Vorlaufige petrographische Bemerkungen liber Gesteine des westbohmischen Cambriums. Von Dr. Karl Hinterlechner. ( Separat-Abdruck aus den Verhandlungen der k. k. geolog. Seichsanstalt, 1901, Nr. 8.) Wien, 1901. Verlag der k. k. Geologischen Reichsanstalt. In Comraission bei R. Lechner (W. Muller), k. u. k. Hofbuchhandlung L, Graben 31 . Gesellschafts-Buchdruckerei Briider Hollinek III., Erdberpitrasse 8. (Sepnrnt-Abdruck aus den Verhandhtngen der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1901, Nr. 8.) M y |S -O « O. \%b Dr. Karl Hinterlechner. Vorlaufige petrographische Bemerkungen tiber Gesteine de s w e s t b 5 h m i s c h e p Cambriums. Von Herrn Prof. Dr. J. J. J ah n wurde mir eine grosse Collection krystalliner sowie klastischer, dem Al ter und derLagerung nach moglichst genau bestimmter praecambrischer, cam- brischer und postcambrischer Gesteine zur petrographi- schen Untersuchung und Classification ubergeben. Die in Rede stehende Suite von Eruptiv- und Sediment-Gesteinen umfasst alles, was derzeit im westbohmischen Cambrium uberhaupt als vorhanden nachgewiesen werden konnte. Vorliegende Zeilen sind nur als eine kurze, vorlaufige Zusammenfassung zu betrachten, der nach den Terrainarbeiten im heurigen Sommer die ausfuhrlichen Resultate der Detailstudien im Jahrbuche unserer Anstalt folgen werden. In diesen wird danil auch ■214 Verhandlungen. P] ausfiihrlich auf die fur das in Rede stehende Material grundlegenden Arbeiten der Herren: Ing. A. Ro si val 1 ) und Prof. J. J. Jalni 2 ) Riicksicht genommen verden, vahrend vir uns hier nur auf das Aller- nothvendigste beschranken vollen. Unsere Fundortangaben sind die vortlich reproducirten Notizen, die Prof. J. J. Jalni im Terrain den Handstiicken auf den Begleitzetteln beigab. Wie aus den Rosiwal’schen Arbeiten hervorgeht, treten im Tejfovicer Cambrium folgende krystalline Gesteine auf: 1. Diabasdiorit, als Liegendes vor dem Porphyr-Felsitporpliyrit „pod trnlm“, als Einlagerung im Taradoxid.es - Schiefer am Mileč (1. c. pag. 211, Nr. 1). 2. F ei ukom iger Diabas, als Liegendes des Lulier cambrisclien Profils, reclites Ufer des Berounka- (= Beraun-) Flusses (1. c. pag. 211, Nr. 2). 3. Porphyrit, „in Verbindung mit dem vorigen" (1. c. pag. 212, Nr. 3). 4. Felsitfels (Felsitporplm-it), aus der Schlucht im Dorfe Tejfovic (1. c. pag. 212, Nr. 4). 5. Felsitporphyrit, am Fusse des Vosnikberges (1. c. pag. 213, Nr. 5). 6. Felsitfels (Felsitporphyrit), als Liegendes der Sandsteinzone mit EUipsocephalus Germari an der Stelle „pod trnfm“ (1. c. pag. .213, Nr. 6). 7. Labradorporphyrit, zvischen dem Milečberge und Kamennd burka unten im Tkale bei dem Karaseker Bache (1. c. pag. 214, Nr. 7). 8. Melaphyr, Var. M. Mandela tein, am Fusse des Vosnikberges, bei der Miindung des Oupoftliales, gegentiber der Ruine Tejrov als Hangendes des obersten Conglomerates (1. c. pag. 215, Nr. 8). 9. M e 1 a p li y r, Var. B. Olivinhaltiger Labradorporphyrit, als. eiae Einlagerung fm Paradoxides : Sdneier am linken.Ufer des Karaseker Baches.beider Miindung des Milečthales in das Beraun- thal (1. c. pag. 216, Nr. 9). j) Ing. A.,Rosiwal: .Pefrographische Notizen iiber Rruptivgesteine aus dem Tejfovicer Cambrium", Verhandl;'d. k. k. geol. R-A. 1894, I. Tb., pag. 210 Ms 217pil. Th.,' pag. 822—327. * —, — „Petrographisclie Charakteristik einiger Grauwackengesteine aus dem Tejfovicer..Cambrium." Ibidem, pag. 398—405. — — „Voriage und petrographische Charakteristik einiger Eruptivgesteine anS dem Tejfovicer Cambrium;'. Ibidem, pag. 446- 449. 