Dienstag den 12. September 1626. 3 a i b a ch« ^ western Miltags um hald l Uhr Nnd St. Excellenz unser allverehrterHerr Landes« Gouverneur von Ihrer Badecu« und theilweisen Gsllvernementg-Vereisung wieder hier eingelroffen. Se. k k. Majestät haben mit a. H. Entschließung vom »5.July läeS fslgtndePlivilegienzu verleihen ge» ruhet, als: I. Dem IZnaz Frenkel. ptiv. Kerzen» und Seifen» fabrikant, wohnhaft zu Wien, in der Stadt Ml. 484, für die Dauer von sünf Jahren, auf die Verbesserung .aller, auch mit Wachs überzogenen UnMttktrzen,w«l, che im Wesentlichen darin bestehe: daß.1) durch das Deslreichen der Dochte (st« wögen baumwollene oder garnene, fo wie hohle seyn) mit einer eigentn Masse? einvielspatfemertsVerdrennen, und eln« hellere Flamme bey denselben erzweckc werde; 2) daß aus den Abfällen der Kerzen, Seifen vsrfchiedener Alt, als Walk', Wasch«, Fleck«, Hand. und Galanterie »Seife verfer» ttget werde.° II. Dem Aimable Dessoss«, Chemist, wohnhaft zu Wien, Lichtentda! Nr. 228 , für die Dauer von 5 Iah» l«n, auf die Erfindung, welch« darrn besteh : ,.mtt< telst einer leichten und dalierh2fttn Masse aUe Gattun, gen Vilzierungen zul Decorlrung dc? Wohnungen, als Olnamente. Figuren, Basreliefs:c-, welche sowohl ge« mahlt als vergoldet werden können, zum Gebrauche für Rlchitttten, Baumeister. Zimmtlmahlcr, TUchle« und Tapezierer nmdie dilligstltz Pleisz zu verfertigen." III. Den Licenz GuNe'fxfzzftnschne!dc?, wohnhaft zu Wien, yeopoldstadt Nr. 5^o, fü? die Dauer ron 3 Illdren, anf die Erfindung »§:nts Ventils aus tVlem Metalle für alle Gattungen Tabakpfeifenköpfe, mittelst welchem 1) sey denselben, vorzüglich bey jenen aus Meerschaum, jede Feuchng'ctt '.m Tabake hefeitiget werLe, so oaß derley 2^2 Pfefenköpfe nie einen sogenannt«» Dart bekommen. lvcdufch 2) das Verbrennen des Tabaks bis auf den letzten Staud bezweckt, und zugleich dee Vortheil her» beygefügt werde, daß bis zur Hälfte geraucht« Pfeifen nach längerer Zeit vollkommen ausgeraucht werden tön» N5N, lchmack verspürt werde, wodurch Z) der Wasserssck vor Staub und Asch« geschützt, und somit bey dem Rohr« der gewöhnliche ätzende Saft beseitiget werde, und mil welchem Ventile endlich 4) alle Gattungen gebrauchter und neuer Pftiftnköpft velftftenwerden können, so zwar, daß Pfeifen ohne Wsssersack, dey welchen, der Tabak durch die Feuchtigkeit veedilbt, denselben trocken und stcts genießbar erhalten." Vom t. k. illy?. Landes»Gubernmm. Laibsch «N sä. August ,yH6. Osmanisches NeiH. Dei ösisrr. Beobachter vom z. September enthält unter der Aufschrift: »Co nst anti nop 3 l, den. lo. Au» gust" Folgendes: Die bisherige Strenge der Regierung gegen1)i« An« Hänger des Ianitscharen > Corps und gegen alle aus den früheren Epochen durch ihre Theilnahme an Meutlreyen und G«walltt)ätigketten bekannten Individuen, welche sich dutch häufige Hwrichtungenund Landes« Vetwtisun, gen kund gethan hacle, und womit auch mehrere Polizey» Verfügungen verbunden waren , dit nur in Zeilen gro» ßer Gefahr in Anwendung gebracht zu werden