.v! V 2«. Samstaq am 0. Dezember L OSH. ^ie Laibacl'sl Zcitunq" rrschcint. mit AuS»ah»ic dcr Smü,- ,»ld Fcicnagl, täglich, imp sul^t sammt dc» Äcila^cn im Comptoir g>,!,;iäl>rg l l st., l,a! b ja !>r i., .'» ,l. -^» lr., >»il '^rsuil'^üd »» ^omvtl'ir <^i nz jä!> r i,i >2 ss., h,i ,dj 5 »ri^ <> ,1. F,n- dic ^>i^»»»^ ins Han^ siilft h a l d i ä h l i., ^0 tl. Mlhl zu cittricht.», M i t dl l 'I.'l> st p o lt 0-»rcl !^i!iijäh r iq. nnt« Kr.ujdand »ne ^'rucklcr Ädr.ssc >> sl,. halbiälirl^ ? st. 80 lr. — I iiseratil'N'Zgcbll h r filr tinc Spalku^ilc oi'rr dcii N.ium ^rscll's», sxr ti>,-maliat ^i»sch^!tiiü>, !i ll., sür yu^xuiliq.' 4 kr., für drcim^li^e 5 sr. C, M, )>lscr>ne l'i^ 12 Zeilen fusten l st. für 3 Mal, 50 lr. slir 2 2,'ial ,l,lv ^> lr. fiir l M >l ^»^nschalteü. Zl, bicscn ^.l'ilhll» ist nach r>em „provi^risch'll Gcfche vom «ä<» für Inscration^.inlpcl" „och l(1 fr. für eine jedesmalige lHiuschallimg hiii^n zn rechn.,1. Zlllllicher Tljlil. ^V"e. f. k. Apostolische Majestät habcn mit Aller« höchst untcrzcichnclem Diplome den k. l. Haupt> mann erster Klasse im 2tcn Feldjäger < Bataillon August Dicll, als Rittcr des kaiserlich östcrrci-chischcn Ordens der eisernen Krone dritter Klasse, den Statuten dieses Ordens qemäp, in den Nit> tcrsttilw des östcvreichischen Kaiserreiches allcrgnädigsl zu erheben qernht. Das k. k. Iinanzministcrillm hat zu Fmanzrä'. then im Greminm der k. k. lonil'ardischen ssinanz> Präfeltur den Sekretär daselbst, ^ortunat Nubile Da Contillbia, und den Minislerialkonzipisten im Fmanzminiflernnn, Dr. Xildras K e r sov a u u i, cr> nannt. Dcr Minister fnr Kultus und Unterricht hat den Assistenten an dcr l.l. Scholtcnsclpcr Ol'".Rcalschul^ Emil Moscr, zum ^yrcr des Freihandzeichnens an dcr k. ?, Odcr.Rcalschulo in Ofcn crnannt. Richzaulllicher Thril. Die Spcischauscr. ' Die öffentliche Anfmettsamlcit hat sich ueucr. t'ings den Speisehänsern. als einem zur Abwehr ^e> gl'u die TheuerunMustandc vmzugsweise fnr qeeignct rrachleleu Mittel zugewendet. Namcnllich wird dic Opeiseaustalt des Hrn. E^st"N '" ^'"dcn, bei Hau' lwuer. als cinc Mllsteranslalt dieser Art gerühmt, uub in dcr That sind die daselbst getroffeneu Einrichtungen der bclreffcnden Schildernng gemäsz. so zweckentspre» chcud. dasi jcnc Bezeichnung allerdings gerechtfertigt erscheint. » Wir erinnern bri dieser Gelegenheit, daß schou vor Jahren hier ciuc Anstalt zur Verabreichung von Numfordsuope gegrüudet würde; es ist also kein ueueö Prinzip, dcsscu Ainvcildung für Wicu cmpfohleu wird, sondern es handelt sich nur um Wicocranffrischung eincr bereits auerkaunttn Idre. Allerdings halten auch wir das Unternrhmrn derartiger Spciseanstallen nicht bloß für hnman, so»> dern. wen» cs auf einen billigen Gewinn berechnet wird, sogar für rentabel, nnd möchten daher Jede», dcr den V'.rnf zur Gründung eines solchen Etabliss» mcnts in sich fühlt, hierzu ermunleru. Nur scheint uns. als ob das Bedürfniß dazu gerade m Fabriks« gebieten