1284 Sprache für die preußische Sache. Diejenigen der Wie- ner Journale, welche anfänglich schüchtern gewisse Sym- pathien für Bismarck zeigten, sind gezwungen, der öffent- lichen Meinung nachzugeben, und führen eine den wahr» haften Interessen Oesterreichs einsprechende Sprache. Der Kaiser von Oesterreich, der König von Ita- lien und ihre Regierungen bezeugen uns mehr und mehr befriedigende Dispositionen. Unsere Diplomatie wird nicht minder thätig sein als unsere Armee. Frankreich macht eine äußerste Anstrengung. Vertrauen! Vertrauen! Unser Patriotismus ist auf der Höhe aller Gefahren. Je schwieriger die Verhältnisse werden, desto energischer wird die Nation sein. Alle Spaltungen hören auf, die französische Größe drückt einmüthig die praktischsten Ge- danken aus, die edelste Mitwirkung des Senats und deS gesetzgebenden Körpers wird unseren Truppen nenc Stärke verleihen und das Frankreich von 1870 wird den Völkern Europa's zeigen, daß wir noch nicht ent» artet sind." Auch die englischen Militärbehörden machen sich an die Fabrication von Mitrailleuse». Nicht nur sollen Schießversuche mit einem im Kriegsarsenal von Wool- wich längst befindlichen derartigen Apparat gemacht wer- den, sondern man erwartet dem Vernehmen nach mehrere andere Mitrailleusenmodelle aus Amerika und vom Con- tinent binnen wenigen Wogen in Shoeburineß, und auch mit ihnen sollen dann sofort die Schießübungen beginnen. Der Höchstcommandircnde der gesummten englischen Armee hat dem Kricgsarsenalc von Woolwich für den 5. d. M. seinen Besuch angekündigt. Das träge, leb- lose Aussehen, welches diese Stadt seit Schließung deS Staatswerftes und Einschränkungen der Arbeiten im Arsenal zur Schau getragen hat, ist mit einem male geschwunden. Allerlei Kramläden, welche wegen Mangels an Kundschaft geschlossen werden mußten, sind wieder geöffnet worden und ihre Besitzer machen gute Geschäfte. Kein Wunder dies, denn in den Wagenbauer-, Stell- macher- und Geschützwerken sind gegen 5300 Personen beschäftigt nnd immer noch werden neue Arbeitskräfte angenommen. Die Geschütze, Wägen und Vorräthe, welche seit dem Krim-Kriege ungestört im großen Depot gelegen haben, sind hervorgeholt worden, das Holzwerl wird ausgebessert, Wägen werden probirt, Räder werden er- setzt, kurz Alles, was zur Artillerie und zum Trans- portwesen gehört, wird in Ordnung gebracht bis auf das Ausbessern von Schnallen und Riemen hinab. Die wichtigste Arbeit geht indeß in der Geschützfabrit und der Bombcngießerei vor sich, in welch ersterer zahl- reiche in Angriff genommene Armstrong-Kanonen und andere schwere Gcschützstücke fertiggestellt werden. In dcr vorgestrigen Sitzung deS englischen Unterhauses erklärte Gladstone. England habe den beiden kriegführenden Mächten mitgetheilt, es wolle, wenn ein Theil die Neutralität Belgiens verletzte, mit dem anderen zur Vertheidigrng Belgiens cooperiren. Dieser Vertrag soll bis zu einem Jahre nach dem Frie- densschlüsse rechtskräftig bleiben. ZUM Kriege. Die Schlacht bei Worth am 6. d. auf dem rechten französischen Flügel (Mac Mahon) oder, wie franzö- sische Depeschen sagen: „Die Reihe von Gefechten am 6. d. bei Wörth, Froschwciler und Rcichshofcn"; ebenso das