^K 4R. »843 ^^^^'^F'^I-I^^^^3^I^^^(I^ R3. c^>^2^p^«^^-2^^^^^ Waterlcindischos. Fortschritte der Boden-Cultur in Kram. ^ Von Peter Leskovih. (Fortsetzung). «^ie Errichtung der Trivial- und Dorfschulen, durch welche die Volksbildung befördert wird, trägt unmittelbar auch zur Förderung der Landwirthschaft bei. Durch die Vermehrung der Literatur der öffent-llch erscheinenden Blätter gelangen viele Landwlrthe zur schnellern Kenntniß mancher guten, neuen Er.-findung und Verbesserung, und bringen solche in Ausübung. Durch Umlegung alter, und Aenderung steiler Straßenzüge in planmäßige Chausseen, von welchen der, zur Verbesserung der Gründe sehr vertheil-hafce Straßenkolh, der vormals durch den Negcn obgcwaschcn wurde und unbenutzt verschwand, jetzt gesammelt und nutzbar verwendet werden kann; durch Anlegung neuer, das Land duichkrcutzendcr Vicinal-und Gemeindessraßen, welche aller Orten Statt sin-dende Ansiedlungen und Urbarmachungen veranlaßten, wurde der Landwirthschaft großer Vorschub geleistet. Die, Resultate dieser für die Boden.-Cultur so günstigen Zeuperiode stellen sich dem Beobachter erfreulich vor die Augen, und erfüllen daö Herz cincs jeden Vaterlandfreundes mit jenem Danke, welcher allen Beförderern der Landcswohlfahrt gebührt. Wir wollen nur einige der vorzüglichsten Cul-tur-Arbe>ten hicr bezeichnen, näml.ch: Auf der weit ausgedehnten Strecke des Laiba-cher Morastes, welche vor wenigen Jahren nichts als stellenweise etwas schlechtes Heu hervorbrachte, breiten sich jetzt unabsehbare Getreidefelder und gute Wiesen aus, deren Erträgnisse bei zunehmender Bevölkerung und vermehrten Ansiedlungcn von Jahr zu Jahr steigen werden; cinc Wasserstraße durch' schlangelt und schöne Vicinalstraßen mit unzahligen Verbindungswegen durchkreuzen nach allen Richtungen diese ungeheuer große Morastfiäche, und erleichtern und begünstigen ungcmein die fortschreitende Cultivirung derselben. Der Schloßbcrg und der ihm gegenüber liegende do^oux, deren urbare Oberfläche in frühern Jahren zu Werken kriegerischer Operationen diente, prangen jetzt mir den im Lande üblichen Früchten, von fleißigen Händen der an ihrem Fuße befindlichen Anwohner und neuen Ansiedler gebaut. In der Gegend, an der Hauptcommcrzialstraße zwischen Laibach und Obcrlaibach, wo vor wenigen Jahren nichts als unfruchtbarer Moorgrund und stellenweise nur schlechte Weiden waren, stehen jetzt durchgehcnds schöne, mit Früchten bebaute Felder. Der, zwischen dcr Triester und Icriancr Straße von Obcrlaibach gegen Loitsch gelegene, durchgchcnds felsichte Boden ist durch die erstauncnswürdigc Beharrlichkeit der Oberlaibacher Häusler und Inleute zu tragbaren Glündcn umgestaltet worden, wozu die an dicscn Bergadhängen durchführende Commerzial« stiaße viel beigetragen, von welcher aus der grund-slvinigte Boden mit dem Straßenkothe fortan übergössen werden kann. D»e unter der Triestcr Haupt-Ccmmerzialstra-ße, von dem Dorfe 6äi-2iloi'6U2 angefangen, bis nahe on den Ort Planina gelegene, ebcnfalls unwirthbare Strecke, welche mit den, beim Bau der genannten Scraße gesprengten Steinblöcken übersäer war, wurde von den fleißigen Händen tcr Besitzer der anrainendcn WiesenantheUe und der neuen Ansiedler, durch Ucberguß des immer vorräthigen StraßenkotheS, zu einer fluchtbringenden Oberfläche gebildet. Nlcht minder ist dem fortlaufend steinigten Boden an der Triestcr Hauptstraße zwischen Planina und Adclsbcrg, mit Benützung des überall nahe lie- 174 genden Materials des Straßenkothes, viel deS ur» baren Terrains abgewonnen worden. Bekannt ist es, was ferners am Karste, im Wippacher Thale und an allen Orten Krams, wo Straßen angelegt wurden, antragbarem Terrain gewonnen wurde, und dessen noch fortwährend ge- Wonnen wird. (Beschluß folgt.) Napoleon, Moreau und der Wahrsager aus der Vtormandie. In den letzcen