolle Laufbahn. — Beine approbirten 82 Ahnen sind folgende gewesen: 1. Hieronymus von Pellegrini. Herr zn Cessini. 2. Eleonora Gräfin von Burri. 3. Johannes von Pellegrini. 4. Isotta Gräfin von Veritä und Prugno. 5. Do-minicus von Battalea. 6. Angela von Fabris. 7. Johannes von Asola 8. Peregrina von Val-Verde. 9. Aloysius Graf von Lissa. 10. Elisabeth von Sega. 11. Bernardinns von Zanchi. 12. Marfisa vou Pellogrini. 13. Bernar-dinus von Silvestris. 14. Livia Cräfin vou Laffranehini. 15. Jakob von Jnliariis. 16. Aquilina von (ialliei. 17. Friedrich Graf von Sarego. 18. Viola Gräfin von fanossa. 19. Attobellus von Averoldi 20. Brandisia von Oigola. 21. Marens Anton Graf von Sagramoso. 22. Drusillavon Lavezola. 23. Ludwig von Anghiari. 24. Paula von Canaria. 2f>. Friedrich Freiherr von l/astel-Barco. 26. Por-tia Gräfin von Avogadra. 27. Carolus von Galvagnis. 28. Franziska Gräfin von Arco. 29. Nicolaus Graf von Lodron. 80. Dorothea von Welsperg und Primör. 31. Anton Graf von Spanr und Valör. 32. Emerentiana von Preysing. Der Marschall, welcher, wie es scheint keino Descendenz hinterliess, führte stets den Grafentitel, wohl als gebräuchliche, wenn auch nicht immer zu rechtfertigende Uebersetznng des italienischen „Conto'1. Im Hinblicke auf das nralt adelige und tadellose Herkommen seines Geschlechtes aber mag man ihm dies gerne haben gelten lassen. — Sein älterer Brnder Foderigo war im Jahre 1765 kaiserl Feldmarschalllieutcnant, sein jüngerer Bruder ignazio zu derselben Zeit Major des kaiserlichen Dragoner-Regimentes in Toscana. — Einer von diesen Beiden hinterliess aus der Ehe mit einer Gräfin l.azansky einen Sohn Josef (f 5. 5. 1829), k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant, welcher d. d. 9, 12. 1819 eine Adelsbc-stätignng, s. d. Wien 20. 12. 1S20 den erbländischen Grafenstand erhielt, nnd, seit 27. 4. 1779 mit Contessa Eleonora ('arminati vermält. einen Sohn Frederigo Bertolde Leonardo t'geb. 26. 10. 1784) erwarb, welcher sich 1808 mit Contessa Eleonora Bizzi, 1811 mit Contessa Angela Maria Emili trauen liess. Aus der ersten Eho entspross Carlo Paolo Baidasare (geb. 24 9. 1809J, aus der zweiteu giougen hervor: Giovanni Orazio 'geb. 10. 7. 1813). Francosco Alcssandro 'geb. 19 9. 1817) und Pello-grino Vittorio (geb. 13. 1. 1821) deren weitere Schicksale mir unbekannt geblioben sind. (Akten im Landesarch.; Archiv des k. u. k. Oberstkämmereramtes; H.-M.; die fürstl.. gräfl. und freiherrl. Familien des österr. Kaiserstaates von Jakob A. F. Hyrtl; Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österr. Armoe von A. Graf von Thürheim; Monatsblatt der k. k. herald. Gesellschaft „Adler", Novemb. 1887). l»eUern. (Taf. 67). Wappen: Innerhalb einer breiten, silbernen, in den beiden Oberecken und im Fusse je mit einom bestielten, dreiblätterigen, grünen Kleoblatte belegten Einfassung in Grün ein silberner Schräglinksbalken. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts silbernen, links grünen Fluge oines der Kleeblätter. Decken: grün-silbern. (K.k. A.-A.). Johann Bernhard von I'elszem erhielt nnter dem 18. 12. 1743 seine Aufnahme in den jungen Ritterstand Oe 's o. d. E. — Mit Hnfkanzlci-Decret vom 4. 7. 1841 wurde dio Bitte des Postmeisters zu Purkersdorf in N.-Oe. Karl l'elser (sie!) -Fürnbcrg um Ausfolgung einer Adels-Diplonis-Abschrift mit dem Bemerken abweislich beschieden. dass ein solches Adelsdiplom überhaupt nicht vorhanden sei, worauf sich der Vorgenannte, seine Angelegenheit weiter verfolgend, oine Ausfertigung des k. k. Mini- sterium des Inneren d. d. Wien 22. 7. 1848 des Inhalts erwirkto, „dass nach den gepfiogonen Erhobungen die Familie Pclscrn immer (!?) in Ausübung des einfachen Adels gestanden habe, so dass dor Bittstellor Karl Pelsern als adelig anzusehen sei und demselben, nachdem die Familie noch vor dem Jahre 1753 in don ob der Ens'schen Ritter-stand aufgenommen worden ist, die Laudmannschaft in diesem Erzherzogthnme nicht bestritten werden könno. Die Anerkennung des Eitterstaudcs jedoch, wie jene über die Vereinignng mit dem Namen des k. k. Obersten Josef Bitter vou Fiirnberg, welche angeblich dem Vater des Bittstellers, Vinconz P. bewilligt worden sein soll, könne nicht erfolgen". In der That hatte Vincenz von Pelsern, anf Grund einer testamentarischou Anordnung des k. k. Obersten von Fürnbcrg, mit Allerhöchster Entschlicssung vom 22. 12. 1808 die Bewilligung zn der gedachten Namens-vereinigung, aber unr ad persouaui erhalten. Im niederösterrcichischen Amtskalendcr auf dieses Jahr 1887 linde ich jedoch den k. k. Staatsanwalt Carl vou Pelscr-Fürnbcrg aufgeführt. (K. k. A.-A.; Akten im Landesarch.; R.-M.; n.-ö 'scher Amtskalender 1887). l'erdarher. (Taf. 67;. Wappen: Geviert. 1 und 4 getheilt; oben in Silber eine von zwei schwarzen Flügeln beseitete und mit einem silbernen Stern belegte, eingebogene, blaue Spitze; unten in Gold ein in zwei Roiheu, und zwar oben von Both und Silber, unten von Silber und Blau geschachtet Balken. 2 und 3 in Both aus dem linken .^eitenrando kommender, geharnischter Rechtarm, in der blossen Faust einen über das ganze Feld schräglinks gestellten, silbernen, gestümmelten Ast haltend. — Zwei gekr. Helme: 1. Drei Straussenfedern, schwarz, golden, roth, dio mittlere mit einem silbernen Stern belegt. Dccken: blau-silbern. 2. Zwischen offenem, schwarzen Fluge der geharnischte den Ast haltende Arm mit dem Ellbogen auf die Helmkrone gestellt. Decken: schwarz-golden. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch.). Florian l'crdacher erwarb 1750 auf der Wicnor Universität den Doctorshut, wnrde Hof- und Gerichtsadvocat und 1764, nachdem er durch elf Jahre die Stulle eines Adjunctcn beim n.-ö.'schen 1-iscus bekleidet hatte, wirklicher Hofrath und geheimer Referendar bei der böhmischen und österreichischen Hofkauzlei, als welcher er d.d. Wien 25.2.1769 durch die Kaiserin .Maria Theresia in don Reichs- und orbliindischen Bitterstand mit dem Prädikate „von Porgenstein" erhoben wurde. Florian Rittor l'erdacher von Pergenstcin ist hierauf am 12. April desselben Jahres in den jungen Bitterstand Oe.'s o. il. E. aufgenommen worden. Ob er vermält gewesen ist und Descendenz hinterlassen hat, blieb mir unbekannt. (Akten im Landesarch.; R.-M.). ü^rrelrn - tiiiHlcii). (Taf. 67J. Wappen: Geviert. 1 in Gold oin halber, schwarzer Adler am Spalt. 2 in Blau ein natürlicher, zweiarmiger gesenkter Anker mit Bing nnd Querholz. 3 in Blau ein natürliches Beil. 4 in Gold ein ans grünem Boden wachsender Baum. Keine Helme. Sogenannto Frei-lierrnkrone. Schildhalter: Zwei goldene Löwen. (K. k. A.-A.) Erst in Portugal, dann nach Holland ausgewandert, übersiedelte die Familie mit Heinrich Pereira (geb. 22. 7. 1773, t 23. 9.1835 zn Baden boi Wion) nach Oesterreich, wo sich dieser am 19. 9. 1802 mit der Banqnierstochtor Henriette Freiin von Arnstein vermälte. Die Familie dieser Letzteron war in der Person des Michael Josef Arnsteinor am 20. 3. 1783 in den Reichs- 0BERÖSTERREICH1SCHER ADEL. 239 xitterataud mit dem Ehrenworte „Edler", dann durch den Churfürsten Carl Theodor von Bayern als Beichsvicar d. d. Mönchen 19. 4. 1792 unter 11 in weglassung der beiden Endbuchstaben des Namens Arnsteiucr in den Beiclis-freiherrustand erhoben und von weyland Sr. Majestät, Kaiser Franz II. d. d. Wien 18.6. 1793 in dieser Adcls-stufe bestätigt worden Weiterhin genehmigte der letztgedachte Monarch mit Allerhöchster Erschliessung vom 6. S. 1810 und hierüber ausgefertigtem Diplome d. d. 16. 2. 1812 die Ucbertragung des Namens Arnstein auf den Schwiegcr- und Adoptivsohn des Freiherrn Nathan Arnstein, den Eingangs genannten Heinrich Pereira unter gleichzeitiger Verleihung des erblichen FreiherrnBtandes, wobei jedoch keine Vereinigung des Arnstein'schen Wappens mit dem neu creirten i'ereira'scheu stattfand. Heinrich Freiherr von l'ereira-Arnstein welcher zahlreichen. seither wieder aus den Händen dar Familie gekommenen Güterbesitz in Nicderüstcrreich, daselbst im Jahro 1815 auch seine Aufnahme iu den Herrenstand erlangte. hinterliess drei .Söhne, von welchen der Aeltesto, Ludwig, als Chef das Bankhaus .Arnstein und Eskeles" zu Wieu führte, sich zweimal vermälte uud zwei Söluio hinterliess. Freiherr Adolf blieb ledigen Standes und August Franz Albert, der dritte dieser Brüder, wurde in seiner am 8. 7. 183& mit Seraphine Gräfin Aiuudc von Värkony geschlossenen Ehe der Vater des Freiherrn Victor von Fereira-Arnstcin (geb. 6. 11. 1838), welch' Letzterer im Jahre 1867 das landtäfliche Gut Berglieim iin Mühlviertel und mit diesem das Wahlrecht im Gross-grundbesitze Oe.'s o. d E. erwarb. Derselbe ist gegenwärtig Landtags-Abgeordncter nnd Mitglied des Landesausschusses iu diesem Kronlundu. Seiner Ehe mit Victoria. Tochter des Victor Grafen von Fries und desseu erster Gemalin Mathilde, geb. Strasser ist zahlreiche .Nachkommenschaft entsprossen (K. k. A.-A ; l.andtaf.; freiherrl. Taschenb.;. l'iTüeii. (Taf. 67). Wappen: Geviert. 1 uud 4 iu Gold ein gekr., goldon bewehrter, schwarzer Adler 2 und 3 iu Schwarz über einem silberneu Dreilels ein goldener Steru — Gekr. Helm: Der Adler auf dem silbernen Drcifcls stehend. Deckon: schwarz-golden, schwarz-silbern. (H.-M. und W.). Uebcr den Ursprung dieses Hauses ist mir Verliaa-liches nicht bekannt geworden. Die Stammreihe beginnt mit Thomas Perger, dessen Sohu Leonhard i'f L'<89) und des Letzteren Sohn Benedikt (f 1611) im Pergcnechen Erbbegräbniss bei St. Michael in Wien beigesetzt wurden, wohin auch Benedikt'» jüngster Sohn Karl (geb. 1592, 22, 7. 1646) folgte, dessen Söhne Karl II. uud Johann Heinrich Cornelius (geb. 1629, f 1702) den Stamm in zwei llauptlinieu theilten. Letzterer, kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, erlangte mit Diplom d. d. 8. 8. 1663 eine Bestätigung seines althergebrachten Ritterstandes als „Edler Herr von Pergen", sodann s.d. 2.1.1672 den erbländischen und 28. 10 1673 den Reichsfrcilicrrnstand. endlich am 27. 6. 1683 den erbländischen Grafenstand. -- Durch die pfandweise Erwerbung der Herrschaften Bludenz in Vorarlberg und Sonnenberg verpflanzte er eben dorthin seine Linie, dio jodoch schon mit dem Enkel Leopold Gottlieb (geb. 21.3. 1700 f 1749) wieder erlosch, ^nachdem alle Kinder aus der Ehe des Letzteren mit Johanna Justina Gräfin Hendl vor dem Vater gestorben waren. Dieser hatte die Laud-mannschaft in Tyrol erworben, veräusserte aber darnach Bludenz und Sonnenberg und erkanfte dafür im Saatzer Kreise Böhmens die Herrschalten und Güter Pohlig, Ob-lath. Neprowitz uud Srbitz, die dann an die ältere Hauptlinie kamen. — Aus der Letzteren brachte deren Stifter Karl II. (geb. 1623. f 20. 2. 1659), 1650 unter die n.-ö.'schcn Ritterstandsgeschlechter aufgenommen, die Güter Thomasberg, Aspang uud Sebcnstein in N.-Oe. durch Kauf an sich und theilte dieselben unter seine drei Söhne, Karl III., Johann Bapt. und Franz Anton, welcho d. d. Wion 16. 12. 1675 den Reichsfreiherrnstand, 1678 ihro Aufnahme unter die n.-ö.'sehen Hcrrenstandsgeschlcchter und d. d. 19.12. 1699 den erbländischen Gral'enstaiid erlangten. Franz Anton (f 1702 ohne Descondcuz) hiuterliess das ererbte Gut Aspang seiner zweiten Gemalin Maximiiiana Katharina, geb. Freiin von Webersberg, welche den Besitz au den Grafen Johann Friedrich von Seilern vor-äusserto - Karl 111. (f 28 1.1701), Herr auf Thomasberg. n.-ö.'scher Regioruugsrath, vermehrte seinen Besitz durch den Ankauf von Peistritz am Wechsel iu N.-Oe, welches Gut. wie auch Thomasberg, nachdem der ältere Sohn Graf Quintiu Hcinrich im Jahre 1722 auf der Jagd verunglückt war, auf den Jüngeren, Anton Josef iiber-giengen. welcher seine Linie um dus Jahr 1766 im Mau-nesstamme bescbloss. Thomasberg und Feistritz brachte lies Letzteren Tochter aus der zweiten Ehe mit Maria Charlotto (alias Maria Bosaliai Gräfin vou Stürgkh, Mu-ximiliana Josefa ihrem Geniale Johann Bapt. Grafen von Mitrovsky zu. Johann Bapt -geb. 30. I. 1656, t Januar 1741), Karls II. zweiter Sohn, zn Sebeiistein. aucli zu Aspaug, das er aus Seilern'sclien Händen wieder au die Familie brachte, uud durch testamentarische Verfügung vom 21. 9. 1725 (publicirt 20. 1. 1742) zn einem Fiduicoin-misse constituirte. erhielt von Kaiser Josef 1. d. d. 7. 4. 1710 die reichsgräfiiche Würde uud erwarb im Jahre 1738 das böhmische Incolat Der Selm aus der Ehe mit Muriu Renata Gräfin von Traun, Johann Ferdinand Wilhelm (geb. 9. 2. 1681, t 9 10. 1766 , kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, auch Viccpräsiduut der n -ü.'schon Regiurung in Justizsachcn, vermalte sich 25. 11 1715 mit Maria Elisabeth Freiin von urlik und Laziska uud theilte durch zwei seiner Söhne. Karl Juhaiiu Bapt (geb. 29 9. 1717, f 23. 1. 1777/ und Jolianu Anton sein» Linie in dio Unturlinien zu Sebcnstcin und zu Thomasberg, von wcl eben die Ersten.- mit ihres Stilters Enkel, dem Grafen Johann Carl, Majorutsliurni zu Aspang, welcher Sebun-stein veräussert hat, am 18 5. 1867 erloschen ist. Aus der jüngeren Unterlinie, zu Thomasberg benannt, weil derselben in Folge eines Vergleiches mit der Gräfin von Mittrovsky, geb. Gräfin Pergnii die Anwartschaft auf Thomasberg und Feistritz am Wechsel zustand, erbte deren näherer Stammvater Jolianu Anton geb. 15.2.1725, t 12. 5. 1814), Herr zu l'otteiibrimii in N.-Oe., k. k. Kämmerer und geh. Math, Staatsminister, Oberst - Land-marschall in N.-Oe , •laiin bis 1803 Polizeiminister, nach dem Erlöschen der II Hauptlinic deren böhmische Besitzungen erwarb unterm 27. 9. 1771 das ungarische Indignität nnd erhielt laut Gabbrief d. d. 22 I. 1788 das Erbland-Miinznieisteramt iu Oe. o. und u. d. E„ auf Grund welcher Verleihung er in diu o. d. E.'sche Matrikel eingetragen worden ist. - Seit 19 7. 1762 mit Philippino Gabriele Johanna Sophie F'reiin voll Groschlag zu Diepnrg vermält. war ans dieser seiner Ehe am 5. 7 1766 der Sohn Johann Josef (f 3. 5. 1830) entsprossen, welcher, k. k. Kämm- rcr und geh. Ilath. auch Vier-,-Präsident bei der Finanzhofstelle. die Herrschaft l'ohlig in Böhmen verkaufte, sich am 27. 5. 1802 init Theresia Gräfin i'uv-riaui verehelichte und Pottenbrunn all seinen ältesten Sohn Johann Anton (geb. 7. 2. 1801. r 16. 2. 1873; vererbte, welcher diese Herrschaft im Jahre 1854 veräussert und nach dem Erlöschen der älteren Unterlinie das Fidei-kommiss Aspang angetreten hat. Graf Johann Anton war seit 18. 2. 1833 mit Philippine Gräfin von Batthyäny vermält gewesen. Sein Sohn Johann Anton Graf und Edler Herr von Pergen geb. 1. 9. 1839), Majoratsherr zu Aspang. Besitzer der Herrschaft Somodor in Ungarn. Oberat-Erbland-Münzmeiater 240 OBERÖSTERREICHISCHE R ADEL. in Oe. o. und n. d. E.. am 26. 9. 1874 mit Vera Gräfin von Voss vermält, wolche Elie kinderlos geblieben ist, dürfte nun der lotete Mannessprosse des Geschlechtes sein. Seines Vaters Brüder. Lndwig geb. 7. 2. 1805, -j- 8. 2. 1850), k. k. General-Major, welcher in den Jahren 1848 nnd 1849 iu Italien nnd Ungarn hervorragend focht nnd das Theresienkreuz erwarb. — dann Ladislaus (geh 26. 2. 1813, f 24. 3. 1877). k. k. Kämmerer und geh. Bath, Kammervorstelicr weyland Sr. Majestät Kaisers Ferdinand I., dann Obcrsthofmeister weyland Ihrer Majestät der verwittweten Kaiserin Maria Anna, haben Beide dem Malteserorden als Comthure angehört. (H.-M.; W.: histor.-herald. Handbuch; gräfl. Taschenb.: Schallers Topographit des Saazer Kreises). Ferger am l'erg, (Taf. 67). Wappen: In Silber zwei Schrägbalken, der Obero roth, der Untere grün.— Kleinod: An rothen. ineinander verschlungenen Umhängschnüren zwei gestürzte silberne Hiefhörner, von den inneren Seiten abwärts mit den Schrägbalken durchzogen. Decken: roth-silbern. (H. und B.-M.: für die Bichtigkeit dor Tincturen besteht keine Gewähr). Als Bischof Gebhard von Fassau (1221 — 1232) in Ausführung seines Planes, die Besitzungen der Bosenberg am linken Ufer der grossen Miihel an das Hochstift zu bringen, am 17.12.1231 zu Velden mit dem edlen Herrn Witigo aus Böhmen, dem Vater Wok's I. von Rosenberg, den auf diose Erwerbung bezüglichen Vertrag schloss, Hess er dio Urkunde unter Anderen auch durch Heinricus de Monte bezeugen, den uns zunächst bekannten Stammvater der Perger am Perg. welche passau'scho Dienstleute waren, aber auch im Lehensverhältnisse zu den Tann-bergern stnndcn uud im Laufe des XIV. Jahrhunderts ansehnlichen Güterbesitz im Miihlviertel erwarben. — Ihr Sitz zn l'erg bei Bohrbach rührte halb vom Hoclistifto Passau, halb von Oesterreich zu Lehen, und wnssten sie sich den ersteren Antheil ununterbrochen bis zn ihrem Erlöschen zu erhalten; nicht so die landesfnrstliche Hälfte. In oder vor dem Jahre 1424 scheint Georg Ruestorl'er den halben Sitz als österreichisches Lehen besessen zu haben. Derselbe stiftete am heiligen Dreikönig-Abend vorgedachten Jahres eine Wochenmesse und einen Jahrtag in der alten Kapelle zu Rohrbach und wurde darnach von Wolfgang Perger am Perg erschlagen, worauf ao. 1439 zwischen don feindlichen Parteien ein Vergleich zu Stande kam, dessen Inhalt sich nicht bis auf unsere Tage bewahrt hat. Sicher aber ist, dass Rupprecht Bnestorfer, wahrscheinlich ein Sohn des Georg, am 13. 1. 1453 vom Könige Lasla „den halben Sitz auf dem Perg" zu Lehen empfieng und duBS Wolfgang und Lienhart die Bnestorfer Gebrüder am 31. 8. 1463 mit verschiedenen Gütern im Mühlviertel vom Erzherzoge Albrecht VI. belehnt wurden. Aber noch vor dem Ausgange des letztgedachten Jahrhunderts gelangte das alte Stammhaus bei Bohrbach wieder in den ungeteilten Besitz der Perger. Ihre Stammreihe, — jene durch Höh. publicirte ist falsch, — stellt sich folgender Massen dar: Heinricus I. de monte 1231-1241 Wernhardus I. de monte 1253—1*264 Mari|uardus de monte 1364, ahm perg 1294 Heinrich II. 1294 Martin 1303 Ulrich 1302-1331; ux. Ku-nigunt 1331 Chalhoch 1331 Wernhart II. 1302 —1307 ; ux. N. von Staufenberg Sighart 1. Ruger 1.1318 1318- 1343, Ritter; ux. Kunigunt 1343. vidua 1354 -1361, Ritter Jakob 1354- 1376 Hedwig, ux. des Heinrich l'ernauer 1354 Lienhart 1439 Nikola 1391—1425: nx. 1) Kunigunt von Pocksrnck; 2) Margret (1439 ux. Georgs v. Hauzenbergj" Ruger II. 1454—1483; ux. Agnes von Hinterholz 1471, f 1475 Wolfgang 1439, Pfarrer zu Rolir-bach 1460-1473 Oswald 1453-1460; ux. Margret Gel-tingerin 1455 Altmann, 1496 — 1513; ux. 1496 EIs-bet von El-reching Barbara, ux. 1) des ('asparHer-leinspor-gor, 2)1481 des Christoph Geumann Gertraud. 1495-1542, ux. 1) desThomas Greilf 1494, 2) des HannsGreisen-ecker, 3) des Sigmund Künast 4) des HannB Hund 1523 'Margret vidua 1508, 11509, ux. des Jörg Kircliber-ger 1474— 1497 Hedwig, t c. 1507, ux. des Christoph Grabmer 1505 Ottilia, ux. des Wolf Kienberger 1489-1508 Petronella, ux. des Wolf Mat-seber 1508 Sighart II. 1488-150.', t c. 1506; ux. 1) Katharina Schirmer, 2) 1502 Anna Heckinger Sebastian, t 1508 Christoph 1534, t c. 1541; ux. Ursala Greisenecker Anna 1534—1542 Veronika, ux. des Magdalena, ux. des Wolf Rasp 1537 - Erasmus von Redern 1542 1&42 Rosina. ux. I) Wolfs Al-breclitshcimer, 2) Christophs Zeller zu Zell 1542. Nach dem um 1541 erfolgten Ableben Christophs kam der Sitz Perg an dessen Erben „Gerdraut geporne Pergerin weillvndt Hansen Hunds zu Poyatorff verlassen wittib, Magdalena Hannsen Werannds zw Prümbsendorf eeliche Haussfraw, Kosina Hannsen LaBspergers zw Ochsenburg eeliclie Haussfraw benannter Magdalena Schwester OBERÖSTEBBEICHISCHEE ADEL. 241 geborne Vischpekhin. Bernhart Vischpekh zw Sebära, Eosina Christoften Zellers zw Zell vnd Veronika Wolfgangen Basp zw Teursenpach eheliche Hanssfraw, Anna geporne Pergerin" und an Magdalena Pergcrin. die Gemalin des Pflegers zu Weidenholz Erasmus von Bedern, an welch' Letzteren die übrigen, vorgenannten Erben mit Kaufvertrag d. d. Linz 11. 2. l.~>42 ihre Autheile reräusserten. — Damals war Perg zur Hälfte Lehen vom Hochstifte Passau, zur anderen Hälfte freies Eiiren. — (Strnadt-Velden; B.-M.; H.). l'crgliciitier im Hausruckviertel. (Taf. 67). Wappen: Von Both und Schwarz getheilt. oben, aus der Theilnngsliiiie wachsend, ein silberner Schwanen-rumpf. — Kleinod: Zwischen einem, rechts rothen, links schwarzen Hörnerpaar das Schildesbild. Decken: roth-silbern. (Nach dem Epitaph des Jörg Perkhaimer. 7 1450, in der Kirche zu Schöndorf bei Vöcklabruck. in den Tinc-turen ergänzt nach H. und IL-31.). Hoheneck, welcher mit den Pergheimeru im Hausruckviertel, die Gleichnamigen im Miihlviertel und im Machlandc vermengt, leitet dieses Geschlecht von den Pergheimeru in Salzburg ab. die den mit drei Bosen, im Straubinger Zweige mit drei Kleeblättern belegten Schrägbalken führten, ein offenbarer Irrthum, denn jene mit dem Schwan gehüreu zweifellos dem ob der Eiis'schen l'radel an und hatten ihre Heimath zu Ober-Perkham am östlichen Abhänge des Hausruck. Pfarre Ottnang. wegs zwischen Hag und Ampfelwanch. — Es ist übrigens die Zahl der Berkheim genannten Ortschaften nicht nur in Oo 0. d. E.. sondern auch in dem nahen Bayern keine geringe, so, - abgesehen von Bergheiin bei Salzburg—, Pcrgheim im 3Iatticiithale, Bergheim bei 31arktl am In unweit der Alz-3Iiindnng. Bergheim bei Slermosen. und kommen in der Unterscheidung der zuerst urkundlich Auftretenden nicht nur die vorhin genannten Geschlechter, sondern wohl auch noch Andere desselben Namens zu berücksichtigen, wie der um 1100 im Vereine mit Mittichorn und von Bota in einer Vormbacher Tradition erscheinende Adelbero de perchheim zweifellos ein Bayer gewesen ist. Adelhalmus de percheimin bezeugte um 1140 eine Tradition des Adalbero de prambach nach St Nicola neben Friedrich und Odelschalchns von Hartheim, welch' Letztere nicht an der Bott. sondern im Donauthalc bei Eferding gesessen waren und da diese Hartheimer auch später noch und bis zum Ausgange des XIII. Jahrb. vereint mit den hier in Betracht kommenden Pergheimern auftreten, ist es nahe liegend in dein vorgenannten Adelhalmus nnd auch in Adalram de percheimin, welcher um dieselbe Zeit dem Adalbero von Prambach znm Zeugen stand, die ersten Urkundlichen dieses Geschlechtes zu crblicken Diesem gehörte wohl auch Altnianuns de perchem an. der um 1150 eine Tradition des Ingrain von thalahcm wohl Nic-derthalhcim in aller Nähe von Ober-Perkham) nach Vorm-bach bezeugte. Budolfus de Perchaimen stand als passau'-scher 3Iinistcrial am 26. 8. 1151 unter den Zeugen als Bischof Conrad die Pfarrkirche Wallern dem Stifte St. Florian schenkte und bezeugte noch ao 1168 eine andere Urkunde desselben Bischofes an das gleiche Kloster. — Ileinricus de percheim erscheint um 1190 in einer Tradition nach Beichersberg des Wcrnhart von Ort, eines Wesen'sehen Vasallen, falls dieser nicht ein Wesener selbst gewesen ist nnd auch später noch kommt ein Perg-heimer von Ober-Perkham in anderen Urkunden der von Wesen nnd deren nahen Verwandten, der Waldecker vor. Friedrich (I.) und Bicher (Beicher I.) treten in der Aufschreibung über die Gründung des Stiftes Wilhering auf, laut welcher sie zwei Höfe in der Gegend von Zan-sunstorf und Pasching gewaltsam an sich gebracht hatten, worüber Abt Chunrat von Wilhering um 1220 ur-kundete. IV. 5. Beicher II. erscheint c. 12S2 in einem Briefe der von Wesen an Chunrat von Capellen, am 23. 7.1287 in einem Wilheringer Briefe im Vereine mit Walchnn von Perg-heim, führt als Schaunberg'scher Vasall iu einer Urkunde der Agnes von Tegernbach an das Stift Wilhering das erste .Mal den Titel .,Herr \ bezeugte im Jahre 1301 mehrere Briefe seiner Nachbarn von Puchheim und zuletzt am 25. 7. 1306 eine Verkaufsurkunde Bugers von Starhemberg an dessen Bruder Johann, den Hof zu Steinakirchen betreffend. Herr Walchun kommt noch am I.ichtmcsstag 1293 in einem Briefe Chunrats von Capellen au das Stift Wilhering vor. Heinrich (II.) Ton Pcrchaim erkaufte von Maingoz von Waldeck das Gut Anger, worüber ihm dieser am 2S. 10. 1306 einen bischöflichen Brief zu erwirken versprach. Beichers II. Sohn Otto hatte schon am 23. 5. 1297 eine 3Iessstiftung Heinrichs von Volkcnstorf nach St. Florian bezeugt, wo der Propst und Convent am Georgi-tag 1325 gelobten, ,.dass der erber und piderb man her Ott, weiland herrn Beichers Sun von Perchaini" mit dem Gute zu Balfoltstetten einen Jahrtag für Beineu Vater gestiftet habe; nach Otto s Tode aber soll dieses Seclgo-rätli auch für ihn, seine Maus rau, Vorderen und Nachkommen gehalten werden. Herr Otto tritt seit dem 1. 9. 1332 nicht mehr auf, an welchem Tage er bei einer Jahrtagsstiftung Hertweiclis von Hütt nach dem letztgenannten Kloster unter den Zeugen war. — Um diese Zeit oder bald darnach dürfte dor alte Stammsitz des Geschlechtes diesem verloren gegangen sein, schon 1339 gaben die Herrn von Schauuberg dem liudiger Ennenkel „das Gesass Datz Perckhaiinb' zu Lehen, nnd die l'crg-heimer bauten sich einen neuen Sitz, Wfirtiug bei Ottenhausen. über dessen Gründung wohl keine urkundlichen Nachrichten bestehen, dessen erste Besitzer sie aber zweifellos gewesen sind. Friedrich (11.) der Pergheimer, welcher am 1.6.1326 einen Bevers Albers von Porzhoim gegen Kloster Lambach bezeugte, wäre nach lloh. oin Bruder Ottos, und Ulrich ein Sohn des Letzteren gewesen. Am 4. 6. 1430 stiftete Elspet, Ulrichs des Perkhaimer selig Tochter und Wittwe des Hanns Ludmanstorfer einen Jahrtag zu St. Johann am Windberg unter dem Siegel ihres Vetters Wolfgang des Pergheimer. --- Georg der Acltere zn Wiirting, Bitter, Mitglied des Lusignan'sehen Bitterordens von Cypern, des Drachen-, des Adler-Ordens und des Ordens der Massigkeit, nach Holl., dessen genealogische Darstellung des Geschlechtes nur mit aller Vorsicht zu gebrauchen ist, der Sohn eines Volkmar P. und der Dorothea Hohenfelderin, stiftete das FJrbbcgräbm'ss zu Schöndorf bei Vöcklabruck uud die Kapelle daselbst, wo er llöO bestattet wurde. Dio Gemalin hiess, nach seinem Epitaph, Susanna und fiihrto einen 'Widderrumpf im Schild. Jörg der Jüngere, welcher am 1. 12. 1158 vom Herzoge Albrecht das Schloss Wolfsegg iu Pfandbesitz erhielt, am 24. 4. 1463 einen Streit der Geuinann als Spruchmann schlichtete, soll sich noch 1487 unter dem von Gotthard von .Starhemberg befehligten ständischen Aufgebote befunden haben, und wäre nach der Vereinigung desselben mit dem Herzoge Albrccbt von Sachsen Zenge des von Letzterem mit König Matthias am 22. November vorgcdachten Jahres abgeschlossenen Waffenstillstandes gewesen, eine Nachricht die offenbar unrichtig ist, da Kaspar Pergheimer, unzweifelhaft des jüngeren Jörg Sohn, nach dem Tode seines Vaters, bereits vier Jahre früher Wolfsegg inne hatte. Zu Graz am 28. 12. 1481 bewilligte K. Friedrich dem Hildprand Jörger das Schloss Wolfsegg von Kaspar Pergheimer um 200 Pfund an sich zu lösen, eine Transaction, die übrigens nicht, wenigstens damals nicht zu Stande gekommen zu sein Bcheint, denn noch am 7. 6. 1488 im Felde zu Gent ergieng an Gott- 61 242 OBEBÖSTEBBEICHI-CHEB ADEL. hard ron Starhemberg des Kaisers Befehl, darob zn sein, dass Kaspar Perkheimer zn Wolfseck nnd Hanns Ober-haimer zu Falkenstein das fremde Salz nicht ins Land hereinlassen. Kaspars Bruder Wolfgang II. wohnte zu Ebelsberg, wo er ein Haus neben der Kirche, den Perkhof, besass. Seine Gemalin Ehrentraut von Hintzendorf wurde daselbst zu Ebelsberg begraben, der Sohn Erasmus, vermält mit Knnigund von Auersperg, war noch am Montag vor St Margaretha 1513 am Leben. Kaspar, welcher 117-1 im ständischen Aufgebot gegen die räuberischen Einfälle der südböhmischen Edlen stand, das zn Würtiug nachbarliche Amt Heft im Hausruckviertel vom Stifto Seitenstetten erwarb in dessen ruhigen Besitz er jedoch erst in Folge wiederholter kaiserlicher Befehle d. d. 29. 5. 1489 und 24. 12. 1493 gelangte, 1489—1499 Vice-Dom in Oe. o. d. E. war und zu Folge der durch K. Maximilian 1. d. d. Nürnberg 11. 4. 1501 getroffenen Veränderungen in der Begierung der n. ö 'sehen ande in den dem Wolfgang von Polheim beigegebenen weiteren Bath berufen wurde, starb am Donnerstag in der ersten Fasteuwocho 1520 und wnrde zu Schöndorf bestattet. Seine Gemalin Bosina vou Auersperg, die sich hernach noch mit Lasla Turner ehelich verbunden hatte, folgte ihm bald, Montag nach Maria Geburt 1525, und fand ihre Buhessätte zu Ottenhausen bei Wiirting. — Sie hatte ihrem ersten Eheherrn sechs Söhne geboren, von denen drei jung starben und Kaspar unter Hanns Kaziancr bei Essegg in türkische Gefangenschaft gerieth, aus der er nicht mehr zurückkehrte. - Georg III. und Wolfgang III. erwarben, nachdem Ersterer schon 1514 die Veste Steinbach im Mühlviertel von Magdalena, Kaspars vou Schallenberg Tochter, für kurze Zeit an sich gebracht hatte, im Jahre 1547 Weidenholz, wozu ihnen die Grafen von Schaunberg alle landgerichtliche Obrigkeit Uber Weidenholz und über das Eigen Weizenkirchen, — mit Ansnahme der Fälle die den Tod berühren, — verkauften. Beide, eifrige Lutheraner, — Georg war 1548 einer der Mitunterzeichner der Bitte der österreichischen Stände um freie Religionsübung an den Reichstag zu Augsburg], — gründeten sie die protestantische, adelige Landschaftsschule zu Ens, und dotirteu dieselbe mit ihren Herrschaften Wiirting und Weidenholz. eine Schenknug. die jedoch nicht zu -tande kam. Heide Brüder hätten nach Höh 1553 einen Freiherrnbrief erhalten, sie erscheinen jedoch nicht im Herrenstande Oe.'s. o. d. E. und miisson, schon im Hinblicke auf ihr politisches Verhalten, berechtigte Zweifel in eine solche kaiserliche Gnadenbezeugung gesetzt werden. Wolfgang, erst in kinderloser Elio mit Anna Herrin von Losenstein vermält. nahm 1550 Emerentiana Herrin von Polheim zur Gemalin, die ihn mit einem Sohno, Adam if als Kind) und mit einer Tochter Christina beschenkte, welch' Letztere Weidonholz ihrem Geniale Georg Achaz von I.osenstein zubrachte. Woll'gang starb am 23. 7. 1556. sein Bruder Georg, welcher, vermält mit Susanna Bottallingcrin, keine Kinder hatte, am 16. 11. 1559. — Dieser ist als Letzter soines uralten Geschlechts in der Pfarrkirche zu Offenhausen bestattet worden. — Wiirting kam ans seiner Verlassenschaft durch Kauf an dio Weiss. (U. B ; XII. Bd. der Berichte des Wiener-Alterthum-Vereines; Strnadt-Peuerbach u. Velden; IL, Pritz, Geschichte des Landes o. d. E.; Pillwein, Hausruckkreis; Edelbacher, Landeskunde v. Oberösterreich; B.-M.). Crrgkelmer Im Mülilviertel (Taf. 67). W appen: Drei (2, 1) im Drcipass durch Stiele verbundene, oberhalbe Lilien, die beiden Oberen schräg in Schildesecken gestellt, die untere gestürzt. i Stiftsarchiv zu Wilhering). Vorbeschriebenen Schild habe ich dem Originalsiegel Seyfrieds von Perchaiin entnommen, welches derselbe am 14. 9. 1316 an den Brief hängte, als er mit Willen seiner Hausfrau Elsbet, seiner Erben nnd den Kindern seines Bruders, dem Kloster Wilhering die Eigenschaft schenkte, die er an „Ulrich dem Zimmermann von Paerchaim" und dessen Hausfrau hatte. — Seyfrieds Bruder dürfte Heinrich geheissen haben. Zu Wilhering am 22. 5. 1324 bestätigte „Ott, Heinrichs Sohn von Perchaim", dass er und sein Vetter (will sagen Ohciin) „Seyfried von Perchaim dem gut genad1' mehrere Eigenleute dem Stifto Wilhering geschenkt haben. Diese hier sassen zn Borgheim in der Pfarre Feldkirchen, wie ich nicht zn irren glaube. (A.-B.; Stiftsarchiv zu Wilhering) PerKlieliiici' liu .tlarhiand (Taf. 67). Wappen: (ietheilt uud oben dreimal gespalten. (Nach den Originalsiegelu .Maricharts von Perkchaim au den unten erwähnten Briefen vom 26. 2. 1355 und 20. 2. 1356: Biedeckcr Archiv zu Eferding). Es ist nicht möglich einen urkundlichen Nachweis darüber zn erbringen, dass dieses Geschlecht, etwa in der Nachfolge zu dein Vorigen, auf Berglieini im Mühlviertel sass, auch kann hier keinesfalls Ober-Pcrkkaiu im Hausruck-Viertel in Betracht kommen und möchte ich es für um so wahrscheinlicher halten, dass diese l'ergheimer von Perchhaim bei Leouding stammten, als sie in dieser letzteren l'farre thutsächliuli begütert erscheinen Brieflich treten die Nachstellenden vorzüglich iinriui Machlande auf. auch Otto, der hier zuerst verzeichnet wird, bezüglich dessen jedoch nicht mit aller Sicherheit dafür eingestanden werden kann, ob er auch thatsächlich hierher und nicht vielleicht zu den liliculY.hrcnden l'org-heimern noch gehörte. Am 1 9. 1333 stifteten Heinrich der < >cder von Kriechbaum. Otto der Perchaimer, Marquart der Kersberger, Heinrich der Schweinpuck nnd Wetzel von Arbing nach Kloster Waldhausen das lehenbare < int Wagrain in der Pfarre Naarn. - Herr Otto v. P. bezeugte noch am 25. 3 1339 einen Verkaufsbrief Jamiseus uud Ulrichs von Beichenstein an Ulrich von Cup.'Ben nnd besiegelte am 25. 2 1341 den Ucbcrgabsbricf Carl des Bech von Lul'tenberg an des letzteren Töchter eine Gülte auf Gütern zu Wintpassing betreffend. Am 17. 12. 1353 veräusserte Marchart v. P. im Vereine mit seiner Hausfrau Diemut nnter dem Siegel seiner Brüder Beicher und Ulrich nnd unter der Zeugenschaft seiner beiden anderen Brüder Andro und llaintzel das Gut Stalbach, Pfarre Kronstorf, au Otto den Wieschen-dorfer, verschrieb am 2G. 2. 1355 seiner zweiten Ehe-wirthin Agnes, „Herrn Jakobs tocliter von Schönnaw, deren Morgengabe und Hoiratsgut auf den von G: .dacker von Starhemberg, seinem gnädigen Herrn, lohenbaren Hof ..an dem Aygen", Pfarre Gallncnkirchcn, und siegelte am 20. 2. 1356 den Brief Michael des Manrer, womit dieser dein Gotteshanse (•allnoukirchen das in der dortigen Pfarre gelegene TussOdgut versetzte. .Andro Perakhaimer, purgkgraff ze Stoyrockh," zweifellos Mr.rcharts vorgenannten Bruder, hängte sein ln-siegel am 22. 7. 1367 an den Verkaufsbrief Eberhards von Capellen für Klostor Pulgaru über liiitor in der Bieder und Steyregger Pfarre uud erhielt d. d. Wien 3. 5. 1375 als Bürge in einer Schuldiirknndo des vorgenannten (Ja-poller an einen Wiener Juden, vou Erstercm einen Schadlosbrief. — Er ist wohl noch der nämliche Andre Pcrk-haimer, der am 8. 7. 1390 im Vereino mit seinem Brnder Hanns, seinem Schwager Marchart dem Ponhalm nnd dessen Hausfrau Hedwig zwei von Eberhard von Capellen zu Lehen kommende Tagwerk Wiesmahd rzu Miinichen (Kleinmünchen, enlialb dor Traun", in der Pfarre Leon- OBERÖSTEEBEICHISt "HEB ADEL. 243 ding vorsetzte. — Am 1. 6. 1450 sandten Hanns (II.) nnd Wolf die Pergheimer Kaiser Friedrich III. drei rittermässige, an Hans Sparsgnt zn Ens verkaufte Lehen in der letztgedachten Pfarre auf. Dieser Wolf P. kann nach den obgeschilderten Verhältnissen nicht identisch mit jenem Wolfgang P. (mit dem Schwank sein, der 20 Jahre vorher den Brief der Elsbet von Ludmanstort gesiegelt hatte. (U.-B.; Riedecker Archiv zu Eferding; Strnadt-l'euer-bach; Pritz Geschichte des .Landes o. d. E.i. S'erlaM (Taf. 67). Wappen: Dreimal gespalten, einmal getheilt, mit gekr., dnreh eine gestürzte, goldene Spitze von Schwarz und Blau gespaltenen Herzschilde, darin drei (1, 2i silberne Ballen. 1 und 8 in Both auf grünem Dreibergo ein silberner /iinncnthiirm. 2 und 7 in Gold ein halber, schwarzer Adler am Spalt, die Brust mit goldenem C. VI. belegt 3 und 6 in Gold vier rothe Plahle -I nnd 5 in Blau ein güldenes, als vierlache Schleife geknüpftes Band. Vier gekr. Helme: 1. Drei Stranssoniodeui, schwarz, golden, blau. Decken: schwarz-golden. 2. Schwarzer, mit dem goldnen C. VI. auf dor Brust belegter Doppeladler. Decken: schwarz-golden. 3. Der Thurm auf dem Dreibergo. Decken: blau-silbern. 4. Drei Straussenfedern. blau, silbern, roth. Decken: roth-Bilbern. (Legal. Abschrift des Beichsgrafenstauds-Diploines im Landesarchiv. Im k. k. A. A. erscheint das Wappen etwas verändert, der lierzschild durch dio gestürzte goldene Spitze von Both und Blan gespalten, der Zinnenthurm auf braunem Berge, und die halben Adler im Schild sind nicht mit dor Initiale C. VI. belegt). Don Raymuudns de Vilana Porlas. Marchcse deEialp, aus spanischem Geschlechte. folgte in den Diensten König i arls. nachmals Kaiser ( arl VI, diesem nach Deutschland und in die Krblaude uud stand in hohom Ansehen bei dem Monarchen, von welchem er per donationem 1720 dio Herrschaft Mödling bei Wien. d. d. fi. IL 1724 die vormals Zriny'schen und Frangepan'schcn Herrschaltcn Oznil, Brod, Slapno uud Schloss Grobnik in Kroatien, lerner d. d. Wien 5. 3. 172"» don Reichs- und crbländi-Bchen Grafenstand, dann auch die geheimo Rathswürde erlangte. - Er ist am 21 2. 1726 den neuen Herrcu-stands-Geschlechtern iu N.-Oe. einverleibt wordon. wo er 1735 das Gut Paastorf mit den incorporirten Gütern Hattendorf nnd Schrick an sich brachte, und erhielt auf sein bezügliches Gcsncli vom 3. 8. 1732 bereits nnter dem 19. desselben Monates seine Aufnahm» in den o. d E.'schen Herrenstand. Graf Perlas, wie er sich nannte. - oder Marquis de Pcrlas, wie ihn die Stände hierlands titu-lirten. — hatte vou seiner, mir nach ihrem Namen nicht bekannten Gemalin drei Söhne: Franz de Paula, Carl (f 10. 1. 1795, 88 Jahre alt) Domherr zn Breslan, und Anton. Ritter des souverainen Malteser Ordens. Graf Franz do Paula (f 12. 2. 1773, 69 Jahre alt), k. k. Kämmerer und geh. Rath, Präsident der Lander-Administration im Banat zu Temcsvär. wnrde d. d. 16. 1. 1762 mit dem neu creirten Erbland-Küchenmeisteramte in Görz und Gradisca belehnt und erhielt nach dem Erlöschen des Bottharschcn Mannesstammcs mit Allerhöchster Besolution vom 14. 5. 1763 das Erbland-Silberkäinmcrer-amt in Steiermark. Zu der Fideicominissherrschaft Paastorf erkau to er den Markt Gaunersdorf, veräusserte dagegen die Güter in Kroatien. Aus seiner Ehe mit Maria Anna Josefa Gräfin von Sinzendorf verm. 2. 7. 1729, f 18. 3. 1789) erblühten vier Söhne von denen der Aelteste, Baimund (geb. im Dezember 1732) an der Hand bedeutender Begabung und des Wohlwollens der Kaiserin eine grosso Laufbahn vor sich gehabt hatte, aber als k. k. Kämmerer nnd geh. Bath, auch Hofrath erst 32 Jahre alt, zn Wien am 21. 8. 17^4 starb, Maria Anna, geb. Gräfin von Seilern als kinderlose Wittwe hinterlassend. Von des Letzteren Brüdern starb Franz Anton, ledigen Standes. Karl vermälte sich 1783 mit einer Freiin von Wucherer und Joh. Nepomuk. k. k. Kämmerer und Oberstlieutnant, mit Maria Anna Gräfin von Gaisruck, doch scheinen beide Ehen kinderlos geblieben zu sein. — Die Familie ist erloschen (K. k. A.-A.; Landosarch.; H.-M.: IL; W.) Peruaner. (Taf. 68). Wappen: I. Aufgerichteter Bär. mit einem Schwerte durchstossen. (Nach dem Originalsiegel Bugers von Pernau an seinem nachbenannten Briefe vom 2. 2. 1333; Stiftsarchiv zu St Florian Denselben Schild führte Chalhoch v. P. an seinem Vorkaufsbriefe d d. 24.8. 1336; Bieilecker Archiv: Weickart II v. P. hat den schwcrt-dnrehstossenen Bären links gewendet iu seinem Siegel am 4. 4. 1353; Stadtarchiv zu Freistadt). — IL Eine gespaltene Spitze. (Nach dem schadhaften Originalsiegel des Otto v. Chorenspach au der erstgenannten Urkunde d. d. 2. 2 11331. Bei der um das Jahr 1170 erfolgten Schenkung des Gutes ilirtina bei i'irtonara in der Biedmark vou Seite des Ditmarns de Agist an das Kloster Aldersbach, standen als Vasallen des Wernborns de Griesbach unter den Zeugen: Gotefridus et fratres eins Grimo et fridoricus et eberhardus tilius Orimonis de Bernöwe. — Die drei Brüder Gottfried, Grimo und F'riedrich von Pernau. und der Sohn dos Grimo, Eberhard, sassen zu Pernau südlich von F'rcistadt iu Griesbacli-Wachsonbcrg'sclieui Gebiete, standen aber auch im Dienstverhältnisse zu den stuirischcu Herzogen, in welchem Eberhard eine Tradition des Herzogs Otakar nach Garsten um 1180 bezeugte. — In ihrer dritten Generation erscheint Einer, unbekannten Taufna-meus, der eine Gült auf dem Hofe Prantstetten dem Kloster St. Florian angewiesen hatte, welches jährliche Einkommen dieses Pernauer's Sohn, Heiurich, dem tifte in anderer Weise Bieber stellte, worüber durch Otto von Zelking, Hauptmann zu FrciBtadt. die bezügliche Urkunde am 9. 6. 1289 ausgefertigt wurde. Unter den Zeugen finden sich hier die Brüder Weichart und F'riedrich von Pernaw. ihrer Jugend entsprechend ziemlich weit zurück in der Zeugenreibe. Sie könnten vielleicht die Söhne dieses Heinrich gewesen sein, hatten noch einen anderen Bruder Chalhoch und zur selben Zeit mit ihnen. doch jedenfalls von einem anderen Vater, blühten droi weitere Briider, Buger, Ulrich 1 und Otto von Chorenspach. F'riedrich erscheint noch zu Freistadt am St. Geor-geutag 1386, wo er gemeinsam mit seiner Hausfrau Peters und mit Chalhoch von Bernöwe einen Zelient zu 1 'hunigschlag an Ortwein von Waldburg veräusserte. — i 'haihoch (1294 -1336), schon vom Jahre 1294 an den Titel „Herr" führend, war auch in der Pfarre Wambach bei St. F'lorian begütert und zweimal vermält. Er gab am 24. 6. 1315 mit Willen seiner zweiten Hausfrau Antonia und seiner Erben zum Seelgerätho für seine erste Ehcwirthin Jevt „dem erwern gotzhaus sand florian" ein Gut zu .wenpach bei dor pruck* und hatte zu Loben -stein am 24. 2. 1305 den Verkanfsbrief Albers von Lobenstein an dessen Bruiler Peter, die Besitzungen zu Arnstorf betreffend. im Vereine mit seinem Bruder Weichart bezeugt. Weicliart IL, wohl ein Sohn des Letzteren oder eines dessen beiden Brüder, vom Jahre 1323 an „Herr," erscheint in mehreren das Kloster Baumgarteiiberg betreffenden Erkunden. siegelte zn Ens am 25. 1. 1350 die Giitertheilung dor Brüder Beinprecht und F'riedrich von Wallse. als deren Bitter nnd Diener, am 24. Mai desselben Jahres den Satzbrief des Merchel zu der Tann an Kloster Baumgartenberg als Landrichter in der Biedmark und zu F'reistadt am 4. 4. 1358 den Verkanfsbrief Heinrich des Hirtel an den Freistädter l«ür-ger Wülfing. — Vielleicht ist jener zweite Herr Ulrich von Pernaw, der ebenfalls als Landrichter in dor Biedmark, am 1. 9. 1850 an die Verkaufsurkuude Dietrieh 254 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. des Steinpeck an den Pfarrer Heinrich zn Gnttau sein Siegel hängte, Weicliart's II. Bruder gewesen. Ruger von Pernowe (1301 — 1833 , bereits oben genannt, 1322 .Herr," hatte als „Enger der Pornauer, der da Sützt zu Podendorff1' (in der Riedmark) zu Steyregg am 27. 9. 1314 einen Lehensbrief des Hans von Capellen an die Tochter Dietrichs des Perner, Brunhilde, bezeugt. Am 1. 9. 1328 stiftete er unter dem Siegel seines Bruders Herrn Otto von Chornspach mit i/, i'fund Pf. und 4 Pfund Wachs von der Mühle in der Plenitz, bei dem Hofe zu Linden in der Riedmark, ein Seelgeräth zu Baumgartenberg fiir seine verstorbene Hausfrau Elspet, für sich und seine Vorvorderen Am l.ichtmesstage 1333 bezeugt Buger, dass ihm der I'ropst und Convent von St. Florian den Hof zu Potendorf gegen dio Hube zu Wagrain, (Pfarre Mitterkirchen im Machland, überlassen habe; auch hier siegelte der Bruder Otto von Chornspach. — Bugers Sohn Otto kommt in den Jahren 1347 und 1351 vor. Ulrich, welchem am 10. 8. 1305 sein Bruder Otto von .Chorlersbaclr die Genehmigung für alle Verträge ertheilte, welche er wegen des Gutes Wagrain mit dem Kloster St. Florian aufrichten wolle, war Chorherr dieses Stiftes ao. 1312. — Otto von Chornspach, der zweifellos zu Koruberg bei Amstetten sass, muss trotz seines abweichenden Wappens als wirklicher Brnder der beiden Vorigen betrachtet werden, wofür nicht nnr die Thatsaclie, dass er diese ausdrücklich und stets als Brüder, des Ruger Sohn als Vetter bezeichnet, sondern anch der Umstand spricht, dass die Benennung Bruder anstatt .Schwager, wie dies anderwärts galt, in Oe. o. d. E nicht gebräuchlich gewesen ist. — Er urkundete zwischen 1305 und 1347, stiftete am 10. Februar letzteren Jahres mit dem Hofe zu Weisching, einer Hofstatt daselbst, einer Hofstatt „anf dem Hart datz dem Weitschachen" nnd einem Lehen zn „Zaglaw" unter den Siegel seines Vetters (Neffen) Ott des Pcrnawer und seiner Oheime der Flachenekker einen Jahrtag zu Baumgartenberg und eben daselbst am Georgitag des gleichen Jahres eino ewige Messe mit einem Lehen zu Hutzing (t'farre Ardagger bei Amstetten) uud einem zu Vetzing (Pfarro Viehdorf bei Amstetten) „mit Otton innsiegel meins brueder sun des Pernawer." Heinrich IL, ein Zeitgenosse dieser Vorgeschilderten, welcher die Jahrtagsstiftung nach \\ ilhering Niclas' des Rehe, Bürgers zn Ottensheim am Lichtluesstage 1348 als „Herr Heinreich der l'emawer zc rten Zeiten Purkgraue zu Waessenberuh" (Waehsenhergi besiegelte, war im Jahre 1354 mit Hedwig, Tochter des Sighart Perger am Perg verehelicht Heinrich III. von Pernau war vorzüglich um Amstetten, wahrscheinlich aus der Flrbschaft nach Otto von Chorenspach begütert nnd erscheint mit Bcsitzthnin in der Kiedmarck nur in einer einzigen Urkunde. Am 1. 11. 1309 versprach Heinrich der l'emawer dem Propste von St. F'luriati fiir sein Holz bei dem „Strälerschachen,* Pfarre Oallneukirchen. jährlich 8 Pfennige zu dienen; sein Schwager Gottfried der Sintzenperger siegelte den Brief. Am 2 2. 1871 versetzte Berenger der Viehdorfer unter dein Siegel Heinrichs des Pernawer, Bichters zu Amstetten, an Bndolf Wallse von Ens einen Hof zu Viehdorf. Bald darauf starb Heinrich und schon am 9. des nächsten Monats veräusserten Andreas der Sintzendorfer und „Hanns und Leutold die peed brüder Hainreich des Pernower kinder seeligen mit sampt ihren gesellwistreten" an Ulrich den Zehentner das Gut zu Nieder Vischleins-berg, Pfarre Hall. Weiter ist mir keine Kunde goworden über diesen zu letztgedachter Zeit, wie es scheint im Niedergänge befindlich gewesenen Stamm. Ein zweiter Stamm, von welchem sich keine Siegel erhalten haben, blühte im Traunviertel und tritt zuerst mit Timo de pernowe auf, der zu Salchcnau am 4. 1. 1189 in dem Verzichte Herzogs Luipold gegen Kloster Kremsmünster, Ansprüche auf einige Besitzungen zu Vicchtwang aus der Bebgau'schen Erbschaft betreifend, unter deu Zeugen stellt. — Es ist kein urkundlicher Beweis dafür zu erbringen. dass beide Stämme der Pcrnauer eines gemeinsamen Herkommens gewesen seien, aber doch kann nicht übersehen werden, dass die Eingangs genannte Schenkung des Ditinar von AgiBt nach Aldersbach um 1170 von einem Gotcfrid von Pernau bezeugt war, dass sich der Namo Gottfried wiederholt hei den Pcrnaucrn im Traunviertel vererbte, dass Eberhard von Pernau in der Wachseuberger Grafschaft, wie oben erwähnt, gleichzeitig steirischer Vasall war, dass aber auch die Peruaner au der Traun in der Gegend des Spitals am Pyhrn, in dessen Briefen sio wiederholt erscheinen, also in stcierischcm Gebiete begütert waren Es wäre somit immerhin möglich, dass Thiino, ein Sohn dieses Gottfried, an dio Traun hinübergezogen war, wo er sich ein ueues Haus erbaute und es ebenfalls Pernau benannte. Liutoldus (1200— 1241), nach der Aufschreibuug über die Gründung des Klosters Wilhering, ein Sohn des Thimo. bezeugte um 1201) als „Herr" einen Schenkbrief des Heinrich Karline an das Spital am Pylirn, zu Wien am 26. 9. 1232 als Ministeriale Alberos von Bülheim den Bestätigungsbrief Horzogs Friedrich Uber die Vogtfreiheit des Klosters Lambach und Hess sich im Jahre 124! vom Spitalu am l-'yhrn bekennen, dass er und seine Hausfrau dorthin eine i friinde von 50 Talenten, jährlich 6 Metzen Getreide, 6 Metzen Hafer und ein Gut iu Ellingen gegeben haben. — Liutold starb bald darnach und im Jahre ,2 >3 versprach der Abt Heinrich von Wilhering die Stiftung Leutolds von t'ernaw, seligen Angedenkens, getreu zu erfüllen, wofür dieser bei seinen Lebzeiten mit Einwilligung seiner Hausfrau Juto und seines Sohnes Leutold den Hof zu l'eruau gegeben habe. Letzterer tritt als „Dominus Lcutoldus de pernowo" in dem um 1250 an das Spital am Pyhrn ausgestellten Satzbriefe Heinrichs des Chreucher von Garsten auf. Sein Zeitgenosse, wahrscheinlich Bruder, Teimo (Thimo IL) erscheint zn Wels im September 1249 als Polheim'schcr Vasall in einem Lehensbriefe des Stiftes Krcmsmünster an Wülfing von Urub und war der Vater oder doch Vatersbruder zu den nachfolgenden Gebrüdern Gottfried und Ulrich Gottfried (1279 1287), gleich bei seinem ersten Auftreten „Dominus- und einer der angesehensten Pol-hcim'scheu Ministerialen, steht im Vereine mit Ulrich im Jahre 1283 als Zeuge bei der Stiftung der Geschwister von Polheim nach der Grabstätte deren Vaters in Wilhering. Seine Tochter ist mit Sibrant von Geltingen vermält gewesen; zn Wels im Apri1 1293 verlieh Ulrich von Truchsen deu Kindern Sibrants von Geltingen. „die er bei der letzten Hausfrau hat, dio Herrn Gottfrieds Tochter ist von Pernowe" ein Lehen im Attergau. — Aber anch Teim III., welcher am 5. 9. 1287 den Vergleich zwischen den Polheimcrn und dem Kloster Kremsmünster, bezüglich der Fischerei am Almsee, bezeugte, und in diesem Briefe, seinen jungen Jahren entsprechend von Dominus Gotfridus de Pernawe dnreh eine lieilio von höher stehenden Zeugen getrennt ist, wird ein Kind dieses Letzteren gewesen sein, zum Mindesten ist es nicht nachweisbar, dass Ulrich, der überhaupt nnr oinmal urkundlich erscheint, Nachkommenschaft hatte. Teim III. tritt noch am 4. 4. 1331 und zwar in dem Reverse Dietmars von Lerbuchel an Fiberhart von Wallso wegen des Schlosses Tollet als Zeuge auf. — Die Brüder, Gottfried der Jüngere, dem Gebrauche gemäss anf den Namen des Grossvators getauft, und Ulrich II., dürf- OBERÖSTERKEKHISCHER ADEL. 245 ten Beine .Söhne gewesen sein. — Ao. 1360 gaben Gottfried und seine Hausfrau dem Abte Ulrich von Lambach einen Revers über die ihnen als Leibgeding verliehene Fiscbweide in der Traun bei Pernau, die nach ihrem Ableben^ an Gottfrieds Bruder Ulrich fallen soll und am 13. 11. 1367 ist Gottfried Spruchmann gewesen iu dem Gerichtsbriefe des Landrichters ob der Ens Ludwig von Stein au das Stift Lambach, den Streit um die Chemna-tau betreifend. -Der erber Jorg der Permauer." wohl der Sohn eines der beideu Vorigen, siegelte am 17. 3. 1375 einen Ver-kaufsbrief der Margret, Gerlacli des Pachleiter Wittwe, an den Abt Ulrich von Lambach. Mit Jorg scliliessen die urkundlichen Nachrichten auch über diesen zweiten Stamm der Pernauer ab. — Im Jahre 14Ü6 hat Joachim von Pernau sein Schloss Pernau a d. Traun an Wolfgang den Anhänger verkauft — Seither ist der Name verklungen (U.-B ; Stiftsarchiv zu St. Florian; ßiedecker Archiv zu Eferding; Stadtarchiv zn Freistadt: Struadt- Velden: H). Pernauer von Hernej. (Taf. 68). Wappen: I. (1574) Gespalten; vorn in Hold ein aufgerichteter, schwarzer Bär, hinten von Roth und Silber gespalten. - (iekr. Hehn: Zwischen offenem, reehts von Gold und Schwarz, links von Roth und Silber getheiltem Fluge der Bär wachsend. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. ',K. k. A -A.). — II. Freiherrliches 1674) Geviert. mit dein vorigen Wappen im llerzschild. I und 4 in Roth hinter einem blauen mit drei goldenen Bingen belegten Scliriigbalken ein silberner Löwe, einen Felsen, auf dem eine natürliche Lerche steht, in den Pranken haltend, i! und 3 in Blau eine von zwei Kronen beseitete und mit einer Krone belegte, eingebogene, schwarze Spitze. — Drei gekr. Helme: 1. Zwischen geschlossenem, rothen von dem blauen, ringbelegten Schrägbalkeu durchzogenen Fluge der Löwe mit dem Felsen darauf dio Lerche, wachsend Decken: blau-silbern. 2. Staminklei-nod Decken : schwarz-golden , rutli silbern. 3. Wie das 2. Feld bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-golden. lH. und II-M... Michael Peruauer. - nach dem späteren Freiheren-stands-Diplome, Feldkriegszalilmeister uuter Kaiser Rudolf IL im Jahre 1592, — war d. d. Wien 8. 2. 1574 in den Adelstand erhoben uud ihm da3, schon früher geführte Wappen durch einen gekrönten Tnrnierhelm gebessert worden — Schliesst diese Adelsverleihung, dann der Wortlaut des Freiherrnstands-Diplomes vom Jahre 1674, nach welchem die Pernauer erst in Tyrol, dann in Ue. o. uud u. d. E. begütert gewesen sind, schon au und für sicli die .Möglichkeit aus. dass dieselben aus dem Stamme der in dem vorigen Artikel geschilderten, uradeligen Pernauer gewesen sind, so hinderte dies doch nicht, dass sie. wie z. B. durch Wissgrill und in der o. d. E.'schen Matrikel so geschildert wurden, als wenn sio des eben gedachten alten Herkommens iu der Tliat gewesen wären, ein offenkundiger Irrthum, zu dem allerdings der Umstand verleitend beigetragen haben mag, dass dieses jüngere Geschlecht durch diu Aufnahme des Bären in das Wappen pour l'honneur de la famille eine Anlehnung an die alten Puruauer gesucht hatte. — Kein seltener Fall zn den damaligen Zeiten. Der kaiserl. Kriegszahlmeister Michael P., nach Wissgrill ein Sohn des Hanns P. zu Perney in Tyrol, hatte einen gleichnamigen Sohn, Michael IL, welcher wie lioh. berichtet, zu Aich im Machlande gesessen gewesen wäre, eine Nachricht die glaublich ist. da damit die Aufnahme seines Sohnes Georg Ferdinand in den Bitterstand Oe.'s o. d. E., welche am 28. 6. 1652 erfolgte, begründet cr-IV. 5. scheint, wenngleich Letzterer den Sitz nicht überkam Dieser ist nach des Vaters 1654 erfolgten Tode an die Grafen von Salburg veräussert worden. Georg Ferdinand erbte von seiner Mutter Auna Salome Herrin von Clain das Gut .Veste Thal" in N. Oe. kaufte dortsei bst im Vereine mit seiner Ehefrau Katharina Baumgartner von Holenstein 1660 das Gut Tröstelberg. nachdem er im Jahre vorher, am 16 September, den n.ö'sehen Kitterstandsgoscbleelitern einverleibt worden war und wurde durch K. Leopold I. d. d. Wien 27. 7. 1674 in den Freiherrenstand erhoben. Von seinen Söhnen Johann Ferdinand Adam und Johann Philipp Ferdinand, welcher Veste Thal ererbte, setzte Letzterer mit seiner Gemahn Maria Belena, geb. lreiiu Böheim von Schwarzbacb, seinen Stamm in Oesterreich durch den Sohn Otto Friedrich Ferdinand fort, der im Vereine mit seinem älteren Bruder Franz Jukob Ferdinand am 2s. 4. 1727 im u. d. E. schon Heerrenstunde immatriculirt wurde. — Ersterer liess sich im Jahre 1714 zu Constauz mit Maria Elisabeth Braxelin (?) trauen und erzeugte mit dieser die Söhne, Johaun Franz Xaver, Gustav Ludwig Ferdinand uud Huppert Ludwig Ferdinand über deren etwaige Descendenz mir nichts bekannt wurde. (K. k. A.-A.; W.; IL; R- und H.-M.). l"erii, 1300; stifteten im Jahre 1305 für dun Vater ein Seelgeräth zu Kloster Bein, Ersterer allein am 10. 10. 1319, als .Schenk in Stcier,- ein Seelgeräth im Stifte Seckau für sich und seine Vorvorderen. Von oinoin der boidon Brüdcs dürfte Hanns v. F. als Sohn entsprossen sein, der im Vereine mit seiner Hausfrau Susauna ao 1329 dem Stifte Bein zwei mau scu zu Diirronfürnitz bei Vasoldsberg vurkauftu. Hann-sens Söhne Georg. Otto und Erasmus veräusserten an Friedrich vou Stubcnhcrg am 10. 11. 1302*) Eigeugüter in dur Praitenau. im Vulembach. Michelbach, zu Passail uud zu Leupoldsdorf. lianuseus vierter Sohn Jans war damals schon todt. Derselbe hattu d. d. Perueok 25. 7. 1344 in Oemeiuscha;t mit seiner Hausfruu das Gut zu Wyelsch nach dem Landsrecht in Steier seinem Bruder Erasmus versetzt, dessen Wittwe Gertrand, Jierru OllVin thoech-ter von Gerberei), Hausen wiertiu vou \\ iudeii" in den Jahren 1353—1375 wiederholt wegen ihrer Morgengabe und Heimsteuer urkuudete diu ihr erster Wirtli Erusm von PerneCit seliger ihr versichert hat auf dem halben Haus zu Pur-uock, „duz von meinem guudigeu lierrn graffon Hansen von Phaunberch zue leben ist * Ihren Brief vom 2. 0. 1375 siegelten .Budleiu nnd Mertlcin prüder vou 1 er-nokk," die vielleicht ihre Sohne 1. Ehe gewesen sind. Dieser Letzteren Zeitgenosse Friedrich vou Perneck war 139 i Domdechaut zu Salzburg und wnrde 1598 Bischof zn Seckau. Am 11. 11. 1380 genehmigte der Abt David von St. Lambrecht, dass Hanns von Luibnitz seinen Oheimen, den ebuu genannten Budolf und .Martiu v. P die von seinem Stiftu zu Lehen kommende Vesto Leourutb (im Grazer Kreise) abtrete. Dieselbe scheint in der Folge in den Alleinbesitz Martins übergegangen zu sein, denn zu Graz am Freitag nach Pauli Bekehrung 1414 verlieh der Abt Rudolt vou St. Lamprecht diu Burg au die Brüder Wilhelm I. und Erasmus II. v. F.. sowie sie ihr verstorbener Vetter (will sagen Oheim) Martin v. P. besessen habe. Wilhelm und Erasmus sind demnach Söhne des Budolf guwesen, der im Jahre 1392 zn Bleyburg (Bleiborg in Obersteier?j sass. Sio hatten auch einun Bruder Jörg, denn d. d. Neustadt 12. 2. 1431 verlieh Herzog Friedrich dem Ortolf von Perneck als Aeltestcm seines llanses und seinen Vettern **) Wilhelm und Jörg die väterlichen Erblehcn. Erasmus II. zu Plaukenstein (im Cillier Kreisel war zu dieser Zeit schon verstorben und iiu Angust 1435 befahl Herzog Friedrich dem Wilhelm von Metz den Kaufschilling für dio Veste Plankeu-stein der Wittwo des Erasmus zu bezahlen. Des Letzteren Tochter Anna war mit Hanns von Stubonberg vermält. Der Descendenz Ortolfs, welcher bereits vom Jahre 1423 au urkundlich erscheint, dürften angehört haben Jacob v. P. (1501) und Ulrich, der 1510 in den dnreh *) Muchar dürfte Jahreszahl verschrieben haben, denn Erasmus v. P. war schon vor 1353 gestorben. **) Nach Muchar und dem bezüglichen Lchnensro-verse heisst es jedoch Brüdern. 0BERÖSTERREICH1SCHER ADEL. 247 Kaiser Maximilian ins Leben gerufenen Kriegsrath fiir die n.-ö.'schen Lande bestellt wurde. Wilhelm I. (1403—1486) zu Leonroth, dann zu Wahlstein (im Urazer Kreise), das er am 25.5.1436 von Friedrich und Ulrich, Vater und Sohn. Grafen von Cilli er-kaufte, stand im hohen Ansehen bei dem Herzoge-Regenten Friedrich von Steiermark, erscheint 1424 als Hauptmann in Steiermark, 1485 als Hofmeister des Herzogs, welcher ihn zu Graz am 17. 7. 1486 mit dem Erbkäm-mereramte in Krain belehnte und welchen er im nämlichen Jahre in das heilige Land begleitete. Auf Wilhelm II., wahrscheinlich des Vorigen Sohn, übertrug sich die Gunst die der Vater geuossen hatte. Er ward K. Friedrichs Rath, 1473 Oberster Hofmeister und vermälte sich mit Barbara. Ulrichs vou Sterhcinberg und der Dorothea vou Hohenberg Tochter, deren Heiraths-gut auf seineu laudesfürstlicueu Lehen in Steiermark sicherzustellen, ihm Kaiser Friedrich III. d d Graz 4. 10. 1468 gestattete. Aus dieser Ehe, durch welche die Starhem-berg'sche Herrschaft Dachsberg in Oe. o. d E an die Perneck gedieh, entsprangen die Söhne Bartholomäus (1488 1507) Matthias und Stephan Der Entere erhielt vom Kaiser am 20. 2. 1488 pflegweise Schloss Urbar und Herrschaft Eppensteiu in Obersteierinark, 14112 Schloss und Urbar Megan (Marburger Kreisi und am Donnerstag vor St Leonhardi 1495 von Kaisur Maximilian 1 dio Herrschaft Greiseueck ; Grazer Kreis) als Pfandschaft, welche der vorgenannte Monarch nach des Bartholomäus ohne männliche Erben erfolgtem Ableben zu Inspruck am 14. 1. 1507 der Unterlassenen Wittwe Katharina von Sobriach und dein Bruder Matthias vou Perneck zu Waaseu (Grazer Kreis; einräumte. — Stephan hatte im Jahre 1198 Negau inne. Matthias vermälte sich mit Hedwig von Zelking, deren Tochter Elisabeth mit Wolf von Oedt zu Reinsperg getraut wurde. Wilhelm III. dürfte der Rruder der Letzteren gewesen sein. der jedoch nicht wie. Holl, und auch Wissgr. irrthümlich meinen, das Geschlecht beschloss. Er hatte sich frevelhaften Bruches des allgemeinen Landfriedens und vorzüglich dessen schuldig gemacht, dass er auf seinen Schlössern Strassenräubern Herberge und Schutz gewährte. Zu Ende des Jahres 1529 oder Anfangs li>30 zur 11ol'gcrichtsscliranue nach «iraz vorgeladen, ward er dort überwiesen, dein Landesfürsten mit Leib und Gut verfallen erklärt uud ihm nebstdom eine Geldstrafe vou 4000 Gulden auferlegt, welche nachträglich auf 2000 Gulden gemindert wurde. Diu confiscirten Güter gelangten zum Theil an Sigmund von Herberstein an diu von Räcknitz nud au Wolf von Oedt, dem schon vorher die Gemahlin Elisabeth von Purneck Dachsbelg im Ilansruck-viertul eingebracht hatte. Das Geschlecht blühte neben Wilhelm III. und nach ihm noch kurze Zeit weiter. Fis erscheinen noch Jörg von Perueck, der 1529 Wien gegen den Erbfeind verteidigen half. Heinrich v. P., welchen K. Ferdinand I. d.d. 4.2. lf>34 nebst Andern zum landesfürstlichen Com-niissär behufs Entscheidung des Streites zwischen Sigmund von Weixolberg und Hanns von Tschornembl. wegen Ansprüchen auf die Herrschaft Siebeneck, ernannte und schliesslich Hanns von Pcrneck, welcher d. d. Wien 30. 10. 1543 zum Hauptmann der von den Türken übergegangenen und in Krain angesiedelten Uskoken bestellt wurde. Dieser ist der letzte Mannessprosse des alten Geschlechtes gewesen, das mit Ursula der Tochter des Bartholomäus und der Katharina von Sobriach, welche im Jahre 1545 unvermält starb, vollends erlosch. Die Anmerkung in der o. d. E.'schen Herrenstands-Matrikel, dass die Purncck noch im Jahre 1566 im Haus-rnckviertel begütert gewesen seien, ist somit unrichtig. (U.-B.; Steiermark. U.-B.; Muchar. Geschichte von Steiermark: Schmutz histor.-topograph. Lexicon von Steier- mark ; Stiftsarchiv zu St. Florian: Pillwein. Hausruck -Kreis; H ; W.; H.-M.). IVHMlcr. (Taf. 68;. Wappen: Blau, durch einen silbernen, mit drei blauen Sternen hintereinander belegten Schrägbalkeii getheilt; oben ein silberner Greifenfuss, einen Merkurstab haltend; unten ein silbernes Feinkorn, aus silbernem Dreiberg wachsend. — Zwei gekr. Holme; 1. Das wachsende Einhorn. 2. Ein wachsender, schwarzer Steinbock. Decken: durchaus blau silbern. >K. k. A.-A.). Franz Josef Pessler geb. 20.12. 1743, f 84.7.1806), ein Sohn des Gabriel P. (f 1767), welch" Letzterer aus der Schwoiz nach Nenfelden in Oe. o. d E. eingewandert war und dort Haus und Grundbesitz erworben hatte, wurde als Leinwand - (irosshändler und Besitzer der, 1796 durch ihn erworbenen laudiäflichen Unter Laughalsen undStcin-bach im Mühlviertel, d. d. Wien 10. 10. 1803 in den erbländischen Kitterstand mit dem Ehrenworte „Edler von" erhoben und unter dem 18.8. 1804 in den jungen Bitter stand Oe's o d. Fl. aufgenommen. Aus Beiner Ehe mit Josefa Wöss entsprangen, wie es die Eintragungen in der Laudtafel annehmen lassen drei Söhne, Josef Karl, Josef Nikolaus und Josef Franz. Der Erstere erbte die väterlichen Besitzungen Langhalseu und Steiubuch, die ihm im Jahre 1807 bücherlich zugeschrieben wurden uud welche er im Jahre MIO au Joseph F'ranz Edlen von Pessler. — seinen Bruder wie ich vermuthe, — käuflich überliuss. Diuser veräusserte diu Güter im Jahre 1816. — Des Josef Karl Edlen v. I*. Sohn JobuI'. Weltpriester und Professor der Moraltheologiu, ist am 15. 10 1829 auf dio junge Ritterbank im Landtage zu Linz introducirt und in dun Ausschussruth gewählt worden. Josef Nikolaus geb. 6. 12. 1771, f 11. 8. 1833), k. k Laudwehrhauptmiuin und Resitzer des Gutes Frei -liaua in Nenfelden. vermalte sich 1791 mit Anna Jetschgo aus Sarleinsbach und gewann die Söhne Karl (geh 7.12. 180 Ii, der sich zu Imst in Tyrol niederliess, und liudolf igub 6. 12. 1819 Dr.jur, Hof uud Gerichtsadvokat, in die Laiidtagsversainmlung zu Linz am 7. 6. 1847 eingeführt, welchem diu Gemahlin Amalie Luvasori della Motta die Herrschaft Bicdau im Hausruckviertel eingebracht hat. Dieser Fllie sind die Söhiiu entsprossen: Ivo (geb. 1856;, verm. 12. 12. 1883 mit Ernestine Freiin Krieg von Hoch-fehlen, Josef (geb. 1860), Gustav (geb. 1K01) und Oscar (geb. 1867). K. k. A.-A.: R-M.; Landtaf.; Taschenb. d. adel. Häuser). ■*««*ntucr. (Taf. 6i;. Wappen: In Gold drei 2.1/ ins Visier gestellte Mohrenhäupter. - Kleinod: Halber gestilmmeitcr Mohr in goldenem Rock, die goldene Hanptbinde mit einer goldenen Straussenfeder besteckt Decken schwarz-golden. (R -M.). Der in der ob der Ens'schen .Matrikel eingetragene Sigmund P. soll ao. 1459 gelebt haben Ob diese Mittheilung und das obige Wappen wahr sind vermag ich, Mangels anderweitiger Nachrichten, nicht zu entscheiden. Wilhelm und dessen Sohn Michael Marschalk erwarben in den Jahren 1527 und 1530 von Georg Peuntncr nnd nacli Kaspar Peuntncr den Sitz Mayrhof bei Eberschwang. — Sigmund Geltinger soll nach Hob. in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts mit Barbara Pcut-nerin. Oswald Goltinger :f 1588) mit Magdalena Pcunt-nerin vermält gewesen sein. Alle diese dürften den bayerischen I'eundtner angehört haben, unter denen Melchior P. Ende des XVI. Jahrhunderts zu Nürnberg unter den „Genannten- erscheint. Er führte 1 und 4 in Roth ein silbernes Boss, im 2. und 8. blauen, von goldenem Balken durchzogenen Felde einen silbernen Schräglinksfluss. (B-M.: H.; N. S. t bavr. Geschlechter). 248 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. PfanntorlVr. (Taf. 68). Wappen: Gespalten; vorn in Schwarz ein goldener Löwe, hinten in Gold ein rother Fuchs. H. und B-U.). Die Pfanstorfer sollen im ersten Gültenbuche 152") nuter den Landleuten eingetragen gewesen sein uud nach Höh. wären, nnbekannt wann. Veit und Wolfgang die Pfanstorfer Gebrüder in der Klosterkirche zu Gleink begraben worden. Dies die wenigen, gleich wie das Wappen unverläss-lichen Nachrichten über die Familie, die vielleicht zu den Steyrcr Rathsbürger Geschlechtern gehört haben mag. (IL; R.-M.). PlVlter. (Taf. 69). Wappen: Geviert. Iuud4 in Gold zwei geschrägte, natürliche Bärentatzen. 2 und 3 in Eotli ein silberner, mit einer rothen Rose belegter Schrägbalken — Gekr. Helm Wachsender, natürlicher lohnender. Decken: Bchwarz-golden, roth-silbern. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch.). Johann Christoph Pfeffer, bestellter kaiserl. Übrister Wachtmeister im Regiment zu Fuss des Don Hanuibal Marchess Gonzaga, schritt bei den o. d. E.'schen Ständen um Ertheilung der Landmannschaft ein. Seinem Gesuche lagen bei: Ein Rccommandationsschreiben des Erzherzogs Leopold Willlelm. Generals über die kaiserliche Armada und Gubernators des Königreiches Böhmen, d. d. Hauptquartier Oschersleben 2. 8 1611. und die beglaubigte Abschrift des Diplomes, mit weichem K. Ferdinand II. d. d. Wien 5. 1. 1633 don kaiserl. Forstmeister Johann Pfeffer für seine Verdienste um das Waidwerk und nm die Bestellung der Gejaide in dio 18 Jahr lang den Reichsund erbländischcn Adelstand nuter den rittermässigen Edelleuten, ferner das Prädikat „Pfeffershouen" und das oben blasonirte Wappen verlieh. In W'dchem verwandtschaftlichen Verhältnisse Johann Christoph Pfeffer zu diesem Letzteren stand ist aus den Acten im Landesarchivc nicht zu ersehen. Das erzherzogliche Rccomniandationsclireiben. wie auch ein, aus dem gleichen Anlasse erflossenes. Allerhöchst unterzeichnetes Rescript d. d. Regensburg 26. 8 1641, hebt dio Absicht des Gesuchsstcllers sich in seiner Heimath, im Lande ob der Ens sesshaft zu machen, ferner seine Leistungen im Kriegsdienste, besonders seine jüngst bei Wolf.-nbiittel au den Tag gelegte Tapferkeit hervor. — Würdigungen, die trotz der Allerhöchsten Stelle, von welcher sie aus-gien<;cn, die o. d. E.'schen Stände nicht vermochten dem Gesuche des kaiserl. Oberstwachtmeisters zu willfahren, und d. d. Wien 21. Januar des nächstfolgenden Jahres ergieng ein neues kaiserliches Empfehlungsschreiben fiir die Aufnahme des Gedachten in den Ritterstand, wobei gleichzeitig dem Befremden, dass trotz der Recommnn-dation vom 26. 8. 1641 kein bezüglicher Schluss erfolgt sei, unverhohlen Ausdruck gegeben wurde. Mit diesem Stücke schliessen die Akten iin Landesarchivc ab und da weder der Beschluss über die Ertheilung der Landmannschaft an Johann Christoph Pfeffer, uoch dessen Revers vorhanden ist, auch in der neuen Matrikel ohne Angabe des genauen Datums nur angemerkt wurde der Mehr-erwähnte sei im Jahre 1642 in den jungen Bitterstand aufgenommen worden, bezweifle ich, dass die Immatricu-lirung seinerzeit thatsächlich erfolgt sei. Johann Christoph Pf. dürfte wahrscheinlich erst in die nene .Matrikel eingetragen worden sein, während Holl., nachdem ein Beschluss seitens der beiden oberen, politischen Stände nicht erfolgt zn sein schien nnd die adelige Abstammung Johann Christophs von dem kaiserl. Forstmeister Johann Pfeffer von Pfeffershoueu unerwiesen geblieben war, es nicht wagte diese Familie in sein Werk aufzunehmen. (Akten im Landesarch ; R -M.). WiMterer. (Taf. 69). Wappen: Geviert. Im 1. und 4. von Silber und Grün getheilten Felde zwei geschrägte, blanke, golden gegrillte Säbel. 2 und 3 in Blau ein silberner Pferdokopf im rechten Obereck von einem silbernen Sterne, im Linken vou einem silbernen, aufnehmenden Mond begleitet. —■ Gekr. Helm: Der Pferdekopf. Decken: grün-silbern, blau-silbcrn. (K. k. A -A.). Mit Allerhöchster Entschliessung vom 21. 7. 1878 uud Diplom vom 22 Oktober des gleichen Jahres wurde der pensiouirte k. k Oberst und ehemalige Commandant des 13. Huszaren-Regiinents Rudolf Josef Theodor Püsterer (geb. zu Schwanbcrg in Steiermark 182!)) init dem Ehrenworten „Edler" und dem Prädikate „Auhof" in den Adelstand erlioben. Derselbe ist, gemeinsam mit seiner Gemalin Friederike l-'reiin von Mayran, durch Schenkungsurkunde vom Jahre 1831 seitens seines Schwiegervaters Hr. Cajetan Freiherrn Mayr von Mayran in den Besitz des lnndtäf-lichen Gutes Baumgarteuberg im Machlande, Auhof genannt, getreten, wozu Frau Friederike Pfisterer Edle von Auhof nach dem im Herbste 1883 erfolgten Ableben ihres Vaters auch das Gut Neuesdorf bei Chotöborz in Böhmen ererbte. Aus der vorgedachten Ehe loben zwei Söhne. (K k. A.-A.; Landtaf.). Pllaclier (Taf. G'.l;. Wappen: 1. ,1532) Vou Gold und Blau getheilt; auf der Theilnngslinie, gleichsam scbwimnieud, „ein blau-lichter Fisch mit rothen Flossen". — Kleinod: Zwischen von Blau und Gold getheilten Hörnern eine mit rothem Saml gefüllte „Beissuhr-, Decken: blau-golden. (K. k. A.-A.). — II. '170U) In Gold auf dem Meere schwimmend der Fisch. — Helm mit von Blau und Gold gewundenem Wulst, dessen abiliegeude Enden von Blau und Gold gestückt sind. — Kleinod und Decken wie vorhin. (K. k. A.-A.). Nach der dortselbst erliegenden Wappenskizze stellt sich der Fisch als natürlicher Delphin dar. - 111. Geviert. 1 und 4 Stammwappen wie II. 2 und 3 in Silber ein blauer Schrägiiiiksstrom. Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: blau-golden. 2. Geschlossener, von Silber und Blau getheilter i-'lug. Decken: blau-silbern. iX. S. bayr. Freiherrn. > König Ferdinand I. verlieh d. d. Prag 10. 1. 1532 seinem Silberwarter Jnlius Pilacher den Reichsadelstand, welcher dem Johann 1 llacher d. d. Wien 0. 9. 1700 durch Kaiser Leopold I. bestätigt wurde. — Wie von Hefnor sagt, erlangte die Familie im Jahre 1761 den Freiherrn-stand, veriuuthlich in Bayern, da hierüber im k. k. Adels-arebivu zu Wien nichts erliegt Diese Standeserhöhung dürfte sich übrigens nur auf eine Linie erstreckt haben, da auch nach dem letzte edachteu J all ro noch Pilacher im einfachen Adelsstände vorkommen. Mit Allerhöchster Resolution vom 29. 1. 1780 wurde den iu kümmerlichen V erhältnissen zn Linz lebouden Brüdern Leopold uud Gottfried v. Pf. eine jährliche Gnadengabc von 100 Guldeu auf drei Jahre bewilligt und denselben der Fortgenuss dieser Unterstützung in Folge einer Fürbitte der ob der Ens'schcn Stände gewährt, in der bezüglichen Empfehlung d. d. Linz 27. 8. 1783 war einerseits die Bedürftigkeit der Bittsteller, andererseits der Umstand hervorgehoben worden , dass sich die Voreltern derselben im k. k. Militärdiensten verdient gemacht hätten und dass das Oeschlecht, wenngleich us nie die Landmannschaft erworben habe, dennoch im Hinblicke auf seine Güter im Inviertel als im Besitze des o. d. E.'schen Iu-digenates zu betrachten wäre. Josef v. Pf., geb. zu Zell am PettenfürBt im Hausruckviertel 13. 9. 1761 als Sohn des Johann Gottfried (vielleicht des vorigen Gottfried; und der Anna Maria OBERnSTERREICHISCIIER ADEL. 24!) Hubmerin, lebte nicht unter besseren Verhältnissen als die erst Genannten, betrieb zu Wels ..ein kleines F'ulir-werk" und kam nnter dem 25. 8. 1792 bei den o. d. E.' sehen Ständen um die Bewilligung eines jährlichen Ad-jutuius ein, welches ihm jedoch im iiinblicke darauf, dass er dadurch nicht in dio Lage versetzt würde einen stan-desgemässen i eruf zu ergreifen, nicht gewährt, seinem Sohne dagegen ein Erzichnngsbcitrag bewilligt und dessen Aufnahme in die Militär-Cadeten-Schule zu Wiener-Neustadt in Aussicht genommen wuTde. — Wieder ein Josef v Pt'., und zwar, wie ich vermuthe, der vorerwähnte Sohn des älteren Josef, scheint in irgend einer Weise in günstigere Vermögensverhältnisse gekommen zu sein. Er erwarb im Jahre 1804 von dem Beligionsfond die Herrschaft Irnharting im Hausruckviertel, sass, ohne dass je seine förmliche Aufnahme in den Ritterstand dieses I an-des erfolgt wäre, in den Landtagsversammlungen vou 1807 bis 1819 auf der jungen Ritterbank, konnte sich aber auf seinem Besitze nicht halten, der schon im Jahre 1827 licitationsweise an Julius von Schmelzing und Wern-stein iibergieug. Seither hat von Josef dem Jüngeren und seiner etwaigen Deseendenz nichts verlautet. Aus der Linie im Innviertel, welche dortselbst im Jahre 17Ö5 den Edelsitz Haggenbuch und 1770 den Edel-sitz Grossen-Schörgarn erwarb, sind mit letzterem Gute bei der Landtafel eingetragen: 1. sine dato. Franz Anton v. Pf.; 2. 1804 Ferdinand Leopold; 3. 1804 Ferdinand F'reiherr vou Pflachcr nnd dessen Gemahlin Maria Josufa : 4. 1823 die Letztere als Wittwe: 5. 1829 Freiherr Ferdinand Budolf umi dessen Gemalin Elisabeth. 6. 1842 Caroline F'reiin von Pliachei. — Grossen Schörgarn ist im Jahre 1880 veränssert worden. — Auf Haggenbuch erscheinen: sine dato. Maria Catharina von 1'flacher: 2. 1792 Franz Xaver Freiherr v. Pfl.: 3. 1818 Freiherr Ferdinand. 4. Des Vorigen Wittwe F'reifrau Maria Josefa. :>. 1829 Freiherr F'erdinand Rudolf und dessen Gemalin Elisabeth. Ii. 1S33 Letzterer als Alleinbesitzer i ach dem Tode seiner Gemalin 7. Vermöge Abtretungsurkunde d. d. 22. 10. 1842 Caroline Freiin von I'llacher mit dem lebenslänglichen Nntzniessungsrecht fiir ihren Vater F'erdinand Bndolf. — Im Jahre 1858, nach dem Tode des Letzteren, wurde Caroline, nun des Rudolf Ertl von Seeau Gemalin, um die Löschung dieser Eigenthnmsbescbränknng bittlich. Haggenbuch scheint bald darauf parcellirt worden sein. denn der Besitz ist iu der Landtafel als -gegenstandslos- gelöscht worden. — Caroline Ertl von Seeau dürfte als geborene F'reiin vou Pflachcr wohl die Letzte ihres Namens, oder doch sicher des ZweigeB im Invicrtel gewesen sein. Von Hefner in seinen „Bayrischen F'reiherrn" führt im Jahre 1863 diese Familie, welche in den freihcrrlichen Taschenbüchern nicht vorkommt, unter den blühenden Geschlechtern an. (K. k. A.-A.; Akten im Landesarch.; N. S. bayr. Frei-her«; B.-M.; Landtat) gekr. Helme: 1. wie bei I. 2. wie bei II. Deckcn: durchaus schwarz-golden. (N. S. Salzburger Adel). Hanns Pflügel (f L 10. 1523; erlangte von K Maximilian 1. d. d Augsburg 10. 7 1518 rittermässige Adels-freiheitcu und das sub. I. blasonirte Wappen. — Seine zweite Ehefrau Elisabeth. Tochter des salzburg'schen Münzmeisters Johann Thenn, vermälte sich nach Hannsens Tode und nachdem sie diesem zwei Söhne geboren hatte, - Christoph und Sebastiau, - mit dem Doctor Niclas Bibeysen von Nenenkieming, durch dessen Zuthun die beiden vorgenannten Brüder im Jahre 1534 das Schloss Goldenstem im Salzburg'schen an sich brachten, nachdem sie schon vorher, am 12. 4. 1526, in Gemeinschaft mit ihrem Stiefvater, den sie dann auch beerbten, das Schloss und Amt Dörnbach in der Maltcin bei Gmünd sammt Zngehörungen von dem Erzbischofc Matthäus von Salzburg erworben hatten. Von Sebastian ist mir keine Deseendenz bekannt geworden. — Christoph nahm Catharina von Behlingen, aus einem guten, altbayrischen, auch zu Salzburg begüterten Geschlechte. zur Gemalin und erwarb mit dieser, vielleicht neben anderen Söhnen, den Karl, welcher der Vater des Georg Piliegl zu Coldeiistcin wurde, der. — iu churbayrischen Diensten erst Hofkammer- und Hofkriegsrath dann, zur Zeit der rfandinhabung Oes o. d. E. durch Bayern, von 1621 -1628 Vicedom iu diesem Erblande, schliesslich auch der Römisch Kaiserlichen Majestät Bath. — durch Kaiser .Matthias d. d. Begensburg 21. 9. 1613 in den erbländischen Adelsstand gesetzt worden war. — Georg hatte sich mit Ursula, Tochtor des Hanns Adam Gienger von Griinpichel vermält, und war durch dieselbe in den Besitz des Schlosses Wolfsegg im HauBruckvicrtel gekommen, worauf seine Aufnahme in den jungen Bitterstand Oe.'s o d. Fl unterm 21. 5. 1627 erfolgte. — Er erkaufte ausserdem hierlands von der Wittwe des Hanns Jörg Spiller zu Mitterberg, Polixena. am 25. 2. 1628 den Stegenhof nächst Peuerbach, welcher nach seinem Tode 1647 au den Sohn Georg Christoph liel. der ihn 16C2 dein Abte Placidus von Lambach verkaufte. Georg Christophs Bruder Dominik Anton zu Wnlfl'scck vermälte sich mit Anna Maria Holzscherin (?). Dessen einziger Sohn F'ranz Anton erwählte den geistlichen Staad uud Wolfsegg gedieh an den jüngsten Sohn des Vicedom Georg v. Pf., an Johann Bapt.. welcher durch K. Leopold I. d. d. 28. 4. 1685 eine Bestätigung seines ritter-mässigen Adelstandes, das sub III beschriebene Wappen und die Prädikate , zu \\ ollfsegg von Nenenkhieiniiig und Goldenstein" erhielt. - Er fnngirte im Jahre 1688 als o. d. Fl 'scher Bitterstands-Verordneter und hinterliess, als letzter Mannessprosse seiner F'amilie. bei seinem zu Wolfsegg ao. 1^94 erfolgten Tode, aus der Ehe mit Maria Franziska Pinellin nur zwei Töchter, von welchen durch die Fline. Eleonora Isabolla Anna, Wolfsegg an deren ersten Genial Matthias Ferdinand Castner von Siginnnds-lust kam. (Akten im Landesarch.; N. S. Salzburger Adel: IL; Strnadt-Penerbach; B.-M ) I»IIük<>1 (Taf. 69). Wappen: I. (1518) In Schwarz ein Wilder mit langem grauen Bart, goldener Leibbinde, in beiden Hän-deu eine Ptlugschaar haltend. — Kleinod: Zwischen goldenen Hörnern der Wilde, wachsend, dasPilugeisen in der Beeilten haltend, die Linke auf den Helm grstiitzt. 1 lecken: schwarz-golden. (Legal. Abschrift des Adelsbriefes vom 10. 7. 1518; Landesarch. - II. (1613) In Gold ein schwarzer, mit einem goldenen Pflug belegter Schrägbalken. — Gekr. Belm: Pfauenstutz Decken: schwarzgolden. vLegal. Diplomsabschrift im Landesarch.). — III. (1685; Gespalten; vorn wie I, hinten wie II. - Zwei IV. 5. I'fluuiiuern. (Tafel. 69). Wappen: I. 'Stammwappen) In Roth drei silberne Wolfsangeln übereinander. Kleinod: Anf rothem Kissen eine gestürzte silberne. an ihrem Ringe mit schwarzem Bahnenstoss besteckte Wolfsangel. Decken: roth-silbern. - II. <1640; Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Silber ein rother Löwe. — Zwei Helme, davon der Zweite gekrönt. 1. Stammkleinod. 2. Der rothe Löwe wachsend. Decken: durchaus roth-silbern. — III. (frei-hcrrl. 1743) Geviert, mit dem Stammwappcii im Herzschild.' 1 und 4 in Roth ein silberner, mit drei rothen 63 250 OBERÖSTERREICHISCHE R ADEL. in'a Visir gestellten Löwenhäuptern nebeneinander belegter Balken. 2 nnd 3 in Gold droi (2, 1) schwarze, flammende Granaten. -- Helme. Kleinudo und Decken wie vorbin. — IV. (freiherrl. 1778) Geviert, mit goldenem Herzschild, darin ein gekr., schwarzer Adler. Rück-schild wie II, vermehrt um einen gekrönten dritten Helm, mit achwarz-goldncn Decken; derselbe, als Mittlerer gestellt, trägt den gekr., achwarzen Adler. (SSmmtliche Wappen nach N. S. Bayr. Freiherrn). Ein altes, schwäbisches Geschlecht, sassen die Pflum-mern in der ehemaligen Grafschaft Wiihringen auf ihrem Stammsitze Pflummern, der schon im Städtekriege 1350 zerstört worden sein soll, worauf sich die Familie in das Patrieiat der Stadt Bibcrach, dann iu dasselbe nach Ueberlingen, später nach Augsburg be^ab, im Jahre 1503 eine Adelsbestiitigung, von Kaiser Ferdinand III. mit Diplom d. d 5. 5. 1640 eine Wappcnvermehruug und 1743 (alias 1714) von Kaiser Carl VII. den Freiherrustand erhielt. — Letztere Staudeserhöhung ist dem Joliaun Au-relius von Pflummern ertheilt und dieselbe dem Johann Franz Meinrad (geb. 1706, f 1780), kaiserl. Bathc uud l'fandinhabcr der vorderösterreichischon Stadt und Herrschaft Oberudorf, durch die Kaiserin Diaria Theresia am 6. 5. 1778 erneuert worden. Freiherr Johann Franz Mcinrad, welchor sich 1) 1735 mit Maria Josefa Beatrix .Maurer von Croncgg und Hun-gertshofen (geb. 1706, f 1777;, 2) 1770 mit Maria Antonia Freiin von Freyberg. V\ellendingeu und Hopferau vermälte. erwarb einen Sohn Franz Josef Carl Adam (geb. 11. 12. 1735. f 1791;, welcher kaiserl. Oberamtsrath der Grafschaft Nellenburg wurde und im Jahre 1766 Maria Josufa Gräliu von Duran auf Neuershausen zur Gemalin nahm. Von zwei aus dieser Ehe entsprossenen Söhnen starb Franz Josef Ferdinand Hermann Johann Nep. Serapliin tgeb. 25 11.1771) 1818 zu Memmingen ohno Descendenz. Carl Johann Bapt. Erasmus Peregriit (geb. 25. 6. 1774, f 31. 5. 1850), königl. bayr. Kämmerer, Bittmeister bei den Gardes du Corps zu l'l'erd, iu der Folge Generalmajor, ,-tadtkommaudant zu Nürnberg und Festungscommandunt zu Landau, brachte mitKaul'contract d. d 16. 8. 1831 vou Franz Xaver Grafen von Aham die Herrschaft Katzenberg im Inviertel an sich, welche er seiuen Kindern aus der ersten Ehe mit Helena Jakobina Carolina Friederika geb. von Volkamer auf Kircheusittcn-bach (verm. 20. 8. 1816, f 28. 12. 1820. und jenen aus der zweiten Ehe mit Wilholmiue Caroline Theresia Gräflu von Tautlkirchen - Engelburg verm. 28. 1. 1827, f 6. 4. 1886i hintcrliess, und zwar an Constantin Friedrich (geb. 7. 5. 1818). .Maria (geb. 23. 4 1828, seit .Mai 1857 mit Hermann Bitter 'Wahrlich von Bübua, k. k. Hauptmann vermält), Lcontino (geb. 11. 9. 1833, seit 30. 12. 1862 mit Alfred Freihcrrn vou Schönprunn, derzeit kgl. bayr Oberstlieutenant vermält; und an Carl Sicgmund Ferdinand Maria Josef (geb. 18. 1. 1832. v ledig 5. 8. 1857). — Von diesen soiuun Geschwistern löste Freiherr Constantin Friedrich, welcher 1875 als königl. bayr. Generalmajor in den Ruhestand trat, die übrigen Antheile von Kutzenberg an sich, das mit dein Jahre 1857 in seinen Alleinbesitz kam. — Aus seiner am 27. 11. 1849 mit der Staatsratlistochtcr Mauritia Josefina Kettcrlin geschlossenen Ehe entsprossen wohl zwei Söhne, welcho jedoch in der Jugend vor dem Vater wieder lieimgieugen. Dieser selbst ist jüngst mit Hinterlassung von vier Töchtern zn München am 24. 10. 1886 gestorben und über seine Erben bezüglich Katzenberg in der Landtafel zu Linz noch keine Eintragung erfolgt. Eine Linio dieser Familie blüht, ebenfalls im Frei-herrnstande, im Königreiche Württemberg. (Archiv des königl. bayr. Haua-Ritterordena vom heil. Georg: N. S. bayr. Freiherrn; freiherrl. Taschenb.; Landtaf.). l'fülb. (Taf. 70). Wappen: In Blau eine, mit einem rothen Adler belegte, goldene Spitze, beseitet je von oinor silbernen Maurerkelle, deren aufwärtsgckchrto Handhabe mit einem silbernen Bande umwunden ist. — Gekr. Helm: Eine der .Maurerkellen, zwischen offenem, rechts von Blau und Silber. links von Gold und Both gnspaltenem Fluge. Decken: roth-golden, blau-silbern. (K. k. A.-A.). Mit Diplom d. d. Wien 23. 8. 1785 erhob Kaiser Josef II. den k. k. Hauptmann und Auditor im Gyulai'-schen Infanterie-Begimente Johann Carl Friedrich Pfulb in den erbländischen Adelsstand mit dem Prädikate „Ehrenheim". Karl Pfiilb Edler von Ehrenheim., ich weiss nicht ob der Vorige oder etwa oiii Sohn desselben, brachte am 31. 5. 1805 laut Einlagebuch boi der Landtafel das Gut Tambach (Tannbuch) in der Pfarre Guttau im Machlande, „oder eigentlich die dahin gehörigen Unterthaneii". an sich. Der Besitz kam laut Einantwortungsurkuudc d. d. 13. 8. 1822 nach seinem Ableben an die Kinder, Carl, Sekretär bei der General-Polizei-Direction in Mailand und Karolinc, vermälte (Freifrau?) Izdonczy, welche Tambach mit Contract d. d. 27. 3. 1823 an Josef uud Cäzilia Limbrunuer veräusserteu. (K k. A.-A.; Landtaf.>. J'älMT (auch LobeiiMlein). .'iaf. 70;. Wappen: 1. Ein Biber. (Nach dem Originalsiegel Ortolf des Biber an der Seelgcräthstiftuug der Alhuit von Starhomberg d. d. Wildberg 31. 7. 1349: liiedocker Archiv). — 11 In Roth ein silborner Biber. — Kleinod: Der Biber sitzend. Deckon: roth-silbern. (Stadl's Ehrenspiegel von Steiermark, übereinstimmend mit H. uud B.-M. Dass der Schild roth geführt wurde, dürfte vcrlüsslich kaum nachzuweisen sein. Ao. 1277 nennt sich in der Urkunde über die widerrechtliche, durcli König Ottokar erfolgte Entziehung des dem Ulrich vou Loiicustein zugestandenen Hecken* Ottenschlag Arnold III. P. ,.Dominus Amoldus de Helfcnborch albus Castor". Diese Bezeichnung mag in der That darauf hinweisen, dass der Biber ' silbern geführt wurde uud Arnold hob dies vielleicht hervor um deu Unterschied mit dem gleichzeitigen und gleichnamigen Wieuer Biirgergcschlechte zu consta-tiren, das einen schwarzen Biber im goldnen Schilde hatte. Von diesem wurden luanchc in N.-Oe. landsässig. so Heinrich der Piber von Wald (boi St Pölten), (1312, 1315. t vor 1334). Dieser wurde bei den Minoriten zu Wien bestattet und mit seinem Wappen, das den schwarzen Biber, hier mit weissen Hinterläufen und gleichem Schup-penschwanze zeigt, eingetragen1. III. (Lobenstein') dreimal gespalten. (Nach dem Originalsiogcl Albers von Lo-benstein nach dem unten benannten Verkaufsbriele an seine Brüder Otacker uud Peter, 1300. Denselben Schild führten nach den vorliegenden Originalsiegeln Offinoy, Wittwe Peter's v. L. am 25 11. 1340 und Potor der Jüngere v. L. am 23. 8. 1349; Bicdeckcr Archiv. Ebenfalls denselben Schild, dazu einon Helm mit Hörnerkleinod samrnt Ohren führt Dietmar v. L. am 24. 4. 1300 an seinem Verkaufsbriefc über Hertenstein; k. u. k. Haus-, Hof-und Staats-Archiv). — IV. Zwei Pfähle. (Nach dem Originalsiogcl Dietmars v. L., 1. 1. 1317, als dieser und Ulrich vou Grünburg dem Stifte St. Florian die Eigenschaft an drei Gütern zu Grünbrunn gegen drei Gütor und eine Mühle im Garstenthalo abtraten; Stiftsarchiv zu St. Florian). Zu näherem Verständnisse sei vorausgeschickt, dass durch das Stift Scckau in Steiermark schon vor der Mitte 0BERÖSTERREICH1SCHER ADEL. 251 de« XII. Jahrhunderts Besitzungen in Oesterreich oh der Ens erworben worden waren. Es hatten nämlich Budolf von Perge (Mitterberg im Machlande1 nnd seine Hansfrau Richinze nm das Jahr 1130 alle ihre Güter in Windeberge (am sogen. Windberge, Wimborg), die sich von Enger-witzdorf, Pfarre Gallneukirchen, bis zum Gewässer Ru-zischemuchel (Rauschmiihel, jetzt böhmische .Mühl genannt) hinzogen, iliTer Tochter Richinza und deren Eho- fatten Adelram von Waldeck (V U. 31. B.i geschenkt, emselben Adclram v. W., der um 1140 ein l 'horherrnstift zn St. Marcin bei Feistritz stiftete, welches im Jaliro 1142 nach .Seckau übertragen wurde. - An dieses Stift gelangten anch die Resitzuugen am Windbergo uud verblieben ihm laut königlichor Entscheidung vom 15. fi. 1149. In dieser Urkunde werden sio folgender Massen aufgezählt: „cnm......omnibus prediis in inonte Wiudcberge sitis. tres uinee Aschaha, item tres apud Roesenbach. curtis apud Eppenberch, curtis Erbcnpcrch, curtis otenshaim, cur (tisj Linthcim cum omnibns sibi consitis'. Nun erscheinen um das Jahr 1155 und 1101, offenbar als Vasallen der Herrn von Griesbach - Wachsenberg, in Willieringcr Urkunden Arnold nnd Sighart von Rotel, beziehungsweise von Rotolheim, welche auch im Lehensverbaude zu dem Stifte Seckau standen, deren Taufnameu sich fast in jeder Generation der Piber wiederholten und welche Zwei sich nach ihren Ansitzen an der Rotel „von Rotel" nannten. — Der Zelient von Rotel oder Rotelheim (curia liothelei an der Ausmündung der Rotel bei Oltens-heim in dio Donau und Lindham standen aber noch im Jahre 124-2 Sighart dorn Piber zu was auf den einstigen Besitz des Hofes seitens seiner Vorfahren zuriickschliessen lässt. — Lindham bei Rotel war wie oben gesagt schon im Jahro 1119 Secknu'sches Eigen nnd dieso Thatsacho erklärt ganz einlach wie die Piber zu Lehen vom Stifto Seekau kommen konnten, was ja 127.'! urkundlich consta-tirt ist, denn den zu Seckau im vorgenannten Jahre ausgestellten Brief des Probstes Ortolf, womit dieser den Schiedsspruch Ulrichs von Lobonstcin, dass dasllutBurg-werd an Alram und Budolf von Alharting verliehen werde, anerkannte, ist von Dominus Arnoldus Piber als Seckau-schcm Vasallen bezeugt worden. Dio von Rotel waren also ursprünglich Lehenslcuto der Dynasten von Griesbach -Wachsenberg, zugleich aber auch von Seckau und unwiderleglich die Ahnherrn der Pibor. Unmittelbar nach Arnold und Sieghart von Rotel ist kein Piber urkundlich und vcrlässlich zu iinden, wogegen ein Mitglied der von Botel zwischen den Jahren 1175 nnd 1180, nämlich Chunrad de ltotile in dem Schenkbriefe Dietmars von Agist an das Kloster Aldersbach auftritt. Chunrad von Rotel ist ein Dieustmann der von Griesbach-Wachscnbcrg, stand daher in demselben Lehensverbande wie Arnold und Sieghart, — er darf daher ohne Wagniss für den Sohn eines dieser Beiden und zwar im Hinblicke auf den Gebrauch den Taufnamen des Grossvaters auf den Enkel za vererben, für den Solin Sicgharts und für den Vater der Gebrüder Rndgcr und Sieghart^ II. dor Piber angenommen werden, welche zuerst zu Ebclsberg am 3t>. 4. 1196 in einer Urkunde des Bischofes Wolfker von Passan an die Aebtissin von Kloster Erlaa und ao. 1206 „zu Biberowe- auftreten, diesem nördlicher, höher in den Bergen gelegenen Sitze, der sicher erst gegen das Endo des XII. Jahrhunderts entstanden ist und nach welchem die Letztgenannten den Namen Piber wohl angenommen haben. Sie — Bndiger et Sigehard de Bi-berowc — bezeugten zu Passau am 4. 2. 1206 den Brief Bischofs Poppo, womit dieser eine Giiterübergabe an das Kloster Wilhering bewilligte Bezüglich der weiteren Descendenz dürfte es kaum irgend einem Zweifel unterliegen, dass „Rvgerus et Sig-hartus castores", welche za St. Florian am 7. 3. 1231 bei dor durch den Bischof Gebhart von Passau erfolgten Beurkundung eines Vertrages zwischen dein Stifte St. Florian und Hermann von Porsenbruun unter den Zeugen standen, die Söhne Rudigers I gewesen seien. Diese setzten den Stamm dor Piber fort. — Es fragt, sich aber nun gleich an dieser Stelle, was es init der Sncces-sion Sighart's II. Piber von l'iberau sei. — Anch Hoheneck, der sich allerdings mit dor Anf-iindung und Darstellung der Abstammung nicht zu holfen wnsste. war es klar, dass die Piber nnd die Lobonstcin eines Geschlechtes gewesen seien, und in der Tliat kann bei dem Uuistaudo als die Besitzungen beider Stänimo unter einander vermengt lagen, als Ulrich von Lobenstein Seckau'scher Vasall, Vogt über die Güter dieses Stiftes iui Landgerichte Wachsenberg war, — fernerhin in Berücksichtigung dessen, dass Ulrich vou Lobenstein init Besitzungen zu Biberau urkundlich auftritt uud dass ihm, ao. 1243, zugleich mit seinen Stanimcsgeuosscn Heinrich und Arnold den Piber vom Herzoge Friedrich vou Oesterreich Mauthfrciheit für den Hausbedarf verliehen wurde, nur apodiktische Gewissheit obwalten, dass er ein Piber war, und dass er. unter Berücksichtigung aller vorhandenen Umstände, von Sighart II. uud zwar im Hinblicke auf diu Zeiträume als Enkel abstamme. — Mit Rudiger I. und Sighart II. also zweigten die beiden Stämme, Piber nnd der später Lobenstein benannte, schon zum Ausgange des XII Jahrhunderts ab uud behebt dieser lrüho Zeitpunkt alle Zweifel, welche sonst diu Verschiedenheit des Piber- uud des Lobenstein - Schildes hervorrufen könnte. - Die Abstammung Ulrichs von Lobunstein von dein Grossvater Sighart IL dürfte durch Arnold IL als Vater des Ersteren vermittelt werden. — Als zu Landshag am 2 7 1218 Ulrich Bischof vou l'assau der Abtei Krems-miinster die Pfarre Buchkirchen incorporirte waren Zongcu: Budger (I.) biber et .Mghardus (II.) fratcr eius, Arnoldus biber. — Letzterer, ein Jüngerer als die beiden vor ihm Stehenden, fällt demnach der Zeit nach iu die Generation der Söhne Rndgers's I. Wird nun weiter erwogen, dass dieser Arnold nur in der einzigen Urkunde vom Jahre 1218 auftritt und von da an verschollen ist, so liegt die Annahme nahe, dass ur frühzeitig verstorben sei. Dann kann er aber immerhin der Vater Ulrichs von Lobenstein gewesen sein, dun er unmündig hinterlas sen haben wird, daher Letzterer auch nicht vor 1240 auftritt Es würde sich somit unter weiterer Zuhilfenahme der einschlägigen Urkunden in Bezug auf die Enkel Rüdigers I. Piber dio wahrscheinliche Stamnircihu des Geschlechtes in seinen ersten fünf Oenerationeu in nachfolgender Weise darstellen, wobei jedoch zu berücksichtigen käme, dass die 'von Holl, bei den Lobenstein genannten Briefe der Bischöfe Wolfker und Mauegold von l'assau aus den Jahren 1207. bezüglich 1217 gefälscht oder aus der Luft gegriffen sind, denn Wolfker, welcher dann Patriarch von Aqnileja wurde, trat in Oe. o. d E. bereits am 29. 7. 1204 das letzte Mal in einer Wilhe-ringer Urkunde auf, und Bischof Manegold war schon am 10. 6. 1215 gestorben. — Ebenso ist der Brief Bischofs Conrad von Passan d. d. Ebelsberg 26. 4. 1165 (1163) an das Kloster Lambach, ein Vermächtniss bo-tieilend und von einem Sigehart I'iber bezeugt, wie alle älteren Lambacher Urkunden unecht und der von Sigc-liardus Biver et frater eius Arnoldus bezeugte Brief d. d. 23 11. 1157 des Herzogs Heinrich von Bayern und Sachsen an das Kloster Hanshofen in hohem Grade bedenklich. 252 OBEBü&TERBEICHISC HER ADEL. Arnold I. von Botel c. 1155, von Botelheim c. 1161. Sighart I. von Botel c. 1161. Cunrat von Botel c. 1175-1180. Budiger I. Piber, 1196-1218, zn Biberowe 1206; ux. Benedicta 1209. Sighart IL Piber, 1196--1218, zu Biberowe 1206. Budiger II. l'iber 1230 — c. 1242; c. 1242 Sighart III. Piber 1230, 1231. herzogl. Bichter am Windberge. Arnold II. Piber 1218. 1241—1250; 1243-1286; nx Jeuta, vi- de Rottcncck Otto 1265 dua 1250. c. 1242, zu Biberau 1286. 1210 — 1265, besitzt den Zelient in curia Bothile und Lindliam. 1242—1265. 124-'. -1278, zu Biberau 1265. Von den Vorstehenden trat mit Budiger II. Fiber und Ulrich v. Lobenstein, deren Vorfahren sich nur in untergeordneter Stellung befunden hatten, dnreh den Uebergang von Wachsenberg an die Babenberger (nm 1228, 1224) ein Wendepunkt für die beiden Stämme des Geschlechtes ein, dessen Mitglieder zu herzoglichen Ministerialen aufrückten was durch den Umstand leicht erklärbar wird, dass Budiger II. das Amt eines herzoglichen Bichters am Wiudberge bekleidete, als welcher er c. 1242 (nicht 1800. wie im U.-B. irrthfimlich datirt ist) fiir das Kloster St. Florian einen Gerichtsbrief ausstellte, — und dass seine Söhne Heinrich und Arnold, im Vereine mit l'lrich von Lobenstein, ao 1243 vom Herzoge F'riedrich die Mauthfreiheit für den Hausbedarf erhielten. — Noch mehr macht sich die bevorzugte Stellung bei Ulrich von Lobenstein bemerkbar, welchem, nachdem Herzog Liupold VI. Wachsonberg nach dem Tode Heinrichs von Griesbach eingezogen hatte, offenbar die Verwaltung dieser grossen Herrschaft übertragen wurde, wenn er nicht gar dieselbe pfandweise inne hatte, und als die Schaun-berger während des österreichischen Interregnums ihre Ansprüche auf Wachsenberg mit Erfolg geltend machten und sich in dessen Besitz in oder schon vor dem Jahre 1257 setzten, ist Ulrich vou Lobenstein dortselbst mindestens ihr Pfleger und Landrichter gowesen, denn er war zu gleicher Zeit, wie schon oben erwähnt, Vogt des Stiftes Seckau über dessen Güter im Landgerichte Wachsenberg, ein Amt, welches zu dieser Zeit nur den Landgerichtsherrn oder deren Landrichtern zukommen konnte. Aus dieser cinflussrcichen Stellung Ulrichs von Lobenstein erklärt sich auch, dass schon Kaiser F'riedrich IL es für angemessen fand, ihn mit Gütern bei Ens zn belehnen. die ihm dann Herzog Otto von •Bayern am 24. 4. 1*51 neuerdings pfandweise übergab. — Den Burgstall Lobenstein mag sich Ulrich erst als herzoglicher Ffandinhaber von Wachsen borg, und zwar vor 1243 erbaut haben, Den mehrerwäuten Gericlitsbricf Rüdigers IL aus der Zeit um 1242 bezeugt'« auch „Arnoldus de Botton-ekke; Heinrich de Biberstein in derselben Urkunde dürfte nach seiner Stellung in der Zuugcnreihe nicht Arnolds älterer Bruder, sondern ein Hintersasse auf Biberstoin gewesen sein, das hier ebenso wie liotteneck das erstemal vorkommt. Letzteres vererbte sich nicht auf die Söhne Arnolds, welcher nachher Helfenberg erwarb. Im Jahre 1277 bezeugten mehrere Edle, darunter „Dominus Arnoldus de Hclfeuberch albus Castor," dass König Ottokar den Flecken Ottenschlag dem Ulrich von Lobenstein widerrechtlich entzogen habe. Am 25. 12. 1286 überliess Arnold mit Willen seiner Hausfrau Margret und seiner Söhne Ulrich, Bndiger und Heinrich seine Besitzung zn Biberau dein Kloster Wilhering. Dies ist die letzte Urkunde, in welcher Arnold III. auftritt, welcher, ebenso wie seine Hausfrau, schon lange verstorben gewesen sein dürfte, als Clinnrat von Snmeran bei seinem Verkanfe von Seuseneck ao. 1303 erwähnte, dass er diesen Burgstall von Herrn Arnold dem Piber und dessen Ehewirthin Margaretha an sich gebracht habe. — Von Arnolds III. Söhnen sind nur Nachrichten über den Mittleren, Bndiger, vorhanden, welcher zu Krummau am 1. 9. 1318 im Vereine mit seiner Hausfrau Diemut, Margret seiner Tochter und Ulrich seinem Sohne das Haus Grünberg (bei Horn in N. Oe.) an Ulrich von Meissau verkaufte, wobei sich sein Bruder Ulrich und sein Schwiegersohn Ulrich der Vrey, Gemahl der Margret, für das Einverständniss des zweiten , damals noch ungevogten Sohnes des Buger, Arnold, verbürgten. Eine zweite Tochter Bngers, Elspet, war am 5. 2. 1319 Klosterfrau zu St. Bernhard — Mit diesen schliessen dio Nachrichten über die Deseendenz Arnold's III. von Helfenberg ab. Bereits am 25. 10. 1350. in der Giitcrtheilung der Brüder Beinprecht und F'riedrich von Wallse, fiel Helfenberg auf den Ersteren von diesen Beiden war also schon vorher in deren Besitze. Heinrich I., der ältere Sohn Bugers II., war im Jahre 1250 bereits todt. Um diese Zeit schenkte Arnold der Piber mit Willen seiner Schwägerin Jeuta, seines Brndors Heinrich Wittwe. dem Kloster Wilhering die Höfe zn Aich , Linden und Grenssenberg und am 25. 7. 1285 gaben Rnger und Ottachcr -von Fiberstein" mit Zustimmung ihrer Hausfrauen zum Seelgcräth für ihren Vater „Herrn Heinrich den Pyber. dez got gnaedichlich ge-denchen solt" nach Wilhering ihr Eigen zu Biberau und zu Chunöde, welches mit ihrem Willen ihr „Feter" (Oheim- Arnold der Pyber von Ileffenberch an Herrn Sieghart den Gneussen versetzt hatte, das aber von Letzterem durch das Stift eingelöst worden war; Chunrat uud Sieghart die Biber von Botenekk bezeugten den Brief — eine Nachkommenschaft Bugers ist urkundlich nicht festzustellen. Sein Bruder Ottachcr zu Piberstcin gab am 25. 8. 1305 mit Willen der Hansfrau Chuncgund und der Kinder Buger. Heinrich, Ulrich, Sighart. F'riedrich, Offmey, Gertrud. Elspet, Margret uudJcut seinen Schwägern Ludwig und l'lrich von Ludwichstorf sein Eigen zu Aich bei St Mnrtin und veräusserte zn Wildberg am 21. 9. 1809 an Gunducker von Starliembcrg seino freicigenen Güter zu Hulmpcrige Hamberger bei Licliteuhag) und Tobel fiir Wcrnhart von Messenbach Von don vorgenannten Söhnen <'Machers war Heinrich am 5. 9. 1319 Chorherr zn St. Florian; Sighart erscheint als l'farrcr zn Pöchlarn. Der Deseendenz eines der Brüder derselben wird Chunrat der Piber angehört haben, der der Letzte der Linie auf Hiberstein gewesen sein dürfte. Zn Wien OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 253 am 6. 10. 1359 verlieh Herzog Rudolf an Jaus den I.ass-bergor den Hof zu Blesse bei liberstein, der dem Herzoge von ( hunrat dem Piber ledig geworden war. Pi-berstein selbst hatte Herzog Albrecht schon am 29 9 1350 dem Walchun von Hader zu Lehen gegeben, uacli-dem das Haus vorher durch Ulrich den Tanner dem Herzoge verkauft worden war. Kotteneck war um 1242 im Besitze Arnolds III., aus dessen Hiinden es jedoch bald gekommen sein muss. und vermuthlich gedieh es im Wege einer Gütertheilung auf Arnolds Bruder Otto 1., der uur einmal urkundlich vorkommt. Am 11. 11. 1265 bezeugten Arnoldus (III.) et . Otto (I.) dicti Piberones den Yerkanfsbrief Ulrichs von Lobenstein an Kloster 'Wilhering, dessen Besitzungen zu Biberau betreffend. — Chunrat und Sighart von Rotteneck, die vorgenannten Zeugen bei der ^celgeräthstiftung der Brüder Bnger uud Ottacher ao. 1285, dürften demnach die Söhne Ottos I. gewesen sein Sie hatten noch zwei Brüder Wernhart und Friedrich, denn eine Florianer Urkunde der Söhne Ulrichs vou Lobenstein d. d. 20. 1. 1286 bezeugten „Fridericus Castor et fratres sui V» eru-hardus et Chunradus " Als Sohn eines derselben hat zweifellos Budgcr von Rotteneck zu gelten, der im Vereine mit Peter dem Piber von dem weinperige am 24. 2. 1305 zu Lobenstein eiueu Verkaufsbrief Albers von Lobenstein, mit dem Biber im Schilde, siegelte. ~ Die Linie zu Bottuneck erlosch im Manneaatamme mit Otto II., dessen Tochter Diemut Wittwe nach Hermann dem Marschall von Laudenberg zu Rotteneck und Hofmeisterin der Herzogin von Oesterreich am 20 3. 1374 von Chunrat dem Yolkart das vor Zeiten den Piber gehörige Gut Lindham in der Wachsenberger Grafschaft wieder erwarb und damit im Gotteshause zu Gramuiastett. il ein Seelgeräth für sich, Otto den Piber und alle ihre Vorvorderen stiftete. Aus der Descendenz Sighart's III hatte dessen gleichnamiger Sohn dun Zehent in .curia Rothele" und das Gut Liudhaiu seiner Vorfahren noch inne, wie aus der Urkunde vom 1. 3. 1243 hervorgeht, womit er im Einverständnisse mit seinen Brüdern Ruger und Gozzowinus dem Kloster Wilhering fiir zugefügten Schaden ein Gut zu Waldenstein übergab. Zu den Enkeln Sigliart's III. dürften gehören Dominus Dietrich P., der nur einmal, am 2. 3 1300, in einem Briefe Heinrichs von Wallse, Landrichters zu Wachsenberg, unter den Zeugen auftritt, — dann Düring I. , welcher bereits im Jahre 1272 einen Lehensbrief Wernharts von Hurlhcim an Alber vou Gussbach bezeugt hatte und um 1230 in einem Lehensbriefe Poppos von Grimburg unter den Zeugen erscheint. - Düring II. verkaufte im Vereine mit suinen drei Schwestern im Jahre 1300 den Hof zu Lugheim an Heinrich von Lonstorf, gab zu St. Florian um 11. 11. 1325 mit Willen seiner Hausfrau Diemut 100 Pfund Pf. zu einc-m Seelgeräth, stiftete am 2. 7. 13"0 einen Jahrtag zu St. Florian mit 100 Pfund Geldes, welches ihm die Fürsten von Oesterreich schuldeten und setzte hierbei zn l'fande dio Ueberthcner-ung von allen seinen in Oesterreich ob und unter der Ens versetzten Gütern. - Am 3 12. 1332 stiftete Friedrich, „hern Dürings suu des I'ibcr." mit der Mannschaft auf seinem freien Eigen, der Hube zu Hörsching. ein Seelgeräth zu Lambach. - Friedrich scheint schlecht gehaust zu haben und verpfändete und verkaufte alle seine, wohl aus einer Heirath, vielleicht von der Mutter herrührenden Güter in der Pfarre Pucking im Traunvicrtel. Am 19. 6. 1334 trat Ulrich von Tann an Heinrich den Kaiser die Hegc-mülile ab, die sein Satz war von Düring dem Piber, dem Gott genad, und Friedrich dessen Sohne. Zu Ens 15. 5 1337 gestattete Friedrich dem Propste Heinrich von St. Florian und dem Bitter Marquart Preuhafcn die durch ihn verpfändeten Güter einzulösen, auf welcho Art der l'ropat am 4. Juli dessel-IV. 5. ben Jahres von dein I'fandinbaber Peter dem Tawer das Dorf Frondorf an sich brachte. Am Georgitag 1340 veräusserte Friedrich an Diemut vou Volkenstorf den Hof zu St. Leonhard, eine Hube und eino Hofstatt daselbst, den Hof zu „l'ncktzinge," ein Gut zu 8hassledeu" ein Gut zu „hasenurvarein Gut .datz dem Chatten,* ein Gut zu „Stalzenhueb," drei Güter zu Czeidelhaim.- cinoMiihle am „Bypacli," eine Giilte „eiihalb der Traun,- eine Fisch-weide zu Hascuurfahr und eine Au daselbst. Der Descendenz Sigharts III. gehörten ferner, vielleicht als Söhne des oben genannten Dominus Dietrich, die Brüder Peter, Buger (1809, 1315) und Ortolf 1. (1309. 1315> an, vou welchen Peter zu Weinberg, südlich von Preistadt sass und auch im Machlande begütert war, wo er den freieigenen Hof zu Stafflern, Pfarre Mitterkirchen am 25 12. 1314 au das Kloster Baumgartenberg ver-iiussertc. — Am 13. 10. 1321 versetzte Chunrat von Tannberg seinem Vetter Ortneid von Tannberg, dir sich für ihn gegen seinen Chunrat's) Schwager l'eter den Piber und dessen Hausfrau Perchta verbürgt hatte, einigo Güter. — Ennenkl schreibt Peter dem Piber zwei Söhne, Friedrich und Sighart, zu und iu der Tliut lindet sich urkundlich ein, ebenfalls wie der Vater in der I'farru Mit-tcrkirchcn im Machlande begüterter Sighart, welchem Andreas von Sunnberg zu Wien am 28 11. 13"6 diu Anwartschaft auf eine Hube .auf der Hülben" zu Nauru zusprach, die dann dem Sighart am 30. 9. 1340 von Leut-win von Sunnberg. seinem Vetter, übergeben wurde. Sighart veräusserte dieselbe um 29. November desselben Jahres an das Kloster Pulgarn im Vereine mit seiner Hausfrau Anna, welche uls seine Wittwe gemeisam mit ihrem Sohne Martein uud der Tochter Cliunigund dem Abte Johannes von Buumgartenberg die Räschleiushof-statt zu Mitterkirchen und zwei Aecker am 29. 6. 1361 versetzte - Der Sohn Martein war I fleger und Burggraf zu Kreutzensteiii bei Leobendorf in N. Oe. und vermält. Am 26. 4. 1353 urkundete der Pfarrer Ulrich zu Steten nuter dem Siegel „des erbern liern Mert des Py-ber, zu den Zeiten purggral' vnd pfleger ze dem Grent-scheiistain," dass ihm seine Pfarrleute nach Gelieiss des Herzogs Albreclit alles Geld auf liegenden Gründen angelegt haben, und zu AVien am 21. 9. 1-65 bestätigte Martein der Piber dem Salzbnrg'schen Hofmeister zu Arnstorf den Empfang von 200 Pfuud Pf., die ihm dieser im Auftruge seines Herrn von Salzburg als lleiraths-gut fiir Beine Marteins) Hausfrau Ursula übergeben hat. Dass dieser Ehe SuccesBion entsprossen wäre, ist nicht zu finden. Von den oben genannten Brüdern Peters von Weinberg Ruger und Ortolf I., erscheinen „Herr Rueger der Pyber" zu Steyregg am 21. 12. 1315 bei der Uebergubo des Spitals zu Pulgarn durch Hanns von Capellen an den Meister des Wiener Spitals, - Herr Rueger und Herr Ortolf als Zeugen am 1H. 3. 1318 uls ihr Bruder Peter und dessen Hausfrau Perchta von Friedrich und Sighart den Piber Söhnen Ottachers zu Piberstcin zwei Huben zu Grucb versetzt erhielten. — Einer von den beiden Brüdern, Ruger oder Ortolf L, dürfte zweifellos der Genial jener Alhait von Storchenberch gewesen Bein, die zu Wildberg am 31. 7. 1349 mit dem Weingarten, „der Reiher genannt in dem Mupacli zu Spitz," für Bich und ihren seligen Gemal Gundacker von Starhemberg einen Jahrtag in der Capelle zu Kirchschlag stiftete. Den Brief siegelten ihre Söhne Gunducker von Starhemberg und Ortolf (II.) der Piber, — dieser mit dem Biber im Schild, — und Bio selbst, als Wittwe mit dem angeborenen Wappen, und zwar mit den Landenberg'schen drei Bingen. Alheid. auB Landenberg'schem (Lichteneck'schem) Geschlechte, war demnach i.n erster Ehe mit einein Piber vermält und bereits 1349 Wittwe nach ihrem zweiten Gemale Gundacker von Starhemberg. Der Taufname ihres Sohnea Ortolf Piber apricht dafür, dass sie die Ge- 64 254 0BEEÖSTERREICHI3CHEB ADEL. rnalin des ältereil Ortolf oder dock des Brnders desselben, Enger, gewesen war. — Ortolf der Jüngere, passau'scher Barggraf zu ßiedeck, verkaufte am 13. ö. 1351 im Vereine mit seiner Hausfrau KIspet uud unter dem Siegel seines Stiefbruders Gundacker von Starhemberg verschiedene Zehente zu Nenmarkt bei Freistadt an Christian Gnglein. Der Letzte den uns eine Urkunde nennt, ist Ottacher der Fiber, welcher am ä. 8. 13IU einen Wrkaufsbrief Ludwigs des Neundlinger und der Genossen desselben siegelte. Ob derselbe der Ehe Ortolfs Ii. entsprossen war, vermag ich nicht zu entscheiden. Dem Taufnamen nacli gehörte er vielleicht der Pibersteinor Linie an, diese aber scheint, wio oben dargelegt wurde damals schon erloschen gewesen zu sein. Noch sei erwähnt, dass sich einzelne Mitglieder des Geschlechtes, wohl in Folge der Beziehungen zu dem Stifte Seckan nach Steiermark waudten wo dieselben, nach Stadls Bhrenspiegel. welcher sie mit dem Wappen der ob der Ens'schen Piber aufführt, zu Biberstein bei Voitsberg sassen. Don Schenkbrief Ortolfs von Graz um 1220 au das Spital am Pylirn bezeugte Ortolfus piber. ChunTat nnd llueger die Piber von Piberstein (bei Voitsberg) kommen 1285 urkundlich vor. Lobenstein. Aus dem Stamme zu Lobenstein, welcher der Ueber-sicht halber hier eiugercilit werden musste, stiftete der Eingangs genannte, hoch angesehene Ulrich mit Gütern in der Pfarre Grammastetten die Pfarrkirche zu Zwettel im Mühlviertel, worüber er zu Passau am 3. 8. 12t>4 vom Bischöfe Otto die Genehmigung erhielt, veränssorto am 11. 11. 126-i mit Willen seiner Hausfrau Elisabeth und seiner Söhne Sighart, Witigo, Perchtold, Ulrich, Albero u. Ottokar dem Stifte Wilhering dio von seinem Grossvater Sighart II. Piber herrührenden Besitzungen zu Biberau, urkundete 1270 als des Königs "ttokar Burggraf zu Neuburg am In nnd brachte .das Haus Wiirtenstein" 'Hertenstein) in N.-Oe. an sieh, das ihm Heinrich von Hage, mit Gunst des Bömischen Königs als Lehensherrn, am 5. 11. 127« verkaufte. Von don Söhnen Ulrichs sind uns sechs bereits bekannt geworden; der Jüngste, Peter, ist im Jahro 1205 noch nicht vogtbar gewesen Perchtold und Uttokar dürfton unvermält geblieben sein, Wittigo wurdo Geistlicher und kommt in den Jahren 1297 nnd 1299 als Domherr zu Passau urkundlich vor. — Zu St. Florian am 20. 1. 1280 bezeugten dio Brüder Sighart, Ottakar, Albero und Peter von Lobenstein, dass ihr Stroit mit dem Stifte St. Florian wegen der Güter zu Rauchenöd dahin entschieden worden sei, dass sie dieselben gegen einen jährlichen Zins besitzen sollen. Im Jahro 1289 übergab Ottokar v. L. dem Chunrat von Capellen zwei Huben zn Pa-sching. Noch im Jahre 1297, also fast zwanzig Jahro nach dem Todo ihres Vaters, sind dio Brüder Alber, Ota-eher nnd Peter utn ihr Erbe Lobenstoiu nnd Hertenstein in Uneinigkeit gewesen nnd gelobten zu Freistadt am 2. December dieses Jahres, dass sie „nach dem kriech den sie mit Einander Haben gehabt-* sich an einem festgesetzton Tage vortragen wollen Sighart. der älteste von ihnen, urkundete am 28. 5. 1273 zu Ottensheim, dass die Güter, welche er nnd seine Gemalin Elspet von Truchsen vom Herzoge Heinrich von Bayern zu Lehen erhielten, nach seinem kinderlosen Todo an seine Eltern Ulrich und Elisabeth und an seine Brüder fallen sollen. Siegharts Voraussicht über seinen unbeerbten Abgang erfüllte sich jedoch nicht nnd bald darnach muss ihm ein Sohn goboren worden sein. — Zwanzig Jahre später, zu Linz am 25. 5. 1293 crtheilte Herzog Ludwig von Bayern auf die Bitte Dietmars von Lobenstein, des Sohnes seines einstigen getreuen Sighart v. L., dem Ulrich von Capellen die Mitbelehnung auf das Schloss, „gru-nenberch," daun auf einen Hof an der Krems, auf das Dorf „Troyssendurf," einen Weingarten bei Spitz und andere Güter ob und unter der Ens, welch' Alles vordem Sighart v. L. zu Lehen trug, und am 24. 4. 1300 verkaufte Dietmar „hern Sigliarts sun von Lobonstain** sein halbes Haus zu Herteustein an Heinrich von Wallse, welcher auch schon des Alber (Dietmars Oheim) Authcil an sich gebracht hatte. Als Bürge zu diesem Verkaufe stand Heiurich von Volkensdorf, des Dietmar Schwiegersohn. Dass Dietmar, welcher zuletzt am 21. 2. 13:13 vorkommt, auch Söhne hatte, ist nicht zu linden. Ulrich, der dritte Bruder Sigliarts v. L., hatte einen gleichnamigen Sohn. Ulrich III., dessen Hausfrau Haill-weig vou ihren Kindern erster Ehe Gundakher, Cliadolt, Catrey und .Margret vou Werde das Gut zu Lintbach d. d. Wien 22. 7. 1322 ais Morgengabe erhielt. Ulrich III. erscheint ferner noch am 23. 8. 1349, an welchem Tage er, als Herrn Ulrichs Sohn von Lobenstein im Vereine mit seinem Vetter Peter dem Jüngeren v. L. bezeugto von Herrn Dietrich von Aistersheirn den Satz zu Höfloin, mit Ausnahme jenes um Lobenstein zur Einlösung erhalten zu haben. Er lebte noch 1357, in wolcliem Jahre er in einer Urkunde des Jans von Lobenstein, der ilm Vetter nennt, auftritt. Albero v. L., Ulrichs I. fünfter Sohn, der gemeinsam mit seinem Sohne Siegart II. bereits am 7. 3. 1269 zu Lutmaritz (Lcitmeritzj eine Bestätigung König Ottokars über zwei Gnadonbriefe au Heinrich von Mölln bezeugt hatte, beurkundete im Jahre 1300, dass er seinen Erbtheil zu Höflein seinen Brüdern Herrn Otachern und Petern verkauft habe, doch so, dass die Kirche nach des Ersteren Tode dem Peter und dessen Nachkommen aner-ben solle — ein Beweis, dass sein eigener Sohn ohne Leibeserben damals schon gestorben war. Feruer verkaufte er d. d. Lobenstoin 4. 12. 1305 an Otacher das Dorf Ottenschlag. Pfarro Sclienkenfelden. Peter, der Jüngste der sieben Brüder, nahm Gertraud, Bueger des Prueschinken Wittwe zu Hausfrau welche im Jalire 1300 gegen ihre mit Letzterem erzeugten Kinder auf alle Erbausprüche verzichtete. Er hatte mit dieser einen Sohn Peter uud vermalte sich in zweiter Ehe mit Oifmoy von Starhomberg. Am -12. 2. 1325 versicherten Peter der Alto und Peter sein Sohn von Lobenstein der Hausfrau dos Ersteren Offinoy, Gundackers von Starhcm-berg Tochter, deren Hcirathsgut auf die Weingärten zu Arnstorf und am 25. 11. 1340 erklärto „Offiney hern Peters witib von Lobenstein dem Got genad, dass sie sich bericht hat mit ihrem sun Petern von Lobonstain vnd mit seinen Erben vnd goin ihren chindcrn." dadurch, dass Poter ihr auf ihre Ansprüche dio Weingärten zu Arnstorf und an dem .Seczperig," die Güter um Freistadt und den vierten Theil dos Dorfes Ottenschlag verpfändet habe. — Da in dem vorgenannten Briefe einerseits von den Erben ■ Leibeserben) Peter des Jüngeren, andererseits von der Oifmoy eigenen Kindern die Bede ist, so mag die Frage offen bleiben, ob dor nun folgende Jans v. L. ein Sohn oder Stiefbruder Peters II. gewesen ist. — Am 23. 7. 1357 cntliess Jans von Lobenstein seinen Burggrafen Friedlein den Chapplan nnd seinen Diener Dietrich aus dem Gehorsam, besiegelte zu Wien am 13. 10. 1357 als des Chalhoch von Falkenstein Schwager, dessen Verkaufsbrief über dio Veste Banariegl an den Bischof Gottfried von Passau und licss sich am 7. 4. 1300 von Eberhart von Wallse einen Schuldbrief über 100 Pfund Pf. ausstellen, welclio Letzterer seiner Muhme, des von Dachsberg solig Tochter, nun des Jans v. L. Hausfrau, bezahlen will. Zu Wien am St. Elisabethtage 1441 bekannte Bruder Hanns von Lobenstoin, zur Zoit Comthur zu St. Johann OBEBÜSTEUBEICHISCHEE ADEL. 255 in der „Karnerstrasse" zu Wien, dass er, das Holz ausgenommen den Grund zu Purkbarstorf an dem Holczensperg um 38" Pfand Pf. verkauft habe. — Ob dieser ein Nachkomme des Hans v. L. gewesen, ob er überhaupt diesem ob der Ens'schen Geschlechte angehörte, vermag ich nicht zu entscheiden. — Lobenstein, welches Freiherr von Hoheneck zur reichsunmittelbarvn Herrschaft erhob, eino Fabel, die auch in der ständischen Matrikel Eingang fand, war schon im Jahre 137Ü nicht mehr in Händen des gleichnamigen Geschlechtes. Zn Wien am 30. 6. 1375 versetzte Buger der jüngere von Starhemberg für 1000 Pfund Pf. die Veste an seinen Vetter Buger dem Aelteren. Mit jenem Wilhelm von Lobenstein, dessen Höh. mit dem Bemerken erwähnt, er wäre anlässlich der von K. Maximilian I. 1501 errichteten neuen Landesordnung dem obersten Hauptmann Wolfgang vou Polheim als Begent und Bath beigegeben worden, ist dem gedachten Autor ein Irrthum unterlaufen, nachdem es sich in diesem Fallo nicht um einen \\ ilhelm von Lobeusteiu, sondern um Wilhelm von Lusenstein handelte. — Das uralte Geschlecht, über dessen Grabe damals schon längst der Schild zerbrochen war, hatte übrigens die Bestimmung nicht zur Buho zu kommen und noch im Jahro 1663 reichte ein Johann Wilhelm von Lübenstein sein Gesuch um Anerkennung der Landmannschuft in Oe o. d. E. ein, welches diu beiden oberen politischen Stände d. d. 12. Februar letztgedaohten Jahres in glücklicher Eingebung, trotz der Befürwortung Heinrich Wilhelms Grafen und Herrn von Starhemberg, dahin erledigten, dass sie im Hinblicke auf diu althergebrachten .Statuten Bedenken trügen dem Ansuchen zu willfahren. (U.-B.; k. u. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv zu Wien; Stiftsarchiv zu St. Florian; Steiermärk. Landesarchiv j ltiedeckor Archiv zu Eferding; Geburt des Landes ob der Ens, ferner Peuerbach, rechtshistor. Versuch im 27. und 23. Bcrichto über das Museum Franc. Carol, von J- Strnadt, unter dessen wesentlicher Mitwirkung hiu-sichtlich des Ursprunges der Piber und Lobenstein dieser Artikel vorfasst ist; Pritz, Geschichte des Landes o. d. E.; Akten im Landesarch.; Muchar, Geschichte von Steiermark; H. und B.-M.; H.; W.) Pieger. (Taf. 70). Wappen: Aus einem*Dreiberge !wachsender Steinbock (H nnd B -M., wo der Schild silbern, der Bock roth, der Droiberg griin bezeichnet ist;. Dio Familie soll im ersten Gültenbuche unter den Landleuten eingetragen gewesen sein. — Weitere Nachrichten fehlen. vH.: B.-M.). Piliitl. (Taf. 70). Wappen: I. In Blau, auf rothem Dreiberg stehend, ein goldener Löwe, welcher mit beiden Pranken eine silberne Ente zum Bachen führt. — Gekr. Helm: Dor Löwe mit der Ente, auf der Heltnkrone stehend. Decken: blau-golden, roth-silbern. (N. S. Schlesischer Adel). — II. (Freiherrliches; Geviert 1 und 4 wio vorhin. 2 und 3 in Gold ein schwarzer FTügel belegt mit einem goldenen J (Josef L). Zwei gekr. Helme: 1. Das Bild des Stammwappens wachsend. Decken: blau-golden. 2. Offener, schwarzer, je mit dem goldenen J belegter Flug. Decken: schwarz - golden. ~ Devise: Sub umbra alarum tuaruin. (N. S Schlesischer Adel und o. d. E.'sche H.-M. — Das gräfliche Wappen ist dem freiherrlichen gleich, nur wird der, von dem Löwen mit einer Pranke gehaltene Vogel als Schwan angesprochen). Aus dieser zu Tassul inSüdtyrol gesessen gewesenen Familie wurdo Johann Bapt. Pilati wegen seiner und seiner Vorfahren Verdienste von K. Bndolf II. d. d. Prag 23. 7. 1602 in den rittermässigen Adelsstand erhoben; auch verlieh Karl von Madrutz, Fürstbischof von Trient dem Friedrich P., Dr. jur. und fürstbischöflichem Bathe, sowie dessen Bruder Nicolans, am 13. 2. 1642 den Adel des Fürstentums Trient, welche Verleihung Fürstbischof Sigismund Alfons dem Dr. Carl Pilati vou Tassul am 15. 12. 1670 bestätigte. Josef Anton P. v. T., Herr der Herrschaft Ebreicha-dorf am Moob in N.-Oe. und Schlegel in der Grafschaft Glatzkaiserl. Hofkammerrath nnd geheimer Kummer-zahlmeister, ein Enkel des Eingangs genannten Johann Bapt., wurdo, nachdem er am 25.2. 170:") unter die neuen Geschlechter des n.-ö.'schon Bitterstandes aufgenommen worden war und unter dorn 5. November desselben Jahres eine Bestätigung seines rittermässigen Adels erhalten hatte, von Kaiser Josef I. in den Beichsfreiherrnstaud gesetzt. — Von seinen fünf Söhnen begründeten Josef, — aus der ersten Eho mit Anna Katharina (alias Begina) Wägelin von Walsogg, — und Vincenz Anton, — aus der zweiten Ehe mit Johanna Maxiiniliana vou Eylcr, — zwei Linien, von denen die Letztere mit ihrem Stammvater Vinceuz Anton durch Kaiser Karl VI. d. d. 27. 5. 1738 den böhmischen F'reiherrnstand erlangt» uud mit Eduard Frcihorrn P. v. T. iin Jahre 1860 im Manncs-stammc erlosch. Josef, Herr zu Ebreichsdorf, nnd nach seines älteren Bruders Johann Bapt Tode auch Herr zu Schlegel, verehelichte sich mit Maria Theresia F'reiin von Mannstorf, der Letzten ihres Namens, Erbin der Güter Dachsberg, Lichteneck und Huefling in Oe. o. d. E., welche Besitzungen sie dem ."-ohne Johann Bapt. illl.) hinterliess, dor am 24.10.1775 in den jnugen Herronstand Oe's o. d. E. aufgenommen wnrde, daselbst, 1737- 1?!I0, als Verordneter fnugirte, am 8. November letzteren Jahres in den stiftsmässigen Ilerrenstand vorrückte und d. d. Wien 10. 3. 17*J.) durch Kaiser Franz II. den Beichs- und erbländischen Grafenstand erlangte. Graf Johann Bapt. vermälto sich mit Maria Theresia Philippine l>rälin Arz von Wasegg, aus welcher Ehe mir zwei Söhne bekannt geworden sind. Anton (gob. 30. 12. 1772, t 4. 1. 1834), Besitzer der Herrschaft Schlegel in Schlesien, und Carl zu Dachsbcrg, welcher als k. k. Kreis-cominissairc zu W»1b am 16. 11. 1813 in dio ständische Versammlung zn Linz eingeführt worden ist. Graf Anton Pilati vermälte sich am !). 4. 1812 mit Charlotte geb. von Studnitz und Jeroltschütz if 25. 'J. 1846) nnd erwarb dio Söhne Oskar (geb. 13. 5. 1817), Max 'geb. 11. 7. 1810; nnd Karl (geb. 5. 3. 1*25), Erbherr der Herrschaft Coritau in proussisch Schlesien, dieser am 2. 5 18f>9 mit Henriette Freiin Hildprandt von und zu Udenhausen vermält, welcher Eho dio Söhne entsprossen sind: Oscar (geb. 18 7. 1860) königl. preuss. Lieutenant im Leibcuirassicrrcgiincnt, Budolf (gob. 19. 4, 1863) nnd Carl (geb. 7. 10. 1864). — Graf Max hat aus seiner Ehe mit Leopoldinc, geb. Bartsch einen Sohn Maximilian (geb. 20. 5. 1851), seit 14. 2. 1881 mit Clara vou Dressler und Scharffcustein vermält. Graf Oscar der Aeltere, königl. preuss. Major a. D., Erbherr der Allodialherrschaft Schlegel, welcher, nachdem Dachsberg nnd Ru.-fling schon früher veränssert worden waren, nach Beinern Oheime Carl das Gut Lichtencck ererbte, hat diesen letzten Besitz der Familie in Oesterreich ob der Ens im Jahre 1850 verkauft. Derselbe ist unver-mält geblieben. iN.S. Schlesischer Adel; W.; H.-M.; Landtaf.; gräfl. Taschenb.;. Pill«*It (Billlch-). (Taf. 70). Wappen: In Silber eine schwarze „Pillch - Mauss". Dieselbe wachsend am gekr. Helm. Decken: schwarzsilbern. 256 OBEEÜSTEEBEICHISCHER ADEL. (In dieser Weise giebt Freiherr von Hoheneck die, wohl etwas gewagte Blaso-nirung nnd die Eitterstands-Matrikel bildet das Wappen getreulich nach Ich selbst habe nichts Anderes iibcr den Schild erfahren können). Die Fillch, ans Bayern wie der vorgenannte Autor sagt, dürften wohl im Inviertel oder in dem nachbarlichen Niederbayern entsprossen sein, wohin zn dem Prämon-stratenserstifte St. Salvator bei Griesbach Ulrich, Hanns und Martin, Söhne des Ulrich Pillch, stifteten und hierüber von dem Frohste und Convcnt daselbst am St. Martinstag 1404 den Bevers erhielten. Hanns Pillch zu Panmgarten, Burghüter zu Wcrn-stein a. In nächst Schärding, stiftete im Vereine mit seiner Hansfrau Elisabeth zwei Jahrtage in der St. Georgskirch e zn Wernstein lant Bevers d. d. St. Dorotheatag 1414. Sein Sohn Ehrhart war Augustiner - Chorherr zu Beichi-rsberg und testirte als Dechant daselbst am St. Leon-hardstng l!ÖO zu Gunsten seiner Schwester Anna. — Thomas. Ehrliards Bruder. baute, wie der Gedenkstein dieser Familie in der Pfarrkirche zu Pram besagt, den Sitz Feldegg an der Pram und starb 1460. Seine Ge-mahlin Katharina von Mamling (f 1478) hatte ihm zwei Söhne geboren, Hanns und Stephan, von denen sich der Erstere. gesessen zu Fcldcgg. mit Ursula, Tochter Heinrichs.des PetcrBhaimer zum Neuenfols und Waldeck, vermälte, dio sich am Dienstag vor Liclitmess 1482 mit ihren Schwestern um die Verlasscnschaft des Vaters vertrug. Bei dieser Gelegenheit mag ihr Waldeck, unweit Schärding, angefallen sein, zum Wenigsten nennt Pfarrer J. E. Lamprecht in seiner Geschichte Schärdings die Herren vou „Billich" unter den Besitzern des letztgedachten Schlosses. Hanns, der als Mitglied des o d. E.'schen Bitterstaudes eingetragen ist. starb 1488, die Gemalin war schon am Mittwoch vor St. Veit 1483 vorangegangen. Die einzige Tochter Barbara vermälte sich mit Kaspar von Betschan, dem sie Feldegg zubrachte, und beschloss die Familie am Montag vor St. .Matthäus 1508, nachdem ihres Vaters Brnder Stephan in der Fastwoche 1494 als letzter „Mannessprosse heimgegangen war. (B.-M.; H.; J. E. Lamprecht, Geschichte der Stadt Schärding). Flnter. (Taf. 70). Wappen: In Both eine bewurzelte, grüne Eiche, deren Stamm mit einem natürlichen Fisch wagrccht belegt ist. — Gekr Helm: Dio mit dem Fisch belegte Eicho wachsend. Decken: roth-silbern. (II. nnd B.-M.). Hoheneck besass einen Stammbaum diesir Familie in seinem Archive, nach welchem Hanns Pinter von der An (1338) einen Sohn Ulrich, vermält mit Margaretha Traindtneriu von Bernthal, hatte. Hanns, dieser Beiden Sohn, gewann in der Eho mit Clara Hohenfnrtherin sieben Kinder, von denen sich Ulrich mit Margaretha von Panmgarten zu Bring trauen liess, über kinderlos blieb. Des Letzteren Bruder Martin nahm Anna Feyrtagin zur Eho, aus welcher der Sohn Ulrich II. entsprang, der', vermält mit Clara Feyrtagin, durch seinen Sohn Hanns die Familie fortsetzte. Letzterer wird vou Hoheneck als Herr zuAlmcck bezeichnet, eine Angabc, die mit aller Vorsicht aufzufassen ist, denn Hanns P. dürfte zu Endo des XV. Jahrhunderts gelebt haben und nach des vorgenannten Freiherrn eigener Angabe stand der Sitz zu dieser Zeit noch im Eigenthnmo der Sachsen von Almeck. Später kam er, — in der Zwischenzeit wird ein Zelter von Almeck genannt, - an Achaz von Hohenfeld (f 1548). Jedenfalls könnte Almeck nur ganz vorübergehend im Besitzo der Pinter gewesen sein. Hannsens Gemalin wäre Scholastika von Artstetten gewesen. Die ans dieser Ehe lier-vorgegangenen Wolf nnd Hanns der Jüngere veränsserten 1468 das Gut zu Hanslenthen. Pfarre Grieskirclicn an einen Grieskirchner Bürger. Wolf war erst mit Barbara LeTochin und 1504 mit Wandula Beickerstorlfer verehelicht. aber ohne Kinder. Christof, ebenfalls ein Brnder des Wolf, erzeugte mit seiner^ Gemalin Ursnla Auerin von Gunzing neben anderen Kindern Christof den Jüngeren, welcher im Jahre 1585 als Mitglied des o. d. E.'schen Bitterstandes eingetragen ist und mit seiner zweiten Ehefrau Dorothea, Tochter des Max Kcutzl von Ambrang am Weilbart und der Anna Freyin von Panmgarten zu Ering, sechs Söhne erwarb, von denen sich Hanns Leonhard mit Cordula von llacklocd vermälte, aber ohne männliche Succession blieb. Gotthard, des Vorigen Brnder. verkaufte im Jahre 1604 verschiedene Zehente an Gnndackcr von Polheim zu Parz nnd ehelichte Begina, eine Tochter des kaiserl. Aufschlagers zu Vöcklabruck Samuel Gassolt. Von seinen acht Söhnen setzte keiner den Stamm fort. Johann David Pinter von der Au. einer von diesen trat, 1643 grossjährig geworden, in kaiserlicho Kriegsdienste, dio er, mehrmals tödtlich verwundet, in oder kurz vor dem Jahre 1680 verliess und sich, verarmt, zu seinen Verwandten den Wiellinger nach Hintcrdoppl zurückzog, wo er, 66 Jahre alt am 3. Juli 1689 starb. Er ist hierauf in der nahen Pfarrkirche zn Dorf a. d. Pram als Letzter seines Namens bostattet worden. Die aus der vorgeschilderten StamniTeihe, für deren Bichtigkeit übrigens keine Gewähr übernommen werden kann, ersichtlichen Ehen der Pinter mit den Panmgarten von Ering, den Kontzl von Ambrang, den llackloed, logon es nahe die Pinter, über welche mir sonst alle Nachrichten fehlen, für ein Geschlecht aus dem bayrischen Inviertel zu halten, das nur unbedeutende Güter in der Gegend von Gricskircben hatte, aber doch auf Grand dieser Letzteren die o. d. E.'schu Laudmannschal't besass. (E.M.; H.). K'irching. (Taf. 70). Wappen: I. Im von Gold und Schwarz schräg-getheilten Schilde auf der Thoilungslinie drei schräglinko, iarbengeweclisclte Bauten hintereinander. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: schwarz golden. (B.-M., IL, N. S. f bayr. Geschlechter). - II. Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Both ein von Blau und Silber in drei Beihen geweckter Balken (Nussberg). — Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. Decken: schwarzgolden. 2. Vierfacher, silberner Federbusch (zu Nussberg). Decken: roth-silbern, blau-silbern. (N. S. f bayr. Geschlechter.) Die Pirchinger, Turniergenossen, haben ihren Anfang im Mühlvicrtol genommen, wo sie unter den Schaunberg'-schon Vasallen erscheinen und anch begütert waren. — Dio Seelgeräthstiftnng Bugers nnd Arnolds von 1'iberstein nach Wilhering vom 25. 7. 1265 bezeugten Ulrich nnd Marquard dio Pirchinger.— Ulrich nnd Alram von Piriching genossen vom Stifte St. Floriau rührende Zehente auf dem Wernhartshof zu Bnzcldorf, auf einer Hube zu Perge und auf dem Hofe zu Prvnno, wie aus dem Bcverse Weicharts von Polheim d. d. 25. 5. 1288 hervorgeht und in einer Urkunde vom 2. 3. 1300 des Landrichters zu Wachsenberg, Heinrich von Wallse, wegeu einer Klage des Prob-stes von St. Florian stellt wieder ein Virich von Piriching unter den Zeugen. — Am 13. 1. 1317 verzichtete Wernliart der Pirchinger unter dem Siegel seiner gnädigen Herrn, Herrn Heinrichs des Aelteren von Schaunberg und Heinrichs von Wallse, mit Willen seines Bruders Sieghart und seiner Schwestern Poteis. Elsbeth, Hedwig und Hail-wig auf den halben Hof zu Piberau zu Gunsten des Klosters Wilhering, von welchem er diesen Hol' zn Lehen trug. Es ist nahe liegend in dem vorgenannten Sighart v. P., den ich sonst nirgends bisher erwähnt gefunden habe, den Erbauer des Schlosses Siegharting bei Andorf im Inviertel zu vermnthen, auf welchem Sitze das Ge- OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. »57 schlecht durch mehr als drei Jahrhunderte bis zu seinem Erlöschen hauste. — Heinrich der Pircliinger zu Sigliarting erhielt d. d. Landshut, Dienstag nach Michaeli 1333 vom Herzogo Heinrich von Bayern die Befreiung seiner Güter, insbesondere Sighartings. von dem Gerichte zu Schärding — Jans der Pircliinger zu Siegharting erscheint von 1371 an in mehreren Passauer Urkunden, zuletzt um 10. 10. 1375 als Zeuge in dem Briefe, durch welchen das Domkapitel an Ulrich den Peck von Kematen ein Gut in der Pfarre Raab zu Erbrecht verlieh. — Heinrich v. P. zn r ic-gharting, am 10. 0. 1302 unter den Schiedsleuten in einem Vergleiche Tibold des Paleiter mit Chunrat und Leonhart dun Zellern vou Biedau, 1394 Pfleger zu Schärding, ist der nähere Stammvater aller folgenden seines Geschlechtes, das sich mit zweien seiner Söhne, Heinrich III. und Berthold in zwei Haupt-linien theilte, von welchen jene des Berthold, der im Jahre 1427 als Landrichter im Donauthale erscheint, ihr Erb-begräbniss, ein eigenes Kreihaus und anstossend daran eine zweite Behausung in Efening hatte, anf welch' Letzterer, wahrscheinlich schon durch Berthold selbst, das Allerhciligen-Beneflcium in der Pfarrkirche zu Eferdiug mit einem Amte an jedem Samstag auf dem hierzu gestifteten Altare errichtet wurde. Seiu Sohn, der Streng Bitter Herr Johannes Pircliinger zu Sigliarting (f 1485. bestattet zu Eferding; brachte Dietach a. d. Traun und Zierberg a. d. Krems au sich und erwarb mit seiner Gemalin Barbara Toblheimerin, — er soll in zweiter Ehe mit Margaretha Messenbcckin vermält gewesen sein, — drei Söhne, W'ilbold, Clemens und Benedikt — Der Erstere, Bitter. Herzogs Wilhelm Bath und Pfleger zu Kronsperg, verlieh am Donnerstag nach St. Gullentag 1518 das von seinen Verfahren gestiftete Beneflcium mit der hölzernen Behausung, „so an spinem und seiner Vettern Haus in der Stadt Eferding liegt", dem Wollgang Kapplruayr. kam in der Polge bei Hof in Ungnade und zog nach Sigliarting, wo er aui 1. 5. 