gleichzeitige Tressen zwifchen Saarbrücken, Spei- chern, Forbach gegen den linken französischen Flügel, haben die Situation auf dem Kriegsschauplätze total verändert. Es liegen von letzlerem aus heute keine Nachrich- ten von Bedeutung vor; die Waffen ruhen nach den letzten blutigen Schlägen; beide Theile sind angesichts der nahenden Entscheidung in voller Bewegung begrif- fen: die drei preußischen Armeen vorwärts auf loth« ringischen Boden, die Franzosen rückwärts auf die Mosel-Linie, um ihre bcrciis bis zur Hälfte in für sie ungünstigen Gefechten start mitgenommenen Corps zu vereinigen. Wir benutzen die wohl nur kurze Zeit der Waffen- ruhe zwischeu beiden Gegnern. um dic momentane Lage auf dem Kricgstheater etwas näher zn über- blicken und gestützt auf dic vorliegenden Tliatsachen dieselbe unseren Lesern in dcr Hauptsache darzustellen: Bereits am 6. d. Abends hat dic französische Armee ihre RückzngSbewegnng nach der Mosel-Linie Thionvillc - Metz angetreten und schon am 7. d. wird aus Metz — also dem französischen Hauptquartier — gemeldet: „Die Nückzugsbcwcgung und Conccntrirnng ist im Vollzüge" ; ferner gleichfalls aus Mctz vom gestrigen Tage: „Die Truppen setzen ihre Conccntrirnng ohne Schwierigkeiten fort. Alle Fciudseligtcitcn scheinen aufgehört zuhaben." Einc andere Depesche meldet sogar: „Man spricht von der Verlegung des Hauptquartiers nach ChiUons," d. h. mit anderen Worte», dasselbe in die Mitte der einige 50 Meilen langen Strecke zwischen Metz und Paris legen. Wohl kann man dcr Nachricht: daß seit dem 7tcn oder 8. alle Fcindseligkeilcn aufgehört haben, volle Glaub- würdigkcit schenken, denn nach liner Rcihe von so blu- tigen Gefechten, wie es dic am 4. und 6. d. waren, verbietet es sich anch dem Sieger von selbst, das Maß menschlichen Leistungsvermögens seiner Truppen zn über- schreiten, besonders wenn dieselben — wie das bei der Armee des Kronprinzen del Fall ist — nach mehrtägi- gen Märschen und Gefechten die Dcfileen dcr Vogescu mit dem gesammtcn HecrcStiain nnd allen Waffen zu passiren haben. Bei solchen eben so schwierigen als wichtigen Mär- schen, gleichviel ob dieselben auf einer oder mehreren Straßen statlfinden tönneu, pflegen Armeen angesichts des Feindes ihre Kräfte zu conccntriren; es müssen manche auf die Schlagfestigkeit und Existcnzfahiateit der Truppen unerläßliche Maßregeln dann getroffen, die Munition«» und Matcrialuoriäthe eraäxzt, jc> nach Um' ständen die Verpflegung von Mann und Roß neuer- dings sichergestellt werden — lauter unerläßliche Dinge, die einem Heerführer weit mehr Sorge machen als öfter die Leitung dcs Heeres fclbst. Es sind des alle jene „Impedimente," worüber schon Julius Cäsar so viel zu klagen wußle. Die Tage der Gefechte, Treffen und lleinen ^chlach' ten sind mehr oder weniger nun schon vorüber; die großen Entscheidungsschlachten stehen unmilleluar in AuS» sicht; diese fassen beide Gegner jetzt ins Auge, für sie treffen sie ihre letzten Vorbereitnoqen. Hicmit stimmen auch die jüngsten Nachrichten auS Metz vom 8. übereil,, wonach bis zu diesem Zeitpunkte weitere Angriffe nicht stattgefunden hatten. Wie die beiden preußisch-deutschen Flügclarmeen schon seit dem 4. und 6. d. auf