2 ) Dr.' 3. J. .Tah u; „Ueber die geologischen Verbaltnisse des Cambriums von Tejfovic und Skrej in Bohnlen." Jabrb. d. k. k. geol. R.-A, 1895, Bd. 45, pag. 641—791. r ■’(' ft .i> i v ..... — — „Kambriuip mezi I.obovicemi a Tejfovicemi" (bobm.) = „Das Cambrium zwiscben Lobovi.c und Tejfovic", Vestnik krak češke společnosti nauk, 1897. 24 SeiteU. ' "''' ' . .... ■ 215 [3] Bericht vom 30. Juni. Dr. Karl Hinterlechner. 10. Melaphyr, Var. C. Melaphyr vom Olivin - Weisselbergittypus (mit einer Nebenart Var. D, pag. 217) als erste Einlagerung im Paradoxides-Schiefev am Fusse des Milečberges (1. c. pag. 216, Nr. 10). 11. Melaphyr, Var. E. Dichter Melaphyr (zum Theil Mandel- stein) von „Branty“ bei Tejrovic am linken Beraunufer, nordostl. von Cote 367 (Studenfi hora) (1. c. pag. 322, Nr. 11). 12. Melaphyr, Var. F. mit Diabasdiorit, wie oben sub 1. Eine Einlagerung im Paradoxides-Sc\iieier im kleinen Kiefenvalde am Fusse des Milečberges (am rechten Ufer des Kardseker Baches) (1. c. pag. 324, Nr. 12, und Fussnote), und 13. Aphanitischer Porphyr (Keratophyr), als Hangendes des Tejfovicer Cambriums; der Fels, auf dem die Burg Tejrovic steht (1. c. pag. 325, Nr. 13). Unter dem allgemeinen Titel Grauwackengesteine vverden von demselben Autor Kieselschiefer, ein weisses Quarzconglo- merat, polymicte Grauwackenconglomerate von ver- schiedenen Localitaten, verschiedene Grauwackensandsteine und -Schiefer und eine sericitische Grauwacke (1. c. pag. 398 bis 405) beschrieben. Soviel iiber die von Herrn Ing. A. Rosiwal erzielten Resultate, damit wir dieselben in unseren vorlaufigen Bemerkungen verwerten, dabei aber weitlaufigen Vergleichen bier vorlaufig ausweichen. Autor beabsichtigt, die einzelnen Gesteine, krystallin oder klastiscb, geordnet nach Profilen, die entweder von Prof. J. J. Jahn schon besprochen worden sind oder erst besprochen werden sollen, der Reihe nach zu erortern. A. Profil 1 ): „Kamenna Mrka“ — „Pod trnim“. 1. Tho n schiefer, R-Sehichten, vom nordostl. Auslaufer des Mileč, nordwestl. Kamenini hfirka: dunkelgrau, dicht, auf der Schiefer- ungsflache ldeine, glanzende Glimmerschuppchen verstreut. U. d. M. erkennbare Bestandtheile: Quarz, Glimmer (Sericit), Rutil, etwas Feld- spath und vielleicht Graphit. 2. Dichter Diabas, als unmittelbares Liegendes des weissen Conglomerates (Olenellus- Zone) im Tejfovicer Cambrium, Kamennl burka (nordl. Abhang): dicht, dunkelgrau gefarbt, unterscheidet sich nach den bisherigen Beobachtungen wesentlich nur durch die noch kleineren Dimensionen der Bestandtheile von dem als dichter Diabas von Rosiwal (pag. 211) beschriebenen Gesteine. 3. Porphyrit (felsitisch), als das unmittelbar Liegende des weissen Conglomerates im Tejfovicer Cambrium, Kamenna hurka: grau, steiniger Habitus, makroskopisch kein Bestandtheil erkennbar. Unter cf. Jahn: „Ueber die geologischen Verhaltnisae etc.“ Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. 1895. pag. 673—681. K. k. geol. Reichsanstalt. 1901. Nr. 8. Verhandlungen. 31 216 Verhandlungen. M dem Mikroskope buschel-, garben-, steni-, kreuzformig angeordnete Plagioklase und eine Grundmasse erkennbar; secundare Bestandtheile Calcit, Chlorit (Rosiwal Nr. 3, pag. 212). 4. Augitdiorit, unterhalb Kamennd hdrka am Wege nach Hfebeem'ky beim Kardseker Bache: rothlich gesprengeltes, griinlich graues Gestein von ziemlich feinem Korne. Man erkennt mit freiem Auge einen Feldspath von rothlicher Farbe und Pyroxen-Nadelchen, einmal einen Krystall, dessen Bruchflache ca. 2 mm 2 mass. U. d. M. wesentliche Bestandtheile Augit, Feldspath sowie der Nebengemeugtheil Magnetit als primare, ein Carbonat, Chlorit und Kaolin als secundare Minerale. 