n Jgnaz Staudinger. Lederer. Prel» str Ein Monat . 40 kr. Vierteljährig 1 fl. 20 „ Halbjährig 2 „ 40 „ Ganzjährig 4 „ 80 „ Mit Post»tch«dl«il. Ein Monat . 50 fr Vierteljährig 1 „ 50 „ Halbjährig . 3 „ — „ Ganzjährig. 0 „ — „ G«»«tag »»« Jasertiougtdthr: Die viermal gespal« tene Drlickzeile wird bei einmaliger Einschaltlmg mit 5, bei zweimaliger mit 8, bei dreimaliger mit 10 Kreuzern berechnet. Erscheint jeden Sonntag nnd Donnerstag in je Einein halben Bogen (die Beilagen ungerechnet). R8«S PrannmerationS-Preis vom 1. Mai an: In Marbull^: Kiir 1 Monat 40 kr., vierteljährig 1 fl. 20 kr., halbjährig si. 40 kr., ganzjälirig 4 fl. 80 kr. Mit Post Versendung: Aür 1 Monat 50 kr., vierteljährig 1 fl. 50 kr., halbjährig 3 fl., ganzjährig tt fl. Zur Bequemlichkeit unserer Abonnenten, welche die Präl nmeratioii am l. nnd eines jeden MonatH beginnen oder erneuern können, nehmen folgende Expeditionen unseres Blattes daS Abonnement entgegen: In Arnfels Hr. K. Nepl, Postmeister. (?'illi Hr. G. 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Um es wiederl)olt lMorzuheben -geht diese dahin, vermeidliche Uebelstände auf dem Gebiete geistigen nnd gesellschaftlichen Lebens, soweit sie nicht in den Kreis der Politik eingrei-fen, - mit wahrheitsmuthiger Offenheit und zu-gleich mit jener Discretion zu besprechen, welche Personen schonend - nur Zustände und Verhältnisse in s Auge faßt. l^s gibt zwar eine kleine Partei, welche in mehr oder weniger ignobler Weise das Bestrebniß vernrtheilt, - dasjenige, was zu den Anforderungen vernünftiger.Zweckmäßigkeit und vorurtheils-freier Bildung in Widerspruch tritt, unverholen als unberechtigt und silr die Wohlfal)rt der Gesellschaft untauglich zu bezeichnen. Diese Partei der geistigen Armseligkeit und selbstgefälligen Schmähsucht kann von vornherein eines Besseren ' nicht belehrt und von der Redlichkeit unserer Ge-sinnung nicht überzeugt werden. Es kann uns fortan gleichgiltia bleiben, ob sie auch fernerhin ihren bornirten Ansichten über die „BostM" der Publicisteu, dieser „Alleweltaufhetzer", Ausdruck gibt oder nicht; denn Jedermann, der die Ideenströ-mungen unserer Zeit begreift, wird sich von dem traurigen Gekeife dieser geistig Verkommenen mit Verachtung oder bestenfalls unter Mitleid wegwenden. Für die Angriffe dieser kleinen aber - verleumderischen Fraktion finden wir volle Genug-thuung, wenn wir es jener Partei recht machen, welche so viel Herz und Kopf hat, um das Wesen des maßvollen Fortschritts zu verstehen und an den Wegen, die ihn fördern, warmen Antheil zu nehmen. Hoffen wir, daß es auch eine dritte Fraction, welche in ihren Ansichten übn die Aufgabe der Publicistit noch schwankt, allmählig lernen werde, bei der Darlegung eines Mißbrauches oder Uebel-standes Personen und Sachen von einander zu trennen, - und in einem JonrnalaufsaKe, welcher sich gegen Unzeitgemäßes und Unzweckmäßiges ausspricht, keine böse, sondern im Gegencheil die gute Absicht zu erblicken, daß die Beseitigung eines liebels angeregt oder eine Wendung zum Besseren angebahnt werde. Allerdings ist es schwer, aus dem Bann-kreise der Subjeetivität in die sreie Welt des !^b-jeetiven hinauszutreten, das Allgemeine über die engen Schranken des Persönlichen, den Erkenttt-nißdrang nach Wahrheit über die zufällige Meinung zu stellen, - das Interesse für das Gemein-wohl dem Kitzel des selbstgefälligen Bewußtseins: „Ich Hab' doch Recht" - zu überordnen, lleber-lassen wir es der Zeit, auch in dieser Richtnug klärend, bernhigend nnd bessernd einzuwirken. Daß die Tendenz d-s Lorr. f. U. vielseitig dem richtigen Verständnis begegnet, belveist auch der Umstaud, daß viele ehrenwerthe Persönlichkei-ten, die sich bisher mit Publicistit nicht befaßten, in die Arena derselben traten, um an den wohlgemeinten Anregungen theilzunehmen, welchen unser Blatt immer willig seine Spalten öffnet. Der Corr. f. U. will auch fortan ein literarisches Itelldicheiu für jene Männer bleiben, welche dem Fortschritt im geistigen und socialen Leben nicht nur redlich gelvogen sondern auch bereit sind, herzhast für denselben das Wort zn emreifen und dessen wol^lthuende Geltung nach Möglichkeit zu fördern. ----------- Die Theatersragc in der Landeshauptstadt Graz. Das Theater hat, wie fast überall, auch bei uus eigentlich seit Langem aufgehört, ein Bolks-bildungsinstitnt, noch melir ein Tempel der Kunst zu fein; man sucht in seinen Räumen znnleist nur llnterhaltung, ein Mittel gegen die Langeweile unbeschäftigter Abende, wobei das „Mitspielen ohne Gage" nach des Altmeisters Göthe trefflichem Ausdrucke selbstverständlich nicht fehlt. Daß es so weit gekommen ist, so weit kommen konnte, darin liegt eben des Ilebels Kern. Man gewöhnt sich an Alles, auch an das Mittelmässige und Schlechte. Der Beweis dafür liegt offen da. Unfer gewöhn-liches Publicum applaudirt, wo derjenige, welcher das Tlieater selten besucht und seitUtl Geschmack noch nicht so verdorben, seine Anford!.rungen noch nicht so tief lierabgeftimmt liat, höchstens mitleidig zn lächeln v-rmag. Das gilt von den Künstlern sowohl als von den Stücken. Aber k'icscs tägliche Publicum ist nicht dasjenige, welches ein Theater hält, eine Direction reich macht. Es besetzt Parterre, Sperrsitz und Logen in ziemlich dünngesäeten Reihen Ulld dient höchstens dazu, die Tagestosten zu decken. Man kann sich davon am besten überzeugen, wenn irgend ein berühmter Gast, oder ein, das Interesse in außergewöhnlicher Weise anregendes Drama, oder eine neue Oper zur Vorstellung kömmt. Dann finden sich neben den Habituss, unter welchen die stillen Verehrer einer Sängerin oder Schanspielerin keine verschwindende Minorität bilden, Personen ein, die sonst das Theater nie besuchen uud die wenigstens zum Theil ästhetische Anforderungen stellen. Gewöhnlich gibt eine solche Gelegenheit nnr den Maßstab an die Hand, die Misere der gelvöhn-lichen Leistungen in ein helleres Licht zu stellen. Bei alldem läßt sich der Einfluß, welchen die Schau-bühne anf die ästlietische und moralische Bildung einer BevölkerllNg übt, nicht hitlwegleugnen und wo in einer grossen Stadt, zu welcher Graz mit seinen mehr als 70000 Einwohnern doch gelviß zählt, ein einziges Theater besteht, wird dieser Einflnß um so fühlbarer und größer. Mit vollstem Rechte wenden daher die Landesbehörden und der Landes-Ausschuß eine besondere Aufmerksamkeit auf den Zustand der Bi'chne, nnr daß sie leider selbst beim besten Willen