1530 starb. Er wurde nach Eferding überführt, wo jüngst sein schöner Stein von dem gegenwärtigen Stadtpfarrer, Dechant Karl Grienberger lobenswerther Weise wieder aufgerichtet wurde. Wilbold war in erster Ehe mit Ursula von Freyberg durch welche er Kammerberg iu Ober-bayeru überkam, dann mit Anna von Nusstorf vermält; der Sohn zweiter Ehe, Hanns Stephan starb jung, uls er „ex studio" aus Italien gekommen war. Des Vaters Güter Kammerberg und Giebing, ebenfalls in Oberbayern, gediehen an die Töchter. Wilbolds Bruder, Benedikt Pirichinger zu Sigliarting (f am Eritag saud Jorgentag 1010) und seine Hausfrau Apollonia Zellerin (.t am Eritag vor saud Erasm 1513;, beide zu Eferding begruben, hinterliessen sechs Söhne, Hanns, Benedikt II. (f 1578 , lüistl. IUth, Rentmeister zu München und Pfleger zu Braunau, Christoph, Sebastian, Gregor und Achaz, der im Vereine mit seinem Bruder Benedikt die Güter Eggersheim bei Pöcking im Botthale und Haimiug un der Salzachmündung bi-sass und dieselben an seinen Sohn aus der Ehe mit Helena Offenhaimerin, Georg, vererbte. Dieser hatte keine männliche Descendenz. Hanns. Benedikts des Aelteren erster Sohn, auf Zierberg, dürfte Dietach, das dann an die Segger von Messenbach kam, bald nach des Vaters Tode veräussert haben. Er hatte sich mit Susanna von Gelting vermält und starb zu Zierberg am Donnerstag vor St. Dionys 1547. Sein Enkel Hektor, Willibalds II. Sohn, beschloss diese Hauptlinie im Mannesstamme 1592. Derselbe war mit einer von Frauking verehelicht, hatte aber nur eine Tochter, welche am 15. 1. 1595 mit Sebastian von Adeltzhausen zu Passau getraut wnrde. Die gerade Stammreihe der anderen Hauptlinie ist folgende: IV. 5 1. Heinrich III. zu Sigliarting. — 1) Amalia von Tattenbach zu Mamling, 2- Barbara von Elriching. — 2. Thomas zu Sigliarting (1440—1490), — 1) Katharina von Elriching, 2; Juliana Sternbeckh. — 8. Hanns zu Sigliarting, Parz bei Grieskirchen. Altschwent, Uezenaich und Scherngarn im Inviertel, — 1) N. Fürlbäck von Eggersheim, 2) Margaretha von Leinsitz (geb. 1490). - 4. Florian — Barbara Ottenberger (verm 1527.. — 5. Hektor (f 1572), kaiserl. Pfleger zn Kammer am Attersee, — Digna von Fränking if 1594). — 0 Hanns Carl Freiherr von Pirching zu Sigliarting, Prambach u. d. Bott und Ottenberg (f 1020... — 1) Ursula Hundin von Lauterbacb zu Sulzmoos (t 1592), 2) Anna Jakobu Freiin von Freysing. — 7. Freiherr Johann Ulrich zu Sigliarting und Prambach ,t 27 Jahre alt 1632) chur-bayrischer Hofrath und Mundschenk — Johanna Katharina Freiin von Leublling. Letzterer, — ebenso wie sein Vater und dessen zweite Gemalin,— in der Gruft zu Sigliarting beigesetzt, blieb bei seinem frühen Tode ohne Leibeserben und ist dieses alte Geschlecht mit Johann Ulrichs Bruder, Georg Ehrenreich, welchcr Mitglied der Gesellschaft Jesu wurde und, nachdem er das inuiclicium zu Sighurting gestiftet hatte, im Jahre 1670 zu Ingolstadt sturb, vollends erloschen. Wann Hanns Carl v. P. den Freiherrnstand erlangto und auf welchen Umstand sich die Wappciivcrciniguiig mit dem Schild der, 1569 heimgegangenen, Nussberg stützte, habe ich bis nun nicht erfahren. U.-B.; Wig. Hund; II.; R.-M.; Strnadt-Peuerbach; Stammtafel der Pircliinger zu Sigliarting, zusammengestellt, nach der in der kgl. bayr. Hof- uud Reichsbiblio-thek erliegenden, von dem Fürstbischöfe zu Freising Johann Franz (1695-1727; und Willi, v. l'rey verfassten Beschleibung der bayr. Adelsgeschlechter, durch J. E. Lamprecht, Weltpriester; Geschichte der Stadt Schärding von J. E. Lamprecht; Pfarrarchiv zu Eferding). I*lnu<-k. (Taf. 71). Wappen: Ein Gatter (eine Planke). — Kleinod: Mit dem Schildesbild belegter Flügel. (Nach dem Epitaph des Stephan Plankchner, f um Samstag saud..... tag 1558 I?) in der Stadtpfuirkirche zn Eferding. Das W uppen stimmt mit jenem hei Hob. und in der Ii-M. vollkommen überein;. Die Planck erscheinen im ersten Giiltenbuche 1525 unter den Lundleutcn. Nach Holl, wariieorg PI. scliaun-berg'scher Mauthner zu Aschach a. d. Donau und mit Elisabeth, des Melchior Ottenberger zu lluebhofeii Schwester. verehelicht. Wann er lebte ist nicht angegeben. Unter dein Siegel des „edlen Stephan Plankchner verkauften am Freitag nach St. Peterstag 1503 Hanns Schazmayr zu Leipelsdorf ' I farre Eferding; und dessen Hausfrau Magdalena an Hanns Schneider zu Sibnbuch 'unweit Kferding) zwei Landäcker und eine Wiese — Stephan PI. starb, wie die undeutliche Legende an seinem Epitaph vermnthen lässt, ao 1558 und wurde, ebenso wie seine Ehefrau Agnes, zu Eferding bestattet. (R.-M.; H.; Pfarrarchiv zu Eferding;. Planck von Planckliui'K. Taf. 71). Wappen: Getheilt. Oben gespalten; vorn in Blau ein gesenkter, silberner Anker, hinten in Silber drei (2, 1) blaue Sterne. Unten in Gold ein rother Adler. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts von Silber und Blau, links von Roth und Gold getheiltem Fluge ein wachsender goldener Löwe. Decken: blau-silbern, roth-golden. (Monatsblatt der k. k. herald. Gesellschaft „Adler" in Wien, April 1885). 65 258 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. Josef Planck (t 24. 1. 1794), von Tanr in Tyrol gebürtig. kam nach Linz, wo er sich mit Theresia Scheiben-pogen vermälte, das t irosshandlungsliaus seines Schwiegervaters übernahm, anch Stadtrichter, dann Bürgermeister der Landeshauptstadt wurde. — Sein einziger Sohn Franz (geb. 12. 1. 1772. t 11- 2. 1844) führte das Handlungs-haas weiter, erwarb 181« Achleithen. 1817 Feyregg. das Pausswegeramt und Biberbach mit Weyr, 1819 Hehenberg (sämmtliche Güter im Traunviertel1 und wurde auf sein Majestätsgosuch d- d. Linz 12. 7. 1843 mit Allerhöchster Erschliessung vom 18. 1. 1844 und Diplom d. d. Wien 11. 2. 1844 unter Verleihung des Prädikates „Planckburg" und des Ehrenwortes „Edler von - in den österreichischen Adelstand erhoben. Vermält mit Theresia geb. Winger erwarb er zwei Söhne, Karl Leopold und Eduard (geb. 31. 1. 1809, f 27. 8. 1887) Banquier zu Wien, welcher Bich Katharina Mav-reder trauen lioss. Aua dieser Eho giengen die Söhno hervor: 1. August (geb. 19 8. 1839j, der mit seiner Gemahlin Louise geb. Bauer im Jahro 187o<82 der. ebenfalls Weickart genannte Sohn, ein thätigeB Mitglied der protestantischen Stände gegen K. Ferdinand . als welches er nach der pfandweisen Uebergabo dieses Erblandes an Bayern seine Herrschaft Puchheim ein-büsste, die ihm conflsciert wnrde Seine drei Söhne mit Sn-sanna Begina geb. Herrin v. Zelking starben jung. Georg Achaz igeb. 1588), sein Bruder, erkaufte am 30. 5. 1617 von Dietmar von Schifer das adelige Landgut Bruck a. d. Aschach, das seine Wittwe Elisabeth, geb. Freiin von Eck und Hungenbach im Jahre 1722 jedoch wieder an Wolf Jacob Strauas von liadersdorf veräuBserte. — Nach 0BERÖSTEEREICHISCHER A DEL. 261 Hob. soll Georg Acliaz einen Solln Johann Carl gehabt haben, der diese Nebenlinie beschloss. Weickart Freiherr vonl'olheim nnd Wartenburg (geb. 20. 1. 1519, t 5. 11. 1551), der filtere Sohn Cy riak's. brachte 17. 11. 15."4 das Schlot Litzelberg iin Atorsee känflich an ticli und vermälte sich mit Rosina Freiin von Polheim der Parzer Linie. An ihn schliosst ticli folgende Stammreihe: 1. Sigmund Ludwig zu Wartenburg (geb. 2. 8 1515. t 29. 7. 1576), Rector der Universität zu Wittenberg, n. ö.'icher Regimentsrath; Gem. Anna Freiiii von Prag. — 2. Wolfgang igeb. 17. 9. 1571, f 26. I. 1604), Herr zn Mistelbach im Hausruckviertel, welcher Besitz jedoch vou ihm oder aus seiner VerlasseiHchalt wieder veräußert wurde; auch Litzelberg war zu die-er Zeit wieder verkauft; Gem. Anna Maria von Pranckli zu Pux - 3. Sig-tunnd Ludwig (geh 24. 9. 1004), verkaufte Wartenburg an dio Nütz von Goiscrnburg: Gem. 10. 1. 1039 Maria Jacobina Freyin von Tattonbach. — 4. Johann Ludwig, wieder katholisch. überkam von reiner Gemalin die vereinigten Hilter Eggendorf und Hueb im Traunviertel; Gem. 22. 2. 1667 Christina Theresia Gräfin von Schulleuberg. - 5. Franz Ludwig if 7. 5.1731), Herr der Herrschaft Mayres im V. O. 31. B.. welche er vou der erloschenen Putzer Linio ererbte, auch Herr der Herrschaft Starrein in N. Oe.. wurde im Vereine mit seinem Bruder Ehrenreich Andrea-- durch K. Karl VI. laut Diplom d. d. 12. 9. 1721 in den Reich grafen»tand erhoben; Gem. Sophie Elisabeth Theresia Freiin Engel vou und zu Wagrain. 6. Franz Adam (f 1761), Herr zu Mayres, k. k. Kämmerer und geh. Rath, überkam durch f eine Gemalin Leopoldine Josephu Freyin von Thavonat die Herrschaft Schwarzenau (V. 0. M. B). - 7. Franz Ludwig (geb. 1734), Herr zu Schwarzenau k. k Kämmerer: Gem. Josefa Anna Maria Gräfin von Lamberg. — 8. Franz Georg (geb. 3. 10. 176-1;, k. k. Kämmerer; Gem. Eleonore vou Hla-dik. — 9. Adolf Peter Reich"graf von Polheim und Wartenburg (geb. 17. 1. 1812) k. k. Major in Pension; Gem. 6 3. 1859 Augnsta Schönheim. - Dieser lebt noch gegenwärtig in kinderloser Ehe zu AVien als letzter .Van-nessprosse seines uralten Geschlechtes. Aus demselben blühte im vorigen Jahrhunderte noch eine katholische, freiherrliche Linie in den Reichslanden. Derselben gehörten an, Franz Georg Ludwig Freiherr von rolhuim, Sohn dos Arnold Bernhard .lot-ef, mark-gräll. Kadon'schen gell Rathes und Oberstallmeisters und der Maria Anna, geb. Preiin vou Bocordiu und Neuen. Derselbe hatte sich 1779 mit Maria Anna Freiin von Srhwurzach vermält Weitoro Nachrichten über diese Linie fehlen. (U.-B.; steiermärk. U-B.; Strnadt-Peuerbach; H ; W ; Muchar, Geschichte von Steiermark; Pritz Geschichte dos Landes o. d. K.; H.-M ). Potter. (Taf 71). Wappen: (Freiherrl. 1817) In jeder Feidung des blauen, durch einen tilbernen Wechselzinnenbalken go-theilten Schildes ein silberner Löwe: vor dem oberen, über dio Zinnen schreitenden, ein fallender, silberner Pfeil, vor dem untoren, über den Fussrand schreitenden, eine aufrechte, silberne Leiter. — Keine Helme. Sogenannte siebenpcrlige Freiherrnkrone. Schildhaltor: Zwei silberne Löwen. (K. k. A.-A.). Aus dieser Familie, über deren Herkommen mir nähere Nachrichten mangeln, wurde der k. k. Major im Geiieral-Quartiermei-ter»tabe Leopold Chevalier dePotier, als Bitter des Jlilitair-Maria-Theresien-Ordens, auf Grund der bezüglichen Ordens-Statuten, d. d. Wien 26. 4. 1817 mit dem Prädikate -des Eckelles" in den österreichischen Freiherrnstand erhoben. IV. 5. Derselbe brachte im Jahre 1826, — er war zu dieser Zeit k. k Oberstlieutenuut, — das landtiilliche Gut Weinberg im Trauuviertel im Kaufswege an sich, veräusserte es aber wieder im Jahre 1339. Seine Descendenz blüht noch gegenwärtig iin Man-nesstamme. i.K. k. A.-A.; Landtaf.). Prii«. (Taf. 71). Wappon: Iu Roth ein goldener Affe, auf die ilin-terläute niedergethun. zwischen welchen er eine von seinem eisernen Halsbaiide über den Rücken herabgeheude, an ihren Enden mit einer Schelle versehene Eisenkettc emporhält. Gekr. Hehn: Das Schildesbild. Decken: roth-golden. (IL — Nach dem Wappen des Hanns von Prag, Ulm 2. 12. 1630, im Stammbuche des Johann Matthias Haendl, jetzt im Eigenthum des i-'reiherrn Anton vou Handl-Mazzctti, erscheint der Affe von natürlicher Farbe, die nur au dem Rtickcn herabhängende Kette golden, er hält eine goldene Kugel (einen Apfel?) vor sich). Die Prager treten mit den Brüdern Franz und Lasla (Ladislaus; aus dem Dunkel hervor, dus die nächsten Vorfahren dieser Beiden umgibt, die mit ihren Geldmitteln unbekannter Provenienz den leeren Kassen K Friedrichs III. aufhalfen uud dafür Pfandschatten auch Titel und Würden erhielten. — Ihre Heimath scheint Siid-Stcier-mark gewesen zu sein, wo sie ihrem, auch iu' anderen Ländern geübten Gebrauche gemäss, den eigenen Namen in Ortsnamen zu verewigen, die Schlösser Pragwald und Prngerhof im Cillierkrcise erbauten , daselbst auch Griin-berg besassen. Hoheneck nennt als Vater der beiden Brüder, wie es scheint ohne urkundlichen Beweis, einen Johannes I'rager und als Mutter Barbara von Graben, welch' letztere Angabe sicher unrichtig ist. Auf dem Epitaph des vorgenannten Lasla in der Kirche zu Altenburg bei Münzbuch finden sich nachstehende vier Ahnenwappen: oben rechts von Pain, links Jaxtheim, unten rechts Schrodt von Kindberg, links Auer von Puelach (?). — Es wäre demnach nach der allgemeinen, allerdings nicht immer zutreffenden Begel seine Mutter eine Jaxtheim und diese die Tochter einer geb. Auer von Puelach (?) gewesen. Dio Mutter seines Vaters wur eine Schrodt von Kindberg uud dio väterliche Grossmutter des Letzteren eino Pain. — Franz Präger erhielt zu Linz ao. 1491) von Kaiser Friedrich fiir 90 Pfund Landmiinze Schloss und Urbar Gonowitz iu Steiermark, 1493 von K. Maximilian bustundweise das Schloss Windischgraz, mit der Weisung dasselbe abzubrechen und dafür den Schulthaizinger Thurm in der Stadt als Wehre zu bauen und herzurichten, und am 14. 8. 1500 nach Niclas Kalmunitz die Burghut zu Plankcnstein lim Kreise Cilli). - Weiter habe ich über dio Schicksale dieses Einen nichts vernommen. Vielleicht gehörte Oswald Präger, der 1543 zum steicrmärkischcn Aufgebot gegen den Türken zwei gerüstete Pferde Btellte der Dos-cendenz des Franz Prager an. Mehr wie der Bruder wu.-ate La-la das Glück zu ergreifen und nahm das Gute, wo er es fand, orst eine Erbtochter in Oesterreich ob der Ens, dann eines reichen Bürgers Kind in Steiermark, auch noch eine dritte Ehefrau, stellte sich auf des Corvinus Seite, dem er Windisch-graz gegen den rechtmässigen Landesfiirsten besetzt hielt und das er. gut berechnend, nach Königs Matthias Todo, an Maximilian übergab, im Vereine mit dem Feldhaupt-mann Jakob Zachl die ungarischen Fahnen verlassend. — Das Erbmarschallamt in Kärnthen, 1192 die Hanptmann-schaft zu Kadkcrsburg. am St. Lucientage 1494 die Pflegschaft zu Sonneck sainmt dem Amte Prassberg im Cil-lierkreise, 1505 der Freiherrenstand, 1506 die Pfandschaf-ten Freistadt und Ens in Oe. o. d. E., 1508 die Pfand - 66 262 0BEBÜ3TEBREICHISCHER ADEL. achaft Weitra inOa. u. d.E., ergossen sich ans dem Füllhorn kaiserlicher Gnade über ihn, die ihn überhebend einerseits, willkührlich nnd hart andererseits machte. — 1490 von K. Friedrich III. mit dein Markte Manthansen nnd der Mauth daselbst belehnt, ans deren Erträgnisse er die Befestigung des Ortes banon sollte, schraubte er die Abgaben über alles Mass hinauf und mancher Pfennig mag erübrigt worden sein, als der Thurm Pragstein in der Donau fertig stand. Die Enser führten ob der hohen Forderungen Beschwerde bis zum Kaiser, welcher ihnen einen Donau-Brückenban zugestand, mit dem sie aber, neuerlich behindert durch den Prager, nicht zu Stande kommen konnten. — Auch nach oben hin genoss Lasla wenig Sympathien und Kaisers Maximilian Verfügung am Reichstag zu Augsburg 10. 8. 1510, dass die jungen Freiherrn keinen Vorsitz vor den Alten haben sollen, war hauptsächlich auf die Beschwerde der Stände über den anmessenden Freiherrn Lasla von Frag erfolgt. Derselbe hatte sich in oder kurz vor dem Jahre 1485 in erster Ehe mit Begina, liaunsens des letzten Tanpeck Tochter vermält, welche ihm die Güter Windhag, Arbing und Aich im Machlande einbrachte, mit denen K. Friedrich III. d. d. Botweil 25. Angust des vorgedachten Jahres den neuen Besitzer belehnte, der in der Folge vom Könige Maximilian das Landgericht nnd den Wildbann von Mitterberg erhielt, worauf Windhag mit allen Zuge ■ hörnngen zn einer Herrschaft erhoben und Lasla damit am 19. 1*2. 1491 neuerdings belehnt wurde. — Am 12. 8. 1499 starb die erste Ehefrau, die zu St. Georgen bei Tollet bestattet wurde , und Lasla schritt, wahrscheinlich zu Badkersburg, wo er eben die Hauptmannsstelle inne hatte, zn seiner zweiten Vermälung mit einer Tochter des reichen Grazer Bürgers nnd Handelsmannes Ulrich Eggenberger, aus dem nachher fürstlichen Hause. — Auch diese Ehe war nur von kurzer Dauer und Lasla trat zum dritten Male zum Altar, seine Hand dor Anna, Tochter des kaiserlichen Bathes und Salzmeiers zu Hall Fux von Fuxperg, bietend, dio er am 28. 12. 1514 als Wittwe hintorlicss, nachdem er seit 1501 als dem obersten Hauptmann Uber die n.-ö.'schen Lande, Wolfgang von Polheim, beigegebener Bath fungirt hatte. Dio ob der Ens'sclien Pfandschaften standen zu letzterer Zeit nicht mehr in seinem Genüsse. Freistadt war bereits d. d. Trient 15. G. 1509 durch K. Maximilian dem Hanns v. Landau, Schloss und Stadt Ens sammt dem Landgerichte, der Manth, dem Ungeld nnd der Laudvogtei zn Ens ain 9. 9. 1512 dem Erasmus Panmkircher verschrieben worden. — Dagegen vermehrte die Unterlassene Wittwe Anna, „der königlichen Majestät zu Hungarn und Behaim liemahel Obriste Hofmeisterm", nnn Gerhabin und Vormiinderin der minderjährigen Söhne. Hans, Laslaw, Christoph und Andre von Prag, Freiherrn von Windhag, den Besitz durch den 1525 mit Julius Grafen von Har-degg abgeschlossenen Ankauf von Saxenegg, das als Amt nach Windhag, wo sie im Jahre vorher eine Kapelle gestiftet hatte, einverleibt wurde, — vertauschte am 18. 7. 1530 nnter dem Siegel des Heinrich Wankhamer, ihres Pflegers zu Windhag, und des Veit Flusshart zum Stain, ihres Dieners, mit dem Propste Chnnrat von Waldhausen verschiedene Prag'sche Güter in dor Nöclilinger Pfarre um die Pfarrkirche, Kirclienlehenschaft, Vogtei, den Pfarrhof, u. s. w. im Markte Münzbach nud verschiedene Güter daselbst unweit Windhag. Sie war noch am 2 11. 1537 am Leben, an welchem Tage ihr Heinrich Wankhamor das halbe Paternostercramt sammt der Paternosterer-Wiese (bei Ens; vermachte. Die grossjährig gewordenen Söhne, Hanns, Lasla und Andre aber hatten sich bereits am 17. 12. 1535 um die Verlassenschaft ihres verstorbenen Bruders Christoph vertragen, der in diesem Jahro sein Leben bei Tunis dnreh einen Pfeilschnss verloren hatte. Freiherr Hanns v. P., Obcrst-Erbland-Marschall in Kärnthen, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Landrath in Oe. o. d. E., schloss zu Ens am Sonntag Invocavit 1535 seine Heiratsabrede mit Magdalena Herrin von Schärifenberg und starb 15G8 nnter Hinterlassung eines einzigen Sohnes Hanus Christoph, der ihm unvermält schon 157G nachfolgte; Lasla III., ein Brnder dea Letzteren, war in der Jugend heimgegangen. Lasla II. (i- 1558) überkam das Schloss Ottsdorf bei Wels, das vou dem Vater oder doch sicher von der Mutter herrührte, wie aus dem Urfehdebriefe. d. d. Donnerstag nach S. Dorothea 1520, des Michel Stcinprneker, Wirthes zu SchleNsheim iboi Ottsdorf) erhellt, welchen Graf Georg v. Schaunberg auf seiner Gemalin der Gräfin v. Schaunberg. undllerrn Laslaen v.Prag, seligen Gemalin Fürbitte aus dem Gefängni so entlassen hatte. Lasla der Jüngere veräusserte Ottsdorf ao 1545 an Veit v. Zelking und blieb in seiner Ehe mit Engelburg, Gregors v. Lamberg Tochter, kindorlos. Sein Brnder Andreas I. geb. 1514, f 1569), erbte Windhag in Oest. o. d. E und Engeisteiii im V. O. M. B., trat nach dem Vater auch die 1'fandschaft Weitra an, die jedoch 1552 von K. Ferdinand eingelöst und dem Philipp Breuner verliehen wurde und führte aus den Bauresten von Mitterberg das Schloss Pragthal auf, welches nun auch wieder längst verschwunden ist, während das Dorf dabei den Namen noch weiter führt. Aus seiner Ehe mit Katharina v. Lamberg, einer Schwester seiner Schwägerin Engiburg, entsprossen drei Söhne, von welchen Christoph IL Englstein erhielt. Albert in der Jugend starb nnd Friedrich II. (+ c. 1000) Windhag ererbte, das er sammt allen Zugehörungen <1. d Windhag 12. 4. 1597 au Lorenz Schütter v. Klingenberg verkaufto. Friedrich hatte ricli dreimal verehelicht, 1) mit Justiua Freiin v. jlarrauh, 2) mit Eleonora Föglin, Freiin, 3) 1574 mit Elisabeth Freiin v. Roggendorf und soll angeblich nur zwei Töchter erworben haben. Margaretha, die sich am 5. 5. 1594 mit Hanns Wilhelm v. Althann, dann mit Christian v. Tschernembl vermälte, und Margaretha Barbara, welche mit Andreas Ungnad v. Weissenwolf getraut wurde. Vielleicht aber auch ist jener Sigmuud Friedrich Freiherr v. Prag ein Bruder dieser Letzteren gowesen, welcher, wohl zufolgo der Veräusserungen iu Oest. o. d. E., wieder in Steiermark lebte und als gewesener ständischer Commis-sär im Viertel zwischen Mur nnd Dran 1027 in der Pfarrkirche zu Pettau bestattet wurde. Christoph H. zu Englstein und zn Neuwaldegg bei Wien (geb. 1542), am 1. 2. 1007 noch am Leben, vermälte sich 24. 6. 1571 mit Katharina v. Pösing, am 21. 5. 1586 mit Judith v. Friedesheini, erlangte aber nnr in der ersten Ehe drei Söhne, Lasla IV.. Hanns Christoph II. nud Andre II., welch' Letzterer als Kind starb. — Lasla IV. hielt ao. 1605 im Landhause zu Wien seine Hochzeit mit Johanna Victoria, einer Tochter des Begiinents-rathes Ulrich Kren v. Krenberg und der Katharina v. liappenstein; dessen Sohn Andre scheint nicht zu mannbaren Jahren gekommen zu sein. — Hanns Christoph II. hinterliess aus seiner Ehe mit ('liristina von Tschernembl, die Söhne Hanns III. und Lasla V., welch' Beido. eifrigo Lutheraner, zufolge des Ediktes vom 20. 5. 1627 den Wanderstab nahmen und sammt ihrer etwaigen Desccn-denz verschollen Bind. Nur einmal noch, zu Ulm am 2. 12. 1630 begognen wir Hanna III. in dem Eingangs genannten Stammbucho des Johann Mathias Haendl. Das Erbmarschallamt in Kärnthon war damals nicht mehr in Iländen der Familie; es ist bereits im Jahro 1619 an Hanns Sigmund Wagen zu Wagensperg, Freiherrn anf Schönstoin und Pragwaldt verliehen worden. Die Prager sind in der ob dor Ens'sclien Matrikol nicht eingetragen, obwohl sie zweifellos die Landmannschaft beaeaaen habon. OBETiÖSTERREICHISCHER ADEL. 263 (Muchar, Geschichte der Steiermark; Schmatz, histor. topograph. Lexikon von Steiermark; Sigmund v. Herber-stein's Familienbuch, herausgegeben von J. Zahn im Archiv für österr. Geschichte, 39. Bd ; Studien an den Grabstätten alter Geschlechter Sieiermarks und Kärnthens von L. von Beckh-Widmanstetter; J. Strnadt, Geschichte von Windeck und Schwertherg im Archiv für österr. Geschichts-Quellen, 17. Bd.: Pritz Geschichte des Landes o. d. E.; Pillwein, Mühlkreis; H.; W.; N. S. Kämthner Adel; Mittheilungen der k. k. Central-Commission 1876; Efer-dinger Archiv). Prambach. (Taf. 71). Wappen: In Silber ein rother Schräglinksbalken, darüber, schräglinks, ein blauer Tnrnierkragon. Unter |diesem höchst zweifelhaften Schilde besagt die Matrikei die Pranbaclicr wären um 1313 in Oe. o. d. E. begütert gewesen, eine Angabe, welche insoferne vollkommen unrichtig ist, als ein Ceschlecht des Namens l'ranbach in diesem Krblande durchaus nicht nachzuweisen ist. — Offenbar aber solltcu damit die Pram bacher bezeichnet werden, von welchen jedoch leider keine Siegel auf uns überkommen sind. Die Herrn von Prambach treten bereits im Beginne des XII. Jahrhunderts auf. Sie waren an der Pram im Inviertel begütert, wo sio aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Heimath hatten, waren aber eben so frühzeitig in der Umgebung von Prambachkirchen und Dachsberg im Haasruck viertel ansässig, wo Ober- und Unter- Schurer, Prambach und Prambachkirchen selbst an ihre einstige Existenz erinnern. Ihr Besitzthnm war nie ein bedeutendes; obwohl anfangs reichsfrci, sanken sie schon am Ende dos vorgenannten Jahrhunderts zu Vasallen des Hochstiftes Passau herab, die sie bis zu ihrem Erlöschen blieben. Xobilis homo Adelbcro de prambach übergab um 1140 ein Gut zu stoiz (Staudach, Pfarre Alkoven) an das Kloster St. Nicola, wohin im Namen Biebers von Langenau um 1160 Wernhardus do prambach, nobilis vir, wohl Adelbero's Sohn, mehrere Hörige gleichfalls gab. Derselbe verkaufte ein Gut zu Bovlechingen (Rudling) bei Eferding an den Custos Adalrich v. St. Nicola und hatte zwei Brüder, Megingoz und Heinrich, von welchen der Erstere die vom Hcrzogo Bcrthold von Dalmatien dem Kloster ßeiclier-äberg am 2. 0. 119ü crthciltc Manthbefrei-ung bezeugte. — Heinricus de prampach bestätigte im nächsten Jahre die 3Iauthfreiheit des Klosters Formbach zu Aschach und bezeugte zu Eferding im Jahro 1209 die Urkunde, wodurch Bischof Manegold die Kirche zu Langschlag zur l'farrc erhob. Heinrichs Sohn ist wahrscheinlich jener Wernhardns de Prambach, der in Urkunden vom 29. 2. 1224, 22. 7. 1242 und 8. 2. 1250 unter den Zeugen steht nnd noch im Jahre 1262 im Vereine mit seinem Bruder Heinrich und mit Bichker von Prautpach einen Hörigen nach Lambach übergab. Nach dem Engelszeller Nekrolog starb er am 20. März, seine Hausfrau Hemma, — im St Pöltener Nokrolog Diemudis genannt', - am 10. Februar. Er war der Vater jenes Wernhardus, der schon im Jahre 1264 als Domherr zu Passau erscheint, und 1281 und 1282 Pfarrer zu Wien war, bis er nach dem Tode des BiBchofes Gottfried von Passau im Jahre 1284 zu dessen Nachfolger erwählt wurde, i.ls welcher er d. d. Passau 12. 3. 1293 das Kloster Engolszull stiftete. Sein Bruder Budolf kommt nur in wenigen Urkunden und in sehr untergeordneter Stellung vor, aus der ihn selbst das Ansehen des Bischofes nicht zu heben vermochte. Er bezeugte am 25. 5. 1304 den durch Dietrich von Pillichdorf an den Bischof Wcrnhart erfolgten Verkauf mehrerer Lehen und Hofstätten zu Hausleithen (V. U. M. B.) nnd am 19. 4. 1306 die Bestätigungsur-kunde des Letzteren bozüglich des Patronatsrechtes der Pfarre Asparn für das Kloster Altcnburg. Budolf war am 16. 11. 1306 schon todt, denn an diesem Tage versetzte Calhoch von Eberstorf dem Bischöfe Wernhart sein Urfahr za Alberaich und sein Dorf um 300 Pfund Pf. mit der Bedingung, dass das Pfandrecht nach Ableben des Bischofes an das Kloster Engelszell und nach Zahlung der Pfandsumme an seine Tochter „Breide Budolfs wittib von Prambach, meines Aidem vnd ir paider kinde" übergehen solle. Budolf starb somit im Jahre 1306 und zwar nach dem Engelszeller Nekrologe am 3. November. Seine und seiner Hausfrau Brigitta Söhne waren wahrscheinlich Karl, Heinrich und Ulrich vou Prambach, welche ao. 1316 ein Gut a. d. Prambach (das Humcr-Gut zu Ober-Prambachi au den Abt t 'hristian von Engelszell veräussor-ten. — Mit ihnen starb das Geschlecht aus. Ein zweiter Bruder des Bischofes, Nikolaus, war Pfarrer zu Stadelau in N. Oe.: er schenkte dem Klostor Engelszell im Jahro 1318 soin Haus iu Wien vor dein Passauer Hof in dor Bäckerstrasse und lioss zu Engelszell den St. Thomas- und Nikolausaltar bauen. Noch eines dritten Bruders des Stifters von Engela-zell, ebenfalls Wernhart genannt, erwähnt das Todten-buch dieses Klosters: derselbe war 1295 Pfarrer zu Ulrichskirchen in N.-Oe. und starb au einem 12. Dezember. (B.-M.; Strnadt-Peuerbach). Pranekli. (Taf. 72). W a p p e n: I. (Stammwappen). In Both zwei, beiderseits gezinnte silberne Balken. — Kleinod: Hörnerpaar, rechta roth. links silbern nnd aussen je mit einem farbengewcch-selten Kamme besetzt. Decke: roth-silbern. (H.-M. Die kammbesetzten Börner finden sich noch gegenwärtig auf dem im k. k. Artillerie-Arsenale zu Wien verwahrten Pranckh'-seben Kübelhelme). — II. Geviert. 1 und 4 Stammwap-pen. 2 und 3 in Both drei schräge, silberne Lanzenspitzen übereinander iPnx). - Zwei gekr. Helme: 1. Stammkleinod. 2. Wie das 2 Feld bezeichneter Flügel. Deckcn: durchaus roth-silbern. (Bartsch). — III. (ieviort mit dem Stammwappen im Hcrzschilde. 1 und 4 I'ux. 2 und 3 von Both und Silber schräglinks getheilt (Colaus). — Drei gekr. Helme: 1. Pux. 2. Von Silber und Roth übereck getheilte Hörner 3. Drei Straussenfedern, roth, Bilbern, roth. Decken: durchaus roth-silbern. (U.-.M.). Dio Pranckh, (Branicb, Brauk), eines der wenigen noch blüliondenGcscidechteTdessteicrmärkiscbenUradels, hausten so weit Urkunden zurückreichen auf ihrer gleichnamigen Burg im einstigen, das obere 31 Urthal im weiteren Sinne umfassenden Krabatgaues und treten unter der Herrschaft der steirischen Otakare in der zweiten Hälfte des XII. Jahrhundortes zuerst brieflich auf. - Als Markgraf Ota-ker zu Graz am 16. 5. 1172 dem Kloster Scckau die Kirche zu Schönberg bei Knittelfeld übertrug, geschah dies unter der Zengenschalt Otto's uud Wülfings von Stubenborg, Dietmars von Liechtensteine, Gundackers von Steinbach, des htarbemberg'tchen Ahnherrn, und Willehalms und Eginos von Branicli. — Zu Leoben am 18. März des nächsten Jahres war Heinricus do Brauk anwesend als der stcirische Markgraf dem vorgenannten Stifte die Gerichtsbarkeit zwischen dein Lcising- und Graden-Bache näher bestimmte, auch Mautbfreiheit gewährte und in dem zu Graz am 29. 11. 1182 gegebenen Briefe, womit Herzog Otakar dem Kloster Seckau die von seinem Vater verliehenen Freiheiten bestätigte, steht wieder „Hainrieb de BraniC. auch „Chunrat de Branic" unter den Zeugen. — Diese die Ersten des alten Hauses, das in der Folge reichen Besitz in Steiermark erwarb, 264 OBERi"STEBEECHISOHER ADEL. die Herrschaften und Güter Pux, Pöppendorf, Plankcn-wart, Gutenliag. Frondsberg, Reinthal, den Grubhof hei Judenburg, den Grubenhof bei Graz, Altenhufen ürOpperbach, Siegentorf, Hohenburg u. 8. w., auch ein Haus zu Graz und eines zu Leibnitz besass. — Des alten Stammsitzes in Obersteier, von dem jetzt kaum ein Stein mehr die alte Lagerstelle bezeichnet, begab sich Heinrich y. Pr., welcher denselben zu Seekau im Jahre 1207, als die Töchter LeukardU und Elizabeth seiner Schwester l'erchta von Domerstorf den Schleier nahmen zu dem Frauenkloster Seckau stiftete und gleichzeitig dorthin fiir die Erbauung der Apostelkapelle uud Tür ewige Lichtcr vier Huben zu Eitzendorf bei Knittelfeld gab. Als zu Rein am 19. 9. 127G dor steirisch-kfirntlineri-Bclie Adel nach der kaiserlosen Zeit gelobte dem Könige Rudolf mit Leib und Gut zu dienen, mögen zweifellos anch die Pranckh den Schwur geleistet haben, mag «ich Wolfker von Prank. Ritter, eingefunden haben, der schon am 10. 12. 1274 im Vereine mit Hugo v. Pr den Schiedsspruch des Castellaus und Landrichters zu Offenberg. Dietrichs von Fulen, in dem streite des Stiftes Seckau mit den Söhnen Wigands von Maasenberg, bezeugt hatte nnd nachher, um das Jahr 1296, einen Kaufbrief des Probstes Weriand von Seckan als Zeuge bekräftigte. -Auch Otto, der auf der wieder erworbenen Veste Pranckh sass, ein Hohn des Ulrich v. Pr. zu Reiffenstein, Planken-wart und Guteuhag (1242) und der Elsbcth von Weissen-cck, wird ao. 1276 das Golöbniss zu Kloster Bein abgelegt haben. Er tritt am 30. 10. 1285 als Wohlthäter des Stiftes St. Lambrecht und am 4. 6. 1288 als Zenge in einem Briefe des Erzbischofes Budolf von Salzburg an das vorgedachte Stift auf. Von den Söhnen des Letzteren war Ulrich I. (1326, 1355) 1339 mit Katharina von Steindorf vermält und der Vater eines Friedrich, der wohl identisch mit jenem Friedrich v. Pr. ist, welcher noch am 5. 12. 1401 verschiedene Güter mit dorn Stifte Seckau vertauschte und 22. 4. 1409 eine Jahrtagsstiftung des Paul Kesselhut, Bürgers zu Knittelfeld, nach dem obon genannten Kloster, besiegelte. Dessen Ehcfran Anna, des Ortolf vou Pux, Bitters und Burggrafens zu Neumarkt, Erbtochter, brachte die Herrschaft Pux im Judenbnrger Kreise und ihren Schild an den Gemal, üb r welche Wappcnvereiuigung in der Folgo K. Ferdinand II. am 2. 8. 1628 eine Bestätigung ertlieilte und neun Tage später, am 11. August, erhob derselbe Monarch den Hanns Christoph v. Pranckh, Bitter, Truchsess und Kämmerer, auch gewesenen Bath, Kämmerer und Obersten Stallmeister des Deutsch - Ordensmeisters und Bischofos zu Brixen Erzherzogs Carl, „wie alle dessen Befreindtc und Blutsverwandte dieses Namens, Stammes und geschlechts" in den Freiherrnstand mit der Erlaubniss sich nach den im Ilerzogtlium Stcjcr gelegenen Schlössern nnd Gütern „Püx, i'opendorff, Beinthal nnd Fronsperg" nennen nnd schreiben zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Wappen mit jenem der Gemalin des Hanns Christoph, Anna von Colaus, vereinigt. Aus der Descendenz des vorhingenannteu Friedrich gewann dessen Enkel Hanns Pranckher von Pranckh (i486. 1512) in der Ehe mit Margaretha von Helfenberg zwei Söhne, Wignleus und Franz (f 1543), mit welchen dieso Linie im Manncsstaminc abgieng. Die Schwester der beiden Letzteren. Jnliana, vererbte die Veste I'ranckh nn ihren Gemal Heinrich von Wintershofen. Otto II. (1326-1855), Sohn Otto's I. nnd Bruder Ulrichs I . setzte den Stamm mit seiner Hausfrau Margaretha, Ulrich des Säfner Tochter, durch den Sohn Ulrich II. (f 1416) fort, der sich mit Anna von I'öscnbach vermälte. Dieser Beiden Leibeserbe Ernst (f 1482), erat mit Dorothea von Steinach (1440, 1459), dann mit Margaretha von Weltz (f 1501) vermält, hinterliess den Christoph und Bernhard, dessen Succession aus der Ehe mit Apollonia von Eibiswald ao, 1591 mit Adam v. Pranckh erlosch. Christoph (f 1540) trat wie der Vater zweimal zum Traualtar erst sciuo Hand der Katharina von Trautt-mansdorif, dann der Cordula von Silberberg reichend. Von der ersten Gemalin entsprossen drei Sölino, Enstacli, Franz und Rupprcclit, von denen Eu-tach eino Linie in Niederösterreich begründete, die dort vorzüglich mit Bock-fliiSH anch mit Hof an der March bogütert war uud wahrscheinlich mit Friedrich v. Pr. zu Hof a. d. March, der ao. 1605 im n -o.'sehen Gültbnchc erscheint, bereits wio-der erlosch. Franz (-{- o. 1556) gewann in seiner Ehe mit Margaretha von Siegersdorf zwei Söhne, Christoph II. nnd Carl v. Pr. zu Pux (t 1625), vermält mit Margaretha von Mosheim, deren Sohn Freiherr Carl Ludwig (+ 1673) die llcrrchaft Pux im Jahre 1671 zu einem Fideicommisse stiftete. Dieselbe, und anch die Allodialbcsitzungen zn Pux gediehen, da Carl Ludwigs Ehe mit Maria Christine Freiin von Steinpeiss kinderlos geblieben war. an diu Descendenz Christoph's II. i.t 1616) nnd dessen Gemalin Si-donia von Gailenberg i-|- 1613), deren weitor absteigende, gerade Stamnireibo folgende ist: 1. Sigmund Friedrich Freiherr von Pranckh zu Pnx (f 1670); Gem. Johanna Susauna Freiin von Cronegg. — 2. Hanns Georg zu Pux (f 1716); Gem. 1) Job. Regina von ürimmiHg (f 1677), 2) Cäcilia Coustantia von Nenhaus, Freiin (f 1697). — 3. Carl Josef Nicolaus, zu l ux, if 1736): Gem. Maria Rosine Theresia Freiin von Molnitz (f 1759). — 4. Josef Georg Xaver, zu Pux, (f 1786); Gern 1) Ernestine Freiin von Silberberg (f 1767), 2) Juliana Freiin von Aiclicl-burg (f 1799). - 5. Vincenz, zu Pux, (2. Ehe, f 1859); Gem. Itosina Freiin von Aichelberg (+ 1852). — 6. Carl Ludwig II. Freiherr von Pranckh zu Pux. — Letzterer übergab im Jahre 1873 das allodificirte FidcicommisB Pux, die Allodialbcsitzungen zu Pux waren am 19. 1. 1857 von Engen Freiherrn von Diekmann erworben worden, — au Sigmund Lothar Freiherru von Pranckh und starb 1880 als Letzter dieser Linie. Eupprec';.t, der dritte Solln Christoph's I., vermälte sich mit Anna Zach von Lobiuing uud erzeugte drei Söhne, Balthusar, Jueob uud Buman, welche eben so viele Uuter-linien begründeten, von denen jene des Jakob in Krain mit Hanns Jukob Freiherrn von Pranckh, Deutsch-OrdenB-Bittcr und Comthur zu Laibach, ao. 1666 crloBchon ist. Die von Balthasar >f nm 1608) absteigende Stammreihe, wclclier 1) mit Cordula von Mosheim, 2; mit Wan-dula von Lamberg und 3j mit Barbara von Saurau vermält war, ist nachstehende: 1. Georg Andreas Freiherr von Pranckh (3. Ehe); Hein. 1618 Maximiliana Freiin von Kncnburg. - 2. Hanns Ernst (t 1675): Gem. 1) Margaretha von Mosheim, 2) 1651 Maria Elisabeth Freiin von Schrattonbach. — 3. Christian Nicolans 2. Ehe, f 1700); Gem. 1681 .Maria Eleonora Gräün von Rotthal, iii 2. Eho vermälte Gräfin Steinpeiss. — 4. Ferdinand Josef zu Dornhoien in Steiermark, wurde 1719 gleichzeitig mit dem nachstehenden Georg Wilhelm Freiherrn von Pranckh in den Grafenstaud erhoben und erwarb in seiner 1721 mit Theresia Gräfin von WildcnBtein geschlossenen Ehe zahlreiche Nachkommenschaft, aus welcher jedoch, wie es scheint, nur der Sohn Leopold Graf von Franc! h (geb. zu Graz 5. 1. 1733) zu mannbaren Jahren kam. Dersolbe erhielt 1765 dio salzburg'sche Lnndmuiiiischaft, wurde 1766 Salzburg'scher Oberst, dunu Kriegsrathsdirector und soll ohne Nachkommen geblieben sein, so dass mit ihm diese Untcrlinie abgegangen wäre. Die Untcrlinie des Roman v Pr. (f um 1610,, welcher sich znJndenburg am 2. 1. 1594 mit AnnaSusanna Uoberackcriu von Sieghartstein verehelichte, theilte sich mit seinen beiden Söhnen Freiherrn Hanns Friedrich OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 265 (t zu Graz 1660) nnd Freilierrn Ehrenreich abermals in zwei Zweige, von welchen sich der Erstere nach Hanns Friedrich, welcher 1) Anna Snsanna von Logan, 2) 1637 Maria Elisabeth Freiin Zehentner von Zehentgrueb (t 1662) zur Gemalin nahm, folgender Massen fortsetzte, il. Hanns Ferdiuund (2. Ehe, f zu Graz 1691); Gem. 1661 Margaretha Franziska Freiin von Walterskirchen it 1699). — 2. Georg Wilhelm, (f zu Graz 1741). {im Vereine mit dem Freiherrn Ferdinand Josef v. Pr. durch Kaiser Earl VI. d. d. 28. 6. 1719 in den Grafenstand erhoben; Gem. Magdalena Eleonora (Streun?) Freiin ivon Schwarzenau (t 1717). — 3. Carl Graf von Prauckh (f 1794); Gem. 1) eine Galler (f 1739), 2) v. Eedel, 3) von Wurmb. — 4. Ignaz Graf von l'ranckh, war 1815—1818 Major im k. k. Iufantorie-Regimente Bianchi, 1825 l'latzmajor zu Ragusa, hatte sich mit einer Freiin von Neft'zern vermält und soll ohne Leibeserben diesen gräflichen Zweig beschlossen haben. Ehrenreich, der Begründer des jüngeren, iin Salz-burg'schen mit Seeburg und Haunsberg angesessen gewesenen und dort seit 1651 landständischen Zweiges, brachte im Jahre 1642 das vordem hohberg'sche Gut Feldegg im llausruckviertel Oe.'s o. d. E und eben daselbst den Sitz Weickhartsberg bei Weidenholz an sich, auf Grund welcher Erwerbungen er unter dem 29. 11. 1644 in den Herrenstand dieses Landes aufgenommen wurde. Seine erste Ehe mit Margaretha von Haunsperg (f 1631) blieb kinderlos; die zweite Gemalin, ebenfalls eino Salz-burgerin, Maria Katharina Traunerin von Adelstetten, gebar ihm zwei Söhne, Franz Adam Göttlich und Friedrich Gottlieb, deren Einführung auf die llerrenbank in die ständische Versammlung zu Linz am 27. 8 1661 bewilligt wnrde und von welchen sich der Erstere in letzt gedachtem Jahre mit Maria Judith Freiin Lasser v. Lasseregg > f 1676); dann in zweiter Ehe mit Maria Felicitas Freiin von llegi (t 1710) vermälte. Letztere gebar ihm einen Sohn, Franz Wilhelm Gottlieb (f 1722:, welcher fürstl. salzburg'scher Kämmerer und Oberstkücheniueister wurde uud sein ererbtes Gut Feldegg an Achaz Gottfried Wiellinger von der Au veräusserte, der damit bereits im Jahre 1712 angesessen erscheint. Der Sitz Weickhartsberg war schon vorher an den 1702 verstorbenen Grafen Helmhard Christoph von Weisseuwolf durch Kauf übergegangen. Franz Wilhelm Gottlieb hinterliess keine Kinder. Sein Stiefbruder aus des Vaters erster Ehe mit der Lasser, Polyearp (t 20. 6. 1742), fürstl. salzburg'scher Yice-Oberjägermeister und Ritter des St. Ruperti-Urdens, gewann mit seiner Gemalin Maria Felicitas Kurz von Thum und Goldeustein i'f 11. 5. 1742; den Sohn Franz Anton (f 4. 11. 1777), salzburg'schen Kämmerer, Oberst und Kriegsratlisdirector, welchem iu der Ehe mit Maria Ludo-vika Gräfin von Kuenburg (f 24. 11. 1768; der Sohn Sigmund Gottlieb (f zu Landshut 29. 3. 1S31) geboren wurde. Dicsor, erst salzburg'scher Kämmerer und St. Ruperti-Ordens Ritter, trat dann in königl. bayrische Dienste über, in denen er Kämmerer und Oberstlieute-nannt wurde und welchen er auch seinen Sohn aus der Ehe mit Anna Thomas (.t zu München 3. 7. 18«7), Sigmund Lothar Freiherrn von Pranckli (geb. 5. 12. 1821) widmete. Dieser, zurZeit des deutsch-französischen Krieges 1*70, 1871 kgl. bayr. Kriegsminister, und Kämmerer, General der Infanterie uud General-Capitaine der Leibgarde der Hartschiere, auch Staatsrath i. a. o. D., Reichsrath und Inhaber des 8. Infanterie-Regiments, hat, wie schon oben erwähnt die allodificirte Fideicommissherr-schaft Pux in Steiermark von dem Letzten der dortigen Linie im Jahre >873 übernommen und um dieselbe Zeit die von diesem Besitze verkauften Allodialgiiter wieder zurückerworben. — Desselben Sohn Sigmund Freiherr von Pranckh, königl. bayr. Kammeijunker. Regierungsassessor und Reserve-Lieutenant, ist seit 14. 6. 1886 mit Clara Freiin Mähen von Tilborch (geb. 17. 8. 1866) vermält. IV. 5. (Steiermärk U.-B. und Landesarchiv; k. k. A.-A.; Bartsch; Muchar, Geschichte v. Steiermark: Schmutz, histor.-topogr. Lexikon v. Steiermark: II.; W.; H.-M.; Pillwein. Hausruckkreis; Extractus genealogicus der Herrn Freiherrn und Grafen v. Prauckh, historischer Verein von Überbayern: Stammbaum der Freibtrrn und Grafen v. Pranckh im Besitze des Herrn Sigmund Lothar Frei-herrn v. Pranckh und desselben gefällige Mittbeilungen). I'randt (Prandtner). (Taf. 72). Wappen I.: In Gold zwei geschrägte, schwarze Brände. — Gekr. Helm: 3Iit dem Schildesbild belegter, goldener Flügel. Decken: schwarz-golden. (R-M.; IL). — II. Geviert 1 und 4 wie vorhin. doch im silbernen Felde. 2 und 3 in Gold drei (2, 1) schreitende schwarze Löwen. - Zwei gekr. Helme: ll Stammkleinod (der Flügel silbern). Dc-ckeu: schwarz-silbern. 2; Geschlossener. schwarzer, mit goldenen Rauten bestreuter Flug, belegt mit einem Beiträgen ?i, goldenen Kleeniondo (Rautenkranz?;. Decken: schwarz-golden. (Wissgrill). Die Prandtner, erst in Nieder-Oeatereich urkundlich auftretend, waren auch im Machlande begütert, wo sie, die jetzt verfallene Veste Prandeck und wohl auch den nahen Praudthof, der noch als Bauernhaus besteht, erbauten. — Zu Uneusendori' (tineixendorf in der Gegend von KreuiB) am 25. 7. 1234 bezeugte Dietricus de praut einen Brief Otto'B von Sleunz, womit dieser dem Kloster Baumgar-teuberg einen Hof zurückstallte. D. d. St Pölten am 25. 10. 1281 gab Bugerus dietns Prandtner den ihm verpfändeten Zehent zu Nauru dein Bischöfe von Passau zurück. - Dieter Bugerus dürfte identisch mit jenem Gleichnamigen sein. der. nachEnnenkl, im Jahre 1287 den halben Theil von Prandeck mit Einwilligung des Bischofes von Regensburg an seine Tochter Elisabeth und deren Geinal i.eutwin von Sunberg übertrug. - Mit ihm verschwinden die Prandtner aus deiu .Machlande. wo Prandeck im Jahre 1300 bereits dieCapellcr inuo hatten, aber gleichzeitig und auch später noch blühten sie in Nieder-O esterreich. Ruger de Prant hatte ao. 1267 mit Zustimmung seiner Hausfrau Alheid und seiner Geschwister die Hälfte des Dorfes Scheunawe veräussert. — Otto Prandtner brachte 1292 zwölf Huben und fünf Höfe in Nieder-Neundorf, Drinhofeu, Gnettenprunn und Wieseureut käuflich an sich. — 1353 verschrieb Heinrich der Prant seiner Hausfrau Agnes einen Hof zn Marchartsreut. — Hanns Pr. zu Heinrichs erscheint 1405, Jörg Prandtner war 1445 Zeuge in dem Verkausbriefe Leopolds von Neideck wegen des Schlosses Hörten-tcii:. — Georg Prandtner unterfertigte 14. 10. 1451 den Martbergcr Bundesbrief. Wolfgang Pr. der Aeltere sass am Samstag nach Matthäus 1479 im Landtage zu Wien auf der Ritterbank. — Laut Einlage d. d. 6. 12. 1558 wurde ein Georg Prandt als Besitzer der Veste Kreuzstetten und der öden Veste Hörnberg in das n. ü.'selie Gültbnch eingetragen. Seine Erben veräusserten 1583 Kreuzstetten an Friedrich Welzer. Bezüglich dieser Vorgenannten und aller übrigen, von Wissgrill Erwähnten mag es fraglich bleiben, ob sie Alle desselben Stammes waren und ab nicht Einige darunter den Wiener Prandtner angehörten, die sicher mit manchen ihrer Mitglieder in Nieder-Oesterrcich landsäs-sig geworden sind. Auch steiermärkische Prandm-r hat der vorgenannte Autor, und auch Hoheneck, unvorsichtiger Weise diesem Geschlechte zugezählt. Die Letzteren führten nach dem Bartsch'schen Wappenbuche in Silber einen schräglinken, beiderseits je mit fünf Flammenbüscheln besetzten Brand, — am Helm zwei solcher Fackeln, dazwischen einen silbernen Bracken sitzend. — Wolfgang Prantner (f an der Pest 28. 9. 1541), ein, vieler Sprachen kundiger Mann, 67 2l)ii OBERÖSTERBEICHISCIIER ADEL. welcher Kaiser Karl V. als Bath und Secretarius diente. 1530 auf dein Reichstage unter den kaiserlichen Hofrätheu sass und nach dem Tode Johanns von Geumann diesem als dritter uud letzter Hochmeister des St. Geor-gen-Ordens zu Millstadt in Kärntheu folgte, führte nach seinem Schild in der Kirche „auf dem Pürck" im Ens-thale in Silber nur einen Brand und gehörte demnach zweifellos deu steiermärkisclien Prandnern au, die mit dem Freiherrn Wolf Sigm ind v. Tr.. Oberstlieuteuant zn Kreuz in Croatien um 1Ö77 erloschen sein sollen. (R.-M.; IL; W.; Bartsch: Mitteilungen der k. k. Central-Commission 1868: Der St. Georgeu-Ritterorden 1469 -1579, vou Dr. Jos. v.Bergmann; Schmutz, histor.-topogr. Lexikon v. Steiermark; Pillwein, Mühlkreis). Praun. (Taf. 72). Wappen: I. Ein Rad. (Nach dem Siegel Jansen des Praun an der nachstehend verzeichneten Urkunde vom 17. 4. 1365; Eferdinger Archiv). — II. In Gold ein rother Pferderumpf. (IL; R.-M.). Mathews der Prawn und seine Tochter Margret verkauften an sand Stedens tag in deu osterveyrtagen (17. 4.) 1365 unter dem Siegel des Bruders, bezüglich Oheims, Jansen des Prawn und unter jenen Beuuwort des Herleinsperger und Wernher des Chapplan „dem erbern her-ren herreu Bügern von Storchenwerch, seiner hawsfrawn vnd allen icren eriben den halben hof genant am Groben vnd dew hub datz der Aych, di sind gelegen iu sand GaBenneunchiricher pfarr." Eine andere Familie des Namens Praun ist mit dem sub. II. blasonirten Wappen und der Bemerkung in der o. d. E.'schen Ritterstands-Matrikel eingetragen, dass sio zur Zeit der Errichtung des ersten Gültenbuches 1525 zu den begüterten Landleuten gehörte. Hierzu führt Höh. an, dass Ludwig der Praun, Petrissa seine Hausfrau und Olfmei ihre Schwester am Freitag vor Palmsonntag 1324 die Einwilligung gegeben haben, dass ihre (wessen?) Mutter l'uta das Haus zu Topel verkaufe. — Hob. weiss jedoch nicht ob dieser Ludwig Pr. dem hierlands ao. 1525 immatrienlirten Geschlechte angehörte. Keinesfalls dürfte Letzteres identisch mit den Praun zu Bielahag und jenen zum Bottenhaus in Nioder-Oesterreich gewesen sein, welche andere Schilde führten und dort erst zu Ende des letztgenannten Jahrhuudertes, bezüglich in der ersten Hälfte des XVII. Saeculums unter dem landsässigen Adel erscheinen. Da3 Wappen mit dem Pferderumpf wird Hoheneck dem Siegel Ludwig des Praun an dem vorgenannten Briefe vom Jahre 1324 entnommen und dio Tincturen dazu erfunden haben. (Eferdinger Archiv; R.-M.; IL; W.). Prannfalk. (Taf. 72). Wappon: I. Geviert. 1 u. 4 in Silber ein aufrechter wachsender Arm in blauem Aermel, drei goldene Kleeblätter an ihren bewurzelten Stielen haltend. 2 und 3 in Blau drei goldene Kleeblätter, mit ihren Stielen aus dem mittleren Gipfel eines goldenen Dreiberges wachsend. — Gekr. Helm: Der emporgestreckto Arm mit deu Kleeblättern. Decken: .blau-golden. (Bartsch). — II. (ieviert mit silbernem Herzschild, darin aus einer Krone ein rothge-flügclter Pfau wächst. 1 und 4 wie bei I. 2 und 3 gespalten: vorn wie 2 bei I, hinten von Gold und Both ge-viert (l'fanau;. — Drei gekr. Helme: 1. Stanunkleinod. Decken: blau-golden. 2. Der wachsende, rothgeflügelto Pfau. Decken: blau-golden, roth-golden. 3. Von Gold und Both gevierter Flügel. Decken: roth-golden. (Stadels Ehrenspiegel von Steiermark und alter Siebm. — Die Vereinigung (mit dem Pfanau'schen Schilde bezieht sich auf die Ehe Christoph's II. mit Wandula. Tochter des Peter Galler und einer geb. von l'fanau). Die l'raunfalkcn, deren Stammreihe Buccllini mit einem Tiburtius (1-170) beginnt, hatten aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Heimath zu Alt-Aussee, wo ein. nicht fern von dort, sich bis zur Traun erstreckender Landstrich noch heuto den Namen „l'raunfalk", „im Praunfalk", führt, während die Familie im Markte selbst das„l'raun-falkhaus' besass. wozu dann später verschiedene Grundstücke, so die „Au im Koppen,- anch etliche Untertanen erkauft wurden, woraus sich das Gut l'raunfalk oder Trau-uau bildete, das später Eigenthum der Kriechbaum, dann des Hallamtsverwesers Hanns Mätz. nach diesem der Crol-lalanza wurde. Die Familie tritt aus ihrem Dunkel mit Christoph l'raunfalk hervor, der 1521 zum Verweser des Hallamtes in Aussee bestellt wurde, eine einträgliche Stellung, die er zu ausgiebigen, insbesondere pfandweisen Erwerbungen zu verwerten wusste. — Christoph erhielt d. d. 29. 10. 1523 vom Erzherzoge Ferdinand pllegweise das Schloss l'fliudsberg in Steiermark, zu Linz am 17. 12. 1529 von Ferdinand, nun Könige in Ungarn und Böhmen, gegen ein Pfand von -1000 Gulden die Eisenmauth. das Gäuge-richt uud dio Salzniederlage zu Aussee sammt der Pliego zn Pllindsberg und erwirkte sich am 6. 11. 1531 nach dem Tode des l'aul Figl die landesfürstliche Genehmigung das Schloss Neumarkt im Judenburger F reise in Pfandbesitz an sich zu lösen, worüber ihm der bezügliche Brief unter dem 1. 2. 1533 ausgefertigt wurde, nachdem er inzwischen d d. Neustadt 1. 2. 1532 gegen 1100 Gulden Schloss und Gut Forchtc-nstein. ebenfalls im Judenburger Kreise, auf Lebenszeit pfandweise erhalten hatto, ein Termin, der am 7. 1. 1541 auf die Lebensdauer seines ältesten Sohnes erstreckt wurde. — Er siegelte noch im Mai 1513 einen Bevers des Christoph Khevenhiiller von Aichelberg. Landeshauptmannes iu Kärnten, gegen das Stift Admont und starb bald darauf. Nach seinem Ableben wurde unter dem 3. 12. 1545 Sebastian Tunkl zum Verweser des Hallamtes in Aussee bestellt. Aus Christophs Eho mit Barbara. Tochter dc3 Thomas von Mosheim, entsprangen fünf Söhne und zwei Töchter, Hedwig und Ursula, welch' Letztere am 24. 2. 1500 mit Balthasar Tollinger getraut wurde. — Andreas, der Jüngste, nahm Maria von Pranckh zur Gemalin, die ihm einen Sohu Franz Christoph gebar, der sich am 12. 4. 1592 mit Elisabeth, Tochter Ulrichs von Ernau vermalte, aber wie es scheint kinderlos blieb. Die Wittwe verband sich schon am 17. 2. 1597 mit Andreas Freiherrn von Kainach. — Ueber des Andreas Brüder Moriz und David bestehen keine Nachrichten; — Hanns Adam (t 1573) Christophs ältester Sohn. Hofkammerrath und Pfandinhaber zu Forchtenstein, erwarb mit seiner (iemalin Ursula Galler, nur drei Töchter. Regina, vermält 14. 2. 1580 mit Sigrannd von l'ain, Eva. vermält 0. 12. 1587 mit Georg Ulrich von Dietrichstein, und Felicitas, vermält 27. 8. 1589 mit Paul von Eibiswald. An Christoph II. (f 19. 3. 1594), Christophs I. zweiten Sohu, versetzte F'erdinand Hofmann Freiherr zu Grünbüchel auf Grevenberg d. d. Prag 27. 12. 1589 seine Herrschaft Neuhaus (seit 1660 Trautenfels genannt) im Ensthale Obersteierraarks, welchen Besitz Christoph dann ganz an sich löste, auch Schloss und Ilenschaft Weyer im Judenburger Kreise erwarb. — Er vcrmälte sich am 24. 11. 1560 mit einer Schwester seiner Schwägerin Ursula, mit Wandula Galler (| 24. 3. 158-1 . dann zu Judenburg am 23. 2. 1586 mit Anastasia. Ehrenreicbs von Mosheim Tochter, dio sich in zweiter Ehe am 5. 11. 1595 mit Hanns Jakob Zach trauen lie.-s — Der ersten Gemalin Christophs entstammten drei Söhne und fünf Töchter. Esther, vermält 21. 11. 1607 in zweiter Ehe mit Wolf Andreas von Steinach, Barbara, verm. 1) 23. 2. OBERÖSTERREICHISCHER A DEL. 267 löäo mit Stephan Balthasar Prantnc-r, 2) mit Andreas von Meinitz. ä) verlobt mit Paul Martin von Glojach (t vor der Hochzeit;, 4) 2. 2. 1597 mit David von Prö-sing; Anna Maria, venu. 4. 10. 1">98 mit Hanns Christoph von Meinitz: Wandnla ff 26. 5. 1610, bestattet zu Eferding), verm. 21. 10. 151-9 mit Veit Flusshart zum Stein : Sophie vermälte Sidonic. Von den Söhnen Christophs 11 erhielt dir Mittlere. Hanns Christoph f vor 1613) die Herrschaft Weyer, dio er seiner einzigen Tochter ans der Ehe mit Susanna Freiin von Teuifenbach (verm. zu Judenburg 5. 11. 1595), nämlich an Susanna vererbte, die am 19. 5. 1613 mit Hanns Caspar Freiherrn von Herberstein, getraut uurde. Sie verkaufte mit Contract, .geben in meinem Gschloss Weyer" 1. 11. 1815 an Andro Gaisswinkhler verschiedene Güter, vrelcli" ihr freies Eigen uuf Stücken zu Irdming waren. Peter Christoph, Christophs. II. Erstgeborener, veräusserte im Jahre 16*00 seinen halben Antheil an der Herrschaft Neuhaus dem jüngsten Bruder Christoph Andreas. und erkaufte am 16. 8. 1609 von seinem Schwager Wolf Andro von Steinach das Gut „die Haminerhube zu Filmansdorf, Pfarre Rottenmann, nachdem er schon vier Jahre vorher nach Oesterreich ob der Ens gezogen war, wo er d. d. Oeorgitag 16"5 von Sigmund Freiherrn von Sprinzenstein und Ern-t von Eckh, Freiherrn von llnnger>bach den Sitz Cstöttenau bei Eferding käuflich an sich gebracht hatte. Nach fünfzehnjährigem Besitzo veräusserte er denselben n ieder au seinen Glaubengenos-sen, — er war eifriger Lutheraner, — an Erasmus den Aelteren von Starhemberg mit Brief d. d. 5. 3. 1620. -Peter < hristoph hatte sich zu Juden bürg am 5 11. li>9"> mit Helena Tochter des Freiherrn Christoph Schrott vermält, welche im Wochenbette zu Gstöttenau am 20. 4. 1607 starb und gleichzeitig mit dem eben geborenen Sohne Victor zu Eferding begraben wurde. Die zweite Gemalin Anna Maria Freiin von Dietrichstein, von welcher ein Sohn Georg Christoph iin 4. Lebensjahre zu Gstöttenau am 12. 2. 1617 verschied, vermälte sich in anderc-r Ehe am 11. 5. 1626 mit dem Freiherrn Balthasar Galler. Christoph Andreas, bei dem Ableben seines Vaters noch minderjährig, stand unter der Vormundschaft des Adam von Gailenberg zum Gallenstein, welcher Namens seines Mündel dem Peter Christoph v. Pr. d. d. 1. 8. 1600 einen Schuldbrief über 7000 Gnlden wegen des halben Antheiles an Neuhaus gab, durch welche Erwerbung Christoph Andreas in den ungeteilten Besitz dieser Herrschaft gelangte. Er gab seine Hand der Sabina. Tochter des Hanns Jakob von Steinach, aus welcher Ehe Christoph Adam und Hanns Christoph entsprossen sein sollen. — Aber auch Hanns Adam, Herr auf Neuhaus, das er zweifellos von dem Vater c-rerbt hatte, dürfte ein Sohn des Christoph Andreas gewesen sein, welch' Letzterer nra 1625 starb. Hanns Adam emigrirte religionshalber zwangsweise nach Nürnberg, erhielt aber dennoch den Freiherrnstand, der ihm mit kaiserl. Diplom d. d. 19. 1. 1637 verliehen wurde. Er verkaufte d. d. 11. November desselben Jahres l'aus und Gut l'raunfalk ,in Alt-Ausseo an Balthasar von Kriechbanm und zu Nürnberg am 30. 3. 1652 seine Güter und Schlösser Neuhaus und Falkenberg im Ens-tliale Obersteiermarks an Alexander Schifer, Freiherrn zu Freiling und Dachsberg, womit das letzte Band gelöst wurde, das die Familie an ihre alte Heimath knüpfte. Seine Gemalin Regina, Tochter des Carl F'reiherrn von Radmannstorf und der Elisabeth, geb. Freiin von Herbert torf, vermälte sich in zweiter Ehe mit Johann Septi-mus Freih- rrn Jörger von Tollet und starb im 64. Lebensjahre zu Nürnberg am 6. 7. 1667. Freiherr Hanns Adam hatte einen gleichnamigen Sohn. Im Jahre 1645 wurde Maria Anna, Tochter des Friedrich Sigmnnd Zach mit einem Praunfalk getränt, von welchem es mir nicht bekannt geworden ist, ob er etwa identisch mit Hanns Adam dem Jüngeren sei, oder ob dieser noch Brüder hatte. — Das Geschlecht, das nicht mehr in dio Erblande zurückkehrte, erlosch zu Ende des letztgedachten Jahrhnndertes. Es wird im gräflichen Taschenbucho 1874 unter die erloschenen gräflichen Häuser gezählt, ohno •las3 daselbst Näheres über eine bezügliche Standeserhöhung der l'raunfalk mitgetheilt wäre. Im k. k. Adelsarchive findet sich hierüber nichts vor. - Sie wurden hier wegen des Besitzes von Gstöttenau eingereiht. (Steiermärk. Landesarch ; Efcrdinger Arch : Begeston der im gräfl Giech'schen Schlosse Tornau in Oberfranken befindlichen Original-Urkunden, in der Sammlung des liistor Vereines in Steiermark: Nachrichten über das Fraunfalkgut zn Alt-Aussee. zusammengestellt nach den l'farr und Salinenamts-Urkunden zu Aussee von Dechant C. Grienberger. geistl. Rath und Stadtpfarrer zu Efer-diug: Muchar, Geschichte v. Steiermark; Schmutz, histor.-topogr. Lexikon v. Steiermark . f'reuiNfi-. (Taf. 72). Wap p e n: Eine Bremse (Wagensperre) mit, von dem linken Arme abhängender Kette. (Nach dem Orginalsie-gel Alber des Premzzer an der nachstehenden Urkunde vom 25. 3. 1319: Stiftsarchiv zu St. Florian. — Woll- Sang der Premzzer führt am 8 11. (364 dasselbe Schilesbild aber ohne der Kette; Efcrdinger Archivj. Die Bremser, Lehensträger in der Herrschaft Wassenberg lies Miihlviertels, treten bereits zu Anfang des XIV. Jahrhunderts, in der Zeugenreihe meist unter den Gneussen uud den Stcinpecken, urkund.ich auf. (ieorgitag 130'): Espein von Haag versetzt dem Kloster Wilhering die Hube zu Neundorf bei Wachsenberg; unter den Zeugen, Ulrich premzzer. - 19. ö. 1301: Heinrich von Alharting vcrkauit dem Stifte Wilhering einen Hof zu C'jmpolting; unter den Z ugen: Der Vorige. — 21. 4. 1331: Der Propst und Convent von St. F'lorian veräussern an Chunrat in dem Zaum den Hof zu Reichels-borg, den früher Herr Heinrich der Steinbock inne gehabt bat: unter den Zeugen: Alber der Bremser. — 25. 3. 1349: Janns von Durnächting und Wernhart von Haus-menning verkaufen dem Kloster St. Florian zwei üiiter zu Hohenberg in der Biedmark: Alber der Premzzer siegelt — 25. 12. 1362: Die Vorsteherin des Franonklo-sters Niedernburg bei Pas3au erklärt, dass die sechzehn Lehen3leute zu Feldkirchen des Herrn von Wallsee von dem Kloster einen Wahl .an dem obern hart, der leit in Veldchircher pharr von dem lierenstain zeriht abbin in den Posenpach und an die lantstraz die da gst von Per-cbaim hin auz nnd an Oberndorfer holtz", als Erbrecht zu gleichen Theilen haben; unter diesen sechzehn Lehens-lenten: .Jans der Premsser. der erber man". — 8. 11. 1364: Die Brüder Hanns, Philipp und Wolfgang die Premzzer verkaufen an Eberhard von Wallsee, Hauptmann ob der Ens, den „Puchperch" und „die miill darunder genannt in der Chiana-, ein Gut dabei, genannt „an dem Gern", ein Gut ran dem Vokchenperch", ein Gut .an demZanperg", ein Gut „auf der Gaissoed" und ein Gut bei Freudenstein. Später trugen die Premser, ebenfalls im Wachsen-berger Gerichte und in der Pfarre Feldkirchen, von den Herrn von Liechtenstein zu Nicolsburg das Schloss Mühldorf zu Lehen. — Höh. erwähnt einen Wolfgang Pr. zu Mühldorf, dessen Wittwe Potentiana von Sinzendorf im Jahre 1494 ein gemaltes F'onster mit dein Premser und Sinzendorfer Schild in die Kirche nach Feldkirchen stiftete. Von den Söhnen dieses Wolfgang, Virgilius zu 268 OBEROSTEBREK'HISCHER ADEL. Hühldorf und Achaz. siegelte Ersterer einen Brief Balthasar des Neundlinger Ton Rotteneck, womit dieser am 4. 1. 1491 einen Jahrtag in der St. Erhartskirche im Milhlviertel stiftete. — Achaz wurde 1508 mit den von der Mutter überkommenen Lehen durch die Herrn von Losenstein belehnt. — Für Wolfgang (III.) und Philipp (II.), des Achaz Söhne, empfing Bernhard Fünfkircher am Samstag nach St. Katharina 1517 die Lieclitenstein'-Bchen Lehen, welche Belehnung am S. Franciscitag 1532 für die Brüder Wolfgang (IV.) nnd Sebastian die Prem-ser. im Jahre 1540 für Sebastian nnd für des Wolfgang Unterlassenen nnvogtbaren Sohn Hanns Achaz erneuert wurde. — Hanns Achaz starb ao. 1500 als der Letzte. Nach Streun wurde darauf Mühldorf durch Georg Hartmann Herrn von Liechtenstein mit Urkunde d. d. '20. 6. 1563 dem edlen, vesten Wilhelm Tupfer von Mitterdorf verliehen. (Stiftsarcli. zu St. Florian ; Eferdingcr Arcli.; U.-B.; Strnadt-Velden; H.; R.-M.). Preiihnlen. (Taf. 72, 73). Wappen: I. Ein Topf (Hafen). (Nach dem Originalsiegel Marchwart des Prevhafen an dem Uebergabs-briefe Poppo's von Grünenburg an das Kloster Gleink, das Patronatsrecht Uber die Kirche zu Hadershofen betreffend, d. d. Gleink 7. 6 1274; Archiv zu Gleink, jetzt im bischöfl. Oonsistorialarchive zu Linz*. — II. In Both ein silberner Topf. — Kleinod: Mit dem Schildesbild belegter, rother Flügel. Decken: roth-silbern. 'IL; R.-M. — Die Tincturen sind, wie dies Hoheneck meist that, wenn ihm nur Siegel zur Verfügung standen, einfach erfunden, wie aus nachstehendem Wappen hervorgeht). — IV. In Gold ein schwarzer Hafen. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: golden-silbern. (Nachdem Wappen des Ernst Preuhafen im „Sancti Cbristopliori am Arlperg BruederschaftBuech", verwahrt im k. und k. Haus-, Hof-und Staatsarchive). — Ursprünglich führten die Pr. ein anderes Kleinod, so Heinrich der Fr. nach seinem Originalsiegel (GarBtner Archiv), das er am 17. 4. 1298 an einen Revers Marchart des Scheck hängte: Halbkreisförmiges Schirmbrett an seiner Bnndung mit sieben Mohnköpfen besteckt, von denen, redend, der Brei im Schildes-topfe gekocht wurde. Die Preuhafen, ein adeliges Steyrer Bathsherrnge-schlecht. anfangs bis zur zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts von hohem Ansehen, in welchem Bio zur Bezeugung landesfürBtlichcr Urkunden wiederholt he» angezogen wurden, in der Beihenfolge der Zeugen eine vornehme Stellung einnahmen und unter den Wallsoe, den Volkenstorf, den Losenstein, wiederholt vor Gnndacker von Steyr ihren Platz fanden, sanken schBesslich verarmt von ihrer Höhe herab nnd erloschen, fast verschollen, in der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Um das Jahr 1170 bezeugte Adalbero Briuh ~ eine Tradition nach Garsten. Das Abkürzungszeichen am Ende Beines Namens, sein Mitzeuge Durinc schecco, ein Steyrer Bürger, und die, nach dem zu Steyr nahen Kloster Garsten gerichtete Urkunde lassen keine Bedenken darüber aufkommen in Adalbero einen Preuhafen. den ersten Priuha-ven, wie der Name damals geschrieben wurde, zn erkennen. — „Otacher priwhaven" steht c. 1180 ebenfalls in einer Stiftung nach Garsten unter den Zeugen, und in der Zeit zwischen 1203 und 1239 treten die Brüder Otaclierus II., Budolf und Alber auf, so zu Mautern 1203 in einem Briefe Leopold's VII. für das Kloster St. Florian, am 2. 7. 1205 in einer Urkunde desselben Herzogs an Kloster Garsten, am 5. 2. 1217 in dem Befreiungsbriefo des Stiftes Kremsmünster von der weltlichen Gerichtsbarkeit, am 14. 6. 1224 bei einem Gütertansclie zwischen Herzog Leopold und KremBmünBter, zu SchloBS Steyr am 6. 9. 1239 bei der Bestätigung der Bechte und Besitzungen des Klosters Gleink durch Herzog Friedrich. - Es liegt nahe in Adalbero, Otacher I. und den vorgenannten drei Brü-dorn Vater, Sohn und Enkeln zu erkennen. Von dem Einen nnd dem Andern dieser Letzteren entstammten als Söhne Marqnardus (1.; Frenhauen de Al-liartsporge i unweit Waidhofen a. d. Ibs) und die Brüder Marquart (II.) und Perchtold genannt Preuhafen von Steyr. — Marquart II. (1235—1287) führte vom Jahre 1272 an den Ehrentitel „Dominus", der seinem jüngeren Brnder Perchtold (1254—1287) erst von 1282 an beigesetzt wnrde. — Die Bestätigung der Privilegien des Kl. Gleink durch König Otakar von Böhmen d. d. Znaim 12. 6. 1269 bezeugten Marquardus et Berchtoldns frat res do prevbaven, und in dem Briefe, Ens 25. 5. 1270, mit welchem sich der Abt Chunrat von Gleink wegen einer Stiftung des Albert Wolfstein verpflichtete, stellen unter den Zeugen: Marquardus Preuliaven de Alhartsperge, Marquardus et Perchtoldus fratres dicti prevhauen. — Von den beiden Brüdern erscheint urkundlich je ein Sohn des Namens Heinrich. Jener des Marquart. Heinrich I. (1272 — 1299), vom Jahre 1292 an „Herr", segnete dies Zeitliche schon in oder kurz vor dem Jahre 1300. Ao. 1300 bezeugte der Abt Ulrich von Garsten „daz di Erbaerge frowe die edele witwe fro Gaeisel div priwehafninne ze Staeier gesessen durch ir trive vnd ir rechte beschaiden-hait vnd ouch voderlichen durch irez lieben wirtes sele willen heren Hainriches des priwohafens saelige gehvege in Got dem Gotesbovse ze einem selgraeitte ledichlichen vnd fver aigen gegeben hat ir aigen gvet daz svambaren, da velrich der schriftingaer vefsizzet, di giltet alle iar ein Swain, daz eines halben pfvndes wert boI Bin, vn ein halbes fvder pirz. Den Brief bezeugten „her Hainricli der priwehaven hurreu perhtoldes svn" nnd „her Johan der priwehaven" Bruder zu Garsten — Der erste Heinrich hinterliess von seiner Gemalin Geisel einen Sohn. Marquart UI., welcher im Jahre 1302 zum Seelenheile für soinen Vater eine Hube zn „Swam-maren" nach Garsten gab und von da an bis zum Jahre 1319, meist gemeinsam mit seinem Oheime Heinrich II., auftritt, welch Letzterer 1306 als Batbslierr zu Steyr erscheint und zu Garsten am 7. 4. 1314 von Dietrich von Volkenstorf Oheim genannt wird. Dass Heinrich II. verehelicht gewesen, kommt nirgends vor, so dass man versucht ist in Herrn Otto dem Preuhafen, welcher von 1325 —1334 stets an der Seite Marcharts III. erscheint, einen Bruder dieses Letzteren zu vermuthen. Ein Gleiches könnte auch von Peter I. gelten, der am 24. 6. 1319 einen Tausch Chunrat's von Pless mit dem Kloster Garsten gleichzeitig mit Heinrich II. und Marquart III. bezeugte. -- Letzterer, vom Jahre 1316 an „Herr", urknndete zn Graz am 14. 9. 1329 als „Marchart Prehauen von Steyr, Bitter", dass er seinem gnädigen Herren .chunig fnd-richen von Rom" und dessen Brnder seine freieigenen Güter, den Hof zn „swetigow. den Hof zu ..chirchperch", zwei Güter zn Ober-Aspach und ein Gut zu „Selmerlehcn" aufgegeben und dann zn Lehen empfangen habe, veräusserte im Vereine mit seiner Hausfraa Margret am Lichtmesstag 1343 eine Hube zu Rachsendorf. Pfarre Sierning, am 25. des nächsten Monates sein Gnt zu Hausmanning, Pfarre Hargclsberg, und tritt zuletzt am 1. 1. 1347 als Zeuge in einer JahrtagBstiftung nach Garsten auf. Heinrich III. (1356-1365), dessen Haus zu Steyr neben jenem der Steger lag, war der Sohn einer Agnes I'rouhafen und, nach den in Betracht kommenden Zeiträumen nnd da Peter I. seit dem Jahre 1319 nicht mehr vorkommt, wahrscheinlich ein Solin des oben genannten Otto, es wäre denn, dass des Letzteren Bruder Marquart III. vor der Margret cino erste Hausfrau Agnes gehabt hätte. — Heinrich III., von 1359 an „Herr", setzte im Vereine mit seiner Ehewirthin Katrci dio OBEIiÖSTERBEIcHISCHER ADEL. durch Marquart III. begonnenen Vcränssernngeu fort, verpfändete um 1.9. 1356 einen Hof zu Wolfern un Wein-mur den Teurwanger. verkaufte an diesen am 7. 8. 1362 den Truchsenhof in der Pfarre Sierning, am 6. December desselben Jahres an Petrein deu Heresinger ein Pfund Geldes auf drei Weingärten, wie dies von seiner seligen Mutter Agnes auf ihn gekommen war, und am 14. 9 1363 an das Kloster Garsten eine Weide bei der Bamming nächst des Gutes „in dem Pletichech", das früher sein Eigen gewesen ist Hingegen erhoben Heinrich und Katrei Erbansprüche auf die Hinterlassenschaft Meinharts von W'irmla uud dessen Sohnes Mert gegen Stephan von Hohenberg und erhiolten daraus durch Schiedspruch d. d. St. Pölten 20. 4 1365 das Bergrecht zu Baumgarten und zwei Höfe zu Holzleiten. Den schon genannten Verkaufsbrief vom Jahre 1362 über den Truchsenliof hatten des Heinrich Schwäger Herr Chunrat der Sazzer uud Gerung der Bacdler von Sickenberg, dann sein Oheim Herr Chunrat von Flacheuekk und sein Vetter Petrein der Preuhafeu gesiegelt. — Letzterer, nach deu obigen Ausführungen über die Abstammung Heinrich's III., wohl ein Sohn Marquart's III., verminderte nicht weniger wie sein Vetter die 1'"Sitzungen der Vorfahren. Am 30. 3. 1371 verkauften Peter II. und dessen Hausfrau Anua acht Gütor in den Pfarren Beliam-berg, Sierning und Dietach, am 8. Februar des folgenden Jahres ein Gut zu Steckelfurt, Pfarre Sierning, und am 13. 6. 1373 vorsetzten Beide das Holz im Bcintal unter Kiirnbcrg an Erasmus den Schreiber. Alu 27. März des nämlichen Jahres hatte Peter zu Bcinem Seelenheile nach Garsten die Eigenschaft und Mannschaft auf dem Lehen, genannt „in der V\ eng", Pfarre Bebamberg, gegeben, wie er uud seine Vorderen dies von Alters hergebracht haben. In der nächsten Generation erscheinen die Brüder Wenzel und Ernst, letzterer vermält mit Perchta v. Au, ohne dass es sich urkundlich feststellen Hesse, ob sie Söhne Heinrichs III. oder Peters II. gewesen sind. — Sie veriiusserten ain 22. 3. 1395 au Herzog Albrecht III. verschiedene Gülten und Güter bei Aschach a. d. Stcyer und um Steyr, — dies mögen die letzten der ererbten Besitzungen gewesen sein, — und gelobten am nächstfolgenden Tuge demselben Herzoge Gehorsam und deu Bückfall der ihnen als Leibgeding übergebenen Veste Klingenberg im Machlande. — Es kann nicht unterlassen werden an dieser Stelle auf einen Irrthuin hinzuweisen, der aus dem Oed'schen Handbnche in anderen Werken, so auch bei Hoheneck, Eingang fand. Das Handbuch besagt Herzog Albreclit habe an dio Gebrüder Wenzel und Ernst die Preuhafcn die Veste Klingenberg leibgedingsweisc am 19. 3. 1325 verschrieben. — Dass bei der Angabe dieser Jahreszahl ein Schreibfehler obwalte, liegt klar zu Tage. Die Verleihung erfolgte offenbar am 19. 3. 1395 und vier Tage Bpäter, wie oben ersichtlich, gaben die beiden Brüder den bezüglichen Gehorsambrief. Wenzel scheint bald gestorben zu sein, denn schon am 1. 4. 1397 erfolgte eine neuerliche Verleihung Klin- fImbergs zu Leibgeding an Ernst nnd dessen Sohn Georg urcli dio Herzoge Albreclit IV. und Wilhelm. — Ernst wurde gelegentlich seiner Erwerbung von Gülten in der Pfarre Königswiesen ao. 1402 „der Edel Ernst der Prey-haft'en zu Clingenperg und Scbwcrdperg" geschrieben, ist jedoch keinesfalls zu Schwertberg, das damals noch die Oeder von den Liechtenstein zu Lehen trugen, gesessen gewesen. Er mag dortselbBt nur ein Amt bekleidet haben, erscheint im Jahre 1416 als Verweser des Landgerichts im Machlande und lebte noch ao. 1426. — Nach seinem Tode, — der Sohn Jörg dürfte vor ihm gestorben sein. — fiel Klingenberg dem Landesfürsten heim; 143:") hatte die Veste Ulrich von Bohrbach inne und bald darnach gedieh sie an die Priischinken. IV. 5. Hiermit schlirssen die verlässlichen Nachrichten über das Geschlecht der Preuhafen ab. Hoheneck, dessen Genealogie mit dem fabelhaften Stammvater Dietmaycr Preuhafen Alles zu wünschen übrig Iässt nennt noch einen Tibold Pr., der laut dreier in seinem tlloh.'s) Besitze gewesener Urkunden in den Jahren 1540, 1540 und 1554 als Zeuge aufgetreten Bein soll. (Archive zu Gleink und Garsten, jetzt zu Linz U.-B.; Lichnovsky; Strnadt-Windeck und Schwertberg: B.-M.; H.; St. Christophs Bruderschaftsbuch im k. und k lluus-, Hof- und Staatsarchive zu Wien). PrrjmliiK. (Taf. 73;. Wappen: I. (Stammwappen). Von Both und Silber mit zwei Zinnen getheilt, unten als Mauer ausgefugt. — Kleinod: Horner, das Beeilte roth, das Linke silbern. Decken: roth silbern (N. S. bayr. Grafen). — IL Schild wie vorhin.— Kleinod: Bechts silbernes, links schwarzes Hörnerpaar. Decken : schwarz silbern. (Nach dem Wappen des Hanns Ulrich von Preysing zn Kopfsburg, Freiherr», 18.5. 1608, int Stamiiibuclic des Job. Ileriiliurd Frei-herrn v. Hofkirchen. IU. Schild wie vorhin. — Kleinod: Zwischen einem schwarzen und einem silbernen Horn ein gekr., weisser, roth bewehrter und ebenso bchulsbaiideter Sittich (Papagei), wegen Wolnzuch. Ducken: roth-silbern. (Nach dem Wappen des Johann Budolf von Preysing, Freiherni zu Kopfspurg vnd Altenpreysing zum Huebeii-stein, Siena 14. 9 1610, im vorgenannten Stamiubuche. — IV. (Aichberger zu Raab und Moss, altes Wappen) Drei Eiclienblätter wagrecht übereinander. (N.S. f bayr. Geschlechter;. — V. (Aichberger zu Baab und Moss, späteres Wappen). In Gold über schwarzem Dreiberge ein schwarzer Balken. — Kleinod: Goldene, mit einem Pfauenstutz besteckte Eichel mit grüner Kapsel. Decken: schwarzgolden. (N. S. f bayr. Geschlechter). — VI. (Preysing, IL Hauptlinie. 1. Linie zu Moos, Wappeuvcrinuhruiig und Besserung 1635; Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 in Gold über schwarzem Dreiberge ein schwarzer Balken (Neu-Aichberg). 3 in Schwarz drei goldene Eiclienblätter wagrecht übereinander (Alt-Aichberg). — Drei gokr. Heimo: 1. Gekr., golden behalsbandeter, grüner Sittich zwischen einem schwarzen und einem silbernen Horn, deren jedcB aussen mit fünf farbcngewechselten Lindenblättern bestcckt ist. Decken: roth-silbern. 2. Schwarzer Doppeladler mit überschwcbeuder Laubkrone. Decken: roth-silbern, schwarz-golden. 3. Die Ffahel wie bei V, jedoch gekrönt uud die Krone mit dem Pfauenstutz besteckt. Dcckcn: schwarz-golden. (K. k. A.-A. Dio Vereinigung mit dem Aichbcrg sehen Wappen, oder ..Achberg" wie es im Diplome von 1635 heisst, mag sich auf die Erwerbung von Moos beziehen, da keine Aichbergerin in der Preysing'schen Stammreihe vorkommt. Im Wappen von 1635 erscheinen die Holme golden und die Eichel des dritten Kleinodes ist derart nach aufwärts verlängert, dass sie -im Vereine mit der Kapsel das Ansehen eines Geschützrohres erhält. — VII. (Beichsgrälliches der vorgenannten Linie 1615). Vollkommen übereinstimmend mit dem Wappen VI, gebessert durch einen goldenen Herzschild, darin ein gekr., schwarzer Adler. (X. S. bayr. Grafen. In dem im k. k. A.-A. unter den Reiclis-acten erliegenden Diplcmsconcepte ist keine Wappenbe-beschreibung enthalten). — VIII. (II. Hauptlinic, 2. Linie, a. Unterlinie zu Hohenaschau. 1630) Zweimal gespalten. 1. Stammwappen. 2. von Silber nnd Blau getheilt, unten drei (2, 1) goldene Sterne (Freyberg). Im dritten „aschfarbenen" Felde ein goldener Dreiberg (Aschau . — Drei Helme, davon die beiden Ersten gekrönt. 1. Preysing-Wolnzach wie bei VI, doch sind die Hörner statt der Lindenblätter aussen je mit sechs farbcngewechselten Lanzenspitzen besteckt. Decken: roth-silbern 2. Fünf 68 270 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. silberne Stranssenfedern (zu Freyberg). S. Auf güldenem Dreiberg stehend, ein gekr. schwarzer Adler. Decken: schwarz-silbern. iE. k A. - A. Der Reichsgrafenstand wurde dieser Unterlinie 1664 sine armis ertbeilt). — IX. (II. Hauptlinie, 2. Linie, b. Unterlinie Preysing-Lichten-cgg, gräll. 1706) Geviert. 1 nnd 4 Stammwappen. 2 nnd 8 in Roth ein silberner Dreiborg mit zu einer Spitze erhöhtem, mittleren Hiigcl (Tannbergi.— Drei gekr. Helme: 1. Gekr., roth behalsbandetcr, grüner Sittich zwischen oinem silbernen und einem schwarzen Horn, beide aussen je mit sechs farbengewechselten Kleeblättern besteckt. Decken: schwarz-silbern. 2. Wachsend ein gestiunmclter, rothgekleideter Mann, einen hohen, rothen, silbern gestülpten, gekr. und mit einem schwarzen Reiherbusch besteckten Hut auf dem llaupte. Decken: roth-silbern. 8. Zwei gestürzte, silberne Fische. Decken: roth-silbern (Nach dorn Original-Diplome Die Wappenvereinigung mit Tannberg erfolgte, „weil beide uralt uud rittermässigo Geschlechter Freysing nnd Tanuberg in vorigen Zeiten sich durch ein vierfaches Kheband versippschaftet haben", doch zählt die Linie Preysing-Lichtenegg weder eine Tannberg unter ihre directen Vorfahren. noch erbte sie die 1711 im Mannesstamme erloschenen Tannberg auf). — X. (Vorige Unterlinie, jüngerer Ast, älterer Zweig Prey-sing-Lichtenegg-Moos, 1887). Wie vorhin, vormelirt mit dein Herzschild der Linie Moos aus dem Wappen do anno 1645. Die Preysing, „ein alt ehrlich Turnier Geschlecht"; hausten an der Grenze zwischen Ober- und Niederbayern, in dem von don Flüssen Isar, Isen, Amper, Dorfen, Strogen. Vils und Sempt durchströmten Gebiete, wo die Ortschaften Langenpreising, Preiscuberg, Preisendorf, u. s w. noch gegenwärtig Zeugnis« vou ihnen geben, wo sie, soweit Urkunden zurückreichen, auf Alten-Preysiug, später Kronwinckel genannt und von Tegernsee zu Lehen kommend, sassen und dies Schloss bis anf den heutigen Tag inne haben. — Dio in Froysing'schen Schenkungsurkunden zwischen 770 und 824 Vorkommenden Edlen, Ano, Fater, Tarclianat, Heribert und Fritilo de Prisinga wären nach den Forschungen des historischen Vereines für Niederbayern unstreitig unter dio Ahnen dieses Geschlechtes zu setzen, eine Annahme, welcher neuerer Zeit Freiherr von der Borch in seineu Regcsta Prisingensia auf urkundlicher Grundlage nicht nur beistimmt, sondern auch den Beweis führt, dass das Geschlecht ursprünglich unter die Hochfreien zählto. Dasselbe zerflcl früh in dio zwei Hanptstämmo, Preysing zu Altenpreysing und l'reysing zu Wolnzach, bei Pfaffenhofen iu Oberbayern, die den Sittich führten. Bereits Hoiioldus von Wobuotsaha (1110), dann Ulrich und Conrad von Wolmotsa (c. 1210), Hoholdus von Wolinsa (1224) wären, wie Wig. Hund nicht zu irren meint, Preisinger gewesen. Der Wolnzachor Stamm erlosch mit Georg von Preysing. Domherrn zu Regensburg am Ende des XV. Jahrhunderts, worauf Wolnzach, das von den Herzogen von Bayern-Landshut zu Lehen rührte, an Caspar von Thum und Hanns den Zennger, welche zwei Schwestern von Proysing-Wolnzach zur Ehe hatten, gedieh. — Auf die Erbschaft erhob Christoph von Preysing zu Ober-Arnbach, des anderen Hauptstammes von Alten-Preysing. vergebliche Ansprüche. Aus diesem Letzteren seien genannt, Alliart, c. 1100, zu Raitenhäslach; Adalbert de Preysing, 1142 Ministoiialo des Pfalzgrafen Otto von Wittolsbach, erscheiut in den Fnndationsbiicliern der Klöster Scheuem u. Weihenstephan; Eberhardus de presingin bezeugte zu Frisach ao. 1137 einen Schenkbrief des Rischofes Konrad von Salzburg an das Kloster Reifersberg; Grimoldus I. ist 1160 Zeuge in idner Frauenhofonschcn Stiftung nach Weihenstephiin. Hol wein v. Pr. zn Alten-Preysing brachte durch soine Hausfrau Erntraut, des Gottfried (alias Seyfried) Khoph Tochter — nach Wig. Hund um 1201) - das Schloss Kopfsberg ' an der Isen an sein Haus. Grimoldus (II.) bezeugte zu Passau am 15. 12. 1262 den Vertrag zwischen dem Bischo e von l'assau und Herzog Hoinrich von Bayern. Derselbe Greimold. dann Heinrich und Chunrat seine Brüder sind ao. 1266 Zeugen in dem Kaufbriefe König Conrads um einige Städte und Herrschaften am Lech: — Grimoldus et l 'hunradus fratres de Prising bezeugten zn Wels am 13. I. 1277 die l'rivilcgicnbcstätig-ung des Herzogs Heinrich von Bayern lür das Spital am Pyhrn. Greimold v. Pr. war Taidinger auf des vorgenannten Herzogs >eite, als mit diesem im Jahre 1281 Alb-reelit Graf von Habsburg, Verweser in Oesterreich und Steyr, das Uubereinkommen wegen des zwischen Pa-sau und Eferding gestörten Strassenfricdens schloss. — Den zu Passau am 17. 8. 1304 zwLchen Walther von Tauff-kirchen und Eberhard von Wallsee errichteten Theilbricf um die Hurgen Seuftenbeig uud Strancck bezeugten Herr Johann v. Pr.. Chorherr zu Pas-au und Herr Chunrat v. Pr. Letzterer ist ein jüngerer gewesen als der vorgenannte Chunrat. Auch ein jüngerer Heinrich kommt um diese Zeit vor. Iu dem zu Landau am 20. 9. 1305 gegebenen Lehensbriefe des Grafen Wernhart v. Leonberg an Chunrat v Tamiberg uud Wernhart v. Hartheim, wegen der Veste Tanuberg im Mühlviertel, stehen unter den Zeugen Herr Chunrat v. Pr.. Herr Heinrich sein Vetter von Preising. Des Letzteren zweite Gemalin war Lonet, Walthers von Tauffkirchen Tochter. Die Hoirathsabrede ao. 1310 -hat Heinrich Preisinger zu Kopfsberg in Ori-ginali und ich Copi dauou: dieselb haben neben Vatter vnnd Sohn König Ott von Ungarn vnd sein Bruder Hortzog Stephan (v. Bayern) gesiglt", schreibt Wigulens Hnnd. Greimolt III. (1881, 1332), wio letzterer Autor ver-mutliet ein Sohn Greimolt's II., — ist der Stammvater aller Nachfolgenden seines Geschlechtes geworden. Sein Sohn Hanns, aus der Ehe mit Elsbet Judmann, kaufte 1376 mit lehenshorrlicher Bewilligung von Arnold Judmann das Scheukenamt zn Freysing sammt dem Hause auf dem Berge daselbst. Des Letzteren Sohn Albrecht siegelte 1392 das ersto bayrische Bündniss, baute Kopfsberg neu auf und stiftete in der Kapelle hierzu ao. 1406 eino ewige Mes?e. — Von Albrechts Söhnen setzte Heinrich den Hauptstainm fort, während Erasmus, Pfleger zu Starhemberg in Oe. o. d. E. eine NebenEuie begründete und durch seine Gemalin Anna, Tochtcr Heinrichs des Letzten v. Aistersheirn, den halben Thcil an Aistersheirn erwarb. Seine Enkel Erasmus II. (f 1525) und Georg thoilten die Nobenlinie in zwei Zweige, von douen der erstere mit des zweiten Erasmus Enkel Johann Wolfgang, Pfleger zu Mcrmosen, 1576 im Mannesstamme erlosch. — Georg. Bitter, Pfleger zu Wasserburg (f 1528) veräusserte 1464 (nach W. Hund erst um 1483) den Antheil von Aistersheirn an Georg v. Hohenfeld uud erwarb mit seiner Gemalin Barbara von Venningen (mit dem Scepter) den Sohn Andreas, Pfleger zu Laber im NoTdgau. Dessen Ehefrau Katharina, Haniisens v. Preysing Tochtcr, starb 1572. Von seinen drei Söhnen Albrecht (f 1583), frey: iugscliem Pfleger zu Waydhofen in N.-Oe., Heinrich, Pfleger zu Beiclienhall, und Ulrich, fürstlichem Batlio nnd Küchenmeister zu München, welche Schloss Kopfsberg von ihren Vettern aus dem Hauptstamme ganz an sich lösten, besass der erstere nur zwei Söhne; Ulrich hatte einen Sohn, ebenfalls Ulrich genannt, und Heinrich erzeugte in seiner Ehe mit Benigna Thurmcrin (Taimerin ?) von Mühlheim ausser anderen Kindern eino Tochter Marie Salome (f 1048), welche sich in erster Ehe mit Veit Marschall vou I appenheiin vermälte und durch diesen dio Mutter des aus dein 30jährigen Kriege allbekannten Bei-tergencrales Heinrich Gottfried Marschall v Pappenheim wurde Ihr zweiter Genial war der ob der Ens'scho Statthalter Adam Graf v. llerbersforf. Von ihren beiden Brüdern Christoph Jakob und Johann Albrecht starb Letzterer in der Jugeud. Der Ersten; und dessen Vet- 0BERÖSTERREICH1SCHER ADEL. 271 er, der jüngere Ulrich, scheinen keine weitere Sncccssion gehabt zu haben. Koptsberg kam. wahrscheinlich zn Anfang des XV II. Jahrliundertes, durch Heirath an die Fränking. Aus dein Hauptstamme, dessen Mitglieder im Vereine mit der vorigen Nebenlinie Alten-l'rcysing gemeinsam be-sassen, vermalte sich der nähere Stammvater Heinrich 1) mit Margaretha (alias Ursula) von Fraunhofen, 2i mit mit Kunigund Zeungerin v. Schwarzenberg. Zwei der letzteren Ehe entsprossene Söhne Friedrich und Thomas begründeten zwei Hauptlinien. 1. Hauptlinie. Friedrich zu Kopfsberg kaufte 1458 Ober Arnbach (bei Sehrubenbauseii in Oberbayern) und erlangte mit seiner Gemalin Margaretha vou Taunberg, welche 1489 als Wittwe Hofmeisterin zu Mimchen war, drei Sühne, unter diesen den Christoph, der Rechte Doctor, der, wie Eingangs gesagt, vergebliche Ansprüche auf Wolnzach erhob und 14'J7 von K. Maximilian für sich und das ganze Geschlecht. die Erlaubuiss den Woluzacher Sittich zu führen erlangte. Christoph hat init seiner Gemalin Elisabeth Feuscliin v. Gauusliuim gar übel gehaust und wnrde 1012 (oder 1518), als er die Pfarrkirche zu Berg im Guu, bei Obcr-Arubach, verlivss vou einem Unterthanen erschlagen. Auch sein Sohn Cyriak, fürstl Rath uud Oberrichter zu Ingolstadt, starb gewaltsamen Todes. Er wurdo iu der Fastnacht 1541 vou einem Studenten, einem von Spaur, „vou einer gar liederlichen Ursach wegen- erstochen, dann zu Ober-Arnbach bestattet. Dessen Sohn Hanns Heinrich starb jung zu Wien: Ober Arnbach geuieh an des Letztcron Schwester Ursula. Adams von Neydeck Gemalin. Wolf zu Kopfsberg, ebenfalls ein Sohn obigen Friedrichs , hatte drei Ehefrauen, e ne von Wolkenstein aus Tyrol, Susanna von Thum und Barbara v. Aham zu Xeu-haus. Ouofrins, der einzige seiner Söhne, welchem untunliche Sncccssion erblühte, veräusserte im Vereine mit seinem Bruder Jobst Kopfsberg an die von Erasmus absteigende, vorgenannte Nebenlinie. Er hatte sich, noch auf der Universität zn Ingolstadt studirend, mit Genofeva, einer Tochter Cyriaks v. Pr. zu Ober-Arnbach vermält und wurde. Wittwer geworden, geistlich und Domherr zu Augsburg. Sein Sohn Cyriak der Jüngcro, 1581 mit Margaretha Mosseubeck v. Gschwendt getraut, lebte noch zu Wig.'s Hund Zeiten, welcher anmerkt, dasB dieser Ehe Kinder .entsprossen seien. Wann diese, längst erloschenc Linie endete, ist mir nicht bekannt geworden. II. llauptlinie oder jetzt noch allein blühender Stamm. Derselbe thcilte sich mit den Söhnen des bereits genannten Thomas v. Pr. zu Kronwinkel (f 1504) und der Brigitta Schmuheriii von Wackerstein (verm. 1470, f 1507j nämlich mit Hanns nnd Sigmund neuerdings in zwei Linien. 1. Linie Hanns, fürstl. Rath nnd Pfleger zu Rottenbnrg, vermält 1) mit Dorothea v. Frauenberg (f 1531), 2 mit Katharina von Taunberg, führte nicht den Sittich, „weil er das Nest (Wolnzach; nicht liätt', wollt' er auch des Vogel nicht achten." Er erwarb ans der Hinterlassenschaft des Schwiegervaters Warmund v. Frauenberg Schloss und llofmark Hubenstein in Oberbayern, welchen Besitz er jedoch seinein Bruder Sigmnnd später iiberliess. Dagegen brachte Hannsens Sohn zweiter Ehe, Hanns Alhrecht if 3. 2. 1587), fürstl. Bath und Oberrichter zu Landshut. durch seine Ehe mit Anna Trainerin von Moos nnd Neisling (verm 1568, f 1606; die Herrschaft Moos sammt allen Zugehörungeu. unweit Vilshofen in Niederbayern, an das Geschlecht, bei welchem dieselbe fortan verblieben ist Des Letzteren Sohn Johann Warinund (geb. 1578, f 9. 8. 1648;. Herr zu Moos etc., kaiserl. und churfiirstl. bayr. Kämmorer und Rath, anch Vicedoin zu Straubing und Pfleger zu Vil-hofen ist dreimal vermält gewesen, 1) 161.16 mit Ursula Freiin von Gnmppen-berg 2) 1621 mit Maria Magdalena Marschallin v. Pappen-heiiu f 1682), — von deren Mutter Marie Salome, damals des Grafen v. Herberstorf Wittwe. er diu Herrschaft Orth am Traunscu im Jahre 1634 an sich bracht», — 3) 1636 mit Maria Katharina Freiin von Adelzhausen (f 1645). Ihm und seinem Bruder Johann Arnold von Preysing zu Alten-l'rcysing genannt Craiiewinckel und Kopfsberg wurde durch Kaiser Rudolf II. d. d. Prag 21. 2 it'07 der dem Geschlechte bereits durch K. Friedrich III. uo. 1465 verliehene Freiherrnstand sine armis „con-firmirt und renovirt", ferner dem Freiherrn Johann War-mund d d. 23 10. 1635 die Wappuuvereinigung mit „Achberg", abgestorbenen Geschlechts, gestattet und derselbe durch K Ferdinand III. d. d. Regensburg 15. 3. 1645 iu den Kuich*grafenstaiid erhoben. I'nter dem 12. 2. 1636 war Johann .Warmund im llerreustaudu Oesterreichs ob dor 1- ns inuiatriculirt worden. — Von seinen vier Söhnen. welche sich sämmtlich vermalten, sei hier nur dio Descendenz jener uus der zweiten Ehe, nämlich jene Johann Albrechts und diu des Johann Ferdinand Albrecht, auf dexsen Nachkommen später die Fiilui-commiss Herrschaft Moos übergiong, verfolgt. a. Johann Albrochts Unterlinie (zu Orth inOest. o. d. E., dann zu Artstetteil in N.-Oe). Johann Alhrecht 'geb. 1629), um 18. 6. 1051 im alten Herreustaude Oesterreichs oh der Ens eingetragen, erbte die von seinem Vater zu einem Fideicoiuiuissu gestiftete Grafschaft Orth, veräusserte jedoch dieselbe im Jahre 1659 an den Grafen Ocorg Sigmund von Salburg uud erwarb dafür, wieder aus Salburg'schen Händen, die Herrschaft Artstotteu im V. 0. M. B., auf welchen Rusitz nnu diu fideicommissarische Eigenschaft übertragen wnrdo Nach Wissgriil jedoch hätte erst Johann Albrechts Sohn ans der Ehe mit Anna Katharina Freiiii v. Clam, Johann Warinund II. (f 1728) Artstetten erkauft. Letzterer vermälte sich mit Anna Eleonora Gräliu von Thnrhuim und erwarb zwei Söhne, Johann Carl Anton und Johann Chri.-toph. von welchen der Erstere als Präsident des Ausschusses der o. <1. E 'scheu Landschaft zu Wien am 2. 9. 1727 nnvermält starb nnd im Stephans-dome bestattet wurde. Johann Christoph ■-;- 1. 10. 1734) der Kömi-ch Kaiserlichen Majestät Bath und Landrath in Oest. o. d E.. welcher die Herrschaft Artstetten durch Zukäufe beträchtlich vergrößerte und unter dem 6. 4. 1729 seine Aufnahme nnter die alten llerrcii-tandsge-Bchlechter Nieder - Oesterreichs erlangte, starb ledigen Standes plötzlich an der Bnhr, worauf Artstetten an den Vetter Johann Franz Ferdinand Anton der nachstehenden Unterlinie übergieng. b. Johann Ferdinand Albrechts Unterliniu. Johann Ferdinand Albrocht (geb. 10. 12. D',30, t 21. 5. 1683). der Bömisch Kaiserl. Majestät und cliur-bayr. Rath. Landrichter zu Schärding, dann Vicedoin zu Burghauseii, erwarb in seiner Ehe mit Maria Franziska Isabella geb. Gräfin von Bheinstein und Tatteubuch iverm. 1' 00 f 8. 10. 1682j neun Kinder, von welchen der Sohn Johann Franz Ferdinand Anton (+ 29. 12. 1742« von seinem vorgenannten Vetter Johann Christoph die Fidei-commisrdierrschaft Artstetten in N. Oe. überkam nnd unter dem 5. 7. 1735 den dortigen alten Hcrrenstaudsge-schlechtem einverleibt wurde. Aus dessen Ehe mit Maria Eleonora Katharina Monika Adelheid Freiiii von Pienzenau zn Wildenholzen (verm. 21. 11. 1706: erblühten zwei Söhne, Johann Franz Josef Thomas Adain Conrad Maria (geb. 19. 2. 1710, f 30. 9. 1757 und Johann 272 OBEBÜSTEEBEICHISCHER AI)EI. Caspar I .Martin Leopold Thomas Adam Maria, von welchen sich der Eistere zwar 1) mit Elisabeth Gräfin v. Zinzondorf und Pottendorf nnd 2) mit Maria Therese Freiin v. Muggen-thal auf Waal und Peternau vermälte, aber keine männliche Succession hatte Von demselben gelaugte Artstetten an den Bruder Johann Caspar I (geb. 1715, t 31. 12. 1767), welcher daselbst in N.-Oe. durch seine Gemalin Maria Anna Magdalena Gräfin v. Zin/.endorf und Pottendorf (f 23. 2. 1781) die Herrsehalt Ober- und Nie-der-Hansegg überkam. Seine Hinterlassenschaft verfiel in Concurs, aus welchem Artstetten 1768 an Christoph v. Stiebar veräussert wurde. Johann Caspar I. Sohn Johann Caspar II. Maximil. Joh. Nep. Maria . 1783 auf die n. ö.'schc Landmannschaft förmlich verzichtete, überkam die Herrschaft Moos, aus welcher er d. d. 4. 7. 1822 ein F'ideicominiss errichtete, das. nachdem seine Ehe mit Caroline Gräfin v. Minucci kinderlos geblieben war, auch seine Brüder Josef Maximil. Ernst (geb. 16. 8. 1756, f 22. I. 1819). Johann Franz Balthasar Maximil. Maria (geb. 4. 9. 1757. f 21. 8. 1819. und Johann Maximil. Nicolaus Jos. Maria 835 mit Paulowna Gräfin von Hoverden-Plencken (f zu Breslau im November U85.I vermält. 2.; .Jüngerer Ast. Directe stammreihe: 1. Johann Sigmund Paul (geb. 29. 1. 1668, f 26. 5. 1750), hcrzogl. Kämmerer. Oberststall- und Oberstforstmeister zu Sulzbach, näherer Stammvater der beiden allein blühenden Linien: Gem. 1.) Sophia Barbara v. Hirschberg (verm. 1719, f 1719), 2.) Eva Juliana Brand von Ncidstcin (verm. 1719, f 9. 4 1743), 8.) Anna Sibylla v. Mertz (verm. 1743). — 2. Georg Hannibal (geb. 19. 2. 1727, f 17. 6. 1792), kaiserl. Rittmeister; Gem. Maria Anna Freiin v. Steinling '.verm. 1764, f 25. 5. 1803). — 3. Ignaz Ludwig Georg (geb. 18. 8. 1766, t 2. 3. 1836), kgl. bayr. Kämmerer u. Begierungsrath zu Amberg; Gem. Crescentia Franziska Freiin v. Enzberg zu Mülilhcim (verm. 20. 3. 1806, t 16.12. 1851)— Die Söhne dieses Letzteren. Maximilian Josef Franz Ignaz und Johann Anton Georg Ludwig, theilten diesen Ast. a) Aelterer Zwoig Preysing-Liclitcnegg-Moos. Graf Maximilian Josef Franz Ignaz (geb. 13. 9. 1810, t 11. 1. 1881), kgl. bayr. Major ä la suite. Kämmerer und Kapitular-Grosscomthur des St. Georgs-Ordens, erbte nach dein Erlöschen der 1. Linie dieser II. Hauptlinie die mit der erblichen Reichsrathswürde verbundene Fidci-commissherrschaft Moos, erlangte mit Allerhöchster Bewilligung Königs Ludwig I. d. d. 18. 1. 1837 die Erlaubnis zur Namens Vereinigung „ Preysing - Lichtenegg-Moos und errichtete d. d. 22. 1 1858 aus seiner Herrschaft Kronwinckel ein Secuiidogenitur - Fideicominiss. Aus seinen drei Ehen 1.) 4. 5. 1840 mit Maria Anna Walburga Gräfin v. Waldburg-Zeil-Trauchburg (f 15. 1. 1819), 2.) 18. 3. 1850 mit Amalia Louise Freiin von Ow (f 3. 8 1853) und 3.) 20. 5. 1856 mit Bernhardine Friederike Freiin v. Hornstein (f 30. 12. 1874) erblühte zahlreiche Nachkommcnschuft. aus welcher der Sohn Graf J'diann Conrad Friedrich (geb 16. 3. 1843), erbl. Reichsrath, kgl. bayr. Kämmerer und Kapitular-Grosscomthur des St. Georgsordens, das Fideicommiss Moos geniesst, Bich um 4. 5. 1878 mit Christiane Gräfin v. Arco-Zinne-berg vermält und zwei Söhne erworben hat, Johann Maximilian Emanuel (geb. 4. 4. 1879) und Johann Caspar (geb. 28. 6. 1880). — I'es Grafen Johann Conrad IV. 5. Friedrich jüngerer Bruder Johann Caspar Anton (geb. 8. 4. 1814), kgl. bayr. Kämmerer, Rittmeister ä la suite, Ritter des St. Gcorgs-Ordeus uud Besitzer des Secunde-geuitur-Fideicommisses Kronwinkel, ist seit 8 1. 1876 mit Hedwig Freiin v. Walterskirchen vermält, welcher Ehe bisher acht Söhne entsprossen sind. b) Jüngerer Zweig Preysing-Lichtenegg. Des Grafen Johann Anton Georg Ludwig (geb. 18. 11. 1811) kgl. bayr. Hauptmanns und der Maria Oktavia Mathilde geb. Freiin vou Oberkirch Sohn Johann Maximilian August Anton (geb. 30. 5. 1-49). welcher die Herrschaft Lichtenegg ve-äussert hat, wurde am 13. 6. 1876 mit Friederike Freiin v. Vequcl Westernach getraut und entstammen dieser seiner Verbindung bisher drei Söhne (Wig. Rund; Genealogie des gräfl. Preysing'Bcheu Hauses, zusammeHgestellt auf Grund der im kgl. bayr. Keichsheroldcnamte erliegenden Dokumente 1879, im Besitze des Grafen Johann Conrad Friedrich von Preysing-Liclitcnegg-Moos und desselben gefällige Miltheiluugcii; U. - B.; k. k. A.-A.; Archiv des kgl. bayr. llausritter-ordens vom heil Georg: H.-M.; II,; W.; Pillweins Traunkreis; Stammbnch des Johann Bernhard Freiherrn v. Ilof-kirchcn 1607 - 1612, mitgctheilt im Jahresbuche des herald.-genealog. Vereines -Adler* in Wien 1876; gräfi. Taschenb). l*i'lckli<;Iiii.<>yr (Prücklmayr.). (Taf. 74). Wappen I. Geviert, mit blauem Ilemchild dnriu drei (2, Ii goldene Lerchen. 1 und 4 in Gold ein halber, gekr. schwarzer Adler am Spalt, 2 und 3 von Roth uud Silber fünfmal getheilt. — Gekr. Helm: Gekr., schwarzer Adler. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (Nachdem Originalsiegel des Johann Matthias Prickclmeyr zu Goldegg an seinem im Laudesarchiv zu Linz erliegenden Reverse wegen der ihm ertheilten o. d. FI. scheu Landmaiinschuft d. d. Linz 9. 1. 1645, in Tineturen ergänzt nach der R.-M.). II. (Freiherrlichcs 1647; Wie vorhin, jedoch der Herzschild gekrönt und im 2. und 3. rothen Feldo ein silberner Balkon. (Nach Wissgrills Manuscript, da sich im k. k. A.-A. kein bezüglicher Akt und nnr die Intimution au verschiedene Behörden über den dem vorgenannten Job. Mathias Pr. zu G. am 29. 11. 1647 verliehenen Freiherrnstand befindet). Johann Matthias l'rickhelmeyr. nicht zu verwuchsein mit dem kaiserl. Reichshofrathe Dr. Matthias Prickel-mayr, welcher d. d. Regcnsburg 20. 12. 1636 den lieichs-adelstand mit dem Prädikate „Eisenberg" und einein von dem vorbcschriebeneu ganz vcrschicdunen Wappen erhielt, wurde ao. 1589 zu St Bernhard im V. 0. M. B. Nieder-Oestcrruichs von armen Landleuten geboren und auf Kosten des i'fariers zu Friodensbach erzogen, nach dessen Ableben er sich als Student kümmerlich mit Klosterkost fortbringen musste. Sein Pleisa und seine Ausdauer jedoch wurden reichlich belohnt. — Er erwarb an der Wiener-Universität den Doctorshut, wurde Gerichtsadvocat, 1631 n.-oe 'scher Kammcrprocurator, dann der Römisch Kaiserl. Majestät Rath, 1637 wirk). Hofntli uud n.-oe'scher Referendar bei der geheimen llolkanzlei, erhielt unter dem 19. 7. 1640 in N.-Oo. seine Aufnahme unter die neuen Rittcrstandsgeschlcchter, am 10. August desselben Jahres jene im jungen Ritterstande Oe.'s o. d. E. und stellte den auf die letztere Landmannschaft bezüglichen Revers d. d. Linz 9. 1. 1645 bereits als kaiserl. geh. Rath und Hofkanzler aus, als welchcr er durch Kaiser Ferdinand III. d. d. 29. 11. 1647 - nicht 9. 1. 1648 wie Wissgr. irrthümlich sagt — mit dem Titel „Freiherr von Goldegg* in den Freiherrnstand erhoben wurde. Der Name „Prickclmeyrscheint bei dieser Gelegenheit fallen gelassen worden zu sein; Johann Matthias schrieb sich von nun an „Freiherr von und zu Goldegg, Herr zu 69 f 274 OBEBü&TERBEICHISC HER ADEL. Bielaliag. Azgerstorf, Liesing und Stoinhof." Er rückte weder in Niederoestereich noch in Oesterreich ob der Ens in den Herrenstand vor. — In dem ersteren Erblande hatte er nebst den anderen vorbenannten Gütern Goldegg im V. 0. W. W. von Michael Ferdinand Graten von Althann, der die Herrschaft von Anna Ennenklin, geb. v. Althann ererbt hatte, käullich an sich gebracht und wurde mit diesem Besitzthnme am 28. it. 1641 au die Gült geschrieben. Ans den Gütern Atzgersdorf und Liesing bei Wien errichtete er mit seinem Testamente vom Jahro 1656 im St. Barbarastifto zu Wien, wo er einst studiere hatte, eine Stiftnug fiir arme Studenten, insbesondere für solche aus der Nachkommenschaft seiner Verwandten, und starb zu Anfang des nächstfolgenden Jahres aus seiner Ehe mit Maria Bosina, unbekannten Familiennamens, nur zwei Töchter hinterlassend, Anna Katharina nud Lucia Ludmilla Von diesen hatte sich dio Erstere 1645 mit Hanns Ernst Grafen von Mollarth tränen lassen und war zur Zeit des Ahlebens ihres Vaters bereits in zweiter Ehe mit Wolf Philipp Jakob Freiherrn von Unverzagt vermält, welchem, nnd seiner Gemalin, die Herrschaft Goldegg am 17. 4. 1657 eingeantwortet wnrde. Abermals Wittwe geworden trat Anna Katharina znm dritten Male zum Altar, mit Johann Adolf Grafen von Wagensperg, welcher Goldegg laut AufBandnng 1669 an .Maria Margaretha Gräfin von Trantson veräusserte. — Lncia Ludmilla Freiin von Goldegg war mit Johann Heinrich Freiherrn von Garnier vermält. (K. k. A.-A.; Landesarcli.; n.-oe'sches Gültbuch; Wis3grills Mannscript im Landes- n. Stände-Archive zn Wien; R.-M.; gräfl. Mollarth'sches Familienarchiv.) l'rielinnyvr. (Tafel 74).' Wappen: In Blau eino von zwei silbernen Sternen beseitete, auf ihrem Bande mit einem von Gold und Schwarz gespaltenen Sparren belegte, silberno Spitze, darin ein gesenkter, schwarzer Anker. — Gekr. Helm: Offener, rechts von Silber und Blau, links von Schwarz und Gold getheilter Fing, dazwischen ein silberner Stern. Decken: schwarz-golden, blau - silbern. (N. S. bayr. Freiherrn). LanipertPrielmayer — „aufPriel" Wiedas freiherrl. Taschenbuch sagt, doch hat es in der Heimath Bayern keinen Sitz Priel je gegeben, es wäro denn einer der vielen bäuerlichen Weiler dieses NamenB darunter zu verstehen — wurde von K. Ferdinand I. ao. 1563 geadelt. — Corbinian Pr., geheimer Secretarius des Churfürsten Mas Emanuel v. Bayern, nachher gehoiincr Feld-Cauzlci-Director, Hofkammer-Präsident auch bevollmächtigter Gesandter beim Friedensschluss zu Byswick am 80. 10. 1697 und zuletzt erster Minister, ein Nachkommo des Lamprecht Pr., hatte d. d. Wien 15. 7. 1685 eine Bestätigung seines Adels erhalten und wurde auf die Befürwortung des Churfürsten durch Kaiser Leopold I. im Jahre 1694 unter Verleihung des Prädikates „von Priel" in den Beiclisfreiherrnstand erhoben, welche Adelsstnfe in der Folgo durch den Churfürsten Carl Theodor als Beichsvikar der Familie unter dem 27. 6. 1792 bestätigt worden ist. Freiherr Corbinian hatte drei Söhne, von welchen Franz Bernhard, churbavrischer Kastner und Begierungsrath zu Burghausen, und Valentin zwei Linien begründeten, von welchen dio Erstere dnreh deren Stifter im Inviertel ansässig wurde, wo derselbe im Jahro 1721 die Herrschaft Ach und Wangenhauseu a. d. Salzacli, Burghansen gegenüber, erwarb und das Schloss Wangcnhauscn erneuerte. Der Besitz vererbte sich iu der Descendenz Franz Bernhards bis auf dessen Urenkeln, Josef Georg, welcher als kgl. bayr. Oberlientenant 1809 bei Eggmühl fiel, und Johann, der 1837 als letzter Mannessprosso dieser Linie starb, worauf Ach und Wangenhauseu durch Erbschaft an die von Wenning - Ingenlieim gedieh. — Freiherr Ferdinand Pr. zu Ach und Wangenhansen, churbayr. Regicrungsrath zu Burghausen (f 1. 10. 1800) ist auf seinem Grabsteine an der Pfarrkirche zu Ach ganz fehlerhaft als -k. k. Landstand- bezeichnet; die Familie hat nie das ob der Ens'sche Incolat erworben. Die zweite Linie setzte deren Stammvater Valentin, chnrfiirstl. Hauptpfleger zu Griesbach in Niederbayern, dann llegiernngsrath. durch seinen jüngeren Sohn Josef Anton, churbayr. Oberstwauhtmeister fort, der den Sohn Franz Xav. erwarb, welcher kgl. bayr. Appellations- und Wcchselgerichts-Bath zu München wurde, und sich mit Maria Theresia Freiin von Feurv vermälte. — Des Letzteren Enkel Carl (geb. 1. 7. 1808, + 25. 3. 1883), kgl. bayr. Oberförster in Pension, Sohn des Freiherrn Ludolf (f 2. 7. 1848), hat don Stamm durch seinen Sohn Gustav (geb. 12. 3. 1837), kaiserl. deutschen Haupt-stcueramts-Controleur zu Hagenau im ltfsass. fortgesetzt, welcher am 2. 1. 1873 Amalia v. Hornberg ehelichte und mit dieser am 24. 4. 1875 einen Sohn, Carl Borroniäns Ludwig, gewann. (N. 8. bayr. Freiherrn; Landtaf.; Pillweins Inkreis, freiherl. Taschenb. j PrftdviHchcr (früher Pro dl vis eher). (Taf. 74). Wappen: I. •bürgerliches) Von Schwarz und ,Wei-s" durch einen .silbernen-, mit drei goldenen Sternen hintereinander belegten Schrägbalken getheilt. Kleinod: Wachsend ein blond behaarter und bebarteter Mann in schwarzem, silbern abgeschlagenen, goldeu geknöpften und ebenso gegürteten Bocke, in der Bechteu einen goldenen Stern haltend, die Linke in die Soito gestützt. Docken: schwarz-golden. (K. k. A.-A). — II. (adeliges 1030). Von Gold und Schwarz gethoilt; oben ein gekr., schwarzer Adler, unten drei silberne Pfähle. — Gekr. Helm: Der Schildesadler. Decken: schwarz-golden. (K. k. A.-A.). Tobias Prodlvischer, geboren zu Grieskirchen im Hausruckviertel, welcher sich, — wie er in seinem Majestätsgesuclie um die Adelsverleihung selbst sagt, — Verdienste bei dem Einnehmeramte und anderen Aemtern in Oe. o. d. E. erworben und (zur Zeit des zweiten Bauernaufstandes) verschiedene Conuuissionen, schwere und gefährliche Beison im Auftrage des Grafen Carl Harrach und des Prälaten von Kremsmünster durchgeführt hatte, wurde durch K. Ferdinand II. mit Diplom d. d. Regensburg 17. 8. 1630 mit dem Prädikate „von Waldborg- in deu Reichsadelstand erhoben, bei welcher Gelegenheit das „1" im Naincn nud das vorher geführte bürgerliche Wappen ad acta gelegt worden sind. Tobias l'rodvisclier von Waldberg, der unter dem 29. 3. 1635 seine Aufnahme in den jungen Ritterstand Ocst.'s ob der Ens erhielt, erwarb von der Vormundschalt des Hanns Christoph von Weiss zu Wiirding mit Kaufcontract d. d. Wels 13. 2. 1638 das Schloss Gallsbach im Hausruckviertel, wo er zur Pfarrkirche daselbst am 7. 9. 1670 500 Gulden gab, eine Stiftung, welche seino Wittwe Johanna, geb. Spindler von Hofegg am 2. 8. 1680 um dio gleiche Summe erhöhte. Letztere war nach dem Tode ihres Gcmals in den Besitz von Gallsbacli getreten, welches sie ihrem Bruder Veit Jacob Spindler von Hofegg testamentarisch hinterliess, der das Gut am 19. ä. 1688 an Angustin Freiherrn v. Erhardt veräusserte. — Des Tobias Pr. Ehe ist zweifellos ohne Nach k ommenschaft geblieben. (K. k. A.-A.; H.; B-M.; Pillwcins Hausruckkrcis). PrOalng (P resing). (Taf 74.) Wappen: I Gespalten; vorn Schwarz, hinten dreimal fünf) Schach von Gold und Schwarz. — Gekr. Helm: 0BEEÖ3TEEREICHISCHEK ADEL. 275 Wie der Seliild bezeichneter geschlossscner Flog. Decken: schwarz-golden. (Weiss, Kärnthens Adel bis 1300, im Wesentlichen gleich mit der o. d. E.'schen H.-M.). — II. öcliräglinks getheilt; oben rgelb vnd schwarze Virekh gleich einess Brettspilss", nnten schwarz ohne Bild. — Gekr. Helm: Von den Saxen abwärts getheilter nnd je wie der Schild bezeichneter, offener Flug. Decken: schwarz-golden. (Stadl's Ehrenspiegel v. Steiermark im steiermärk. Landesurcliiv. Die Schräglinkstheilung wurde bei der Grafenstandserhebung 1716 beibehalten nnd sonst bei diesem Aulasso das 'Wappen nicht verändert. (K. k. A.-A.) Zu Preziu. eine halbe Stunde von Cilli über Tüchern hinaus dort wo jetzt auf dem Felsenvorsprunge die St Joiianniskirclic emporragt, deren Thurm zum Tlieil auf den Wartthurm des alten Hanses aufgebaut ist, hat das Stauimschloss Eresing jenes gleichnamigen Geschlcchtes gestanden, das zu Gurk um 9. 8. 117» mit Hermaunus de Prosinge auftritt der damals deu Bcstätiguugsbrief des Bischofes Euman II. von Gurk, die Besitztingen, llechto nnd Bezüge des Capitels daselbst betreitend, bezeugte. Die Genehmigung Hartnids von Ort am 4 3. 1229, über oine Vergabung seines Ministerialen Ulschalk v. Frekob an das Kloster Obernburg bei Cilli buzcugto Johannes de Fresingen und in einer Anerkennung des vorigen liartnid d. d Gleisdorf am 17. September des nämlichen Jahres, über eine Schenkung seines Vaters au das Bisthum Seckau, steht Hermann II. de Pracsingo unter den Zeugen. Den Erbvertrag der Brüder, Leopold des Freien von Sewenekke (Saneck) und Ulrichs, d. d. Lengenbnrg 14. 5. 1262 bezeugte Hartwicus dePresiugen als Vasall dor Saneck nnd am 23. 2. 1311 schlichtete Ulrich der Freie von Saneck gemeinsam mit dem Bischöfe von Gurk einen Streit zwischen Eberhard von Prcsing und Chunrat von feäfen, die Veste l'resing betreffend. — Letzere kam vor der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts au die Grafen von Cilli, die die Burg von den Presingern nach und nach, erst pfand- dann kaul'wcise au sich brachten, ihr cigeues Gebiet abzurunden. Diese Erwerbungen begannen durch Friedrich von Saneck (CiBi) aus der Hand Eberhards des Prcsinger bereits im März 1341 und wurden bis 1346 fortgesetzt. Am 30. 4. 1342 bewilligte Adelheid, Eberhards v. Pr. Hausfrau den vierten Theil der Veste, welcher ihr für ihre Morgcngabo verschrieben war, dem Grafen Friedrich von CiUi zu verkaufen und am 2. 2. 1346 erwarb Letzterer den dem Hermann v. Pr. und dessen Erben gehörigen Antheil an der Burg um 30o Mark Grazer Pfennige. Diu Presingor, wenngleich damals auch schon in Kärnthen begütert, blieben trotz dieser Veränsserungen im Laude und im Dienste der Grafen v. Cilli bis diese 1456 im Manncstauuue erloschen, die Wittwe Katharina gcfiirstete Gräfin von Cilli 1457 alles Besitzthum auf stcirischem uud deutschom Boden an K. Friedrich III. abtrat und Letzterer die Verpflichtung übernahm die begründeten Ansprüche der CilU'sclien Diener zu befriedigen. Auf diese Art bekam Hanns Prcsinger auf fünf Jahre die Pflege von Schloss nnd Urbar Schöneck im Santhale, — nicht von Saueck, dem nahen Stammhausc der Cillier, wie Wisgrill irrt; — Licnhart Pr. erhielt im Jahre 1484 bestand weise in Besitz nnd Pflege das Schloss Windischgraz, Hanns der Jüngere von K. Max, als dessen Thürhüter, d. d. Augsburg 30 3. 1515, gegen 500 Gulden l'fand-schilling nnd mit 200 Guldeu Sold für langu und getreue Dienste den lebenslänglichen Besitz des Amtes Mahrenberg a d. Drau in Steiermark uud des Amtes Stein im Jannthule Kärnthens, wo das Schloss auf luftigem Berglein steht und wozu ebene Baufelder und grosse Wies-maten gehören, wie Valvasor erzählt. Nach diesem Stein, nicht nach dem von Wissgrill gemeinten Stein bei Fehring in Steiermark, führten die Presinger nachher den Frci-herrntitcl. ZuJnnsbruk am 12. 1. 1529 verlieh König Ferdinand seinem Bathe und Küchenmeister Balthasar Pr. das landesfürstliche Vicedombaus zu Cilli und am 15. April desselben Jahres - Balthasar ist hier anch Forstmeister in Kärnthen, Krain und in der Gratschaft Cilli benannt — znr neuerlichen Belohnung für treue Dienste von Jugend anf, das Schloss Blankenstein in der Grafschaft Cilli sammt dem Landgerichte pfandweise, auch Mahrenberg a. d. Dran und Stein im Juunthalu. Mahrenberg jedoch kam bald wieder aus seinen Händen und schon am 11. 6. 1533 erhielt es Kosma Haniisuns v. Kibiswald Wittwe], fiir sich und ihre Kinder pfandweise, wie dies früher Balthasar v. Pr. inne gehabt habe. - Am 1. 1. 1532 verpfändete K. Ferdinand an Balthasar die Herrschaft St. Pölten in N.-Oe. und übergab ihm und seinem Sohne d. d. Prag 13. 12. 1541 die Herrschaft Plankenstein sammt den Aeiutern Lemberg und St Maruin auf Lebenszeit. 1543 bezeugte Balthasar das Testament Kaiser Ferdinands I., wurde 154-1 Landeshauptmann in Oesterreich ob der Ens uud starb als solcher am 28. 5. 1559 zu Linz, wo er in der Miuoritenkirchc beigesetzt worden ist. — Er ist, wio der Lavantor Domcapitular J. Orozen in seineui Werke über das Bisthuin uud die Diöcoso Lavant berichtet, 1545, nach Wissgr. aber schon 1541 iu den Freiherrnssand erhoben nnd in N.-Oe. 1544 aus dein Ritturstande unter dio llurrcnstandsgeschlechtcr übersetzt worden. — Ans seiner Ehe mit Gertrud geb. Gräfln von St. Georgen und Biising erblühten mehrere Böhne, von denen zwei iu der (leguureformation auswanderten David v. Prösing, Freiherr, erscheint noch 1611 im Verzeichnisse der Kärnthen sehen Herron- nnd Lundlcutu wohl wugun Stein, das bald religionshalber verloren gieng. Johann (t 1602/, ebenfalls ein Sohn Balthasars, begründete eine niederoesterreicliischc Linie, dio dort zuhlruichen Besitz, insbesondere Bastenberg, Wolkersdorf und Gross-Wotzdorf erwarb und aus welcher dessen Urenkel Johann Rudolf Freiherr von Prösing (t 5. 4. 1718), Herr zu Gross-Wetzdorf am 26. 1. 1716 in den Reichs- und erbländischen Grafenstaud erhoben wurde. Derselbe, hatte sich, damals Oberst in Diensten der Republik Venedig, ain 20. 2. 1701 mit der Erbtochtur Wilhulininu Sophie Eva Erbscheiikin Semper Freiin und Mitregeutin zu Limpurg (f 21. 8. 1735) vermält und fünf Kinder erworben, von denen jedoch nnr dio Tuchtur Julia Frau-ciska, vermält mit Karl Vollruth Wilhelm Wild- und Rheingrafen zu Grumbach, eiu reiferes Alter urlangtu. Georg Ehrenreich, kaiserl. Oborstlieutunant, nach Wissgr. aus der Descendenz des Freiherrn Josef (+ 1614), welch' Letzterer ebenfalls ein Sohn des Landeshauptmannes Balthasar gowesen ist erschien am 22 4. 1720 auf dem Landtago zu Wien und dürfte in ärmlichen Vcr-mögcnsvcrhältnissen gelebt haben, da er in letztcrem Jaliru eino Aushilfe von 200 dulden von den niederoester-roichischen Ständen erhielt. Dass er vermält gewesen wäre und Snccession hatte, finde ich nirgends verzeichnet; er dürfte der letzte ManncBsprossc dieses Geschlechtes, zum Wenigsten in Oesterreich, gewesen sciu. Freiherr von Hoheneck übergieng das Geschlecht, das in der ob der Ens'schen Herrunstandsmatrikel mit der Bemerkung eingetragen ist, die Prösing wären von 1566 -1585 im Miihlvicrtel begütert gewesen, eine Angabe deren Richtigkeit ich bezweifeln möchte. (Steiermärk. U.-B.; Weiss, Kärnthens Adel bis 1300; Krones, die Freien von Saneck und ihre Chronik als Grafen von Cilli; Muchar, Geschichte v. Steiermark: J. Orozen das Bisthum u. die Diöcese vou Lavant; Valvasor, Topogr. v. Kärnthen; Schmutz. hiBtor -topogr. Lexikon v. Steierm.; k. k. A.-A: H.-M.; Fritz; Geschichte des Landes o. d. E.; W.). 276 0BEBÖ3TEBRElt'HSCHEB ADEL. I'ruc-kncr. (Taf 74). Wappen: In Schwarz ein goldener, wie die Bohlen einer Brücke bezeichneter Balken, darüber drei goldene Lilien nebeneinander. - Gekr. Helm: Gekr., hoher, schwarzer mit goldenem Tederbn-ch besteckter llnt Decken: schwarz-golden. (II.; E.-M.). Zn Wien am 17. 8. 1429 verlieh Herzog Albrecht V. den znr Herrschaft Freistadt gehörigen Wolfpachhof in der Pfarre Bicd dem Hanns Prnekner. Dieser trug 1439 bei dem Leichenbegängnisse des vorgenannten Kirsten. Kaiser Albrechts II.. das Schwert wegen des Landes ob der Ens nnd verglich eich am St. Tlioma tage 14o5 mit Michael dem Pern-torfer, Writtwer nach Dorothea v. Schlüsselberg um den Oberhof zn Nicder-Sclilüssclberg. Georg Pr., f Donnerstag nach St. Margaretha 1477, wurde in der Pfarrkirche zu Linz bestattet. Wolfgang Pruckner, wohl derselbe, welcher 1478 als Stadtrichter zu Eferding und Landrichter im Dunauthale, 17. 4. 143ü als Pfleger zn Penerbach und Landrichter im Donautbale, 1494 als Pfleger zu Erlach erseheint, kaufte am Samstag vor Laetaro 1492 von Chri-topli Jörger zn Eoitli das Schloss Schlüsselberg im H.-V., das er am Pflngstdienstag des nämlichen Jahros von K. Friedrich III. zu Lehen empfing, und am Montag vor St. Thomas 1503 an seinen Vetter Andre Pruckner veränsserte. — Letzterer vermehrte sein Besitzthum beträchtlich, brachte im Wege des Kaufes am Dienstag vor St. Pankraz 1512 von Kolmann Oberhaimcr zu Parz den Forst am Jägeraberg und verschiedene Gülten und Zehente, - am Montag nach St. Georg des gleichen Jahres von den Erben nach Leonhard Diettenshaimer das Gnt am Puxbaumborg, am Freitag vor St. Dionys 1513 von dem vorgedachten Überhaimer don Hof, genannt in der Oed, — Mittwoch vor Allerheiligen 1517 von Balthasar Geumann das Gut an der Hartlen-then, — Samstag vor St. Bartholomäus 1527 von Lorenz Silber den Oberliof nnd verschiedene Gülten zu Nieder-Schlüsselberg an sich und hinterliess bei seinem 1533 erfolgten Tode Schlüsselberg don Töchtern aus seiner Ehe mit Magdalena Härderin, welche dio Belehnung hierüber am 23. 7. 1533 durch K. Ferdinand I. empfingen, sich aber fchon 1535 mit iliTcr älteren Schwester Anna, bezüglich deren Gemale Hanns Hofmann, abfanden, welcher Schlüsselberg übernahm. (H ; E -M.; Pritz, Geschichte dos Landes o. d. E.; St ruadt- Peuerbach). Fruunhnliurr. (Taf. 74). Wappen: In Schwarz drei (2. 1) silberno Bosen. — Kleinod: Drei schwarzo Stranssenfedern; dio mittlere mit einer silbernen Bose besteckt. (IL; B.-M). Der von Hoheneck in der Einleitung seines III. Bandes erwähnte, abgekommene und in einen Bauernhof verwandelte Sitz Prunnheim ist zu Ober- oder Nieder-Brunn-lieim in der Pfarre Hofkirchen, eine Stunde Wegs von St. Georgen, der Heimath der Jörger, und nicht ganz zwei Stunden von Starhemberg, im einstigen Gerichte der Schaunberger zu suchen, wo Dicnstmannen dieser Letzteren und auch in Starhemberg'schcn Urkunden mit dem Namen Frunnhaim schon zn Anfang des XIV. Jahrhunderts vorkommen. Am 4. 4. 1307 leistete Gundacker v. Starhemberg auf den Bath Chunrats von St. Jorgen Bürgschaft für seinen Bruder Buger wegen einer Schnld an Ulrich von Prvnnliaime, dessen Forderung im Todesfalle an des Letzteren Bruder Helmhart v. Pr übergehen soll. — Am 21. 1. 1308 verpfändete Bngcr v. Starhemberg nnter der Zengenschaft des Helmbart von prvnnhaim die „niederen Forste- an Ulrich v. Prnnnhaim. — Letzterer, oder ein Jüngerer des gleichen Taufnainens, bezeugte am 25. 3. 1323 die Uebergabc des Hofes zu Watzling durch Hertueid den Staudinger au Belmhart von Tu ehenberg. — In dem Beverae des Alber v. Porzhoim au das Stift Lambach, d. d. Schauuberg 24. 6. 1322. einen zu Erbleben erhaltenen Hof zu Grub in der Pfarro Weibarn betrof fend. steht Friedrich der Prunnhaimer unter den Zeugen in der Heilte der Schaunberg'schen Vasallen. Ob dieso Vorgenannten desselben Geschlechtes wio die nachstehend von Hoheneck Bezeichneten gewesen sind, welch' Letztere angeblich die drei Boson führten, inuss unentschieden bleiben. Dio Tanfnamen der alton Prunnhaimer wiederholen sich hier nicht, was immer zn berücksichtigen ist Bernhard der Pr. bezeugte am Mittwoch vor Ocnli 1441 den Kaufbrief dos Georg Praitenbrucker an Valentin von Hoheneck bezüglich eines Gutes in der Pfarre Gall-nenkirclien, und ao. 1456 das Testament der Elisabeth Jörgcrin v. Tollet. — Matthias Prunnhaimer zu Prun-haim „der Edol Vesto" war Zeuge der lloirathsabredo zwischen Hieronymus .Marschalk zu Grub und Agnes v. Albrechtsheim am Montag vor St. Kunigund 1479, auch am Samstag vor Laetaro 1492 iu dem Verkaufsbriefe des Christoph .lörger von Boith an Wolfgang Pruckner wogen des Schlosses Schlüsselberg. Melchior Pr. zu Prun-haim steht in dem Testamente der Salomo, des Hanns Heinrich Goumann zn Gallsbach Gemalin, d. d. 13. 3. 1542 unter den Zeugen. Anna Prnnnhaiincrin war, nach Preuenhuber, 1563 mit Iiauns Storch zu Claus vermält. (U.-B, ; n. ; B.-M.). Prämier (recto Brnnner). (Taf. 74). Wappon: I. (1784). Von Gold und Blau getheilt. Unten eino Krone, aus welcher in die obere Feidung ein schwarzer Adler wächst. — Gekr. Helm: Der wachsende Adler. Decken: blan- golden, schwarz-golden. (K. k. A -A.l. — II- Auf einem Brnnnengrant sitzend ein in*« Visier gestellter Löwo, dessen Bachen zwei Wasserstrahlen entströmen — Kleinod: In's Visier gestellter Löwe anf gewundenem Sendelwulst sitzend. (Nach deni^ in Stein gehauenen Wappen des Johann Adam Pruner, 1737, ober dem Portale des einstigen Prunorstiftcs zu Linz). Nach dem genealogischen Taschonbucho der adeligen Häuser auf das Jahr 1884 standen aus dieser von Oberfranken stammenden Familie drei Brüder in Diensten des Grafen von Schönborn, nachmaligen Beichsvicokanzlers zn Wien, und zwar Johann Georg als Kaplan. Adam Stephan Heinrich als Architekt und Johann Christoph als Dircc-tor. Von ihnen hätto der zweite einen Huf nach Linz erhalten, wäre dort Bürgermeister geworden, als welcher er das bekannte Pruncrstift errichtete und hätto von Kaiser Carl VI. das Prädikat „von Brunnberg erhalten. — Diese Nachricht bedarf der Berichtigung. Der Letzterwähnte kam nicht ans dem Beiche nach Oest. o. d. E. Linz selbst war seine Vaterstadt, wo er am 22. 6. 1672 geboren ward, sich dem Kanfmannsstando widmete, dann allerdings Bürgermeister wurde, als welcher er das nach ihm benannte Stift zur Versorgung von Waisen und Pfründnern schuf. Ueber seine angcblicho Nobilitirung oder eine Prädikatsverleihnug liegt im k. k. Adels-Archivo nichts vor, wohl aber brachto man nach seinem Ableben an seiner Stiftung das sub II. blasonirto Wappen mit dem adeligen, offenen Turnierhelm in Stein geineisselt an und dioFrago mag unentschieden bleiben, ob er aus dein bürgerlichen Stande erhoben worden war oder nicht. Er starb am 7. 2. 1734, nachdem er seine Tochter aus unbekannter Ehe mit dem Linzer Postmeister Matthäus F'ranz Gross v. Ehrenstein vorheirathet hatte. - An der Hand dieser Mitteilungen tnuss es zmn Mindesten zweifelhaft erscheinen ob der Bürgermeister, der übrigens nicht Adam Stephan Heinrich, sondern Johann Adam Pr. 0BEBÜSTEBBE1CHISCHEB ADEL. 277 hiess, jener Familie angehörte, aus welcher der Sohn des obigen Johann Christoph, nämlich Johann Jakob Bruuner, als furstl. passau'scher Hofkammerrath und Pfleger der Herrschaft Pührnstein im Mühlviertel, durch Kaiser Josef II. d. d. 28. 9.1784 in den Beichsadels-tand mit dem Prädikate „von Brunnberg''' erhoben wurde. Aus der Descendenz dieses Letzteren erscheinen in den Einlagebüchern der ob der Ens'sclien Landtafel nnter veränderter Schreibweise des Namens nachstehende Familienglieder im Besitze der Herrschalt Bannariegel, 1824 Anna Maria Prunner von Prunnberg und 1838 Franz, Heinrich und Elisabeth Pr. v. Pr., welche den Besitz im Jabie 1840 veränderten. Ein Heinrich Pr. v. Pr., — ich weiss nicht ob der vorgenannte, — erwarb dagegen im Jahre 1840 durch Kauf das Landgut Grub im Mühlviertel, welches nach seinem ain 20. 2. 1851 erfolgten Tode dem minderjährigen Heinrich Pr. v. Pr. zugeschrieben wnrde, der gegenwärtig den ehemals zur Herrschaft Berg gehörigen Maierhof bei Bobrbach besitzt und von welchem Grub im Wege des Verkaufes 1809 in das Eigenthnm des Emanuel Pr. v. Pr., nach diesem 1877 durch Erbschaft an Josefa v. Pr., verehelichte lieindl, iibergieng. Ein Sohn de« passau'schen Hofkammerratlies, nämlich Leopold Emerich Heinrich, igeb. zu Piihrenstein 0. 11. 1779, f zn Pribram 30. 5. 1855), Bergoberaiutsas-se sor. übersiedelte nach Böhmen, wo seine Nachkommen zum Theile noch, znm Theile in der Bukowina blühen. lK. k. A.-A.; Landtaf.; geneal. Taschenb. der adeli gen Häuser; L. Edelbacher, Handbuch zur Landeskunde von Oberösterreich}. I'neJher v. MejfgenliauKeu. (Taf. 74). Wappen: (160J). In Gold ein rother Schräglinksbalken, darüber ein schwarzer Schrägbalken. — Gekr. Iielm: Wachsend ein goBtüminelter Manu iu schwarzer Gugel, goldenem, wie der Schild bezeichneten, engen Bocke , das Haupt mit einem goldenen Sterne besteckt. Decken: schwarz-golden, roth-golden. (K. k. A.-A. Das Wappen wnrde bereits 1442 verliehen und 16U3 durch einen gekr. offenen Helm gebessert. — Das freiherrliclie Wappen ist im bezüglichen Diplomsconcepte, 1652, nicht beschrieben. Nach Wissgr. ist es mit dem vorigen gleich, nur erscheint statt der Helmdecken, „ein schwarzer, mit Gold verbrämter, hermelingefütterter Mantel'' und fehlt die Gugel am Haupte des Mannes). D. d. Genf, Freitag vor St. Simon und Judas 1442 verlieh K. Friedrich III. dem Erhart Bucher aus Yssny (in Graubiindtenj und dessen Söhnen Claus und Bernhard eiuen Wappenbrief. Der Descendenz eines dieser beiden Letzteren entstammen als Enkel oder Urenkel die Brüder Georg, Johann Budolf I. und Georg Niclas 1. — Von dem AelteBten dieser Dreien, Georg, welcher vor dem Jahre 1003 gestorben sein dürfte, ist nur so viel bekannt, dass er vier Söhne, Peter. Hanns Budolf II, Hanns Jakob und Georg Niclas H. hinterliess, welche im Vereine mit ihres Vaters Brüdern d. d. Begensburg 4. 2. 1623 verschiedene Freiheiten erlangten. Von Hanns Jakob und Georg Niclas II. verlautet weiter nichts. Hanns Budolf 11. trat in spanische Kriegsdienste, in welchen er sich besonders bei der Belagerung von Bergen op Zoom hervorthat und blieb ao. 1620 während des 30jährigen Krieges in Braunschweig auf dem Schlachtfelde. Peter betheiligte sich an der Dämpfung des zweiten Bauernaufstandes in Oest o. d. E.. focht dann in der Schlacht am weissen BeTge bei Prag, 1622 in den Treffen von Wimpfen, Kloster Lorsch und Horgst, wofür er kaiserl. Oberstwachtmeister wurde, und starb, wie sein Bruder, im Jahre 1626. ebenfalls im Braunschweigischen, auf dem Felde der Ehre. Er hatte einen Sohn Hanns Bernhard hinterlassen, welcher seine Laufbahn im Khevenhüller'schen IV. 5. Begimente begann nnd, nachdem er nach dem Frieden von Münster in spannische Kriegsdienste getreten war, verscholl Georg Niclas I., erst beim i ibersthofmarschallamts-Sekretariate in Verwendung, erhielt im Jahre 160'J eino Wappenbesserung uud 4. 2. 1623 — er schrieb sich damals „von Meggenhau>en" und war Hofrichter des Stiftes Kremsmünster — das bei seinen vorgenannten Neffen erwähnte kaiserl. Diplom: er war am 12.5. 1633 Einnehmer der ob der Ens'sclien Landschaft nnd wurde ain 12. 6, 1633 im jungen Bitterstande Oest.'s o. d. E. eingetragen. In der Matrikel erscheint Georg Niclas I. als „zu Egendorf' im Traunviertel gesessen, eine Angabe, deren Iiichtigkcit sich bei dem Umstände weder bejahen noch verneinen lässt, als über die Besitzer dieses Gutes zwischen 1580 und 1060, in welchem Jahre Egendorf an die Schallenberger kam, vollkommenes Dunkel herrscht. Ob Georg Niclas Succes-sion hatte, ist unbekannt. Sein älterer Bruder Johann Bndolf I. wurde Hof-kammersekrotär, dann zufolge einer Becommandation des Erzbischofes Johann >chwickhardt von Mainz durch Kaiser Matthias zum lieichshofrathsekretär, von K. Ferdinand IL zum wirklichen Beichshofrathe befördert. In der durch Kaiser Budolf II. zu Prag am 3. 10. 1603 er-theilten Wappenbesserung und in dem kaiserl. Diplome d. d. Begensburg 4. 2. 1623 ist er unter den übrigen Familienmitgliedern als Firster und zwar bei letzterem Anlasse, wie sein Bruder Georg Niclas. als „Puecher v. Meggenhausen- benannt. Seiner Ehe mit einer Sieben-bürgerin, augeblich dcB Namens Maria Wagner, entsprossen zwei Sohne, Johann Georg und Johann Budolf III., welch' Letzterer, erst Page bei dein spanischen Generale in den Niederlanden Ambrosio Spinola, während des 30 jährigen Krieges ao. 1630 sein junges Leben zu Dämig in Mecklenburg beschloss. Johann Georg >geb. 6. 1. 1602, t 16641 studirtc zu Löwen in Brabant, begleitete dann als Secretarius lega-tiouis den Grafen Georg Lndwig zu Schwarzenberg zwischen 1622 uud 1628 auf dessen zahlreichen KeiBen, wurde in letzterem Jahre der Bömisch Kaiserlichen Majestät Bath und geheimer Hofkriegssekretär, schliesslich d. d. Begensburg 17. 6. 1640 wirklicher ilofkricgsrath. Er brachte, 1635 unter die n.-ö.'schen Ritterstandsge-schlechter aufgenommen, die Herrschaften Reichenburg, 1639 Zwölfaxing von Veit SpieBS uud 1644 Kattaa von Polixena Schifer, geb. v. Nütz, an sich, erlangte d. <1. 3. 1. 1652 die kaiserliche Bewilligung sich „Herr zu Khadau, Reichenburg und Zwölfaxing" zu nennen, d. d. Laxenburg 24. Mai desselben Jahres den Beicbs- und erblündischeii F'reiherrnstand, und am 22. 7. 1655 seine Aufnahme unter die n.-ö.'Bchen Herrenstands-Geschlechtur. Er war mit Katharina Potenziana Brassican v. Emmerbi-rg vermält und hatte nach dem Freiherrnstandsdiplome. — das manche irrige Angaben, so insbesondere über die 'I'anf-namen der Söhne des Ehrhart Bncher und über das Datum des ersten Wappenbriefes enthält. — fünf Kinder, Georg Gerhart, Heinrich Franz. Johann Budolf, Philipp Walter und Maria Anna. Von diesen sind nur Nachrichten über Johann Budolf erhalten, welcher n -ö.'scher Laudrechts-beisitzer, dann Regierungsrath wurde, 1674 die Herrschaft Zwölfaxing an Maximilian Ernst Gattermayer von Gatterburg veräusserte und sich mit Elisabeth Ursula von Oppel vermälte. Weitere Nachrichten über diese erloschene Familie fehlen. Der derselben durch Hoheneck zugezählte Christoph Pnechncr, welchem Kaiser Matthias d. d. Wien 9. 11. 1618 das durch ihn erbaute Schloss Puchberg bei Wels zu einem freien Landgute erhob, gehörte zweifellos diesem Geschlechte nicht au. (K. k. A.-A.; WisBgrill, fortgesetzt durch Archivar König im Jahresbuche 1887 der k. k. herald. Gesellschaft .Adler" in Wien; B.-M.; H-). 70 278 OBERÖSTERREICHISCHE R ADEL. Puchheim. (Taf. 75). Wappen: I. Kleinod: 1lesclilossener. von einem Balken durchzogener Flug. (Nach dem Originalsiegel Filgrini8 IV. v. 1'., obersten Truchsesses in Oest., an dem Satzbriefe Ottos v. Zelking für Ulrich v. Suunberg d. d. Wien 15. 4. 1388: Riedecker Archiv zu Eferding). — II. Ein Balken (Nach dem Originalsiegel. Alber's (IV.) v. P., obersten Truchsesses in Oest.. an dem Briefe d. d. 25. 5. 1867, womit Wolfker v. Dachsberg dem Grafen Yban v. Pernstein sein Haus in der Renugasse zu Wien verkanft: n.-ö.'sches Landes und Ständearchiv). — III. In Roth ein silberner Balken. (Nach dem Wappen des Hainreich von Pucham im St. (.'hristoph-Bruderschafts-buche am Arlberg: k und k Haus-. Hof- und Staatsarchiv). — IV. Geviert. 1 nnd 4 in Schwarz drei (2, 1) goldene Korngarben (wegen des Trnchsessenamtes | 2 und 3 Stamm Wappen. — Zwei gekr. Helme, davon der erste ein Stechhelm: 1. -Stammkleinod. Decken: roth-silbern. 2. Eine goldene Korngarbe. Decken: schwarz-golden. (Alt. Siebm. — Auf einem gemalten Holzplafond im Landhause zu Wien befindet sich derselbe Schild, doch mit richtigerer, umgekehrter Anordnung der Felder. — Ursprünglich führten die Puchheim als Trucbsessen in ( lest, ihr eigenes Amtssiegel, so Pilgrim IV.: Die Decke des nach links gallopirenden Rosses ist mit dem Balkenschild der Puchh. behängt; die Reiterfigur hält iu der Beeilten eine unbedeckte mit einem Fisch belegte Schüssel. Bei der Erbhuldigung Ferdinands IV. zu Wien am 5 9. 1652 erschien Georg Ehrnreich (II.) Herr v. P. als Truchsess das erste Mal mit dem Kissen darauf der Beichsapfel. — Im Wappen wnrden, als ein besonderes Amtssiegel ausser Gebrauch gekommen war, wegen des Erbamtes, wie bereits erwähnt, die Garben und zwar meist anf dem Ehrenplatz im ersten Feld geführt, ein Fehler der zu dem zahlreich wiederholten Irrthume Anlass bot. der Garbenschild sei das Stammwappen; so ist dieses nachher auch von den Grafen v. Schönborn aufgenommen worden, allerdings ohne dass dabei eigentlich von einem Fehler die Rede sein könnte, denn es ist für die Letzteren, wegen des ihnen': nun zustehenden Erbland-Truclisessenamtes in Oesterreich viel gerechtfertigter die Garben zu führen als den Balkenschild der mit ihnen nie verwandt gewesenen Puchheim). — V. (Herrn v. Puchheim) Eückschild wie vorhin. Im rothen Herzschild ein gekr. silberner Löwe mit um den Hals gewundener, rückwärts abhängender Kette (angeblich wegen Raabs). — Drei gekr. Helme, davon der dritte ein Stechhelm. 1. Die Garbe 2. Der Löwe des Herzsehildes. 3. Das Stammkleinod. Decken: durchaus jroth-silbern. (Alt. Siebm.). — VI, (Gräfliches 1613) Geviert mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 und 4 in Schwarz die drei Garben. 2 und 3 in Roth ein gekr., silberner Löwe. — I>rei gekr. Helme, davon der dritte ein Stechhelm: 1. Die Garbe. Decken: schwarzgolden. 2. Geharnischter Schwertarm. Decken: roth-silbern. 3. Das Stammkleinod, doch der Flug offen. Decken: roth-silbern (K. k. A.-A. — Im foneepte des zweiten Grafenstands-Diplomes vom 2. 6. 1635 ist eine Wappenbeschreibung nicht enthalten). Die älteste Genealogie derPnchheim, bezüglich welcher zuerst Stülz In seiner Geschichte der I'larre und Stadt Vöcklabruck den richtigen Weg wies, und die Frage, wo die Wiege dieses Hauses gestanden hat. bedarf bis zur Stunde der Klärung. Ziehen wir um derselben näher zu kommen nachstehende Urkunden in Betracht. I. c. 1133. Cunctorum ,tam presentium quam futu-rorum seculorum noticie pateat. quoadam deo deuotos uiros. I. Piligrinum nobilem hominem de Puch ei man atque Etichonera de glasa seruitorem S. Riid-berti. beneficia quedam eadem ecclesia possederant diuer-sis in locis I. Walkabingin (Walkering). Ad hase- lespach (Haslach, Pf. Strasswalchen) et Vagra (Vorder-und Hinter-Fager bei Aigen-Salzburg). Chunrado archie-piscopo redidisse ,ca uidelicet conditione ut et ab eodem uenerabili presule. super altare s. Petri fratribus cunobi-tis post hac profutura traderentur et utriusque dum adui-uerent ab eodem monasterio aliquid loco benefieii possi-dendum recompensaretur. Quod ita factum est. Nam uterque corum dignam pro meritis taliouem a Balderico tnnc eiusdem monasterii patre usque ad teriniuum uite reeepit. Pilgrimus scilicet pro Walrabingin. et pro manso apud Adalaspach. Decimatiouem ad weuga campestreiu. et ad Eicha (Aich. Pf. Schwanstadt) prope ceuobium Lampach reeepit. Etich vero pro vagra I'eeimationem ad piiclia iuxta fiuuium salzaha possedit. H. r. t. s. Engil-bertns comes de halla. Uartuicus filius Beginberti de haganowa. Item Hartnicus de ruti Adalprcht de stama-heiman. Heinricus de steunugin. Adalbero de dietram-mingiu. Heinricus de sechirheu. Pcrnhardus. de geppa-zemau. Megingoz de suriberga. Dietpolt do phulsouua. (Ex. cod trad. S. Petri'. II. 29. 8. 1134. Erzbisch. Chunrat v. Salzburg beurkundet, dass .Pilgrimus de Wenge homo libor et Wezelo ministerialis comitis Adelberti de Bebegowe pontem Vekkelahe, pecunia redemtum ab eodem co-mite Adelberto et ab omnibus, qui aliquid juris sive po-testatis in supradicto pontc habere dicti sunt" in seiner Gegenwart auf den Altar des h. ßupert zu Ehren des Erlösers, der Gottesmutter Maria, der Apostel Petrus nnd Paulus, der Heiligen, Leonhard und Egidius, geopfert haben und zwar „tali pacto — ut ad huius loci (Salzburg) praelatos pertineat cura praefati pontis, a quolibet impugnatore et contradictore spiritnali seu materiali gla-dio defendendi. (Stülz, St. Florian). III. c. 1135. Cunctornm noticie pateat quendam fi-delem uirum. N. Adalbertvin de püchheiman. perma-num Gisile uxoris fratris suiPeronis. predium quod in loco qui uulgo phangowi (ITongau bei Neumarkt in Salzburg' dicitur situm est ad altare s. Petri tradidisse. Cuius rei testes sunt Piligrim dewenga et t'ilius eius Piligrim. Liutpolt etfrater eins Adal-precht de zeiszarisperga. etc. (Ex cod. trad. S. Petri). IV. c. 1140 Omnibus Cliristocolis notum sit quod duo germani Gotescalclius sBlicet et Engilscalchus una cum coniuge sua Itichkarda tradidernnt predia sua ad Strazza. super altare s. Petri.......... His autein traditioni- bus isti testes adhibiti sunt. Megingoz de sure. Pili-grimus et ejus consobrini Chunradus et Heinricus de sch alheimin. Liutwinus prepositus. etc. (Ex cod. trad. S. Petri). V. c. 1143. Graf Gebhard v. Burghausen versetzt dem Kloster St. Peter einen Hof zu heigramnos, etc. Zeugen: Piligrim de schallieimin, Heinrich de steua-ningin et oius gencr Maganus, u. s. w. (Ex cod. trad. S. Petri). VI. 26. 10. 1143. Matse. — Bischof Rcginbert v. Passau urkundet, die von dem Edlen Piligrim de Wenge erbaute und mit einem Hofe zu Vöcklabruck, einem Hofe in Ode, einer Hofstatt in Rotenbach, einer Mühle „in monte, qui dicitur Riute, duobus prediis Sibin-bach, tribus uineis cum agricnltura Scalcbeini predio, quod quidam nomine Lagino predicto uiro Pilgrimo tra-didit, et XXX maneipiis", dotirto Kirche „in uilla, quo dicitur veclabrucce", eingeweiht zn haben |und bewilligt die Haltung eines Priesters bei derselben (Mon. boic. Interpuction wahrscheinlich unrichtig). VII. 23. 