Tagen des Octobcr 18U0 unter, hielt sich Napoleon mit Fouchä, dem Polizei-minister, und Mathieu, früherem Mitgliede deS NatheS der Alcen. In einem der Berichte, die dem Consul vorgelegt wurden, geschah emes gewissen Capiou, eines Bauern aus der Normandie, weitläufig Erwähnung, welcher sich mit Wahrsagen abgab, und nicht nur in seiner Gegend, sondern m der ganzen Provinz lm hohen Ansehen stand. »Der Einfluß dieses Menschen ist so groß," sagte der Bericht, „daß bei dem letz-irn Aufruhr drel Viercheile der Aufrührer nicht zu den Waffen greifen wollten, bevor sie Capiou um Nath gefragt." Napoleon erkannte alsbald, welche Vortheile ihm dieser Einfluß gewähren könne. Dazu kam, daß er Alle, die das breite Gleis der Allcäglichkell verlassen, und sich, gleichviel wodurch, zu irgend einem Einfluß über die Menge erhoben hatten, kennen zu lernen wünschte. Ich will diesen Capiou sehen, sprach er zu Fouchö; man lasse ihn nach ParlS kommen. — Nlchcö Islchcer als dieß, erwiederte der Minister, in drei Tagen soll er hier se>)n, doch ich fluchte, dieß Bauerngeme ist das Reisegeld lnchc wcrch. Napoleon schwieg, und ging zu ernsteren Geschäften über. Während der folgenden Tage sprach er nicht mehr von dem Bauer aus der Nor» mandie, und Fouch6, der ihn vergessen glaubte, crwaitctc, einige llebcrraschung beun ersten Consul zu bemerken, als er ihn eines Tages anzumelden kam. »Man lasse ihn eintreten," sprach Napoleon, ohne sonst eine Frage oder ein Gebot an den Mi' nistcr zu richten. Capiou trat ein, auf den ersten Anblick ein plumper, unwissender Bauer; doch wenn maN ihn schärfer betrachtete, so bemerkce man lelchl, daß sich unter diesem rauhen Aeußcrn eine höhere Einsicht barg; die breite, hohe Stirn zeigte Enc-schlossenheit und Kraft, die vorstehende Nase und dle wciten Nasenlöcher sinnliche Erreglichkeit, die durchbohrende Schärfe seineS Auges Nachdenken, Scharfsinn und Schlauheit. Ihr befaßt Euch damit, die Zukunft varher zu verkünden, Bürger? fragte Napoleon. — Ei ja, Herr Consul, entgegnere Capiou mit scharf hervortretendem Accent der untern Normandie, das thu' ,ch, und ich laugn' es nicht, mein' Seel, ich laugn' es nicht. — Dessen solltet ihr Euch nicht rühmen, erwiederte der erste Consul. __ Rühmen? das Rühmen ist nie meine Sache gewesen. — Verwegen, und doch ergötzlich, sagce Napoleon lelse zu Fouch6; er überrascht mich nicht, ich habe ihn nicht anders erwartet. Doch lassen Sie unS allem, ich will ihn in seine letzten Schanzen treiben. Fouche zog sich zurück, und Napoleon begann lächelnd, sich dem Bauer nähernd: Da Ihr ein Wahrsager seyd, Meister Capl ou, so wißt »hr Mir ohne Zweifel zu sagen, wcßhalb man Euch hergeführt hat. __ Straf' mich Gott, wollt Ihr Mich verhöhnen? Um meiner schönen Augen wlllcn hat man mir das Reisegeld warhafiig nicht gegeben. Ausfragen wollt Ihr Mich; frisch denn, laßt hören. '— Ich frage nochmals, was steht Euch hier bevor? — Bürger, erster Consul, Ihr vergebt mir diese Kühnheit; wenn ich Euch antworten soll, so reicht »mr Eure linke Hand. Napoleon reichte ihm sei» ne femgeformtc, weiße Hand j der angebliche Wahrsager ergriff sie, betrachtete sie ernst forschend, betastete sie von allen Seiten, und schrie mildem Tone der Inspiration : Ah, ah! AlleS, was schwarz ist auf Erden, ist nuhtsu teuf» lisch wie dieß! Ihr meint eS gut mit dem Papste, und in der That, ihr habt Necht___— Was sprichst Du? rief Napoleon, indem er lebhaft seine Hand zurückzog. — Geduld nur, Geduld------- Man hört uns doch nicht?.... Ihr werdet Frankreich mit dem Papste versöhnen, Bürger erster Consul, und Ihr werdet sehr Necht daran thun, daS sagt Euch Capiou. Mehr bedürfte Napoleon, von Natur dem Wunderbaren geneigs, nicht, um auf das lebhafteste er-griffen zu werden. In der That war der Vertrag bereits beschlossen; auch hatte er schon Einiges