nicht eine Abhilfe schaffen können; am Ersten wäre hiezn die Presse berufen; doch wir »vollen auf die Gründe nicht eingehen, welche die Kritik zu einer Illustration von der „Keiferin Zähnlnng" machen. Unsere Theater-Referenten brauchen sich, so viel gute Eigenschaften sie sonst haben mögen, nicht wie Ladt) Macbeth die Hände zu lvaschen, sie bringen Niemand um, nicht Ein-nlal den, für lvelchen es zur Rache des an der Kunst verübten Mordes eine gerechte Vergeltung wäre. Früher war das begreiflich, so lange ein Polizeidireetor jeden ihm mißliebigen Tadel einer nnter seiner Protection stehenden Künstlerin pro-prin. mann streichen durfte und Polizeicommijsäre auch eilt ironisches Lächeln über eine unglückliche Darstellung ordnungsividrig finden durften. Die Zeit, aus Schwarz blendendes Weiß zn machen, ist Gott sei Dank, seit Langem schon vorüber, auch jene - hoffen wir, wo man die Direction nicht zur Rede stellen durfte, weil ja der ladel zugleich die ^berdirection, somit eine Beliörde traf; auch jene Zeit, in lvelcher es lvenn nicht verpönt, so doch bedenklich war, den schlechten Geschmack der neuesten italienischen Opern uud deren Gehaltlosigkeit zu bekelmen. Wir könnten eine kleine AnSlvahl von illustrireuden Vorfällen geben, doch wir ivollen nicht boshaft sein. Genut^, seit Jahren ist das gebildete Publicum, jenes, ivelches das Theater anch in anderer Absicht besucht, als die Langweile zu tödten, mit dem Zustande nnserer einzigen Schaubühne unzufrieden und man hörte es allentliallien laut genug äußern, das; die Direc tion ihrer Anfgabe nicht "gelvachsen war, daß Rc zi^rtoire, Regie. Ausstattung neben völlig ungeni't-gender Beselmng der Rollen, im Drama sowohl als der Oper, einer Hauptstadt, wie Graz, durch aus nicht würdig seien. Wir wollen nicht nntersu chen, in wie weit jede Einzelne dieser Klagen begründet war, - daß unser Theater im Ganzen und Großen unter Balvanskl)'s Direction zurückgegangen ist, glauben wir jedoch als eine unbe-streitbare Thatjache hinstellen zu können, wie es auch kein Gehtimniß ist, daß Herr Balvaneky selbst dabei auf keinen grünen Zweia kommen konnte. Berl^leicht man jedoch die Größe der g^eftchertett C'innahmcn, die Höhe der Preise, die v^röße der zufließenden Unterslüßung von Seite der ^^andschast mit denselben Faetoren unter den früheren Direetionen, so wird Jedermann zugeben müssen, daß Herr Balvanoky sich in einem ungleich »günstigeren Verhältnisse befand. Die Erhö-lntng der 1!ogtNprtise allein gibt ein Mehr von vielen Tausenden. Die Vorgänger des gegenwärtigen Direetors, mit AusnalMe des Herrn Schwarz, hatten bekanntlich Gewinn von ihrem Unternehmen, obgleich sie vielleicht das Tritttl)eil weniger an gesicherter Einnahme hatten und wie z.V. Thom«^ für eine Auöstattnng sorgten, die seitdenl zum Vtälirchen geworden ist. Icpt lassen Decoiationen, (postum, die Inseenesepung überhaupt mehr als billig zu wünschen iibrig und stud oft mit der Zeit^ in welcher ein Drama spielt, inl lächerlichen Widerspruch. Wie lange hatten wir keinen ersten Tenor, keine Primadonna, vom Schauspiele nicht zu reden, indem mit Ausnahnle der ^rls. Schwei-gert und Steger, an eine anständige Besetzung weiblicher Rollen nicht zu denken war. Fand sich je ein Mitglied von höheren! Talente, so konnte man gewiß sein, es bald wieder ziehen ^u sehen. Daß unter diesen Umständen die Posse die Herr^ schaft im Nepertoir übte, welches der klinstlerischen Aufgabe einer Schaubühue keineswegs Rechnung trägt, verstellt stch von selbst. In der Oper fel)lte es zudeul an einenl ordentlichen (ihor. Mtschling folgt.) -- (?ine neue Partei in Oesterreich. Graz, 1. Mai. Man sollte glauben, nnser großes Oesterreich sei doch schon dnrch Parteien aller Farben genug beglüett; wir liaben (ientrali» sten und Föderalisten, UnioniNen und deutsche Autouomisteu, iäonservative und ^iberc^le, Neactio-uäre und Demokraten, dann nationale Parteien, so viel es in nnserenl polliglotten Staate Nationen, alte und neuerfundene gibt, - und doch taucht plötzlich in der Vutte unserer Stadt eine neue Fraction ans, die lebt und stirbt silr die preußische '^lrenz-Zeitung. Ä^^er sind diese ü)iiller sür Gott, s^iönig Briese aus Pcnsionopolis. II. C's war ein herrlicher Wilttertag, als iei) meinent nenen Bekannten, dem Seliloß-berqe, den Crstlingsbesuch machte. leichter Säineeflor deckte die Erde und zerknisterte unter den Fnßeii. Das Äuge der Sonne haftete groß und leuchtend auf dem Weiß der Flnren und Vert'ie, ohtte es verscheuchen zu können und seine Strahlen rörl,eten bell leichten Nebelmantel, den die Mur uul siel) geschlungen. Vald lag Ulir die Stadt zu Füßen - nnd denl elltznckten Altge ge geni'lber, - lner das rei^nde Mittelgebirg,^ dort die gewaltige '^U'tte der Obersteieralpen. Hatte sich der Blick in der Ansicht der fernen Höhenzüge er-sättigt, so schweifte er dann mit innigem Behagen über die nestartig znsanmlengedrängte itinere Swdt. die Mur lnnab dnrch das liebliche Grazer Feld. Als ich so den Berg umstiege!» hatte und tvieder an deu Ul,rthurn! zurückka!N. diesen vier-scknötigen, verwachsenen und beschlafmützten Kerl, lelinte'ich mich an die Mauerbrüstung und liei; geschlossenen Anges die ganze Reil)t der einge-prägten Bilder a!! meinem inneren Gesichte vorüber-zieben. So in mich verloren, beachtete ich katlm den schärferen Strich des Windes, bis auf ein-mal das Flüstern eiuer (^Geisterstimme an mein Obr schlug. Es war - das wukte ich gleich - die Ansprache des Schloßberges. „Alte ^^eute plau-dern gern" begann der alte Kulnpan, - ,.nnd da ich mich gar nicht mehr an meinen Gebnrtstag zu erinnern tveiß - so muß ich auch eine hüb'che Tracht ^ahre zälilen; - das, lieber junger Herr, und Vaterland, wird der erswunte Leser fragen? Sind es Häupter sechzehnalMiger Adelsgeschlechter, denen „das Vaterland'' ju liberal ist und die sich daher vom Urquell des Aunkerthunis im Rachbar' Staate erbauen lassen wollen; sind es nach einem schwarzen Vogel irtMd einer Elasse Lüsterne, oder sind es gar ideale Träumer von deutscher Einheit, die solche nnter schwarzweißem Banner allein für möglich halten? Nichts von alledem - es sind ganz geivöhnliche Menschen, mit uud ohne schivarzen oder blonden Backenbärten. Ihre politische Gesinnung !var früher dnrchans nicht bekannt, ihr öffentliches gemeinsames Wirken hatte sich bisher stets nur im Winter ans ein Bolzfchießcn oder eine elirbare Partie Tarok, im Sominer aufKlegel-fpieleu