10. 1144, Salzburg. - Erzbisch, l.'hunrat I. v. Salzburg giebt dem Kloster Reichersberg don Zehent in den Pfarren Puten und Bramberg. Unter den Zeugen. Heinricus de Wenge. (U.-B.). VIII. c. 1147 Azacho von (Roichenhall) iibergiebt dem Kloster S. Peter seinen Leibeigenen Heinrich. H. r. 0BERÜSTERBEICHI8CHEB ADEL. 279 t. a. Piligrimus do Fecliclhahe. Chunradus pater-noster et Alias eins Budigerus de halle, u. a. w (Ex. cod. trad. S Petri). IX. 26. 12. 1147, Kremsmünster — Bischof Begin-bert v. Passau vereinigt die Pfarrkirche zu Schöndorf mit dem Spitule des heil. Aegidius zu Vöckl&bruck, welches Pilgrim de Scalchheymen gestiftet hat. (U.-B.). X. 1151, Vöcklabruck. — Bischof Chunrat v. Passau schenkt der Stiftung Pilgrims v. Scalchheimen die von der Pfarrkirche Schöndorf jährlich zu entrichtende Justitia episcopalis. ,D -B.). XL c. 1158. Cunctorum pateat noticie. quod quidam liber homo Pilgrimus uidelicet de prucca tra-didit ai altare S. Petri duas uineas unam ad alse secun-dam ad chremese. (Ex cod. trad. S. Petrij. XII. c. 1165. Comes Liutoldus de Plagen in extremis suis delegauit potestatiua manu in manum Chonradi de Wolfvsekke quoddammoualo llezilsckwente nuncupatum delegandum ad altare s. Bvdberti ad usus canouicorum ibi deo l'amulantium.......Testes Wilhelm et frater eins Pertoldus de I'leigen. Chvnradus de Hergolfoingen. Warmunt de Tettelheim. Otto et frater eius Meinhardns de Ameizpuhlen. Hartnidus castellauus. Chvnradus de Wenge. Willholmus de Wagingcrberge. Viridis de Atenat. Yolmar de Egiln, etc. (Ex cod. trad. S. Petri). XIII. c. 1170. Domina Ita comitissa filia domine Sophie (v. Burghausen). Uxor domini Liupoldi comitis übergiebt auf dem .Schlosse Plaien das Out Polin dem Kloster Michelbeueru. Zeugen: Heinricus comes de plaien. Meingotus de Salzeburch. Pilgrimus de Puch eim. Chunradus de Wallie. Ulricus de l'ollinheim. Gerhobua de Salzeburch. Charlo de Sindoltingcn, etc. Filz, Michelbeuern, ex cod. trad.). XIV. 26. 8. 1173, Passau. - Bischof Diepold v. Pas3au incorporirt dem Kloster Kremsmiinster die Pfarre Kirchberg. Zeugen: Gebhardus de Jugelbach . Engelber-tus do Blancheuberch. Chunradus de Puchheim. (U.-B.). XV. c. 1180. Quidam nobilis homo Chunradus de piicheim una cum matre sua Gerbirge delega uit predia duo ad h omado et ad Michil oe dicta super altare s. Petri pro remcdio anime patris sui. IL r. t. s. Meiugoz castellanus. Willihalm de waogingcrberc. Diet-marus et Liutoldus de aeicheim. Heinricus de chalheim Perhtold de phangoe Proprii milites ipsius Chunradi: Chunrat brisinch. Magnus. Biidgor. Taegno. Albero, etc. Ex. cod trad. S Petri.). XVI. c. 1180. Vidua quedam nomineGerbirgis de rotinki tradidit ecclesie s. Petri salzburc predium quod-dam dictum ad Madin. H. r. t s. Sigboto de surberc. Dietmar de aicheim et frater eius Liutold et filii eins Liutold et Wolfram. Chunrat de Engilhalmingin, etc. (Ex cod. trad. S. l'ctri.). XVII. 21. 7. 1183, Passan. - Dictpold Bischof v. Passau bestätigt die Freiheiten und licchte dos Klosters St. Florian in Bezug auf das von dem verstorbenen Pilgrim v. Sc aicheim gestiftete Hospital in Vöcklabruck und die Pfarrkirche zu Schöndorf. (U. B.). XVIII. c. 1185 —11Ö0. Chvnradus iunior de Pucheim presente matre suaGorbirga delegauit ad altare Ü livdberti pro remedio auimo patris sui C (hunradi) ad prebendam canouicorum potestativa manu predium quoddain Borebach dictum. (Ex libro deleg. can. Salzb ,i. XIX. c 1190. Notum sit omnibus Christi iidelibua quod nobils femina Chuniguudis uxor domini Pilgrimi de wungc ob remedium animu sue dedit fratribus s. Petri in Sulzburch forestum pergarn dictum , cum ' predio Michilnawe superioro. H. r. t. s. dominus Arnoldus de wartenburch frater predicte Chuniguudis, etc. (Ex cod trad. S. I'etri). XX. c. 1200. Kotum sit oiniuibus Christi fidelibus, quod dominus Wergandus de Komtinge et dominus Gebno dePuecheim tradidcruut super altare s. Stu-phani in patavia Elizabeth de Sachsenheiin et posteros suos ad ceusum V. denariorum. (U.-B.). XXI. 8. 6. 1202, Graz. Herzog Leopold von Oesterreich u. Steyr verleiht der Propstei Berchtesgaden Mauth-freiheit Unter den Zeugen: Heinrich von Puchheim (Meiller, liegest.;. XXII. 15. 4. 1242.— Heinrich v. Pucheim, der sich seine Grabstätte ,in der St. Aegidikirche zu Vöcklabruck erwält hat, giebt dem Pfarrer in Schöndorf mit Zustimmung seines Sohnes AIboro. seiner Gemalin und seiner Getreuen einen Weinberg zu Wosondorf in der Wachau, eine Maierei in pucinberge, in Mohse (Mosheim. Pf. Tesselbrunn, und ein Gut zu otnang. (U.-B.). An der Hand der vorangeführten Regelten ergiebt sich nachstunde wahrscheinliche, in den späteren Geuera-tionenen nach anderen Quellen erweiterte Stammreihe : Pilgrim I., c. 1140; de Pucheimann c. 1133; Adalbertns I. de pucheiman Pero c. 1135 ux. Gisile 1135. de Wenga, homo liber 29. 8. 1184, c. 1135 c. 1135. 26. 10. 1143; de Schalheimin c. 1143, 26. 12. 1147, c. 1158; de Fechelhahe c. 1147; de Prucca (Vöcklabruck) c. 1158. Pilgrim II. de Wenga c. 1.35 i die bei dem Vater angegebenen Daten nach c. 1135 können sich vielleicht nicht auf diesen, sondern auf den Sohn Pilgrim II. beziehen). « hunradus I. du Schalheimin c. 1140; Heinricus 1. de Schal-de Wenge c. 1165: de Puchheim 26. heimin c. 1140; de 8. 1173 ux. Gerbirge de Botingi Wenge 23. 10. 1144. c. 1180, c. 1185. Pilgrim III. de Puchheim c. 1170; de .-rcalheim 12. 7. 1183; de Wenge c 1190. ux. Chuniguudis de Wartenburch c. 1190. Chunradns junior de Puchaim c. 1140, Dominus Gebno de c. 1185. Pucheim c. 1200. Heinrich II. von Puchheim. 8. 6. 1202. Adelheid, Nonne zu Berchtesgaden 1197 Heinrich III. 1242-1277. Albero IL 1242—13"3, 1276 Truchsess in Oesterreich, ux. Agnes v. Liebenstein. Pilgrim IV.. 1308—1341, zu Weyerberg u. Gollendorf, ux. 1) Elisabeth von Alber III., 13"3—1315. Stubenberg, 2) Kunigund Sttixin v. Trautmannstorf. 280 OBEBÖSTEEBEICIIISCIIEB ADEL. Pilgrim IV., 1308—1841, zn Weyerberg n. Göllersdorfs, ux. 1) Eliabetb von Stnbenberg, 2) Kunigund Stüxin v. TrautmannBtorf. Alber III., 1808-1315. Heinrich IV. 1328- 1341. nx. Elsbeth v. Bauhenstein. 1325 -1354. Hanns 11. (Henslein) 1841 —13()2. AlberIV.. 1337—1383, zu Litschau, Heidenreichsteiu und Raabs, Landvogt und Hauptmann in den ö-terr. Vorlanden, Hauptmann in Steiermark, 1306 Hauptmann in Salzburg, ux. 1) Anna v. Martendorf, 2) Scholastica angeblieh v. Starhemberg.). Pilgrim VI. (1. Ehe;, 1365 -140i, Herzogs Albrecht HL Hofmeister, nx. Margaretha von Meissau. I I Hauptlinie zu Horn - Göllersdorf. Alber V.. U-Ehe) 1365 - 1397. Sein Enkel Wilhelm II. (il488> der bekannte Genosse Georgs v. Stein, hatte nnr einen illegitimen Sohn Wolf. AlberVI (2.Ehe;, 1388—1429,.ver-kanfte Weyerburg am S. Matthiastag 1419 an Bapper v. Bosenhart. ux. Margaretha v. Eckartsau, 1881. I Hauptlinic zu Baabs. Jörg, 1388-1411, zu Hei-denreichstein; hatte nnr einen Sohn, der jung starb, ux. Katharina von Ehren fels. Hanns!., 1344 Pilgrim V. Chor-1376. ux. So- herr zu Salzburg, phia 1365. 1365 Erzbischof daselbst. Hanns 111., 1371—1392. Zn kurzer Erläuterung sei Folgendes angeführt. — Das Geschlecht hatte, wie dies der Codex Traditionum von St. Peter zur Genüge darthut, ursprünglich seinen Schwerpunkt im Salzburg'schen und wenn dasselbe auch schon in seinen ersteu Urkunden mit dem Namen von Puchheim im Attergan auftritt so scheinen doch unzweifelhaft Weng nnd Schalchheim seine ersten Ansitze gewesen zu sein, welch' beide. Weng und Schalkham, noch gegenwätig als Ortschaften der Pfarre Köstendorf bei Neumarkt im ehemaligen Erzstifte Salzburg zu finden sind, eben da wo die Puchheimer auch zu Pl'ongau (8. Urk. III.) begütert gewesen sind. — Die Identicität der einzelnen Mitglieder der drei ersten Generationen unter den verschiedenen Bezeichnungen Puchheim. Weng. Schalchheim, dann auch Prucca (Vöcklabruck) und Fechelhaho (jetzt Vöcklbauer bei Wartenburg) ist über jedem Zweifel erhaben und bedarf keiner weiteren Beleuchtung. Uebrigens ist die Unterscheidung jener, die sich sonst noch .von Wenge" schreiben Hessen, keine ganz leichte, da sich dieser Name mehrfach wiederholt. So ist jener Pero, welchen Adalbert I. v. Puchheim ausdrücklich als seinen Bruder bezeichnet (8. Urk. III.) nicht mit jenem Perthoidus deu-nenga (de Wengai zn identificiren. der um 1130 im Vereine mit seiner Hausfrau Judith der Welt entsagte uud sammt seinen zwei Söhnen Wezil nnd Perchtold in's Kloster gieng (ex. cod. trad. S. Petri.). Dieser Letztere, der auch als Perchthold von Pinzgau vorkommt, war von Weng bei Goldeck und gehörte einem Ministerialenge-schlechte der freien l'ongauer an. ~ Aber asch jenen Pero de Wenga, welcher uin dieselbe Zeit ein Vermächt-niss des Wolfram v. Uifinwanch (südöstl. von Ostermiet-liing bezeugte, möchte ich nicht für den Bruder Pero Adalberts v. Puchheim halten: er dürfte sich von Wenge bei Offinwanch genannt haben. — Chunrat de Wenge, um 1146 Zeuge einer Tradition der edlen Frau Hildiburg v. Dorinberg (bei Mßlildorf' ist offenbar ein Bayer. — Auch jener freigelassene (libertus) Pilgrim, der um 1130 drei Huben am BoTbach als Seelgeräth nach st. Peter vergab und diese Stiftung von seinem gleichnamigen Sohne Pilgrim bezeugen Hess, ist nicht mit dem voll-freien Pilgrim I. v. Puchheim zu verwechseln. ßücksiclitlich der obigen genealogischen Darstellung kommt zu bemerken, dass diu Benennung Pilgrim's 1., Adalberte I. n. Pero's als Brüder, dann Chunrat's 1 und Hein-ricli's als Söhne des Pero nnd C'onsobrini 'hier Bruderssöhne) des Pilgrim sich, nur al3 wahrscheinlich auf die oben angeführten Urkunden III und IV und auf den Umstand stützt, dass Pero vermält war, während ein Gleiches von Adalbert nicht bekannt ist. — Dieser muss in irgend einer Weise hervorragend in seinem Geschlechte gewesen sein, weil dasselbe die Erinnerung an ihn durch die Vererbung seines Taufnamens wahrte. — Wer sein nnd desjPilgrim und Pero Vater gewesen, bleibt uncr-griindet, da das Stiftsarchiv zu St Peter nicht die geringsten Anhaltspunkte zur Lösung dieser Frage bietet. Keinesfalls wäre der Uralinherr in jenem nobilis vir Oudalricus de villa que W e n g i nunenpatur zu erblicken, der nm das Jahr 1070 zum St. Pankraz-Altare nach Banshol'en stiftete; derselbe, dessen Taufname übrigens auch dem Geschlechte der Puchheimer vollkomman fremd ist. war ein Bayer nnd sass zu Weng im jetzigen Inkreise, ganz nahe von Banshofun. Der Linie des Pero dürfte Puchheim vermuthUch gemeinsam mit jener Pilgrim's I. zugestanden haben. Die Deseendenz des Ersteren ergiebt sich ans den schon fenannten Urkunden III und IV, dann aus VII, XII, IV. XV, XVI, XVIII und XX. Dass die dortselbst erscheinende Gerbirgis de Botingi identisch ist mit der Mnt-tcr Chunrath des Jüngeren geht aus den in den bezüglichen Briefen erscheinenden gleichen Zengen hervor, während Gebno v. P. als naher Verwandter des Wergandus do Bomtingi (Botingii von der Mutter her, fiir einen Brnder Chunrat des Jüngeren zu halten wäre. — Eine weitere Succcssion in dieser Linie ist nicht zu erniren. 'Wernhardus et Marquardns de Pvoclieimen, welche zn St. Florian am 7. 3. 1231 die Urkunde Bischofs Gebhard v. Passau, einen Vertrag zwischen dem Kloster St. Florian nnd Hermann von Porsenbrunn betreffend, bezeugten, sind, schon allein nach dem niederen Bange, den sie in der Zengenreihe einnehmen, gar nicht in Betracht zu ziehen; sie schrieben sich im Hinblicke auf ihre Genossen augenscheinlich von Pnchham, Pfarre Alkoven im Hausruckviertel. Die Linie dcB freien Pilgrim von Puchheim pflanzte Bich durch dessen Sohn Pilgrim II. fort, der bereits nm das Jahr 1135 (s. Urk. III.' gemeinschaftUch mit dem Vater auftrat, daher damals schon ein Alter von mindestens zwanzig Jahren gehabt liabenm uss. Es ist in den späteren Urkunden daher schwer zu entscheiden, ob es sich darin um Vater oder Sohn handelt. Der Erbauer der Pfarrkirche zu Schöndorf und des HospitalB zu Vöcklabruck starb wahrscheinlich um das Jahr 1159; er wird ao. 1183 (s. Urk. XVII.) als todt bezeichnet. — Ein dritter Pilgrim, welcher nicht mit dem vorgenannten Zweiten identisch Bein kann, es wäre denn, dass derselbe bis an die änasersto Grenze eines MenschenalterB gekommen wäre, tritt nm 1170 (Urk. XIII) zuerst anf; vollfreien Standes und desselben Erbnainens ist er wohl ein Sohn 0BERÖ8TEBBEICHI8CHER ADEL. 281 Pilgrim's II. gewesen: er nennt sich e. 1190 de wenge, dann wieder v. Puchheim als Zeuge in mehreren Urkunden des Herzogs Otakar v. Steyr an das Salzburger Dom-Capitel (lleiller's Regesten und bezeugte am ■'>. 9. 1196 ein Privilegium Herzogs Friedrich fiir das Stift Erla; seine Ehefrau Kunigund, war eine Schwpster Arnold's v. Wartenburg: die Tochter Adelheid trat 1197 in das Frauenkloster zu Berchtesgaden i Codex Berchtesgad.) Nach Pilgrim III. verschwindet das Gesehlucht durch eine Heihe von Jahren um erst wieder am 15. 4 1242 in der Person des Heinrich v. Puchheim Iiier zu Lande aufzutreten, der sich an diesem Tage mit Zustimmung seiner Hausfrau und seines Sohnes Albero II.. seine Grubstätte in der St. Aogidikirche zu Vöcklabruck wählte, damals aber, -- wenngleich schon bei Jahren, denn er hatte einen gevogten Sohn, - noch nicht am Ausgange des Lebens stand. Er hatte bis zum Jahre 1242 zweifellos, — wie dies nachstehend näher beleuchtet werden wird, -im Steyrland, wo er auch begütert war, geweilt und tritt dort auch späterhin noch auf, so am 14. I. 1255. wo er auf dem grossen Landtaiding zu Graz durch den Judex Stiriae Gottfried v .Marburg im Vereine mit Gottschalk v. Bertholdstein Ulrich v. Winkel. Bernhard von ( laus und anderen wegen der Klagen der Brüder des Deutschen Ordens zu Graz vor die Schranne gerufen und nebst seinen Genossen zur Zahlung von 300 Mark verurtheilt wurde; bis zu deren Entrichtung bleiben gewisse Güter der Verklagten, durunter Pnrdnich, das dem Heinrich v. P. zustand, verfallen. 1274 war Letzterer zu Göss in der Versammlung des steirischen Adels gegen König Otakar und bezeugte ebendaselbst am 27. August des gleichen Jahres nebst seinem Sohne Albero einen Tausch zwischen den Frauen von Göss und dem Landschreiber Chunrat von Steiermark. Das letzte Mal tritt Heinrich als Zeuge in dem Spruchbriefe K. Budolfs am 22. 4. 1277 bezüglich des zwischen dem Kloster Wilhering nnd Herrn Otto und Wülfing Gebrüdern von Busbach strittigen Hofes zu Eckendorf als Zeuge auf. In der Frage über sein Herkommen muss Nachstehendes, als in die Wagschale fallend, hervorgehoben werden. Es kann nur zweifelhaft sein, ob er der Linie des Pero oder des Pilgrim angehörte. Für die erstere Annahme spräche sowohl das Vorkommen des in dieser Linie nicht mehr fremden Namens Heinrich wie auch der gewichtige Umstand, dass Heinrich v. P. ein, wenn auch sehr angesehener, Ministerialegewesen und es bisher nicht aufgedeckt werden konnte, wie es hätte geschehen können, dass derselbe — andererseits als einer der nächsten Sprossen des vollfreien dritten Pilgrim, — zum Vasallen herabgesunken wäre. Indem wir aber letztere Frage offen lassen, muss dennoch die Behauptung aufgestellt werden, Heinrich v. P. sei ein Nachkomme aus dem Stamme der Pilgriine gewesen. Nicht nur. dass sein Sohn Albero IL. als er am 12. 8. 1204 vom Bischofu Bernhard v. Passau die Genehmigung zur Einsetzung eines Chorherrn von St. Florian als Verwalter des Spitales und der l'farre Schöndorf erhielt, die Grabstätte der jedenfalls bei ihrer Stiftung ruhenden Pilgriine als eine solche seiner Vorfahren bezeichnete, wird für die Lösung dieser F'rage noch ein weiterer Umstand massgebend, dor die Hcrknnft von Pilgrim III. zur historischen Uewissheit erhebt - Alber II. verkaufte am 2:!. 4. 1291 an Herzog Albrecht um 250 Pf. dl seinen '.halben; Antheil an dem Hanse zu Wolfseck. Diese Veste stand noch um das Jahr 1277 den Wartenburgern zu. von welchen Otto von Wartenperch wegen der Vogtei zu Seewalclien mit dem Abte von Michelbeurn in einen, dann durch Heinrich und Wernhard von Schaunberg zu Kammer am 9. 2. 1260 beigelegten Streit gerathen war und welcher Otto als Otto von Wolfsekke im Vereine mit ■ seinen Brüdern) Ortolfns und Christanus de Wolfseckke den durch Herzog Heinrich von Bayern d. d. Wels 15. IV. 5. 7. 1277 verbrieften Verzicht Gundackers von Starheiuberg auf die Vogtei über das Kloster Lambach bezeugte. Diese drei Worteiiburger waren die Letzten ihres Stammes und bereits am 23. 4. 1291. das heisst an demselben Tage wie Alber v. Puchheim und um den gleichen Preis, veräusserte Alber von Polnheiin dio andere llällto des Schlosses Wolfseck, wie ihm diese durch seine Hausfrau Christen als deren anerstorbenesFligeu gegeben war, dem Herzoge Albrecht. — Die Christen war demnach zweifellos die Erbtochter ans dorn Hause Warten bürg und brachte ihrem Ehewirth nicht nur den vorgenannten Antheil sondern auch Wartenburg ein, wo dio Folheimer dann durch Jahrhunderte hausten. — Alber v. Puchheim, der, mit der anderen Hälfte vou Wolfscck allein, nur den kleineren Theil des Erbes erlangte, stand demnach den heimgegaiigencii Wartenburgern nicht so nahe; er war mit diesen nicht verschwägert, seit 1258 und noch 1801 mit Agnes v. Licbeusteiu verehelicht; seine geringeren Erbansprnche leiteten sich oileubar von weiter, ohne Zweifel von der Ehe l'ilgrim's III., seines Vorfahren, mit Chunigund. der Schwester Arnold's v. Wartenburg, her. — Diese Versippung — Arnold v. Wartenburg zählte zu den angesehensten Ministerialen des letzten steirischen Otakar und dessen Nachfolgers, Herzogs Leopold, — erklärt auch das Auftreten der nächsten Nachkommen Pilgrim's III. im Steierland. — Zu diesem Letzteren kann jedoch Alhero's Vater Heinrich v. Puchheim, im Hinblicke: anf sein veriiiuthliches Todesjahr 1278 nicht im Verhältnisse vom Sohne zum Vater gestanden haben; ur muss der Enkel gewesen sein nnd linde ich die Stannureihe zwischen Beiden durch jenen Heinrich v. P. vermittelt, der am 8. 6. 1202 zu Graz in der Beilie der steirischen Vasallen als Zeuge jener ürkundo erscheint, durch welche Herzog Leopold der Propstoi Berchtesgaden Mauthfreiheit gewährte. Dieser gieng seinem Sohne dem obun genannten Heinrich in der Steiermark voraus, der nicht mit ihm identificirt werden darf, denn sonst hätte dieser dritte Heinrich, bui voller Tliätig-keit in seinur letzten Lobenszoit, ein Alter von mindestens 95 Jahren erreicht. Hinsichtlich der weiteren Geschlechtsfolge sei auf die einschlägige Literatur, insbesondere auf Wissgrill's Werk, fortgesetzt in don Jahresbüchern der k. k. Gesellschaft „Adler-, verwiesen und nur noch in Kürze erwähnt, dass von Heinrich III. nur ein Sohn Alhcr IL urkundlich nachweisbar ist. Derselbe wurde am 0. 10. 1270 durch K. Otakar von Böhmen mit dem Flrbland-Truchsessen-nmte in Oesterreich belehnt und kam durob mit dun Pil-lichdori'eru in Streit, der erst zu Wiun am St. Matthiastage 1301 durch Herzog Budolf zu Gunsten Albero's v. Puchheim endgültig entschieden wurde. Mit Pilgrim IV. begannen die Erwerbungen in Niederösterreich, wo derselbe am St. Luzeyntage 1317 von Haug und Beinprecht den Tuersen einen Theil der Veste Weyerberg an sich brachte, diu bald vollkommen in den Besitz des Geschlechtes gelangte und über hundert Jahre in dessen Händen blieb. Seine erste Gemalin Elisabeth war keine Bottendorf, sondern des Ulrich v. Stubenberg Tochter. Sie stiftete d. d. Kapfenburg 20. 12. 1315 nach Kloster Bein in Steiermark, wo sie will begraben werden, und am 11. 5. 1327 erklärte Pilgrim sich wegen der Erb-anspriiehe seiner Kinder von der Schwester des Wülfing von Stuben berg mit der Wittwe des Letzteren, Offmey, verglichen zu haben. Zu Wien am 15. 10. 1348 ward der Vertrag vollzogen. durch den die Bande gelöst wurden welche die Puchheimer seit den ältesten Zeiten an das Land ob der Ens geknüpft hatten. An diesem Tage schloss Herzog .Albrecht von Oesterreich, Steyr und Kärnthen einen .kliauff vnd widerwcxl" mit seinem getreuen Albrechten (IV.) v. Puchhaimb, welcher ihm die VeBte Pnechaimb giebt, dio 71 282 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. ihm zu seinem Theil von Hannsen seinem Brnder nnd Uenslein seinem Vetter angefallen ist, sammt den Gerichten, verlehntcn Gütern, allen Edelleuten, den beiden Kirchenlehen zur Kirche in Vöcklabruck, welche seine nnd seiner „Vodern" Stiftung ist, uud auch der Kirche zu Pucbenau (sie) und allen sonstigen Zugehörungen; der Fuchheimer erhält dafür nach Landsrecht in Oesterreich die beiden Vesten Litscliau und Ilaydenreichstein, die vordem schon sein Ffand gewesen sind, als rechtes Lehen, aber ohne dio Edelleuto und die Kirchenlehen zu Bagz (Raabs) und jene zu Haydenreichstein und ohne die Vogtei über die Klöster und Gotteshänser, welche Yog-teien bisher zu den beiden Vesten gehört haben — Zehn Jahre später, aui S. 3. 1358 beurkundete Herzog Albrecht, dass Alber IV.) v. P. von Wernliart v. Meissau Burg uud Markt Baabs und den Markt Dobersberg an sich gelöst habe. — Mit ben beiden Söhnen dieses Alber. Pilgrim VI. und Alber VI., zerfiel das Geschlecht in die beiden HauptUnien, die sogenannte Horn-Göllersdorf sehe und in jene zu Baabs. Die Erstere wurde durch Veit nnd Johann v. P., Söhne des Hartneid, und dieser ein Urenkel Pilgrim's VI., in zwei Linien getheilt, von welchen Johann die Göllersdorfsche begründete. Aus der Anderen erwarb des Veit Sohn Johann die vordem gräflich Hardegg'sche Herrschaft Horn, welche nach Anderen übrigeus schon im Besitze des Vaters gewesen sein soll. Dieselbe gieng in der Folge auf Johanns Enkel Beichard (angeblich + 1624) über, von dem sie durch die llofkammer eingezogen nnd durch diose au Vincenz Muschinger verkauft wurde. — Aus der Göllersdorfcr Linie wurde des Stifters Johann Urenkel Johann Christoph Herr v. Puechaimb auf Gellerstorf, kaiserl. Kämmerer, Kriegsrath und Oberst d. d. Pressburg 26. 3. 1613 in den Reichsgrafenstand erhoben. Derselbe hatte drei Söhne Johann Budolf (f 18. 1. 1651), Kaiser Ferdinand's II. Hofmarschall, Otto Friedrich f 1664), kaiserl. geh. Rath nnd Bischof zu Laibach und Johann Christoph (f 1657) kaiserl. General Feldmarschall, welcher keine Söhne hinterliess, eben so wenig wie sein Bruder Johann Rudolf. Des Letzteren Tochter Maria Maxiiniliana, des Wolfgang v. Stubenberg Gemalin, soB diese Linie beschlossen haben. — Göllersdorf gieng an die HauptBnie zu Baabs über. Aus dieser veränsserto deren Stifter Alber VL am St. Matthiastag des heil. Zwolfboten 1419 Weyerberg an Rapper v. Rosenhart. wogegen sein Sohn Georg die Herrschaft Krumbach (V. U. W. W.) an sich brachte. Des Letzteren Sohn Heinrich erlangte (1468?) die l'landherr-schaft Waidhofen a. d. Thaya, die dann an die Descendenz seines Bruders Johann iibergieng und durch desselben kinderlose Urenkel, die Brüder Wolfgang Adam und Bernhard Herrn v. P. im Jahro 1604 an Jakob Freiherrn v. Mollart verkauft wurde. Denselben stand auch Hcidcn-reichsteiu zn. das sich nach ihnen im Besitze der Grafen v. Yolkra befand. Litschan war damals seit 200 Jahren nicht mehr in Händen der Puchheim; schon ao. 1423 hatte diese Veste Georg v. Klingen von Herzog Albrecht V. zu Pfand. — Raabs und Krninbach gelangten au den dritten Sohn des Erwerbers dieser letzteren Herrschaft, nämlich an Balthasar v. P., dessen beide Söhne Christoph und Georg die Linien Krumbach und Raabs begründeten. — Die Erstere endete mit Christophs gleichnamigem Enkel, einem Sohne des Erasmus (f 1571), worauf Kruuibach an die Linie zu Raabs gedioh und zwar an duren Stifters Georg Urenkel, Georg Ehrenreich ff .612), von dein sie an dessen Schwester Polixena, des Freiherrn Geyer v. Ostcrburg (lemalin, — wahrscheinlich im Kanfswege — Iibergieng. Georg Ehrenreichs Sohn Adolf (erschossen 1639) wurde d. d, 2. 6. 1633 in den Reiclisgrafenstand erhoben und diese Adelsstufe mit Allerhöchster Bewilligung vom 13. 3. 1634 auf Adolfs Bruder Carl ausgedehnt; welcher jedoch ohne männliche Leibeserben blieb. — Adolf Graf nnd Herr von Puchheim vererbte Raabs auf seinen Sohn Adolf Ehrenreich if 1664), dieser die Herrschaft an seinen Sohn Franz Anton, welcher dieselbe, als letzte der einst so namhaften Puchhoim'schcn Güter, im Jahre 1702 an Franz Anton Edlen Herrn v. Guarienti und Baall veräusserte, nachdem er schon vorher die von der erloscho-nen Göllersdorfcr Linie angefallene Herrschaft Göllersdorf an Friedrich Carl Rcichsgrafcn vou Schönborn, Beichs-Vicekanzler und Bischof von Bamberg und Wiirzburg, verkauft hatte, an welchen er auch mit kaiserl. Genehmigung vom 10. 10. 1696 das seinem Geschlecht» durch 400 Jahre zugestandene Erbland-Truchscssenamt in Oest. ob und unter der Ens übertrug. Dem genannten Grafen v. Schönborn wurde am 19. 2. 1711 neuerlich das ihm. seinem Vater nnd dessen Descendenz verliehene Erbamt bestätigt und gleichzeitig die — eigentlich wenig gerechtfertigte Bewilligung crtheilt Namen und Wappen von Puchheim mit dem eigenen zn vereinigen. Dass übrigens bei diesen Anlasse von den Grafen von Schönborn gar nicht der Puchhcim'-sche Stammschild aufgenommen wurde, findet sich schon Eingangs erwähnt. Franz Anton Graf nnd Herr von Puchheim starb, der Leltzte seines uralten Hauses, als Bischof von Wiener-Neustadt am 13. 10. 1718. (.Notizenblatt 1856, Beilage zum Archiv liir Knude ö-terr. Gcschichtsquellen; U.-B.; Biedeckcr Archiv zu Eferding; k. n k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: k. k. A -A.; n.-ö.'sches Landes- und "-tiindearcliiv; Ver/.eichniss der Gülten mit il:ren gegenwärtigen Besitzern, Mauusc. im n.-ö.'schen Gültbuch; Wis3grill, fortgesetzt im Jahresbuch 1887 der k. k. Gesellschaft „Adler;" Meiller, Bcgesten der Babenberger; Fougau-Goldeck, v. Dr. ZiBner in den Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde ; Muchar, Geschichte der Steiermark; Alt. Siebm.) Purlilelltuer. (Taf. 75). Wappen: I. (Stammwappen). In Schwarz anf goldenem Dreiberge eine natürliche Buche. — Kleinod: Ans schwarz - golden gewundenem Bunde diu Buche. Decken: schwarz-golden N. S. f bayr. Geschlechter;. — II. (Sunzinger) Wachsender, mit einem fcdernbesteckten, hohen, gestülpten Spitzhut bedeckter Mannesrumpf. — Kleinod: Dor Hnt wio im Schild. (Nach dem Epitaph des edlen, vesten Marx Sunzinger zu Sunzing, f am (8. ?) Sunntag nach Ostern 1508; Pfarrkirche zu Mining im Inviertel). — III. (l'uchleittner vor 1656) Geviert. 1 und 4 in Gold wachsend ein schwarz gekleideter Mann mit hohem, schwarzon, golden gestülpten Hut anf dem Hanpte, die Linke in die Seite gestützt, mit der Rechten drei friine Schilfblätter haltend (wegen Sunzing). 2 uud 3 tammwappen. — Gekr. Helm: Das Bild des 1. Feldes zwischen von Gold und Schwarz übereck getheilten Hörnern. Dccken: schwarz golden. (N. S. f bayr. Gesclilcch-ter). — IV. (freiherrliches 1656). Geviert; im goldenen Herzschild eiu gekr., schwarzer Doppeladler, die Brust mit einein goldenen Schild belegt, darin dio schwarze Initiale F. III. 1 und 4 Stammwappen. 2 von Schwarz und Gold gespalten, darin wachsend ein gestümiuelter Mann in larbcngcwcchseltcm Bocke, einen abhängenden, von Gold und Schwurz läugsgotheilten, mit drei schwarzen Straussenfedern besteckten Hute auf dorn Haupte. 3 wio 2, doch die Tinctnren verwechselt. — Drei Ilelmc, von ilicscn der ersto nnd zweite gekrönt. 1. Dio Buche. 2. Das Bild des Herzschildes. 3. Hoher, abhängender, an seinem goldenen Knopfe mit sechs schwarzen Straussenfedern besteckter, von Gold und Schwarz längs getheilter Hnt. Dccken: durchaus schwarz golden. (Legal. Diplomsahschrift im Landesarch.). OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 283 Dio Puchieitner, Passauer, in einzelnen Mitgliedern anch zn Linz wohnhaft, wurden in den hochstiitischen Gebieten des Mühlviertels begütert, als welche sie dann nnter österreichische Landeshoheit und unter die ob der Ens'schen Stände gelangten. — Um die Mitte oder gegen den Ausgang des XVI. Jahrhnndertes erbten sie die, zu Sunzing (Pfarre Mining), Bamcding, .'molkam, etc. im Inviertel begüterten Sunzinger auf. von welchen Marx Sunziuger (f 1508), Wolfgang S„ Stifter einer ewigen Messe (•;■ 1515) und ein dritter (t 3. 8. 1538), dessen Tanfuame am Grabsteine nicht mehr zu entziffern ist, in der Pfarrkirche zu Mining begraben liegen. D. d. Krumau, Freitag nach Judica in der Fasten 1528 bestätigte Johann v. KOsenberg, oberster Meister des Malteser-Ordens in Böhmen, dem St. Antonikloster in Heurnlfcl die Befreiung von der Lehenssteuer jener Has-laclier Zehcutfelder, welche das Kloster nicht von Hanns Puchieitner von Linz käuflich au sich gebracht hatte. Ein kaiserl. Einberufungsschrcibcu d. d. Wien 10. 10. 1508 „an un.-eren getreuen lieben Wolfgung Puech-leitner in l'assau zu dem für deu 1. December vorge-dachten Jahres in Gest. o. d. E. abzuhaltenden Landtag, erliegt noch gegenwärtig im I.audcsarchive zu Linz. Wolfgang P. ninss demnach dem Bitterstandc dieses Landes angehört haben, wenngleich sein Geschlecht in der Bitterstands-Mutrikel übergangen worden ist. Er war mit Barbara von Oedt vermält. — Sein Sohn Johann Wolfgang erwarb mit Anna Isabella geb. Eggerin von Köpiing (f 23. 10. 1030 bestattet im Dom zu Passauj den Wolfgang Sigmund, welchen Kaiser Ferdinand III. mit Diplom (1. d. Wien, 1. 2. 1050 in den alten 11 erreu-atand als edlen Panner- und Freiherrn des heiligen Römischen Reichs und der Erblande mit der Denomination „Puchleittner Freiherr von und uuf Suntzing" erhob und zwar im Hinblicke auf das uralt adelige Herkommen des Geschlechtes, welches seit mehr als 200 Jahren dioLand-mannscha't in Oesterreich ob der Ens und im Hcrzog-thuine Bayern besitze und sich unsehnliche Verdienste um das Erzhaus und um das Bisthum l'assau gesammelt habe, auch weil er, Wolfgang Sigmund P., „von unserer freundlich geliebten Schwester der Churfürstin Maria Anna in Bayern de meliori nota recominandirt worden sei." Wolfgung Sigmund, welcher 73 Jahro alt am 26. 6. 1683 starb und in seiner Pfarrkirche Mining bestattet wurde, hinterliess vou seiner Gemalin Margaretha Anna von Lconrod (f 12. 0. 1685 bestattet im Domo zu l'assau) den Sohn Johann Adam Sigmund, welchcr schon ain 26. 8. 1665 in den Herrenstand OcBt.'s o. d. E. aufgenommen worden war. Des Letzteren Tochter aus der Ehe mit Maria Franziska v. I'elkhoven, Maria Anna, schloss am 11. 11. 1696 ihre Heirathsabrede mit Johann Wilhelm Freiherrn von Lützelburg, an welchen die Puch-leittiierscheu Güter im Inviertel, Sunzing sammt Zugo-liöruiigcn, gediehen. Der Vater Johann AdamSigmund, welcher als chur-bayr. Kämmerer, Rogimciitsrath, Mautner und Salzbeamter zu Burghausen uui 25. 6. 1697 starb und zu Mining beigesetzt wurde, ist zweifellos der letzte Mannessprosse der Puchleittner gewesen. (Akten im Landesarch.; H.-M.: Stiftsarchiv zu Hohenfurth: Epitaphien zu l'assau und Mining; N. S. f bayr. Geschlechter; mein Artikel „Lützelbarg- p. 195). I*uclii»|tl. (Taf. 75). W a p p e n: In Blau eiu rother, mit einem aufwärts schreitenden, silbernen Bracken belegter Schrägbalken. (IL, welcher fiir dio Richtigkeit dieses Wappens natiir-Uch keine Gewähr zu bieten im Stande ist). Leonhard Puchner, Schatiuberg'schcr Pfleger zu Erlach, 156U mit Katharina des Christoph Göltinger Tochter vermält, erscheint im Jahre 1559 im Besitze des Schlosses Mühlgrub im Truunviertel und erbaute 1570 den Sitz llintertobel in Hausruckviertel. Sein Sohu Adam, 1568 auf Mühlgrub gesessen. scheint vor dem Vater unvermält gestorben zu sein, da Adam's Schwester Maria, als Erbtochter, den Sitz llintertobel ihrem Genial Hanns ChtiBtoph. Wiellingcr von der Au zubrachte. Miihlgrub hatten 1601 die Fenzl v. Buumgarten inne. Ennenckl gedenkt eines Christoph Puechner, der sich ebenfalls von lliuteriidoppcl schrieb uud dessen Tochtcr Polixena sich luut lieirathsbrief d. d. Dreifaltigkeitssoun-tag ll'Oö mit Georg Achaz Tollinger zu Grünau verehelichte Wieder ein • 'hristoph P. zu H. liess Bich, nach demselben Autor, in letztgodachtem Jahre mit Maria Salome Betsclian v. Feldeck trauen. (H.). Pueehner zn OKsilorl'. (Taf. 76). Wappen: Abgehauener, belaubter, au seinen beiden unteren Aesten jedoch gestümmelter Baum (Buche?;. — Kleinod: Der Baum wio im Schild, liier jedoch bewurzelt; dahinter ein Flügel. (Nach dem Epitaph des „Hanns pucher von Oczldorlf /sie !; + 27. 5. 1423; Spitulskircho zu Eferding;. Der vorgenannte Hanns P. stiftete 1430 einen geistlichen Verweser des St. Margarethen-Altares in der Spi-talskirchc zu Eferding luut einer Aufschreibung im El'er-diuger Pfarrarchive, wo die Jahreszahl jedoch fehlerhaft angegeben worden sein muss. denn Hanns war ja sieben Jahre früher gestorben, wie sein Stein besagt. Er ist der Letzte der Puechner zu Ottsdorf gewesen, wo seino Tochter Dorothea, des Ulrich Seisenecker Wittwe, am Montag nach St. Andreas 14<'.0 ein Beneflcium zum Seelenheile fiir ihren verstorbeneu Genial, ihren Vater, ihre Mutter Frau Ursula und für alle ihre Vorvordercu stiftete: sie behielt sich auf Lebenszeit das Vogteirecht über diese Stiftung mit der Bestimmung vor, dass dusselbe nach ihrem Ableben auf ihre beiden Vettern Erasmus den Stadler und Wolfgung den HiLterholzer übergehen solle. Ueber den Ursprung dieses Geschlechtes ist mir nichts bekannt geworden. Hoheneck nennt als einen Vorfahren des Hanns. Veit den I'uochner, welchem ao. 1396 Mauth und Gericht zu Steyr und das Gericht zu Krems durch den Landesfürsten bestandweise überlassen worden sein soll; Veit ist als Puechner zu Ottsdorf auch in die neue Matrikel eingereiht worden, wohl mit weniger Vorsicht als das häufige Vorkommen dieses Geschlechtsna-namens rüthlich erscheinen lässt. • R.-M.: II.; Pfarrarchiv zu Eferding). 284 OBERÖSTERREICHISCHE R ADEL. Furzen (Putz?). (Taf. 76). Wappen: I. Von Roth und Silber getheilt; oben drei silberne Rosen nebeneinander; unten wachsen aus dem mittleren Gipfel eines grünen üreiberges drei griino, je mit einer rothen Frucht besetzte Blätterstielo hervor. — Gekr. Helm: Wachsend ein gestümmeltcr Jüngling in von Both nnd Silber gespaltenem, farbengewechselt ausgeschlagenen und auf der Brust mit einer farbengewechselten Bose belegten Rocke, das Haupt mit sieben von den friichtentragenden Zweigen des unteren Feldes besteckt. Decken: roth-silbern (R.-M.). — IL In Gold auf grünem Dreibergo eine rothgeinanertc Cisterne mit heraufgezogenem, gleichfalls rothen Wassereimer. — Gekr. Helm: Das Schiidcsbild ohne Dreiberg, zwischen offenem, goldenen Fluge. Decken: roth-golden. (R.-M.). — III. Geviert,mit gekr., wio „Oesterreich" bezeichneten licrzschilde, darin untereinander die drei goldenen Lettern, L, T, F. 1 u. 4 in Gold ein halber, gekr., schwarzer Adler am Spalt. 2 und 3 wie Wappen II. — Zwei gekr. Helme: 1. Vor offenem schwarzen Finge ein goldener Mond auf die Helmkrone gestürzt und mit einem goldenen Hoclmreuze besteckt Decken: schwarz-golden. 2. Ein silberner Zinnenthurm. Decken: roth-golden. (R-M.). Nicht als einziger Fall wurden auch dieser Familie in der Bitterstandsmatrikel zwei ganz verschiedene Wappen beigesetzt, olfenbar in der Unkcnntniss, welches von Beiden das Zukommende sei. Aller Wahrscheinlichkeit nach wnrde weder mit dem einen, noch mit dem anderen das Bichtige getroffen, doch sind beide Darstellungen hier wiedergegeben worden, da es nicht möglich gewesen ist, Klarheit in die Frage zu bringen. — Im k. k. Adelsarchive kommt eine Familie dieses sonderbaren Namens nicht vor. Der Matrikel znfolgo wäre Hanns von Purzen zu Walchen (im Hausruckviertel i ao. 1566 als Mitglied des Bitterstaudes eingetragen worden, während nach Hoheneck Herr Hieronymus .Putz" bereits im Jahre 1533 sein Schloss Walchen an Hanns Christoph v. Genmann verkaufte, dem es nach 57 Jahren beliebt hätte, den Sitz neu aufzubauen. (B.-M., H.). PymfHHer (Taf. 76). Wappen: Geharnischter rechter Linksarm in der Faust eino Geisel schwingond. (R.-M.). Nach der eben citirtcn Quelle hätte Lorenz Pymisser zn Holzern iwoV) im Jahre 1438 als begüterter Landmann in Oesterreich ob der Ens gelebt. (R.-M..). <|iiarifiii (recte Guarienti!. (Taf. 76) Wappen: I. (1561) Von Silber und Schwarz durch einen schrägen, rothen .Strichbalken getheilt; oben ein rechtsgestelltes .Mohrcnliaupt mit roth-silbern gewundener Binde; unten ohne Bild. - Gekr. Helm: Wachsender, gestümmeltcr Mohr mit roth-silbern gewundener Kopfbinde. Decken: roth-silbern. (Legal. Diplomsabschrift im n.-ö. Landes- und Ständearchivo;. -- II. (l.;-92/ Geviert. 1 und 4 in Gold das Mohrenhaupt wie vorhin. 2 und 3 von Silber und Schwarz durch einen rothen Schrägbalken getheilt. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, rechts schwarzen von goldnem Balken, links rothen von silbernen Balken durchzogenen Fluge auf schwarzem Dreiberge zwei zugekehrte, einen goldenen Bing haltende natürliche Turteltauben. Decken: schwarz-golden, roth-silbern (Legal. Diplomsabschrift im n.-ö. Landes- und Ständearchivo). — III. (1697; Geviert mit blauem Herzschild, darin auf griinem Preiberg die beiden den Bing haltenden Turteltauben. 1 uud 4 Stammwappen (wie Ii. 2 in Gold oin schwarzer Ebernunpf mit schweissendein Fang. 3 in Roth drei aufeinander gestellte, nach oben verjüngte weisse Quadersteine (2 und 3 Gruber v. Grub nnd Peterskirchen.) — Zwei gekr. Helme: 1. Wie vorhin bei Ii. doch der Dreiberg grün. Decken : schwarz-golden. 2. Hörnerpaar, rechts silbern von rothem Balken, links golden von schwarzem Balken „nach der schräg durchzogen," dazwischen das Eberhaupt. Decken: roth-silbern. (Legal. Diplomsabschrift im n.-ö. Landes- und Ständearchivo i. — IV. Gräfliches 1716i Geviert, mit ..gräflich" gekröntem Herzschild darin die ringhaltenden Tanbon auf griinem Hügel stehen. 1 und 4 in Gold ein einwärts gestelltes Mohrenhaupt mit roth-silberncr Kopfbinde. 2 und 3 in Silber ein rother Schrägbalken. — Drei gekr. Helme: l. Ein lorheerbe-kränzter rother Adler. Deckcn: schwarz-golden. 2. Das Kleinod von 1592, statt des schwarzen Dreiberges ein grüner Bügel. Decken: schwarz - golden. roth-silbern. 3. Stammkleinod wie 1561. doch der Mohr nicht gestüm-melt, mit au den Seiten herabhängenden Armen. Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A.). Die Familie tritt mit einem Hanns Gnarienti. Bürger zu Trient. an s Tageslicht, der sich in seiner Heimath 1460 bei der Unterdrückung eines Bauernaufstandes rühmlich hervorthat: es war zur Zeit der strittigen Bischofswahl von Brizen, Erzherzog Sigismund mit dem Kirchenbann, das Land Tyrol mit dem Interdict belegt. — Hanns, welcher wahrscheinlich schon den Stammsitz Rall in Sttd-tyrol (Rallo im ohetnal. Landgericht CIcs im Nonsberg) inne gehabt hat, erzeugte zwei Söhne Simon nnd Johann IL Ersterer war um 1500 Bath des Cardinais, Bischofes Bernhard von Trient, der ihn 1528 mit einem Wappenbriefe begnadete, mit Beatrix de Caldcs verehelicht und wurde 1561 zu Civczzauo bestattet. Johann II. Botzte den Stamm dnreh zwei Söhne fort, Johann III. und Blasius, welch1 Beide (nach dein Diplom von 1697; ao. 1548 ein adeliges Wappen erhielten. — Johann III. pflanzte den Hauptstamm weiter nnd Blasius, welcher für kurz eine Nebenlinie begründete, stand nnter K. Carl V. in Kriegsdiensten. focht tapfer im Schmalkaldischcn Krieg und soll, nicht wie die Geschichte berichtet der Herr v. Trodt sondern er es gewesen Bein, der am Gcorgitag 1548 dem Churfiirsten von Sachsen don Bing vom Finger zog, der dann zur Erinnerung auf den Gnarienti'schen Helm kam, sonderbarer Weise von zwei friedlichen Tauben gehalten. Von des Blasins zwei Söhnen Johann Blasius nnd Johann V., diente letzterer im kaiserlichen, dann im spanischen Heere, war schliesslich Oberstlieutenant bei der Wiener Stadtguardia und erhielt von K. Bndolf II. d. d. Prag 16. 3. '592 eine Adclabestätigung und Wappenbesserung. Dessen Sohn Johann Albreclit. gleichfalls bei der Stadtguardia in Wien, doch nur als Hauptmann, wnrde am 28. 2. 1628 unter die neuen n.-ö.'schcn Ritterstands-geschlechtcr aufgenommen nnd heschloss die Deseendenz seines Grossvaters Blasius Dieses Letzteren bereits genannter Bruder Johann III. erlangte von K. Ferdinand T. d. d. 3. 4. 1557 den Beichs-adelsstand und theilte durch zwei Söhne, Hieronymus I. und Johann IV. den Hauptstamm in die tyrolische und in die zweite, nachher österreichische Linie. — Aus dieser wurde Johann IV. Guarienti von Rallo am 23. 11 1567 in die Tyroler Matrikol eingetragen, vermalte sich mit Christina, des Lienliart Hofer zu Urfahrn Tochter, und hinterliess den Sohu Johann Thomas, welcher Catharina von der Brida zur Ehefrau nahm. Dieser beiden Letzteren Sohn Auton, Landschreiber in Oest. o. d. E„ wurde am 14. 12. 1666 kaiserlicher Rai Ii und erzengte mit Maria Anna, des Christoph Marx Kuttner von Kunitz und der Margaretha Grueberiu von Grueb und Peterskirchen Tochter, zwei Söhne, Franz Anton und Christoph Ignaz, welche, entcrer als Bcgimentsrath und Landschreiher in Oest. u. OBERÜSTEEEEICHISCHER ADEL. 285 d. E., letzterer als Hofkriegsratli. von E. Leopold I. in den Reiclisritterstand mit der Denomination „Edle Herrn von Gnarient vnd Räll" nnter gleichzeitiger Vereinigung ihres Wappens mit jenem der erloschenen Grueber v. Grucb and Peterskirchen erhoben wurden. Beide, — Franz Anton hatte sich in Mederüsterroich sesshaft gemacht, — strebten die dortige Landmannschaft und zwar die Aufnahme unter die alten Ritterstandsgeschlechter an, und damit dies um so leichter angehe, ward in dem GeBnche der Wappenbrief von 1528, auch jener von 1548 übergangen, dafür aber ohne Nachweis eine fabelhafte Abstammnng von jenen alten Guarienti in's Treffen geführt, die schon 1405 im Nobile Consiglio di Verona sassen und 1582 von Francesco Sansovino unter die edelsten Geschlechter Verona's gezählt werden. Diese Vero-neser Guarienti, in einem Zweige seit 1714 den Conte-Titel. in oinem anderen durch ein Decret des venetiani-schen Senates vom 30. 8. 1787 den Marchese-Titel führend nnd noch gegenwärtig in ihrer Heimath in drei Linien in der Blüthe, sind eines ganz anderen Wappens als die Trientiner; sie führen in Silber einen aufsteigenden rothen Ochs, über das Ganze einen goldenen mit drei blanen Sternen belegten Schrägbalken. Doch den Darlegungen der beiden Brüder ward von den Ständen in Wien und nachher auch von jenen in Linz ein gläubig Ohr geschenkt; Franz Anton und Christop Ignaz wurden am 13. 12. 1702 in Niederöster-reich unter die alten Ritterstandsgeschlechter aufgenommen und rückten in Oest. o. d. E. am 17. 5. 1704 vom jungen Ritterstande, der ihnen am 29. 8. 1703 ertheilt worden war, in den alten vor. Die Eintragung in die bezüglichen Matrikeln geschah, obwohl alle, bis zu dieser Zeit ertheilten Diplome auf den Namen Gn arient lanteten, unter der fälschlichen Bezeichnung Quarient, die dann auch in genealogischen Werken und in einem späteren kaiserlichen Diplome Eingang fand, ohno dass jedoch dio Familie selbst die richtige Schreibweise des Namons Guarienti aufgegeben hätte. Christoph Ignaz hatte von 1678—1682 das-Resident-Secretariat" in Constantinopel vorsehen, that sich 1683 bei der Belagernng Wien's besonders hervor, wo er vierzehn Briefe theils an den Herzog von Lothringen theils ,an den wienneriBchen Herrn Commendanten" persönlich durch die Belagerer zu bringen wussto, ward nachher als Lcgations-Secretarius nach Moskau geschickt, liess sich 1691 als Abgeordneter „mit Uebernehmung einer höchBt-gefährlichen Raisc nach Constantinopel gebrauchen", erhielt 1696 eine wirkliche Hofkriegsrathsstello und wurde hernach als ausserordentlicher Ableget an den Czaren nach Moskau geschickt. — Er dürfte keine Zeit gefunden haben sich zu vermalen. Franz Anton (f 7. 4. 1713) schrieb sich „Herr der Herrschaften Rauchenstein, Weickherstorff, und Vesten Rohr, Raabs, Cöllnitz, Pfaffenschlag und Rädl, von welchen n. ö.'sehen Besitzungen er die Herrschaft Baabs sammt den drei eben genannten Zugehörungen im Jahre 1702 von Franz Anton Grafen v. Puchheim erkauft hatto. — Vermält mit Maria Elisabeth von Climern, erlangte er drei Söhne, Otto Josef, Christoph Leopold, Pfarrer zu Wolkersdorf, und Ferdinand Dominik. Der Aeltesto von diesen vermälte sich mit Maria Elisabeth von Tinti, blieb aber kinderlos und vermachte, oder verkaufte, vor seinem am 26. 10. 1718 erfolgten Ableben dio ererbte Herrschaft Rauhenstein sammt Weickersdorf und Veste Rohr, dem Gemale seiner Schwester Anna Magdalena, Salomon Edlem Herrn v. Piazzoni. Ferdinand Dominik, der Römisch. Eaiserl. Majestät Rath nnd Regent des Regiments der n.-ö.'sehen Lande, hinterliess seine Herrschaft Raabs seiner Gemalin Maria Theresia, des Johann Martin Edlen von Boche zu Hain-stetten und Lentzmannsdorf Tochter, welche dieselbe an Johann Christoph Freiherrn v. Bartenstein verkaufte. IV. 5. Ferdinand Dominiks Sohn Ignaz Martin Johann Nep. igeb. 15. 5. 1719) dürfte vor dem Vater gestorben sein. Mit diesem endeto die österreichische Linie. Aus der älteren Tyroler Linie erhielt deren schon genannter Stifter Hieronymus Guarienti von liall, Herr zu Serignauo (Pfarre Civezzanoi und Castell Malosco (bei Fondo im Nonsberg), Oberstlieutenant im Burgau'schen deutschen Begiment, von K. Ferdinaud I. d. d. 2. 11. 1561 eine Adels- und Wappenbestätigung mit gleichzeitiger Verleihung des Prädikates „von Soragnän". wurde d. d 23. 12. 1567 in die Tyroler Matrikel eingetragen nnd kaufte d. d. Serignauo 18. 11.1591 von Georg Khuen v. ßelasi einen Thurm zu Metz (Mezzo Lombardo). — Ihm enstammten in weiterer Folge Hieronymus II.. der unterm 4. 4. 1633 im Matrikelbuche der geforsteten Grafschaft Tyrol erscheint, dann Don Uuariento Guarienti, Priester zu Civezzano, welcher dieser Kirche d. d. 8. 1. 1676 seinen Erbtheil iiberlioss, ferner Karl Josef Guarienti v. Kall zu Serignauo nnd Malosco (geb. 1674), oberöBter-roichischer Regimeutsrath, welcher durch K. Carl VI. d. d. 2. 5. 1716 in den erbländischen Grafenstand als Graf von Quarient und Rääll erhoben wurde, nachdem er in seinem bezüglichen Gesuche unter anderem auch auf die (vermeintliche) Abstammung von don „Marquisen Guarienti in Verona" hingewiesen hatte. Er war mit Josefa Gräfin v. Althann vermält. Seine Descendenz und mit ihr diese Tyroler Linie und das ganze Geschlecht erlosch im Maiincsstamme mit Hieronymus Michaol Felix Grafen Guarienti von Castell Malosco und herignano, welcher aus Boiner Ehe mit Maria Anna Josefa Giovanelli v. Gerstburg nnr zwei Töchter hinterlicBs. dereu eine Bich mit einem Herrn von Mersi aus Trient vermälte, während die andere, Maria Josefa Anna Craula Ignazia, die Herrschaft Serignano ihrem Gemale Peter Anton Grafen Con-solati v. Heiligenbrunn und Bauhof (geb. 1758, f 1813) zubrachte. (Akten im o. d. E.'schen und im n.-ö.'schen Landes -Archivo; Archiv des k. nnd k. Oberstkämmereramtes; k. k. A.-A. k. k. Statthaltereiarchiv zn Insbruck: Verzeich-niss der Gülten mit ihren gegenwärtigen Besitzern, Ma-nuscript im n.-ö.'schen Gültbucho; H.; R.-M., gefSH. Mittheilungen des Gonealogen Cosare Conto de Festi, R. Procuratore di Stato a Pavia). Kaimt tu. (Taf. 76). Wappen (Gräfliches 1634): Innerhalb einer rothen, in jedem Eck mit einem goldenen, in's Visier gestellten Stierhaupt belegten Einfassung geviert, mit silbernem Herzschifd, darin, unterhalb einer Königskrone, auf rothem Dreiberge ein offener rother F'lug (Stammwappen). 1 u. 4 in Gold ein gekr., schwarzer Doppeladler. 2 und 3 in Silber ein rother Karren mit schräg aufwärts gestellter Deichsel (Carrara;. — Drei Holme, davon der mittlere gekrönt, der erste und zweite goldene Spangenhelme, der dritte ein natürlicher Stechhelm. 1. Auf rothem Hut ein offener, rother Flug (Stammkleinodj. Decken: schwarzgolden. 2. Gekr., schwarzer Doppeladler. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. 3. Auf rothem Kissen ein brennender Adlerflügel (Carrara). Decken: roth-siibern. (K. k. A.-A.;. Die Rabatta kamen zu Kaiser Carl's V. Zeiten nach Krain, nachdem sie vorher durch 400 Jahre im florentini-schen, dann in Friaul geblüht hatten. Ihre ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Johann Alexander v. R. (1450), auf welchen als Sohn, Enkel nnd Urenkel folgten : Bernhard, vermält mit Dorminguza von Dörnberg, Josef, vermält mit Lucretia Hofer v. Duyno, und Josef 11602 von den Uskoken ermordet;, vermält mit Cassandra Freiin von Formentini. Letzterer. Burggraf in Krain, geheimer Rath, 1599 Gesandter in Venedig, dann in den Freiherrn- 72 288 0BERÖ8TEIi REICHISC HER ADEL. stand erhoben, war der Vater des Anton, Michael nnd Johann Bapt., von welchen die beiden Ersteren als „Grafen von Babatta, Freiherrn von Dornberg nnd Canal" d. d. Ebersdorf 8. 10. 1634 den Grafenstand erlangten. Anton, Hauptmann zn Gradiska, geheimer Bath uud Botschafter bei der Bepublik Venedig, wurde am 2. 9. 1618 mit Felicitas Freiin von Colloredo getraut, dio ihm sieben Söhne znr AVeit brachte. Von diesen erlangto Josef (f 1683), Malteserritter und Comthur zu Lossen, auch kaiserl. Kämmerer und Oberstbofmeister des Erzherzogs Carl Josef, zuletzt Bischof zu Laibach, das Erblandstall-meisteramt in Gürz: Bndolf, kaiserl. Kämmerer, General - Feldmarschall, Hofkriegsrath und bevollmächtigter General-Kriegskommissär, erwarb 1630 das Inkolat in Böhmen, wurde am 25. 1. 16S5 in den Herrenstand Oest.'s o. d. E. aufgenommen, 1686 den n. ö.'schen Herrenstandsgeschlechtern einverleibt und erhielt, angeb-Bch 1695. das mährische Incolat; ich linde sein Todesjahr jedoch mit 1688 verzeichnet. Sein einziger Sohn, der 1684 im Cuirassierregimente des Vaters liegen die Türken focht, scheint jung und unvermält, vor diesem gestorben zu sein. — Der Stamm, welchen Johann Bernhard ( testirto 1676), ebenfalls ein äohn des Grafen Anton, fortsetzte, blühte hernach in Steiermark, wo die Landmannschaft am 22. 8. 1659 erworben worden war, auf Pesnitzholen, Bogeis und Wildhaus und erlosch im Mannesstamme, wie ich glanbe annehmen zu können, mit dem Grafen Michael, Herrn auf Wildhans, um das Jahr 1794. (K. k. A.-A.; Schmutz, liistor.-topogr. Lexikon von Steiermark; N. S. Görzer Adel; H.-M ). Kabenhaupt, (Romhap). (Taf. 76,77j. Wappen: I. (Stammwappen). In Blau ein goldener Schräglinksbalken, hintereinander belegt mit drei schwarzen, aus dem unteren Bande des Balkens wachsenden Rabenköpfen. — Gekr. Helm: Auf der Helmkrone stehender schwarzer Babo. Decken: blau-golden. — H. Gespalten; vorn von Schwarz, Silber nnd Both zweimal getheilt (Salava v. Lipa); hinten Stammwappen. Gekr. Helm, Kloinod und Decken wie vorhin. (Dieses vereinigte Wappen, worüber ein VerlcihungBbrief nicht bekannt ist, führto bereits Albrecht Babenhaupt v. Sucha (t 1595) auf seinem Epitaph in der h. Kreuzkirche zu Ronov a. d. Doubrava, desgleichen eben daselbst sein Sohn, Herr Ernst Robrn-hap v. Sncha zu Ronov a. d. Donbrava, Ritter. Der Vater war mit Anna, Ernst mit Magdalena Salava v. Lipa verehelicht). — HL (freiherrlichos). Wio vorhiu, jedoch ein Schrägbalken statt des Schräglinksbalken im hinteren Feld; goldener Ilorzscliild, darin ein gekr., schwarzer Adler. — Zwei gekr. Helme: 1. FiinfStraussenfedem, roth, silbern, schwarz, blau, goldon. Decken: blau-golden. 2. Stammkleinod. Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A., nach den Frcihorrnstandsdiplomon do anno 1641 nnd 1673: in jenem vom Jahre 1680 ist kein Wappen boschrieben). Die Rabenhaupt, wie ihr Namo annehmen lässt, keines Falles slavisclien Ursprunges, erscheinen, — Hedwig v. Suchä, welche um 1305 ihr Heirathsgut auf Suchä sichergestellt hatte, mag als zweifelhaft ob sie diesem Go-schlechto angehörte ausser Betracht bleiben, — mit den Brüdern Majnuse dem Aelteren und Majnuse dem Jüngeren im Jahre 1372 anf dein vorgenannten Stammhauso, einem jetzt zur Herrschaft Frauenberg im Bndweiser Kreise Sild-bühmens gehörigen Maierhofe. — Albrecht v. Suchä tritt 1408 urkundlich aur, Janek (1430-1436, + vor 1454) schloss als Mitglied dor Taboritonpartei im Jahre 1430 einen Vergloich mit Ulrich Herrn von Bosenberg. — Rim v. Suoh;i, ein Solm des Hynek, war 1469 Anhänger dos „abgesetzten Königs", als' welcher er dio Rosenbergsclio Herrschaft Klingenberg in Böhmen einnahm und ver- wüstete. — Des Niclas Rabenhanpt, Patrciers von Bud-weis, Wittwe kommt im Jahre 1441 in einem Streite um das Erbtheil mit der Tochter ihr. s verstorbenen Eheheirn (ihrer Stieftochter?) vor. — Matthias, vielleicht ein Sohn des Niclas. und des Matthias Sohn Kaspar betheiligten sich am 24. 5. 1467 an der Ermordung des Budweiser Primators Androas Puklice von Vstuh. Kaspar Rabenhanpt von Snchä auf Sudomer, wohl identisch mit dem vorgenannten Kaspar, veräusserto Snchti an Chvala Kunäs v. Machovic, schloss im Vereine mit seinen Söhnen Georg I., Vaclav (Wenzel IL) Vales, Andreas und Niclas 11. 1509 einen Vergleich mitdenlioscn-berg'schen Unterthanen zu Bacic und ererbte am 18. 5. 1510 von Benes v. Claric das Patronatsrecht auf mehreren Altären der Budweiser Pfarrkirche und auf der Ka-planei in Netolic. Mit einem Niclas zweigte sich nm diese Zeit eine Nebenlinie ab, doch widersprechen sich die Quellen in ihren Angaben über den näheren Stammvater dieser Linie, der theils als der vorgenannte Sohn Kaspars, Niclas II., theils als jenor gleichzeitige dritte Niclas bezeichnet wird, welcher, ein Sohn Wenzels I. und der Anna v. Eckers-lieim, mit Genofeva Lamparter vermält war. Einer von diesen Beiden also that sich bei der Vertheidiguug Wiens gegen den Erbfeiud 1529 rühmlichst hervor, wurde dann der Eömisch Kaiserlichen Majestät Rath, Kanzler in den niederösterreichischen Landen, auch Hofkammerrath und hatte vom Erzherzoge Ferdinand, nachmaligem Kaiser, d. d. Stuhlweissenburg 10. 11. 152') Schloss und Markt Ottensheim iu Oest. o. d. E, womit er, wahrscheinlich aus der Lieclitensteinscheu l.'onliscationsmasso, schon vorher belehnt gewesen, in's freie Eigenthum erhalten. Niclas soll ao. 1532, nach der Matrikel aber erst 1535 in den ob der Eus'schen Ritterstaud aufgenommen worden sein und verkaufte in lotzterem Jahre die ihm ebenfalls zustehende Veste Steinbach, Pfarre Waldkirclieu im Mühl-viertel, an Christoph Höritzer. Von seinen Kindern war Barbara mit Bartholomäus Gieriger v. Banzeubach, 1568 böhmischem Oberstfalkenmeister, Maria 1) mit Johann Fernberger v. Egenberg (f 1554), 2) 1556 mit dem Freiherrn Sebastian Jörger v. Tollet vermält. Der Sohn Christoph R. nahm Maria Anna von Tetow znr Ehefrau, veräusserte das Umgelt und die Urbarsteuer an Ottensheim an Erasmus von Gera, worüber dieser d. d. Wien 30. 3. 1554 eine landesfürstliche Bestätigung erhielt, und brachte 1564 von Johann Haugvic v. Biskupic die Herrschaft Kopidluo in Böhmen an sich. Ottensheim, vielleicht in Couscquenz dieser Erwerbung, dürfte der Schwager Sebastian Jörgor im Kaufswege erworben haben, keineswegs aber, wio Holl, irrig meint, gedieh der Besitz an diesen erbweiso, weil Christoph kinderlos geblieben wäre. Derselbe liintorliess zwei Söhne, Christoph den Jüngeren, 1591 auf Kopidlno, und Balthasar, 1614 Herrn auf Behare. Vermält mit Elisabeth von Dobfenic, starb Letzterer am 4. 1. 1616 zu Kopidlno, das er dem Johann Rudolf Freiherrn Trcka v. Lipa testamentarisch hinterliess. Mit Balthasar endete diese Nebenlinie. Ans dem Hanptstamme hatte Kaspars ältostor Sohn Georg I. einen Sohn Johann I. (7 vor 1550), dessen zwei Söhne Ulrich und Albrecht I., welch' Letzterer 1566 bei Szigot rühmlich focht, ao. 1567 ihr Vermögen theilton. Uobereine etwaige weitere Dcscendenz derselben ist nichts bekannt. Andreas, Kaspars vorletzter Sohn, 1534 Herr auf Sudomer, das er wiodor an dio Familie gebracht hatte, erwarb zwei Söhne Kaspar auf Sudomer, (f ohne Suc-ccssion?) und Johann III. (f 1585), königl. bührn. Hofkammerrath, 1562 Rentmeister des Königreiches Böhmen, vermält mit Katharina Mracky v. Duba, dio ihm zwei Söhne gebar, Wilhelm nnd Majnuse III. Auch Uber etwaige Nachkommen dieser Beiden verlautet nichts. Vales. Kaspars dritter Sohn, 1506 grossjäbrig, in OBERi "STERREICHISCHEE ADEL. 287 welchem Jahre er den Hof lUansko an den Rosenberg-sehen Kanzler Wenzel v. Iiorne veräußerte. kaufte Ton seinem Bruder Vaclav II. ao. 1534 Schloss Techobuz sammt Zugeliörnngen, vermälte sich mit Margaretha ven Poresin (noch 1551 am Leben) und erwarb vier Söhne, Wolf (f kinderlos vor dem Vater), Johann II. (f kinderlos), Georg II. (f c. 1586). 1558 Rosenberg'schcr Hauptmann zu Wittingau, und Peter (+ 1576), Rosenberg'scher Hauptmann zu Frauenberg, diese beiden Letzteren auf Techobuz, das sie 1565 theilten und 1571 und 1575 an Balthasar Chrt v. Ertin veräusserten. Georg hinterlieBS einen Sohn. Vales II., Peter den Valentin (1585 gross-jälirig). Dieser hatte nur Töchter. Vaclav (Wenzel II.), Herr auf Sudomer, das er 1524 an Christoph Herrn v. Schwainberg vertauschte, von dem es jedoch bald wieder an den obengenannten Andreas kam, 151;'.—1530 Vicolandschrciber im Königreiche Böhmen, ehelichte Ludmilla Bruckner i.Brj-knar) von Bruckstein, welche ihm, so viel bekannt, zwei Söhne zur Welt brachte, Sigmund I. und Heinrich if c. 1586), der ao. 1545 die Veste Bohdanec bei Ledei: von Elisabeth Kostka v. Postu-pic erkaufte und dessen zwei Söhne, Jaroslav (+ 1504), vermält mit Magdalena Klenovska v. I'teui, und Karl (f vor 1609) nur Töchter hinterlicssen. Sigmund I. (+ 1551) veräusserte 1545 dio Veste StitnS an den Grafen Albrecht vou Guttcnstcin aul'Sero-vic, 1549 Hortvikov an Georg Smrcka v. Mnich. 1550 das von dem Vater ererbte Gut Pacov an Dlrich Spanovsky v. Lisau und die Burg Drslavic an dio Rosenberger. Er muss ansehnliche Geldmittel hinterlassen haben, mit denen die Vormundschaft seiner Söliuc denselben roichon Güterbesitz erwarb. Seine Gemalin Maria Anna .Tanovsku v. Soutic, Frau auf Zajeeic, vererbte Letzteres den Töchtern Margaretha und Euphemia. — Für dio beiden, bei Sigmunds Ableben mindeij ährigen Söhne Albreclit II. uud Wenzel III., welche von dem Vater den Sitz See ererbt hatten, kauften deren Vormünder Joachim v. Hradek und Görg v. Gersdorf 1551 (?) von Wilhelm Treka v. Lipa dio königl. Pfandherrschaft Lichtenburk (Lichnico im Cüs-lauer Kreise) mit der wüsten Burg Oheb, dem Städtchen Bojanov und Ronov a. d. Doubrava, dann 17. 3.1556 die Veste Wildstein mit dem Städtchcn See und mehreren Dörfern, Güter, in welcho sich dio Brüder im Jahro 1567 theilten. Wenzel, auf Olicb, Wildstein und See, veräusserte dies, wie auch zahlreiche andere, durch seino Gemalinen zugebrachte Güter und starb, nachdem seine Ehen, 1) mit Elisabeth Bruckner v. Bruckstein, 2) mit Barbara v. Skurov, ohne männliche Loibcserben geblieben waren, um 1598. Sein Bruder Albreclit II., Hauptmann des Csislaucr Kreises, erhielt für die in der Thcilung an ihn gekommene Herrschaft Lichtenburk mit Bonov im Jahro 1575 von Kaiser Maximilian IL die Freierblichkeit und am 2.8.1578 bara v. Ohlum und 4) 1588 mit Anna Salava v. Lipa, welche er bei seinem in der Nacht vor St. Gerhard 1595 erfolgten Ableben als Wittwe hiuterliess, nachdem er ihr mit Testament d. d. Ronov 22. 10. 1592 den Nutzgcnuss des durch ihn von Josef von Gersdorf 1589 erkauften Gntes Moraväny, seinen volljährigen Söhnen Johann IV., Sigmund II. und Ernst I. Lichtenburk mit Treraosnic und Ronov verschafft, den minderjährigen Kindern aber, Wenzel IV. Elisabeth und Agnes den Herrn Heinrich v. Gersdorf auf Podhoran und den Ritter Johann Chuchelsky v. Nestajov zu Gerhabcn bestellt hatte. — Albreclit ruht mit seinen drei ersten Ehefrauen in der h. Kreuzkirche zu Ronov a. d. Doubrava. Von dem jüngsten Sohne Wenzel verlautet weiter nichts. Ernst, Herr auf Ronov, wo er zu der nahen h. Kreuzkirche ao. 1603 eine Gruft erbaute, stand auf des Winterkönigs Seite und wurde 1626 des Gutes Ronov für verlustig erklärt, dieses ihm jedoch gegen Erlag von 48160 Schock Meissner Groschen als königliches Lelions-gut wieder verliehen. Nach seinem Tode 1627 fiel der Besitz an diu Krone heim und wurdo im darauffolgenden Jahre un Benigna Katharina Popel v. Lobkovic erblich verkauft. Aus dem Erlöse hierfür ward der Wittwo Ernst's, Magdalena, geb. Salava v. Lipa, deren Ileirathsgut zurückgezahlt. Diese Ehe war ohno männliche Nachkommenschaft geblieben. Johann IV., gemeinschaftlich mit soinem jüngeren Bruder Sigmund IL, Herr auf Lichteilburg und Treiuos-nic, hinterliess bei seinem zn Liclitcnburg am 30. 8.1595 erfolgten Ableben zwei Söhne, Albrecht III. und Wenzel V., welche 1603 ihr väterlich ererbtes Gut Moraväny imC;is-lauer Kreise vou ihrem Oheime und Vormnnde Ernst I. R. v. S. übernahmen. Gleich compromitirt wie dieser, wurde dem Albrecht, wogen seines Beitrittes zur Con-föderation der rebellischen böhmischen Ständo, sein Haus zu Prag confiscirt. Er floh nach der Schlacht am weissen Borge nach Sachsen, wo er noch 1629 zu Zittau lebte. Seine Ehe mit Johanna von Dobrenic war oliue Söhne geblieben. Auch Wenzel hatte sich zu des Churfiirsten Friedrich von der Pfalz Partei geschlagen uud ward wie sein Bruder Albrecht gezwungen zu eiuigriren, nachdem er über das Gut Moraväny einen Scheinverkauf mit Johann Rudolf Freiherru 'Freka von Lipa abgeschlossen hatte, der ihm das Erträgniss daraus nach Sachsen ablieferte, wo Wenzel noch ao. 1631 am Leben war. Moruvänv wurdo, nachdem Johann Rudoll Trcka's Sohn Graf Adam Erdmann am 25. 2. 1634 zu Egcr des Friodländers Scliiksal getheilt hatte, ebenfalls eingezogen. Auch Sigmund II. (f 1625;, Albrecht's II. zweiter Sohn, war Rebell, wurde Lichtenliurg's, — das ao. 1610 abgebrannt war, worauf er zu Tfonionnic wohnte, — uud seines sämmtlichen Vermögens mit Urthcil vom 2. 12. 1623 für verlustig erklärt, erhielt jedoch dio Horrscliuft zufolge Allerhöchster Resolution vom 12. März des nächsten JalireB aber nur als Lehen zurück, dus nach suiucui Ableben an dio Söhne aus der Ehe mit Katharina Zehusicka v. Nosta-jov, Karl, Caspar, Fordiuand Franz, Albreclit IV. und Ernst II. übergieng, denen es 1630 in ein freies LeheiiB-gut umgewandelt wurdo. Im Jahre 1636 endlich ist es dein Fordiuand Franz, nach dessen Rückkehr zur katholischen Religion, iu das frcierblicho Eigcnthum übergeben worden, worauf sich derselbe wegen dieser Herrschaft gegen Bezahlung von 18000 Schock Groschen aui 11. 5. 1637 mit seinen Brüdern abfand. — Von diesen sind mir nur Nachrichten Uber den Karl zugekommen, der während des 30jährigen Krieges in hessen-cassel'schcn Diensten stand, dieso im Jahre 1648 verliess, dann nach Holland gieng, wo er Geuorallieutenant, 1672 Gouverneur zu Groningen wurde und 1675 zu (.'oevorden in hohem Alter starb. Er war noch d. d. Wien 24. 2.1673 durch Kaiser Leopold I. in den böhmischen Frciherrenstaiid erhoben worden. Ferdinand Franz, der ßömisch Kaiserl. Majestät Kämmerer und Bath, durch 32 Jahre Hauptmann des Ciislauer Kreises, aui 29. 2. 1644 in den erbländischen Freiherrenstand gesetzt, brachte im Jahre 1651 Moraväny durch Kauf wieder an dio Familie, erwarb auch Krchleb, wo er ein neues Schloss baute, Dobrovitov und Chlnm, welch' Letzteres jedoch durch ihn 1654 an Wilhelm Miadota v. Solopisk wieder veräussert wurde. Er starb, seino Gemalin Magdalena Katharina Smrcka v. Mnich und alle seine Kinder waren vor ihm heimgegangen, — zu Krchleb am 25. 5. 1675, nachdem er seinen Bruder Karl, wenn er nach Böhmen heimkehrte und wieder Katholik würde, sonst aber seinen entfernteren Verwandten, Ferdinand Adam Rabenhaupt v. Suche zum Erben eingesetzt hatte. 288 OBEBÖSTEBBEICHI-CHEB ADEL. Kar! erfüllte die Bedingungen nicht, starb überdioss noch im nämlichen Jahro nnd Ferdinand Adam (f 6. 11. 1695), Sohn des Jaroslav Heinrich, für welch' Letzteren leider nicht der genealogische Zusammenhang mit dor oben geschilderten Stammreihe gefunden werden konnte, trat die reiche Hinterlassenschaft an, wozu er noch 1692 das Gut Scbestenve von Franz Leopold Freiherr von Ver-nier erkaufte. Er ist am 17. 6. 1680 in den böhmischen Freiherrnstand erhoben worden. Ans seiner Ehe mit Ludmilla Johanna Hieserle v. Chodau waren ihm vier Kinder erblüht, Johann Ferdinand, Franz Carl, Johann Anton nnd Franziska, von welchen, — Dobrovilov war im Jahro 1700 durch die Mntter an die Gräfin Maria Barbara v. Pötting verkauft worden, — der Aelteste, Johann Ferdinand, 1702 grossjährig erklärt, die Veräusserungen fortsetzte und am 16.10 1703 die Herrschaft Krchleb sammt sieben Dörfern an Franz Faul Harant Freiherrn von Pol-zic für 90000 Gulden überlicss. Auch Lichtenburg scheint nm diese Zeit aus dan Händen der Babenhaupt gekommen zn sein. Johann Ferdinand starb schon um 1715, aus unbekannter Ehe nur eino Tochter hinterlassend, und auch Franz Carl ist jung, oder jedenfalls ohne Snccession heimgegangen. Franziska vermälte sich mit Isidor Bitter Übitcckv y. Obitec und Johann Anton erzeugto in seiner Ehe mit Franziska Franchimont v. Frankenfeld zwei Kinder, Anna Johanna, welcho nachher mit dem Grafen Karl von Goltz getränt wurde, nnd Johann Josef Babenhanpt Freiherrn von Suehß, der im Jahre 1761 als letzter Man-nessproBse seines Geschlechtes starb, nachdem er seinen Vetter Wenzel Obiteck.y Freiherrn von Ubitec, Sohn des vorgenannten Isidor Obitecky, unter der Bedingung zum Erben eingesetzt hatte, dass er Kanten und Schild von Babenhaupt mit dem Eigenen vereinige, worüber Letzterer d. d. Wien 25. 2. 1766 durch die Kaiserin Maria Theresia eine bezügliche Allerhöchste Genehmigung or-hielt. (K. k. A.-A.; H.; W.; Deutsch-Ordens-Central-Archiv; Thom, Bilek: Geschichte der Confiscationen in Böhmen nach 1618; Franz Vlasiik: Der altböhmische Adel nnd dessen Nachkommenschaft; Svoboda: Slovnik naucy: J. B. v. Schönfeld: Adelsschematismus des österr. Kaiserstaates; Friedrich Bernan: Album der Burgen und Schlösser im Königreich Böhmen; Vyrocni spräva Musejniko spolkn vcela Ciislavskä (1884-1885): Starözitne pamätky kos-tela sv. Krize u. Bonova Fopisuje Klint. Cermäk; meine Artikel Gera nnd Höritzer in diesem Werke). Kniipach. (Taf. 77). Wappen: In Silber ein rother Schrägbalken. — Gekr. Helm: Saxonaufwärts von den rothen Schrägbalken durchzogener, offener, silbenor Fing. Decken: roth-silbern. (H.-M. und Wiener-Minoriten-Necrolog). Dio Bappacher hatten ihre Stammbesitzungen im oberen Ens- und l'altenthalo Steicrmarks, wo sie in Sonderheit Bappach bei ßottenmann und den Thalhof bei Strccliau besassen. Bald aber verlegte sich ihr Schwerpunkt durch Erlangung von I'fandschaften nach Xieder-Üesterreich; da Hessen sie sich dann bei den Wiener Mi-noriten, deren Wohlthäter sie wiederholt genannt werden, bestatten. Der erste Brief, in welchem mir einer dieses Geschlechtes begegnete, ist von Bor 27. 12. 1903 datirt. Zn dieser Zeit war Bohr im Traunviertel dem gleichnamigen Hause bereits verloren gegangen nnd stand Heinrich von Bapach in herzoglichen Diensten als .l'urk-graf datz Bor und ribter datz Hall in der llofmarche," als welcher er an dem eben bezeichneten Tage einen durch den Propst Ainwich von St. Florian vermittelten Vergleich in dem Streite zwischen dem Kloster Hanshofen und dem Pfarrer von Sierning, Meingoz von Waldeck, Chorhorrn zn Passau, das Gut Poesonbrunn betreffend, beurkundete. Er wird 1311 nnd nocli 1334 als Hofmeister Hczogs Albrecht IL erwähnt und ist angeblich 1339. gestorben. Heinrich II., welcher erst von 1361 an und zwar als Hofmeister Herzogs Budolf IV. auftritt, dürfte des Vorigen Enkel nnd vielleicht ein Brudor jenes .Magister Chunradus de Bappach gewesen sein, dor zu Wien am 15. 11. 1362 den Brief Herzogs Budolf unterzeichnete, womit dieser zur Beilegung des zwischen den Städten Linz nnd Freistadt ob des Salzhandels nach Böhmen entstandenen Streites ein Schiedsgericht einsetzte. ■— An Heinrich II. wnrde von den Brüdern seines mittlerweile verstorbenen Herrn, den Herzogen Leopold und Albreclit mit dem Zopfe ao. 1374 satzweise dio Veste Clam bei Schottwien und von Letzterem allein am Freitag nach St. Gallna 1380 die Hemchaft Pütten verschrieben. Er soll 1386 gestorben sein. Seinem Sohne Christoph I. wurde der Satz auf Clam, Schottwien und Grimenstein am Allerseelentage 1393 sicher gestellt; derselbe gieng noch im selben Monate, am St. Andreastage, dos Apostels, heim und ist neben seinem Vater Heinrich bei den Minoriten in Wien beerdigt worden, wohin ihm, wie derNecrolog des Klostcre besagt, seine hinterlassene Wittwe, Crescentia v. Tarantzperk, erst ao. 1422 folgte; er kann daher nach dieser nicht in einer weiteren Ehe noch mit Magdalena v. Polheim vermält gewesen sein, wio Höh., Wissgr. und andere fälschlich angoben. Christoph I. hinterliess die Söhne Johann I. nnd Christoph II., welch'Letzterer 1422 in Wien zu seinen Vorfahren beigesetzt wurde, nachdem ihm d. d. 21. 12. 1405 unter dem Siegel des Landrich-tors zu Graz Andrä Kragel der Pfandbesitz des Schlosses Wolkenstein in oberen Eusthale bestätigt worden war. Johann I. wurde nm treuer Diensto Willen im Vereine mit seinen Söhnen am 27. 10. 1409 durch Herzog Ernst mit der Veste Clam bei Schottwien, dnrcli Herzog Friedrich d. d. Wiener-Neustadt 4. 3. 1425 mit den väterlichen Erbbesitznngen zu Lietzen im Ensthale, zu Lassing in der Ansscer Pfarre, zn An bei Gaishorn im Pal-tenthale nnd zu Cheichelwang im Liessingthale, am 6. 11. 1431 mit jenen Gütern in Kärntlien, die er von Hanns v. Eberstorf, oberstem Kämmerer nnd Landmarschall in Oesterreich erkanft hatte, belehnt. — Er hinterliess den Sohn Georg, Nobilis et Strenuus Miles, qui A. D. 1445 VIII. Kai. Uctobr. obiit, dieser die beiden Söhne Johann II. und Christoph HL, welche im Jahre 1458 gegen die durch K. Friedrich von dem Salzburger Metropoliten Sigmund erwirkte Bestätigung über die Einverleibung der Stadtplane St. Nicolaus mit dem Stifte Bottenmann auftraten und, gleichfalls vergeblich, die völlig Unterthänig-keit dieses Stiftes, als auf ihrem Grnnd und Boden er-bant und zu ihrer Herrschaft gehörig, beanspruchten. Christoph III. hatte 1452 den Bittcrschlag anf der Ti-berbriieke erhalten, wurde am 8. 3. 1476 von K. Friedrich mit den väterlichen Erblehen im Ens- und l'altenthalo und in der Pfarre Trofavach belehnt nnd 1485 zn seinen Vorvorderen gebettet, neben welchen anch seine Gemalin Johanna v Lainbnicz ruht; er soll nur Töchter gehabt haben. Seine Brüder Johann II. (obiit A. D. 1513 undeciina aprilis) nahm am Gcorgitag 1511 von den Grafen Johann und Ulrich von Hardegg die Herrschaft Ebenfurth in N.-Oe. zu Pfände und erzeugte, angeblich in der Ehe mit Magdalena v. Tauffkirchen. den Johann Christoph . welcher den Thalhof bei Strachau veräusserte. Ueber diesen stellt im Wiener-Minoriten-Necrolog: Gencrosus et mag-nificns Dominus Joannes Christoforns de Bappach, Joannis filius obijt II die mensisMartii A.D 1551. Conjux ejus Domina Anna domini Joannis Terniko et domini Elene de Knnigsperg filia Obijt A. D. 1552. Belictis liberis quatuor, Christoplioro Marco, Magdalena et Catterina — OBEBÜSTERREICHISCHER ADEL. 289 Marens starb 1594. Sein Rrnder Christoph IV. (f 1613), Herr zn Brunn am Stein leide in N.-Oe., anch zu Szik-los in Ungarn, kaiserl. Hofkammerrath, 1586 Oberst-Kammergraf der niedernngarischen Bergstädte, vermälte sich 1) mit Sophia von der Dörr, mit welcher er gemeinschaftlich von den übrigen Dörr'scben Erben die Herrschaft Pettan an Bich löste, 2) mit Anna Freiin von Harrach, ObersthofmeiBterin der Königin Elisabeth v. Frankreich, geb. Erzherzogin von Oesterreich, welche ihm sieben Söhne gebar, von denen jedoch nur einer, Christoph V., den Stamm fortpflanzte. Derselbe erwarb in der Ehe mit Sophia, des Freiherrn Paris v. Sonderndorff zu Allentsteig Tochter, des Lucas Fronhammer zu Praitenai-chen Wittwe, zwei Kinder. Carl F'erdinand (+ 1664) und Maria Margaretha (f 84 Jahre alt 1. 5. 1705), welche sich mit Johann Franz Grafen v- Trautson verband und die von der Mutter ererbte Herrschaft Allensteig mit ihrem Bruder für Praiteneichen vertauschte. Carl Ferdinand zn Brunn, welcher „Freiherr" geschrieben wird, war in erster Ehe mit Eleonora Freiin von Breunner, die ihm deu Sohn Carl Ernst gebar, in zweiter mit Maria Theresia Gräfin v. Brandis vermält, welche ihn mit drei weiteren Söhnen beschenkte, von deuen sich jedoch nur der älteste, Christoph Ferdinand (f 1710), zu Allensteig, verehelichte', dessen Descendenz aber mit dem Sohne aus der Ehe mit Maria Gräfin v. Khevenhttller. Jakob Ernst, schon am 5. 5. 1716 erlosch. Carl Ernst Graf von Eappach (geb. 3. 8. 1649. f 19. 7. 1719), kais. Kämmerer und Feldmarschall erlangte im Jahre 1705 das Erbland-Stabelmeisteramt in Oest. ob und unt. d. Ens und erwarb in seiner zweiten Ehe mit Maria Susanna von Oersdorf (+28. 3. 1711), — die erste mit Maria Susanna (?) Freiin v. Gilleis war kinderlos geblieben, - den Sohn Carl Adolf (geb. 1688). kais. Kämmerer, welcher sich am ö. 4. 1716 mit Aloysia Antonia, des Franz Josef Fürsten v. Lainberg Tochter. Hannibals Grafen v. Enckevoirt Wittwe, vermälte, die ihm am 27. 2. 1722 den einzigen Sohn Carl Ferdinand Josef gebar, welcher von seines Vaters Schwester Maria Theresia (f 1758), des Sigmund Grafen v. Tschirnhaus Gemalin dio Güter Bartsch, Falkenberg und Wederau in Schlesien erbte, dasolbst auch das Incolat erwarb, sich aber 1761 wieder in Uest. u. d. E. niederliess, wo er Hainstetten an sich brachte. Er verkaufte seine schlesischen Besitzungen nach dem Hubertusburger Frieden von 1763, vermälte sich in diesem Jahre mit Maria Franziska, des Grafen Johann F'erdinand von Lamberg Tochter, blieb aber kinderlos und starb am 21. 2. 1786 als Letzter seines uralten Stammes. Ueber den Freiherrn- und Gra'enstand dieses Geschlechtes haben sich im k. k. Adelsarchive keine Akten vorgefunden, obwohl diese beiden Standeserhöhungen zweifellos erfolgt sind — Das Erbland-Stabelmeisteramt wurde noch im Todesjahre der Happach an die Grafen v. Fuchs zu Puchheim und Mitterberg verliehen. (U.-B.; Muchar, Geschichte der Steiermark; der Wie-ner-Minoriten-Nccrolog, besprochen von Dr. C. Lind im XII. Bande der Berichte des Wiener-Alterthum-Vereines; Schmutz, histor.-topogr. Lexikon von Steiermark; Auszüge, aus den Urkunden des Hofkammer-Archives irn n.-ö. Landes- n. Ständearchive; ebendaselbst Wissgrill's Ma-nuscript; H.; H.-M.). Krni». (Taf. 77). Wappen I. Zwei aufrechte im Ellbogen gekrümmte Arme, in, aussen mit Knöpfen besetzten Aermelii steckend. — Kleinod: Das Schildesbild. (Nach dem Epitaph zn St. Florian bei Schärding, Chunrat's des Easp (t 1811?). — II. In Gold die beiden Arme, die Aermel roth, Knöpfe golden, die Hände durch silberne Schellen gesteckt. — IV. 5. Gekr. Helm: Das Schildesbild, dazwischen hoher, rother Hut mit schwarzem Hahnenfederbusch besteckt. Decken: roth-golden. (N. S. f bayr. Geschlechter. Die Handfesseln sind vielleicht auch an dem erstgenannten Epitaph Chunrats des Basp zu vermuthen. lloh. spricht den fe-derubesteckten Hut als Palme, Seiler im N. S als rothen Kegel an . — III. (Uräfliches, 1708) Schild wie vorhin, an den Händen jedoch „blecherne Streithandschuhe." — Gekr. Helm: Zwischen dem Schildesbilde eine weiss-stei-nerne Säule mit drei Straussenfedern, blau, golden, blau, besteckt. Decken: roth-golden. (K. k. A.-A.). — IV. (l'reiherrliches 1766). Wie Wappen III mit dem Unterschiede, dass die Säule deB Kleinodes auch zwischen den Armen im Schilde erscheint. (K. k. A.-A ). Das Inviertel, wo sie auch bis zum Erlöschen des Hauptstammes angesessen blieben, war die Heimath der Baspen. — Als Meingot v. Waldeck ao. 12:">8 zu Reichers-berg über eine Verzichtleistung zu Gunsten dieses Stiftes urkundete, bezeugte deu Brief bereits ein „Baspo.1* Charel liaspe iBaspo. ßaspercln ist zu St. Veith 24. 7. 1301 bei der Mauthbefreiuug deB Klosters St. Veith a. d. Rott durch die Schaunberger, — zu Michelbeuern am 18. September des folgenden JahreB bei einer Guts-iibergabe dieser Letzteren an deu Convent zu Michel-beuefn, - zu Julbach 10. 7. 1304 bei der Vergabung der Capelle von Särling durch Heinrich den Aeltereu und Heinrich den Jüngeren von Schaunberg nach Raitenhaslach, — schliesslich ao. 1309 in einem Reverse lladinars v. Waldcck Zeuge gewesen. Als zn Wesen 12. 5. 1311 Erchenger v. Wesen bekannte an den vergenanten Waldecker den Zehent zu Obernberg versetzt zu haben, bezeugte Ulrich der Raspe die betreffende Urkunde. Am 25. 11. 1359 verkaufte Jans v. Pram das väterliche Erbe an seinen Bruder Ulrich unter „Hylprantz dez Bospen" Iusiegel. Chunrat der Basp siegelte am 1. 9. 1372 einen Ilevers Hannsen des Hunthoch an das Stift Beichersberg. Seit dem Ausgange des XIV. Jahrhundertcs sausen die Raspen östlich von Suben auf Teuffeubach (jetzt Tiefenbach,, an der Pram, das um 1350 noch die Reutter inne gehabt hatten, und bekleideten von Generation zu Generation herzoglich bayrische Aemter iin nahen Schärding am In. — Carl (IL) von Raspe war 1407 Burghüter zu Schärding, — Erhard (I.) 1414 Pfleger und Richter daselbst, — Gottfried 1419 Pfleger am Thurm zu Schärding; - Carl (III.) erscheint 1435 als I'fleger, 1439 als Burghüter zu Schärding. - Erhard (IL) 1439 als Pfleger und Landrichter, — Johann I. 1438 ebenfalls als Pfleger dortselbst, 1440 als Pfleger zu Neuhaus, jenseits von Schärding. — Ao. 1467 hatten die Pflege am Rruck-thurm bei Schärding wieder ein Erhard uud ein Johann von Raspe anf Teuffenbacli inne. Letzterer stiftete in dem vorgedachten Jahre ein Beneficium auf dem Nicolaialtare der St. Georgen-Stadtpfarrkirche zu Schärding nnd 1496 hatten die Raspen eine eigene Capelle daselbst, wo sie das Recht der Präsentation für das Beneficium ausübten, das dann auf ihre Nachfolger zu Tcufienbacli, die Rnes-torffer übergieng. Dieser Hauptstainm erlosch mit Wolf R. zu Teuffenbacli im Jahre 1547. Aus demselben hatten sich einzelne Mitglieder im Miihlviertel niedergelassen, wo Thomas der Rasp, nach einer Schlägler Urkunde vom 25. 11. 1411 das Gut Blumau a. d. grossen Mühel besass, Urban der Basp in den Jahren 1435, 1441 nnd 1445 als Starhem-berg'scher Pfleger zu Liebenstein, Jörg R. 1455—1457 als Inhaber verschiedener landesfürstlicher Lehen erscheint. Bereits um das Jahr 1354 waren Raspen im Inthale aufwärts nach Tyrol gelangt, wo sie, nach von Brandis Mittheilungen, denselben Schild mit den Armen führend, 1481 auf dem Landtage zu Bozen erschienen und ao. 78 '290 OBEBÜaTEBEElCHISCHER ADEL. 1501 von dort nach Krain wanderten, nicht nach Kärnthen, wie von Hefner irrthümlich nieint, der sie gar znm dortigen Uradel zählt, eine Verwechslung mit den Raspen zu Raspefeld (jetzt Rastenfeld), die im Schild ein aufspringendes Thier hatten, das wie ein Wolf, ein Bracke, anch wie ein Bock erscheint, und welches Geschlecht zu Weiz 1223 mit Vlricns Raspe als Zeugen in einem Briefe der Brüder von Wildon an das Domstift Seckau zuerst auftritt und dem auch noch jener Herr Heinrich der Raspe angehörte, der am 21. 12. 1348 einen Verzichtsbrief dor Wittwe Chunrats des TJngnad gegen Wülfing den Un-gnad siegelte. Dagegen kann über die Abstammung der Krainer Raspen von jenen im Inviertel nach dein übereinstimmenden Wappen nicht der geringste Zweifel bestehen. Von den Ersteren erscheint Paul Basp 1512—1518 als Laudesverweser in Krain. Seine Gemalin Ursula von Osterberg zn Lusthai dürfte eine Erbtochter gewesen sein, denn Pauls Descendenz hatte Osterberg und Lusthai in Krain inne, welch' Letzteres Wolf Dietrich v. R. 1088 an die von Erberg veräusserte. Nach einer alten handschriftlichen Ahnenprobe war Paul mit Ursula v. Gailenberg verehelicht, doch besteht für die Richtigkeit dieser Angabe keine Gewähr nnd da die erstgenannte Ehefrau sicher ist, wäre nur die Möglichkeit vorhanden, dass derselbe zweimal vermält war. Er hatte einen Sohn Siegfried, Landesverweser in Krain, vermält mit Margaretha v. Dietrichstein, welcher Ehe Johann Basp auf Osterberg entspross, der die Elisabeth v. Siegerstorff zur Gemalin nalipi und mit dieser den Johann Seyfried gewann, der ebenfalls zu Osterberg sass und von 1619 bis 1622 Landesvorwe=er in Krain war. — Letzterer vermälte sich mit Katharina v. Bambschissel nnd hatte den Sohn Erasmns zu Osterberg, dem die Gemalin Anna geb. Donolitscli v. Werlach eine Tochter Maria Sidonia schenkte, welche 1674 mit Johann Bapt. Freiherrn v. Moscon getraut wurden ist. Als Zeitgenossen des Erasmns erscheinen iu der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts Johann Jakob B. auf Veselka in Krain und Hanns Ludwig, welch' Letzterer mit seiner Gemalin Begina Dorothea, Georgs v. Rauher Tochter, das Schloss Kreutberg in Krain überkam nnd der durch die Schwester derselben, Anna Maria, der Schwager jenes Johann Weickhardt Freiherrn v. Valvasor (geb. 1639, f 1693) wurdo, welchcr das bekannte Werk „die Ehre des Herzogthums Crain" geschrieben hat. Hanns Ludwigs ältester Sohn Hanns Angustin v. B. auf Kreutberg und Perau, das der Vater erkauft hatte, wurde von Kaiser Leopold I. anlässlich der Erbhuldigung in Krain ao. 1660 „aus aigner Bewegnus" iu den Freiherrnstaud erhoben. Er war mit Anna v. Wagensberg vermält; sein Sohn Johann Ludwig Freiherr v. Basp, Herr auf Kreutberg, erhielt als Landespräsident in Krain d. d. Wien 13. 6.1708 den Grafenstand. Derselbe scheint keine Succession gehabt zu haben D. d. 25. 1. 1766 verlieh Kaiserin Maria Theresia dem Obersten im Beck'schcn Infanterie Begimentc Lorenz v. Basp, dessen Grossvatersbruder Johann Ludwig ao. 1708 den Grafenstand erhalten hatte, die Freiherrnwürde. — Dies die letzte Nachricht, welche mir Uber die, nun erloschonen Basp zugekommen ist. (U.-B.; Bteiermärk. Urk.-Bch ; Strnadt-Velden; J. E. Lamprecht, Geschichte der Stadt Schärding; J. A. v. Brandis Tyroler Adler, immergrünendes Ehrenkräntzl; J. W. Freih. v. Valvasor, dio Ehre des Hezogthums Crain; handschriftliche Ahnenprobe der Mar.a hidonia Freifrau v. Moscon, geb. v. Basp; k. k. A.-A.; N. S. + bayr. Geschlechter/. Knatiiig. (Taf. 77). Wappen: Gevierter Schild. (B.-M.). Nach der neuen Matrikel wären Ott und Ortolf v. R, 1320 am Leben, in der alten Matrikel unter obigem Schild eingetragen gewesen. Im ob der Ens'schcn Urkundenbuche kommt dor Name nicht vor. iR.-M.). ltattimuiiiMtiirf. (Taf. 77). Wappen: I. Mit drei Hnfeisen hintereinander belegter Schrägbalken. — Kleinod: Halber, gestiiminelter Greis in engem Rock. (Nach dem Epitaph der Katharina Rattinannstorferin, des Andreas v. Teufleubach (f 1480) Hausfrau; in d. Kirche zu Teultenbach; v. Beckh-Wid-manstetter's Studien an den Grabstätten alter Geschlechter Steiemiarks n. Kärnthens;. — II. Geviert mit silbernem Herzschild darin, aus einer Krone wachsend, ein roth gekleideter gestümmelter Greis. 1 in Both ein silberner mit drei Hufeisen belegter Schrägbalken. 2 in Both auf schrägansteigendem Felsen emporklimmend ein gekr. goldener Löwe. Im 3. von Gold und Both gespaltenen Feld drei (2, 1) tincturengowechselte Ringe. 4 in Silber ein aufrechter rother Krebs. - Drei Helme, davon der erste nnd dritte gekrönt. I. der Greis des Herzschildes. Decken: roth-silbern. 2. Rother, geistlicher Hut auf dessen .Krempe beiderseits je eine pfauenwedelbo-steckte Krone ruht. Decken: roth-silbern. 3. Der Löwe auf dem schrägen Felsen. Decken: roth-golden (Bartsch). Die ßattmannstorf hatten ihr gleichnamiges Stammhaus nächst Weiz im Grazer Kreise Steiermarks und treten. so weit bekannt, mit Otto v. It., der um 1293 lebte, und dessen Söhnen Wilhelm. Otto und Gebhard zuerst auf. Otto v R , ich weiss nicht, ob Vater oder Sohn, bezeugte in den Jahren 1298 und 1300 zwei Scheukbriefe des Grafen Ulrich v. Pfannberg nnd am Gcorgitage 1309 die Urkunde, womit Heinrich v. Stubenberg dem Christian v. Pöllan einen Güterverkauf an das Stift Voran genehmigte. - Walter v. B. veräusserte am 11. 11. 1353 dem Stifte Staiuz verschiedene Besitzungen. Mit Hanns nnd Otto, welche die Herrschaft Ratmannstorf unter sich theilten, verzweigte sich das Geschlecht in zwei Hauptlinien. — Otto, der 1423 durch Herzog Ernst mit der Veste Ratmannstorf, Hofstätten zu Weiz, der Fischweide auf der Weiz nach bestimmten Abgrenzungen, dem Bergrechte am Göttersberge und mit Gütern zu Etzeinsdorf, Pürclia, Heimbert, Lamb, Reichen-dorf, Langeck. u. s. w. belehnt wnrde, übernahm in diesem Jahre auf Grund oiner Schuldforderung von der Schwester seines Stiefvaters Hermann v. Sturmberg. Elisabeth, des Walchun v. Battmannstorf Wittwe und damals dos Andreas Hafner Gemalin, die bedeutende Herrschaft Stnrmbcrg im Grazer Kreise. Dieser Otto dürfte wohl der nämliche sein, welcher als Verweser der Lan-deshauptmanuschaft in Krain durch Herzog Friedrich am 18. 5. 1437 den Befehl erhielt einen Streit zwischen dem Erzbischofe von Salzburg und mehreren steirischen, krain'-schcn nnd kärnthen'schen Edlen zu schlichten. — Sein, ebenfalls auf den Erbnamen Otto getaufter Urenkel brachte durch Ankäufe von der anderen Hanptlinie die meiston Antlieile dieser Letzteren an Batmannstorf an Bich, baute um die Mitte des XVI. Jahrhundertes statt dos verfallenen alten Schlosses das neue Uutcrratmannstorf, 1566 daselbst auch die Hofmiihlc und hinterliess, nachdem seine beiden Ehen I i mit Benigna v. Herberstein, des Gallus v. Backnitz Wittwe, 2) mit Benigna v. Scliärffen-berg, Wolfs v. Stubenberg Wittwe. ohne männliche Nachkommen geblieben waren, bei seinem am 30. 5.1578 erfolgten Ableben die ausgedehnten Liegenschaften den Söhnen seines Brndors Alban, dem Christoph nnd Otto, welche das Erbe am 26. 2. 1581 dahin theilten dass Christoph Sturmberg, Otto aber Batmannstorf erhielt. Letzterer (f 1602) ehelichte Anna Freiin v. Auersperg, des Gabriel Zacb Freiherrn v. Stattenberg Wittwe, 1610 mit Johann Freiherrn v. Beess in Schlesien wiedervermält, und erwarb einen 0 HEI: ÖSTERREICHISCH KU AUEL. 291 Sohn, Urban, der jedoch jung starb. Des Letzteren Schwester Esther, vermält mit Adam Freiherrn v. Beess, erlangte nach mannigfachen Streitigkeiten mit den übrigen Erben die Herrschaft Batmannstorf, die sie am 6. 8. 1622 ihrem Schwager Daniel Freiherrn v. Beess ce-dirte. welcher der Gesellschaft Jesn angehörte, in deren Eigenthum nun das alte Stammgut gelangte. Auch der vorhin genannte Christoph, zu Sturmberg, welcher im Vereine mit seinen Vettern am 2. 8. 1606 in den Freiherrnstand erhoben worden war, hinterlie.'s bei seinem Tode am 2. 2. 1610 nur eine Tochter Anna Diaria, vermält mit Otto v. Saurau zu Lobming, die nicht minder mit den übrigen Verwandten Kämpfe um des Vaters Erbschaft zu bestehen hatte, aus denen sie die Herrschaft Stnrmbcrg zum grösseren Theile für ihre Tochter Barbara Rosine, des Georg Ehrenrcich von Herberstein zn Wildhaus Gemalin, rettete. Auf einen Antheil von Sturm berg jedoch, Alt-Sturinberg, erhob Magdalena, eine Tochter des Walkun v. R., Wittwe nach Caspar v Herberstorf und zum zweiten Male Wittwe nach Sigmund Paradeiser, Ansprüche, wodurch Alt-Sturmberg un deren Sohn erster Ehe Friedrich Freiherrn v. Herberstorf (f 1617) gedieh. Aus der von Hanns absteigenden Hauptlinie, welche zu Weyer im Brncker Kreise Obersteiermarks, auch zu Halbenraiu bei Badkersburg eine Zeit lang hauste, veräusserte Wilhelm Freiherr v. B, am 16. 7. 1671 in den Grafeustand erhoben und noch 16'J2 am Leben, die letzten Antheile dieser Linio un Batmannstorf im Jahre 1632 an Jolianu Maximilian Grafen v Herberstein. Mit seinem Sohne, dem Grafen Sigmund, i-t das uralte Geschlecht erloschen. Hoheneck und dio ob der Ens'sche Iiittcrstandsma-trikel, welche besagen die Battmaunstorf wären im ersten Gültenbuche unter den begüterten Landleuten Oesterreichs ob der Ens aufgezählt gewesen, nennen jedoch die Besitzungen nicht, welche hierbei in Betracht gekommen waren und seit das alte Gültenbuch durch den Landliausbrand ao. 1800 zerstört worden, dürfte Genaues auch schwerlich mehr zu ermitteln sein. (Steierm. U.-B.; Schmutz, histor. topogr. Lexikon v. Steierm ; M ucliar, Geschichte der Steiermark; v. Beck-Wid-manstetter, Studien an d. Grabstätten alter Geschlechter Stciermarks und Kärntliens; Bartsch, Wappcnbuch; H.; R.-M.). ItnfzrHbci'K (Taf. 77). Wappen: In Gold ein schwarzer Zinnen - Thurm. Den Schild umgiobt eine, an dun Seitenrändcrn rothe, ain Haupt- und Fussraude von Silber und Roth gestückte Einfassung. — Gekr Helm: Wachsender, natürlicher Löwe. Decken: schwarz golden, roth silbern. (Das Wappen wurde Taf. 77 getreu nach dem im k. k. A.-A. erliegenden Entwürfe wiedergegeben. Als CuroBium sei die Blasonirung des Thurmes nach dem Wortlaute des bezüglichen Diplomsconceptcs hier mitgcthcilt: Ein nach Art eines runden Thurmes gestalteter „ Tisch * mit einem oberen dreifach niederwärts und unterem zweifach aufwärts gestuften Saume, dessen untere Staffel auf jeder Seite eine Zinne trägt). Ludwig Batzesberg (geb. zu Wien 19. 3. 1823), ein Sohn des n.-ö.'schen Regierungsruthes Aloys B. und der Ludowika, geb. Dorsner v. Dornimthal, wurde mit Allerhöchster Erschliessung vom 22. 4. 1854 mit dem Prädikate „Wartemburg" und dem Ehrenworte -Edler von" in den Adelsstand erhoben und seiner Gemalin Emilie mit Allerhöchster Entschliessung d. d. 3. 5. 1868 (Be-stätigungs-Urkunde vom 12. 7. 1870) gestattet, dass sie so angesehen und behandelt werde, als ob ihr zur Zeit ihrer Verehelichung die Prfivalirung des von ihrem Grossvater Andreas Pausinger zu Wartenburg (1816) erworbenen bayrischen Adels zugestanden gewesen wäre. Ludwig Batzesberg Edler v. Wartemburg hat im Jahre 1847 die Herrschaft Wartenburg im II ausruck viertel durch Kauf an sich gebracht, dieselbe jedoch im Jahre 1869 an Albert Grafen v. St. Julien wieder veräussert. (K. k. A. A.j Landtaf.). JtauelM'iibielilei'. (Taf. 77). Wappen: Durch einen blauen Balken von Gold und Roth getheilt. üben ein wachsender, schwarzer Adler ein grünes Kleeblatt an seinem Stengel im Schnabel haltend : uutcu ein wachsender, silberner Löwe. — Gekr. Ilelm: Das iiild des oberen Feldes, Decken: schwarzgolden, roth-silbern. (K. k. A.-A.). Der Magistratsrath. Stadtkäinmerer und Rruderhaus-verwalti>r zu Salzburg, Franz JoBef Baucheubichlcr, wurde d. d. Wien 27. 4. 1807 mit dem Prädikate .von Kaulicu-biihl" in den crbländischcu Adelsstand erhoben. — Nach dem bezüglichen Diplome bestand damals das Handlungshaus dieser Familie in Salzburg schon mehr als hundert Jahre und besass dieselbe in der Stadt daselbst zwei beträchtliche Häuser, 'ferner drei Güter, durunter deu frei-eigenen Edhol', das Stammhaus der ausgestorbenen Herrn v. Wisbcck. — In Oesterruich ob der Ens wurde für kurze Zeit dus lundtäfliche Gut Grünau im Machlande erworben, mit welchem im Jahre 1834 Maria Rauchen-bichler v Rauhenbühl, Postineisterstochtur von Neumarkt, bücherlich eingetragen ist. Dermalen wählt Josul B. v. R. wegen Lengfelden in den salzburg'schen Grossgrundbesitz. (K. k. A.-A., N. S. Salzburger Adel; Landtaf.). Ket-li. (Taf. 77, 78). Wappen: I. Ein Schräglinksbalkeu. (Nach dem Originalsiegel des Rech v. Luftenberg an seinem nachbe-nannten Verkaufsbriclc d. d. Sonntag vor Lichtmess 1301; k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien;. — IL Ein l'fahl. (Nach dem Originalsiege! „Herrn Charlein des Racch von Lullen bereit." welches derselbe am 21. 12. 1342 an den Brief Stephan des Egenberger hängte, als dieser die Kirche zu Vorchdorf von aller Zinspflicht gegen das Stift Krcmsmiiustcr löste; Stiftsarchiv zuKrems-münster). Auf den Irrthum Hohenecks, in welchcm dieser die Ilecli v. Luftenberg als eines Stammes mit den Hagern bezeichnete, wurde bereits bei letzterem Gcschlechte hingewiesen. Dagegen wäre es, nach dem erstgeführten Wappen zu urtheilen, nicht unmöglich, das» die Rech ein und desselben Herkommens mit dun Flacheneckern gewesen sind, zu denen sie in der Riedmark in engsten nachbarlichen Beziehungen gestanden haben müssen uml mit welchen sie im gleichen Lehensverbande, zu deu Chuenring, standen. Begründende Beweise fiir diese Urverwandtschaft habe ich bisher jedoch nicht gefunden. „Der Rech", unbekannten Taufnameiis, war mit Mech-tildis v. Hag vermält; zu Wien aiu 6. 5. 1282 verlieh Albrecht Graf von Habsburg, Verweser in Oesterreich und Steyr, die halbe Veste Lui'tenberg, welche Heinrich v. Hag aufgesendet hatte, dem Schwiegersöhne des Chunrat v. Hag „dictum Rech et uxorem ejus Mechtildim." — Hierzu erwarb der Letztere den anderen, von den Chuenring zu Lehen kommenden Antheil an diesem Hause; zu Pirnstein am 31. 5. 1285 gaben Heinrich v. Witrach (Chuenring) und Chunegund dessen Hausfrau „ihrem lieben dem Rehe umb den dienst den er vns getan vnd vns noch erbieten mak das halbe liows Lufftenberg des aigenschafft vns angehöret" zu rechtem Lehen. Der Rech hatte nun Luftenberg in ungeteiltem Genüsse, jedoch nicht, ohne dass Andere noch Ansprüche darauf erhoben hätten, die schliesslich aber zu seinen Gunsten geschlichtet worden sein müssen, und zu Linz am 5, 2. 1287 sandten 292 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. Chunrat v. Snmerau nnd Heinrich v. Lonstorf ihr Recht an dem Hange zn Luftenberg dem Herzoge AlbTecht von Oesterreich anf. Dieser Rech war auch in Niederösterreich am rechten Douannfer, unterhalb Mantern begütert; am Sonntag vor Lichtmess 1301 verkaufte derselbe dorn Bischöfe von Freising „ein lehen datz prvnne niderhalbe Holenburch daz sein lehen gewesen ist von seinen genaden." Carl, unzweifelhaft des Vorigen Sohn, zwischen 1314 und 1344 in zahlreichen Urkunden als Zeugo auftretend, war mit .Agnes von Sitzendorf vermält nnd hatte zwei Töchter und einen Sohn. Katharina, Wcndelmnth und Feter. Zn Steireck am 27. 9. 1314 verlieh Jans v. Capellen Brunhilden, .Dietrichs des Ferner Tochter einen Hof zu Katzbach; nnter den Zeugen: .lierr CaroR der Reche von Lufftenbergckb; am 25. 2. 1344 gab Carl der Rech zu Luftenberg mit Gunst und Willen seiner Hausfrau Agnes seinen Töchtern Katrein und Wendelmnet bei deren Eintritte in das Kloster Fulgarn eine Gölte auf drei Giltern zu Wintpassing: am 29. 6. 1316 veräusserte „Agnes Herrn Charlein des Rech von Lnffienwerch wittib dem Gott genadte" unter den Siegeln ihres Sohnes Feter des Rech und ihres Bruders Ulreich des Siczendorffer an Elsbet die Seisterin den Getreidedienst auf dem Gute am Strengberg. Am 0. 2. 1308 verkauften die Brüder Chunrat und Hermann die Wunder au Erasmus den Schreiber, Bürger zu Steyr, einen Weingarten ober Wesendorf .von dem man aller jar jerleich ze purchrecht geit fumftzehen wienner phenning gen Jewhing in des Rechs hof von Luftenberg." 11 it Feter erlosch das Geschlecht. Dessen Schwester Agnes vcrmälte sich mit Sighart dem Jüngeren von Grub (1335—1367, f c. 1380; und durch sie kam Luftenberg an die Gruber. (K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien; Stiftsarchiv zu Kremsmünster; U.-B ; Strnadt-Velden.) RelcheubHeh-LeMgouitz. (Taf. 78). Wappen: I. (1821) Gespalten; vorn in Blau ein goldener Löwe, in den Franken eine Flamme haltend; hinten in Silber ein schwarzer Hahn mit Ziegenkopf, die Brust mit einem silbernen Schildchen belegt, darin fünf (3, 2) Flammen. — Zwei gekr. Helme: 1. Der flammenhaltende Löwo, wachsend zwischen von Schwarz, Blau und Silber geteiltem Hörnerpaar, dieses aussen je mit drei silbernen Fahnen, — darin drei (2, 1) Flammen, — besteckt. Decken: blau-golden. 2. Geschlossener, silberner, mit drei (2, 1) Flammen belegter Flug. Decken: blau-silbern (Ex cop dipl im N. S. Böhmischer Adel). — IL (1824). Geviert, mit von Gold und Silber gespaltenem Herzschild. darin vorn ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten zwei von Both nud Silber siebenmal getheilte Pfähle. 1 und 4 in Blau der goldene, die Flamme haltende Löwe. 2 und 3 in Silber der schwarze Hahn mit dem Ziegenkopf, die Brust mit einem rothen Schildchen belegt, darin nnter silbernem Haupt vier silberne, aufsteigende Spitzen. - Vier gekr Helme: 1. Drei Straussenfedem, schwarz, golden, schwarz. 2. Der flam-menhaltende Löwe wachsend zwischen zwei von Silber, Blau und Schwarz getheilten Hörnern, diese aussen jo mit drei, von Roth nnd Silber getheilten Fahnen an goldenen Stangen besteckt. 3. Schwarzer, mit dem Schildchen des zweiten Feldes belegter Flügel. 4 Drei Stranssenfedern, roth, silbern, roth Decken fehlen. Das Ganze umgiebt ein, aus sogenannter Grafenkrone herabwallender, pnr-purner, silbern gefütterter Mantel. (Ex cop. dipl. im N. S. Böhm. Adel). Caroline Wilhelmine Henriette Emilio Ortlöpp (geb. 13. 5. 1791, f 2 2. 1843), eine Goldschmiedstochter aus Berlin, wnrde von dem Churfürsten Wilhelm IL von Hessen, dessen morganatische Gemalin sie am 18. 7. 1841 wurde, d. d. Kassel 21. 3. 1821 nuter dem Namen „Beichenbach- in den Grafenstand des Churfürstcnthums Hessen erhoben nnd erhielt mit Allerhöchster Entschliessnng d. d. Wien 18. 1. 1824 (public, in Churhesseu 14. 7. 1824) als „Gräfin von Lessonitz." - welcher Name gegenwärtig mit dem Beichonbach'schen verbunden geführt wird, - den österreichischen Gralenstand, sowie d. d. Wien 31. 5. 1824 das böhmische Incolat im Herrenstande, nachdem sie am 27. 10. 1823 die Herrschaft Lessonitz mit den vereinigten Gütern Ratiboric, Slavic nnd Vicap, dann am 21. :>. 1824 die Herrschaft BiBenz in Mähren känflich erworben hatte. Ihrer Verbindung entsprossen zwei Söhne, Karl Gustav (geb. 4.4.1819, f 20. 12 1861) und Wilhelm (geb. 8. 1. 1822), der sich am 19. 3. 1857 mit Helene Amalia Freiin Göler v. Bavensburg vermälte, welche mittelst Kanfscontract d. d. Wien 13. 9. 1887 deu Weilhartforst sammt den landtäfliclien Gütern Wangenhausen nnd Ach im Inviertel von Rudolf Grafen von HoyoB um 800 000 Gulden erworben hat. Derselben entstammen, so weit mir bekannt wurde, zwei Söhne, Leopold (geb. 27. 7. 1858) und Wilhelm (geb. 13. 11. 1859). (Gefällige private Mittheilung; N. S. Böhm. Adel; Landtaf.; gräfl. Taschenb.). Kelelientitein. (Taf. 78). Wappen: I. Zwei Balken, durch siebenmalige Schräg-theilnng damascirt. (Nach dem Originalsiegel Poppo's v. B. an dessen Briefe d. d. Wien 20. 4. 1277, womit derselbe und Beihza seine Hausfrau elf Pfund Einkünfte zu Wang unter der Bürgschaft Chunrats v. Sumerau nnd Ulrichs v. Capellen an Dietrich von Bohran veräusserten. Der Nämliche führte ca. 1280 dasselbe Siegel an dem Briefe Poppe's v. Grünburg, mit welchem dieser den Siboto v. M»Uthausen mit einem Weingarten in Bädelbach bei Spitz und vier Lehen zu Ekmansüd belehnte. Gräfl. Harrach-sches Archiv zu Wien; k. und k. Ii ans-, Hof- und Staatsarchiv). — II. Wie vorhin, der obere Balken mit drei, der untere mit zwei Sternen belegt. (Nach dem Originalsiegel Jansens v. R. an dem Reverse der Offmey v. Lobenstein gegen deren Sohn Peter d. d. 25. 11. 1340; Riedecker Archiv zu Eferding. Die Sterne sind wohl als Wappenvercinigung aus einem anfgeerbten Schild zn betrachten. — Das in der RitterBtands-Matrikel den Reichenstein zngeschriebene Wappen gehörte nicht diesem Ge-schlechte an). Ich möchte es nicht für unmöglich halten, dass die Reichcnstein, welche anf ihrem HanBe gleichen Namens in der Riedmark sassen, aus dem Stamme der Grünburger waren. Der Tanfname Poppo und der Umstand, dass sie meist an der Seite dieser Letzteren auftreten, spräche für diese Annahme, welcher der Unterschied im Wappen nicht entgegensteht, denn die Abzweigung dürfte Bchon im XII. Jahrhunderte erfolgt sein. — Versippt mit den Falkenstein und den Dachspergern, nahmen dio Reichenstein eine hervorragende Stellung ein; Herr Hugo hatte seinen Rang in der Zeugenreihe vor (inudackcrv. Starhemberg. Sie treten zuerst mit Volricns de Riclienstein anf, der zu St. Florian am 28. 2. 1230 die Bestätigung des Bischofes Gebhard v. Passau über einen Vertrag des Stiftes St. Florian mit Dietmar v. Engelpoldsdorf bezeugte. — Poppo v. R. an der Seite Poppo's v. Grünburg zu Ebelsberg ao. 1272 Zeuge als Hartneid v. Traun Beine Besitzungen an der Traun an Siboto (v. Lonstorf) verpfändete, ist wohl des eben genannten Ulrich Sohn oder Enkel gewesen. — Er erscheint 1277 gemeinsam mit seiner Hausfrau lteihza, um das Jahr 1280 in dem Lehensbriefe Poppo's v. (irünburg das erste Mal mit dem Ehrentitel „Dominus", zu St Florian am 20 1. 1286 in einer 0BERÖ8TEK REICHISCHER ADEL. 293 Urkunde der Brüder von Lobenstein im Vereine mit seinem Sobne Hugo und das letzte Mal als Zeuge zn Freistadt am 9. 6. 1289 in einem durch Otto v. Zelking bestätigten Tausche zwischen Heinrich y. Pernau und dem Kloster St. Florian. Hugo (Hauch), seit 1295 „Herr", gab am 3.11. 1310 zu seinem Seelenheile einen Weingarten zu Gerestorf nach Baumgartenberg und veräusserte am Lichtmesstage 1315 mit Wülen seiner Hausfrau Elsbet unter der Zengei.schalt Ulrichs v Grnnburg eine Hube zu Ainsiedl bei Kam an das ebengenannte Kloster. — Seine Söhne Hanns und Ulrich leisteten zn Beichenstein am Georgitag 1326 Ge-wäbrschaft für zwei Güter, welche Albrecht der Stadler der Kirche Wartberg gewidmet hatte. Beide waren vermält. Am 7. 6. 1330 verzichteten Ulrich v. Beichenstein und „Elspet sein Housfrowe hern Hainreicbs tochter von Dachspercli" anf alle Güter der Söhne des Letzteren, Eberhard s und Wolfgers. In dein Siegel Ulrichs an diesem Briefe kommen das erste Mal die Sterne vor. — Am 25. 3. 133!"' veräusserten Jans v. B. uud „Ann* seine Hansfrau, Ulrich v. B. und dessen Ehewirthin Elsbet sieben halbe Güter zu Nesselbach, I'farre Ansfelden im Traun viertel, an Ulrich v. Capellen und am 19. 9. 1347 verkaulte Jans die Hube Zeyrcz in der Pfarre Gallneu-kirchen an den Stadtrichter von Freistadt. Wülfing. — Zn Gleink am 5. 12. 1353 siegelten die Brüder den Verkaufsbrief Ulrichs und Hangs von Falkenstein, über Güter in der Pfarre Haidershofcii an das Kloster Gleink, als deren Oheime. Der Brief, mit welchem des Pfintztags vor unser vrawen tag ze liehtmess 1359 Banns v. II. an Eberbart y. Wallsee Gülten zu Reichenau im Machlande gegen Vorauszahlung von 40 Pfund Wiener Pf. überwies, ist die letzto Urkunde in welcher ich einen Bcichensteiner mit Gütern in Oesterreich ob der Ens gefunden habe. Die Veste Beichenstein war durch Hanns, wio Ennenkl berichtet, schon im Jahre 1353 an Eberhart v. Walls, e verkauft worden. — Von da an verschwindet das Geschlecht. Ein Gleichnamiges blühte in Niederösterreich zur selben Zeit. Ans demselben war ein Heinrich — er führte zwei linke Seitenspitzen in seinem Schild, — 1331 gestorben. Ein zweiter Heinrich veräusserte 1372 zwei Dritttheile an der Veste und dem .Markte Bocklliess, zur Hälfte sein freies Eigen, zur anderen Lehen von Oesterreich, an Cliadolt von Ecknrtsau. — Auch die „erbere Kunigund dio Beichcnstainerinn vnsrer lieben Gemahel hofmaisterin-, welcher Herzog Albreclit am 7 8. 1382 eine Schenkung von neun Pfund Pf. auf Telesprunn (Tallcsbrunn im V. U. M. B.), welche sie dem Hanns v. Winden gegeben hatte, bestätigte, dürfte diesem anderen Stamme angehört haben. (K. nnd k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: gräfl 1-Iar-rach'sches Archiv zu Wien; Biedeckcr Archiv zu Eferding; Urkunden-Cop und Collectanea Genealogica von J. H Freiherrn v. Ennenkl, Manuscript, im Museum Francisco-Carolinum zn Linz; U.-B.). KelMcliiich. (Taf. 78)». Wappen: In Silber Haupt und Hals eines schwarzen Eber, die Kammborsten gesträubt. — Gekr. Helm: Das Schildesbild. Decken: schwarz-silbern >.H. M Das Wappen ist im Freiherrn- nnd Grafenstande unverändert geblieben). Ob die, schon zu Anfang des XII. Jahrhunderts auf ihrer Veste Byschach bei Haigerloch im späteren Fürsten-thume Hohenzollern-Siginaringeu vorkommenden Reischach, von denen eines Burkhard v. B. Wittwe Gcrburg ihren IV. 5. Antheil an den Beischaeh'sehen Stammbesitzungen im Jahre 1246 an das Francnkloster Wald bei ihrem Eintritte dortselbst, vergab während ihre Söhne den Best dieser Güter an dasselbe Kloster veräusserten, ob diese Beischach von dem gleichen Stamme gewesen sind wie jene, die hundert .lahre später im Hegau ansässig waien uud nachher zu den reichsunmittelbaren Cautonen in Schwaben und im Breisgau gehörten, ist mir verlässlich nicht bekannt geworden. — Das historisch-heraldische Handbuch der gräflichen Häuser möchte dies natürlich gerne annehmen Jedenfalls sind auch dieso letzteren Beischach uradeligen Herkommens uud zerfielen, ohne dass es bisher möglich gewesen ist. einen gemeinsamen Stammvater nachzuweisen, schon vor dem Ausgange des XIV. Jahrhundertes in die beiden, bis auf den heutigen Tag blühenden Hauptlinien, dio Oberländer katholische und dio Unterländer, nachher protestantische. Aus dieser brachten Eberhard, um 1401 am Leben, die Veste Reichenstein im Hegau, württember^sche Lebensehaft, dessen Enkel Hanns (T 1492) 1453 Anthcile an Rieth alB l.ehen und bald darnach Anthcile au der Vogtei Eberdingen und an Nuss-dorf Letztere als freies Eigenthnm, — Alles iu Württem-berg gelegen, — an sich. Hannsens Nachkomme in der fiinlteii Generation, Johann Jakob II. v. B. auf Rieth, Eberdingen und Nussdorf (geb. 1095, t 1612; erwarb den der Familio noch nicht zugestandenen Rest von Nus-dorf und theilte seine Hanptlinie durch die Söhne Friedrich Jakob (geb. 1027, f 1089), herzogl. württemb. Forstmeister zu Leonberg, uud Georg Heinrich (geb. 1632, f 1698), herzogl württemb. geh. Bath, Oberjägermeister, Kammermeister und (ibervogt zu Kirchheim, in die zwei, gegenwärtig in der FreiherrnIdasse des Königreiches Württemberg immatriculirten Linien zu Nussdorf nnd zu Bieth, von welchen die ICrstere noch jetzt auf vielen Augen stellt. Aus der Linie zn Bieth erhielt ihres Stammvaters Georg Heinrich Sohn, Georg \\ ilhelm (geb. 1673, f 1724), kaiserl. Beichshofrath etc.. unter dem 5. 8. 1708 die weiteren lehenbaren Theile am Gute Bieth und schied diese Linie durch seine beiden Söhne, Johann Wilhelm Eberhard (geh 1699, r 1719), württemb. Kammcrherru, Begierungsrath uud Obervogt zu Blaubeuern, und Heorg Heinrich (geb. 1706, t >730) abermals in zwei Unterlinien, von denen dio Letztere mit Georg Heinrichs Urenkeln, den Brüdern Karl Friedrich Philip]) Heinrich, kgl. württemb Staatsminister, nnd Karl Ludwig Wilhelm Fernst, kgl. württemb. Oberforstmeister, vom Könige Friedrich I. von Württemberg am 19. 11. 1810 den Grafenstand erlangte, in welchem und im Besitze vou Bieth dieselbe noch gegenwärtig zahlreich blüht. Die ältero Unterlinie spaltete sich mit ihres Stifters Johann Wilhelm Eberhard Söhnen, Carl Eberhard F'riedrich (geb. 1731, i 1794), württemb. Kammcrherrn und Oberst, und Karl Ludwig Wilhelm (geb 1743, f 1790), württemb. Kammer-junker und Hauptmann, in zwei Zweige Der Erster« ist mit seines Begründers Enkel, Ludwig Kuno (geb. 15. 6. 1811) kgl. württemb.-Oberstlieutenant. wieder erloschen, — der Zweite beruht auf des Freiherrn Karl Ludwig Wilhelm Ur-Urenkel F'ranz Carl Ludwig 'geb. 13. 5. 1867 . Aus der katholischen Oberländer Hauptlinie, welche nachher vorzüglich mit den, noch im Besitze befindlichen Herrschaften Immendingen und Hohenkrähen in Baden begütert worden ist. entstammte dem Eckehard v. B. genannt Schwarz Eck (t 1369) in der achten Generation Hanns Albrecht (+ 1656. dessen Sohn Hanns Budolf S\ 1676) in seiner Ehe mit Beatrix Streitt v. Immen-ingen den Marquard Budolf (f 1728, gewann, welcher kaiserl. Kämmerer und geh. Bath wurde und d. d. 27. 8. 1724 den ßcichsfreiherrnstand erlangte. Des Letzteren Sohn mit Benigna geb. von Hallweil. Judas Thaddäus Adam Josef 'geb. 1696, f 30. 10. 1782), kaiserl. Käm- 74 294 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. merer nnd geh. Rath wie der Vater, anch Gesandter im Haag, vermälte sich am 17. 1. 1736 mit Maria Anna Agatha Ida Freiin von uud zu Bodmann, welche ihm neben fünf Töchtern auch drei Söhne gebar, Franz Joh. Nep. Fidel (geb. 15. 5. 1730, + !ä. 9. 1807), Deutsch-Ordensritter und Comtlinr der Bailei Altenbiesen, Maria Sigismund nnd Jndas Thaddäus Adam Anton .geb. 12. 10. 1728, | 20. 4. 1803 . Letzterer Uberkam Immendingen und Hohenkrähen. wurde k. k. Kämmerer uud geh. Rath, Staats- uud Conl'erenzminister, erwarb im Jahre 1781 d.'.s siebonbürgische Indigenat und am 9. 8. 1783 den ob der Ens'schen Herrenstand, in welchem er am 25. 8. 1780 auf die altrndolfinisclie Herrenbank vorrückte, nachdem er im Jahre vorher die Herrschaft Wartenburg und um dieselbe Zeit das landtäfliche Gut Anwalting (Ainwalding), beides im Hausruckviertel, erkauit hatte; ebendaselbst erwarb er 1797 die Herrschaft Wolfsegg. — Von seinen Söhnen aus der Ehe mit Gabriele Anna Ursula geb. Freiin von Schauenburg zu Herlislieim (verm. 10. 10. 1759! erbte der Aelteste Josef Thaddäus Johann Bapt. (f 1834), Herr zu Immendingen und Hohenkrähen. k. k. Kämmerer, welcher am 2. 11. 176S durch Kaiser Josef II. persönlich aus der Taufe gehoben worden war, Wolfsegg, das er jedoch bereits im Jahre 1807 ver-änsserte. — Seine Descendenz blüht in der Heimath Baden nur der Enkel Franz Josef geb. 1854) ist in österreichische Armeedienste getreten, in denen er gleichzeitig auch im Deutschen Bitterorden aufgeschworcn hat. Judas Thaddäus geb. 8. 12. 1776 f 12. 5. i839). des Freiherrn Judus Thaddäus Adam Anton jüngster Sohn, wnrde k k. Kämmerer nnd geh. Bath. Feldmarschalllieutenant. anch Obersthofmeister des Erzherzogs Ludwig, vermälte sich am 17. 8. 1800 mit Maria Caroline Gräfin von Kollonitz und vererbte die von dem Vater überkommene Herrschaft Wartenburg mit Anwalting an seine Söhne, Carl .geb 12. 6. 1805. f unverni. 2 11. 1874), k. k. geh. Bath, Oberstsilberkämmcrer uml Generalmajor. Sigismund (geb. 10. 2. 1809, f 13. 11. 1878), Comthur des souv. Malteser-Ordens zu St. Johann iu Wien k. k. Kämmerer nnd geh. Rath. Feldzeugmeistcr, und Ladislaus (ledig, f ?/, welche diesen ob der Ens'schen Besitz im Jahre 1817 verkauften. (V. d. Becke-Kliichtzer, Stammtafeln des badischen Adels ; histor.-herald. Ilandb.; gräil. und frciherrl. Taschenbuch ; L. Nedopil, Deutsche Adelsproben; H.-M.; Landtaf.) BelMhlnger. (Taf. 78). Wappen: Eine .Fischrciscben," schräg aufwärtsgestellt. (H uud B.-M., wo der Schild mit Both bezeichnet ist). Beischinger dieses Wappens sollen im ersten Gülten-buche 1525 unter den ob der Ens'schen Landlenten eingetragen gewesen sein. ItenclM'n (ßäuckl von . (Taf. 78). Wappen: Geviert. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Adler. 2 in Ulan oberhalb dreier Schrägbalken, — oin rother zwischen zwei silbernen, — ein aufwärts schreitendes natürliches Bennthicr mit zurückgelegten Geweihen. 3 wie 2, doch das Bennthier unterhalb der Balken, die hier schräglinks gestellt sind, schreitend. — Gekr. Helm: Wachsendes silbernes Einhorn zwischen offenem, rechts von Gold nnd Schwarz, links von Roth und Silber getheiltem Fluge. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (K. k. A.-A.i. Mit Diplom d. d. Wien 10. 10. 1732 erhob Kaiser Karl VI. den fürstl. Auersperg'sclien Oberpfleger und I.andgerichts-Verwalter zu Wels, Andreas Ränckl, mit dem Ehrenworte: „Edler" und dem Prädikate „Renoken11 in den Adelstand -- Derselbe war zur Zeit als die alten landtäflichen Einlagebüsher errichtet wnrden Besitzer des Gntes Trauneck bei Wels, welches er unter dem 31. 12. 1779 an Josef v. Scharz verkaufte. Ob Andreas Edler von Rcnckhen — wie or sich schrieb — vermält gewesen ist und Succession hinterlassen hat. ist mir nicht bekannt geworden (K. k. A.-A.: l.andtaf.i litTHcliau. (Taf. 78). Wappen: Ein Storch (Kranich?). (Nach dem Epitaph des Christoph Abraham von Betschan zu Feldekli in der Pfarrkirche zu Frain. -- Hob. berichtet fälschlich die B. hätten einen Adler zum Schildesbild gehabt und wnsste sogar zu vermelden, derselbe sei schwarz iu Gold geführt worden i. Dio Betschau sollen Kraincr gewesen sein — Caspar v. B., ein Sohn des Georg zu St. Veith in Krain, vermälte sich mit Barbara Pilicli der Letzten ihres Namens, durch welche er den Sitz Fcldegg im Hausruckviertel überkam. Sie starb ao. 1008 zu Wolfsegg, das durch Kaiser Maximilian au Caspar verpfändet worden worden war, der nach Höh noch am 10. 10. 1537 bei der Niederlage Hannsens Kaziancr vor Essegg unter dem österreichischen Zn^uge geweseu wäre. Sein Sohn Christoph B. zu Feldegg, 150(1 im Bitterstande Oesterreichs ob der Ens führte ebenfalls eine Erbtochter heim. Amalia Zellerin, nach deren Vaters Christoph Zeller zu Zell. Biedau uud Baab. nm 1550 erfolgten Tode, er in den Besitz von Schloss und .Markt Biedau im Hausruckviertel trat, doch nnr zur Hälfte, wie ich nicht zu irren meine, denn 1504 kaufte Christoph von Fränking den halben anderen Theil von den Frauubergem, wohl von Matthias v. Fraunberg, Geniale der Anua Zellerin, welche Geschwisterkind zu dem vorgcdachtcn Christop Z. gewesen ist, uud noch heutigen Tags wird der Markt Biedau in den Betschan'schen und den Fraucking'schen Theil geschieden, natürlich nnr dem Namen nach. — Raab güng durch passauschen Lehensbrief d d. 15. 11. 1555 an Wiguleus Hund zu Sultzemos, den ehrbaren Genealogen, über, der es vertragsweise den Zeller'schen Erben, Christoph lietschan und den beiden Söhnen Leo's von Hoheneck und der Margaretha geb. Zellerin iiberliess. Des Christoph R. Sohn Christoph Abraham starb, nachdem er 1593 das Schloss zu Feldegg von Neuem und 1601 die Kirche zu Dorf a. d. Pram erbant hatte, am 1. 12 1601 und wurde als Letzter seines Namens in der Kirche zn Pram bestattet, wo er sich und seinen Vorfahren, den Pilich zu Fcldegg. im Jahre 1594 ein Epitaph hatte aufrichten lassen. Dasselbe trägt die Schilde der PiUch mit der Maus, der Retschan mit dem Storch und anch den geschrägten Schild der Tattenbach mit dem Hief- und dem Hirschhorn. Hob. sagt Christoph Abraham wäre ledig geblieben, nach dem vorgenannten Stein aber möchte ich meinen, er wäre mit einer Tattenbeck von Tatteubach vermält gewesen. — Feldegg und der Antheil an Riedau gedieh an scino Schwester Rosina. Ferdinand's v. Hohberg Gemalin. (H.; R.-M.; l'illwein's Hausruck-Kreis. Epitaph zu Pram) Roverlera. (Taf. 78). Wappen: I. D'argent ä deux fasces de guenles accompagnees de trois tourtrcB d'azur. rnngecs en pal. (Nach Rietztap's Armorial g&neral.). — II. Wie vorhin, doch 0BERÖSTERREICH1SCHER ADEL. 295 die beiden rothen Balken von drei blanen Ballen untereinander begleitet. — Gekr. Helm: Wachsender goldener Löwo. Decken: roth-silbern. (Nach dem Fenster im nenen Maria-Empfängniss-Dome zn Linz). — Ueber den Ursprung des Geschlechtes weiss das gräfliche Taschenbuch auf das Jahr 1870 manches zn berichten, das aber doch nnr in das Gebiet familienhistorischer Ausschmückungen gehört. — Nach Bitztap ist die Heimath der Bevertera Neapel. Don Francesco B. erhielt im Jahre 1613 von Philipp III. von Spanien den Titel eines Duca della Salandra. Nebst diesem in der Provinz Basilica gelegenen Lehen besassen die Nachkommen des Vorgenannten noch bedeutende andere Güter in Neapel, darunter Tricarico und seit dem Jahre 174:") führt der erstgeborene Sohn des Duca della Salandra den Titel eines Conte di Tricarico. — Nicola Ippolita Bevertera, Duca della Salandra, soll von Kaiser Karl VI. d. d. Wien 8. 10.1718 die Bestätigung der erblichen Würde eines Granden von Spanien I. Cl. erhalten haben, wobei jedoch nicht zu übersehen ist, dass damals Spanien für das Haus liabs-burg bereits endgültig verloren war und dass Philipp V. zufolge des Rastädtor Friedens vom 7. 3. 1714 unangefochten auf dem Throne zu Madrid sass. Nicola Ippolito war mit einer Gräfin von Thürheim vermält, welcher Eho der Sohn Jacob entsprang, der der Gründer der östereichischen Linie wurde. — Des Letzteren Sohn Anton (geb. 8. 12. 1786/ trat in kaiserliche Kriegsdienste, in welchen er Major wurde, vcrmälte sich am 20. 4. 1824 mit Anna, Tochter des Friedrich Bitters v. Hartmann, damals Kreisgerichtspräsidenten zu Wels, und der Auna geb. v. Schallhammer, uud brachte 1845 iin Vereine mit seiner Gemalin die Herrschaft Tollet im Hausruckviertel an sich, die nach seinem zu Linz am 25. 6. 1867 erfolgten Ableben au die Wittwe und den Sohn Friedrich, nun k. k. Kämmerer und geh. Bath, lebenslängl. Mitglied des Herrenhauses des lleichsrathes, vormaligen ausserordent. Gesandten uud bevollm. Minister am Hofe zu St. Petersburg, gedieh, welcher den Antheil der Mutter im Jahre 1868 känfiieh an sich löste. — Dem Grafen Friedrich sind aus der zu St. Petersburg am 20. 4. 1803 geschlossen Eho mit Elisa-both, Tochter des kais. russischen Gencrallieutenants und Bojaren Nicolaus Buturlin, drei Söhne entsprossen: Nicolans (gob. 13. 2. 1860) k. k. Lieutenant i. d. E., Carl (geb. 26. 4. 1876) und Franz (geb. 30. 7. 1879). Ueber die angebliche Grafenstandsbestätigung in Oesterreich findet sich im k k. Adelsarchive nichts vor. (K. k. A.-A.; Landtaf.; gräfl. Taschenb.). Riederrr. (Taf. 78.) Wappen: Geviert. 1 und 4 von Both und Silber schräglinks getheilt, oben ein auf der Theilungslinie aufwärts schreitender natürlicher Dachs; unten zwei rotho Schräglinksbalken. 2 nnd 3 in Schwarz unterhalb einer goldenen Sonne ein schreitender goldener Löwe in der einen Pranke ein silbernes Posthorn emporhaltend. — Zwei gekr. Helme: 1. Geschlossener Flug, hinten roth, vorn silbern und von rothem Schrägbalken durchzogen, dieser mit dem aufwärts schreitenden Dachs belegt. Decken roth-silbern. 2. Dor Löwe, mit dem Posthorn, wachsend. Decken: schwarz-golden. (K. k. A.-A.) Gustav Biederer, 1830 zu Goldegg im Ilerzogthume Salzburg geboren, ans dem österreichischen Postdienste nach Persien zur Einführung oder Verbesserung des dortigen Postwesens benrlaubt, wurde zurückgekehrt k. k. Postrath, auch Bitter der eisernen Krone III. Classe und erhielt auf Grund der bestandenen Statuten dieses Ordens d. d. Wien 18. 10. 1877 den Kitterstand mit dem Prädikate .Dachsberg." — Er hatte sich mit Leopoldine Ichzenthalcr vermält, welche im Jahre 1868 das Gut Dachsberg im Hausruckviertel ererbte, das nach ihrem Tode zu gleichen Theilen an den Wittwer und den Sohn Bobert übergieng, in deren Besitz es noch gegenwärtig steht. (K. k. A.-A.; Landtaf.). ItlMeiirel*. (Taf. 79.) Wappen: In Gold auf griinem Boden ein Wilder, mit Bchwarzer Ilauptbindo von abfliegenden Enden und frünem Laubschurz um die Lenden, einen rechts stelien-en entlaubten Baum zum Entwurzeln erfassend. — Gekr. Helm: Der Wilde wachsend und deu, nun entwurzelten Baum mit beiden Händen über der rechten Schnltcr tragend. Decken: schwarz-golden. (II.-M.) Mit Wappenbrief d. d Iiisbruck 13. 2. 1496 verlieh Erzherzog Sigismund von Tyrol dem Beichtvater Kaiser Maximilians 1., Sigismund Riss, iiachherigcin Pfarrer zu Flaucrling iu Tyrol, und dessen Bruder Christian den oben beschriebenen Schild, den Kaisor Maximilian L, als er die beiden Vorgenannten und deren Vettern Conrad und Hanns die Riszen zu des heil. Römischen Reiches Adels- und Leliousgenossen d. d. insbruck 24. 1. 1510 erhob mit dem, ebenfalls vorhin blasonirten Kleinod besserte. Conrad Riss gewann iu seiner Ehe mit Ursula Reit-bergerin den Matthäus, welcher vom Erzherzoge Ferdinand v. Tyrol s. d. 12. 12. lf>91 unter gleichzeitiger Besserung des geschlossenen StechhelineB in einen gekrönt..... olleneu Turnierhelm eine Adelsbestätigung, dann mit Diplom d. d. Begensburg 18. 9. 1630 durch Kaiser Ferdinand IL den Keichsritterstand mit dem Prädikate „von Bisenfels" erhielt, bei welch' letzterer Gelegenheit der Ge-schlechtsname Biss fallen gelassen wurde. Matthäus von Risenfels erwarb uainhaften Besitz, in Oesterreich ob der Ens die (nicht landtäflichen) Güter Engelseck, Obor-aichct nnd Reichen-Raming, in Nieder-Oesterreich, wo er am 20. ü. 1003 unter die neuen Bitterstandsgeschlechter aufgenommen wurde, Seiseneck, Bohrbach und Klingcn-bTunn und iin Inviertel. damals Bayern, ilofmark und Schloss Schwendt mit der Hofmark Kalling bei Taufkirchen a. d. Pram, wurde unter dem 1. 3. 1661 in don jungen Bittor-staud Oesterreichs ob der Ens aufgenommen und starb hoch an Jahren am 3. 7. 1668 zu Steyr, wo er auch begraben worden ist. Aus seiner F2hc mit Maria Margaretha Binglerin waren zwei Söhne hervorgegangen, F'ranz und Johann Bapt., welche d. d. Wien 12. 9. 1686 den Reichsfreihcrrn-stand erlangten, am 10. 4. 1090 im Herrenstande Oesterreichs o. d. E. immatriculirt wurden und von denen Johann Bapt. zu Englseck und Obcraichet eine Linie im Machlande pflanzte, wo er das Landgut Grünau käuflich an sich brachte. Er hatte sich mit Helena ( lara, einer Tochter des churfürstl. cöln'schen geheimen Bathes Franz von Mayershcim vermält, welche ihm zwei Söhne gebar, Johann Josef Anton und Franz F'erdinand Buppert. — Von diesen erbte der Erstere Grfluau, kaufte dazu von der Graf Sprinzenstein'schen Vormundschaft Pettendorf (Bodendorf), ebenfalls im Machlande, wurde der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath, auch Landrath in Oest. o. d. E. und starb, wie es scheint, unvermält. Pottendorf kam nach ihm an August Thomas Freiherrn von Wöber, Grünau am z2. 8.1774 an Ernst Freiherrn von Hackelberg, nachdem dieses Gut vorher noch, am 26. 4. 1765 und zwar gleichfalls im Kaufswege an eine Maria Anna F'reiin von Eisenfels übergegangen war. — Johann Josef Antons Bruder Freiherr Franz Ferdinand Buppert liess Bich zu Steyr am 5. 3. 1726 mit Helena Theresia Händl von Baringdorf trauen, erwarb aber, wie ich glaube, keine 296 OBERÖSTERREICHISCHE R ADEL. männliche Succession, so dass diese Linie mit den beiden Söhnen Johann Bap.'s im Mannesstamme wieder erloschen wäre. Des Letzteren Brnder Freiherr Franz, am 31. 1. 1690 unter die n. • ö.'schen Herreiistandsgosehlechter aufgenommen , welcher in der Theilung nach dem Vater Seiseneck, Bohrbach nnd Klingenbrunn in Niederösterreich. Reichen-Raming in Oest. o. d. E.. dann Schwendt mit Kalling in Bayern überkam, vermälte sich mit Maria Franziska Mahiknechtiu und erwarb mit derselben vier Söhne, Franz Matthäus (+ jung), Andreas Achilles, Johann Conrad und Wolfgang Ignaz, von denen der Zweite unvermält blieb, Bohrbach mit Klingenbrunn ererbte und dies seines Bruders Johann Conrad Sohne hinterliess. — Wolfgang Ignaz, der Röm. Kais Majest. Bath, trat mit Maria .Afra Maximiiiana Bascherin v. Weyregg zum Traualtare und erzeugte den Johann Franz Ignaz .-j- ledig) und Franz, nachher Herrn zu Seiseneck. churpfälzischen Kämmerer und Oberstsilberkäiumerer, welcher sich angeblich ebenfalls nicht verehelichte. Johann Conrad, churbayrischcr Truchsess und Re-gierungsrath zu Straubing. Herr zu Schwendt und Kalling, vermälte sich mit Maria Elisabeth Freiin von Bereitem. Der Sohn Ferdinand Heinrich (f 1754 beerbte den Vater, dann auch den Oheim Andreas Achilles mit BoliTbach und Klingenbruun. ward erst cliurbayrischer Begierungsrath zn Straubing, dann der Böin. Kais. Majestät Bath, n. ö.'scher Begierungsrath nnd Minister - Resident zu Graubiindten, und erlangte mit seiner Gemalin Maria Anna Gräfin Klenau von Janovic vier Söhne, von denen Freiherr Philipp Franz (geb. 18. 8. 1725, f 9. 8. 1787), Herr zu Seiseneck, churbayrischcr Kämmerer, den Stumm bleibend fortsetzte, sich 1.) 20 10. 1749 mit Maria Anna Freiin vou Waldkirch (t 10. 2. 1767-, 2.) 13. 1. 1769 mit Caroline Gräfin von Buquoy (f 6. 8 '802;, Stkr.-O.-D.. vermälte und in erster Elte drei Kiuder erzengte, von denen die Tochter Anna Maria 'geb. 4. 9. 1762, f 18. Ii. 1800) die vierte Gemalin des Grafen Max Josef von Tauffkirclien zu Kleeberg wurde. Die Söhne Ferdinund und Theodor Felix igeb. 7. 6. 1752. f unvermält 23. 7. 1832). Herr zu Rohrbach und Kalling, k. k. Kämmerer und geh. Bath, auch Oberst-Stabelmeistcr, rückten im ob der Ens'sclien Ucrrcnstande am 25. 8. 1785 auf die altrudoliinische Herrenbank ausnahmsweise vor. — Freiherr Ferdinand «geb. 28. 7 1748 t 11. 5. 1823), k. k. Kämmerer und n -ö.'scher Regierungsrath, Herr zu Seiseneck und Schwendt, erzeugte mit seiner ihm um 5. 5. 1791 angetrauten Gemalin Caroline, geb. Freiin von Huber zu Maur, Stkr.-O.-D , den Sohn Philipp (geb. 13. 8. 1793, t 6. 12. 18711. k. k Kämmerer, welchcr Seiseneck, Rolirbach, Klingenbrunn, Schwendt und Kalling in einer Hand vereinigte, und zu dem durch seine Gemalin Adelhaid. geb. Gräfin von Fränking verm. 9. 9, 1818; Antheile an den Gütern im Inviertel, Pogenliofen, Schweigertsreuth und Stern überkam, die jedoch mit Haitzing, ebenfalls im Inkreise, vertauscht wurden. — Im Jahre 1850 hierauf veräusserte Freiherr Philipp Letzteres wie auch Schwendt und Kalling und cedirte seinem ältestem Sohne Ferdinand 'geb. 4. 7. 1819), welcher von seiner Gemalin Franziska, geb. Gräfin von Schlik, nur Töchter erworben liut, unter dem 1. 1. 1863 das Pideicommi8s Seisenegg, während Rolirbach und Klingenbrunn nach des Vaters Tode zu gleichen Theilen an dessen sämmtliche fünf Söhne fielen. Von diesen ist ausser dem Vorgenannten gegenwärtig nur noch am Leben Freiherr Maria Theodor (geb. 24. 6. 1820) Deutsch-Ordens-Comthur und Statthalter der Ballci an der Etsch nnd im Gebirg, k. k. Kämmerer und geh. Rath, Major a. D. und lebeuslängl. Mitglied dcB Herrenhauses des Reiclisrathes. Desselben jüngerer Bruder Caspar (geb. 8. 2. 1828, f 27. 2. 1872) hat von seiner Gemalin Hermino. geb. Wittmann von Dengläz. (verm. 21. 4. 1855) eiuen Sohn Philipp (geb. 2. 3. 1860; k. k. Lieutenant und Fideicommiss-Anwärter, hinterlassen. (H.; freiherrl. Taschenb.; Landtafel: Pillwein's Inkreis; n.-ö.'sehe Matrikol). Kttdem (recto Redern). (Taf. 79). Wappen: I. (Stammwappen) In Silber ein rother, mit drei silbernen Sternen belegter Schiäglinksbalken. — Kleinod: Halber geharnischter Mann, in jeder Hand ein rothes mit drei silberucn Sternen schräglinks belegtes Fähnlein haltend; sein Helm ist mit einom gleichen Fälmloin besteckt. Decken: roth-silbern. (N. S. Preuss. Grafen. Denselben Schild führte Hanns v. Redern in seinem Siegel an dem Briefo d. d. 7. 8. 1568, einen Vortrag seinerseits als Herrn von Pcrg mit dem Pfarrer Andreas Schueschiz von Rohrbach botreffend: Stiftsarchiv zu Schlägl). — II. (Gräfliches 1669) Goviert mit rothem Herzschild darin ein silberner, mit drei goldenen Sternen belegter Schrüglinks-balkcn. I und 4 in Blau ein silbernes Bad. 2 und 3 gespalten, vorn in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten in Roth ein silberner mit einem rothen Andreaskrouz belegter Balken. — Drei gekr. Helme: 1. Mit dem silbernen Bad belegter Pfaueustntz. Decken: blau-silbern. 2. Stammkleinod, doch die Sturmhaube des Geharnischten gekrönt und die drei rothen Fahneu von silbernem, je mit einem goldenem Stern belegten Balken durchzogen, die Stangen roth, oben mit goldenem Knopf. Decken: blau-silbern, roth-golden. 3. Sechs, je zu dreien nach auswärts abflatternde, rothe, von silbernem Balken durchzogene Rennfahnen. Decken: roth-golden. (K. k. A.-A. Der fortdauernden Verwechslung der märkischen und schlesi-sclten. miteinander gar nicht stammverwandten Geschlechter dieses Namens, welche zum Theile beide zusammen am 4. 8. 1669 den Reichsgralenstand erlangten, sollte merkwürdiger Weise dadurch abgeholfen werden, dass — ohne dass übrigens diese Absicht im Diplome zum Ausdruck gelangte, — anlässlich dieser letzteren Standeserhöhung die beiderseitigen ganz verschiedenen Wappen vereinigt wurden, in der Weise, dass der Schild der märkischen Redern. (dessen Tinctnr dabei unglücklicher Wciso verwechselt worden sind), auf jenen der schlesischen Rödern als Herzschild gesetzt wurde. In dem vorblasonirten Wappen II entspricht das 1. nnd 4. Feld und der 1. Helm dem bis 1565 geführten Stammwappen der schlesischen Rödern. Dor gevierto Schild, wie er hier als Rückschild erscheint, sammt dem 1. und 3. Helme wurde dem Friedrich von Rödern, des schlesischen Stammes, am 17. 4. 1565 anlässlich dessen Erhebung in den Reichs-freiherrnstund, ferner als diese Adelsstufe auf die Rrüder Georg. Johann, Moriz und Johann Wolfgang von Rödern am 29. 6. 1612 ausgedehnt wurde, diesen Letzteren verliehen. Dio ob der Ens'sclie Linie der märkischen Redern gelangte nie in den Freiherrnstand und ist Hohenecks Angabc, dass dies 1646 erfolgt wäre, zweifellos falsch. — Das neuere gräflich Redern'scho Wappen vom Jahre 1757 stimmt im Wesentlichen mit jenom von 1669 überein. N. S. Preuss. Grafen). Aus dein alten märkischen, noch gegenwärtig im prcussischen Grafenstaude und im einfachen Adelsstande in seiner Heimath blühenden und, wio gesagt, mit den schlesischen Roodern weder stamm- noch wappenverwandten Geschlechte, kam der Sohn des Niclas von Redern auf Schwanrlt bei Spandau in der Mark Brandenburg, Erasmus v. Redern, als gräflich Schaunbcrg'sclier Pfleger zu Weidenliolz, nach Oesterreisch ob der Ens, wo er sich mit Magdalena, einer Tochter des Altmunn l'erger am Pcrg vermälto, und nach dem Todo des Bruders seiner Gemalin, Christoph, des letzten Pcrger, von dessen Erben mit Kaufvertrag d. d. Linz 11. 2. 1542 zu dem von der Magdalena ererbten Antbeile dio übrigen Anthcile an der Herrschaft i'erg bei Bohrbach im Mühlviertel an sich brachto, die damals zur Hälfte vom Hochstifte Passau zn Lehen rührto, zur anderen Hälfte freies Eigen war. Von des Erasmus Söhnen kehrte Georg in die Ileimath znriick, wo er das Gut Schwand übernahm. Derselbe hinterliess vier Söhne, von deren nächsten Nachkommen Claus 1B14 Hofmeister des Markgrafen Sigmund v. Brandenburg, Georg um dieselbe Zeit Hofmeister bei den markgrällichen Kindern war. Dieser Zweig Ist jedenfalls vor dem Jahre 1743 erloschen. — Hanns, des Erasmus älterer Sohn, erwarb 1562 den ehemals Kuestorfer'schen Freisitz bei Porg von seinem Schwager Sebastian von Oedt zu Götzendorf und begann den Bau des neuen Schlosses Porg, welches jedoch erst durch seinen Solm Erasmus II. if 15. 1. 1635), der Römisch Kaiserlichen Majestät Bath, Landrath, auch Verordneten in Gest. o. d E., vollendet, im zweiten Bauernkriege jedoch am 24. 10. 1626 geplündert uud niedergebrannt wurdo. Wolf Dietrich, der Böm. Kais. Majestät Bath, Landrath uud Verordneter in Oest o. d. E., bischöflich passau'scher Lehenpropst und Pfleger der Herrschaft Ebelsberg, der einzige von den vier Söhnen Erasmus II., der den Vater überlebte, wurdo durch Kaiser Leopold I. d. d. Wien 4. 8. 1660 im Vereine mit Georg Heinrich und Karl Moritz Beichsfreiherrn von Bödern auf Krappitz des schlesischen Geschlechtes mit der Denomination .Graf von Bödern, Freiherr zu Krappitz und Herr zu Porg" in den Beichsgrufenstand erhoben. Graf Wolf Dietrich von Bodern, oder vielmehr Bödern, wio er von nun an hiess, zuiblgc eines Gelübdes der Stifter der Maria Trost-Kircho zu Berg, verehelichte sich mit Genofeva Schattin von Mittelbibrach, die ihm zwei Söhne gebar, Franz Anton if 18.3. 1718) uud Ferdinand Ignaz. Die Gemalin des Ersteren. Maria Theresia, geb. von Oedt, stiftete am 18. 2. 1706 das Bcneflcium zu Maria Trost; sie, wie auch zwei weitere Ehen Franz Antons blieben ohne männliche Succession und Perg gieng dnreh des Letzteren Testament vom 3. 3. 