5. Tuffartige Grauwacke, als das unmittelbare Liegende des weissen Conglomerates (Olenellus-Zone) im Tejfovicer Cambrium Kamennh hurka: a) makroskopisch feinkornig, hellgrau gefarbte Korner liegen in einer dunkleren Grundmasse ; b ) theils feiner, theils grober komig als das Gestein sub a, Farbe fast gleicb, mitunter etwas dunkler, angedeutete Schieferung. U. d. M. ein sehr stark zersetztes Gemenge von eckig, unregel- massig begrenzten Feldspathbrocken; Carbonate als Bindemittel neben Chlorit und Glimmer. 6. Melaphyrmandelstein (?) 1 ), von der Dislocationslinie zwischen den beiden Gipfeln der Kamennd hurka: sehr stark zer- setzt, graubraun, hellere, kleine Mandeln in brauner Grundmasse. U. d. M. sicher kleine Plagioklasleistchen. 7. Grauwackensandstein als Geschiebe aus dem groben dunklen Conglomerate an der Basis des Mittelcambriums unterhalb Kamennd hurka beim Kardseker Bache: 16 cm langes, 5 cm 2 im. Durchschnitte messendes halblaibformiges, graues, feinkorniges Gestein. E. Profil: Oestl. Anslaufer des Mileeberges — „Pod trnfm“. Jahrb. 1895, pag. 681 ff. 8. Dichter Grauwackenschiefer als Hangendes der Augit- dioritapophyse am osti. Auslaufer des Mileeberges: dicht, griinlichgrau, muscheliger Bruch, Schieferung angedeutet, auf Kluften ein ockeriger Ueberzug. Erst u. d. M. erkennt man als Bestandtheile Quarz, Feld¬ spath, Muscovit, Sericit, Chlorit, Carbonate. Gestein sehr ahnlich der Rosiwal’schen dichten Grauwacke B, pag. 404. C. Schlucht unterhalb Tejrovic. 9. Melaphyr (?), an der Bruchlinie scheidet den B-Schiefer ab ; ausserlich ahnlich dem Melaphyr, den Rosiwal als Var. F Nr. 13, pag. 324, beschrieb. Farbe hellbraun, zahlreiche Mandelbildungen 0 Bei dem Zeichen „(?)“ hier und weiter unten auf Grund der d. Z, vor- gelegenen Schliffe die definitive Classification wegen zn starker Zersetzung nicht moglich. [5] Bericht vom 30. Jum. Dr. Karl Hinterlechner. 217 (Calcit-Limonit). U. d. M. erweist es sich sehr stark zersetzt; von den ursprunglichen Mineralen wurde bis jetzt noch keine Špur vorgefunden. 10. Metamorphosirter Parado.vides-S c h i e f e r mit Sandstein- einlagerungen an der Bruchlinie unten in der Schlucht: eigentlich eine sehr feinkornige Grauwacke von schmutziggrauer Farbe und dichter Structur. 11. F el si tfels, lag als Eruptivgestein, welches den Paradoxides- SchiefervompoljmictenConglomerateabschied, v or: dichtes, dunkelgrau bis grunlichgrau gefarbtes Gestein von muscheligem Bruehe. U. d. M. Hauptbestandtheil Feldspathleistchen; ihre Anordnung erinnert an die fluidale Structur. Zersetzung weit vorgeschritten, Carbonate treten als secundare Bildungen auf 12. Felsitporphyrit, das unten am Ausgange der Schlucht in das Beraunthal anstehende plattige Gestein von dichtem Gefiige, muscheligem Bruehe, dunkelgrauer Farbe, erweist sich u. d. M. als fast identisch mit dem Felsitporphyrit, den Rosiwal sub 5, pag. 213, beschrieb. 13. Diabasdiorit, von der Stelle, wo der erste Schiefer an- steht, unten in der Schlucht, scheint sich vom Ro si w aFschen Diabas¬ diorit pag. 211, Nr. 1, nur durch das Fehlen der „wie Mandeln um- grenzten Ausscheidungen eines rothlichen Minerals“ zu unterscheiden. 14. Ein aphanitis ch e r Porphyr, gleich oben unterhalb des Dorfes, dunkelgrau dicht, mit muscheligem Bruehe, durfte identisch sein mit dem Gesteine, dasRosiwal unter demselben Namen pag. 325, Nr. 13, beschrieb. 