französischem Boden stehen, so ist auch das Centrum oder die Armee des Prinzen Friedrich Karl im Vormarsch nach dcm fran- zösischen Gebiet. Elfterer halte denn bereits am 7. d. sein Hauptquartier von Homburg an der Hardt nach Bliescastel vorgeschoben, also länys der Bahn Mann- heim, Kaiserslautern, Homburg ?c. Da Bliescastel nur drei Meilen von dcr französischen Grenze liegt, !» steht anzunehmen, daß das Vctrcten dcs französisch^ Bodens durch die zweite odcr Rhein-Armee zum TlM schon stattgefunden hat und die nächsten Meldungen dice bestätigen werden. ^ War das preußisch-deutsche Centrum bis jetzt noW intact, so habcn andererseits die beiden Flügel d»r jedoch alsbald erwäh,,en, daß »ber den Weilern M> marsch des Kronprinzen nach dcr Schlacht am 6. l> fernere Nachrichten noch nicht vorliegen. Würde, lvll hier und da angedeutet wird, dcr Kronprinz dic Noutt auf Nancy wählen, so hätte dessen Armee nach der lchl' erwähnten Schlacht einen Marsch von vier Meilen >" südlicher Richtung zu machen gehabt, um die glch französische Rcichöstraße zn erreichen, die von Straßbulö über Zabern, Nancy, Chalons an dcr Marne na« Paris fühlt, Daß bei solchen» Vormärsche von d?l Aimee dcS Kronprinzen die große französische Ostbah" in Benützung genommen werden löunte, scheint sch^ darum unwahrscheinlich, weil sicherlich die FranzlW vor sich diese Bahnstrecke uupratlicabcl gemacht l»l" deren BetricvSmaterial in Sicherheit gebracht habe» werden. Die Erwähnung der Straße nach Nancy läßt u^ nochmals auf Marschall Mac Mahon nnd sein Eolp' l zurückkommen. ' Unsere Leser werden sich erinnern, daß nuch ^ Schlacht von Wörth dcr Klonprinz vom Schlacht^' aus meldete, das Mac Mahon auf Bilsch zurucl^ worsen wo,den sci. Letzterer nnd sein Co>pS hal>c> unmittelbar nach der Schlacht überhaupt teiucn andtt^ Rückzug als auf der Straße nach Bilsch, rmo »vel><> > daher spätere Nachrichten saqcu, daß dcr Marsch^ „untcr Deckung der Straße von Namy" sich zurilctzie^ ferner: „Mac Mahon dcctl Nancy," oder wie ei<^ Pariser Depesche vom 7. d. mittheilt: „Mac MahoM Hauptquartier befindet sich in Savcrne" (Zubern, ^^ der oben erwähnten Eisenbahn im westlichen Elsa^ nahe der lothringischen Grenze), so muß Mac Mah"'' halb auf Gebirgswegen den Marsch aus der Ocgcü" uo» Bitsch nach dcr großen Straße Savcrue>Nancy i"' lllckgelegt haben. Es wäre dicS unmittelbar »ach,^! Schlacht vom 6. eine um so größere Leistung, als iM^ und Savlrne in gerade» Linie mindestens tt Meilen vo" einander liegen. Hinzugefügt wird den letzten Meld»"' gen: „Mac MahonS Corps foll viel weniger aclille huben, als man annahm." Es steht das in directs Widerspruch mit dem verluslvollm Kampf am 6. "" der preußischen Angabe bezüglich der gemachten Kric^' gefangenen. Die officicelle Depesche, Paris, 8. d.. welche «"' lheilt: „Die Armee conccnlrirt sich, um auf dic 2)^ fen zu marschiren und die Ucbergangc derselben zu ^,, theidigen," hat denn auch nur dann Sinn, wenn > sich auf Mac Mahons Corps und Stellung bei Na"" bezicht. . Daß man französischerseits die augenblickliche ^"" auf dcm Kriegsschauplatz ohne alle und jede Selbst^ schung erkennt nnd bemißt, dafür spricht eine Reihe » Vorkehrungen und Absichten, die alle