1718 an den Sohn soincs Bruders Ferdinand Ignaz. den Grafen Josef Anton übor. welcher in erster Ehe Maria Antonia.Freiin Snbir von Cliobin, des Maximilian Grafen v. Zerotin Wittwe, zur Gemalin nahm. Bernhard Franz Anton, deron einziger Sohn, heschloss 1743 die ob der Kns'sche Linie dieses Geschlechtes. Derselbe hatto sich mit Caroline F'reiin von Ottislav vermält, welche im Jahre 1744 die Maria Trost-Kirche zu Berg restauriren licss, und daselbst Wochenmessen für sich und ihren verstorbenen Ehoherin stiftete, auf dessen hinterlassene Herrschaft Berg die schlesischon Grafen v. Bödern vergebliche Anspriicho erhoben. Der Besitz wurdo der Gräfln Caroline zugeschrieben, doch scheint damit der Streit um die Erbschaft, an welchem sich angeblich auch dio F'reiherrn von Trenkh bethciligten, nicht und erst 1754 beendet worden zu sein, in welchem Jahro die Herrschaft in das Eigenthum des Collatcralverwandtcn, Johann F'reiherrn vonStomm übergieng, während das Pa-tronatsrecht über Maria Trost der verwittweten Gräfin v. Bödern, welcbo sich zu Ende des Jahres 1746 in zweiter Eho mit Franz Josef C.vriak Grafen von Engl zu Wag- HISCHEB ADEL. 297 rain vermält hatte, verblieb. Sie war, zum anderen Male Wittwe, noch 1764 am Leben, denn am 7. Mai dieses Jahres wurde ihr auf ein bezügliches Ansuchen durch das Consistorinm zu Passau dio Verlegung des Kirchweibfestes zu Maria Trost vom Sonntage nach Maria Geburt anf den Sonntag nach Maria Himmelfahrt bewilligt. Noch sei bemerkt, dass bereits hundert Jahre vor Erasmus I. von Bedern ein Christoph von Bedern in Oesterreich erscheint, welchem d. d. Wien 1. 10 1455 König Ladislaus für dessen Hausfrau Elspet den Hol' zu Siebenhirten im Dorf verlieh, den K. Friedrich ihr und ihrem trüberen Ehegatten weiland Jan Schumricz geliehen hatto. — Ob Christoph v. B. dem märkischen oder dem schlesischen Geschlechto angehörte, lässt sich mit Sicherheit nicht ontschciden; der Elspet .erste Ehe mit einem Slaven möchte darauf hindeuten, dass vielleicht Christoph den für sie nähereu schlesischen Boilern angehörte, wobei dio .Schreibweise seines Namens in der Urknndc ao. 1455 nicht iu Betracht kommt, denn die Unterscheidung zwischen Bedern für den märkischen und Bödern für den schlesischen Stamm hat sich erst viel später ausgebildet. K. k. A.-A.; H.; It.- und H.-M.; Kneschke's deutsche Grafenhäusor; Notizenblatt der Akademie 1*54: dor Maria Trostberg bei Bolirbach durch L. Piöll, veröffentlicht im Linzer Volksblatt Jahrg. 18*7; histor.-hcrald. Handb.). ItouMlinfcr. (Taf. 79). Wappen: Ein Greif. (B.-M. und Hoheneck, welcher „ungozweifolt" dafürhielt, der Schild wäre schwarz uud der Greif golden gewesen). Ausser obigein fraglichen Wappen und dor Angabe, die Bonshofer seien im ersten Gültenbucho unter den Landleutcn aufgeführt gewesen, konnte keine weitero Nachricht über die-e Familie gefunden werdon. — (B.-M.; H.). Ror. (Taf. 79). Wappen: I. Mit zwei einhalb Zinnen gespalten. (Nach dem Originalsiegel Otto's von Bor, an dem Briofo um 1230, womit dorsulbo dem Kloator Kromsmünster zu einem Seelgerätho für sich uud seine Vorfahren einen Hof vermacht; Stiftsarchiv zn Kromsmünster^. — II. Mit ein einhalb Zinnen gespalten. •- Kleinod: Geschlossener Flug. (Nach dem Originalsiegel Gottfriod dos Borer an dem Briefe vom 5. 5. 1369, womit derselbe für sich uud seinen Vetter „Wolfgang hcru Dyetmars seligen buii des Borer meins pruders" einen Vergleich mit meiner Schwägerin „Annen Friedreichs hausfrown von Potendorff nnd weilant des genanten meins pruders liern Dyetmars des Borer seligen witiwen" schliesst über deron Erbansprüshe an dio Hinterlassenschaft ihres ersten Ehewirthes. N.-Oe.'sches Landes- und Ständearchiv). — HI. Von Both und Silber mit zwoi einhalb Zinnen gespalten. — Kleinod: Ktrahlenumgebene Muttergottes in blauem Kleide und rothem Mantel, mit dem Jesukindo, wachsend. Decken: roth-silbern. (H.-M.). IV. S. 75 298 OBEBÖSTERREICIIISCHER ADEL. Stammtafel bis zum Ausgange des XIV. Jahrhunderts. Eaffohl I. de Rore 1090. 1115. de Hanchenpach 1115, 1120 Friedrich, Ministerial. Regni de Uore 1138; ux Perchta 1138.__ Eaifold 11. de Rare, 1130-1157, de Utto I. de Kaittunpuch Bieberns 1138. Plauchenpach 1138. 1130, 1140. de Höre. ___1142-1170, todt 1170._ Raffold III. de Planchenbach 1170,1180 Foppo de liore, Otto IL do Rore, 1170-1205. Dominus 1150-1195_1195; nx. Chunigundis 1190 (?1. Otto III., 1207-1234, Dominus 1217; ux. N. todt 1234, bestattet zu (Heink.__ l'hunradns de Dominus Ortolfus Dominus Otto de Heinrich I., 1235 — 1277, Henslin i.laenslinus) 1. 1277, Planchenbach, di- de Planchenpach Planchenp. 1270, todt 1277. 1278. aconus iu Raus- 1268. 1277. hofen, 1277. : ___ Dominus Raffoldus LH. de Otto IV.. 1277. todt 1284: ux. N.. .des llerobordns von __Planchenpaeh. 12/6-1282__Traebereh (1284) Schwester._ Johann 11., 1284 -1299. Dominus 12S7, ux. Ii Agnes Otto V„ 1284 -1290: nx. N. „hern Ekkoharts vou Sle-von Frey sing, 2) SlaTgret, Tochter des Chadolt Strein v. hedorf- Tochter, 1290. Schwarzenau und der Richardis v. Tribnswinkel. 1289 — 1295.___ Heinrich IL, 1290-129'.!, üerr 1299. Herr Ulrich Heinrich III., 1290 1295: ux. Otto Vi 1293. _1303;_Margret 1295.____ utto VII. zu Levnstein 1320 - 0130, Haymreich zu Levnstein 1320, Ludwig zn Levnstein, Christian ? Herr 1324, Schwager des Christian 1328: ux. N.. Schwester Ulrichs 1320. Truchsess von Lengenbach 1324._von Lonstori'. 1328.___ Gundacker 1354, 1355. Otacher, 1355 1361, Burggraf zu Stevr Christian der Junge, 1356-1372, 1360, 1361: ux Katroi 1356, 1358_der erber ritter 1368. _ Dietmar 1315, todt 1369: ux. Gottfried zu Leon- Wilhelm zu Leon- Matthens zu Albrecht Christian. Andreas Anna v. Eberstorf, 1369 ux. stein 1367, 1369. stein 1392, Pfleger Leonstein 1392. 1392 un- 1392 des Friedrich v. Potendorf. zu Steyr 1403 ; ux. 1392. mündig. uumiin- ___Barbara 1403. dig. Wolfgang 1369, 1392 zu Leonstein. Die Borer sassen, soweit ihre Urkunden zurückreichen auf Ror (Unter- und Ober-Rohr) bei Pfarrkirchen im Traunviertel, gleichzeitig in der Gegend nm Hanshofen am In, und schon im Jahre 1138 vergabteu Friedrich, Ministorial. Begni de Roro und seine Hausfrau Perhta alle Höfe, welche sie bei Rohr hatten an Hanshofen, als sie don Eintritt ihres Sohnes Bieberns in dieses Kloster gelohten, und bereits 1150 tauschte das Stift Kremsmünster die von den L'orern erbauten nnd bestifteton Kirchen zu Untor- und Ober-Rohr von Bansholen oin. Das letztere Kloster übte über dortige Güter übrigens noch fernerhin seine LehenBherrlich-keit aus; zu Obcr-Bohr am 11. 11. 1286 reversirto Jans v. Ror, namens Walchuns. des Amtmannes zn Ror Knechtes, bezüglich des dem Walchun von dem Propste zu Ranshofen verliehenen Gutes auf dem Berge zu Ober-Bohr. Zu den Gütern der Rorer am In zählten namhafte Besitzungen zu Planchenpach, Raittcnpnch, zu Hanshofen, Bossbach. Tarsdorf, Osterinieting, wozu ferner das Vog-teirecht Uber Banshofen gehörte. — Mit Ilaifold II. und Otto I. tlieilte sich das Haus in zwei Hauptliniou. zu Planchenpach und zu Bor und Baittenpnch (Botenbuch bei Banshofen) wonach sie sich abwechselnd nannten. Die Linie zu Planchenpach dürfte mit Dominus Raf-foldus III. erloschen sein, der sich im Jahre 1282 einen Jahrtag zu Banshofen stiftete. Vielleicht aber gehört auch noch hierher „Herr Haertweich von plonchenpach-1, welcher am 28. 1. '292 in einer Banshofnor Urkunde erscheint. — Nach diesem kommt ein Geschlecht dieses Namens nicht weiter vor. - Ans der Linie zu Bohr stiftete Heinrich I. kurz vor seinem im Jahre 1277 erfolgten Tode den Hof zu llait-tenpuch nach Banshofen, wo er dnreh seinen Sohn Otto bestattet wnrde. — Mit dieser Vergabung hatte sich das llaus seiuor bedeutenderen Besitzungen am In entäussert nnd sein Schwerpunkt verlegto sich nun fast ausschliesslich in das Traunviertel, woselbst neue Erwerbungen erfolgten, wie Scharnstein, Leonstein, das sie selbst erbauten, Güter im Gerstcnthal, zu Oberndorf a. d. Krems, n. s. w. Von den Söhnen Otto's IV., Johann II. und Otto V., welche zu Bohr am 27. 3. 1284 dem Spitale am Pyhrn einen Hof in Firclie iibcrliesscn und gleichzeitig dio Schenkung ihres Vaters Otto über einen Hof an der Krems bestätigten, hatte jeder männliche Succesion, jeder einen Sohn Heinrich, von denen einer mit einer Margaretha verehelicht gewesen ist, uud es frägt Bich, welcher von diesen Beiden der Vermälte war uud einen Bruder Otto hatte. — Aus einem Gerichtsbriofe des Friedrich Sigcnhaimer, Vicedoms an dor Hott, d. d. 4. 5. 1293 geht hervor, dass Chunrat der Notloich, Bürger zu Braunau, und Ainweicli, Bürger zu Burghaucon, im Streite um eine Hube zu Bospach waren, welche Beide von „Jans mit Hainrich und Otto von Bor" zu Lehen erhalten zn haben behaupteten. Ich vermag in diesen letzteren Dreien nicht Vater und Söhne, sondern vielmehr den Umstand zu erkennen, da-s Jans (Johann II.) und sein Bruder Otto V. « OBERÖSTEBBElCHISCHEH ADEL. 2»9 die Habe gemeinschaftlich besauen, dass demnach dio Delehnnng durch Jans uud, anstatt des mittlerweile verstorbenen Otto, durch des Letzteren Sühne, Heinrich III. nnd Otto VI., erfolgte, eine Annahme, die durch den Umstand zur Gewißheit wird, dass zu Burghausen am 6. Dezember des nämlichen Jahres Jans und sein Vetter (richtig Kelle Heinrich v. IL die gedachte Hube zu einem Seelgeriithe nach Hanshofen gaben. — Es waren demnach Heinrich III. und Otto VI. .Sühne Otto's V. — Von diesen beiden Brüdern gab Heinrich d. d. Hanshofen 21. 1. 1295 im Einverständnisse mit seiner Huus-fraa Margret zum Seelenheile für sich, seinen Vater nud seineu Bruder Otto die Hube zu Velwen. Pfarre Tarsdorf, dem vorgenannten Kloster. Sein Vater nud sein Bruder dürften demnach zu dieser Zeit sr'uou tedt gewesen sein, nnd in der That kommen beide nicht mehr vor. während de.- Vaters Bruder Jans noch bis zum Jahre 12(J9 urkundlich erseheint. Letzterer, welcher wiederhult von Bohr aus urkundete uud Güter nach Kremsmflnster vergab, stand in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu dun Volkens-torfern uud den l'olheimern und durfte ausser dem einen Sohne Heinrich (II i noch einen Ulrich gehabt haben, der am 6 5. 1303 iu einem Polhoiincr Lehensbriefe erscheint. Dass diese Beiden Kachkommen hatten, ist nicht nachweisbar. im Gegentheile mag in dem Erlöschen der Dos-ccndenz Johanns IL die Ursache gesucht werden, dass zu Anfang dos XIV. Jahrhunderts beträchtliche Besitzungen aus den Händen der Borer kamen, so insbesondere Bohr selbst, wo am 27. 12. 1803 Heinrich vou Happach, wohl in herzoglichen Diensten. Burggraf und Kichter zu llall war, und ala die \\ allseer im Jahre 1331 ihre Güter iu Schwaben an die Herzoge Albrecht und Otto von Oesterreich veräusserten, wnrde ihnen von diesen nebst Falken-Stein, Wachsenberg. etc. auch Bohr eingesetzt. Am 15. 6. 1350 war Herr l'erchtold von Losenstein „gewaltig ze Bor", wahrscheinlich als wallsee'scher Lehonsträger oder Pfandiuhaber. Anch Scharnstein war in die Hände dor WalDeer gekommen; zu Ens am 25. Januar dos letztgedachten Jahres bei der Giitertheilung der Brüder lteiii-precht nnd Friedrich von Wallseo von Ens üel die Veste Schornstein mit allen Zugehörungen, wio sie dieselbe vordem von den Korern erkauft haben, an Beinprecht von Wallsee. Die Söhne Heinrich's III. waren nun gezwungen für ein nuues Heim zu sorgen und dürften eben sie es gewesen sein, welche Leonstein erbauten, da< 1320 das erste Mal urkundlich vorkommt. Am 15. Juni dieses Jahres versetzten ,.Otto, Havmrich und Ludwig von Bor genannt von Levnstein"1 an das Stift St. Floriaa die Hube zu Maulspach. — Welcher von diesen Dreien den Stamm fortsetzte, ist nicht mehr mit Sicherheit zu sagen, wahrscheinlich Haymreich, der eine Lohnstorf zur Ehefrau hatte, während von seinen Brüdern nicht nachzuweisen ist, dass sie vermält gewesen sind; auch von Otto VI. lässt sich ein solches nicht behaupten, trotzdem er als Schwager Christians dos Truchsess v. Longeubach vorkommt, denn Letzterer könnte immerhin eine von Bor zur Gemalin gehabt haben lu den nächstfolgenden Generationen ist diu Desccn-deuz Ottaehers bis einschliesslich Wolfgang dem Borer urkundlich feststehend. Eine gleiche Sicherheit waltet jedoch nicht in Beantwortung der Frage, welcher Christian tier Vater der fünf Brüder Wilhelm, Matthäus, Andreas, Christian und Albrecht gewesen ist. Es wird als solcher Christian der Junge, der Bruder Ottaehers, angenommen. doch käme nach Hob. noch ein Christian. Bruder Dietmars vor. und wäre es, falls dieser überhaupt ezistirtc, immerhin möglich, dass er die eben genannten fünf Brüder zu Söhnen hatte. Der Macht des tieschlechtes war durch die Vuräus- serungen von Bor und Scliarnstein ein gewaltiger Stoss versetzt worden und schon Ottacher sah sich gezwungen Dienste zu nehmen, in denen er als Burggraf des Herzogs Budolf zu Steyr süss. — Wilhelm, gcwaltthätig und beutelustig, suchte iin Vereine mit Matthäus und Andreas, — Christian und Albrecht warun noch minderjährig, — die geschmälerten Einkünfte seines Hauses auf dem Wege des Baubrittcrthums, durch vou Leonstoiu aus unternommene Beutezüge zu ersetzen, bis es zwischen ihm und dem Herzogo Albrecht wegen der durch dio Borer erfolgten Gefangennahme zweier salzburg'sclior Abgesandter zum olleneu Bruche kam. Herzog Albrecht zog im Frühjahre 1390 — die Melkerchronik meldet 1389 — vor Leonstein und belagerte die Veste drei Monate lang, bis dieselbo um Allerheiligen fiel und vom Grunde aus zerstört wurde. — Wilhelm war vorher entflohen und setzte d'e FVlide bis in den Herbit 1392 fort, um welche Zeit endlich diu Brüder in \ • rliaiidlungcu traten und ihre Antlieile au Leonstein am 27. November dieses Jahres dem Herzoge um 2000 Pfund Pf nud zu gewährende Verzeihung übcrliessen. — Wolfgang aber, der keinen Theil au den Kriege genommen hatte, hatte seinen Antheil au der Burg und die übrigen Busitzunguii in der l'farre Mölln und au der Steiur schon vorher, im März, an Albrecht III. verkauft. -- Die Verzichtsurkuiido der Borer auf die Veste und Herrschaft ist vom 2'). 12. 1392 datirt Wilhelm ward I'fleger zn Steyr. - Die Desceuduiiz dieser Linie erlosch mit Bernhard von Bor, welcher 1482 als Erzbischof von Salzburg resignirt hatte und 14H7 zu Titinanning dies Zeitliche segnete. Wolfgangs Sohn Tobias, welcher sich mit Katharina, llannseus v. Liechtcnuck und der Anna. gub. v. Winden, Tochter vermälte und mit dieser die Kinder Hanns. Albrccht und Margaretha gewann, zog nach Oesterreich u. d. E.. wo er Uastbach an sich brachte. Am Donnerstag nach St. Paukraz 1449 gaben ihm Albrccht Zeuspitz und Schohisticu, dessen Hausfrau, den Hövers au dieser Veste nichts mehr fordern zn wollen. — Albrocht vermälte sich mit |< 'äcilia von Topel, deren Sohn t 'hristoph als der Letzte seines eiust hochansehiilichen Geschlechtes starb, nachdem er in seinem Tustamenti: d. d. Montag nach St. Urban 1516 seiner zweiten Gumalin Wuhuiiku von Cer-liahora, — er war in erster Ehe mit Dorothea von Eck-artsan vermält gewesen. — sein Schloss Bastbach und die Güter Ottenstein. Üuschala und Sonnberg in N.-Oo. vermacht hatte. — Ein Theil dieser Besitzungen kam um das Jahr 1520 an Karl, Sohn des Christoph Freiherrn v. Ludmannstorf und der Anna, gub. von Cerna-hora. und auch den liorcr-Schild nahmen die Ludmannstorf iu ihr Wappen auf. (Stiftsarchiv zu Kremsmünster; Landes- und Ständu-archiv zu Wien; U.-B.; Collectanua Geuualogica von J. iL Freihurrn v. Ennenkl Manuscript im Mus. Franc. Carol.-zu Linz; Pritz. Geschichte des Landes o d. E.; J. Ii. Lamprecht, topogr. Matrikel v. Oe.-t. o d. E.; H.; H.-M.). Iturer ku Hlsslug. (Taf. 79). Wappen: Zwei, je auswärts geneigte Zweige aus dem mittleren Gipfel eines Dreiberges wachsend. - Gekr. Helm: Gestülpter, federnbesteckter Spitzhut. (N. S. f bayr. Geschlechter: H.-M. Die Zweige waren ursprünglich wohl Bohrkolben, wie sie als solche auch Höh. und zwar silbern in Both auf silbernem Dreiberg bezeichnet). Die Borer sind Altbayern, aber von Wig. Hund in seinem III. Bande übergangen worden. - Caspar B. war zwischen 1421 und 1423 Burghüter zu Schärding. Dor edl Wilhelm Borer Btarb 1467 zu Arnstorf, Pfarro Schwindkirchen in Oberbayern. 300 OBER>" STERREICHISl'HER ADEL. In Oest. o. d. E. sassen Borer dieses Wappens zn WisBing bei Riedan im Hansrnckviertel nnd wurden 1525 im ersten Gültenbuche als begüterte Landleute bezeichnet. — D. d. Mittwoch nach St. l.anrenzius 1500 veräusserten Stephan und Caspar die Iiorer zu Wissing zwei Sölden zu llofrohr an Wolfgang Mellabrunner zu Rud-leinstorf. Wissing, nach den Besitzern Borerwissing genannt, hatte 1697 Wolfgang Grünthaler inne; später war es, mit der Herrschafft Biedau vereinigt, in Händen der Grafen, v. Salburg. (R.-M.; H.; N. S. f bayr. Geschlechter; J. E. Lamprecht. Geschichte der Stadt Schärding). Bohrbaeh. (Taf. 79). Wappen: I. In drei Reihen gcspickelt. (Nach dem Originalsiogcl Clrichs v. Rohrbach au dem nachbenannten Verkaufsbriefe Göschel des Lerbiilor und Chunz des steger d. d. 30. 11. 1375; k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv). — IL Von Gold und Schwarz in drei Reihen gcspickelt. — Gekr. Helm: Zwischen goldenem Hör-nerpaar drei schwarze Rohrkolben an schwarzen Blätter-Stielen. Decken: scbwarz-goldcn (R.-M. . — III. (Iiohr-bach in Bayern). Von Schwarz und Silber mit (21'J oder 3) Spitzen getheilt. — Kleinod: Gekr., mit schwarzem Hahnen-, oder auch silbernem Straussenfederbusch besteckter, goldener. silbern gestülpter, hoher Hut. Decken: schwarz-golden (N. S. bayr. Adel, wo in der Wappenbeschreibung der Schild mit Spitzen getheilt, in der Abbildung aber gespalten erscheint. — Wig. Hund beschreibt dieses Wappen: „Von oben ab einen schwartzen erhebten Spam, vom selben bis uns end mit schwartz ausgefiilt-). Wig. Hund hält dafür die Bohrbacher in Oesterreich seien eines Stammos gewesen mit jenen von Rorbnch an der Ilm in Oborbayern, dortigen Cradels und Turniergenossen, und wenn für diese Vermuthung bindende Beweismittel bisher auch nicht erbracht worden sind, so dürfte doch eino Wappenverwandtschaft beider Geschlechter, wie oben ersichtlich, kaum zu läugnen Bein. Den bayrischen Rohrbachern schreibt der erfinderische Aventinus einen Gerhoch v. Rorbach (1046) als Stammvater zu. — ein offenbarer Irrthum, sowohl rücksichtlich der Geschlechtsangehörigkeit des Gorhocli, als hinsichtlich des Datums. Zu Passau am 24. 11. 1145 Bchenkte Bischof Reginbert dem Kloster St. Florian die Pfarre Hargelsberg unter der Zeugenschaft des Udalricus de ippha, Pom de holzhusen Gerhoch de rorbach, u s. w, Dienstmannen des Stiftes St. Florian. Gerhoch sass ganz sicher zu Rorbach nächst St. Florian und hatte nichts mit den bayrischen noch mit den österreichischen Rohrbachern gemein Die Enteren treten mit den Brüdern Winhart und Eber-hart und mit Heinrich v. R. Famiiiares Ludovici Ducis Ba-variae c. 1220 zuerst auf. Der Descendenz des einen von diesen gehörte Heinrich v. R. an, der zu Passau 15. 12. 1202 den Vertrag Herzogs Heinrich von Bayern mit dem Bischöfe Otto v. l'assau, dann zu Linz 15. II. 1270 dio Genehmigung dieses Herzoges zur Abtretung des Pa-trouats- und Vogteiruuhtes der Kirche zu Hadershofen durch Poppo vou Griinburg an das Kloster Gleink und schliesslich zu Wels am 15. 7. i 277 als Heinricus sonior de Rorbach den durch rlcn Herzog Heinrich v. Bayern beurkundeten Verzicht Gundackers v. Starhemberg auf die Vogtci über das Stift Lambach bezeugte. — Heinrich der Jüngere und Otto Gebrüder (1314) führten den von Wig. Hund beschriebenen Schild, ebenso wie Wernhart v. B. 1323. Dieser bayrische Stamm erlosch, nachdem er in drei Linien, zu Euernbach in Oberbayern (erloschen in der 2. Hälfte des XVI. Jahrhunderts), zu Hofdorf, Puchhausen, und Tuntzenberg in Nioderbayern, ferner in der Linie zn Rolirbach a. d. Ilm und Sandelshausen (in Nioderbayern) geblüht, sein Wappen mit jenem der Ebran v. Wildenberg vereinigt hatte und d d. Wien 16. 9. 1623 in den Beichsfreihermstund gekommen war, mit Johann Heinrich Freiherrn von Rolirbach, Propste bei U. L. F. zu München im Jahre 1662. Den österreichischen Rohrbachern, zu Rolirbach unweit Seitenstetten, Haag und St. Peter in der Au in N.-Oe., dürfte, im Hinblicke auf die vorausgesetzte gleielio Abstammung mit den Vorigen, kaum jener Conrad von Rorbach (1168) angehört haben, den Wig. Hund im Tra-ditionsbuchc des Klosters Admont las. Jener Chunradus de Rorbach aber, dor zu Ebelsberg 1272 den Satzbrief Hartneids und dessen Sohnes Ulrich von Traun an Siboto (v. Lonstorf) bezeugte, mag immerhin hierher gezählt werden. Ulrich v. IL, Ritter, Vogt zu Haag, welchem Hanns der Fritzenstorlfer. Georg von Meillcrstorf und Andere bezeugten, dass er sowohl wie sein Vater und seine Vorvorderen den Holzbedarf nach Rohrbach stets aus dem Haager Waldo gedeckt hätten, stiftete 1370 im Vereine mit seiner Hansfrau Annu eine ewige Messe am Nicolaialtare in der Pfarrkirche zu Haag und eben dorthin am St. Jakobstage 1388 sammt seinem Bruder Leonhard zwei Jahrtage zu dem Erbbegräbnisse. — Ulrich hatte am 30. 11. 1375 zu Wien den VerKaufsbrief Göschel des Lcrbiiler und Chunz des Steger au Herzog Albrecht, dio Veste Weidenholz betreffend, als Landrichter ob der Ens gesiegelt — Wolfgaug, Hanns und Ulrich II. wären nach der von Holl, mitgetheilti-n und allem Anscheine nach auf urkundlicher Grundlage beruhenden ßohrbach'schen Genealogie, des Landriohters Söhne gewesen. — Wolfgang war 1395 und 1398 Vogt zu Wels. — Hanns welcher den Sitz Klingenbruun bei Haag in N. - (>e. von Friedrich den Zauhinger au sich brachte, errichtete am St. Valentinstage 1435 seinen letzten Willen, gedenkt darin des Sohnes Heinrich uud starb, dann im Erbbo-gräbniss zu Haag bestattet, um St. Pankraztage des nächsten Jahres Vom Sohne Heinrich verlautet weiter nichts. Herr Ulrich IL (+ Sonntag vor Christi Himmelfahrt 1426), Ritter. Pfleger zu Seisenegg. hinterliess aus seiner Ehe mit einer Tochter Georgs v. Lasberg zahlreiche Nachkommenschaft, aus welcher der Sohn Johannes. der Bcinerkciiswerthestc ist, der sich 1451 an dem Zuge Friedrichs III. nach Rom. an dessen Kröuungs- und Ver-mälungsfcierliclikeiten betheiligte, dem Monarchen gegen die Forderungen Erzherzogs Albrecht treu zur Seite stand und 1459 nicht nur die Huldigung der n.-ö.'schen Stände im Vereine mit Hanns von Ungnad Kamens des Kaisers entgegennahm, sondern sich auch während der Belagerung der Wiener Burg im Herbste 1462, und daselbst mit eingeschlossen, ansehnliche Verdienste sammelte, für welche der Lohn nicht ausblieb. — Mit Urkunde d. d, zu der Newnstatt am Mittichen vor dem heiligen Gots-aullarttag (.18. 5.) 1463 erfolgte der Verkauf der Herrschaft Neuburg am In nnd der dazu gehörigen Burgen Wernsteiu, Frauenhans und Neuenfein, nebst der Befreiung bei allen kaiserlichen Zollstätteu bezüglich der Ilaus-bediirfnisse, an Johannes von Korbuch, der Römisch Kaiserlichen Majestät Rath und Kämmerer, und fünf Tugo später, um 23. Mai, mit einem zweiten Briefe die Erhebung desselben in den Freihermstand als „Herrn von Bohrbach und des heiligen Reichs Edeln freien zu Ncwnburg auf dem Inn- für seine Verdienste ,.besunnder au unserm Zug gegen Rom und Naples. da wir unsere kuiserliche krön empfangen, — auch fiir den getreuen beystannd, don er uns, (1er ullerdurchleichtigstcn furstin. fruwn Leo-noren Roinischen Kayserin, unser lieben Gumahel und dem hochgeboren Maximilianen, unnserm lieben sun mit sampt andern unnsern Grafen. Herrn, Rittern und.Kncch-ten in unser Burgkh zu Wieun, darin sie durch die von OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 Wien herticlich behawert nnd bekumert gewesen sein, getan hat." Schon Tags darauf wieder, an Eritag vor dem heiligen Phingsstag, verlieh ihm der Kaiser den Leichsadler in den Schild und erhob, zu der Newnstatt an Snntag der heiligen Drivaltigkeitstage 5. 6.) des nämlichen Jahres, die Herrschaft Neuburg am In sammt allen Zugehörun-gen zu einer Grafschaft des heiligen Römischen Reichs, wie dies vor Alters gewesen, und den Johannes Herrn von Rohrbach Christoph seinen Sohn und alle deren eheliche Leibeserben zu Grafen uud Gräfinnen des Heil. Rom. Reichs. Doch dio Tage des Glückes entschwanden fast so schnell als sie gekommen waren. Trauer zog in Rohrbachs Burgen ein, als der Graf an der Bahre des einzigen Sohnes stand, der aus der Ehe mit Scholastica von Weisspriach erblüht war. uud als er nun des Erben entbehrte, auf den er Namen und Schild, den Stolz ob der vor dem Kaiser gefundenen Gnade und reiche Habe jiätte übertragen können, — als er selbst bald darnach, im Jahre 14t>7 dahinsank, war ihm nichts geblieben als der Trost der Verlobung seiner Tochter mit dem Grafen Sebastian zu Ortenberg. Er war kaum zu Vormbach in der Gruft bestattet als in der Besorguiss vor dem übermächtigen Grafen Sebastian kaiserliches Kriegsvolk vor Nevburg erschien, die Veste besetzte uud die Wittwe und Tochter gefangen behielt. Wohl gelang e- Sebastian die Burg im l'uiikcl der Nacht zu ersteigen uud die Besatzung zum Abzug zu zwingen, doch wurde erst Friede als nach vielfachen Irrungen am 2s. 7. 1473 Sebastian und seine Gemalin die Grafscbait au den Kaiser förmlich abtraten. - So ist das juugo Grafengeschlecht der Rohrbach und alle Erinnerung au dasselbe binnen wenigen Jahren hinweggefegt gewesen. Georg v. Rohrbach (f Mittwoch vor St. Phil, und Jak. 14(17.' war mit seinem Bruder Johannes mit auf dem Zug nach Rom. wo er von K. Friedrich III. den Ritterschlag auf der Tibcrbrückc erhielt. Er erlaugte am 18. 12. 1458 vom Erzherzoge Albreclit eine Schuldverschreibung über 7000 Dncaten auf Gmundcn, von demselben am 24 2. 1450 als Schadloshaltung verschiedene Güter in der Gosach, kaufte 1462 von Johannes v. Ii. die Herrschaft St. l'eter in der Au uud starb als Pfleger zu Wildenstein bei Ischl. Er ist, wio dio meisten seines Geschlechtes zu Haag bestattet worden.— Sein Solm Wolf-gang. aus der Ehe mit Susanna von Zebing, überkam nebst St Peter in der Au von seinem mütterlichen Grossvater Thomas v. Zebing die, diesem durch K. Friedrich III. 1450 verliehene Grafschaft Pernstein in Ungarn, aber diese sowohl wie St. l'eter giengen während der Irrungen nach dem Tode des Grafen Johannes verloren uud wurden zur llofkammer eingezogen. Wohl gab ihm K. Maximilian auf Grund seiner Anforderungen die Pflege der Herrschaft Orth, doch kam der in Au-siclit genommene Vergleich in Folge dcB schon im Jahre darauf eingetretenen Ablebens Wolfgangs nicht zu Stande. Derselbe hinterliess aus seiner Ehe mit Agnes, des Sigmund von Aspan zu Wimsbach Wittwe, des Clement l'anhalm von Marbach Tochter. Welche ihm das Schloss Marbach zubrachte, mehrere ohne, von welchen Sebastian und Hanns zwei Linien begründeten. Aus der Erstcren ist Sebastians Sohn Andreas von Rohrbach zu Klingenbrum (f 80 12. 1575; 1566 als Mit glied des ob der Fliis'schen Ritterstandes eingetragen. Dessen Sohn Wolfgaug zu Klingenbrunn, aus des Vaters zweiter Ehe mit Martha Magerin v. Fuchsstatt, verglich sich zu Linz am 30. 4. 1576 mit seinem Bruder Georg um die väterliche Hintcrlassen.-chaft uud vermälte sich 1) mit Maria Anna von Neuhaus aus Kärntlien it 1589), 2) zu Ybbs am 3. 6. 1590 mit Eva Wagnerin von Wagenhofen (f 1609) und 3) mit Maria Storebin vou Claus. IV. 5. Er ist am Dienstag nach St. Laurenz '615 in seinem 67. Lebensjahre zu Haag beigesetzt worden. Seine Söhne Hanns Christoph igeb. 1610 f 1629 zu Sienai uud Wolf Andreas gel«. 1614 t. der in Kriegsdiensten zu Namiir in den Niederlanden 1636 sein Leben Hess, beschlossen diese Linie. — Aus der anderen Linie zu Rohrbach und .Marbach ist ihres Stifters Haunsens Sohn Bernhard v. R. zu Marbach , passauscher Pfleger zu Gleiss iu N.-Oe., Mitglied des ob der Ens'schen Ritterstandcs gewesen, dies jedoch nicht im Jahre 15*8, wie die neue Matrikel besagt, da er schon am 4. 4. I..H8 gestorben war. Seine Gemalin Hedwig Prannfalkin folgt" ihm 1534 in die Gruft nach Haag, mehrere Söhne Lintel lassend, von denen Hanns Christoph if 27. 5. 1619) Schloss .Marbach am 4. 7. 1096 von seinem Brndor Abraham käuflich an sich brachte. Hanns Adam, Bernhards jüngster Sohn, vermält 1) zu Ens 4. 8. 1585 mit Barbara Tollingerin v. Grünau (f zn Schloss Rohrbach 15. 12. 1594i und 2) Dreifaltigkeitssonntag 1596 mit Johanna von Freising, des Benedikt von Mosshaim zu Tanneck iu Steiermark Wittwe, liiut< rliess bei seinein Tode einen einzigen Solm. llannaAdam(l Ehe), welcher Klingeiibrnini nach dem Erlö.-clicii der ersten Linie ererbte, Herselbe erwarb mit seinen beiden Gemalinen Elisab'th Hörilzcrin von Steinbach, des Wolfgaug Strasser zu Gleiss Wittwe, und mit Anna Mariisch Freiiii von Puchheim (verm. zu Haag 2 8. 1637; mehrere Söhne, die aber nicht zu mannbaren Jahren gelaugten und vor dem Vater starben, der somit sein altes Gesclilecht heschloss. Seine zweite Gemalin hat sieh hierum mit Wolf Heliuhart F'reiherrn von Hohberg trauen lassen, Marbach kam nach Hanns Adams Tode, oder vielleicht noch bei seinen Lebzeiten an das Stift St. Florian. (IC, und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv; U.-B.; Wig. Hand; H ; B.-M.; Huschberg, Geschichte des Hauses Ottenburg; W.; Britz. Geschichte des Landes o. d. E.j N. S. f bayr. Geschlechter). ltoNciibel'(. (Taf. 79. 80). Wappen: I. Eine Boso. — Kleinod: Zwei Bosen nebeneinander. (Nach dem Original-Bcitcrsiegel de- Henriens dominus de Boseuberch au dem Briefe <1. d. Rosenberg 25. 2. 1293, — nicht 1243 wie irrthüinlich im U.-B. steht —, womit derselbe seinem Diener genannt Gusner. das Dorf Waldau verleiht: Stiftsarchiv Hoheiifurlb. — II. Eine Rose. — Kleinod: Die Bose, mit ihrem Stiel auf den Helm gesteckt. (Nach dem Originalsiegel des Johann v. B. an dem Briefe d. d. Krnniau 12. 3. 1356, womit die Brüder Peter, Jodok, Ulrich und Johann v. R. dem Kloster Maria Schlag die Fligeiischaft über das Lehen Wurm-prant sammt einer Mühle daselbst geben; Stillsarchiv Schlägl;. — III. D.-is Stammwappeii mit den Ordenswappen von St. Johann einem lialkenkreuz, geviert — Kleinod : Die Bose. (Nach dem Originaisiegcl des Johann v. B. „Obristem Mai st er sand Johanns Orden jm Königreich Bebeim", an dem Briefe d. d. Krumau. F'reitag nach Ju-dica in der F'asten 1528, womit derselbe dem St. Antoni-Kloster zu Beuraifel die Befreiung von der L'-benssteiier gewisser Haslacher Zehintfeldcr bestätigt; .-tiftsarchiv zu Hohenfurth;. — IV. durch einen Balken getheilt. Oben die Rose, nnten fünfmal schräg getheilt < irsini;. — Gekr Helm: Die Rose. (Originalaiegel mit der Legende: S. Wilcin Wladarz dornu Rozenberskeho (Wilhelm v. R.) an der Urkunde d. d. Hohenfurth Sonntag Cantate 1562, womit der Abt Jobann uud der Convcnt des Klosters Hohenfurth einen Verkaufsbrief vorn Jahre 1544 bestätigen. Dass der Balken mit einer Schlange belebt Lt. ist an dem Siegel nicht zu erkennen; Stiftsarchiv Hohenfurth'. - V. Durch einen golden«n mit einer Schlange wagrecht belegten Balken getheilt. Oben in Silber 76 302 OBEBÖSTEBBEICHISCH E Ii ADEL. eine rothe Böse, nnten von Silber und Both fünfmal schräg getheilt. (Balken und unteres Feld wegen Orsinij. — Gekr. Helm: Die ruthe Bose an goldenem Stiel. Decken: roth-silbern. Schildhalter: Zwei Bären. .H.-M. Dasselbe Wappen führte, von der Kette des Goldenen Vliesses umgeben, Wilhelm v. B. an der Beversseite. der von ihm geschlagenen Thaler). — VI (Zavis v. Falken-stoin) Ein Kalke, auf einem Dreiberg stehend, im linken Obercck von der Bose begleitet. (Siegel mit der Legende S. Zawisoui do Valchenstain an der Urkunde d. d. Velden 21. 6. 1272. Original im kgl. bayr. Beichsarchive zu München, abgebildet in den Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 10. Jahrg.; VII. (Zavis v. Falkenstein). Die Bose. Kleinod: Niederer breitkrämpiger Hnt, besteckt mit der, hier gestielten Bose, jedes der fünf Blätter derselben mit einem llahnenfederbusche besteckt. (Siegel mit der Legende: S. Zawissi de Falchenstein, an dem Treuebriefe des Gerhart von Obrau gegen König Wenzel II. d d 28. 2, 1280; Original im k. und k. Haus-Hof- und Staatsarchive zu Wien.) Die Herren von Bosenberg bilden einen der vier rusonführenden Hauptstämme, welche sich, wie dies berechtigte Schlüsse auf urkundlicher Basis zu behaupten gestatten, mit den Söhnen des edlen Witigo (116—91176 dapifer, 1179 auf Prcice im ehemaligen lierauner Kreise f i 194) und zwar mit Witigo II. (dem Aelteren), Witigo III. (dem Jüngeren), Heinrich und Witigo IV. (?) in die Herrn von Krumau, von Boscuberg, von Neuhaus (im ohemal. Taborer Kreise) und von Landstein (ebenfalls im Taborer Kreise) verbreiteten nnd weiter verzweigten (Vitkovice v. Str;iz, Vitkovice von Ousti) und deren erste Vorfahren unter der gemeinsamen Bezeichnung der Vitkovice (Witigonen, Vitkonides, Witegonides) zusammen gefasst worden. Die Tradition von ihrer Abstammung aus dem römischen Fürstenhausc Orsini ist allgemein bekannt. Dieso Ueberlicferung, ursprünglich nur zur Vermehrung des Glanzes dieses Geschlechtes erfunden, den Bosenberg aber bereits am 22. 8. 1469 durch den Kardinal Latinus de Ursiuis, natürlich ohne alle begründenden Beweise, urkundlich bestätigt, ebenso durch den Kardinal Cosinus de Ursinis am 22. 2. 1481, gewann, nachdem König Vladislav II. dem jeweiligen Begicrer des Hauses Bosenberg vor allen anderen böhmischen Herrn den Platz zur Beeilten des Königs verliehen hatte, während der Minderjährigkeit Wilhelms v. B., welchem der Burggraf von Meissen Heinrich von Plauen im Hinblicke auf seinen fürstlichen Bang dieses Vorrecht streitig machte, erhöhte Bedeutung. In dem darob entspounenen Proccsse ward neuerlich die fürstliche Abstammung aus dem Hause Orsini vorgeführt und wahrscheinlich aus dieser Zeit datirt der, alle Stempel der Unechtheit tragende Brief vom 8. 7 1341. durch welchen König Johann von Böhmen (Kaiser Heinrichs VII. Sohn) die Orsinisclie Abstammung der Boseuberg bestätigt haben soll. 1556 erneuerte K. Ferdinand I. den Vladislav'schen Gnadenbrief für Wilhelm v. B. welcher sich nun „Guillielmus Ursinns de Bosenberg" schrieb, mit fürstlichem Bang den Titel „Hochgeboren" (v.vsocu urozenj-) führte und sein Wappen mit dem Orsinischcn vereinigte. In Dr. Pangerl's „Dio Witigonen", veröffentlicht von der kaiserl. Akademie der 'Wissenschaften (Archiv für österr Geschichte, Bd. LI), ist diese alte Abstammuugs-fabel des Ausführlichen widerlegt worden. Nach diesem Autor hätten sich die Vitkovice ans den deutschen Gebieten südlich von Böhmen erst nachher weiter nach Norden hinauf verpflanzt, Beweis hierfür wären ihre Besitzungen im Mühlviertel, ein Irrtlium, denn es wurde übersehen, dass die Güter an der Mühel erst durch Witigo III. aus den hiuterlasscncn Alloden der nm 1221 im Manncsstamme erloschenen Herrn von Griesbach-Wachsenberg erworben wurden, während schon der Vater, Vitek I., im Jahre 1179 auf Prcice im Berauner Kreise sass. — Der Name Vitek kam auch unter den Ceclicn vor und der Ahnherr des Hanscs mag immerhin eiu Slave gewesen sein. Aus diesem, gleich in der Person seines Urahuherrn im XII. Jahrhunderte hochauschnlichen und schon in seiner zweiten Generation mächtigou Hause sei au dieser SteHe nur der beiden Stämme .Hosenberg und Kruuiau und nnr insofern gedacht, als dieselben iu Berührung mit dem gegenwärtigen Erzlierzogthume Oesterreich ob der Ens gelangten. Wie vorhin erwähnt, war der Manncsstamm der Griesbach - Wachsenberg mit Heinrich c. 1221 heimgegangen. Herzog Luipold VI. zog die grosse Herrschaft Wachsenberg ohne Bücksicht anf die Ansprüche der Erb-tochtcr Cholo's, des Bruders des Heinrich, Hedwig, ein und schon im Jahre 1231 trug Vitek III. Gricsbacli-Wachsenberg'sche (ehemals Blaukenberg'sche) Güter an der Ostseite der grossen Mühel vou St. Oswald bis an die Donau herab, das spätere Landgericht von Haslach, von den Herzogen von Oesterreich zu Lehen. — Aber oben auch schon zu dieser Zeit fasstc Bischof Gebhart v. Passau den Entschlus3 diese Besitzungen der böhmischcn Dynasten an das Hochstift zu bringen nud schloss zu diesem Behufe mit Vitek III. zu Vehlen am 17. 12. 1231 einen Vertrag, durch welchen er diesem für das Land vou der .livesche niuhel in inferiore parte- bis zur Donau 300 Mark Silber Passauer Gewichts in drei Terminen zu entrichten versprach. Würden diese Bedingungen nicht eingehalten, so sollten zwei passansehe Ministerialen am Sonntag Invocavit in Priethal .südlich von Krumau) so lange Einlager halten bis 50 Mark ausbezahlt seien. Vitek dagegen verpflichtete sich eidlich alle von Passan lehenbaren Güter dem Bischöfe zu verpfänden und das (lericht, das er wohl bei der damaligen Hilflosigkeit Herzogs Friedrich II. von Oesterreich in Besitz genommen, dem Hochstifte zu erhalten und zu schützen. Da unter „Bveschemuliel" zweifellos die südlich vou St. Thomas in Böhmen entspringende böhmische Mühl, die sich bei Haslach in die grosse Mühl ergiesst, zu verstehen ist, so erstreckte sich der von dem Bischöfe eingelöste Theil vom unteren Laufe der böhmischen Mühl bis zur Donau und begriff sonach das untere Gericht in sich. Nach dem gewaltsamen Tode Yitck's III. im Speisesaale des Klosters St. Florian vor Pflngsten 1256 gcrieth dessen Sohn Wok v. Bosenberg (Bozmberk, 1250 das erste Mal urkundlich genannt) mit dem Bischöfe Otto v. Passan über dio Grenzen des Untcrgerichtcs in Streit, verglich sich aber mit dem Kirchen) iirsten zu l'assau am 10. 1. 1257 und übergab dem Hochstifto nm 1260 im Gerichte jenseits der Mühl die Besitzungen nnd Lehen zu l'ercheim Borgheini, Pfarre Feldkirchen), lantshabe l.Landsliag), Winsteigo, hartmanstorph (Pfarre Haslach), welwarn, Grepelshoue, loh (Lach), in der owe (Au), awersperge (Auerberg!, hohenperge, Schueuperge, Marcli-pacli, u. s. w.. dies Alles Pfarre St. l'eter im Mülilviertel. — Auch die Veste Haichenpach, welche Wok zu Ende des Jahres 1258 oder Anfangs 1259 von Budlin v. Haichenpach gegen die Absichten des Bischofes Otto an sich gebracht hatte, in dessen Interesse es natürlich nicht gelegen sein konnte diese die Donau beherrschende Burg in den Händen mächtiger, böhmischer ilorrn zu wissen, gieng auf gütlichem Wege an das Hochstift auf Grund eines zu Wien am 16. 4. 1259 orflossenen Schiedsspruches über, wobei sich Wok v. B. gleichzeitig verpflichtete auf passau'sclien Gebiete weder Güter zu erwerben, noch Befestigungen zu errichten. Aber nicht nnr iliro Besitzungen im Mühlviertel, sondern auch amtliche Stollungen machen uns Wok v. B. OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 nnd schon dessen Vater berücksichtigenswerth. — Als König Otakar auf Grund des ain 3. 4. 1254 abgeschlossenen Friedens das Steyrland jenseits des Seinniering an Köuig Bela verloren hatte, auch trotz der Bestimmungen dieses Präliminarfriedens nicht in den Besitz des Ensthales gelangte, das dem Erzbisehofe von Salzburg verblieb, erübrigte ihm nur das Gebiet von Päten, und. im späteren Oesterreich ob der Ens, das Land zwischen dem Pyhrn und der Donau, dessen Verwaltung er dem bisherigen Landschreiber der Steiermark Witigo illl.j tibergab, der jedoch nur die Bezeichnung eines Scriba Anasi führte, und nach dessen Tode (1256. Otakar für den Distrikt ob der Ens Witigo's Sohn Wok. — der im Vereine mit seinen Vettern Budiwoj und Witigo v. Krumau der Begründer des Stiftes Hohenfurth gewesen ist, — zu einem eigenen Machthaber ernannte, welcher obwohl ohne Titel, die Functionen eines Hauptmannes und Landrichters iu sich vereinigtu. Zu dieser Bestellung dürfte, wie schon boi seinem Vater, nicht nur der Umstand, dass er durch seine Besitzungen in Südböhmen nnd im Mühlvicrtel der, Oesterreich nächste, böhmische Barou war und in guten Beziehungen zu dem nachbarlichen Hochstifte l'assau stand, sondern auch seine Ehe mit Hedwig (•}■ 1815,-, Tochter Heinrichs II. von Schauuberg und der Hailwig Gräfin von Piain, massgebend gewesen sein — Wok v. B. erkannte im Jahre 1256 im Luudtaidingo zu Linz dem Abte Bohuslaus von Zwettl die Mantfrciheit in Linz für das Klostcrsalz zu, bezeugte das am 23. 4. 1257 zwischen König Otakur und dem Bischöfe von Passau geschlossene Biindniss, im Oktober 1258 zu Wels drei Bestätigungsurkunden Otakars fiir das Stift Krcins-miinster, ferner um 10. 1. 1257, 10. 4. 1259 und c. 1260 Urkunden, welche wohl nur seine eigenen Angelegenheiten mit dem Bischöfe v. Passau wegen seines Besitzes um Haslach betrafen, die aber Alle gleichwohl für seine Anwesenheit im Laude und dafür sprechen, dass suincr Thätigkeit dusclbst seine inzwischen (1257; erfolgte Ernennung zum Landiuarscliall in Böhmen keine Grenze gesetzt hatte. Erst die Wiederorobcrung des Steyrlaudcs durch Otakar im Jahre 1259 und dio Abtretung desselben an den Böhmenköuig nach der Schlacht bei Kroisscnbrunn (12. 7. 1260) und der Friede von Wien (31. 3. 1201) brachte Wok als Landeshauptmann nach (iraz, als welcher er bereits am 24. 12. 1260 urkundlich erscheint und wo er im Juni 1262 das Zeitliche segnete — Er hatte den Stamm durch seinen Sohn Heinrich fortgesetzt, dessen Sohn Petor (+ 1347), — das Obergericht war noch im Besitze der Rosenberger, — zu diesem am 11. 9. 1341 den von Beinen Vorfahren als freies Eigen besessenen „Markcht ze Haslach" summt ,ZoI, Mavtt, Lantgcricht nnd Gericht, Mannschaft und Loheuschaft" um 13O0 Pfund Pf. vom Hochstifte zurückkaufte, jedoch unter der Verpflichtung dies, — die Grenze erstreckte sich bis „ob BosenawC, welches also damals noch nicht zu Böhmen gehörte. — von l'assau zu Lehen zu nehmen nnd zu gestatten dass der Bischof die im Markte erbaute Veste niederreisso. — Von Peter gedieh das Obergericht uud Haslach an seinen Sohn Ulrich (t 28. 9. 1390!, von diesem an des Letzteren Sohn Heinrich (t 28. 7. 1412), welcher durch seine Ehe mit Barbara (f 5. 3. 1398;, Tochtcr Heinrichs VII. Grafen von Schaunberg und der Ursula Gräfin von Görz, vorübergehend Stadt und Schloss Eferding in seine Hände brachte. - Es war dies zur Zeit des Kampfes der habsburg'schen Herzoge mit den reichsunmittelbaren Grafen von Schauuberg um die Gewinnung der Gebiete dieser Letzteren unter oosterruichische Landeshoheit. Graf Heinrich v. Schaunberg warb Bundesgenossen und um das Interesse der Rosenberger für sich EU erregen, wies er das Hoirathsgut seiner Tochter Barbara, der Braut des Iloinrich v. R.. am 16. 3. 1880 mit luOO Pfund Pf. auf die „Btat Everding- an, welche er dem Rosenberger übergab, der in dem unglücklichen Verlaufe der Fehde aber nach wenigen Monaten daraus vertrieben wurde und schon am 25. Oktober des gleichen Jahres einen Waffenstillstand mit Herzog Albrecht III. schloss. — Heinrich von Rjsonberg entsagte nun dem Bündnisse mit seinem Schwiegervater, erhielt auch auf Gruud dessen iu Folge Schiedsspruches des Königs »Venzel vom 24. 1. 1882 Eferding zurück, das jedoch während der bald darauf begonnen Friedensuntorhaiidlungen. vermutlich durch Einlösung, wieder au deu Grafen Heinrich v. Schaunberg gedieh, der sich am 13. 10. 1383 verpflichtete die Vestuu Schaunberg, Stauf, Nuuhaus und auch Eferding vom Herzoge zu I.ehen zu nehmen. Nach liarbara's Tode vermälte sich Heinrich v. R. mit Eliska v. Kravaf, deren Sohn Ulrich (t 28. 4. 1462) den Markt Haslach sammt Apertinentien, das < Ibergericht mit seinen Zugehörungeu ausgenommen, am 27. 4. 1421 an den Gemal seiner Schwester Katharina, Rcinprecht v. Walläee (+ 1450; veräusserte, nach dessen Tode judoch Haslach wieder an diu Rosenberger kam, aber nun nicht mehr iu deren ruhigem Besitze blieb Der .Markt wurdo 1469 freute 1459 nach Mon. boio XXXI. 11. 467; von Nicolaus und Peter Kuppler zu Suluvic. gesessen zu Wynderbcrg, während ihrer Fehde mit dem ilochstifte Passau geplündert und in dem Kriege Leo's von Itoseii-tlial mit dem ob der Eus'scheii Adel von Ersterom iin Jahre 1471 besetzt: es scheint demnach, dass schon zu dieser Zeit Haslach. — zum Wenigsten der Markt, — in die Gewalt dur Starlieinberger gekommen war, wie dies nachher aus der Urfehde der Brüder Sncssenpeckchen am 3. 4. 1479 hervorgebt. Späterhin suchte des letzt-gedachten Ulrich von Rosenberg Enkel Wok (+ 1.9. 1505) den Markt Haslach zu befestigen wogegen K. Friedrich HI. d. d. Nürnberg 13 7. i-187 ein Befehlschreiben au Gott-liart von Starheiubcrg uud die Stünde ergehen liess dioB nöthigen Falls mit Gewalt zu verhindern. Im Jahre 1600 wurde Haslach vom Ilochstifte eingelöst. — Des Wok Enkel ist der Eingangs genannte \\ ilhclui Herr uud Regierer de.» Hauses Rosenberg 'geh 1535, + 31 8. 1592), Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse, Oberstburggraf des Königreiches Böhmen, dessen vier Elten 1.) mit Katbarina Fürstin von Braunschweig-Calcnberg, 2.) mit Sophie Markgräfin von Brandenburg. 3.) mit Anna Maria Markgrälin von Baden und 4.) mit Polixena von Perit-stoin olino Nachkommen blieben, worauf ihm sein Bruder Peter Vok (geb. 1. 10. 1539) siiccedirte, welcher den Hauptstaunn dieses uralten Hauses Roseitberg, nach seiner kinderlosen Ehe mit Katharina von Ludauic. am 6. 11. 1611 beschloss, das reiche Erbe seinem NelTen Johann Grafen Zriny, einem Sohne des Helden Niclas Zriny, hinterlassend. Ein Zweig der lloscnberg. schon im XIII. Jahrhunderte unter den stcirischcn Rittern genannt und dorthin wohldurch einen der nächsten Nachkommen des Landeshauptmannes der Steiermark ■ • ok v. Rosenburg verpflanzt, bliiht noch heute in Kärnthen nnd Oesterreich. Diese wurden 1633 Freiherrn, 1648 Reichs- und erbllndische Grafen, vertauschten das 1652 erlangte Erbland-Stabelmeisteramt in Kärnthen 1660 mit dem dortigen Erbland-ilofmeister-amte. erhielten 1681 Sitz und Stimme auf der fränkischen Reichsgrafenbank, am 6. 7. 1648 wurde auch ihnen die fabelhafte Orsini'scbu Abstammung bestätigt uud d. d. Frankfurt 9. 10. 1790 dor Reichsfürstenstand verliehen. Ein anderer Stamm der Vitkovice, und zwar jener zu Krumau, — dieser oft und selbst in der Heimath Böhmen mit den Rosenbergern fälschlich vermengt und identifficirt, — sei schliesslich noch erwähnt. Derselbe zweigte mit Vitek II. 11213—1236), ebenfalls einem Sohne Vitek's I. von I'reice, ab. Von den Enkeln de« Ersteren. Budivoj von Krummau und Skalitz (1220—1272) und Vitek von Kruinman (1220—1270.., Söhnen daB Zavis von Nechanitz, war Budivoj mit einer Berchta 301 OBER' STERRE1CHISCHER ADEL. vcrmiilt, welclio zweifellos aus dem Geschlechte der Falkeiistein gewesen ist, wie dies schon nachstehende zwei Briete darthan: Im Jahre 1-64 iibergieht Bu widmet Chalhoch IV. von Valchenstain auf seinem Todtenbette demselben Kloster ihm ebenfalls erbrechtlich zustehende Zehente zn Schindelau. - Herohta könnte demnach eine Schwester l halhocli's IV. von l-'alkenstein gewesen sein, welcher Anuahme nicht der Umstand widersprechend zur Seite steht, dass Seinerzeit auch Hok. v Bosen bürg .Anspräche auf Schindelau erhoben und darüber iu seinem Testamente vom 4. Ü 1202 zu Gunsten des Stiftes Schlägl verfügt hatte. Im Gegentheile mögen die Boscnbcrg'schen Erwerbungen im Mühlviertel leicht Anlass gewesen sein mit den nachbarlichen Falken-steinern irgendwie iu Streit zu gerathen und dass beide Geschlechter hinsichtlich ihrer Güter in einem gewissen Verkehre standen beweist auch der obengenannt - ietzte Wille Wok's v. Bosenberg, in welchem er einem Chalhoch, - nud dieser kann doch nur ( alhoch IV. von Falkenstein sein. - Lehen zn Güntlu-rsreut (l'farre S. Oswald im Miihlviertel) vermachte. — Aber noch ein weiterer Umstand dass Budivoj's von Krummau Hausfrau Berchta eine Falkensteiu gewesen, spricht für diese Behauptung. Dieser Beiden Sohn Zavis (II.), der Vielbesungene, der seinen Abfall von König Otakar II. am 28. 8. 1290 unter dem Henkerbeile büsstc, diirlte. im Hinblicke auf seino Abstammung, nicht nur Ansprüche auf die Burg Falken-sein erhoben haben sondern bracht.' dieselbe auch iu der That vorübergehend an sich, führte den Falken im Schild und nannte sich seither, auch als Falkenstein längst nicht mehr iu seinen Händen war und er die Kose allein in sein Wappen wieder gesetzt hatte, nicht anders als .von Falkeiistein." — Die Erwerbung der Burg dürfte in der Zeit kurz nach dem Tode Chalhoch's IV. von Falkenstein, für welchen er mehrere Urkunden, dio letzte noch am 18. 1. 1209 als „filius Bvdiboy dictus Zewisch" bezeugt hatte erfolgt sein, worauf Zavis, — wohl wegen eines Grenzstreites, — vielleicht wegen Falkenstein selbst. — mit dem Bischöfe l'eter von l'assau in F'ehde gerioth. Zur Beilegung derselben wurde vom Könige Otakar auf den 27. 0. 1272 zu Veldcu im Mühlviertel ein Tag anberaumt wo sich der Kirchcnfiirst jedoch zu eiuer Ersatzleistung für die angeblich dem Zavis zugefügten Beschädigungen nicht herbeilassen wollte, so dass diu streitenden Parteien deu A u trag der Sache einem Schiedsgerichte übergaben, das fiir deu Bischof aus Chunrat v. Hartheim uud H-.-inrich v. Radeck, l'iir Zavis aus dessen Vater Budwigius und Vatersbruder Witigo von Natscharat bestehen und am 1. Juli desselben Jahres wieder in Vehlen zusammentreten sollte; käme ein Schiedsmann nicht, so solle dessen Vollmachtgeber der Gegenpartei 50" Pfund Pf entrichten, wozu sich auch Zavis bei Strafe des Einlagers verpflichtet; weitere F'risten von je 14 Tagen sind zugestanden wofern ein rechtliches Hinderniss nachgewiesen wird, was einerseits auf der Burg Falkeiistein andererseits vor dem l'assauur Ilomkapitul durch rittermäs ige Personen zu erhärten wäre. Dieser letztere Passus ipricht hinlänglich dafür, dass Zavis damals auf Falkenstein gesessen gewesen sein muss Der Zwist wurde übrigens ohne Zweifel friedlich beendet, da sich keine weitere Urkunde hierüber vorfindet; ja durch Vermittlung des Budiwoj und seines Sohnes Zavis wurde noch im nämlichen .iahre zu Banna am 18. August, oine andere Fehde zwischen den Brüdern von Waldeck und Pilgrim von Tannberg beglichen nnd vielluicht steht mit dem Ausgleiche zwischen dem Hociistifto und Zavis der Titel ein. h passau'nchen Burggrafen, welchen Letzterer nun führte und der natürlich nicht auf Falkeiistein haftete. in Verbindung. Dieso Vesto, wo nachher wieder das gleichnamige Geschlecht hauste, kam wahrscheinlich gegen Endo des Jahres 1271 aus den Händen des Zavis. — Derselbe hatte in seiner zweiten Ehe mit Kunigunt, König Otukars IL Wittwe. und mit der dritten Gemalin Judith Uherska je einen Sohn erworben, die aber wahr cheinlich von des obeu genannten Witigo v Natscharat (Vitek v. Naeeradec) Sohne, Wok von Krumau, überlebt wurden, der, demnach als Letzter dieses Hauptstammes. im Jahre 1302 heimgieng, die Rosenborger als Erben hinterlassend. (Stiftsarchive zu Hohen'.urth und Schlägl; U.-B.; Dr. l'angerl Die Witigonen, im Archiv für oesterr. Geschichte Bd. 51; von demselben: Wok v Rosenbirg, Zavis v. Falkeiistein. iu den Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deut-eben in Böhmen, !>. 10. und 12. Jahrg.; Strnadt-Peuerbach nnd Velden; vou demselben: Die Geburt des Landes ob der Fhis; IL M.; N. S. Kärnt.liner Adel.) Rosenbnarh. Taf. 80.) W appen: I. In Both aus silbernem Dreiberg wachsend, ein grüner Rosenstrauch von drei Zweigen, daran je eine weisse (?) Rose. — Gekr Ilelm: Fünf solcher Rosciizwcige nebeneinander. Decken : roth-silbern. (Die Rosen am Helm kommeu auch aus einem Henkel-topfe wachsend vor. — N. S f bayr. Geschlechter.) — II. F'reiherrliches 1G90) Geviert, mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 und 4 in Schwarz ein goldenes Kreuz. 2 und 3 in Silber eine gefüllte, natürliche Rose an grünem Blätterstiele. Zwei gekr. Helme: 1. Goldeue, mit schwarzem Doppeladler belegte F'ahne. Decken: schwarzgolden 2. Wie das erste Feld bezeichnete F'aline. Decken: roth-silberu. Beide F'ahnen sind über eicem zwischen den beiden Helmen eingeschobenen, in's Visier gestellten, silbern bekleideten, gekrönten Mohrenrumpf geschrägt. (N. S. + bayr, Geschlechter). Jakob Rosonbusch war um 1-188 Wundarzt zu München. Von seinen Enkeln sass Hanns ao. 1520 im Rathe dieser Stadt: dessen Bruder Jakob war 1515 als Schreiber in den Dienst des Herzogs Ludwig getreten, brachte es bis zum Landschaftskanzler und erhielt im Jahro 1587 einen Adelsbrief. Er hatte sich mit einer geborucn Wenig verehelicht, die ihm 20000 Gulden zubrachte. — Woli'gang Franz Williolm v. B. wurde d. d. Augsburg 29. 1. 1690 in don Freiherrustand erhoben. Sein Nachkomme Freiherr Peter, auf Notzing, Pfarro Aufkirchen in Oberbayern, das schon vor 1019 an die Familie gekommen war. starb angeblich als Letzter 1768. Abgesehen von ihren oberbayrischen Besitzungen, waren die Bosenbusch auch iin Jnviertel begütert und kamen dort mit dem Freisitze Geretsdorf und der Ilof-inark Spitzcnbcrg nach dem Tcschener-Friedeu 1779 unter öesterroichische Landeshoheit. Diese Liegenschaften waren damals iin Eigcnthume der Maria Anna Johanna F'reii'ran von Bosenbusch geh Freiin von Lerchenfeld, welche nach Obigem die Wittwe des vorgenannten letzten Freiherrn Peter gewesen sein dürfte, den sie aber wenigstens um 25 Jahre überlebt haben muss, denn vermöge Schenkungsurkunde vom 12. 9. 1793 giengen Geretsdorf nnd Spitzenberg von ihr au Johann Nep. Freiherrn von Lerchenfeld über. (N. S. f bayr. Geschlechter; Wig. Hund III.; Landtaf.) Ruth«!, i Taf. 80. 81). Wappen; I. Ein anstehendes, schräges Antoniuskreuz. iNacli dem Originalsiegel Thomau'B I. Rottaler OBEBoSTERREICIIISCHER ADEL. 305 an dem Testamente Vlreichs v. Sanrau d. d. 13. 11. 1453; dasselbe Siegel bängte Tlioman an den Brief Erhart des Lembaebcr, zweiten Geniales seiner Schwiegermutter Anna, womit dieser am 17 7. 1454 verschiedene Güter an das Dominikanerkloster zu Graz veräussc-rte. Offenbar nur durch einen Zeiehenfehler des Sigelstechers erscheint darin der Längsbalken des Kreuzes nicht schräg, sondern wagrecht; Steiermark. Landesarch.). — Schon Tbo-man's I. Söhne veränderten den Schild und führten, silbern in Both, statt des Antoninskreuzes ein anstehendes Tatzenkreuz, so Georg, t 1525 (Wiener Minoriten Nccro-log, s. Wappen II.) nnd Wilhelm II., der Aeltere genannt, ao. 1602 (Siegel im steierm. Landesarch.). Als Kleinod auf gekr. Helm gehört hierzu das Schildcskreuz zwischen geschlossenem rothen Flug (H.-M, s. Wappen IU). - Noch vor der Freiherrnstandserhebung 1610 wurde das Wappen I mit II geviert: in dieser Art führt 1602 Martha v. Gleispach, Wilhelms II. v. B. Tochter, den Schild Siegel im steierm. Landesarchiv), ebenso 168S Freiherr Georg Julius, jedoch beide Kreuze ab-geledigt s Siegel im steierm. Landesarchive. s. Wappen IV). — Nach der o. d. Ens'schen Herrenstands-Matrikel erscheinen die Kreuze silbern in Both und anf den beiden gekr. Helmen je zwischen geschlossenem rothen Finge; das Antoninskreuz am 1. Helm schräglinks gestellt (s. Wappen V). - VI. Grälliches 1041; Geviert, mit rothem Hcrzschild darin ein gemeines, silbernes Kreuz. 1 und 4 in Gold ein gekr. schwarzcr Adler. 2 und 3 in Schwarz ein gekr., goldener Greif. — Drei gekr. Helme: 1. Der gekr., schwarze Adler. Decken: schwarz-golden. 2. Zwischen offenem, rothen Fluge das silberne Kreuz. Decken: roth-silbern 3. Der gekr., goldene Greif wachsend. Decken: schwarz-golden 'K. k. A.-A. — Im FreiherrnstaiidB'Diplom8Concepte daselbst kommt keine Wappenbeschreibung vor;. — VII. (Rottaler zu Steyr). In Roth anf dem Fussrandc stehend ein unten gegabeltes, oben gestammeltes, silbernes Fatriarchenkrenz(Freuen-huber Annal. Styr.). Die Rothaler, deren Ursprung bis zur Stunde in vollkommenes Dunkel gehüllt ist, treten erst mit Thoman dem Eottaler (+ 1479), Bürger und Stadtrichtcr zu Graz, an's Tageslicht, der sich mit Elspet, einer Tochter des reichen Geldmiinzers, Wechslers und Grazer ltathsbürgers Christoph Seidennater und der Anna, — diese nachher des Rittei Erhart Lembacher Hausfrau. — trauen liess. Dio Ehe, durch welche er mit den I.'adkersburger Handelsleuten, den später hochangcsehenen, fürstlichen Eggcn-bergorn verschwägert wurdo. — Balthasar Eggenberger vermälte sich mit Badegunda Seidennater, einer Schwester der Elspet, — brachte augenscheinlich dem Eottaler bedeutende Geldmittel ein; Bchon Thoman scheint Jand-ständisch geworden zn sein, seine söhne kamen zu namhaftem Grundbesitz, in ansehnliche Stellungen und schlössen vornehme Ehen. Von ihnen erbten Christoph und Georg von Hanns v. Nenberg die Herrschaften Thalberg und Neudau im Grazer Kreise, deren er.-tere ihnen am Samstag vor Judica 1493 durch K. Maximilian in's freie Eigenthum gegeben wurde; Georg erlangte Schloss und Herrschaft Wachseneck im selben Kreise Steiermarks dnreh den nämlichen Monarchen in Ffandbesitz und wurde Landhofmeiser in Niederösterreich; seine Tochter Barbara, aus der Ehe mit Margaretha v. Bappach, ward zu Wien am 22. 7. 1515 mit dem Landeshauptmann der Steiermark , Freiherrn Sigmund von Dietrichstein getraut und der volle Sonnenglanz kaiserlicher Huld und Gnade, in welchem dieser stand, warf Beine Strahlen anch auf die verschwägerten Rothaler znrück, die bald in raschem Laufe nach aufwärts Erbland-Silberkämmerer in Steiermark, Freiherrn, Grafen nnd VlieBsritter wnrden und denen gunstwerben de Schmeichler nun sogar einen Andreas und einen Ernigus v. Rottal andichteten, die ao. 939 auf dem IV. 5. nicht minder fabelhaften Turnier zn Magdeburg in die Schranken ritten. Thoman II., des Christoph und Georg jüngster Bruder, und sein Sohn Wilhelm I. pflanzten den jungen Stamm weiter fort, der sich durch des Letzteren zwei Söhne, Wilhelm II. (f 1610, 90 Jahre alt. zu Neudau und Johann zu Feistritz in N.-Oe., der Eöm. Kaiserl. Majestät Rath, in zwei Linien schied. Aus der Letzteren wurden ihres Begründers Johann Söhne. Johann Jakob, kaiserl. Oberst, nachher Bitter des Ordens vom goldenen Vliess. seit 1612 Herr zu Napajcdl in Mähren, und Johann Josef, dann des verstorbenen Bruders dieser Beiden. Johann Wilhelm. Söhne Johann Georg nnd Balthasar, uud der greiBe Stammvater der ersten Linie, Wilhelm II., durch K. Budolf zu Prag am 19. 10. 1610 in ihrem angeblich alten, aus Lehensurkunden, Briefen und Epitaphien erwieseneu i?) Freiherrnstande bestätigt, und dreissig Jahre später, zu Wien am 12. 12 1641. des Johann Jakob Söhne, Johann, nachher Bitter des Ordens vom gold '•neu Vliess. auch Landeshauptmann in Mähren, nnd Andreas in den EeichsgralVustaud erhoben. — Von diesen beiden Letzteren kaufte Graf Johann, zu Napajedl, ao. 1636 von seiner Gemalin Helena Bruntalska v. Wrbna Burg kwassitz iu Mähren, ebendaselbst am 17. 12. 1650 vom Fürsten Wenzel Lobkovic die Herrschaften Holleschau und Bystritz unter dem Hosteiii und hinterliess, ohne Söhne geblieben, dies Alles der ersten Linie. Seines Vaters Bruder Johann Josef zu Feistritz setzte diese n.-ö.'sche, im Frci-lierrnstaud verbliobene Linie fort, welche mit Johann Josefs L'renkel Johann Ehrenreich im Maiinesstanime erlosch. Derselbe war von seinem Vater Johann Christoph minderjährig hinterlassen und Feistritz 1681 durch die Gerhabschaft au Carl Freiherrn v. Pergen verkauft worden. Die erste Linie wurde durch deren Stifters, des Freiherrn Wilhelm IL, jüngsten Sohn Georg Christoph, dessen Bruder Caspar 1569 ?) aas neu errichtete Erblaud-Silberkänimcreramt von Steiermark erlangte, durch den Sohn Georg Julius zu Neudau fortgepflanzt, dessen zwei Söhne Johann Christoph igeb. Hi35. f 1691; kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, nnd Julius Wilhelm (geb. 1637, t 1699) zweifellos in den Grafcnstand erhoben wnrden, wenngleich hierüber im k. k. Adelsarchivo keine Auf-schreibnngen vorhanden sind. — Diese Beiden beerbten den Landeshauptmann in Mähren, Johann Grafen von Bothai der zweiten Linie, uud zwar erhielt Johann Christoph Holleschau mit Bystritz, dies durch ihn zu einem, 1692 durch Kaiser Leopold bestätigten Fideicommiss gestiftet, und Napajedl, welche Herrschaft er aber sofort seinem Bruder Jnlius Wilhelm, der Kwassits geerbt hatte, Iiberliess. Zu den beiden letzteren Besitzungen kam in der Folge noch das mährische Gut Zlin, welches Maria Margaretha, geb. Gräfin Herberstein. Gemalin des Franz Wilhelm Siegfried und dieser ein Sohn des Jnlius Wilhelm. 1716 von Leopold Grafen v. Bothai für ihren Sohn Johann Joachim Adam an sich brachte. Letzterer starb 1746 ab intestato, worauf Napajedl an den eben genannten Grafen Leopold, Kwassitz und Zlin aber an Johann Joachim Adam's Töchter aus der Ehe mit Maria Josefa geb. Gräfin v. Sternberg (verm. 17. 8. 1732; fiel. Diese, Maria Anna, verm. 27. 6. 1757 mit Franz Adam Grafen v. Lamberg, Josefa, verm. 8. 6. 1756 mit Heinrich Grafen v. Anersperg, nnd Theresia, verm. 30. 5. 1763 mit Franz Anton Grafen v Khcvcnhüller-Metsch, errichteten d. d. Kwassitz 1. 8. 1763 zwischen ihrer Mutter und sich ein Erbtheil-ungsinstrument, worauf im nämlichen Jahre, dnreh Ablösung der Antheile von den bezüglichen Schwestern, Kwassitz an die Gräfin Lamberg, Zlin an die Gräfin Khevenhüller kam. Johann Christoph zu Holleschau und Bystritz, des Julins Wilhelm Bruder, erwarb in seiner ersten Ehe mit 90 306 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Maria Isabella Freiin v. Eibiswald zwei Söhne, Johann Sigmund nnd Johann Josef, in der zweiten mit Maria Susanna Gräfin von Euefstein den Leopold, der 1712 Zlin erkaufte, das er 1710 an Maria Margaretha Gräflnv. Rothai geb. Gräfin v. Herberstein überliess, nnd welcher die Herrschaft Napajcdl nach dem Sohne dieser Letzteren. Johann Joachim Adam, überkam, die er hernach seinem Neffen Franz Anton testamentarisch vermachte. Graf Johann Josef (f 1741), kaiserl. Kämmerer, vermälte sich mit Maria Antonia Franziska if 1746 und neben ihrem Gemal im ehemaligen Kapuzinerkloster zu Unt a. d. Donau bestattet i, die nach dem Ableben ihres Bruders Wenzel Adrian letztem Grafen v. Knkevoirth die Herrschaft Grafenegg in Niederösterreich sammt Schönberg und Neuaigen 1738 überkam, welche Besitzungen, dann durch ihre Tochter Maria Franziska Theresia igeb. 21. 2. 1712, f 9. 1. 1769) an deren ersten Gemal Franz Anton Grafen v. Breunncr gelangten, mit welchem, als kaiserlichem Rittmeister, sie zu Tyrnau in Ungarn im Jahre 1730 getraut worden war. Graf Johann Sigmund (t 10. 12. 1717), Fideicom-miss-liihaber zu Holleschau und Bystritz, kaiserl. Kämmerer und Landrechtsbeisitzer in Mähren, erlangte in seiner Ehe mit Maria Maximiliana Fürstin v Liechtenstein den Sohn Franz Anton zu Hollescban und Bystritz. welcher Napajedl von dem Oheime Leopold ererbte, sich am 14. 1. 1718 mit Maria üäcilia Gräfin v. Trauttmaiisdorff vermälte und am 17.2.1763 als Letzter seines Geschlechtes starb, nachdem ihm sein einziger Sohn F'erdinand Josef (geb. 1722) im Tode vorangegangen war. Das Fi-deicommiss wurde aufgelöst und die Güter fielen an seine drei Töchter. Maria Amalia Anna, vermält mit Giovanni Giacomo della Bovera, Conto di Montelabate. welche Bystritz erhielt, Maria Maximiiiana, vermält mit Franz Grafen Nadasdy, Ritter des Ordens vom goldenen Vliess und Banns von Croatien und Slavonien, diese erbte Holleschan, und Maria Anna Gräfin Dietrichstein, welche Napajedl überkam. — Das Erbland-Silberkämmereramt von Steiermark wurde mit jAllerhöcbster Resolution vom 14. 5. 1763 dem Grafen Franz de Paula von Vilana-Pcrlas, Marquis von Bialp verliehen. Nach der ob der Ens'schen Matrikel soll Georg von Bottal zu Thalberg. Thomau's I. Sohn, angeblich die Landmannschaft in Oesterreich o. d. E. erlangt haben. Namensvettern, — der genealogische Nachweis über eine Stammvcrwandtschait mit den Vorigen ist nicht zu erbringen, aber die Wappenvcrwandtschaft nicht zu übersehen, — blühten zu Steyr. Georg Rottaler war 1509 Rathsbürger dortsclbst; dessen Sohn Caspar (f 1519 sass auf dem nahen Schliissolhofo; dos Letzteren zwei Söhne Hanns (t 1555i, Rathsbürger zu Steyr, und Clomcnt (t 1554,, ebenfalls dos Raths zu Steyr, beschlossen den Mannesstamm. Von des Hanns Töchtern war Anna Maria mit Hanns v. Stänzing und Barbara in erster Ehe mit Hanns Fenzl vermält. Catharina, des Clement Tochter, ehelichte den Bürgermeister zu Steyr, Hanns Adam l'fef-ferl. — Ob diese Bottaler in Oest. o. d. E. je landstän-disch geworden waren, habe ich nicht erfahren. Ein Caspar Bottaler - iiunzumdrittenMaleeinCaspar, — war Verwalter des Schifer'schcn Spitals zu Eferding nnd hat dort an der Pfarrkirche noch gegenwärtig seinen Leichenstein mit dem Todesjahre 1460; er führt einen aufrechten Krebs. Ueber diesen und seine Herkunft ist nichts bekannt; er mag vielleicht aus dem Passan'schen und dort von dem nahen Bottthale herübergekommen sein. Michel Bottaler, wahrscheinlich sein Sohn, ist um 1500 Hausbesitzer zu Eferding gewesen. — (Steierm. Landesarch.; n.-ö. sches Landes- n. Ständearchiv: Adels Spiegel des Erzherzogtumes Oest. n. d. E. von Johann F'ischer v. Fischerberg, Mannsc.; Muchar, Geschichte der Steiermark; Schmutz, liistor.-topogr. Lexikon von Steierm. ; v. Bcckh-Widmanstetter, Studien an den Grabstätten alter Geschlechter Steiermarks und Kärntens. : Deutseh-Ordens-Centralarch.: k. k. A.-A.; Wolny's Topographie v. Mähren; Dr. Lind, dor Wiener-Minoritcn-Necrolog, im XII. Bd. der Berichte des Wiener Alterthums- Vereines; gräfl.Breunner'sches Archiv zu Grafenegg; Preuenhnber, Annales Styrenses; Pfarrarchiv nnd Epitaph zu Eferding). Ruekendorf1. (Taf. 81). Wappen: Gespalten; vorn zwei Schräglinksbalken, hinten ohne Bild. (.Nach Hoheneck, welcher, wie anzunehmen ist, den Schild dem Siegel des Hanns III. Buckendorfer entnahm, das dieser an den Spruchbriof in dem Streite des Michael und Georg Vettendorfer gegen Hanns den Trnclisessen zum Tachenstein uud dessen Hausfrau, die Vesten Grafendorf und Vöslau in N.-Oe. betreffend, am Freitag nach S. Laurenz 1390 hängte). Die Buckendorfer hatten ihren gleichnamigen Stammsitz im Viertel unterm Mauhartsberge N.-Oe's. — Pilgrim von Bnckendorf erscheint angeblich 1230 in den Annal. Zwettl. Ulrich v. B. hatte 1297 einen Theil des Schlosses Gnnthartsdorf inne und F'riedrich v. B. Ansprüche darauf, wie aus dem Verzichtsbriefo vom 21. Januar gedachten Jahres hervorgeht, welchen Ulrich v. Grnnt dem Herrn Eberhart v. Wallsee ausstellte, der das Schloss Gunthartsdorf gekauft hatte. — Niclas v. B. überliess ao. 132» seinen Brüdern L'lrich und Otto sein Drittel an dem Hause zu Buckendorf. In (lest. o. d. E. erwarb das Geschlecht und zwar im Machlande nur vorübergehend Besitz. — Am 17. 4. 1381 verkaufte Andrä der Wolfreuter an Hanns (II.) Buckendorfer, Pfarrer zu St. Fantaleon in N.-Oe.. seinen freieigenen Hof, Hvttelhof genannt, sammt Hofstatt, Pfarre Waldhansen. — Dorothea, Ulrichs von Neidegg Tochter, war 1376 Wittwe nach Hanns (I.) Bnckendorfer. Dieser wäre nach Höh. der Vater des Eingangs erwähnten dritten Hanns gewesen, uud soll noch in dem letztgenannten Jahre 1376 zu Spielberg gesessen gewesen sein, — ein offenbarer Irrthum, denn die Veste war erst kurz vorher. 1365, durch Herzog Budolf IV. von Oesterreich dem Stille St. Florian übergeben worden, aus dessen Händen sie wohl bald wieder kam, um dann aber durch landesfiirstlicho Pfleger verwaltet zu werden, so noch 1459 durch Thomas v. G reiseneck. Erst nach diesem dürfte Spielberg an die Buckendorfer gelangt sein, von denen sie jedoch schon d. d. Wien, Dienstag vor dem Kreuz-auffindungstage 1475, nnd zwar durch Wolfgang nnd Hanns (IV.) v. B. sammt dem Kirchenlelieu der zugehörigen Capelle und dem Dorfe Stein an Oswald Schirmer verkauft wurde. Auch dio Veste Saxenegg im Machlandc kam auf wenige Jahre in den Besitz dieses Geschlechtes. Dieselbe war am 28. 3. 1403 durch die Herzoge Albrecht und Wilhelm an Hanns III. B., herzoglichen Kammermeister, pfandweise verliehen worden, nachdem sie derselbe von Wolf dem Schenken von Dobra um 1000 Pfund Pf. eingelöst hatte. Ao 1410 sassen dort wieder die Zelkinger, Erhart und Wilhelm, während Hanns v. 11. vier Jahre vorher vom Herzoge Albreclit dio Stadt nnd Veste Haim-bnrg in N.-Oe., bei vorbehaltenem Biickkanfsrechte, an sich gebracht hatte. — Dieser Hanns, oder vielleicht ein jüngerer desselben Erbnamens, trng 1439 beim Leichenbegängnisse K. Albrechts das Schwert wegen der Grafschaf Kyburg. Hoheneck meint der oben genannte Wolf B. zu Spielberg und zu Arnberg (V. 0. W. W.), welchcs schon 1408 einem Georg v. B. durch Herzog Wilhelm verliehen worden war, sei der Letzte seines Geschlechtes gewesen, das von der ob der Ens'schen Matrikel im Herrenstandc aufgeführt wird. — Ao. 1489 verlieh der Abt Wolfgang von Mölk nach dem Abgange des Buckendorf'schen Mannsstammes dem OBERÖSTERBEICHISCIIER ADEL. 307 mit der Barbara t. Eickendorf vermalten Bennsch v. Eberstorf verschiedene Getreide- nnd Weinzehente. (U.-B.; Urkunden im Museum Franc.-Carol.; Collec-tanea genealogica von J. H. Freihcrru v. Ennenkl, Ma-nuscript: H.; H.-M.; Fritz, Geschichte des Landes o. d. E.; Pillwein'3 Mühlkreis; Wissgrill's Manusc.). RneHtorl'er. (Taf. 81). Wappen: In Schwarz ein silbernes, oberes Ort. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decken: schwarz-silbern. (Nach dem Epitaph des Wolfgang Ii.. f St. Gotthardstag i486, in der Pfarrkirche zu Bulistorf, im ßottthale Niederbayerns, in Tincturcn ergänzt nach den Buostorfer Wappen in gräfl. Tuuifkirehen "sehen Ahnentafeln). Bucstorfer hat es zwei Geschlechter verschiedenen Wappens iu Niederbayern gegeben. Dio Einen, von Buhstorf am Kolbach bei Arustorf mit der goldenen, flachsgefüllten Spindel in Both, sassen im XIV. und XV Jahrhundorte vorzüglich zu Kirchberg bei Eggenfelden, die Anderen, welche hier in Betracht kommen, nannten sich von Rullstorf an der unteren Bott, im ehemaligen Landgerichte Griesbach, kommen aber auch in der Gegend von Eggenfelden, zu Königsberg vor. Von diesen wird Wcrnher Buestorfer zu Griesbach, wo er wahrscheinlich ein herzogliches Amt bekleidete, 1816 (nach W. Hund aber erst 1886) genaunt. - Wal-cliun 1., Ulrichs v. lt. Sohn und des Peter Bruder, duun Walchun'sl. Söhne Peter (II.), Otto und Walcliun (II.), auch Wolfhart und Bueger die Buestorfer zu Königsberg, diese beiden Letzteren vielleicht des ersten Peter Söhne, siegelten 1394 das zweite bayrische Bünduiss. — Peters I, Hausfrau hicss Agnes; ain 27. 8. 1381 gab Wernhart der Zeller seinem Schwager Ilannsen von der Aschach den halben Theil des Gutes Mcshof und Ekkenstreut, Pfarre Peuerbach, und des Gutes „am Weg', Pfarre Wai-zenkirchcn, Alles im Hausruckviertel, welche ihm seine Muhme Agnes, Peter des Buestorfer Hausfrau, vermacht hat. — Wolfhart hatte 1398 eino von Elrciching, Wal-cliun II. noch 14*23 eine Auerin zur Hausfrau. — „Herr Bueger von Üucstorf uff dem Berg" (1356) hatte zu Kloster Aspach a. d. Bott ao. 1363 eine ewige Messe gestiftet. Ich vermag nicht mit vollkommener Sicherheit anzugeben, ob er dieses Geschlechtes oder von jenem mit der Spindel war: aber nicht zu übersehen ist, duss Georg I. v. B, mit dem schwarzen Schild, um das •lalir 1430 den halben Sitz „Pcrg* nächst Bohrbach im Miihlviertel von Oesterreich zu Lehen trug. Er wurde zu der letztgedachteu Zeit von Wolfgang dem Pergcr am Perg erschlagen, worauf sich ao. 1489 die feindlichen Parteien verglichen. Kupprccht II., wohl des Georg Sohn, erhielt am 13. 1. 1453 vom Könige Lasla die Belebnung mit dem halben Sitze Perg und um 31. 8. 1463 gab Erzherzog Albreclit VI. dem Wolfgang und Lienhart Gebrüdern den Bucstorferu, vielleicht Söhnen oder Brüdern des Bnpprecht, ein halbes Gut zu „präsrewt in Borbegker Pfarr", eines zu Gercstorff (Geratsdorf. Pfarre Hofkirchen, eines .am ]'ach*, eines zu „Scykcrstorf in pfarrkircher l'farr*, eines zu Rumpolzrcwt (Bampertsreut) in peylstei-ner pfarr und eines zu .Grub in Sarleinspegcker pl'arr, — dies Alles im Mühlviertel, — zu Lehen. Lienhart vermälte sich mit Margret von Westerskir-chen (f 14t>0), aus welcher Ehe der Sobn Georg IL lf am St. Gotthardstage 1486) hervorgieng, welcher 1469 als Pfleger am Bruckthurm bei Schärding erscheint und Margret Baspin von Teuftenbnch 'nächst Schärding) zur Hausfrau hatte. Von seinen drei Söhnen Georg III., Wolf (f 1507) und Sebastian, habe ich über eine Nachkommenschaft des Letzteren nichts vernommen. Wolf, welchcr am Mittwoch vor St. Laurentius 1500 den Ver- kaufsbrief Stephans und Caspars der llorer zu Wissing an Wolfgang Mellabrunner, zwei Sölden zu Hof Bor betreffend, bezeugte, hatte einen Sohn Hanns, der sich noch „zum Perg- schrieb und 1529 starb. Nach diesem dürften der Bnestorf'sche Antheil an Perg, wozu ein Sitz erbaut worden war. wie die übrigen LeheusgUtcr im Mühl-viertel, aus den Händen der Familie gekommen sein und wurde 1562 der Huestorfsche Freisitz bei Perg durch Hanns von Bedern von seinem Schwager Sebastian von Oedt zu Götzendorf erworben. Georg III. (f 1512), 1502 Pfleger am Bruckthurm zu Schärding, hatte das Stammgut Rullstorf ererbt, wozu er im Jahre 1501 von Christoph dem Lochner den nachbarlichen Sitz Kleeberg erkuufte, der jodoch bald wieder, wahrscheinlich noch bei seinen Lebzeiten, au Theobald Auer v. Tobel übergieng. Seine Gemalin Apollonia v. Tyrkhaiin gebar ihm den Sohn Hanns (f 1561) zu Ruhstorf. der iu seiner Ehe mit Veronika (f 156i>), Tochter des Balthasar von Gössenberg (Geissenberg) drei Söhne erzeugte, Hanns Wolf I., Georg llunns und Balthasar. Letzterer hat „elf Zug getlian in Ungarn, Italia, Frankreich und Niederland" und ist ledig schon ao. l.'<94 in Ungarn gestorben. — Georg Hanns, erst bei den Grafou Joachim vou Ortcnburg in Diensten, dann ch urfürstlicher Landrichter zu Auerbach, schloss seinen Ehebund mit Elisabeth, Tochter des Otto Pellkofer zu Iiiedt vor dorn oberen Wald, um 1580 Landrichters zu Kachel kam: dass er Leibeserben hatte, ist nicht zu Huden. — Dein ältesten Bruder Hanns Wolf von und zu Kuestorf, Truchtlaching (bei Traunstein in Oberbayern) und l'oigen, wurde dus Schloss Bul'.storf durch die Schweden bis auf den Grund zerstört: er brachte durch Kauf von den l'erlaching den Sitz Klcebcrg neuerlich un sein Geschlecht uud begann den Neubau des dortigen Schlosses im Jahre 1610, wie ein daselbst noch gegenwärtig eingemauerter Gedenkstein besagt. Seine erste Ehe mit Regina, des Burkhart vou Tannberg zu Aurolzmünster und der Afra Messenpeckin Tochter, ward 1581 geschlossen. Nach dieser nahm er Sidonia vou Paumgarten zu Prauustein zur Gemalin und starb hoch an Jahren am 26. 11. 1630. — Von seiuen zahlreichen Kindern sind mir bekannt geworden: Maria Sabina (1. Ehe), vermält 1606 mit Hanns Casimir von Tauttkirchen zu Ybm. Hanns Wolf II. zu Ruhstorf und Kleeburg, Hanns Georg. Hanns Christoph zu Truchtlaching und Poigen, 1615- 1624 churbayr. Pfleger und Kastner zu Uttendorf, und I 'lara. Von den Söhnen scheint Hanns Christoph unvermält geblieben zu sein; Hanns Georg erwarb in unbekannter Ehe vier Söhne, Hanns Joachim, Johann, Friedrich uud Georg Philipp, über welche weiter nichts verlautet. Hanns Wolf II. setzte mit Maria Martha geb. von Armansperg den Stamm durch den Sohn Hanns Franz von und zu Ruhstorf auf Kleeberg in Niederbayern und Haitzing im Inviertel fort, welclf Letzterer sich zu München am 13. 8. 1663 mit Maria Anna, einer Tochter des Marx Christoph Crivelli, Freiherrn auf Gudo, churbayri-schcn Pflegers zu Tölz und der Anna Kunigunde geb. von Hornstein, vermälte. Hanns ChriBtoph's Tochter Maria Anna (geb zu Kleeberg 1. 1. 1666) wurde mit Georg Josef Freiherrn von Armansperg getraut; deren Bruder Ferdinand Franz Josef (geb. 1667, t zu Passau 6. 6. 1731), auf Bubstorf, Kleeberg und Haitzing, chur-fürstl. Cöln'sclier und bayr Kämmerer, am 16. 1. 1691 in den bayrischen Freiherrnstand erhoben, vermälte sich mit Maria Susanna Theresia (begraben zu Ruhstorf 17. 2. 1732;, des Max Ernst von Gatterburg auf Zwölfaxing und der Magdalena Eleonora geb. von Löwonthurn Tochter. welche ihm im Jahre 1703 einen Sohn gebar, Josef Ignaz, der die väterlichen Güter überkam und, unvermält, am 5. 4. 1735 als letzter Mannessprossc .seines uralten Geschlechts in der Pfarrkircho zu Ruhstorf bestattet wurde. Von seinen Schwestern hielt Maria Barbara am SOS OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. 17. 1. 1722 ihre Heirathsabrede mit Josef Ernst Freiherrn von Kaiserstein anf Inuernstein und Maria Josefa Theresia (+ als letzte Kuestorf und ain 16. 6 1756 neben ihren Vorfahren bestattet) vermälte sich mit Felix Josef Adam Grafen v. Fränking. Kleeberg und Buhstorf, welche Güter sie von dem Bruder ererbt hatte, kamen durch ihre Tochter Maria Susanna an deren Gemal Maxi-milian Grafen von Taulfkirchen zu Ybm. — Haitzing im Inviertcl wurde an den kaiserl. Bath Sebastian Tobmer verkauft. (Wig. Hund III. mit den Lieb'schen Znsätzen; Archiv des kgl. bayr. Haus-Eittcrordens vom h. Georg; gräfl. Tauffkirchen!sche und Joner'sche Urkunden: gräfl. Harrach'sches Archiv zn Wien; Pfarrarchiv zu Buhstorf nnd Epitaphien daselbst: Strnadt-Velden; Pillwein's Inkreis; N. S. f bayr. Geschlechter: Coliectanea Genealo giea von J. H. Freiherrn v Ennenkl, Manuscript iin Mu-seum Franc. Carol. . Ruuierftklrcli. (Taf. 81). Wappen: (1681). In Both eine weiss gemauerte, roth eingedeckte Kirche mit gleich tingirtein Kuppelthurm, auf dem „wie auch auf beeden Gibel der kirche und zwar just an den Spitzen dos Dachs auf einer gespitzten rothen Stangen ein auch rother Knopf steckt." — Zwei gekr. Helme: 1. Gekrönter, golden bchalsbandeter. schwarzer Adler Decken: schwarz - golden. 2. Gekrönter, goldener Löwe, auf der Helmkrone stehend. Decken: roth-golden. iLegal. Diplomscopie im Landesarch. Nach der, ebenfalls im Landesarch. erliegenden Copie des Freiherrnatands-diplomes ist bei letzterer Standeserhebnng das Wappen unverändert geblieben, nur fehlen hier die rothen Stangen und Kugeln nnd das Halsband des Adlers erscheint roth. Johann, ein Sohn des Gebhard Bumerskirch und der Anna, geb. I'eccatel, im Dienste des Bischofes Christoph zn Bremen stehend, erlangte von Kaiser Carl V. d. d. 1. 8. 1533 einen Wappenbrief und sein mit Agnes, geb. Mitterhuber von Ellingen erzeugter Sohn Dietrich, des Erzherzoges Maximilian, erwählten Königs von Polen I.eib-diener, s. d. Prag 9. 5. 1590 durch Kaiser Budolf II. den Iteiclisadelsstand Dessen Enkel Johann, Sohn des Johann Gebhard und der Anna, geb. Kock von (irünblatt, fiel als kaiserl. Oberstlioutenant 1652 bei der Belagerung von Mainz und hinterliess von Eva geb. Lelge von Al-Ledyl einen Sohn Johann Dietrich, welcher. — 1654 beim böhmischen F'iscalamt angestellt , 1657 Beferendarius bei der Befisions- und Liquidations-Commission, 1662 Se-cretarins bei der königl. böhmischen Hofkammer. — in der letzteren Verwendung und als kaiserl. Bath d. d Linz am 23. 1. 1681 von Kaiser Leopold I. unter Vermehrung und Besserung dos bisher geführten Wappens und Kleinodes den alten Bitterstand des Königreiches Böhmen und der incorporirten Lande erhielt. Derselbe brachte im Jahre 1686 das Gnt Frnhonic im Kaurimer Kreise Böhmens käuflich an sich nnd starb 1707 als ältester Hofkammerrath nach 52 jähriger Dienstzeit, aus seiner Ehe mit Maria Franziska Victoria, geb. Freiin von Buchenberg (f 16. 1. lc.971 drei Söhne hinterlassend, Johann Christoph, Domdechant zu Breslau. Ignaz Leopold nnd Ferdinand Joachim «geb. 3. 7. 1692 f 9. 5. 1769). von denen die beiden Letzteren nnd zwar Ignaz Leopold als königl. böhm Holrath und Ferdinand Joachim, zu Chanovic und Neudorf im i'rachiner- und Panasov-Au-gezd im Bakonitzer-Kreise, al* Viceburggraf zu Prag auf Grund der Verdienste des Vaters und Grossvaters und im Hinblicke auf ihre Abstammung mutterseitB von dem uralt-freiherrlich Buchenberg'schen. dem Ullersdorf'achen, Altersbieim'schen und dem Zechner'schen Geschlechte durch die Kaiserin Maria Theresia d. d. Wion 18. 1. 1747 in den Ilerrenstand des Königreiches Böhmen und 'der incorporirten Lande Mähren und Schlesien als „Freyherrn von Bumerskirch" erhoben wnrden. Des F'reiherrn Ferdinand Joachim und der Maria Josefa. geb. Gräfln Zucker von Tamfeld zwei Söhne, Ferdinand , Herr auf Bcsolilau im PilBUor Kreise, nnd F'ranz Wenzel theilten die F'amilic in zwei Linien, von welchen jene Ferdinands noch gegenwärtig in Böhmen zahlreich blüht. F'reiherr F'ranz Wenzel (+ 1810) erbte von Thaddäus Adam Christoph Grafen von Kauften (+ 8. 12. 1768 als Letzter seines NamenB), mit welchem er sowohl väterlicher wie mütterlicherseits nahe verwandt war, dessen Besitzungen in Oesterreich ob der Ens, Burg Ens, Mistel* bacli, Freiling und Kirchberg, worauf er unter dem 12. 4. 1769 im jungen Hcrrcnstaudo Oesterreichs ob der Ena immatriculirt wurdo. Er veräusserte Mistelbach im Jahro 1771 an die Grafen Franz Lactanz und Carl von Firmian und vererbte die übrigen Güter an seinen, mit der Gemalin Franziska Boinana Nesslinger von Scheichengraben erzeugten älteren Sohn Josef,Maria Vincenz (geb. 12. 5.1777) k. k. Kämmerer und Hauptmann, welcher zu Linz am 19. 10. 1801 auf die jnnge Iierrenbank introducirt, 1834 als uubesoldeter AusschuBsrath bestätigt, unter dem 1. 8. 1836 in den stiftsinässigen Herronstand übersetzt und am 20. 4. 1837 zum Verordneten gewählt wurde. Derselbe verkaufte im darauffolgenden Jahre die Herrschaft Burg F!ns an den Fürsten Vincenz Auersperg. — Ans seiner, am 19. 3. 1806 geschlossenen Ehe mit Maria Josefa, geb. Gräfln Grnndemann v. Falkenberg (f 16. 1. 1858) erblühten drei Söhne, Moriz, Albert und Jnlius. welche Alle unver-mält blieben und von denen dio beiden älteren vor dem Vater starben, der am 27. 11. 1858 im 82. Lebensjahre heimgieng. Dessen Tochter Aloysia Augusta, vermält mit Kar) F'reiherrn von Berezko, stellte die bezüglichen Todesanzeigen fiir ihren abwesenden Brnder Julius aus. der diese oberösterreichisehe Linio beschlossen hat. Freiling und Kirchberg waren nicht anf ihn übergegangen, sondern sind aus der väterlichen Hinterlassenschaft zufolge verlassbehördlich genehmigten Kaufcontractea vom 5.7. 1859 veräussert worden. Die Grafen von Bumerskich gehören nicht, wie vielfach irrthümlich berichtet wird, diesem Geschlechte an. Dieselben entstammen dem fürstl. lüwensteinschcu Hofverwalter und Titular-Kammerrathe Bumerskirch , dessen U ittwe Maria Josefa am 4. 2. 1770 die zweite Gemalin des l-'ürsten Carl Thomas von Löwenstein-Wertheim der Linie Bochcfort wnrde. 'Akten im Landesarch.; H.-M.; Landtaf.; N.S. böhmischer Adel; histor. - herald. Handbuch; frciherrl. Taschenb.). Kuudiuclli. (Taf. 81). Wappen: Geviert. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Adler 2 und 3 getheilt; oben in Blau drei goldene Lilien nebeneinander; nnten in Gold sechs (3, 2. 1) schwarze Merletten. — Gekr. Helm: Silbencr Flügel. Decken: blau-golden. (B.-M.). Die Bundinclli-Cicogna, wahrscheinlich italieniachen Patriciat-Adels, — ich habe Näheros über ihr Herkommen nicht erfahren können, — sind mit Hieronymus von Bundinelli-Cicogna, oder etwa schon cinom seiner Vorfahren, nach Salzburg gekommen, wo der eben Genannte nach seinen eigenen ÄVorten eine Hauptmann- später Oberhauptmannschaft bekleidete, dann im Jahre 1629 im Vereine mit seiner Ehefrau das Gut Haiding, Pfarro Pichl im Hansrnckviertel, erwarb. — Die Strutz v. Ilaiding waren kurz vorher, 162f>, erloschen. Schon zu Anfang des Jahres 1630 wurde Hieronymus v. B.-C. unter Vorlage eines hochfürstlich salzburg'schen Becommandations- OBERÖSTERREICHISiH ER ADEL. 309 Schreibens bei den beiden oberen politischen Ständen "est.'s o. d. B. nm Ertheilung der Landmannschaft bittlich, jedoch unter dem 8. 8. 11580 wegen zu kurzer Anwesenheit im Lande abgewiesen. Ebenso blieben einige gleiche, in den nächstfolgenden Jahren wiederholte Gesuche ohne Erfolg, bis Hieronymus endlich unter dem 19. 2. 1686 im jungen Bitterstande immatriculirt wurde. — Im Jahre 1651 ist Paris Vincenz v. E.-C , vermuth-lich ein Sohn des Vorgenannten, in der Jakobskirebe zu Unterach, einer Filiale der Pfarre Pichl, bestattet worden. Mit demselben dürfte die Familie in Oest. o. d. E. abgegangen sein und Haiding kam um diese Zeit an die Grafen v. Engel zu Wagrain. (Akten im Landesarch.; R.-M.; Pülwein's Haus-ruckkreis.) Marlis. (Taf. 81.) Wappen: Zwei aufrechte, zugekehrte Sicheln. — Kleinod: Halber, bekleideter Mann, in jeder Hand eine einwärts gekehrte Sichel emporhaltend (Abbildung in Ennenkls Collect geneal. uocii einem Siegel des Hanns ■Sachs, ao. 1499. — In der Eitterstandsmatrikel wurde das Wappen, wahrscheinlich auf das Gerathewolil, in Farben ausgestrichen, Schild und Mannsrock roth, dio Hefte der Sicheln golden.) Friedrich San, 1205: Friedrich S., ein Anderer, hatte die Hofmark Osterhofen, bei Villhofen in Niederbavcrn, vom Hochstifte Bamberg 1809 zu Pfand nnd stiftete dort eine Kapelle, Messe und sein Bcgräbniss, wozu hernach ao. 1337 seine Enkel Friedrich uud Hanns v. Degenberg noch verschiedene Güter gaben. Fridolin S. (nx. Dorothea), war 1347 brandenburg'scher Förster. Georg, Christoph, Hanns uud Oswald dio Sachsen zu Albeneck vertrugen sich 1493 mit Leopold dem Affen zu Widenspach wegen ihres erschossenen Brnders Martin des Sachsen. So erzählt Wig. Hund. Ob er recht berichtet gewesen, vermag ich nicht zn entscheiden, aber allerdings ist nicht zu übersehen, dass eine Familie dieses Namens vor dem Jahre 1465 in Oest o. d. E. nicht erscheint, also ganz wohl ihren Anfang in Bayern genommen haben mag; auch kommt in der That ein Hanns Sachs zu Almeck zu der von Wig. Hund letztgenannten Zeit hicr-lands vor. Derselbe war 1465 Spruchmann in dem Zwiste zwischen der Stadt Steyr und Thomas dem Pürchinger zu Zierberg uud soll 1490 vier Mann zu Boss und zwölf zu Fuss zum ob der Ens'schen Aufgebot wider König Matthias nach Steyr gestellt haben. Derselbe wäre nach Hoheneck mit Amalei Innernseeerin vermählt gewesen nnd so mnss es fraglich bleiben, ob er mit jenem von Enncukl genannten Hanns S. identisch ist, welcher 1499 und noch 1506 Margret, des Hanns Keickers-torfer Tochter, zur Ilausfran hatte. Dieser schrieb sich nicht rzu Almeck" sondern „zu Kematen*, einem zu Almeck nachbarlichen Sitze, der nachher, um 1530, in Händen der Baidt gewesen ist. — Pilgram Sachs zu Almeck wird 1482 als Schwager des Lorenz Sinzendorffcr bezeichnet, sandte 1481 ein halbes an Andre Krabat v. Lapitz verkauftes Lehen zu Donaudorf, Pfarre Ybbs in N.-Oe., auf und schloss, nach Iloh., 1491 seine Heiraths-abrede mit Sophie Jörgerin, des Hanns l'anpöck nachgelassenen Wittwe. unter der Zeugenschaft Lasla's von Prag. Georg Sachs zu Almeck, vielleicht ein Sohn dos vorhin genannten Hanns, soll der Letzte gewesen sein. Almeck war um 1525 im Besitze des Georg Zeller (f 1530). (Wig. Hund.; H.; B.-M.; Collect, geneal. von I. H. Freiherrn v. Ennenkl.) Saiut-Julien. (Taf. 81.) Wappen: I. (Stammwappen) Von Gold und Schwarz getheilt, in jeder Feldnng eine farbengewechselte Rose. IV. 5. — Gekr. Helm: Eiu natürliches Flammenherz. Decken: schwarz-golden (Nach gräfl. St. Jnliensclien AhnenprobenI. — II. iFreiherrliches 1628) Geviert, mit rothem Herz-scliild, darin ein geharnischter, schwertschwingender, rechter Linksarm. 1 und 4 in Blau ein gekr.. schwarzer Doppeladler. 2 in Gold eine schwarze, 8 in Schwarz eine goldene Bose. — Drei gekr. Heimo: 1. Der gekr. Doppeladler. Decken: schwarz-blau. 2. Der Schwcrtarm. Decken: schwarz-blau, schwarz-golden. 3. Eine von Gold nnd Schwarz getheilte Rose. Decken: schwarz-goldeu. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch.). — III. (Gräfliches 1638i Geviert, mit goldenem Herzschild, darin ein gekr., schwarzer Doppeladler. 1 gespalten: vom von Schwarz nnd Gold getheilt, darin dio beiden tincturcu-gewechseltcn Rosen, hinten in Silber ein gekr.. rother Löwe. 2 und 3 in Schwarz ein silberner Balken ^ Wallsee). 4 wie 1 doch die Tinctnren der vorderen Spalthälfte verwechselt. - Drei gekr. Helme: 1. Der gekr.. rothe Löwe, in's Visier gestellt uud wachsend, die Brust mit einem wie die vordere Spalthälfte des 1. Feldes bezeichneten Schilde belegt. Decken: roth-silbern. 2 Der gekr. Doppeladler. Decken: schwarz-goldeu. 3. Win „Wallseo' bezeichneter, geschlossener Plug. Decken: schwarz-silbern (Legal. Dinlomsabschrift im Landesarch) Aus diesem dem Uradel der Grafschaft Avignou angehörigen Geschlechte veruiälto sich Picrro de Guyard im Jahre 1390 mit Marie do Guynes, deren Sohn Gabriel im Jahre 1430 mit Alayettc de Bcrinon getraut wurde und 1466 sein Testament errichtete. — Des Letzteren drei Söhne Guillaume, Hugues, Seigneur de Fourgues et de Vachiires, undAntoine begründeten drei Linien, deren erstere mit des Guillaume Enkel Antoino II., zu St. Jnlien venasijue und zu St. Didier sesshaft wurde und mit des Letzteren Enkel Jean Baptiste, dessen Ehe mit Aliz de Vassoux kinderlos geblieben war, am 4. 12. 1608 im Mannesstamme erlosch. Die von Hugnes absteigende Linie endete, mit den Enkeln desselben Antoiue III., Sohn des Didier do Guyard und der Marguerite de Fournes, und Guillauiuo, Sohn des Jean de Gnyard uud der Madolcine do Texier. Aus der dritten Linie errichtete deren Stifter Antoino am 10. 2. 1460 zu Avignon seinen Heirathsbrief mit < on-stance de la Sonia, welche ihm deu Sohn Picrro (I.) gebar, der aus seiner Ehe mit Marie do Venasquo (Heirathscon-tract 8. 2. 1482) den minderjährigen Pierre (II., hin-terUess, welcher sich in der Folge initConstancc doGnadagno (?) vermälte. Der dieser Ehe entprossene Simon schloss zu Avignon am 15. 2. 1529 seine Heiratsabrede mit An toi nette d' Armand und überkam als ältesten Sohn den Begnier, welcher Antheilc an den Gütern St. Julien venasque und Vachiörcs ererbte und, nach am 7. 3. 1552 abgeschlossenem Heirathscontracte, mit Sirocques (?) do Brabantanc getraut wurde. Des Letzteren jüngerer Sohn Lonis starb 1635 als Canonicus von Notrc-Dame zu Paris, der ältere, Pierre (IIL), erwarb mit Marguerite de llredune (verm. 22. 4. 1586) den Sohn Henri. — Dieser Heinrich v. Gnyard, Herr v. St. Julien (geb. 18. 4. 1592 f 20. 9. 1642 und in der durch ihn gestifteten Familiengruft zu St. Michael in Wien bestattet) trat im Jahre 1610 in das kaiserliche Heer, in welchem er sich insbesondere in der Schlacht am weissen Berg (8. 11. 1620), dann wider Bethlen Gübor in Schlesien hervorthat, wurde in der Folge Gencral-Fcldwachtmeistcr, General-Commissär der Armee, Statthalter in Mecklenburg, Hofkriegsraths-Vice-Präsident, Commandant von Wien und Kaisers Ferdinand II. Kämmerer. Er erhielt durch Diplom d. d. Prag 20. з. 1628 mit der Denomination „von Guiardis, Freyherr zn Sanct Julian" den Beichsfreiherrnstand, brachte'bald darnach durch Kanf die Herrschaft Niederwallsee in Oe. и. d. E. an sich, in welchem Erblande er am 14. 5. 1630 den HerrenBtandBgeschlechtem einverleibt wnrde und 78 310 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. wnrde zufolge Allerhöchster Resolution d. d. Regensburg IS. 11. 1636 zum Reichs und erbländischen „Grafen von und zu Wallsee" mit dem Titel „Wohlgeboren" erhoben. Das bezügliche Diplom ist jedoch erst d. d. Wien 29. 9. 1638 durch K. Ferdinand III. mit der weiteren Genehmigung ausgefertigt worden, dass in etwaiger Ermanglung männlicher Leibeserben der Grafenstand an Heinrichs beide Vettern, nämlich auf die Söhne seiner Schwester Richarde. Philipp Wilhelm und Carl von Laurent auf Beauregard und la Torre, übergehen solle. — Heinrich, seit 16. 6. 1636 mitSidonia Elisabeth Gräiin von llardegg vermält. hatte zu dieser Zeit nur oinen im zartesten Alter stehenden Sohn Wilhelm Leopold (geb. 4. 2. 1637, t 24. 4. 1663), dessen älterer ZwilUngsbruder Seyfried Julius kurz vorher gestorben war, so dass die Uebertragbarkeit der neu erworbenen Grafenwürde auf die beiden Seitenverwandten wünschenswerth erscheinen mochte, wozu es übrigens nicht kam. — Wilhelm Loopohl starb zwar unvermält und dessen jüngster Bruder Leopold Wilhelm (geh 20 3. 1641, f 30. 1. 1719), kaiserl. Kämmerer und Oberst über das Cuirassier-ßegimcnt Mar-tigny. blieb ledig, aber Heinrichs mittlerer Sohn Adam Max (geb. 22. 4. 1040 , kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, auch Oberst-Hof-Falkenmeister, ain 30.1. 1666 im ob der Ens'sclien Herrenstando eingetragen nnd am 14. 3. 1674 mit dem böhmischen Incolate begabt, vermält 1.) 9. 2. 1658 mit Franziska Renata Herrin von Stubenberg, 2). 9.4.1661 mit Maria Susanna Gräfin von Brandis (f 6. 4 1693), Stkr.-O.-D, setzte den Stamm bleibend fort, der sich mit zweien seiner Söhne. Johann Nicolaus und Johann Albert in nachstehende beide Linien tbeilte. 1. Linie zu Niederwallsee. Johann Nicolaus (geb. 5. 9. 1676, f 12 2. 1728), k. k. Kämmerer, n.-ö.'scher Landrechtsbeisitzer, dann Be-gierungsratli, gewann in seiner Ehe mit Anna Lndovika Gräfin von Hohenfeld (verm. 27. 7. 1700), Stkr.-O.-D., fünf Söhne von denen nur zwei zu mannbaren Jahren gelangten, Johann Leopold (geb. 4. 8. 1708), k. k. Kämmerer, Oberstlieutenant und General-Adjutant, welcher unvermält am 23. 7. 1739 unter dem Grafen Ollivier Wallis iu den Engpässen vou Krozka im Kampfe gegen die Türken fiel, und Johann Julius (geb. 5. 3. 1702, f zu Linz 24. 8. 1783), der am 27. 8. 1734 in Oest. o. d. E. in den altrudolfinischcn Herrenstand vorrückte, 1755 die Herrschaft Niederwallsee an den Feldmarschall Grafen Leopold Daun veräusserto und, am 19. 6. 1731 mit Maria Anna Freifrau von Clam vermilt, in dieser Ehe acht Kinder erzeugte, von denen der jüngste Sohn Johann Julius (geb. 6. 7. 1742), k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant, am 23. 4.1810 als letzter Mannessprosse dieser Linie starb. 2. Linie. Johann Albert (gob. 9. 0. 1681, + 1743), k. k. Kämmerer und geh. Rath, auch Oberst-Hof-Falkenmeister, erlangte unter dem 12. 1. 1736 für sich und seine Descendenz das Erbland-Falkenmeisteramt in Oester-reich unter der E.ns. Er hatte aus der Graf Niltz'sclien Concurs-masse die Herrschaft Wartenburg im Hausruckviertel sammt dem liierzn incoporirten Sitze l'erkheim an sich gebracht, worüber die gerichtliche Einantwortung am 1. 7. 1729 erfolgte, nnd bante daselbst, als ihn Kaiser Carl VI. zu besuchen versprach, das Schloss Neu-War-tenburg, welches jedoch so namhafte Summen verschlang, dass der ganze Besitz, — wie es scheint noch bei seinen Lebzeiten, — veräussert werden musste Derselbe gieng an dio Familie van Ghelen über. — Johann Albert hatte in seiner am 1. 5. 1703 mit Antonia Herrin von Stubenberg geschlossenen Ehe vier Söhne erlangt, von welchen sich nur der Aeltest i, Johann Josef Wilhelm 'geb. 13. 7. 1704, f 5. 1. 1794)., Oberst-Erbland - Falkenmeister in Oest. u. d. E., k. k. Kämmerer und geh. Bath, auch Oberst-Küchenmeister, vermälte. Seine, ihm am 27. 1. 1735 angetraute erste Gemalin Karoline, einzige Tochtor des Karl Anton Grafen Serenyi auf Svetlau, vermachte ihm in ihrem Testamente vom 21. 12. 1749 ihre ererbte Herrschaft Svetlau in Mähren nnd starb am IS. 2. 1750, worauf der Wittwer am 14. 4. 1754 zu seiner zweiten Ehe mit Lndovika Gräfin von Zerotin schritt Die dritte Gemalin Aloysia Gräfin von Thürheim (verm. ä. 1. 1757), Stkr.-O.- und Falast-D. gebar ihm vier Söhne, Johann Franz (geb. 12. 10. 1756, f 10. 1. 1836) Oberst-Erbl.-Falkenmeister in Oest. u. d. E., k. k. Kämmerer und geh Rath, Fcldzeugineister und Inhaber des 01. Infanterie-Regiments, Johann Josef (geb. 28. 1.1758 -j-30 11.1829), k. k. Kämmerer und geh. Rath, Feldmarschalllieutenant, Obersthofmeister der Erzherzoge Ludwig nnd Rainer, Malteserritter und fomthur zu Fürstenfeld, Johann Anton i geb. 13. 6 1766, t 10. 10. 1786), Domherr zu Oimiitz und Johann (geb. 1. 7. 1767, t 6. 3. 1817), welche mit Ausnahme des vorher verstorbenen Domherrn, die Herrschaft Svutlau am 30. 3. 1803 au Sophie Gräfin von Haugwitz, geb. Gräfin Fries, veräusserten. worauf Graf Johann Franz die Herrschaft Skalicka bei Weisskirchen in Mähren, Johann Josef das Gut Zwerbach in N--Oe. und Johann in demselben Kronlande Hainstetten an sich brachte Graf Johann Franz vermälte sich 1.) 1798 mit Ludovika Gräfin Choriusky, Stkr-O.-D., 2.) 31. 10. 1800 mit Josefa Gräfin Lodron und hinterliess zwei Söhne, Johann Clemens Gundacker (geb. 15. 9. 1801, t 3. 1. 1882), Oberst-Erbl-Falkenmeister in Oest. u. d. E., k. k. Kämmerer und geh. Rath, Major und Obersthofmeister Ihrer Majestät der Kaiserin Carolina Augusta, und Johann Josef (geb. Ii. 4 1806, f unvermält 14. 6. 1876), k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant, von welchen der Erstere die Herrschaft Skalicka veräusserte, sich am 27. 7. 1836 mit Maria Emanuela Gräfin von Khevenhüller-Metsch (f 26. 1. 1882), Stkr.-O.- nnd Palast-D. vermalte und kinderlos blieb. Graf Johann vererbte Ilainstetten an den einzigen, seiner Ehe mit Franziska Gräfin von Fiinfkirchon (verm. 21. 6 1804) entsprossenen Sohn Johann FYanz (geb. 18. 5. 1805), nun Oberst-Krbl.-Falkenmeister in Oest. u. d. E., welcher den Besitz im Jahre 1854 veräusserte, nachdem er vorher (1835) die Herrschaft Wolfsegg im Hausruckviertel und eben daselbst das landläfiiclie Gut Aicli-berg (eingeantwortet 18. 0. 1844) Käuflich erworben, letzteres aber im Jahre 1851 wieder verkauft hatte. — Aus der Ehe desselben mit Leokadia, gob. Gräfin von Sprinzenstein (verm. 12. 2. 1839, f 12. 1. 1886; leben drei Söhne, Johann Albert (geb. 21. 2. 1841), k. k. Kämmerer, welcher durch Kauf im Jahro 1869 die Herrschaft Wartenburg neuerdings an die Familie gebracht hat, Clemens (geb. 25. 9. 1845), k. k. Kämmerer und Bezirkshauptmann zu Kul'stein, Ehrenritter, des s. Malteserordens, am 7. 1. 1888 mit Georgine Gräfin Battliyany von Nemet Ujvär vermält, und Arthur (geb. 19. 10. 1850), k. k. Kämmerer nnd Oberbergkommissär, vermält am 18. 5. 1885 mit Marie Agnes Gräfin von Wickcnburg. Diesem ist am 20. 8. 1887 ein Sohn, Franz Eduard, geboren worden. (Gräfl. St. Juliensches Familienarchiv; k. k. A.-A.; Landesarchiv; H.-M.; H.; Landtaf.) Salburg. (Tat. 81, 82.1 Wappen: I. (1571) Im von Schwarz und Gold gespaltenen Schilde eine tincturengewechselte Lilie. — Gekr. Helm: Zwischen otfenem. rechts schwarzen, links goldenen Fluge die Lilie. Decken; schwarz-goldon. OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 (K. k. A.-A.). — n. (Vor 1607; Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 nnd 3 von Silber nnd Schwarz im Wolkenschnitt gespalten (Hainspöck.) — Zwei Helme, der erste gekrönt, der zweite mit silbern-schwarz ge-wnndenem Bunde: 1. Stammkleinod. Decken: schwarz-golden. 2. Hörnerpaar, rechts silbern, das Mundloch gekrönt und dio Krono mit drei, — schwarz, silbern, schwarzen — Straussenfedern besteckt, mit denen, tincturen-gewechselt, auch die Krone dus linken, schwarzen Hornes besteckt ist (Hainspöck I. Deckon: schwarz-silbern. (K. k. A.-A.). — III. il6(>7) Wie vorhin als Bäckschild. Im silbernen HcrzsGhild .ein hoher grüner stain von Quaterstuckh", auf welchem ein natürlicher Falke steht (wogen der Herrschaft Falkensteini. — Helme, Kleinode und Decken wie vorhin (K. k. A.-A.). — IV. (Grälliches 1665). Rückschild wie vorhin. Im blauen Hcrzschild drei (1, 2) über- und aneinander gestellte, silberne Quadersteine, auf welchen der, zum Flug geschickte, natürliche Falke steht. Vier gekr, goldene Helme: 1. Von Schwarz und Gold geviurter Flügel. Decken: schwarz-golden 2. In den Mundlöchern gekrönte und daselbst je mit drei, silbern, schwarz, silbernen Straussenfedern besteckte Hörner; das rechte schwarz, das linke silbern: dazwischen die vou Gold und Schwarz guspultene Lilie. Decken: schwarz-golden. 3. Der Ealko auf den drei Quadersteinen. Decken: sch würz - silbern. 4. Von Schwarz und Gold gevierter Flügel. Decken: schwarzsilbern (K. k. A.-A. Taf 82 ist der Flügel irrthümlich von Roth und Hold tingirt-. Dio Salburg sind angeblich aus dem Voigtlande nach Oesterreich ob der Ens eingewandert, eine Ueberlieferung, welche auch das Freiherrnstandsdiplom vom Jahre l99 geschlossenen Ehe mit Marie Sophie, Tochter des Hermann Seyfried von Salburg der Artstetter Linie nnd der Christine Lucretia geb. F'reiin von Lindegg, nämlich an Norbert Ant in Oswald , dessen Vormundschaft auch noch die Herrschaft Kreutzen mit Arbing im Machlando erkaufte, zn welch' ansohnlichen Gütern nach dem Tode des Grafen Franz Ludwig von dem älteren Zweige Claus, l.eonBtein, Puchheim und Mitterberg kamen, die dem Grafen Norbert Anton Oswald im Jahre 1760 landtäflich zugeschrieben wurden, und von welchen er Claus, unter Substituirung von Leonstein als Fideicommiss, 1761 an das Spital am Pyhrn verkaufte. Seiner, ihm am 24. 1. 1723 angetrauten Gemalin Jakobina Gräfin von Thürheim entsprossen zwei (vielleicht auch mehr, aber jung verstorbene) Söhne, Christoph Ludwig 'geb. 25. 1. 1728, + 1775?) nnd Budolf Ferdinand (geb. 1782, + 1806), von welchen ersterer durch Testament seines Vaters vom 26. 3. 1762 Leonstein, Prandeck. Greinburg mit Buttenstein, Kreutzen mit Arbing, und Puchheim mit Mitterberg überkam, aber die beiden letzteren Güter mit Contract d. d. Wien 24. 12. 1762 an Josef Johann Nep. von Fuchs, nachherigen IV. 5. Grafen von F'nchs, veräusserte. Er vererbte die übrigen Besitzungen an seinen Bruder Bndolf F'erdinand zu Salaberg, k. k. Generalfeldwachtmeister, welcher sich in seinen späteren Jahren, am 27. 3. 778 mit Maria Anna, Tochter des Fürsten Franz Ulrich von Kinsky vermält, aber keine Kinder erworben hatte. Derselbe hinterliess die Güter im Machlandc und auch Salaberg dem Sohne seiner Schwester Leontine, welche am 31. 7. 1758 mit Carl Gundacker Josef Grafen von Dictrichstcin der Hollenbur-ger Linie getraut worden war, nämlich an den Grafen Josef Carl Ferdinand v. Dietrichstein. der jedoch vertragsweise die Herrschaft Salaberg dem Grafen Josef v. Salburg der III. Linie überliess, an welche auch das Fideicommiss Leonstein übergieng. III. Linie zu Ricdau und Aichberg, dann zu F'alkenstein, Leonstein, etc. Gottlieb (f zu Riedan 3. 9. 1649), kaiserl. Kämmerer und Obcrstwachtmcister. dessen Descendcnz nun noch allein blüht, erhielt nach seinem Vater Heinrich in der Theilung mit seinen drei älteren Brüdern Biedau und den Nutzgenuss des gemeinschaftlichen L'-hensgutos Aichberg, vermälte eich 11 mit Sabina Rauchenbergerin und schlos3 zu Augsburg 28. 10. 1637 die Heirathsabrede mit seiner zweiten Gemalin Anna Maria Fuggcr. Gräfin von Kirchberg nnd Weissenborn, die ihm zwei Söhne gebar, Hermann und Hanns Achaz t 672i, welch' Letzterer aus unbekannten (irilnden bei der Ertheilnng des Grafenstandes 16i'ö übergangen wurde. Derselbe hatte, in kinderloser Ehe mit Maria Clara Hörlin lebend, 1671 das Gut Tratteneck im Hansrnckviertel käuflich an sich gebracht, das nach seinem Ableben F'ranz Leopold Graf von Salm-Neu-burg 1673 von dem Grafen Hermann an sich brachte. Letzterer, zu Riedau und Aichberg, erwarb in seiner Ehe mit F'ranziska Genofeva Freiiu von Kniirring zwei Söhne, von welchen der Adtero nach der Rückkehr von seinen Reisen starb, der Jüngere, F'ranz Anton (f zu Riedan 24. 4. 1720 zu seinen väterlichen Gütern von Johann Reichard I. der I. Linie, als dessen Universalerbe, 1713 die Herrschaft F'alkenstein mit Hochhaus und Altenhof ererbte. Altenhof war von Joh. Reich, neu aufgebaut worden, und diente von da an als Wohnsitz, während F'alkenstein seither verfiel. - Hermanns am 20. 11. 1702 mit Barbara Marin Christino Gräfin von F'rcien-Seibults-dorf geschlossene Ehe blieb kinderlos; aus der zweiten zu Riedau am 25.10. 1705 mit Maria Josefa Theresia Con-stantia F'reiin von Lerchenfeld-Amerland vollzogenen, — die sich nach seinem Ableben mit Josef Friedrich Grafen von Seeau wiedcrvermältc, — erblühte ihm der Sohn Johann Reichard IL F'ranz Anton (gob. 2. 4. 1708, t 19. 7. 1742), churbarrischcr Kämmerer, welcher ain 18. 9. 1729 mit Maria Josefa Sccundina Gräfin von Sprinzenstein getraut wurde. Derselbe hinterliess bei seinem frühen Tode den, damals minderjährigen Söhnen, F'ranz Anton II. (geb. 14. 11. 1737, j au seinen im Kriege erhaltenen Wanden 10. 6. 1759), Johann Reichard III. (geb. 20. 1. 1739. t 1. 5. 1789; eine drückende Schuldenlast, deren Ordnung einem Curatorium übergeben wnrde. das noch 1764 funetionirte und mit Vertrag vom 15. April dieses Jahres Riedau an Josef Zacher von .Sonnenstein veräusserte. Zu dieser Zeit war Johann Reichard III. nach dem Ableben seines älteren Bruders Franz Anton als I'idoi-commissinhaber zu Altenhof, Falkenstein und Hochhaus gefolgt, wozu er auf Grund eines Vergleiches mit den läubigern. d. d. Linz 15. 3. 1765, auch Aichberg übernahm. Seiner Ehe mit Anna Maria Gräfin Fieger von HirBchberg entsprossen zwei Söhne, Josef (geb. 19. 3. 1770, f 22. 1. 1848) und Johann Bcichard IV. (geb. 11. 9. 1771, f 27. 4. 1833;, von denen der erstere zu Altenhof. Aichberg, etc.. ferner nach dem Ableben des Grafen Bndolf Ferdinand auch als Fideicommissinhaber zu Leonstein und zufolge Vergleiches mit dem Grafen Josef Carl 79 314 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Ferdinand v. Dietrichstein auch im Besitze von Salaberg folgte, aber in seinen zwei Ehen 1) mit Theresia Gräfin von Auersperg, Purgstaller Linie, (verm. 31. 10. 1791, f 20. 9. 1829), 2) mit Franziska Freiin von Sobeck nnd Körnitz (verm. 27. 4. 1880), ohne männliche Suecession blieb. Die einzige Tochtcr Maria Angelika (gob. 1. 10. 1792), am 20. 7, 1814 mit Johann Lndwig Graten von Sprinzenstein vermält. brachte diesem Salaberg zn und veräusserte das ebenfalls ererbte Aichberg mit Contract d. d. ä. 10. 1844 an Franz Grafen von St. Julien. Johann Beichard IV., Josefs jüngerer Bruder, k. k. Kämmerer, Major und Dienstkämmerer bei Seiner Königlichen Hoheit, dem Erzherzogo Franz IV., Herzoge von Modena. vermälte sich am 11. 10. 1806 mit Jnliana, der Tochter des Grafen Franz Draskovich und der Juliana, geb. Jaukovits de Friber, welch' Letztere ihrer Tochter die Güter Surany und Geregge im Eisenburger- und Magyar Atat iin Somogyer Comitate hinterliess. Von Johann Beichard's IV. beiden Söhnen, Franz Jnlius (geb. 30. 8. 1808, t 26. 7. 1802 ledig und geisteskrank, und Johann Nep. Richard (geb. in Ungarn 8. 12. 1809, t23. 11. 1865), k. k. Kämmerer, folgte der Erstere seinem Oheime Josef als Fideicominiss-Inhaber zu Altenhof nnd Leonstein, welches daun auf seinen Bruder Johann Nep. Richard iibergieng, der die ererbten Güter in Ungarn verkaufte. Derselbe hatte sich dort am 0. 11. 1832 mit Aloysia tiyömörey von Györi-Gyömöre und Töllwnr, Stkr.-O.-D. vermält, aus welcher Ehe gegenwärtig zwei Söhne leben: Otto (geb. 26. 4. 834) Majoratsherr, k. k. Kämmerer und Rittmeister a. D., vermält 12. 10. 1867 mit Hildegard geb. Holonia, und Julius (geb. 13. 12. 1853), k. k. Kämmerer und Bezirkscommissär, vermält 22. 2. 1879 mit Helene Gräfin v. Scliaffgotsch. Ans der ersten der beiden letztgedachten Ehen, sind die Söhne Theodor gob. 7. 1. 1870) und Otto (geb. 29. 4. 1880), aus der Eho des Grafen Julius der Sohn Emanuel (geb. 2. 1. 1880) hervorgegangen. (K. k. A.-A.; Landesarcli.; kgl.bayr. allgem. Reiclis-archiv; gräfl. Salburg'sche Fauiiliendocumente; H.; R.-nnd H.-M.; Collect, geneal von J. H. Freiherrn v. Ennenkl; Landtaf.; gräfl. Taschenb.). Salchinger. (Taf. 82). Wappen: Von Schwarz, Silber und Roth getheilt. — Kleinod: Hoher, von Schwarz nnd Silber getheilter. roth gestülpter Hut, mit schwarzem Hahnenstoss bestockt. Decken: schwarz-silbern, roth-silbern. (N. S. t bayr. Geschlechter. Holl, bringt fälschlich als Kleinod, den rothbekleidetcn, stabhaltenden Arm der Marschall v. Meierhofen). Die Salchinger, altbayrischen Adels, sassen zu Münchsdorf an der kleinen Vils, Landgerichts Arnstorf, — das Schloss steht noch heute, — und nicht zu „Mülldorf", wie Höh. irrt. Jobst S. zn Münchsdorf, — oder Miinchdorf, wie es damals auch geschrieben wurde, — erscheint mit der Hausfrau Meza ao. 1390 in einem Briefe des Hanns.Zennger. — Degenhart S. war 1437 Domherr zu Begensbnrg. — Nicla (1397), 1403 Burgliiiter zu Schärding, hinterliess von seiner Ehewirthin Agnes (Wittwe 1430) zwei Kinder, Elspet, 1452 des Stephan Daxperger Wittwe. nnd Veit (1436-1452) zu Obling (Oblfing bei Deggendorf). Letzterer hatte droi Söhne Jörg, 1468 Pfleger zu Starhomberg, Bernhart und Kilian. - Dieser war, nach Hob. mit Ursula von Bohrbach verehelicht, welche sich als Wittwe ao. 1510 mit Erasm. Goggendorfer zu Ilmau trauen liess. Der Vorigen Zeitgenosse Sigmund S., passauischcr Pfleger auf dem Oberhans zn Wesen, bezeugte am Dienstag vor Pfingsten 1470 einen Bevcrs der Zechleute von Pfarrkirchen im Miihlviertel gegen Dankwart Mellabrunnor. — Jörg, der Pfleger zu Starhemberg und vielleicht identisch mit jenem Georg S, welcher Sitz und Hofmark Bubls-pacli, ein bayrisches Lehen im Landgericht Battenberg, an Anna von Klnghcim veriiusserte dürfte der Vator des Heinrich S. gewesen sein, welchem durch Kaiser Maximilian I. 1498 die Vesten F'alkenstein und Iianariegl a. d. Donan verpfändet waren, in deren Gonnsso er aber nicht lange gestanden haben kann, denn bereits 1512 hatte Marx von Oedt Banariegl und lf>26 Georg von llerberstein Falkenstein pfandweise inne. Wolfgang S. bezeugte zu Linz 5. 1. 1548 einen auf Hanns Heinrich vou Geumann lautenden lievers über die F'ischerei in dor Trattnach, — Mit Veit II. soll das Geschlecht erloschen sein. Dessen Wittwe, eine Gradeckerin, ehelichte am 8. 2. 1562 den Caspar Pernstorfer. (Wig. Hund III.; N. S. + bayr. Geschlechter; Strnadt-Velden; H.; R.-M.). SKliii-Xenhiijrff. (Taf. 82). Wappen: I. (Stammwappen). In Roth zwoi aufsteigende, abgekehrte, silberne Salme, begleitet von vier (1, 2, 1) goldenen Wiederkreuzchen. — Kleinod: Dio beiden Salme auf einen niederen, rothen, hermelinge-stulpten Hut gestürzt. Decken: roth-silbern (N. S. Hoher Adel). - II Die Salme wie vorhin iui rothen, mit neun goldenen Krenzclien besäeten Schilde. — Kleinod: Meerjungfrau, dio gestürzten Salme je in den Händen haltend. Decken: roth-silbern (Variante nach Fahne's Geschichte der Dynasten von Salin-Reilferscheidt; N. S. Hoher Adel). — III. (Grafen von Salm-Neuburg) (ieviert. 1 u. 4 Stammwappen (wie II). 2 und 3 in Silber ein rother Greif, einen widersehenden, natürlichen Hasen in beiden Fängen haltend (wegen der Grafschaft Neuburg». — Zwei Holme, davon der zweite gekrönt: 1. Die beiden Salme, auf einen niederen, rothen, silbern gestülpten Hut gestürzt. 2. Der Greif mit dem Hasen wachsend. Decken: durchaus roth-silbern. (N. S. Hoher Adel). Die Grafen von Salm-Neuburg waren eino Linie der erloschenen Grafen von Salm des alten Hansos, das schon vor 1130 in den Stamm zu Obersalm bei Schirmeck am Ober-lthein und in jenen zu .Niedersalm iu den Ardennen zerfiel, welch Letzterer 1415 (alias 1413) mit Heinrich Grafen von Salm verblühte, beerbt durch Johann VI. von Reiffersclieidt. Als Stammvater der Obersalm gilt Hermann Graf von Salm iu den Vogesen (f 1130), dessen ältester Enkel Heinrich das Haus fortpflanzte, während der jüngere, F'riedrich Graf von Salm, Herr zu Blamont (f 1233) Stifter der Grafen von Blamont wurde. Heinrichs Nachkomme, Johann V. (1386—1431, f 1431) orwarb vier Söhne, von donen zwei, Simon (f 1475) und Johann VI. (+ 1451) Obersalm je zur Hällte erbten. — Simon hinterlioss uur eine Tochter Johanna, welche mit Johann V. Rheingrafen zum Stein, Wildgrafen zu Daun getraut wurde, der dnreh diese Ehe dio halbe Grafschaft Salm überkam und der Stammvater des noch blühenden neuen HauseB Salm, nämlich der Fürsten von Salm ans dem Geschlechte der Wild- nnd Rheingrafon wurde. Johann VI. (f 1451), vermält mit der Erbtochter von Sirk. erlangte drei Sühne, von denen der Acltesto, Johann VII. (1451-1490), auf Obersalm (zur Hälfte), zwei Söhne hinterliess, Johann VIII. (f 1518) und Nicolaus (t 1529). Die Descendenz des Ersteren wurde mit dessen F^nkelin Christine, des Paul Grafen von Salm Tochtcr, boschlossen, welche sich 1597 mit F'ranz Grafen von Vaudcmout, späterem Herzoge von Lothringon vermälte, dor ein Stammvater unseres erlanchten. österreichischen Kaiserhauses geworden ist. Sio brachte demselben die andere Hälfte von Obersalm zu. Nun blühte das alto Haus Salm nur noch in dor Linie OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 des vorgenannten Grafen Nicolaus, welcher ah kaiserlicher Feldmarschall während der Türkenbelagernng zn Wien am 4. 5. 1529 sein tliaten- nnd ruhmreiches Lehen hescbloss. Er gehört der Geschichte an. — 1511 die Pfandherrschaft M«check, 1522 die Pflege zn Greizen-stein zu der ihm schon vorher verliehenen PfandBchaft Kurneuburg, 1525 die Lehensherrschaft Orth am TraunBee und schliesslich 1028 die Grafschaft Neubnrg am In mit Wehrnstein und allen Zugehörungen wareu ein Theil des Lohnes, der ihm für seine hohen Verdienste zufloss. — Aus seiner Ehe mit Elisabeth Herrin von Roggendorf entsprossen drei Söhne, von denen einer ledig starb; Wolfgang if 5. 12. 1555) wurde Fürstbischof von Passau und Nicolaus der Jüngere Graf zu Salm und Neuburg 25. 8. 1550 zu Erlau, wo er aucli begraben liegt), itter des Ordens vom Goldeuen Vliess, kaiserl. geh. Rath Oberstkämmerer und Oberster-General-Feldhaupt-mann. ein Held des Vaters würdig, setzte seinen Stamm, aus dessen Händen die Herrschaft Orth bald nach 1540 kam. durch die erste Gemalin Emilie Gräfln von Eberstein und von drei Söhnen durch deu Grafen Julius (geb. 11. 11. 1581, f 2. 7. 1595) fort, welch' Letzterer nur in seiner zweiten Ehe mit Anna Maria Herrin von Dietricli-stein männliche Succession hatte, ans welcher Graf Woick-hart (geb. 16. 9 1575, f 1012 [alias 1017]) 1596 mit Sydonia von Minckwitz Hochzeit hielt, die ihm zwei Söhne gebar, Julius II. und Carl. Erstorer, kaiserl. Kämmerer und geh. Rath, auch Landeshauptmuun in .Mähren, daselbst Herr zu Tubitschau, erwarb, erst mit Julia Gräfln von Collalto getraut, in zweitor Ehe mit Marie Salome Herrin von Windischgrätz einen Sohn Ferdinand Ludwig (t 1697), der, ohne männliche Leibeserbon. Tobitschau mit Testament vom 16. 7. 1690 seinem Vetter Ernst Leopold Ignaz hinterliess. Carl (f 1664), Weickharts jüngerer Sohn, verkaufte dio Grafschaft Neuburg a. In 1654 an den Grafen Georg Ludwig von Sinzendorf. Er hatte sich mit Elisabeth Bernhardino Gräfin von Tübingen vermält, die ihm fünf Söhne gebar, von denen einer in Kriegsdiensten 1673 starb, einer den Ritterschlag im Malteserorden erhielt und zwei Domherren wurden. Nur Kranz Leopold (+ 11. 11. 1702), welcher 1673 das Gut Trattencck im Hausruck-vicrtel von dem Grafen Hermann von Salburg au sich brachte, das er aber zwölf Jahro uuehher wieder an Ferdinand Carl von Eyselsberg veräusserte, lief in den Hafen der Ehe ein und' setzte mit Maria Hcrzenlaut Freiin Sehifer von Daxberg den Stamm durch den Sohn Ernst Leopold Ignaz (f 1. 1. 1722; fort, welcher, wie erwähnt, Tobitschau in Mähren erorbte, diese Herrschaft jedoch am 1. 8. 1715 an Johann Dietrich Freiherrn Peterwaldsky von Peterswuld verkaufte. — Graf Ernst Leopold Ignaz erwarb in seiner Ehe mit Maria Franziska Gräfin von Liechtenstein und Castclcorn (verm 1705, + 6. II. 1754i den Carl Otto (geb 14. 5. 17J)9. + 8. 12. 1766;, welchem seiner Mutter Bruder Graf Jakob Ernst von Liechtenstein und Castclcorn (f 12. 6. 1747), Fürstbischof von Olmiitz, dann von Salzburg, die ansehnliche Herrschaft Malcnovic in Mähren samiut Zugehörungen vermachte, und der durah seine zweite Gemalin Eleonora (f 23. 3. 1758), Tochtcr des letzten Grafen Zaruba von Hustiran die Herrschaft Svojanov im Chrudimer Kreise Böhmens überkam, worauf er in den Herrenstand dieses letzteren Königreiches aufgenommen wurde. Die zweite, wie auch Carl Otto's dritte Elie mit Maria Ernestine Gräfin von Proskau bliub kinderlos und nur der ersten Gemalin Antonia, geb. Gräfiu Wengerskv, Freiin von Ungarschütz (verm. 1737. f 18.7. 1744) war ein Sohn Carl Vincenz (geb. 12. 5. 1744) entsprossen, Herr auf Malenovic. Pohorelic, Gewitsch, Kan-banin, Opatovic uud Jaromeric in Mähren. Weisswasscr und Hertwigswaldau in Schlesien und Svojanov in Böhmen, welcher am 3. 2. 1784 als der letzte männliche Sprosse dieser Linie und zugleich als der Letzte des ganzen Ge- schlechtes der Grafen von Salm des alten Hauses in die Ewigkeit hinübergieng. — Er hatte sich am 22. 7. 1770 mit Maria Anna Gräfin von Khevenhüller-Motsch vermält, welche ihm jedoch nur drei Töchter gebar, Marie Ernestine, vermält 1790 mit Johann Nep. Grafen von Lamberg, Henriette Juliana, vermält 1795 mit Johann Hieronymus Grafen von Herberstein und Maria Antonia (f 21. 3. 1840), vermält 1795 mit Wolfgang Maria Grafen Cernin von Chudenic. — Zur Zeit deren Minderjährigkeit hatte der Vormund E'ranz Anton Graf v. Khevenhüller-Metscb die Herrschaft Svojanov an Wenzel Ignaz Freiherrn Ubelli von Siegburg, Weisswasser 1794 au den Grafen Anton von Schiegenberg und Lilicnberg veräussert. Ge-witscli, Baubanin, Opatovic und Jaromoric gediehen an dio Gräfin Henriette Juliana, Malcnovic und Pohorelic un Maria Antonia. Eino förmliche Aufnahme des Geschlechtes in den Herrenstand Oesterreichs ob der Ens scheint nicht erfolgt zu sein, doch sagt Hoheneck, daBS dasselbe seit der Erwerbung der Grafschaft Neuburg am In „sich der l.and-mannschafts - Freiheiten dieses Erzherzogtumes bedient habe" und sind in der neuen Matrikel der Marschall Graf Nicolaus der Aeltcre vou Salm-Neuburg und Graf ErnBt Leopold Ignaz, dieser fälschlich als Letzter des Geschlechtes. eingetragen (N. S Hoher Adel; genial. Handbuch von Krobol; histor.-heruld. Handb., N. S. bölim. Adel; IL; H.-M.), Halni-Reiffeneheldt (Taf. s2, 83). Wappen: I. (Stammwappen). In Silber unter blauem, fünfiätzigein Turuierkragon ein rothes Schildlein. — Kleinod: Zwei Eselsohren, das rechte silbern, das linke roth. Decken: roth-silbern (N. S. Hoher Adal nach Alt. Siebm. Das Wappen stimmt mit einem Siegel Iieichard's Herrn zu Byfferscheid (1375) überein i. — II. (Niedersalm). In Silber zwei aufsteigende, abgewendetu, rothe Salme. — Kleinod: Dio Salme auf dun Helm gestürzt. Decken: roth-silbern. (Nach Grünenberg iin N. S. Hob. Adel. Im Kölner Vasallenbuch erscheint uls Kleinod wachsend ein gestürzter rother Salm; s. Wappen Niedersalm II).— III (Salm-Rciflerscheidt). Geviert, mit silbernem Uerz-schild, darin drei (2, 1) aufrechte, rothe Wecken (Dyck). 1 und 4 Niedorsalm, 2 und 3 Stammwappen. — Stammkleinod Decken: roth-silbern. (N. S. Hoher Adul, übereinstimmend mit Griinenberg). — IV. (Graf Werner 1573—1629). Geviert. 1. Niedersalm 2. Stammwappen. 3. 1 >yck. 4. In Gold vier rothe Balken darüber ein gekr, silberner Löwe (Alfter;. — Drei Helme, davon der dritte gekrönt. 1. Zu Niudcrsalm. 2. Stammkleinod (beide Ohren roth). 3. Eine gestürzte, natürliche Rehkeule. Decken: durchaus roth-silbern. (N. S. Hoher Adel). — V. (Graf Werner Ernst Friodrich (t 1639), dessen Söhne Erich Adolf und Ernst Salentin die beiden Hauptlinien stifteten). Geviert, mit Herzschild von Dyck. 1. Von ReiiFerscheidt und Niedersalm gespalten. 2. In rothem, mit wagrechten silbernen Schindeln bestreuten Felde ein gekr.. silberner Löwe ißedbur). 3. In von Gold und Roth neunmal geteilten l-'elde ein gekr., silberner Löwe (Alfter). 4. In Gold ein schwarzer Löwe (Hackenbroich). — Helme. Kleinode und Decken wie vorhin. (N. S. Hoher Adel nach Fahne). — In letzterer Weise wurde und wird zum Tlieile noch das gräfliche Wappen ohne wesentliche Veränderungen geführt; bei der Linie zu Hainspach werden die Salme von vier '2, 2) rothen Kreuzchen begleitet). -- VI. (Fürstliches der Linie Salm-Reifferschcidt-Raitz, 1790) Geviert mit von Niedorsalm und dem Stamm Wappen gespaltenen Herzschild. 1. Dyck. 2. Bcdbur (Löwe ungekrönt;. 3. Alfter (wie bei IV. doch der Löwe ungekrönt). 4. Hackenbroich. — Drei Helme: 1. Stecbhelin mit fünfzackiger Krone: Stammkleinod, rechts roth, links silbern. 2. „Goldener, offener, königlicher Helm" mit Fiirsteuhut : Die gestürzten, rothen Salme. 3. Gekr. Turnicrhelm: 816 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Kleinod von Alfter. Decken: Durchaus rotli-silbern. Schildhalter: Zwei goldene, widersehende Löwen. Fiirsten-lint nnd Mantel. (N. 8. Hoher Adel. — Die fürstlichen Wappen der Hanptlinio Salm Eeifferscheidt-Dyck und der Linie Salin-Eeifferscheidt-Krantheim kommen hier nicht in Betracht; dieselben führen vollkommen uniuotivirter Weise zn den Wappen von EeifFerscheidt, Niedersalm, Bedbur, Alfter und Hackenbroich auch jenes der Grafschaft Neuburg am In, die erstere auch, ebenfalls ohne allen Anlass, den Schild von Obcrsalm). Dieses, in drei Linien fürstliche und insgesammt den Titel .Altgraf-' führende Haus dessen Geschichte von A. Fahne trefflieh bearbeitet worden ist, bildet augeblich einen Zweig der uralten Herzoge von Limburg an der Maus, welcher um 1170 von der, nun zerstörten Bnrg Remerscheid (Begiernngs-Bez. Aachen) den Namen annahm und urkundlich unter dieser Benennung mit Gebhart Herrn v. Reillerscheidt zuerst aultritt, dessen Sohn Friedrich um 1220 lebte. Dieser brachte c. 1250 die Herrschaft Bedbur, dessen Nachkomme Johann V. (f 1897) durch die Gemalin Bicliardis Erbtochtcr von Dvck die Herrschaft Dyck, des Letzteren Enkel Johann VII. (f 1475) durch Irmgard von Wevelingliofen die Herrschaft Alfter sammt dem damit verbundenen Erbmarschallamte von Chur Köln, auch (0. 2. 1455) Nicdersalm in den Ar.lcnuen au das Go-chlecht, welche Gralschaft, Lehen vom Herzog-thume Luxenbnrg. seinem Vater Johann VI. dnreh den Grafen Heinrich von Salm (i* 14'5, alias 1418; vermacht worden war. Von da au rührt die Namens- und Wappenvereinigung Salm-Bciffcischeid her. Johanns VII. Abstämmling Graf Werner, welcher für sich und seine Descendenz dnrcli Kaiser Ferdinand II. d. d. I'rag 28. 1. 1628 den Titel „Hochgeboren erlangte und die aus den Händen seines Hauses gekommenen Herrschaften Bedbur und Hackenbroich wieder erwarb, schied dnreh seine beiden Enkel Erich Adolf (f 1H78) und Ernst Salcntin (f 1684), von denen Ersterer 1639 durch Theilung mit dem Bruder die Grafschaft Nicdersalm und die Herrschaft Beiffer-»cheid. Letzterer Dyck. Hackenbroich und Alfter a. Rhein erlangte, das Geschlecht in zwei Hauptlinien, deren jüngere, Salm-Beiff rscheidt-Dyck, sich bis gegenwärtig im BeBitze von Resten ans den ihr damals zugekommenen Gütern Dyck. Hackenbroich und Alfter, und im Besitze der Herrschaft ehemalig reichsständischen Abtei) Baindt befunden hat. Dieselbe gelangte mit denßriidern Josef Franz Maria Anton Hubert uud Franz Josef August d. d. Berlin 28. 4. (public 27.6.) 1816 in den prenssischen Ffirstc-nstaud mit dem Titel .Durchlaucht", und erlosch in den jüngst vergangenen Tagen mit dem Sohne des Letzteren, dem Fürsten und Altgrafeu Alfred Josef Clemens (geb. 31. 5. 1811), welcher am 3. 8. 1888 oin tragisches Ende zu Dyck genommen hat. Das Erbe gelangt nun an die erste Linie der älteren lianptlinic. Letztere zerfiel mit ihres Stifters Erich Adolf Enkeln, den Brüdern Karl Anton Josef (t 1755), Leopold Anton (f 1760/ und Anton (f 1769) in die 3 Linien. Salm-Reiffer-scheidt-Bedbnr .nachher Krautheim), Salm-Reifferscheidt-Hainspach und Salm - EeifFerscheidt - Baitz (vormals zu Niedersalm . Erstere erhielt für den, dnreh den Fricden|von Lunne-ville erfolgten Verlust von Reifferschcidt und Bedbur 1803 das vormalig churmainz'sche Amt Krautheim und eine Rente, welche vom Fürsten von Leiningen dnreh Abtretung von Gerlachsheim und des vorher Würzburg'schen Amtes Griinsfeld abgelöst wnrde. Diese Besitzungen sind durch Kaiser Franz IL d. d. 7. 1. 1804 zum Fiirsten-thume Krautheim erhoben worden, während die Linie selbst nach der Primogenitur in den Fürstenstand gleichzeitig gelangte. Krautheim wurde später an Württemberg verkauft. Gegenwärtiger Besitz: Herschberg am Bodens ee, Schloss Neu-Cilly in Steiermark und nun auch die Güter der eben erloschenen, jüngeren llauptlinie. Aus der zweiten Linie erbte deren Stifter Leopold Anton die Herrschalt Hainsbach im l.eitmeritzer Kreise Böhmens von seinem Vater Franz Wilhelm (.+ 7. 6. 1734), welche diesem dnreh seine Gemalin Marie Agnes, geb. Gräfin Slavata von Chlum und Kosmbrk (f 1718) zugebracht worden war. — Leopold Anton's Sohn, Franz Wenzel erhielt d d. Wien 10. 2. 1797 das Erblandsilber-kämmereramt in Böhmen. Die Linie, aus der Descendenz dieses Letzteren, ist mit dem Altgrafen Alo.vs Josef (geb. 4. 12. 1820). k. k. Major a. I)., Besitzer dor Fidcicom-miss-Herrschaft Hainsbach, dem Erlöschcn nahe. Aus der dritten Linie, Salin-Beifforsclieidt-Baitz, vormals zn Niedersalm, erwarb des Stammvaters Anton Sohn, Altgraf Carl Borom. Josef, k. k. Kämmerer und geh Bath dio Herrschaften Raitz, Zedovnic und Blansko in Mahren und wurde d d. Frankfurt 12. (alias 9.) 10.1790 in den Reichsfnrstenstand nach dein Rechte der Erstgeburt erhoben — Die Domaine Niedersayn blieb, da sie, nicht reichsständisch, unter luxcmburg'scher Hoheit stand, anch im Frieden von Lnnneville bei dein Geschlcchte, das für die abgetretenen übrigen Hoheitsrechto 1803 eine auf die Abtei Schönthal iu Württemberg angewiesene Jährcs-rente erhielt. Gegenwärtig sind noch die oben genannten mährischen Herrschaften, ferner im Saazcr Kreise Böhmens dio Allodial-Herrschaftcn I'odersam nnd Bust mit Weiten-trebetitsch uud iu Oesterreich ob der Ens Innernstein im Besitze dieser Linie. - Das letztere landtäflicho Guthat des gegenwärtigen Fürsten nnd Altgrafen Hugo Carl Franz de Paula Theodor (geb. 9. 11. 1832; Bruder Altgraf Siegfried igeb. 10. 6. 1835) im Jahre 1876 von seinem Schwager Heinrich Jaroslav Grafon und Herrn von und zu Clam-Martinic käuflich erworben. Altgraf Siegfried ist seit 10. G. 1864 mit Budolphine Gräfin Cernin von Chudcnic vermält, ans welcher Eho drei Söhne hervorgegangen sind. (N. S Hoher und böhmischer Adel; gotha'sche IIof-kaL; histor -herald. Handb ; gräll Taschenb.; Landtaf.). NaluiauHlelten. (Taf. 83). Wappen: I. Kleinod: Hörnerpaar. aussen je mit drei Bennfahuen besteckt. (Nach einem Siegel des Mert S. 1388, abgebildet in Ennenkls Collect, geneal — Indem mir vorliegenden nndcutlichcn Ilelmsicgel des Chunrat 8., welches dieser am Georgitag 1364 an den Verkaufsbrief Gundacker des Wildberger an dessen Oheim Heinrich von Schönau, einen halben Hof zu Nossbach, Pfarre Wartberg betreffend, bängte, ist keine Besteckung mit Fahnen zu erkennen; das hörnerartig gebogene Kleinod könnte anch gestürzto Fi-cho (Salme?) vorstellen; stiitsarchiv zu Schlierhach;. — II. Im gespaltenen Schilde zwei, mit den Tüchern abgekehrte, Bennfahnen. (Nach dem Originalsiegel des Jörg S. an seinem nachbenannten Verkaufsbriefe d. d 18. 6. 1433 Landesarch ). — III. Schild wie vorhin, doch die Fahnen im Schüd oben mit einem Stern besteckt. - Kleinod: Hörnerpaar, anssen je mit drei der Bennfahnen besteckt. (Nach einem Siegel des Jörg S. 1439, abgebildet iH Ennenkls Collect, geneal.) Salmansleiten, jetzt Saraesleitcn. Pfarre St Florian im Traunviertel. wird schon zu Anfang des NIL Jahrhunderts genannt. — Unter den dem Kloster St. Florian zn Lorch am 23. 8. 1111 dnrcli den I'ischof Ulrich von Pas«au bestätigten Gütern kommt vor: „predium ad sal-mansliten qnod tradidernnt Pilinc, udala." Dos Geschlecht, welches von dort seinen Namen führte, reicht viel weiter zurück als dem Freiherrn von Hoheneck bekannt wnrde, wenngleich es immerhin fraglich bleiben mag, ob schon „Bcrtliolt de salmancsliten", welcher nm 1120 eine Tradition nach S. Nicola bozougto, dann „Gerunc desalmanslitcn," der zu Passau 1125 unter den Zeugen stand, als Bischof Beginmar dorn Stifte St. Florian oino Schenkung Hermanns von Chazilinistorf bestätigte, und Heinrich von OBEBÜSTERBEICHISCiiEIl ADEL. 317 Salmansleiten, welcher zu Eue im Jahre 1191 den Brief bezeugte, womit Herzog Otakar vou Steyr dem Fratienkloster Traunkireben die Befreiung von der weltlichen Vogtei erneuerte, _ von dein Stamme der nachher ebenfalls zn Salmansleiten Gesessenen gewesen sind. Letzteren aber gehörte zweifellos „Chunradus dictus Salmansleiter" an, der sich am Lichtmcs.>tage 1380 durch den Lonstorfer, „Heinrich von Zierberg", den Verkauf eines Hofes zu Pasching an das Stift Wilhering verbriefen liess. — Ohunrats Sohn dürfte Friedrich gewesen sein. Am 25. 5. 1311 urkundete Heinrich der Aeltere von Lonstorf, dass „Friedrich der Salmonsleiter, frawCristein 3ein hawsfrawe, der Virich, Friedrich, Chunrat, Ortolf, Margreth, Agnes seine kbindt' verzichtet haben auf alle Ansprüche an das Kloster Wilhering wegen des Gutes zu Pasching, das „Chunrat des Salmansleiter als rechtes Eigen redlichen zu kaufen gab mit seiner (Heinrichs von Lonstorf; Hand dem Gotzhaws ze Wilhering um 18 Pfund Pf. Von den vorgenannten vier Söhnen des älteren Friedrich kommt uur Chunrat II. weiterhin urkundlich vor; er erscheint am 18. 11. 1344 als Sprnchmann in dem Gerichtsbriefe über die dem Kloster Lambach zugesprochene Chemnat.au und wahrscheinlich ist er, — da er ja ao. 1311 noch ein Kind war, — identisch mit jenem Chnnrat S., der noch am Georgitag 1304 in einem Vorkaufsbriefe Gnndackers von Wildberg an dessen Oheim Heinrich von Schönau Zeuge war. — Seiner Deseendenz oder jener eines seiner Brüder gehörten Mert, Ulrich und Cunrat Gebrüder die Salmanslciter, 1388 Lehensleute Wolfgang des Polhcimcr zu Wartenburg, an; Ulroichs Hausfrau Barbara (1388; war eine Tochter Friedrich des Sinzingor; der edel Jorg der Salmansieuter könnte deren Sohn gewesen sein, Derselbe erscheint am Freitag nach St. Veit urkundlich und nennt sich, im Hinblicke auf die übrigen Gescblechtsmitgliedcr, ao. 1439 „die Zeit der Elter." Seine Tochter Magdalena war ao. 1473 die Hausfrau des Sigmund Caplan. Der oben genannte Mert hinterliess einen Sohn Hanns, welcher 1439 mit Susanna, des Banns Ilolzinger Bürgers zu Wols Tochter, verehelicht und 1444 Richter zn Wels war; sein Schwager Hanns der Holzinger zahlte ihm 50 Pfund l'f., das Heirathsgnt der Susanna. ao. 1445 unter den Siegeln Herrn Buegers v. Starhemberg, I'oin-precht's v. Polheim, Hannsen des Cholman, Stadtrichters zu Wels, und Hannsen des Hausing aus. — Ein anderer Hanns, Sohn eines Lamprecht S., war in dem letztgenannten Jahre schon todt; er hatte eine Tochter Dorothea hinterlassen, die sich um 1478 mit Wollgang dem Sighartcr tränen liess und deren Epitaph an der Stadtpfarrkirche zn Wels noch Hob. gesehen hat. Diese ist angeblich die Letzte gewesen. (Stiftsarchiv zu Schlicrbach; U. B.; H.; B.-M.; Collect geneal. von Ennenkl.; ftrlmrliner. (Taf. 83.) Wappen: Halbe menschliche Figur in weitem Mantel, darunter die Arme nicht sichtbar sind. Kleinod: Hoher gekr., mit einem Federbusch besteckter Hut. (Nach dem Epitaph des naclib'onannten Mert Schachner in der Pfarrkirche zu Altmünster; der arg abgetretene Stein lässt nicht erkennen, ob das Schildesbild Mann oder Weib sei.) Am 19. 11. 1375 verkauften Gottfried der Sintzen-berger und seine Hausfrau den Hof zu Meyrhof in der Pfarre Thallieim, „der des Schach ner Satz gewesen ist", ihrem Lehensherrn Bndolf v. Walsee. Ob dieser Schachner des obengenannten Schildes war, lässt sich bei dem häufigen Vorkommen dieses Namens ebenso wenig ent-IV. 5. scheiden, wie bezüglich eines Hanns Schachner, der ao. 1392 landesfürstliche Lehen in Oest. o. d. E. inne gehabt haben soll. Die hier besprochenen Schachner scheinen ihre Heimath in der Gegend von Gmunden gehabt zn haben. Zu Altmünster werden noch gegenwärtig jährlich vier Quatempermessen für sie gelesen, aber leider ist der Brief verloren und unbekannt wer der Stifter gewesen. Nach einer Mittheilung des Pfarramtes soll die Stiftung in die Zeit um 1454 fallen. - Der edl Mert Schaclmer, Plleger zu Losenstein. Schwager der Gebrüder Wilhelm, Panl. Erhart und Friedrich Mühlwanger, liegt mit seiner Ehefrau Elena des......Mühlwang sei. Tochter, welche am Samstag vor St. Stephan 1483 starb, in dor Pfarrkirche zn Aitmünster.