besonders lebhaft hervortrete, indem dcr uu-sl'lbststa'ndigc Arbeiter, dem mcht die Wohlthat eines eigenen Heroes, eigener Hänslichkcit z>l Gebote steht, zumeist und mit besonderer Vorliebe davon Nuhcu zichcn wird. Gewohnt, in der freien Mittagsstunde das Etablissement, wo cr beschäftigt ist, zu verlassen, wird er sich nut Vergnügen dorthin verfügen. wo ilnn gc-snndc, wohlschmeckenoc ^lost um den verhältnismäßig billigsteil Preis geboten wird. Deßhalb finden wir es auch ganz in der Ordunng wenn bei der Gründung einer solchen Anstalt nicht so sehr auf die allerariU' sten, zufällig gerade arbcits> nnd erwerbslosen Klas« sen und dabei auf einen Minimalpreis. sondern auf das Bedürfniß des Arbeitcrstandes, somit auf ausgic» bigc und seinem normalen Verhältnisse entsprechende Verköstigung Bedacht genommen wird. Für Wicu erscheint die Gründnng von zwei oder drei derartigen 'Anstalten zunächst in den Fabriksvorstädten und Fa< briksortcu vor dcr ^inic Mariahilf. Schottcnscld, Glüllpeudorf, Fünfhaus, Sechshaus u. s, >v, angezeigt. Nrbeu diesen Anstalten würdcn zweckmäßig or> ganisirte K 0 u s um» ode r i' c bc u ömi tl clvcrciuc jedeufalls von schr ersprießlicher Wirkung erscheinen. Die Schnelligkeit, womit sie gebiloct werden können, indem cs hiezn nur des durch Beiträge zusammen« fließenden Kapitals und eincr wohl situirtcn Vorraths« kammcr bedarf, ist ein Vortheil, dcr sie als ein rasch wirksames Hilfsmittel empfiehlt. Sic cmpfeblen sich fnucr als ein Moment, wodurch das Familienleben nnzcrklüftet erhalten wird; jedenfalls erscheint es aus zahlreichen sittlichen Gründcu wünschcuswerther, daß der kleine Gewcrbsmann am eigenen Tische mit den Seinigcn scm tägliches Brot uerzchrc, als daß die ganze Familie nach dem Spcischausc wandere, und sich dem Rcize dcr Häuslichkcit cntfremde. Endlich uiusaßt der ^cbensmittclvcrcin nicht bloß die zur Hcr< stcllung ciucs Mittagiuahlcs erforderlichen Ingrcdicn' zcn, sondern cr kann für Kaffeh, Syrllp, Znckcr, Ocl, Kcrzcu, ^kohlen, Holz, Seife mid viele andere dergleichen tägliche Lebensbedürfnisse vorsorgeu, dcrrn Aukailf im Kleinen, arme» Familien schwcrcu Kostcu-anfwaud verlnsacht. In R'ücksichl a»f Bcleuchtnng. Heizung, Frühstück uud Abcnbbrot lanu dcr ^ebcus' mittelverein auch denjenigen unsclbstständigeu Arbeitern zll Statten kommen, welche Mitlags eine Spciscan» stall außer ihrem Hause besuchen müssen. Feuilleton. Freudenfener, des 1'. l. Herrn Statthalters dcs Kronlandcs Krain, Kommandeur des l. k. Leopold-Oideiis, zur (^choimenrathswürd^. (?lach dem, i» d.r „I>!<'V!^t!" vom 2^, d. M. c»schi»'»s>l sloveiuschc» GedichU': ^l^I.ü!^ v!j!