15. Felsitfels, unterhalb des Dorfes T. schon fast ganz unten in der Schlucht: felsitisch, dicht, liellbraungrau mit schmutzig dunkel- rothen, schnurformigen, wolkigen Partien; u. d. M. identisch mit Rosiwal’s Felsitfels Nr. 4, pag. 212. 16. Felsitporphyrit, oben im Dorfe: grau, dicht, mit Aederchen und Knotchen von Limonit und Calcit (mit HGl deutliches Aufbrausen beobachtet), kommt am nachsten dem Rosiwal’schen Felsitporphyrit vom Vosnikberge, pag. 213. Das verwitterte Gesteins- material wird als rothe Zimmerfarbe verwendet. D. Schlucht gegen Kamenna hurka unterhalb Tejrovic (Mittelcambrium). 17. Grauwackensand stein aus der Schlucht stidl. Tejrovic gegen Kamennh hurka westl. vom Stollen: schwach braunlichgrau, fein- kornig, nicht frische Bruchflachen von Limonit (iberzogen. U. d. M. erkennbar: eckige Brocken von Quarz und Feldspath, eine kohlige Substanz, Muscovit als nur sehr kleine Schuppchen. Das verkittende Cement besteht aus den namlichen Bestandtheilen; es scheint nur noch ein Carbonat dazuzutreten (cf. Rosiwal, pag. 402, Nr. 4). 18. Von derselben Localitat wie das vorstehend angefuhrte Ge¬ stein lag ein polymictes Grauwackenconglomerat vor. 31 * 218 Verhandlungen. [6] 19. Felsitfels, siidl. Tejrovic, nordwestl. C6te 316, nordostl. Cote 362, Felsen schon beim Fahrwege, der zur Stelle „pod trmm“ fiihrt: u. d. M. erweist sich ein Handstiick so zusammengesetzt wie das Gestein Rosiwal’s pag. 212, Nr. 4, \vahrend ein zweites mit dem Felsitporphyrit pag. 213, Nr. 5 (1. c.), identificirt werden konnte. E. Milečberg. 20. Diabas, osti. Abfall vom Mileč (Fahrvveg), das unmittelbare Liegende vom untercambrischen Conglomerate: griinlichgrau, nicht mehr so feinkornig wie der Felsitdiabas Rosiwal’s pag. 211, Nr. 2; man unterscheidet u. d. L. gut Feldspathe von einem griinlichen Minerale. U. d. M. gewohnliche diabasisch kornige Structur, Bestand- theile Augit, 'Feldspath; letzterer etwas kaolinisirt. 21. Dichter Diabas, griinlichgrau, amFahrwege siidl. lit. „M“ des Wortes „Mileč\V.“: viel kleineres Korn (dicht) als das Gestein sub 20. 22. Porphyrit (?), als Liegendes des Tejrovicer Conglomerates bei der Miindung des Kardseker Baches, diirfte identisch sein mit dem Rosiwal’schen Porphyrit pag. 212. 23. Diabas (cf. oben sub 20), Felsen beim Flusse Beraun. 24. Labradorporphyrit, siidl. Abfall des Milečberges am Flusse Beraun: griinlichgrau, mit einigen Pyritkrystallchen in der dichten Grundmasse. U. d. M. sehr ahnlich dem Labradorporphyrit Rosiwal’s pag. 214, Nr. 7. F. NNO-Abfall der Studena bora, vis-a-vis von der Kourimecer Fischerei. 25. Melaphyr (wahrscheinlich Rosiwal’s Var. E), an der Beraun zwischen „W“ (Wiese) bei Rybarna Kourimec. 26. Porphyrit-Felsen, am linken Beraunufer vis-a-vis von der Rybdrna Kourimec, osti. Abhang des Pisaruv vreli, Liegendes des Phyllites (B) mit Lyditlagern: dicht, griinlichgrau, nach allen moglichen Richtungen zerkliiftet; auf den Kluften wurde zum Theil Calcit nach- gewiesen. U. d. M. kommt das Gestein wegen seiner Structur (An- ordnung der Plagioklase) am nachsten dem Rosiwal’schen Porphyrit pag. 212, Nr. 3. 27. Melaphyr, nord-ostlicher Fuss der „Studen4 hora“ unten bei der Beraun, zwischen „W“ (Wiese) bei Ryb4rna Kourimec und C6te 242. (nordostl. Tejrovic): abgesehen von einem gerade merklich grosseren Korne gleich dem Rosiwal’schen Melaphyr Var. E. pag. 322, Nr. 13. 28. Augitdiorit, Localitat wie sub. 27: Gestein dunkelroth- grau; in einer fast dichten Grundmasse liegen bis zu 5 cm lange Augitkrystalle, diese stark zersetzt. U. d M. erkennbar als wesent- liche Bestandtheile eine braune Hornblende (?), die sehr kleine Nadel- ehen bildet, grunlicher Augit, Plagioklas, Nebengemengtheil Magnetit und Zersetzungsproducte; Chlorit und Kaolin sicher. [ 7 ] Bericht vom 30. Juni. Dr. Karl Hinterlechner. 