—Wolfgang Schachneram Schachenhof erscheint nach Ennenkl ao. 1191 im Starhemberg sehen Extractbuch. Hanns und Wolfgang die Schaclmer hatten 1490 drei Manu zn Pferd und sechs zu Fuss zum ob der Ens'schen Aufgebot wider die Ungarn nach Ens gestellt - Lorenz Schachner verzichtete 1526 gegen Nimrod Köllnpöck auf einige Gülten und Untertbanen. — Abraham Schaclmer zu Ebenzweier (bei Aitmünster unterschrieb am 16 9. 1603 den Heirathsbrief des Jobst Schmidtauer v. Oberwallsec und der Maria Englin von Wagrain. (U.-B.; Pfarrarchiv zu Altmünster; IL; Emienkl's Collectanea genal.; R.-M.) McliHllt'nberg. i.Taf. 83. 84.) Wappen: I. Ans einem Schildesfusse wachsender Löwe. 'Nach dem Originialsiegcl Piligreim des Alten von Shallenwcrcb, an dem Briefe d. d. Wasenberg 21.12. 1336, womit er und seine Söhne Pilgreiin und Paul an Herrn Ortwein von \\ altpurch den Hof zu Wolcheinstorf iWoIkerstorf, südlich von Waldkirchen) verkauften. — Der iöwe hat hier, wohl nnr in Folge der Ungeschicklichkeit des Siogelstechers mehr das Aussehen eines Panther. Einem Löwen ähnlicher ist das Bild in dem Siegel Pilgreiin des Jüngeren an derselben Urkunde; in diesem letzteren Siegel scheint das Löwenhaupt kainmartig besteckt zu sein, — womit, ist nicht mehr zu erkennnen. Stiits-archiv St. Florian). — II. Mit Zinnen getheilt; oben ein wachsender Löwe, unten wie eino Mauer ausgefugt. (Nach dem Siegel Pilgrim des Alten v. Seh. an dessen nachbenaunten Briefe vom 25. 7. 1340; Pilgrim und Seyboldt seine Söhne führen an der nämlichen Urkunde die gleichen Schilde. Nach den Siegclskizzcn in Hohen-cck's „Genealogio der Schallenberg". Manuscript im Mns. Franc. Carol;. — III. Ein schreitender Löwe. iNach dem Siegel (Jangolf des Schallcuberger, 1400, abgebildet in den Collect, geneal. des F'reih. I. H. v ,Ennenkl, welcher hierzu ausdrücklich bemerkt, dass GangoK Sch. „den Le wen ganz geführet habe". Wie hier, to fehltauch in dem Wappen Erhart des Schallenberger im Schild die Thci-lung; Letzterer fuhrt ao. 1400 in dem Briefe, womit er seiner Hansfrau Dorath« sein Erbtheil am Sitz zn St. Ulrich iiberlässt einen halben gekr. Löwen (Wappen IV.)j Hoh.'s „Genealogie der Schallenberg." — Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich. erscheint der Schild der Sch. in mannigfaltigen Abwechslungen, was nach den Siegelabbildnngcn in dem letztgenannten Hob.'sehen Manuscripte bis in das XVI. Jahrhundert hinein fortdauerte. — V. Von Gold und Schwarz mit Zinnen getheilt; oben ein wachsender, gekr., rother Löwe. — Gekr. Helm: Der Löwe wachsend. Decken: roth-golden. (H.-M.). — VI. (Vor 1666) Geviert mit goldenem Herzschild, darin eine „quadrirte" gezinnte Mauer, über welche ein aufgerichteter rother, gekr. Löwe schreitet. 1 und 4 in Silber ein gekr. schwarzer Adler (nach Spencr: Lappitz). 2 und 3 in Both eine über vier „Wasserflüssen" schwebende Krone auf welcher eine köpf- und halsgckrönte, weisse 80 318 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Gans sitzt (i'orbaria). — Drei Helme, davon die beiden Süsseren mit gewöhnlichen Lanbkronen, der mittlere mit einer heidnischen Krone gekrönt. 1. Ein'gekr., schwarzer Adler. Decken: schwarz-silbern. 2. Der gekr., rothe Löwe, in's Visier gestellt nnd anf die Hiuterpranken niedergethan. Decken: roth-golden. 3. Die Gans wie im 2. Feld. Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A.: H.-M.; Kneschko. Das vorstehende Wappen ist im Gratenstands-Diplomevomä. 4. 1666 als „bisher geführtes" beschrieben und da im Freiherrstandsdiploms-Concepte 1656 im k. k. A.-A. keine Wappenbeschreibung vorkommt, lässt sich nicht mit Sicherheit besagen ob das eben blasonirte Wappen bei der letzteren Gelegenheit verliehen worden war. Nach dem Wappen-Entwürfe im k. k. A.-A. erscheint die Illauer schwarz, nach der Beschreibung aber würde es sich um eine natürliche Quadern-Alauer handeln, was jedenfalls dem oben beschriebenen Wappen vom 25. 7. 1340 entspräche. — Der Biickschild und die beiden äusseren Helme kamen wegen .Lappitz" hinzu, welch' Letztere ihr Wappen mit Corbavia vereinigt hatten. . — VII. (Gräfliches 1666) Wie vorhin. Schildhalter: Zwei gekr., rothe Löwen; Die Krone des Rechten nach Art eines Kleinodes mit einem geschlossenen, von Gold und Both getheüten Fluge, jene des Linken mit einem Pfauenstutz besteckt. (K. k. A.-A.). Die von Hoheneck nach dem von Georg Christoph Freiherrn von .Schallenberg verfassten ,Stammenbuclr' genannten ersten Scliallenberger sind unbedenklich in das Gebiet der Fabel zu verweisen, ohne dass jedoch damit dem alten, bis iu das XII. Jahrhundert zurükreichenden Herkommen dieses Geschlechtes der geringste Abbruch gethan werden müsste. Die Wiege des Hauses hat nicht zu Schallenberg an der grossen Miihel gestanden, nach welcher Burg sich erst um das Jahr 1260 „Heinrich von schalinbcrc" nannte. Dieser Name ist dann den Nachkommen verblieben, wenngleich dio Veste selbst bald aus deren Händen kam, denn schon am 29. 8. 1308 brachte Bischof Wernhart von Passau don Bnrgstall Schallouberg sammt dem Hofe, der Mühle, dem Lehen und dem Baumgarteu von Christian von I'rleinsberg und dessen Sohne gegen andere bischöfliche Güter an das Hochstätt. — Dor von Schallen-berg nahe Sitz St. Ulrich in der Pfarre Waldkirchen aber, den dieses Geschlecht noch im Jahre 1060 inne hatte, ist nicht nur beroits ao. 1340, sondern schon viel früher in seinen Händen gewesen, wie dies der Brief vom 25. Juli letztgedachten Jahres andeutet, womit Pilgrim II. von Schallenberch, Pilgraim und Scibolt seine Söhne, jene Güter, welclio durch ihre Vordorn zu dor St. Johannis-Kapelle auf dem Friedhofe zu Waldkirchon gestiftet worden waren, und welche Güter dio vorgenannten drei Scliallenberger widerrechtlich zurückbehalten hatten, zu dein Fraucnaltare nach Waldkirchen gaben, wofür der Pfarrer versprach ihnen eine Wochenmesse zu St. Johann, eine zn „St. Ulrich bey unsern Gesäss" nnd einen Jalir-tag zu halten. Die Scliallenberger sasseu von allc-m Anfange an anf St. Ulrich und nichts ist bei der Zeitporiode, die hier in Betracht kommt, erklärlicher, als dass sie sich auch von dort nannten. So ist es auch in der Tliat gewesen. Der Sitz St. Ulrich befand sich im XII. Jahrhunderte im Gebiete der Dynasten von Blankenberg (a. d. grossen Miihel), als deren Vasall „Siboto do planchenborgo" um das Jahr 1180 in einer Tradition nach St. Nicola bei Passau auftritt. Dieser Siboto ist zweifellos identisch mit jenem Siboto de S. Ulrico, der den in der Zeit um 1185 dem Kloster St. Nicola gegebenen Schenkbrief Engelberts (II.) von Blankenberg bezeugte, — er ist dor Urahnherr der Schallcnberger. der Vater der Brüder Heinricus. Siboto (II) und Ulricus (I.) de S. Ulrico, welche ebenfalls als Zeugen der letzgedachtcn Urkunde erscheinen. Vou diesen Dreien kommt Ulrich nur dies eine Mal vor. während Heinrich und Siboto zu Pa :sau am 4. 2. 1206 einen Hrief des Bischofes Poppo für Wilhering, zu Gramastetteii am 6. 7. 1209 die Bestätigung des Bischofes Manegold über einen Gütertausch zwischen dein Canouikor Tiemo uud Budoger dem Piber, und zu Velden am 17. 12. 1231 den Vertrag zwischen Bischof Gebhard nnd dem edlen Witigo aus Böhmen, dem Ahnherrn der Bosenburger, bezeugten. — Siboto II. muss bald darauf gestorben sein, denn bereits am Lichtmes3-tage 1232 verlieh der letzterwähnte Kirchcufürst ein Lehen „quod nobis uocabat a quodam Sii>otone do saneto Vdalrico" an den Passauer Bürger Engelschalk nud dessen Sohn Christian. — Das Geschlecht durfte durch Heinrich fortgepflanzt worden sein und wird die Stamm-reihe zwischen diesem nnd seinem, nach dem Zeitgebrauche ebenfalls Heinrich genannten Enkel zweifellos durch Ulrich II. als Vater dieses Letzteren vermittelt — Ulrich, welcher im Jahre 1231 auf der Veste Tannberg den Ver-mächtnissbricf der dort eiugekerkcrten Marspacher, Heinrich und Otto, bezeugte, liess sich bei diesem Anlasse „de Azeliugaberg-' (Etzleiusberg in unmittelbarer Nähe von St. Ulrich) schreiben, ein Name, den später auch noch Sohn und Enkeln abwechselnd führten. Sein Sohn „Heinrich von achalinherc', der einen Hof zu Höflein und einen zu Zeuartiugen von Sighart dem Piber bis um 1200 inne hatte, zu welcher Zeit Letzterer die beiden Güter an das Kloster Wilhering iibcrliess. bezeugte als „Heinricus de Etzleinsperge" am 24. 2. 1278 einen Schenkbrief Berthold's von Tannberg nach dem vorgenannten Stifte und im nämlichen Jahre im Vereine mit seinen Söhnen Bilgerus (Pilgrim I.) und Ulricus einen Gabbrief desselben Tanubergers und dessen Bruders Chunrat an das nämBche Stift. Ueber dio Frago, welcher von den beiden letztgenannten Brüdern Nachkommenschaft hatte, obPilgreim I. oder Ulrich IIT., gewähren koine Urkunden Ausschluss. Der Namo Ulrich wiederholt Bich bei dem Geschlochte nicht einmal mehr, während sich gleich in den nächsten Gonerationen der Namo Pilgrim weiter vererbte. Es besteht demnach viele Wahrscheinlichkeit für dio Annahme -r es sei Pilgrim I. der Vater jenes zweiten Pilgrim ge-" wesen. der erst am Georgitag 1331 als „Pilgreim der Schalnwerger in einem Briefo Otto's von Lonstorf an das Stift St. Florian das erste Mal in Oest. o. d. E. auftritt, daher bis zu dieser Zeit ausser Landes gewesen sein dürtte. Derselbe hatte bereits 1336 einen volljährigen nnd vorhoiratlioton Sohn Pilgrim III., der am 24. April lotztgcdaclitcn Jahres, gemeinsam mit seiner Hausfrau Wenttol, seinem Vater Pilgreim dem Alten von Shallen-werch und seinem Bruder Panl, an Herrn Ortwein von Waltpurch den Hof zn WolclieinBtorf sammt Zugchör-nngen versetzte. — Der Vater. Pilgreim der Alte, hoch an Jahren, begab sich bald darnach in den „Auszug- zu seinem Solino Seibot und tlieilte unter diesen und den anderen Sohn Pilgrim III. am 5. 4. 1345 seine gesanuute Habe unter der Bedingungung, „dass der Seuboth soB don Vater haben in soiner Kost untzt an seinen Todt; wann ers aber nicht gcdultcn mücht, so sullen gnte Fround sprechen, was er ilime hindan raichen soll, dar/u soll der Vatter haben den Zehnt zu St. Ulrich auf dem Gesäss gantz nnd das Guett die Oedt bei dorn Gesauss; dem Bruder Pilgraim aber soll er (Seuboth) raichen allo Jahr zwey Pfund Pfenning, eines an St. Jorgen, das andere an St. Michels Tag; hingegen ist dem Sohn Seuboth gefallen das Gcsacss zu St. Ulrich, der zchnt darauf, das Guett daboy und das Gütl zn Mentz zu Aborndorlf, dem Sohn Pilgraim aber nnd seinor Hanssfrau Wendelmueth soll nach des Vatters Todt das Gütl Veit gehören, doch dass er dem Seyboth vier Pfund OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 Pfenning hinausgebe.- — Zufolge dieser Giitertheilung Nach allem Vorstehenden wäre die wahrscheinliche war Pilgrims II. dritter Sohn Paul zu dieser Zeit und Stammreihe der Schallenberg in ihren ersten Generationen zwar ohne Nachkommen, welche bei der Giitertheilung somit folgende: nicht hätten übergangen werden können, schon gestorben. _Siboto I. de planchenberge c. 1180, de 3. Vinco c. 1185._ Heinricus I. d. S. Vlrico Siboto II. de S. Vlrico Ulricus de 8. Vlrico c. Ii85. _c. 1185-1231._c. 1185-1231. f 1231._ _Ulricus II. de Azelingsperg 1231_ _Heinricu. 11. de sclialinberc c. 1260, de Etzleinsperg, 1278_ Bilgorua I Pilgrim 1.) de Etzlein.-perg 1278 Vlricus III, de Etzleinsperg 1278 Pilgrcim Ii. der Slialnwerger, 1331 — 1345 (wahrscheinlich bis 133U ausser Landes 1345 hoch iui Jahren!. reibet III. 1:14U 135!» Pilgrim HL 1330-1359; Paul. 1336, todt zu St. Ulrich; ux. Agnes 1360. ux Wendelmut, 1386-1869. vor 1345 Von den letzteren drei Brüdern setzte Seibot, welcher ao. 1360 im Vereine mit seiner Hau:.frau Agnes vou Pilgrim III. einen, von dem Vater ererbten Antheil an dessen Mannschaft erkaufte, den Stamm bleibend fort. Er erwarb drei Söhne, Erhart, dessen Ehewirtliin Dorothea sich nauhher mit Andre Stainperger vermälte, Gangolf, der nur einmal, ao. 1400, genannt wird, und Niclas (1883—1400), seit 1394 landesfürstlicher Pfleger und Landrichter zu Wachsen berg. Letzterer war im Jahre 1392 mit Elspet, des Charleiu von Wisen Tochter, vermält, die ihm drei Söhne gebar, Jörg, Caspar (1413—1440) und Walthasar (1418 - 1455, + St. Florianstag 1457), welche am 1. 3. 1413 ein gesungenes Seelenamt auf dem St. Blasius-Altare zu Waldkirchen, mit einem Zinse auf deu Gütorn zu Eschcldorf und Nussbaum in der Pfarre St. Uartin der Wachsenborger Grafschaft, stifteten. — Laut eines Bevcrses der Dorothea Stainapergurin vom 30. 7. 141!) war der Sitz St. Ulrich in diesem Jahre im Besitze Caspars und Walthasars, der älteste Bruder Georg demnach damals schon verstorben. Dessen Tochtcr Anna ist 1440 dio Gemalin des Caspar Albrechtsheimer geworden, wozu ihre beiden Oheime 450 Pfund schwarzer Miinz steuerten. Caspar kaufte im Vereine mit dem anderen Bruder ao. 1428 von Ulrich von Haslau und Hanns von Bohrbach die Veste Biberstein im Miihlviertel, nnd wurde im nämlichen Jahre vom Hochstifte Passau mit SchaUcnberg belehnt. Er wird von Hoheneck als kinderlos bezeichnet, doch mag es als zweifellos gelten, dass jener Pernhart von Schallenberg zu Piberstein. welcher ao. 1458 von Margret Walch, einer Tochter des Walthasar Seh., deren fünften Thcil an dorn Hofe zu Joching erkaufte, und noch 1484 als Vetter des Christoph Jörger zu Kammer vorkommt, ein Sohn Caspars gewesen sei, dor mit Hedwig v, Neundling vermält und am St. Michelstag 1444 gestorben war. Walthasar, welcher dem Vater im Amte als I'floger und Landrichter gefolgt sein diirtto, denn er liess sich noch ao. 1146 „gesessen zu Wachsenborg" schreiben, hinterliess von seiner Ehefrau Agnes, des Andre Gruber Tochter, — dio ihm die Veste Luftenberg einbrachte und sich nachher mit Enstach Frodnaclier vermalte, — so viel bekannt, sieben Kinder. Margret des Pilgram Walch zn Prandeck Gemalin, Katlirein, mit Lamprecht ABpan zu Wimsbach vermält, Magdalena des Wolf Jörger zum Haus Wirthin, Hanns, der 1474 mit Anastasia, des Sigmund Kirchbergcr Tochter, vermält war, Stefan (.1459— 1487, 1484 Pfleger zu Stoircgg), Walthor (1480), Wolf (1465—1480) und Sigmund (1459-1465). Von diesen fünf Brüdern waren ausserdem erstgenannten Hanns noch zwei vermält, Stefan und Wolf, dessen Tochter Margret 1496 dio Gemalin des Hanns Zcller zn Zell gewesen ist. — Stefan vermälto sich mit Margret Tcuflin, des Jorgen Teufel seligen Tochter, und wird von Hoheneck als dor Vater jenes Caspar von Schalleubcrg zu Luftenberg (t Palmsonntag 1535i bezeichnet, der durch eine Reihe von Jahren seine Thätigkuit der eugeren Heimath widmete, wo er als Laudesanwalt, Hauptmann über das ständische Aufgebot wider dio Türken und uls Laudrath, angeblich auch als Verwalter der Landeshuuptiuuuuschuft fungirte. Er erkaufte im Jahre 1514 von Magdalena, des Christoph Steiupeck Tochter, den Sitz Steinbach im Miihlviertel veräusserte denselben aber wieder 1524 an Jörg Perk heimer. Sein Sohn uns der Ehe mit Martha v. Trautmaustorf. (Ihristuph (f 1542) zu St.Ulrich, SchaUcnberg. Luftenberg uudBibcrstcin, der Rom. Kai-. Majestät Rath und Laudrath iu Oest. o. d. E., pflanzte durch die Gemalin Magdalena Sighartin das Go-schlecht mit dem SohnoWolf fort, ebenfalls kaiserlichem Kutho uud durch 40 Jahre Landrath in Oest. o. d. E., der mit seinen zwei Gemalinen. Eleonora Freiin von Sprinzonstein (verm. 10. 12. 1558) und Katharina Freiin vou Eckli (vorm. 14.2.1568) zahlreiche Nachkommenschaft erzeugte, aus welcher von jener aus der zweiten Ehe fiiuf Söhne gegen den Erbfeind ihr Leben liessen uud nur Thomas (f 3. 10. 1623) zum Traualtar trat, vor dem er am 16. 3. 1606 seine Hand der Freiiii Anna Elisabeth von DietricliBtoin reichte, deren Söhne aber alle jung starben. Christoph, Wolfs ältester Sohu erster Ehe, der Köm. Kais. .Majestät Rath, 1594 Regent der n.-oo.'schen Lande, erbte ao. 1592 von Josef Sigharter das Gut Leon-bacli samiutWeyr und allen Zngehörungen. hatte sich am 3.7. 1588 mit Manisch Freiin vou Lappitz. deren Wappen nachher an die Schauenburg kam, vermält nnd theiltu sein Geschlecht durch diu Söhne Wolf Christoph nnd Georg Christoph in zwei Linien. Aus der Enteren überkam deren Stifter Wolf Christoph (geb. 2. 5. 1589, + vor 16561 durch seine Gemalin Barbara Magdalena Freiiii von Greuss diu Herrschaft Rosenau im V. 0. M. B., wohin er seine Linie verpflanzte. Der Sohn Christoph Dietrich zu Rosenau wurde in die Frciherrnstandsurhubuug seines Oheimes Georg Christoph 1656 einbezogen. Er war damals kaiserl. Rittmeister. Dessen Eukel Christoph Leopold, dus Christoph Jörg Sohn, starb frühzeitig mit Hinterlassung eines Sohnes, der in der Jugend heimgegangen zu sein scheint, und diese Linie, welche nicht in den Grafonstaud gelangte, im Mannesstamme besc.'iloss. — _ Christoph Leopold's Wittwe, Franziska Freiin von Gilleis, verm älte Bich dann mit Adam Grafen von Grundemann, in dritter Ehe mit Johann Ferdinand Grafen von Lamberg. Der Stammvater der zweiten Linie, Georg «Ihristopb, trug zu dem Aufschwünge, den die Familie schon unter den Vorfahren genommen, fernerhin wesentlich bei. Seino Gemalin Eva von Hoheneck, mit der er die Heirathsabrede am 14. 6. 1615 geschloson hatte, brachte ihm die Güter Hagenberg im Machlande und Dorf a. d. Ens in N.-Oe. ein: er selbst ward 1629 Rittcrstandsverordncter, dann oberster. Proviantmeistcr und Ober-Commissarius in 320 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. OeBt. o. d. E. -nnd liess sich in vielen wichtigen Com-mi8siunen. absonderlich aber bei Einrichtung nnd Rcvi-dirnng der Landesordnung rühmlich gebrauchen-, Verdienste, die ihm den erbländischen Freiherrenstaud eintrugen. in welchen er laut Intimation an die n.-ö.'schc Regierung d. d. 1. 4. 1686 gesetzt worden war und welcher ihm, so wie seinen Söhnen Christoph Ehrenreich, kaiserl. Kümmerer und Christoph Ernst, kaiserl. Mundschenk, sowie seinem Vetter (richtigen Neffen) Christoph Dietrich, kaiserl. Rittmeister, d. d. Wien 14. T. 1656 neuerlich verliehen wnrde, „weil ao. 1636 das Diplom nicht gelöst und nur allein 600 Gnlden gezahlt worden auch darüber Kaisor und Cantzlcr gestorben waren." — Georg Christoph wurde im Jahre 1638 im alten Herrenstande Oest.'s o. d. E. immatrienlirt. .Seine beiden vorgenannten Söhne, welche mit Diplom d. d. 5. 4. 1666 dnreh Kai»cr Leopold I. in den erb Kindischen Grafenstand erhoben wurden, hingen nicht an der Scholle, durch welche ihr alter Stamm durch Jahrhunderte mit dor Heimath verknüpft war und zahlreiche Veräusserungen, denen fast alle Güter in diesem Lande zum Opfer fielen, bezeichneten ihre Lebensbahn. — Christoph Ehrenreich, kaiserl. Fürsekneider und Kämmerer, dann Landrath in diesem Erblande, und daselbst Kait-rath, erkaufte wohl das Gut Egendorf im Traunviertel, wozu er den nahen Sitz Hueb erwarb und überkam von dem Vater Leonbach und Biberstein, von seiner ersten Gemalin Judith Elisabeth Freiiu von Ennenkl zu Albrechts ■ berg anch das Landgut Lichteneck bei Wels, verkaufte aber Biberstein 1675 an die Graf Seeau'sche Vormundschaft, während Leonbach aus seinem Nachlasse an Jakob Friedrich von Eyselsborg abgegeben wnrde. Egendorf mit Hueb erhielt die Tochter Christine Therese (1. Ehe), des Freiherrn Johann Ludwig von Polheim GemaUn, Lichteneck die Tochter Christino Dorothea, welche den Grafen Hanns Sigmund Kaziancr geheirathet hatte und dies Gut an Johann Josef Hoinrich Grafen von Seeau verkaufte. Diese Letztore war des Vaters zweiter Ehe mit Anna Franziska Herrin von Schärffenberg entsprossen, welche als Wittwe ITofmeistcrin der Erzherzogin Eleonora Maria, verwittweten Königin von Polen, wiedervermälten Herzogin von Lothringen wurde. Georg Christoph's zweiter Sohn, Graf Christoph Ernst (geb. 27. 9. 1617), zu St. Ulrich, Schallecberg, Buitenborg und Hageuborg, auch zu Auhof jenseits Linz, das er 1660 erwarb, veräussere am 11. November eben genannten Jahres an den Abt Martin von Schlägt die Stammbesitzung, sein freies Eigen St. Ulrich (bestehend aus 12 Höfen, 12 Gütern, 13 Häusern nnd 23 ledigen Stücken) mit dem Schank- und Tazreclit nnd zwei Unterthanen, ferner das Vogt- nnd Gassenrccht zu Zell, das er erst im nämlichen Jahre von demselben Abte mit dem Haslacher Landgerichtsdistricte erkauft hatte, und von welchem Districto er sich nur dio Jurisdiction anf der Vesto Schallenberg und dem Maierhofs und auf dem l'raidten-l'elderhofe mit den zwei kleinen Hänseln vorbehielt. — Hagenberg wurdo an Egon Gotthard Manrer von Hohenstein, Lnftenberg an Helmhard Christoph Grafen von Weissenwolf, Auhof an Gundacker Grafen von Starhemberg verkauft und damit war der letzte Besitz in Oest. o. d. E. hintangegeben, wo Christoph Ernst dio Stelle eines Landrathes versah und 1668 zum Herrenstandever-ordneten gewählt worden war. Sein ältester Sohn ans dor Ehe mit Christine Freiin Schifer von Freiling. Christoph Ditmar (f 6. 2. 1708), kaiserl. Kämmerer, Hofkriegsrath, General - Feld Wachtmeister und Oberstkriegscommissür, ist mit seiner dritten Gemalin Josefa Antonia Cajetana, Tochter des Grafen, dann Fürsten Franz Josef von Lamberg der nähere Stammvater der Späteren dieses Geschlechtes, das jetzt auf dem Grafen Erwin (geb. 26. 4. 1853) k. k. Kämmerer und Couceptspraktinanten bei der n.-ö.'schen Statthalterei, beruht. Fast scheint der Name mit diesem erlöschen zn wollen. (K. k. A.-A.: Stiftsarch. zu St. Florian; U. E.; Geschichte von Velden von J. Strnadt und desselben go-fällige Mittheilungen : Collectanea geneal. von Ennenkl; Genenalogie der Schallenberg von J. G. A. Frhrn. v. Hoheneck. Manuscr. im Mus. Franc. Carol.; H.; H.-M., gräfl. Taschenb.). Schaller. (Taf. 84). Wappen: Eine Schüssel, in welcher ein Hund liegt. — Kleinod : Drei Straussenfedern. mit zwei Schüsseln nebeneinander belegt. (Dieses unwahrscheinliche Wappen brachte Hoheneck, von welchem es in die Matrikel iibergieng; an dem im Landcsarchivc verwahrten Schuldbriefe der Brüder Sebastian, Thoman, Veit und Wolfgang Sch. d d. Samstag vor Sonntag Exaudi 1523 sind leider die Siegel verloren). Die Familie erscheint in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts und nachher im Machlande mit dem Sitze Prandhof in der Pfarre Gutau begütert. — Wo sie ihren Anfang genommen hat, ob etwa der in derselben Pfarre gelegene Schallhof ihre ursprüngliche Heimath gewesen, oder ob letzteres Gut Gründung und Namen erst später den Schallern verdankt, konnte nicht ermittelt werden. — Ao. 1448 soll Valentin Schaller vou den Liechtenstein von Nicolsburg mit dem Prandhof belehnt worden sein; vorher wird von Ennenkl ein Walchnn Seh. genannt, der 1438 todt und desseu Tochter Elsbet in diesem Jahre des Peter Brawl Hausfrau war. — Catharina, Heinrich Frodnacher's Wittwe, stiftete ao. 1494 in der St. Jakobskirche zu Nenmarkt bei Freistadt ein ewiges Licht unter der Zeugenschaft ihres Bruders Walchnn (des Jüngeren) SchaBer zum Praudthof. Hanns Sch. zum Prandthof und Barbara, des Lamprecht Aspan von Wimsbaeh Tochter, seine Hausfrau, veräusserten am Freitag vor Palmsonntag 1509 den Sitz liudloinstorl. wie diesen des Hanns Vorfahre Friedrich der Rudleiustorfer inno gehabt hatte, unter Vorbehalt des Rückkaufrechtos an Woltgang Mellabrunner, der unter einem uueh das Erbrecht anf dem zugehörigen Maierliofe erwarb. — Sebastian, Thoman, Veit und Wolfgang Gebrüder die Schaller zum Brandthof, des Hanns Sch. nachgelassene Söhne, gaben am Samstag vor Sonntag Exaudi 1523 ihren Lehcnsherrn Erasmus und Georg von Liechtenstein zu Nicolsbnrg einen Schuldbrief über 316 Pfund Wiener Pfennige, zwei andero Schuldverschreibungen im gleichen Jahre ihrer Mutter am heil, l'fingstabcnd und ihrem Vetter Christoph Flnsahart zu Pottendorf am Donnerstag vor St. Simon und Judas, veräusserten am Montag vor St. Kohnan 1526 verschiedene Güter in der Pfarre Neumarkt, Freistädter Landgerichts, an Hanus von Hoheneck zu llagcnhcrg und schliesslich, laut, an den Letztgenannten gerichteten Bittzottels vom Mittwoch vor Lichtmcss 1533, den Prandhof an Hanns Laglbor-ger. — Von da au kommen die SchaBer. welche von Ennenkl nnter dio zu seinen Lebzeiten abgestorbenen Goschlechter gezählt werden, in OeBt. o. d. E. nicht mehr vor. Caspar Schallor zum Englstciu (N.-Oo.) nennt den vorerwähnten Hanns Schaller zum Prandthof ao. 1497 seinen Vetter; er war in diesem Jahro mit einer Tochter des Engolbrccht Dachbecken vermält und soll nach seinem kinderlosen Ableben Englstcin dem Heinrich Strcin von Schwarzenau hinterlassen haben. (H.; Collect geneal. von Ennenkl; R. M.). OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 321 Nvli ü rflVii berff. (Taf. 84). Wappen: I. Eine Laubkrone. — Eleinod: Das Scliildesbild. (Nach dem Siegel Ulrichs v. Sch. an dem Briefe d. d. 24. 8. 1368 der .Gertraud, heru Olfen tocli-ter von Arberch, Hansen wirtin von Winden, womit diese ihrem Gemalo die .Morgengabe ihres vorigen Elie-wirthes Erasm. v. Pernock verschaffte; im Archiv zu Gschwendt. U.-B.). — II. Wie vorhin, jedes der drei Blätter der Krone am Helm mit einem Pfaueustutz besteckt. (Nach der Züricher WappenroRe, abgebildet in Seylers Geschichte der Heraldik;. — III. Wie vorhin; Schild blau, Kronen golden, jeder der drei Pfaueiiwedel durch eine goldene Kugel befestigt. Decken: blau-golden. i Budolf v. Schärlf-nberg, wahrscheinlich ein Bruder Bernhards I., im St. Christoph Bruderschaftsbuch am Arlberg, mitgetheilt von dem Grafen von Petenegg in der herald.-geneal. Zeitschrift Adler. November 1871. Zuletzt war dio Helmkrone nur mit einem Pfauenstutz besteckt). Das Stammhaus Schärfenberg, von dein gegenwärtig noch wenige Trümmer sichtbar sein sollen lag in l'nter-krain, sieben Meilen südlich von Laibach. Urkundlich erscheinen aus dem Geschlechte schon im XII. Jahrhunderte Folgende 1135 Jörig de Scharpfeu-bcrch ] 140 Heinrich von Scherffeuberch, 1171 Conra-dus de Scherlfeuberch und 1182 - 1208 Heinricus de Schaerffenberch. — Ulricus 1., 1231 1250, ist durch seineu Sohn Linpold, 1242 1260. ein näherer Stammvater des Hauses. Liupold" s älterer Sohn Wilhelm I. war in dem Anfruhre der innerösterreichischen Landherrn wider Herzog Albrecht, in der Zeit der langwierigen Fehde (1287 -1297, mit den Erzbischöfen Rudolf, daun Conrad IV. von Salzburg „nit der wenigste darunter-, fand 1292 seinen Tod durch Conrad von Aufcnstein und setzte das Geschlecht durch Ulrich II. (1300) fort. Des Letzteren Zeitgenosse, Rudolf I. v. Sch., erhielt im Vereine mit seinem Bruder Hartneid von König Friedrich satzweise das Schloss Iluckenstein (in Krain?) d. d. Steyr 30.12. 1327. Wilhelm II. (siegelt 1388), angeblich Rudolfs Sohu, ward von Herzog Leopold wegen Störung dos Landfriedens gefangen genommen, Beiner Güter, darunter auch Schärffenberg's, verlustig erklärt und musste sich, auf Fürbitte der Grafen Friedrich von < »rteuburg und Hermann von Cilli wieder freigegeben, mit der Pflege zu Idarburg begnügen. Ulrich III. (1368-1377), aus der Descendenz Ulrichs II., nach Preuenhuber ein Bruder Johanns v. Sch., welcher am 23. 8. 1889 als Chorherr und Doindechant zu Passan, 21. 12. 1373 als Dompropst urkundete und 1381 den bischöflichen Stuhl zu Passan bestieg, war in UcBterreich zuerst angesessen. Sein Sohn Eustach I. (1385—1398) hinterliess Rudolf II., welcher aller Wahrscheinlichkeit nach mit Gutta von Marspach verehelicht gewesen ist, eine Annahme für welche Nachstehendes spricht. — Als Jans von Morspach zur ewigen Ruhe heimgegangen war, ergriff Wernhart der Grans, aus dam Ge-schlcchte der Grans von Uttendorf, vom Schlosse Sprin-zenstein Besitz, trat jedoch dasselbe im Jahre lo82 an seine Muhme Gutta die Marspäckin. welche die Erbtochtcr Jausens gewesen sein dürfte, ab. Nur allem durch ihre Ehe mit Budolf v. Sch. lässt es sich nun erklären ^ wio dieser die Vogtei über Sarleinsbach im Jahre 1J96 beanspruchen und wie überhaupt Sprinzenstein an die Scliürt-fenberg kommen konnte. Auch Marspach befand sich zu Endo des XIV. Jahrhunderts in Händen Budolf s, jedoch pfandweise vom Hochsti:tc Pasaau, mit welchem er wegen der .werung". der „Stewer" und des „paws" zu Marspach'in Streit gorieth, der zufolge des durch Andreas Herleinsberger ergangenen Schicdspruclies vom du. v. 1396 dahin entschieden wurde, dass Bischof Georg in IV. 5. bestimmter Frist 620 Pfund Pf. auszahle, wogegen der Schärffenberger (als Herr auf Sprinzenstein i auf dio Vogtei über die Hofstatt zu „Serleinspach, da der Kapplan aufsiezt", verzichte. — Nach Preuenhuber war Rudojf mit Margarctlia von Starhemberg verehelicht, die somit seine andere Gemalin gewesen sein muss, und welche die Schwester Caspar's und Gundackers von Sturheiu-berg war: d. d. Wildberg 20. 11. 1403 ersuchten die beiden Letzteren die Freistädter um Fürsprache wegen Ernennung ihres Schwagers Rudolf von Schärffen-berg zum dortigen Pfleger. — Ao 1421 veräusserto Wolfgang I., Rudolfs Sohn, Sprinzenstein. au Georg, Hanns, Ulrich, Ruger und Gundacker vou Starhemberg, seine Vettern. - Ulrich IV. (1442 - 1456), 1442 - 1447 schaunberg'scher Pfleger zu Neuhaus a. d. Donau. Wollgang's 1. Bruder, erzeugte Bernhard I rf St. Luciatag 1513), welcher, erst Pfleger zu Freistadt, als Feldhauptuiann gegen dio Einfälle der ränberisclien Südböhmen, diese 1176 bei Grein aufs Haupt schlug, 1478 Landeshauptmann in Oest o. d. E. wurde, 1-J84 auf diese Stelle resignirte, dann fürstl. freysing-sclier Pfleger zu Waidhofen an der l'bbs und 1501 Ro-gimentsrath unter dein Hauptmann über die n.-ö.'schen Lande, Wolfgang Herrn von Polheim, wurde. - Beruhard hatte im Jahre 148t von Oswald Schirmer die Veste Spielberg a d. Donau an sich gebracht, welche ihm Kaiser Friedrich für treue Dienste, insbesondere für jene wider König Matthias von Ungarn, in's freie Eigentum gab, uud fügte zu dieser Erwerbung bald eine andere im Machlande. An Barbara Gräfin von Schaunberg war „von Weyland ihrem lieben Vatter Herrn Reinprecht von V all-see sei. die Herrschaft Windeck Erblichen gefallen", welche ein regensburg'sclics Lehen, jedoch nicht auf Töchter übergehen konnte, so dass Barbara dieselbe mit aller Zugehör „aus sonder Freundschaft, guten Willen und Neygung" ao. 1491 Herrn Bernhard von Schärffenberg übergab. Derselbe hinterliess aus seiner ersten Ehe mit Elisabeth von Fladnitz ff Freitag nach St. Lorenz 1489 und beigesetzt im SchärftenbergVcheii Erbbegräbniss in der St. Laureuzkirche zu Ens; vier Söhne, Hanns zu Spielberg (t 1589), ob der Ens'scher Landrath, dessen einziger Sohn Bernhard II. 1537 bei Essegg fiel, Christoph zu Hohenwang in Steiermark, welcher den Ilaupt-stainm fortsetzte, Georg zu Windeck (f ledig 1541), 1509 kaiserl. Feldhauptuiann in Kriege gegen Venedig, und Wolfgan»II. (noch 1545 am Leben). Statthalter zu Wien, der eine Nebenlinie zu Orth ain Traunsee begründete, welche landesfürstlich.) Lehensherrschalt, noch lo40 von den Grafen von Salm-Neuburg genossen, ihm bald darnach verliehen wurde. Dieser Zweig erlosch mit seinen Söhnen Gotthard und Eustach IL wieder im Maiinea-stainme und Orth gedieh an Georg Achaz von Starhein-berg den (iemal der Elizabeth von Schärffenberg. einer Tochter des Gotthard. - Eustach II. i.t 1559i hatte von seinem Oheime, dem vorgenannten Georg v. Sch., Windeck ererbt, welche Herrschaft, nachdem er aus derselben 1553 den Markt Schwertberg an Wolfgang von Tanuberg veräussert hatte, nach seinem Ableben, vermutlich ver-trag-mässig auf Christoph von Tschernembl übergieng, der die Tochter Christophs v. Seil, zu Hohenwang, 3Iargret, zur Gemalin hatte. — Wie Gotthard hinterliess auch Eustach nur Töchter. Der Hauptstamm wurde durch des kaiserlichen Feld-hauptiuanns und Mitgliedes der Arlberg - Bruderschaft Christoph v. Sch. zwei Söhne Hanns und Ulrich in die Linien zu Spielberg und zu Hohenwang getheilt. Herr Hanns zu Spielberg, das nach seines Oheimes Hanns Ableben an ihn oder schon den Vater gefallen war oberster Landjägermeister und Landeshauptmann in 81 322 OBEBÖSTEBBEICHISCII Eli ADEL. Wels, nnd Johann Jakob, Pfleger der Herrschaft Scharn-stein im Trannviertel, in den erbländischen Adelsstand nnter gleichzeitiger Ertheilnng der Landmann-schaft in Oest, n. d. E. Der Nachkomme eines dieser dreien, Josef von Scharz, erbte im Jahre 1781 nach Andreas Edlem von Benckhon einen Antheil des landtäflichen Gutes Trannegg bei Wels, welcher jedoch 178!) durch Kanf in die Hände des Conrad von Sorgenthal iibergieng. Diese Familie ist in Oest. o. d. E. nicht immatriculirt worden. (K. k. A.-A.; Landtaf). Schfttsel. (Taf. 81). Wappen: I. In Schwarz ein goldener Löwe. — Gekr. Helm: Der Löwe, zwischen schwarzem Hörnerpaar wachsend. Decken: schwarz-goldcn. . 11. 1821 den bayrischen Freiherrnstand erlangte. K. k. A.-A.; N. S. bayr. Freiherrn nnd f bayr. Geschlechter; H.-M.). Steiermark erhielt 1564 nnd wiederholt 1575 durch Erzherzog Carl aus besonderer Gnade die Herrschaft Scliärf-fonberg pfandweise auf seine und seines Sohnes Georg Lebzeiten, nach dessen Tode der Besitz wieder in andere Hände übergieng. Von fünf anderen Söhnen des Hanns überkam Karl (f 3. 7. 1610) einen Sohn, Hanns Wilhelm, 1640-1647 Verordneten des ob der Ens'schen Herrenstandes, welcher sich mit Maximilaua, Tochter Carls Grafen von Harrach uud Wittwe des zu Eger gebliebenen Grafen Adam Trczka vermälte. Diese Ehe scheint kinderlos geblieben zu sein und Spielberg gieng entweder noch bei Lebzeiten Hanns Wilhelms oder aus dessen Nachlasse im Kaufswege an David Ungnad Grafen von Weissenwolf (t 1672) über. Karl s älterer Bruder Friedrich der F'romine (+ 1609), ob der Ens'scher Landrath, wohnte zu Ens. Sein Sohn Gotthard II. (t 1634), kaiserl. Oberst, erstand am 28. 3. 1631 von den Jörgern die Herrschaft Prandeck im Macli-lande mit Zellhof, Aich and allen Zugeliörungen. welche Güter jedoch nach seinem Ableben von der liinterlassenen Wittwe Anna, geb. Kielmann F'reiin von Kielmannsegg. d. d. 21. 1. 1642 dem Schwiegersohne. Georg Sigmund Grafen von Salburg, Gemalo der Sydonia Elisabeth v. Sch., veräussert wurden. Gotthard liatse zwei Söhne, F'erdinand und Budolf, welch' Letzterer jung starb. Mit F'erdinand scheint die Linie erloschen zu sein. Jene zu Holienwang in Steiermark erlangte am 30. 12. 1681 das ungarische Indigenat nnd am 18. 2. 1717 durch Kaiser Carl VI. den Beichsgrafenstand. Ans derselben ist Graf Johann Nep. (geb. 13. 2. 1802) am 15. 9. 1847 als letzter Alaunessprosso seines uralten Hauses zu den Vorfahren heimgegangen. (U.-B.; H.; H.-M.; Genealogia des Uralten Löbl. Ilerriigeschlechts der Herrn v. Scherffenberg auf Holienwang und Spielberg, durch Valeutinum Preuenhubcr, Enblic. durch Ed. Gaston Freiherrn v. Pettenegg in der erald. genal. Zeitschrift „Adler- Jahrg. 1871 nnd 1872; Stadtarchiv zu Freistadt; Strnadt-Windeck und Schwertberg, Velden und Peuerbach; Pillwein's Mühl- und Traunkreis; Kneschke; gräfl. Taschenb.: Seyler, Geschichte der Heraldik). Schurz. (Taf. 84). Wappen: In Silber eine gestürzte, schräge rothe Eckspitze; in der unteren Feldung ein bis in die Spitze erhöhter, grüner Berg; in der oberen F'eldung, an der Spitze, gleichfalls ein grüner Hügol, Uber welchen oin natürlicher Maulwurf schräg aufwärts schreitet. — Gekr. Ilolm: Wachsendes, silbernes Einhorn. Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A. Das bezügliche Diplom weist in der Wappenbeschreibung folgende StylblUthe auf: „Weisser „Schild. Ueber Zwerg der Schreg nach von dem oberen „rechten biss unteren linken Egg in F'ormb eines rotli-„farbenen Triangels also geschnitten und abgetheilt, dass .unten grad über den Grnndt, ob welchem sich iu den „rothon Triangel ein grünes Bergel erhöhot, wie auch der „obere halbe Theil der Schrege nach über Zworchs weiss .verbleibet; au erstbesagtem der Schreg nach über Zwcrchs „gellenden rothfarben Triangel aber mitten der völligen „theilungs I.ini widernmb ein grüner etwas ins weisse „Veldt aufsteigender Hügel oder Perg, und darauf gegen „der rechten aufwerte kriechend ein Manlwnrf oder Sclicer „in seiner nattiirlichen Färb"). D. d. Wien 12. 6. 1694 erhob Kaiser Leopold I. die Söhne des Wolfgang Scharz, ffirstl. passau'sehen Pflegsverwalters der Herrschaft Starhemberg, dann fürstl. Aucrs-perg'schen Pflegers der Grafschaft Wels, nämlich den F'ranz Xav. Scharz, J. U. Dr. und ob der Ens'schen Landschafts-Sekretär, Wolf Caspar, Pfleger der Grafschaft Srhaunlterg. (Taf. 85). Wappen: I. Im fünfmal get.liciltonSchilde ein Sparren. — Kleinod: Schirmbrett in dor Gestalt eines zwölf-strahligen Sternes, an welchem die fünf unteren Spitzen fehlen; die übrigen sind je mit zwei Hahnenfedern besteckt. — Nach dem Originalsiegel Wernhart V. von Scliaunberg an dem Briefe d. d. Wels, 15. 7. 1277, womit Heinrich Pfalzgraf, bei Bliciii, Herzog von Bayern, als Schiedsrichter beurkundet, dass Gundacker vou Star-hemberg gogon eine gewisse Summe Geldes dor Vogtei über das Kloster Lambach entsagt habe: Urkunde zn Lambach. Gleichen Schild und gleiches Kleinod führt Heinrich III. aiu 22. 3. 1308 an dem Verkaufsbriefe Hcrtneids von Traun an Kloster Wilhering, das Eigen * zu Steinpach betreffend; Urkunde zu Wilhering. Ein anderes Kleinod als das Vorbeschriobenc kommt in den Schaanberger Siegeln, so lauge diesor erste Stamiuschihl geführt wurde, nicht vor. — Vorhoraldischo Schaunbcr-ger (Julbachcr) Siegel, — dio Querthoiluiigen sind zweifellos vorhcraldischen Ursprunges, -- können nicht mehr aufgefunden werden. Das gegenwärtig vorhandene, äl- OBERÖSTEBBEIl'HISCHEE ADEL. 323 teste Siegel (IV A. 2 nach Hohenloh'schein System), einem normannischen Schilde nachgebildet (s Tafel 85). liegt als abgerissenes Fragment im kgl. bayr. allgem. Reichsarchire zu München im Fascikel I der Urkunden des Klosters St. Nicola und dürfte der ersten Zeit Wern-liart's IV. (1217—1205), wenn nicht dessen Vater Wernliart III. (1181—1209), angehören. Dieses Siegel, an welchem fast die ganze linke Wülfte erhalten ist, zeigt im Siogolfolde nicht fünf, sondern elf Theilungcn, darüber den Sparren damascirt; von der Legende sind nur die Lettern V E Ii (Wernliart) erhalten — Diesem Siegel stehen an Alter zunächst jene, welche an dem, ebenfalls im kgl. bayr. allgem. Beichsarchivo verwahrten Briefe d. d. Hartkirchen 1205, XIV. kalendas Septemb. (19. 8.) hängen, womit Heinricus (II.) et Wcrnliardus (IV.) fratres germani dicti de Schovnbcrch das Kloster St. Nicola für ein zur Kriegszeit weggenommenes, mit Lebensmitteln beladenes Schiff entschädigen. Diese arg beschädigten Bruchstücke lassen nnr einen Tlieil der Qucrtlieilungen nnd des Sparrens erkennen. — Das alte Stammwappen. zu Ende des XIV. Jahrhuudertes wieder in den Schauuberger Schild aufgenommen, erscheint nach späteren Abbildungen von Roth und Silber fünfmal getheilt, der Sparren darüber blau. Als Kleinod nahm mau dann einen wie der Schild bezeichneten Flügel. — II. Gespalten. — Kleinod: Zwei zugekehrte Hiof-hörner mit ihren Umhängschnnren. — Nach dem Originalsiegel des Grafen Wilhelm von Schaunberg uu dessen Briefe d. d. Bleiberg, Samstag nach St Ulrich (6. 7.) 1325, worin derselbe bekennt, dass er die an l'eter vou Liebenberg verkaufte Veste Trucliscn zu dessen Bclehn-nng dein Bischöfe vou Gurk aufgebe: Urkunde im k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchive zu Wien. — Am 31. 10. 1316 gebrauchte llciiirich III. das erste Mal den Grafentitel, eine Standeserhöhung, deren Anlass. wie kaum zu irren ist, auf die zwiespältige deutsche Künigswahl im Jahre 1314 zurückführt; König Friedrich mochte hierdurch die Schaunberger als Bundesgenossen gewinnen wollen, wie denn auch Graf Heinrich am 7. 12. 1310 zu Amstctten sich verpflichtete, dem Könige und dessen Brüdern, den Herzogen von Oesterreich, seine Schlösser Schaunberg, Nciihaus a. d. Dunau, Kamer, Wasen und Frankenburg offen zu halten und während des Kriegos mit Bayern 30 Helme und 20 Schützen in's Feld zu stellen. —"Mit dor Erlangung der Grafenwiirde und der damit verbundenen ßothwachsfreiheit wurde das Wappen des Goschlochtes gänzlich geändert. Graf Heinrich siegelte bereits am St. Bartholomänstag (24.8.) 1317 einen, nun im k. b. Reichsarchive zu München aufbewahrten Revers Otokar des Fverter von Schavnbcrch mit dem gespaltenen Schildc, aber merkwürdiger Weise gieng diese Wappcnverändcrnng nicht von ihm, dem Hanpte der Familie, sondern von seinem Zeitgenossen, seines Bruders Wernliart Enkol, dem Grafen Clinurat IL v. Sch. ans, oder wurde doch von diesem, welcher mit Alhaid von Haigerloch vermält war. wesentlich beeinllusst, denn es ist unverkennbar, dass dem neuen Wappen jenes der Grafen vou Holien-berg-1 laigerloch zu Grunde gelegt wurde. Diese führten den Schild von Silber und Both getheilt, als Klciuod zwei, ebenso gcthcilte Hiefhörner. In das neue Scliann-borg'sclie Wappen nun sind dio nämlichen Tinctnrcn und das gleiche Kleinod nur mit dem Unterschiede übertragen worden . dass statt der Qucrthciluug dio Spaltung angenommen wnrde. — Der neue Schild erscheint demnach III. von Silber und Roth gespalten. — Kleinod: Zwei Hiefhörner, das rechte silbern, das linke roth mit tincturcngowechsclten Umhängsclmüren. Zürcher Wap-pcnrolle, Ueberschrift: Scowenberg. abgebildet in Seylers Geschichte der Heraldik. Ein besonders schönes Reitersiegel mit dem neuen gräflichen Wappen (und dem von einem Wilden gehaltenen Stammwappen} hängt an dem Briefe, init welchem Graf Heinrich VII. d. d. 18.12.1375 dem Kloster Reichersberg die Mauthfreiheit zu Aschach erneuerte. Das Original erliegt im Stiftsarchive zu Beichersberg; das Cliclie habe ich mit Zustimmung der Redaction des Werkes „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort nnd Bild" in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei zu Wien erworben. (S. Abbildung nächste Seite). IV. Der gräfliche Schild mit Alt-Scliaunberg ge-viert. (Nach dem Wappen auf der Tumbu des Grafen Ulrich II. (f 23. 4. 1308) Stiftskirche zn Wilhering). V. (Pettau.. Zweimal gewnndener schwarzer Wurm in tiold. — Kleinod: Gestürzter mit einem Pfaucnstutz besteckter, goldene- Anker. Decken: roth-golden. -Nach einem Glasgemälde, c. 1380, in der ehemaligen Cistercienser-Abtei Viktering bei Wagenfurth, abgebildet in den Mitteilungen der k. k. Ceutralkommission, Bd. XVHI älterer Folge. - Die Pettaucr, seit 1145 urkundlich in Steiermark nnd schon damals mächtig, führten bis 1215 den Pelzschild, — innerhalb 13mal gezähnter Einfassung sechs Fclzstrcifcu (conventionell durch Wol-kenschuitt-Theilung bezeichnet'); uacli dem Siegel Friedrichs von Pettau au dem Briefe d. d. 1222. womit Letzterer diu Schenkung seines Vaters au den Deutschen Orden. die Kirche zum heil Sonntag betreffend, bestätigte (s. Monatsblatt „Adler- 1881, p. 151). - Die Herrn von Hollenburg, seit 1142 als Dynasten urkundlich iu Kärnthen, eines Stammes mit den Pcttanern, wiu dies auf Grund des späteren, gegenseitigen Verhältnisses kaum zweifelhaft erscheint, führten den Wurm im Schilde und starben mit Hurrn Swikur von Hollenburg ao. 1245 aus, worauf ihr beträchtliches Erbe an den Pettaucr, Hurt-nid I., Laudeslianptmann in Steier, gedieh, welcher nun den Pelzschild mit dem Wurm (im Dialect heute noch Hollen, Ohrholleu, Ohrhöllen) vertauschte, der seither als pettau'sclies Stammwappen zu betrachten ist. Die Farbe meldet zuurst dor Reimchronist: — in einem gelben Feld ein Wurm, der war schwarz wie geleutertes Harz, der war oben nnd uuten in einander gewunden. Der gestiirzto Anker am Holm des vorbeschriebenen Wappens gehört zn dem von Pettau aufgeerbten, rothen Ankensteiner Schild, und erscheint in diesem bald silbern, bald golden. Dio Burg Ankuustein. den Pettauern schon seit der Mitte des XIV. Jahrhunderts zustehend, gieng, wie die übrige, reiche Pettau sehe Hinterlassenschaft an Johann II. Grafen von Schannborg, den (iemal der Anna von Pettau, über, der durch Herzog Friedrich d. d. Wien 1. 5. 1438 die Bewilligung zur Vereinigung des uiiorerbtcn Puttuu'scheii Wappens erhielt. — Nicht wiu bei diesem wegen des Gcschlcchtos Pettau, sondern wegen der Herrschaft Hollenburg wurde der schwarze Eci-deinön in Gold, — den anch die Stubenberg, wurmberger Linie, wegen der ehemals Ilollcnburg'scheu Herrschaft Wuriiibcrg führten, — weiterhin noch auf die Dictrichstein übertragen als 1514 Kaiser Maximilian don Siegmund v. D. in den Freiherrnstand setzte und dieser Verleihung durch ansehnliche Donationen, woruutir auch Hollonbnrg, gehöriges Gewicht verlieh. VI. (Graf Siegmund v. Schaunberg, Soliu des vorgenannten Johann II.) Geviert. 1. Gcspalien .Grafen von Schaunberg). 2. Ein zweimal verschlungener Wurm (Pettau). 3. Ein gestürzter Aiikcr mit anhängendem Bing (Ankenstein). 4. Fünfmal getheilt, darüber der Sparren (Alt-Scliaunberg). - Zwei Stechhelme: 1. Dio Hiefhörner mit ineinander verschlungenen Umhängschnüren. 2. Der Wurm, hier jedoch mit zwei Füssen uud Drachcnflügeln, deren Spitzen je mit einer geschuppten Quaste besetzt sind — Nach dem Gedenksteine des Grafen Siegmund, 324 OBEBÖSTEBKEICIilSCHER ADEL. ao. 1404, an dem dnrch ihn erbauten Bathhause (jetzt Bezirksgericht) zn Eferding. — in anderer Anordnung fdhrto Graf Georg III. den Schild nach seinem Epitaph in der Stadtpfarrkircho zu Eferding: 1 Grafen von - chaun-berg, 2 Alt-Scliaunbcrg, 3 Ankenstein, 4 Pettau: hierzu auf ungekröntem Helm die Hiefhörnor; der zweite gekr. Helm mit dem Wurm von Pettau (auch hier als Drache; ist auf den angeborenen Schild seiner Gemalin Genofeva Gräfin von Arco gestellt. VII. (Zuletzt geführtes. Geviert. 1 von Silber und Both gespalten (Grafen von Schaunberg;. 2 von Iioth Silber fünfmal getheilt, darüber ein blauer Sparren f Alt-Schaunberg). 3 in Roth ein gestürzter, silberner Anker mit anhängenden drei Gliedern der Ankerkette Ankenstein). 4 in Gold ein siebenmal gewundener, schwarzer Wurm (Pettau). — Zwei gekr. Helme: 1. Die HiefbOrner, das rechte silbern, das linke roth, mit ineinander verschlungenen, goldenen Umhängschnüren. 2. Wie Alt-Schaunberg bezeichneter, geschlossener Flug. Dcckcn: durchaus roth-silbern. — Nach dem Epitaph Wolfgang s II. letztem Grafen von Schaunberg (f 12. ö. 1559, in der Stadtpfarrkirche zu Eferding, in den Tincturen ergänzt .nach der H.-M. Durch Jodok stülz' Forschungen,! veröffentlicht" im Berichte des Museum Franc. Carol. 1801: „lieber» dio Abstammung der Herrn und Grafen von Schaunberg" und in den Denkschriften dio kaiserl. Akademie: „Zur Geschichte der Herrn und Grafen von Schaunberg", Wien 1862, ist die dirccte Abstammung der Schaunberg von den edelfreien mit den Grafen von Dornberg (Lungau) nahe versippten Herrn von Julbach (.Tugclbach) zur historischen Gewissheit geworden, während nicht minder durch Julius Strnadt's Studien auf demselben Gebiete (Geschichte l'cuerbachs im 27. u. 28. Berichte des Mus. Franc. Carol. die Frage, wio die Julbaclier aus ihrer gleichnamigen Heimath am linken Inufer, westlich von Braunau, zu dem grossen Land- und Machtbesitzo im Donauthale gelangen konnten, durch dio Beweisführung gelöst wurde, dass Bcnediktu. die Gemalin Wernharts 1. v. Jnlb'tch. eine Yormbach gewesen sein müsse und wahrscheinlich eine Schwester Eckbert'a III. von Vorm-bach war. Es würde in dem engen Faumo dieses heraldischen Werkes zu weit führen unf eino Wiederholung der Begründungen. uuf welchen die Beantwortung der obstchcn-den beiden Fr; gen fusst. wie überhaupt auf die Geschichte 0 BE RÖST ER R EICHISCH ER ADEL. b25 dieses, mit unserer Heimath innigst verknüpften, reichsfreien Dvnastengeschlechtes näher einzugehen, das seine Macht, bald nach dem Eintritte in das Land ob der Ens, durcli zwei weitere Heirathen mehrte und erhöhte, durch die Ehe Heinrichs 11. mit Hailwig Gräfin von Plaien, wodurch die Desitzungeu im Attergau erworben wurden, und durch die Eho Wernhard's IV. mit Hedwig, Erbtochter von Wachsenberg. Trotz deB mittlerweile wieder erfolgten Verlustes dieser letzteren Grafschaft, stand in der Mitte des XIV. Jahrhundertes das Haus auf dem Gipfel seines hohen Ansehens. Von den bayrischen Marken bis au die Thore vou Linz und bis an dio Ufer des AtterseeB reichte sein .Machtgebot: die Herzoge von Oesterreich und von Bayern warben um Bnndniss mit den Schaunbergern; dieselben empfingen ihre Besitzungen von den deutschen Königen unmittelbar zu Lehen und K. Lndwig IV. am 1. 5. 1331, dann K. Carl IV. am 25. 7. 1355 bestätigten ihnen alle ihre Briete und Freiheiten. — Sie betrachteten sich als vollkommen unabhängig und regierend in ihren Gebieten, welche in drei betrennte Massen zerfielen, in das eigentliche Schaun-gerger Gebiet, die Herrschalt Kamer und in die Herrschaft Julbach. Von der Höhe dieser Machtvollkommenheit, die in ihren Ursprüngen übrigens lediglich auf Anmassungen gegenüber der Beichsgewalt beruhte, konnte der Sturz bei dem Umstände nicht ausbleiben, als die Habsburger auf Consolidiruug der Landeshoheit bedacht sein mussteu. seitdem ihnen die österreichischen Laude verliehen worden waren. Diese Bestrebungen hatton für die Schauuberger schon unter Albrecht 1. den Verlust von Wachsenberg zur Folge gehabt. Das Werk wurde fortgesetzt und durch die bereits von Friedrich 1. inangurirte, durch die Herzoge Albrecht II., Budolf IV. und Albrecht III. weiter beobachtete, kluge Politik mussten langsam aber sicher die Grafen nnter das österreichische Scepter gelangen. Den Abschluss bildete der durch Intervention des Herzogs Friedrich erfolgte Schiedsspruch der I'erzöge Stephan von Bayern und Leopold von Oesterreich und des Burggrafen von Nürnberg am 28. 1383 nnd die damit in Verbindung stehenden Briefe vom 13. 16. und 17. Okt. desselben und vom 12. Juli des folgenden Jahres. — Hiermit war die F'ehde, welche im Frühjahre 1380 ihren blutigen Anfang genommen und während welcher Herzog Albrecht III. die Veste Schaunberg persönlich belagert aber nicht bezwungen hatte, beendet. Die Schaunbergcr hatten nicht nur an Gebiet den ganzen Attergau an Oesterreich, Julbach an Bayern verloren, sondern auch ihre Beichsunmittclbarkeit eingebiisst; die Belehnung dnreh Kaiser und Beich war zum leeren Schein geworden, sie selbst zu österreichischen Landsassen herabgesunken. Reiches Erbe gewann hinwieder Graf Johann II. durch seine Gemalin Anna von l'ettau. deren Bruder F'riedrich. Oberster Marschall in Steier und Letzter des Stammes, seinem Sehwager nicht nur das eben genannte Erbamt sammt der damit verbundenen Herrschaft F'raunlieim, sondern auch den grössten Theil seiner ansehnlichen und zahlreichen Güter iu Steiermark nnd Kärnthen hinterliess. — Graf Johann, anf die Erhöhung des Ansehens seines Hauses wohl bedacht, vermehrte auch sonst noch durch Ankäufe den Besitzstand, schloss sich wohl berechnend an Beinprccht von Wallsee, auch an seinen unmittelbaren Nachbar, den Bischof Leonhard von Fassau au, liess sich vom Könige Albrecht, dessen ganzeB Vertrauen er um „seiner ausnehmenden Weisheit willen" go-noss. vielfältig verwenden, wurdo des heiligen Bömischen Beiches Hofmeister und während der Abwesenheit Albrechts (1438) im Vereine mit den Bischöfeu vou F'rcising und Passau Verweser in < 'esterreich. Nicht weniger wio bei dem Kaiser AI brecht setzte sich Johann, „der Hoch-geporen F'ürst vou gotes genauen graffe von Schawnberg," wie ihn der Abt von Walderbach ao. 1447 nennt, beides Kaisers Nachfolger in Gunst. Aber doch nur auf cigeuen, vermeintlichen Vortheil bedacht, wussten er wie seine Söhne, mit Ausnahme des ehrlichen nud getreuen l Trieb, nur schlecht da« ihnen zugewendete Vertrauen zn rechtfertigen, nud steRten sich wider Friedrich III. auf des Eitzinger und des Grafen von Cilli Seite. Johann's Sohn Siegmund vermehrte abermals den Besitz dnreh seine Ehe mit Barbara Erbtochter von Wall-see. wodurch er das Erbland-Murschallamt iu Oest. ob und unter der Ens sammt den damit verbundenen Herrschaften Obcr-Wallsee und Senftenberg ererbte. Auch Burgstall und Seisuuuck brachte er an sein Haus, das mit dem Enkel, Wolfgung IL am 12. 6 155!) für immer in das Grab sank. Dieser hatte auf Wunsch des Vatere die Kinder seiner Schwester Anna, des Flrasmus vou Starhomberg Gemalin zu Erben eingesetzt, welche Uber diu Hinterlassenschaft am 17. 3. 1560 einen Erbverglcich schlössen, dem am 8. 2. läiti und 10. 8. 1572 Theil-briefe folgten. Hiernach erhielten diu Söhne des Erasmus von Starhemberg die Herrschaften Everding. Mistelbach, Peuerbach und Flrluch; Wol von Liechtenstein zu Nicols-bnrg. als Nachkomme der Gräfin Genofeva von Schaunberg, die Herrschaft Stauf mit dem Markte Aschach und dem sechsten Theile der Mauth daselbst; die Töchter des Erasmus v. Starhemberg, Elisabeth, Gemalin Ludwigs v. Polheim, Anna, Gemalin Georg's von Dietrichstein, Barbara. Gemalin des Hanns v. Tschernembl zu Schwertbcrg, und Magdalena, Gemalin des Bohuslav Popel v. Lobkowitz, dio Grafschaft Schaunberg mit dem Markte Nenmarkt. welcher Besitz jedoch bald wieder an die Brüder übergieng. - Auch mit K. Maximilian 11. wurde ain 10. 8. 1572. allerdings mit schweren Opfern, ein Vergleich geschlossen; der Kaiser verlieh den Erben die Reichs-und österreichischen Leben gegen Erlag von 45000 Gulden nnd unter Vorbehalt des Landgerichtes im Douau-tliale und des Wildbannes Die beiden Erbämter in Oesterreich und Steiermark, sammt den zugehörigen Herrschaften. Obcr-Wallsee, Senftenberg und Fraunberg hatten schon zu F'olge Allerhöchsten Befehles vom 2. 12 1559 an K. F'erdinand I. abgetreten werden müssen. Die ehemalig Pcttau'scliun Besitzungen waren beim Hingange Wolfgang's 11. nicht mehr in bänden des Geschlechtes. Dasselbe hatte ursprünglich Bein Erbbegrübniss zu Baitenhaslach. Nach der Erbauung Schaunbergs, welche in diu Zeit kurz vor dem Jahre 1161 lallt, — im Jahre 1150 stand die Veste noch nicht, — Hessen sich die Scliaunberger iu Wilhering, nach der Gründung der Franziskaner zu Pupping, in der dortigen Klosterkirche bestatten. Die Letzten, die Bich zur Lehre Luthers bekannten. wurden in Eferding beigesetzt. IV. 5. 82 326 OBEliuSTEEEEICHlSCHER ADEL. a a p. 3 < * • p. cc _ e» IT C jH B £ I? « —i —i o C£7* 3 s E.8. n g, 3. i P > s a er 2. "' h» M,1 3. e oq b 3 p. iT" - 3 er p « ■ K od SC D 3 5 3- P- ES w g »-f P« —i cv M 3 _ S» g «S " f[J H- 5- c Ol o x. c ct b" l-> p <5 — 3 Jfl" co 03 * a u z* - p o rf?st 00"■ 5- sa S EV If "I ° SJ -s. 0 2. n s — p it =" M a if Q Ps< F" "-1 o" ^r 03 J4 iS er ■'cf t-p • 3 _ 5 wH" g. 6« os b v. p a 3 >-• > en — QDcl wm -53 £5 q . ET co —r 3 g-g 3 f ä 0= a < H WS Ii t S p =15 er & p. B — B < H Wp. — r er &3 i-I -+2.3. 3-■ M ■ B 5? >1 2 05 ¥ rs £sF !a 3 -■ 3" gl -1 -£ 0 <1 © - S: ? p° T!*" s «g ' b — k OH © 3a_ = o b 5 < ' 55c EB ao •S-3 5» 05 B- b « s h w es ■ BJ-üs"1 cc 3 ° I. „ K O-o • o OB i. _ 3-Ifen p - f. 3 < t= sra ■— j- f- b 00 — — -- ÜO 3, -1JI, 00 ss — ee 3. CO A 00 3- 3" B - h II" §« e 3 n js ' 11 ir so c 00 Di " a _ 3 r! e 3* n il-' ■ b ► Era 3 3 , - K _ §; Etft-Ö K pSi c c*» 352. — ga -3 » § o ' ►1 I 13 00 > 2 = c a ES «j CD ■ S e- § § < S o« sc. ? K.ITJCSB' f H BB 2,0 -IS e's i „ ia g WH b c ' 'S R B" 3 H P < & 9 £21-" Sf 2 S 3 tjq IS M SS CO Hl _<=>S' CS ' ■ e- f C5 "äs. C 3 la Gl Görs ° -i. M CO s* BT g a vi ' eo P < ;— «2S S" = I - - -k r i? E »I V- ri T- : !-w 1-1 u g aco 5 CC 7 CK1 W r. tri* S" 3 B 3 3 efbs" s < 3" b £ • ■ K _ fTür-tr Oa B r S g" < 5. 'S 3 ■IS il-i _ K" B M 3 CS < b> 5. 2. 5" - ?Oj" eo m, "i CD w — £>: b zi a oa,—r-= - nie I COOHA-B I 1—»5 03 M p-^ o c. 00 ^ i -ir, w 00 r, — 00 !->> fc- 5- u e SS» - 13g l-i ig öSW- ■-'isSg WSSJ s gtgy 1= W.-I § 52I3 o> 00 <-. 00 p. >7 0 p u r-n K — ^ ^ es " s 00 3-3 «S g 3* 5" 3- ^ 0 B-B ■ B O W ts oc I ^ ce OS t; o S Oi 3. HHg 00 es 5 S3 -i . in a ■s'e ^ 1 H o > . p. I— - p -I- Pj «q ss^ CO : 52 * -9 S5 glfi B B 3. I ? S-2. M«n " OJBP Ol a ' ü 2 oc B CB r < tS « M F B 2» P ce cc n. 00g I g" < 3 §l tu"-(0 . I-I- 38" 3 1 01 i'a 3ä o c, ?! < w-t- o „ a CS 3 5-o. <3 g IM CC «a SD cc« £31 c. o tE * K © 1 3 C£ 1»-. 1 ■ CO M. OB C. o. "-K 60? p. ifi" < oe 5 'iß 0Q CD l-> O x f CC B ■ er p E S & p w * r o OBEEÜSTEBBEICHISCHEE'ADEL. 327 Scheck. (Taf. 86). Wappen: Im gespaltenen Schild ein Balken. (Nach dem Originalsiegel Herrn Marchart (II.) Scheck an dem Briefe des „Friedrich panzze". womit dieser am 23. 6. 1307 dem Abbte Ulrich von Garsten ein Gut am Stein-riegel übergab: Stiftsarchiv zu Garsten. Stets gleich mit diesem Schilde finden sich zahlreiche Scheck-Siegel an Garstner-, und Florianer-Urknnden. Audi die Scheck sind eines von jenen ritterbürtigen Geschlechtern zu Steyr gewesen, die dort als eine eigene Corporation ausserhalb der Bürgerschaft dieser Stadt standen, wie dies z. B. deutlich aus dem Briefe d. d. Steyr 17. 3. 1305 hervorgeht, in welchem „Heinrich der Preu-haven mit der Gemain der Bitter zn 8tcyr" und Peter der Panhalm, Bichter zu Steyr. reversirten, dass der Abt von Garsten Pfarrer zu Steyr sei. Diese Anerkennung seitens der Stadt geschah also einerseits durch den Preuhafen als Vertreter der Bitterschaft, andererseits durch den Stadtrichter namens des Bürgerthums. Die Scheck i.Schech) treten, da es zum Mindesten als zweifelhaft gelten muss, ob ihnen jener „Dietrich schecha" angehörte, der zwischen 1121 uud 1138 die Tradition eines gewissen Manegold nach dem Kloster St. Nicola bei Passau bezeugte, zuerst mit den Brüdern Dur ine (c. 1170 — c. 1180) und Marquart schecco (c 1170 — c. 1190) auf. Die um das Jahr 1170 fallende Tradition des steirischen Vasallen Heinrich de Domcchenstaine nach (Carsten bezeugten „Durinc schegge et frater eins Marquart. — In einer Urkunde der Acbtissin von Traunnkirchen. c. 1190, stehen unter den Zeugen .Manjuardus et Otto scekke. Diese Beiden dürften wohl im Verhältnisse von Oheim und Neffen zu einander gestanden haben, nachdem Otto (I.) gegen den gewöhnlichen Gebrauch nicht als filius oder frater ejus bezeichnet ist. Letzterer wird demnach ein Sohn des Durinc gewesen sein und dies um so wahrscheinlicher, als er einen seiner Söhne nach dem Grossvater ebenfalls Düring taufen liess. — Otto urkuudete zwischen 1190 und 12 .0, sein Zeitgenosse und Vetter — derselbe ist wenigstens nie als Brnder bezeichnet und dürfte ein Sohn des Marqnart gewesen sein, — Heinrich von 1209 bis 1223; des Letzteren Hausfrau und Söhne kommen ebenfalls 1223. aber dann nicht weiter vor; zu Ens im Jahro 122:! verlieh Abt Pilgrim v. Gleink der Domina Gertrudis, Hausfrau des Heinrich Sch. nnd deren zwei Söhnen Chunrat und Ulricli das Gut „auf dem Eigen" und eine Wiese an der Erla zu Leibgediug. Otto I. erwarb zwei Söhne, Perchtold I. (1228—1252) und Düring II. (1235-1272), welch' Letzterer im Jahre 1272 den Bittertitel .Dominns- führte uud drei Söhne hinterliess, Ulrich II (1272-18001, seit 1299 .Herr", Perchtold II. (1278—1313) und Marchart II. (1287—1308). vom Jahre 1291 an Bitter. Den Verzicht Poppo's von Grünenburch, d. d. In Castro Stirie 27. 1. 1275. auf die Vogtei über die Pfarrkirche zu Hadershofen zu Gunsten des Klosters Gleink bezeugten .Duringus sebeke cum filiis vlrico et perchtoldo: zwischen .svnewenten und Sant Peters tage 1298 entsagten „Her Marcbart Schech, hern Dürings üvn des Schechen von Steyr" und Alheit seine Ilausfsau gepen das Kloster Carsten auf einen Weingarten zn .Nownburch" 'Kloster Neuburg), der ihnen von Herrn Josef (von Steyr) angefallen war. Otto II. (1807—1824) und Perchtold III. (1807— 1313; waren Söhne Marehart's II. Am 24. 6.1323 wurde zwischen dem Kloster Garsten nnd der Stadt Steyr ein Vertrag aufgerichtet wegen Ausrichtung der von „hern Otten dem Schechen dem erbern Bitter hern Marchartz sun" in der Spitalkirche zu Seyr mit der .muel in der steyr niderthalben des Spitals1- gestifteten drei Wochenmessen Schon am 24. 6. 1313 hatten die Brüder Otto (II.) und Perchtold (III.) die Schecken erklärt, dass ihnen (ihr Oheim) Perchtold (II) das Gut „auf dem Graben", ein landesfürstliches Lehen, zu einem Seclgeräthe nach Garsten gegeben habe, um seiner nnd ihrer Brüder und Freund Seelen willen. — Zu diesen verstorbenen Brüdern Ottos II. und Perchtolds III. gehört wohl ohne Zweifel jener Eberhard, der nur zweimal, 1304 und 1306, urkundlich auftritt; d. d. Tiernstein 15. 3. 1306 schenkte leutold v. Chuenring dem Kloster St. Florian sein Burgrecht auf dem Weingarten „der leit in der herstelle' uud den sein Diener Eberhart der Scheck dahin vergabt hatto. Otto II., welcher zu Garsten 1. 6. 13i8 für sich und seine Vorderen mit dem Gute „in der Grub", Pfarre Aschach im Traunviertel, einen Jahrtag zu Garsten stiftete, war 1324 Wittwer nach seinen beiden Hausfrauen Alhait und Anna, tritt amCeorgitag 1324 das letzte Mal auf und starb vor dem 29. Juni letzteren Jahres. Von zweien seiner Töchter erster Ehe war die eine mit Otto Hurnein, die andere mit Ulrich Algerstorler vermält und drei Söhne. Otto III. (1824 1344), Jans I. (1849-1356) und Niclas (1856-1365) folgten nach einander im Burggrafenauitc zu Steyr; aber auch „her Friedrich der Schech", der am 1. 1. 1347 einen Brief der Elsbet von l'Iesso besiegelte, wodurch diese mit Gütern in der Ternberger Pfarre ein Seelgeräth zu Garsten stiftete, und welcher nur dieses eine Mal erscheint, dürfte im Hinblicke auf dio zu berücksichtigenden Verhältnisse ein Solm Otto s IL gewesen sein. Letzterer, .Ott Schech hern Marchartz sun-, hatte am 24. 4. 1324 mit dem Gute „die Stelzhube", Pfarre Sierning, und dem Gute „am Ekke", Pfarre Ternberg, zwei Wochenmesseii auf dem St. Cholinausal-tare zu Garsten für sieh und seine beiden Hausfrauen .alhaiten vnd annen" gestiftet. Am 29. Juni des gleichen Jahres aber schon verzichteten Otto Ilurnein und Ulrich Algerstorfer, .der Schcchinne aidem vren alhaiten der Got genade," auf die von ihrem Schwiegervater Otto (II.) Sch. nnd ihrer Schwiegermutter Frau Alhait. .denen Gott genade, bei deren lebendigen Zeiten nach Garsten geschafften zwei Güter in der ASchacher Pfarre, wovon das eine .anf dem Ebcrleinsperge", das andere „an der leiten" liegt; „Ott dor Schech purchrof ze den selben Zeiten ze Steyr" siegelte den Brief. Letzterer, dor dritte dieses Namens, in vorgenanntem Amte bis c. 1334 stehend, war erst mit einer Gertraud, dann mit Elspet. des Wolf Seydlein Tochter, vermält uud hatte, soweit urkundlich erwiesen, nur einen Polin erster Ehe. der schon als Kind nach Garaten versprochen wurdo; zu Garsten am 29. 11. 1333 schenkten „Ott Schech datz Styr in der purgo gesezzen" und Gertraud »eine Hausfrau dem vorgenannten Kloster zu ihrem und ihrer Vorderen Seelenheile den Hof „in der awe", Pfarre Behambcrg. mit Willen ihres „chindes Otten, daz man in den orden nemmen sol". Zwei Jahre nachher, am 6. 4. 1335 trat Margaretha, des Wolfhart Seydlein Tochter. ihren Schwägern Ludwig dem Flusshart. Katrei dessen Hausfrau (ihrer Schwester), Otten dem Schekchen und Elspet dessen Han-frau (ihrer Schwester) den dritten Theil an dem Hofe zu Grub, Pfarro Bied im Machlande. ab. Jans I, Pfandinhaber zu Spielberg in Oest. o. d. E. und Babcnsteiu in N.-Oe., 1352—1356 Burggraf zu Steyr, war mit Agnes, einer Tochter Heinrich des Chaiser verehelicht und hatte einen Sohn Heinrich II. Am 23. 2. 1352 veräusserten die Brüder Jans uud Burkhart die Steger ein Haus und ein Luss zu Steyr; Siegler: Herr Jans der Schek zu der zeit purggraf ze Steir, der der selben gut lelienlierre ist an der fuersten stat. — Zu Wien am 14. 6. 1353 gab Herzog Albreclit seinem getreuen Erhart, des Hagen Sohne, einen Pfandbrief über die Veste Spielberg, welche dieser von Hannsen dem Scheken von Steyr an sich gelöst hat, uud am 11 4. 1356 beurkundete derselbe Herzog, dass Jans der Sch., Burg- 328 OBEBÖSTEBREICHISCHER ADEL. graf zu Steyr von Dietmar und Hartneid von l.oscnstein die Veste ßabenstein um 800 Pfnnd Pf. eingelöst liabe. — Am 30. 9. 1349 verkaufte „Heitwig hern Hainreichs sun des Chaiser- mit Willen seines Bruders Ulrich, seines Schwagers Jansen des Schechen v. Steyr, dessen Hausfrauen Frauen Agnesen, und dessen Sohnes Heinrich den Hof .der liaizzet daez Puech vnd ist gelegen in dem Traun gaw- nnd ein Gut zu Hörsehing. welcho Besitzungen seines Vaters freies Eigen und von seinen .vorgenannten geswistreten*' zn rechtem Tlieil an ihn gefallen waren. Niclas, der ebenfalls schon genannte Sohn Otto'sII., tritt erat in seinen letzten zehn Lebensjahren in Oest. o. d. E. urkundlich auf. was begreiflich ist. da er am herzoglichen Hofe zu Wien als Küchenmeister weilte und erst nach seines JSrnders Jans 1356 oder 1857 erfolgten Tode das nun ihm in letzterem Jahre verliehene l'.urg- frafenaint zu Steyr antrat, das wenige Monate Heinrich er Chersperger für ihn versah, da er noch bis zum April 1358 das Küchenmeisteramt weiterführte. — Am 6. 4. 1356 veräusserte Jans der Bedler an Gundacker den Star-hemberger eine hübe zu Haichenpach, Pfarre Gallneu-kirchcn. Siegler: Niklas der Schck ze den Zeiten chu-chenmaister dez t'deln hochgeborn fuersten herezog Albrechts in Osterreich. Am 12. 7. 1357 verkaufte Erhurt der i lagen v. spiel berg an Gottfried den Sinzenperger den Hof .in der awe" Pfai.'e Behamberg: Siedler: Hain-rich der Chersperger zu der zeit pfleger ze Steier an dez erbern ritters stat hern Niclas dez Schekhen purkgrafen ze Steier; zn Wien am 20. 4. 1358 gab Herzog Albrecht auf Bath seines Küchenmeisters Niclas des Schekchen dem Jans von Traun einen Pfandbrief über Freistadt uud Klingen berg: auch über die Burghut zu Freistadt und wieder zu Wien um 28. November des gleichen Jahres gebot Herzog Budolf seinem „getrewn lieben Nyclausen dem Scheckchen purchgrufeu ze Steyr" das Kloster Gleink au seinem Holz und der Weide auf der Schinehlau zu schützen. Am 24. 4. 1S6I gelobten der Abt und l'onvent zn Garsten täglich eine von dem Herzoge Budolf durch den .erbern Herrn Niclaseu den Schekchen zeder zeit puregrafen ze Steier" zum Spitale in Steyr gestiftete Messe lesen zu lassen , auch dass derselbe Priester von dem Spitalmeister alle Samstage 9 Plcnnig von jenen 15 Schilling und 18 Pfennig erhalten soll, welche „her Ott der Schckch seliger, hern Niclas des Schekchen vatcr" auf der 31 üble zunächst 'des Spitales gestiltet hat. Zu Wien am 18. 10. 1850 hatte Herzog Albreclit deu Niclas und messen Haus, frau Elsbet mit dein Hofe zu Eukschesveld belehnt. Der Ehe des Niclas dürfte wohl jener Stephan entsprossen sein, der wie der Vater anfangs ausser Landes weilte und dann als dessen Nachfolger im Burggrafenamte zu Steyr mit dem Jahre 1371. aber schon 1385 zuletzt auftritt. Ein Verkanfsbrief Peter des Freuhufen an Chunrat den Perausch d. d. 30. 3. 1371 besiegelte „der erber ritter her Stephan der Schek" Burggraf zu Steyr; zu Wien am Lichtmesstage 1375 gab „Wernhart der Drnclisaetz von Bcicherstorf" seinem Eidam Herrn Stephan dem Schekchen zu seiner Hausfrau Chunigunden „meiner Tochter" für 220 Pfund Pf. He'msteuer den Hof .ze Bueppolting auf dem Tullnervelde bei dem Siczen-berge" samiut Zugchörnngen, was Alles Burgrecht von dem Bischöfe vou Salzburg ist. dann zwei Lehenstheile .in dem werd", Burgrecht von dem Grafen von Muyd-burch, ferner 21 Pfund Pf. auf zwei Vi eiugärten zu Trays-maur. Am 3. 12. 1384 verkauften Stephan und seine Hausfrau ein Lehen im Stalbach. Pfarre Hargelsberg, am 21. 1. 18*5 Güter in den Pfarren Wolfern, Niederneukirchen und Sierning. Heinrich II. (13-19 - 1385) haben wir schon ans der obstehenden Urkunde seines Oheim Hertwig des Chaiser als den Sohn Jans I kennen gelernt Er nannte den Burggrafen vou Steyr Stephau Seh., mit welchem er des öfteren gemeinsam als Zeuge oder Siegler auttritt, Vetter und war wahrscheinlich mit einer Schwest r Peter des l'reuliafen verehelicht. Am /7 3. 1373 gab Peter der Freuhafen unter den Siegeln seiner Schwäger Ilannsen des Totzenpeck und Heinrich des Scheck ein Gut dem Kloster Garsten. Zu Steyr am 4. 9. 1373 stifteten Heinrich der Schckch, seine Hausfrau und ihre Erben zum eigenen Seelenheile und jenem der Vorfahren nach Garsten einen Weingarten, .an der Hohenwurt pey dem obem weg kegen der Laimgrueb" gelegen. Der oben gennnnteVer-kauisbricf des Stephan vom 21. 1.1885 ist auch von dem A'etter Heinrich gesiegelt worden. Die Brüder Hanns II. und Ulrich III., welche im Jahre 1396 das Amt Goisern an Heinrich von Zelking veräusserten, halte ich, wenn dies auch nicht unmittelbar durch Urkunden erhärtet werden kann, unbedenklich für die Söhne Heinrich'B II. Nicht nur dass Hanns zoitgemiiss nach dem Gmssvater getauft war. ist nicht zu übersehen, dass eben diesem Letzteren, Jans I., durch seine Hausfrau Agnes, des Heinrich Chaiser Tochter, Güter im „Traun-gau" zugefallen waren, wo vorher die Scheck keinen Be- , sitz hatten: nnd so rührte auch das dortige Amt (ioisern, das Hanns IL und Ulrich III. besassen ganz sicher auf dem Wege durch den Vater Heinrich aus der Erbschaft von ihrer Grossmutter Agnes Chaiser her. An der Hand aller vorstehenden Ausführungen er-giebt sich somit folgende Stammreihe: N. Scheck. Durinc 1. schecco c. 1170 — c. 1180 Marqnart 1 c. 1170 - c. 1190. _Otto I. c. 1190-1220_ Perchtold I. 1223-1252. Düring II. 1235 1272 Heinrich I. 1209 - 1223: Chunrut 1223 in. Doniina (jertrudis 1223. Ulrich I. 1228 Ulrich 11. 1272-1300. Perchtold II. 1272-1318. Eberhart 1304, 1306 Otto II. 1037—1824. t vor 29. 2) Anna 1324. Marchart II. 1287—1308 ui. Allieit 1298._ Perchtold III. 1307 1318. 6. 1324: nx. 1; Alhuit Tochter erster Tochter -rster Otto IIL 1324 - 1344, Ehe; nx. des Ehe; ux des Burggraf zu Steyr 1324. Otto Hurnein Ulrich Algers- 1334; ux. I) Gertraud 1324. torfer 1324. 1333. 2) Elspet Tochter des Wolfg. Seydlein 1335. Otto IV, 1. Ehe), 1333 Kind. Jans I. 1349—1356, zn Spielberg vor 13f>3, zu Babenstcin 1356 . Burggraf zu Steyr 1352 — 1356 ; ux. Agnes, Tochter des Heinrich Chaiser 1349 Heinrich II. 1849-1886; ux. die Schwester Peter des Preuhafen {?j 1373. Niclas 1*56-1365, herzogl Küchenmeister 1356 — 1358. Burggraf zu Steyr 1857- 1364; ux. EUbct 1350. Ilorr Friedrich 1347. Manns II. 1396. Stephan 1371- 1886, Burggraf zu Steyr 1371, 1372; (+ S. Lu-cientag. 1-86); ux. Cunigunde, Tochter Wernhard des Truch-sesaen v. Reicherst orf. 1375 Ulrich III. 1396. OBEBÜSTEBBEICHISCHEB ADEL. 329 Hanns und Georg die Schecken v. Wocking (V. 0. W. W. . angeblich die Enkel Heinrich's II., waren nach Wissgrill 1409 noch minderjährig. Georg Scheck v. Wocking 14 .5 mit Katharina von Haltenberg verehelicht. Dieser durfte keine Snccession gehabt haben. Ans der Descendenz des Stephan erlosch das Geschlecht mit Georg Scheck, des römischen Königs Kammerer. Herrn zu Wald, Aggstein. Ottenschlag und Götzerstorf in N.-Oe., der d. d. Aggstein 1465 als Letzter seines Stammes dem Stephan Häsib sein Haus auf dem Berg bei Steyr übergab. Dasselbe ist wahrscheinlich der Best von all' den Besitzungen an der Ens und im Machlande nach den Veräusserungen gewesen, welche schon Stephan und dessen Vetter Heinrich H. vorgenommen hatte uud nachdem Margret Schekin, des Alexander Hofer Wittwe, den Sitz Scliechiu, wohl die Heimath der Schecken, Pfarre Euratsfeld bei Amstetten, ao. 1440 verkault hatte Georg hatte im Jahre 1437 seinen ungevogten Sohn Col-man mit der gleichfalls minderjährigen Timburg, des Sigmnnd von Wiuckel Tochter, versprochen, welch' Heide dann über neun Jahre Brautleute waren. Aber Colinan muss ohne Descendenz vor dem Vater gestorben sein. Dieser hatto das Schenkenamt von Oest. o. d. E. inne, welches, weil es durch das Erlöschen der Schecken ledig geworden, Kaiser Maximilian im Jahre 1497 dem Freiherrn Heinrich Priischenk verlieh. (Stiftsarchiv zu Garsten, jetzt zu Line; U. B.; H ; Collect, geneal. v. Ennenkl : Pritz Geschichte des Landes o. d. E.: Urkunden-Copien im Museum Franc. Carol. zn Linz; Wissgrill's Manusc. im n.-ö. Landes- und Ständearchive). Krhrdn (Taf. 86;. Wappen: Getheilt. Oben in Blau neun 4. 3, 2) silberne .-terne. Unten gespalten: vorn in Gold ein Erdglobus in einem natürlichen Holzgestell; hinten in Both, schräg ein blaukes. golden gegrifftes Schwert. Zwei gekr. Helme: 1. Geschlossener, vorn von Blau und Silber, hinten verwechselt getheilter Flug. Decken: blau-silbern. 2. Mit dem Ellbogenmeissel auf dio Helmkrone gestellter, geharnischter Schwertarm. Decken: roth-golden. K. k. A.-A.). Mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplom d. d. Wien 13. 7. 1861 wurde der k. k. Oberstlieutenant Josef Scheda, welcher für grössere kartographische Werke, zu deren Ausführung durch ihm eine bedeutende Anzahl Lithographen herangebildet worden war, deu Orden der eisernen Krone 111. Cl. erhalten hatte, statutengemäss in den erblichen Kitterstand erhoben. Derselbe hat im Jahre 1873 das laudtiifliche Gut Tambach i Tannbach) im Machlande käuflich erworben, dasselbe aber 1878 wieder veränssert. (K. k. A.-A.; Landtaf.). Srhellhart. (Taf. 86). Wappen I. Bürgerliches 1530). In Blau, aus grünem Dreiberg wachsend, ein lorbeerbekrhnzter Greis mit langem Bart, in goldenem und ebenso gegürteten Bocke, mit der erhobenen Bechten eine goldene Schelle, mit der gesenkten Licken eine Weinrebe, mit anhängender Traube, haltend. — Stechbelm mit blau-golden gewundenem Wulst: Der wachsende Mann mit Schelle und Traube. Decken: blau-golden. (Legal. Diplomsabschrift im Lan-desarch). — IL (Adeliges 1621). Wie vorher, doch der Greis nicht lorbeerbekränzt, sondern gekrönt; statt des Stechhelmes ein offener gekr. Turnierhelm. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch.). — III. (Gebessertes 1630) Geviert, mit dem Stammwappeu (von 1621; im Herzschild, der Greis jedoch gestümmelt und aus dem Fuss-IV. 5. rande wachsend; der Dreiberg fehlt. 1 uud 4 in Gold ein gekr , schwarzer Adler. 2 und 3 iu Silber ein gekr., rother Löwe. — Gekr. Helm: Golden bewehrter, schwarzer Doppeladler mit überschwebenderLaubkrone. Decken: schwarz-golden, roth-silbern. (lv. k. A.-A.). - IV. (Gebessertes 1637) Geviert, mit dem Herzschild von 1630. 1 und 4 in Gold der gekr., schwarze Adler. 2 und 3 in Both ein gekröntes Meerweib, iu den Händen je einen Theil ihres doppelten Fischschwanzes haltend (Tolomey). — Zwei gekr. Helme: 1. Der Doppeladler mit (Iberschwebender Laubkrone. Decken: schwarz golden. 2. Ein silberner Hahn mit rothem Kamin (Tolomey). Decken: roth-silbern. (K. k. A.-A.). — V (Freiherrliches 1674) Einmal gespalten uud zweimal getheilt. mit dem Stammwappeu (wie 1630) im „heidnisch- gekrönten Herzschild. 1 u. -I in Gold der gekr.. schwarze Adler. 2 und fi in Both die Sirene. 3 iu Silber ein schwarzer, 0 in Schwarz ein silberner Löwe. — Drei Helme, davon der ersto mit schwarz-silbem gewundenem Bund, der zweite und dritte gekrönt. 1. Offener, rechts silberner, links schwarzer Flug, belegt je mit einem iu's Visier gestellten, farbongewechsclten Löwcuhaupt. Hecken: „golden-schwarz-silbern." 2. Der Doppeladler. Decken: ..golden-schwarz-silbern, silberu-rotli schwarz'. 3. Der Halm Decken: „silbern-rothschwarz-. (K. k. A.-A.). 1). d. Augsburg 25 3 1630 verlieh Kaiser Carl V. dem Bartholomäus Schellhart einen Wappenbrief. und Kaiser Ferdinand II. zu Wien am 2. 5. 1621 dein Enkel des Vorigen, Johann Bartholomäus, einem Solino Bartholomäus 11., kaiserl. Ilofdienurs, deu Beiclis- uud erbländischen Adelsstand als ritturmässigein Lehens- und Tur-niergeuossen mit der Begründung, dass diu Familie desselben sich seit 200 Jahren . während welcher Zoit dieselbe im Erzstifte uud ühnrfiirstenthume Cölu sess- und wohnhaft gewesen sei, um Kaiser und Beich verdient gemacht habe. Johann Bartholomäus von Schellhart, welcher schon unter Kaiser Matthias Dienste genommen hatte, wurde 1621 vom Hofkainmer-Coucipisten Hofkammer-Sekretär, 1625 der Böm. Kais. Majestät Bath. als welcher er d. d. Begensburg 27. 9. 1630 eine Adelsbestätigung nebst \\ appenbesserung erlangte, erhielt am 20. November desselben Jahres seine Auiuahme in den jungen Bitterstand Oest.'s o. d.E.. als „der kaiserliche II ofkiiimiicrrath Joh. Barth. Schellhart von Hartenfels" d. d. Wien 1. 0. 1633 den alten böhmischen Bitterstand mit dem Incolate dortseibst und am 10. 1 1637 aburmuls eine \\ appenbesserung durch Vereinigung des Wappens mit dem von seiner Mutter herrührenden Toluuicy'schen, abgestorbenen Geschlechts. Sein Sohn Johann Anton Bitter Schellhart von Hartenfels wurde d. d. Wien 12. 11. 1674 iu den erbländi.-chen F'reiherrnstand erhoben. Die Familie Bcheint erloscln-n zu sein. (K. k. A.-A., Akten im Landesarch.; B.-M.) M«'hielt. (Taf. 86.) Wappen: I. Iu Blau ein eingebogener, silberner Sparren. — Kleinod: Geschlossener, blauer Flug. Decken: blau-silbern (B.-M.). — II. Das Hintergestell eines Pfluges ivon rückwärts gesehen). (Nach dem Originalsiegel Lentwuin des Sch au dem nachbenannten Briefe vom 8. 1. 1371; Stiftsarchiv zu Garsten, jetzt zn Linz. — III. Zwei geschrägte Beile (Hauen». 'Nach dem Originalsiegel Hermann des Sch. an dem nachbenannten Briefe vom 14. 10. 1373; Stadtarchiv zu Wels). - IV. Ein Storch (Kranich?). Nach dem Originalsiegel Heinrich des Sch. an dem nachbenannten Briefe vom 8. 9. 1351; Stiftsarchiv zu Kremsmünster . — V. Drei gewundene, am 83 330 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Schwanz je einmal geringelte, mit don Köpfen links nnd aufwärts ' gestellte Schlangen, wagrecht übereinander. (Nach dem Originalsiegel Weczcl des Sch. an dem nachbenannten Briefe vom 28. 12. 1366; Stadtarchiv zu Ens.) Die ob der Ens'sche Matrikel führt einen Christian Schick. 1428 am Leben, als Mitglied des Ritterstandes an. Die Eintragung erfolgte auf Grundlage von Urkunden-Regesten, enthalten in den im Landesarchive verwahrten „Strennii Manuscripta". wo üher das Wappen oder die Siegel dieser Schick keine Silbe verlautet. Mein Ver-mnthen, dass das dieser Familie in der Matrikel beigemalte Wappen, hier sub I. blasonirt, aus der Luft gegriffen wurde, wird daher ein wohl gerechtfertigtes sein. In Oest. ob der Ens gab es in der zweiten Häfte des XIV. Jahrhunderts, also nicht lange vor dem Auftreten des Christian Seil., verschiedene Familien dieses Namens, welche jedoch zumeist dem Bürgcrstande der Städte Wels nnd Stoyr angehörten und von denen nur eine in den Genns< landeafürstlicher Lehen gelangt war. Am 8. I. 1871 veräusserte Berthold der Tauber, Siebter zu Garsten, ein Gut in der Pfarre ilaidershofen an Haunold den Beuter, Landrichter u. d. E.. unter dem Siegel seines Schwagers „Lewtwein des Scliikch, purger de Steyr ts. Wappen IL). Ueber den Letzteren nnd seine etwaige Deseendenz mangeln weitere Nachrichten D. d. 14. 10. 137S verkauften Hermann der Schick, Bürger zu Wels, und Ivatrein seine Hausfrau an das Elisabethspital in Wels das Gut zu Aerpping, Pfarre Puchkirchen. — Dieser dürfte nach seinem \. appen (III.) ein Haunold sein, welche Familie ebenfalls zu Wels ihren Ursprung hatte. Am 8. 9. 1351 gaben Heinrich der Trynauschein und seine Schwester Margaretha dem Abte zu Kremsmünster einen Revers über zwei zu Erbrecht erhaltene Güter; „der erber man Hainrich der Schik", Richter zu Wels, siegelte den Brief is. Wappen IV.). — Letzterer und sein Bruder Iielmweig der Scliikch, Bürger zu Wels, verkauften ;am 22. 2. 1358 an Eberhard v. Wallsee den Oedhof, Pfarre Kirchdorf, den Hof zu Chanczling sammt Zehent und Mühle, zwei Güter zu Bäwlionperig, ein Gut auf dem Hasenpuehel und die Schikchengrueb. — Einem dieser Beiden dürfte Jans der Schick von Wels als Sohn entsprossen sein, der am 3. 7. 1803 don Brief siegelte, womit Simon, des alten Simon Richters zu Ybbs Sohn. Margret seine Hausfrau und der Letzteren Bruder Heinrich der .Inng Tryenasclicl auf ihre Ansprüche, sieben Güter zu Dietrichsberg betreffend, zu Gunsten des Stiftes Wilhering verzichteten; Simon bezeichnet hier den .laus als seinen Schwager. Der Letztcrc veräusserte am 27. 11. 1368 mit Willen seines Bruders Eberhard den Hof und dio Miihlo zu Puchschachen, sein landesfürstliclies Lehen in der Pfarre Stcinerkirchcn, an llartneid den Chramcr, Bürger zn Wels. Eine vierte, abern.-ö.-sche Familie dieses Namens, doch weder in der dortigen Matrikel noch in Wissgrill's Manuscript verzeichnet, trat in amtlicher Stellung in Beziehung zu dem Lande o. d E. — Am 10. 8. 1363 veräusserten Hortneid der Schick, Burggral' zu Ens und „lautriehter nyderhalb der Ens'', und Chunigund seine Hausfrau dem Kloster St. Florian ihr Haus bei dem Haberfcldthore in der Stadt Ens. — .Dez moentagez an der cliindlein tag in den wcinaclit veirtagen- 1366 siegelte „her Weczcl der Schick Vogt auf dem Strenberkch" den Verzicht der Brüder Karl, Ahrain nud Boy wein gegen deren Schwester Elsbet, Leutold's v. Wallsee Wittwe, wegen des Ilofcs zu der Aich (s. Wappen V.). — Hartlein der Schik ob dem Stelirnberg" und sein Bruder Wezlein, die Söhne eines der beiden Vorgenannten fungirten als Spruchmänner als dor Landrichter o. d. E. Ludwig v. Stein am 13. 11. 1367 den Streit um dio Cheinnatau zn Gunsten des Klosters Lambach entschied. — In Fischers Adelspiegel des Erzhorzogthuines Oest. u. d. E. werden dio zwei Letzteren nochmals 1377 erwähnt . in welchem Jahre sie ein freies Kaufrecht auf ihrem Lehen zu Limpach an Niclas den Schneyder veräusserten. Bezüglich aller dieser Vorgenannten bieten sich nicht die geringsten Anhaltspunkte die einen oder die anderen in Verbindung mit dem Mitgliede des ob dor Ens'schen Bitterstandes Christian Sch. zu bringen, auch nicht bezüglich jenes Chunrat Schick von der Wachau, der verschiedene, am 8 9. 1348 durch Dietrich den Bichter von Ybbs zu einer Frühmesse nach Weissenkirclien in der Wachau gestiftete Gülten auf mehreren Weingärton inne hatto. Der Eingangs gonanntc Christian Sch. vcrmaclite ao. 1427 seiuem Vetter Albreclit dem Schicken don Hof zu Obcriithal, Pfarre Gallneukirclien, Freistädter Landgerichts. sein Lehen von Herrn Jörgen v. Liechtenstein von Nicolsburg - Albrecht der Schick, gesessen zu Schönpüchl (in N.-Oe.) gab 1446 seiner Hausfrau Elsbet, Stephans des Wolf sei. Tochter als Morgengabe ein Lehen zu Schönpüchl. davon mau dient dem edlen Herrn Budiger v. Starhemberg zu seiner Veste Schönpüchl ein Pfnnd Pf. — Albreclit >ler Schick uud Wolfgang sein Sohn gaben 1474 ihrem gnädigen Herrn Bndiger v. Starhemberg einen Schuldbrief über 32 ung. Ducaten. — Auch diese Familie erscheint nicht in der n.-ö.'schen Matrikel. (U.-B.; Stiftsarchive zu Garsten und Kremsmiiuster: Stadtarchive zu Wels und Ens; „Strennii Manuscripta -im o. d. E.'seilen Landesarchive: B.-M.; Adelsspiegel des Erzherzogtumes Oest. u. d. E., Maiiusc. im n.-ö.'schen Landes- und Ständearchive.) - Sclilcaienbrr|(el'. (Taf. 87. i Wappen: In Both drei (2, 1) Jakobsinuschcln. — Kleinod: Bothes Hörnerpaar, je mit drei Muscheln untereinander belegt. Deckcn: roth-silbern (H.; B.-M.) Die Schiessenberger dürften, bevor sie in das Macli-land herüberkamen, in der nachbarlichen Wachau begütert gewesen sein, wie die« der Brief vom 25. 11. 1344 andeutet, mit welchem Chunrat der Flander, Bürger zu Wesendorf in der Wachau, ein Seelgeräth zu St. Michael in der Wachau mit mehreren Weingärten stiftete, darunter mit einem „vnder dem Hochrain haizzet schiezzen-berger." Am F'roitag nach St Niclastag 1373 widmete Ulrich der Wycschendorffer unter dem Siegel seines Oheim „Arnolt des Scliiezzenperger* jährlich am Lichtmesstago ein Pfund Wachs „ze unser vroun messe" in der Kirche zu Gallucukirchen. Leider ist das Siegel des Schiessenberger der Zeit zum Opfer gefallen; der Wischendorfcr scheint eines ganz anderen Geschlechts gewesen zu sein: er führte: Schach von dreimal vier Plätzen. Beinboth und Hartneid dio Schiessonberger veräusserten ao. 1398 einen Hof zu Urfahr bei Linz an Georg den Ennenkl. — Härtlein Sch. empfing 1448, wie Preucn-huber berichtet, verschiedene Lichtenstcin'sche Lehen und hinterliess nur eine Tochter. Hoheneck nennt ihn „zu Hagenberg", eine, wie ich vermuthe, irrige Angabe. Hagenberg trugen die Zwingenstein von dun Nicolsburger Liechtenstein zu Lehen bis ihr Geschlecht hierzulando, — in Tyrol blühte es noch weiter, — mit Georg v. Zwinj. cn-stein zu Anfang des XV. Jahrhunderts erlosch; die Erb-tocliter Boatriz vermälte sich mit Pankraz dem Oeder von Schwertberg, dann mit Georg Schicssenbergcr, dieser, nnd eben nicht Härtlein, überkam nun Hagenberg. Ersterer OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 war nach Hoheneck ein Sohn des Hanns Seil, nnd dieser ein Brnder des llartlein. Die Beatrix übergab ihrem zweiten Ebcwirth am Freitag nach Georgi 1432 einen Vermächtnissbrief und starb wohl bald darauf, worauf sich Georg mit Margaretha, des Georg Walch zu Prandeck Tochter. vermälte, deren lieirathsgut er 1455 sicherstellte. — Jener Georg Seh., welcher am St. Margarethentag 1487 einen Verkaufsbrief des Stephan von Pach an Valentin von Hoheneck bezeugte, dürfte ein Jüngerer als der Vorige gewesen Bein. Die Tochter Georgs (IL?) Elisabeth (f 1510) hielt am Montag vor Alexi 1409 ihre Heirathsabrede mit Valentin dem Jüngeren v. Hoheneck und der Sohn Hanns (II.) vermälte sich im nämlichen Jahre mit Walburga. Tochter des Christoph Moser zum Weyr und Wittwe nach Hanns dem Zeller. — Hanns II. Schiessenberger zu Hagenberg verkaulte mit Vertrag d. d. Linz Mittwoch vor dem Kreuzerhöhungstag 1514 Hagenberg an seine Vettern liunns, Mört und Leo Gebrüder v. Hoheneck um 4100 Pfund Wien. Pf. und zog nach Niederösterreich, wo ihm der Markt Ardagger zustand, den er ebenfalls und zwar 1531 seinem Vetter Erhard Marschall von Reichenau veräusserte. Er starb um das Jahr 1540 als der letzte Mannessprosse. Seino einzige Tochter Anna hatte sich 1525 mit Wolfgang Rädler von Sichtenberg vermält. (U.-B.; H.; R.-M ) Schiffer. (Taf. 87). Wappen: I. (Naternbach) Ein Wellenbalken: oben, auf dum Balken stehend, ein zum Flug geschickter Vogel, nach der Form des Schnabels wahrscheinlich ein Rabe. (Nach dem Originalsicgel Bernhart des Nadernpech an dorn Briefe d. d. Grczcnstein, St. Murtiustag (11. 11.) 1300, womit derselbe sein Eigen zu Oberndorf bei der Scharten au Ulrich und Ruger dio Pruschinchen verkaufte; StiftsarchivWilheringl. — II. (Sehifer). Kleinode: a. Mit fünf Federn halbkreisförmig besteckter Topfhelm (Nach dem Originalsiegel des Budolf Schiver au dem Briefe d. d. 29. 9. 1313, womit Hedwig v. l'orczhaiiuen uud deren Sohn Leutold verkaufsweise an Ulrich von Weidon-liolz das Bccht an dem Hofe zu Porzheim a. d. Aschach übergeben; k und k. Haus-Hof- und Staatsarchiv.! b. Ein Ballen, auf welchem ein Vogel mit langem Schweifo steht. (Nach dem I iriginalsiegel Dietrich des Schyuer un dem Briefe d. d. 21. 1. 1344. womit derselbe einen Hof zu Pernau und eine M üble zu St. Marienkirchen in der Palsenz an Adelheid die Stälin verkauft. Ulrich der Sch. un derselben Urkunde führt den gleichen Helm; Stiftsarchiv Wilhering' c. Wie vorhin, doch erschoint nur die obere Hälfte des Ballen, der Vogel ist bereits einem Raben ähnlicher. 'Nach dem Originalsiegi-1 Hanns des Schitier an dem Briefe d. d. 19. 5. 1365, womit Heinrich der Schönauer an das Kloster Garsten das Gut in Pyräch, Pfarre Vichtwang, versetzt; Stiftsarchiv Garsten.) — III. Getheilt, oben auf der Theilung-Iinic stehend, ein Rabe, einen Ring iin Schnabel haltend. — Kleinod: Der Ballen, darauf der Babe wie im Schild. (Nach dem Epitaph des Benedikt Sehifer von Freiling, Ritter, f Mittwoch nach Michaeli 1499; Spitalskirchu zu Eferding). — IV. Von Silber und Roth getheilt: oben der Rabe einen goldenen Ring mit blauem Stein im Schnabel haltend. — Helm mit siebenmal gezackter, heidnischer Krone: Von Silber und Roth getheilter Ballen darauf der Rabe wie im Schild. Dcckcn: roth-silbern. (Nach dem Epitaph des Hanns Scliifer, Freyherrn v. Frey Hing und Taxberg, der Rom. Kais. Majestät Rathes und Landrathes in Oest. o. d. E., f 5. 3. 1610; Spitalskirche zu Efording. In Tincturen ergänzt nach der H.-M.*. - V. Sonderndorff.) Geviert. 1 und 4 in Blau zwei geschrägte goldene Scepter. 2 von Silber und Roth dreimal schräg getheilt. 3 wie 2 doch dio Tincturen verwechselt. — Zwei gekr. Helme: Blaues Hörnerpaar, aussen je mit drei goldenen Sceptern besteckt. Decken: blau-golden. 2. Von Silber und Roth dreimal von den inneren Seiten nach ans- und abwärts übereck schräggetheilte Hörner. aussen je mit drei goldenen Straussenfedern besteckt. Decken: roth-silbern. (Alt. Siebm. - Mit Diplom d. d. Wien 9. 2. 10U8 erhielt Freiher Erasmus Sehifer die Erlaubniss sein Wappen mit dem Souderu-doriTschen zu vereiuigen oder dies auch zu unterlassen. Eine Beschreibung des SonderndorlV sehen Wappens kommt jedoch weder in dem bezüglichen Diplonisconcepte noch iu jeuem vor, laut welchem den Brüdern Paria und Hector v. Sonderndorff der F'reiherrn8tand am lü. 8. 1612 verliehen worden war; k. k. A.-A) — VI. (Sehifer, 1668) Geviert. 1 und 4 Stuinmwappcn. 2 und 3 in Silber zwei abgekehrte, schwarze Monde nebeneinander (Herleinsperg). - Zwei gekr. Helme, davon dor ersto mit fiiufzackigerheidnischer Krone: 1.Stammkleinod ,wio bei IV.) Decken: roth-silbern. 2. Aufgekehrter, an den Spitzen gekrönter, schwarzer Mond, diu Kronen jo mit einer Pfauenfeder besteckt. Decken: «cliwarz - silbern. (K. k. A.-A). — iSehifer v. Klosterneuburg u. Heiligenstadt). Ein Stiefel. (Nach dem Origiualsiegel Seylrit des Schiver von der Heiligi-nstadt an dem Briefe u. d. 14. 3. 1370. womit die Söhne Chunrat des Gmächleich von Steyr an ihren Schwager Franz, Schulmeister zu Steyr, einen Weingarten zu Klosterneuburg verkaufen; Stilts-archiv Garsten. Dasselbe Schildesbild, doch links gewendet. führte auch Pertholt der Sehifer v. Klosterneuburg um 3. 6. 1343 nach dem Origiualsiegel an einer Urkunde seiner Schwäger Fernhart uud Dietmar der Weiduer; Schottcnstiftsarchiv zu Wien.) Ueber die Naternbacher spricht J. Strnadt in derGo-BchichtePeucrbach's. — Dieselben treten vor dem Jahre 1161 nicht auf: 1161 bezeugt in der Reihe der Bchauuberg'scheu Ministerialen Odelrich de Michelciipach, Otto du Nordelenbach den Tauschvertrag des AbbtcB Gebhart von Wilhering mit Utagger v. Sulzloch. Um dieselbe Zeit bezeugt Otto de Nordernpach den Tausch Riza's v. Griesbach und ihres Sohnes Weruher mit dem Kloster Aspach um Güter bei Peurbach im Rotttbale. c. 1178 bezeugen Virich do Micheleiipuch. Otto de Nordern-buch. Engilhcrht de Strvben den Vergleich der Brüder Heinrich und Gubhart von Schoweiibercb mit dem Kloster Krenismünster wegen Gütern zu Lcobenbach. .Chovnradus de Pnsinpercli et filius eins l'runo" und „Engilpreht de norderiibaclr bezeugen uo. 1187 die Stiftung des herzogl. Ministerialen Ramund um drei Lehen zu Zwentendorf nach Klosterneuburg. c. 1188 übergibt Engelbert von Strubeu verschiedene Güter nach St. Nicola: unter deu Zeugen: Utto de nordernbucli. — Vo-dalricus de Nordernberc bezeugt c. 1190 dio Tradition Udalschalk's v. pazrichesdorf un St. Nicola. Vlri-cus da Noderpach giebt fiir sich und seine Eltern als Seelgeräth nach St. Nicola zwei Güter in Avnpach und einen Acker in Tntzling für seine Ehegattin. Ovlri-cus de norderenbacli bezeugt die Stiftung des pas-sau'schcn Ministerialen Walter (v. Tannberg; nach St. Ni-kola. derselbe Ovdalricus de noidenbach et seruus suus Rovbertus jene Ekkerich's v. Stotzheim. sowie die Uebergabe des Gutes Hartlieim. — Vlricus de Nordirn-bacli et frater eius Engilbertus bezeugen die Trudition Engelberts von Blankenberg nach S. Nicola c. 1190. — Engilbertus de Norderpach bezeugt c. 1200 den Tausch dea Klosters Nicola mit den Brüdern v. Aheiin. Ovlricus de Nordernpach und Herbordus seruus eins die Tradition Siboto's v. Prambach. — Ovlricus de Norderpach über-giebt c. 1200 nach St. Nicola einen Acker in Mucenwin-kel (Pf. I.ambrechten;, einen in Tucelingen uud drei Hofstätten in Owenbach, ferner ein Gut in Eskertovuowe. — 332 OBEiiÖSTEBBEICISCHEE ADEL. Ovdalricus et frater saus Engilbertus de nordirnbacb bezeugen e 1200 die Tradition Ekkerich's v. liugenbeig, ebenso ibr Diener Rudibertus do Norderinbach. — Dominus Engilbertns miles de Nordirnpacli erlaugt um 10 Pf, dl. eine Hcrreupfriinde von St. Nicola. - c. 1210 wurdo der Streit zwischen St. Nicola und Engilbert do Norderubach wegen drei Gütern in Owenbach, in Kalweuhcim .quod dedit muter sua" und in Biverbnch apud Stcin-brakke au -getragen. Engelbert behielt das Gut iu Stein-brnkke gegen einen jährlichen Dienst. Auch sein Sohn Ortolf leistete Verzicht unter der Zeugenschalt seines Bruders Vlricus. Ortolfns den nodernpach und sein Vasall Gotscalcus de dronolting bezengeu die Schenkung Hcinrich's von Morspack an Pormbach. - Miles rolricus de Nordernbaeh vermittelte den Tuusclivertrag zwischen den Kirchen Peurbach und Norderbaeh ao 1211. — 12:7 bezeugen Ulricus de N'„ Engelbertus frat r suus die Verzichtleistung Chunrat's v. Horbach zu Gunsten des Klo sters Nicola. — 122-1 bezeugt Ortolfus de N. die Urkunde des Bischofes Gebhard über den Tausch zwischen dem Pfarrer Eberhard von Osternberg und dem Grafen Churat v. Wasserburg. Derselbe, als Ministeria] des Letzteren bezeugt 1226 und 1227 die Uebergabe des Schlosses Vich-teustein, wo er Burghiiter war, an Passau. — Chonradus ot Vlricus de Noternpacli bezeugen ao 12üü das Muuth Privilegium der Briider Heinrich und Hernhard v. Schaunberg fiir St. Nicola. - Am 22. 11. 1297 giebt Bernhar-dus dictus Naternpech seine zwei Lehen zu Oberudorf dem Kloster Wilhering mit allen Beeilten, wie sie seine Vorfahren besessen. Am 11. 11. 1300 d. d Grebenstein verkaufen Bernhard der Naternpech und Elsbcth seine Hausfrau den Gebrüdern l'rnschinchen all ihr Eigen zu Oberndorf bei der Scharten nnd leisten Gewehr mit ihrem Eigen zu llezelsberg und „in Oesterreich". — Am 16. 2. 1298 iibergiebt Bernhart der N. dem Kloster Nenburg zwei Lehen zu hagenprunne (östlich von Kornen-bnrg), sein rechtes Eigen. Diese österreichischen Besitz- Das Geschlecht diente verschiedenen Gebietern, Engelbert II. dem Hochstifte Passau, Ortolf den Grafen v. Vichtenstein, Ulrich I., Otto II. nnd Ulrich III den Schannbergern. Seit der Mitte des XIII. Jalirhundertes verschwinden die Naternbaclicr aus ihren Stammgütern, an ihrer Stelle und in ihrem Besitzthume treten plötzlich die Schifer und zwar unzweifelhaft als directe Nachkomme.! der Ersteren auf. Zwar lässt sich mangels an Briefen zu unseren Tagen der unmittelbare genealogische Zusammenhang nicht mehr auf urkundlichem Wege herstellen. es sprechen aber für die aufgestellte Behauptung unwiderlegliche Gründe. -Die Schifer erscheinen in nnd nach dem Jahre 1-49 plötzlich nnd in so angesehener Stellung unter dem Schaun-berg'schcn Dienstadel, dass sie sich unbedingt unter demselben schon vorher, wenn auch mit anderem Namen befanden haben müBSen. Gleichzeitig aber auch treten sio nach dem Verschwinden der Natcrnbach, wie schon gesagt, anf den Gütern derselben zu Natcrnbach, Neukirchen und den von dort nachbarlichen Pfarren nnd nicht nnr dort allein, sondern auch zn Klosternenburg ungen stammten zweifellos aus einer Versippuug mit den Bisambergern. — Beruhard war wahrscheinlich Burggraf zu Greizenstein, das von den Grafen v. Wasserburg an die österreichischen Herzoge gefallen. Er ist der letzte Träger des Namens Naternbacli. Dio Naternbachor sind identisch mit den passau'sclien Lehensleuten von Strubcn (Ober- oder Niederstraubing, Pf Steinkirchen, Bezirksamts Erding in Oberbayern'. Nicht nur, dass dieselben Namen, Otto, Engelbert. Udalrich bei denselben üblich sind, erscheinen auch drei Brüder dieses Namens c. 1152, 1159 und 1167; sie sind die Söhne eines 'der beiden c. 11:10 auftretenden Engilpreht de struben nnd Otto de strouben. Otto's II. Sohn, Udalrich. übergab c. 1170 den Bittershof zu Kal-liam nach St. Nicola, der wohl kain anderer ist, als derselbe von welchem Engelbert v. Natcrnbach erklärt, dass ihn seine Mutter nach St. Nicola gestiftet. Ausserdem hat Engelbert v. Strubeu Besitzungen zu Nateriibacli, Steinbruck, Aubach, Eschenau, woselbst eben anch die Naternbaclicr begütert waren; endlich erscheinen Letztere und -trubner gleichen Namens in Einer Urkunde. Von den drei Brüdern behielt Engelbert den Namen Struben bei, Ulrich nannte sich von .Uichelnbach, Otto wurde der Stifter der Linie Natcrnbach. Von ihnen war der Erstere mit der Tochter Chunrat's von Puseubcrge, eines .Ministerialen des Grafen Dietrich v. Vichtenstein, vermält ans welcher Ehe der Sohn Cbalhoch entsprang; dieser scheint vor dem Vater gestorben zu sein. Engelbert selbst zog mit Barbarossa 11S9 nach Palästina, wo er ohne Zweifel ninknm, denn schon am 28. 10. 1194 verlieh Bischof Wolfker „Strvbeu Castrum et que ad il-lud pertinent sicut Engelbertus possederat" dem edlen Pabo v. Ellenbreliteskirchcn zu Lehen; von diesem Helen -Struben nnd Ellenbrechtskirchen an Bayern. Es ergiebt sich sohin nachstehende. in* Bezng der Folge vom Vater auf den Sohn nicht immer aufgeklärte Stammreihe: Otto I. de Struben c. 1130._ Otto II. do Nordernbaeh 1152 (ll(iiT~ 118S._____'_ Engelbert III, v. Nordernbaeh c. 1191) — 1217.___ Ortolf c. 1210-1227. auf. - Wie wir schon gesehen haben, hatte aber auch Bernhart der Naternpech Güter in Niederösterreich inne, dio er zmn Theile am 16. 2. 1298 nach Klosternenburg vergab, und möge irleich anch an dieser Stelle einer weiteren einschlägigen Urkunde gedacht sein. In dem Verzichte Wernhart'B und Heinrichs v. Schaunberg gegen Kloster Neubnrg d. d. Wien 4. 4. 1280, Besitzungen zn Höflein betreffend, treten zwei Wernliart Schifer auf, nämlich Doiniuus Wernhardus Schyver nnd nach einer Zwischenreihe von acht Zengeu Wernhardus schyver. Letzterer ist der in den nachfolgenden Ausführungen ersichtliche Brnder Ludwigs und Ulrich's I. Schifer, der erst seit 1293 den Bittertitel „Dominas-' führt. Der erstere Wernhart jedoch, schon 1280 Dominns, ist somit eine andere Persönlichkeit; er kommt vorher nie als „Schifer" vor nnd wer könnte er täglicher sein als der oben verzeichnete Wcrnhart (Bernhart) der Nadernpecli. An der Hand der vorangeführten Begründungen aber, denen noch der Umstand zur Seite Bteht, dass sich unter den ersten Schifer die auch bei den Naternbach gebräuchlichen Namen Ulrich nnd Wernhart wiederfinden, wird die Annahme von der geschilderten Abstammung der Engelbert I. de Struben c. 1130.___ Engelbert II. de Gruben 1152 - Udalrich 1. de Miciielupaeh 1189; ux. N. de Pusinberge. 1161- 1178._ Cbalhoch c. 11*8. Ulrich Ii. v. Nordernbaeh _c. 1170 1217._ Chunrat 12-.6, Ulrich III. 1256._ Bernhart der Nadernpecli 1297 - 1300; nx Elsbet 1300. OBEBÖSTEREEICniSCHER ADEL. 333 •Schifer dadurch cur historischen Gewissheit, dass dieselben sowohl wie ihre mehrgcnannton Vorfahren dasselbe Schildesbild führten, denu es kann an der Hand des Eingangs, nach dem Siegel Bernhart des Naternpech beschriebenen Wappens keinem Zweifel unterliegen, dass wir darin in dem Vogol den Baben der Schifer wiederzuerkennen haben. Der Frage aber, welcher Naternbacher den Stamm der Schifer gcpllanzt hat, steht keine Urkunde mehr hülfreich nnd begründend zur Seite. — Bernhart, wenn wir diesem auch unter dem Namen Schifer begegnen und der noch bis ao. 1800 erscheint, kann hier nicht in Betracht kommen, denn es treten Schifer schon fünfzig Jahre vor ihm auf. Dagegen aber können keine Bedenken dagegen bestehen, dass Ortolf von Naternbach, der Sohn Engelberts III., der Stammvater des neueren Geschlechtes gewesen sei. „Ludwicus Schifer- war am 4. 12. 1249 im Gefolge Heinrichs v. Schaunberg in Michelbeuern anwesend und tritt im Jahre 1250 in einer Wilheringer Urkunde auf; Ulrich Sch. wird als sein Bruder bezeichnet; ein dritter Bruder ist wohl joner Dietrich gewesen, der zuerst am 24. 9. 1204. zuletzt 1301 urkundlich erscheint und seit 1279 das Ehrenwort „her' lührte. - Budolf 1.. iu den Jahren 1270 und 1232 auftretend, war wahrscheinlich der Sohn Ulrichs; er wird auch gewöhnlich hinter Dietrich in der Reihenfolge der Zeugen angesetzt. Ein weiterer Bruder Ludwigs, Ulrichs und Dietrichs war jener vorhin genannte zweite Wernhart, welcher(Wcrnhardus Schiuor et Vlricus frater suus) am 17. 8. 1280 den Verkauf einer Hofstatt vor dem Thore der Stadt Klosterneuburg bezeugte; derselbe kommt in vielen Urkunden des dortigen Stiftes, — als dessen Amtmann er am 1. 2. 1306 bezeicliuet wird. — zuletzt am 10. 4. 1817 vor, führte wie schon erwähnt seit 1293 den Bittertitel und starb am 29. 9. 1317 oder 1318. Seine Hausfrau hicss Benedikta. - Dietrich (II.), vom 12. 2. 1293 an in Briefen des Klosters Neuburg und des Wiener Schottonstiftes erscheinend, seit 1320 mit dem Rittertitol ausgezeichnet, wird am 21.12. 1803 „Dietel, des Schivcr svu" genannt, doch so verleitend es auch sein mag in ihm zufolge dieser letzteren Bezeichnung einen Sohn des vorerwähnten Wernhart zu erkennen, so Kann doch dieser Möglichkeit nur unter aller Reserve bei dem Umstände Ausdruck gegeben werden, als sein des Dietrich) Sohn Perchtold nicht den Babcnscbild, sondern ein vollkommen verschiedenes Wappen führte, wie dies aus dem Siegel des Letzteren (Eingangs unter VII geschildert) hervorgeht. — Dietrich bestimmte in seinem Testamente vom 21. 12. 1341, dass sein Sohn Perchtold die Lehen innehaben, jedoch im Falle seines kinderlosen Todes den Kindern seines (Perchtolds) Bruder Michel, nämlich Leu-pold und Seifried überlassen solle. — Perchtold siegolte als Schwager Bernharts und Dietmar der Weidner eino Urkunde vom 3.0.1343: er nnd seine Hausfrau BeiBslaut. dann die Kinder seines seligen Bruders Michel, Leopold, Seilried und Agnes werden 1348 erwähnt — Seilried siegelte als „Seyfriet dcrSchiver von der Heiligrustat" am 14.3.1370 den Eingangs erwähnten Verkaufsbrief der Söhne Chunrat des Gmächleich, bezeugte ebenso am 13. 8. 1388 die Stiftung eines Weingartens nach Kloster Garsten durch Christina, Hansfrau des Peter lladmar von Nussdorf und wird schliesslich als .Seyfried Schifer von Nussdorf- im Vereine mit seiner Hausfrau Katharina Rietentallerin au. 1394 aufgeführt. Auch er führte den Stiefel im Schild. Wieder eines anderen Wappens scheint jener Chunrat Schifer 11820—1346, 1333 .her") gewesen zu sein, welcher am 21. 12.1341 das Testament Dietrich's (II.) besiegelte. Diese Urkunde ist nun nicht mehr aufzufinden. Nach Fontes rer. austr , Abtheil. Diplom, et Acta. Bd. X führte er im Schild „eine breite diagonalu Binde" nebst der Legende: S. Chonradi SchifuroniB. Der Zeit nach, in welcher er lebte, wäre er nnr als Sohn Bernhart deB Naternpech in die Stanimreiho einzufügen. Die KloBterncnbnrger Schifer scheinen mit Seyfried und dessen Geschwistern ausgestorben zu sein, aber noch im Jahre 1512 hicss dort eine Gasse diu Schicfergasso; des „Schivers padstube zu Neuburg" wird am 31. 12.1811 urkundlich erwähnt. Die Schifer befanden sich zu Klostcr-nouburg im Bürgerstando, ohne aber desshalb an Ansehen einzubiisseu. wio ja Wernhart und Dietrich die Rittorwürde erlangten. .Es seint hie zn newburg vor dem grossen sterben (1349) zwölf ritt er hänslich gesessen, wie hernach volget: Hasslanor, Meussauer. Georg Wisent, Tholl, Schiffer........" berichtet die Klostcr- nenburger Chronik. Dio urkundliche Grschlcchtsfolgo deB ob der Ens'sclien Hauptstammes bis zum Ende des XV. Jahrhunderts stellt Bich wie folgt dar: Ludwig, 1219—1285, f vor Otto Gessnitzcr, vidua 12. deB Schreiber). 1302; ux. Gertraud, Tochter des 8. 1302 (1312 ux Moinhard's Budolf II. zu Hub, 1302-1348; ux. Im-hilt 1343. Jans 1.1802-1368 I'flegor zu Franken-bürg. 1384-1388 wallsee-scher Schaffer. Dietrich II. 1302-1313. Dietrich III,, 1325-1861; ux.Agnes.des Chunrat Hanser Wittwe, 1861. Ulrich II zu Steinsulz, 1318 —1348; ux. Agnes, des Alber v. Parzham Tochtcr, 1331— 1345. Ulrich I. Dietrich I. 1264 Wernhart, 1279— 1250- 1280. - 1301. 1317 zu Neuburg, Ritter 1293; _ux. Benedikta- Rudolf I., 1270—1829, 1290 „her". Stifter des Spitales zu Eferding. Budolf III.. 1344—1307; ux. Anna, des Friedrich Zäckel 18G3. Lengauer Tochter, 134-1 -1857. Jans II.. 1303 1392; 1384- 1380 Burggraf zu Wachsenberg, 1391 - 1392 zu Falken-stein ; ux. Eisbot 1375. Bumpolt Anna, 1344 ux. des 1335 — Leutold Stcinreu-1350 ter 1344-1861. Budolf IV., 1389-1405; zu Schliisselberg 1404; ux. dio Tochter des Chunrat Puschinger zu Zaissing 1395. Caspar Balt- Andre Kat Mar- Agnes Alheit. 1415— hasar 1415. thrci gret 1415- ux. 1.) 1451. zu 1415. 1415. 1428, des Schlüs- ux. Chun- Belberg Stephan rat 1415— deB Zeller 1421. F'reuntz- 1378- hauser 1387, 1430. 2.; des Tibold Pälciter 1392. Sophie, ux. des Hans IV. 5. Sigmund. 1405 — 1410; 1409-1438 Pfleger zu Orth, Ponhalm 1440 Verweser zu 1418. Schaunberg; ux.l.) Tochter desWolfg. v.Sinzendorf,1407j 2.) Brigitta. Tochtcr des Wernli. Kirchsteiger, 1414; 3. Sophie, Tochter des Lienhart Jör- _ger, 1437. _ Benedikt, f 1499. 84 334 OBER ÖSTERREICHISCHER ADEL. Dieser Hauptstamm sass zu Hab (Schiferhnb) nächst Peuerbach und zu Steinsulz (jetzt Steinholz) in der Pfarre Eferding. — Auf dein ersteren. Sitze kommt Rudolf II. •.Rudolf der Schifer an der hueb iu den Jahren 1341 und 1343 urkundlich vor; sein Sohn Hanns Jansl.) verkaufte 1303 sein „gesäss vnd hneb gelegen zu Pt-urbach" au dio Crafen von Schannberg. ausgenommen die, von den Vorfahren, den Xaternbachern herrührenden Unterthanen in Pfarren Katernbach. Neukirchen, Kalhaui u. s. w., welche nachher zur Herrschaft Freiling vereinigt wurden. Ulrich II. und seine Hausfrau Agnes stellten am 17. 3. 1331 wegen der Veste Stainsulz den Grafen von Schauuberg einen Dienstrevers aus. Schon im Jahre 1318 hatten Rudolf II. und Ulrich II. die Schifer «in Eigen zu .Stainsulze" nach Michelbeuern gegeben und ao. 1349 übergab Ulrich ein Gut zu Steinsulz dem Stifte Wilhering. Dessen Sohn Hänslein der Jüngere (Jans 11.), der ebenso wie sein gleichnamiger Vetter iui Schaunberger Kriege mit Herzog Albrecht von seinem Lehensherrn abtiel, kaufte iui Jahre 1375 von Margret, Dietrich des Aspan Wittwe. und deren Sohne Mathes die Herrschaft Freiliug. Sigmund stand wieder in Scliaunbergschen Diensten, in. welchen er 1440 als Grafschaftsverweser erscheint. Sein Sohn Benedikt widmete mit Briefen vom 19. und 23. 4. 1462 neuerlich zahlreiche Güter zum Spitale in Eferding, dem sogenannten Schifer'schen Erbstifte, mit welchem sich das Geschlecht ein bleibendes Denkmal bis auf den heutigen Tag gesetzt hat und aus welchem noch gegenwärtig ehemalige verarmte Unterthanen mit Pfründen betheilt werden — Die Gründung des Spitals war schon dnreh Budolf I. erfolgt und fällt jedenfalls in das Jahr 1325; am 24. 6. 1325 übernahmen die Grafen von Schaunberg die Vogtei über das Spital and versprachen keine Forderung in Tagwerken oder Steuern an die Unterthanen zn stellen, da sie ohnedem mit fünf Pfund Gilten auf dem Hofe zu Sighartswang entschädigt worden seien. Benedikta Sohn Alexander (f 1530) ist der bekannte Feldhauptmann im Bauernkriego vom Jahre 1525. Dessen Brnder Sigmund II. erwarb mit seiner Gemalin Esther v. Trauttmansdorlf neben anderen Kindern dio beiden Söhne Hanns und Bernhard, welche zwei Linien begründeten, von denen die erstere mit dem Sohne des Hanns und der Barbara Herleinspergcrin, Alexander, 1551 der Hüm. Kais. Majestät Bath und Landrath in Gest. o. d. E., zu Irnharting sesshaft wurdo. Dieses Alexander Söhne, Ehrenreich, Hanns, Bernhard und Alexander der Aeltcro, dann deren Vettern von der zweiten Linie, die Brüder Benedikt, Alexander der Jüngere, Dietmar und Georg Gundacker erlangten als .Schifer, Freyherrn von und zu Freyling nnd Dagsberg" durch Kaiser Bndolf II. d. d. Prag 16. 4. 1605 den Freiherrnstand. Die Linie erlosch mit dem Enkel des Freiherrn Alexander des Aeltercn, Ludwig F'erdinand. Irnharting war schon vorher au Johann Paul Spindler (seit 1647 F'reiherrn) gediehen. Aus der Linie zu Freiling überkam des nähereu Stammvaters Bernhard (f 31 1. 1563) Sohn Georg Sigmund (j- 6.2.1600) durch seine Gemalin Martha von Oedt (t 1616; die Herrschalt Daxberg im Hausruckviertel und erwarb die vorhin gonannton, in den Freiherrnstaud erhobenen Söhne Benedikt, Alexander den Jüngeren, Diet mar und Georg Gundacker, von welchen Benedikt 'geb. 1569) nnd Dietmar (f 3. 7. 1632i zwei Unterlinicn begründeten. Von der Festeren, niederoesterreichisch - protestantischen , welche mit ihrem Stüter Benedikt anf der Herrschaft Puchberg (V. O.M.B.), - durch diesen 1627 von Johann Ludwig Grafen von Kueffstein erkauft, — ansässig wurde, erhielten dieses Benedikt Sohn aus der ersten Ehe mit Euphemia Freiin von Bamberg, F'erdinand, und jener aus der zweiten Ehe mit Anna Maria Jörger, Erasmus, d. d. 4. 11. 1659 eine Bestätigung ihres F'rei-lierrnstandes und Letzterer, welcher sich 1651 mit Mario Sophie, Tochter des ohne männliche Nachkommen verstorbenen Hanns F'riedrich (nicht Paris, wie Holl, fälschlich berichtet) Freiherrn von Soudcriidorlf, vermält hatte, durch K. Leopold I. d. d. Wien 9. 2. I66S die Bewilligung zu seinem Wappen das Sondcrndorffsche aufzunehmen odor dieso Vereinigung zn unterlassen, wozu des Erasmus Sohn Sigmund (Sigmund Ernst) „Schifer F'reyheri von und zu Freyling auf Taxberg und Puchberg', welcher im General Schärlfenberg'schen Regimente die Eroberungen von Neuhäusl, Ofen und Belgrad mitgemacht hatte und vielfach verwundet worden war, d. d. Wien 10. 12. 1708 die weitere Flrlaubniss erlangte zur vorgenannten Wappen- auch die Namens-Vereinigung „Freyherr Schifer und von Sonderudorff'1 vorzunehmen. Seine Bezeichnung in dem bezüglichen Diplome rauf Taxberg und Höchberg- ist übrigens nur als Titel aufzufassen. denn es stand ihm weder Daxberg zu, das die ob der Ens'scho Linie besass, noch Puchberg, welches durch des vorgenannten F'erdinand Tochter Eva 1682 an doren Gemal Weikhard Achilles F'reiherrn von Polheim gekommen war. — Kr erwarb 1699 die Herrschaft Wolfsberg mit Angern a. d. Donau (V. 0. W. W.) und hinterliess von seiner Gemalin Maria Susanna Grätin von Herberstein zwei Söhne, Johann Josef Julius (geb. 30.12. 1695) und Johann Carl (geb 22. 2.1702, t 1754.1, welche Beide zur katholischen Beligion zurückkehrten. Der Acltore verkaufte YYolfsberg 1736 au Josef Orafen von Königsacker, vermälte Bich mit Adelheid Stiller von Boseneck, scheint aber kinderlos geblieben zu sein. Johann Carl brachto das Gut Kemmolbach (V. 0. W. W.) an sich, liess sich mit Maria Anna von Pfundenstein trauen und erlangte eine Tochter Franziska, der letzte Spross dieser Linie, welche sich mit Josef Freiherrn von Gvmmingcn-Hagenschiess auf Mühlhausen und lleimsheim zu Gmünd vermälte. Aus der ob d. r Ens'schen, katholischen Unterlinie zn Freiliug und Daxberg überkam deren Stifter Dietmar, nach lierberatorfs Ableben Verwalter der Landeshanpt-manuschaft in Oe. o. d. E., das Gut Lichtenau im Miihl-viertel durch seine Gemalin F^lisabeth von Hirleinsperg, die ihm zahlreiche Nachkommenschaft gebar, aus wclchor der Sohn Alexander Schifer, Freyherr von und zu Freiliug auf Dachsberg, Galhaim uud Lichtonau, Herr zu Neuhaus und F'alkcnberg, kaiserl. Kriogsrath, Oberster Kriegscommissiir und Oberst, — der die Herrschaften Neuhaus und F'alkeubcrg in Obersteiermark d. d. Nürnberg 30.3. 1652 von dem F'reiherrn Hanns Adam Prann-falk erkauft hatte, — gemeinsam mit seinen Brüdern, Budolf und Georg Ehrnreich, nnd Vettern F'erdinand und Erasmus der n -oo.'schen Unterlinie die bereits genannte F'reiherrnstamisbestätigung vom 4.11.1659 erhielt. Hierzu kam durch K. Leopold 1. d. d. 18. 3. 1668 fiir Budolf und Georg Ehrnreich und für deren Vatersbruders Georg Gundacker Sohn Dietmar (für den jcdoch nicht der mindeste Anlass bestand) im Hinblicke auf die Mutter der boiden Ersteren, Elisabeth v. Herleinsperg zu Lichtenau, die Erlaubniss zur Vereinigung des Hcrleinsperg'schen Wappens. — Ein vierter Sohn des Stammvaters Dietmar dieser Linie, Sigmund, war zu letztgenannter Zeit schon verstorben. Derselbe hatto Lichtenau ererbt uud durch seine Gemalin Sabina Begina F'reiin vou Oedt Helfenberg überkommen, das er jedoch schon 1655 an Friedrich Märck v. Gneissenau wioder veräusserte. Sigmund blieb ohne Söhne, dio Tochtor Anna Elisabeth, 21. 11. 1661 mit Johann Sccnnd Grafen und llerru zn Sprinzenstein vermält, brachto diesem Lichtenau zu. Georg Fihrureich veräusserte F'reiling, nachdem die Herrschaft durch 31)0 Jahre dem Geschlechte zugostanden hatte, an Georg Ludwig Grafen von Sinzendorf. Sein Sohn OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 Georg Sigmnnd, kais. Kämmerer und Laud-Uuterjäger-meister in Oest. o. d E., Erbvogt des Schifer'schen Spitals zu Eferding, baute dasselbe neu auf und wurde in der Kirche daselbst, wie die meisten seiner Vorfahren, im Jahre 1718 beigesetzt. Er war unrermält geblieben. Georg Ehrnreichs älterer Bruder, Freiherr Rudolf vererbte die von dem Vater iiberkommeno Herrschaft Dalberg an seinen Sohn aus der Ehe mit Sabina Flarer von Warten-seo, Benedikt Theodosius (geb. 18.10.165Ü, + 27.11.1731), welcher dieselbe sammt dem dazu vereinigten Sitze Gall-ham unter dem 23. 12. 1713 an Georg Josef Freiherrn von Mannstorf verkaufte. Beuedikt Theodosius liess sich am 10. 1. 1678 mit Susanna Eleonore Gräfin von Kuef-stoin zu Weidcuholz trauen, die ihm drei Söhne zur Welt brachte, Dietmar (f jung zu Salzburg), Johann Christoph, in der Folge kaiserl. Oberstlicutenant im Fiirstenbusch-schen Regiments, und Georg Sigmnnd zuletzt l'l'arrer zu Wicselburg, auch (1732) als Sonior des (^schlechtes Erbvogt des Spitales zu Eferding und daselbst 1738 als letzter Mannessprosse dieser, in ihrer Heimath ganz von Grund und Boden gekommenen Linie bestattet Die Vogtei über das Schifer'sche Erbstift gieng hierauf an dio u.-oe.'sche Linie über, welche aber, wie schon erwähnt, vor dem Ausgange des letztgcdachtcn Jahrhunderts und mit ihr das ganze Geschlecht erlosch. (K. und k. Haus- Hof- uud Staatsarchiv; Archive der Stifter Wilhering, Garsten. Gleink und des Schottenstiftes zu Wien; k. k. A-A.; U.-B.; Strnadt-Penerbach; H.; Wissgrill, Mauuscript im n. oo. Landes- und Ständearchive; H.-M.; Urkunden - liegesten aus dem gräfl. Giech'schen Schlosse Turtum in Oberfrauken; Verzeiclmiss der Gülten und ihrer gegenwärtigen Besitzer, Mauusc. im n. oo.'schen Gültbuche) Schindler. (Taf. 87.) Wappen: I. (1821.) In Gold ein rother Halm auf zwei geschrägten, mit den Beileu abwärts gerichteten Pasees stellend. — Gekr. Helm: Zwischen offenem, schwarzen Plugc ein goldener Stern. Decke: roth-golden. (K. k. A.-A.) — II. (1829.) Wie vorhin, vermehrt um einen zweiten gekr. Helm: Der rothe Hahn. Decke: roth-golden. (,K. k. A.-A.) Mit Diplom d. d. Wien 15. 9 1821 erhielt der k. k. Hofrath der obersten .Instizstelle Christoph Hermann Schindler den oeaterreichischen Adelstand mit dem Prädikate „von Bottoiihaag" und wurde als ob der Ens'scher Stadt- und Landrcchts-Präsident mit weiterem Diplomo d. d. Wien 13. 3. 1829 mit der Denomination „Schindler Ritter von Rottenhaag'' in don Ritterstand erhoben. — Derselbe erlangte mit Lehenbrief d. d. 15. 8. 1829 die, vordem Freiherr Hager v. Allentstcig'schen Gülten zu Obernetting im Traun-Viertel als landesfflrstl. Manns-Rittcrlolicn, wurde darauf unter dein !). 8. 1831 in den jungen Ritterstand Oesterreichs o. d. E. aufgenommen nnd brachte im folgenden Jahre noch das dem Religionsfond gehörige und ebenfalls im Traun Viertel gelegene Gut St. Wolfgang käuflich an sich. Er starb zu Liuz am 12. 2.1888, eine Wittwe, Josefine geb. Freiin Beclnnic von Lazan (t 11. 7. >841) nnd drei Söhne hinterlassend, Franz, damals k. k. Lieutenant im 8 Inftr.-Bgt, Emauucl nnd Johann, welche die Belehnung über Obernctting am 18 12 1839 erhielten. - Weiter ist über dieselben hier zu Lande nichts bekannt. St Wolfgang ist im Jahre 1841 verkauft und die Bubrik über das Lehen zu Obernetting zufolge Bescheides vom 5. 5. 1859 bei dor Landtafel im Wege der (irundcntlastung gelöscht worden. iK. k. A.-A.; R.-M.; Akten im Landesarch.; Landtaf.). Nchiuneru (Schüt 11 von). (Taf. 88.) Wappen: In Gold .auf natürlichem Felsen stehend, ein Bergmann iu seiner arubenkleidnug, in der ausgestreckten Beeilten eine Wünschelruthe, iu der Linken einen Zirkel haltend. — Zwei gekr. Helme: 1. Schwarzer Adler. 2. Das Schildesbild wachsend. Decken: durchaus schwarz-goldeu. Beuedikt Schöttl (f 1801), Kanzleidirector und Referent der Inncrberger Hauptgewerkschaft zu Steyr, uud seines Bruders Franz hinterlasseue Söhne, Ehrenrcich, Josef, Franz und Karl Schöttl wnrden mit Diplom Kaisers Franz II. d. d. Wien 23. 9. 1790 mit dem Prädikate „von Schinuern" in den Bitterstand erhoben. — Von den vorgenannten vier Briidoru brachte Ehrenrcich (f 184ü), vermählt mit Leopoldiuo Edlen von Mor zu Suneg (t 18ö9j, mittelst Kaufcontractes vom Ü. 8. 1811 die Herrschaft Alnieck im Traunviurtcl an sich, vuräusserte dieselbe aber wieder um 27. 8 1825. — Seiner Ehe waren vier Söhne entsprossen, Konrad, Dr. med., Stadtphysicus und Ge-richtsarzt, auch Realschul - Diroctor zn Mährisch-Weisskirchen, Venn, mit Ernestine Edlen v. Leitner, dem am 1.10. 1847 ein Sohn, Ernst, geboren wurde; Bichard, k. k. Notar zu Lambach, verm. mit Barbara Edlen von Lcitncr, welcher am 24. ß. 1817 einen Sohn, Anton, dermulen k. k. liittiueister, erlangte; Harald, k k. Notar zu Prägarten und Warmnnd. (Taschenb. der adol. Häuser.) Schirmer. (Taf. 88.) Wappen: I. Aufrecht gestellterStreitkolbcn. (Nach einem Siegel Chunrat des Schirmer an einer nicht näher bezeichneten Urkunde vom Jahre 1375, abgebildet in Ennenkl's Collect geneal.). - II. Zwei geschrägte Streitkolbcn im Schild und am Helm. (Nach dem Original-siegel Matthcs des Schirmer an dem unten näher bezeichneten Briefe seiner Hausfrau Margaretha d. d. Sonntag Iteminisccre in der Fasten 146!; Urk. im n.-oe.'sehen Landes und Ständo-Archive Dasselbe Wappen führte „Oswald der Schirmer zuui Spiclberig" ao. 1479 nach einer Abbildung in Ennenkl's Collect geucal., und Chunrat Schirmer Hofmeister zu Arnstorf 1407 nach einer Siegel-copie in Streun's Mauuscr. geneal; Letzterer jedoch die Streitkolbcn am Helm mit Hahueufederbüschcn bcstcckt (Wappen III.'. Das Schiriner'scho Wappen in der ob der Ens'schen Bitterstands-Matrikel ist aus der Luft gegriffen.) Die Schirmer, alte Nicdcrocsterreicher uud dort vorzüglich im Viertel obor dem Wienerwald mit Kröllcndorf, Sooss. Wieselburg, n s. w. begütert, sind nur vorübergehend in liest, o. d. E. sesshaft geworden. — Die Möglichkeit, dass sie ihren Anfang im Machlande genommen haben ist nach den Baumgartenberger Briefen jedoch nicht ausgeschlossen Herzo" Leopold v. Oesterreich bestätigte d. d. Baumgarteuberg"' 31. 1. 121.10 dem dortigen Kloster dessen Besitzungen, darunter zu .Botcnstcinc" einen A\ald und vier Höfe, davon fünf Thcile Elizsabeth von Plasensteine, den sechsten Theil „Heinricus shiemaer gegeben hat — Zu Ulmerl'eld 18 7. 126:5 reversirte Engelschalk v. Reinsberg gegen den Bischof Conrad v. Freising wegen Nicht-entfremdnng seiner freisingschcn Lehen, namentlich der Burg Bandeck. nnd liess den Brief von Ghunradus dictus Schirmer, miles. bezeugen. Chunrat II. und Traut, wohl auch Dietrich der Schirmer dürften dieses Vorigen Kinder gewesen sein. Als Friedrich von dem I'ayen am 25. 3. 1302 seinem liru-der Haug Anthcile an der Veste scuseneck nnd den Pruuielhof zu Airamsdorf versetzte, standen diesem Acte 336 OBEBÖSTEREEICIIISCHER ADEL. zu Zeugen: Chnonrat der .Schirmer, Dietrich der Schirmer. Letzterer bezeugte ferner am 25. 8. 1811 einen Auf-aandtbrief des Hartwic von Wasen gegen das Stift Seitenstetten, am 25. Mai des nächsten Jahres einen Verkaufsbrief Albrechts v. Viehdorf gegen Kloster liaumgarten-berg und am 11. 5. 1819 einen Verkauf des AVulling v. Teschelberg au Herrn Heinrich v. Wallsee. Am 7. 12. 1290 veräusserte Gottfried Irrpoltinger mit Willen seiner Hausfrau Traut uud seiner Kinder unter der Bürgschaft des leihlichen Bruders seiner Ehewirthin, Chunrat's (IL) Schijrmer, dem Abte Rapoto v. Baumgartenberg den Hof zu Haslach; Chunrat II. bezeugte ferner am 19. 5. 1306 auch einen Verkaufsbrief der Hafner, Heinrich, Dietrich und Hertel, gegen Herrn Heinrich v. Wallsee. Chunrat (III.) der Schirmer v. Hetzmesperg (Hetz-mansdorf bei Ober-Hollabrunn) uud seino Hausfrau Mag-bilig verkauften am 15. 6. 18-18 der Agnes, Wittwe nach Hadmar v. Sunberch, eine Giiltc zu Dietrestorf (bei Ober-Hollabrunn) nächst Svnberch (bei Oberhollabrnnn) unter der Zeugenschaft Jakobs des Stephanshorder von Hinter-holtz und Alberts des Stephanshorder von Chulfarn. Chunrat IV. verschrieb ao. 1370 seiner Hausfrau Margaretha Puechaueriu 150 Pfund Morgengabe und hutte nach Ennenkl drei Söhne, Jans. Chnnrat V. nnd Ekkfried. Von diesen ist Jans vielleicht identisch mit jenem Hanns Sch. zu Sooss, der im Jahre 1416 Elisabeth Grucberin zu Lul'teuberg, des Holl' Karlinger Wittwe, zur Hausfrau hatte. — Im Jahre 1400 übergab Margreth die Stadlerin dem Sohne aus ihrer vorigen Ehe mit Chunrat (V.) Schirmer, Bndolf iL; ihre wallsee'schcn Lohen. „Der edl Budl der Schirmer" siegelte am 18. Ii. 1418 den Brief womit Anna, Chunrat des Sinzendorfer sei. Tochter, Wittwe nach Tybolt dem Pausseu. ihren Vettern den Ponhalm den Oedthof, Pf. Hargelsbcrg verkaufte. — Rudolfs I. Zeitgenosse Hnger der Schirmer und dessen Schwestern Katrein, Agnes und Elsbet veräusserten ao. 1401 ihrem Lehensherrn Eberhart von Capellen die ihnen zustehenden Güter in der Pfarre Stephanshart (V.O. W.W.) nnd am 22. 10. 1415 verzichtete Bngcr im Vereine mit seiner Hausfrau Margaretha, Heinrich des Ofen v. Schmiding Tochter, deren Schwester Barbara und dem Ehe-wirth dieser Letzteren. Alban dem Budlinger auf die von dem Schwiegervater herrührenden Ansprüche auf das rittcriuässigc Gnt die Hube zu Hauslänten nnd das Holz iu Lintach, Pf. Waizenkirchen iin Hausruck viertel. Der folgenden Generation gehören an Balthasar Seil., dessen Gemalin Barbara l'anhalmiu 1455 in auderer Eho mit Wolfgang Perkheimer vermält war, ferner Budolf II., der am 4. 1'2. 1433 eine Jahrtagsstiftung des Clement Ponhalm nach Kloster Gleink. zu Linz am 7. 7. 1447, hier als Pllcger zu Gleiss. einen Bevers dcB Wolf Jörger zu Beut, dessen Streit um die Vogtei über den Pfarrhof zu Grio8kirchen betreffend, siegelte und 1452 von Diepold Hager eine Wiese in der Grnob, Pf. Texing (V. O. W. W.) erkaufte. — Mathes und Chunrat VI. erscheinen beide ao. 1407. Letzterer siegelte in diesem Jahre als Hofmeister zu Arnstorl' einen Brief des Jörg Schcckhen von Wald, Mathes am 13. Januar den Brief womit sich Ehrntraut, des Dankwart Herleinsperger Tochter, und deren Hauswirth Ulrich Marschalk v. Stumpfbergk mit Ulrich dem Herleinsperger wegen des elterlichen Erbes verglichen. Mathes ist nach Ennenkl in erster Ehe mit Margaretha, Albrecht des Pnschingcr Tochter, in zweiter mit der Tochter des Georg Mühlwanger v. Bechberg, Dorothea, verehelicht gewesen, welch' Letztere 1485 seine Wittwe war. Oswald nnd Hanns Gebrüder sind dio letzten Manncs-sprossen der Schirmer gewesen. — Ersterer. zu Kröllcn-dorf nnd Gleiss. Hofrichtcr zu Seitenstetten, brachto 1401 von Wolfgang v. Wallseo Schloss, Urbar und Gut Wicsel-burg (V.O.W.W.) an sich, kaufte im Jahre 1475 von den Brüdern Wolfgang nnd Hanns v. Buckendorf dio Vesto Spielberg bei Mauthausen im Machlandc. dio er aber schon 1484 wieder an Bernhard v. Schärllenberg veräusserte, wnrde am 8. 12. 1478 durch den Abt Erhart v. Waldhansen mit mehreren Stücken und (.iiitern in der Pfarre Neustadl belehnt, die er von Erasmus Pucher an sich gebraciit hatte, und erwarb 1492 im Vereine mit Wilhelm v. Losenstein von Benisch v. Eberstorf und dessen Hausfrau, einer Ruckendorf, die vormals Ruckendorfsche Veste Inning. Er war erst mit Margroth Wesnerin, dann mit Magdalena, des Wolfgang Mühlwanger Tochter, vermält, hinterliess aber nur drei Töchter, Katharina, welche die erste Gemalin Siglmrt's II. l'crger am Perg wurde, der sich nach ihr 1502 mit Anna Heckinger trauen liess. Barbara, die ihrem Eheherrn Simon Geyer v. Arbing Kröllendorf zubrachte, und Margaretha in erster Ehe mit Sigmund v. Neideck, in zweiter mit Georg Kicmbscr v. Klingenberg vermält. Oswald's Bruder „der edel vest hanus Schirmer", Pfleger zu Orth (am Traunsee), zufolge der Matrikel Mitglied des ob der Ens'schen Bitterstandes, — eine Angabo deren Richtigkeit immerhin iu Frage gestellt werden kann. — siegelte am 14.2. 1499 die Urkunde, mit welcher Jan vom Perg, Pfleger zu Traburg vier Wochenincssen und einen Nachmittagsgottesdicnst in der Pfarrkirche zn Gniumlen stiftete und heschloss, wie Ennenkl berichtet, sein Geschlecht im Manncsstamme. Seine Gemalin Cäcilia v. Piirching, des Pankraz Tochter, hatte ihm die Töchter Sophie, Praxedis und Margrcth geboren, welche alle drei im Jahre 1513 vermält erscheinen, die erste mit Veit Fünf kircher, die zweite mit Andro dem Truchsessen von Statz und die dritte mit dem Feldliauptmanu Alexander Schifer v. Freiliug. Die Älteste, Sophie, vermälte sich in zweiter Ehe mit Pilgrim Herrn v. Puchheim zu Heidenreichstein der Nebenlinie zu Waidhofen a. d. Thaya. (U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. F'ranc.-Carol.; F'ontcs rcr. austr.: Enuenkl's Collect, geneal.; Streun's Manuscr. geneal.; Urkunden im n.-oe. Landea-n. Ständearchive ; daselbst AVissgrilPs Manuscr.; Strnadt-Peuerbach; IL; B.-M.) Ncliläb. (Taf. 88.) Wappen: I. (vor 1416) In Both eine silberne Spitze. ■ K'oinod: Geschlossener, wie der Schild bezeichneter F'Iug. Decken: roth silbern. — II. In Both eine silberne mit einem rothen Ring belegte und von zwei silbernen Ringen begleitete Spitze. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter, geschlossener Flug. Decken: roth-silbern. Nach dem eingemalten Wappen in dem Originalbriefc, dnreh welchen König Sigmund, d. d. „St. Thomas zn kandelberg in Engclland am ncchsten Donnerstag vor vnserer lieben frowen tag Assnmptionis 1416" auf die Bitte des „namhaftigen und erbern Heinrich Sliko" nnd dessen Sohnes ('aspar, Schreibers des Königs, dem ganzen Geschlechte der Schlik, wclches bisher im rothen Felde „einen weissen Tzwick" geführt hat, eine Wappenbcsso-rung dahin verleiht, dass in das rothe F'eld zwei weisse, in den weissen Zwick ein rother Bing und auf den Helm „eine Gele kröne vnd tzwene flügel" gesetzt werden, deren vorderer wie der Schild bezeichnet ist. — Eine woitero Wappenbessernng crthciltc König Sigmund dein ''=\spar Schlik und dessen Leibeserben, als er diesen d d. Nürnberg 16. 7.1422 im Hinblicke auf seine vornehme mütterliche Abstammung, weil nämlich Beino Mutter Constanzia, dio eheliche einzige Tochter des lloland Grafen Colalto und San Salvatore aus dem Gcschleclito des Markgrafen von'i'rcviso nnd einer geb. Gräfln v. Camino gewesen Bei, in den Beichsfrciherrnstand erhob und ihm zum Unterschiede von den übrigen ans seinem GcBchlechte gestattete „an der Hanptstelle Beines Wappens einen kleinen von OBEKÜSTERBEICHISCHEE ADEL. 337 Schwarz und Silber gevierten Schild (CoUalto) zn führen." In dem Originalbrieie ist leider kein Wappen eingemalt, anch liegt mir kein bezügUches Siegel vor, so dass von einer Abbildung abgesehen werden musste. Eine dritte Wappenbessernng ertheilte Kaiser Sigmund d. d. Eom am St. Margarethentag 1483 „seinem besunder heimlichen vnd lieben getreuen, dem edlen Caspar Slik, Bitter, des Beichs und auch der Crou zu Bchem Canzler, Pfleger zu Eger und Burggrafen zu Elbogen, den er an dem heiligen nächstvergangeuen Pfingsttag auf der Tiberbriicke vor allen Anderen, „der eiu grosse menig gegenwertig was", zum ersten Bitter geschlagen und ihn zum obersten Kanzler ernannt hat, bei welcher Gelegenheit auch Matthes (Kaspar's Bruder) und Wilhelm (Sohn des Niclas nnd dieser ein Brnder Kaspar'sj den Bitterschlag erhielten, indem er diesen Dreien „vnd Irem gantzen gcslechte die do Slick genennet sein" gestattete, dass sie „nu furbas zu ewigen Zeiten zu Irem alten heim der flügel. die Sy mit gülden leubern besprengen mvgen, ouch in der Cron vif dem heim einen halben lewen ger.rönet gülden, an aBen enden zu schiinpif vnd zu ernste gebrauchen sollen.* Anch dieser mir im Original vorliegende Brief weist keine Wappenabbildung anf. In der Folge wurde das neu ver-Uehcne Kleiuod, nämlich der mit gestürzten Lindenblättern (später Herzen) bestrente Flug, dazwischen der Löwe, mit „Weisskirchen" verbunden, indem man dem Löwen die weisse Kirche in die Pranken gab. — Den in dem vorgedachten Jahre dem Caspar Sch. verliehenen Freiherrnstand dehnte Kaiser Sigismund auf dessen Brüder, die edlen Matthes, Heinrich, Nicolaus und Franz Slik v. Lazan unter gleichzeitiger Verleihung der Bothwachs-freiheit d. d. Begensburg am St. Michelstag 1434 aus; des Wappens wird bei diesem Anlasse nicht gedacht, eben so wenig bei der Verleihung der Beicbs-grafenwürde an CaBpar und seine Brüder, d. d. Prag 29. 10. 1437, bei welcher Gelegenheit die Herrschaft Passaun zu einer Grafschaft erhoben wurde. — Dass das Wappen dieses Besitzthums, in Silber ein rother Zinnenthurm (später eine rothe, golden gesockclte und gekr. Säule), gehalten von zwei gokr. rothen Löwen, von Caspar Sch. mit dem Stammwappen quadrirt geführt wurde, habe ich nicht gefunden, wohl aber dass Caspar den Sclilik-schen Schild mit „Weisskirchen", nach Erlangung dieser Herrschaft 1438, vereinigte, wie aus seinem Siegel erhellt, das er am Sonntag Trinitatis 1448 an den Brief hängte, womit er seinem Bruder Matthes Sch. Vollmacht gab von dem Bischöfe zu Würzburg eine Schuld von 3000 fl. rhein. einzufordern; nach diesem mir vorliegenden Originalsiegel erscheint der, hier in den bekannten Tincturen ergänzte, Schild geviert: 1 n. 4 Schlik (wie 1416). 2 und 3 in Blau ein goldener Löwe eine weisse, roth eingedeckte Kirche in deu Pranken haltend. — Zwei gekr. Stechhelme: 1. Stammkleinod. Decken: roth-silbern. 2. Zwischen blauem, mit goldenon Herzen (nicht Lindenblättern) bestreuten Fluge der goldene, die Kirche haltende Löwo wachsend. Decken: blau-golden (s. Wappen III). — IV. Geviert mit silbernem Herzschild, darin eine rothe, golden gesockelte und gekrönte Säule von zwei gegen einander aufgerichteten, gekr., rothen Löwen gehalten wird. 1 und 4 Schlik. 2 nnd 3 Weiiskirchen. Drei gekr. Holme: 1. Stammkleinod. Decken: rotb - silbern. 2. In's Visier gestellter, gekr., rother Löwe, auf dio Hintorpranken niedergethan. Decken: roth-silbern, blau-golden. 3. Zwischen dem herzenbestreuten, geschlossenen, blauen Finge der wachsende Löwe mit der Kirche. Deckc-n: blau-golden. (H.-M., Kneschkc, N. S. böhm. Adel, etc. In der letzteren Weise wird das Wappen bis gegenwärtig geführt.) Ueber die Herkunft dieses Geschlechtes ist durch die verdienstvollen Forschungen des Egerer Stadtarchivars H. Gradl (publicirt in den Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen Bd. XX. und IV. 5. im Jahresbuche der k. k. herald. Gesellschaft .Adler" in Wien 1886), worauf zuvorderst an dieser Stelle verwiesen wird, manch' Neues zu Tage gefordert, manch' überlieferter Irrthum aufgeklärt worden und nur iu Kürze sei hier erwähnt, dass die Schlik in Eger zuerst im Jahre 1890, bezüglich 1891 mit einer .Schlickin", deren Sohn Hanns Slik und dessen .geswistreid" auftreten, dass eine Anwesenheit des Geschlechtes in Eger vor dieser Zeit nicht nachzuweisen ist. und dass Urkunden auf das Vogtland Sachsens als ursprüngliche Heimath der Schlik hindeuten, so insbesondere das Testament der Anna üumer-auerin geb. Schlik. in welchem diese am St. Agnestago 1440 eino gewisse Summe fiir den Fall widmet als Niclas Sch., ihres Vaters Heinrich Bruder, ein Seclgeräth zu Adorf (im Vogtlande) stiften würde. Diese Bestimmung weist unzweifelhaft auf Adorfer Vorfahren hin und in der That erscheint urkundlich am 17. 