pstcgen, hat größcentdeils nachgelassen; die Hinrichtungen haben beynahe ganz aufgehört; die Schanken und Kaffehhäufer werden nach und nach wieder geöffnet, und es herrscht wleder die vorige Freyheit im Handel und Verkehr. Die Unruhe und Unzufrildenheit, welche sich in der letzter« Zeit in der Hauptstadt ziemlich laut geäußert hatten, sind verschwunden. und die Bewohner derselben haben sich überzeugt, daß bloß dringende Nothwendigkeit die Re» gierung gezwungen bad«, jene so strengen Maßregeln zu ergreifen. Indessen ist die Hoffnung, daß dit Fahne des Propheten nach dem K u r ba n B ai ram wieder zurückgezogen, und dss Lager im ersten Hof« des Serails aufgehoben werden dürfte, nicht in Erfüllung gegangen ; diese Verfügung hat selbst jetzt beym Emtritt des Mo» naths Moharrem oder Anfang des mohammedanischen Jahres noch nicht Statt gefunden. Aus den Provinzen laufen fortwährend die befrie. digtndsten Nachrichten über die Art und Weise ein, wie die Aufhebung der Ianitscharen und die Einführung der neuen OlVnung dl? Dinge biwettfkelliget worden; dieß ist nahmentlich mit Aleppo der Fa3, wo man am Meisten eine Widerfetzlichceü der dort zahlreichen Iautt' scha?en«MUiz zu besorgen schlcn. In den verschiedenen Provinzen Klein, Asiens , besonders aber in den beyden Statthalterschaften von Erserum und Siwas sino die Gouvtrneure derselben Galid und Reuf Pascha, die beyde ehedem als Großwesne sich fchon als tlM> g< Beförderer der neuen Ordnung und als Gegner der Ianitfcharen gezeigt halten, vor Allem eiftigst dtniüht, die regulären MNizen zu vermehren und auszubilden. Seit Kurzem sind mehrere Ober» Offlciere mil dim Range von Obersten nach verschiedenen Provinzen der europäischen Türkey abgeschickt worden, um dort das n«ue CZercitium einzuführen. In der Hauptstadt sind abll« N»hlg zwey neue Regimenter gebiioet worden, so daß gegenwärtig deren acht bestehen, welch« j«i)F3, mitder itzm zugithettten Compagnie Artillerie, i5oa Mann stark, eine Mass« von 12,000 Mann bilden, die bereits gikiei-det, bewaffnet, und für die kurz« Zeit ihrer Aufnahme ziemlich gut exercirt sind. Die Waffenüdungen diesee Truppen werden, der großen Hitze und der weit um siH greifinden Pell ungeachtet, mit beyspiellosem Eifer betrieben. Sultan Mahmud, der Sich alle Handgriffe und Manövers selbst eigen gemacht hat, wohnt diesen Übungen häufig bey, und ermuntert die Waunfchast durcy Beyspiel und Geschenke. In den ersten Tagen dieses Msnaths bey Eiytritt des Mondes MoharrlM, hst die erste Zahlung del neuen Truppen nach folgendem Maßstabe Statt gefunden: Nefel, Gemeiner, monathlich . . . l5 Piaster Qnbaschi, Corporal, , . . . Zo ^ Tsch a u sch, Feldwebel. , . . . 6c> „ Wulaztm,Lieutenant, ^ , . . 120 >, Iüzbaschi,H3Uptmann, , ... 380 ,. Viwbaschi, Oberst, . ... 