219- G. Vosnikberg, Hlinč. 29. Melaphyr, vom Vosnikberge als Hangendes des Cambriums: dicht, dunkelgrau, fast muscheliger Bruch, makroskopisch und. u, d. L. nichts erkennbar, u. d. M. verrathen sich Plagioklasleisten, griiner Augit, Magnetit und Zersetzungsproducte (Carbonate). 30. Dichte Grauwacke (Vosnik), dunkelgrau, mit deutlicher Ripplemarks-Bildung, oberflachlich von Limonit uberzogen. U. d. M ein Gemenge von Feldspath, Quarz, Muscovit, Chlorit, Erz, Magnetit. 31. Hellbraungrauer G rau wack e n s c hi e f er (von Thon- schiefer-ahnlichem Habitus) aus dem Thalchen von Hlinč zur Beraun (siidwestl. Hlinč) weich, mit dem Fingernagel ritzbar, deutlich schiefrig, von zahlreichen Querspriingen durchsetzt, nach denen sich limoni- tische Bildungen ansetzen. U. d. M. Feldspath, - Quarz, ein Glimmer mit sehr wenig Erz (Magnetit). 32. Porphyrit (Vosnik), aus dem Thalchen zwischen der Dubjaner Muhle und Študent, nordl. Zvikovec (Einlagerung im Haupt- gesteine): hellbraun, makroskopisch erkennbarer Feldspath nebst einem dunklen, ganz zersetzten Minerale bildet Einsprenglinge, die in einer dichten Grundmasse eingebettet liegen. U. d. M. konnte vorlaufig nur eine sehr weit gediehene Zersetzung des Gešammtmateriales con- statirt werden. 33. Diabasdiorit vom Vosnikberge als Hangendes des Cam¬ briums: Beschreibung wie in den friiheren Fallen. H. Ouporthal (von dem Felsen an, auf dem die Ruine Tejfovic steht.) Um die Gesteinsreihe aus dem Oupofthale vollstandig vorzu- fuhren, sei vor allem auf die Thatsache verwiesen, dass Rosiwal aus dem in Rede stehenden Gebiete bereits einen a p liani tisch e nf Porphyr (Keratophyr), pag. 325, Nr. 13 (Felsen, auf dem die Burg Tejfov steht), einen Felsitporphyrit, pag. 213, Nr. 5 (vom Fusse des Vosnikberges), einen ? Felsitfels, pag. 327, Nr. 13, und einen Melaphyr pag. 215, Nr. 8, in seineh mehrfach citirten Arbeiten beschrieb. Von weiteren Localitaten hatten wir zu erwahnen: 34. Keratophyr(?), der als Felsen am Aušgange des Oupor- thales als das unmittelbare Hangende des Tejfovicer Cambriums ansteht, griinlichgrau gefarbt ist, dichtes Gefuge mit muscheligem Bruche aufweist und mit HCl behandelt einen grossen Gehalt an Calcit (Zersetzungsproduct) aufweist. U. d. M. Feldspath stark zersetzt, ein grunliches Mineral, das wahrscheinlich als Chlorit anzusprechen sein diirfte, Magnetit und sehr viel Calcit. 35. Diabas, von derselben Localitat wie das Gestein sub 34: dunkelgrau, feinkornig, selbst u. d. L. noch kein Bestandtheil sicher erkennbar. U. d. M. fast sehr gut erhaltene Plagioklasleisten, da- zwischen (zerschnitten) Augit, Magnetit, Chlorit (?), Structur diabasisch kornig. 220 Verhamllungen. [ 8 ] 36. Keratophyr (?) ober der Ruine Tejrovic: blass ziegelroth, fast dicht, mitunter Feldspatheinsprenglinge, reicli an secundaren Bil- dungen (Limonit, Carbonate). 37. Keratophyr aus dem Ouporthale bei Tejrovic: deutlich porphyrische Structur, Farbe hellgrau mit olivengriiner Sprengelung, zwei Generationen von Feldspath und Quarz. U. d. M. wurden die- selben Minerale constatirt, dazu noch Glimmer (Muscovit), Chlorit als Zersetzungsproduct eines (?) Pyroxens. 38 Diabas von den Felswanden am westl. Abfalle des Vysoky vrcb osti. Tejrovic: Structur fast dicht, Farbe dunkelgrau, stark zer- setzt, sonst vergi. oben Nr. 35. 