8. 1407 und 5. 0. 1408 Hanns Slik gesessen zu Adorf. — Der Beantwortung der Frage, ob auch früher schon Mitglieder der Familie im Vogtlande nachzuweisen seien, kommen vorzüglich drei Urkunden zu Hülfe: 12f>0, Heinrich v. Plauen und Heinrich von Gera stiften ein Seelgeräthe mit 15 Aeckern am Wege nach Oclsnitz bei den deutschen Herrn im Hause zu Plauen: unter den Zeugen Gotfridns slicher. — 21. 3. 1263, Heinrich Vogt zu Plauen bestätigt den Brüdern des., deutschen Hauses ihre Güter mn Plauen, darunter 28 Äcker beim Tausch witzer Wege, von Dominus (jotfriduB Slicher erkauft. - 22.3.1266, Erkenbertus der Ältere von Strassberg und seine Söhne bekräftigen die Zuweisung einer Mühle durch den Besitzer derselben Heinrich Hellefure an die Johanniskirche zu Plauen; unter den Zeugen, Clüco (Sliico) de Lasan. — Archivar (jradl erkennt in den vorgenannten drei Schlik ein und dieselbe Person: Gottfried Sch. besass Güter bei Tauschwitz, süd-westl. von Plauen, dürfte, wie dies seine (nachbarlichen) Mitzengen ao. 1250 annehmen lassen, auch zwischen Plauen und Gelsnitz begütert gewesen sein und hatte zwischen 1263 uud 1266 Lasan erworben, worunter sieber Ober-Lösau zwischen Plauen und Oelsnitz zu verstehen ist, womit gleichzeitig auch die Lazan-Sage dahin berichtigt wird, dass sich die ursprüngliche, dann durch Matthes Schlik wieder aufgenommene Zubcnennung „von Lazan" nicht auf die erst im Jahre 1434 durch den Bruder des Letzteren, Niclas, vom Kloster Waldsassen erworbenen Antheile zu Lösau iin Egeriande, sondern weit früher schon auf den Besitz von Lasen (Obcr-Losau im Vogtlando Sachsens gründet. -- Dietrich von Lasan, urkundlich 17. 6. 1282, Poppo von Lozcn, 22. 7. 1281, und Heinrich, gesessen zu Kurwiz, genannt von Lasan, 14. 2. 1294, bei welchen es sich immer uui Lasan im Vogtlande handelt, könnten bei der Möglichkeit, dass zeitweilig und zeitgemäss der Name Schlik fallen gelassen wurde, immer hin diesem Geschlechte angehört haben. Doch fehlen füi eine solche sichere Behauptung bis nun weitere urkundliche Beweismittel, ebenso wie es noch nicht gelungen ist den genealogischen Zusammenhang zwischen dem Sliico de Lasan vom Jahre 1266 und den im letzten Jahrzehnt des XIV. Jahrhunderts als Bürger von Eger auftretenden Slik herzustellen. Hanns Sch.. von 1390 1401 in Eger uud zwar im Grabenwege der Bruckvorstadt wohnhaft, verschwindet von dort im letztgedachten Jahre gleichzeitig mit seiner Mntter, der Schlikin. — beide werden zusammen Eger verlassen haben und wird Hanns identisch mit jenem Hanns Schlik gesessen zu Adorf sein, der 1407 in guter Stellung neben den vogtländisehen Adeligen Beitzenstein, Toss, u. s. w., ebenso 1408 auftritt. Von seiner etwaigen Descendenz und ob Adorf noch weiter in Händen der Schlik blieb, ist mir nichtB bekannt. — Hanns hatte, wie schon oben erwähnt, Geschwister, zn denen sicher Heinrich und dessen Bruder Niclas, dann zu Wunsiedel in Franken niedergelassen, gehörten. 85 338 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Von diesen ist der erstere der Stammvater dor Grafen von Schlik, über den bis znm Jahre 1S94 vollkommenes Dunkel herrseht, bis anf die Thatsache. dass er vor dieser Zeit eine Braut geworben uud erhalten hatte, deren hohes Ansehen weit die Verhältnisse überstieg, in denen er später in Eger, bürgerlichem Gewerbe nachgehend, lebte. Er hatte sieh, wahrscheinlich um das Jahr 1380 mit Constantia, einzigen Tochter des Grafen Iioland von Collalto uud S. Salvatore. dessen Geschlecht, wie das Frciherrnstandsdiplom Caspar's besagt, in vergangenen Zeiten die Markgrafschaft Treviso besessen hatte, und der Beatrix Gräfln von Camino vermält, eine Ehe, die neuerer Zeit sogar bestritten, dennoch iin Hinblick auf den Wortlaut des Freiherrn- und des Grafcnstaudsbriefes vom Jahre 1422, respective 1437, über allem Zweifel erhaben ist, nicht nur weil diese beiden letztgenannten kaiserlichen Urkunden. in Berücksichtigung der Zeit in die sie fallen, vollen Glauben verdienen, sondern auch in Berücksichtigung des weiteren Uinstandes, dass Caspar Schlik, als er um Ertheilung des Freiherrustandes bat, Bich vorzüglich auf seine vornehme Abstummung mutter-seits stützte, eine Bitte, der durch König Sigmund uuter fleichzeitiger Verleihung des Collalto'schen Schildes in as Schlik'sche Wappen Folge gegeben wurde. — Aber allerdings muss Caspar's Vater Heinrich eine zwoito Ehe eingegangen sein, denn die Gräfln Constantia war vor dem Jahre 1422 gestorben und eine andere „Heinrich Blickin" noch ao. 1425 am Leben. Diese, in Egerer Urkunden nie anders als unter letzterer Bezeichnung oder kurzweg als „die Schlickin- benannt, tritt 1413 znerst auf und kommt am 20. Juli uud 10. November 1425 die letzten Male und zwar im Egerer Schuldbuche vor, laut welchcm sie an diesen beiden Tagen ihrem Vater die Vertretung zweier Sclraldeinfordcrungen übertrug. Dieser also muss in Eger als Bürger wohnhaft gewesen sein. — Heinrich Sch. selbst tritt, wie schon gesagt, erst im Jahre 1304, zu welcher Zeit sein ältester Sohn Caspar schon am Leben gewesen sein muss, in Eger als Bürger und Ruthsherr, anfangs in der Judengasse, dann iu der Schlegelgasse, schliesslich auf dem Bosenbühl wohnend, auf. Er betrieb da den Gewandschnitt uud Tuchhandel ans Brüssel und Löwen, wodurch er rasch zu Vermögen gelangte, wie aus dem Egerer Losungsbuche hervorgeht, nach welchem er 1395 4 I'fund, 1401 aber bereits 24 Pfund au Stenern entrichtete. In seiner Stellung als Rathsherr ward er von der Stadt mehrfach auf Beisen geschickt, erhielt am 20.12.1415 im Vereine mit seiuom Bruder Niclas, Bürger zn Wunsiedcl, vom Landgrafen Johann von Louchtenberg den Zoll, den dieser zu Eger hatte, pfandweise verliehen und vom Könige Sigmund am Donnerstag vor Maria Himmelfahrt 1416 die Eingangs erwähnte Wappenbesserung. — Von seineu Kindern, darunter die Anna, Gemalin des Niclas Gumerauor, welche 1440 wegen der erwähnten Scolgoräthstiftung ihres Oheims Niclas Schlik, nach Adorf, in ihrem Testamente verfügte, entstammten die fünf Söhne, dor berühmte Caspar, Heinrich. Matthes, Niclas und Franz, sicher des Vaters erster Ehe. Uber den Ältesten, den obersten RcichB- und böhmischen Kanzler, wie überhaupt hinsichtlich aBer Folgenden des Geschlechtes, wird auf die zahlreiche einschlägige Literatur verwiesen, nur sei, den Berichtigungen des Egerer Archivar's Gradl folgend, noch an dieser SteUe bemerkt, dass Kaiser Sigmund d. d. Regensburg 30. 9. 1434 dem Kanzler Caspar Sch. das Schloss „Sebergk" im Egerlando in's erbliche freie Eigenthnm gab und ihm am 24. August des nächsten Jahres gestattete, dass er dasselbe (seinem Bruderssohne) dem „ Wilhalm Schlickkon" Ubergebe, demselben Wilhelm, den der Herausgeber des „Eger und Egerland" irrtbümlich in das Jahr 1358 versetzt hat. —■ Ausser dieser letztgenannten Herrschaft hatte Caspar, wie aUgemein bekannt, ausgedehnte Güter erworben; — Passaun, Passauo u. Friaul, das Erbe von seiner Mutter und ihm durch K. Sigmund am 21. 8. 1131 in's freie Eigenthum gegeben, — Weisskirchen im Neutraer Comitat eine Schenkung König Albrecht's im Jahro 1438, — dann die böhmischen Herrschaften Ellbogen und Schlackon-werth seit 28. 9. 1434, Falckenau 28.10.1435, Licliten-stadt seit 1. 8. 1437 waren seino vorzüglichsten Besitzungen. Der dem Caspar Sch. und seinen Brüdern zutheil gewordenen Staudeserhöhungen wurde schon Eingangs gedacht. Unter denselben ist die Grafeustandserhebuug, wolche vorher mit kaiserlichem Briefe nouh keinem anderen Geschleclite im römischen Beiche zu Theil geworden war, die denkwürdigste. Mit dieser noch im Originale vorhandenen Urkunde d. d. Prag am Freitag nach S. Symons vnd Judue tag der heiligen Zwclfboten 1437 erhob K.Sigmund seinen „besunder lieben getreuen, den edlen Caspar Slick, Ritter, seineu Kanzlor, der von seinem väterlichen Stamme von Edeln woltuchtigen leutten. die guetcr such wol wirdig sind, von seiner Mutter gesiechte aber von den wolgeborn Grauen von Colalto herkommt, waun die wolgcborne Constantia sein Mutter des Erleuchten Graf Rolauds einige tochter gewezen ist,*............ „und dun wir ouch neulich als einen verdienten Manne die hochgeborn Agneseu herezoginu in Slesicn zur Ölsen vnd zur kosal, vnsere liebe Mueme vnd furstinn zu einer gemahel gegeben haben", im Vereine mit seinen Brüdern „in dem namen des Almechtigen gotes von dem alle ere vnd wirde fleusset.- zum „Grauen zu passawn- und die „herschafft zu passalbn" kraft römisch kaiserlicher Machtvollkommenheit zu „einer edlen Grafschaft". Caspar starb am 16. 7. 1449 ohne Leibeserben. Sein Bruder und Erbe .Mattlies <+ 1487), Ritter, 1436 für Caspar Burggraf und Pfleger zu Eger, dann sächsischer Amtmann zu Voitsberg, nach Caspar's Tode Burggraf zu Eger, hinterliess von seiner Gemalin Kunigund geb. von Schwarzenberg (Seinsheim) drei Sühne, Nicolaus (f 1522), Hieronymus (+ 1491) und Caspar II., welche drei Hauptlinien begründeten, die Falkenau'sche, erloschen mit ihres Stifters Urenkel Joachim Andreas am 23. 12. 1666, dio Ellbogon'sche, erloschen mit ihros Stifters Urenkel Albert, und die noch blühende Schluckonwerth'sclie, welche sich mit Caspar's II. vier Söhnen, Stephan (f 1526 bei Mölmes), der dio ersten Joachiinsthalor schlug, Hieronymus II., Lorenz und Heinrich (f 1528) in ebensoviel Unterliuien, davon die erstou drei wieder abgiengen, verzweigte. Aus der Letzteren erkaufte Graf Heinrich (f 5. 1. 1650;, kaiserl. Feldmarschall nnd Hofkriegsraths - Präsident, 1643 iu das schwäbische Grafen-Collegium eingeführt, 1637 die Herrschaft Altenburg im Bidzover Kreise Böhmens, wo er auch durch Tausch d. d. 21. 5. 1638 die Herrschaft Kopidlno von dem Grafen Ludwig von Dietrichstcin gegen Ejvanovic in Mähren an sich brachte. Er vererbte diose beiden Besitzungen an seinen Sohn Franz Ernst, welcher aus denselben am 27.10. 1672 ein, am 5. November des gleichen Jahres IandesfUrstlich bestätigtes Familien - Fideicommiss errichtete. Dioser war in erster Ehe mit Maria Ungnad Gräfin v. Weissenwolf, in zweiter mit Elisabeth (alias Helene) Gräfin v. Trau-disch vermält und hinterliess das Majorat dem Sohne von der ersten GemaUn, Grafen Franz Josef (f 5. 12. 1740), kaiserl. geh. Rathe, der, obwohl zweimal vermält, ohne männliche Snccession blieb. Dessen Stiefbruder Leopold Anton Josef (f 10. 4. 1723), goh. Rath, PcldmarschaU und oberster Kanzler in Böhmen, derselbe, welchcr im spanischen Erbfolgekriego als Bofehlsliaber dor kaiserlichen und sächsischen Truppen in Oesterreich ob der Ens ao. 1703 gefochton hatte, erlangte in seiner zweiten Ehe mit Maria Josefa Gräfin Vratislav r. Mitrovic den 1 0BERÖ3TEBREICHISCHEB ADEL. 339 Salin Franz Heinrich (f 17(36j, geh. Rath nnd Oberst-Landmarschall in Böhmen, welcher seinem Stiefoheime, dem Grafen Franz Josef im Fideicommisse folgte, sich mit Maria Eleonore Gräfin von Trauttmansdorff vermälte nnd dessen Sohn Leopold Franz (f 26. 6. 1770), Fidei-commissinhab'-r, kaiserl. geh. Bath n. Hofkammer- Mini-sterial-Banco-Deputations-Vicepräsident, am 25. 8. 1762, — er fungirte damals als landesfürstlichcr Commissär in Oest o. d. E , — in den altrndollinischen Herrenstand dieses Erzherzogthumcs aufgenommen worden ist. Des Letztoren Sohn Graf Josef, kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, ehemaliger Gesandter am königl. dänischen und am chur-mainzischen Hofe, brachte durch Kauf die Herrschaften Velis und Voksic in Böhmen au sein Haus, die gegenwärtig als Allodialbc8itz unveräusserlich mit dem Fidci-kouimissc Kopidlno-Altenburg vereinigt sind. Dieses Bteht nun dem Urenkel des Grafen Josef, dem Grafen Erwein (geb. 22. 1. 1852) zu. welcher, gleichwie sein einziger Bruder Franz (geb. 26. 1. 1854), bisher unvermält geblieben ist. (Gräfl. Schlik'sches Archiv zu Kopidluo; H. Gradl's, Stadtarchivars zu Eger: „Zur Herkunft der Schlik", publi-cirt iu den Mittheilnngen zur Geschichte der Deutscheil in Böhmen, Bd. XX; von demselben: „Zur ältesten Geschichte der Schlik" im Jahresbuch 1886 der k. k. herald. Gesellschaft „Adler" in Wien; X. S. böhm. Adel: H.-M.; histor.-herald. Handb.; gräfl. Taschenb.) NchliiMHcIbcrger. (Taf. 88.) Wappen: I. Über einem Dreiborge zwei mit den Bärten auf- und abgekehrte, auswärts geneigte Schlüssel an gemeinschaftlicher, ringförmiger Handhabe. (Nach dem riginalsiegel Marchart des SInzzelberger an dem Briefe d.d. 23.7.1370, womit Andre v. Hannsberg nnd dessen Hansfrau zu der von Ulrich dem Oechsel in der St. Katharinenkirche zu Freistadt gestiftoten Messo den Hof in Stainach, Pf. Neumarkt, gaben; Stadtarchiv zu Freistadt). — II. Zwei geschrägte, mit den Bärten auf- und abgekehrte Schlüssel. ' Skizze nach dem Siegel Chunrat des Schlüsselberger an dem Briefe, womit Leutold der Lerbüller ao. 1803 die Veste Parz seinem Vetter Hänslein dem Jörger übermachte; Ennenkl's Collect, geneal., Manuscr. im Mus. Irano.-Carol.). — III. Zwei Schlüssel nebeneinander, die Bärto auf- nnd abgekehrt. — Kleinod: Straussenfederbnsch. (Höh. und B.-M. — In der gleichen Weise führte Marichart der SInzzelberger den Schild in seinem Siegel an dem Briefe d. d. 29. 9. 1378, womit Ulrich dor Anhänger u. Hartneid der Haunsperger dem Kloster Garsten ein Gut in der Pfarro Steinbach verkauften : Notiz auf der Abschrift dieser Urkunde im Mus. Franc.-Carol) Die Schlüsselberger, — nicht zu verwechseln mit den Gleichnamigen, Chunrat und Ulrich, zwischen 1224 und 1296, und jenem weiteren ('hanrat v. Slizzclberg, 1337, die, zumeist im Gefolgo der Bambergschen Bischöfo, vorübergehend hier in Oesterreich ob der Ens auftraten, nnd deren Hoimath sicher in Franken zu suchen ist, — waren ursprünglich Hörige, die sich im XIV. Jahrhundert in den Stand der Dienstleute aufschwangen und ihren Hof zn Schlüsselberg im Tratnaclithale entweder als freies Eigen auf dienstbarer Scholle oder aber als Hintersassen inne hatten und zu einem Freisitze erhoben. Derselbe ist wohl erst durch ihre Bcsitznachfolger zu dorn noch heute bestehenden Schlosse Schliisselberg erweitert worden. „Herwort de sluzzilberch" um das Jahr 1190 gemeinsam mit Marchwart de ahliten, Vdalricus de scalbach, Dietrich de huttenheimen in einer Monseer Urkunde auftretend, ist ein Hintersasse ebenso wie seine Genossen von Achleiten in der nahen Pfarre Krengelbach, von Utten- dorf (Huttenheim) am Inbache, von Schalbach bei Pichl. — „Vlricus de Slvzilberch" bezeugte zu St. Floriau am 7. 3. 1231 einen zwischen diesem Stifto uud Hermann v. Porsenbrnun aufgerichteten Vertrag und steht in der Zeugeureiho durchgehends zwischen Bauern aus den Pfarren Alkoven nnd Dörnbach, die ihre Höfe zu Puchheim, Weidach, Hartheim, Ternbach hatten uud nach diesen ihre Namen führten. — Ebenso ist „Vlricus de Slvzelberch", welcher am 2. 3. 1274 eino Kremsmünsterer Urkunde bezeugte, nicht rittcriuässig, sondern oin Holde dieses Stiftes gleich scineu Mitzeugeu, Heinrich v. Egendorf and Otto v. Aitterbach. — „Otto Sluzelberger und Lcupold sein Sohn sind am 14. 9. 1284 in dem Verkaufs-briefo Chunrat des Jüngeren von Hartheim an das Kloster Wilhering zwischen dem Amtmaune Leo, den Bauern Heinrich Schönauer uud Hertnid lioeter in der Zeugeureiho aufgeführt; dio Dienstmannen folgen erst hinterher, wie dies häufig iu Klostcrurkundcn vorkommt. — In dem Tausclibriefo zwischen Agnes von Tegernbach uud dein Abte Chunrat v. Wilhering d. d. 20. 12. 1293 stehen nnter den Zeugen: „Heinrich, Ott, Levpolt, Leupolt von Sluzzelbcrch, die als Bauern aus dem Dorfe Schlüsscl-berg, vou denen zwei des Namens Loupold waren, deutlich erkennbar sind. — Auch Engelschalk Schlizzelbergor, der neben dem Bauer Ulrich v (.'hrotteudorf (bei Pichl) zu Kugelszell am 1. 9 1299 einen Verkaufsbrief Arnold des Oeder an den Bischof Wernhart v. Passau bezeugte, muss uoch als Holdo betrachtet werdon, während „Her Engelschalich vou Slüzzelbcrclr, muthmasslich des Vorigen Sohn und am 29. 0. 1331 einen Verkaufsbriof Friedrich des Chersperger an dessen Eidam Ulrich don Fulich bezeugend, im Besitze der Ritterwürde war, die er sich zweifellos auswärts im Kriegsdionste erworben hatte; dies auch der Grund warum er vorher in der Heimath nicht und dann gleich das Ehrenwort „Herr" führend, auftritt; er ist der Erste des, in den Bang von Dicnstlenten emporgestiegenen Geschlechtes uud hatte sich, wie es scheint mit den Haunspergern versippt. Ohne Wagniss darf „Marchart der Sluzzelberger" als sein Sohn betrachtet werden; derselbe besiegelte am 12. 7. 1370 als Oheim (Vetter) des Andreas v. Haunsperg einen Verkaulsbrief des Letzteren an dio Bürger von Freistadt, Güter in deu Pfarren Nenmarkt uud Gutau betreffend, verkaufte am 16. 10. 1377 das Gut „iu dor aw" bei Kremsmünster, Kirchborger Pfarre, an dieses Stift uud tritt ferner in den Jahren 1378 und 1382 urkundlich auf. Chunrat der Schlüsselberger, sicher des Marchard Sohn, bezeugte am 28. 4. 1388 eine Urfehde des Stephan von Aw bei Tollet auf den Hauptmann ob der Ens. verzichtete am 21.11. 1398 im Vereine mit seiner Hausfrau und unter dem Siegel seines Oh'-im „Hanns des gorger" gegen den Abt Ulrich von Monsec auf mehrere Wiesen in der Pfarre Schönau und auf eine Hube zu Apsperg, Alles Lehen von Mousuc, verkaufte diesem Kloster am 2. 11. 1399 die lehenbare Mannschaft auf Gütern und Gründen in don Pfarren Grieskircheu u. Schönau und am 28. 11. 1401 au Simon den Erdinger, Bürger zu Wels sein freios rittermässiges Eigen die Hube „vnder dor Avch" in der Pfarre Grieskirchen; seine Vettern Hanns und Görg die Goriger siegelten diesen Brief. — Im Jahre 1408 tritt Chunrat, wie dies Ennenkl dem Archive zu Luftenberg entnahm, das letzte Mal auf. — Von da an sind die Schlüsselberger verschollen: ihr Stammgut war schon früher in die lländo der Pauhalm gekommen nud wnrde im Jahre 1401 von Hanns Panhaltn für Budolf den Schifer aufgesendet. (Stadtarchiv zu Freistadt; U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. F'ranc.-Carol.; dieses Geschlecht betreffende Urk. - Kegesten. gesammelt von J. Strnadt und desselben gefällige Mittheilungen.) 340 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Schlux. (Taf. 88.) Wappen: In Blan ein goldener Hirsch. — Gekr. Helm: Der Hirsch wachsend zwischen von Gold nnd Blan übereck getheiltem, offenen Finge. Decke: blan-golden. (Nach Höh., welcher Siegel zn Händen hatte, wie sein Artikel über diese Familie schliessen lSsst; ob der Tinc-turenangabe eino verlässliche Qnelle zu Grnnde lag, ist mir jedoch unbekannt geblieben.) Das Landgut Grab im Mühlviertel war noch im Jahro 1479 im Besitze des Marz Katzprenner. 1581 sass dort Jeremias Schlux, der am 26. November dieses Jahres ein Heirathsvermächtniss der Johanna v. Neidhardt, geb. Hoheneckeriu bezeugte. Hieronymus Schlux zu Grub und Haglau bezengte einen Yerzichtbrief des Wolf Märck v. Gneissenau gegen dessen Bruder Erasmus d. d. Lichtenau 25. 7. 1602. Er war in erster Ehe mit Sabina Schmidtspergerin und in zweiter mit Elisabeth v. Hackelberg vermält, die ihm vier Kinder gebar, von denen dTei in der Jugend gestorben zu sein scheinen. Die Tochter Snsanna Salome brachte Grnb im Jahre 1612 ihrem ersten Gemale Jobst Schmidtauer zu und vermälte sich im August 1637 in zweiter Ehe mit dem kaiserl. Trnchsess und Ubristwachtmeister Hanns Albrecht Haas von u. zu Werdenburgk uud Hanberch. — Hieronymus, welchcr als Mitglied des ob der Ens-schen Bitterstandes eingetragen ist, ruht in der Pfarrkirche zu Kirchberg im Miihlviertel unter nachstehendem Epitaph: „Alhi ligt begraben der Edl und Gestreng herr Hieronymus Schlux zu Grub nnd haglau, gewesster starr-hembergischer Lehenpropst In Oesterreich ob und under der Ennss et sambt seinen beden frawen nnd khindern, welcher gestorben ist den 24. tag Septembriss In 1603. Jahr, dann die Edle und Ehrentugendreiche frawen Sabina Schluxin, ein geborne Schmitsspergerin. welche gestorben ist den 15. tag Jnny im 1599. Jahr und Elisabeth Schluxin. geborne Häckhelpergerio, bei deren erzengt 4 Eheliche kinder so in Gott Entschlafen den — Amen." (H.; R.-M.: Strnadt-Velden; Acten im Landesarch.) Schmelzing. geschlossenen, zweiten Ehe mit Karolina Freiin v. Oertzen zwei .'-ohne, Friedrich und Franz, welch Letzterer im Jahre 1761 ohne Hinterlassung männlicher Leibeserben starb. Freiherr Friedrich hatte 1734 von seinem Prüder Sär-Ladäny im Stuhlweissenburger Contitatu erkauft, wnrde durch K. Carl VI. mit Diplom d. d. Wien 7. 2.1738 in den ungarischen Grafenstand erhoben und hinterliess drei Söhne, von der ersten Gemalin Lucia v. Majthenyi den Ferdinand if 1767), Abt zu Hrabko und Domherrn zu Erlau, und Thomas III., aus der zweiten 1783 mit Josefa Gräfin Szechenyi geschlossenen Ehe den Ladislaus, welcher die zweito Linie begründete, die nun aber mit dessen Enkel Alexander (geb. 13. 4. 1828) erlöschen wird. Der einzige Sohn des Letzteren aus der ersten Ehe mit Aurelia Bulogh de Galäntha, Johann, ist unvermält kaum 22 Jahre alt 1877 gestorben. Thornus III. (+ 1778), k. k. Kämmerer,, vermält mit Johannu Gräfin Szirmay, gewann zwei Söhne. Thomas IV. (geb. 1759), k. k. Kämmerer, und Franz II. (f 1839), der ohne männlicho Succession blieb. — Aach Thomas' IV. und dessen Gemalin iKUsabeth, geb. Gräfin v. Forgäcli (f 1829), jüngerer Sohn Fanl (geb. 1788, f 1831) hinterliess keine Leibeserbcn, während des Letzteren älterer Bruder, Thomas V. (geb. 1785, f 18311 vermält mit Josefa Gräfin Quabeck (r 1850), sechs Söhne erzeugte, von welchen zwei in der Jugend starben. Graf Thomas Carl (geb. 2. 11. 1820) ist unvermält geblieben, Johann Bapt. 'geb. 24. 6. 1826), verm. mit Hermiue v. Latinovits ist kinderlos, August Gustav (geb 7. 5. 1331), verm. mit Bosa, geb. Gräfin Lavaulx de Vrecourt hat zwei Söhne, Gustav (geb. 1860) k. k. Lieutenant, uud Imre (geb. 1868). — Graf Franz Jnlius (geb. 5. 2.1822; k. k. Kämmerer, veräusserte im Vereine mit seinen vorgenannten Brüdern die Herrschaft Sur - Ladäny im Jahre 1850 an den Grafen Leopold Niidasdy, weicher deren Namen in Ntidasd-La-diinv umänderte, und braclito im Jahre 1855 durch Kauf von Franz Ritter v. Czerny das landtäfiiche Gut Weinberg bei ij munden summt dem damit verbundenen Wahlrechte im ob der Eus'schen Grossgrundbesitzc an sich. — Desselben sechzehn Ahnen sind folgende: 1. Friedrich Graf Schinidegg v. Sur - I.adiiny. 2. Lucia v. Majtheny. 3. Thomas Graf Szirtnay. 4. Clara Gräfin Barküczy. 5. Johann Graf Forgäch. 6. Margaretha Gräfin Cziräky. 7. Balthasar Graf Nädasdy. 8. Elisabeth Gräfin Berenyi. 9. Josef Goupy, Yicomte de Quabeck. 10. Noble Dame Terese de Kerpen. 11. Franfois Leonard de la Barre, Contte d'Krquelines. 12. Noble Dante Caroline Franfoise Comtesse d'Esclaibes de Clermont. 13. Hieronymus Nicolaus Cristani v. Ball, Landmann in Tyrol u. Salzburg. 14. Maria Clara v. Pach zn Hansonheim u. Pietenegg. 15. Wenzel Schafarzik, Edler v. Thurnfeld. 16. Clara Edle v. Jakobe. Graf Franz JuUns erlangte in der Ehe mit Anna Josefa Gräfin v. Benzel-Sternau (verm. 9. 9. 1854), Stkr.-D., drei Kinder, Anna (geb. 2. 7. 1855), Stkr.-D., vernt. 7.1.1879 mit Leon Grafen Sügur-Cabanac, Gustav Tho- mas Franz (geb. 1. 7. 1858), k. k. Kämmerer n. Bezirks-Contmissär zu Wels, und Bertha (geb. 24. 6. 1868). (Nach getälligen Mittheilungen des Grafen Franz Julius Schmidegg v. Sür-Ladäny; Landtaf.; gräfi. Taschenb,). Nchmidlnuer. (Taf. 89). Wappen: I. (1578). In Blau ein silberner Balken, begleitet oben von einem grimmenden goldenen Löwen mit untergeschlagenem Schweif, unten von zwei, neben einander stehenden Kruuzchen, deren innere Arme abge-ledigt sind. (Höh. spricht dieselben als „Jechson" au, ein mir unbekanntes Instrument). — Gekr. Heltn: Wachsender, goldener Löwe zwischen offenem blauen, von silbernem Balken durchzogenen "Fluge. Decke: blau-golden. (Das Wappen wurde schon vorher, seit 1558, als bürgerliches mit einem Stechhelm geführt; k. k. A.-A.). — II. Geviert. 1 und 4 in Silber ein blauer, mit den beiden goldenen Kreuzchen belegter Balken. 2 uud 3 in Schwarz ciu goldener Löwo. — Gekr. Holm: Wachsender goldenor Löwe zwischen offenem, rechts von Blau und Gold, links von Silber und Schwarz getlieiltcm Fluge. Decko: schwarz-golden, blau-silbern. (R.-M. Wann dieses Wappen verliehen wurde, ist nicht mehr zu eruiren, auch nicht wann ein Kitterstands-Diploin ertheilt worden ist. Josef (+ 1818) nannte sich .lleichsritter" und wird der Rittcrtitel und das letztbeschriebene Wappen bis heute noch geführt). Pankruz Schmidtauer, Salzamts - Gegenschreiber zu Gmunden. hatte sieben Söhne. Jodokus. Andreas. Pankraz, Wolf, Valentin, Johann und Franz, welche im Jahre 1558 durch K. Ferdinand I. einen Wapponbriel' erhielten und durch K. Rudolf II. d. d. 31. 7. 1578 in den Adelstaud erhoben wurden. Von ihnen sind die letzteren Fünf weiterhin verschollen. — Andreas, erst kaiserl. Hartschier, dann kaiserl. Pfleger auf der Herrschaft Wildenstein, vermälte sich mit Maria Weissenbergcrin; seine Tochter Margaretha liess sich mit Sebastian Seeauor v. Miillcuthen trauen. — Der älteste Sohn Pankraz' I., Jodokus Jobst), kaiserl. Rentmeister zu Steyr, wurde 1582 der Römisch Kaiserl. Majestät Rath, erhielt von dem letztgedachten Monarchen 1584 die Burgvogtei zu Ens und wurde am 25. 4.1596 in den jungen Ritterstand Oesterreichs ob der Ens aufgenommen, nachdem er darum gebetcu und in seinem Gesuche berichtet hatte, dass er seit 1558 „adelige Freiheiten' genicsse, iu diesem Krblande seit 40 Jahren und zwar erst ais Pfleger der Herrn von Schärffenbcrg, dann, seit 32 Jahren, in kaiserlichen Amtsdiensten stehe, seit 24 Jahren Landgüter, darunter seit 13 Jahren die Herrschaft Ober-Wallsee besitze und daBS er zwei Söhne als Erben habe, Die Herrschaft Ober-Wallsee mit Freudenstein, zum Erbland-Murschallainte in Oest. o. d. E. gehörig, war ihm durch die Freiherrn Hofmann v. Grünbüchl unbefugt veräussert worden; Steinbach hatte Jodokns von den Hö-ritzern, St. Veit von den Hager v. Allentsteig erhandelt. — Aus seiner Ehe mit Cäcilia v. Ramming waren fünf Kinder entsprossen, davon der eine von don zwei Söhnen bald gestorben sein dürfte; Elisabeth, vermält mit Adam Grill v. Aldorf, verschied schon am 23. 12. 1685 und wurdo zu S.Veit bestattet; Regina ehelichte den Abraham v. Rorbach zu Ebenzweyr und vorkaufte dieaes Gnt als Wittwe ao. 1633 an Thomas v. Secau; Eva, verm. zu Ober - Wallseo 24. 6. 1602 mit Wolf Heinrich Artstetter, erhielt das aus der Herrschaft Ober-WallBee gebrochene Gut Mühllucken. — Jobst II. zu Stoinbach und St. Veit, welch beide Güter er von dem Vater ererbt hatte, aber an Hanns Seyfried Hager v. Allentsteig veräUBserto, und zn Ober - Wallsee, das er dem Landesfürsten reBtitniren mussto, welcher ea sammt dem Marschallamte hierauf den Fürsten v. Eggonberg verlieh, behielt gleichwohl den Titel hiervon bei, eine Uebung, die sich bis auf den heutigen Tag boi aeinen Nachkommen erhalten hat. Er aass nach den vorgedachten VeräuBserungen zn Rotten- ÜBERÖSTERREICHISCHER ADEL. 343 eck, welche Veste er gleichfalls von dem Vater ererbt oder nach den vorgedachten Veriiussernugen orst gekauft hatte, und erlangte zudem durch seine zweite romaliu den Sitz Grueb im Miihlviertel, welchen er aber schon 1628 an den kaiserl. Aufschlagseinnehmer Hanns Grill v. Aldorf abgab. Aus seinen zwei Ehen, 1} mit Anna Maria (Heirathsbriei d. d. Uberwallsee 16. 0. 1603, t c. 1019), des Stephan Engl von Wagrain Tochter, 2) mit Susanna Salome, des Hieronymus Sehlux zu Grueb Tochter, die sich nach ihm im August 1637 mit dem kaiserl. Truchsess und Obristwachtmeister Hanns Albrecht Haas von u. zu Wordenburgk u. Hanberch wiedervermälte, waren ihm 13 Kinder, darunter von jeder Gemalin zwei Söhne entsprossen, Jobst Thomas und Hanns Adam aus erster, Georg Christoph uud Hanns Friedrich aus zweiter Eho. Lotzterer war vermSlt, ohne dass Hoheneck den Kamen dor Gemalin und über die weitere Succession Nachrichten zu erlangen vermochte; er dürfte sich vor-muthlich, ebenso wie sein Bruder Ueorg Christoph, nach Böhmen gewendet haben und zweifellos gehört ihm als Sohu jener Elias Ferdinand Schmidtauer v. (Iberwallsee an, der im Jahro 1700 Hauptmann auf der Herrschaft Jinec in Böhmen war uud den Sohn Josef hinterliess. welcher sich zu Chotovin 81. 1. 1717 mit Monica Angermayer v. Sternberg vermälte. Dieser scheint keino Descendenz gehabt zu haben. Georg Christoph (f 1636) vermälte sich 1) init Marie, Tochter des Ernst Joachim Hack v. Bornimb, 2) c. 1653 mit Katharina (f 1654), Tochter des Adam Slavkovsky von Sonova und Skalic (f 1618)' und Wittwe nach Jan Sudek von Dluhe, von welchem sie das (int Umnelicka im Budweiscr Kreise ererbt hatte. Sie hinterliess dasselbe ihrem zweiten Gemale, der hierauf mit Diplom d. d. Fibersdorf 7.10.1054 dio Landmanuschaft im böhmischcn Ritterstando erlangte und, kinderlos, don Besitz seiner ältesten leiblichen 'Schwester Anna Snsunna vermachte, die damals, Wittwe nach dem Obersten Imsoll, in zweiter Ehe mit dem Artillerie-Obersten Johann Friedrich v. Weid-lingon und Rittersberg vermält war. Jobst Thomas auf Bottoneck rücktc im Vereine mit dem Bruder Hanns Adam ao. 1040 anf die alte ob der Ens'sclie Bitterbank vor, vermälte Bich mit einer Tochter des Hanns Grill v. Aldorf auf Grueb und erzeugte mit derselben fünf Kinder, von denen die älteste Tochter Eva Maria, mit Johann Leonhard Maurer v. Hohenstein verehelicht, den bisher zur Herrschaft Rottcneck gehörigen Sitz Eidondorf im Miihlviertel erhiolt. — Von den Söhnen des Jobst Christoph war dor Jüngere, Tobias, kais. Hauptmann, mit einer Sezki (?) vermält; dio Kindor aus dieser Ehe dürften früh gestorben sein, denn sein Bruder Jobst Christoph, ob der Ens'scher Baitratli, hinterliess die ererbte Herrschaft Rottoneck einem Sohne seines Oheims Hanns Adam, nachdem er in zwei Ehen, 1) mit Fiuphcinia, des Hanns Christoph llaydon zu Dorf Tochter und Wittwo nach Heinrich Lorbeer, 2) mit Maria Catharina '+ zu Rottcnock 2. 0. 1701), Tochtcr des Veit Jakob Spindler von Hofegg, kinderlos geblieben war. Hanns Adam (t zu Etzolsdorf im 74. Jahre 10.10. 1685, bestattet in der Pfarrkirche zu Pichl) brachte das Gut Etzelstorf im Hausrnckviertel von den Engl v. Wagrain an sich, vermalte sich zuerst mit einer Grill, einer Schwester seiner Schwägerin, dann mit Johanna Elisabeth v. Perckhofen (f im 80. Jahro 11.12. 1699, bestattet zu Pichl) und erwarb drei Söhne erster Eho, Johann Constantin (f jung), Ferdinand Carl, geblieben als Volontair in Ungarn, und Johann Adam (f an der Pest 1079), Ca-puziner als P. Gabriel, ferner fünf Söhne zweiter Ehe, Ernst Budolf. Canonicus Regularis zu Waldhausen und Pfarrer zu Arbing, Johann Maximns (j zu Breda in den Niederlanden) kais. Cornet im Gf. Harrant'schen Regiment, Jobst Seyfried (f jung), Franz Voit nnd Christoph Helfried Josef (f zu Etzelsdorf im 62. Jahre 19. 11. 1722), welch Letzterer Etzclstorf überkam, dasselbe neu aufbaute und laut Urkunde d. d. 20. 6. 1703 zu einem F'ideicom-misse stifteto. Derselbe war zu Grieskirclien 11. 9. 1090 mit Anna Katharina Polixona (f 27. 0. 1724, begraben zu Pichl), des Wenceslaus Twartafla Tochter, getraut worden, hatte aber keine Nachkommenschaft erlangt. — Sein Bruder F'ranz Veit veräusserto die von dem Vetter Jobst Christoph Überkommono Veste Botteneck au Gundacker Thomas Grafen von Starhemberg und zog nach Böhmen, wo er zu Miclinic starb. Er hinterlioss von seiner (iemalin Maria Anna (f zu Miclinic 20.6. 1719), des fürstl. passau'schen Bathes und Commandanton zu Oberhaus Hannecamp Tochter, Wittwe nach Johann Christian v. Khautten, drei Sühno, Johann Sigmund Philibcrt (f zu Etzelstorl im 52. Jahro 21. 2. 1732, begraben zu Pichl), Constantin Bernhard und Josef Ignaz, von denen der Erstere, nachdem er sich am 14. 1. 1723 mit der Wittwe seines Oheims Christoph Helfriod Josef verglichen hatte, das Fideicommissgut Etzelstorf antrat, und in soinen Ehen 1) mit Maria Sidouia Bertold v. Saxengaug (f 1724), 2) mit Maria Catharina (venu, zu Linz 17. 2. 17271 des Egon Maurer v. Hohenstein Tochtcr, kinderlos bliub. — Auch Coiistautiu Bernhard, der zu Pichl am 14.11. 1730 mit Muria Anna Antonia Josefa, Tochtcr dos Philipp v. Espalard und der Maria ('laudia gob. Maurer v. Hohenstein, eopulirt wurde, erwarb keine l.cibeBcrben Josef Ignaz f 21. 1. 1729, bestattet zu St. Martin im Miihlviertel). der dritte Bruder, Btand erst als kaiserl. Lieutenant bei den Truppen in 8punien, vcrliess dann den Kriegsdienst und vcrmälte sich 1715 mit Anna Franziska Katharina (t 7. 9. 1729. begraben zu St. Martin), des Johann Carl Maurer v. Hohenstein Tochtor, dio ihm don vormals Schmidtauer'schen Sitz Eideudorf, — der dann aus seinem Nachlasse an Georg Ehronrcich von Cronpichl veräussert wurdu, — zubrachte und mit sieben Söhnen beschenkte, Jobst Christoph Ignaz (geb. 1.716, f vor 1732), Frauz Josef Helfried (f vor 1732), Carl Anton, Ferdinand Christoph Anton (t jung , Ignaz Wolfgang, Johann F'ranz Antou (f ledig), k. k. Rittmeister, und Anton Stephau (geb. 1727). — Carl Anton, Ignaz Wolfgang und Anton Stephan begründeten drei Linien. Letzterer, 1769—1775 Verordneter in Oest. o. d. K., hatte mit Coutract iL d. 24. 8.1755 von der Wittwe des Otto Friedrich F'erdinand Pernauer. Freiherrn v. Poruoy dio Herrschaft Veite-Thal In Nicd.-Ocst. (V.O.W.W.) erkauft und verorbto dieselbe auf seinen Sohn Josef, der sie jedoch an einen gewissen F'ranz Mauchart veräusserto; dieser ist damit am 27.12.1809 an dio Gült geschrieben worden. Josef Sch. scheint nicht sehr vermögend gewesen zu sein, nachdem er Bich von den ob der Ens'schon Ständen als k. k. Fähnrich au. 1779 einen Flijuipirungs-Boitrag erbat; vou 1H11 — 1834 war er Verordneter in diesem Erblando. Sein Sohn Ludwig, ständischer Cassa-Official zu Linz, hat die Linie am 25. IL 1864 beschlossen. Carl Anton (+ zu Etzelstorf im 54. Jahre 7. 7. 1772), der Begründer der ersten Linie, überkam iu F'olge des kinderloson Ablebens seiner beiden Oheime das Fideicominiss, vermälte sich mit Marie Sophio Freiin Fellner v. Feldcck und erzeugte, vielleicht neben anderen, zwei Söhne Josef F'ranz und F'rai.z Xaver, welch' Letzterer den Priesterstand erwählte und 1827 Beneficiat zu Kal-ham war. — Josef F'ranz (f zu Etzelstorf im 68. Jahre 18. 11. 1818), Herr zu Etzclstorf, 1805-1817 Verordneter des Ritterstandes, liess mit seiner Gemalin Franziska Bomana ' verm. zu EtzelBtorf 16. 9. 1782), des F'erdinand Budolf Froihcrrn von Pflacher Tochter, zwölf Kinder in der Pfarrkirche zu Pichl taufen, von denen jedoch dor Sohn Friedrich Anton Franz (geb. 11. 6. 1788) zu Etzelstorf am 29. 6. 1830 dio Linie im Mannesstamme beschloss. Letzterer hatte sich am 1. 12. 1827 mit des k. k. Rechnungsoffizials Maximilian Zinner Tochter Maria Theresia verehelicht. 844 OBERÖSTEBBER'HISCHER ADEL. Ans der zweiten Linie vermälte sich deren Begründer Ignaz Wolfgang mit Anna Eocz von Dobrz, die ihm drei Kindor gebar, Gottlieb, Adalbert, 1S04 k. k. Bcgierungs-secretfir zu Linz, welcher, wie es scheint, ledigen Standes blieb, und Theresia (testirte 1804) verm. 1.) mit Johann Wiltheim von Tütting, 2.) mit Johann Nep. Warleich v. Bubna. — Göttlich (f 1812), k. k. Major in Pension, wurde durch seine Gemalin Anna (f zu Traunegg 184.0), Tochter des Josef Goneik v. Gezova und der Victoria geb. Gräün Radecky v. Radec, der Vater des Carl Bitter Schmidtauer v. Oberwallsee (geb. 1806, f zn Etzelstorf 31. 8.1874), welcher znfolge Einantwortungsurkunde vom 19.11.1831 nach dem Abloben des Friedrich Anton Franz das Fideicommiss Etzelstorf antrat und nebstdem im Jahre 1837 das landtäiliche Gnt Traunegg erkaufte, das er jedoch 1861 wieder veräusserte. Er war am 15. 10. 1834 in die ständisclio Versammlung zu Linz auf die alte Bitterbank eingeführt worden und fungirto vom April 1849 bis April 1861 als Mitglied der vereinigten Landesregierung. Seiner Ehe mit Bobs Freiin von Bosenborg (t zu Etzelstorf 3. 8. 1884) entstammten drei Kinder, Sophie (geb. zn Linz 9. 4.1883), welche vermält in Wien lebt, Bosa (geb. zu Linz 27. 10. 1838), ledig, nnd Carl Bitter Schmidtauer v Oberwallsee (geb. zu Traunegg 7. 9. 1840), Besitzer des Fideicommissgutes Etzelstorf, k. k. Huszaren-Lieutenant in Pension. Derselbe ist unvermält und allem Anscheine nach der letzte Mannessprosse seiner Familie. (K. k. A.-A.; Acten im Landesarch.; Matrikelbncher der Pfarre Pichl: n.-oe.'schcs Gültbuch; genalog. Sammlungen des Freiherrn Hanns Dobrensky v. Dobrenic; Angust Sedlaeek: Hrady a Zamky; Höh.; welcher fälsch-Bch Jobst I. Scb. als Sohn statt al8 Bruder des Andreas Sch. bezeichnet; B.-M.) SvhmixberKer. (Taf. 89.) Wappen: Drei behauene Steine aufeinander ge-stellt, — nach oben verjüngt, beiderseits drei Stufen bildend. — Gekr. Helm: Das Schildesbild mit einem Hahnenfederbusch besteckt. (Nach dem Originalsiegel des Hanns Christoph Schmizberger zum Thurn au der im Landesarch. erliegenden Anzeige d. d. Linz 28. 2. 1628, seine bevorstehende Hochzeit betreifend. — Die B.-M. verzeichnet den Schild roth, die Steino silbern, den Federbusch schwarz, ob verlässlich oder nicht, kann nicht entschieden werden, da alle weiteren Nachforschungen resultatlos geblieben sind.) Hanns Christoph Schmizberger zum Thurn befand sich zur Zeit der Pfandinhabung Oesterreichs ob der Ens durch Bayern unter den hiesigen Verwaltungsbeamten, als welcher er das besondere Vertrauen des Statthalters Grafen Adam v. lierbcrstorf genoss, von welchem er das, zu einem freien Landgute erhobene Weyr bei Gmunden als Donation erhielt; ebenfalls auf Befürwortung des Statthalters wurde er am 21. 3. 1627 in den jungen Bitter-Btand aufgenommen; seine Hochzeit im folgenden Jahre, mit Maria Elisabeth, Tochter woyland des Herrn Veit Gross v. Trockau und der Maria Agnes, geb. vou Weitting, fand mit Herberstorfs besonderer Bewilligung im Schlosse zu Linz Btatt. — Hanns Christoph Sch. starb, nachdem er noch 1632 Commissär im Graf Gallas'scben Begimente zn Fuss gewesen war, im Jahre 1637. Seine Wittwe veräusserte das Landgut Weyr am 15. 7. 1653 an Johann Anton Spindler v. Hofegg. Mit dem Familienakte Schmizberger zum Thurn im hiesigen Landesarchive ist fehlerhaft jener der Schmid-berger (Scbmidtbcrger) vereinigt worden, welch' Letztere jedoch eines ganz anderen, nicht landständischen Geschlechtes gewesen sind. — Demselben gehörte der Beichs-hof kanzIei-Diener lateinischer Expedition Andreas Schmidt an, welchem d. d. Wien 12. 5. 1620 nebst der Befreiong von allen bürgerlichen Aemtern und der Yorriickung znm kaiserl. Hofdiener das Becht erthcilt wurde sich „von Schmidberg" zn nennen, womit jedoch weder derAdei noch die ErlaubniBB zur Filhrnng eines Wappens verbunden war. — Mit Gesuch pracs. 20. 2. 1640 schritt Andreas Schmidt v. Schmidberg um dio Erthei-lung der ob der Ens'schen Landinannschaft im jungen Bitterstande ein, unter besonderer Hervorhebung der in seiner Familie vorgekommenen adeligen Heirathcn, während Angaben über don eigenen Adel wohlweislich unterlassen wnrdcn; des Grossvaters Balthasar, welcher Hauptmann war, Gemaliu sei eine von Giech, des Vaters Wolf, Zengmcisteramts - Verwalters, Ehefrau eine Wolffin gewesen, während er selbst mit einer von Schmelzing getraut sei. — Das Gesnch wurde bogreiflicher Weise abschlägig beschieden, wie auch endgültig unter dem 13. 5. 1647 ein zweites, gleiches Einschreiten. AndreaB schrieb sich zur letztgcdachten Zeit .zum Prandtbof", worunter jedoch kaum der gleichnamige Sitz im Machlande zu verstehen sein dürfte. Den Freisitz Mühlleiten bei Gmunden übergab 1710 Max Schmid v. Schmidberg an Katbarina Flambergerin, welche denselben am 1. 1. 1725 wieder an Ferdinand Andreas Schmid v. Schmidberg veräusserte. 1760 erscheint als Eigentümer daselbst Konrad Leopold Scherer, Cassier in Ebensee. — Ob die beiden ebengenannten Schmidberger der Deseendenz des Andreas zum Prandt-hof angehörten, wie dies das wiederholte Vorkommen des gleichen Taufnamens vermuthen liesse, konnte nicht ermittelt werden. (K. k. A.-A.; Landesarch.; Fillwein's Traunkreis; B.-M.) SclmeckeuliauM (auf Badewitz, böhmisch: Bohdanovsky v. Slimakov). Taf. 89.) Wappen: In Both ein silbernes Schneckenhaus. — Die Kleinode variiren nach Siegeln, Epitaphien n. Stammbüchern. a. Das Schildesbild anf der Helmkrone, b. Drei Straussenledorn, silbern, roth, silbern; die Mittlore mit dem Schneckenhaus belegt, c. Drei Straussenfedern, roth, silbern, roth. Decke: roth - silbern. (N. S. f Adel der preuss. Provinz Schlesien.) Dio Schneckenhaus, ein adeliges Geschlecht des FürBtenthumes Jägerndorf, sassen daselbst anf Badewitz (Bohdanowyj nnd Neudorf schon zu Ende des XVI. Jahrhunderts oder vielleicht noch früher. — Um 1590 hinterliess Georg Bohdanovsky v. Slimakov (Schneckenhans) das Gut Matzdorf in der mährischen Enclave Hotzenplotz seinem Brnder Wolf. — Um dio Mitte des XVIII. Jahrhunderts war die Familie mit Kalinov im Kreise Gr.-Strchlitz begütert. Hanns Sehn.. auf Badewitz und Matzdorf, führte 1608 als Oberstlieutenant der Fürsten und Stände von Schlesien tausend Beiter nach Ungarn; 1643 sass auf Badewitz Friedrich v. Sehn.; 1650 war Franz v. Sehn, der Böm. Kaiserl. Majestät Bath; 1718 erscheinen nnter den schlesischen Landstäuden Karl Heinrich v. Sehn, auf Nendorf im Kreise Leobschütz und Karl auf Kalinov. Wieder ein Karl v. Sehn, hatte zur Zeit als die alten Einlagebüchcr der ob der Ens'schen Landtafel errichtet wurden, den Freisitz Maisenberg (Maissenberg) im Traun-viertel inne, den er am 6. 2. 1764 an Josef Bauchlehner veräusserte. Von wem er dieses Besitzthnin erwarb ist mangels des durch den Landliausbrand zu Grunde gegangenen (iültbuchcs leider nicht mehr zu ermitteln. Auf Kalinov starb 1799 Sophie v. Lariscli, ver-wittwete v. Schneckenhaus. Ihr voriger Gcinal scheint der Letzte des Geschlechtes gewesen zu sein. (N. S. f Adel der preuss. Provinz Schlesien; Landtaf.) OBEBoSTERREICIIISCHER ADEL. 345 Sehnefkeureuter. (Taf. 89.) Wappen: An der Hauptstelle drei Rosen nebeneinander. (Nach dem Originalsiegel Ulrich des Snekken-rewter an dem Briefe d. d. 14. 2. 1395, womit derselbe im Vereine mit seiner Hausfrau Elspet und seinen Kindern Eeindcl, Hanns uud Kathrey an Hanns Ziuespan. Bürger zu Freistadt, Güter iu den l'farren Beicheuthal u. Beinbach, rittermiissige Lehen von Heinrich v. liosen-berg, verkaufte: Stadtarchiv zu Freistadt. Dasselbe Wappen führte Jörg der Sehn. ao. 1444 nach einer Siogcl-abbildung iu Strenn's Manuscr. geneal.) Schneckenreutsbcrg, Ortschaft in der Pfarre Klamm im Machlande, Schncckenrcutsthal, ebendaselbst in der nachbarlichen Pfarre Saxen, geben noch heute Zeugniss in welcher Gegend die Wricge der Schneckenreuter gestanden. — Der Erste, der unter diesem Namen genannt wird, ist Virich Schreiber von Schncchenrevt; derselbe gab am Lichtmesstage 1322 mit Willen seiner Hausfrau Reicliild und seiner Erben zu einem Seelgeräth nach Baumgartenberg sein rechtes Kaufeigen die Scheybelwicse unter dem Altmannstein. — Vorher kommt der Name Schneckcnreut nicht vor, aber ich glaube nicht fehl zn gehen, wenn ich als Vorfahren des Ulrich jenen Gottfried Schreiber von dem Haus (Pfarre Wartberg im Machlande) benenne, wolchcm und dessen Hausfrau .Margret Heinrich v. Wallsee am 6. 12. 1812 ein Lehen zu l'ortlcinsberg und eines bei Gumprechtsfeld (bei Scheibbs) verlieh. — Am 6. 3. 1321 verzichtete Düring v. Aigelsbcrg zu Gunsten des Klosters S. Florinn auf jeden Ansprach an den Hof zu Zirking; Siegler waren hierbei Herr Heinrich von Wallsce, oberster Landrichter in der Biedmark, Marchart v. Oed; Zeugen: Herr Heinrich der Piber, Herr Albrecht der Wolfstein, -Herr wernher der Schreiber", Herr Simon der Pfarrer von Ried, Herr Heinrich v. Schweinpuch. u. s. w. — Es ist naheliegend in den vorgenannten Dreien, Gottfried, Wernher nnd Ulrich, Vater, Sohn nnd Enkel zu vermuthen. — Ulrich hinwieder, welcher noch am 15. 8.1332 eine Seelgeräthstiftung des Georg v. Herstorf nach Baumgartenberg bezeugte, könnte der Vater Albrecht des Schreiber gewesen sein, der am 1. November des niimUchcn Jahres als Landrichter im Machlande einen Bevers der beiden Stadler, llaug und Stephau. eine Seclgeräthstiftung nach Baumgartenberg betreifend, siegelte. — Über den Letzteren sind keine weiteren Urkunden mehr vorhanden. — In der Stammreihe folgen weitor, — vielleicht als Söhne Albrechts, — Jans der Sneckenrewtcr und Heinrich der Schreiber, welcher auf Grund seiner und seiner Nachkommen Besitzungen mit vollkommener Sicherheit alB ein Schneckenreuter bezeichnet werden inus-s. — Jans tritt nur einmal auf: er bezeugte am 25.11.1302 eine Seelgeräthstiftnng des Otto v. Uetzing nach Baumgartenberg. — Heinrich hatte sich nach Freistadt verzogen, wo er mit dem Jahre 1364 als Sclialfer nnd viele Güter in der dortigen Umgebung erwerbend, erscheint; am 24. 3. 1364 versetzte Stephan v. Harrach .dem er-bergen mann Hainreichen dem Schreiber zder zeit schaffer zder Vreinstat- nnd dessen Hausfrau Dorothea fünf Güter „zn Irharöd in Sand Linharder pfarr-, sein freies Eigen initsammt dem Zehent darauf, am 29. September desselben Jahres zehn Güter zu Stiftung, gleichfalls in der Pfarre St. Leonhard, und am 29. 6. 136:~i ein Gnt zu Preht-leinslag, eines zu Peheimdorf. beide in der Plärre Reichenthal, ein Gut im „Chucngslag*, I'farre Schenkenfelden, ferner den Zehent auf dem Gute zu Prehtleinslag nnd zn Oedreat. Des Heinrich Sohn, wenn auch nicht als solcher ausdrücklich bezeichnet, dürfte Gillich der Schneckenreuter gewesen sein: Ennenkl fand diesen sammt seiner Tochter Anna, Hannsen des Poschen Hausfrau, in einer Urkunde vom Jahre 1887 im Eizing'schen Archive. Hanns der Posch kommt auch noch weiter vor; ao. 1398 übergab IV. 5. derselbe im Vereine mit seiner Mutter Kunigund nnter dem Siegel seines Schwagers Ulrich des Schnekkenreitter seinein anderen Schwager Härtlein dem Schnckkonroutter das Recht an dem halben Sitze St. Veit (in der Waelisen-berger Grafschaft), wie ihm dieses von seiner Mutter Bruder, Chunrat v. Wachsenberg, dem Gott guud, anerstorben war. Nach der letzteren Urkuude müssen demnach Anna die Poschin, Ulrich und Härtlein Geschwister, Kinder Gilg des Schneckeurenter gewesen sein, uud vielleicht gehörte diesen gleichfalls als Brnder Thomlein der Snekkenrewtter au. dessen Sold, wie auch jenen vun 22 anderen Gesellen, die Alto dem Herzoge Albrecht Kriegsdienste iu der Ilzstadt bei l'assau geleistet hatten, Michael der Haypcck am 29. 5. 1389 quittirte. — Thoinlein ist von da an verschollen und anch von Härtlein spiicht keine Urkunde mehr; dessen Sitz St. Veit war 13 Jahre später in Händen des Hanns Schwab. — Sein Brnder „vlrich der snekken Bcyter-, nachher Richter zu Leon-felden und bereits am 4. 9. 1384 Zcugo eines Verkanfs-briefes des Chunrat v. Waxenberg au Bueger v. Starhcm-berg. entäusserte sich von 1393 nn bis 1407, meist im Vereine mit seiner Hausfrau Elspet, seinen Kindern lieindl, Hanns und Kathrey und nnter der Zeugenschaft seines Schwagers Jörg des Grueber des grössten Theiles, wenn nicht aller seiner Güter, dio er zunächst Frcistadt, insbesondere zn Licbenthal in der I'farre Reichenthal als Rosenberg'sche Lehen besass und dio insgesammt an den Freistädter Bürger Uaiins Zinespan übergiengen. Zweifellos inissliclie Vermögens Verhältnisse sind es gewesen, dio ihn hiezu zwangen; er war in Judenhände geratlien nnd am 21. 7. 1396 berichtete Waltlier v. SeuBeneck, Landrichter ob der Ens, au Caspar v. Starhemberg, er hübe ein Einvernehmen zwischen dem Schneckenreuter, Richter zu Leonfclden, und Schalaui, dem Juden zn Linz, dahin zu Stande gebracht gehabt, dass Ersterer die schuldigen 40 Pfund Pf bis zu den 1.1/.(.vergangenen Weihnachten zahle, widrigen Falles all' des .Schneckenreuter Gut, besonders das Gnt zu l'ehaymdorff, (das des Ulrich Vorfahre Heinrich der Schreiber ao. 1365 erworben), als Pfand verfalle; der Schneckenreuter sei dem Vertrage jedoch nicht nachgekommen. — Mit diesem Niedergange erklärt sich das plötzliche Verschwinden der Familie auf geraume Zeit. Ulrich siegelt noch am 27. 7. 1408 einen Urfehdebrief des Stephan Goldschmied zu Freistadt nnd starb wohl bald darnach; seine 8öhne, Reindl (1898-1398; und Hanns (13115, 1396), werden weiter nicht mehr genannt; nnr die Tochter Kathrey fand Ennenkl in einem Starhemberg'schen Briefe vom Julire 1433 als Wittwe des Thoman Neuladel. Erst dreissig Jahre später treten die Schneckenreuter in der (legend von Amstetten wieder auf, wo sie schon von früheren Zeiten, wie wir aus dem Wallsce'schcn Lehenbriefe vom 6.12.1312 wissen, Güter hatten, diu aus dem Schilfbruch'; gerettet worden sein mögen. — Jörig Sehn, war ao. 1440 Pfleger zu Ulmerfeld und vermachte seiner Hausfrau Walburga, Hannsen des l'ueselwangcr Tochter, verschiedene Zehente auf Gütern in der Newsletter und Ainstetter Pfarre, worüber Propst Otto v. Waldhausen als Lehensherr am 23. 11. 1442 eine Bestätigung crthcilte; er siegelte 1444 einen Verkaufsbrief des Hanns Wasner zu Kröllendorf gegen Fran Beatrix, Heinrichs v. Puchheim Wittwe, war noch 1455 am Leben nnd hängte am 10. August dieses Jahres sein Siegel an einen Verkaufsbrief Georg des Sinzendorfer zum Wasen an das Gotteshaus zu Mitterkirchen. — Jörgs Söhne sind vermuthlich Leo und Pankraz gewesen. Des Letzteren Wittwe Helena war laut einer Ennenkl'schen Urkunde 1472 die Gemalin Wilhelms v. Wulzendorf. Leo Snegkenrewtter hatte von Kaiser Friedrich dio Veste Klingenbcrg im Machlande zu Pfand erhalten, musste dieselbe jedoch laut kaiserlichen Befehles d. d. Linz 6. 8. 1491, — das Original erliegt im k. und k. 90 346 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Hans- Hof- n. Staatsarchire, — für 1400 ungar. Dncaten an Sigmund und Heinrich Gebrüder die l'rüschinkhen abtreten. — Nach Hoheneck wäre Leo mit einer von Lapitz vermält gewesen; seine Tochter Hedwig wnrde die zweite Gemalin des Hanns Flusshart. (Stadtarchiv zu Freistadt; U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc. - Carol.; Ennenkl's Collect, geneal.; Streun's Manuscr. geneal.) Scliofinger. (Taf. 90.) Wappen: In Roth ein goldenes, silbern bereiftes Schatf, in welches zwei schwarze Wurfschaufeln mit ihren Stielen gestellt sind. (R.-M.) Nach der neuen Ritterstands - Matrikel hätte Tibolt Schöflnger ao. 1479 als ob der Ens'sches Landesmitglied gelebt, eino Angabe, welchc schon in der alten Matrikel enthalten gewesen sein Boll, worüber jedoch, wie auch hinsichtlich der Richtigkeit des Wappens, keine Gewähr übernommon werden kann. Hob. erwähnt eine Familie dieses Namens nicht. (R.-M.) StUönauer. (Taf. 90.) Wappen: Aufgerichtetes Seeblatt mit links aufwärts gebogenem, einmal verschlungeneu, im linken Obereck mit drei Wurzeln endenden Stiel. (Nach dem Originalsiegel „Hainreichs des Schoenawer" un dessen nnton näher bezeichnetem Briefe d. d. 19.3.1365; Archiv zu Garsten. Dieselben Schilde führten Jakob und Peter die Sch. am -20.12.1388: Stiftsarchiv zu Schlierbach. — Die diesem Geschleohte in der Matrikel zugeschriebenen Wappen sind aus der Luft gegriffen.) Dio Schönauer treten mit einem Hainricus Schoen-nawer zuerst auf, der als höriger Bauer der Tegernbacher zu Schönau am SchaUenbacho, einem Zuflusse dor Trat-nacli. hauste und als solcher am 14. 9. 1284 einen Verkaufsbrief Chunrat des Jüngeren von Hartheim und dessen Hausfrau Agnes v. Tegernbach gogen Kloster Wilhering. daun zu Tegernbach am 15. 3. 1291 einen Schcnkbrief dieser Letzteren gegen den Abt Otto v. Monsee, schliesslich am 20. 12. 1293 einen Tausch zwischen der vorgenannten Agnes und dem Abte Chunrat von Wilhering bezeugte. Des Heinrich Sohn scheint lange in Kriegsdiensten, die ihn adelten, auswärts gewesen zu sein, denn erst ao. 1353 kommt er in der lleimath vor; er führt den Bittertitel „Herr-' und hat bereits eine verheiratete Tochter. — Am 3. 2. 1353 wählte Eberhart v. Wallsee, als er von Weichart v. Polhoim dessen Antheil am Polheimor Waldo erkaufen wollte, wegen des Preises „Herrn Jakob von Sclionawe" zum Schätzmann, den er am uächsten 19. September auch den Brief besiegeln liess, durch welchen dieser Handel zum Abschlüsse kam. — Am 26. 2. 1355 verschrieb Marichart v. Perkhaim seiner Hausfrau „Ag-nesen hern Jakobs toechtcr von Schoennaw" Morgengabe und Heirathsgut auf den von Gundacker v. Starhemberg lehenbaron Hof „an dem Ayen", Pfarre Xenkirchen. Dies die letzte Urkunde, in welcher Jakob genannt wird. Hoheneck schreibt demselben noch eine zweite Tochter, Elspet zu, dio sich mit Hanns Sohifer (1362 — 1380;, Pfleger zu Frankenbnrg, verehelichte; dieses Letzteren Tochter hinwieder, Agnes Sehifer, war mit Jorg Hohenfelder, dessen Schwester Sabina mit Christoph Schanll vermäit. Heinrich lt., zweifellos des Jakob Sohn, sass zu Paumgarten, wie ich vermuthe bei Erlach, scheint über deu Sitz veräussert zu haben, als er am Georgitag 1364 im Vereine mit seiner Hausfrau von Gnndacker dem Wildbcrger dessen rittermässiges Eigen, don halben Hof zu Kussbach, Pfarre Wartberg im Traunvicrtel nicht weit von Schlierbach, und zu Kremsmünster 1366, wieder am Georgitag, von Andre dem Wildberger die andere Hälfte des Hofes zu Nussbach summt der Kirche, Vogtei und Miihle erkaufte. - Inzwischen, am 19. 5. 1365, hatte er dem Abte Niclas von Garsten für eine Schuld von 10 Pfund wiener Pf, welche früher auf seinem Sitz „Pawngarton" haftete, den freieigenen Hof „in dem Pyraech", Pfarre Viechtwang, versetzt, was der obengenannte Hanns Sehifer (sein Schwager) besiegelte. — Am 11. 8. 1371 siegelten er, als schaunberg'scher Pfleger zu Atersee, und Hanns Sehifer, Pfloger zu Frankenburg, einen Gehorsambrief der Inderseer, Haimel und Martin, gegen den Grafen Ulrich von Schaunberg und am 16. 7. 1374 verlieh Hainrich v Schönnaw die Zchente zu Tann und Stickelbcrg, Pf. Thalheini, an Paul und Michel dio Fleischhacker, Bürger zu Wels. So weit urkundlich bekannt, hinterliess Hcinrich II. eine Tochter, Hcinrich des Ofen Hausfrau, uud fünf Söhne, Friedrich, Jakob IL, Peter, Thoman und Philipp, von denen jedoch der Erste und der Letzte bald gestorben zu Bein scheinen. — Den Brief d. d. Linz 16.10. 1379, womit Graf Heinrich von Schaunberg bekannte in seinem Zwiste mit Heinrich v. Wallsee hinter Herzog Leupold von Oesterreich gegangen zu sein, bezeugten in der Reihe der Wallsee'schen Dienstmanneu Friedrich und Jakob Briider die Schoennawer. — Am 6. 5.1385 wies Jakob II., unter den Siegeln seiner Briider Peter, Thoman und Philipp und des Oheim llelmhart des Anhänger, seiner Hausfrau Agnes, Herbort des Miilwangcr Tochter, 180 Pfund Heiruthsgnt auf seinen Sitz zu Nussbach an. — Friedrich war damals jedenfalls schon todt und Philipp kommt nicht weiter vor. — Peter Sch. siegelte als passau' scher Landrichter zu Velden (im Mühlviertel) am 8. 1. 1391 den Brief Otto's v. Sprinzenstein zu Plumaw. womit dieser das Heirathsgut seiner Hausfrau sicher stellte; 1393 war bereits Andre Herleinsperger Landrichter zu Velden. — Jakob II. veräusserte im Vereine mit seiner Hausfrau am 20. 12. 1388 an Friedrich den Pudminger sein freies rittermässiges Eigen den halben Hof zu Xuss-bach sammt Kirche und Zugehörungen, wozu er sich als Siegler seine Brüder Peter uud Tomel, auch seine lieben Schwäger Nyclas den Jud und Hiinnslein don Joriger erbat und ist weiterhin nicht zu linden; seine Tochter Magdalena stand 1428 unter der Vormundschaft des Erasmus Hoheufelder, eines Sohnes des obengenannten Jorg Hohenfelder und Enkels der Elisabeth v. Schönau, nnd war, nach Ennenkl, 1433 die Ehefrau des Stephan Pempflingcr. — Thoman Sch. siegelte am 10. 6.1400 den Brief, durch welchen sein Freund Leutold der Lerwugler dem Kloster Garsten eine Hube in der Pfarre Grieskirchen veräusserto. Seine Wittwe Waltpurg, Hangens v. Purberg sei. Tochter, verglich sich zu Linz ain 15.10.1428 mit Erasmus dem Höchenfelder als Gerhaben dor Magdalena, hinterlasBenen Tochter Jakob's v. Sch. Am 20.8.1429 überliess Barbara. Heinrich des Ofen sol. Tochter, Hausfrau Leopold des Gnnzinger, für eine Summe Geldes ihrem Vetter Erasmus dem Hohenfelder dio Erbansprüclie au das von ihrem Vetter (Oheim) Thoman Schönauer liintcrlassene. von ihrem Grossvater Heinrich Schönauer herrührende Vermögen. — Das Geschlecht scheint damals im ManncBstammc noch immer nicht erloschen gewesen zu sein, wenn Ennenkl recht bo-richtet, der einen dritten Jakob v. Sch. unter jenen nennt, welche im Jahre 1452 durch K. Friedrich III. den Ritterschlag anf dor Tibcrbrücke erhielten. (Stiftsarchive zu Garsten und Schlierbach; U.-R. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc. Carol.; Ennenkl's Collect, geneal.; Streun's Manuscr. geneal.: Strnadt-Velden: H.) SOS OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. ScbOnborn. (Taf. 90, 91.) Wappen: La. (Stammwappen). In Both über einen droigeBpitzten silbernen Fuss schreitend, ein blan gekrönter, goldener Löwe. Kleinod: Zwischen von Both nnd Silber getheiltem Uörnerpaar der Löwe anf die Hinterpranken niedergethan und in's Visier gestellt. Decke: roth-golden. (N. Siebm. Hoher Adel.) Schild und Kleinod dea Stammwappens variieren nach anderen Quellen und Siegeln, als: Lb. Getheilt; oben in Both ein schreitender, goldener Löwe, unten von Silber und Both mit drei Spitzen getheilt. Kleinod wie vorhin, doch der Löwe wie im Schild ungekrönt und zwischen rothem Hörnerpaar. I. c. wie I. a. doch dio Hörncr des Kleinods mit drei Spitzen von Both und Silber getheilt und aussen je mit drei goldenen Aepfeln i Granatäpfeln) besteckt. IL (Boi-clielsberg.) In Both drei (2, 1) silberne Schildlein. — Gekr. Ilelm: Zwischen zwei gestürzten silbernen Salmen eine, dieselben haltende wachsende Jungfrau in vou Silber nnd Roth gespaltenem Kleide, die Hauptkrone mit einem Pfanenstutz besteckt. Decke: roth-silbern. — IU. ;Schönborn vor 10(53.) Geviert. I und 4 Stammwappen (der Löwe liier und von nun an stets golden gekrönt;. 2 und 3 Beicbelsberg. - Zwei Helme, davon der zweite gekrönt: 1. Stammkleinod wie I. a , doch der Löwe golden gekrönt, die Horner mit drei Spitzen getheilt. Decko: rotli- golden. 2. Zu Beicbelsberg. Decke: Toth-silborn. (Nach pener). - IV. (Froihcrrl. 1607.) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 Eeichclsberg. 3 in Blau ein silberner Balken, begleitet von drei (2, 1) aufrechten silbernen Banten (Heppenheim). — Drei Helme, davon der erste gekrönt: 1. Beicbelsberg. Decke: roth-silbern. 2. Stammkleinod; die Hörner aussen je mit droi goldenen Aepfeln besteckt. Decko: rotb-goldcn. 3. Blaue Hörner, jo von silbernem Balken durchzogen, dieser von 2 (1, 1) silbernen Bauten begleitet. Decko: blau-silbern (N. S. Hoher Adel). — V. (Gräfliches 1701). Geviert mit dem Stammwappen im Horzschild. 1 und 4 Beicbelsberg, 2 nnd 3 Heppenheim. — Drei gekr. Helme: 1. Beicbelsberg. 2. Stammkleinod (dio Hörner von Both und Silber getheilt, aussen, nach der Wappenabbildung im Diplome mit drei goldenen Aepfeln, nach dem zugehörigen Texte aber mit drei goldenen Granatäpfeln besteckt;. 3. Heppenheim. Decken: durchaus roth-silbern. (N.S. Hoher Adel.) — VI. (1771) Schräg geviert, mit dem Stammwappen im „gräflich" gekrönten Herzschild. 1 golden, belegt mit einem, den Hanptrand überhöhenden, goldenen Ovalschildc, darin der kaiserliche, golden bescheinte Doppeladler, im rochten Fang Scopter und Schwert, im linken den lieichsapfel haltend. 2 getheilt; oben Beichclsbcrg, unten in Schwarz drei (2, 1) goldene Korngarben (aus dem Puchheim'schen Wappen). 3 getheilt; oben Heppenheim, unten in Gold einschreitender, schwarzer Wolf wegen Wolfsthal). 4 von Hermelin und Silber gespalten, der Spalt mit dem oesterreichischen Bindenschild belegt, dieser unter dem Erzherzogshut mit dem Fürstenmantel; vom auf golden-bequastetem rothen Kissen der Reichsapfel (wegen des Truchscssenamtes in Oesterreich ob u. unter der Ens), hinton ein gekr., blauer Löwe, überdeckt von zwei abge-lodigten rothen Balken (wogen Pommersfelden). — Sieben Helme, davon der 1. 2. und 4. mit .siebenperligen-, der Best mit gewöhnlichen Laubkronen gekrönt. 1. Das Kissen mit dem Beichsapfel tzuni Truchsessonainte von Oesterreich). Decke: roth-golden. 2. Eine goldene Garbe (zu Puchheim). Decke: roth-golden. 3. Reichelsberg. Decke: roth-golden. 4. Stammkleinod (die Hörner mit Spitzen getheilt nnd je mit drei goldenen Granatäpfeln besteckt;. Decke: roth-golden, blau-silbern 5. Heppenheim. Decke: blau-silbern. 6. Der schreitende, schwarze Wolf von Wolfsthal. Decke: blan-silbern. 7. Der balkonbelegte Löwe von Pommersfelden. Decke: blau-silbern. — Schildhalter: Zwei widersehende, gekr., goldene Löwen, in den hinteren Vorderpranken an goldenen Stangen je eine golden befranste Standarte haltend, deren rechte, golden, mit dem Reichsadler, die linke wie „Oesterreich'- bezeichnet ist. (N. S. Hoher Adel. Dieses Wappen führen noch gegenwärtig die Aeste Schönborn - Buchheiui nud Schönborn in Böhmen, doch das erste Feld heraldisch verbessert-, der Ovalscbild ist entfernt und der Doppeladler in das Feld gesetzt. Anlässlich der Wappeuver-einigung mit Puchheim wurdo ein arger Fehler begangen, indem statt des Stammwappeus dieses Geschlechtes, in Silber ein rother Balkon, die Garben aufgenommen wurden, welche die Bochheim wegen des Truchsesscnamtes von OeBt. ob u. unter d. Ens führten; im Schönborn'schon Schild ist dieses Erbamt somit zweimal vertreten.) — VII. (Gegenwärtig geführtes Wappen des Astes Schön-born-Wicsentheid.i. Zweimal gespalten uud zwoimal go-theilt; das fünfte Feld ist von dem „siebenperlig" gekrönten Herzschild, darin das Staiiimwappeu, überdeckt. 1 Beicbelsberg, 2 in Gold der Beichsadler, 3 Heppenheim, 4 der Reichsapfel auf dem Kissen, zum 'l'ruch-sessenamte, 6 die Carbon, zu Puchheim. 7 Wolfsthal, (der Wolf vou natürlicher Farbe), 8 iu Silber der Rindcn-schild mit Erzherzogshut u. Mantel, 9 Punimorsfelden. — Die sieben Heimo in folgender Reiho: 1. Wolfsthal (der Wolf von natürlicher Farbe und wachsend). 2. Zum TruchsesBeuamto. 3. Beicbelsberg. 4. Stammkleinod. 6. Heppenheim. G. Zu Puchheim. 7. Pommersfelden. Die Decken sind wie bei VI. angeordnet; Schildhalter ebenfalls wio vorhin. (N. S. Hoher Adel.) Das nralte Geschlecht hatto die erste Heimath in der Grafschaft Katzenelnbogen, wo ob seinen Sitz Schönborn, der im dreissigjährigen Kriege in Trümmer giong, von den dortigen Grafen zu Lohen trug. < 'onrad v. Sch. kommt 1279, Diotrich 1284 vor. — Am Rhein erscheint die Familie urkundlich in der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts. — so Conrad v. Sch. 1347, - und wurde von dort durch die Söhne Georgs und der Maria Barbara von dor Leycn, Erbin zn Heppenheim (an der Saale) nach Franken verpflanzt. — Von diesen belohnte dor berühmte Jolianu Philipp (geb. 1G05, t 16731, 1642 Fürst-Bischof zu Würzbnrg. 1647 Erzbischof nnd Churfiirst zu Mainz, 1665 Erzbischof zu Worms. Beinen Bruder Philipp Erwcin (geb. 1607, f 1668) mit dem Erbschenkcnainte des Erz-stiftes Mainz, dem Erbtruchsesscnamte des Hochstiftes Würzburg und dessen fünf Söhne 1671 mit der freien Beichshorrschaft Beicbelsberg in Frauken, (in deren Ge-nuss sie jedoch nie traten;, sammt dorn auf dieser Herrschaft haftenden Stimmrechte im fränkischen Kreise. Letztere erhielten, nachdem schon ihr Vater Philipp Erwcin d.d. 29. 11. 1663 den Reichsfrciherrnstand erlangt hatte, d. d. Wien 2. 7. 1697 eine Erneuerung dieses Adelsgradcs als ..Freiherrn v. Schönboru, Herrn zu Beichclsbcrg und Heppenheim" uud drei derselben, Lothar Franz. 1693 Fürstbischof von Bamberg. 1695 Erzbischof nnd Churfürst zu Mainz, welcher Pommersfelden in Franken und die Herrschaft Munkäcs in Ungarn, diese als kaiserliche Donation, erwarb, dann Melchior Friedrich und Johann F>weiu, cburmainz'scher geheimer Bath, wurden d.d. 1. 8. 1701 in den Beichagrafenstand erhoben. Von ihnen ist Melchior F'riedrich (geb. 1644, f 19. 5. 1717), Herr der Herrschafton Pommersfelden, Heppenheim, u. s. w„ kaiserl. und cburmainz'scher geh. Bath, etc.. am 21. 4. 1711 sammt seiner Descendcnz in den Herrenstand Oesterreichs ob der HnB aufgenommen, vermält mit Maria 8ophia Freiin v. Horneburg. Vater von elf Söhnen geworden, nnter welchen hier jedoch nur drei in Betracht kommen. Friedrich Carl (geb. 3. 3. 1674, t 25. 7. 1746), Budolf Franz Erwein (geb. 23. 10. 1677, t 22. 9.1754) nnd Anselm Franz (geb. 4.6.1681, f 10. 7. 1726). — Der Erstere, Beichs-Vicekanzlcr nnd Bischof von Bamberg nnd Würzburg, erwarb käuflich von F'ranz Anton, letztem Grafen von Puchheim (t 1718), Bischöfe S4S 013E1! ÖSTERREICHISCHER ADEL. von Wiener-Neustadt, die Herrschaft Güllersdorf in Nieder-Oesterreich, erhielt von diesem auch das, bisher den Puchheim zugestandene Erbland - Truchscssenamt vou Oesterreich ob u. unter der Ens mit kaiserl. Genehmigung d. d. 10. 10. 1096 übertragen, als kaiserliche Donation die grällich WolfsthaTschen Güter und erlangte für sich, seineu Vater und dessen gesaminre Descendenz mit Diplom d. d. 19. 2. 1711 neuerlich das Erbtruchsessenamt in Oesterreich nebst der Bewilligung Namen und Wappen vou Pnchhaim (Buchheim; mit dem eigenen vereinigen zu dürfen. Seine beiden vorgenannten Brüder gründeten die beiden Linien Schönborn - Wiesentheid in Frauken und Schöuborn - Heussenstamm (Schönborn-Buchheim) in Oesterreich uud Ungarn, welcher Letzteren das reichs ritt-rschaftliclie Schloss uud Dorf Heusenstamm bei Frankfurt ain Main, dio oesterrcichischen, ehemals Puch-heim'schen Güter, ferner die Herrschaft Munkiics mit Sz. Miklos in Ungarn, das Erb-Truchsessenamt in Oesterreich. das ungarische Indigenat seit '20. 1. 1729', auch die Würde eines Erb - Obergespanes des Beregher Corni-tates (seit 3. 7. 1740/ zustand, die aber schon mit ihres Stifters Anselm Franz Sohne, Eugen Erwein (geb. 27. 1. 1727) am 25. 7. 1801 im Mannesstanime erlosch, worauf die Güter, Titel und Würden an die fränkische Linie übergiengon. Aus dieser überkam deren Begründer Endolf Franz Erwein, Herr zu Pomniersfelden, etc.. Bitter des Ordens vom Goldenen Vliesse. kais. geh. Bath. durch seine Gemalin Marie Eleonore Charlotte Gräfin v Hatzfeld-Gleichen die Beichsherrschaft Wiesentheid in Franken, welche dieselbe von ihrem ersten Ehelurrn, dem Grafen Otto v. Dernbach ererbt hatte, und damit zu dem. dem Gesaiumt-hause wegen Beichelsbcrg zustehenden Sitze anf der fränkischen Grafenbank daselbst fiir diese Linie aucli noch ein zweites Stimmrecht. Sein Enkel Damian Hugo Erwein igeb. 27. 10. 1788) erbte 1794 von dem Sohne seiner Schwester Bernhardine Therese, Friedrich Cajetan letztem Fürsten von Hatzfeld-Gleichen, dessen Allodial-herrschaften Dlaskovic, Malesic und Unter- Lucavic in Böhmen, wozn er die Güter Prestic und Prichovic käuflich erwarb, ferner 1801 den Gesammtbesitz der erloschenen Schönborn-Heussenstamm'schen Linie und vertheilte diese namhaften Güter unter seine drei Söhne, Franz Philipp Josef (geb. 15. 9. 1708, f 18. 8. 1841), Erwein Franz Damian Josef geb. 7. 4. 1770, f 5. 12. 1840) und Friedrich Carl (geb. 2.8.1781, t 24. 3.1849), welche die Stammväter der gegenwärtig blühenden drei Zweige wurden. Schönborn-Buclihuim, Schönborn-Wicsen-theid und Schönborn in Böhmen. Dem Zweige Schönborn-Bnchheim steht das Erbland-Truchsessenamt in Oest. ob u. unter d. Ens, und dem jeweiligen .Majoratsherrn die Würde eines Erb-Obcr-gespans des Beregher Comitates zu. Besitz: Die Fidci-commiss-Herrschaften Schönborn (Mülilberg), Weyrburg mit Aspersdorf, Mautern mit Wolfpassing und Wieselburg, Rotliengrub, sämmtlich in Nieder-Oesterreich; in Steiermark Arofels. Dörnberg nnd Schmiernbcrg; in Ungarn Munkäcs mit Sz. Miklos: ferner dio Allodialherr-8chaft Rossatz in Nied -Oest. — Gegenwärtiger Majoratsherr: Graf Erwin Friedrich Carl (geb. 7.11. 1842), k. k. Kämmerer und geh. Bath, Enkel des Grafen Franz Philipp Josef. Im mittleren Zweige Schönborn-Wiescntlieid ist der jeweilige Chef erbliches Mitglied der königl. bayr. Kammer der Beichsräthe. Besitz: Die F'ideicommiss-Herrschaftcn Wiesentlicid (durch die rheinischen Bundesakte 1800 der Krone Bayern standesherrlich untergeordnet), Gaibach, Zeilitzheim. Pomniersfelden. Krombach und Weiher in Franken, Heussenstamm im Grossherzogth. Hessen, (diese Herrschaft früher dem Aste Schönborn-Buchhcim zustehend, wurdo 1814 gegen die steiermärkischen Herrschaften eingetauscht; und Schloss Reichartshausen im vorm. Herzog- thume Nassau. — Gegenwärtiger Majoratsherr: Graf Arthur F'ranz Maximilian 'geb. 80. 1. 1846), Enkel des Grafen Erwein Franz Damian Josef. Im jüugsten, böhmischen Aste ist der jeweilige Fidei-commiss-lnhaber erbliches Mitglied des Herrenhauses des Reiclisrathes. Besitz: Die Fideicouimiss - Herrschaften Lukavic, I'laskovic, Prichovic und Malesic. — Gegenwärtiger Majoratsherr: Graf Carl F'riedrich Josef August Maria Erwein F'ranz geb. 10.4.1840), Eiikel des Grafen Friedrich Carl. Durch Bescliluss der deutschen Bundesversammlung vom 13. 2. 18-9 steht den Häuptern aller drei Aste das Prädicat „Erlaucht" zu. Das gosammto Haus besitzt das Indigenat in allen oesterreichischen Erbkönigreielien und Ländern. (H.-M.; Kneschke's Deutsche Gral'enhäuser der Gegenwart: Adelsschematismus des oesterr. Kaiserstaates von Schönfeld; N. S. Hoher Adel; gotha'sche Almanache.) gehOuHtetter. (Taf. 91.) Wappen: In Silber eine Krone, aus welcher Kopf und Hals eines Greifen wächst; dieser schwarz mit rothem Kamm auf dem Haupte, golden bewehrt. — Gekr. Helm: Das Greifenhaupt wie im Schild. Decke: schwarz-silbern. (N. S. f bayr. Geschlechter.) Die Schönstettcr, altbayrische Turnierer, erwarben für kurze Zeit dio Veste Jochenstein auf einer Donau-Insel oberhalb Engelszell. — Ihr Stammhaus SchönBtett lag in der Hofmark Warnpach (Wampach) bei Wasserburg in Oberbayern am rechten Inufer; gegenüber im Kloster Rott, wo sie das Kämmereramt inne hatten, ist ihr Erbbegräbniss gewesen. Den Üonradus de Schönstet, Rector curiae inclitae Ducissao Bavariae, hat Wig. Hund in einem Briefe vom Jahre 1288 als Zeugen gelesen. — Heinrich, Chunrat und Hanns werden 1345 genannt: Hanns und Hector die Schönstettcr erscheinen im Gedächtnissbnch des Klosters Itott ao. 1349. Peter Sch. bezeugte 1394 das dritte niederbayrische Bündniss, war 1429 passau'scher Pfleger zu Ranariegl, 1434 — 1437 Pfleger zu Fürsteneck (Gerichts Freyung in Niederbayern) und 1438- 1439 Pfleger zu Warnpach am In. Am 19. Mai des letzteren JahrcB verlieh ihm und seinen Söhnen Erasmus. Hector und Hanns, Bischof Leonhart von l'assau die Veste „Jolicnstcin anf der Tunaw gelegen" zu Leibgeding. Letztgenannter Hector Schönstettcr (t 1478) erlangte in seiner Ehe mit Beatrix v. Adeltzhausen zwei Söhne, Christoph und Petar, deren ersterer 1514 das fünfte bayrische Bündniss bezeugte und mit seiner Gemalin Helena v. Losenstein den Jochnin (+ ledig in Kriegsdiensten) und den Hector gewann, welcher Pfleger zu Hals wurde und dort 1544 starb. Derselbe hatte sich erst mit Barbara v. Pintzenaw, dann mit einer von Bott, schliesslich mit Sibilla v. Waldau vermält und erlangte erst in seiner dritten Ehe einen Sohn und eine Tochter. — Ersterer, Hanns Christoph, zuvor Domherr zuF'reisiug, verzichtete auf diese Pfründe, nahm eine Zcilhoforin zur Gemalin, starb aber kinderlos schon im Jahre 1509 als der letzte Mannessprosse seines Geschlechts, worauf Warnpach, arg verschuldet, an seine Schwester Maria Magdalena über-gieng, dio sich erst mit Wilhelm v. Haunsperg. dann mit Sighart v. Leublfing hatte trauon lassen und die Hofmark ao. 1573 an Alexander von Freyberg zu Aschau veräusserte. — Das Stammhaus Schönstett war schon früher an die nalio verschwägerten Beichertslieimer gekommen; ebenso ist Jochenstein, wenn nicht bereits vorher, so jedenfalls nach dem Ableben der Söhne des älteren Peter Sch. an das Hochstilt Passau heiingufallen. (Wig. Hund, bayr. Stammenb.; N. S. t bayr. Geschlechter; Strnadt-Veldon.) OBEB ÖSTERREICHISCHER ADEL. 349 Schott. (Taf. 91). Wappen: Geviert. 1 unil 4 in Silber ein natürliches (?) Einhorn. 2 und il in Iilau am linken Seitenrand ein rothbekleideter Schwertarm. — Zwei gekr. Helme: 1. Das Einhorn wachsend. Decke: blau - silbern. 2. Der Schwertarm. Decke: roth-blau. (N. S. bayr. Edelleute). Zur Zeit der Ucbernahme des Inkreises von Bayern durch Oesterreich sass auf der landtäliich eingetragenen Hofmark Mosbach Felix vou Sehott, dessen Familie das Prädikat .von Regenpeilstein- führte und im Jahre 1696 eino Adelsbestätigung durch Kaiser Leopold I. erhalten hatte. Von Felix von Schott gieng auf Grund dessen Testamentes und einer Volljährigkeits - Erklärung Mosbach im Jahre 1800 auf einen zweiten Felix v. Schott über, der den Besitz 1800 an den k. k. Kämmerer und Obersten Emanuel Grafen von Latour veräusserte. (N. S. bayr. Edelleute: Landtaf). Kt-hralteiilMM-li (Schi-Ottenbach). (Taf. 91). Wappen: I. (Stammwappen). Iu Schwarz ein schräger, goldener Welleubalken, im linken Obereck von einem goldenen Stern. im rechten Untcreck von einem aulrcch-ten, gestiimmelten, jedoch rechts mit einem goldenen Blatt besetzten ABt begleitet. — Gekr. Helm: Zwischen von Gold und Schwarz iibereck getheiltem Hörnerpaar ein goldener Stern. Decke: schwarz - golden. (N. S. Adel von österr. Schlesien. In der ob der Ensechen Ritterstandsmatrikel fehlt der Steril am Helm; von den Hörnern erscheint das rechte golden, das linke schwarz). — II. (Freiherrl. 1598). Geviert mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 und 4 in Roth eine mit der Fläche vorwärtsgekehrte, mit einem eisernen halbrunden Hacken durchbohrte Hand: 2 und 3 iu Silber ein oberes linkes, rotlies Freiviertel. (Der Rückschild zu „von der Dörr, dessen Vereinigung dem Geschlechte schon 1588 durch Erzherzog Carl gestattet worden war). — Drei gekr. Helme: 1. Offener rother, je mit der Hand belegter Flug. Decke: roth-silbern. 2. Stammkleinod. Decke: schwarz-golden. 3. Von Roth und Silber getheilte Börner. Decke: roth-silbern. (X. S. Adel vou österr. Schlesien). - III. (Gräfl. 1049). Zweimal gespalten, einmal getheilt, mit dem Stammwappen im Herzschild. 1 gespalten; vorn in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten in Silber fünf rothe Sohrägbalken. 2 in Roth zwei silberne, mit dem Hacken durchbohrte Hände nebeneinander. Im von Schwarz nnd Gold siebenmal getheiltcn 3. Felde ein silberner Schrägbalken. 4 in Silber ein grüner Lorbeerkranz. 5 in Schwarz ein abgeledigtcs Tatzeiikreuz. 0 in Roth ein goldener Löwe. — Vier gekr. Helme: 1. Offener, rother Flug. Decke: roth-silbern. 2. Stammkleinod. Decke: schwarzgolden. 3. Drei Straussenfedern. schwarz, golden, schwarz. Decke: schwarz-goldeu. 4. Schwarzer Adler. Decke: roth-silbern. (N. S. Adel von österr. Schlesien) Das Geschlecht ist angeblich um die Mitte des XV. Jahrhunderts aus Franken nach Steiermark eingewandert, wo Pankraz v. Sch. um 1540 die Herrschaft Heggenberg von Ulrich Freiherrn v. Eitzing im Kaufswege an sich brachte. — Max v. Sch. wurde am 25. 11. 1588 Hauptmann nnd Vicedom zu Cilli, 10. 2. 1591 Landeshauptmann in Stciermurk. am 20. 12. 1590 mit dem Erblaud-Vorschneideramtc in Steiermark belehnt und 1598 in den Froihorrnstand erhoben. Balthasar Freiherr v. Sch. (geb. 25. 8. 1547) war Obersthofmeister des Erzherzogs Ferdinand (nachherigem Kaiser Ferdinand II.) und soll, wie die Matrikol besagt, die ob der Ens'sche Landmannschaft erworben haben. Die Eintragung erfolgte im „Ritter"-Stando 1619, doch war Freiherr Balthasar, dessen Nachkommen, wio Uberhaupt das ganze Geschlecht, in Oester- IV. 5. reich ob der Ens nie begütert wurden, schon am 2.4.1618 gestorben. Freiherr Felix v. Sch. (geb. 1570) tliat sich in den Türkenkriegcu hervor; dessen söhnen wurde am 12. 10.1649 der Grafenstand zu theil Von denselben spalteten Johann Friedrich und Maximilian den Stamm in zwei Linien, deren erstere durch Johann Friedrichs Enkel, den Cardinal-Fiirstbiscliof von Olmiitz Grafen Wolfgang Hannilial v. Sehr, (geb. 1660. f 1739- nach .Mähren gezogen wurdo, wo sio mit dem Grafen Vincenz Christoph. Bischöfe von Luvuut, schliesslich Bischöfe zu Brünn, welcher 1788 in den Reichs-fiirstenstand erhoben worden war, ain 25. 5. 1816 im Mannesstamme erlosch. Die stcicrmärkische Linio, die in ihrer Heimath mit den Herrschaften Heggeuberg. Osterwitz, Lemberg, Salloch, Lechen, Anderburg, Präwald. Hochencck, Eibis-wald und Burgstall, durch den Curdinul-Fiirstbischof von Olmiitz, Grafen Wolfgang Hanuibal, auch in Mähren und Schlesien begütert wnrde. ist mit dem Grafen Otto am 31. 12. 1820 heimgegangen. (N. S. Adel von oesterr. Schlesien; Schmutz, bist or. topogr. Lexikon v. Steiermark; R.-M). Schrcirr. (Taf. 91). Wappen. Kleinod: Von zwei Schrägbalken durchzogener Pliigol. (Nach dem Originalsiegel Hanns des Schreier un dessen unten näher bezeichneten Verkaufsbriefe d. d. 28. 1. 1392; Stiftsarchiv zu Wilhering. An dem nachstehend gleichfalls verzeichneten Briefe d. d. 7. 4. 1381 sollen, laut einer Notiz an der Abschrift dieser Urkunde im .Museum Franc. - Carol, Häusel und Helmel die Schreyer im Schild „einen gebogenen Schrägbalken" geführt haben). Die Schreier erscheinen als schaunberg'sche Dienstiente zu Emlu des XII. Jahrhunderts und hatten ihre Ileiinath in der Pfurre Hörsching auf dem Schrcycrgute. Ob die schon vorher im Gefolge der .Tulbncher auftretenden „Scrier" diesem Geschlechte zugehürcu, mag fraglich bleiben, wenngleich manche Wahrscheinlichkeit dafür besteht. Zu den Letzteren zählen Aerbo scrier, der c. 1105 eine Fornibacher Tradition .Wernhard's von Julbach bezeugte, dann auch „Ditmarus scriaere et filius eins item ditmarus", welch" Beide um 1180 in einer Rcichersberger Tradition unter den Zeugen stulicn. Verlässlich treten dio Schreier mit Eberhart (I.) schriar auf, der c. 1195 eine Stiftung Wernhard dos Jüngeren von Schaunberg nach Formbach bezeugte. Demselben folgten, wohl als Enkeln, diu liriider Eberhard II. und Lcntold, zwischen welchen und dem Grossvater die Stammreiho durch Ulrich 1. vermittelt wurden dürfte, der am 13. 9. 1251 in einem Briefe der Briider Heinrich und Wernhart v. Schaunberg nucli Monsee erscheint. Leutold kommt ao. 1250 im Vereine mit seinem Bruder Eberhard II. Schreyer iClamator) urkundlich vor, Letzterer ausserdem zu Wels 25. 2. 1251, zu Schaunberg 1256 und 29. 9. 1264. Beide Briider waren noch am 1. 5. 1291 am Leben, an welchem Tage sie unter dem Siegel ihres Herrn. Heinrich des Aelteren von Schaunberg, bekannton, das Gut -datz dem Zilien" zn rechtem Eigen gegen ein Eigengut zwischen Elling und Goldhub nach Hanshofen gegeben zu haben. Ulrich II. bezeugte zu Schauuberg 24. 6 1325 den Schaunbcrg'schen Uebernahmsbrief, die Vogtei über das Schifer'schc Spital zu Eferding betreffend, und erscheint ein zweites Mal 1343; seine Wittwe Elsbeth wird 1366 genannt; d.d. Ebersberg (in Bayern) 23. September vor-geduchten Jahres vcrsprachcn der Abt und Convcnt des dortigen Klosters den Grafen v. Schaunberg die Lehen zu überlassen, welche Elsbet, Ulrich des Schreyer Wittwe inne habe. - Dessen Söhne waren zweifellos Georg, Jans 88 350 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. (Hänsol) und Helmhart (Helmel). Unter der Bürgschaft der beiden Letzteren, auch jener seines Freundes Sighart des Graber, reversirte am Georgitag 1372 der Erstere, Georg der Schreier. Pfarrer zu Waldkirchen am Windberge, dein Kloster St Florian von seiner Pfründo jährlich 14 Pfund Pf. entrichten zu wollen. — Des Georg jüngere zwei Brüder, Hansel und Helmel, veräusserten am 7. 4. 1381 ihr rittermässiges Eigen, die Hube zu „Hausleitten am ortt gelegen in waczi nchircher pharr" an Jörg den Linberger und Hauns den Xcilaher. uud elf Jahre später, am 28. 1. 1392. ward auch das Schreyergut abgegeben, das Hanns im Vereine mit seiner Hansfrau Ursula am letzteren Tage dem Stifte Wilhering käuflich iiberliess. — Mit diesem verschwindet der Name des Geschlechtes, das weder durch den Freiherrn v. Hoheneck noch in der Matrikel Aufnahme gefunden hat. .Stiftsarchiv zu Wilhering; U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc. - Carol.; Strnadt-Peuerbach). Schüller. (Taf. 91). Wappen: (1573. Von Gold und Blau getheilt; unten eine Krone, aus der ein Pfauenrumpf in die ubere Felduug wachst. — Gekr. Helm: Badschlageuder Pfau, auf der Helmkrone stehend Decke: blau-golden. (Das Wappen, jedoch mit ungekröuteni Stechhclm, wurde schon ao. 1570 verliehen; k. k. A.-A). Lorenz Schütter, erst beim kaiserlichen Proviantweseu bedienstet, dann Hofzahlmeisteramts - Verwalter, erhielt nachher als Controlor in diesem Amte und für seiuo Verdienste dortselbst im Vereine mit seinem Bruder Gregor durch Kaiser Maximilian II. d. d. Wien 10. 12. 1570 einen Wappenbrief mit Lehensartikel, ferner drei Jahre später, wieder gemeinsam mit dem Bruder Gregor, über den und seine etwaigo Descendenz nichts weiter verlautet, d. d. 23. 9. 1573 den erbläudischen, rittermässigen Adelstand, wurde in der Folge des Erzherzogs Ernst Pfennigmeister nnd starb als „der Rom. Kaiserl. Majestät Ober-Dreyssiger zu hungarischen altenburg" und Rath des Erzherzogs Maximilian. Er wurde zu Münzbach in Oesterreich ob der Ens bestattet. Dnreh seine erste Ehefrau Anna, eine Tochter des reichen Wiener Handelsmannes nnd Bürgers Georg Kirch-haimer zu ansolinlichen Mitteln gelangt, — die zweite Gemalin war Barbara Prunnerin, — hatte Lorenz v. Sch. nicht gesäumt für seine Nachkommen dnrcli Besitzerwerbungen zn sorgen; er machte sich, nachdem er das, früher von der Hofkammer au Gabriel v. Kollonitz verpfändete, dann den Erzherzogen Maximilian und Ernst znstcheudo Schloss Klingenberg im Machlande laut Uebergabsbriof des ersteren Prinzen d. d. Krasnistow 10. 8. 1588 an sich gebracht hatte, auch in Nieder-Oesterreich ansässig, wo er einen Freihof zu Eulersdorf boi Brunn am Gebirge, die Güter Collmiintz nnd Harmannsdorf erwarb und am 1.3. 1595 seine Aufnahme nnter die dortigen neuen Bitter-stands-Geschlecliter erlangte. Am 27. 1. 1596 kaufte er, ebenfalls in Nieder-Oesterreich, von Ferdinand Balthasar v. Meggau die Herrschaft Eggenburg und wandto sich hierauf neuerdigs nach Oest. ob d. Ens, wo er mit Vertrag d. d. Windhaag 12. 4.1597 von dem Freiherrn Friedrich von Prag Schloss und Herrschaft Windhaag, Schloss Pragthal nnd dio drei Kirchonlehen Münzpacli, Altenburg und Petkhirclien käuflich an sich brachte. Lorenz I. ist am 8.4. 1596 im jungen Ritterstande Oest.'s ob der Ens immatriculirt worden. Von seinen Söhnen, Loronz II. nnd Georg, vermälte sich der erstere, nachdem Euphrosina Fenzl von Grub als seine Braut gestorben war, mit Maria Elisabeth Strasserin v. Gleiss und starb c. 1620 mit Hinterlassung eines minderjährigen Sohnes WoB Gottfried, für welchen seines Vaters Brnder Georg d. d Wien 19. 8. 1621 mit Wind- liaag sammt den Zugehörungen durch Kaiser Ferdinand II. belehnt wurde. Wolf Gottfried blieb ohne Descendenz. Georg v. Sch.. der zu Horn 3. 10. 1608 sein Siegel an den Bundbrief der evangelischen Stände als das 156. hängte, fügte zn dem vaterseits überkommenen Klingenberg das Gut Feyregg im Traunviertel, das seine Gemalin Dorothea, von ihrem 1614 verstorbenen Vater Hanns Fenzl zu Grub ererbt hatte, und gelangte ferner nach soines Neffen Wolf Gottfried früh erfolgton Tode in den Besitz von Wind-liaag. Aber Georg haftete hior zu Lande nicht an dcrSchoHe und schritt alsbald zu durchgreifenden Veräussorungen, durch welche 1629 Klingenberg an das Kloster Waldhauscn, Feyregg im nämlichen Jahre an das Spital am Pyhrn und Windhaag 1636 an Joachim Ennzinnller, den nachherigen Grafen von Windhag. kam. Darauf zog er nach Nieder-Oesterreich, wo er um 3. 3. 1637 im Landtage erschien und sich vermuthlich zu Kolmünz niederliess, nachdem Eggenburg schon im Jahre 1611 vorkauft worden war. Zwei Söhno überlebten ihn, Hanns Budolf und Helferich. — Der Erstere schloss seinen Ehebnnd mit Johanna Ernestine Freiin von Bauber, die ihm das Gut Waldreiche am Wald (V.O.M.B.) zubrachte nnd mehrere Söhne gebar, von denen jedoch nur einer, Georg Budolf. in den Stand der Ehe trat und sich erst mit Elisabeth v. Jordan, dann mit Maria Begina Freiin v. Berchtold zu Sachscngaug trauen liess. Der ersten Gemalin entstammten Johann Gustav und Ferdinand Karl, der zweiton Franz Budolf Gottfried, welcher 1730 kaiserl. Oberstlieutcnant und mit einer von Laglborg vermält war. Keiner von den Letztgenannten gflanzto den Stamm fort. — Helferich, Georg's anderer ohu, erzeugte in seiner Eho nur Töchter. — Die Nachricht im Taschenbucho der freiherrliclien Häuser auf das Jahr 1869, dass Letzterer einen Sohn Franz Ferdinand gehabt habe, der als „Freiherr von Klimberg zu Klingenberg" in den .oesterreichischen'' Freiherrnstand erhoben worden sei und das Geschlecht bis zu seinen Urenkeln fortsetzte, ist höchst nnglaubwürdig. Ueber eine Frei-iierrnstandserheburig zu den Namen Schütter, KBngcnberg und Klimberg findet sich im k. k. Adelsarchive nichts vor. K. k. A.-A.; IL; W.; Notizenblatt dor kaiserl. Akademie; Fortsetzung zum U.-B., Manuscr. im Mus. Franc.-Carol.; Pillwein's Miiklkrcis; Pritz, Geschichte des Landes o. d. E.; M. M. von Wcittenbillcr: Schloss Feyregg und seine Besitzer, im Jahrbucho IS84 der k. k. herald. Gesellschaft „Adler" in Wien; freiherrl Taschenb.). Schwab. (Taf. 92.) Wappen: Bin Vogol, auf einem Binge (Ballen?) stehend und eineu Bing im Schnabel haltend. (Nach dem Siegel des „hans Shwab", abgebildet in Streun's Manuscriptnm genealogicum; Landesarch. I>aB dem Hanns Sch. in der Matrikel zngesciiriobene Wappen ist aus der Luft gegriffen). Freiherr Beichard Streun entnahm den vorbeschriebenen Schild einer Urkunde des Jorg Aygelsperger d. d. 1402, welche dieser von seinem lieben Schwager Hannsen dem Shwaben von St. Voychtcn nnd Hannsen dem Pon-halm, Pfleger zu Pürclienstein, siegeln liess. Hanns Schwab sass damals zweifellos zu St. Veit im Mülilviertol, wo der Aigelspcrgor und der Pfleger zn Püh-renstein Nachbareil zu ihm waren. — Vorhergehend ist die letzte Nachricht Uber dioscnSitz aus dem Jahre 1393; damals übergab Hans der Posch, im Voreino mit seiner Mutter Kunigund, Hcrtlein dem Schncckenreuter, seinem Schwagcr, das Hecht au dem halben Sitze St. Veit in der Wachsenbergor Grafschaft, wio ihm dieses von soiner Mutter Brudor, (Jhunrath v. Wachsenberg, dem Gott genad, anerstorben war. Weitere Berichte Uber den Hanns Sch. und über St. Veit, dus in dor zweiten llälfto des XV. Jahrhunderts an die Stöger kam, sind nicht vorhanden. — Ein Hanns OBERÜSTERREICIIIJCHER ADEL. 201 Swab stellte sich zu Salzburg 28.2.1388 dem Erzbischofe Pilgrim v. Salzbarg zum Kriege gegen Bayern. Ob dieser identisch mit dem Erstgenannten ist, lässt sich nicht erweisen. Jener .Hanns Svrab ge5, dann noch am 10. Juli letzteren Jahres vor, an welchem Tage er einen Verkaufsbrief des Georg Sinzendorfer zum Wasen, der ihn Schwager nennt, an das Gotteshaus zu Mittcrkirchcn besiegelte. Er war mit Agnes, Hannsens IV. v. Sinzendorf Tochter, vermält, welche noch 1483 am Leben gewesen zu sein scheint, denn am 8. Juli dicscB Jahres stifteten des letztgenannten Sinzendorfer Töchter, nämlich Potcntiuna, des Wolf Premscr Wittib, Ehrentraut, des Wolf I'erkheiiner Hausfrau, Elspet, Jorgen des Kitzinger Hausfrau, und Er-liart (III.; Sweinpcck anstatt seiner Mutter Agnes zwei Jahrtage in der Pfarrkirche zu Wartberg für den Vater Hanns Sinzendorfer nnd den Brnder IVrnhart Sinzendorfer. — Mit Letzterem war die männliche Descendenz Hannsens IV. v. Sinzeudorf erloschen, worauf von den hinterbliebencn Töchtern Erhart III., der Sohn des dritten Hanns Schweinpeck und der Agnes v. Sinzeudorf die Veste Haus in der Pfarre Wartberg au Bich brachte. Er bezeugte am Freitag nach St. Margaretha 1 »87 einen Verkaufsbrief des Stephan v. Pach an Valentin Hohenecker, war ao. 1508 Anwalt oh der Ens und 1514 passan'scher Pfleger zu Ebelsberg, wo er am Philipp- und Jakobstag lülö das Zeitliche segnete; seine Gemalin Magdalena, geb. Fröschlin, folgte ihm ao. 1528 nach und wurde an seiner Seite zu Ebelsberg bestattet. Der beiden Letzteren Sohn Adam Schweinpeck zum Haus erwarb, unbekannt in welchem Jahre, die Herrschaft Kreuzen im Machlande, in Nied.-Oesterreich auch das Gut IV. 5. Senftenegg, entäussertc sich aber all' dieser Besitzungen; Ilaus gieng, laut Bittzettel au Hanns Hohenecker d. d. St. 3Iattbiastag L">24, in die Hände des Georg von Landau, Senftenegg 1535 an Beichart Moser und Kreuzen 1537 an Helfried von Meggan über. .-•ein Sohn aus der Ehe mit Margaretha üedenpich-lerin v. Harrass. Hanns V., blieb in drei Ehen, 1) mit Magdalena Hoferin, 2) mit Kunigund Diepolting nnd 3l mit Elisabeth Degernsecin kinderlos starb 1591, wurde in der Pfarrkirche zu Zell im Muchlande bestattet und dürfte der Letzte dieses Geschlechtes gewesen Bein. — Das Stammhaus ächweinlinch war damals längst nicht mehr im Besitz der Schweinpeck. Ber-its ao. 1122 hatte Pankraz der Ucder v. Schwertberg Schweinbach an Andre den Grnber verkauft. Der durch Hoheneck in die Stamuireilie dieses ob der Ens'schen Geschlechtes als Bruder Krhurt's III. eingefügte Georg Schweinbeck, der ao. 1439 beim Leichenbegängnisse Kaiser Albrechts den Hehn der windischen Mark trug, gehört offenbar den steiermiirkischcii Schweinbcckcn an, aus welchen ein Hanns Scliw. bereits im Jahre 13U0 zu Weinburg im Grozer Kreise) sass. Seidel am 1.4.1391 dein Herzoge Alhrecht III. v. Steiermark Urfehde schwur, wieder ein Hanns 1419 durch den Herzog Ernst mit der Veste nnd Herrschaft Lutteiibcrg (im < irazer Kreise) belehnt wurde. Jörg (14:11 - 14751, zn Lnttcnberg, am Bartlmiitag 1475 bei Sofia au der steirisch - croatischen Grenze tapfer gegen den Türken focht, Theobald 1446 bis 1403 lliBcbof zu Lavant war. — Diesen Steirischen dürfte auch Christoph Schweinbeck angehört haben, der sich zu Graz 13. 10.1660 mit Christine, des Georg Stadler Tochter, vermälte nnd mit dieser einen Sohn Sylvester gewann, der den Mannesstamm seines Geschlechtes beschlossen haben soll. iK. und k. Haus-, Hof- n. Staatsarchiv; Stiftsarchive zu St Florian a. Huhenfurth; U.-B. uud dessen Fortsetzung als Manusrr. im Mnseum Prnuc.-Carul ; Knncnkl's Collect, geneal : Notizenblatt der kaiserl. Akademie; Wig. Hund, bayr. Stammenb.; Muchar, Gcschichte der Steiermark; Schmutz, histor. topngr. Lexikon v. Steiermark: IL; E-M) MrhwIngerM-hueh. (Taf 92.) Wappen: Im von Gold nnd Silber gespaltenen Schilde auf einem natürlichen Dreifuls stehend, ein Bergmann in seiner Grubenkleidung, in Schuhen und weissen Strümpfen, die Linke in die Hüfte gespreizt, in der Beeilten t-cblägel und Hammer haltend. — Gekr. Helm: Wachsender. silberner Greif, im linken Fang eine goldene Waage haltend. Decke: schwarz-golden, schwarz-silbern. (K. k. A.-A.) Paul Erdinann Schwiiigerschueh, Assessor beim obersten Miinzmeisteramte, dessen Vater Sigmund durch fünfzig Jahre als Miinzwardein, zuletzt beim Hanpt-münzamte in Wien gedient hatte, wurde d. d. Wien 28. 7. 1759 in den erbländischen Adelstand erhoben. Ein Sohn oder Enkel desselben, Aloys von Schwinger-scliueh, brachte mit Knut'contract d. d. 15. 3. 1795 von dem Schiffmann Matthias Steger das landtäfliche Gnt Trauneck bei Wels an sich, veränsserte dasselbe aber wieder am 28. 4. 180)1 dem Josef Krauthanf. iK. k. A.-A.; Landtaf.) Heran. (Taf. 92, 93.) Wappen: 1. -Adeliges 1582.) Geviert. 1 nnd 4 in Gold ein natürliches, rothgezünnites Kameel. 2 nnd 3 in Grün eines .Langletten Seegestalt seiner natürlichen Wasserfarb-*. — Gekr. Helm: Hörner, rechts von Gold und Schwarz, links von Silber nnd Blau getheilt, in den Mundlöchern je mit drei Pfauenfedern besteckt. Decke: 89 854 OBEBü.-TEBREICHlSCH ER ADEL. schwarz-golden, blau - silbern, i Legal. Diplomsabschrift im Landesarch. Nach derselben war den Seeauern das gleiche Wappen. jedoch mit einem gekr., geschlossenen Stechhelnie. von K. Ferdinand (1558 verliehen worden.) — IL (Dil2.) Geviert. 1 und 4 iu Schwarz ein natürliches Kameel. 2 nnd 3 in Blau ein runder See — Gekr. Helm: Zwischen, rechts von Both und Silber, links von Gold und Schwarz geteilten, in den Mundlöchern je mit drei Flauenfedern besteckten Hörnern ein Geharnischter auf rennendem Bosse, eine goldene Lanze mit rothem Fähnlein in der Beeilten tragend. Docke: golden-schwarz, silbern roth. ■ Legal. Diplonisabsehrift im Landesarch.). — 111.(1686.) Geviert. 1 und 4 in Schwarz ein natürliches, gezäumtes Kumeel mit vorne herabhängenden Zügelriemen. 2 und 3 in Grün der See. — Zwei gekr. Helme: 1. Von Gold und Schwarz übereck geteilte, in den Mundlöchern je mit drei Pfauenfedern besteckte Hörner. Decke: schwarz-golden. 2. Geschlossener rother. von silbernem Balken durchzogener Flug. Decke: roth-silbern. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch.). — IV. Freiherrl. der Linie zu Ebenzweier und Puchberg 16S1.) Geviert, mit rothem Herzschild darin eine Krone (Cronenberg . 1 und 4 in Schwarz auf grünem Boden das natürliche, rothgezänmte Kauieel. 2 und 3 wie bei I. — Drei gekr. Helme. 1. Offener, rechts schwarzer, links rother Flug, rechts von goldenem, links von silbernem Balken durchzogen. Decke: schwarz-golden. 2. Zwischen, rechts von Roth und Silber, links von Gold und Schwarz geteilten, in den Mundlöchern je mit drei Pfauenfedern besteckten Hörnern ein, auf einem Brauu nach rechts sprengender Geharnischter mit rother Feldbinde, einer rothen Feder auf der Pickelhaube, eine goldene Fahne an rother Lanze in der Rechten haltend. Decke: roth-silbern, schwarz-golden. 3. Wie der erste Helm. Decke: roth-silbern ■ k. k. A.-A.). — V. (Gräfl. der vorgenannten Linie 1607.) Einmal gespalten, zweimal geteilt mit goldenem Herzschild darin „auf einem weissen hügleten gebürg" das natürliche, rothgezäumte Kameel. 1 (Cronenberg) gespalten; vorn in Roth eine goldene Krone, hinten in Silber vier (2, 2) Eisenhiitlcin. 2 (Schmidt Freiherrn v. Schwarzenborn) gespalten; vorn in Gold ein gekr. schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im linken das Sccpter haltend; hinten in Schwarz ein aufgerichteter, goldener Drache mit offenen Flügeln „einen weiss geflochtenen Türckhischen bundt" auf dem Kopfe, in der rechten Vordcrkralle einen goldgegrifften Türken-säbel schwingend, in der gesenkten linken einen aufgekehrten, goldenen Halbmond haltend: der Spalt ist mit einem Schildchen belegt; dieses gespalten; vorn in Blau ein aufgekehrter goldener Halbmond, darüber schwebend ein goldnes Hochkreuz, hinten in Gold ein schwarzes .Posthörndl''. 3 (Clcen) in Gold drei in den Goppel mit äen Spitzen zusammen gestellte, rothe Kleeblätter. 4 (von der Tliaan) in Both ein, mit Kopf und Schweif unter sich zusammengekrümmter, natürlicher Huclien. ö (Altorff) von Blau und Silber dreimal getheilt. 6 wie die hintere Spalthälfte des 1. Feldes. - Fünf Helme, davon die vier äusseren gekrönt, der mittlere mit einem Erzherzogshute bedeckt: 1. Ein „althcidnischcr" schwarzer Federbusch. Decke: schwarz - golden. 2. Der Adler und der Drache des 2. Feldes, zueinander auf der Helmkrone stehend. Decke: blau-golden. 8. Das Kameel auf dem Berge zwischen von Gold und Schwarz übcrcck geteilten, in den Mundlöchern je mit zwei Pfanenfcdern besteckten Hörnern. Decke: schwarz-golden. 4. Offener Flug, rechts von Schwarz und Silber getheilt, aus der Theilungslinie wachsend „ein weisses wildtstuck", links von Silber und Gold getheilt, unten mit den drei rothen Kleeblättern belegt. Decke: rotli-schwarz. 5. Hoher rother, mit dem Thaan'schen Fisch belegter, silbern gestülpter Hut, besteckt mil drei Straussenfedern, silbern, roth, silbern. Decke: roth - silbern. (Dieses überladene Wappen ist Taf. 02 genau nach dem im k. k. Adelsarchive erliegenden Entwürfe abgebildet.) — VI. (Freiherrliches dor Linio zu Würting, 1682). Kückschild wie bei IV (1681) mit gespaltenem, rothen Herzschild, darin vorn zwei „weisso Schussgattern" übereinander, hinten eine silberne Lilie. — Drei gekr. Helme: 1. Zwischen rechts von Roth und Silber, links von Schwarz und Gold geteilten, in den Mundlöchern je mit drei Pfauenfedern besteckten Hörnern der geharnischte Reiter wie im Wappen IV. jedoch mit goldenem Fähnlein. Decke: schwarz-golden. 2. Die silberne Lilie. Decke : roth • silbern , schwarz - golden. 3. Offener rother, beiderseits von silbernem Balken durchzogener Fing. Decke: roth - silbern (k. k. A.-A.). — VII. (Gräfliches der vorgenunnten Linie, 1600). Zweimal gespalten, zweimal getheilt. 1 und 9 in Schwarz auf grünem Boden das natürliche, rothgezänmte Kameel. 2 in Silber eine silberne (Ii griincingcfasstc Lilie (wegen Würting). 8 und 7 in Grün von Bäumen (einer An) umgebener See. 4 in Both drei silberne Bulken (wegen der von Thomas Seeaner regulirten drei Flüsse, Moldau, Ens und Traun). 5 in Gold ein schwarzer Doppeladler mit überschwebender Kaiserkrono, uuf der Brust mit dem goldenen Buchstaben L belegt. 6 in Both zwei weisse Salzstöcke nebeneinander, der rechte, königlich gekrönt mit schwarzem Band umwunden, dieses mit dem goldenen Buchstaben E (Königin Elisabeth belegt, der linko mit einem Erzherzogshut bedeckt, mit rothem Band umwunden, darauf der goldene Buchstabe A (Herzog Albrecht IL). 8 in Silber auf grünem Boden der geharnischte Beiter wie nm ersten Helm bei VI. — Die drei gekr. Helme summt ihren Kleinoden wie vorhin bei VI. — Schildhalter zwei weissgekleidcte „adelige" Bergmiinncr. jeder auf einem Bergwerke stehend, einen gekrönten Helm mit grünem Strausseni'ederbusche. davor je die beiden Salzstöcke des 6. Feldes, auf dem Haupte. Dor rechte Mann, mit schwarz - goldener Helmdecke, hält in der rechten einen mit schwarzem Band umwundenen, eigentlich von Weiss nnd Schwarz dreimal geteilten und in dor oberen schwarzen Feidung mit den goldenen (5 belegten Salzstock, den auch der zweite Mann, mit roth-silbcruer Helmdecke in seinem linken Arme trägt; hier erscheint der Salzstock jedoch von Silber und Both dreimal geteilt uud in der oberen rothen Feldung mit dem goldenen A belegt. (Ex cop. dipl. in der H.-M.) Ruperts Seeauer, welcher dus Salzborgwerk zu Goisern eröffnete und der mit ihm stammverwandte Otto Seeaner, der die Salzquellen zu Hull am Kocher in Schwaben entdeckte, sind in das Gebiet der Fabel zn verweisen, wie natürlich nicht minder der Brief Kaiser Heinrichs. — wovon vollinhaltlich eine „glaubwürdige Abschrift" im Landcsarchive erliegt, — „durch welcho d. (1. 6. Juni 1002 einem Berthold Secauer der Turnicr-und Ritterstand und das \\ appen mit dem Kameel verliehen wurde''. Aber in der That kommen schon zu Anfang des XIV. Jahrhunderts die Seeauer als Bergleute zu HaB-stadt vor. — Königin Elisabeth gab zu Brnck im Aargau am 21. 1.1311 dem Sighart Thum, dem Flitter wieser, Otten dein Poetschner, Httcn dem Glainlein und I'er-tholden Secau jedem und seinen Erben zu rechtem Lohen „ain Phanhuusstut also bescheidenleich, duz ir iglicher mit Haus an der Halstat sitzen, ouch daz Saltz mit sein solbst leib urbuiten soll in dem Phanhaus aus dor Phallen". — Zu Wien 11. 10. 1346 verlieh Herzog Albrecht von dem Bergwerk, dus seine selige Mutter „vrowe Elizabeth wilent Römische Chunigin zu Halstat au dem Halpcrg gestiftot hat" sechzehn erledigte Eisenworko als rechte Berglehen, darunter eines an „Heinrich Seaw". — Dios die ersten urkundlichen Nachrichten über dio um das Salzwescn in Oesterreich hoch verdienten Seeaner. dio nach der letztgenannten Zeit, wohl als oinfache Bergmänner, für mehr als ISO Jahre vollkommen verschwinden OBERÖSTEBBEICIIISCHEE ADEL. 355 nnd erat 1503 mit einem Tiioman, einem Sigmund und Albert wieder erscheinen, welche in diesem Jahre von Kaiser Maximilian I. einen Wappenbrief erlangten. Dir Zeitgenosse Peter ward in diese Verleihung nicht einbezogen. Des Letzteren Sohn ist der berühmte „Thoman der Alte-, der im •' alire 1512 iu landcsfiirstliche Dienste trat, durch die Schilfbarniachung der Traun, insbesondere des Traunlalles, dann der Ens, und der Moldau von Bud-weis bis Prag, sich einen zu jener Zeit in Aller Munde stehenden Namen machte, in Ansehung seiner Verdienste d. d. Wien 1. 7. 1558 durch Kaiser Ferdinand I. einen Wappenbrief erhielt und als Wald- und Forstmeister zu Ballstädt in seinem 70. Lebensjahre d. d. Wien 19. 3. 1582 im Vereine mit seinem jungen Vetter Paul Seeauer in den Adelstand erhoben wurde, wobei dio Berechtigung zur Führung des dem Thouian (1558) verliehenen Wap- pens mit der nun erthoilten Bessorung auf Paul ausgedehnt wurde. Thoman muss damals mindestens neunzig Jahre alt gewesen sein. Sein Epitaph zu Goisern, wo er „sammt zweien seiner ehelichen Hausfrauen und dem mehreren Theil seiner Kinder" ruht, giebt kein Todesjahr an; nach Hoheneck starb er. 110 Jahre alt, 1584 "und hinterliess. wie dies aus dem Majestätsgesuche seines Enkels Christoph Seoauer um Verleihung des Prädikates .von Miilleuthen" und aus dem Gesuche seines anderen Enkels. Thoman's III., nm Verleihung der ob der Ens-schcn Landmannschaft hervorgeht, drei Söhne, Hanns, Achaz und Wolfgang, welch' Letzterer des Vaters Eho mit der Martha Thannin entsprossen war. Dio weitere, wahrscheinliche Stammreihe bis zur Theilung in die drei Linien. Seeau-Schwarzenborn. Seeau zu Ebenzweicr und Pnchberg und Seeau zu Wiirting, ist folgende. Pertlnld Seeau 1311. Heinrich Seaw 1340. Peter Seeauer, bei den Ischler Salz- Thoman I., Wappen- bergwerken angestellt._brief 1503. Thoman II. „der Alte", Wald- und Forstmeister zu Hallstadt. Wappenbrief 1558, geadelt 1582. Hatte zwei Ehefrauen, unter diesen Martha Thannin: ist mit denselben zu Goisern bestattet. Sigmund, Wappen-brief 1503. Wölf" >t zu Graz 1. 2. 1592). Waldmeister in Oesterreich ob der Ens: Gem. Katbarina Beichin v. Beichenstein (f 6. 0. 1599). Hanns 1. Achaz. f iu türkischer Gefangenschaft. Gott- Hanns 11. Seehart anor. 1612 „v. t vor Miilleuthen". 1612. 1623„vonSeau'. Ist mit seinem Bruder Tinmas vor 1623 zu Ischl auf der Niedermühle wohnhaft. Albert, Wappenbrief 1503. Paul. Dr. jur., n.-oost.Vice-Kammcr-Procnrator, dann Bcgimentsratb: geadelt 1582, f vor 1609. Johann Johann Ehren-Achaz. reich (+ ledig als kais.Oberst-lieutenant zu Neutra). Thomas III. Seeauer. Abra- Chri- 1612 „vonMiillcuthen"; haut stoph 1623„von8ean". Kauft See- Sce- 1633 Ebenzweyr, 1642 auer, auer, Hiltprecliting. 1636 1612 1612 Landmaun in Oest. „v.Mül- „v.Mül- o.d.E. 1636 Wappen- leu- lcu- besserung. Ist beim then.'1 tlien", inner - oesterr. Eisen- kais. kammergut angestellt. Quartier t 12. 11. 1613; ruht meister. zu Aitmünster. Gem. Enphrosina Nützin zu Goisern-hurg (f 30. 8. 11177)._ Hanns III. Seeauer, 1612 ,v. Miilleuthen". Sebastian Seeauer, 1609„von Seeau-, 1612 „von Miilleuthen". Buchhalter u. Baitrath bei der n.-oest. Kammer, 1614 der Böm. Kais. Majestät Bath, f vor 1623 ohne männliche Lcibeserben. Michael I. Seeauer, 1612 „v.Miil-then." 1623 »v. Scaw." t vor 1636. Thomas IV. Sceauer, 1612 „von Miilleuthen". Kais. Hauptmann. f vor 1623. Michaeln. Seoauer, 1612 „v.MüI- Icu-then". t vor 1623. Johann Maximilian, Hofkammerrath. Linie: Seeau-Schwarzenhorn. Johann Budolf (v ledig). Johann Egidius. Phi-libert. Elias. Michael III. Hanns Banns l.ud- Carl. wig, 1628 1623 „v. Seaw-. «v. Seaw". Linie zn Ebenzweyer und Pnchberg. Linie zu Würting. Zur näheren Beleuchtung der vorstehenden Ausführung sei bei dem Umstände, als mit derselben einer beglaubigten Ahnentafel des Johann F'riedrich Grafen v. Seeau der Würtinger Linie anf Grnnd unleugbarer Thatsachen entgegen getreten werden muss. noch Folgendes hinzugefügt. Die in der dritten Generation nach Thoman II. erscheinenden Seeauer müssen, weil Sämmtliche adeligen Standes, Alle der Deseendenz der 1582 nobilitirten Vettern Thoman II. nnd Paul angehören. Aus dieser dritten Generation waren Christoph und Banns III. Söhne Hanns' L, wie dies das vorangeführte Majestätsgesuch des Christoph darthut. Letzterer gedenkt darin der Verdienste, die sich sein Vater Hanns, sein „End!" Thoman und sein „Urendl" Peter Seeauer um das Hallstädterische uud Ischlerische Salzwcsen erworben haben. Von dem Waldmeister Wolf Seeauer entstammten die Söhne Gotthart, Hanns II., Thomas III. nnd Abraham; sie nennen sich selbst als solche auf dem Gedenksteine, den sie ihrem zu Graz verstorbenen Vater und ihrer Mutter Katharina Beichin v. Beichenstcin in der Pfarrkirche zu Goisern setzen Hessen. 856 OBEBÜSTEBEEICHISCIIER ADEL. Sebastian und Michael I. erscheinen in mehreren Stammhaumentwürl'en unter den Seeau'schen Familienacten des oh der Ens'schen LandesaTchives als Brüder des Clott-liart. Banns, Thomas und Abraham, ja in der erstgenannten Ahnentafel des Grafen Johann Friedrich ist die Abstammung des Sebastian als Sohn des Wolf sogar urkundlich beglaubigt worden, ein Irrthum, der zweifellos auf die mangelhafte Stylisirung des Wappenbesserungs-n. PrBdikatsertheilungs-Briefes vom Jahre lül'2 für ("hristoph Seeauer, dessen Bruder Hanns und Vettern Abraham, Michael. Sebastian, Johannes. Thomas, Thomas den Anderen nnd Michael den Anderen zurückführt, wo durch die Fiinroihnng des ersteren Michael und Sebastian unter die Brüder Abraham, Johannes (Hanns II.) und Thomas lll.j dein Glauben dass alle fünf dem Wolf Seeauer als Sühne entstammten, Thür und Thor geölfnet wurde. Dieser Behauptung steht aber nicht nur der Gedenkstein des Wolf in der Kirche zu Goiscrn gegenüber, der weder einen Sebastian noch einen Michael unter den ."(ihnen nennt, sondern auch das Factum, dass des Wolf Sohn Thomas III. in seinem Majestätsgesuche um Verleihung des Namens „von Seeau" und in seinem Gesuche um Er-theilung der ob der Ens'sclien Landmaunschalt den Sebastian, — es ist nnr ein Seeauer dieses Namens nachweisbar, — ausdrücklich als Vetter, in dem ersteren Gesuche überdies als ohne Leibeserbcn verstorben bezeichnet. - Die beiden Gesuche liegen mir im Originale vor und die Ahnentafel des Grafen Johann F'riedrich muss. wenn auch legalisirt, unbedenklich verworfen werden. Dieselbe enthält aber auch noch einen weiteren Fehler. Nach ihr hätte sich die Wiirttinger Linie von dem ohne Leibeserben verstorbenen Sebastian durch dessen Sohu (!) Michael fortgesetzt; widersprechen einer solchen Darstellung schon die vorigen Ausführungen, so würde, wie dies aus der obigen Stammtafel leicht ersichtlich ist, das Herabriicken des F'gidius und seiner Brüder um eine weitere Generation bei deren nachher näher bezeichneten wechselseitigen Beziehungen zu Thomas III. gar nicht denkbar sein. In der F'rage. wer der Vater Sebastians und Michael I. gewesen, ist nicht zu übersehen, dass weiland l'anl Seeauer, als Sebastian mit Brief d. d. Frag 6. 8. 1009 vou Kaiser Budolf die Firlnubniss erhielt, sich „von Seaw" zu nennen, als Vetter (natürlich in des Wortes weiterer Bedeutung) der Letzteren bezeichnet wird. F)s mögen demnach Sebastian und .Michael I. Söhne des Achaz, hingegen Thomas IV. und Michael Söhne des l'anl gewesen sein. Von diesen zehn Vettern erwarb (.'hristoph um 1G10 von Abraham v. Borbach den Sitz Mülillenthen, nahe am Ausflüsse der Traun bei Gmnnden, und erbat sicli und seinen Vettern die Erlaubuiss, sich nach diesem Gute nennen und schreiben zu dürfen, was ihm Kaiser Matthias d. d. l'rag 18. 12. 1C12 unter gleichzeitiger Ertheilung einer Wappenbessernng bewilligte. Von ihm und seinem Bruder Hanns III. ist keine Descendenz bekannt, eben so wenig wie von dem Vetter Michael II., der nur einmal, in dein vorgenannten Diplom, ao. 1012 urkundlich vorkommt. Thomas IV. Seeauer v. Müllunthen. kais. Hauptmann. erwarb in unbekannter Ehe die Söhne Hanns Carl und Hanns Ludwig, welche, nachdem sie 162:3 die Genehmigung zur F'ührung des Namens „von Seaw" erhalten hatten, verschollen sind. .Michael I. wurde der Stammvater der nachher zn Würting sesshaft gewesenen II. Hauptlinie. Von den Söhnen Wolfs starb Gotthart jedenfalls vor 1012, da er in dem kaiserlichen Briefe dieses Jahres nicht genannt ist; Abraham erscheint noch in demselben, wird abor dann nicht mehr erwähnt; von Hanns II. verlautet nichts über eine SncceBsion; Thomas III. gründete die I. Hauptlinie. Kr erlangte mit Brief d. d. Begensburg 10. 1. 1623 von Kaiser Ferdinand II. für sich, seinen Bruder Hanns II. und Vetter Michael I., auch für die Söhne des Thomas S., gewesenen Hauptmanns, nämlich für Hanns Carl und Hanns Ludwig, die Er.aubniss sich mit Hinwcglassnng des ursprünglichen Geschlechtsuamens .von Seaw- zu nennen, erwarb mit Contract d. d. 27. 8. 1083 von Regina, des Abraham v. Borbach Wittwe, den Sitz Eben-zwever, wurde hierauf, 1030, aufsein wiederholtes Ansuchen, - er war damals seit 89 Jahren beim inuer-ocstcrreichischcu Eisenkammergute bei dem Verlag der „Eisenwürzen" uud deren Ausführung tliätig, — in den Bitterstand Oesterreichs ob der Ens aufgenommen, erlangte d. d. Begensburg 80. November des nämlichen Jahres im Vereine mit seinen Vettern Egidius und Filius v. S. von Kaiser F'erdinand II. eino WappenheBserung, kaufte von dem ersteren am 20. 6. 1642 den Sitz Hilt-prechting mit Thalham und starb, nachdem er noch am 17. 9. 1612 von K. Ferdinand III. die Lehensbefrciung für Ebenzweyer erhalten hatte, am 12. November des folgenden Jahres. — Von seinen hinterlassenen fünf Söhnen vermälte sich Johann Achaz, der Köm. Kais. Majestät Bath nnd Salzamtmanii zu Gmnnden am 22.10. ■ 1650 mit Anna Beatrix, einer Tochter des inneroester-reichischeti Hof-Kaimucrrathcs und Kammerenfen zu Eisenerz. Wolf Andreas v. Khaltenhausen zu Greiflen-stein und der Maria Snsauna geb. Neumannin zu Seben-stein, blieb aber kinderlos. — Seine Brüder Johann Maximilian und Johann Philibert begründeten die Linien Seeau - Schwarzenborn und Seean zu Ebenzweyer und Puchberg. 1. Linie Seeau-Schwarzenborn. Johann Maximilian, Hofkammer-Bath, vermälte sich mit Maria Anna, Tochter des Johann Budolf ciimidt Freiherrn von Schwarzenborn, wnrde von diesem mit kaiserlichem Günsens adoptirt, hierauf angeblich 1605 als .Herr von Seeau Freiherr von Schwarzenborn'1 in den F'reiiicrrnstand erhoben und am 29. 3. 1672 unter die nied. - oesterr. Herreiistandsgeschlecliter aufgenommen. Durch seino Gemalin überkam er das Gut St. Margaret hon a. d. Wien, das er noch 1682 besass. Sein Sohn Carl Josef Eusebius (geb. 7. 4. 1671) wurde im Vereine mit den Vettern der 2. Linie durch K. Leopold I. d. d. Wien 29. 3. 1097 in den erbländischen Grafenstand erhoben und erlangte unter dem 20. 2. 1700 die Aufnahme unter die stiftsmiissigen Hcrrenstandsgeschlechter Oest.'s o. d. E. Derselbe hatte sich am 29. 9. 1092 mit Sydonia Sabina, Tochter des Johann Secund Grafen zu Sprinzenstein verehelicht und zwei Söhne erzengt, Johann Josef 'geb. 1094) und Aloys Anton (geb. 1698), welche, wie es scheint, keine weitere Descendenz hinterliesscn. 2. Linie zu Ebenzweier und Pucliberg. Johann Philibert, auf Ebenzweyer, Ililtprecliting und Thalham, Landrath in Oest. ob der Ens, am 3. 7. 1059 unter die neuen nied.-oesterr. Bitterstandsgeschlechter aufgenommen . wurde durch K. Leopold I. d. d. Oedenburg 19. 9. 1681 in deu erbländischen Freiherrnstand erhoben, brachte, nachdem seines Vetters Egid Sohn, MichaelIV., ohne Flrben gestorben war, durch (,'ession des Elias v. Seeau dio Herrschaft Puchberg mit Beutli im Haus-ruckviertel an sich, erwarb auch den Sitz Iioith am Traunseo und verfügte über seine Güter mit Testament vom 13. 2. 1694 duhin, dass seine Gemalin Katharina Franziska geb. Pllügl v. Goldenstem nnd Wolfsegg den Sitz Boith eigenlhiimlic.il, von seinen drei Söhnen, bei gleichzeitigem Ausgleiche in baarem Gelde, Veit Constantin das Gut Beuth, Anton Nicolaus Franz die Herr- OBEBoSTERREICIIISCHER ADEL. 367 Schaft Puch berg, Johann Josef Ehrenreich Ebenzweyer mit Hiltprechting nnd Thalham erhalten sollten. Seine Erben theilten sich in diesem Sinne am 9. 7. 1694. Veit Constantin (f 31. 7.1703) blieb in seiner kurzen Ehe mit Maria Polixena Gräfin Nütz von Wartenburg ohne männliche Leibeserben. — Johann Josef Ehrenreich (geb. 15. 10. 1677) wählte den geistlichen Stand, wurde Pfarrer und Dechunt zu Giuunden uud überliess Eben-zweyer summt den Zugehörungen dem älteren Bruder Anton Nicoluus Franz auf Puchberg, welchen, iin Vereine mit seinen zwei Brüdern und seinem Vetter der ersten Linie, Carl Josef Eusebius, Eais. 4. 1806, f 18.8. 1863). verm. mit Therese geb. Heinrich, ohne Succession geblieben war, die lideicommissarische Eigenschaft der Herrschaften Helfenberg und Piberstein nnter dem 4. 9 1885 aufgehoben wurde. — Graf Otto hatte sich am 15. 5.1861 mit Anna, des k. k. Feldmarschallliuuteiiauts Carl Fischer von See und der Maria, geb. Gräfin Fieger vou Hirschborg Tochter, vermält uud zwei Töchter hinterlassen, Maria Anna (geb. 30. 9. 1807), vermält 11. 5. 1885 mit Hanns Freiherrn von Biiling, und Caroline (gob. 28. 7. 1870). Zu Hallstadt, der alten Hoimath der Seeauer, blühen solche dieses Namens bis heute im llürgcrstande, die sich eines Geschlechtes mit den erloschenen Grufou erachten nnd ihro Stummroihe von dem „edlen, vesten Daniel Seo-auer', kaiserlichem Salzfertiger zu Hallstadt herleiten, welcher nach dem Stcrbcbuche der dortigen I'farre, 106 Jahre alt, am 7. 12. 1670 heimgieug. (K. k. A.-A.; U.-B.; Akten im ob der Eus'schcn Landesarchivo nnd n.-oest. Landes- und Ständearchive; Archiv zu Helfenberg; Pfarrmatrikeu zu Hallstadt und OfFenhausen; Landtaf.; IL; H.- nnd R.-M.). OBERÖSTERBEICHISCIIER ADEL. 359 Neeberger. (Taf. 93.) Wappen: In Silber drei grüne Seeblätter, mit ihren Stengeln ans einem grünen Hügel wachsend. (H. und R.-M. Für die Richtigkeit dieses Wappens kann keine Gewähr übernommen werden). Die Seeberger sollen im ersten Gültenbnche 1525 nnter den Landleuten eingetragen gewesen sein. — Alle weiteren Nachrichten fehlen. (H.; R.-M.) Keeuiauu. (Taf. 93.) Wappen: In Schwarz zwei silberne Schrägbalken. — Zwei gekr. Helme: 1. Schwarzes Hörnerpaar, von aussen nach ein- und abwärts je von den zwei silbernen Schräg-balken durchzogen. 2. Geschlossener, wio der Schild bezeichneter Flug. Decken: durchaus schwarz - silbern. (N. S. f bayr. Geschlechter. — Hob. und nach diesem die Matrikel verzoiclmeii die Tinkturen in verkehrter Ordnung.) Die Seemann, altbayrischen Adels, sassen zu Mangern und Mangenhauscn in Niederbayern. — Heinrich S., Ca-nonicus zu Regensburg, stiftete 1255 zu l'öllnbofen (Gerichts Dingolfing) das AugustiiierklostcrSeciiiannshauseii. — Friedrich S. erscheint 1269 im Fundationsbuch von Gang-kofen in Niederbayern, Karl 1321 in einem Briefe zu Nieder-Viehbach. Herr l'eter S., Ritter, war 1378 ffirstl. bayr. Hofmeister, Andre S. zu Hofdorf (Gerichts Dingolfing) 1379 des Herzogs Albiecht vou Holland Diener. Ulrich, des Letzteren Bruder, kommt 1380 vor. — Hanns der Alte zu Mangern wird 1104. seine Hausfrau Agnes 1380 genannt. — Stephan S zu Hofdorf. mit Ursula An-liangcrin zu Köppacli, des Georg von Fränking Wittwe vermält, war 1414 bayr. Pfleger zu Kirchberg und erhielt, laut Satzbriof im k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchive d. d. 6. 4. 1435 vom Herzoge Albrecht von Oesterreich die Pflege zu Kammer aiu Atersce wegen einer F'ordemng von 1066 Goldgulden und 1275 Pfund Pf.— Stephans Bruder Wilhelm, ao. 1438 des Herzsgs Heinrich von Bayern-!,andshut Jägermeister, hatto im Jahre 1400 Magdalena. Dietrichs von Trenbeck zu Gangkolen Tochter zur Hausfrau und schrieb sich zu Hagolshansen Hagerts-hauBcn in Niederbayern?). Georg, ebenfalls ein Bruder des Stephan, kommt 1425 urkundlich vor: von dessen Söhnen war Daniel Pfarrer zu Waldzell, Hanns sass zu Mangern; ein dritter Salin, vielleicht der v>n Holl, genannte Sigmund, veräusserte seinen Sitz Mangenhauscn 1475 an den Pfleger zu Leonsberg Buchbcck unter Vorbehalt des Bückkaufrechtes uud denselben neuerdings Samstag vor Maria Himmelfahrt 1484 au Wolf von Gumpponberg. — Mit diesen letzteren Dreien schliesst Wig. Ilund die Beibe des bayrischen Hauptstammes ab, während sich derselbe nach Hoheneck iu der Deseendenz des letztgenannten Hanus bis zu dessen Ur-Urenkel Hanns Jakob fortgesetzt haben würde, der um das Jahr 1650 als letzter Manncssprosse gestorben sein soll, nachdem noch sein Vater Samuel Seemann v. Mangern den Freiherrnstand gleichzeitig mit der oesterrcichischen Linie erlangt hätte. Letztere zweigte sich angeblich mit Hanns dem Jüngeren ab. gleichfalls einem Bruder des Stephan S. Pflegers zu Kammer. Hannsens Enkel Hanns Sigmund, Sohn des Sigmund S., wurde Pfleger zu Zeillern in Nieder-Oesterreich und starb 1520 mit Hinterlassung von zwei Söhnen, von denen Sixtus 1541 vor Ofen umkam nnd Georg (f 1551), der Böin. Kaiserl. Majestät Rath, die Herrschaft St Peter in der An (V. 0. W. W. käuflich an sich brachte. Von dessen Gemalin Katharina Gicngerin (t 14. 9. 1556) hinterblieb der Sohn Wilhelm, der Röm. Kaiserl. Majestät Rath, l.andratli in Oest. ob der Ens nnd Mitglied des Ritterstandes daselbst. 1585 -1586 dann 1588—1590 Verwalter der Landeshauptmannschaft in diesem Erblande, auch Bargvogt zu Ens. dann n.-ö.'scher Begieruugsrath. schliesslich geh. Bath und Präsident der österr. Hofkammer, welcher, laut Intimation d. d. 12. 8. 1609, durch Kaiser Budolf II. in den F'reih >rrnstand erhoben und darauf im Herrenstande Oesterreichs ob der Ens immatriculirt wurde. Derselbe hatte sich 27.5.1582 mit Marie Salome Herrin von Oedt zn Daxberg vermält, ward bei deren Leichenbegängnisse zu St Peter in der Au am 10. 2. 1596 von den. dann mit harter Strafe belegten, rebellischen Bauern gefangen genommen und vermälte sich in zweiter Ehe am 27. 5. 1597 mit F'clicitas Herrin von Bappach die ihm wohl vier Söhne gebar, welche aber alle kaum zu mannbaren Jahren gekommen sein können, da deren Schwester Anna Katharina, des hochangesehenen Georg Achaz Grafen von Losenstein Gemalin, bereits am 21.11. 1624 als die Letzte ihres Geschlechtes heimgieng. (K. k. A.-A.; k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv; Wig. Hund III. Bd.; N. S. t bayr. Geschlechter; IL; B-M.; Pritz, Geschichte dus Landes ob der Ens,. Soggor. (Taf. 93.) Wappen: Ein Schilf — Gekr. Hehn: Mastbaum mit einem vom Winde geblähten Segel. (Nach dem Originalsiegel des Hanus Jakob Segger zu Dietach an dem Briefe d. d. Dietach 1590, womit er an Georg Achaz v. Starbemberg auf Peuerbach einige Lehensstiicko in der Pfarre Pichl aufsendete. -- Hub. und nach diesem dio Matrikel geben den Schild blau, Schill' uud Masthaum golden an). Hanns Segger zu Messciibacli im Traun viertel, das er von den Lcrucli, uud zu Dietach, welches er von den Pttrching an sich gebracht hatte, stammte, wio er selbst behauptete, aus Schwaben, wo seine Vorfahren das Gut Sek unweit Füssen inne gehabt hätten. Nun ist ein solcher Sitz nicht mehr zu finden, es wäre denn, dass ein einzeln stehendes Gehöft des Namens Segger, Pfarro Lenzfried in Schwaben, doch nicht bei Füssen sondern im Landgericht Kempten, in Betracht zu kommen hätto. — Hanns S. war 1526 Mauthner zu Gmunden, dann auch der Böin. Kaiserl. Majestät Rath, Btarb 1541 uud wurdo am Kirchhofe zu Gmunden bestattet. — Sein Sohn Hanns der Jüngere, ein sonderlicher Kauz, der seine Abwesenheit im Landtage zu Linz 1585 mit der Begründung entschuldigte, dass unter den Flof-l'rocuratoren nicht ein Rochtsgclchrtcr nnd er gedrungen sei, sich erst ausser I.audes hei don Ducturea Raths zu erholen, - eine Entschuldigung, die den alten, biederen Hoheneck zu dem Ausrufe veranlasste „was da- . mahlen vor goldene Zeiten gewesen, da diu Advocatcu im Land so dinn gesäet waren", und der dem Wolf.Sigmund von Losenstein eine Herausforderung abschlug, weil er dabei doch mit ganzem Leib erscheinen und demnach sein Weib mitbringen inüsste, nachdem Mann und Weib ein Leib seien, — hinterliess zv. ei Söhne, Hanns Jakob zu Dietach und Hanns Christoph zu Messenbach, deren ersterer, laut an Georg Hohenecker gerichteten Bittzettels d. d. Linz 23. 5. 1587, Dietach an Hanns von Hohenwarth veräusserte; nach anderen Angaben jedoch soll er das Gut am 24. 3. 1593 an die Grüntiialer abgegeben haben, vielleicht weil der erste Verkauf rückgängig geworden war, wofür auch sein Eingangs genannter Brief d. d. Dietach 1590 spräche. — Hanns Christoph veräusserte MeBsenbach an seinen Vetter Hanns Christoph Fernberger zu Egenberg uud wurde am 4 3. 1617 zu Schieissheim als der Letzte seines Namens begraben. (Archiv zu Eferding; B.-M.; IL: Pillwein's Traunkreis;. Kcidl (später SeldlHperger). Taf. 93.) Wappen: Drei aufrechte Streitkolben nebeneinander. — Gekr. Helm: Die drei Streitkolben. iE. M. nach 860 OBER ÖSTERREICHISCHER ADEL. Holl., welcher das Wappen dem Siegel des Bernhard Seidlsperger an dem Verkaufsbriefe des Thomas I.ast an Martin Hohenecker d. d. St Kilianstag 1526, oder dem Siegel des Wilhelm Seidlsperger an dem Testamente des Hanns Hohenecker d d. Samstag vor Pfingsten 1534 oder aber anch dem Siegel entnommen haben dürfte, welches Christoph Seidlsperger am Mittwoch nach Sonntag Liitare 1510 an einen auf Christoph Walch lautenden Kaufbriei gehängt hatte. — Die von Holl, angegebenen Tincturen, Schild silbern. Pusikan schwarz, sind wohl erfunden- Ueber das Herkommen der Seidl sind keine Nach richten vorhanden. — Balthasar und Caspar die Seidl, Gebrüder, empfiengen ao. 1457 den Sitz Übenberg im Machlande, an der Strasse von Mauthansen nach Pregar-ten. von den Herrn von Liechtenstein zu Nicolsburg zu Lehen. ~ Im Jahre 1488 erhielt Erasmus Seidl die Belohnung über Obenberg; 1508 kam dasselbe an die Brüder Wilhelm uud Bernhard, Sölmo des CasparS., welche damit, zufolge der Abtretung von Schwertberg durch die Liechtenstein an K. Friedrich III. 1492, landesfürstliche Lehensleuto geworden sein dürften. 1582 empfieng Wilhelm. der sich von 1534 au Seidlsperger von Obmperg schreibt, den Sitz für sich allein, welcher 1551 an seinen Sohu Joachim übergieng. — Als Zeitgenossen dieser beiden Letzteren erscheinen, wie Eingangs erwähnt, Bernhort und Christoph urkundlich in den Jahren 1520, bezüglich 1540. — Bald darnach muss die Familie, welche im ersten Gilltenbucho 1525 unter den Landleuten aufgezählt wurde, erloschen sein; sie wird 1574 unter die abgestorbenen gezählt. (B.-M.; H.) Seilern. (Taf. 93, 94.) Wappen: I. (1084). Geviert. 1 und 4 in Blau ein gekr. schwarzer Adler. 2 und 3 in Roth zwei geschrägte silborno Dolche — Zwei gekr. Helme: 1. Der Adler. Decke: schwarz-blau. 2. Die geschrägten Dolche zwischen rothen Hörnern. Decke: roth - silbern i,k. k. A.-A.). — II. (Freiherrl. 1090). Geviert, mit blauem Herzschild, darin ein gekr. goldener Löwe. 1 und 4 in Gold ein gekr. schwarzer Adler. 2 und 3 wio vorhin. — Helme nnd Kleinode wie bei I., doch die Decke des erston Helmes schwarz-golden (k. k. A.-A.). — III. (Gräfliches 1712). Rück- und Herzschild, beide nun „gräflich' gekrönt, wie vorhin, doch statt der Dolche im 2. und 3. Feld Schwerter, die im Diplomstcxto als „Degen" benannt sind. — Drei gekr. Holme: 1. Sieben Straussenfedern. silbern, schwarz, silbern, blau, roth, blau, golden. Decko: blaugolden. 2. Her gekr., schwarzo Adler. Decke: schwarz-golden. 8. Dio geschrägten Schwerter, zwischen rechts von Schwarz und Silber, links von Gold uud Blau getheilten Hörnern Decke: roth-silbern (k. k. A.-A.). Was Kucschkc, das Handbuch uud etwa noch andero einschlägige Werke über die Abstammung der Familie aus St. Gallen in der Schweiz und die spätere Uebersied-lung nach Nürnberg berichten, mag immerhin wahr sein, doch können sich diese Angaben nur auf die Vorfahren der Seilern in bürgerlichem Stande beziehen. Dio Nachricht, dass sie in das Patriciat Nürnbergs gelangten, ist gewiss unwahr, denn die Familie erfreute sich bis 1084 keines Wappens, wie dies nur allein schon aus dem Diplome des letztgedachten Jahres hervorgeht, in welchem weder von schon früher genossenen adoligen Vorzügen, noch von einem vorher geführten Wappen dio Bodo ist, was anderen Falles hervorzuheben unmöglich unterlassen worden wäre; dafür hätte schon allein der Erwerber dieses Diplomes gesorgt. Dass derselbe gleich in den alten Bitterstand gesetzt wurde, spricht nicht gegen die hier aufgestellte Behauptung, denn dio Verleihung in dieser Art will keineswegs besagen, dass die Familie vorher einem jungen Bitterstando angehörte; die Nobilitirnng in ersterer Weise entspricht einfach der damaligen Modo; man adelte gerne nicht nur den Auszuzeichnenden, sondern auch gleich Eltern und Grosseltern und auf dem Pergamente ward dccretirt, dass derselbe als von vier rittermässigen Ahnen herkommend zu erachten sei. Johann Friedrich Seiler trat aus churpfälzischen Diensten. in welchen er Begierungsrath geworden war, in kaiserliche über, liess sich 1070—1079 „bei denen zu Nim-wegen stattgehabten Friedens- und Executions-Tractaton sehr nützlich gebrauchen", wurde 1082 Beichshofrath und d. d. Wien 28. 10. Di84 durch Kaiser Leopold 1. unter Verleihung des sub 1. blasonirteu Wappens und Hiuwcg-lassung des bisherigen Geschleclitsnaniens als „Edler Herr von Seilern Bitter" in den alten Reicha- und erbländischen Bitterstaud erhoben. - 1090 weilto er als bevollmächtigter kaiserlicher Commissär auf dem Reichstage zu Begensburg, ein Anlass. der ihm am 3. December dieses Jahres nicht nur den Freiherrnstand im Boich und iu den Erblamlcii, sondern unter eiuem auch die Befugniss einbrachte, diese eben erworbeneu freiherrlicheii Vorrechte und den Namen auf ein oder zwei Schwestersöhno im Falle seines Abganges ohne männliche Lcibescrben zu übertragen. Die deutliche Fassung dieser Stelle dos kaiserlichen Diplomes lässt keinen Zweifel darüber, dass Freiherr Johann Friedrich keinen Brnder, den er sonst für diese Vererbung doch viel eher in Aussicht hätto nehmen müssen, besass und zwei.'ellus hat jener Christian, von welchem Kneschke fabelt, nie gelebt, wenigstens nicht als Vater des jüngeren .luhann Friedrich, den, als Schwo-stersohn der ältere desselben Namens welcher ledigen Standes blieb, auf Grund seiner vorgenannten kaiserlichen Ermächtigung und zwar vor 1707 adoptirte, von wolchem Jahre an der Jüngere gleichfalls als Freiherr von Seilern anftritt. — Wer aber des Letzteren Vater gewesen, wie die Mutter mit dem Tanfnamcn gelieissen, ist mir in Dunkelheit gehüllt geblieben. Johann Friedrich I. wurde im Vereine mit seinem vorgenannten Neffen am 23. 4. 1707 den neuen Herren-staudsgeschlechtern Nieder - Oesterreichs einverleibt, erlangte, immer gemeinsam mit diesem, am 15. 0. 1708 die steioriuärkische Landmaunschaft, am 11. 9. 1709 jene im Hcrrenstande Oesterreichs ob der Ens, am 28. 6.1710 das Incolat in Böhmen, Mähren und Schlesien uud wurde, nachdem er 1700 von Anna Katharina verwittweten Gräfin von Pergen dio Herrschaft Aspang in Nied. - Oesterreich (V U.W.W.) erkanft hatte, d. d. Wien 5. 11. 1712, - er war damals geh. Bath und österr. Hofkanzler, — durch Kaiser Carl VI. als „Graf von Seilern und ASpang4 in den Boichs- und erbländischen Grafenstand mit der Bestimmung erhoben, dass ihm darin nach seinem Ableben der Neffe, - Vetter wird er zeitgemäss genannt, — Johann Friedrich Freiherr von Seilern, Hofrath und Assessor bei der österreichischen Hofkauzlei nachfolge. Darauf starb der Oheim am 8. 1. 1715, Johann Friedrich II. als Erben hinterlassend, der schon vorher mit dem Erbland-Postmcistoramte des Herzogthnmes Mantua belohnt worden war, uud nun noch 10. 0. 1715 das ungarische Indigenat, dann das Erblaud-Küchcnmcistcramt in Kärntlicn erlangte und dem an diese Würden geknüpften Ansehen für die Zukunft die gehörige Festigkeit durch Erwerbung des Gutes Erla in Nied.-Ocst. (V.U.W.W.) und der Herrschaften Lnkow und Kralitz in Mähren verlieh. Aspang jedoch veräusserte er an Johann Bapt. Grafen von Pergen. Johann Friedrich IL starb als kaiserl. goh. Bath und österreichischer oberster Hofkanzler zu Wien 19. 0. 1751, nachdem er mit seiner Gemalin Anna Maria Gräfin von Lengheim (vorm. 22. 8. 1715, t 27. 12. 1778) fünf Söhne erwürben hatte, von denen jedoch nur einer den Stamm fortpflanzte, Christian August (gob. 22.4.1717, f 15.10. 1801), Boichshofrath, churköln'scher Gesandter anf dorn Boichstag zu Begensburg, dann kaiserl. Gesandter in England, zulotzt (seit 1770) Statthaitor der niederöstor- leicliischcn Lande, welcher 1763 von den Graf Anton Knefstein sehen Gläubigern die Herrschaft Litschan in Nied.-Oesterr. (V.O.M.B.) an sich brachte, dagegen Erla 1767 an Georg Adam Fürsten von Starhemberg verkaufte, sich am 6. 2. 1741 mit Charlotte Maria Franziska Gräfin von Solms-Sonnenwalde (f 28. 3. 1783) vermälte und mit dieser mehrere .Söhne gewann, von denen Carl August (geb. 6. 3. 1754. f 5. 5. 1806., Herr der Herrschaft Alttitschein in Mähren, k. k. Kämmerer und Gnbernial-. rath zu Brünn am 26 7. 1787 mit Maria Maximiiiana Grälin v. Wurmbrand (f 13. 1. 1838) getraut wurde. Dieser Letzteren Sohn Josef August (geb. 22. 6. 1703, f 19. 3. 1861), Herr der Fideicommissherrschaften Lit-sclian, Krulitz und Lukow, Obersterbland - Küchenmeister in Käruthcn, Adoptivsohn seines Vaters älteren Hrudcrs Johann Josef, dessen Ehen mit Christine Gräfin von Auers-perg und Crescentia Fürstin von Oettingen - Spielborg kinderlos geblieben waren, vermälte sich 1.) 22. 6. 1817 mit Marie Leopoldine Gräfin Zichy von Viisonvkeö ff 16.3. 1828), 2 ) 20. 0. 1830 mit Antonia Freiin'von Krosigk, Stkr.-D. und erlangte sechs Söhne, Josef Maria Franz Johann (geb. 14.9.1823, t 18. 6. 1868 , Carl Maximilian Josof Johann Alexander igeb. 26 2. 1825;, Leopold Clemens Max Johann (geh 17. 11. 1834), Hugo Anton Johann Philipp (geb. 22. 8. 1840, f 15. 11. 1886 , Dedo Paul Anton Johann (geb. 28. 6. 1842) nnd Maximilian Philipp Vollrad Johann (geb. 6. 3. 1845, f 1889;, von welchen fünf in den Stand der Ehe getreten sind und vier den männlichen Stamm fortgesetzt haben, der nun bereits stiftsfahig geworden ist. (K. k. A.-A.; Wissgrill's Manuscr. im n.-oo. Landcs-u. .Ständearchive; H.-M.; Kneschke's deutsche Grafenhäuser der Gegenwart; Handb.) Seil». (Taf. 94.) Wappen: I. Gespalten, mit Herzschild, darin ein abgeledigtes gemeines Kreuz. Im vorderen getheilten Feld oin geseukter, von einer Schlange umwundener Anker. Hinten getheilt; oben ein Lorbeerkranz, unten ein Fels. Der Spalt des Rückschiides ist mit einer nach oben verjüngten, den Hauptrand überragenden, oben mit einem Palmenblätterbusch besteckten Leiter belegt. — Zwei gokr. Helme: 1. Mit dem schlangcnnmwundenen, hier jedoch gestürzten Anker belegter Flügel. 2. Mit einem Stern belegter Flügel. (Nach dem Originalsicgel des Gabriel v. S. an seinem Landmannschafts-Beverse d. d. 6. 4.1663; Landesarch.) - IL (Freiherrl. 1673.) Geviert mit schwarzem Herzschild, darin ein abgeledigtes, goldenes Tatzenkrenz. 