>,) Ei»c Perle sci»cr Krone Selbst mit Trost lind voll Vertrauen !lrcu>t der Kaiser Deiner Hand, Nahtest D» dem Krcmkcul'ctt, Du es aber lre» bewahrest i No am schrecklichsten die Schauer Da6 Dir anvertraute Pfand. Iin'B der Cholera geweht. Ein Gedanke herrscht im Lande, ! Fremd war gänzlich Dir die Sprache, Für Dich lebt Mi Hor;, ^i» Sinn : ! Die man hier zu Lande spricht, Alle zieht znm milde,, Vater ^ Was trieb an Dich, sie zu lernen — Ehrfurchtsvolle Liebe hin. ! Wenn die Liebe dirscö nicht? Als deö Himmelö schwere Nuthe, Hast gclcrnet „ns'rc Sprache Hmigerönoth betraf daö Land, Uilermüdet Tag für Tag, Spendetest Du Vrot den Armen Um vom Volk das Leid zu hören, Mit dcr cig'ncn milden Hand. Weil Dein Herz eö heilen mag. Wo Du gingst, da find des Segens 11>,d des Nohlthunö Spuren noch; Wahrhast ruft deschalb die Heimat Dir vom Herzen- „Lebehoch!" Theater. Da liegt eine Masse Theaterzettel auf dem Schreib« tische, uud ladct deu Ncfercntcu cm, wiedcr Einiges übcr die Kunstleistungen unscrcr Vühne zl« berichten. Es tauchen die luftigen Gebilde dcr angenehmen nud unaugcnehmeu Theaterstnuden in dcr Erinnerung alls; cs entspinnt sich ein lebhafter Streit zwischen deu ernsten Anforderungen der Kunstkritik und den Villig-kcitögrüudcn, lehterc hervorgerufen durch die brschräuk-tcu Proviuz» Verhältnisse, uud das Ende des Liedes bleibt sich immer glcich: dem Einen ist das Referat zu nachsichtig gehalten, dcr Andere erblickt selbst in dcr lciscstcn Rüge cincu Angriff auf scin Küustlcr-talent. Da soll dcr Nefercnt, bcidc. Seitcu bcrücksich-tigcnd, mittcn durch dicse Wogen das Schifflein führen, uud oft Dagewescucs iu neuem Kleide dem Lcscr vorstellen! Mau wird es dem Vcrichtcrstatlcr wohl nicht verargen, daß er nicht jcdc Vühuculeistung uuter das Secir-Mcsscr der Kritik bringt, nnd nur besonders hervortretende Darstellungen bespricht, mag dieses Hervortreten nun im guten oder schlcchlen Siunc gc-incint sein. Es siudct sich nach bcidcu Seiten ver< hältuißmäßig hinreichendes Material. Die Opcrngcsellschaft führte uns in jüugstcr Zeit vor: „Robert", „das Nachtlager", «Martha" und „Lucrczia Vorgia" — untunter zu wiederholtem Male. Ueber die Opernkräftc ist das Urtheil unter Kennern uud Dilcttauteu ziemlich gleich, lautend, sie genügen durchweg bescheidenen Anfordc» nlua.cn, da mau bei cincm „halbjährigen Provinz« RRttQ Einen höchst beachtenswerlhcn Vortheil aber bo« ten sowohl angcmesscil organiswc Speiscanstaltcll als Konsllmocreine dadurch, daß sir die unteren partizi. pircnden Volksklassen vor der leider nicht sclten vor« kommenden Verfälschnng dcr ^ebcnsmiltcl, wic z. B. dcr so häufigen Vermengnug dcs Mehles mit gcpnl' vcrtcni Gyps li. dgl., von vornchereiu vollständig zn schützen in> Stande wären. Oesterreich. W icn, 28. November. Die „Donall" bringt folgende Anfklärnng über das Wcftn der Kredita». stall. Seit einigen Tagen znknlircn mancherlei Ge< rüchte über Ilnterilchinnilgcn und Geschäfte, an denen sich die Kreditanstalt für Handel lind Gewerbe bcthci-ligl, odrr die sie bereits abgeschlossen haben soll. Wir erfahren mm, daß alle dicse Nachrichten ohne Abnahme als leere Erfindungen zn bezeichnen sind, die sntivcdcr von müßigen Köpfen ansgchcclt, oder von Unbcrnfcnen absichtlich verbreitet wurden. Die Kreditanstalt