39. Als Keratophyr diirfte wahrscheinlich das dichte, dunkel- graue, stark zersetzte Gestein des Felsens Vejrovka im Ouporthale zu bezeichnen sein. Es soli eine Art Schichtung zeigen; u d. M. ist von dieser derzeit nichts erkannt worden. 40. Keratophyr von Zangrovna, U u s l’s Paradoxides-Scinefer ; Beschreibung vergi. oben. 41. Melaphyr, fraglich; beim Zangerkreuz Cote 278 sehr stark žersetzt, Farbe fast violettroth, Structur dicht. U. d. M. Plagioklas, sehr viel Magnetit und Zersetzungsproducte. 42. Me 1 aphyr, gruniichgrau, rothlichgrau bis dunkelgrau, fein- kornig bis dicht; mit kaiter H Cl behandelt, verrath sich ein sehr grosser Ca C0 8 -Gehalt. Das an Mandeln sehr reiche Gestein enveist sicPi u. d. M. sehr stark zersetzt, besteht wesentlich aus triklinem Feld¬ spath (zumeist Zweihalfter) und etwas Erz (Magnetit), alles andere ist der Zersetzung anheimgefallen, durch welche Chlorit und Calcit in sehr grosser Menge gebildet worden sind. 43. Keratophyr, Cote 278 beim Zangerkreuz: grunii chgrau, dicht, im iibrigen vergi. oben. 44. Keratophyr (?), dunkelgrau und makroskopisch schiefrig; u. d. M. Parallelismus der Feldspathleistchen, fast fluidale Structur. 45. Mittelgrobkorniger Diabas, aus dem oberen Theile des Ouporthales, tritt als Gerolle auf; Farbe braunlichgrau, Plagioklas, Augit, Magnetit, Biotit treteu als primare, Chlorit und Muscovit als secundare Minerale auf. Structur diabasisch kornig. U. d. M. grosse Aehnlichkeit mit Rosiwal’s feinkornigem Diabas Nr. 2, pag. 211. I. Profil von der Stelle vis-ii-vis von Šlovic bis Luh. 46. Diabas diorit, aus dem Thalchen „K paryzkdm“ oberhalb Luh: feinkornig und makro- sowie mikroskopisch ahnlich dem Diabasdiorit Rosiwal’s pag. 211, Nr. 1. 47. G r a u w a c k e n s e h i e f e r, vis-a-vis Šlovic (Schlowitz): dunkel¬ grau, schieferig, fast dicht; ein Diabasdiorit (wie oben ofters be- Schrieben) durchsetzt diese gangfdrmig. 221 [9] Bericht vom 30. Juni. Dr. Karl Hinterlechner. K. Profil voii der Miindung des Zbirover Baches in die Beraun iiber die Slapnicer Miihle bis zur Dlouha hora. 48. Grauwackenschiefer, als Liegendes des Tfemošnd- Conglomerates bei der Slapnicer Muhle: dunkelgrau, mit ockerigen Ueberziigen der Kluftflachen, feinkornig. v L. Dlouha hora, Jezero, Cihatko, Slapy, Lipa, Ostrovec, Mlečice, Žakovina, Lohovičkv. 49. Kera.tophyr, Einlagerung im Paradoxides- Scbiefer der Dlouhd hora am Fusswege vom Zbirower Bache (Jezero) nach Skrej, siidwestl. Cote 401, nordl. Pfiskfice - Baches, siidi. „M“ (Slapnicer Miihle); Farbe schmutzig-braunlich bis rothlichgrau mit Limonitflecken; dicht, fast splitteriger Bruch. U. d. M. Feldspathleisteri, fast nur Zweihalfter, zeigen die Anordnung wie bei der Fluidalstructur. Zwiscben den Plagioklasleisten tritt ein griines Zersetzungsproduct ziemlich reichlich auf, wahrscheinlich ist es Chlorit. Untergeordnet findet man Magnetit, Limonit, Kaolin und etwas Calcit. U. d. M. erweist sich das Gestein fast genau so zusammengesetzt, wie der Rosiwal’scbe Keratophyr pag. 325, Nr. 13. 50. Keratophyr vom nordwestl. Abhange des Hiigels Cdte 401 (cf. oben Nr. 49), sudl. Skrej: identisch mit dem vorausgehenden. 51. Keratophyr, Buchava-Steinbruch beim Hegerhause Slapy: reicher an Limonitbildungen, sonst wie oben Nr. 49, 52. Keratophyr, vom Ltpaberge: grau gefarbt, makroskopisch wenig zersetzt, sonst wie oben' Nr. 49. 53. Keratophyr, siidi. Cote 288 (1 : 25000) bei Slapy-Podmoky, westl. Cote 354 (1: 75000): identisch mit dem Gesteine sub Nr. 52. 54. Keratophyr, vom Zbirover Bache siidi. der Podmoker Miihle: wie die oberen. 