1 gespalten; vorn in Silber ein halber schwarzer gekr. Adler am Spalt, hinten in Blan ein goldener Löwe. 2 gespalten; vorn von Schwarz und Silber dreimal gotheilt, hinten iu Silber zwei verschränkte, mit einem grünen Lorbeerkränze belegte, rothbequastete, natürliche Lanzen. 3 in Silber ein grüner Lorbeerkranz. 4 in Blau über natürlichem 1' eisen ein goldener Stern. Der Spalt des Bückschildes ist mit einem gesenkten, natür-liclien, von einer natürlichen Schlange umwundenen Anker, dessen Arme in das 3. und 4. Feld reichen, belegt. — Drei gekr. Helme: 1. Mit dem schlangenumwundencn, hier jedoch gestürzten Anker belegter, von Silber nnd Blau getheilter geschlossener Flug. Docke: schwarz-golden. 2. Grüner Palmenblätterbusch, belegt mit der goldenen Initiale L. Decke: schwarz-golden, blau-golden. 3. Blauer, mit einem goldenen Stern belegter geschlossener Flug. Decke: blau-golden. (H.-M. Das gräfliche Wappen siehe im Nachtrag.) Gabriel (recte Johann Gabriel) Selb trat, laut seiner eigenen Darlegungen in dem Gesuche um Ertheilung der ob der Ens'schcn Landmannschaft, nach absolvirten Uni-versitätsstudien in Kriegsdienste, wurde dann beim nieder-oesterreichischen Fiscus, später als Kammerprocurator an- IV. 5. ICHISCHER ADEL. 3ßl gestellt, 1658 zum wirklichen Hofkammerrathe befördert und wegen seiner auf verschiedenen Eeisen zu mehreren chur- und fürstlichen Höfen gesammelten Verdienste in den Reichsrittcrstand erhoben. Seine Aufnahme in den jungen Bitterstand Oest.'s ob der Ens erfolgte, ohne dass er je hierlands begütert geworden wäre, unter dem 20. 2. 1663 und zehn Jahre nachher, d. d. 4. 3. 1673, verlioh ihm Kaiser Leopold I deu Beiclis- und erbländischen Freiherrnstaud. — Zu Titel und Würden hatte der neue Freiherr auch ansehnlichen Hesitz erworben und als or in Wien am 1. 1. 1678 sein Testament errichtete, konnte er nicht nur seiner Gemalin Katharina geb. Moser v. Eb-reichsdorf oin Haus am Graben in Wien, eine Wohuuug iu seinem zweiten Hause am Kohlmarkt, noch eine Wohnung in dem Hause St. Johanuis-Gasse in der Kossau, seinen Töchtern Catharina, Jlaria Theresia und Helena Margaretha je 12000 Gulden, sondern auch seinem ältesten Sohne Johann Franz die Herrschaft Wischenan in Mähren, dem mittleren, Johann Gabriel II., Wildberg iu Nied.-Oesterr. nnd dem jüngsten, Johann Anton I., in demselben Erblande Weinern mit Liebnitz und Waldreiche am Wald verschaffen. Johann Gabriel starb bald darnach, denn schon am 23. November des nächstfolgenden Jahres wurde das vorgenannte Testament publieirt. Er ist in der von ihm in der St. Georgs- und Erasm.-Kapelle der Michaclerkircho zn Wien errichteten Gruft bestattot worden. — Uber seinen jüngsten Sohn Johann Anton I. fehlen weitere Nachrichten. Johann Gabriel II. wurde am 23. 7. 1710 in den ob der Ens'sclien llerrenstand aufgenommen und blieb im darauffolgenden Jahre vor Turin. — Johann Franz, der Uöm. Kais. Majestät Bath und Begont des Regiments der n.-ö.'schen Lande, vermält mit Juliana Josefa Gräfin v. Althann, starb schon im 38. Lebensjahre am 11. 3. 1705 mit Hinterlassung von zwei Söhnen, Johann Carl nnd Johann Anton II., denen ein dritter Brnder, Johann Otto Albin, nachgeboren wurde: dieser jcdoch scheint früh wiedor verblichen zu sein. Von den beiden Übrigen, welche ain 11. 1. 1732 in den Beichs-und erbländischen Grafunstand erhoben wurden, erlangte Johann Anton II. von seiner mir unbekannt gebliebenen Gemalin nur zwei Töchter, Antonie, verm. mit Ottokar Grafen v. Starheuiberg '+ 3. 5.1789), Obersten und Com-mandanten zu Raab, und Charlotte, verm. mit Paul Freiherrn v. Buol. Johann Carl Graf v. Selb (f 1771) blieb in seiner ersten Ehe mit einer Gräfin v. Schärfl'enberg ohne Leibes-erben. Dio zweite Gemalin, Josefa Gräfin v. iloditz, gebar ihm nebst zwei Töchtern, Hedwig (geb. 1730), verm. mit Alexander Grafen v. Danalucci, und Angelica (geb. 1734), verm. mit Anton Freiherrn v. Badievcich, auch einen Sohn, Johann Anton III. (geb. 19. 4. 1732), welcher am 14. 11. 1757 Caroline Gräfin v. Heussenstamm zur Gemalin nahm, aber kinderlos bliob und somit seine Familie wieder beschloss. fAkton im Landesarch.; B.- nnd H.-M.; H.; gräfl. Taschenb. 1867.) SeiiMeneck. (Taf. 94.) Wappen: Drei schräge Kanten, schräg hintereinander: durch dieselben scheint der Schild in zweierlei Tinctnren getheilt gewesen zu sein, wie dies die verschiedene Damascirung ober- und unterhalb der Rauten vermuthen lässt. 'Nach dem Originalsiegel Chunrad's von Alindorf, 25. 3. 1302; Stiftsarchiv zn Seitenstetten; dasselbe Siegel führt Chunrad an dem Briefe d. d. Seiten-Stetten 2.4.1329, mit welchem sich der Bischof Chunrad von Freising und Bertold von Losenstein wegen der Zwietracht um den Todtschlag an Chunrad dem Zauchinger verglichen; k. nnd k. llaus- Hof- und Staatsarchiv.^ Das Geschlecht hat seine Heimat olfenbar in jenem westlichen Theile des Viertels ober dem Wiener Wralde 91 362 OBER ÖSTERREICHISCHER ADEL. gehabt, der sich zwischen Ybbs und Waidhofen gegen Steyr und Ens hin in die Grenzen Oesterreichs ob der Ens einkeilt und blühte bereits um das Ende des XIII. Jahrhunderts in zwei Linien, die sich naeh ihren Sitzen von .Mindorf (vermuthlich Allersdorf, Pf. St. Georgen am Ybbsfelde uud Meylenstorf (jetzt Meilersdorf) benannten. Die Meilerstorfcr treten, soweit wie dies urkundlich bekannt geworden ist, zuerst mit \\ alther von Meyleiustorf (1306 1332) auf, der vom Jahre 1323 an den Rittcrtitel „Herr" führte. — Nach diesem erscheinen Georg v. M. um 1360, Chunrat ;Chunczeinj v. Meilenstorf. 1358 --1375, am 25. 11. 1370 „der erber Ritter-, und Ruger der Meylestorfer (1373, 1375). - Hanns der Meilennstorfer, Pfleger zu Ebelsberg siegelte am 12. 7. 1428 den Brief, womit Mert der Raniuger das Drcifaltigkeitsbencflzium zn Linz stiftete und am 14. 9. 1436 eine .lahrtags-stiftung der Neundlinger, Bernhart, Jörg und Caspar. — Wolfgang von Meileinstorff (1456 — 1476) stiftete am 16. 5. 1456 mit Gülten anf seinen freieigenen Gütern, dem Hof „vorm Tanncch" und der Hofstatr in derGrueb, Beides in der Pfarre Münzbach, einen Jahrtag zu Arbing, verkaufte am 11. 6 1471, — er war damals zu Hertten-stein gesessen und Pfleger zu Achstein, - au Sigmund den Trucnten zn Steyr einen Hof zu Spergstetten, Pf. Seitenstetten, und siegelte am 16. 9. 1476 als „der edel streng Bitter herr Wolfganng von Meylesdorlf zu Wolft-stain* einen Bevers des Ulrich Böhliuger gegen Herrn Beinprecht vou Wallsee. Wollgang 1491. wohl ein Jüngerer als der Vorige, war 14H3 mit Gertraud, des Hermann Schaden vou Langenfeld Tochter vermählt. Mit Letzterem schliosseu meine Nachrichten Uber diesen Stamm ab. Aus dem Anderen zu Alindorf, in dessen ersten Generationen sich wie bei den Meilcrstorfern die Taufnamen Chunrad und Walter vererbten, kommt der Ersto bereits 1294 vor; Eberhart und Heinrich Gebrüder von Wallsee bekannten, als sie am Lichtmesstage dieses Jahres ihre Schnlden theilten, dass „Chunrath von Alydorf" drei Pfund und für „hern Staynmars pfertt" nochmals drei Pfund bei ihnen gut habe. Dieser Chunrat von Alindorf nennt sich am 16. 3. 1301 als er im Vereine mit der Hausfrau Gutta sein Begräbnis und ein Seelgeräth zu Banmgartunberg stiftete, Burggraf von Somow (wahrscheinlich das heutige Somerau bei Siudelburg nächst Nioderwallseo) und erscheint vom 30.3.1309 an als Wallsee'sclier Burggraf zu Senseneck, ein Amt, das der Familie den Geschlochtsnamcn gab, trotzdem schon Chnnrat's söhne dasselbe nur kurzo Zeit bekleideten uud von Seuseneck wieder auszogen. Er schcnkto am 13. 2. 1322 nach Baumgartenberg vier Pfund Geldes auf Gütern zu Chraynperg, verschallte am 25. 7.1331 im Vereine mit der Gutta dem Kloster St. Florian zwei Güter und ein Lehen zu Hartweigsberg, Pf. St. Valentin, doch so. dass dies „vuser paider Snn Wernhart der sich Got dahin ergeben hat* gemessen soll „ze pczzeruug seiner phruend, seins gewandes vnd seiner puech; am 4. 5. 1334 stiftete Chunrad zu seinem, seiner Hausfrau Gutta „der Got gnad" und seiner „vodern" Seelenheile in dem ebengenannten Kloster einen Jahrtag, gab als „weylen purchgraf datz Sevsenek" am 9. 6 1335 drei Lehen iu dor Pfarre Kaimüntz und eines in Zeydlinger Pfarre zu einem Seelgeräth in der Franencapelle des dortigen Sieclienhauscs, wo seine Hausfrau und mehrere seiner Kinder begraben liegen uud wo auch er bestattet werden wird, und errichtete am 24. 8. 1336 unter deu Siegeln seiner beiden anderen Söhne, Walther (I.) und Jans (I.) einen Vcrmächtnissbricf, worin er seine Töchter Elspet, Anna und Chunigund, seine Enkeln, - zweifellos die Kinder der Letzteren, •■ die „enichlein datz Leutzmanstorf-, seine „enichlein die Gerwern* nnd seine „enichlein datz Woching", ferner die Klöster Baumgarteuberg. — dieses mit seinem „peaten Eos vnd allem Har- nasch. wie der benant ist", — Seitenstetten und Ardacker, dann die Kirchen zu Sindelburg und Oed, nebst dem „alle Pharreu chircheu uiderthalbo der Ens zwischen der Tavnav vnd der Waldmarch gegen Seitensteten vber untz hintz sand Gorigen pei Amsteten" bedachte. Von 200 Pfund Goldes sollen seine Freunde inner Jahresfrist nach seinem Todo „einen pidben man recht vnd redlich vertigen ze dem heiligen Grab vusers herreu vber Mcr l'ner alle meine Saümung, die ich anf dirre werld hau begangen*. Vor allem aber will er verschafft haben zur Marien- und St. Andreaskapelle zu „Wunnebcrch* sein freies Eigengut. das er zu Molendorf von Praunne dem Sazzer gekauft hat, .daz sol der Capellan alles haben ze rechter widern gelt der Chapeln vnd zo einem ewigen Sei gi-raet vnnersprocbenleich". — Der Söhne wird in diesem Vermächtnisse nicht erwähnt; dieselben wuren offenbar durch ein anderes, nun nicht mehr vorhandenes Testament bedacht worden, und sind gegenwärtig keine Anhaltspunkte Uber die, gewiss sehr numhaften Besitzungen Chunrat's vorhanden. Nur so viel scheint festzustehen, dass derselbe, als er vor 1334 das Burggrafenamt zu Seuseneck seinen beiden weltlichen Söhnen iiberliess, Bich anf das jenseitige Donauufer zurückzog und auf der Veste Wunneberg i.YVimbcrg a. d. Isper; znr Buhe sotzte, deren Überrest, wie auch dio im Vcrmächtnissbriefe genannte Caplanei noch heute vorhanden ist. — In deu Zeiten vor Chnnrat, ao. 1311 sass dort Ott der Wimperger. dessen Schwester „Katherei von Wuuuberch" am 29.9. 1313 ein Gut nach Wahlhausen schcnkte; Ott, Johann und Wilhalm dio Wunberger entsagten am 25. 7. 1332 gegen das letztgenannte Kloster anf die Vogtei über zwei Güter: von da an verschwindet dies Geschlecht und 1336 ist Wimberg sicher im BeBitze des Scusenccker gewesen, von dem die halbe Veste auf den Sohn Walthcr iibergieng; den Theilbricf Reinprechts, Friedrichs, Wolfgangs nnd Heinrichs Gebrüder und Vettern von Wallsco, vom 29. 6.1356, besiegelte „her Walther von Soowsenekk", der an diesem Briefe in der Siegellcgende aber den Namen „Walther von Wunberg" führt. Letzterer, von 1329 bis 1356, zu Ulmerfeld am 6.1. 1329 als bischöfl. freisingscher Burggraf zu Chunratsheiin (dein Schlosse dor Herrschaft Waidhofen a. d. Ybbsj, am 15.9. 1338 im Vereine mit dem Bruder Jans als wallsco' scher Burggraf zu Seuseneck, am 25. 3. 1348 als Vogt zn C'eidloren (Zeillern), zu Ens am 25. 1. 13:>l) in dem Theilbriefe Reinprechts und Friedrichs von Wallseo als deren Ritter und Diener auftretend, hinterliess seinen halben Anthoil von Wimberg an Wernhart II. v. S., der zweifellos sein Sohn und olino weitere Descendenz geblieben ist, denn nach dessen Ableben verlieh Herzog Alhrecht IV. am 2. 7. 1403 das halbe Haus „Winwerkh" an Wernharts Vetter irecto Neffen) Jausen (II.) den Seuseneggcr. Jans I. ,1335-1362) hatte, wie gesagt, das Burg-gralcuamt von Souscneck gemeinsam mit seinem Brnder Walther I. inne, mit dem er am 25. 3. 1339 das Gut Schcrgeudorf zu einem Jahrtage nach Seitcnstetten gab und für welches Stift er noch am 21. 4. 1364 in Lehcns-sachen als Schiedsrichter eintrat. Sein Sohn muss Walther II. v. Seuseneck (1380 - 1398) gewesen sein, welcher als „der erber herr Walther von Scusenock, Pfleger zu Steyr" am 19. 11. 1381 den Brief bezeugte, womit Peter am Mairhof an Simon den Eiteuberger deu Spilhof, Pf. Ternbcrg, versetzte, und der am 21. 4. 1384 einen Verkaulsbrief des Stephan Scheck, seines Nachfolgers auf der Pflege zu Steyr, besiegelte; als Landrichter ob der Ens 1398 fand ihn Ennenkl in einer Eizingschen Urkunde. Walther II. schciut zwei Söhno hinterlassen zu haben, deren joder nur einmal urkundlich vorkommt. Jans II., gebrauchsgcmäss nach dum Grossvatcr getauft, überkam, wie bereits erwähnt, ao. 1403 von dem Ohcimo Wernhart IL desseu Antheil au Wimberg, Wcrnhart III. OBERÜSTERR EICHISCHER ÄDEL. 363 Ton Sowsenogk, der erber Knecht, siegelte am 27.1. 1405 den Brief, womit Gylig der Anveld den Herrn von Wall-900 sein Hans zn Anrolzfeld vermacbte. Beide dürften Descendenz gehabt haben und scheint, im Hinblicke auf die Erbfolgo zu Wimberg, Bernhard (Wernhart) IV. ein Sohn Jansens II., Jorg I. eiu Sohn Wernhart's III. gewesen zu sein. Jorg I. sass zu Sooss bei Loosdorf (V. 0. W. W.) und kommt mit diesem Besitzthum 1442 und 1447 in Sinzen-dorf'schen Urkunden, in letztcrem Jahro und 1418 auch als Untermarschall in Oesterreich vor: 1450 verlieh ihm K. Friedrich um getreuer Dienste willen auf Lebenszeit das Schloss „Fesenboich- (Perseubeug a. d. Donau). Seine Tochter Margret war im Jahro 1446 mit Georg v. Sinzendorf zum Wasen vermält. Der Sohn Bornhart V., welcher von Letzterem ao. 1459 Schwager genannt wird, muss zweimal verehelicht gewesen sein, da seino beiden Söhne Bernhart VI. und Georg III. Stiefbrüder waren, wie dies Ennenkl aus einer Urkunde vom Jahre 1481 schöpfte; doch ist nur die eine Ehefrau Bcruhart's V., Barbara Gillesin, jetzt noch bekannt. Dessen Tochter Waltburg war ao. 1455 mit Georg Gailspeckh, Ritter, die andere, Dorothea, 1459 mit Wolf Hintcrholzer vermält. Von seinen beiden vorgenannten Söhnen nennt Georg III. (f 1470, bestattet zu Baumgartenberg), 1461 Rath des Sigmund Eizinger, dann Hol'marschall des Erzherzogs Albreclit, ao. 1464 die Dorothea seine Schwester; Bernhart VI., 1470 und 1475 zu Zeillcrn, wird 1470 von der Waltpurg als Bruder bezeichnet. Letzterer war mit Barbara Schweinbartin verehelicht und gab im Jahre 1488 seiue Tochter Anna dem Hanns v. Kelbersliart; dass er Söhne hatte, ist nicht zu linden, eben so wenig eine männliche Sujcession seines Stiefbruders Georg III. bekannt. Bernhart IV., wie wir oben geschlossen haben, ein Sohn Jansens II. zu Wimberg, führte 1439 beim Leichenbegängnisse Kaiser Albrechts das Pferd vou Kärnthen nnd kommt 1440 in einem Streuu'schen Briefe vor. Er ist vor dem 1. 7. 1455 gestorben, an welchem Tage dem Jörg Sewsenegker, vermutlich seiuein Sohne, die orb-wcise zugefallene Veste Wimberg sammt Zugeliör, Wildbann, Fisch weide uud verschiedenen Gütern iu den Pfarren St. Oswald und Altenmarkt durch Albrecht V. zu Lehen gegeben wurde, nachdem derselbe durch den nämlichen Herzog am vorhergegangenen 16. uud 29. April über deu ohne Leibeserben erfolgten Tod Jörg's des Sundbcckon mit dem Sitze Kelberhart (Pf. Mauk; und dein Hofe zu Wolfpassing(Pf.Hausleiten) belohnt worden war. Jörgs II. Sohn dürfte, gleichfalls riicksichtlich der Erbfolgo zu Wimberg, Wolfgang v. S. gewesen sein, dessen Bruder Ulrich, eine Erbtocbter in Oesterreich ob der Ens, Dorothea dio letzte Puechnerin von Uttsdorf heimführte aber bald nach der Hochzeit starb, denn bereits am St. Andreastag 1460 stiftete dieselbe zum Seelenheile für ihren heim-gegangenen Mann, für ihren Vater Hanns und ihre Mutter Ursula ein Beneficium zu Ottsdorf im Traunviertel, mit dem Vogteirechto ihre Vettern, den obengenannten Wolf Hinterholzer und Erasmus den Stadler betrauend; sie war nach Ennenkl, der dies einer Urkunde des Lasla v. Prag entnahm, noch im Jahro 1506 am Leben. Ihr Schwager Wolf v. S. (+ 1481, bestattet im Lrb-begrnbniss zu Baumgartenberg) hatte sich mit Katharina v. Fronau trauen lassen, die dann in zweiter Ehe des Hoinrich Scholia v. Mülgast Gemalin wurde. - "ol£s Sohn Georg IV. wurde, wie Ennenkl ohne die Gründe anzugeben berichtet, von seiner Schwiegermutter Elisabeth von Harrass, des Andreas von Lapitz Hausfrau, ao. 1500 im Thurine zu Leiben gefangen gehalten, erscheint aber bereits im Jahre 1504 als Anwalt in Oest. ob der Ens, als welcher er 1506 von Heinrich Grafen v. Hardegg die Herrschaft Weittcncgg bei Leiben in Nied. Oest.. Melk gegenüber, erkaufte. Er starb in oder kurz vor 1513, in welchem Jahre auf sein Ableben Kaiser Maximilian das Lehensgut Wimberg mit der Herrschaft Isper vereinigte, wie in Beckers Topographie von Niod.-Oestcrr. angegeben ist: dieser Heinifall kann jedoch nnr wegen Unterlassung des Ansuchens um Bclchnungseriieurrung erfolgt sein, denn (ieorg IV. war nicht ohne Erben geblieben; soin Sohn Georg V. erscheint 1524 mit Margaretha Dienningerin vermält. Des Letzteren Sohu war zweifellos Christoph v. Seuseneck, der Rom. Kais. Majestät Rath, der sich Freiherr zuWeittencck schrieb und dieBe Herrschaft nach dem Jahre 1535 an Ulrich von Lapitz veräusserte. Christophs Schwester Anna ist Klosterfrau zu Imbach gewesen. — Weiter werden keino Scuscncckcr mehr genannt. (K. und k. Haus- Hof- u. Staatsarchiv; Stiftsarchiv zu Seitenstetten; U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Frauc. Carol; Xotizcnblutt der kaiserl. Akademie; Fontes rar. austr.; Ennenkl's Collect, geneal.; Beckers Topographie v. Nied.-Ocst.; H.; R.-M.; Klgliiirlcr. (Taf. 94.) Wappen: In Silber eiu rotlies Rad über goldenem (I) Dreiberg. - Kleinod: Aus dem Drcibcrgc wachsend, ein roth bekleideter Mann mit roth-silbern gewundenem llundo auf dem Haupte, beide Hände in die Hüften gestützt. Decke: roth-silbern. (R-M.; H.) Dio Sigharter erscheinen zuerst mit einem Wolfgung in Oesterreich ob der Ens. der um 1-178 Dorothea von Salmannslcutbeii zur Hausfrau hatte. Sein Sohn Georg, erst zum geistlichen Stande bestimmt, für welchen er bereits die niedern Weihen empfangen hatte, trat dann in kaiserliche Dienste, in denen er 1496 Rath, 1502 Verweser des Vicedom-Amtes in Oest. o. d. E., dann 1521 wirklicher Vicedom daselbst wurde. In dem Streite der Töchter des Wolf Bruckner gegen deren Vetter Andre Pruckner, fuugirte er am Freitag nach St Bartholomäus 1505 als Spruchmann, kaufte im Juhre 1514 von Bernhard Mcurl nnd dessen Ehefrau Elisabeth den Sitz Leon-bacii im Traunviertel, wo er in der Schlosskapelle 1516 ciue ewige Messe stiftete, und vereinigte zu seinem neuen Besitzthume im folgenden Jahro, durch Kauf von Erasmus Moser, den nahen Sitz Weyer, ein Losuiistein'sches Lehen. Aus seiner Ehe mit Margareta Hürdterin entsprungen zwei Söhne, Georg und Jakob, von denen Ersterer ledig gestorben sein soll; derselbe hatte in der St. Jakobskirche bei Haiding ein Fenster gestiftet, das Namen, AVappen und die Jahreszahl 1565 trug. Jakob S. zu Leonbach und Weyr, der Rom. Kais. Majestät Rath und Regent des Regiments der nied.-öst 'sehen Lande, 15'>6 uls Mitglied dus ob der Eus'schen Ritterstandes eingetragen, war 1571 zur Errichtung und Verfassung der ob der Ens'schcii Landtafel abgeordnet, vermälte sich mit Felicitas Herrin von llarrach zu Rohrau (f 1575 im 51. Lebensjahre) und hinterliess einen Sohn Josef, der Röm. Kais. Majestät Rath uud nied.-öst.'scher Regimentsrath, welcher ledigen Standes im Jahre 1592 als Letzter seiner l-'aniilie starb, nachdem er Leonbach und Weyer seinem Vetter Christoph von SchaUcnberg, einem Enkel dus Christoph v. Schallenberg und der Magdalena geb. Sighart (Vatersschwester zu Josef;, testamentarisch hinterlassen hatte. Josef S. wurde auf dem Friedhofe zu Wels an der Seite seines Vaters. Grossvaters und Urgrossvaters Wolfgang bestattet. (R.-M.; H; Sigmar. (Taf. 94.) Wappen: I. (Stammwappen.) Von Gold und Schwarz im Spitzenschnitt schräg getheilt. - Gekr. Helm: Goldener Löwe auf der Helmkrone stehend. Decke: schwarz-golden. — II. Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Silber zwei mit den Bärten auf- und abgekehrte natür- 364 0BEB0STEBBE1 Bebe Schlüssel (wegen des Gntes Schlüsselberg). — Zwei Helme, davon der erste gekrönt: 1. Stammkleinod. Decke: schwarz-golden. 2. Schwarzer Stranssenfederbnsch. Decke: blan-silbern. (E-M.; H.) Sebastian Sigmar, nach Höh. ans Württemberg stammend, wo sein Vater Nicolaus 1520 gestorben und zu Tübingen bestattet worden war, trat in kaiserliche Dienste, in denen er Bath, auch Hofkammer-Sekretarius wurde: er vermalte sich mit Magdalena, des Hanns Hofmann Erbtochter, die ihm das Gut Schlüsselberg im Hausruckviertel zubrachte, anf Grund welcher Erwerbung er 1502 in den ob der Ens'schen Bitterstand aufgenommen wurde, nud starb, dann in der Pfarrkirche zu Grieskirchen bestattet, am 21. 7. 1558. — Sein Sohn Hanns Georg (+ Anfang 1615), am 11. 3. 1579, dann wiederholt am 22. 6. 1610 vom Landesfürsten mit Schlüsselborg belehnt, 1605 zum Bitterstands-Verordneten gewählt, vertauschte mit Brief d. d. 13. 4. 1578 mit Hanus Christoph v. Geumann die Bothmühle, Pf. St. Marienkirchen, gegen ein Gut am Windtersberg, Pf. Grieskirchen, uud brachte mit Kaufbrief d. d. Linz 1. 3.1594 von Joachim Stiingl v. Walden-fels das Gut an der Geynhub, das Haus daselbst, das Gut an der Scheren, das 3Iayr- nnd Meindl-Gnt auf der Leiten nnd den Wolf Gratzcr zn A urach in der Pfarre Scherfling an sich. — Seiner ersten Ehe mit Judith, des Georg Hohenecker zn Hagenberg Tochter ^Heirathsabrede d. d. Linz 8. 3. 1575;. - die zweite Ehe mit Elisabeth Herrin von Oedt zu Götzendorf blieb kinderlos, - entsprossen mehrere Söhne, vou denen Hanns Nicolans. der auch den Sitz Boith bei Wels inne hatte, d. d. Wien 26. 9. 1615 vom Könige Mathias und 2. 4. 1)326 von K. Ferdinand Ii. die Belehnnng über Schlüsselberg für Bich und seine Geschwister erhielt, nnd zur Zeit der bayrischen Occupation als ständischer Hauptmann nnd Verordneter fnngirte, als welcher er sich, wenngleich der evangelischen Lehre zugethan, wiederholt mit Fadinger und den Bauern verhandelnd, manche Verdienste sammelto. Nach seinem Ableben wurde sein Bruder Georg Sebastian für sich und die anderen Brüder mit Schlüsselberg belehnt, das jedoch, — ebenso wie Boith, — zufolge des kaiserlichen Ediktes vom 20. 5. 1627 der Confiscation anheimfiel nnd 1638 an Sebastian Helfricd von Wopping veräussert wurde. Hanns Ludwig, ebenfalls ein Bruder des Hanns Nicolaus und der einzige, welcher männliche Deseendenz hatte, nahm den Wanderstab und zog hinaus in's Boich, wo er sich wahrscheinlich zu Begensburg niederliess — Mit seinen Enkeln, Söhnen Hanns Nicolans' II., soll der Stamm erloschen sein. (B.-M.; H.; Fritz, Geschichte des Landes o. d. E.) Kinzenberger. (Taf. 94.) Wappen: Gemeines, mit dem unteren Arme ge-atiimmeltes Krcnz, an der Fussstelle von einem Stern begleitet. (Nach dem Originalsiegel Gottfried des S. an dem Verkaufsbriefe Thomas des Hayden gegen Kloster Schlierbach d. d. 4. 5. 1370; Stiftsarchiv zu Schlicrbach. Das in der Fussstelle des Schildes befindliche, nicht deutlich ausgeprägte Bild könnte möglicher Weise nicht ein Stern, sondern eine Schildkröte oder ein Frosch sein.) Die Sinzcnberger hatten ihr gleichnamiges Stammham jenseits der Ens in Niederoesterreich, traten aber, im Lehensverbande zn den Volkenstorfern, dem Stifte St. Florian, den Wallseern und den Borern stehend, in Oesterreich ob der Ens vielfach nrkundend auf, waren daselbst auch in den Pfarren Hargelsberg, Niedcr-nenkirchon, Wolfern, Dietach, Thalheim nnd Wartberg begütert, mit den Steger von Steyr, den Ponhalm, den Cherspergern, den Hayden, den Pernauern nahe versippt; einer trat in die Bürgerschaft von Steyr ein, einer wnrde Burggraf zn Orth am Traunsee, Gründe genug, nm die JHISCHEB ADEL. Sinzenbcrger hier einzureihen, wenngleich Bie nicht in die ob der Ens'sche Matrikel aufgenommen worden sind. Den Schcnkbricf Gtto's von Bor und lltto's von Volkcnstorf an das Kloster Gleink, d. d 5. 2. 1234 bezeugten .. Benhardus de Sinzenpergo et filii eius Bndgerus, Heiuricus Vlricus de Sinzenperge". Ulrich II. (1282 1294;, wohl der Nachkonuno eines dieser Letzteren, tritt am IS. 1. 1282 auf, an welchem Tage er einen Tausch zwischen Otto Wöllstein und dem Stifte St. Florian als Zeuge bekräftigte. Er gab am Lichtmesstage 129Ü im Eiuverständniss mit seiner Hansfrau „Beriete" und unter der Zeugeuschaft seines Sohnes Vlricus junior de Sintzenperig dem Stifte St. Florian zwei Güter iu der Pfarre Weistrach in Nied.-Oest. zn einem Seclgeräthe, hatte nach einem Briefe Jannsens von Bor, d. d Wels 1291 den Hof .out' dem wechen mars" (weichen Moos?) von diesem zn Lehen uud erhielt als „vir pronidus' et lionestus" am 13. 11. 1291 von dem Propste uud Convente zu St. Florian einen Bevers über die vorgedachte Seelgeräthstiftung. Sein Sohn Ulrich III (1286 - 1301) erscheint wioder-liolt gemeinsam mit dem Vater und sonst in mehreren Urkunden Heinrichs von Volkenstorf und in Florianer Briefen. Ortolf I. (1310-1335), auch Ortel genannt und 1327 mit einer Elspet vermält, Chunrat (1313 1327), Alber (1810) und Bicher (1810) dürften Söhne Ulrich s HI. gewesen sein. Von ihnen ist keine Deseendenz nachweisbar. — Mi'inhart (1800—1327) erscheint wiederholt an der Seite Ulrichs III., dessen l'.ruder er gewesen sein dürfte. Seino Schwestor Gertraud war mit Albert von Wald vermält, dor gemeinsam mit dieser seiner Hausfrau einen Jahrtag zu Gleink stiftete, worüber Heinrich der Ältere von Volkcnstorf unter dem Siegel Meinliart'B v. S., der hier das erste Mal den Bittertitel „Herr" führt, am Georgitag 1318 eine Bestätigung erthciltc. — Am 6. 5. 1310 veräusserten die Brüder Ulrich und Heinrich die Schützen an „Meinhard zu Sinzenp> rig" ihre freioigene Hube „datz den hofern". Zn St. Florian 21. 1. 1327 bekannten Heinrich nnd Siboto von Volkenstorf „daz der Erber vnser Bitter vnd trive Diener her Meinhart von Sintzenperg zv vns cham vnd sein paid snen Ott vnd Alram vnd paten vns dnreh Got vnd durch irer dienst willen, duz wir die aigenschaft auf dem Guetlein, daz da haizzet im dem Stochlech vnd ir recht Lehen von vns was vnd leit in Hegdigaerspcrg (Hargelsberg; pfarr vnd ist Sechtzig pfenning gelte, auf geben dem Erbern Gots-hans vnd der Sammung hintz sand Florian, do wolden si ir recht auch geben dem selben Gotshaus zv ainem ewigen Selgeret". — Meinhart erhielt mit diesem Briefe dio Genehmigung seiner Stiftung nnd starb bald darnach, denn schon am nächsten 22. Juli reversirte Otto dor Verber zn Ens dem Kloster St. Florian jährlich einen Dienst von 14 Pfennigen l~ür drei Zehentc zu bezahlen, die er von dem Stifte zu Lehen trng und deren einer von dem Hofe bei Neukirchen (Niedernenkirchen) kam, wo weiland Herr Meinhard v. S. aufsass. Letzterer vererbte dieses Gut anf seinen Sohn Otto (1327 — 1354), dor damit am 8.9.1854 in einem gleichen Bcverse wio der Vorgenannte, aber von Ortolf dem Spermais ausgehend, erscheint Sein Bruder „Alram Hern Meinharts svn van Sintzenberge" nnd dessen Hansfrau „Elzpet Eberharts tohter des Steger mitsampt ir Pason vren Elzpeten wernharts swester des Steger" gaben am 21.1.1334 unter der Zeugenachaft des „Ott Sintzenperger pnrger ze Styr" (Alram'a Bruder) dem Gotteshauso zn Garsten zu einem Seelgcräth „di Hub, di da leit anf der Göritz in wartborgor pharr vnd ein Mnl vnd vier seid", das ihr rechtes Eigen gewesen ist. Alram hinterliess zwei Söhne, Gottfried und Ortolf II., welch' Letzterer nur einmal, im Jahro 1343, auftritt, während Gottfried in zahlreichen Briefen in dor Zeit zwischen 1343 nnd 1378 erscheint; derselbo war vermält, OBERÖSTEBBEICHISCHER ADEL. 865 seine Hausfrau ist wahrscheinlich eine .Schwester Heinrich's des Pernauer gewesen. Am verehelicht gewesen ist: seine Gemalin war Amalei (1439—1485), die Tochter des Bernhard Marschall vou Beichenau Sigmund süss zu Feyereck, auf welchem Sitz nach vollzogener Erbthcilung sein Bruder Lconhart zu Linz am 4. 2. 1449 verzichtete, erhielt d. d. Wien 15. 2. 1456 durch König Lasla einen neuerlichen Lehensbrief für Feyreck uud seine Güter in der Pfarre Pfarrkirchen, was alles er seinem Sohne Christof hinterliess, der damit durch K. Friedrich am 15. 12. 1469 belehnt wnrde, und dazu den Sitz Grueb, Pf. Ried im Machlande, erwarb, den ihm sein Vetter Hieronymus Marschalich am 4.10.1477 vermachte und noch im [nämlichen Jahre übergab. Christof starb durch Mörderhand vor 1480 ohne Hintcrlussnng männlicher Leibeserben. Des Letzteren Oheim Leonhard, 1435—1455, verschrieb am 12.2.1447 seiner Gemalin Barbara, des Veith Mülwangcr zu Ncidharting Tochter, und Hannscn des Jörger Wittwe, zur WiderInge deren Ueiratsgutes Güter in den Pfurren Alkoven, Kematen, Pfarrkirchen, Wart-berg und Leonding, vermachte derselben zu dem gleichen Zwecke am 6. 8. 1451 zwei Höfe zu Egendorf, Pf. Kirchberg. ein Haus zu Krcinsmünster, die Martinshub, Ff. Ried, die Hube zu Stegen, Pf. KirclibeTg, und das Holz a. d. Achleiten und hinterliess vier Söhne, Hanns VI., Larenz, Tiburz und Christoph, welche K. Friedrich, — mit Ausnahme des geistlichen Christoph, der dann Domherr zu Salzburg wurde, - am 27. 10. 1481 mit den von dem Vater ererbten landesfürstlichcn Lehensgütern in den Pfarren Kematen, Kirchberg, Pfarrkirchen und Wartberg und mit dem Gute „am Flochbcrg'1, Pf. Lahkirchen, das ihre Mutter Barbara von Wolfgang dem Mülwanger erkauft hatte, belehnte. Mit dem Jahre 1482, nach des vorgenannten Bernhard Tode, erscheinen sie im BeBitze von Achleithen, wozu dann nocli nach Christoph's I. gewaltsamen Ende Feyreck kam. Zu Cöln am 13. 5. 1486 beauftragte Kaiser Friedrich den Ulrich von Starhemberg, Landeshauptmunn ob der Ens, jeden gegen Larenntz Sintzendorfcr und dessen Brüder Hanns und Tiburz wegen des Nachlasses des ermordeten Christof S. anhängig gemachten I'rocess einstweilen unerledigt zu lassen, aber bereits im folgenden Jahre schrieb sich Hanns „zu Feyreck." Dieser war mit Bcgina Freitag vermält und brachte für kurze Zeit den dieser Familie zustehenden Sitz Waldbach in seino Hände, uls derselbe dem Brudor der Regina, Wolfgnng Freitag, wegen Ausgubo falschen Geldes con-flscirt worden war; zu Nürnberg am 19. 8. 1487 beauftragte K. Friedrich deu Landeshauptmann Gotthard von Starhemberg den Sitz und auch des Wolfgang Freitag anderes Hab und Gut gegen zu leistende Bürgschaft dem Hanns S. zu übergeben. 1490 belehnte Letzteren derselbe Monarch mit der Veste Wasen u. d. Ybbs, welche weiland Jörg (II.) ä. (dann Andre der Wolf) inue gehabt hatte und verordnete 1492 den Bernhard Schärifenberg zum Spruch-manne in dem wegen dieser Veste zwischen Huus und dem Schwiegersöhne des Jörg S., Alert Pottenbrunner, entstandenen Streite; mit dem Jahre 1496 erscheint iians als des Eöin. Königs Maximilian Hauptmann zu Bruck a. d. Mur und starb als solcher vor 1-195 ohne Leibeserben. seine Gemalin als Wittwe hinterlassend. Sein Bruder Tiburz, in dem Lehensbriefe vom 27. 10. 1481 als kaiserl. Truchsess benannt. 5. 4. 1486 zu Aachen durch K. .Maximilian zum Ritter geschlagen, Ende 1488 oder Anfang 1489 von K. Friedrich mit dem Schlosse Kamer am Atersce summt dein Landgerichte belehnt, worüber er den Revers am 28. 1. 1489 ausstellt':, vermälte sich 1) mit Cäcilia des Hanns von Eibiswald Tochter, 2) mit Lucia Tochter Friedrichs von Saurau, erlangte aber nur einen Sohn, ebenfalls Tiburz genant, der keine männliche Descendenz hatte. — Lorenz und Reinprecht, die beideu anderen Söhne Lienliart's, begründeten die beiden Hauptlinien zu Ernst-brunn-Feyreck und zn Fridau-Neuburg. Fridan-Neuburger Linie. Es konnte nicht festgestellt werden, ob Reinprecht, der Stüter dieser Linie, Achleiten in Alleinbesitz überkam oder ob dasselbe gemeinschaftlich beiden Linien zustund und erst in Folge einer späteren Theilung un die nachbcnaiinte Enkelin Reinprechts gedieh. Letzterer er-kaufto im Jahre 1497 die Veste Fridau, Pf. Ober-Grafendorf a. d. BiUacli in Nied.-Oest., von Hanns Piclacher und Stephan Prunner zu Weinzierl und erwarb in drei Ehen acht Söhne, von denen jedoch nur Pilgram (geb. 1518, t 19. 7.1579), n.-ö.'scher Bcgimcntsrath, die Linie durch seine zweito Ehe mit Susanna, des Johannes v. Lapitz zn Seuseucgg und der Clura, geb. Gräfin von Corbavia Tochter, fortpflanzte. Dessen Tochter Margaretha ehelichte den Hcinrich v. Oedt zu Götzendorf, dem sie Achleiten zubrachte; der Sohn Pilgrum II. (-;- 1620) zu Fridau partieipirte im Jahre 1610 an der dem Geschlechts zn Theil gewordenen Frciherrnstandserhubnng und wurdo durch seine Gemalin Susanna Herrin von Trauttmansdorff der Vater des bekannten Georg Ludwig 'geb. 17.1.1616), welcher im Vereine mit seinen Vettern der anderen Linie am 28. i 1.1648 den Reichsgrafenstand erlangte, dio freie Rcichshcrrschaft Thannhausen erkaufte, hierauf am Reichstage zu Regensburg 1653 auf die schwäbische Grafenbank introducirt wurdo und damals gleichzeitig für sich nnd sein Geschlecht die churpfälzische Hclchnnng mit dem Rcichs-Erb-Schatzmeisteramte erhielt. Graf Georg Ludwig, welcher Bchou unter K. Ferdinand III. Hofkammerrath geworden war und iin Jahre 1654 von dem Grafen Carl von Salm die Grafschaft Neuburg am In mit Wernstein käuflich an sich gebracht hatte, wurde im Beginne der Begiernng K. Leopold's I. Hofkammer-Präsident, welches Amt er über zwanzig Jahro versah, aber anch in ausgiebigster Weise zu eigenem Vortheile verwertete. Er vermittelte Darleihen an den Kaiser, war später selbst dessen Geldgeber, wofür er sich hohe Zinsen und ergiebige Gilten verschreiben lieBS, jedo Gunstbezcngung musste ihm tlienur gezahlt werdenmit Hofstellen und anderen Aemtcrn wurde ein förmlicher Handel getrieben, in der im Schlosse zu Neuburg errichteten Gold- und Silberdraht -Fabrik unuchtes Metall vor- 0BEBÖ5TEBEEICHISCHER ADEL. 369 arbeitet;, in der Münzstätte zn Wernstein der gute bayrische Groschen in den schlechten Fünfzehner rermünzt nnd mit Hilfe fiscalischer Gelder verlegte sich Graf Georg Ludwig insbesondere auf Güterkäufe, die sich auch auf Oesterreich ob der Ens erstreckten, wo erst die Herrschaft Freiling erkault, aber bald darnach, 1669, mit Johann Georg von Eauthon um Peucrbach nebst Uruck a. d. Aschach vertauscht wurde. Ausser dieser Herrschaft besass Graf Georg Ludwig, welcher am 6.1.1677 in Oesterreich ob der Ens in den altrudolfmischen Herrenstand aufgenommen wurde, damals Neuburg mit Wernsteiu, Fridau, Nennerdorf, Sitzendorf, Walpersdorf, Hansenbach, Mainberg, Ainöd, Gföhl, Hartenstein. Weissenberg. Kirchberg a d. Bielach, Prnnn uud Lichtenau. Postelberg und Konopischt und entwickelte an der Hand seiner grossen Beichthümer mit seiner zweiten Gemalin Dorothea Elisabeth geb. Prinzessin zu Holstein-Sonderburg-Wiesenburg eine unerhörte Prunksucht und Verschwendung bis Quintin Jörger dem Monarchen die Augen öffnete. — Der Hofkammerpräsident wnrde in den Anklagestand versetzt, die Untersuchungscommission trat zu Linz am 19. 10. 1680 zusammen und verurtheilte den Angeklagten wegen Missbrauches der Amtsgewalt, Meineid. Diebstahl. Untcrschleif nnd Erpressung zur Entsetzung von allen Ämtern. Intcr-nirung nnd zur Rückstellung von 1 970000 Gulden an den Kaiser, zu deren Hereinbrimrung die conflscirten Herrschaften dienten. So lielen auch Neuburg a. In mit Wern-stein, Peuerbach mit Pruck an die kaiserl. Hofkammer, welche l'iir dieselben, bis zu deren bald darnach erfolgten Verkaufe, den Holkamm-rrath Georg ('onstantin Grundo-mann v. Waldeufels als Ober-Inspector bestellte. Graf Sinzendorf aber starb schon im -lahrc nach seiner Verurteilung am 14. 12. 1681 eines jähen Todes. Die verdiente kaiserliche Ungnade übertrug sich nicht auf den Sohn Philipp Ludwig (geb. 26. 12. 16711, Herrn der Herrschaften Gföhl in N.-Oe. uud Gross-Seelowitz in Mähren, welcher, erst für den geistliclion Stand bestimmt, anf sein Canonicat zu Cöln resignirte, kaiserl. Reichs-hot'rath, dann Botschafter am französischen Hofe, Minister, 1705 Kaiser Josof's I. oberster llol'kanzlcr und in dem letztgenannten Jahre mit dem Erblnnd-, Schildträger-, Kampfrichter- und Fürschneideramte in Uest. ob u. unter der Ens belehnt wurde, auch schliesslich von Kaiser Carl VI. am 8.1.1712 das goldene Vlies erhielt. — Seiner Ehe mit Eosine Catharine Isabell" Rosalia Gräfin von Waldstein, verwittweten Gräfin von Löwenstein-Bochefort, welche ihm die genannte mährische Herrschaft zubrachte, entsprossen vier Söhne, von denen sich Graf Johann Wilhelm (geb. 10. 11. 1697, f 6. 1. 1767) am 10. 10. 1716 mit Bianca Sforza, Erbtochter nach Francesco Maria Marchese di Carravagio, vermälte, aber von derselben schon im nächsten Jnhro als Wittwor hinterlassen wurde. Dessen Bruder Octavian (geb. 170L), Comthnr des Malteserordens zu Klein-Uels in Schlesien , beschloss den Mannesstamm dieser Linie am 19. 7. 1767. — Die Herrschaft Thannhansen war schon im Jahre 1708 an den Grafen Johann Philipp von Stadion verkauft worden und dadurch auch der schwäbische Sitz und das Stimmrecht an diesen gekommen. Ernstbrunn - Feyregg'sche Linie. Der Stammvater Lorenz Sinzendorfer (f 1415) zu Feyregg hinterliess drei Söhne, Wolf, Leonhard und Leopold, von welchen die Söhne des Ersten uud Letzten keine weitere Succession hatten. — Des Leonhard zn Feyregg und zu Ernstbronn in Nied.-Oest. Gemalin Anna, Tochter des Hanns von Harrach', überkam nach ihres Brnders Leopold Ableben die Herrschaft Goggatsch (Goggitsch) in Nied.-Oest.. während Feyregg, wie es scheint im Wege des Kaufes, an den Gemal ihrer Tochter Dorothea, Wilhelm "WieBinger nnd dessen Bruder Balthasar übergieng, IV. 5. der sich mit Anna, einer Tochter des vorgenannten Wolf v. Sinzendorf, vermält hatte. — Unter den Söhnen Leonharde ragt besonders Joachim Cgeb. 1544, f 28. 1. 1594) hervor, welcher bedentendes Ansehen bei Hofo genoss und den Grund zu dem nun rasch erfolgenden Empor-blilhen seiner Nachkommen und des ganzen GeschlecnteB legte. Der Böm. Kais. Majestät Bath, 1570 Begent des Eegiments der nted.-oesterr. Lande, dann Reichshofrath, vollzog er 1577 seine bedentondsto Mission, die" er mit zahlreichem und hochansehnlichcm Gefolge als kaiserlicher Botschafter zur ottomanischen Pforte nach Cou-stautinopel unternahm, von wo er erst zu Endo 1581 odor zn Anfang des folgenden Jahres zurückkehrte. — Den Söhnen, die ihm die zweite Gemalin Freiin Maria Bueber, des Hanns Bartholomäus v. Kollonitz Wittwo, zur Welt brachte, blieb der Lohn für die Verdienste des Vaters nicht aus. Dieselben, Leo, August und Maximilian, mehrere Brüder waren vorher gestorben, erhielten durch Kaiser Ferdinand im Vereine mit dem Vetter Pilgram der anderen Linie d. d. 12. 8. 1610 den Boichsfreiherrn-stand und wurden 1625 mit dorn Schenkeuamto von Oesterreich ob der Ens belehnt, Gnadcnbezeugiingen, welche den Söhuon des Freiherrn August. Herrn der llerr-schafteu Ernstbrunii, Boggendorf, PeckBtall und St. Mar-tinsberg. Johann Joachim, Sigmund Friedrich und Rudolf in noch höherem Masse zu Theil wurden. Dieselben erhielten für sich and das ganze Geschlecht d. d. 28. 11. 1648 deu Rcichsgrafenstand, 1653 iin Vereine mit der Fridauer Linie das Eeichs-Erb-Schatzmcisteramt und dem Grafen Budolf wurde, nachdem er Schloss und Bnrggraf-schaft Bheineck am Nieder-Bliein von Philipp von Wamberg im letztgenannten Jahre erkauft hatte, Sitz und Stimme im westphälischcn Grafen-Collegium zu Theil. Letzterer (f 2. 12.1677), Reichshofrath, ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am schwedischen, dänischen, churpfälkisclien und churbrandenbnrg'sciien Hofo u. s. w., begründete eine Linie, die in den Genuss der, durch den Grafen Sigmund Friedrich (f ledig 1679} zu einein Fideicommissc gestifteten Herrschaft Ernstbrnun in Nied.-Oest. gelangte, aber schon mitBndolfsSohno wieder, Bndolf Sigmund. Bitter des Ordens vom goldenen Vliesse, kaiserl. geh. Bathe und Oberst-Kämmerer. 1747 erlosch , worauf das Majorat sowio auch Bheineck an die Descendenz des Grafen Johann Joachim (f. II- 11. 1665) kam, welcher sich für knrze Zeit in Oesterreich ob der Ens, der alten Iloimath ansässig machte und die, jedoch aus seiner Verlnssonschaft wieder veräusserte Herrschaft Boith im Hausruckviertel von den Jörgern erkaufte, ferner von den Grafen von Schlik die Herrschaft Plan in Böhmen und ao. 1665 das Jncolat im Grafen- nnd Herreustando dieses letzteren Königreiches erwarb. Anch die Herrschaft Triebet (Trebel s im Pilsner Kreise dürfte noch durch Johann Joachim erkaaft worden sein. Drei Söhne des Letzteren, Johann AVeickart Michael Wenzel fgeb. 9. 1. 1656, t 1715i, Adolf Michael Thomas 'geb. 7. 3.1659. tl700> nnd Michael .losua (alias Johann; Joachim (geb. 31. 5. 1665. f ü8. 2. 1697), kais. Kämmerer und Landeshauptmann der Fürstentümer Schweidnitz und Janer in Schlesien, theilten dio Linie in eben so viele Äste, von welchen der dritte zu Plan, Triebet und Trpist in Böhmen, Eichhorn und Bzitschen in Mähren, mit dem Urenkel des Michael J >sua Joachim, dem Grafen Octavian (geb. 6. 1. 1756, t 1799) erloschen ist. Desselben Wittwe Maria Franziska Gräfin v. Kinsky schloss am 7.1.1800 ihre zweite Ehe mit Carl Leonhard Grafen von Harrach. Der Besitz kam an den ersten Ast. Der mittlere Ast erlosch mit seines Stifters Enkel, dem Grafen Johann Philipp Norbert fgeb. 1717, +10.1.1779), kaiserl. Kämmerer nnd General-Feldwachtmeistcr. Sohne des Grafen Johann Joachim Clemens Franz geb. 27. 11. 1688. t 1738), der Böm. Kais. Majestät Rathe und Landrechtsbeisitzers in Oest. ob der Ens, Herrn zn Weitteneck 93 370 OBEBÜSTEEEEICHISCHEB ÄDEL. nnd Lcibn. — Johann Philipp Norbert hatte aus seiner Ehe mit Johanna Anna Franziska geb. Gräfln Engl von und zu Wagraiu nur Töchter. Aus dem ältesten Aste überkam noch dessen Stifter Johann Weickard Michael Wenzel, Berr zu Trucben nnd Dürenlust (in Schlesien?), k. k. Kämmerer, nied.-oest.'scher Regiments-Eath nnd Oberstfalkenmeister, nach dem Erlöschen der von dem Grafen Bndolf absteigenden Linie die .Majoratsherrschaften Bheineck und Ernstbrunn. Sein Sohn aus der Ehe mit Isabella Magdalena geh Gräfin von Fürstenberg-Stiihlingcn, Prosper Anton Josef (geb. 30.3. 1700, t 9- 2. 1756), kaiserl. wirkl. geh. Bath. vermälte sich am 30. 3. 1723 mit Marie l'hilippine Gräfin v. Altbann, aus welcher Ehe zwei Söhne hervorgiengen, von denen Graf Wenzel Jobann Eustach (geb. 19. 2. 1724, t 25. 5. 1773), kaiserl. Kämmerer nnd geh. Bath, am 4.5.1750 mit Maria Anna Gräfln von Harrach zu Bohrau an den Tranaltar trat, die ihm sieben Söhne gebar. — Der Älteste von diesen Prosper Beiclisgraf von Sinzeudorf, des heiligen Bümischen Reichs Erbschatzmeister, Oberst-Erbland-Mundschenk in Üeterreich ob der Ens. Oberst-Erbland-Vorschneider, Kampfrichter und Schildträger in Oesterreich ob und unter der Ens (geb 23. 2. 1751) überkam nicht nur dio Majoratsherrschaftcn, sondern anch nach dem Erlöschen des jüngsten Astes die böhmischen Güter, erhielt, nachdem zufolge dos Luueviller Friedens die Burggrafschaft Bheineck an Frankreicli abgetreten worden war, für diesen Verlust das Ochscn-liausen'sche, bisher zum Amte Thannheim gehörige Dorf Winterrieden nebst einer beständigen jährlichen Beute von 1500 Gulden aus dem gedachten ochseiihauscn-schen, nachher gräfl. Schaesberg'schen Amte Thannheim. Winterriedcu wurde durch ein kaiserliches Diplom d. d. 17.12.1803 zur Burggrafschaft und Graf Prosper selbst mit dem Titel „Hochgeboren" in den Reichsfürstenstand nach dem Bechte der Erstgeburt erhoben. Aber weder er noch seine Brüder sind in den Stand der Ehe getreten und ist mit dem ersten Fürsten das hochansehnliche Haus am 19. 11. 1822 im Mannesstamme verblichen, woranf Winterrieden laut testamentarischer Verfügung an den Sohn seiner Schwester Maria Anna, den Grafen Georg von Thurn-Valsassina kam, der es verkaufte. (K. nnd k. Hans- Hof- n. Staatsarchiv; Stiftsarchiv zu Gleink; Ü.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus Franc.-Carol.; Ennenkl's Collect geneal.; Streun's Mannscr. geneal ; H.; H.-M.; Strnadt-Peuerbach; N. S. Hoher Adel; N. S. Schlesischer Adel.) MiiiKiugvi-. (Taf. 96.) Das Wappen, nach dem Originalsicgcl Ulrich des Sincinger an dem in der Folge näher bezeichneten, im Mnseuin Francisco-Carulinum verwahrten Briefe vom 24. 3. 1476, ist Taf. 96 getren abgebildet: das Schildesbild sieht einem Wandkorb von Weidengeflecht ähnlich. Die Sinzinger, — nicht zu verwechseln mit jenen Gleichnamigen, welche zu Sinzing nächst Beinbach bei Schärding sassen und schon um das Jahr 1130 in Forin-bacher Traditionen auftraten, — hausten zu Sinzing, Pf. Hofkirchen im Hausruckviertel bereits um dio Zeit, in der sich die nachherigen Starhemberger in der dortigon Gegend durcli die Erwerbung von Steinbach heimisch gemacht hatten, unter den Dienstlenten niedersten Banges derselben, standen auch im Vasallenverhältnisse zum Hochstifte Passau und zu den Schaunbergern. Als die Geschwister Gundacker, Düring und Helena aus dem Stamme der Starhemberg ao. 1204 in Stambach auf das Gut Maner zu llungerberg, Pf. Krcngelbach, das ihr Bruder Hartneid. Dompropst zu Aquileja, nach dem St. Stcpliansaltare in P.issau gestiftet hatte, Verzicht leisteten, bezeugten den Brief .Wernhardus de Sinzingen et frater suus Chunradus" im Vereine mit den Nachbarcn Bieber von Galspacli, Chunrat von Ibenberg, Meinhard von Affnang n. s. w. — Wernhardus de Sinzingen, wohl der Vorige, war als passau'schor Dienstmann anwesend als Bischof Ulrich in der Zeit zwischen 1215 und 1221 eine von dem Stifte Wilhering mit Heinrich von Tratena eingegangene Übereinkunft beurkundete. Wernhard II. v. S. bezeugte zu Lambach am 29. 4. 1255 einen Schonkbrief Gundacker» von Starhemberg an das Kloster Lambach und wurde zu Garsten ao. 1264, als sich derselbe Starhemberger dort seine Grabstätte wählte, in der Zeugenreihe der bezüglichen Urkunde vor Heinrich von Aistersheim gesetzt. Wernhard III. bezeugte 1288 den Übergabsbrief der Wittwe Uertnid's des Truchsessen von Schaunherg an das Kloster Wilhering, dio Besitzungen zu Hilkcring betreifend, am 3. 2. 1280 den Brief, womit Chunrat von Capellen bezeugte, dass Otto von Coidelham den Zehcnt daselbst widerrechtlich der Kirche zu l'ucking la. d. Traun) vorenthalten habe, und am 19. 5. 1301 einen Satzbrief Heinrichs von Alhartiug gegen das Kloster Wilhering. Am 24. 6. 1321 verzichtete Ulrich der Sperl gegen das letztgenannte Stil't auf seine Ansprüche an dio Hube zu Budleiching, welche sein Oheim Wernhart dor Sintzinger „bei seinen lebendigen Zeiteu- dem Gotteshause Wilhering zum Seelgeräthe gegeben habe. Das XIV. Jahrhundert geht fast zu Ende ehe wir weiter einem Sinzinger begegnen. Am 29. 9. 1398 stifteten Calman ,-inziugcr und dessen Geschwister mit zeim l'lnnd Pf. Satz auf einem Gute zn Marschaliching in der Pfarre Gaspoltzhofen einen Jahrtag zu Lambach. Ob dieser, allerdings sicher der gleichen Gegend angehörend wie die Vorigen, des nämlichen Geschlechtes gewesen ist, vermag ich, mangels eines Siegels, nicht zn behaupten. Das Gleiche gilt vou Friedrich dem Sinzinger, welcher als wallsee'scher Dienstmann zu Linz am 16.10. 1379 den Brief bezeugte, durch welchen Graf Heinrich von Schauuberg in seinem Zwiste mit Heinrich von Wall-sec erklärte, desshalb hinter Herzog Lenpold gegangen zu sein. Liieser Friedrich, wie sein Nachkomme Li'enhart, scheint ans der Gegend au der.Ens gewesen zu sein, doch ist die Möglichkeit einer Übersiedelung dorthin aus dem Tratnachthaie nicht ausgeschlossen und dies um so weniger, als Friedrich in Seitenstettuer Urkunden anftritt und es bekannt ist, dass dieses Stift Besitzungen zu Stille, mithin in unmittelbarer Nähe von Sinzing in der Pfarro Hofkirchon hatte. Am 14. 2. 1386 gab Kathrey, Heinrich des Amman von Cliurczenkirchen Tochter, unter dem Siegel Friedrich des Sinzinger dem Kloster Seitenstetten einen Bevers wegen eines Hofes zu Kurzenkirchen. Lienliart der Sinzinger besiegelte am 28.12. 1396 einen Brief llaug's vou Falkenstein über einen durch diesen zu Schlierbach gestifteten Jalirtag und am 11. 5. 1409 schrieb die Herzogin Beatrix von Oesterreich an die Freistädter, sie wolle wegen Anzug Sokols nächstens zu ihnen kommen und Bende einstweilen ihren Diener Lienliart den Sinzinger „den wir sunderleich wegen des Grncner vnd dcB Wallichs wegen empfolchen haben". Im folgenden Jahre tritt Lienliart wieder zu Garsten auf, wo er am 12. 3. 1410 sein Siegel an den Brief hängte, mit welchem Andreas der Venk dem dortigen Kloster Güter in der Pfarre Tornbcrg veräusserte. Am Sonntag zu Mitterfasten 1476 siegelte „Ulrich Sintzinger dio zeit diener dez Gotshavs zv waldthausen" einen Verkaufsbrief der Kinder Simon des Engolbrccht an Erhart Saumarkter, Propst zu Waldhausen, Zehente in der Pfarre Dimbach betreffend. Ob dieser Ulricli hier zuzuzählen kommt, vermag ich nicht zu entscheiden; unstät, wie dio Familie gewesen zn sein scheint, kann des Letzteren Auftreten im Machlande kaum auffallen, auch ist an der Hand des obengenannten Briefes vom 3. 2. 1289 nicht zu übersehen, dass eben schon damals ein Sinzinger in Capellen'sclicn Diensten stand. OBEKÖSTEREEICHISCHEB ADEL. 371 (U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc.-Carol.; Notizenblatt der kaiserl. Akademie; Ori-giual-Urk. im Mus Franc.-Carol.) SltrbeiMky. (Taf. 96.) Wappen: I. (Stammwappen.) In Silber ein schwarzer Pfahl. — Gekr. Helm: Ovaler, golden gefasster, aussen mit elf schwarzen Hahnenfedern besteckter Spiegel. Docke: schwarz-silbern. — II. Wie vorhin, nur der, hier kreisrunde. golden gefassto Spiegel mit Pfauenfedern besteckt. — III. Wie 1. Der Spiegel mit sieben Straussenfedern besteckt. (Nach dem Wappen 1607 an der grossen Glocke der Pfarrkirche zu Niederhillersdorf, Herrschaft Gotsch-dorf.) — IV. (Freiherrl. 165S.) In Silber ein schwarzer I'fahl. im Unken Ober- uud rechten Untcreck je von einer mit dem Stammkleinod besteckten Helmkrone begleitet. — Drei gekr. Helme mit schwarz-silbernen Decken. 1. nnd 3. Wachsender, gekrönter, goldener Greif. 2. Stanunkleinod wie bei I. iSämmtliche Wappen nach N. S. f Adel von preuss. Schlesien, das freiherrl. Wappen mit der ob der Ens'sclien Herronstands - .Matrikel fibereinstimmend.) Die Freiherrn Skrbensky zählen sich dem mährischen Uradel anf Grund von Traditionen zu. welche wohl durch Thatsachen bestätigt werden dürften, sobald sich ein Forscher den Studien über die Anfänge dieses Geschlechtes gewidmet haben wird. — Gegenwärtig wird die verläss-Hclie Stammreihe nur bis Martin Hriste (zu Deutsch „der Traber'1) zurückgeführt, der auf Unüice in Mähren sass, mit Elisabeth von Vranovic, dann mit Margaretha Bajic von Mirova vermält war und aus der zweiten Ehe den Jaroslav Hriste (geb. 1442), auf Uneice und Svarov, hinterliess. Dieser erwarb mit Sophia von l'encic den Sohn Üldrich (geb. 1464., gesessen auf Svarov, welcher von seiner Grossmutter Margaretha von (lynitz die Veste Skrbenv i Kirwein bei Üluiütz sauimt Hof uud Brauhaus erbte.__Diese Erwerbung hat den Grund zu dein Namen Skrbensky gelegt, den schon sein in der Ehe mit Anna Kosteletzky von Kosteletz erzeugter Sohn Johann I. (geb. 1493) führte; diesem standen auch Slaviczin. Biskupitz und Bilowitz, Alles in Mähren, zu. Er war Beisitzer des minderen Landrechtcs zu Olmiitz und gewann mit seiner Gemalin Elisabeth Peterwaldsky von Peterswald vier Söhne. Jaroslav II. (geb. 1581, 1 1604), Johann II. (geb. 1527. f 1097), Peter und Wenzel. — Johann II. stiftete, nachdem er in zwei Ehen, 1.) mit Boliunka von Kravarz, 2,) mit Margaretha von Okranlitza kinderlos geblieben war, durch sein im Todesjahre abgefasstes Testament die durch ihn erkaufte Herrschaft Fulnek mit Schimmelsdorf und Schlatteu, die Herrschaft Dfcvohostic in Mähren und ein Haus zu Olinütz als Seniorat für den Sohn seines Bruders Wenzel, für Johann IV. Skrbensky von Hiiste, welcher als eifriger Anhänger Friedrichs von der Pfalz, nach der Schlacht am Weissen Berg zum Tode ver-urtheilt, entfloh, aber bei Steinau an der Oder in dio Hände Mansfeld'sclier Knechte gerieth und von diesen erschlagen wurde. Das von dem Oheim überkommene Majorat ist hierauf conflscirt worden nnd der Familie verloren geblieben. Jaroslav II. auf Gross-Kunzendorf, Peterswald nnd Schönhof in Schlesien. Landmarschall des Fürstenthumes Teschen, vermälte sich 1.) mit Auna Morkovsky von Zastiidl, 2.1 mit Maria Sedlnitzky von Choltitz. Er ist der nähere Stammvater der gegenwärtigen Freiherrn und der noch jetzt in den preussischen Staaten im einfachen Adelstande blühenden Skrbensky von Hrizte. welche zum Theile ebenfalls Freiherrn wurden, als solche aber wieder erloschen sind. - Johann III. „Starzy" (der fitere im Hinblicke auf seinen oben genannten Vetter Johann IV.), war der ersten Ehe Jaroslav's II. ao. 1576 entsprossen, besass Schönhof. Gotschdorf, Suchau und Jasclikowitz in Schlesien, war Oberstlandrichter des Fürstenthums Teschen, wurde mit Diplom d. d. 28. 11. 1658 in den böhmischen Freiherrnstand erhoben und starb 1065. Er ist mit Judith Gräfin Würben vermält gewesen -• Sein Enkel Karl Franz (geb. 1684, f 17681, anf Schönhof, Bartelsdort, Gross-Kunzendorf, Biegersdorf, Stanislovic, Zuckau und I'eterswald in Schlesien, k. k. Kämmerer und geh. Bath, Landeshauptmann des Fiirstenthumes Teschen, Sohn des Carl Dietrich (geb. 1617, t 1692) und der Helena geb. Bostok von Goldmansdorf, tbeilte durch seine Söhne aus der Ehe mit Helena Skrbenskv v. Hriste, Carl Trangutt (geb. 1716, f 1773) nnd Otto Karl (geb. 1720, f 1780) diesen freihorrlichen Stamm in zwei Linien. Die Altere, auf Gotschdorf, Moker und Stremplowitz, erlosch bereits mit dem Enkel Carl Traugott's I., mit Carl Traugott III. igeb. 1781), k. k. Kämmerer, welcher, nachdem er 1831 die vorgenannten drei Besitzungen veräussert hatte und iu seiuer Ehe mit Barbara Freiin Sobeck von Kornitz ohne Söhne geblieben war. 1839 starb. Er war der Sohn Carl Traugott's II. (geb. 1745, t 1783) und der Antonia geb. Freiin Hemm von Heiiimstein. Otto Carl (geb. 1720, f 1780i, auf Schönhof, Gross-Kunzendorf und Zuckau, k. k. Kämmerer uud Landeshauptmann des I-'iirstciithumes Tuschen. Stammvater der jüngeren Linie, vermält 1.) mit Maria Antonia (alias Maria Anna) Gräfin Podstatzky von Prussinowitz (v 1773), 2.) mit Anna Gräfin Troyer. erlangte, so weit mir dies bekannt geworden ist. drei Söhue Anton I. •geb. 1767, f 18. 4. 1821), Johann Carl (geb. 1768, f 1822) und Otto I. igeb. 1. 1. 1780, + 20. 2. 1860j. Dem Ältesten, Anton, wulclium iin Vureinu mit seinem leiblichen Bruder Johann Carl im Jahre 1807 das ungarische Indigenat zu Theil wurdu. ist von der Gemalin Theresia von und zu Goldegg und Lindenburg. Wittwe nach Anton Freiherrn von Pfflrdt, am 17. 9. 1802 ein Sohn, Eduard, geboren worden, welcher ledigen Standes gestorben ist. Die Stammreihe Otto's I., verm. 30. 4. 1^21 mit Maria Anna Gräfin Cavriani (f 10.4. 1851) ist folgende: 1. Otto II. (geb. 14.6. 1822), k. k. Kämmerer und Major a. D., verm. 30. 3. 1856 mit Bosa Gräfin de la .Motte, Stkr. D. — 2. Anton IV. (geb. 24. 8. 1860), k. k. Ober-lieut. im 2. Ubl. Bgt., venu. 23. 12. 18*2 mit Dcsiree Grälin Kuenburg (v zu Kairo 1889 . — 3. Otto III. (geb. 3. 8. 1887). Freiherr Johann Carl, auf Schönhof und Gross-Kunzendorf, k. k. Kämmerer nnd Ehrenritter des Malteserordens. erzeugte in seiner ersten, 1787 geschlossenen Ehe mit Ludovika Gräfin Harrach zwei Söbnu, Philipp 1. (geb. 21. 10. 1789, t 18. 7. 1876) und Anton II. (gob. 1. 1. 1791, f 3. 4. 1882), deren ersterer, k. k. Kämmerer und geh. Bath, am 13. 7. 1836 das Amt eines Präsidenten der ob der Ens'sclieii Landesregierung antrat und um 18. September des folgenden Jahres in dun altrudolfini-sclicn Herrenstand dieses Kronlandus aufgenommen wurde. Derselbe war 1.) mit Gabriello Gräfin Künigl fverm. 15. 10. 1822, t 7. 2. 1831), 2.) mit Franziska Gräfin Erdödy (verm. 7. 1. 1833), Stkr.-l). und P.-D. vermält. Sein Sohn, Philipp III. (geb. 16. 3. 1838) ist Justizritter des Malteserordens. Dem Freiherrn Auton II., k. k. Kämmerer, hat die zweite Gemalin Anna Gräfin Arz (verm. 9. 5. 1825, t 12. 2. 1868», Stkr. D., — die erste. Henriette von Thclcn (verm. 20. 4. 1823, f 29. 3. 1824) blieb ohne männlichen Erben - vier Söhne zur Welt gebracht, Carl (geb. 13. 4. 1826, f 24. 6. 1866), k. k. Kämmerer und Major im 12 Uhl. Bgt. Ehrenritter des Malteserordens, Felix (geb. 29. 12. 1827), Philipp II. fgeb. 5. 3. 1830) und Anton III. geb. 11.10.1831;, Comthur des Malteserordens zu Mecholub in Böhmen, k. k. Bittmeister a. D. — Des Freiherrn Carl und der Josefine geb. Freiin von Bartenstein (verm. 17. 2. 1855) Enkel. Carl (geb. 7. 0. 1883) und Georg (geb. 6. 8. 1884) sind der Ehe des 372 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. Freiherrn Maximilian (geb. 9. 12. 1S55) k. k. Oberlieut.'s im 12. Drag.-Rgt. mit iiiatia Freiin von Risenfels (verm. 26. 8. 1882; entsprossen. Freiherr Felix, welcher im Jahre 1867 das Gut Metsch bei Troppau erwarb, dasselbe aber 1885 wieder veränsserte, hat mit Clementine geb. Freiin von l'ereira-Arnstein (verm. 12. 10. 1863, einen Sohn Carl igeb. 28. 9. 1806). — Dem Freiherrn Philipp, k. k. Kämmerer nnd Major a Ü., vermält 19. 3. 1800 mit Leonie Freiin von Badenfeld, Besitzerin dor Herrschaft Drevoliostic in Mähren, sind zwei Söhne geboren worden, Leo :geb. 12. 0. 1863), Priester in der Diöcese Olmiitz, nnd Hanns (geb. 24. 4. 1868), k. k. Lieutenant im 1. Drag.-Bgt. (Mittheilungen auf Grund authentischer Daten des Freihorm Felix Skrbensky v. Hriste; H.-M.; N. S. -{-Adel der preuss. Provinz Schlesien; freiherrl. Taschenb.) Slavata. iTaf. 96.) Pes Divis z Chlumu. Stammvaters der Slavata, Söhne erscheinen 1872 auf Koiumberk bei Chrudim gesessen; es sind deren sechs gowesen, Divis II., 1360 auf Chlum, Kozlov und Chvalovic, 1391 — 1393 Begent zu Kosnmberk und Vormund der Kinder seines sol. Bruders Jesck, Procek, Wilhelm, Mstislav und Slavata I., sämmtlich 1360 auf Chlum, Kozlov und Chvalovic, 1372 auf Kosumbork, Jesek 1386 — 1390 auch aufStönec und Podhorany. — Letzterer starb um lo91, vier mindeijährigo Söhne hinterlussend, von deuen Jan Kempka, (der Unverschämte, f 1437) 1414 Oberst - Silberkämmerer iu Böhmen, im folgenden Jahre Gesandter des Königs Wenzel und Begleiter des Johann Huss zum Concil in Constauz wnr; Wilhelm II. (f 11.11. 1434) begründete eine Linie, welche mit seinem Eukol Michul (•!" 1534i wieder erlosch; von Bcnes (f c. 1460), verm. mit Dorota z Tloskova ist keine Succossion nachgewiesen ; Divis III. (t c. 1454) auf Kosnmberk und Pusic setzte den Stamm durch seinen Enkel Slavata III. (f l.">39), auf Chlum, Kosumberk. Schwarz-Kostelec, Cestin-Kostel u. s. w., fort, dessen Sohn Divis Slavata (geb. c. 1519, f 1575), Kreishauptmann von Chrudim, Schwarz-Kostelec verlor, das ihm die königliche Kammer einzog, als die utraijuistischon Stände, denen er sich zugesellt hatte, die Theilnahme am Kriege gegen den Churfürsten Johann Friedrich von Sachsen verweigerten und sich nach der Miihlbcrger Schlacht in offenen Aufruhr gegen König Ferdinand setzten. — Divis Slavata hinterliess sechs Söhne, eifrige Protestanten wie der Vater. Von denselben erlosch dio SuccesBion des Zacharias (+ 1599), auf Badliost und ChrouBtovic, schon mit dessen Sohne Christoph Stiastny. Die Linio des Albrecht (f 23. 1. 1600), auf Podlazic und Chrust, gieng mit dessen Enkel Albrecht Heinrich auf Chrast wieder ab, der im Jabre 1620 im Vereine mit der Mutter Margaretha salomea geb. Smiricky von Smiric den Wanderstab nahm, in schwedische Dienste trat, wo er Oberst wnrde, und der um 1656 in Holland starb. Heinrich (+ 1596), anf Chropiny und Kosumbork, Oberstlandrichtcr in Mähren, 1596 Kreishauptmann in Chrudim, ebenfalls ein Sohn des Divis Slavata, erlangte mit Kunigund geb. Cerncicky z Kacova einen Sohu Divis Lacembok (f 23. 2. 1623), welchem in seinem Todesjahro Kosnmberk conflscirt wnrde; dio Gemalin Veronica von Zierotin hatte demselben den Heinrich Wilhelm geboren, der auf Domanic und Boubovie sass, Land-rcclitsbeisitzcr und Kreishauptinann zu Chrudim war, 1634 Kosnmberk im Kaufswege von seinem Vetter Wilhelm wieder an sich brachte, aber 1654 den Mannes-stamm seiner Linie bcschloss. Adam (geb. o. 1646, f 27. 2.1616) auf Cestin-Kostel, gleichfalls einer der Söhne des Divis Slavata, war der Böm. Kais. Majestät Bath, 1575 Kreishanptmann in Caslau, 1596 deutscher Lehenshauptmann in Böhmen und zweimal vermält, erst mit Dorothea Kurtzpach von Trachen-burg, dann mit Sibylla Gräfln von Mansfeld. Sieben Söhne erblühten ihm, von denen Wilhelm .,1. Ehe, geb. zu Cestin-Kostel 1. 12. 1572, f 19. 1. 1652) zur katholischen Kirche zurückkehrte, was ihm des protestantischen Vaters bitteren Groll zuzog und am 23. 5. 1618 den Fenstcrstnrz am Hradschin kostete, wobei ihm des Grafen Thum Genossen die Hände zerhieben als er sich nach Rettung haschend an die Fenstorbrnstung klammerte; auch ein Schuss ward dem Stürzenden nachgesendet, der ihn am Haupte schwer vorletzte. Aber der harte Kopf war bald geheilt und Wilhelm stieg in kaiserlicher Gnndo hoch empor, wozu sich auch ansehnlicher Besitz gesellte, denn er hatte sich 1003 mit einer reichen Erbin ehelich verbunden, mit Lucia Ottilia z Hradce, der Letzten ibros Hauses, welche Neuhaus im Budwciser Kreise dem Geniale iiberbrachto. — Erst Burggraf zu Karlstein (1607), dann Oberstlandrichter (161&), Hofkammerpräsident (1618) und geheimer Rath, wurdo er zu Wien am 10. 4. 1621 in den Reichsgrafenstand erhoben. Er ist in dum beziig- Wappen: I. (.Stammwappen.) Von Blau und Gold fünfmal getheilt. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Köcher, besteckt mit sechs abwechselnd blauen und goldenen Straussenfedern. Decke: blau-golden. (Die Anzahl der Theilungen, auch die Anordnung der Tincturen variiert vielfältig, im X. S. böhmischer Adel werden in Gold drei blaue Balken verzeichnet.) — II. (Gräfl.) Gespalten, mit goldenem Herzschild, darin eino blaue Rose. Vom das Stammwappen. Hinten geviert: 1 in Blau ein grüner 1 Lorbeer- ?) Kranz. 2 von Both und Gold getheilt. 3 in Blau eine goldene Lilie, überhöht von einer Krone. 4 iu Blau ein gesenkter natürlicher Anker mit Qnerstange und Bing. — Zwei gekr. Helme, dazwischen eingeschoben der kaiserlich gekrönte oesterreichische Bindenschild, belegt mit drei (1, 1, 1) schwarzen Lettern F, M, R 1. Stammkleinod. 2. Zwischen offenem rothen, mit goldenen Herzen bestreuten Fluge, der Kranz. Decken: durchaus blau-golden. (Alt. Siebm. In der H.-M. erscheint statt der blauen Rose eino blauo Wolko, belegt mit goldenem Stern, das Feld mit dem Anker iBt von Gold und Blau getheilt, der rothe Flug des zweiten Helmes nicht mit goldenen Herzen bestreut.) Der ursprüngliche Xame des Geschlechtes, insoweit zn dessen Anfange von einem solchen die Bede sein kann, ist _z Chlumu~ (von Chlum); der Taufname Slavata wurde erst im Verlaufe der Zeit zum Geschlechtsnamou. Baibin in seinen Miscelaneis regni Boll, bringt eine Stammtafel bis zum Jahre 700 hinauf, welche begreiflicher Weise vollkommen ausser Betracht bleiben muss. — Ortschaften dus Xamens Chlum gab und giebt es in Böhmen eine Mungo nnd nicht wenige von ihnen sind dio Hcimath von Geschlechtern gewesen, die sich darnach schrieben, ohne dass es durch spätere Forschungen aufgeklärt worden wäre, in welchem der verschiedenen Chlum die Wiege jeder einzelnen dieser Familien gestanden hatte, so der Chlum von Chlum. der Chlumek von Chlum, C'hlumsky von Chlum, Dovole von Chlum, Dubensky von Chlum, Kaffunk von Chlum, Litoborsky von Chlum, Ousti von Chlum. Slujsky von Chlum, Vsejamsky von Chlum, Zrucky von Chlum. — 'Zu diesen kommen noch jene, nachher Slavata von Chlum Benannten und die mit diesen wappen-gleiclien Lacembok von Chlum. Xur bezüglich dieser Letzteren ist der gemeinsame Ursprung zweifellos. Beide treten im XIV. Jahrhundert mit Divis z Chlumu (im Caslauer Kreise), c. 1360 auf Okrcsanec, und mit Jaros Lacembok, 1370 auf Chlum, Lacembok, Stradov, Nasavrsky und .--vidnic auf. Die Vorfahren derselben verlieren sich wie gesagt unter den Vielen, die sich von Chlum schricbon Der Stamm des Jaros Lacembok z Chlumu scheint schon mit seinen Enkeln abgegangen zu sein, den Brüdern Vanek, 1484 ermordet, und Hynek auf I'ottenstein. — 0BEBÖSTEBBEICH1SCHEB ADEL. 373 liehen Diplome Wilhelm Slavata, Freyherr von Chlum und Koschumherg zu Neuhaus, Neubistritz uud Tolcz benannt, doch sind keine Daten über die Freiherrnstands-erhebung der Familie zu cruiren; „zu Koschumherg" scheint Wilhelm 1621 nur als Titel geführt zu haben, denn tatsächlich brachte er diese, seinem Vetter Divis Lacembok confiscirto Herrschaft erst 1623 von der königl. Kammer käuflich wieder an sein Haus. — Er wurde in dem letzteren Jahre Oberstlandkämmerer, 1627 mit dem Mundschenkenamt von Böhmen belehnt und 1619 zum Oberstkanzlcr des Königreichs ernannt. Im gleichen Jahro hat er den Titel „Begierer des Hauses Neuhaus" und am 29. 11. 1644 durch die ob der Ens'schen Stände die Aufnahme in den Herrenstand erhalten. Von dreien seiner Söhne setzte nur Joachim Ulrich Beichsgraf Slavata von Chlum und Khoschnmberg (*j* 4. 5. 1615), anf Straz und Tele, den Stamm durch seine Gemalin Franziska Gräfin von Meggau fort, welche am 22. 9. 1676 im Bufe der Heiligkeit starb. Acht Söhne waren der Eho entsprossen, aber keiner vermochte das alte Geschlecht zu erhalten. Vier giengen in der Jugend hoim. Ferdinand Wilhelm (f 2. 4. 1678), Begierer des Hauses Neuhaus, Obcrst-Erbland-Mundschenk in Böhmen, 1668 Oberstlandrichter, dann Statthalter von Böhmen, hinterliess aus dor Ehe mit Maria Benata Griiliu von Nachod nur drei Töchter; drei Brüder derselben waren als Kinder gestorben. Johann Georg Joachim, Begierer des Hanses Neuhaus nnd Oberstmundschenk nach dem Vorigen. Statthalter und 1685 Oberstlandrichter in Böhmen, erlangte mit Margaretha Elisabeth geb. Gräfin von Kappach, verwittweten Grälin von Trantson, wohl zwei Söhne, aber beide starben vor dem Vater; es bUcbcn nur drei Töchter. Franz Leopold Wilhelm (geb. 1639) wurde Canonicus zn Passan. Als aber der Stamm zu vergehen drohte, legte er die Pfründe nieder, vermälte sich, 51 Jahre alt, 1690 mit päpstlicher Dispens mit Maria Clara Apollonia Gräfin von Starhemberg, blieb jedoch kinderlos und starb schon im nächsten Jahre um 26. Januar. — Neuhans gieng an soines Bruders Johann Georg Joachim älteste Tochter Maria Josefa über, die dieselbe nnd den Titel ihrem Genial Hermann Jakob Grafen Cernin von Chndeuic (t 28. 8. 1710) zubruchte. Anch das Schenkenamt von Böhmen wurde den Grafen Cernin 1716 verliohen. Das Geschlecht der Slavata von Chinin und Khoschnmberg sank aber erst am 21.7. 1721 fern der Heimath ins Grab. An diesem Tage starb zu Bom des Grafen Joachim Ulrich jüngster Sohn, Johann Carl Joachim (geb. 1640), Carmeliten-Ordens-Goneral. iStaminbaum der z Chluinu a z Kosumberka-Slavata, zusammengestellt von Hanns Freiherrn von Dobrensky nach: J. Emier: Pozust. Desk Zemskych. - J. Eniler u. Fr. Dvorsky: Eeliciuae tabularum, F. Palackv: Archiv Cesky, - K. V. Zap: Pamiitky kräl. Ccsk., C.Borovy: Libri Erectionnm, - A. Sedlaceck: Hrady a Zamky kräl. Cesk., und nach Sammlungen aus dem böhmischen Landesarchive; k. k. A.-A.; Alt. Siebm.; IL-M.) Sorienthal. (Taf. 97.) Wappen: (17651 Geviert. 1 und 4 in Blau ein Geharnischter, rechts gewendet, gezückten Degen in der Beeilten die Linke in die Seite gespreizt, die Pickelhaube mit drei rothen Straussenfedern besteckt. 2 und 8 in Silber eine rothe Boso. — Gekr Helm: Zwischen offenem schwarzen Flug der Geharnischte wachsend. Decken : blau-silbern, roth-silbern. (K. k A.-A. Das frei-herrliche Wappen 179.") blieb unverändert; es wurde nur mit einer Freiherrnkrone und zwei schildhaltenden goldenen Greifen .gebessert".) IV. 5. Conrad Sörgel, geb. 1735 zn Nürnberg, sollte sich dem Handelsstande widmen, dessen Studium er, zum Theil auf Beisen in Holland, Frankreich und England betrieb, trat jedoch während des siebenjährigen Krieges 1759 in die kaiserliche Armee, wnrde schon nach 18 Monaten Unterlieutenant, dann bei Frankfurt a. d. (»der schwer verwundet und erlangte als Capitaine-Ljeutenant im Benedikt Daun'schen Cnirassier-Begimonte für seine Tapferkeit mit Diplom d. d. Wien 8. 5. 1765 durch die Kaiserin Maria Ihercsia den erbländischen Adelsstand mit dem Prädikate .von Sorgenthal", das er sich vielleicht ausgebeten haben mochte, da er eben zu jener Zoit, durch seine lilessuren gezwungen den Kriegsdienst zu verlassen, vor der unbeantworteten Frage hinsichtlich seiner Zukunft stand — Doch sollten ihm die in der Jugend erworbenen Kenntnisse im Industrie und Handelsfache nicht nnr bei der Wahl einer zweiten Lnnfbahn sehr zu statten kommen, sondern ihn so recht erst der richtigen Verwertung seiner angeborenen Talente zuführen Noch im Jahre 1765 als nied.-oesterr. Comincr-eienrath angestellt, erhielt er 1770 von der Begicrnng den Auftrag die Wollmanufactur in Böhmen und Mähren zu untersuchen, die bezüglichen Einrichtungen in Sachsen uud dem Vogtlande kennen zu lernen und zu verwerten, wurde 1772 Director der Wollfabrik zu Linz, die er binnen kurzer Zeit mit ihren Erzeugnissen und dem Absätze zn einer Anstalt vorzüglichen Bandes emporhob, und weiterhin 1782 Director der ganz darnieder liegenden und desswegen zum Kaufe ausgebofenen , aber tr'itz des geringen Preises nicht zu veräussernden k. k. l'orzcllan-nud Spicgelfabrik zn Wien, welche er alsbald zu solcher Höhe brachte, dass sie dann nicht nur in erster Keihe unter den gleichen Etablissements des In- und Auslandes stand, sondern insbesondere durch dio sorgfältige Pflege der keramischen Malerei daB Beste leistete, was damals in dieser Bichtnng in Europa zu Tage kam. — Er wurde in Ansehung dieses seines verdienstlichen Wirkens k. k. Hofrath, als solcher mit Diplom d. d. Wien 1. 7. 1795 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben nnd zuletzt Director sämmtlichor Aerarial-Fabriken. als welcher er zn Wien am 17. 10. 1805 starb. Freiherr von Sorgenthal hatte sich zweimal in < 'Österreich ob der Ens ansässig gemacht, im Jahro 1789 das Landgut Traunegg bei Wels erkauft, dieses jedoch schon im folgenden Jahre veränssert. dagegen mit Kontrakt d. d. Wien 10. 10. 1801 von Matthias Schnetzinger das lund-täfliehe Plindenödergnt nächst Urfahr bei Linz, jetzt bayrischer Hof genannt, erworben. Wnrzbach schreibt ihm zwei Söhne zu, deren einer bereits im letzten Jahrzehcnt des vorigen Jahrhunderts Hauptmann im Ingenieur-! orps gewesen sein soll. Dies wäre jedoch nnr dann denkbar, wenn Sorgenthal zweimal vermält gewesen sein würde — Sicher ist, dass derselbe bei seinem Ableben von der Gemalin Kleonora geb. Gräfin von Seeau ein einziges Kind, die Tochter Marie < 'onradine hinterliess, deren Vormund Hugo Freiherr von Eger den schon von dem Freiherrn von Sorgenthal im Jahre 1804 vorgenommenen, aber nicht verbrieften Verkauf des Plindenödcrgntes mit der Erwerberin Maria Anna Gräfin Fiegcr von Hirschberg, geb. Gräfin von Salbnrg, zum Abschlüsse brachte. Freiin Marie Conradine vermählte sich im Januar 1824 mit Franz Grafen Dubsky von Trebomislic, starb aber schon nach fünf Monaten. (K. k. A.-A.; Biograph. Lexikon des Kaiserth.Oesterreich von Dr. C. v. Wurzbach; gefällige Mittheilungen der Freifrau Marie Ebner von Eschenbach, geb. Gräfin Dnbsky; Landtaf. IpauoeehL (Taf. 97.) Wappen: I. In Roth ein goldener Wechselzinnen-balken, begleitet von drei (2, 1) doppelten, goldenen 94 371 0BERÜSTEBREICI1ISCI1ER ADEL. Aehren. — Laubkrone. (Nach einem vou der königl. ital. herald. Akademie zu Pisa mitgetheilten Entwürfe). — IL iFreiherrl. 1795) In Blau sieben, 3 über 4 aufgekantete. goldene Würfel, der erste und letzte der unteren Boihe am Scbildesrand anstehend; aus dem 1. und 3. oberen Würfel und dem i'ussrande wächst je ein goldener Kornhalm mit zwei aussen abhängenden Ähren. — Gekr. Helm: Zwischen offenem schwarzen l-'luge ein aufrechter Degen mit goldenem Gefäss. Decke: blan-gol-den. (K. k. A.-A. Das gräfliche Wappen 1825 wurdo nnr mit einer Graft-nkrone nnd zwei sehildhalteuden Geharnischten, mit rothem Helmbnsch, „gebessert".! Die Spanuocclii hatten ihre ursprüngliche Heiinath zu Spannocchia bei Siena. — Mino Sp. sass 1350 im Supremo Maestrato der Bepublik Siena; l'aolo Sp . Serviten-Mönch starb 1412 den Märtyrertod durch Sigismondo Malatesta Tyrannen von Biuiini: Niccolo war 1443 Gesandter der Bepublik Siena zu Florenz, Bartolomen im nämlichen Jahre Podest.i zu Narni; Ambrogio Sp. baute 1472 mit grossem Kostenaufwandc eine Kapelle iu der Douiiuikauer-kirche zu Siena; Ginlio und Antonio Sp. erhielten ao. 1502 von der Bepublik Siena die Herrschaft Cainpiano. Ein Egidio Sp. ist unter König Ferdinand IV. 1503 Commandant des Hafens von Neapel, Angiolo (t 1514) Professor an den Universitäten zu Salerno, dann zu Bologna, Niccolo 1524 Gesandter der Bepublik Siona zu Lucca gewesen. Tiburzio. Sohn eines Girolaino Sp.. 1570 Malteserritter, Gross-Ingenieur und Kämmerer König's Philipp III. von Spanien, starb zn Madrid im Jahre liiOG, wie das in der Domiuikanerkirche zu Siena von seinem Bruder Silvio gesetzte Epitaph besagt. — Orazio, 1589 Uditore della Bota di Firenze. wurde nachher bayrischer geheimer Bath uud Ajo der Söhne des Herzogs (Wilhelm?) von Bayern uud schliesslich Bischof von Cliiusi. wo er ;620 dies Zeitliche segnete. Ottavio, 1030 Malteserritter, starb zu Neapel M46; Francesco wird 1049, Lelio Sp. 1697 genannt. Das Geschlecht bat in Italien bis in die neueste Zeit fortgeblüht, doch lebt gegenwärtig, 1819, zu Livorno nur noch Laura, die Tochter des Girolaino Spanuocclii, welcher als letzter Mannessprosse den Hauptstamm beschlossen hat. — Aus demselben zweigte zu Ende dos vorigen Jahrhunderts eine Nebenlinie nacli Oesterreich mit einem zweiten Lelio Spannocchi ab, welcher dem Grossherzoge Leopold von Toscana, als derselbe den Thron Kaiser Josefs II. bestieg, nach Wien folgte und als kaiserl. Oberst d. d. 27 10. 1795 in dem erbländischen Froiherrnstand erhoben wurde. Er hinterliess zwei Söhne, Peter Leopold uud Friodrich (geb. 1799), welch' Letzterer als k. k. Sectionschef im Ruhestände unvermält gestorben ist. Freiherr Peter Leopold (geb. 25. 0.1788, f 9.9. 1867), k. k. Kämmerer und geh. Bath, General der Cavallerie, auch grosshcrzogl. toscaua'sclier Kämmerer, erhielt als k. k. Goncral - Feldwachtmeister mit Diplom d. d. Wien 25. 2. 1825 den ungarischen Grafenstaud mit deui Indi-genate in diesem Königreiche und unter dem 7. 11. 1816 • Diplom d. d. 2. 12. 1846) das böhmische l'ncolat im Herrenstandc. — Demselben entsprossen aus seiner 1S26 mit Julie, des Lazar Grafen Czornovics de Macsa Erb-tochter, geschlossenen Ehe drei Söhne, Julius (gob. 27. 10 1830;, k. k. Kämmerer, Leopold (geb. 3. 7. 1835, t 23. 11. 1376) und Carl (geb. 14 9. 1836) k. k. Kämmerer und Bittmeistor a. D., welch' Letzterem vou der Gemalin Anna de Lencheny zwei Söhne zur Welt kamen. Friedrich (geb. 26. 1. 1863) und Loopold (geb. 17. 12. 1865). Auch der älteste Sohn Julius hat in der Eho mit Johanna Freiin vou Spiegolfeid zwei Söhne erworben, Lelio (geb. 3. 8. 1868. nnd Anton (geb. 1. 10 1869/, während Graf Leopold ohno Succession geblieben ist. Die Gemalin desselben, Wilhelmiue, des kgl. bayr. Bitt-meisten Anton von Eichner Tochter, hat im Jahre 1861 das landtiifliche Gut Traunegg bei Wels erworben, welches 1867 durch Kauf an ihren Ehegatten, 1871 dnreh Rückkauf neuerdings an sie, dann 1872 durch Veräusscr-ung an Anton Grafen von Szecsen gedieh. — Nach des Grafeil Leopold Ableben vermählte sich dio Wittwe am 5. 7. 1879 mit Adolf Grafen Thurn-Valsassiiia von Spessa und Villalta. (K. k. A. A.; Mittheilungen des Joh. Bapt. ßeichs-ritter von Crollalanza, Präsidenten der kgl. ital. herald. Akademie zu Pisa; griitl und freiherrl. Taschenbuch; Land taf.) Spuim. (Taf. 97.) Wappen: Geviert. 1 in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, 2 und 3 in Both eine von vier (1, 2,1) goldenen Sternen begleitete Krone, durch welche zwei geschrägte, golden bespitzte und ebenso geflitschte Pfeile gesteckt sind. 4 in Gold ein halber, golden bewehrter, schwarzer Widder. — Zwei gekr. Helme: 1. Zwischen offenem schwarzen Flugo wachsend, ein .1 iiugling in rothem, golden ausgcschlagcneu, ebenso geknöpften und gegürteten Bocke, einen rothen, goldengestnlpton, heidnischen Hut auf dem Haupte, die Rechte in die Seite gestützt, iu der Linken einen der Pfeile schräglinks neben sich haltend. Decke: schwarz-golden. 2. Der Widder wachsend. Decke: roth-golden. (Legal. Diplomsabschrift im Landesarch. — Das freiherrl. Wappen wnrde nicht verändert.) Georg Spaun, kaiserl. Bittmeister, erzeugte mit seiner gegenwärtig nicht mehr bekannten Ehefrau einen Sohn, Christoph, wolcher kaiserl. Obcrstlieuteuant, dann Obervogt der gräll. Fugger'scheii Herrschaften in Bayern wurde, die Tochter des Oberstlicuteuants Johann von Hildeprant, Anna Franziska, ohclichto und als nächsten Sprossen den Franz Anton Spann (f 3. 1. 1741) hinterliess. Dieser wurde Doctor juris, Advokat an den Hof- und Gerichtsstellen zu Wien, Beisitzer beim Oberst-Hofmarschallamts-Gerichte. Decan der juridischen Facultät au der Wiener-Universität, niod.-ocstorr. Landschalts-Syndicus und erhielt durch Kaiser Carl VI. mit Diplom d. d. Wien 13. 3.1721 don Beiclis- und erbländischen alten Bitterstaud mit dem Ehrenworte „Edler von". Vermält mit Elisabeth von Beutliugcn waren diesem die beiden Söhne Franz Anton II. und Thaddäus I. geboren worden, welclio zwei Linien begründeten. Gerade Stammreihe der I. Linie: 1. Franz Anton II. Edler v. Spaun, Rittor, Dr. jur., nied.-oest. Regieruugs-ratli und Boctor magnifleus an der Universität zu Wien; Gem. Maria von Stilz. — 2. Johann Nep., Concipist bei der Ungar. Hofkanzlei: Gem. Therese Kunold. — 3. Franz Anton III. (f IC. 4. 1812), nied.-oest. Apellationsrath: Gem. Elisabeth von Ficht! — 4 Heinrich, Domherr zn Oliuütz. Derselbe hat diese Linie um 1865 beschlossen. Aus der zweiten Linie suchte deren Begründer Thaddäus Edler von Spauu, Bitter, (geh 1724, t 1786), k. k. Ilofrath und Landtafelamts - Vicedirector bei der Landes-hauptmaiinschaft in Oesterreich ob der Ens. um die Land-mauuschaft in diosem Erblande nach und erhielt dieselbe mit dem letzton Platze auf dor alten Ritterbank auf Grund eines Beschlusses der beiden oberen politischen Stände vom 23. 4. 1776 unter gleichzeitiger Nachsicht der Ablegung einer Probe von sechzehn Ahnen in Ansehung seiner Verdienste. — Er hinterliess von seiner Gemalin, einer geborenen Sortol von Sortenthal, vier Söhne, F'ranz Seraph, (geb. 1754, i uiivcrm. 1825), erst Gnbernialrath zu Freiburg im Broisgau, dann Mathematik-Professor am kgl. bayr. Cadeten-Institute zu München, F'ranz Xav. I. (geb. 1756, f 1804), Thaddäus II. (f unverm. 1782), k. k. Kreis-commissär zu Lambach, und F'elix (f unverm. 1798). Von denselben ist Franz Xav. Bitter v. Spaun, kaiserl. Bath und ständischer Syudicus in Oest. ob der Ens, am GBEEÖSTERHEICHISCHER AUEL. 375 13. 10. 1790 in die Land tags Versammlung anf die alte Ritterbauk eingeführt wurden. Dessen Ehe mit Josefa von Steyrer, verwittweten von Horctmüller, entsprossen nebst einem in der Wiege verstorbenen Kinde, vier Söhne. Josef, Anton, Franz, Xav. II. nud Max, welche Alle männliche Succession erlangten. Josef (gub 11. 11. 1788, f 25. 11. 1805), k. k. Hof-ratli nnd Lotto-Oefälls-Director zu Linz, auf die ob der Eus'sche alto Ritterbauk am 15. 10. 1823 introduciert, wurde durch Soine Majestät am 2.11. 1859 in den oesterr. Freiherrnstand erhoben. Von seiner Gemalin Frauziska von Boner entstammten drei Söhne, Heinrich (geb. und t 1829,, Josef 'geb. 1830), als k. k. Jägerlieutenant auf dem Schlachtfelde vou Novarra am 20. 3. 1849 geblieben, und Hurmann (geb. 9. 5. 1833) gegenwärtig k. k. Contre-Admiral. Anton igeb. 31. 3. 1790. t 10. 0. 1849), Landrath, ständischer Syndicus uud Bitterstands-Verordnuter in Gest. 0. d. E., daselbst in den Ausschussrath am 7. 11. 1814 gewählt, hat von seiner Gemaliu Henriette, geb. Freiin von Vogelsang, den Sohn Ludwig (geb. 1823), dermalen k, k. Hofrath, hinterlassen. Franz Xav. IL (geb. 1792, t 1827, alias 1831), k. k. Kreiskommissär zu Steyr. erwarb mit Louise, geb. Wanderer (t 1805/ zwei Söhne, Franz ifl836) und Maximilian (geb. 1827), gegenwärtig k. k. Notar zu St. Holten und Mitglied des Abgeordnetenhauses des Heichsrathes. Von Max lütter v. Sp. (geb. 1797. t 4. 4. 1811), k. k. Hofsekretär, und dessen Gemalin Maria, geb. Zach, sind dio Söhne hinterblieben: Anton (geb. 1835, f 1870), Advokat zu Schcibbs in Xiud.-Gesterr., und Johann geh. 1840), Dr.jur. und gegenwärtig k. k. Hofrath im Kultus-nnd Unterrichtsministerium. (Akten im Landesarch.; private Mitteilungen; freiherrl. Taschenb.) K|U»itransseiifedern, silbern, roth, silburn. Decke: roth-silbern. 3. Wachsender, gekr. schwarzer Löwe Decke: schwarz-golden. (Ex cop. dipl. nach von Buckli Widmanstetter.) - III. (1008) Goviert. 1 und 4 in Gold der Greif. 2 und 3 in Roth drei (2, 1) „weisse Spoidl". — Zwei gekr. Helme: 1. Gekr. schwarzer Adler. Decke: schwarz - golden. 2. Sechs Straussenfederu, abwechselnd roth nud silbern. Decke: roth-silbern. (Ex cop. dipl. nach dem Vorigen.) — IV. (Gegenwärtiges.) Geviert, mit dem Herzschild von II. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Greif. 2 und 3 in Silber ein rother Löwe. Drei gekr. Helme: 1. Der rothe Löwe, hier wachsend und gekrönt. Decke: schwarz-golden. 2 Drei Straussenfederu, silbern, roth, ailborn. Decke: roth-silbern. 3. Wachsender, schwarzer Greif. Decke: sihwarz-golden. (N. S. bayr. Freiherrn.) Ludwig Speidl erhielt d. d. 20. 3.1407 einen Wappenbrief. Schild und Holm sind nicht bekannt und es muss deshalb zweifelhaft bleiben ob er ein Vorfahru der naeh-herigeu Freiherrn von Speidl gewesen ist. Wo diese Letzteren ihre ursprüngliche Heimat hatten ist unerwiesen; angeblich sollen sie aus Bayern, wohin sie dann auch wiedur zurückkehrten, iu die österreichischen Erblaude, nach Steiermark gekommen sein; dort liess sich Sebastian (I.) Speidl nieder, der von dem Regenten, Erzherzoge Carl, am 28. 4. 1584 Schild und Kleinod erlangte, zu dessen Verleihung, wio der Brief beaagt, besonders die Dienste der Sölmu des Erwerbers beitrugen, des Stephau Speidl. damals Sekrutärs der steier-märkiacheii Landschaft und Sebastian II. erzherzogl. Hof-pfennigiueisters. Nicht lange darnach erhielten die beiden Letzteren von demselben Prinzen adelige Freiheiten, indem sio den Vater überholten, für den daun Stephan eintrat, welcher sich an Kaiaer Budolf mit einem Majeatätagesucho wandte, ea möchte der ihm und auiuuinBruder Sebastian durch deu Erzherzog Carl verliehene Adel auf seinen Vater Sebastian den Älteren und dessen drei Brüder Jakob, Leonhard uud Adam die Speidl transferirt werden, ein Anliegen, welchem mit kaiserl. Diplome d. d. 0. 2. 1592 Folge, gegeben wurde. Uber Sebastian 1. und soine Brüder sind weiterhin keine Nachrichten vorhanden; immerhin inag es sein, daaa mit dein vorgenannten Jakob jener Jakob Speidl identisch ist, der ala Bürgermeister von Cannstatt 1593 beim Leichenbegängnisse des Herzogs Ludwig von Württemberg zu Stuttgart anweseud war. Stephan uud Sebastian II. (t 20. 7. 1024) begründeten zwei Linien. — Letzterer, in der Folge landschaftlicher Flinnchiuur iu Steiermark, auch des Erzherzog» Carl, dann der Königl. Majestät in Hungarn und Behaimb liath, erhielt im Vereine mit seinem Bruder unter dem 3.5. 1594 diu Erlaubnis sich .von Vattursdorl'" zu nennen, wurde sammt dun beiden Söhnen des mittlerweile ver sterbt iien Stephan am 3. 4. 1002 iu diu steiurmärkische Landmaunschal't aufgenommen und erkaufte 1609 von Hanns Andreas Freiherrn von Stadl den „Viehhof im Feit ob Wildon" wozu ihm Erzherzog F'erdinand d. d. Prag 20. 10. 1009 einen Burgfrieden und die Erlaubnis verlieh daa Gut in „Neuhofen- umzutaufen nnd sich nach dem selben zu nennen. Vou aeinur Gemalin Afra Walduerin erlangte Subastian IL fünf.Sohne nnd zwei Töchter, Marie Salome diu Gemalin dua F'erdinand Gäller v. Schwauhcrg und Anna Susanna igeb. 1012, t ledig 19. 12. 1041 zu Nürnburgi Alle Kinder, wiu auch die Mutter, nahmen 1029 den Wanderstab als eifrige Protestanten; zwei Söhne, Michael auf Neuhofen und Sebastian 111., waren vorher gestorben. Joachim, vermält mit Anna Maria von Freyberg, zog nach Ungarn, wo ihm zu Dodenburg sein einziges einjähriges Sühnlcin Faul Auton 1030 durch dun Tod genommen wurdo; er war noch zwei Jahre später, 1039 abur nicht iiiuhr am Leben und hat nur ein« Tochter Eva Begina. hinterlassen — Georg F'riedrich (geb. 20. 10.1009) starb lcdig 10. 0. 1041 zu Nürnberg. Sigmund F'riedrich vuräussert« im Vereine mit dem Letztgenannten nach des Bruders MichaulTode 1029 Neuhofen ijetzt Neu-schloss bei Wildon) an den stuiermärkischeu Eimiehmer-amtsvcrwalter Georg Adl, trat (laun in schwedische Dienste, aus denen er 1033 wegen obhab*nder Geschälte fiir kurze Zeit nach Steiermark zurückkehrte, wurde gemeinsam mit seinen damals noch am Leben befindlichen Geschwistern Georg F'riedrich und Anna Susauna und seines verstorbenen Bruders Joachim Tochter, Eva Begina. mit Diplom d. d. Wien 27. 3. 1639 durch Kaiser Ferdinand III. in den Reichs- und erbländischen F'ruiherrnstaud erhoben, setzte aber diese freiherrliche Linie iui Mannesstamme nicht fort; aus seiner Ehe mit Maria Magdalena Gräfin von Croncgg waren nur drei Töchter entsprossen, Eva Christine, die (iemalin des Freiherrn. dann Grafen v. Eckh zu Hungersbach, k. k. Kämmerers und geheimen Rathcs, Maria Isabella, welche sich 1663 mit Johann Eustach 376 0BERÖ8TERREICHISCHER ADEL. Grafen v. Wurmbrand nnd Stuppach vermälte, nnd Kegina Elisabeth, die durch ihren uenial Johann Sigmund dio Mutter des nachherigeu Cardinul-Erzbiscliofes vou Wien, Sigmund letztem Grafen v. Kollonitz wurde. Aus der anderen Linie vermälto sich deren Begründer, der landschaftliche Sekretär in Steiermark. Stephan Speidl. zu Graz am 12. 7. 1587 mit Anna. Tochter des Bartlmä Himmelreich und der Ursula, geb. Widman-Stotterin, erkaufte 1591 von Hanns Friedrich Freiherrn Hofmann v Grünbichl das Gut Yatersdorf (jetzt Liebenau bei Graz) als freies Eigen, erhielt nebst seinem Bruder Sebastian d. d. 3. 5. 1594 von Kaiser Budolf II. die Bewilligung sich „von Vattersdorf" zu nennen und zu schreiben und starb, der lutherischen Lehre zugethan. bereits am 21. 8. 1597, zwei minderjährige Söhne, Hanns und .Jakob II., hinterlassend, für welche die Verlassvcrwalter, der Oheim Sebastian und Sebald Stainzing ao. 1599 der Mutter Anna, nun wiedervermälten Schabl, das halbe Gut Vatersdorf zur Ablösung übergaben, nachdem derselben die andere Hälfte schon vorher zugesprochen worden war. Hanns und Jakob II., die. wie bereits erwähnt, 1002 unter die steiermärkischen Landstände aufgenommen wurden, baten, unter Hinweis auf diesen Umstand und weil sie sich in Oesterreich ob der Ens verheirathet und „anbeircundet" hätten, die beiden oberen politischen Stände dieses Erblandes unterm 27. 4. 1027 um die Aufnahmo in den Bitterstand, die ihuen auch in der That am 21. des nächstfolgenden Monates gewährt wurde. — Hanns hatte sich zu Linz um 18. 2. 1618 mit Anna Maria, des ob der Ens'schen Einnehmers Gregor Hfindl und der Margaretha geb. Schäferin Tochter. Jakob II., am 10. 1. 1027 mit Magdalena, des Simon Engl von Wagrain und der Anna geb. Fuertin Tochter, des Christoph Wilhelm Strntz v. Haiding Wittwe vermält, die ihm über nur eine Tochter. Anna Bosine, gebar. - Hoheneck berichtet, dass Bich des Hanns Adam Gienger zu Wolfsegg Tochter Elisabeth in erster Ehe mit Veit Matthias Spindler v. Hofegg, dann mit Wolf Jakob Strauss von Hadersdorf und schliesslich mit einem Speidl trauen liess, eine Angabc, die sich nur auf Hanns oder Jakob II. beziehen könnte, die aber sicher unrichtig ist und zweifellos auf einer Verwechslung der Namen Strauss nnd Strntz fusst: Elisabeth starb als die Wittwe des Strauss und nicht ein drittes Mal verehelicht zu Bruck a. d. Aschach am 19. 4. 1640. Dagegen liess sich Jakob nach dem Tode seiner ersten Gemalin, der Wittwe Strntz, mit Anna Kneisslin v. Hacking trauen, blieb aber von dioscr kinderlos. Sein Bruder Hanns i.f zu Bcgensburg 21. 3. 1636) setzte die Linie fort, der noch immer ein kaiserliches Be-stätigungsdiplom über den durch deu Erzherzog Carl verliehenen Adel fehlte und das nun nebst einer Wappenbesserung nnd der Ertheilung des Prädikates „zu Adlerskrün" Hannsens Sohn, der Beichshofrath Johann Jakob Speidl d. d. Wien 2. 1. 1668 erlangte, als er als Abgesandter im Fürstenrathe des Reichstages zu ßegeusburg weilte. — Dem Letzteren wurden in Bcgensburg von der Gemalin Marie Veerin zwei Kinder zur Welt gebracht, Carl Seyfried geb. 13. 4. 1659) und Johanna Melusiua (geb. 24. 20. 1660), doch lässt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, ob gerade dieser Sohn es war. der den Stamm weiter pflanzte, da Johann Jakob angeblich fünf, dermalen noch nicht wieder aufgefundene Brüder hatte, auch über eine Ehe des Carl Soyfried, welcher möglicher Weise nicht der einzige Sohn Johann Jakobs war, gegenwärtig nichts bekannt ist. — Es konnte demnach der, über die nächstfolgende Generation gebreitete Schleier noch nicht gelüftet werden. Johann Franz Ncpomuk von Speidl zu Adlerskron war 1746 Competent auf ein Canonicat beim Stifte St. Martin zu Landshut in Niederbayern. — Dessen Zeitgenosse Franz Josef v. Sp. (f 1779) vermälte sich mit 5laria Basilia Sarah Freiin v. Cammerlohor und übernahm ah deren Lehensträger 1771 die Cnmmerloher'scho Miilile ob der Au (Schlösschen Wageck in Bayern), welche seine Wittwe im Jahre 1780 an Gottlieb v. Manteuffel veräusserte. während deren Sohn Josef Marquard v. Sp. (geb. 26.1.1746) das. gleichfalls früher ( ammerlohor'sche Gut Irnsing (Pf. Hienheim in Niederbayern) schon vorher, 1778, an Max Graten v. Arco verkauft hatte. -- Josef Marquard erlangte in seiner am 18. 2. 1776 mit Maria Anna von Storch auf Trachcnfcls geschlossenen Ehe zwei Söhne, Josef Marquard II. (geb. 3. 2. 1778, + jung) und Johann Ev. Josef (geb. 13. 12. 1776, f 23. 2. 1829), weleli Letzterer, — wohl in Berücksichtigung einer Verjährung, denn bereits der Grossvater Franz Josef führte den Titel Baron, — am 14.4.1815 in der kgl. bayr. Adelsinatrikcl bei der Freiherrnklasse eingetragen wurde Freiherr Johann Ev. Josef erhielt von seiner Gemalin Franziska llomana geb. Freiin v. Lerchenfeld - Aham (venu. 6. 11. 1815, f 18.11.1859) den Sohn Edmund (geb. 27.12.1816), welcher als kgl. bayr. Kümmerer, (ienerallienteuant und HofmarschaU a. D. Seiner Kgl. Hoheit des Priuz-Begeutcn Luitpold von Baiern am 25. 1. 1887 dies Zeitliche segnete, aus seiner Ehe mit Louise von Krempelhnbcr auf Eming zwei Söhne hinterlassend, Max Edmund (geb. 13. 9. 1856 , kgl. bayr. Kammeijunkor und Promicrlieutenant, und Albert Franz August i.geb. 26. 1. 1858) kgl. bayr. Lieutenant. Freiherr Max Edmund, seit 12. 4. 1884 mit Anna Grälin von nnd zu Arco-Valley vermält, hat bisher zwei Söhne, Carl Maximilian (geb. 14. 3. 1885) und Hanns Edmund (geb. 16. 9 1886). iDocumente im Besitze des Freiherrn Max Edmund von Speidl; gcfäll. Mittheilungen des steiermärk. Genealogen Leopold von Beckh-Widmanstiittcr; Acten im Landesarch. ; Deutsch-Ordens-Centraiarchiv; B.-M.; Höh , welcher die Familio fälschlich unter die abgestorbenen zählt.) Bpillcr. (Taf. 97.) Wappen: (1545.) Geviert. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Bär. 2 und 3 von Silber und Both Schach von 20 (4 mal 5) Plätzen. — Gekr. Helm: Wachsender Bär, in beiden Tatzen ein wie das zweite Feld bezoichnetes Brett vor sich haltend. Decke: schwarz - golden, roth-silbern. (Legal. Diplomscopie im Landesarch.) Mit Diplom d. d. Wien 31. 12. 1545 erhob Kaiser Ferdinand I. die Söhne des Marcus Spiller und der Barbara Gruborin, Blasius, Burtholomäus, Georg. Matthias und Hanns unter gleichzeitiger Besserung ihres bisher geführten bürgerlichen Wappens in den rittermässigen Adelstand. — Blasius, Lateinisch - doutscher Secretarius Kaisers Ferdinand I., dann Batli desselben, und Matthias starben ledig; Hanns, wenngleich vermält, blieb ohne Sohn. Georg war während der Belagerung Stuhlweissenburgs durch diu Türken ao. 1543 kaiserl. Kricgs-Zahlmeister, wurde in der Folge der Komisch. Kaiserl. Majestät Bath und Salzamtmann zu Gmunden, vermochte als solcher das Schloss Mitterberg im Hausruckviertel aus dem Nachlasse der eben erloschenen Payss an sich zu bringen und wurdo auf Grund dieser Erwerbung im Jahre 1566 in den jungen Bitterstand Oesterreichs ob der Ens aufgenommen. — Er starb, dann in der Pfarrkirclio zu Bucstorf nächst Schwannenstadt beigesetzt, am 8. 12. 1571. — Seinem Sohne Georg dein Jüngeren (f 9. 7. 1611), der Böm. Kais. Majestät Rathe und Pfleger zu Wildensteiu im Traunviertel, wurde von der Gemalin Anna Maria von Hohenwartli zu Messenbach (verm. zu Wels 20. 11. 1594) ein einziger Sohn , Hanns Georg, geboren, welchcr am 23. 8. 1621 von den Hoheufeldcrn den Stegcnliof nächst Peuerbach sammt Gründen, der Mühle und den untertänigen Häusern zu Stegen und Vest erkaufte und dies seiner Gemalin Polixona, geb. Sigmarin. hinterliess, die OBEBÖSTEBBEICHISCHER ADEL. 377 den Besitz, im nächsten Jahre nach dem Ahleben ihres Eheherrn, am 25. 2. 1628 dem Yicedom in Oest. ob der Ens Georg Pfliegl zn Wolfseck veränsserte. — Die drei Söhne Hanns Georgs, Georg Lndwig. Hanns Gotthart nnd Georg Ehrenreich einigrirten, der neuen Lehre zugethan, nachdem sie Mitterberg, wie Höh. berichtot, verkauft hatten; wahrscheinlicher dünkt mir jedoch, dass ihnen der Besitz durch den Grafen von Herberstorf confiscirt worden Bei. — Hanns Gotthart starb lcdigen Standes und Georg Ludwigs Descendenz erlosch schon mit seinem Sohne. Georg Ehrenreich vermalte sich mit Anna Catharina Kölnpöckin und erlangte zwei Söhne, Georg Ehrenreich, der im Felde gegeu Frankreich 1677 sein Leben liess, und Woll' Maximilian, welcher wieder nach Oesterreich ob der Ens znriiekkehrte, dnrtselbst den Sitz Steinbach mit dem dazu voreinigten Aiglsperg im Mühlviertel, dann 1696 das Landgut Egendorf mit Hueb im Traunviertel erkaufte, am 2U. 8. 1680 in den alten Bitterstand Oest.'s ob der Ens vorrückte nnd von 1709 bis zu seinem Ableben als Verordneter fungirtc. Er starb, nachdem er Egendorf mit Hueb au Johann Georg Adam Freiherrn von Hoheneck veräussert hatte, zu Linz am 11. 12. 1721 als Letzter seiner Familie und wurde in seiner Pfarrkirche zu Niederwaldkirchen im Mühlviertel bestaltet. — Steinbach mit Aigelsperg ist aus dem Nachlasse veräussert und nachher zu dem Laudgute I,aughalsen incorporirt worden. — Wolf .Maximilians Wittwe Maria Franziska Theresia geb. Hoheneckerin starb zu Schlüssclberg im Schlosse ihres Vetters Johann Georg Adam Freiherrn v. Hoheneck am 3. 5. 1735. (Akton im Landesarch.; H.; B.-M.; Struadt-Pencrbach.) Spindler. (.Taf. 97, 98.) Wappen: 1. (vor 1596.) Im von Gold uud Schwarz schräglinks getheilten Schild anf blauem Dreiberg ein tinktnrengewechselter Löwe, in beiden Pranken eine ilachs-gefüllte Spindel haltend. — Gekr. Helm: /wischen offenem, von Schwarz und Gold übereck, saxenaufwärts schräg ge-thciltom Fluge ein goldener, die Spindel haltender wachsender Löwe. Decko: schwarz-golden. (K. k. A.-A.; Beilage zum Diplome von 1596.) - II. (1596.) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Both ein silberner, in drei Stufen gobrochcner Schräglinksbalken. — Gekr. Helm: Zwischen oil'eneni, rechts von .Schwarz uud Gold schräg-gcthcHtcn, links wio das 2. Fold bezeichneten I luge oin in's Visier gestellter, auf die Hiuterprankcn niedergethauer, goldener Löwe, dio erhobenen Vorderpraiiken auf den Flug gestützt. Decke: schwarz-golden, roth-silberu. (K.k. A.-A.i — III. (Vischernucr.) In Gold eine schräg ansteigende schwarze Zinncnmancr. über welche aufwärts ein natürlicher Gams hinwegspringt. — Gekr. Helm: Der Gams wachsend. Decke: schwarz - golden. K. k. A. - A.j -IV. (Spindlcr 1607.) Bückschild wie 1596, doch statt des in Stufen gebrochenen Schräglinksbalken ein natürlicher Schräglinkslluss. Hcrzschild: Vischerauer. - Zwei gekr. Helme: 1. Das Kloinod von 1596, doch statt des Stufen-balkcn ein Schräglinkslluss. Decke: schwarz-golden, roth-silbern. 2. Zu Vischerauer. Decko: roth-silbern. (E. k. A.-A.; Johann Anton Spindler v. Hofegg, f zu Wcyr 18. 8. 1671, führt unrichtig auf seinem Epitaph zu Alt-miinster bei Gmundcn statt des Gams einen Steinbock, das 1. und 4. Feld ohne Dreiberg). - V. (Frciherrl. 1647.) Geviert mit goldenom Herzschild, darin ein schwarzer Doppeladler. I und 4 von Gold uud Schwarz schräglinks getheilt, im 1. Feld ein Löwe, im 4. ein Gams, beide tinctureugowechsclt und eine „schwarz umwundene1' Spindel haltend. 2 nnd 3 in Both zwei silberne Schräglinksllüsse. — Drei gekr. Helme: 1. Offener, rechts von Schwarz und Gold getheilter, links wie das 2. Feld bezeichneter Flug, dazwischen der Löwe von 1596, jedoch gekrönt. Decke: IV. 5. roth-silbern. 2. Der Doppeladler, hier jedoch mit übor-schwcbenderKönigskrone. Decke: schwarz-golden. 3. Wachsender schwarzer Gams. Decke: schwarz - golden. (K. k. A.-A. - Hob. und die Matrikel geben das Wappen mit einigen fehlerhaften Abweichungen. Laut einer legal., im Landesarchive erliogenden Copio dieses Freiherrndiplomcs würde auch Uber dem Adler des Herzschildos die Krone schweben, im 2. und 3. Felde erschiene nnr ein Schräglinkslluss uud der vurderc Flügel am 1. Helm wäre von Gold und Schwarz schräg getheilt). — VI. (Gebessertos der Wildcnsteiuer Linie 1658.) Geviert mit goldenem Herzschild, darin ein schwarzer Doppoladler mit iiber-schwebcnder Königskrone. 1 iu Schwarz auf grünom ' Boden das Schloss Wildensteiu. 2 und 3 in Both oin natürlicher Schräglinksfluss. 4 von Gold und Schwarz schräglinks g>.tiieilt darin ein tinktnrcngcwechselter Gams. — Vier gekr. Helme: 1. Zwischen offenem, rechts von Schwarz und Gold getheilten, links rotheu Flngo der Löwe von 1596 jedoch einwärts gekehrt Decke: roth-silbern. 2. Der Doppeladler wie im Schild Decko: roth-silbern 3. Das Schloss auf dem grünen Berg. Decko: roth-silberu. 4. Ein schwarzer (iains (wachsend V,. Ducke: schwarz-golden. (Nach dem im k. k. Adelsarcliivc erliegenden Diploiiiscoucepte: eine Wuppenabbildung hierzu ist nicht vorhanden.) VII. (Gräfliches 1722.1 Wie vorhin. Diu Burg im I Fehle ist roth cingedacht, die beiden Tliiirme mit rothen Fahnon beateckt. - Das 4. Fold ist von Schwarz und Gold getheilt, darin der Gams wie stets tincturengewechselt. Am 1. Helm erscheint der Fing rechts von Schwarz uud Gold, links von Silber uud Both getheilt, dazwischen der Löwe wachsend. Am 4. Helm ist der Gams von natürlicher Farbe. Decken: durchaus schwarz-golden. (Logal. Diplomsabschrift im Landesarch.) Mit Diplom d. d. I'rag 2.10. 1596 bestätigte Kaiser Budolf II. dum J. U. Dr., Beinern Batho, Anwälte der Landeshauptmaunschaft und Landrathe iu Oesterreich ob der Ens Veit Spindler, dessen Brudur Jidianu uud Vetter Johann von Spindlor den Ecichsadel, das Wappen, welches gleichzeitig gebessert wnrde und verlieh dem Ersteren ausser dem kleinen Palatinato die Freiheit sich nach dem (kurz vorher erworbenen; Sitze Hofegg bei Gmundeii „von und zu Hol'cgg" nennen und schreiben zu dürfeu. - Das Datum der ursprünglichen Adelsverleihung ist aus dieser Urkunde nicht zu entnehmen, doch geht uns dem Wortlaute derselben unzweideutig hervor, dass eben anch Kaiser Budolf es war, der di<-sem Veit Sp. erst einen Wuppon-brief uud dann den Adel bei gleichzeitiger Besserung des Steclihclmes in einen gekrönten Turnierhelm erlheilt hatte. — Da Veit, welcher der Sohn des Eichstädt'scheii Kanzlers Oswald Spindler war, erst nm das Jahr 15K3 in kaiserliche Dienste getreten ist, so können die beiden zuletzt gedachten Verleihungen erst in eine spätere Zeit vor 1596 fallen und musste es ihm höchst ungelegen kommen, dass, als er c. 1597, — sein Gesuch ist nicht datirt, er war daznmal Sal/.amtinann zu Ginnnden, — um die Aufnahme unter die ob der Ens'schen Landleute bittlich wurde, die Stände den Nachweis 20jährigen Adels begehrten. — Für die entsprechende Erwiderung auf diesen Bescheid half nun das Bestätigungsdiplom vom 2. 10. 1596 und der glücklicho Umstand, dass in demselben die beiden vorhergegangenen Verleihungen, die natürlich weislich verschwiegen blieben, ihrem Datum nach nicht benannt waren, so dass der Gmundner Salzamtmann die kühne Behauptung wagen konnte, es sei aus seinem vorliegenden Adelsbestätigungsdiplome genugsam zn ersehen, „dass er nit allein a loiigissimo tempore nobilitirt wäre, sondern auch dass Seine Kaiserliche Majestät solche alte Nobilitation aus sonndern gnaden vnnd aigener Bewegnns von Neuen coufirmirt vnd etlicher massen gebessert habe". — Das wirkte ganz nach Wunsch. Veit Sp., welcher wegen zu geringer Anzahl der versammelten Verordneten jedoch noch etliche Male vertröstet 95 378 OBEBÜSTEfifiEIOHISCHEB ADEL. werden musste, erhielt die Aufnahme in den jungen Bitter-stand 1602, — er gab den üblichen Bevers am 22. März dieses Jahres, — und sein ältester Sohn Johann I'aul rückte bereits am 1.9. 1633 auf die alte Bitterbank vor, da er, wie sein Gesuch besagt, der Ansicht war, dass sein sei. Vater seine nobilitation genügend, .ja überflüssig11 nachgewiesen habe. Die dienstwilligen Stände glaubten dies gerne, denn die Spindler waren zn dieser Zeit bcIiou angesehene Leute; dem Bruder Johann l'aul's, Johann Bapt. Spindler vereint mit dem Freiherrn lfannB Heinrich v. Salbnrg und dem Abte vou Kremsmiinster als kaiserlichen Commissären musste am 5. Mai 1628 mit Handschlag gehuldigt werden als das Land aus der bayrischen Pfandschaft feiorHcli an K. Ferdinand wieder übergeben wurde. — Die Familie blühte bereits zu Anfang des XVII. Jahrhunderts in zwei HauptUnien. der ob der Ens'schen und der Alhrechtsberg'schen in Nieder-Oesterreich, welch' Letztere aller Wahrscheinlichkeit nach der Deseendenz des Eingangs genannten Vetters Johann von Spindler angehörte, der unserem Genealogen Hoheneck unbekannt geblieben ist. — Die Albreclitsberger erloschen mit Johann Ignaz im Mannesstamme, dessen Tochter Franziska um 1720 mit Johann Anton Grafen Nütz von WaTtenburg vermält war. Veit Spindler von und zu Hofegg erhielt von K. Budolf II. d.d. Prag 31. 10. I>. 1(358 die Freiberrnwürde nnd der Titel -Edle herrn von Wilden-stain' neuerlich bestätigt und bei diesem Anlasse auch das Schloss Wildenstein in das Wappen verliehen. — Am 7. 10. 1662 erhielt Freiherr Johann Paul für vierzigjährige treue Dienste den Keichshofraths-Titel und starb hoch an Jahren erst ao. 1670. Er war mit Maria Sabina, des Matthias Barcklchner zu Thierburg uud Volandsegg, der Rom. Kais. Majestät Ratties, tyrolischen Vicekanzlers und Pflegers zu Freuuds-perg und Scliwaz, und der Katharina geb. Kotseiiin zu Zwingenburg Tochter (Hcirathsbf. d. d. Insbruck 6 10. 1621) vermält. Sein Sohn Johann Ignaz (t 1685), Herr auf Iruhar-ting, Polheim in Wels. Wildenstein und zu liosenburg in Nied.-< lest., welche Herrschaft er 1657 von Peter Ernst Grafen von Mollarth erkaufte, aber schon 165!l wieder an dem Grafen von Windhaag veräussertc, schloss am 19. 11. 1655 seine Heirathsabrede mit Franziska Theodora, weiland des Banns Wolf F'reilierrn vou Unverzagt und der F'reiin Begina Lämplin Tochter, und erzeugte mit dieser einen Sohn, Johann Philipp (1.) (gob. zu Wien 13. 1. 1659, f 1733), kaiserl. Kämmerer, welcher am 17. 6. 1695 an Stello des altersschwachen Augustin Freiherrn von Erhardt zum provisorischen, dann zum wirklichen Landesanwalte in Oest. ob d Ens ernannt, am 22. 8. 1702 in den stiits-mässigen Herrnstand dieses Landes aufgenommen nnd durch K. Karl VI. d. d. Wien 30. 7. 1722 in den Reichsund erbländischen Grafenstand erhoben wurde. Derselbe verkaufte 1695 die Burg Polheim an dio Stadt Wels und Wildenstein, das dann verfiel, brannte ihm im Jahre 1715 vollkommen ab. "— Er war mit Katharina Potentiana Gräfin von Kazianer vermält. Von seineu beiden Söhnen wurde Johann Augustin Fortunat Landrath und 1734 Landesanwalt in Oest. ob d. Ens, auf welche Stelle er 1759 resiguirte. - Dessen Bruder Graf Johann Weickart (t 23. 5. 1755), auf Irnharting, war erst Hauptmann in Kriechbaum'schon Regiment, dann dor ob der Ens'schen Landschaft Ausschuss- und Baitrath und vermälte sicli zn Irnharting am 26. 6. 1718 mit Loopoldine (t 1759), des Grafen Liebgott von Knefstein und der Charlotte Antonia Gräfin von Lamberg Tochter, durch welche er dio Herrschaft Weidenholz mit Weickartsbcrg und Waldau im Hausruekviertel überkam, nachdem deren Brudor Proisgott Graf Knefstein als Letzter seiner Linie 1750 heimgegangen war. Johann v\ oickart's drei Söbno, Johann Philipp IL, Johann Carl nud Johann Aloys wurden noch bei Lebzeiten ihres Vaters, 1738 in den altrudolfinischen Herrastand Oest .'s ob d. Ens aufgenommen. Dio beiden Ersten scheinen früh gestorben zu sein. Graf Johann Aloys anf Irnharting und Weidenholz. k. k. Kämmerer und Landrath in Oest. ob d. Ens, mit Decret vom 28. 11. 1764 zum geh. Rathe ernannt, brachte im Jahre 1772 das, schon ehemals Spindlcr'sche Gut Pernau an der Traun von Johann Nep. von Gablkhoven an sich und dotirte am 30. 9. 1779 das Beneficium zu Neumarkt iin Haus-ruckviortel mit verschiedenen Gründen, Zchentcn uud Benten, wofür er sich das Priisentationsrecht vorbehielt. — Er scheint zweimal vermält gewesen zu sein. Eine Tochter, Maria Anna, nachher des Johann Christoph Julius Freiherrn von Gilleis Gemalin, entstammte der Eho mit Maria Philippine geb. Gräfin von Andlern und Witten, wie Wissgrill berichtet. Der Sohn Johann Leopold Josef Cajetan Constantiu Adam Aloys (get. 18. 5. 1756) hatto nach der Matrikel der Pfarre Gnnskirchen Josefa geb. Gräfin von Eebach (?) zur Mutter. Derselbe überlebte nur wenige Jahre den Vater, der zu Ende 1797 gestorben sein dürfte, worauf dorn Sohne vormöge Üborgabsinstrnmcntcs d. d. 13. 2. 1798 Irnharting zugeschrieben worden ist. Aber bereits vom 23. 4. 1802 ist die gerichtliche Urkunde datirt, zufolge welcher uach Absterben des gräflich Spind-ler'scheu Maiinesstammes auf Grund des bestehenden Fideicominiss - Institutes Irnharting dem Religionsfond überantwortet wurde. Di« Herrschaft Weideuholz sammt Zugehörungen gieng laut Einantwortuugsgesuches vom 19. 10. 1802 auf Absterben des Grafen Johann Aloys und bald darauf erfolgten Hinscheidens dessen Sohnes, des Grafen Leopold von Spindler an des Letzteren Schwester Maria Anna Gräfin (1) von Gilleis, nun verehelichten Gräfin von Gavasini als alleinigon Erbin über. Pernau war bald nach des Grafen Johann Aloys Tode, 21. 7.1798. verkauft worden. (K. k. A.-A.; Akten iiu Landesarch.; Pfarrmatr. zu Gunskirchen; n.-oest. Gültbuch; R.- und H.-M.; IL; W. als Manuscr. im n.-oe. Landes- und Ständoarchive.) NpriiiKeul'elM. (Taf. 98.) Wappen: (1058) Geviert. 1 iu Roth 4 in Silber ein schroffer, schräg ansteigender Fels über welchen aufwärts ein natürlicher Garns flüchtet. 2 in Schwarz ein weisser Fels, besteckt mit einer goldenen Lilie. 3 wie 2, doch Feld uud Lilie tincturengewcchselt. — Gekr. Helm. Offener, rechts voii Gold und Schwarz, links vou Roth und Silber getheilter Flug, dazwischen der aufspringende Gains. Decke: schwarz-golden, roth-silbern. (Legal. Diploinscopie im Landesarch.) Kaiser Leopold I. erhob mit Diplom d. d. Frankfurt a. M. 5. 8. 1658 dio Brüder Michael, Andreas und Wolf die Spriugenfels zu rechtgeboriion Lehons-und Turnier-Genossen und rittermässigen Edelleuten im Reich uud in den Erblanden. - Von diesen Dreien war Michael erst unter dem kaiserl. Obersten Michael Johann Grafen von Althann in Feld-Kriegsdiensten, hierauf Pro-viantoflizier, dann durch sieben Jahro Quartiers-Konimis-sär im Erzherzogthuino Oesterreich und zur Zeit der Diplomsertheilung Proviantverwalter in der kgl. ungar. Festung Neuhäusl: Andreas, anfangs ebenfalls beim Proviantwesen, bekleidete an. 1658 die .Stelle eineB wirklichen Kriegskominissärs uud Wolf, zuerst bei der Innerberger Gewerkschaft angestellt, war zur letzterwähnten Zeit in das vierte Jahr „gemeiner Stadt Laiben über ihre drei Stadtwerko in Vordornberg Verweser." Aus der Desccuden/. eines dieser Vorgenannten wurde Michael Ernst v. Sp., bisher nied.-ocst. Regiorungssokro-tiir. unterm 31. 7. 1731 zum kaiserl. Laiidschrcibcr in Oest. ob d. Ens mit dem Titel eines nied.-oest. Regierung« ratlies berufen, auf sein bezügliches Gesuch am 26. 8. 1733 in den jungen ob der Ens'sclien Ritterstand aufgenommen und am 25. 5. 1735 vom Landschreiber zum Landrathc befördert. Weitere Nachrichten über diese Familie konnten nicht ermittelt werden. (Akten im Landesarch.; R.-M.) KitriiizfiiMciii. (Taf. 98, 99.) \. appen: I. Getheilt. Oben in Gold ein wachsender, gekr.. golden bewehrter, schwarzer Greif in beiden Fängen drei .Ackerblumen" (blaue t.'ampanulen) haltend. Unten gespalten; vorn in Roth drei (2, 1) natürliche Igel i liicci), hinten von Blau und Gold fünfmal schräg getlieilt. — Gekr. Helm: Der wachsende Greif wie im Schild. Decke; schwarz-golden. (Nach dein in Ol gemalten, früher im Schlosso Pürgelstein, jetzt im Besitze der Urafen v. Sprinzenstein befindlichen Wappen des Peter Anton Ricz zum Sprinzcnstain 1529, Bruders deB Paul Rizius, Herru von Sprinzenstein). — II. Schild wio vorhin. doch im 3. Feld statt der fünfmaligen Schräg-theilung drei Balken. (Nach dem Originalsiegcl des 380 OBERÜSTERR EICHISCHER ÄDEL. 380 Franz Ritius Herrn von Sprinzenstain an dessen, im k. k. Hans- Hof n. Staatsarchive verwahrten, an Kaiser Ferdinand I. gerichteten Briete d. d. l.aibach 24. 12. 1536; Freiherr Franz führte damals noch deu alten Schild trotz der Wappenbesserung vom Jahre 1530). — III. (1630) In Blau anf grünem Boden ein natürlicherFels auf welchem ein natürlicher Finkenhabicht(„Sprinz" im Volksmunde) steht.— Gekr. Helm: Der Fels mit dem Sprinz. Decke: blau-silbern (Nach einer legal, im Deutsch-Ordeus-Ceutral-Archivo verwahrten Copie des Freiherrnstandsdiplomcs, worin das vorstehende Wappen zu dem bisher geführten, ohne nähere Angabe hinsichtlich derArt dieser Vereinigung, verliehen wurde;. — IV. Geviert. 1 der Sprinz auf einem Dreiberg. 2 dor wachsende, gekr. Greif mit den drei Glockenblumen. 3 drei (2, 1) Igel. 4 fünfmal schräg getheilt. — Zwei gekr. Helme: 1. Dor wachsende Greif mit den Blumen. 2. Der Sprinz auf dem Dreiberg. (Nach dem Origiual-siegel des sub IL genannten Franz Freili. v. Sp. an dessen letztwilligor Verfügung d. d. 4. 1. 1668). — V. .Schild wie vorher, doch der Sprinz auf einem Felsen. (Nach dem Originalsiegel des Alexander Freili. v. Sp. aut seinem Befehle an dio Unterthanen zn Sprinzenstein die Waffen niederzulegen, d. d. Frag 20. 4. 1596). - VI. äJüchl v. Jöclilsthurn) Ein halber Auer. (Nach einem abgeschnittenen Originalsiegel; die Urkunde selbst ist nicht mehr vorhanden). — VII. (1591) Geviert, mit rotlicin Herzschild, darin, in's Visier gestellt, ein wachsender, silberner, golden bewehrter Auer. 1 in Gold ein halber gekr., schwarzer, golden bewehrter Greif. 2 nnd 3 in Blau zwei goldene Schrägbalken. 4 in Silber auf natürlichem, schroffen Fels ein natürlicher Sprinz. — Drei gekr. Helme: 1. Der Sprinz auf dem Felsen. Decke: blausilbern. 2. Der Auer wie im Schild. Decke: roth-silbern. 3. Der gekr., golden bcwohrto, schwarzo Greil' wachsend. Decke: schwarz-golden. (Nach dem Originaldiplome). — VIII. Geviert, mit Herzschild, darin ein wachsender, rechtsgekehrter Auer. 1 der Sprinz auf dem Fclscm 2 dor wachsende gekr. Greif mit den Ackcrblumen. 3 die Igel. 4 fünfmal schräg getheilt. — Drei gekr. Helme: 1. Der Sprinz auf dem Felsen. 2. Dor waciisendo Auer, vorwärts gekehrt, mit rechtsgewcndetem Iiaupt. 3. Der Greif wie im Schild (Nach dem Originalsiegel des Hanns Frcih. v. Sp. auf Neuhaus, Sohne des Hieronymus, auf seinem Briefe d. d. 13. 10. 1599 an den Passiiuer l'ano-nicus Christoph Petting von Persing). — IX. Geviert, mit Herzschild, darin der wachsende Auer in's Visier gestellt; Bückschild wie vorhin; dor Sprinz trägt, ebenso wie um Helm, ein Halsband: der Greif haltet die Glockon-blnmen in beiden Fängen. (Nach dem Epitaph des vorgenannten, zu Stuttgurt bestatteten Freiherrn Hanns, in der Pfarrkirche zu Sarleinsbacli im MiihlvicrteL. — X. Wie Wappen VII, jedoch der Riickschild mit silbernem Haupt, darin drei Kreuze des Ordens vom hciligon Grab nebeneinander. (Nach den Original8icgelu des Wenzel Beichard Grafen v. Sp. und nach dem gemalten Wappen desselben im gräfl. Sprinzenst.'scheu Archivo). — XI. ltück- und Hcrzschild wie VII, doch das 2. nnd 3. Feld fünfmal schräg getheilt. - Gekr. Helm: Der Sprinz auf dem Fels (Nach den Originulsiegcln des Johann Secund Grafen und Herrn von und zu Sprinzenstein). — XH. (Gegenwärtig geführt.) l.Wie Wappen VII, doch haltet der Greif im Schild und am Helm im rechtcn Fang die blauen Campanulen an gTüncm Blättersticlc (Nach dem gemalten Fenster im Maria-Kmpfängnissdome zu Linz. Das (irafcnstandsdiplomc wurde 1046 sine armis crtlieilt. Sämmtliche vorstehende Wappen sind, insofern nicht anders bemerkt, dem gräfl. Sprinzonstcin-schen Archive entnommen.) Eines der wenigen, in voller Bliithe stehenden, alt-rudolfiuischcn Hcrrenstandsgeschlechter, dus, seitdem es in Oesterreich ob der Ens heimisch geworden, ununterbrochen 350 Jahre auf seiner ersten Erwerbung sesshaft geblieben ist und seinen Stammbaum seither stets rein erliulteu hat. Als der letzte Bitter seino Ilaria von Burgund zwölf Jahre betrauert hatte und die kaiserliche Hand der Tochtcr des reichen Herzogs Galeazzo Maria Sforza von Mailand mn 16. März 1494 in der neuen Burg zu Insbruck reichte, mag unter jenen, die dieses feierlichen Bündnisses Zeugen waren, auch Paul Biccio gestanden haben, wolchen der sorgsame Vater mit anf die Fahrt und in die neue Heimath der Tochter Bianca Maria zur Seite gestellt hatte, - ein Gelehrter, den Maximilian hoch zu schätzen und zu achten lernte, denn nicht minder wie die Bcnnstange, das Schwert, der Bogen, waren dorn Kaiser Wissenschaft und Knuste werth und gleich Christoph Stadion, Johann v. Dalberg. Conrad Celtcs, Reuch-lin. Peutinger, Hieronymus Bulbi. Benedikt Clielidoniua und anderen erfreute 8ich auch Paul Biccio. -- der mit Eraa-mua von Rotterdam, mit Beuchlin in Verkehr trat und seine Werke, meist von kabbalistischem Fache gleich jenen seines jüngeren Zeitgenossen Nostradamus, in Augsburg auflegen liess, - bald des Monarchen hoher GuiiBt. Er wurde des Kaisers Katli undl'rotophysicus. weilte einflusa-reich zumeist un dessen Seite und trat, als Maximilian zu Wels im Jahre 1519 verblich, in den gleichon Eigenschaften in des Enkels Dienste, des Erzherzogs Ferdinand, welcher ihn nicht minder hoch zu ehren und auch zu belohnen wusste. Die Veste Sprinzenstein, ein Stück des engen Thals beherrschend, durch das die kleine Müliel von Bayerns Grenze her bis an die Donau hinub sich zwischen hohem Forst, gegen Fels und Stein in ewiger Geduld mühsam ihren malorischen Lauf erstreitet, war seit sie Budolf von Schärffenbcrg um das Jahr 1390 an sich gebracht hatte, in diesem Geschlechte erb- und lehenawoise vom ilochstifte l'assau, bis auf Johannes von Schärffenbcrg herab gediehen, der die Belehnuug hierüber am IS. 8. 1518 empfleng, aber die Herrschaft „vnml das gschloss mit aller Herrlichkeit, gölten vnnd zuegehörun-gen" ao. 1525 dem Dyonisio Praun verkaufte und für dieaen an den Bischof aufsendete. — Praun starb schon 1528 nnd Ferdinand, damals König in Ungarn und Böhmen, empfahl d. d. Speier 1529"seinen Bath Paul Kiczius zur Bclehnung, die auch durch den Bischof Ernst, der beiden Herzoge von Bayern-München und Bayern-Landshut jüngeren Bruder, alsbald erfolgte. Lehensherr nnd Lehensträger hielten hierüber zu Linz am 31. 7. 1529 dio Abrede, und im nächston Jahro kam zu dem Besitze auch der Titel; zu Augsburg um 15. 11. 1530 erhob Kaiser C'afl V. den Paulus ltizius in don Frei-herrnatand dea heiligen Römischen Beichos und der Erb-lando mit der Erlaubniss sich „Herr von Sprintzenstain" zu nennen und zu schreiben und setzte ihm in den bisher geführten adeligon Schild den Vogel Sprinz auf hohem Gestein. Der Freiherr stand damals an der Schwelle seines letzten Jahrzelients, das er gleichwohl fast bis zu seinem Endo im Dienste des königlichen Herrn verbrachte. Erst am 11. 3. 1539 crliess Ferdinand ein Rescript an dio Regierung und Kammer zu Insbrnck, womit er ihn, „seinen alten vertrauten vnnd boruembten Diener" in den Ruhestand versetzte, ihn aber, dennoch nicht missen wollond, zum Ratho und Protopliysicus der königlichen Kinder ernannte. Derselbe war zu jener Zeit noch immer in Beziehungen zu der einstigen Heimath und unterm 6. 8. 1540 erkannto Kaiser Carl V. eine durch den Herzog Franz Sforza dem Paul llitius Herrn vou Sprinzenstein am 1. 6. 1530 verliehene Penaion an nnd geatatteto deren Fortbezug diesem wio auch dem Sohno Hieronymus, der bald in den Genuss der Gabe treten sollto, denn der Vater, welcher am 4. 5. 1541 noch untor den Lebenden weilte, war iin September 1512 bereits heimgegangen; am 16. dieses Monats quittirto das HarfiisBerklostcr zu Scliwaz in Tyrol den Empfang eines Legates nach Paulus OBEEÜSTEBREICHISCHEE ADEL. 3Ö1 Herrn von Sprinzenstein „hochlöblicher Gedächtnis". Dieser hatte sich dort bestatten lasseu. Wer die Geiualin gewesen nnd wio die Tochter ge-hcisscn, ist nicht bis anf unser,. Tage gekommen; beide sind vor 1524 gestorben; am 11. Oktober dieses Jahres ergieng an die Raitkammer zu Inspruck ein Schreiben des Gabriel von Salamanca. Grafen zu Ortenburg in Kärnthen, des Inhalts, dass dem Paulus Ricins seiner fürstlichen Durchlaucht des Erzherzogs Ferdinand Proto-Phy-sicus, eine ausständige Geldsumme zu bezahlen soi, weil dersolbe dnreh den Tod seiner Hausfrau und Tochter in Mailand zu Schaden gekommen und gezwungen wäre seinen Sohn dorthin abzusenden. Da es dort also ein hin-terlassenes Vermögen der Gemalin zu beanspruchen gab, ist die Vermuthung eine gerechtfertigte, dieselbe sei gleich ihrem Eheherrn mailändischen Herkommens gewesen. Zwei Söhne betrauerten den Vater, Hieronymus und Franz, eiu Brnder mag ihm im Tode vorangegangen sein, Peter Anton, welcher dem Beispiele I'anl's iolgend und wohl durch diesen bewogen, ebenfalls über die Alpen herübergezogen war. — Er tritt nm das Jahr 1520 plötzlich in Salzburg auf, und wio er gerade dorthin gekom-mon, ist leicht erklärHch. — Als Matthäus Lang von WeBonburg, der Augsburger Bürgerssohn, Cardinal und Bischof von Gurk, Kaiser Maximilian's I. erster uud vertrautester Minister, seine Wahl zum Coadjutor und Nachfolger des Erzbischofes Leonhard von Salzburg (f 1519) durchgesetzt hatte, und den Stnhl des hl. Bupert besteigen sollte, wusste er, dass er bewegten Zeiten entgegengehe, dass er, der unruhigen Salzburger Bürgerschaft gegenüber, verlässliche Männer an seiner Seite braucho. In der Wahl soiner Umgebung ist dieses Ministers Auge zweifellos auf Maximilians Bath Peter Anton Biccio gefallen, dessen Bruder des Kaisers volles Vertrauen genoss, und dass sich der Cardinal nicht getäuscht, soBte schon ao. 1525 klar werden, als die Salzburger den Bauern dio Thore öffneten uud der Erzbischof mit seinen Vornehmsten anf die Hohensalzbnrg flüchten musste; nnter den Getreuen, die dort dem belagerten Kirchenfürsten bis zum September mit ihrem Leben znr Seite waren, Btand auch Peter Anton Bitins, hochfürstUcher geheimer Bath, der eben indiesom Jahre den PUrglstein erworben und sich im Salzburg'schen nun anch sesshaft gemacht hatte. Vom Jahre 1529 an schriob er sich „Eicz zum Sprinczenstain" gleich dem Bruder, ein zeitgemässer Brauch; man beliebte damals gern alle Güter der Familie iu den Titel aufzunehmen, wenn dieselben tatsächlich selbst nur Brüdern oder Vettern zustanden. — Anch Peter Antons Sohn Ludwig, der, bei Pavia 1525 unter einoin Knäuel Todter hervorgezogen, ex vota ans heilige Grab pilgerte, dann in Afrika focht, in Ungarn gegen den Erbfeind als kaiserl. Hauptmann stritt nnd sich als Pfleger von Laufen zur Ruhe setzte, führte noch den Titel „von Sprintzenstain"; dann verschwindet der Name und diese Salzburger Ritz nennen sich nur nach don Gütern, die sie dort erworben, auf Grueb, Fürgelstein, Elsenheim, Gartenau und Rambseiden. — Zu Wien am letzten Februar 1665 bestätigte Kaiser Leopold dem Urenkel des letztgenannten Ludwig, dem fürstl. salzburgischon geh. Batho nnd Kämmerer Emeran Friedrich Ritz zn Grueb auf Piirgelstein den, dosson Ur-Ur-grossvater Peter Anton Riz zum Sprinzenstein ao. 1530 verliehenen Eeichsfreiherrnstand, unter Ertheilung des Titels „Wohlgeborendes Prädicatcs .Edler Frei- und Panierherr von und zu Gartenau" und der, mit dem eigenen zn vereinigenden Wappen der abgestorbenen ScheUer und Panichner, die vordem auf Gartenau gesessen waren. Dieso Stnndeserhöhung zu orlangen, hatte sich Emeran Friedrich eines damals nicht seltenen Auskunftsmittols bedient; eine Bestätigung des Herrntitols war leichter zu erlangen als die neue Verleihung, Nachforschungen waren nicht allzu solir zu fürchton, und so konnte damals leichthin dio Behauptung gewagt werden, das Freiherrnstandsdiplom d. d. IV. 5. Augsburg, 15. 11. 1580 habe nicht nur auf den Paul Ri-zius, sondern auch anf dessen Brnder Peter Anton gelautet. Die Sache gelang, aber heute noch steht der auf uns überkommene Wortlaut des ebengenannten Freiherrnbriefes im Widerspruch mit Emeran Friedrichs Behauptung. — Mit des Letzteren Vater-Bruders Bernhard WU-helm Enkel, Emeran Baimund, sind die Salzbnrger Eitz im Jahre 1707 erloschen. — Kehren wir zu den Söhnon des Paul Herrn von Sprinzenstein zurück. Der Jüngere, Franz, König Ferdinands Rath, übernahm 1532 dio Dompräpositur zu Trient, auf welche sein Bruder Hieronymus in diesem Jahre, — es fällt dies mit der Erwerbung der Herrschaft Spriuzonstein zusammen, — verzichtet hatte, nnd gieng lf>36 mit ausgedehnten Vollmachten und Instructionen versehen als Ferdinands ausserordentlicher Botschafter nach Constan-tinopel, eine Mission von hochpolitischer Bedeutung zur Zeit der Unterhandlungen K. (.'url's V mit Johanu Sza-polyai, die aber an dem Misstranen Solimans trotz allem Eifer nnd allom Mutho des in steter Lebensgefahr schwebenden Freiherrn Franz scheiterte; schon im folgenden Jahre kehrte derselbe, der mehr ein Gefangener denn eiu kaiserlicher Botschafter an der hohen Pforte gewesen, nachdem er die ihn bewachenden ICawasson eingeschläfert nnd unter den grössten Widerwärtigkeiten, von Bäubern überfallen und geplündert, seinen Weg über Bosna-Seraj nnd Ragusa genommen hatte, aller Geldmittel entblösst Uber Italien in die Heimat zurück. 1539 ward er :*ls kais. Gesandter nach Madrid abgeordnet, lag dann Klo-stervisitationen, vorzüglich in Nicderöstcrreich, ob und starb am 14. 4. 1578 zu Mantua, wo er bei dem Gemalc der Tochter Lucretia seines Brnders, bei Johann Paul dei Hippoliti Grafen zu Gazzoldo weilto. Hieronymus trug den Doktorshut wie der Vater, schrieb bereits 1516 einen Brief an Benchlin, vor dem er sich Adolescens nennt, wnrde, wahrscheinlich gleich bei deren Vermälnng 1521, der Erzherzogin, nachher Königin Anna. Ferdinands Gemalin, Physicus. am 29. 1. 1527 zu Folge einer Präsentation des Monarchen an den Bischof Bernard Domprobst zu Trient und stand um 1529 mit Erasmus von Rotterdam in Verkehr. 1532 vcrzichteto er zu Gunsten seines Bruders Franz auf die Pfründo zn Trient, erhielt 1536 die landesfürstliche Herrschaft Neu-liaus a. d. Donan, welche bisher der Freihorr Dionys von Königsegg satzweise inne gehabt hatte, sammt 550 Gulden aus dem Aufschlage zu Engelhartszcll für 5000 Gulden als Pfand, unter dem 1. 1. 1537 nonerdings oinen Bestandbrief Uber Schloss und Pflege Neuhaus auf Lebenszeit und darfiber fünf Jahre, trat 1541, nachdem sein Vater am 4. Mai dieses Jahres die Herrschaft dorn Bischöfe Wolfgang von Passan aufgesendet hatte, den Besitz von Sprintzenstein an, nnd orlangte, nnn < Ibcrsthofmoister der kaiserlichen Töchter, im Vereine mit seiuem Bruder Franz d. d. 21. 2. 1555 die Bewilligung sich bei Ablegung des Geschlechtsnamcns Biccio „Freyherr zu Sprintzen-stain" zu nennen; 1566 wurde ihm das mährische Incolat nnd die Landmannschaft in Oe. o. d. E. zu Theil, Er starb am 22.2.1570, nachdem er zn Neuhaus 1563 seine lotztwilligen Verfügungen, auch Bolche über scino von dem Vater herkommenden Forderungen auf die Stadtmaut zu Mailand getroffen hatte. — Seit 1560 Wittwer nach Helena, Tochter des Jakob Jöchl zum Jöchlsthurn und der Elisabeth geb. Göltinger von Hamiucrspach, hinterblieb das gesammte Vermögon zu gleichen Theilen seinen vier Söhnen aus dieser Ehe, Alexander, Hanns Albrecht, Sigmund und Hanns, welchen die Veste Sprinzenstein um das Jahr 1583 abbrannte, worauf sie, vorzüglich unter der Leitung de3 damals dortselbst wohnenden Hanns, den Neubau durch italienische Meister begannen, densolben aber 1590 zu Folge der Bobotteinstcllungeu in dem in voBer Gährnng befindlichen Mühl viertel sistiren mussten; erst um 1598 konnte der Bau wieder in Angriff genom- 96 382 OBEBÖSTEUEEICHISOIIEIl ADEL. men and iin Jahre 1603 der Schlussstein in den Thorbogen eingesetzt werden. D. d. Prag 18. 12.1591 ertheilte K. Bndolf II. allen vier Brüdern, — Alexander war damals n.-ö.'scher Begiments-rath, Hanns Albrecht der Böm. Kais. Majestät Bath, — eine Wappenbesserang dnreh Vereinigung des eigenen Schildes mit dem der erloschenen Jöchl nnd dem Hanns Albrecht, wegen der in sein freies Eigenthum gekommenen Herrschaft Neuhans, die Erlaubniss sich „Freyherr von Spriutzenstain auf Neuhaus- zn nennen und zu schreiben. Hanns (f 22 4 1604), der Jüngste von den Vorgenannten, gieng, Wittwer geworden, in's Beicli hinaus, wnrde herzoglich württemberg'scher Bath und Hofmarschall und starb zn Stuttgart, wo er anch begraben liegt; seine kinderlose Gemalin Anna (f 2. 9. 1595), Tochter des Bochus Grafen zu Lynar, war in Sarleinsbach bestattet worden. Sigmund (geb. 1547) vermälte sich zu Schloss Gstöttenau nächst Eferding am 23. 9.1584 mit Magdalena Laderonnerin, des Niclas Göttschier von Galhaimb Wittwe, welcher deren erster Gemal den Sitz Gstöttenan mit Brandstatt hinterlassen hatte, der nun zum Theil an Sigmund gedieh, durch diesen aber im Vereine mit dem Freiherrn Ernst von Eckh zu Hungersbach, dem Eheherrn der Tochter erster Ehe der Laderonnerin, Anna Christina, am Georgitag 1605 dem Peter Christoph von Praunfalk veräussert wurde. — Auch Sigmund ist kinderlos geblieben. Hanns Albrccht geb. 1543, f 25. 11. 1598), der hervorragendste von den vier Brüdern, Herr zu Neuhaus, das ihm Kaiser Bndolf um treuer Dienste willen d. d. Prag 22. 10. 1591 in's freie Eigenthum verkaufte, am Hofe des Erzherzogs Carl als Edelknabe erzogen, 1565 Mundschenk der Grossherzogin Johanna von Toscana, 1575 Hofrath des Erzherzogs Ferdinand v. Tyrol. 1586 kaiserl. Hofkriegsrath, im nächsten Jahre des Erzherzogs Maximilian von Tyrol oberster Proviantmeister in Polen, 1588 herzogl. bayr. geh. Bath nnd Oberst über 500 Schützenreiter, 1593 oberster Lieutenant der kaiserl. Armada auf der Donau, wurde schliesslich, 1595, Hof-, Feld-und Land-Zeugmeister (General-Artillerie-Inspector , Di-rector des Brückenwesens und General-Superintendent über alle Grenzfestungen in den Erbländern. — Seiner im Oktober 1573 geschlossenen Ehe mit Barbara, Tochter des Simon Botsch zu Auer nnd Zwingenburg, entsprangen zwei Söhne. Hanns Ernst (geb. Decemb. 1574, f 2. 11. 1639) und Hanns Wilhelm (geb. 4. 10. 15;9, t 12- 10. 1607), welcher Cistercienser wurde. — Ersterer, kaiserl. auch churbayr. Kämmerer, kaiserl. Oberst und Hofkriegsrath, Hofkammerpräsident, dann Oberster des dritten Kreises iu Schlesien, verpfändete am 29. 9. 1605 die Herrschaft Neuhaus den Söhnen seines Oheims Alexander, kam aber bald darnach zu ansehnlichem Besitz in Schlesien durch seine erste Gemalin Helena (verm. 11.11.1609, 114 7.1628), des Hanns Freiherrn von Bechenberg a. d. H. Wartemberg Tochter, die ihm die Herrschaften und Güter Wartemborg, Windischbora, Neustadt und Lindau zubrachte und an welchen er, treu an Kaiser und Glauben hängend, argen Schaden durch die Schweden erlitt. — Kinderlos geblieben, vermachte er soin gesammtes Vermögen der Gesellschaft Jesu mit dem vorbehaltenen Nntzgennssc für seine zweite Gemalin Eleonora (verm. Februar 1630, + Decembcr 1645), Tochter des Leonhard Grafen von Harracli. Alexander (geb. 1540, f 7. 6.1597), des Hieronymus ältester Sohn, gleichfalls am kaiserl Hofe als Page erzogen, dann der Böm. Kais. Majestät Bath und Landrath in Oest. ob der Ens, in der Folge nied.-öst. Begiments-ratli und Vice - Statthalter, erlangte in seiner am 12. 8. 1582 geschlossenen Ehe mit Emilia (f 13. 4. 1611), Tochter des Hanns Jakob Fugger, Freiherrn von Kirch-berg und Weissenborn, vier Söhne, Hanns Florian, Bndolf, Simon Hieronymus und Wenzel Beichard, von welchen der erste und der letzte iin Vereine mit den Söhnen der beiden Anderen durch Kaiser F'erdinand III. d. d. Schloss Linz 21. 7.1646 in den_Boichs- und erbländischen Grafenstand mit dor Denomination „Grafen und Herrn vou und zu SprinzcnBtain nnd Neubaus" erhoben wurden Hanns Florian (geb. 16. 4. 1591, + nach 1616), der Böm. Kais. Majestät Bath und Landrath in Oest. ob der Ens, als wclcher er tapfer und unerschrocken im zweiten Bauernkriege für Becht nnd Ordnung eintrat, Bcliloss am 15. 2. 1615 seinen Ehebund mit Margaretha, des Heinrich Freiherrn von Salburg Tochter, die ihm einen einzigen Sohn, Franz Moriz gebar, den A'erfasser der Fasces Im-perii Bomani (Ingolstadt 1610). Derselbe war Landrechtsbeisitzer in Oest. ob d. Ens und starb vor dem Vater, unvermält, schon 1642 im kaiserlichen Feldlager im Braunschwoig'schen. Simon Hieronymus (geb. 24. 10. 1594, f 2. 8. 1639 und bestattet in der Michaeierkirche zu Wien), kaiserl. Kämmerer und Beichshofrath, wurde unter dio nied.-österr. Herrenatandsgeschlechter aufgenommen, nachdem er durch Beine erste Gemalin Felicitas (verm. 1618, + 1623) des ehemaligen Landeshauptmannes in Oest. ob der Ens Jakob Freiherrn v. Mollart Tochter, in den Besitz der Herrschaften nnd Güter Waidhofen a. d. Thaya, Waldreichs und Gilgenberg getreten war. Dieselben giengen dann an seinen einzigen Sohn aus der zweiten Ehe mit Maria Emilia Catharina (verm. 1624), des Johann Matthäns Wacker von Wackenfcls Tochter, Herrin der Herrschaft Jungferodorf in Schlesien, über, nämlich an den Grafen Ferdinand Maximilian (geb. 1625, t 17. 7. 1679, in der Lamberg'schcn Gruft bei St. Augustin in Wien beigesetzt) welcher zu den überkommenen Besitzungen im Jahre 1666 von den Erben seines Schwiegervaters die Herrschaft Horn samt den Gütern Moldt, Baan nnd Nieder-Edlitz in Nieder-Oestcrreich, ferner ans dem Nachlasse seines Schwagers Joachim Grafen von Winhaag (t 1678), dem Eheherrn seiner Schwester Maria Emilia, die Herrschaft Bosenbarg durch Kauf erwarb, während er von seiner Mntter Jungferndorf ererbto und durch seine Gemalin Maria Eleonora (verm. 8. 2. 1660. + 18. 2. 