beschränkt. Sie lassen sich photograplsiren, !vie andere Erdensöl?ne nnd lesen bisiveilen das Fremdenblatt, oder einen neuen interessanten Roman von Ed. Breyer. Und uun welche Unuvandlnng; sie alle sind Politiker geworden nnd stellen sich unter die Fittige des einköpfigen preußischen Aars. Was !var wohl die Triebfeder zu folchem Beginn? Verletztes Ehrgefühl, Rache an der Vienfchheit, die ihren hohen Werth nicht recht begreifen konnte, riß sie auö ihrem bisherigen Stilleben und füllte sie auf dieses ihueu bisher fren!de Gebiet. Ihr Schlachtfeld ist die Ressource, der Mittel-p!lnct beinahe alles geselligen Lebens unserer Stadt, der Grund so vieler Erlntternng: eine nicht nach dem Wnnsche der edlen Kämpen ansgefallene Ans-schnßwahl. Als letztere beendet war, als trotz aller Ehieanen der nene Ausschuß seine Thätigkeit eröffnete, begnügten sich die Anhänger des alten Re-gi!ntntes ansa!!gs, i!N stolzen Bewußtsein ihrer Ünentbehrlichkeit, jeden Beschluß desselben spöttisch zn belächeln, wohl anch i!N Kreise trauter Freunde sich weidlich auszuschilnpfen, nebenbei aber auf allfällige Blößen der mit den! Vertranen der Gesellschaft beehrten ein scharfes Auge zu haben. Doch keine solche ließ siel) entdecken. Die Bälle waren glänzend, die Fastennnterl)altungen citnil-santer, denn je, der Stand der Easse, der sogar, gegen frilhere Getvohnheit, anch den Nichtausschns;-'?^iitgliedern stets ersichtlich geniacht wurde, ließ troi) 9)tietheerl)öl>ung. Intabnlations-Kosten des Aluetlieontraetes uud verschiedenen Ankänftn nichtö zu wiluschen übrig, - die Eommission zur Revision nnd der leidige lUnstand, daß es in dieser Ialires-zeit hier so schauderhaft langweilig ist - bestinlntt mich znr Eonversation. Auch waren Sie so frennd-lich, !nir ein herzliches Willkommen nnd den An-trag ans beste Kameradschaft l,eranfznrnfen - und da Sie ans allerlei Grazer Geheimnisse Jagd nlachen, ich aber dem lieben Pensionopolis als Taufpathe, Fiungodel und bleibender Eurator bei-gegebeu ward U!td bleibe, so bin ich i!N Stande, natiuilch mit aller Diseretion - die ganze Lebens-geschicl)te nieines Pflegekindes zu erzäblen. Ich glaube jedoch, das; Ihnen ntit der bloßen Einleitung znm richtigen Benrtheilen der Gegentvart gedienl sein wird. Also hören Sie. In den Tagen wo niein liebes Graz noch Oellampen brannte, Vohnkntschen und Postwägen den Semmering passirten uud die Pensionisten nur den Aufputz, niäit den Salat abgaben, - in diesen Tagen der gute« alten Zeit, für die Sie jnnges Volk allerdings keinen Sinn mehr haben, - ging es auf einmal recht mnnter zu. Ich selbst fühle noch lebhaft genug, als wenn es erst heute passirte - den frischen scharfen Wind, der suno 48 vom Sem-mering herüberblies und den Ameisen da unter mir die Köpfe wirbeln niuchle. Ja, ich alter Kerl freute mich sogar recht kiudisch, daß nieine Pfleglinge so rührig tvurden und nicht zurückbleiben lvollteu in dem Genüsse des l)ereinbrechenden Gei-stesfrühlin^ s. Na - dann kanien allerdings anch die Tage des Katzenjammers und ich sah eine schwere Menge verdrießlicher Gesichter auf meinem Rücken und da drunten, denen es in und außer ihrer Haut gar nick.t tvohl schien. Die steirische Gemütblichkeit ging etlvaö in die Brüche, man der Statuten hatte ihre Arbeit nahezu vollendet, eine Neutvahl daher in nächster Nähe und großer Jammer in Israel. Doch „wo die Noth am höchsten, ist die Hilf am nächsten." Ein erleuchteter Kopf entdeckte, daß der neue Ausschuß es sich beikommen ließ, das Abonnement auf >ie Kreuzzeitung, die freilich in Graz Niemand liest, als ein alter Herr im Lesevereine, anfzngeben ; die Archillesferfe der Neugewählten war gefunden und es erschien nun bald ein förmliches Mißtrauensvotum in! Wünschebuche, eben von den Herren obliezeichneter Gesellschaft unterfertiget, Niel-che plötzlich die überraschende Entdeckung gemacht hatten, daß die Kreuzzeitung das Oesterreich am freundlichften gesinnte Organ des prenßifchen Staates und deren Gediegenheit nicht geimg zu r!!l)men fei. Mag nnn das Abonnement auf das preu-ßifche Junker- nnd Mnckerblatt erneuert werden, oder uicht, die Blöße die sich unfere neuerstandenen Kreuzritter gegeben haben, bleibt doch dieselbe. Man dürste nur manche dieser Herren freundlichst ersuche«, das so tapfer vertheidigte Blatt einmal wirklich zu lesen nnd über dessen Inhalt allenfalls ein klares Urtheil zn geben - ihre Verlegenheit wäre lvahrllch keine geringe. Bedanerlich ist das ganze Verfahren, aber nur fiir jene achtnngswerthen Persönlichkeiten, die, obwohl dc!n alteu Ausschuße angehörend, doch wiedergewählt, diese Wahl aus etwas !ttißverstau-deuem Eorpsgeiste abgelehnt hatten uud die nun sttieu !nüssen, für Persönlichkeiten eingestanden zu sein, welche so lächerliche Agitationsmittel antuenden. Doch bleibt nns noch der Trost, daß der neue Ritterbund weder de!N Staate, noch der menschlichen Gesellschaft überhaupt oder der Ressource insbesondere gefährlich werden diirfte, denn man macht allgemein die Bemerkung, dasj er weniger gefürchtet, als vielmehr belacht tvird. .4«,— Pettaner Briese. ll. 7 Ii! nttsereln ersten Brief hatten ttnr znge-sichelt, die Tragweite des Einflnsses, welchen die Literatur ans nnsere socialen Verhältnisse übt, näher zn beleuchten. steckte i!NN!er N!ehr die Köpfe znfammeu - nnd begann das allbekannte Lied von der „schweren Noth der Zeit" wie anderslvo zu singen und zu brun!n!cn. Und doch hat der liebe Herrgott dafür gesorgt, daß dieser Winkel des schönen Oesterreichs inüner !nehr aufgesucht lvard als Paradies ge-müthlicheu Schlaraffeulebeus. Mit Dampf und Geld hielt eine wahre Bölkerwanderuug il)ren jährlichen Einzug, lvarf die alten Laternen, ?.^tau-ern und Thore alln!