55. Felsitfels (?), von den Feldern unterhalb des Jagerhauses Ostrovec: hellgrau, auch rothlichgrau gefarbt, dicht. U. d. M. scheint er dem Rosiwal’schen Felsitfels, pag. 213, ahnlich zu sein. Es diirfte jedoch an derselben Stelle auch ein Keratophyr (cf. oben) auftreten. 56. Melaphyr, oberhalb (siidi.) Jankowsky mlyn (oben am Plateau). Form des Belegstiickes: Gerolle; Farbe grau mit graubrauner Verwitterungsrinde, Structur feinkornig; in der Vervvitterungsrinde treten zu Limonit zersetzte Olivine auf. U. d. M. wurde vorlaufig keine Besonderheit constatirt. 57. Diabasdiorit (?), aus dem Steinbruche am linken Ufer des Zbirover Baches, vis-a-vis von der Jankover Miihle: feinkornig, dunkelgrau, sonst wie die Diabase oben. 58. Limonitreicher San ds tein, zinnoberroth, dicht, in den Holilraumen Quarzdrusen. Zbirover Bach bei Jankovsky mlyn. 59. Felsitfels, siidi. Cote 397, nordostl. Cote 357, nordl. Ostrovec am Mlečicer Bache: rothlichgrau, dicht. U. d. M. normal. 222 Verhandlungen. [ 10 ] 60. Keratophyr, Cote 333, nordwestl. Ostrovec am Mlečicer Bache: dunkelrothlichgrau, im frischen Bruche dicht, auf angewitterten Flachen poros. U. d. M. erkennbar: Feldspath, Chlorit (als Zersetzungs- prod.uct), Magnetit, Calcit; durch nachtragliche Auswitterung des Chlorit und Calcit entsteht die porose Structur auf einzelnen nicht frischen Bruchflachen. 61. Felsitfels (?), osti. Mlečic, unten im Thale am Fahrvvege aus dem Thale des Mlečicer Baches nach Mlečic: hellbraun mit braunen, unregelmassigen Limonitflecken, dicht. U. d. M. scheint er dem Rosiwal’schen Felsitfels, pag. 212, ahnlich zu sein. 62. Dicht e Grauwacke (?), im „Thalchen“ osti. Žakovina, sildwestl. Mlečic: Lagergang im Paradoxides- Schiefer, schwach braun- lichgrau, dicht; kommt u. d. M. sehr nahe Rosiwal’s dichter Grau- wacke pag. 404. 63. Quarzporphyr (?), von derselben Stelle wie Nr. 62: hell¬ braun, Structur porphyrisch, Einspr^nglinge von Quarz und stark zer- setztem (?) Orthoklas. U. d. M. erkennt man ausser diesen noch ein glimmerahnliches Mineral. 64. Grauffackenconglomerat, nordwestl. vom Kreuze im Thalchen nordl. Lohoviček: grauweiss, fein- bis grobkornig, besteht zum grossen Theile aus Quarz von weisser bis rosarother Farbe; als Bindemittel tritt theils sehr feinkorniger Quarz, theils zu Kaolin zer- setzter Feldspath auf. 65. Keratophyr, nordwestl. vom Kreuze nordl. Lohovičky im Thalchen, auf dem beigegehenen Begleitzettel als „lichter, nahezu dicht erscheinender Quarzit“ bezeichnet, erweist sich u. d. M. fast nur aus Feldspathleisten (Plagioklas) zusammengesetzt (Zvveihalfter). Das gewohnliche chloritische Mineral scheint zu fehlen; als secundares Mineral tritt reichlich Kaolin auf. In einem Schlilfe von einem violetten Handstiicke erscheinen die Plagioklase so angeordnet, dass man ge- neigt ware, die Structur als fluidal zu erklaren. 66. Porphyrit, osti. Cote 413, westl. Cote 391, nord-nordostl. Lohovičky, als Liegendes des Untercambriums: porphyrisch, grosse, weisse Feldspatheinsprenglinge, ganz zersetzt, erscheinen in einer braungrauen Grundmasse. Der farbige Bestandtheil ist u. d. M. voll- kommen zersetzt gefunden worden, vielleicht Hornblende. 67. „Diabas, schneidet den Paradoxides -Schiefer im Osten ab, westl. Cote 391, sildl. Mlečic", diirfte nach den Beobachtungen u. d. M. ein stark zersetzter, grilnlichgrauer, dichter Porphyrit sein. Anordnung der Plagioklasleistchen wie bei der Fluidalstructur, der farbige Gemengtheil erscheint ganz chloritisirt. 