den Zweck ha^ ' den Widerstand zu erhöhen und zu einem nationale» ' Ans Körnten. * VI. Bad St. Leonhard, 0. August. Drei Stunden von dcr Eisenbahnstation Feldkirchcn, der Kronprinz Rudolfsbahn, welche man von Klagenfurt in anderthalb Stunden erreichen könnte, wenn der fast zweistündige Aufenthalt in der Station St. Veit nicht wäre, liegt das reizende Oerlchen, welchem ich, nachdem eine befriedigende, mir Aufnahme zusichernde Depesche deS Herrn Jakob Wanner Montag den 1. August ein- gelaufen, am Morgen des zweiten, der Bahnzug geht in der Richtung nach Feldlirchen 8 Uhr 10 Minuten Morgens ab, zusteuerte. Die Fahrt von Klagenfurt nach Feldkirchen war eine sehr angenehme, ich fand es selbst auf der dritten Classe sehr comfortable, die Ein- richtung ist sehr nett nnd elegant, wie überhaupt auch alle Bauten auf dieser Bahn, wclchc durch ihre Ele- ganz und ihren ländlichen Schweizcrstyl nur dazu bei- trägt, die Landschaft zu verschönern. Manches StationS- haus möchte man für eine Villa halten, so geschmack- voll ist die Ausführung. Der Verkehr ist übrigens ge- ring, die Bahn hat nur ein Geleise. Für das Bedürf- niß auch der ärmsten Classe ist durch Stehplätze (IV. Classe) gesorgt. In Fcldkirchen nahm ich mein Absteig- quartier bei Frau Rauter, die gewöhnliche Fremdcnher» * Vgl. Nr. 179 d. Nl. berge, welche aber nach meinen Erfahrungen nichts von den bereits in meinem dritten Briefe geschilderten Eigen- schaften eines lärntner Bauernwirlhshauses entbehrt, nur EineS hätte ich noch beizufügen, hohe Preise; die Kellnerin versteht zu rechnen, wie der geschickteste ihrer Wiener College«. Der Markt Feldlirchen bietet in seinem Innern keinen angenehmen Anblick, er hat ganz unregel- mäßige durchaus mit Kuaclsteinen gepflasterte Gassen, ohne eine Spur von Troltoir, hat aber Bedeutung durch die Wasserkraft des Tieblbachs, der eine Menge Industrie- werte, Eisen- und Stahlhämmer, Sensen-, Pfannen-, Nägel- und Drahtfabriken, Huf-, Hacken« und Zeug» schmieden, Puloermühlen. Breltersägen, Stampfen, Färbe- mangen und ein Blech- und Railswalzwcrt treibt. Außerdem bewässert die nämliche klare und reine Welle in ihrem Laufe die Wiesen und spendet noch tnrz vor ihrer Einmündung in den Ossiacher See die kostbaren Lachsforellen. Der Weg von Feldlirchen nach St. Leonhard — fchon jenes ist 1733 Fuß über der Mecressiäche ^- steigt immer höher und entfaltet cin immer herrlicheres Bergpanorama vor den staunenden Blicken dcs Wan- derers. Da sind links die Waldbergc von Althimmel- derg, wo Walther von der Voaelwcide scinc süßesten Lieder sang; das jetzige Schloß, an einem prächtigen Aussichtspunkte, in dichtem Baumschatten geborgen, ist seit 1688 im Besitze der Grafen Lodron. In dcr Ferne schließt der gewaltige Felsengürtcl dcr Karawanken den Horizont und in der Tiefe rauschen die milchweißen Wogen dcr Ticbl von Fcls zu Fels. Immcr und immer späht der Blick nach unserem Reiseziel, St. Lconhard, aber erst, nachdem wir uns aus dem Waldschatten müh' sam emporgearbeitet, liegt vor uns die lieblichste sllpt idylle, ein Küchlein und ein sich vielfach verzweige»" Badehaus, alles mit Schindeln gedeckt, einfach und " spruchslos, wie cS der Landschaft entspricht. Der ^.,, ist der Bergschlucht abgerungen, denn einc eigeiw'., Hochebene gibt es nicht, nach allen Seilen steigt' ^ bewaldeten Berge steil empor. Dazwischen öffnet !