davon verlauten lassen. Genug, der Prophet wurde zwar ziemlich kalt entlassen , doch der Polizeiminister erhielt den Bhn umringt; eS sind die höheren Officicre seines Generalstabes. Gestern hatte man beschlossen, ihn auf der Parade vom Pferde zu reißen und mit Füßen zu tret«n; doch man hat diesen Vorsatz aufgegeben, und sinnt heute auf einen andern. Dieses Volk lehnt sich auf gegen den lieben Gott^!... und dennoch hat der erste Consul Recht gethan, mit dem heiligen Vater Frieden zu schließen. Alles dieß »st zu allgemein, sagte der Minister; wir brauchen Namen und bestimmte Handlungen. — Geduld! Geduld! siel der Bauer ein, indem er wieder seine einfältige Miene annahm; das ist auch etwas auf Abschlag, was ich Euch gebe, Herr Minister. Fouchö war zu gewandt, um unwillig zu scheinen; er holte lächelnd neue zehn Goldstücke, und sprach, indem er sie Capiou übelreichte: Mit der Zelt, hoffe ich, wird es uns gelingen, Eure Zunge zu lösen. Caplou antwortete nicht, sondern zog Papiere aus der Tasche, und übergab sie dem Ml-N'ster. Es waren drei Schmähschriften, die unter der Form von Adressen an d,e französischen Armeen gedruckt waren. Sie einhielten zahlreiche Beschimpfungen deS corsischen Tyrannen, des Usurpators, des Verräthers, der Kleber ermordet habe; einen Aufruf zur Empörung, zur Vertreibung Napo» leons; nicht» war gespart. Foucho las die Papiere wiederholt; er wollte semcn Augen nicht trauen. Meister Capiou, sprach er endlich, ich halte Euch für einen geschickten Mann; doch, mein wak-kerer Freund, man muß nichts halb thun; dieß sind Actenstücke, Belege; doch wir brauchen Namen, Individuen. Capiou rieb sich den Kopf, und schwieg. Wohlan denn, wohlan, fuhr F o u ch ö fort, ich sehe, die Feder der Maschine will noch geschmiert seyn. Und zehn Louisd'or glitten aufs Neue aus der Casse des Ministers m des Bauers Börse. Dlese Papiere, begann Capiou hicrauf, sind gedruckt zu Rcnncs; sie sind auf dem Eilwagen nach Paris geschickt, in einem Butterkorbe versteckt, und sind an den Commandanten Rapatel gerichtet, den Adjutanten des Generals Moreau. Foucho fiog alsbald m die Tuilerien, und be-cilte sich, seine Entdeckung Napoleon mitzuthcl-lcn. Dieser zweifelte nicht, dasi Moreau, wenn auch nicht thätl,ch, doch als Mitwisser an diesem kecken Schritte Theil habe, der die Feucrbrände der Zwietracht in alle Heercs-Classen zu werfen bestimmt ,ey, und er trug dem Minister auf, ohne Verzug Erklärung von dem General zu fordern. Das Ergebniß dieser Zusammenkunft war, wie sich voraussehen ließ, wenig befriedigend. Moreau hielt sich in einem leichten scherzenden Tone, der weniger di-rect verneinte, als er allen Beschuldigungen aus-wich; er spottete über diese Butterkorb-Verschwö- 176 l'ung, so wi't er bereits früher an seinem Tische und »n seinem Zimmer eine ecle Einrichtung versucht hatte lächerlich zu machen, indem er für seinen Koch eine Ehrenpfanne, für seinen Hund ein Eyrenhals-tand machen ließ. Fouchä erstattcre Napoleon über den geringen Erfolg dieseS Ganges Bericht, und der Consul, welcher dießmal den Ausbruch seines Zornes nicht ganz gewaltigen konnte, rief: Dieser Zustand der Anfeindung und Micbewerbung soll enden! Es >st unrecht, daß Frankreich leidet, dadurch, daß es zwi' schen zwei Menschen zerrissen wird. Glaubt er, herrschen zu ko'nnen, nun wohl, eS sey! Morgen früh vier Uhr finde er sich im Gehölz von Boulogne ein; sein Degen und der meine sollen entscheiden; ich werd' ihn erwarten! Unterlassen Sie nichc, ihn zu bestellen, Foucho; dieß ist ein Befehl, verstehen Sie? ich will ihn erfüllt wissen. Es war nahe an Mitternacht, als der Minister, mit diesem befremdenden Geschäft beauftragt, aus den Tuillerien trat. Moreau wurde alsbald gerufen. Den folgenden Morgen mit Tagesanbruch begab sich Napoleon in das Gehölz von Boulog» ne, allein begleitet