älig um - und baute neue Strasse!!. V.n lauter Leuten, die billig leben tvollten - ward es freilich thener - aber n!an lernt Alles !nit Zeit nnd Geduld - auch das Theuer« leben und endlich gibt es l)ier nicht wenig Leute, denen es förn!lich gesnndheitsznträglicl) ist, recht viel Geld auszugebeu. Deun sie mitssen dabei speculireu und Belvegnng n!achen. Andere hin-gegen, die nicht viel zu verzehren haben - finden in Diät, frischer Lnft ilnd schöner Gegend dauernde Biirgschaften ihreo leiblichen Wohles. Aber nun genug, die erste Lection soll i!ttmer knrz sein. Ich schließe sie mit einem heilsamen Rathe, den ich des besseren Behaltens lvegen in die Fornl von 10 Geboten kleide: Willst dn Fremdling mit „richtigen" Grazern gut auskomme» und dir die Wege der Gesellig-keit offen halten, so mußt du: 1. Dir gar keine Gnade daraus machen, in dem „einzigen" Graz zu athmeu. Das Phlegula eines Engländers oder den fro-ben leichten Sinn des Iren entwickeln - und Nlit unter „göttliche" Grobheit durchschimmern lassen. Einen oder zwei Iahresenrse in der höheren Aceltmatisirungskunst bei den Herren Iauk Wir würden dieses Thema nicht gewühlt haben, wenn ilber den Werth der Presse für die localen und gesellschaftlichen Verhältnisse hier nicht von jeher die wiedersprechendsten Anschauungen geltend gemacht würden, während gerade Pettau der Ort war, dem in dieser Beziehung ein anregender und belehrender Einfluß der Literatur auf die Bevöl-kerung mehr als manchem anderen Ort Noth that. Es ist kaum ein Decenuilinl verflossen, als der größere Theil der Bewohner der Stadt und Umgebung, der theilmeise daselbst geboren wurde, oder hier abzulebeil beabsichtiget, über die localen Verl)ältnisse und die Schicksale ilirer Wohnstätte eine solche Unwissenheit zur Schau trug, daß er Jahr aus, Jahr ein, seine theils archäologisch und artistisch, theils historisch werthvollen Denknlale und monumentalen Bauwerke beschaute, ohne nur die leiseste Ahnung über deren Entstehllng nnd Entlvickelung zu besitzen, noch in der Lage zu sein, seinen Nachkonlmen über das, was deren Baterstadt schmückt, Auskunft geben zu können ; denn hierüber konnte man sich nur anderweitig in l)öheren Lehranstalten und ivissenschaftlichen Werken Rathes erholen, die beide Pettan in seinen Manttn leider nicht aufzuweisen hat, daher dem Handel und Gewerbe treibenden Einwohner, dessen Streben ans ulateriellen Erwerb gerichtet ist, - auch keine Mittel zu Gebote standen, sich über Dinge zu belehren, die den Mann zieren, die Gefühle für seine Wohnstätte veredeln, seine Anhänglichkeit reger machen und auch seinen Humanitäts' und Wolthätigkeiiösinn anspornen, -indem hier nur ein Manil weilte, der sich der Pflege der Wissenschaften in der ansprnchslosesten Form widmete. Es war diefi der seiner edlen Gesinnung ivegen rül)Nllichst bekannte und leider hier nur zn schnell vergessene Priester Simon Povoden, der durch ein halbes Ialirhnndert in seinem eifrigen Drange nach der Zopograpliie und Geschichte der Stadt Pettau nild all' der umliegenden Schlößei', Klöstn' nnd Pfarren forschte und mit seinen Forschungen viele Bände einschrieb, damit allerdings den Wissenschaften einen dankens-wertl)en - dem Pnblienm aber keinen Dienst erwies, da die von ihnl nnt Fleiß und Sorgfalt zusammengetragenen Resultate seiner Forschungen nieMiils das Licht der Oeffentlichkeit erblickten,- Bora et (Kompagnie auf der !V^!ttrliri'lcke dnrch-macheu. 4. In die Neswnree dich einschreiben lassen, um nicht jeden Anspruch auf „Intelligenz" einzubüßen." - - - -„Genng", rief ich fröstelnd - beurlaubte mich, um Fortsetzung bittend, von dem allen Herrn und wurde noch denselben Abend Neslol'.reegänger. Hninoristischc Hartbergcr Chronik. An die in Aussicht stehende botanische Neu-ruug der Lindenplantage reiht sich serner das eben so anerkennenswerthe Projeet der (^onmlune, eine städtische Baumschule zu errichten, die den pomologiefreundlichen Oekonomen um so willkom-mener ^in dürfte, da die Enltivirung edler Obstsorten hiergegends bislier nur seln' vereinzelt betrieben wird. Es scheint sonach, daß im Schöße der Gemeinde der Geist der Refornl den altpatriarchalischen Widerspruch jener Stimmen im Publicum glücklich überwältiget habe, welche von Neuerungen nichts wissen wollen, besonders wen»l diese etwas kostet und ihre Freundschaft für den statu» quo von Anno Neune damit motiviren, daß es in einer kleinen Stadt, wie Hartberg, „nicht der mühe Werth sei, was Nenes aufzubriugen und das, was für die Großeltern gut qenng gewesen sei, wohl auch di? Enkeln nicht geniren werde." Wessen Geistes -^ind diese alteonservative Opposition ist, braucht nicht erst erörtert zu lverden; sondern in den Archiven des Ioaneums und des historischen Bereines in Graz vergilben. Es ist sonach erklärlich, daß die größere oder mindere Anhänglichkeit znm Heimathsorte es mit sich brachte, daß jede Notiz über denselben, sei sie in einem Bnche, oder einer Zeitschrist gestanden, stets mit besonderer Borliebe, Neugierde und Pietät gelesen wurde, um sich über die Stätte des zeitlichen Wandel s, „von der die Gelehrten so viel zu sagen wußten," zu belehre« und dadurch die Liebe zu derselben zn fördern. Doch dieß waren eben immer nur Notizen nnd Fragmente, welche die besonders seit dem Jahre 1848 reger gewordene Empfänglichkeit und Theilnahme für die Literatur in denl Maße anspannte, als sie von Zeit zn Zeit irgend eine karge Nahrung erhielt. Der Aufmerksame vom Jahre 185() ver-öfseutlichte nnn in feinen Nrn. 1 bis 5, über die Krone der Stadt, nämlich das Schloß Oberpettan nnd in den Nrn. 86 bis 90 über den schönsten Edelstein derselben, nämlich den prächtige!» Donl, monographische Schilderungen, die nicht verfelilten, den angestrebten Eindruck zu erzielen und besonders siir das schöne Gotteslians lvelches durch den Zahn der Zeit schon sehr gelitten, zahlreiche nlit-nnter begeisterte Verehrer zn finden, »vodurch dieses prächtige Baudenkmal uuserer Borfahreu einer so umfassenden Renovirung entgegen ging, daß es dermalen eine wahre Zierde der Stadt, der Diöeese nnd des Landes ist. Durch dieses schöne Beispiel von Achtung für dieunftschätze der Stadt angeeif<'.t, konnte wohl anch die zweite Pfarrkirche derselben, an die sich auch manche schöne Erinnerung unserer Bor zeit knüpft, nicht zurückbleiben nnd die Angehörigen derselben bestrebten sich gleichfalls den ästhetischen Anforderungen der Zeit gerecht zn werden und renovirten auch diesen Tempel der Andacht in der Art, daß er sich nun nngeschent jedeut ähnli-chen Schmuck atlderer Städte zur Seite stellen kann. Sind dieß schon zwei durch den in der Lite ratnr gegebenen Impuls* erzielte Nesuirale, die deil edelsten und lieiligsten Gefüllten des Menschen huldigen und für sie begeistern, so können wir es aber auch nicht überselien, das; es wieder die oft und mitnnler schon lästig getvordenen Anregungei! der Presse lvaren, die dazu beitrugen, den socialen die Herrschaft solcher Prineipien hätte seinerzeit sogar" der Erfindung des Pulvers lnnderlich sein nlnssen. Vielleicht kann siä) die (!:onmulne, da sie einnlal mit Reformen scinvanger gelit, anch nächstes Jahr dazn entschließen, ein Servitnt