^ gcgcn Osten dcr Blick auf die fernen, blau dämmel» > Bergc. St. Leonhard verdankt seinen Ursprung. ^ häufig Gaoeürter, der Sage nach, dcr Auffindung^ heilkräftigen Quelle durch Hirten um das Jahr ^H Noch steht die im Jahre 152tt erbaute Capelle. ^, war dcr Ruf dcs Wassers in früheren Iahrhlmdel besonders seitdem es die aristokratische Weihe erha' ^ indem ein ungarischer Graf es an feinen kranken ^"H< als heilkräftig erprobte. Noch jetzt kommen Auge«^ nicht selten hiehcr und wird das Wasser Haupts"^, als Trintwasser wegen der magcnstärtendcn ^' ^l> die es im Verein mit dcr reinen Bcrgluft übt, U^ra el Ins Leben ricf das seit den französischen Kriegen tv l verödete Bad cin unternehmender Württemberg"', ^h, Wanncr, vor ungefähr 20 Jahren, iudcm cr ein z, Hans. ganz aus Holz, aufbaute, cine strenge H^ ,,dc» nung entwarf und seitdem im Geiste dcs wohlwoU ,,, Despotismus rcgiertc. Der Ruf St. LeonhardS >!'>>! dem immer mehr gestiegen und in den Monaten hc uud August hausen in dem unscheinbaren HäuSche'' ^, an I()0 Badegäste, freilich sind die «lftpartcinc"".^, dcr primitivsten Einfachheit, ganz aus weiche"' ^„s wie auch das Mcublement, welches in dcr ^cg" ,^„ Äclt. Tisch, zwei Stühlen, einem Kasten »"d ^ z,^ Vorrichtungen zum Aufhängen von Kleidungsstücke" 1285 machen. Ein Bericht des Kriegsministers, Generals Leieai,, an den Kaiser macht denselben bekannt mit den getroffenen Maßregeln zur Vertheidigung von Paris und um die Lücken der Armee auszufüllen. Ein Aufruf der Heftutirten der Linken fordert alle Bürger von Paris auf zur unverwcillcn Bewaffnung; ein Comit6 der "Pftosiliousblältcr verlangt die Bewaffnung aller fran< zvslschcn Bürger; eine Proclamation der Kaiserin aber appellut an die Nation zur Vertheidigung des National- terntoriums. Nach einer Privalbepesche des „Franks. I." ist ^trahburg schon ccrnirt. Die Nachricht ist keineswegs unwahrscheinlich, weil eine Beobachtung und Cernirung d'eses so wichtigen Waffenplatz nach dem Vorgehen der «lrmce des Kronprinzen sich folgerichtig von selbst ge- tucttt. Einen oclallige» Punkt kann man nicht unbe- achtet im Rücken liegen lassen, ebensowenig als dies eintretenden Falles die preußisch , deutschen Armeen bezugllch der Waffcoplätze Metz und Thionvillc thun können. Ueber die Operationen zur See wird aus Gulk, am Cmgang zur Kieler Glicht mitgetheilt, daß acht fran- zösische Schiffe oirccl dahin steuern, und zwar vier Nammflcgatlen, zwci Fregatten und zwei Avisos. Kiel M Hcmplstation der preußischen Flotte in der Ostsee und eulhäll sehr wichtige Älarine-CtablisfementS und ge- snlltc A>i.»0l^. Das schmale Fahrwasser in den Hafen »t lallst ttcspellt, Fort Flicdriche, Laboe beherrschen — wenn an> °ers sie mit cntspsechcndcm schweren Geschütz versehen Nnd — die Hafeneinfahrt und so hätte ein Unter- nehmen gegen Kiel nnr dann Aussicht auf Erfolg, wenn em genügendes französisches Lanoungscorps hier zur '-Utilwirtmlg käme. Aus Bremerhaven, 4. August, erfolgt die nach- sende Bekanntmachung: „Da das Fahrwasser der Mer unterhalb