1687), des Ferdinand Grafen Knrz von Senftenau Tochter, die Herrschaft Drosendorf mit den Gütern Thumbritz und Pyrrha überkam. Erst Kaiser Ferdinand's III. Bath und Landrechtsbeisitzer in Oest. ob d. Ens, erwarb sich F'erdinand Maximilian des Kaisers Leopold hohe Gnnst, bei welchem er schon vor dessen Thronbesteigung die Dienste eines wirklichen Kämmerers versehen hatte. Im nied. - öst. Herrenstande Ausschuss uud Baitrath. zn dieser Zeit durch den Monarchen anlässlich der Einrichtung der nenen Landesordnung verwendet nnd bei den kaiserlichen Schwestern interimistisch das Oberstliofmeistcramt. dann auch daa Oberstkämmerer-, Stallmeister- und Hofmarschallamt versehend, wnrde er in der Folge österreichischer Obersthof-Vicekanzler, LandinarschaB, General-Landoberst in Nied.-Ocsterr. und wirkl. geheimer Bath, erhielt am 5. 2. 1669 die steiermärkische Landmannschaft, unter dem 29. Jnni desselben Jahres das Incolat von Böhmen und den incor-porirten Landen und erlangte mit Diplom d. d. Wien 7. 9. 1671 für sich und sein Geschlecht das grosse Palatinat mit dem Nobilitationsrechte nebst dem Titel „Hoch- nnd Wohlgeborcn", dem Becbto sicli nach zu erwerbenden Gütern zu nennen uud zu schreiben auch deren Wappen aufzunehmen, der hoheu Gerichtsbarkeit und dem Miinz-rechtc auf allen Herrschaften und dor unmittelbaren Unterstellung des Geschlechtes unter den Kaiser bei gleichzeitiger Befreiung vou der Gerichtsbarkeit _ der Kammer-gerichto. Schliesslich wurde ihm mitGabbriof d.d. 27.4. nnd Lehensbrief vom 13. 9. 1672 für sich nnd das ganze Geschlecht das Erbland-Münzmeisteramt von OeBt. ob n. nnter der Ens, wolchcs dnrcli den Tod des Johann Conrad von Bichthansen, Freiherrn von Chaos, in Erledigung ge- OBE RÖSTERBEICH ISCHE U ADEL. 383 kommen war, zn Tlieil, das; jedoch Graf Ferdinand Maximilian auf keine directen Nachkommen zu vererben vermochte, denn seiner Ehe waren nur zwoi Töchter entsprossen. Catharina Eleonora verm. 23.1.1679 mit Leopold Josef Grafen von Lamberg, nnd Maria Regina verm. 1681 mit Leopold Grafen von Hoyos, denen beiden er durcli Testament d. d. Wien 7. 9. 1666, — mit Ausnahme von Gilgenberg und Jungferndorf. welche Herrschaften zuletzt nicht mehr in seinem Busitze waren, — zu gleichen Theilen sein reiches Vormögen hinterliess, aus dem er mit Stiitbrief vom 21. 1, 1671 die Herrschaft Drosendorf sammt den Gütern Thum-britz und Pyrrha zn einem Fideicommisse, mit der Ver pflichtung für den jeweiligen Inhaber den Namen Sprinzenstein zu führen , errichtet hatte. — Drosen iorf gieng an die Gräfin Lamberg und nach dem Abgänge der männlichen Descendenz derselben am 2. 8. 1710 an die Grafen von Hoyos über, nach deren Erlöschen, den Bestimmungen des F'ideicommiss-Instrumeiites gemäss, der Bückfall des Majorates an die Grafen von Sprinzenstein erfolgt. Budolf und Wenzel Beichard, die beiden übrigen Söhne des Freiherrn Alexander begründeten zwei Hauptlinien. I. Hauptlinie. Freiherr Rudolf (geb. 17. 4. 1593, f 20. 0. 1632), kaiserl. Reichshofrath, Herr zu Sprinzenstein und zu Neuhaus, — das seit 1605 von dein Vetter Hanns Ernst iu seinem und seiner Brüder Pfandbesitze stand, dann aber durch Ablösung an ihn allein übergieng, — gelaugte auf Grnnd seiner Forderung von 30000 Gulden an Georg Christoph von Schallenberg, welche ihm dieser am 3. 9 1022 verbriefte, in den pfandweisen Besitz der Herrschaft Piberstein im Miihlviertel und erzeugte mit seiner Gemalin Elisabeth Katharina (verm 21. 4. 1019;, des Freiherrn Hans Jakob Löbl von Greinburg Tochter, vier Söhne Hanns Ernst 'geb. April 1022, f 25. 10. !623), Johann Adam (geb. 1624, f 4.2. 1681), welcher Capuciner wurde, Johann Secund (geb. 15. 12. 1625, f 21. 4. 1691) und Johann Christoph geh 1630, t 11. 2. 1683),. Herr zu Sprinzenstein, welcher die l'fandschaft Piberstein durch Vergleich vom 24. 9. 1658 seinem älteren Bruder abtrat nnd in seiner 1682 mit Anna Eloonora (f 28. 3. 1716), des Leopold Grafen von Tliilrlieim Tochter, geschlossenen Ehe ohne Succession blieb. Johann Secund, Herr zu Nouhans, nach seines Bruders Johann Christoph Todo auch Herr zu Sprinzenstein, dann zu Liechtenan, welche Herrschaft ihm seine ersto GemaUn zubrachte, und seit 1658 Pfandbesitzer zn Piberstein, das jedoch 1675 von Christoph Ehrenrcich Grafen von Schallenberg zurückgelöst und im selben Jahre an die Grafen von Seoau verkauft wurdo, war kaiserl. Kämmerer und Landrath in Oest. ob der Ens, wiederholt Verwalter der Landeshauptmannschaft, wnrde 1680 znm Verordneton des alten Herrenstandes gewählt und erhielt, nachdem^ sein Vetter Ferdinand Maximilian ohne männliche Leibesorben gestorben war, er aber darauf unterlassen hatte um die Belohnung mit dem Münzmeisteramte von Oest. ob und unter der Ens nachzusuchen, von Neuem dieses Erbamt für sich und das ganzo Geschlecht mit Lehensbrief d. d. Wien 22. 11. 1686 verliehen. — Graf Jobann See. hatte sich am 21. 11. 1661 mit Anna Elisabeth if 17. 1. 1682), Tochter des Freiherrn Sigmund Schifer von Froyling zu I.ieclitonau, nach deren Ableben mit Catharina Eleonora (-j- 10. 8. 1701), des Grafen Friedrich von Cavriani Tochter, vermält und hinterliess, nachdem der ältere Sohn Adam Secnnd, erst 15 Jahre alt bereits am 27. 4.1079 gestorben war, nur don Johann Ehrenreich (geb. 25. 8. 1667, f 18.5 1729; auf Sprinzenstein, Neuliaus und Liechtenau, welcher kaiserl. Kämmerer. 1705 Oberst-Erbland-Münzmeister in den beiden Erzherzogtümern und 1709 ob der Ens'scher Verordneter im alten Herrenstande wurde. Seit 14 2. 1092 mit Maximiiiana Michaela (f 6. 5. 1718), Tochter des Grafen, zuletzt Fürten Franz Josef von Lamberg, vermält, beschloss Johann Ehrenreich den Maniicsstaium der Linie, nachdem seine beiden Söhne Carl Josef im Jahre 1701 nnd Johann Maximilian ao. 1709 in der Wiege gestorbeii waren. -Dio Töchter und (Jniversalerbincn Maria Antonia, verm. 1723 mit Leopold Franz Grafen von Thurn - Valsassina, Maria Gabriela, verm. 172s mit Josef Ignaz Grafen von Welspcrg nnd Primör, Maria Josefa Secunda. verm. 1) 1729 mit Johann Beichard (irafen v. Salburg, 2) 1746 mit Franz Josef Ungnad Grafen v. Weissonwolf, und Maria Albertine, verm. 1) 1729 mit Johann Wilhelm Grafen v. Thürheim, 2; 1753 mit Carl Grafen Molza, schlössen einen unterm 7. 3.1732 durch die Landeshauptinannschaft genehmigten Vergleich mit der Vormundschaft der minderjährigen Söhne des Franz Ferdinand der II. Hauptlinie, an welche die Herrschaft Sprinzenstoin übergieng, während ihnen selbst Neuhaus und Liechtenau verblieb. Dnreh weiteren Vergleich kam die erstere Herrschaft an Maria Antonia, bezüglich an deren Gemal, Liechtenau durch Maria Gabriela an die Grafen von Welspcrg. II. Hauptlinie. Graf Wenzel Beichard (geb. 12. 2. Ifi97, f 10. 8. 1651, bestattet in der Schottenkirche zu Wien), pilgurto in der Jugend nach Jerusalem, wurde kaiserl. und chur-bayrischer Kämmerer, 1630 Landrath in Gest. ob d. Ens, 1631 Herrcnstandsverordnetcr und schliesslich Hofkaimner-Vicepräsident in Wien, wo ihn der Tod ereilte, als er eben dieses Amt antreten wollte. Am 18 2. 1635 war demselben durch die ob dor Eus'sche Landeshauptmannschaft die Herrschaft Pottendorf a. d. G usen an Stelle des emigrirten Paul Christoph Flusshart zugeschrieben worden, mit dem er unter dem 17. 3. 1636 den bezüglichen Kaufscontract errichtete und sich wegen dieser Erwerbung am 19. 12. 1639 neuerlich mit dem Vorgenannten und mit den Erben des Georg Albrecht Flusshart, den Schwestern Potentiana v. Wop-ping, Marusch, Euphemia und Susanna Juliana Flusshart, rcspcctivo mit deren Gewaltträger Sebastian von Wopping verglich. — Ferner liatto Wenzel Reichard mit Coutract vom 17. 9. 1633 von Scholastica, Wittwe des Freiherrn Georg Gundacker von Neuhaus, geb. v. Hoheneck, das Gut Greissenberg (Grcisingberg; im Machlande, dann am 17.3.1637 von der Wittwe des Grafen Adam v. Herberatorf die Herrschaft Tolleth im HausruckviertuI käuflich erworben, nachdem ihm schon von seiner Gemalin Johanna Maria (verm. Octob. 1632, t 1684), des Hanns, letztem Freiherrn von Haimb zum Euichcnstein Tochter, die Herrschaft Reichenstein im Machlando zugebracht worden war. — Erbe dieser ansehnlichen Besitzthiiiner wurdo Wenzel Reichards Sohn Franz Ignaz (geb. 1639, f 15.10. 1705), dessen älterer Bruder Christian Ignaz, drei Jahro alt, schon am 3. 5.1038 heimgegangen war. Franz Ignaz, kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, Landrath in Oest. ob d. Ens. 1697 zum Verordneten des alten Herrenstaudes erwählt, nach des Grafen Johann Secund Todo Oberst-Erbland-Münzmeister. führte zn Wien am 15 2 1667 die Tochter des Grafen Ferdinand voi. Hohenfeld, Anna Ro-sina vor den Traualtar, die ihn mit sechs Söhnen beschenkte, Franz Ferdinand (geb. 9.1.1071, t IL 6.1728), Franz Josef I. 'geb. 1672, f im nämlichen Jahre?), Franz Josef II. (geb. 21. 3. 1673), der als kaiserl. Hauptmann am 21. 7. 1705 in Piemont sein Leben liess, F'ranz Reichard geb. 18.2 1077), gestorben als Offizier zu I'eter-wardein 15.9. 1701, F'ranz Ignaz geb. und f 10811 und Franz Florian igeb. 3. 5. 1682, f 3 5. 1709), Domherr zu I'assau. — Der Aelteste von diesen, F'ranz Ferdinand, kaiserl. Kämmerer, Rath und Landrath, als welcher er im spanischen Flrbfolgekrioge wesentliche Dienste für dio Landcsvertheidignng leistete, vermälte sich am 1.1.1709 384 OBERÜSTERR EICHISCHER ÄDEL. 384 mit einer Enkelin deB Grafen Ferdinand Maximilian von Sprinzenstein, mit des Grafen Leopold Carl von Hoyos Tochter Marie Ernestine (+24.2.1725) Stkr. D., Wittwe nach dem Grafen Bernhard von AViirben. Fünf Söhne waren ihm erblüht, von denen aber drei Knaben vor den Eltern starben.' Die beiden ältesten, Franz Josef Ernst (geb. 21. 4. 1710, t 16. 2. 1771) und Ernst (geb. 6. 4. 1715, f 29. 11.1764), hinterliess der Vater minderjährig als Erben seiner gesammten Besitzungen, von denen jedoch die Vormnndschaft dio Herrschaft Fottendorf um 2. 6. 1729 an Johann Josef Anton Freiherrn von Bisenfels, und Reichenstein mit Greisingberg am letzten Tage desselben Jahres an Gundacker Thomas Grafen und Herrn von Starhemberg veräusserte. Nun blieb nnr noch Toi-leth, welches Franz Josef ErnBt erhielt, während sein Bruder in den Besitz von Sprinzenstein gelangte, das nach Johann Ehrenreichs Ableben durch den Vergleich vom 7. 3. 1732 un diese II. Hauptlinie gediehen war. Franz Josef Ernst, Oberst-Erbl.-Miiuzmeister und kaiserl. Kämmerer, welcher Tolleth im Jahre 1750 an Jobann Philibert Grafen Fieger von Hirschberg vorkaufte, erzeugte in seiner Ehe mit Guidobaldine (verm. 10.1. 1734, t 21. 4. 1766), des Franz Philipp Grafen von ThUrhcim Tochter, nenn Söhne, Philipp (geb. 22. 12.1734, f 23.2. 1793), k. k. Hauptmann im 18. Inftr.-Rgt., Franz (geb. 11.5. i736, f 29.5.1787), k.k. Hauptmann im Otocaner-Rgt., Josef (geb. 22. 5. 1787, f 17. 12. 1801), k. k. Hauptmann im 25. Inftr.-Rgt., Franz Josef Ernst (geb. und f 1738), Norbert (geb. 10. 7. 1740, t 22. 3. 1781), k. k. Oberlieutenant im 11. Inftr.-Rgt., Franz Wilhelm (geb. 17. 12, 1741, f 18. 2. 1742), Franz Brixius (geb. und f 1745), Maria BrixiuB Guido (geb. 1746, t jung) nnd Guido (geb. 1749), k. k. Hauptmann im 11. Inftr.-Rgt., welch' Letzterer, der einzige von all' den Brüdern, in den Hafen der Ehe einlief, aber von seiner Gemalin Caroline, des Grafen Adam Anton von Grundemann Tochter, der er sich am 23. 1. 1788 antrauen liess, kinderlos blieb. — Sein ältester Brnder Philipp hatte als Senior der Familie, nach des Vaters Tode unterlassen die Belehnung mit dem MünzmeiBtcramte von Oesterreich ob u. unter d. Ens nachzusuchen und zu spät erinnerte sich dessen Vetter Anton Maria dieses Versehens. Das Erbamt war mittlerweile als heimgefallen durch Gabbrief vom 22. 4. 1788 dorn Grafen Johann Anton von Pergen verliehen worden, woran allo Bemühungen dasselbe znriiek-znerlangen scheitern muBsten. Graf Ernst, Herr zu Sprinzenstein, kaiserl. Kümmeror, vermälto sich am 16. 7. 1741 mit Eugenie Elisabeth, Tochter des Grafen Victor Amadeus von Bussy - Rabutin und trat, als dieso kinderlos am 14. 5. 1758 verschieden war, zu Wien am 23. Oktober des gloichen Jahres mit der Tochter des Freiherrn Johann Franz von Fernemont, Maria Theresia (f 3.3.1800), Stkr. D., vor den Priester. Diese beschenkte ihn mit drei Söhnen, Anton Maria (geb. 26. 9. 1754, t 8. 4. 1826), Josof .Maria (geb. 9.9. 1755, t 15. 12. 1807) und Franz (geb. 1762, f 1768). - Der Aeltcste, k. k. Kämmerer und Sekretär bei der obersten Justizstello, ward Herr zn Sprinzenstein und erlangte mit seiner Gemalin Maria Anna iverm. 4. 11. 1782, f 9. 11. 1834), Stkr. D., Tochtcr des Carl Anton Freiherrn von Seidern, sechs Söhne, unter welchen drei in der Wiege starben. Von den Uebrigen starb der Jüngste, Rudolf (geb. 16. 1. 1797) unvermält am 18. 2. 1850, nnd der Aeltesto, Josef (geb. 7. 4. 1788, f 2. 5. 1843), k. k. Kämmerer und Rittmeister, vererbte dio Herrschaft Sprinzenstein, da er ebenfalls ledigen Standes gebUeben war, an seinen nächsten Bruder Christoph (geb. 10. 3. 1790, +.14. 2. 1865), k. k. Kämmerer und Hauptmann; auch dieser hatto sich nicht vermält. JoBef Maria, des Grafen Ernst jüngerer Sohn, k. k. Kämmerer und Ehrenritter dos Malteser-Ordens, nahm im Jahro 1786 die Wittwo des Grafen Aloys Erasmus von Starhemberg, Maria Anna (geb. 81.12.1757, f 22.3.1825), Stkr. D., zur Gemalin, deren Eltern Ignaz Dominik Graf Cho-rinsky und Maria Barbara, geb. Gräfin lloditz, mittelst Stiftsbriefes vom 10.1.1764, in eventueller Ermanglung eines Sohnes, für ihre vorgenannte Tochter und deren Descendenz auB ihrer Herrschaft ürosB-IloBchütz in prouss. Schlesien ein Fideicommiss errichtet hatton. — Graf Josef Maria Uberkam zwei Söhne, Johann Ludwig (geb. 7. 11. 1786, f 10.4. 1845) und Josef •geb. 30.6.1789, + 15.9.1850), k. k. Kämmerer uud Hauptmann, welcher die Herrschaft Pichlern im Ensthalo Steiermarks erwarb, dieselbe aber unter dem 20. 4. 1843 wieder voräusserto nnd in seiner 1831 mit Antonia Katharina von Gerubel geschlossenen Ehe einen einzigen Sohn hinterliess, Ernst (geb. 23. 1. 1834). k. k. Oberst d. R., den emsigen Ordner des Archivcs zu Sprinzenstein und Verfasser einer erschöpfenden Chronik seiner Familie. Derselbe ist mit seiner Gemalin Hermine, geb. dei Pavilo, (verm. 28. 3. 1866; kinderlos geblieben. Graf Johann Ludwig, welcher, wie seine Vettern Josef, Christoph und Rudolf, in den ob der EnB'schen Landtagsversammlungen auf die alt-rudolfinische Herrenbank intro-duciert wurde, erwarb in Steiermark die Herrschaft Friedstein (durch ihn am 3. 10. 1841 wieder veräussert) und trat nach dem Ableben seiner Muttor, deren zwei Söhne erster Eho jung und unvermält gestorben waren, die Fideicommiss-Herrschaft Gross- Hoschtttz in preuss. Schlesien an, wo sich auch seine Gemalin, des Grafen Josef von Salburg Tochter, Maria Angelica (verm. 26. 7. 1814, f 4. 7. 1878), Herrin der Lehensherrschaft Salabcig in Nieder-Oesterreich, begütert maclito, indem sio die Herrschaft Roschowitz (Schloss Kochanictz) mit Zugehörungen an sich brachte. Sie vererbto dies, wie auch Salaberg, an ihren jüngeren Sohn Hermann Maria (geb. 12. 6.1817, f 15. 1. 1882;, Ehrenritter des Maltoserordons, welchem in seiner, am 18.9.1847 mit Clotildc, des Josef Richard Freiherrn Hruby von Gelenj Tochter, geschlossenen Eho ein einziger Sohn geboren worden ist, Graf Hermann Maria Josef (geb. 4. 12. 1848), Herr zu Salaberg, k. k. Kämmerer. Dieser hat Roschowitz im Januar 1884 an Max Freiherrn v. Reibnitz veräussert. Aus seiner Ehe mit Caroline (verm. 17.4.1877), Stkr.D., Tochter des Johann Grafen Monteforte (Montfort) dei Duclii di Laurito, ist eine Tochter Clotilde (geh. 8. 12. 1879) und ein Sohn entsprossen, der aber in der Wiege starb. Des Grafen Johann Ludwig älterer Sohn, Graf Arthur Richard (geb. 23. 7. 1815), Majoratsherr auf Gross-Ho-schtttz, der unermüdliche Waidmann und sichere Schütz, folgte dem oben genannten Grafen Christoph im Besitze der Lehensherrschaft Sprinzenstein. — Zu Raudnitz am 80. 8.1841 mit Maria, Stkr. D., Tochter dos Grafen Conrad von Sternberg-Rudelsdorf a. d. H. Raudnitz, vermält, sind demselben drei Kinder am Leben, eine Tochter Leo-cadio (geb. 17. 11. 1843), verm. 5. 4. 1864 mit Guido Grafen von Marzani, nnd zwei Söhne, Arthur (geb. 9. 8. 1842), Ehrenritter des Deutschen Ordens, k.k.Kämmerer nnd Rittmeister a. D.. verm. 28. 10. 1888 mit Maria Anna, dos Grafen Clemens von Joner-Tcttenweiss Tochter, und Maximilian (geb. 8. 1. 1847), Devotionsrittcr des Malteserordens, k. k. Kämmerer nnd Oberlicutonant a. D. — Diesem sind in der Ehe mit Alm&ie (verm. 20.10.1874), Stkr. D., Tochter des Grafen Heinrich Franz von Schlik zur Welt gekommen: Marie (geb. 10. 9. 1875), Franz Rudolf (geb. 17. 4. 1879) nnd Maximilian (geb. 17. 2, 1881). — (Gräfl. Sprinzenstein'sches Archiv zu Sprinzenstein). SproU. (Taf. 99.) Wappen: In Roth ein silberner Schrägen, beseitet von jo einem menschlichen Auge (R.-M.; II. Für die 0BEBÜ8TEEBEICHISCHEß ADEL. :-i85 Richtigkeit dieses sonderbaren Wappens kann nach den citierten Quellen keino Gewähr übernommen werden; nach denselben stellt sich der Schrägen als abgeledigter, oben und unten je mit einem, gleichfalls abgcledigten ljalkcn verbundener Pfahl dar). Dio Sproll sind in das CTste Gültenbnch 1Ö25 als Landleute Oesterreichs ob der Ens aufgenommen worden. — Christoph Sproll sass 1539 zu Hueb, Pf. Egendorf, früher Pf. Weisskirchcn im Traunviertel, und hatte nach Ennenkl zwei Söhne, Leonhard uud Christoph IL Einem Leonhard Sp. stand Hueb ao. 1574 zu. — Ein Christoph Sp. bezeugte am l'eter und Paulstag ll>07 einen Satzbrief des Georg von Pürching gegen Herrn Wolf v. Losenstein. Damals war Hueb nicht mehr im Besitze der Familie; im Jahr 16U4 sass dort Urban der Struber. (B.-M.; H.; Pillwein's Trannkreisj. NUkIK'i- (in der Biedmark). (Taf. 99.; Wappen: I. llevierter Schild. — Kleinod: Wie der Schild bezeichneter Flügel. (Skizze nach dem Siegel Ebel hart des Stadler in einer Urkunde vom Jahre 1369 aus dem Archive zu Lnftonberg; denselben Schild führte Ursula, Albreclit des Stadler Tochter, Ehefrau Georg's von Zwingenstein, ao. 1404; Ennenkl's Collect, geneal. . II. Kleinod: Kinnbackcnförmiges Schinnbrett, geviert. (Nach dem Originalsiegel Albrecht's IL Stadler an dem nachbenannten Briefe d. d. 28. 1. 1392; Stiftsarchiv zu Wilhering). Die Nachstehenden sind von Hoheneck mit den in dem nächsten Artikel beschriebenen Stadlern vermengt worden, obwohl für die Annahme einer Stannnverwandt-scliaft nicht nur nicht die geringsten Anhaltspunkte vorhanden sind, sondern einer solchen auch der vollkommen vcrschiedeno Schild direct entgegen steht. — Diese hier, — ihre Stammreihe ist übrigens nur eine kurze, — treten vorzüglich in der Biedmark, begütert in den, dem Stifte St. Florian gehörigen Pfarren Bied und Wartberg und im Besitze Capellen'scher Lehen auf Sie mögeil vielleicht aus dem nachbarlichen Viertel ober dem Manhartaberge eingewandert sein; ob dort die Ortschaft Stadelberg, Pf. Karlstift, auf ihre einstige Anwesenheit hindeutet, vermag ich jedoch nicht zu entscheiden, eben so wenig ob jener Heinricus de Stadel zu ihren Vorfahren zählte, der am 25. 7. 1284 zu Gneusendorf weilte, als Otto von Slennz zufolge eines richterlichen Spruches des Herzogs von Oesterreich das Gnt Pullingen dem Kloster Baumgartenberg zurückstellen musste. Mit diesem Stifte haben allerdings dio Nachfolgenden gleichfalls in Verkehr gestanden. Albrocht (I.) der Stadler (f vor November 1332) wurdo im Vereine mit seiner Hausfrau Elspet ao. 1320 durch Jans und Ulrich. Söhne des Hanns v. Eeichenstcin mit zwei, von Ennenkl nicht näher bezeichneten Höfen belehnt, bezeugte zu Florian am 6. 3. 1821 den Brief mit welchem Düring v. Aigelsberg auf jeden Anspruch auf den Hof zu Zirking lin der Biedmark) zu Gunsten des Klosters St. Florian verzichtete und widmete zwei Lehensgüter des obengenannten Stiftes, den Hof .auf dem obem aygen1- und die Hube Pzu Periigersdorffe" der Kirche Wartborg iin der Biedmark), wofür Hanns und Ulrich v. Beichenstein am Georgitag 1326 Gewährschaft leisteten. Am 1. 11. 1332 reversirten Hang und Stephan die Stadler über ein Seelgcräth bei dein Gottcshauso zu Baumgartenberg, das ihr Vater Albreclit der Stadler „dem got genad- mit seinem freien Eigen in der Bieder Pfarro, „der hub gebaissen auf der Stanng-, gestiftet hatte. - Ausser diesen beiden Söhnen hatte Albreclit eine Tochter Sophia, 1320 Otto des Hochholzpech Hausfrau; eino zweite, - oder es mag auch nie vorige in einer zweiten Ehe gewesen sein, - war des bberliart IV. 5. Khucnast Gemalin, der später wieder, 1348, eine Ofihiey, wahrscheinlich eine Priischenkin, seine andere Hausfrau nannte, wie dies Ennenkl tlieils dem Capellen'sehen Briefbuche, theils dem l'rager'schen Archive zu Windhag entnahm. Hang und Stephan kommen nur das eine Mal vor. Die Kinder eines von Beiden waren Eberhard, Albrecht II. Beimbcrt und Agnes, welch' Letztere Nonne zn l'ulgarn, dann Meisterin daselbst wnrde, als solche am 3.11. 1882 dem Sohne Simons des Zehentner von Ccmering das Kaafrecht einiger Güter in der Pfarre St. Florian verlieh und am 25. 3. 1393 vou ihrem Bruder Albreclit nnd dessen Hausfrau ein Gut zu Breitcnfeld. Pf. Gallneukirchen, Lehen von Eberhard v. Capellen, erhielt. Eberhard der Stadler siegelte am 5. 3. 1856 dio Bestätigung des Andreas von Grub über den diesem uud seinen Gesellen durch Ulrich von Haslau ausbezahlten, vom Herzoge schuldigen Suld, am 10 8.1360 im Vereine mit Albreclit 11. den Ucbergabsbrief seines Blutsi'reundes Walchun des Zeller an dessen Schwester Kuuiguud, Klosterfrau zu Pulgaru, ein Gut in der Pfarre Giillncu-kirchen betreffend. tritt laut einer von Ennenkl uotirtcu Urkunde des Archives zu Luftenberg ao. 1369 als Bruder des Albrecht und Kcinibert und am 16. 6. 1374 als l'ileger zu Bicdeck in dem Briefe, auf, durch welchen Chunrat der Buezlersperger fiir eine Alessstil'tuiig nach Gallneukirchen ein Lcibgcding zu Altenberg gab. Beimbcrt wird noch unter dein Jahre 1372 erwähnt. Seine Tochter Elspet war mit Wolfhart dem Gansol. eine dieser Ehe entsprossene Tochter 1421 mit Mert Frod-naclier, Pileger zu Freistadt, vermält. Albreclit II., das erste Mal in dein Briefe Wal-chnn's des Zeller urkundlich genannt, besiegelte am 28.8. 1366 als „der erber vest ritter her Albrecht der Stadler" dio durch Albreclit den Greusnicker erfolgte Zurückstellung des Hofes zu Hü II ein an das Stift St. Florian, bekannte unter den Siegeln seiner beiden Brüder Eberhard und Ileimbert am St. Ulrichstag 137-', dass ihm vom Kloster St. Florian der Hof. dio Sölde und Miihle zu Höilein. Pf. Wartberg, auf Lebenszeit zu Leibgeding verliehen worden sei, siegelte am 28. 1. 13!'2 den Verkaufsbrief Haimscus des Sclireyer nnd dessen Hausfrau gegen Wilhering, das Schreiergut in der Pfarro Ilörsching betreffend, und am 10 4. 1395 den Brief, womit Buger der Nvmerdum das Kaufrecht von verschiedenen von Eberhard v. Capellen leben baren Zehenten in der I'farrc Gallneukirchen an Heinrich den Schuster veräusserte. Dies die letzte Urkunde, welcho von ihm Nachricht giebt. Seine Tochter Ursula war 1404 die Hausfrau des Georg v. Zwingenstein. . Eine männliche Succession der vorgenannten drei Brüder ist nicht nachweisbar. Ob derselben etwa jener, von Hob erwähnte Martin Stadler angehörte, welchem ao 1396 im Vereine mit Veit dem Puecher die Herzoge Wilhelm und Albrecht die Mautli zu Stein, das Gericht daselbst und jenes zu Krems auf drei Jahre übergeben haben sollen, habe ich nicht zu bestimmen vermocht. (U-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc. CaroL; Stiftsarchiv zu Wilhering: EnnenkPs Collect, geneal.; II.) .SliulU-r von Stiidclhirrlicu. (Taf. 99.) Wappen: I) Ein Thflrschloss mit herausgeschobenen Riegeln (Nach dem Siegel Wilhelm des Stadler, 1375; Skizze in Ennenkl's Collect, geneal.). - II. Schild wie vorhin. — Kleinod: Das Schloss, darauf ein niederer Spitzhut, dessen Knopf mit drei Hahnenfedern besteckt ist (Nach dem Siegel des Hanns Stadler an dessen und seines Bruders Paul Verkaufsbrief über das Schloss F;hr-neck, 1527: Skizze in Streun's Manusr. geneal.;. - III. In Silber ein Thürschloss mit schwarzer Platte nnd hcr- 97 896 OBEEÜSTEBEEICHISCIIEB ADEL. ausgeschobeuen, goldenen Riegeln. — Kleinod: Das äcliildesbild, besteckt mit schwarzem Federbusch (Nach dem Wappen des „Hainrich Stadler- aus dem St. Chri-stoph-Arlberg-Bruderschaftsbuche im k. und k. Haus-Hof-u. Staatsarchiv, welcher identisch mit Heinrich III. ( 1354 —l;',57 sein dürfte; derselbe ist, so weit mir bekannt wurde, der Letzte, dor diesen Tanfnamen führte). Stadel, nachher Stadelkirchen genannt, eine Filiale der vordem zum Stifte Gleink incorporirten I'farre Dietach, links ab von der Strasse zwischen Steyr und Ens weist kaum mehr die Spnren des einst bestandenen Schlosses auf, nur die Eiusenkung des Wassergrabens ist noch erkennbar. - Stadler, welche von dort geschrieben wnrden, treten schon zu Anfang des XII. Jahrhunderts auf und Trnta, die Schwester des Herrand von Stadilin, welche zum nahen Kloster Garsten um 1125 ein Seelgeräth für sich und ihre Eltern stiftete, dürfte ihnen wohl zuzuzählen sein. Nachher jedoch sind fast bis zur Mitte des folgenden Jahrhunderts keine zu finden, welche verlässlich als dorthin gehörig bezeichnet werden können: anch Heinricus de Stadel, der zu Gneuscudori' am 25. 7. 1231 den Brief bezeugte, womit Otto von Sleuuz dem Kloster Baumgartenberg das Gut I'ullingin zurückstellte, gehörte viel eher den Stadlern in der Bicdmarck oder jenen in Steiermark an. Die verlässliche Stammreiho beginnt mit Bichcrus du Stadel, welcher zu Gleink anwesend war. als Bischof Heinrich von Bamberg am IS 10. 1252 dem dortigen Stifte dessen von seinen Vorfahren erthcilto Freiheiten bestätigte. Derselbe bezeugte ferner zu Linz am 1. 7. 1204 einen zu Gunsten des Klosters Gurstcn lautenden Gerichtsbrief Chunrat's vou Sumeran, zu Steyr am 1. 7. 1208 einen Vergleich zwischen dem Abte Chnnrat von Gleink und den Lautcrbachcrn, Hartwich und Otaker, zu Znaim am 12. 6. 1209 die Privilegien-Bestätigung des Böhmenkönigs Otokar für das Stift Gleink, am 25. Mai des folgenden Julires. nun wieder zu Ens, einen Brief des Abtes Chunrat über eine Stiftnug des Albert Wolfstein, zu St. Florian ao. 127-1,- hier als .Dominus", — einen Bevers des dortigen Propstes und Conventes über den letzten Willen des eben genannten Wolfsteiner und schliesslich „in Castro Stirie" am 27. 1. 1275 im Vereine mit seinen Söhnen Ortolf und Ii einrieb deu Verzieht Poppo's von Grvnonbvrch auf dio Vogtei über die Pfarrkirche Hadershofen zu Gunsten des Klosters Gleink. Eine Urkunde des Bicher uud seines Bruders Marchart St., der sonst nicht mehr zu finden ist, ist offenbar verloren gegangen, aber sie wird uns in Erinnerung durch die Nachkommen erhalten, welcho ao. 1374 bestätigten, dass ihre „varvardern seligen Beicher der Stadler und Marchart sein prueder deu Got geuad und Bcicliers des Stadlers suen ans dem Wolfspaclr eine Stiftung zum Gotteshanse in Stadclkirchen errichtet haben. Wohl kommen die Taufnamen Marchart uud i.eichcr vererbt im Jahre 1334 wieder vor, aber an diese Zweiten als identisch mit den vorgenannten Stiftern ist nicht zu denken, einerseits weil sie als „Vorvordero" den Stadlern von 1374 zu nahe gestanden hätten, andererseits weil eine Abstammung vou Marchart II. und Richer II. nicht nachzuweisen ist, ja einer solchen Annahme Urkunden direct entgegenstehen. Es scheint vielmehr, dass sich bereits mit Bieber I. und seinein Bruder Marchart 1. das Geschlecht iu zwei Linien theilto, welcho Beide in der Pfarre Dietach, die erstere zn Stadelkirchen, dio andere zu Thann (in der Tbacn) hausten, wo gegenwärtig ebenfalls noch dio Spuren des alten Sitzes vorhanden sind. — Eicher I. hatte ausser den beiden schon genannten Söhnen Ortolf (1275 1290 uud Heinrich I (1274-1308), noch einen dritten Sohn, Otto I. (1298 1327 . — Ortolf, welcher zuletzt am 8. 2 1290 einen Vcrkaufsbrief Jan Ilsen 3 von Bor an das Stift St. Florian bezeugte, erscheint nicht vermält. .Hainrich der Stadlaer vnd der ott sin prvder"', sonst wiederholt theils vereint, theils einzeln auftretend, bezeugten am 17. 4. 1298 eineu Bevers Marchart des Schecken gegen Garsten und ao. 1300 einen Brief des Abtes Ulrich von Garsten über eine Seclgeräthstiftung der Geisel Preuhafin. Otto, der wohl der jüngste der drei Brüder gewesen sein diirfto, tritt zuletzt am 1. 9. 1327 in der Urkunde auf, womit Heinrich der Hncholzpcch dem Kloster Gleink sein Kaufeigen zu Schönbrunn. Pf. Seiteustotten, gegen den Mursehenhof vertauschte: er ist vcrmuthlich identisch mit dem Stadler „aus dem Wolfspaclr (bei Seitenstetteu), der als Sohn des Eicher zu der oben erwähnten Messe nach Stadelkirchen stiftete; auch Otto kommt nicht vermält vor. Dem Heinrich, seiner Hausfrau Alliaid und seinen Söhnen verlieh der Abt Offo von Gleink am 7. 7. 1308 das Gut „auf dem Eigen". — Dc-n vorgenannten drei Brüdern ist als Zeitgenosse noch ein vierter Stadler, Friedrich, zuzuzählen, der am 4. 5. 1317 deu Satzbrief Ortolf dos As-peck gegen das Stift St. Florian, den Sedelhof „in der Tenn" und eine Mühle daselbst betreffend, bezeugte; nach der bisher entwickelten Stammreihe dürfte dieser Friedrich ein Sohn Marcharts I. gewesen sein. In der nächsten Generation erscheinen Düring (1313— 1334), Hertneid (1312, 1329), Heinrich II. (1330 , Otto II. (1334. 1335), Marohart II (1834) und Bicher Ii. (1384), über deren bezügliche Vätor gegenwärtig keiuu Urkunden mehr sprechen, so dass über ihre Abstammung nur Schlüsse gezogen werden können, dio sich übrigens allein auf Heinrich IL und Otto II. zn erstrecken brauchen, da eben nur diese den Stamm fortsetzten. Deren beiderseitige Enkeln sind es. welche im Jahre 1374 Reicher I. und Marchart I. als ihre Vorvorderen bezeichnen. Heinrichs II. Enkel Otto IV. war .dor Stadler auf dem Aigen" wie dies Ennenkl aus einer Urkunde vom Jahre 1375 schöpfte; damit, d. h. mit der vorgenannten Verleihung des Gutes .an dem Eigen" ao. 1308 au Heinrich I. ergiebt sich die Abstammung Heinrichs IL als Sohn des Letzteren und Enkel Eichers I. Dies, nnd zwar be-rechtigterweisc, als richtig angenommen, muss Otto II. von Marchart I. als Enkel herkommen; die Stammreihc zwischen diesen boidon Letzteren wiirdo der schon erwähnte Friedrich als Vater vermitteln; Otto's II. Sohn Hoinrich III. war 1350 „der Stadler ans der Taenn". — Otto II. bezeugte im Vereine mit Dvrinch, Marchart nnd Itichcr den Stadlern am 21. 1. 1334 den Brief, womit Alram von Sinzcnbcrg zu Garsten ein Seelgeräth stiftete, und am 25. Ii. 1335 veräusserten Margareta, Friedrich des Ilager Wittwe, nnd deren Sohn Heinrich dem Otto zu Schmiding ihre Wiese auf der Ypff .boy Otcn dez Stadler wis." — Ao. 1880 übergaben Peter und Stephan Gebrüder dio Panhalm Hoinrich dem Stadler das von Ennenkl nicht näher bezeichnete Heiratsgut seiner Hansfrau Catharina. Dies die wenigen Urkunden, welche tiber Heinrich II. und Otto II. berichten. .An dem heiligen suubentag (24. 6.) 1357 stifteten Beicher und Hertneid, Chunrad, Hoinrich und Otto die Stadler mit der Hube „ilacz dem Waeinplcin in der Bcutt" Pf. Kronstorf, einen durch deu Pfarrer zu Tuedich (Dietach) in der Capelle zu Stadel für ihre Vätor Heinrich und Ott die Stadler, den Gotgcnad. abzuhaltenden Jahrtag. Es sind dcinuacli Bciclicr III. und Hartneid II. Söhne Heinrichs II., Chunrat, Heinrich III. u Otto III. Söhne Otto's II. gewesen. Von diesen hatten Heinrich III nnd Otto III. bereits am Lichtmcsstago 1354 eine Seclgeräthstiftung nach Dietach der beiden (eine Sense in ihrem Schild führenden) Sazzer, Turinch nnd Beicher. bezongt. Otto III. be zeugt'- ferner als .der erber Knecht" am 1. 11. 1307 einen dnrcli Wilhelm den ('hersperger nach Gleink gestifteten Jahrtag und widmete zur Kapelle Stadelkirchen ein Gut zu Hausinauing, Pf. Hargelsberg, wozu ihm Bischof Albrecht v. Passau d. d. Ebelsberg 8. 7. 1309 OBEKÖSTEREEICHISCHEB ADEL. 387 die Bewilligung ertheilte. Weiterhin kommt Otto nickt mehr vor. - Sein Bruder Heinrich III. siegelte als „Stadler aus der Taenn am Goorgitag l;läß den Brief, womit Wernhart der Steger, Niclas und Chunrat die Sinzendorfer ein Gut iu der l'farre Sierning dein Gottes-hanse „ze Stadel' gaben — Chunrat wurde der älteste au Jahren; er besiegelte am 22. 7. 1367 einen Verkaufs-brief Thomas des Prunucr au Chuurat den Poguer und urkundete noch im Vereine mit seinen nachbenannten Neffen ao. 1374, dann 1375 unter welch' letzterem Jahre und mit dem Titel „der erber vest Bitter" ihn Ennenkl vorfand. „An sand Juhannestag zo sunnwentten- 1374 erneuerten und bestätigten „Ott der Stadler und Marchart sein prueder und her Chunrat der Stadler und Perchtold der Stadler und Wilhalm sein prueder die stift und die gab", die ihre seligen Vorvordern Reicher der Stadler und Marchart dessen Bruder und Reichers des Stadler Sohn aus dem Wolfspacli „gestift vnd getan haben" und stifteten „zu dorn gotzhaws gen Stadolchirchen ain ewigew taeg-lichew mess unsern varvaderu saeligen und uns uud allen unsern nachchoemmcn ze hilf und ze trast" mit /.wei Weingärten zu Spitz und dem Dienste anf dem Gute „daez Choetterperg", Pf. Wolfern, Pierpuwui, Pf. Sierning. llaus-mauing, l'f Hargelsberg, von demijuto .in dem Erleich", Pf. Weistra, „auf dem Rews daez dem l'olcz, Pf. Hargelsberg, von dem Gute „Zwierner zn liaffoltstetten, Pf. St. Florian, von dem Gute „daez dem Marcharten an dem Lehen, vou der Wiudeui, ob dein Prunn, in dem Aychach, daez dein Holczereu", Pf Sierning. und in dem Teuffen-bacli, Pf. Ternberg. — Dieser Stil'tsbrief ist bereits oben zur Darlegung der muthmasslichen 1 lescendenz Reicher's I. und Marchart's I. erwähnt worden. - Die hier genannten Otto IV., welcher im folgenden Jahre 1375 als „Stadler aufsein Aigen" auftritt uud dessen Bruder Marchart III. sind wohl Söhne Beicher's III. oder Ilartneid's II., Enkeln Heinrich's IL und Urenkeln jenes ersten Heinrich .auf dem Eigen", dor ein Sohn Reicher's I. war. — „her Chunrat der Stadler- ist offenbar identisch mit dem vorgenannten Sohne Otto's IL, welch" Letzteren wir oben als Enkel Marchart's I. bezeichnet haben, so dass die in diesem Stiftsbriefe ausgedrückte Abstammung von Reicher I. und dessen Bruder Marchart aufgeklärt erscheint. Perchtold und Wilhelm waren Neffen des Chunrat, dio Söhne eines seiner beiden Brüder, Heinrich's III. oder Otto's III., wahrscheinlich des Ersteren, welcher sicher vcrmiilt gewesen ist und Descendenz hatto, denn zu Ebelsberg am 3. 4. 1859 hatte Meinhart der Waelhinger unter dem Siegel seines Sch wieger vaters Heinrich des Stadler im Vereine mit seiner Hausfrau Elspet bekannt, sich wegen der Wehre und der Bewässerung seines Hofes zu Wahling mit dem Bischöfe Gottfried v. Passau verglichen zu haben. Zu dieser Zeit, 1375. war Stadelkirchen nicht mehr im Besitze der Stadler uud bereits an die Chersperger übergegangen; Stephan der Chersperger v. Stadelkirchen kommt in dorn letztgenannten Jahre urkundlich vor. Aber gleichwohl hatten sich die Stadler die Erbvogtei über die Kirche vorbehalten, wio sie ferner auch noch Güter in der Pfarro Dietach inne hatten. Aus der zuletzt genannten Generation siegelte Otto IV., 1375 auf dem Aigen, am 26. 11. 1380 deu Verkaufsbrief Wolfgang des Frey an Heinrich den Kersberger, eine Hube in der Pfarro Sierning betreffend, und kommt weiterhin nicht mehr vor. - Seinem Bruder Marchart III., welcher mit Anna der Pehamin vermält war, gestattete Herzog Albrocht am 21. 1. 1384, dass er derselben zur Morgengabe und Widerlago dos Ileirathsgutcs den Hof genannt „im Schachen", Pf. Dietach, verschreibe. Lber eine etwaige Descendenz des Letzteren sind keine verlässlichcn Nachrichten vorhanden; vielleicht war Herr Jorig der Stadler, welchen Ennenkl mit dem Jahre 1400 erwähnt, des Marchart Sohn. Aus der Succession Otto's II. erkaufte der obengenannte Wilhelm ao. 1375 unter dor Zeugeiischaft der Brüder Ulrich und Lienhart v. Horbach von Chunrat von Moilleinstorf den Sitz Achleuten, wallsee'sches Lehen, bei Kremsmüuster, hatte denselben aber nur kurze Zeit in Händen, deun bereits zwoi Jahre, darnach, am 22.7.1377 verschrieb Wandelmuth Lehrwiller den halben Autheil davon ihrem Geniale Wolfliart dem Sinzendorfer. Auch von Wilhelm ist keine Nachkommenschaft mit Sicherheit nachzuweisen, aber immerhin mag sein Sohn jener Peter gewesen sein, welcher am 1. 5. 1417 dem Gotteshauso Garsten zwei Güter iu den Pfarren Neukirchen auf der Ipf und Sierning übergab. ■■ Perchtold der Stadler (1374 bis 1410), des Wilhelm Brnder, am 24. 4 1404 von Stephan dem Chersperger Oheim genannt, tritt zuletzt ain 2S. 12.1410 als Siegler des Briefes auf, durch welchen F'riedrich der I'ogner der Klendzeche zu Steyr eiu Lehen in der Pfarro Waldneukirchen verpfändete. lOr wur mehrere Male vermält, doch sind dio Namen seiner Hausfraueu nicht auf uns überkommen. Sein Sohu Lienhart (1417 bis 1441) scheint ausser der Vogtei über die Kircho zu Stadelkirchen keine ueiinenswertlieii Besitzungen iu der Pfarre Dietach mehr gehabt zu haben uud nahm lundes-fürstliche Dienste im Salzkaiiimcrgute. Er siegelte als .der edel Lienhart der Stadler. Pfleger in dein Ischellaud" am 7. 9. 1429 die Urkunde, mit welcher Jörg Beichenecker, dessen Hausfrau und Schwester au Oswald den Schaurecker ihr Burgrecht bei dem Salzsieden zu Hallstatt und ein Haus daselbst veräusserten, gab am 24. 5. 1430 unter dein Siegel seines Oheimes lürliart des Hiuterholzer das Gut „zu dem Doerüein" und die „Gevaterlin-Wiese, Pf. Ausfelden, nach Gleink zu einem Jahrtage fiir sich, seine Hausfrau, seinen Vater Perichtold sei., auch alle dessen Hausfrauen und Kinder uud fiir alle Stadler, lebendige und künftige, vertauschte ain 5.Octobcr desselben Jahres mit Clement dem l'onhalni einen Antheil an dem Hofe zu Aich, Pf. St. Valentin, gegen einen Theil von der Hube zu Piricharn, Pf. Kronstori und besserte iui Vereine mit soiner Hausfrau Dorothea kurz vor seinem Lebensende am 2. 12. 1441 dio Stiftung seiner Vorfahren zu Stadelkirchen mit Gütern in den Pfarren St. Florian und Valentin auf; seine Vettern Clement der Ponhalm und Jorig der Stadler. - dieser nur dies eino Mal genannt. — siegelten den Brief. Lienhart starb nach dem Todtenbuch von Gleink ao. 1412. — Sein Sohn war, wie dies zweifellos aus dem Auftreten desselben mit den Mühlwangern von Ginundeii hervorgoht. Erasmus der Stadler (1416 bis 1475), der ain 2. 5. 1446 Sprachmann in einem Streite der M ühlwanger, Caspar. Wolfgang, Stephan, Georg und Hieronymus gegen Stephan den Rot von Kromsock gewesen ist, am St. Audreastag 1460 den Stiftsbrief der Dorothea Seusen-eckeriu, «las Beneficium zu Ottsdorf betreffend, bezeugt hat, und welchen Ennenkl als Erbvogt der Kirche zu Stadelkirchen im Nenhauscr'scheii Archive zu Stadelkirchen in einer Urkunde vom Jahre 1475 vorfand, dio nach dem Wortlaute der bezüglichen Notiz zwischen Erasmus und Unland dein Pabenöder von Plucmaw errichtet worden sein dürfte. — Zn Pluniaw (Blumau im Mühlviertel) sabs hernach des Erasmus Sohn Bcruhart - Dieses Letzteren Zeitgenosse, vermuthlich Bruder. Wolfgaug, war ao. ISO.j schon verstorben, denn in diesem Jahre erscheinen seine beiden Böhne Hanns und Christoph unter der Gerhabschaft des Pankraz Kressling in einer Urkunde Bernhard des Stadler v Plueinaw, ihres Oheimes. Ausser diesen Beiden hinterliess Wolfgaug noch einen dritten Sohn Paul, später Dompropst zu Regensburg und Salzburg, und eine Tochter Apollonia, 1526 des Bartholomäus Panhalm Gemahn. Christoph kommt nicht weiter vor. Der Dompropst und sein Brnder Hanns veräusserten 1527 unter den Siegeln ihres Schwagers des Hanns llochencgkher zu Hagenberg und ihres Freundes Hanus Schifer zu Irnharting das Schloss Ehrneck in Nied.-Oesterr., wie sie dasselbe von 388 OBERÜSTERR EICHISCHER ÄDEL. 388 Elisabeth, des Jakob v. Hinterholz Wittwe, erkauft hatten an Wolfgang v. Oedt zu Gützendorf. Hanns ehelichte im letztgenannte Jahre Amalci von Ursenbach, des Hanns Ebmer Wittwe, nnd übergab derselben am St. Thomastage 1528 einen Schuldbrief über das empfangene Heirathsgut; die Ehe scheint kinderlos geblieben zu sein, denn der Dompropst Paul, welcher 1514 zu Salzburg starb, vermachte all' sein Gut in Oesterreich dem Vetter Gregor St. vou Plumau. Bernhart Stadler v. Blumau, (1498, 1505), bereits oben als Sohn des Erasmus bezeichnet, war erst mit Armenia. des Jürg von Krottcudori Tochter verehelicht und hinterliess die zweite Gemalin Sophia, Tochter des Georg Leininger (Laiming?) als Wittwe; diese vermälte sich darauf, Dienstag vor St. Martin 1524, mit Christoph Ferner zum Schachen. Vou den Kindern Bernhart's wurde die Tochter Barbara 1532 mit Martin v Hoheneck getraut; der Sohn Gregor, am 4. 5. 1532, im Jahre 1554 uud am 28. 5. 1550 urkundlich anf Blumau gesessen, starb ao. 1559 als letzter Mannessprosse seines Geschlechts und liegt mit seiner Gemalin Kunigund Messcnböckin und Tochter Katharina in der Pfarrkirche zu Kirchbarg u. d. kleinen Miihel begraben. — Der vorgenannten Barbara Tochter, Ergina von Hoheneck, erbte Blumau und brachte dieses wio auch den Schild der Stadler ihrem Gemalu Georg Neuhauser v. Kutting zu. — In die vorstehend geschilderte Staiumrciho konnten zwei Zeitgenossen Bernhart des St. mangels bezüglicher Urkunden nicht eingereiht werden. Andre und Sigmund die Stadler, welche, wie Höh. berichtet, ao. 1459 in einem Lehensreverse des Erasmus Hohenfelder erscheinen sollen, und von denen Sigmund. 1478 schaunberg'schcr Pfleger zu Stauf und mit Barbara Paulstorfer vermält, am Pfingst-dienstag 1515 starb, worauf er zu Pupping begraben wurde. — Andre, — Holl, schreibt ihn „zu Piperbach", — vermälte sich angeblich mit Anastasia Albrechtsheimerin, erhielt d. d. Wien 5. 3. 1404 l'ür eine Darlehenssumme von 200 Pfund von Wolfgang v. Wallsee pfandweise die Fisch-weido genannt „der Gang- im Lundgericlit Oberwallseo und soll 1480 gestorben sein. — Hanns Stadler zu Piberbach war mit einer Dorothea verehelicht; dessen Tochter, des Hanns Chersperger v. Stadelkirchcn Wittwe, wurdo 1532 zu Stadelkirchcn von den Türken ermordet, dio bei dieser Gelegenheit auch das Schloss und die Pfarrkirche zu Dietach niederbrannten. (U -B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc.-Carol.; k. und k. Hans- Hof- und Staatsarchiv; Ennenkl's Collect, geneul: Annales Styrenses v. Preuen-huber; Strnadt-Velden; H.; B.-M.) Nliiinrtl. (Taf. 99). Wappen: Aufspringender Steinbock. — Gekr. Hehn: der Steinbock wachsend (Nach dem Originalsiegel des Johann Christoph staindel un dessen ob der Ens'schen Landmnunsuhul'ts-Reverse d. d. Linz 23. 3. 1655; Landesarchiv Im Jahre 1655 reichte Johann Christoph St. ein, unterm 16. Januar pracs. Gesuch um Ertheilnng der ob der Ens'schen Landmannschaft ein, beriet' sich darin auf deu Umstand, dass er dieselbe seit acht Jahren vergeblich zu erlangen trachte, dass sein Vater meist in diesem Lnnde gewohnt, schliesslich sein Leben in kaiserlichen Diensten beschlossen und ihn, den Bittsteller, mit schweren Unkosten un den Universitäten erzogen habe, damit derselbe seiner Heimath Oesterreich ob der Ens „angenehme und schuldige Dienste1' leiste. Seinen Adel bei dieser Gelegenheit nachzuweisen, unterliess Johann Christoph St. Er wurde neuerlich abgewiesen, legte aber bereits im nächsten Monate wieder ein gleiches Ansuchen vor, das nun unter dem 19. Februur desselben Jahres durch die Auf- nahme in den jungen Bitterstand erledigt wurde In der von dem Einnehmer Joli. Bapt. Kunitz ausgefertigten Quittung über die erlegten Taxen ist der neue Landinann „der wohledle gestrengo Johann Christoph Stuindl von Plesseiiödt" genannt. Derselbe kaufte als kaiserl. Forstmeister vou dem eben erwähnten l.audschaftseinnehmer Kunitz bald darauf das Schloss Litzlberg im Atersec, worauf ihm im Hinblicke auf die Erwerbung der Attest, dass er mit 10 Pfund Herrengiilto bei der Landschaft eingelegt sei, unterm 1. 2. 1657 zurückgestellt wurde, veräusserte aber bald darauf, c. 1664, den Besitz au Elias von Secan. — Er hatte Bich, luut seiner Anzeige an die Stände um 21. 1. 1659 mit Cacilia Margaretha Castnerin v. Sigmundslust zu Traunegg vermält. — Der Descendenz desselben gehört vermutlich jener Budolf Staindl v. Plcs-senet an, welcher gegenwärtig als pensionirtcr kaiserl. ottomanischer Botschaftssekretär zu Wien IcLt und dessen Tochter Gisela in der griechisch-orientalischen Kirche zu Wien am 16. Juni dieses laufenden Julires 1889 mit dem Dr. Jon v. Kalinczuk, Arzt zu Schönlinde, getraut worden ist. Im k. k. Adclsarcliive findet sich nnr die Anmerkung über die Aufunhmc des Jobann Christoph St. unter, die ob der Ens'schen Landständc vor. (Akten im Landesarch.; k. k. A.-A.; R-M.; IL; Vermülungsanzcige in den Wiener Tagesblättern vom 16. 6. 1889). Stal. (Taf. 100.) Wappen: Durch eine gestürzte silberne Spitze von Gold uud Both gespulten — Kleinod: Niederer rother Hnt, die breite Krempe mit einem, rechts goldenen, links rothen Hörnerpaare besteckt. Decke: roth-golden. (N. S. f bayr. Geschlechter, wo dem Kleinode ein Hclmsiegel des Chunrat St., 1320, zu Grunde gelegt ist. Friedrich St. führte 1393, nach einer Siegelskizze in Ennenkl's Collect, geneal., denselben Schild und am Helm die Hörner, aber ohne Hnt. Nach Gronenberg und der ob der Ens'schen Matrikel erscheint der rothe Hut silbern gestülpt, die Decke rechts roth-golden, links roth-silbern.) Die ursprüngliche Heiuiath der Stal (Stol, Stahcl, Stachel) ist zweifellos das Jnlbachcr Gebiet aiu linken Inufer Braunau gegenüber, gewesen. Sio treten von Anfang au unter d.-ii Schaunberg'schen Dienstmannen, vorzüglich iu Ranshofcncr Briefen, aber auch in Urkunden der Klöster Buitenhaslach, ßeichersberg und St. Nicola auf. In der Folge verpflanzten sio sich weiter hinoin nach Bayorn, in die Gegend von Landau a. d. Isar, wo sie auf Stacheleck bei Münchsdorf a. d. kleinen Vils und auf Mannors-torf. I'f. Landau, sassen und das Erbjäger- und Erb-küchcumcisteramt von Niederbayern inne hatten. — Nnr vorübergehend wurde die Veste Piberstcin in Oesterreich ob der Ens erworben. Um das Jahr 1170 bezeugten „Kudpcrtus et frater eius Stal- einen Brief des Herrandns dcHusrncko, womit dieser durch dio Hand des Erkonbertus do Hagenowe den Hof Lutingen zum Pankrazaltare in Hanshofen gab. Der hier mit dem Taufnamcn nicht uäher bezeichnete Rruder dürfte vielleicht jener gleichzeitige Heinrich oder Porchtoldus stalo gewesen sein, welch' Letzterer c. 1180 eine Tradition des Ulrich v. Pollcuheiin nach St. Nicola, dann zu Neuburg 2. 6. 1195 den Brief bezeugte, womit Berthold Herzog von Dalmaticn und Markgraf in Istrien dem Kloster Bcichcrsberg die Mauthfrciheit bei Neuburg bestätigte. Heinrich St. bezengto gleichzeitig mit llud-portus. in der Reihe nach diesem, zwischen 1172 und 1182 den zwischen dein Abte Ulrich vou Kremsmün-ster nnd den Schaunbergern wegen Gütern zu Lconbach geschlossenen Vertrag. OBERÜSTElIBEICHISCilER ADEL. 389 Ob Ortolfus, Wernborns und Wernhardus Stale, welche nm 1190 in einer Tradition des edlen Vdelschalc v. paz-richesdorf nach St. Nicola erscheinen, dieses nämlichen Geschlechtes waren, vermag icli nicht zu entscheiden; dagegen gehören Wolfram 1. und Wolfram II., — beide c. 1190 Zeugeu einer Tradition des edlen Foto von Fussingen nach St. Nicola — dann Bupcrtusll. sicher hierher. Letzterer erscheint zuerst im Jahre 1196 in der Aufschri'ibnng über dio Stiftung des Klosters Formbacli als „Hubertus stal junior", bezeugte zu Grauiastetteu 6. 7. 1209 die durch den Bischof Manegold v. l'assau erfolgte Bestätigung eines zwischen dem Passauer Canoni-ker Tienio und Bndiger Piber abgeschlossenen Tausch-vertragcs, zu Ens 8. 8. 1212 und zu Wien 16. 6. 1213 die durch Herzog Linpold v. Oesterreich dem Kloster St. Florian ertlieilte Befreiung von der weltlichen Gerichtsbarkeit und zuletzt um 1220 eine testamentarische Scel-geräthstiftung des Wichard v. Purchstctten nach Hanshofen. — Der nächsten Generation gehört Bndolfus Stal an, der um 1280 Zeuge einer Stiftung der Gebrüder von Hauhnperch nach Banshofen war, und Wolfram (III.) dictus Stal, welcher zu Burghausen 28. 7. 1246 die durch don Graten Chunrat v. Wasserburg dem Kloster Baiten-haslach ertlieilte Befreiung von der Mauth zu Viechtcn-stein bezeugte. Chunrat 1. (1272—1301) bekleidete ein schaunberg'-sches Burgamt zu Julbach und erlangte die Bitterwfirde; er bezeugte als „Chunrat Stal von Julbach' zu Schauuberg 25. 2.1284 die durch die Schauiiberger dein Kloster Aldersbach ertlieilte llauthtreihcit bei Aschach, wird in einem Briefe J aunsens und Otto's von Bor d. d. Burg-liausen 5. 6. 1290 au das Stift Hanshofen „miles" genannt und bezeugte zu Kremsmünster 22. 1. 1299 als „Herr Chunrat der Stal von Julbach" eine Erklärung des Jans von Bor über den Umfang seines. desBorer, Vogtei-rechtes über Bansholen; am 28. 1.1292 bekannte dor Propst und Convent des letzteren Stiftes, dass „der erberig man Her Chunrat der stol von julwach" zehn Pfund Bcgens-burgor Pf. ,zo stevwer an vnser freivug datze aschach" gegeben habe, und dass dafür fiir ihn, seine Hausfrau Elspet, seine Vorderen und Nachkommen ein Jahrtag gehalten werden würde. Diesen Brief bezeugten Wolfram IV.) und Budolf (II.) Stal. — Dio beiden Letzteren werden von Wig. Hund nicht als Söhne Chunrat's genannt, wohl aber Chunrat IL auf Stacheleck und Wannerstorf. - Die Mauthbefreiung dos Klosters St. Veit a. d. Bott durch die Schannberger bei Aschach, d. d. St. Veit 24. 7. 1301 bezeugten Herr Chunrat Stal nnd Conrad der jung Stal. Auch Letzterer nennt sich „zn Julbach" und zwar am 20. 4.1311 als Wernhart v. Schauuberg und seino Brüder dem Kloster Baitenhaslach die Capelle zu Särling verliehen. Er soll noch 1350 am Leben uud mit Adolheit von Trenbach vermält gewesen sein. Nach Wig. Hund waren Hanns, Albrecht, Chunrat III., Ulrich, Friedrich I. und Elspet seino Kinder; eine zweite Tochter, dio Adolheit. blieb dem vorgenannten Autor unbekannt. Dieselbe kaufte am 21. 1. 1344 von Dietrich dem Schifer einen Hof zn Pernau und eino Mühle zu St. Marienkirchen in der Palsenz und gab am 24. 6. 1350 .mit irr besten vrewnt rat vnd mit irs brueders F'riodreichs des Stals gutlichem willen" ihren Hof zu Mitterpernau zu einem Seelgeräth nach Wilhering. — Hanus St., Jägermeister und 1373 Herzogs Stephan des Jüngeren Kammernleister, bezeugte 1392 das erste bayr. Landschal'tsbiindiiiss,- W. Hund wusste nicht sicher. o"b er mit dem vorgenannten Sohne Clmnrat's IL identisch sei. Des Letzteren anderor Sohn Friedrich (1343—1393) zu Stacheleck und Wannerstorf, auch zu Mflnchdorf, das ihm Graf Heinrich von Ortenbnrg ao. 1380 verpfändete, war zu Passau 12.4.1357 Spruchmann hei der Festsetzung der Summe. fiir welche Chalhoch v. Valkenstein dem Bischöfe Gottfried seinen IV. 5. Antheil an der Veste Banariegl abtreten sollte; er ist bei diesem Anlasse als Stadtrichter zu Eferding bezeichnet, wo er einen Thurm bei der Schranno besass, den er am St. Veitstag 1367 im Vereine mit seiner Hansfran dem Grafen Heinrich v. Schaunberg veräusserte. Ao. 1388 erlangte Friedrich von Herzog Albreclit dem Jüngeren eine Bestätigung des ihm durch Berzog Albrecht den Aeiteren verliehenen Erbküchcnmeisteramtes von Niederbayern und erkaufte als Pfleger zu Landau im Jahre 1893 von Wolfgang Asciiauer (v. Hohenaschau), dessen Oheim er war, dio Veste Piberstein im Miihlviertel, die er auf seinen Sohn F'riedrich II., Pfleger zn Hilgartsberg (Gerichts Vilshofeu), vererbte, welcher dio Burg jedoch 1406 an Heinrich v. Puchberg veräusserte oder wahrscheinlicher vertauschte, denn im nämlichen Jahre übergab ihm dieser das Schloss zu Oberpöring (Pf. Ettling im Gerichte Osterhofen). — Friedrich II. scheint keine Deseendenz gehabt zu haben. - Seine Schwester Beatrix vermälte sich in zweiter Ehe mit Gebhart v. Chamer (f 1421); den bezüglichen lieirathabrief hatten 1411 der Beatrix Vettern Friedrich III. und Hartlieb die Stachel bezeugt, di« wohl zur Succession eines 20 war Salomen Stängl Marktrichter zu Peuerbach und daselbst Besitzer des Hauses, „im Griin-tlial" genannt. — Ob er den Stängl v. Waldonfels zugo-hörte, ist mir unbekannt geblieben; möglich wäre es immerhin; unter deu Letzteren kommt ein Jakob nnd ein Isaak vor, warum sollte nicht auch ein Salomon zu den ihren gezählt haben. (Ennenkl's Collect geneal.; Holl.; meine Artikel: Premser und Marschall v. Beichenan in diesem Werke; B.-M.; Strnadt-Peuerbach.) gterhemberg. (Taf. 100, 101.) Wappen: I. Getheilt, oben ein wachsender Panther. (Nach dem Originalsiegel des „Gvndachrus de Steinpacli" ; Gundacker III.; an dein Briefe d. d. St. Florian 1. 12. 1240, womit derselbe der dortigen Propstei eine Hube bei Asten schenkte; Legende: S. Gvndachori de St.rchen-bercli. Das vorstehende Siegel ist nnter den gegenwärtig vorhandenen das älteste. Stiftsarch. zu St. Florian \ — II. Im Wolkenschnitt gespalten. (Nach dem Originalsiegel Gundackers V. von storchinwerch au dem Briefe d. d. 1300, womit derselbe den Ulrich v. Weidenholz mit dem Hofe zu Weidenholz belebute, welchen chvezil v. wei-dinholz aufgesendet hatte; k. u. k. Haus-, Hof- u. Staatsarchiv). — III. Im Eisenhutschnitt gespalten. iNach dem Originalsiegel des vorigen Gundacker V. an dem Briefe d. d. 25. 3. 1301, womit derselbe dem Ulrich v. Weidenholz gelobte mit der Ansiedlung daselbst, die dieser von ihm zu Lehen hat, keine Verändernng vorzunehmen; k. und k. Haus-, Hof- u. Staatsarch. — Das zoitweiso Anfgeben des Stammwappcns durch Gundacker V. ist unaufgeklärt; schon im folgenden Jahre wieder führte er den nachstehenden Schild). — IV. Getheilt; oben der Panther wachsend, unten damascirt. (Nach dem Originalsiegel Gundackers V. an dem Briefe d. d. 1302, womit derselbe an Ulrich v. Weidenholz ein Lehen an dem Parz bei Schönau verlieh, welches des Friedrich v. hvngerperig Hausfrau aufgesendet hatte; k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarch.). V. Schild wie vorhin. — Kleinod: Zwölf Pfeile mit ihren fächerartig aneinander gereihten Flitsclien anf dem Heimo befestigt. (Nach dem Originalsicgcl Bu-ger's II v. St. an dem Briefe d. d. St. Florian 5 2.1323, womit derselbe und sein Bruder Gundacker V. ihr Eigentum an dem Hofe zu Oberlorch zn einem Seelgeräth nach St. Florian gaben; Stiftsarch. zn St. Florian. Vielluicht wären die Flitsche am Helm besser als Köcher anzusprechen in deren jedem ein Pfeil (allerdings vorkehrt) steckt). - VI. Getheilt, oben ein wachsender gekr. Panther. (Nach dem Epitaph Hannsens III. v. St., + Samstag vor Pfingsten 1474, in der Pfarrkirche zu Hell-monsöd). — VII. In Silber aus rothem Schildcsfusso wachsend ein aus dem Bachen feuerspeiender, blauer Panther. — Gekr. Helm: Der Panther wie im Schild. Decke: blau- silbern. (Nach Grünenberg im N. S. Hoher Adel). — VIII Von 8ilber und Both getheilt; oben ein wachsender. fenerspeiender. gekr. blauer Panther. — Gekr. Helm: Der wachsende Panther wie im Schild. Decke: blau-silbern. (Nach dem Epitaph zu Hcllinonsöd, Panl Ja-kob's (L) Herrn v. St. (f 0. 3. 1500), Erasmus' I. Bruderssolin: die Tinctureu nach späteren Starliein-berg'schcn Wappen ergänzt. — Dass der Schild in vorhergehenden Zeiten auch in anderer Weise tingirt wurde, wie solchos Schwerdling nngiebt, wäre wohl möglich , ist jedoch nicht zu erweisen. Ebonso ist die, von dem vorgenannten Autor citirte Sage, K. Friedrich III. habe Hanns III. v. St. gestattet den Panther „halb mit einer rothen Decko zn belegen", womit natürlich nnr die untere rotho Schildeshälfte gemeint sein kann, eine Fabel; der Schild kommt getheilt schon ao. 1240 vor, wie dies ans dem Wappen I ersichtlich ist. Desgleichen ist Hohenecks Meinung, dass der Panther erst zu Kaiser Maximilians 1. Zeiten fenerspoieud aufgekommen sei, eine irrige, denn schon auf dem Epitaph der Elisabeth v. Hohenberg, f 1418, der Gemalin Gundackers IX., in der Kirche zu Hellmonsöd, erscheint der Panther Boicher Weise gebessert. Diese Darstellung wechselt jedoch iu den nachfolgenden Zeiten hänfig; auf dem Stein Hanns' III. ist der Panther gekrönt und nicht feuerspeiend, auf desselben zweitem Epitaph za Hellmonsöd mit dem falschen Todesjahre 1473 weder gekrönt, noch feuerspeiend; Bartholomäus Herr v. St. tf 1531) führt den Panther auf seinem Grabsteine zu Hellmonsöd feuerspeiend aber nicht gekrönt). — IX. Geviert, mit Herzschild; dieser von Silber und Both getheilt. oben ein wachsender, ans Rachen und Ohren feuerspeiender, gekr., blauer Panther. 1 von Roth uud Silber gespulten. Im von Silber und Roth fünfmal getheilten 2. Felde ein blaner Sparren. 3 iu Gold eine aufrechte, dreimal gewundene, Bchwarzc Schlange. 4 in Roth ein gestürzter, silberner Anker mit silberner Querstange und durch den Ring gezogenem Tau. — Drei gekr. Helme: 1. Von Silber und Roth iibereck geteilte Hiefhörner mit ineinander geschlungenen Umhängschnüren. Decke: roth-silbern. 2. Der Panther wie im Schild, jedoch iirs Visier gestellt, mit dem Hanpto rechts gewendet, der Hals mit drei Pfaueufederu besteckt. Decke: blau-silbern. 3. Wie das 2. Feld bezeichneter, geschlossener Fing. Decke: roth-silbern. (N. S. Hoher Adel. Nach dem Diplome d. d. Angsbnrg 23. 7. 1559, womit Erasmus I. die Genehmigung zur Vereinigung seines Wappens mit jenem der erloschenen Grafen v. Schaunberg erhielt; der Rückschild entspricht nicht vollkommen dem von den Schaunberg geführten Wappen). — X. Wie vorhin. Das 3. uud 4. Feld des Rfickschildes ist gewechselt. Die Hörner des ersten Helmes sind nicht geteilt. (Nach dem Hellmonsödcr Epitaph Heinricli's Herrn v. St. (f 23. 12. 1575), in Tinctnren ergänzt nach dem Schann-berg'sehen Wappen anf Tat'. 8ä). — XI. (1680i Goviort mit Hcrzschild. Dieser getheilt; oben in Silber ein links-gekchrter, wachsender, feuerspeiender, gekr. grüner Panther, im liuken (1) Fang ein lorbcerumwnndenes Schwert im rechten einen Türkenschädel haltend; unten in Roth die goldene initiale L, darüber die Kaiserkrone Bcliwobend. 1 von Silber und Bot gespalten. Im von Silber nud Roth fünfmal getheilten 2. Felde ein blauer Sparren. 8 in Roth oin schräg gesenkter, natürlicher Anker mit Querholz nnd Ring. 4 in Gold eine anfreehte, einmal geringelte, gekr., blaue Schlange. — Mit fünf Pfauenfedern besteckte Laubkrone, aus welcher eino Mauer hervorgeht; aus derselben wächst der Schildcspunther vor dem mit einem goldenen Patriarchenkreuzo besteckten Wiener St. Stephansthunnc, welcher links von einem goldenen, aufnehmenden Mond nnd oinem in dio Höhlung des Letzteren eingeschobenen, achtstrahligen, goldenen Sterne beseitet ist. (K. k. A.-A. — Dieses .gebesserte" Wappen entzieht sich jeder heraldischen Kritik;. — XII. (Fürstliches 1765) Ge- UBERÖSTEBHEICHISCHEK ADEL. 391 viert, mit silbernem Herzschild aus dessen rothem Schildes-fuBse der Panther wie bei XI., jedoch blau uud rechts gewendet, wachst; im rothen Fusse das goldene L von der Kaiserkrone überhöht. Bückscliili wie vorhin bei XI, jedoch im 1. von Silber und Both gespaltenen Felde eine Festungsmauer (die Bastei von Wien), aus welcher der Stephansthurm hervorgeht; dieser mit einem gekr. schwarzen Doppeladler, letzterer mit einem goldenen Patriarchen-kreuze besteckt; den Thurm begleitet rechts ein abnehmender Mond, zwischen dessen Spitzen der Stern eingeschoben ist. — Fürstenhut und Mantel. (K. k. A.-A. — Auch dieses Wappen entspricht ganz dem vollständigen Niedergange aller Heroldskunst im XV1U. Jahrhunderte. Der Fohler, die Heldenthaten Ernst Büdiger's im Schaun-berger- statt im Starhemberger-Schild zu verewigen, ist bisher nicht verbessert worden, wie nicht minder der Wurm der Fettauer, den dies Geschlecht stets schwarz und nie gekrönt geführt hat.) — XIII. (Gräfin Caroline Leopoldino v. Starhemberg, 1855.) Getheilt. Gben der.Schild vom Jahre 1Ü8Ö wie bei XI. Unten der fiirstl. Kamiic-Bictberg-Questenberg'sche Schild wie Taf. 43. — Vier gekr. Helme, zwischen dem 2. und 3. dio Krone sammt Mauer, Panther und Thurm vom Jahro 1080 eingeschoben. 1. Wachsender, gekr. goldener Löwe. Decke: roth-silbern. 2. Blauo Boso. Decke: roth-silbern. 3. Geschlossener, schwarzer Flug. Decke: blau-golden. 4. Wachsender, gokr., schwarzer Löwe (oin Bär wäre gerechtfertigter gewesen). Decke: blau-golden. (K. k. A.-A., nach der Bestätigungsurkunde d. d. Wien 27. 10. 1855, womit dio Gräfin Caroline I.eo-poldinc von Starhemberg, des Alojs letztem Fürsten von Kannic-Bietberg-Questenberg Tochter, die Genehmigung zur Vereinigung des Starhcmberg'sclion und fürstl. Kauuic-schcn Wappens erlangte.) Der Ahnherr dieses, unter den gegenwärtig blühenden Geschlechtern ältesten und vorzüglichsten Hauses im Lande ob der Ens, ist jener Gundacker, welcher in der Zeit um 1150 das erste Mal unter der Bezeichnung „do Steinpach* und „de Styria" auitritt. Die Sago, welche mit schmeicholndom Mnnde die Wiege dieses Ersten auf die Stufen eines herzoglichen Thrones stellt, und, wenngleich seit etlichen Jahren anl's Haupt geschlagen, bis heutzutage in Büchern und Schritten und den Conterfei's der Eferdingor Ahnengalerie ihr leichtfertiges Weseu treibt, muss vor «lern nüchternen Wortlaute alter klösterlicher Pergamente zurücktreten, die uns diesen Gundacker nicht als einen Spross, sondern als einen Dienstmann der Steyr'schon M 8 §f o l— I VJ 'S TS 53 .S iE o a O M «f ■r- '5 < 1 ■S e 2 . w o „ oo ,3 —I ■O I-I -T o CS 3."3 ■BH » «9° H SS r — i?-09 . SO II 'S* -3 K ■a 8 g . J S « ■ Im J 300 .2 i-e s £ * 5 1° 2 "a a 3 = ö > eo a rr I g s K E" Tl •eoe oi CS N —■ V J= .12 B > T k 5 I 2 ü «Hja ß-l -M < . SS Ol I SO r-l ® C? CO ** § g 1 s CS s H . . t- h 13 » s o I « a 0 JS g _ w ja es äs.. n 1 ■s < US r® > — ö.-s 11 CS — a is i£-3 ii = = ■g fci rH ö —. ai _ » rH js ja 53-3 ,3 «r S«8 ö 3 r a ^ 3.2 3 i " TS f- = S OPH.S •a a s te 'S? Li SO 17 — o .3« 3 a C5 J äs 71 S -= . J- o - —' | g O > Id S — ZJ fs 5H > t« o SO JS T3 e> ^ -r p so a« >-i ^ -5 0« "2 o® a > o 0 . os CS -I-— : J sa c3 g 3*3 a «SS S Mo »Je s a - 2 ü3J SC— J3 .ä a" J3 a ä +: S -a.S.3 43 o sc S l-. » . GJ CS 00 . hl 0 i-> n ^S S !|Jj m gä'o «j g ä ■ P^ „ JS g -2 E? c M .- S ili SiO 'S S ^ "3 I .3 <» h h43 . O B0 TH -S'sa s Bsj i-3 ^H a C) fc, 'S V -^ «-! . a s sa ^ OH g " & "■H (! 1. S er 0 bD < c-i 'S 3« 1 » »w a ia r — Bn a # tr. 00 Js-i s Sh^ CS t- S ^ 00 a» « 3 S!S 0 S- O 0 rH N rH 9 zt » 'S -■g . o bt^"1 l. In S 0 ■sa «09 35 0 a N Ä CS II MO -5 o ö -S CI r—t •aa X ..s 0 - > S N j 9 2 S ' SS =1-= apoci - c slagJa .-J-t 3 „ J** '-< «.3 2lg i S-Spq Ärl 3 s» 0 ^ M 0^29 a 1 2 a".2 §1 - -H-^ 5-°. Efg. ta st».». " o . „ a a a ja ^sS« SS sc M a o » . — i« • "BS H1«! 3 Ii a ajs Bit, g> Ss'l'sst^g^ 3 -1-gg JS? ^IJWJSäS m 3 > 33 S w w s — ai ix. ii 5 ö -O^tiM !2 — oa f-g-S-S^fS-ij wgg B " eiS = i ISi i s i « . 1 CG M E - > 0 B-3 c g N 0 2 tV 35 t» ^ .S o 'S Mg" > r ^ 2 ca m i" 0 c 1 ssl'JI-sad ss ©^"^"ti.S SITH SP 6) •5 S j: g 0 0 CS " 0 S M CS es 0 a ■rt B a < _ -- Pl IQ 0 i—. CS /—, a i-i M ^ M tr 0 ■S.2 ■F ö" 0 ^ !• "> IM r-1 gw CS s t, . "* ODO s s -I- . -J= "-oo i-i a l-J -1- «3 _ r 0 > CS k. Ja P g --03 ? SS "d 3 0 M H OBERÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. 393 Zu I'assau am 30. 6. 1198 wurde Gundackerius (II.) de Styria von dem Bischöfe Wolfker mit der Veste Wild-berg belehnt; der Sohn Gundacker III., welcher sicli in seinem Todesjahre 1264 seine Grabstätte zu Garsten wählte und dazu Güter am Kfirnberg gab, erbaute Starhemberg und gab auf die Bitte des Propstes Dietmar von 8t. Florian d. d. Ibenberch 15. 9. 1240 zum Seelgerätho für seine Eltern eine Hube zu Asten. Erst in diesem Briefe, — die von Wurmbrand citicrte Mauth-befreiungsurkunde Herzogs F'riedrich IL d d. 12. 11. 1236 für Gundacker von Starhemberg ist bezüglich ihrer Echtheit zweifelhaft, - kommt der Name -de Storichen-berclr zum ersten Male vor. Aus diesem Umstände, da ferner jener Gundachcr von Storchenberg, der am 2. 6. 1202 eine Admontcr Urkunde bezeugte, einem andern Geschlechte angehörte, sowie aus der Fassung der folgenden Stellen in dem unter Bischof Otto um 1260 angefertigten Begister der passau'sclien Besitzungen: -Tota uilla in Huntezzen et locus ubi dominus Gundachrus forum construxerat," — „item Castrum iu Storchunberck situm est in foro sive villa lluntezzeu", darf mit Grund geschlossen werden, dass die Erbauung dcB Hauses erst kurz vorher, daher kaum vor dem jähre 1230 unternommen worden war. Da sie auf passau'schem Boden. zu welchem das Dorf Huntassing gehörte, erfolgte, sahen sich die Starhemberger gezwungen, dio Veste vom Hochstifte zu Lehen zu nehmen, gleichwie sie sich bequemen mussten, sich mit dem Blutbannc von den Graten von Schauuberg belehnen zn lassen; ebenso erwarben sie in der Gegend von Geboltskirchcn, Lehen vom Hochstifte Bamberg, behaupteten aber dagegen mit Erfolg dio Eigenschaft ihrer übrigen Besitzungen, des Pramwaldes bei Starhemhcrg, der Höfe zu Bottenpach, Portz, Aifenanch u. s. w.; der Dienstadel der nächsten Umgebung, die Sinzinger, die Jörger zu St. Georgen, die Tutschenberger, die Alfnanger, dio Vatershcimer, die Stiller, etc. gehörten zu ihren Lehcnsleuten, ja es gelang ihnen sogar, die Weidenliolzer im Herzen des Schauubcrger Gebietes in ihren Lehensverband einzubeziehen; der Markt Ncnmarkt war ihnen nnterthänig, obwohl vom Schaunberger Gebiete umgeben. — Auch dio Vogtei über die Güter des Stiftes Soitenstetten am Hausruck und jene des Klosters Lambach beanspruchte Gundacker III. als Landgerichtsherr und übte dieselbe thatsächlicli aus, trotzdem ihm beide durch König Utakar, jene von Lambach zu Neuburg ao. 1251. abgesprochen wurden. Mit dem Stifte Seitenstetten verglich sich hierüber sein Sohn Gundacker IV. d. d. Seitenstetten 10.3.1275, wobei diesem dio Ausübung der Vogtei bei gleichzeitig zugesicherten Einkünften verblieb, nnd über dio Lambacher Vogtrechte erlangte Gundacker IV. im Lager zu Linz am 10. 10. 1276 eino bezügliche Bestätigung durch K. Budolf f., welcher andererseits aber auch dem Stifte Lambach d d. Wien 3. 4. 1277 die von den Babenbergern gewährte Vogtfreiheit erneuerte. Der darob zwischen Gundacker und dem Kloster entstandene Zwist wurde durcli Vermittlung Herzogs Heinrich .XIII. von Nicdcrbavern dahin beigelegt, dass Gundacker IV. zu Wels am 15. 7. 1277 gegen eine gewisse Entschädigung in Geld seinen Vogteirechten über Lambach entsagte. Derselbe übte auch die Vogtei über dio Güter des Stiftes St. Nicola im Landgerichte Erlach, wo er demnach mit der Gerichtsbarkeit durch die Schann-berger belehnt gewesen zu sein scheint, aus: d.d. 28.7. 1270 siegelte er den Erbrechtsbrief des eben genannten Klosters über den Hof zu Dürrenaschach (Pf. Petting) als Vogt, In der Erbtheilung der drei woltlich gebliebenen Sühne Gnndacker's IV.. nämlich Gnndacker's V . Kagers II. und des Johannes fiel die „pnrig ze Storiclmberch- an die beiden Letzteren, bezüglich, nachdem Buger seinen Antheil abgetreten hatte, an Johannes allein, worüber dieser nnd seine Gemalin Agnes v. VoUsenstorf die Bclehnung IV. 5. d. d. Ebelsberg 25. 5. 1S06 durch den Bischof Wernhart von Passau erhielten. Ihre Succession erlosch aber schon mit dem Sohne Weichart und Starhemberg gieng an die Deseendenz G undacker's V. über, dessen Solm G undacker VII. die Wittwe eines I'iber, Alheit. zur Hausfrau nahm. Welche zweifellos aus Landenberg'schem Stamme gewesen ist, denn der Brief, womit sie d. d. Wildberg 31. 7. 1319 für ihren zweiten Ehewirth Gundacker mit einem Weingarten zu Spitz in der Kapelle zu Kircbschlag eiu Seclgeräth stiftete, zeigt in ihrem Siegel den angeborenen Landenberg schen (Liechtcneck'schcn) Schild mit den drei Bingen: die Urkunde ist von ihrem Sohne erster Ehe Ortolf dem Pyber und jenem aus der zweiten, Gundacker VIII. v. St. bezeugt. — Des Letzteren Sohn Buger IV., welcher bereits d. d. Wien 30. 6. 137;"» dem Oheime Buger III. dem Älteren die Veste Lobenstein verpfändet, d. d. 24. 2. 1379 dem Abte Ulrich von Lambach den dritten Theil von den F'orsten dies- uud jenseits der Traun verkauft hatte, begab sich iu dem letzt-gedachten Jahre des ansehnlichsten Theiles seines reichen Erbes, indem er an Herzog Albrecht diu Veste Starhem-berg sammt dem Markte Haag, allen Zugehörungeu uud Zelienten im Starhemberger Gericht, daselbst auch seine passau'schen Lehen, dio bamberg'sclien Lehen am Hausruck, die Mondsecr Lehen im Tratnachthaie, seine Eigengüter : den Pramwald bei Starhemberg, den Hol auf dem Portz, die Höl'e zu Bottenpach nnd Alfnauch, ferner dio Vesten Weidenholz und St. J oergen, die Sitze „an dem Mos" nnd „in der Pewnt", ferner das Landgericht .und alle die Gericht dio zu der egenanten Vcst ze Starichcn-berch gehürent" und von den Grafen vou Scliaiinberg zu Leiten kommen, veränsserte. Der Brief, welchcr von seinem Vetter Herrn Bneger v. St. dem Aeltern, seinen Oheimen Herrn Heinrich von Wallsee, Hauptmann ob der Ens, Gundacker von Tannberg, Purchart von Wynudcn und Otto von Topel gesiegelt ist. war zu Wien am 23.8. 1379 errichtet worden, scheint aber nur eino neuerliche Beurkundung dieses Handels gewesen zu sein, denn schon am vorhergegangenen 25. März war ein Schiudspruch Heinrich's v. Wallsee und Weickhart's v. Winkel zwischen Herzog Albrecht und Bueger v. St. dem Jüngeren wegen des Kaufschillings der Veste Starhemberg erflossen; der Herzog soll auf Mitfasten 250 Pfund zahlen uud damit der schuldigen 500 Pfund lcdig sein. Den Stamm setzte Bueger III. der Altere, zu Wildberg und Lobenstein, durch seine Geinalin Anna, Eberhards v. Dachsberg Tochter fort, dessen Sühne < aspar I. und Guudacker IX. von ihrem Vetter Jörg v. Dachsberg (t als letzter Mannessprosse 30.6. 1423/ aus dem reichen Erbe dieses Geschlechtes die Vesten Dachsberg im Hausruckviertul und Arbesbach in Nied.-« »est. schon im Jahre 1107 erlangten, durch weitere Erwerbungen die Entäusserungen liueger's IV. in ausgiebigem Masse wettzumachen wussteu und. nachdem sie schon ao. 1396 vom Hochstifte Passau die Herrschaft Schönbichl a. d Donan in Nied.-Oest. erkauft, darin d. d. 26. August desselben Jahres die Veste Waldenfels sainmt dem Kirchenlehen zu Waldburg von den Herzogen Wilhelm und Albrecht zu Pfand genommen, auch hierüber d. d. Wien 17. 11. 1401 eine neuerliche Bestätigung erhalten hatten, zu I'assau 26. 4. 1411 von dem Bischof« Georg fiir 5000 Pfund guter wiener Pf -die vest Hyedegk mit aller Ircr Zugehörung gelegen in l'rcinstetor lantgericht und in Gallcn-newnkircker Pfarr. und den Markt Gallennuwnkirchcn und das Kirchenlehen daselbst und zn Helmansüd". dann die bischöflichen Zehente in den Landgerichten F'rcistadt und Machland an sich brachten. — Im nämlichen Jahre war ihr < 'heim Gundacker v. Tannberg ohne männliche Leibes-erben nur mit Hinterlassung zweier Töchter gestorben, auf welche die passau'schc Lehensbtrrschaft l'ührustein im Mühlviertel nicht vererben konnte, so dass dieselbe, wahrscheinlich auf Grund einer Erbeinigung, mit Gunst 99 394 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. des Bischofes au die Briider Caspar und Gundacker gelangte. — Dagegen hatten Caspar und dessen Sohn Jörg am Freitag vor dem Prechentag 139S an ihren Oheim Andre v. Polheim die Vesto Tegernbach : Lehen von Mon-see . das Landgericht dazu iSchauuberg'sche Lehenschal't), das Gericlit zu Grieskirchen (landesfiirstl. Lehen) und den Markt Grieskirchen verkauft. — Ao. 1421 brachte Jörg im Vereine mit seineu vier Brüdern von dem Vetter Wolfgang v. Schärffenberg die Vesto Sprinzenstein an sich die jedoch nicht lange in Händen der Starhembcrger geblieben seiu kann, da sie von 1128 an in keinem Thcil-bricfc mehr erwähnt wird. Dieselbe kam zweifellos um letztere Zeit an die Schärffenberg zurück, in deren ununterbrochenem Besitze sie bis Johannes v. Scharfenberg blieb, welcher Sprinzenstein ao. 1525 an Dyonisius Prauu verkaufte. Bis znm 7. 8. 1455 besassen Ulrich und Hanns III.. — welche iiu Vereine mit ihres verstorbenen Bruders Jörg Sohne. Caspar II., in die, Kudiger VI. durch K. Friedrich d. d. Neustadt Samstag vor Margaretha 1467 ertheilte Bothwachsfreiheit einbezogen wurden, wodurch sie iu den Herrenstand aufrückten, — die Herrschaft Pührnstein sammt einem Hause zu Freistadt, den Aemteru Grimbach und \\indhag. Wildberg, den Kirchenlehcn Hellmonsöd und Kirchschlag, dem Markte Hellmonsöd, Lobenstein, Amt Zwcttl nnd Ottenschlag, ein Drittel am Dorfe Steddorf n. s. w. gemeinschaftlieh uud theilten die Güter an diesem Tage so, dass Ulrich das Schloss Pührnstein sammt dem MaieThofe, das Kirchenlehcn zu Kirchberg uud zu Höflein, die Aemter Pührnstein und Steinaperg im Kirchbergcr Winkel, drei Weingärten zu Arustorf, das Amt zu Walichschlag. das Gut zu Rudmanstorf. das Haus zu Freistadt, die Aemter zu Grimbach und Windhag. den Wezlhof, etc.. — Hanns alles Uebrige erhielt. Die Pührnsteiner Linie, wozu Ulrich 14-:>7 noch den Sitz Liebeustein erkauft hatte, erlosch wieder mit seinen Söhnen, Ulrich. Gotthart uud Balthasar, welche sich im Vereiue mit ihren Vettern, den Söhnen HannscuslII. und mit Jörgens Sohne, Caspar 11. nm die Hinterlassenschaft Rudigers VI. am 1. 6. 1482 verglichen, an welchem Tage gleichzeitig auch Caspar II. den Söhnen Ulrichs I. uud Hausens III. Beinen Krbtlieil nach dem Vater gegen eine Leibrente abtrat. — Balthasar, der seine beiden Brüder überlebte, vormachte Piihrenstcin und Liebeustein mit Testament vom 24. 10. 1493 seinen Vettern BartlmB, Ludwig nnd Gregor; aber schon 1494 scheint Pührenstein im Alleinbesitze des Letzteren gewesen zu sein, der dort später. 1509, Im Vereine mit scinor Gemalin Hedwig von Bosenberg dio Filialkirchc- St. Anna am Steinbruch erbaute, dotirtc. und wo er anch begraben wurde. Das Datum auf seinem Steine daselbst, nach welchem er zu ßegensburg am Samstag vor Matthias 1515 gestorben wäre, ist jedoch falsch eingemcissclt worden; Gregor kommt noch am 12. 8. 1520 urkundlich vor und ist laut eines Briefes des Propstes l'eter zu St. Florian an Bartholomäus v. St. erst zu Anfang des Jahres 1522 heimgegangen. I'ührcnstoin und Liobenstcin kam um 1570 an die Harrach. Anf llannscuB III. Enkel Erasmus, bezüglich auf dessen Söhnen beruhte nach dem Ableben der zahlreichen Starhemberg'schen Mannessprosseu in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts und nachdem die Descendenz Johanns IV.. des Erasmus älteren Bruders, mit dessen gleichnamigen Enkel schon im Jahre 1570 erloschen war, der ganze Stamm. Am 25. 11. 1529 schloss Erasmus I. seine Heirats-abrede mit Anna Gräfin von Schaunberg und wurde durch diese im Jahre darauf vollzogene Ehe der eigentliche Begründer der Macht seines Hauses, welchem der grösste Theil des reichen Schaunbcrg'schcn Erbes zufiel, als der Anna Bruder. Graf Wolfgang, als Letzter des alt-ehrwürdigen Stammes am 12. 6. lö^O in die Ewigkeit hiuiibergicng, durch das zurückgelassene Testament den Wnnsch seines Vaters, des alten Grafen Georg, erfüllend. Dieser wollte laut seines aui 10.4. 1554 errichteten letzten Willens für den Fall des Erlöschens des Schaunbcrg'schen Geschlechtes die Kinder seiner Tochtcr Anna als Nachfolger der hinterlasseneu Güter eingesetzt haben, und in der Tliat ergriffen diese auf Grund der beiden vorgenannten lctztwilligcn Verfügungen sogleich Besitz, welcher ihnen jedoch nicht ruhig gewährt ward, denn in K. Ferdinand I. trat ihnen eiu mächtiger Rivale auf, der dem Erasmus wohl um 23. 7. 1559 das Schannberg'sche Wappen verlieh, aber von seinem Bruder Kaiser Karl V. schon am 9. 0. 1548 einen Anwartschaftsbriof auf die Schaunberg'schcn Reichslehen erhalten hatte, und welchem auch laut Befehles vom 2. 12. 1559 die Herrschaften Oberwallsee, Senftenberg und Frauenhcim, zum Marschall-arate in Oesterreich ob und unter der Ens und jenem in Steiermark gehörig, abgetreten werden mussten, denn die beiden dnrcli den Abgang der Schaunberg erledigten Erb-iimter konnten nicht an die Starheinberger gelangen, dio schon von ihres Ahns Zeiten her. des Bartholomäus, der neuen Lehre zngethan waren. Erst am 10.8.1572 wurde unter schweren Opfern oin Vergleich geschlossen, durch welchen die Boichs- und die österreichischen Lehen gegen Erlag von 45000 Gulden und unter Vorbehalt des Landgerichtes im Donauthaie und des Wildbannes den Scliaun-berg'scheu Erben verliehen wurden. Nun erhielten und nach einer am 8. 2. 1570 vorhergegangenen Theilnug die Söhne des Erasmus, der sich in zweiter Ehe mit der Wittwe seines Schwagers des Grafen Johann von Schaunberg, Regina geb. von Polheim, veriniilt und vou dieser nun auch deren Witthnin, dio Schannberg'sche Herrschaft Penerbach durch Verzicht erlangt hatte, die Herrschaften Schaunberg, Eferding, Mistelbach, Peucrbach und Erlach: den Töchtern und zwar dor Elisabeth. Gemalin Ludwigs von l'olhcim, der Anna, Gemalin des Freiherrn Georg von Dictrichstcin, der Barbara, damals in zweiter Ehe mit Hanns von Tscheruembl zu Sehwertherg vermält. und der Magdalena, des Bohuslaus I'opel von Lobkovic Hausfrau, fiel die Grafschaft- Schaunberg mit dem Markte Neumarkt zu, wclchcr bald jedoch ebenfalls au die Briider iibergieng. Nur die Herrschaft Stauf mit dem Markto Aschach und dem sechsten Thoilo an d.-r Maut daselbst gclangto nicht an die Starheinberger. sondern an Wolf von Liechtenstein zu Nicolsburg, einen Nachkommen der Gcnovefa von Schaunbcrg. Von den Söhnen des Erasmns begründeten Budiger VII. zu Schaunberg, Eferding und Schönpichl (t 5. 12.1582), Gundiikcr XI. zu Peucrbach (t 9. 9. 1585) und Heinrich zu Ricdegg, Wildberg und Lobenstein drei Hauptlinicn, von welchen die mittlere schon mit Gnndackcrs Enkel, Johann Guudaker, 1643 erlosch, nachdem dessen Vater Georg Achaz mit Einwilligung seines Bruders Johann Ulrich die Herrschaft Pcuerbnch au den Vetter Achaz von Hohenfeld zn Aistcrshcim verkauft liatto. Die III. Hanptlinie zerfiel mit ihres Stammvaters Heinrich (f 23. 12. 1571) beiden Söhnen Reichard und Erasmus IL in zwei Linien. Die Gerhabschaft dieser Beiden hatte am 29. 3. 15S8 von Gotthard IL v. St. der I. Hanptlinie die Herrschaft Schaunbcrg (Eferding) erkauft, die zufolge der Tlieilnng vom 1. 1. 1593 an Erasmns fiel, welcher hiezu unter dem 5. 3. 1620 von Peter Christoph von l'raunfalk das Gut Gstöttenau erwarb, wo er am 14. 7.1648 starb, nachdem er als eifriger Protestant, während des zweiten Bauernaufstände* tief in Schulden gcrathen, im Anfange des Jahres 1630 gezwungen gewesen war. die Herrschaft Eferding seinem Hauptgläubiger Franz Füll von Griemortshofen zu veräussern. Erasmus' II. Sohn, Johann Bcichard (f zn Szatmar 4. 9. 1661) kaiserl. General, beschloss diese Linie. OBERöSTERREIi 'BISCHER ADEL. Schaunberg und Gstöttenau giengen an die L Hauptlinie Reichard (geb. 1. 3. 1570, f 13. 2. 1613), der Begründer der vorgenannten 1. Linie zu Wildberg, Riedegg nnd Lobenstein, hinterliess diese Besitzungen seinem ältesten Sohne Heinrich Wilhelm (geb. 28. 2.1593 f 1675) welcher, der Erste aus seinem Geschlccbte, wieder in den Schoss dor katholischen Kirche zurückkehrte und so den Grund zu dem hohen Aufschwünge legte, den das Haus im Vollgenusso kaiserlicher Gnado nahm. Er selbst ward im Vereine mit dem ganzen Gesohlechte d. d. Wien 27. 2. 1643 in don Reichsgrafenstand erhoben, erhielt unter dem 24. 6. 1645 eine Bestätigung des Grafenstandes für Böhmen, 1047 das ungarische Indigenat, dann das goldene Vliess, wurdo 1057 geh. Bath und 1071, hoch an Jahren, Landeshauptmann in Oesterreich ob der Ens. — Hoinrich Wilhelm hatte keinen ihn überlebenden Sohn. Die Herrschaft Schwertbcrg im Machlaude sammt Windeck, Ponecken und Hart, welche ihm die erste Gemalin Susanna Gräün von Meggau zugebracht hatte, go-langte durch seine Tochter Maria Anna an deren Ehcliorrn Lobgott Grafen von Kuefstein und die Majoratsgüter giengen an seines Bruders Gundacker Sohn Bartholomäus (geb. 1025. f 22. 3. 1670' über, welchor zahlreiche Nachkommenschaft, darunter den berühmten Guido. Marschall und Deutsch-Ordensritter, erwarb. Des Letzteren Brüder Guudackor und Adam Maximilian begründeten zwei Acste. deren ersterer mit des Stifters Gundacker Ur-Ürenkel, dorn Grafen Alois am 5. 8. 1791 erlosch, worauf die Majoratsherrschaften Wildberg. Lobenstein. Auerberg. Biedegg, Auhof, Haagen und Ileichcuau in Oe. o. d E, Mühlgraben und Langenzersdorf in Nied -Oe. an den jüngern Ast und zwar an Adam Maximilians Enkol, den Grafen lindiger Josef Johann (geb. 1. 9 1742. 7 6. 7. 1789) iibergiengen, dessen Sohn Graf Johann Heinrich (geb. 16. 5 1774) diese III. Hauptlinie um 22. 4. 1857 beschlossen hat. Das Fideicominiss gelangte an dio I. Hauptlinio. Dieselbe theilte sich mit ihres Stammvaters Rüdiger (t 5. 12. 1582) Söhnen, Paul Jacob und Lndwig in zwei Linien. Gotthard, der Brnder dieser Letzteren, überkam durch die Erbtheilung vom 1. 1. lf>87 dio Herrschaft Schaunberg (Eferding), voräusserte dieselbe aber, dem Kriegswesen nachziehend schon im darauffolgenden Jahre an die Vormundschaft seiner Vettern Beichard und Erasmus II. der III. Hauptlinie. Er stritt tapfer iu kaiserlichen Diensteu wider don Türken, ward dann 1011 Landoberst in Oe. 0. d. E. nud als solcher, wie alle Zeitgenossen seines Stammes dor luther'schcn Lehre ergeben, im Bündnis mit den evangelischen Ständen arg compromittirt, nach der Schlacht am Weissen Berg gefangen und nach Linz überbracht, wo er (nach Preuenhuber) 1028 im Gefängnis endete. Sein Bruder Bartholomäus starb ledig 1004, die Descendenz seines anderen Bruders Martin (t 1620) erlosch schon mit dessen Söhnen. Aus der von Lndwig absteigenden Linie zu Albrechtsberg in Nieder-Oe.. überkam dessen jüngster Sohn Johann Ludwig Graf von Starhemberg (geb. 1616, t 29. 9.1666) nach dem Tode Johann Roicbards der III. Hauptlinie Schaunberg und GBtöttcnau und brachte zu Ende des Jahres 1600 von Soflo Freifrau Kletzl von Altenaich, Seb. Füll von Griemertzhofen die Herrschaft Eferding urcli Kauf wieder an das Gcsclilecht, veräusserte dieselbe aber kurz vor soinom Ableben 1666 an den Vcttor Conrad Balthasar, an dessen Nachkommen auch Schaunberg nnd Gstöttenau gediehen. Beides wurde durch Johann Ludwigs Enkel Franz Josef (gob. 1682,1 1- ö. 1742) an Conrad Sigmund Grafen v. St. verkauft. Die Descendenz Franz Josefs erlosch mit dessen Enkel, dein Grafen Sigmund (geh 12. 2. 1755) k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant, welcher unvermält in den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts als Letzter dieser Linie starb. 895 Aus der zahlreichen Nachkommenschaft Paul Jakobs IL zu Schonpich (geh 11. 12. 1560, f 24. 10. 1685) setzte nur dessen Sohn Conrad Balthasar -geb. 1612, f 3. 4. Iii», diese 1 Linie fort. - Gleich Heinrich Wilhelm aer in. Hauptlinie, soineni Zeitgenossen, ragt Conrad Balthasar, welcher im Vereine mit diesem die Wiedergeburt seines llausos herbeiführt.-, als Stern hervor. Der Erste seiner Linie wieder Katholik nnd nach kurz aber ruhmvoll geleisteten Kriegsdiensten gegen die Schweden wurde er Begierungsrath, 164:4 Reichsgraf, I616 kaisorl. Kämmerer und Vice-Statthalter der nied.-öst.'schen Kegie-rung, Vice-Obejsthofmeister. dann Oberststallmeister der vorwittweton Kaiserin Eleonora, wirklicher Statthalter der med. öst.'schcn Lande, 1663 geh. Bath und Director des geheimen doputirten ßathes, 1667 Mitglied des böhmischen II errenstaudes und 1681 auf dem Landtage zu Oeden-burg Ritter des Ordens vom goldenen Vliess. Zahlreicho durch ihn unternommene Erwerbungen vermehrten den Starhomberg'schon Besitz, so Wassenberg im Mühlviertel (2. 1. 1640), Schloss Neidharting im Traunviertel (1651), Unterach im Hausruckviertel, — dieses jedoeh 1667 an Franz Christoph Khevenhttller wieder verkauft. ferner Eferding von dem Vetter Johann Lndwig 1666), Wimsbach im Traunviertel (1688), Eschlberg mit Lichtenhaag im Mühlviertel, dann in Nicd.-Oe. die Herrschaften und Güter Freyenstein, Froydegg, Mittschönegg, Loitzenhof, Krummnussbaum. Aggstein, Auhof am Ybbs-Feld, Thürn-stein, Zeilern, Höbattendorf und das grosse Fruihaus auf der Wieden zu Wien, nach sciuuni Taufnamen Konradswörth benannt, sind durch ihn erkauft worden und stehen zuin grossen Theil der F'auiilie noch gegenwärtig zu Von Conrad Balthasars Söhnon hatte der Acltesto der .Marschall Heinrich Ernst Rüdiger (geb. 1038, f 1701)! der seit 1683 unter Oesterreichs Helden glänzt, keinen überlebenden Sohn. Seine Stiefbrüder Franz Ottokar (geb. 1662, f 21 10. 1099, kaiserl. Kämmerer und geh. Bath, Gesandter am schwedischen Hofe, uud Gundacker Thomas begründeten zwei Aestc. Aus dem Ersteren überkam Franz Ottokars Sohu Conrad Sigmund Adam (geb. 6. 2. 1689, f 18. 9. 1727), kaiserl. Botschafter am grossbritanischen Hofe, Ritter des Ordens vom goldenen Vliess, am 9. 11. 1719 in das fränkische Reichsgrafeii-Collogiuui aufgenommen, die Majoratsgüter seines Stiefohoimes, Waxenberg. Eferding, Schönbichl, Aggstein, Konradswörth 11. s. w„ wozu er die Grafschaft Schaunberg und das Gut Gstöttenau 1726 von dem Vetter, Grafen F'ranz Josef, erkaufte Dor ganze Besitz gieng auf seinen ältesten Sohu Johaiiu Ernst (geb. 13. 9. 1716, f 14. 12. 1786) über, der denselben drei Jahre vor seinem Ableben an den jüngoren Brnder Georg Adam (geb. Hl. 8. 1724, t 19. 4. 1807) abtrat, welcher als kaiserl. Botschafter am kgl. französischen Hofe in Ansehung seinor namhaften Verdienste durch dio Kaiserin Maria Theresia am 13. 11. 1705 in den erbländischen. durch Kaiser Josef II. am 18. desselben Monats in den Boichsfiirsteustand nach dem Rechte der Erstgeburt erhoben wurde und die Liegenschaften seines Hauses durch weitere Ankäufe vermehrte. Die Herrschaft Erlaa bei Wien, Atzgcrstor! eben daselbst 1775, das Malteserstift Stroheim bei Eferding 179U, die Veste Senftenegg in Nied. Gest. 1796 und schliesslich 1799 die Herrschaft Hartheim im Hausruckviertel giengen iu soino Hände über, während nur Wiinsbach mit Neidhartiug verkauft wurden. Als Fürst und Majoratsherr succedirte der älteste Sohn Graf Ludwig Josef Max Gregor (geb. 12. 3. 1762, f 2. 9. 1833), Bitter des Ordens vom goldenen Vliess, k. k. Kämmerer nnd geh. l.'ath, etc., welcher auf Grund des Beschlusses des deutschen Bundestages vom 18. 8. 1825 durch Cabinetsschreibeu d. d Pressbnrg 17. September desselben Jahres den Titel Durchlaucht erlangte. Demselben folgte der älteste Sohn Graf Georg Adam II. 896 OBEEÜSTEBEEICHISCIIEB ADEL. (geb. 1.8.1785), welcher diesen fürstlichen Ast ain 7.4.1860 im Mannesstamme beschlossen hat, worauf die Fürstenwürde und das Majorat auf deu zweiten, sogenannten Gundaccarschen Ast übergiengen. Ans demselben erlangte dessen Stifter Graf Guud-acker Thomas (geb. 14. 12. 1663, t 8. 7. 1745), Herr zn Eschelberg mit Lichtenhaag (Tom Vater ererbt;, Rot-tencgg im Mühlviertel (dnrcli ihn 1712 erkauft), Haus im Machlande (durch ihn von der Ilofkammer erkauft), Reichenstein mit Greissenberg (dnreh ihn von den Grafen v. Sprinzenstein 31.12. 1729 erworben;, Ritter des Urdcns vom goldenen Vliess. Banco-Deputations-Kammer-Präsident etc. durch Verleihungsurkunde vom 6. 3.1717 (Lehensbrief d.d. 11.3.1717) nach dem Erlöschen des fürstl.Eggenberg' sehen Mannesstammes, das vordem den Grafen v. Schaunberg zugestandene Erbland-Marschallamt vou Oest. ob nnd unter der Ens sammt den beiden zugehörigen Herrschaften Oberwallseo im Mühlviertel und Senftenberg iu Nied-Oest. Er erwarb ferner 1723 das ungarische ludi-genat und errichtete mit Testament vom -lahre 1743 für seine Nachkommen ein Majorat, das sogenannte Gnndac-car'sche Fideicommiss, welches, da sein ältester Sohn Franz Anton Josef geb. 30. 7. 1631) schon am 7. 5. 1743 gestorben war, anf dessen Sohn Otto Gundacker Franz Xav. iibergieng. welcher im Vereine mit seinem Brnder Josef Kranz Xav. Jndas Thaddäus (geb. 15. 9. 1724, f 30. 12. 1774) den Ast in zwei Zweige schied, deren Letzterer gegenwärtig auf seines Stifters Urenkel beruht, dem Grafen Stephan (geb. 25. 6. 1817), Herrn auf Köpösd im Neutraer Comitate, Senior der Familie, k. k. Kämmerer nnd Oberlieutenant a. D.. aus dessen Ehe mit Wilhelmine geb. von Voinits de Baisa, der Sohn Guido Biidiger (geb. 10. 1. 1864), k. k. Lieutenant, entsprossen ist. Aus dem älteren Zweige succedirto im Fideicommisso auf deu Grafen Otto Gundackcr Franz Xav. (geb. 14.10. 1720, f 4. 8. 1760), k. k. Kämmerer und geh. Bath, dessen ältester Sohn Gundacker Franz Xav. (geb. 3. 4. 1747. f 6. 9. 1804), welcher im Jahre 1767 das land-täfliche Gut Gneissenau im Mtthlviertel erkaufte. Dessen Sohn nnd Nachfolger im Majorate Graf Anton Gundacker (geb. 26. 3. 1776, f 12. 10. 1842), k. k. Kämmerer und Generalmajor, erwarb 1810 aus der Verlassenschaft des Grafen Christoph v. Lohrbach die Herrschaft Bergheim im Mühlviertel, errichtete dio neno Familiengruit in der Pfarrkirche zu Wartberg im Machlande und hinterliess das Fideicommiss, nachdem seine beide Ehen 1) mit Julie Gräfin Esterhäzy von Galiintha verin 1802, f 11.9. 1829), 2' mit Karoline Lcopoldine Gräfin von Kaunic-Bietberg Questenberg (verm. 29. 8. 1831, f 18. 6. 1875 als wicdervermälte Prinzessin v. Areuberg) kinderlos geblieben waren, seinem Bruder Carl Gunduckcr (geb. 27. 3. 1777, f 3. 10. 1859), welchor hiezu das Majorat der erloschenen III. Heinricischen Hauptlinie antrat, zu welch' beiden l-'ideicommissen dessen Sohn Camillo Rüdiger Gundacker (geb. 9. 9. 1804, t 9. 6.1872), k. k. Kämmerer nnd erbliches Mitglied des Herrenhauses des Reichsraths, das Majorat des ebenfalls heimgegangenen fürstlichen Astes nnd die Fürstenwürde vereinigte, und dies Alles seinem Sohne, dein gegenwärtigen Fürsten Camiilo Heinrich (geb. 31. 7.1835;, Oberst-Erblandmarscball in Ocstcr-ob und unter der Ens, k. k. Kämmerer und Lientenant a. D., Mitglied des Herrenhauses, hinterliess, welchcr Bergheim 1867 veräussert hat. — Aus des Letzteren Ehe mit Sophie Gräfin von Sickingen-Hohenberg, St Kr. D. nnd P. I)., ist der älteste Sohn, Graf Ernst Biidiger 'geb. SO. 11. 18611, k. k Kämmerer und Lieutenant, der Anwärter auf die Fürstenwürde nnd das Majorat. (U.-B. nnd dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mns. Franc.-Carol.; k. und k. Hans-Hof- u. Staatsarch., k. k. A.-A.; Stittsarch. zu St. Florian; N. S. Hoher Adel; Strnadt-Peucrbach; Schwerdling, Geschichte des Hauses Starhembcrg; H.-M. Sliirxlm useu. (Taf. 101.) Wappen: I. (Stammwappen). In Silber aus dum linken Obereck kommender rother Greifenfuss. — Kleinod: Hörnerpaar, rechts silbern, links roth, aussen mit tinc-turengowoclisclten Straussenfedern besteckt. Decke: roth-silberu iH.-M.. N. S. f bayr. Gesohlechter;. — 11.(1599) Geviert. 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 in Schwarz ein silberner Balken, belegt mit dein Worte lieb in schwarzen Minuskeln. - Zwei Helme: 1. Stammkleinod. Decko: roth-silbern. 2. Wie das zweite Feld bezeichneter, geschlossener Fing. Decko: schwarz-silbern. (H.-M.; N. S. f bayr. Geschlechlcchter.) Die Starzhauser, altbayrischen Adols, doch nicht Tnrniergcnossen, hatten ihr gleichnamiges .Stammhaus, — ein Schloss stobt noch heute dort, — in der Pfarre nnd im Gerichte Geiseufeld bei Pfaffenhofen in Oberbayern, wo sie später anderweitige, nachbarliche Güter erwarben und sich davon schrieben, so Ilinendorf, (.Iberlauterbach, mit Attenhausen (nicht Adelhausen wie Wig. Hnud irrthUmlich meint), Alles im Gerichte Geiscnfcld, ferner Ottmaring, Pf Baycrmünching. Früh verbreiteten sie sich in die Oberpfalz, wo sie auf Piichersreuth, Gerichts Neustadt, Bassen und sich eine Capelle und ein Erbbegräbniss zu St. Hai-merau in Begensburg bereits ao. 1319 stifteten. H. de Starzhausen erscheint als Zengo in einem Briefe zu Münchsmünster 1233, Jordanns do St. ao. 1264, Herr Chnnrat Starzhauser 1282 im alten Traditionsbuch von Biburg. — Haidenreich v. St., Adelheid seine Hausfrau, Adam, Hanns, Erhart und Marie deren Kinder stifteten 1314 ein Seelgeräth zn Biburg. Dominus Hilprandus do Starzhausen, Domherr und Dechant zu Begensburg, Btarb 1319 und wurde in der durch ihn errichteten Capelle bei St Haimeran bestattet. Jaus der St. war 1330 Beisitzer auf dem Gerichtstage zu Neustadt. Herr Hanns nnd Herr Greimolt die St. werden 1340, Hanns St. za Ilmendorf 1371 geuannt. Greimolt der Jüngere zu Püchcrs-reuth übergab im Jahre 1404 dem Herzoge Lndwig die Veste Golling, Gerichts Schwaben in Oborbayern, war 1410 Pfleger zu Jngolstadt und mit Anna, des Ulrich Pueclicr Tochter, vermält. Chanrath St. wnrde im Jahre 1471 zu Oberlautorbach und Attenhausen geschrieben. Georg Ferdinand zn Oberlauterbach erzeugte mit Maria Jakoba v. Kemnaten vier Söhne, Adam, dann Domherr zu Eichstädt, Hanns Wilhelm, Salm'scher Oberst, Hanns Georg, Stadtrichter zu Schärding a. In und Hanus. Des Hanns Söhne, Johann Christoph Domherr zu Begensburg und Passau, Johann Heinrich, Christoph Bernhard, Johann Wilhelm und Johann Jakob erhielten von K. Budolf II. mit Diplom d. d. Pilsen 23. 9. 1599 die Genehmigung ihren Schild mit jenem der Zachrcis zn vereinigen, welchem Geschlechte ihre Mutter entsprossen war. Letztem ist noch 1605 am Leben gewesen; in diesem Jahre gab Mario Salome v. Starzhausen zu Ottmaring, geb. Zaclireisin, ihrem Sohne Johann Heinrich St. zu Hohenberg Vollmacht für den Landtag. Diesem, oder einem seiner weltlich gebliebenen Brüder, entspross als Sohn Heinrich v. St., welchcr als Pfleger der Stadt uud Herrschaft Püclilarn in Nied.-Oest. am 17. 7. 1631 ein Gesuch an die ob der Ens'schen Stände stellte, ihn bei dem Umstände als seine Voreltern in den oesterreichischen „beeden" Landen begütert gewesen seien, und er sich überdies mit einem Landmanne wegen Erwerbung eines Gutes in Unterhandlung befindo „de novo" in den alten Eitterstand Oest.'s ob d. Ens aufzunehmen. - Die Behauptung hinsichtlich des einstigen Güterbesitzes der Starzhauser iu diesem Erblando ist nicht allzu ernst zu nehmen; sie war auch damals siclicr nicht nachzuweisen und Heinrich untcrliess es neuerlich einzuschreiten, als er auf don nächsten Landtag verwiesen wnrde. — Dagegen wiederholte sein Sohn oder Eukel Johann Carl die Bitto zu Linz am 26. 8. 1683, .OBEEÜSTERBEICHISCIIEB ADEL. 397 indem er gleichzeitig einen Attest der nied.-oest. Stände beibrachte des Inhalts, dass Hanns Starzhanser. der sein dritter Ahnherr war, und dessen Gemalin Euphrosina v. Hohenberg mit dem Gute Dietersdorf in Nied.-Oest. ao. 1543 an die Giilt geschrieben gewesen seien; er, Johann Carl, habe überdies das Landgut Miihllacken (im Mühlviertel) an sich gebracht und sich mit des Herrn (Jobst Wolf) v. Artstetten sei. Wittib, geb. Fuegerin von Hirschberg, - Hob. nennt sie Regina Maximiiiaua. — verheirathet. Von den Ständen hierauf aufgefordert, sein Herkommen von dem vorgenannten Hanns St. darzulegen, bewies er dieses durch einen am 21. S. 1684 vorgebrachten nun nicht mehr auffindbaren Stammbaum, aus dessen Nachweisen nur noch ein Originalzeugniss der freien unmittelbaren Eeichsritterschaft in Schwaben vorhanden ist, welches die ßitterbürtigkeit der Geschlechter von Puech-berg, von Hirscheid, Hundtbiss von Waltrambs, von Hohen-Puechbach, von Westcrstetten, von Weitingen und von Wessendorf bekräftigt. Die Ertheilung der ob der Ens'schen Landmannschaft war mittlerweile schon am 24. 2. 1684 an Johann Carl und zwar im Herrenstande erfolgt, da ihm im Vereine mit seinen Vettern Albreclit Christoph und Georg Heinrich mit kaiserl, Diplom d. d. Laxenburg 7. 5. 1678 die Freilierrnwiirde verliehen worden war. — Freiherr Johann Carl scheint nnr eine Tochter hinterlassen zu haben, die Bich nach Höh. mit einem Herrn von Prückenthal vermälte und Mühüaken im Jahre 1704 au Johann Georg Peisser von und zu Werttenau verkaufte. Nach einer im Stiftsarchiv zu Wilhering vorhandenen Itegeste die sich auf eine (unbekannte) Urkunde vom 1 1. 1712 beruft, war der „frühere" Besitzer Georg Andre Freiherr von Prückenthal. Freihorr Georg Heinrich, der vorgenannte Vetter Johann Carl's, schrieb sich „zu Ortenberg, Inzing und En-gertsham auf Oberlauterbach-, war Seiner fürstlichen Durchlaucht in Baiern Kämmerer. Bath und Pflegs-Com-missarius zn Schärding, wo er das Baus Nr. 117 besass. Ottenberg, Pf. Tettenweiss, Inzing Pf. Hartkirchcn, beides im Gerichte Griesbach in Nied.-Bayern, und vermuth-Bch auch Engertsham (Gerichts Passam scheinen durch die Starzhanser von den Ottenbergern zu Ottenberg und Inzing aufgeerbt worden zu sein. Zu Inzing sass ein Hanns Georg Starzhanser bereits vor 1609. Wann das Geschlecht erlosch, konnte ich nicht erfahren; es blühte noch in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. Altert Christoph Freiherr von Starzliausen, vermält mit Johanna Barbara ven Lützlbnrg. liess am 26. 8. 1709 einen Sohn anf die Namen Sebastian Ferdinand Albert taufen. Dieser vermalte sich in der Folge mit Emerentia Margareta Gräfin Khnen von Bclasi. der Letzteren Tochter Franziska mit Carl Josef Albert Sebastian Constantin F'reiherrn von Weiden. (Wig. Hund; Akten im Landesarch.: Stiftsarch zu Wilhering- Nedopil'a deutsche Adclsprobon; Lamprccht Gesch. der Stadt Schärding: N. S. t bayr. Geschlechter; H.; H.-M.). BtnuIItenberger. (Taf. 102.) Wappen: Zwei mit den Schalltrichtern links gestellte Hietbörner übereinander. (Nach einer Siegelabbil-dnng in Strennii Manuscripta: Landesarch). Die Stnuffcnberger. über welche übrigens nur spar-licho urkundliche Nachrichten vorhanden sind, gehörten dem niedersten Adel des Mühlviertels an und sassen dort in der Pfarre St. Veit, Waxenberger Gerichts, auf dem Stauft'cnbcrgcr Hofe. _ Am St. Eupprechtstage 1844 bekannte Offmey die Staullenbergerin, dass sie ihrem Sohne Sighart dem Schüler (wohl aus einer vorigen Ehe) fünfzig Pfund Pf. aut IV 5. ihrem freieigenen Hofe zu PoBtenbacli (Pf. St. Johann im Miihlviertel) übergeben habe. Ihre Söhne Buger uud Al-brecht die Staulfcnberger siegelten den Brief. — Am 30.1. 1388 versetzte Philipp der I'remsor unter den Siegeln Philipp des Staulfenperger und Ludwig des Neundlinger. Landrichters ob der Ena, au Ulrich den Mühl-holzer drei Güter in der Pfarre l-'cldkirchen, Herrschaft Waxcuberg. — Heinrich der llinderholtzer und Merel seine Hausfrau .weilent Philipp'* des StawiTenberger dochter" verkauften am 30. 9. 1402 den Grafen Johann nnd Georg vou Scliaunbcrg sechs Schilling wien. Pf. unf dem Gut zu .lawb" und 20 Pf. zu „nidemdorff." Weitere Nachrichten fehlen. Nach Streun war der Stauffenberger Hof am Ende des XVI. Jahrhunderts zur Pfarre Bohrbach im Miihlviertel verstiftet. (Fortsetzung des U.-B., Manuscr. im Mus. Franc.-Carol.; Streunii Manuscripta; Streun's Manuscr. geneal. im Landesarch.; B.-M.). Sieger von Ladendorfl'. Taf. 102.) Wappen: I. Ein auf zwei Brückcnbücken ruhender Steg. • Nach dein Originalsiegol Chuurat's (I.) Steger an der nach benannten Urkunde d. d. 24. 4. 1297; Stiftsarch. zu St. Florian. — Denselben Schild führten Jans und Purchart Gebrüder die Steger an dem nachbeiianntcn Briefe vom 15. 6. 1356; Archiv zu Garsten. — II. Wie vorhin: der Steg und die Fiissc der Böcke rcichcn bis an den Schildesrand. (Nach dem Originalsiegcl des Jörg Steger an dem nachbenannten Briefe d. d. 13. 6. 1411; Archiv zu Garsten. — An der nämlichen Urkunde führt des Jörg Vetter Heinrich St. den gleichen Schild, des Jörg Bruder, Chunrat II., aber das nachstehend beschriebene, ganz abweichende Wappen;. — III. Zwei geschrägte Feuerwedel. (Nach dem Originalsiegcl Chunrats II. (Chuntz) Steger, an dem nachbenannten Vorkaufsbriefe über die Veste Weidenholz d. d. Wien 30. 11. 1375; k. und k. Hans-, Hof- und Staatsarch. — Denselben Schild führt Chunrat IL als landesfürstlicher Pfleger auf dem Gugelberg zu Gmunden am 25. 7. 1385, 25. 11. 1390, 25.3.1401 und als Steger zu Gmunden am 13. 6.1411). — IV. Von Gold und Schwarz getheilt; unten ein natürlicher Steg auf zwei am F'ussrande stehenden hölzernen Brückenböcken; oben zwei rothgekainmto Hähne, von ihren rothen Ständern den äussern erhoben, mit dem andern im untern Felde auf dein Steg stehend. — Gekr. Helm': Zwischen geschlossenem von Gold und Schwarz übereck gethciltcm Flug, der Steg eingeschoben. Decke: schwarz - golden. (Nied - Oest.'sche Matrikel. Wann die Wappenverinchrung mit den beiden Hähnen ertlieilt wnrde, konnte nicht ermittelt werden. Das Concept zum F'rei-herrnstands-Diplom d. d. 7.1.1631 im k. k. Adclsarchivc enthält keine Wappciibeschreibung). Nach der bisher verbreiteten Ansicht haben die Stöger. F'reiherrn von Ladendorf, ihren Anfang zu Wien genommen, eine Meinung, die wohl dem Umstände entspringt, dass die nied.-öst Genealogen Fischer v. Fischerb-rg und Wissgrill sich nicht iu der Lage befanden den Anfängen des Geschlechtes weiter iu der Zeit hinauf nachzugehen. Seither sind mannigfache Quellen ncucrschlosseu worden, und wie über so zahlreiche Andere, giebt es auch von den Steger vieles zu berichten, das bis nun im Moderstaub der Archive schlummerte. Zweifellos hat deren Wiege in der Pfarre Wartberg, nördlich von Schlicrbach in Oesterreich ob der Ens gestanden, wie dies die ersten Vergabungen nach Garsten, die Verkäufe und ihr Sitz zu „mangoltzpcrge" (Magdalena-berg südlich von Wartberg; bestätigen; fast gleichzeitig aber finden wir sie auch in der Pfarre Sierning begütert, dann zu Steyr behaust, mit den nachbarlichen Sinsendorfera, LerbBhlern, Sinxenbergern. den Plessern eng versippt. — Em schlichter Bauersmann ist's, der nach beinahe 600 100 398 OBEBÖSTEBBEICHISCHEB ADEL. Jakren in einem Pergamente wieder Kunde von sieh giebt; er acheint dea iianses Ahnherr zn aein, die nächsten Vier, die schon adeligen Schild führen nnd davon einer, im Kriegsdienst viel ausser Landes, nnr einmal genannt wird, waren wohl dieses Ersten Söhne. Im Jahre 1292 vertauschte Heinrich der l'reuhafon mit dem Kloster Garsten seine Hube zu Wischendorf gegen einen Zehent anf dem Schliiaselholo bei Steyr nnd erbat sich zu Zeugen dieses Handels Herrn Ulrich von Capellen, Herrn Chunrat v. Volkenstorf, dessen Vetter Herrn Heinrich Preuhafen, Herrn Ulrich und Herrn Dit-mar ,v. Tursondorf, Herrn Josep und Herrn Marchart v. Osterberch, Chunrat v. Lichtenwinkel, Ulrich Schekha, Ditmar v. Schachen, Gotschalch v. Erpfenhoven. Gerunch, Buedcl, Wulflnch, Marchart an der Wis und Wernhart von Stege. Die Letzten von diesen, wie das schon die Anfzählung der Vier ergiebt, die sämmtlich „an der Wies" süssen, sind reisige Bauersleute, vermuthlich des Volkenstorfor gewesen, so auch Wernhart von Stege, der nur dieses eine Mal vorkommt. Nach ihm tritt wieder ein Wernhart Steger auf und der Taufname vererbt sich weiter auf nächste Generationen, ein Umstand, der nicht übersehen werden kann und der im Zusammenhalte mit dem weiteren, dass Wernhart v. Stego eine Urkunde des Steyrer liathsbürgers Preuhafen bozeugte, wohl gestattet in ihm den ersten jener Steger zu vermnthen, von denen sich einer kaum :-!0 Jahre später in Steyr ansässig machte. — Dasa sich diesor, wie seine drei Zeitgenossen, in einer Stellung befand, die jene dea bäuerlichen Vaters überragte, spricht nicht gegen unsere Annahme; es 3teht derselben aus jener Zeit mehr als ein Beispiel gleicher Art, die Erlangung des Adels im Herren- oder Kriegsdienste, unwiderleglich zur Seite. Die Nächsten, Chunrat I. (1297-1822), Wernhart II. (1313—1334), Friedrich (1322-1336) und Eberhard sind vorhin als Brüder bezeichnet worden; theilweiso ihr gemeinsames Auftreten, auch der Wortlaut einzelner Urkunden erhärten dies. — Eberhard, jedenfalls schon in seinen späteren Tagen, wird nur eiumal und zwar mit einer bereits verheiratheten Tochter genannt; am 21. 1. 1334 gaben Alram. Meinharts Sohn von Sinzenperge, und seine Hausfrau Elspet, Eberhard's Tochter des Steger, und der Letzteren Base Frau Elsbct, Wernharts Tochtcr des Steger, dem Gotteshanse Carsten zu einem Seolgeräth ihr rechtes Eigen die Hube „di da leit auf der Göritz iu wartberger pharr' und cincMiihle und vier Sölden; Alram der Sintzenberger, Wernhart Steger Chunrat's Sohn, Otto Schech, Marchart und Ott Preuhafen besiegelten den Brief. „An dem svnnetage so man verpevtet eloich heirat" 1313 veräusserton „Wernhart der steger von maugolts-perge" und „tvot" seine Hausfrau an Gertraut die Ehefrau des Chunrat Steger und deren Kinder eine Hube zu Göritz, Pf. Wartberg. — Chunrat v. Pless bezeugte diesen Brief. — und am St. Michelstag 1322 waren Wernhart, Chunrat und Friedrich die Steger anwesend, als Ott Huernwech an Gundacker, Perchtold und Hertlcin die Losensteiner einen Hof in Weistrager l'farre verkaufto. Zuletzt wird Wernhart II. mit seiner Tochter Elspet in der oben genannten Urkunde vom 21. 1. 1334 erwähnt. Friedrich St. bezeugte neben Wernhart Lerpuliler am 6, 12. 1325 die durch den Burggrafen von Steyr Otto Scheck erfolgte Beurkundung einer Schenkung des Niclas Stier uach Garsten, am 9. 10. 1335 den Brief, womit Chunrat Pless dem Kloster Garsten seine Ansprüche an die Sorgelhnbe aufgab, nnd stiftete am 11. 11. 1336 als „Friedrich der Stöger datz Steyr" mit Willen seiner Hausfrau Agnes und seiner Erben das Gut zu Goltperg, Pf. Sierning, zum Seelgeräth für Bich und seinen seligen Bruder Chunrat nach Garsten. — Seine Söhne waren Jans und Purchart, wie dies Freib. Ennenkl einer Urkunde vom Jahre 1356 entnahm, die er, nach seiner eigenhändigen Aufzeichnung, ao. 1616 dem Wolf Steger übergab. — Am 23. 2. 1352 veräusserten Jans uud Purchart Gebrüder die Steger, ihre Hansfrauen und Erbeu unter dem Siegel Jans des Schecken, Burggrafen zu Steyr, ihrem Schwager Perchtold (auf dem Perg) und dessen Hausfrau Elspet, ihrer Schwester, ihr Haus zu Steyr zwischen dem l'reuhafen-und Lobmicher Haus und einen Luss in dem Purchfeld, nud am 15. 6. 1356 verkauften Jans und Christein seine Hausfrau neuerdings dem Schwager Perchtold anf dem Perg ihr landesfürstl. Lehen, eine Hube zu Swammern und eine Hofstatt dabei; der Bruder Purchart gab das Siegel dazu und Jans das seine, als Lorenz der Plesser am 25. 1. 1372 einen Hof in der Pfarro St. Valentin an dio Wittwe und dio Tochter Simon des Venken veräusserte. — Der Sohu eines der beiden vorgenannten Brüder war Heinrich der Steger, der am Montag nach Lichtmess 1387 einen Verkaufsbrief des Simon Eytenperger an das Spital zu Steyr, am 30. 11. 1401 eine Jahrtagsstiftung nach Garsten des Vincenz Amerapergor als dessen lieber Freund und als Schaffer zu Garsten siegelte und am 13. 6. 1411 als „Heinrich der Stegor von Gersten" mit dem Grabenhofe, Pf. Garsten, sein Losenstein'sches Lehen, nach Garsten einen Jahrtag stiftete, was seine beiden Vettern Chunrat II. und Jörg die Steger durch ihre angehängten Siegel bekräftigten. - Mit Heinrich dürfte die von F'riedrich dem St. absteigende Linie erloschen sein. Chunrat I., der Stammvater der späteren Stöger von Ladendorf, war Richter in Mauthausen geworden, als welcher er am Georgitag 1297, im Vereine mit dem Landrichter in der Riedmark Düring v. Altenhofen durch Eberhard v. Wallsee als Spruchmaun fürgewählt, einen Vergleich zwischen dem Stifte St. F'Iorian und dem Erla-kloster. dio Unterthauen dieser Stifte zu Zirking betreifend, zu Stande brachte uud besiegelte. Ao. 1313 erwarb seine Hausfrau Gertraud, wie bereits gesagt, die Hube zu Göritz von Wernhart dem Stegor, mit welchem, und mit F'riedrich dem Steger, Chunrat im Jahre 1322, wie gleichfalls schon erwähnt, gemeinsam auftritt. — Nach seinem Abloben stiftete sein Bruder Friedrich 1336 für ihn den Jahrtag zu Garsteu. In dem oben citirten Briefe vom 21. 1. 1334 ist als Sohn Chunrat's I. Wernhart III. bereits ausdrücklich genannt worden. — Letzterer tritt weiterhin zu Sierning am 17.2.1340 in einem Satzbriefe Hertneid's nud Ortolf's dor Chersperger und am 7. 3. 1350 in einer Verkaufs-nrkundc des Lionhnrt v. Herstorf au daa Stift Sciten-stetten als desseu Schwager auf. Am 24. 4. 1350 stifteten er, seine Hausfrau Margret und Niclas und Chunrat die Siuzendorfer ihr freies Eigon „datze den Höltzern", Pf. Sierning, nach Stadlkircheu zu einem Seclgeräthe und .an dez heiligen Chruetzes tag als ez funden wart" 1358 wurde durch ihn und seine Ehcwirthin, — wieder unter dem Siegel Chunrat dos Siuzendorfer, — eine Hube zu Göritz, Pf. Wartberg, an den Stoyrcr Bürger Hanns von Hall verkauft. — l)n vorher eine Verbindung dor Stöger nnd Sinzondorfer nicht nachzuweisen ist, diese beiden Familien vorher nicht einmal gomeinsam auftreten, ist dio Annahme, es sei Wernhard's III. Hausfrau Margrot, welcher das Eigen „zu den Hölzern- gemeinschaftlich mit Niclas uud Chunrat den Sinzerndorfern zustand, selbst eine Sinzendorferin gewesen, eine wohl gerechtfertigte, woran sich der weitere Schluss knüpft, Chuntz (Chunrat II.), welcher Hanns don Sinzendorfor seinen Freund, also seinen Blutsverwandten nennt, müsse oin Sohn Wernhard's III. gewesen sein; er führt noch dazu zeitgemäss don 'l'anf-namon seines Grossvators. Jörig der Steger ist urkundlich als sein Bruder bezeichnet; Wernhart III. hatte demnach zwei Söhne, Chunrat und Jörig. Siebzehn Jahro liogen unenthüllt zwischen dem letzten Auftreten des Vaters und dem ersten des Sohnes Chunrat IL und unaufgeklärt in ihrer Veranlassung ist dio Thatsache, dass in dieser Zeitperiode Göschel der OBERÜSTERREICHISCHER ADEL. 599 Lerbaclor und Chunrat II. Steger den als Letzten seines Geschlechtes verstorbenen Ulrich Weydenholczcr mit der Veste Weidenholz und deren ansehnlichen Zugehörungen beerbten. Fast möchte es im Hinblicke auf diesen un-geliifteten Schleier gewagt erscheinen in L'hunrat überhaupt einen Angehörigen dieses Geschlechtes zu erkennen, um so mehr als derselbe einen von diesem ganz verschiedenen Schild, die zwei geschrägten Feuerwedel führt, aber gerade dieses Wappen, welches Chnnrat Bicher nur als Sersönlichcs angenommen hatte, und mit dem er auch ann noch siegelte, als er laudesfürstl. Plleger auf dem Gugelberg, schliesslich der Steger v. Gmunden war, führt uns auf den riohtigcu Weg zurück und zwar insbesondere durch die schon oben genannte Urkunde vom IB. 6. 1411, mit welcher des Friedrich Enkel Heinrich der Steger v. Garsten den .lahrtag zu Garsten stiftete uud den Brief von seineu Vettern Chunrat und Jörg den Stegern besiegeln liess. Auch da fuhrt Chunrat die geschrägten Feucrwedel, sein Bruder Jörg aber den Steg, wie diesen schon der Grossvuter Chunrat I. ao. 1">97 in seinem Schilde hatte (s. Wappen I. u. II.): dieses gleiche Wappen ist an den Brief auch durch den Vetter Heinrich gehängt worden. Dio Stammcsaugehörigkcit des Chunrat und dass er als „Freund- der Sinzendorfer ein Sohn Wernharts III. "ewesen, kann somit keinem Zweifel unterliegen. Er veräusserte zu Wien am 30. 11. 1876 im Vereine mit Göschel dem Lerbueler an Herzog Albreclit von Oesterreich die Veste Weidenholz, wie diese vou weiland Ul-reichen dem Wcydenholczer auf Beide gekommen war, an welchem Briefe wir das erste Mal die geschrägten Feuerwedeln keunen lermn, - hängte das nämliche Siegel am 25. 7. 13S5 als „Chunrat der Steger dl zeit Pfleger auf dem Gugelberg" (bei Gmunden an deu Briet womit Gregerig der ltatthalmynger an Ulrich den Cramor, Bürger zu Gmunden, sein rittermässiges Eigen zu Pureliach, Pf. Schwanuenstadt, verkaufte und erscheint fernerhin als landesfiirstlicher Flieger auf dem Gugelberg bei Gmunden, am 25. 11. 1390, 27. 10. 1302, 24. 4. 1398 und 25 3. 1401. Am 9. August des letzteren Jahres stellten die Herzoge Albreclit und Wilhelm von Oesterreich dem Amtmann zu Gmunden, Stephan Kraft, einen Satzbrief, den Gugelberg betreffend, aus, den er von Chunrat dein Steger an sich gelöst habe. Dieser Letztere siegelte dann noch am SO. 1? 1406 einen Verkaufsbrief Hoidenrcich des Tauber gegen Garsten und dachte, nun jedenfalls schon hoch an Jahren, an das Jenseits, indem er (Chunrat der Steger von Gmunden) im Vereine mit seiner llaustrau Chumgund nntor den Siegeln seines Bruders Jörg und seines Freundes Hanns des Sinzendorfer, nach Kloster Garsten zwei «rite in der Ffarre Wartberg zu einem Jahrtag stiftete. hr tritt hierauf an. 13. Juni des nächsten U mehrerwähuten Briefe seines Vetters Heinn^ das letrte Mal auf. Eine Descendenz ist ihm nicht nachzuweisen Mit des Jörg Einwilligung verkaufte dessen*himi£ vater Laronez der Plesser am 19 '/■^ j®. ™ Soitenstotten das Lehen an, Angerhof, Pf. I'iberbach , am 11. 11. 1896 gaben Jorg der Steger nnd semer Schwert« Sohn, Heinrich derPrater. ^»/r^Z/deS wZ Lehensrevers über nach ihrem Vetter Larenz dem Wedel ledig gewordene Güter; d. d. 25. 3. 1401 verzic tetu Jorg d« Steger und Elsboth seine Hausfrau aufcmGu in der Pfarre Hadershofen, welches Vmcenz der Aniers borger zu einen, Jahrtage nach Ganten gestiftet hatte - Jorg führt auch bei dieser Gelegenheilt de* st »g, scn Bruder Chunrat die Fenerwedel, - ^damll.Il. 1410 und 13 6 1411 besiegelte Jorg die beiden schon oben gönaunien Stiftungen seines Urudem Chunrat zu Gmun-deu, bezüglich seines Vetters Heinrich » j Jöre hinterliess vier Söhne, Michel (1437), Lorenz J., Jorg II (1137) und Wolfgang (1437), uuch eme T°chte Barbara, 1437 des Alexander Sengerswein Ha^frau wie dies Ennenkl aus einer Urkunde vom Jahre 142J im Ar chive zu Ladendorf und aus dem Starhemberg'schen Ex-tract-Buche d. ao. 1437 schöpfte. — Nur über Lorenz (1423—1470), der sich durch seiue erste Heirat der Heimat entfremdete uud sich uud seinen Nachkommen eine neue in Oesterreich unter der Ens gründete, sind weitere Nachrichten vorhanden. Ebenfalls dem Archive zu Ladeudorf entnahm Ennenkl einen Lehensbrief (1423) der Wilburg vou Capellen, Herrn Georgens von Dacbsberg Wittwe. für Lorenz Steger und dessen Hausfrau Magdalena, Seyfrieden des Sichelbeck Tochter. Lorenz wird weiter in deu Jahren 1425, 1428. 1431, 1437, 1454, dann 1455 im Lehensbuche des Königs Lasla mit einem Gute „an der Sunnlcitheu", einem uuter dem „llohenperg" uud einem zu „Sparnranft", Alles in Kastner l'farre (V. U.W.W.} und Erbe von Sey-fried Sichelpeck, ferner 1457, 1158 als 1'Hoger zu Schön-büclil und Schwager des t'uspar Euuenkl von Albrechtsberg, lli>9 mit seiner zweiten Gemalin Breidt, des Wolf Perkhamer Tochter, 1460, 1403, 1465 mit der Breidt uud seinen Kindern erster Ehe, zuletzt 1470, hier wieder als Starhoiuborg'scher Plleger zu Schönbiichl, dies Alles zumeist in Ladeudorll'er Urkunden, - genannt. - Seine erste Gemalin, die Sichelbeckiu, brachte ihm ausser den oben genannten landesfiirstl. Leheusgütcrn auch Sichcl-bacli (V.U. W.W.) bei Neu-Lengbach ein, wo er sich uiederliess. Sein einziger Sohu erster Ehe, Bcrnhart (Wem hart IV. |, 1465-1184, vermälte Bich mit Agatha (1172 — 1484i. Stefan des Raedler zu Oedt Tochtcr. und erwarb mit dieser die Söhne, Lorenz II. zu Sicholbach (1492 — 15151 und Leopold I. (1501), von dunen der Erstere den Stamm fortsetzte uud sich in erster Ehe mit Catliarina (1492), des Hanns von Hau Tochter, iu zweiter Ehe mit Catliarina (1504;, des Jorg Schober von Lnendtberg Tochter, vermälte, dnrcii welch' Letztere er das Gut Nieder-dürrenbach (V. U. M. B.) überkam. — Er hatte, nach Wissgrill, dio Söhno Wolfgung II., Simon, Bernhart V. und Mert, letztere Zwei 1534 zu Krenzeustetten (V. U. M. B.). Den Wolfgung und Simon belehnte 1016 Veit Streun von Schwarzenau mit dem Zeheiit zu Weingarlhof. Am Montag nach St. Martin 1521 sass Wolfgaug Steger im Landtage zu Wien auf der Bitterbank, war 1534 mit Dürrcnbach an dio Gült geschrieben uud ernclieint noch jf)5U mit llarmanstorf (V.u.M.B.) bogiitert. Seine Gemalin war Emilia des Albreclit Trennbcck Tochter, Wittwe nach Georg Turbach, wie Wig. Hund und Wisgrill übereinstimmend berichten; nach letzterem Autor ist er in zweiter Eho mit Sophie vou Wisent vermält gewesen. Sein Sohn Balthasar scheint keine Descendenz hinterlassen zn haben. Als fünften Sohn schreibt Wisgrill dem zwoitcu Lorenz einen Leopold (II.) zu, der, den Rittcrtitol führend, 1550 Krcuzcnstetteu inno hatte, und sicher nocli 1576 um Loben war, in welchem Jahre er den Thurnbof zu Brunn dem Christoph Schnattert verkaufte, lui Hinblick auf den vorgenannten Zeitraum dürfte er jedoch nicht ein Sohn Lorenz' IL, sondern dessen Enkel gewesen sein. Die spärlichen Nachrichten aber, welche aus jener Zeit fliessen, erlauben keinen Schloss, welchem Sohne seines Grossvaters er entstammte. — In weiterer Beziehung wird die Verwirrung durch den vorgenannten uied.-öst'schen Genealogen noch mit der Nachricht, erhöht, Leopold II. habe die Herrschaft Ladeudorf (V.U. M.B.) von Christoph Freiherrn von Teutfenbach erst ao. 1587 käuflich an sich gebracht, doch stellt Ennenkl, dem wir zahlreiche Mit-theilungeu aus dem Ladendorfer Archive verdanken, wohin auch die älteren Stjger-Briefo nach dem Ankaufe dieser Herrschaft übertragen worden waren, Wissgrills letztgenannte Behauptung richtig, indem er eine von Herrn Bcichard Streun von Schwarzenau und Herrn Heinrich von Starhemberg zu Biedegg und Lobenstein gesiegelte Urkunde d. ao. 1Ö67 registrirt. in welcher Leopold Steger zu Ladendorf genannt wurde. Dio Erwerbung dieser 400 OBERÖSTERREICHISCHER ADEL. Herrschaft lunss also mindestens in das Jahr 1567 fallen; nach Fischer aber hatte sie Leopold II. bereits 1550 inne. Dieser war zweimal vermält, 1.) mit lüisabet des Peter von Pnechau von Botthann Tochter; 2.) mit Veronika von Knefstein; seine Söhne Hanns Lorenz nnd Wolf III. theilten den .Stamm für kurze Zeit in zwei Linien. Hanns Lorenz hinterliess den Sohn Wolf Sigmund St. auf Ladendort', welcher 1627 einige nicht näher bezeichnete Gülten von Hanns Ludwig Freiherrn von Knefstein erkaufte, 1631 in dio seinem Oheime Wolf III. zu Theil gewordene Freiherrnstandscrhebung einbezogen wurde, 1636 unter die nied.-öst."sehen Herrenstandsgeschlechter kam und bei seinem Ableben aus der Ehe mit Ilaria von Sonderndorff nur minderjährige Kinder hinterliess, deren Vormundschaft Ladendorf an Wilhelm Johann Antou Grafen nnd Herrn von und zu Daun veräusserte. Nur Wolf Sigmund's Tochter Catharina Veronika scheint zu mannbaren Jahren gekommen zu sein; sie wurde 1662 dem Freiherrn Ferdinand Schifer als dessen zweite Gemalin angetraut. Aus der andern Linie hängte deren Stifter Wolf III., nachdem er noch 1601 auf der Universität Siena inscribirt Sewesen war, zu Horn am 3. 10. 1608 sein Siegel als a3 57. an ileniBundesbricf der evangelischen Stände, kaufte 1614 das* Gut Würnitz (V. U. 31. B.) von Adam Freiherrn von Herberstein, sass 1629 bei der Erbhuldigung an K. Ferdinand III. im Landtage zu Wien auf der Bitterbank, wurde als „Steger Freiherr von Ladendorf" im Vereine mit dem Vetter richtig Neffen) Wolf Sigmund und dieser Beiden Schwestern Benigna Veronica Barbin (des Freiherrn Bernhurt von Barbo Gemalin) und Felicitas durch K. Ferdinand II. d. d. Wien 7. 1. 1631 in den Beichs- und erbländischen Freiherrnstand erhobon, am 11. 3. 1636, wieder mit dem Neffen Wolf Sigmund, den uied.-öst.'schen Herrenstandsgeschlcchtcrn einverleibt nnd hinterliess vou seiner liemalin Begina Elisabeth, des Christoph Wilhelm Pernstorfer Tochter, zwei Kinder, Catharina und Wolf Christoph. Die Tochter veränsserte 1639 das von ihrem Vater ererbte Gütel Eggerstorf an ihre Mutter, welche es hinwieder dem Sohne Wolf Christoph vermachte, der mit Maria Lucrezia geb. F'reiin von Pergen drei Kinder erzeugte, Hanns Ludwig, der jung gestorben zn sein seheint, Ursula (i unverm. nach 1736) und Seyfried Leonhard. Dieser erhielt am 24. 11. 1717 und 4. 2. 1719 Unterstützungen aus der nied.-öst.'sehen Herrenstandscnssa und starb, am Bettelstabe, als letzter Mannessprosse seines alten Geschlechtes zu Wien am 2. 2. 1723. An der Hand der vorstehenden Ausführungen ergiebt sich nachfolgende, des Baumes wegen nur die ersten fünf Generationen umfassende Stammreihe: Wernhart (I.) von Stege. 1293, Wernhart (II.) der steger von Mangoltzperge, 1313—1334; nx. tvet 1313. Chunrat (1.), Üichter zu Mauthausen , 1297-1322, todt vor 11. 11.1336; ux. Gertraud 1313. Elspet, 1334. Wernhart (III.), 1334 - 1858; ux. 3Iargret (v. Sinzendorf), 1850— 1358. Friedrich der Steger zn Steyr, 1322-1386. ux. Agnes 1336._ Chnnrat II. (Chuntz-. zu Weidenholz vor 1375, Pfleger auf dem Gngel-berg 1385— 1401, der Steger zu Gmunden bis 1411; ux.C'hnnigundl410. Jörg I. 1387-1411; ux. Els- ?et, Larencz des lesser Tochter, 1387-1401. Tochter, 1396 ux. des Pra-ter. Jans. 1352 I'urchart Elspet. 1352 ux. -1372. 1352 — des Perchtold auf __1356. dem Perg, 1350. Heinrich, 1387, Schaffer zu Garsten 1101 —1411. Eberhart, 1334. Elspet, 1334 nx. Alrams v.Sinzen-pergo. Michel Lorenz 1. zu Sichelbach, starhembergseber Pfleger zu 1-137. Schönbüchl, 1423— 1470; ux 1.) Magdalena, Seyfried des Sichelbcck zu Sichelbach Tochter, 1423 — 1455, 2.) Breidt, des Wolf Perkhamer Tochter, 1459—1465. Pernhart (Wernhart IV., 1. Ehe), 1465-1484. Wolfgang I. 1437. Jorg II. 1437. Barbara, 1437 ux. des Alexander Sengers-wein. .Der erber fürsichtig vnd weyse Jorig Steger", 1467 bis 1492 als Stadtrichter zu Steyr auftretend. gehört einem Biirgergeschlechte an; er führt nach seinem Siegel an dem Aufsandtbriefe der Barbara, des Michel Sonnleitner, Bürgers zu Eferding, Wittwe, gegen Kaiser Friedrich d. d. 5. 7 1480 im Schild eine Tanne. Der edel vest Hanns Steger, Ritter, 1438, dann 1440 —1443 und 1447—1419 Bürgermeister zu Wien, anch Kellermeister in Oesterreich, gehört offenbar gleichfalls nicht den Steger v. Ladendorf an (K. und k. Baus- Hof- und Staatsarch.; k. k. A.-A.; Archivo zu St. Florian u. Garsten: U.-B. und dessen Fortsetzung als Manuscr. im Mus. Franc.-Carol ; Ennenkl's Collect, geneal.; Streun's Manuscr. geneal.; Fontes rcr. austr.; Notizenblatt der kaiserl. Akademie; nied.-oest. Matrikel: Fischer v. Fischerberg's Adelsspiegel des Erzli. Oest. unter d. Ena und Wissgrill, beides als 3Ianuscr. im nied.-oest Landes- u. Ständearchive; Wig. Hnnd; H.) Stöger von St. Veit. (Taf. 102.) Wappen: In Roth eine blaue mit einem goldenen Stern belegte Wolke. — Gekr. Helm: Wie der Schild bezeichneter Flügel. Decke: roth-golden. (Nach dem Wappen der Hager v. Allentsteig, welche jenes der Steger v. St. Veit aut'erbten [s. pag. 88. Taf. 80]; Höh. giebt don Schild silbern, sonst dio Tincturen wio vorhin an.) Dio Familie tritt urkundlich in Oest. ob d. Ens erst in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts mit Sigmund Steger anf, der in Liechtenstein'schcn Diensten eingewandert sein dürfte, als Heinrich VII. von Liechtenstein zu Nicolsburg vom Erzherzoge Albrecht im Jahre 1461 die Grafschaft Wachsonberg pfandweise erhielt, wo nun Sigmund St. als Pfleger angestellt wurde. — Als solcher siegelte derselbe ao. 1465 eine Urkunde der Gebrüder Stephan und Thoman tiingl, am 10. 7. 1470 den Brief, womit Wolfgang Schallenberger zu Piberstein den Zehent auf dem Hofe zu Chunigstorf, Pf Obcmeukirchen. an I.ienhart den Plaicher verkaufte, ferner zu Ottensheim 1477 dio Absage dor Liechtenstcin'schen Lehensträger gegen Kaiser Friedrich. - Beiläufig um dieso Zeit brachto Sigmund Steger St. Veit an sich. Dieser vordom nach Wachsenborg gehörige Sitz dürfte durch dio Wnllseer zur Zeit ihrer Pfandinhubung »dieser Grafschaft in's freie Eigenthum gelöst. dem bandest urston aufgesendet nnd von diesem zu Lejien genommen worden sein, so dass Sigmund St. die Belohnung mit St. Veit nicht von Seito der Liechtenstein, sondern in der Tliat durch Reinprecht, AHAM,f. ACHLEUTHES AICIHINQER, ALCHBERGER AHÄHIff. AINTWERCHER AIGLSPERGER AICHOLT. ALBRECHTSBURG ALBRECHT. fIRSHAIM OBEROESTERREICHISGHER ADEL. BdWA 7ä/!f. ■ OBEROESTER REICHISCHER ADEL ALTHAMER. AL HARTING. ALBHECHTSHEIM. ANDLERN.I ANDLERN.U ALTHAM. ANMiERftfoWriTliN. AND LERNT,IV. ANDLERNJU. 1» 'm^aSW' ANHANG,I ANHANG. ANGERER. . OBEROESTER REICHISCHER ADEL. BdW.5. ANHANG II. Taf3. ASCHACH. asenham. • • * ■ ■ ATJERv.AU. AÜBRSPERGJX. OBEROESTER REICHISCHER ADEL. * . ■ . rjfll^'^yn! OBEROESTER REICHISCHER ADEL. OBEROESTER REICHISCHER ADEL. Bd.£fTJ. BERCHEMjtöNmSFELmir. BERCflKtylV; BERGHBM-HMMHÄIBEN. OBEROESTER REICKISCHER ADEL. Bd.JZTJ. Taf f. HRAITTEXPRVCKER. iUtEUKNEE^L OBEROESTER REICHISCHER ADEL. AcUFJ! 77ZS6>. OBEROESTER REICHISCHER ADEL. Br/.JZ^. TerSTSa CMSTNER. GHELTZ. CHERNTNER. CHEBSPERUER. CHUENRING,!. CHUKNRINGrJT. CHUENRING,IU. CHUENRING,V; CHUPRINGVI r' OBEROESTERREICHISCHER ADEL tfsf./tr-Z 7#/T// CHIJEMGJ3I. CHUENWN^TH HJEHFURT. COLLOREÜO.V collüredoimänsfj jm MELS: C OLLORR 1)0. OBEROESTER REICHISCHER ADEL. » OBEROESTER REICHISCHER ADEL. I mmm cmmiR. cmumz Turm mm ÜBtRO ESTER REICH! SCHER ADEL BdlFü; 7hf?f: mxil.^ DAUM 5 Ä> DIETRICHSTEIN,c. DIETRICHSTEIN, d. DIETRICHSTEIN. I. l^-V JP sr ' f' .1 \ I K£j ■ OBEROESTER REICHISCHER ADEL. BdJtrö. DIETMCHSTEip. OBEROESTERREICHISCHER ADEL. BcUFö, Taf/G. ECKIMDTJ DTIRSPERGER. ECEHÄRDTU- EGENBEBGER. h EGEMDÖBFER. EGGEUBBR&J. OBER OESTER REICH! SCHER ADEL. BäJVS rafft OBER OESTERREICHISCHEH ADEL. ELTZ ,L ELTZ ,11. EM PERGER I Tafi/l EMPERöER^I EMGELPüLD STORF ENGELHOFER ENGEL z, WAGRAIN,! 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KIELMANSEGG, III. n, KIEMBSER OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Bd.ir.t. /iuU METSCH, 1. METSCH, II. KIELMANSEGG I. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. KINSKY, I. KINSKY, III To I M OBEROESTERREICHISCHER ADEL KDLNITZ. KOLLONITZJV. KOLiV Bd. W. 5. Taf. 1-1 KÜLNPÖCKJ. KOLNPÖCK.IT. KDMETERJ KOMETER,n KRAFFT.n. ■ , I V f ■f. - ■ Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. vnntf < Taf.'iS. KKESSUNG,!. KRESSLING,!. POGWER,(AIGNER.) KRESSIMUT. KRIEOIIBAIJM.II KRIECHBAUM, IV. KFUECIIHAUM.V, ICHBAUM,VI. KRIECHBAUM,VI KUEFSTEIN, I. KUENAST KULMER,I KUNITZ, I. KUNITZ,« kunitz, iu KUNITZ, IV. KUNITZ. Y KUNITZ,VI. KURTZ Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. TafA9 LAMBERG, I. EQIME'JN LAMBERG, ff. MBERG, UI LAMBERG. V LAMBERG, YJ. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Bd. jy. 5. Tai. äff. lld.KJ. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Taf.Sf. LANDAU.!. LANDAU,H. LANGENBERGS LAUDENBERG JT. LANDENBERG.IU. XÄNDENBERGM. LANDENBERGJV. LANDENBERGK. AAAä 1 mmm. •• •••• . .. Bd. Wo. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. uhdenberg,!. LANDENBERG,XI. Tat? 52. LANGENBACH. jBdIFj. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. LÄVERJLN.l. Tat 33 LAVEMN,n. LEROCH. LEUTZENRIEDER. LEVASORJ. ■ Bd.B'S. LEWEN. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Tam. 1techteneck,!. liebeneceer. LIECHTENSTEIN,!. LIECHTENSTEIN^. LIECHTENSTEIN,II. LIECHTENSTEIN,V- LIECHTENSTEIN ,11 LIECHTENWINKLER,!. LIECHTE NWIN KLER ,11 Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Taf JJ. LIECHTENWINKLER.IH. MITTERBERG. LÖBEL,!. LON.STORF.il. LOSENSTElN-,11. LOH. LONSTORF JH. LONSTORF,!. LOSEN STEIN,I. LOSENSTEIN,IU. LOSE BJWJ. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. LOSENS TEIN,V. Tat'öß LOSEN5TETN.7I. LUDMANNDORF, I. LUDMANNSUoRi'.JI. NEUNDLINGER. LUDMANNS a DORF ß. Bd.W.j. OBEROESTERREIGHfSCHER ADEL Taf.J?. mannagetta. MARSCHALL v. REICHENAU^ MJVRSC11 ALL v.RE rCHENMJ JI. MARSCHÄLLv.MÄIERHOFEN. MAURUS OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Mie.j. Taf. 03. maxlrain i. maxlrain ,11. maxlrain, di. mayrymelnhof, n M3YER v. MAYR AUI. MAYER v.MAYR AU BdlVj Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. MEGGAU, [. MEGGAU,]! Taf öS MEGGAU, MEGGENgOFEN,!, MEGGENHOFEN,!!. MELLAB RUNNER.I MELLABRUNNER,,!. BRANDHOFEN meran. MESSENBECK.I. MESSENBECO. MESSENBECK,III. OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Bdm3 TcufÖC. meurl;i. meurl.n. marjnitsch. Bä.lY.ö. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. MOSHEIM,!. MOSHE IM, JL Tafte. MÜHLDORFER MUflLWANGER,I[. münch. rellinghausen. münch-bellinghausen 4L nagelüinger. NEIDHARDT;!. NEIDHARDT n. Bd.V J. OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Taf: 63. NEUMUS ER.IL Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. 0EDERJ3T. 0EDT.1. TaföV. OEDT» II. Bdms. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. OSTERMAYR,!. OSTERMAYR.n. PACHTA, Taf. Cr. 1kl.WS. 08 ER OESTER REICIHSCHER ADEL. PAUMGÄRTENI. z,Fra u enstei n. PATJMG^TEM^z .Frauen sf SCHMEHEN. Taf ff6. guiut. PÄUMG-ARTENz.frauenstein. PAUMGARTNERz.Grienau. PAUMGÄRTNERz .HOLENST: EPAUMGARTNE R2 HO LEWS TU. PAUMIRCHE R BäW.S. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. peisjser Taf 67. pelle&rini,!!- PERGHEIM£R,I. PERGHEIMER,Iir. PERLAS» Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. FERNAUER. PERNECK,n. PESSLER. CH.ORENSPACH. Y,D PERNDORFER. PERNECK.II1. ibtf&r. PERNAU v.PEREY, I. PERNECKjI. perneck,r PFANSTORFER OBER OESTERREICH! SCHER AOEL. Bd.W.J. J'aroJf PFEF^p,. PFISTERER. PFLACHER,!. ■ BdJl'5. Bd.W.5 OBEROESTERREICHISCHER ADEL. ruf.ro- piber,i. PIßER ,1. LOBENSTEIN!. LOBENSTEIN,IL PIEGER. OBER OESTER REiGHISCHER ADEL. BdlV.Ö. 7btfi71. planck,i. planck,h. pocksteiner f. Bd.W.J. OB EROESTER REICHISCHER ADEL. fmnckh,!. PRANCKHjE. Tctfyzs. lnckh;ih. OBEROESTERREICHISCHER ADEL. MJF.J. " Taf.r.3 preuhafekffl pretjhafem preysinct,!. □ BEROESTE RREICHISCH ER ADEL. prickhelmeyr.,1 prickhelmeyr.ü. prielmayer. PRODVISCHERJ. PROsm&jr. PRUNNER ,L prunn er ,h. PUCHER y: MEGGENHAUSEN. OBEROESTERREICHISCHER ADEL. Mie.j. Taf. 03. PUCHHEIM,! PUCHHEIM,H. PUCHHEIM, IL PUCHHEIMJT. PUCHHEIM^. PUCHHEIM ,1/1. PUCHLEITmii; PirCHLEITTNERJff. PUCHPOCK PUE CHNERvHINTERNDOPPL. 0BER0E6TERREICHISCHER ADEL. ffl.JF.J, Tafi ffi PUECHNERn.OTTSDORF. I. PUTZEN,I. GUARIE Bd. WS. □ B ER OE BT ERREICH ISCHE R ADEL. RÄPPACH. BASTINGr. RATTMAMS/^TOEF.I MTTCHElVßlCHLER. TafW. ÄASP.I. T TMÄNNSTO RFF, H. RECH,I. 0BER0ESTERRE1 CHI SCHER ADEL Bd.JP.J Taftt. RECH, II. ----------------------- reichenstein ,1. REICHENSTEIN;E. REISCHACH. REISCHINGER. RENCKEN. retschan. OBERO ESTE RREIC Hl SCHER ADEL. BäJP.S Tat 70. risenfels. rödern. . _ rödern. DBEROESTERREICHISCHER ADEL. Bd. WS. Taffff. ROSENBERG-,11. ROSENBERGER. R0SENBER&,1V. ROSENBUSCH,!. R0TIIAL.D ROSENBERGJ. ZAVIS v.FALKENSTEINrJI. ZAVISv. FALKENSTEIN,IL ROTKALJL rohalj. rotlial,f. OBEROESTERREICH!SCHER ADEL. Bä.W.J. Taf.SI. ITHALJ, _ ROTUÄL.VI. ROTTALER in STEYR. OBEROESTERREICHISOHER ADEL. BäJV.5. Taf.SZ. SALBUR&.HL „ SALBURG,IV. SALMNElTBURfr. REIFFER SCHEIDT. NIEDER- SALM.I. nieder-saim,H. SÄLM-re1ffersche1dt,i. OBEROESTERR El CHI SCHER ADEL. B(IM3. TafiSS :SALM'REIFFERSCHEIDT BT. 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SPJLmz^XglJS» SPRIN^NSTEINJK. sprinzer^|5tein,x SPRINZEK"STEIN,ZI SPRÜLL STADLEB in d RIEDMARK;I. STADL ind.RIEDMARK,!!. STADLERv.STADELK,T STADLERv. STAD ELK. 41. STADLER ELK.,DI. STAIKLL OBEROESTERREICHISCHER ADEL. M.ms. Tafi/Oü: stal. stängl. starhemberg, i. starhemberg.il starhemberg,hi. starhemberg ^ starhembergj. starhemberg yi. starhemberg jvul. starhemberg jx". starhemberg ,711. starhemberg OBEROESTERREICHISCHER ADEL. MWJ. Taf.lüi. STARHEMBERGJXI. Fürst v. STARHEMBEÄG. OB EROESTER REICHISCHER ADEL. MJVS. Taf. iOZ STAUF FENB ERGER STEGERv. LADEND. I. STEGE RvLAD END,. II. STEGERv.GMUNDEN. STEGERv LAD END.,DI STEGE Rv.ST. VEIT. steinaperger,i- steinaperger,h- steinbacr, e. STEtNBACH,H. STEINPOCK,!. STEINPOCK,R.