68. Felsitporphyrit, nordl. Cote 362, siidostl. Cote 402, ostnordostl. Mlečic: hellbraungrau, dicht. U. d. M. kommt er dem Felsitporphyrit Rosiwal’s, pag. 212, nahe. 69. Porphyrit, „Einlagerung im Sandsteine mit Paradoxides- Schiefer osti. Cote 396, westl. Podmoker Muhle an der Strasse": grunlichgrau, u. d. M. ahnlich dem Felsitporphyrit Nr. 68. [ 11 ] Bericht vom 30,- Jttni.Rr. Kari Hinterlechner. 223 70. Porphyrit, westl. Abhang des Dubinky-Berges (Felswande) unten am Zbirover Bache bei Jezero, siidl.- Cote 263, nordostl. C6te 379: dunkelgrau, dicht. U. d. M. keine Besonderheit. M. Lohovic, Terešovska hut', Vejvanov, Zbečno, Vlastec- Januška. 71. Porphyrit(?), schmutzig-griinlichweiss, ganz zersetztes Ge- stein aus dem Steinbruche osti. C6te 448, westl. Gote 437, siidl. Cčte 447, sudostl. Gross-Lohovic; ob das unzersetzte Gestein als Porphyrit bezeichnet vverden darf, kanu derzeit nicht definitiv ent- schieden werden. 72. Keratophyr, Aufsčhlušs am Fahnvege von Gross-Lohovic nach Klein-Lohovic, nordwestl. Dampfmiihle, osti. Cote 423: beli violettgrau, weiss gesprengeltes, dichtes, stark zersetztes Gestein. 73. K e r a t op hy r- A p o phy s e, im Paradoxides- Schiefer siid- westl. Cote 355, sudostl. von Žakovina, westl. Terešovska huf: auf frischen Bruchflachen dunkel griinlichgrau, sonst von Limonitiiber- ziigen braun gefarbt, dicht. U. d. M. rekli an einem zersetzten, farbigen Bestandtheile. 74. Felsitfels, das unmittelbare Hangende des Paradoxides- Schiefers am nordvvestl. Abhange des Berges Cote 435, westl. „Hiitten“ am Lohovicer Bache: felsitisch dicht, braungrau, kommt u. d. M. nalie dem Rosiwal’schen Felsitfels pag. 212. 75. Felsitfels, am rechten (osti.) Ufer des Wildbaches im nordl. Theile des Dorfes Hiitten: violett, sonst wie oben Nr. 74. 76. Felsitfels, aus dem Steinbruche siidl. Terešov, nordl. Rodliceberg: beli briiunlich- bis griinlichgrau, felsitisch. 77. Quarzporphyr, aus dem Steinbruche am Cihadlo ober- halb Vejvanov: Quarzeinsprenglinge liegen in hellgrauer, felsitischer Grundmasse. (J. d. M. lost sicli cliese zum Theil in Feldspath, Quarz und Glimmer auf. Durch das Auswittern der Quarze wird die Ober- flache „zellig“. 78. Quarzporphyr, aus dem Steinbruche auf dem Berge Lom, C6te 405, siidl. Zbečno (osti. Purglitz): Blassroth bis ziegel- roth, durch zwei Generalionen von Quarz und Feldspath porphyrisch struirt, Feldspath stark zersetzt; eine kleine Partikel eines Feld- spathes wies Gitterstructur auf, vielleicht Mikroklim Die Quarzein- sprenglinge fallen aus der Vervvitterungsrinde aus, wodurch das Ge¬ stein an solchen Stellen ein blatternarbiges Aussehen erhalt. U. d. M. erkennt man ausser Quarz und Feldspath (Orthoklas) noch ein Glimmer- mineral (Muscovit), das unzweifelhaft secundaren Ursprunges ist. Der Feldspath ist stark kaolinisirt. Die Korngrosse der Grundmasse ist keine regelmiissige; bald besteht diese aus einem fast unentvvirrbaren Gewirr von Quarz-Feldspathkoruchen, bald werden die Dimensionen ziemlich gross und die Bestandtheile gut erkennbar. 79. Felsitfels, Aufschluss an der Strasse sudvvestl. Cote 250, nordwestl. des Jagerhauses Vlastec: grunlichgraues, dkhtes, muschelig K. k. geol. Reiclisanstalt. 1901. Nr. 8. Verhandlungeii. 32 COBISS 224 Verhandlungen. [ 12 ] brechendes Gestein; u. d. M. erweist es sich als aus einem schier unentwirrbaren Gewirre von Feldspath, Quarz und Muscovit zusammen- gesetzt. NARODNA IN UNIVERZITETNA KNJIŽNICA 00000503124 V * \\e® , l , c C yjVS a Verlag der k. k. geolog. Reichsanstalt, Wien, III., Rasumofl'skygasse 23. Jesellschafts-Buchdruckerei Brtider Hollinek. Wien, III., Erdbergstr. 8.