von N a p l) und Savary. Moreau ließ nicht warten; er erschien sogleich, von seinem Adjutanten Napatel begleitet und sel-nem Arzte und Freunde, dem Dr. Bernier. Ich »?ehe Ihnen zu Befehl, sagte er zu dem ersten Consul. Mag es sich mic den lächerlichen Plä' nen, die man mir Schuld gibt, verhalten, wie es will, sicherlich gehört es nicht zu den geringsten Seltsamkeiten unserer Tage, daß zwei Generale auf den Grund leerer Klatschereien sich die Kehle ab» schneiden. __ Diese Klatschereien sind sehr gewichc-- voll, unterbrach ihn Napoleon, denn es handelt sich UM die Sicherheit der Republik, um das Wohl Frankreichs. Seit langer Zeit suchen Sie mich zu stürzen, vielleicht noch mehr. Wohlan denn! die Gelegenheit ist gut; ein Duell ist besser als ein . . . Nein, sprach er nach kurzem Besinnen, ich will nicht Alles aussprechen, waS ich weiß. Bei diesen letzten Worten, die Napoleon entschlüpft waren, hatte Moreau seine Hand rasch an den Degengriff gelegt. Der erste Consul machce dieselbe Bewegung. Noch einmal, sagte Moreau mit dem ruhi. gen Tone eines Mannes, der sich selbst zu beHerr« schcn weiß, noch einmal, ich stehe Ihnen zu Befehl, doch mit aller Kraft meines reinen Bewußtseyns wälze ich den Vorsatz, den Sie mir zur ^ast legen, al> von mir. Napoleon schien nachzudenken; einige Augenblicke darauf begann ,er: Ich will Ihren Worcen glauben, General, wenn Sie mir auf I!)re Ohre versichern, das; ich mich getauscht habe.__Ich versichere es, rief Moreau lebhaft. In diesem Augenblick kam Fouch6, der sich für den Fall der Noch von Capiou hatte begleiten lassen, der HaUptveranIassung des ganzen Streites. Ich eile herbei, sagte der Minister, um neue Aufklärungen zu bringen. — Die sind nicht nöthig, unterbrach ihn der erste Consul, ich habe das Wort des Generals, das gilt mehr als alle Aufklärungen. Damit bot er Moreau seine Hand, der sie mit großer Herzlichkeit drückte, indem er sprach: Unser Schicksal schemi sehr seltsam, wer könnte sagen, wo wir enden werden? Was das betrifft, antwortete der erste Consul, so weiß ich in der That nicht mehr als Sie; doch, fügte er lächelnd hinzu, indem er auf Capiou wies, den er seitwärts stehen sah, hier ist ein Schalk, der sich vermißt, mehr von der Zukunft zu wissen, als wir. Moreau betrachtete den Bauer aus der Normandie, und sagte ungläubig: Dieß ist ein Wahrsager, der nicht darnach aussieht, als ol> er das Pulver erfunden hätte. — Das braucht man mir nichr so hart vorzuwerfen, Herr General, antwortete der Bauer stolz; etwas mehr als >n einem Dutzend Jahren würde es vielleicht ein großes Glück für Euch seyn, wenn man diese gemeine Ware nichr kennte. — Ich glaube, der Narr will mich crschrek-ken, sprach Morcau verächtlich und dennoch zu gleicher Zeit verwirrt. __ Tröste mich Gott, daran denk' ich nichr, entgegnete C a p i o u, aber dasPul-ver, wahrhaftig, wird Euch mehr jchaden, als mir, und selbst das Ehi-enhalsband Eures Hundes wird es nicht verhindern können. — Mach Dich fort, Narr! sagte der erstö Consul gebieterisch; und den» noch war er im Innern mir des Bauers Rede nichc so unzufrieden, als er scheinen wollte. Dreizehn Jahre eilten dahin, und am 26. August 1813 donnerte das Geschütz an den Thoren Dresdens. — Der Kampf war lang und blutig, doch endlich blieben wir Meister des Schlachtfeldes, das, ohne bildlich zu sprechen, von dem Blute unserer bravsten Krieger benetzt war. Gegen Ende des Tages führten zwei Grenadiere einen herrlichen Neufundländer zum commandirendcn General; sie erzählten, wie der Hund nnt kläglichem Geschrei auf einer kleinen Anhöhe gelegen habe, die mit feindlichen Leichen bedeckt sey, und wie er, alS sie ihn mit Gewalt fortgeführt, noch einen Stiefel von seltsamer Große mir sich genommen habe. An den Fran» sen und der goldenen Quaste erkannte man, daß der Stiefel einen höherem Offlc