anfz'.:-l)eben, welches bisl)cr ans der ti'lrkischen Stadl Trommel lastet. Diese hat nämliä? anch hener ne.ch itne ante-diluvianische Verpflichtung erfiUlt, das Fortisiinio jenes tvandernden Sirassenorchesters zu verstärken, lvelches die vierte ?)lc>rgcnstttnde des Ostersonn tageS nach altliergebr^-ichter Sitte zn ninsitaliscl'.en Nuliestörnngen im ganzen Orte benntn, und Unein gelveihte zu'denl Glauben verleitet, sie befänden nch 'in einer Garnisonsftadt, in welc!,er nnl 4 Uhr der Abmarsch zuni Erereiren stattfinde:. Vesoil ders .kranke, von deren ruhigem Schlununer os. die Geuesung abhängt, diirften der Eontmnlle sei'r zum Danke verpflichtet sein, wenn weltigftens dao lächerliche Wüthen auf denl antiPlarischen Kt'.lb' fell einmal aushört. Die Tendenz dieser Nlusita-tischen Promenade, nämlich die Verherrlichung der Anferstelinngsfeier, ist zwar ganz löblich, nur könnte sie zu einer späteren Stnnde eben so gnt erreicht werden, ohne daß nlan die Menschheit an einem Rnlietage zur nm solche Jalireszeit jedenfalls ver-frühten allgemeinen Auferstehnng zwingt und da-dnrch, streng genommen, sogar eine Art ivitzelnder Parodie der hohell Festfeier in Scene se^t. Dieser Unfug könnte also fiiglicb ohne die geringste Verletzung vernünftig religiöser Anschauungen m Hinkunft eingestellt werden; ebenw das Pöllerschienen vor der sechsten oder siebenten Morgennunde. Spiegel der Stadt, - d. i. das Theater in einem dem Zweck des Gebäudes und den Anforderungen der Zeit entsprechenden .Zustande herznstellen, wodurch in wenigen Jalireu die Stadt aus drei Ob-jecten sich Zierden schnf, zil deren Realisirung allerdings Viel klingendes Eapital erforderlich war, wozil aber die geistigen Kapitale der Literatur den Impuls gabeu, daher derselben an den erzielten Erfolgen ein angemessener nicht unbedeutender Antheil nicht abzusprechen ist. Daß die Literatur und ihre Vertreter aber anch ans klingende Kapitale einen eben sogemein-nntugen .--ls lvohltl)ätigen Einfluß übten, könnten die Zweifler an dem' Werth derselben darans schließen, daß es wieder literarische Organe waren, die die Grilndnna eines Fondes für eine - hier so nöthige Realsajule gabeu und durch deren Ein-flnßnahme deniselben in mehreren Theilbeträgen die Snmme von nahezn fl. bereits zugeflossen silld, wälirend für die leidende unbemittelte Mensch-lieit dem Bürgerspitalsfonde 1000 fl. in ähnliclier Weise zugingen. ^Schluß folgt.) Pettan, I.Mai. Da in diesem -lVionate die Uebuugen des hier garnisouireuden 4. Pionuier-BtUaillons inl Brückenschlag über Gewässer be-gillnen, so ist die behördliche Verordnung ergangen, vonl 10. Mai bis 20. Oktober l. I. an den Uebungstassen, d. i. täglich mit Ausnahme der T^mistage,' der Sonn- und Feiertage, von l! bis 10 Uhr Vormittags uud von bis 6 lUir Nach-mi'Uags in der Station Pettan die Schiff-Fahrt auf der Dran einznstellen. Cilli. lSchlnßverliandlung vor dem t. k. .^N'eisa.erichte (^illi wider Maria O. wegen Verbrechens des .^lil'deöMordes.) Nicht ohne das lebhafteste Bedauern tljeilen wir nnt. daß sich in letzterer Zeit die Zahl der Verbrechen des Üindesnlordeo in Untersteiermark in bedenklicher Menge vermehrt habe. Schon sechonlal ini gegenwärtigen Iatire l)at der hiesige Strafgerichtsl)0s sein schiveres Amt gegen Individuen zu handeln gehabt, »velche unter der Anklage dieses Verbrechens vor seine Schranken gestellt Sehr tiiibjch dagegen ist die Sitte, abendliche Osterfeuer auf den Bergen, auch »vohl in den Niederungen anzuzünden, nebstbei hie und da »lateten steigen zu lassen. Die Heuer in üblicher solenner Weise abge-^ haltene kirchliche Anferstehnugsseier, welcher unser Herr j". k. Bezirksvorsteher Strach an der Spitze aller hiesigen liffenrlichen Organe beilvohnte, ivar vom schönsten Weiter begünstig: nnd fand unter Betlieilignug eiuer großen Volksnienge statt. - In den Weingärten hat der vor lnrzenl stattgehabte Frost theilweise schädlich gelvirkt;^ ein-zelne Weinproducenten rechnen über die Hälfte der sonstigen Weinernte für verloren. ?!e Obst Bännie dagegen liaben fast gar nicht gelitten, was > für eine Gegend, in ivelelier Obstniost eille Hauptrolle unter den Getränken nnd Bertanfsartikeln spielt, ein besonderes Gliicl genannt werdeil muß. An obige iat^ile Erscheinnng ans denl Pflanzenreiche reilit sich eine andere aus dem Z^l)ierrciche, die übrigens metjr Besorgnisie als lvirklimes Mal-lieltr im Gefolge liatte. Bei ein paar Hundell in der Gemeinde'Staudach !ame»l uämlich bedenkliche Slimptome der Wnlli znm Vorschem nnd ' einer derselben bis; zlvei ^Ulaben, deren bisberige . Beobachtuug unter sorgsamster ärztlicher Beliand-i lung die geliegten Befürchtungen glücklicherweise nicti't rechtfertigt. ?cr Hund, von welchem der !Biß l,errührte' ward von seinem Besitzer, dem l Gastwirtlk' Niegelbauer in Sallliegg ^Gemeinde ! Staudach) erschossen, noch ehe die Erhebnngs-^ (Kommission am Playe eintreffen und die fernere Beobaättnng desselben unter sicherer Vertvalirung i verfüqen konnte. Die Section dieses 'owie eines wurden und bei der Mehrzahl derselben waren es aanz nichtige Beweggründe, welche der fürchterlichen That zu Grunde lagen. - Indem wir die For-schung über die Ursachen dieser beklaaenSwerthen Erscheinung dem Culturliistoriker überlassen müssen, bringen wir l)ettte den Bericht über die gegen die Kindesmörderin Maria O. jüngst abgeführte Schluß-Verhandlung, welche sowohl wegen der rohen und grausamen Art, womit die herzlose Mutter ihr unschuldiges, wehrloses ^pfer tödtete, als auch wegen des Mangels jeden triftigen Beweggrundes in gleicher Weise die Aufmerksamkeit zu erregen geeignet ist. Die Anklage wider Maria O. fußt auf folgenden Thatumständen: Am 18. Oktober 1861 verbreitete sich in der Stadt Windischgraz das Gerücht, daß bei dem Wirthshause des Georg HeKl in der dortigen Senkgrube der Leichnam eines neugeborenen Kindes aufgefunden worden sei. Das in Folge dieses Gerüchtes sogleich einschreiten-de k. k. Utttersuchnngsgericht fand in der That bei der Stallung des genannten Wirthshauses in der daselbst befindlichen Senkgrube die noch stark mit Dünger bedeckte Veiche eines neugeborenen Knäbleins, dessen blutende, anscheinend von Stichen herrührende Wunden am Kopfe und Nucken keinem Zweifel Raum ließen, daß es durch ver-brecherische Hand sein Leben eingebüßt habe. Die Wirthin Elisabeth Hchl, bezeichnete der Gerichts Kommission sofort ihre Dienstmagd Maria O. als die muthmaßliche Thäterin des verübten Verbrechens und führte die Gerichtsmitglieder in den Stall, Ivo Maria O. in ihrem Bette lag und über Befragen des k. k. Untersuchullgsrichters auch alsbald gestand, daß das aufgefundene Kind von ihr geboren und getödtet wurde. Als das Mordwerkzeug bezeichnete sie eine Mistgabel, »velche wirklich gleich im Hause getroffen wurde. Bei der hierauf vorgeuominenen Seetion der Kindesleiche wurden die Schädeldecke in der linken Seitenwandbeingegend in der Länge von 1^/;^ Zott getrennt, das Seitenwandbein selbst, sowie weiters die 2. 