ist bis hcutc ausschließlich mit ihrer Or> ganisirnng beschäftigt, llild das Comity hat anch vor» lällfig keine andere Aufgabe als diese. Die eigentlichen Operationen gehören in den Bereich des Ver-waltnngsralhee nnd der Direktion- diese allein tragen dafür anch die Verantwortlichkeit, wclchc sie nicht fi'ir ein vom Gründungs - Eomitt' abgeschlossenes Ge< schaft übcrnehinell könnten. Wenn mall aber dnrch Tageblätter dir falsche Nachricht zn verbreiten sucht, die Anstalt werde sich am Van dcs Küstendschc-Ka-„als nnd anderen derlei im Anslandc knrsirenden Pro-jeklcn bethciligen. so kann man die Gesinnnngslosigkcit nicht genng rügcil. welche diese Anstalt von vornhcr> tin ihren spezifisch österreichischen Charakter zn nehmen nnd das Vertrauen zn ihrer Nützlichlcit fnr die Mon» archie zn erschüttern bestrebt ist Es ist ferner zn erwähnen, daß dem Comitt' cinc Unzahl von Projekten vorgelegt werden, welche die Unlerslütznug imd Förderung öffentlicher Vergnü» gnngen nnd anderer dem Programme der Anstalt fern liegender Nntcrnthmungen bezwecken. Wir haben in unserem Ionrnalc mehrfach hervorgehoben, daß die Anstalt ansschließlich znr Unterstützung des Handels, der Indnstrie lind Gewerbe gegründet worden ist, wic dieß ihre Firma besagt, lind wir wollen es nochmals wiederholen, daß die Gründer leine andere Absicht haben können, als mit Anfwand aller Kräfte diese empor zn richten nnd der für ihren Aufschwung so verderblichen Geldnoth ein Ende zn machen. Dicß znr Nachricht n'ir alle Projektcnmacher, welche glanbrn, die Anstalt werde ihr Geld zur Aus» führnng von siren Ideen nnd znm Van von sonsti» gen ^nftschlosscrn hergeben. — Im Lanfe d. M. hat die Vcrthcilnng der Lebcnsmittel von Seite des Wiener allgemeinen Hilfs-nnd Sparvcreins stattgefunden. Die Zahl der Ein» la^cn hatte sich in diesem Jahre abermals gesteigert und die Summe der Einlagen 10.000 st. überstiegen. Interessant sind die verhällnißmäßig billigen Preise, die beim Einkauf erzielt wurden. Sie stellten sich für den Mctzcn Erdäpfel anf 1 ft. 40 kr., für das Pfund Mehl anf 7 kr., das Pfund Schmalz anf 30 kr., die Klafter Holz anf 17 ft., dann l Pfund Scifc auf 1i> kr. n. s. w. Ein großcr Theil dieses gün> stigen Resultates wurde übrigens dadurch erzielt, daß die Dainpfmühle» > Gesellschaft in Anbetracht dcs Wohlthaligkeitszw^clcs die Preise etwas niedriger stell» te als für den gewöhnlichen Großocrlauf; dann die Apollokcrzcn« Fabrik bcim Ankauf von Seife, lind Se. Dnrchlancht Fürst Adolph v. Schwarzcnbcrg beim Ankauf des Holzrs dem Vereine Begünstigung cn gc> währten. — Die Nntcrstütznng, welche Soldaten und Va« tcrlaildsfrenndc schon dnrch mehrere Jahre den Kin» deril der subalterilen Mannschaft dcs k. k. Invaliden« Hanfes znr Errichtung eines EhriWaumcs spendeten, beginnen anch heller schon cinzufticßcn, so daß es auch iil dicsem Iahrc möglich werden wird, den In' validcnkindcrn einen Ehristbanm aufzustellen. — Der neue Koniet, welchen