Bremerhavcn heut? mit Torpedos be- °^ wird, so wird dringend davor gewarnt, das Fahr- "Mr ohne die Zuziehung vo» Loolsen. welche möglichst 6/nMl instruirt werden, zu ftassireu. Für Unfälle, welche ""Fahrzeug in Folge der Berührung eines Torpedo Meiden sollte, wird eine Entschädigung selbstverständlich N'cht beansprucht werden tonnen." Dem Privatschreiben eincS Flotten«Officiers aus ^'el entnimmt die ,.N. St. Ztg." über die Fahrt des ..Arminius" Folgendes: Während das französische Panzergeschwader schon seinen EurS nach der Ostsee ac. nommen hatte, erhielten die norddeutschen Schiffe Damvf- corvette „Elisabeth" und Panzerschiff ..Anniuius iu zr>el, Ordre, sich dem Dampfergeschwader in Wilhelms Hafen anzuschließen. Die Mannschaften waren sich ihrer schwierigen Aufgabe wohl bewußt; ihre Commandeure hatten sie damit vollständig bctaunt gemacht; es handelte stch um eine Begegnung mit dem überlegenen Feinde. Im Falle einer Niederlage wären die Schiffe eher in die Luft gesprengt worden, als daß man sie dem Feinde als Beute überlassen Hütte. Der Mannschaft vom „Arminius" unter anderm ward freigestellt, ob sie an dem kühnen Zuge thcilnehmen wolle oder nicht, an Freiwilligen wäre kein Mangel gewesen. Niemand fand sich, der zurückge- treten wäre! Der „Arminius" ging der „Elisabeth" durch den Belt voraus, während denselben ein Theil des französischen Geschwaders passirte. Ueber Nacht war die „Elisabeth" wegen starken Nebels im Belt vor An- ker gegangen, während die französischen Schiffe ungcschcu vorüber gesegelt sein müssen. Auf den „Arminius" hin- Lcgeu hatten, nachdem er Skagcn passirt, französische Schiffe Jagd gemacht, ihn aber nicht verhindern können, unbeschädigt die Elbcmündungcn und damit seine» Zweck zu erreichen. „Die „Elisabeth" hatte durch einen nachge- sendeten Noisodampfer bei Coisöer Contre-Ordre erhaltm und war nach Kiel zurückgelehrt, seltsamerweise, ohne von den feindlichen Schiffen, die sie übelholt haben muß. auch nur eine Spur zu Gesicht zu bekommen; erst in Kiel erhielt man Gewißheit darüber. Die Thronrlde, mit welcher der König von Belgien die Deputirtcnlam- mer am 8. d. M. eröffnete, lautet, wie folgt: „Meine Herren! In dem Augcublicke, wo die Vorgänge außerhalb Belgiens das Gefühl des gemeinsamen Vaterlandes in unseren Herzen aufs höchste erregen, sehne ich mich dar- nach, die Vertretung der Nation um mich versammelt zu sehen. Ich hege die Hoffnung, daß die Kricgsfurie unser Land nicht berühren wird, daß Belgien, inoffensiv und wohlwollend gegen alle, die ihm von allen fünf europäi- sche» Großmächten auferlegte und garantirte Neutralität nicht wird durchbrechen sehen. Der Kaiser der Franzosen hat mir geschrieben, es sei seine bestimmte, mit seinen internationalen Pflichten übereinstimmende Absicht, die Neutralität Belgiens zu achten. Zu gleicher Zeit drückte mir Se. kaiserliche Majestät den^Wunsch aus. in seiner Ansicht noch bestärkt zu werden, daß Belgien selbst seine Nentralität durch vicle in seiner Macht liegende Mittel werde aufrecht zu erhalten wissen. Ich fühlte mich glück' lich, in meiner Aolwort hervorheben zu können, daß sich der Kaiser in unseren Absichle» nicht getäuscht hätte. Desgleichen hatte sich die