4. und 5. Rippe all der rechten Seite gebrochen, der rechte Lungenflügel verletzt getroffen und überdieß noch mehrfache leichtere zweiten verdächtigen, nach mehrtägiger Verwahrung verendeten Hundes ergab keine andere denkbare Crkranknngsnrsache als die Wuth. Zwei andere Hofhunde sind fast zu gleicher Zeit aus eben jener Gegend unter verdächtigen Umständen entwichen und ihre Signalements den Gemeinden und benachbarten Bezirksbehörden mit-getheilt worden. In Folge dieser bennruhigenden Vorkom-Nisse entwickelt der Wasenmeister mit seinen Gehilfen eine Thätigkeit, welche in allen Vierfiißler-Regionen der Pi'ntschbranche Schrecken und (5nt-seßen verbreitet. „Gnade! Gnade! Ilm meinen Hectorl wär' ja schade! So tönt anitzo mancher Seufzer in die Lilfte und so manches Auweh! Denn - „cs branst der See, Der Fischer will sein Opser halben!" Unser Abdecker heißt nämlich Fischer. Doch Herzog Alba läßt sich durch kein: „Guten Vtorgen Herr Fischer!" rühren und metzelt als autorisirter Privat - Wütherich die Nestroy'schen „pieeoli Vieher eou (jUttttw schonungs- los nieder, denn das Standrecht ist fiir alle „Mopperln" publicirt, deren Zermalmungsorgane nicht durch einen metallenen Beißkorb in ihrer freien Action gehemmt lverden und deren Anhänglichkeit an ihre Besißer neben der natürlichen nicht auch zugleich eine künstliche, durch Schnur oder Leine liervoegerufene ist. Also ,.Baner liäug' dein Pummerl an, Daß er Niemand beißen kann!" Dieses alte Sprüchlein gilt übrigens den Städtern jetzt eben so gut wie den Bauern, den hundefreundlichen Pflaster- wie Flurentretern. Da Verwundungen am ganzen Körper des Kindes gefunden. Diese Erscheinungen, die vorgenommene Lun-genprobe und die weiteren Ergebnisse der Section veranlaßten die Gerichtsörzte zu dem Ausspruche, daß das Kind lebend und lebensfähig zur Welt gekommen und durch ungefähr '/^Stunde wirk-ttch gelebt und geathmet habe, in Folge der oben-bezeichneten Verletzungen aber mit unbedingter Rothwendigkeit gestorben sei. Nach dem Charak-ter der dem neugeborenen Kinde in der rohesten Weise beigebrachten Verletzungen erklärten die Sachverständigen die Angabe der Kindesmutter, daß sie ihr Kind mit der zu Stande gebrachten Mistgabel getödtet habe, für vollkommen glaub-würdig. (Fortsehung folgt.) Radkersburg. -o- Vor dem März 1848 war es eine Ver-pflichtung der damaligen Bezirksobrigkeiten. alle Schubkosten selbst zu tragen. Die Folge davon war, daß, um diese oft bedeutenden Auslaaen zu vermeiden und die liei den öfteren Streifungen aufgegriffenen Bettler und Vaganten für die Folge zu beseitigen, auf eine Abliilfe gedacht werden mußte. Entlegene Ortschaften wurden von Vaganten und Handwerksburschen förmlich gebrandschatzt nnd die oft wegen der Feldarbeiten abwe-senden Bewohner in ihren Häusern derart überfallen, daß die »venigen, oft zur Bewachung des Hauses und Viehs anwesenden tveiblichen Personen sich nur durch bedeutende Gaben vor Aergerem bewahren konnten. Es gingen gewöhnlich mehrere Vaganten zusammen, um Erpressungen leichter zu betreiben, was ilinen leider seljr oft glückte. Was damals geschah, geschieht auch jetzt. Was thaten damals mehrere Obrigkeiten, um ihren Verpflichtungen gerecht zu werden und doch sebst viele Auslagen durch oftmalige Verschiebungen zu vermeiden? Jeder arbeitsscheue Vagant, der eingeliefert tvurde, ist vor dessen Verschiebung in seine Heimat durch 12 Stunden auf den Strassen zum Zerschlagen der Kiessteine verwendet und das Hartberger Pflaster bekanntlich keine müssig-gängeriftien Flaneurs, sondern höchstens Leichdornen erzeugt, liegt in der Bezeichnung: „Pflastertreter" natürlich auch uichts Ehrenrilhriges, denn sie kann hier als gleichbedeutend mit: „Leidende Menschheit" oder: „Regulär maltraitirte Civil-Illf'Nlterie" angesehen lverden. Vielleicht könnte späterhin snecessive der Reservefond der Sparcasse zur Förderung wohlthätiger Reformen auch hier tvirksanl eingreifen. Doch - unser Pflaster bleibt zunächst Be^inemlichkeitsfrage, die Teichadaptirung aber Gesundheitsfrage; letztere hat also unbestritten den Vorrang. Die Klage ^>hres Pettauer f Korrespondenten in Nr. 7 dieses Blattes über den kritischen Are-opag in sUeinstädten, welcher, wenn es sich um Loeal-Correspondenzen in öffentlichen Blättern, vulgo „Zeitungsschreibereien" handelt, gar zu gerne OstracismuS spielt, oder mit komischer Herablassung und vornelimer Huld zeitweilig auch einen oder den anderen Artikel „nicht übel" fin-det, wenn er den üblichen Anspielungsvermuthuu-gen unerhörter Weise gar kein Terrain bietet, und nebenbei doch das Zwerchfell kitzelt, oder gespannte Neugierde befriedigt - diese -^lage, sage ich, lvird ein sympathisches Echo in allen kleinen Orten finden, wo in einem Loealbusen ein füll-lendes Referentenherz schlägt und der Kampf mit jenem publicitätsfeindlichen Elelnente entbrallnt ist, »velches selbst Göttern fatal sein soll. Es ist eben auch interessant, als „Zeitungsschreiber" auf eine Periode einen Rückblick zu werfen, in welcher die Mißverständnisse wie Pilze aus dem Boden wuchsen und drohender Lärm von allen Seiten ihn umtobte, in welcher jede angehalten worden. Dann wurde derselbe weiter verschoben und ihm zuvor bedeutet, daß sein noch-maliges Aufgreifen eine verdoppelte Arbeitsdauer Mr Folge habm würde. Das Ergebniß dieser Verwendung war, daß jeder Vagant, welcher nur einmal im^edachten Bezirke diese heilsame Anhal-tung zur Arbeit erfuhr und Steine klopfte, die Grenze dieses Bezirkes sorgfältig vermied. Mit dieser Verfumlng haben sich mehrere Bezirke herumstreifende Müfsiggänger vom Halse geschafft und selbe durch deren Verwendung im öffentlichen Interesse, wenn auch nur auf kurze Zeit, sogar nutzbar gemacht. Würde die modisieirte Anwendung dieses Mittels nicht auch gegenwärtig von auten Folgen begleitet sein? Was würden manwe liederliche und beschäftigungslose Dirnen sagen, wenn sie z. B. in ihrem pomphaften Anzüge nur einmal eine öffentliche Gasse kehren müßten? Marburg, 4. Mai. -r. Die nächtlichen Einbruchsdiebstähle kommen jetzt in Marburg sehr in Schwung. Ehe-gestern hoben in der Grazervorstadt einige Gauner den fchweren Laden eines Auslagfensters aus, eutferuteu vorsichtia die Glasscheiben und entlven-deten alle in der Auslage befindlichen Waaren. ?Ii.