5^ IcdeZ Regiment erhält ferne« einenImamlC aplanj und linen IazidsHi oder Sccretär (Auditor) und eine Musildande. Das Corps der Bostandschis, welches mit der Auflösung bedroht war, lst, da es sich zur An« nähme des neuen Exercitiums entschloß, dennoch beyde« halten worden. Bey dem Corps derChumbaradfchis oder Bombardiere mußten einige Beyspiele vorl Strenge «mtreten. um, solches zu der vorgefchri,benen Disciplin und Uniformirung »u vermögen. Die Sorgfalt deZ Sultans beschränkt sich nicht blsß auf di« Landtruppen, auch dleVeefsldsttu werdeneiner Kg3 neuen Organiftt'ion unterzogen und mit kl«inen Fahrz«u» Ktl^ und Kanonierschaluppt« lheilg im Hafen und vor dem Arsenal, theils im Bosphorus Übungen vorg«. nommen. ^ Während man sich in del Hauptstadt und in den ProHmzen mit der Bildung neuer Btreitkräfts beschäfti« üet. verlautet wenig vsn den Unternehmungen der be« ler letzten Nachrichten ausSmyrna nur f° mel bekannt, daß die Griechen jweyDrandir ver. loren hattcn, Canaris verwundet words« war, Ch 0 S' rew Pascha ader die beabsichtigt« Landung, fu wel. ch?r 2uf der nahen asiatischen Küste bedeutende Streit» träft« versammelt waren, noHnichthatte bewerkstelligen können. de 3"^'wts hatte I d»al) imPascha in Mo«ea n Monath July wlt einigen fruchtlosen Versuchen ge. ^. Mainotten zugebracht, bey deren einem,l Mann bey Elstürrnung einer festen Gedirgsstellung ^^ien hahen soll. Indessen waren laut einigen, jedoch ""verhürgten Nachrichten, äooo Mann Verstälkungs» "Uppen aus Ägypten in M 0 zea angelangt. Ein türkisches CayMelie. Corps war in der Nähe v°n Alben eingetroffen, dessen Bewohner sich, wie ge. wohnlich, bey Annäherung des Feindes, nach der bensch. banen Inscl Salamis geflüchtet haben. Odeest F a b, verstand mit nngcfähr ,5oo zu M e lh a n a. südlich o7t?"' ^^°'n Athen, n„.li«ß b^^^^^ Die Pest herlfcht follwährend in mehnren Qusr. Neren der Haupcssadt. und richtet besonders bey d.n ar. wenden und fränkischen Bewohnern derselben, groß« "tthillungen an. na^?^ «"«v"ore^I«5two vom 29. August enthält achftehenden Auszug eines Schr«lb«ns des österreichi, " Handels, Capttäng, Peter Leopolds upis. 2om< man.an^^, Bnggnt.ne, Profet,. ausAlexan. drien vom 53. Iuny: »,Ichbenachlicht!g< Sie dulch Gegsnwa'tkiges, daß ich 2m ^o. May von C a ü e s.. wo ich eins Ladung Seif< eingenommen hatte, Hieher unter Segel ging, und am i5. gedachten Monachs un, gtfäht 8a Miglien von diesem Hafen von einer gnecl)!» schen Vliüg, Nahmlns Perikles, Capita« Th-odor Dritza von Spezzia, angegriffen, und aües Tuu» werks, aller Ledensmitttl und eines Theiles meiner Hab» seligkeiten beraubt, und nach S p e z z i a geführt wurte. Von dort führte man wichnsch dem wüsten Hafen von Kranidi.wo mcine ganze Ladung geplündert, m^ne sämmtlichenSchlffepaplere mir abgenommen.und ich s«ldtt mildem Tode bedroht wuride.Iu meinem Glücke ward ich nachNapoli diRomania gebrscht.wo ich sogleich «ine feytlliche Protestation einreichte, und mich dem Schutze der franMschen Seemacht empfahl', welche sich sogle/ch «lboth, mir in allen Beystsnd zu leisten. Da mich der Corsar einmahl des Nachts ün's Land bringen woltte. ° und ich wich dieser Gewaltthat wlocrfttzte, so verwun. dete er wich an der linken Hand. und hätt« nnch lm Handgemenge beynahe erwürgt. D>e