Regierung Sr. Majestät des Königs von Preußcn beeilt, mir die schrifllichc Zu- sicherung zu gcbcu. daß auch sie die Neutralität Belgiens so lange achten werde, als der andere kriegführende Theil dieselbe nicht verletzen würde. Von den übrigen Bezeu- gungen des Wohlwollens, nulchc ich von den fremden Mächten erhalten habe, will ich nur mit einem Gefühle der Dankbarkeit, welche das ganze Land mit mir theilen wird, die Fürsorge der Regierung Ihrer Majcslät der Königin von Großbritannien für das Wohl der belgischen Nationalität und die großherzige Unte'stützung, welche dieser Gesinnung sowohl im Parlamente, wie in der öffentlichen Meinung Englands zu Theil wurde, erwäh- nen. Einerseits wird Belgien in der Stellung, welche ihm durch das Völkerrecht vorgczcichnct ist, nicht verkennen, weder was es den fremden Mächten, noch waS es sich selbst schuldet. ES wird wissen, während des Krieges seiner ge- wissenhaften Neutralität den loyalen nnd aufrichtigen Eharaktcr zu bewahren, welchen cs während des Frie- dens stets bemüht war, seinen Begehungen zu geben. In Uebereinstimmung mit den Wünschen der kriegfüh- renden Mächte selbst wird cS sich bereit halten, sich zu vertheidige» mit der ganzen Gluth seines Patriotismus und all den Hilfsmitteln, welche eine Nation aus der Energie ihre« Willens fchöpft. Bereits hat meine Re- gierung unter ihrer Verantwortung die Maßregeln er- griffen, welche die Umstände erheischten und welchen die Zustimmung beider Kammern nicht fehle» wird. In- mitten der Besorgnisse, welche so erklärlich Ih,c Gc mülher beherrschen, wird die Regierung Ihnen in der gegenwärtigen außerordentlichen Session nur einige Ge- setzentwürfe dringlicher Natur vorlegen, deren Annahme nicht auf spätere Zeit verschoben werden kann. Belgien war bereits mehr als einmal einer gefährlichen Probe unterworfen, lcinc jedoch hat die Bedeutung von der, welcher eS heute gegenübergestellt ist. Dnrch seine Weisheit, durch die Lauterkeit scmer Gesinnung, durch die Festigkeit seines Patriotismus wird es sich würdig zeigen seiner selbst, würdig der Achtung, welche die anderen Nationen ihm gewähren, würdig des Gedeihens, welches ihm seine freien Institutionen sichern. Das belgische Volt hat das tiefe Gtsühl seines Rechtes, cs kennt den Werth der Güter. welche eS seit vierzig Jahren in so glücklicher Weise erworben, auf so ehren- volle Weise besessen hat. Es wird nickt vergessen, daß es sich heute darum handelt, den Wohlstand, die Frei' heit, die Ehre, ja die Existenz des VatcNlh Morgens die Kuhglocke» läutcu und bald öffnet lch auch die niedrige Eisenftforte des bescheidenen Kirch- wns. wenn von den unter den Curgästcn anwesende» Priester» Messe gelesen wird. Von der entgegengesetzten Actte des Hauses geht die Aussicht in die Tiefe der Aergschlucht und in ihre höhe. auf die fernen blan Mmmernden Berge. Doch 'der Blick strebt nicht ihnen A sondern er versenkt sich gern in den fricdcnSvollcn nusen der walddunllen Berge Wer selbst die Wunder von St. Lconhard noch nicht schaut, dem werde» belehrende Details und praktische ?"'nte nicht unwillkommen sei». Mau kann von St. 3con- lin. "^ ^lien, daß cs zu den theuren Badeorten ge- ei m 6 gibt da Zimmer mit 40-