- Bei der hiesigen Sparcasse wurden im Monate April von 237 Parteien 39,762 fl. kr. eingelegt. Werden die Einlagen von den Monaten Jänner. Februar und März l. I. im Be laufe von 116,699 fl. 98Vz kr. l)ittzugezählt, sc ergeben sich als Gesammtsnmme der Einlagen: 156,462 fl. 69 kr. -r. Dieser Tage bot ein Mann in einem Handelsgewölbe der Herrngasse einige neue Stroh-liüte um 40 Nenkreuzer zum Kaufe an. Die Billigkeit dieses Anbotes t>egründete alsbald die Vermuthung, daß die Strohhüte gestohlen seien; der Verkäufer meinte, daß er sie so billig geben könne, weil er sie allein mache;.hier in Marburg lasse er sie nur färben. Mit Hilfe eines Vorübergehenden gelang es, den plumpen Industrie-ritter zu verhaften. Veröffentlichung loealer Borkommnisse als ein Vergehen, kritistlie Besprechnngen als das Verbrechen der Störung der öffentlichen Ruhe, die harmloseste Satlire als Verläunldnng nnd der leiseste leicht M berichtigende Irrthum als Hoch-verrath uud Todsünde lvider den heiligen Geist aufgefaßt wurden. ' Wenn man diese Wogen unerschilttert an sich hat heranbrausen lassell, dalin thnt es um so wohler, wenn der Lalls der Zeit das vorschnelle Verdammuugsurtheil von selbst in manchen Pllneten berichtigt uud die unverfänglichen Absichten des „literarischen Uilruhestifters" nicht länger voUeilds verkennen läßt. Ihr Hartberger Chronist nun glaubt bereits auf diesem erfreulichen Punete angelangt zu sein, wo er nicht länger mit Kassandra klagen darf: „FrommtS, den Schleier auszuheben, Wo das Mißverstättdniß drolit? Nur das Schweigen ist das Leben Und daS Schreiben ist der Tod." - - -Da man allgenlein die Zahl der kalabisir-ten Briefe anführt, kann ich Ihnen mittheilen, daß auf unserem Platze 27 Stück solcher Nach-zügler einlangten. Ein solcher cle clato 13. Oktober 1861 tvar auch mir als Ueberraschung beschieden. Noch uneröffnet, dürfte er des starken Briefpapieres willen, welches Geld veminthen lies;, in den Defraudationsrachen spaziert sein. - Demnächst soll die SchauspielgeseUschaft des Direktors Stoll-Karschin, welche vor Ostern in Fürstenfeld sich producirte, hier ihren Einzug halten, inzwischen „Ruh'n die Dilettanten und des Kränzchens Lieder schtveigen!" Mit einer Beilage. »eUsOe z« Steo. RR Im Sastha»saartm des »rüuermeiperö Herm Gütz unterhielt fich kürzlich ein Mann da-mit, die jungen Triebe der «aftanienbäume sammt Knospen und Blättem ,n verzehren, »eftagt, warum er diesen seltsamen Provlant genieße, gab er naiv zur Antwort: weil es ihm eben schmecke. Endlich wies man diesen sonderbaren Schwärmer aus dem Garten, den er auch, eine Hand voll Zweige mitnehmend, ruhig verließ. Von der steirisch karntner Grenze wird dem Grz. Tlgf. nachstehendes tragisches Ereigniß mitgetheilt: Eine hohe Persönlichkeit begab sich aus den Herzogenberg, um da eine Hoynenbalz mitzumachen. Der Gast wartet mit seinem Kam-merdiener längere Zeit in der Bude am Anstand, doch kein Hahn läßt sich blicken. Der hohe Jäger verliert die Geduld und entfernt sich, seinen Kam-merdiener zurücklassend, der sich sofort auf den Anstand stellt. Da kommt ein Hahn, der Diener drückt los, schießt ihn jedoch blos an, so daß der Bogel noch einige Schritte weit über die Grenze in ein fremdes Revier fliegt und dort fällt. Der Diener, der die Grenzen der Jagdbarkeit nicht kennt, eilt dem Hahne nach. Kaum ist er über die Grenze und will den Bogel ergreifen, ruft ihn eine Stimme an: „Halt, oder ich brenne los!" - Der Diener in seiner Hast achtet die Drohung nicht, faßt den Hahn ; da kracht's > und der unglückliche Mann hat die volle Schrottladung in der Seite. Man zweifelt an seinem Aufkommen. -n- Am 27. April haben beim Gastwirth Blas Roinig im Markte Fraßlau Bauernburschen einen groben Raufexeeß veranlaßt und ist hiebei ein Knecht des Hutmachers Bohinz von Fraßlau mit Messerstichen in den Kops schwer verwundet worden. (Brände.) Am 27. April entstand in der Gemeinde Leutersdorf (Bezirk Aeldbach) ein Schadenfeuer, welches die Wohn- und WirthschaftSgebäude der Bauern Joh. Kainz, Franz Nest und Georg Blaßl, nebst Vieh, Einrichtungsstücken und Geräthschaften einäscherte. Unvorsichtigkeit scheint die TntstehungSursache gewesen zu sein. Am 28. April gegen ü Uhr Abends schlug der Blitz in das Haus deS KeujchlerS Anton EdelSbrunn in der Gemeinde Hilrth (Bezirk RadkerSburg) und äscherte dasselbe sammt Stallung, Kal)nttssen niw EinrichtungSstilcken ein. Der auf 1V0V fl. geschälte Schaden ttifft den Beschädig, ten um so harter, als er nicht affecurirt war. ttchtkn befand sich auch folgend«: „Zn der Gemeinde., gibt es keine Tapferkeit de» Metalls." - Bei dem VezirkSamte zu ... ist über der Thüre des EinreichungS'PrototollS'Bureaus eine Tafel mit der Ausschrift angebracht: TinreichungS-Protokoll deS k. k. Bezirks. amteS zu... Ein Gemeindevorsteher hat nun in einer Ginlage an dieses Bezirksamt als Aufschrift sich folgender Worte bedient: „An ein löbliches ReichS-Protokoll des k. k. Bezirksamtes zu .. Bunte Notizen. »K» (Heitere Bureauerlebnisse.) Den Gemeinden des Bezirkes. . . wurde aufgetragen, alle jene Militär-Abschieder und Urlauber namhaft zu machen, welche mit der TapfetteitS-Medaille deeorirt worden sind. Unter den dießfälligen von den Gemeindevorstehern eingelangten Be. Landwirthschaftliches. ^.