fraüzosisckk Oucln-te, l'Eftaff 3 tt « und' die Fregacte G a l a t k e a nahmen sich meinei und meiner Ltute auf's eifrigste an; der Capita« doa V > s-ni, welch« schlimme? ais ,ch weggekommen waren, u„. ter Segel ging. Am 5. Iuny langten wir zu M i lo an, und vcrdlllbtn d^lt unter dem Schutze dc: flanzrs^chen 2g4 Brizg le Cu !ra ff, er, his wie von d«r k. k° Vrigan» tine UffZ ro, welche derOoerst Accu rti. auf erhal» teue Anzeige nach M i lo beordert halte, von dieser In» sel bis in die Gewässer Von Cerigo conyoyirt wurden, von wo wir unsern Weg hieh«« fortsetzten, und am 20. d. M. hier ankamen." Ferner heißt es im o^ei-vawre I^ieztino vom obigen Tage: «Dir Vtaeseiller Handels « Anzeiger vom i5. und i6. August enthält di« Nachricht, daß ein schwedischer Handels«Capitän, welcher oart von Ale» xan 0 rie n angekommen ist, am ia. August 5o Meilen südlich von Marseille einem aus 5 Goelctten von velfchiedenen Größen bestehenden Geschwader begegnet, und an Bord einer dieser Goeletten befchieden worden sey , um sein« Papiere untersuchen zu lassen. Seiner 'Aus, füge zufolge war die Mannschaft dieses Schlffs türkisch gekleidet. Er wurde gefragt» ob er römische, spanische oder andere Fahrzeuge gesehen habe, uud nachdem «r diese Frage beantwortet hatte, «ntlassen-* Endlich enthält der Osssr^wrs noch die Anzeige: Ein Schiffs-Capitän, welcher am 26. August nach »<» «er Zltagigen Fahrt von Mod on hier (zu Trieft) angekommen ist, hat ausgesagt, daß zu Navarin slchtzehn Kriegsschiffe von Conftantinopel mit Vtrstär» kungen, nebst Mund« undKcjegs>Voträch Franz Kuttne?. fürsterzbischofNHer Hofcaplan zu Sa!zbu?g. von Salzburg. — Hr. Peter 0. Frayensk, Hörer der Rechte, von Wien. — Frau Tlxresia Mayer, k. k. pn?. Großhändlers. Gattinn. von Trieft nach Wien. Abgereist den 2. V< pit emd « ?. Hl. Joseph Kieninaer, Professor des steyerm.i?ki' schen Mustkvlltins,.nach Grätz. Cours v3m 6. September 1628. MUtelm-nTM.)H2 ^4 de:ro detto zu 2 o.H. (in CW.)54 5j5 Obligationen der aUgem. und ungar. Hofcammer zu 2 ,M.H. (in CM.) 45 detto detto zu 3 v.H. (in CM.) 5^ 2^5 (Ära?!al) (Don^^l. Obttgattontn dk, Standes (E.M.) (E.M. v. Qtterleich uncer und zu3 V-H.> — — ob der Enns, vonBöh.) zu 2 ,/2 v.H F ä23ji — men. Mahren, T^chze^ ;u2i/^y.HX — __ fien,St.'yelmark.5iarii- z>,!2 v,H,(Z4!,5 — ten, Krain undGörz. j zu iZ/^v-V.' — — Central-Cassl-'Anweifunqen. Iährl. Dl5,'onko ä 2j3 vEt. DiN?«Actttn pr. Stuck ioo3 i)2 in Tony» Mü^ze» Wechsel-Cours. (,n C. M. Amsterdam.fürioaThlr.Curr.Rthlr./"^^^ ?^^' ^— c)iZoch. AugZburg, für ,oo Guld. Curr. Guld.^"" ^ ^"' ^'' Frankfurt a.M> f. looG, 20fi,F.Gu!d.^ iai k.Sicht- s— i.d.Messe. Hamburg, f. 300 Nthlr. Banco. Rthlr/^^ ^ Mo^. <— bWoV, London.Pfund Sterling . . . Guld/'<"2 Z Won» Paris, für 2oc? Franken .... Guld ^"" kWcht. ^ ^____ <.ll67j6 B?^'2 M. Wasserstand des 3aibach ° Flusses am Pegel der gemauerten Eanalbrücks bey Öffnung der Schleußen: Den il. September: z 3ch«h6 Zsll ob«k 3e? Schleuß endettung. Ignaz Awys Edle« v, Kleinmayr, Verleger und Skdacttul.