(Hoffnungen auf eine reiche Otisternle.) E< hat fich seit dem obstreichen Jahre 1848 vielleicht kein Jahr so segensreich fiir den Obstertrag um diese Zeit angelassen, als eben das heurige. Gewöhnlich prädominirt in einem Jahre die Fruchtbarkeit eii^er Obstgattung gegen die der anderen und der Obstzüchter nennt dasselbe nach Ber-hältniß des Ertrages ein Birnen- oder Aepfel-, ein Kirschen-oder Zwetschkenjahr. TS kommt selten vor, daß in einem und demselben Jahre alle Obstgattungen auf einmal miß-rathen; eben so selten ereignet sich'S auch, daß alle Obst-Bäume reichlich tragen. Ein so an allen Obstgattungen gesegnetes Jahr verspricht das heurige zu werden. Bon der größten Bedeutung in landwirthschastlicher und selbst auch in national-ökonomischer Beziehung ist jedoch die srendige Aussicht auf den reichen Ertrag des ^/tährobstes, der Birnen, Aepfel und Zwetschken, die der Jugend und dem Arbeiter eine gesunde und naturgemäße Nahrung abgeben, zum Obstmost gekeltert aber dem Landwirthe im Gebirge zum uothwendigeu Bediirfniß geworden sind. Die über-schwängliche Freude deS Pomologen wird nur durch die übergroße Zahl der Raupen und schädlichen Jnsecten, von denen die Obstbäume hener belebt sind, in etwas gemindert. Die Railpe der krumata ina^or und mivor, der Spanner, die Ringelraupe, der Rebenstecher und Rüsselkäfer stehen im gleichen Verhältnisse zur Menge der Blüthen nnd geben der gerechten Besiirchtung Raum, daß nicht der kleinste Theil de» gehofften ObstertrageS diesen bösen Mächten schon im Keime zum Opfer falleu werde. GS nehmen diese Landplagen überhaupt mit jedem Jahre zu und werden zur Be-sorgniß erregenden Ausdehnung anwachsen, in so lange nicht dem Unwesen deS Vögelfanges von Seite deS Korst-personales ernstlich gestenert wird und eS noch immer Jagdliebhaber gibt, die eS nicht für entehrend halten, auf Singvögel ihr Pulver zu verpuffen. Geschäftsberichte. Wien, 3. Mai. (Aemtliche Depesche.) Weihen, Maroscher loco Wieselburg von 5 fl. 20 kr. 86'/, Pfd. bis 5 fl. 25, 87 Pfd.; Weihen Maroscher loco Raab von 5 fl. 15 kr. 87'/„ Pfd., Banater loco Raab von 4 fl. 75 kr. 86'/, — 87 W. ; Weissenburger, loco Weissenburg von 4 fl. 60 kr. 85 Pfd.', Preßburger, loco Preßburg von 4 fl. 6V kr. 84 — 86 Pfd.; Marchfelder, loco Wien von 6 fl. 90 kr. 88 Pfd.; Maroscher loeo Wieselburg von 5 fl. 87 Pd. Maroscher loco Raab von 4 fl. 90 kr. 87 Pfd. bis 5 fl. 10 kr. 88 Pfd. pr. Cassa. Maroscher loco Raab von 4 fl. 9b kr. 87 Pfd. Wteselburger loeo Wieselburg von 4 ff. 85 ktl 86 Pfd. Hafer, ungar. Transito von 1 fl. 78 kr. 50 Pfd. bis 1 fi. 80 kr. 60 Pfd. Umsatz in Weihen SS — 30,000 Metzen. HMarbn^, 3. Mai. (Wochenmarkt.) Auch in dieser Woche war die Witterung für den Stand der Feldfrüchte eine sehr günstige, indem Regen nnd Sonnenschein wohl-thuend abwechselnd auf die Vegetation einwirkten. Der keutige Wochenmarkt war etwas stärker besucht und gestaltete sich das Geschäft ziemlich lebhaft. Man notirte: Weizen, bei schwacher Nachfrage, mittlerer Qualität fl. 5 —5.10; Korn bei kleinen Zufuhren fl. 4 — 4.20; Gerste fehlte; Kukurutz, bei fortwährend starkem Begehr fl. 4.25 — 4.60 je nach Qualität; Haiden mangelte stark, blieb jedoch un-verändert und Haber kostet fl^ 2.25 pr. Mehen. — Ferner stellten fich die Preise für Erdäpfel, von denen der Markt förmlich überschwemmt war, fl. 2.10 — 2.20; Hirsebrein fl. 6.70 — 6.80; Fisolen fi. 5.20 — 5.3„ pr. Metzen und fitr Heu fl. 1.50 uud Stroh fl. 1.50 pr. Centner. — 3. Mai. (Holzgeschäfte.) Die Brennholzpreise dieser Woche waren für S0" buchenes fl. 7.75; 30" fichteneS fl. 6.50 und 18" buchenes fl. 4.70 — 4.80 pr. Klafter. Im verflossenen Monate sind hier angelaugt und zur Eisen-bahn liefördert worden: 1275 Stämme lercheneS Schiffbauholz »lud 37,340 Stück fichtene Bretter. Graz, 1. Mai. (Gefchäftliche Uberficht von ?. ö.) Die in den letzten Tagen eingetretene rapide Besserung unserer Valuta verfehlte nicht, auf die geschäftliche Situation unseres Platzes eitlen deprimirenden Eindruck auszuüben lmd beachtet man allseitig eine reservirte Haltung. Im Znckergeschäfte herrscht ebensalls Stillstand und bafiren sich die Umsätze?ttir auf reelen Bedarf. Man notirt: fein ck fst. Naffinad fl. 467, 47-/4; f. fft. MelliS fl. 45'/, — 46. mtl. dto. fl. 44 V, ^ 45, ord. dto. fl. 44'/,. Leim, liellgelb ist fl. 32 — 32'/,, hier angeboten. Zwetschken, jährige, bei schwachen llmsätzen fl. 9 — 9'/, offerirt. WaS die Witternugsverhältniffe anbetrifft, so sind diese den Feldfrüchten fortivährend günstig. Die Preise der Körnerftüchte waren am letzten Woiyenmartte für: Weizen fl. 5.30 — 5.S0; Korn fl. 4 — 4.10; Gerste fl. 3.30 — 3.40; Hafer fl. 2.30 — 2.40; Kukurutz und Haiden (rege Nachfrage) fl. 3.7V — 3.80 pr. Metzen. PettaII, 2. Mai. (WochenmarktS-Preise.) Weizen fl. 5; Korn fl. 4; Gerste fl. 3.60; Kukurutz fl. 4.40; pr. Metzen. Heu fl. 2.— ; Stroh, fl. 1.50 pr. Centner. Rindfleisch 24 kr. pr. Pfund. Briefkasten der Nedaction. Herrn -i- in -a-: Ihre in sachlicher Beziehung werth-vollen Aufsätze würden an Verständlichkeit sehr gewinnen, wenn Sie die Weitschweifigkeit im Periodenbau vermeiden wollten. Herrn8. in Rann: Wir freuen unS auf den baldigen Er.tpfana des Versprochenen. Herrn .^6. hier: Ihr Aufsatz wird demnächst erscheinen. Herrn ?. in Cilli: Sie sollten wissen, daß die Redac-tion mit der Expedition des Blattes nichts zu thnn hat. Diese wird auf das Ordentlichste besorgt und es m^en die beschwerdeführenden Abonnenten daS betreffende Postamt wegen pünktlicher Zusendung deS C. f. U. angehen. D nlirtritftichtu Sari iißbtsouders saieu Hmterbllebenen AllMA/i»W.Mritz. Nachdem ich die in so zarten Worten ausgedrückte Verläumdun^ erst ^ht erfahren, beeile ich mich Ihren schonen Mund Lügm zl» strafen. Vedauere nur, daß man einen Scherz, der nicht verstanden wurde, mit Unwahrhelten räc^n will. Fräulein haben wahrscheinlich nicht gedacht, daß ich noch im Stande bin, mich durch das AufgabSrecepiffe rechtfertigen zu könne«. Der Aufgeber 52) des frankirteu Pac,uetS. ?. Heote Sonntag den Mai 1862: unwiderruflich letzte Borstellung der kiinijtrviterxvsvUijeliilft des Rudolf Stiasny, in drr Rkittunst, Pferdedressur und Eymnaftik am Ezer»i«rpl«tz. bl) Ankündigung. Im Steinbruche zil Roßwein liegen bei 350 bis 400 Fuhre» schönster und bester Gattung Bruchsteine vorräthig gebrocheil und werden baulustigen Herrir zur gefälligen Besichtigung und Abnahme angetragen. Eine Fuhre, die mit 2 starken Pferden bespannt ist. kostet 1 fl. 20 kr. ö. W. Auch sind daselbst vou 3 bis 7 Zoll dicke, und von 3 bis 10 IIZ Fuß große Platten zu haben. Gefällige Bestellungen werden beim Kreuzwirth in Roßwein angenommen. (27 Eisenbahn - Fahrordnung. Fiir Marburg: Von Wien nach Triest: Ankunft: 8 Uhr 41 Minuten Früh. „ 8 Uhr 2ü Minute« Abends. «il, Dienstag, Donnerstaa u. Samstag von Wien nath Triest. Antuuft: 1 Uhr 58 Mimiteu AbendS K«r EM: von Wien nach Triest: Ankunft: llhr 55 Minuten Krüh. „ 10 Uhr S9 Minuten Abends. Bon Triest nach Wien: Ankunft: 6 Uhr 25 Minuten Früh. „ 6 Nhr 10 Minuten Abends. Dienstag, Donnerstag u. Samstag von Triest nach Wien. Anknnft: 2 Nhr 39 Minuten Abend». Bon Triest nach Wien: Ankunft: 4 llhr 10 Minuten Früh. ^ Z Uhr 55 Minuten Abends.