Herr Vrnhns in Verlin entdeckte, wnrde ain 2l. Novcnibcr an der Sternwarte zn Kremsmünstcr beobachtet. — Der znm Sekretär bei der k. l. Internnn-liatnr in Konstanlinopcl ernannte Herr u. Rcycr ist hrntc nach Tricst abgereist. Die Gcmalin dcs k. k. Jittcrnnmius. Fran Baroilin Prokcsch-Osten, wird morgen dahin abreisen. Die Abreise des k. k. Inter» nuntins Herrn Baron v. Prokesch >Osten selbst ist vorlänfig auf kommenden Samstag festgesetzt. — Der kaiserlich russische Militärbcvollmächtigtc, General Graf v. Stakclbcrg, befindet sich bereits anf der Reise nach Wien nnd wird am 1. Dezember hier erwartet. — Die Dornftintcn. mit welchen die k. k. Armee eben ausgerüstet wird, sind die Erfindung eines öster» 'reichischen Offiziers; sie erreichen cinc Distanz von l000 bis zn 1200 Schrillen. Mit dieser Bewaffnung wird dem Vernehmen nach anch eine Vcrbesscrnng dlr Gc> wehr'Ladnngvmclhodc in Verbindnng gebracht, deren Vortheile darin bestehen, daß die geladenen Gewehre eine bedeutend größere Tragweite haben und, der Schuß auch sicherer trifft. Der Vortheil soll znm Theile schon in der Konstruktion dcr Kngcln liegen, die ans weicherem Vlei gegossen sind lind nicht nnr schärfer in die Züge dcs Gewchrlanfcs passen, son< dern beim Laden auch leichter eingetrieben werden lonucn. — Dcr Vortivkirchcnban.Fond' bclänft si.h »lach Abschlag dcr Ausg^bcn für die preisgekrönten Bnl< plane nach dein letzten Rechnungsabschlüsse anf l,270.332 fl. m C. M. und 33.222 ft. i,l Obliga« tionen, nebst vielen znm Theile sehr werthvollen Widmnngen von Kirchengcgcnslän?cn. — Der Zentral'Ansschnß dcs Scvcrinns < Vcr> eiilcs gibt bckailnt, daß an die Stelle des bisherigen Vereins» Wochenblattes vom 1. Januar an ein täg> lich als Morgcnblalt crschcincndcs politisches Platt tretell werde. Die Vereins'Angelegenheiten, dann größere Aufsätze religiösen lind kirchlichen Inhaltes werden in einer Sonntagsbeilage erscheinen. Das Blatt behält den Titel „Oestcrrcichischcr Volksfrennd." — Für das in St. Polten zu gründende Kna> bcnscmiuar sino bis jetzt im Ganzen 33.111 ft. an Sammlnngsbciträgen eingefiosscn. Bis zur Erzic» lnilg einer dem Bedarfc cntsprechcndcil Snmme wer» den vorlälifig zehn Knaben dcr Diözese im Winzer Knabcnscminar am Frcicilberge erhalten und fünfzehn besuchen vorlälifig das Odergyllmasium iü Kreins. — Dic beabsichtigte Erhöhung der Beamten,, Gehalte wird in den betreffenden Kreisen als cntschie' den angesehen. Dieselbe soll jedoch nnr auf die Zcit der Theuerung erfolgen lind I.'i Pcrzent dcs wirkli» chen Gehaltes nicht übersteigen. So meldet miudc» stcns dcr Tagcsbotc aus Böhincn. Hicr vcrlaliten darüber nnr nnbestinnnte Gerüchte. — In Betreff dcr bevorstehenden Rcgclnng des " Vcrfahrclls bei der Kommcrzialwaren»Stcmplnng er> fährt man, daß das Verfahren deö deutschen Zoll» rcreins alich in Ocstrrrcich angenommen werden soll. — IlN Anftragc dcö hohcil Arnlec-Oberkolll» mando's werden in mehreren geeigneten Gegenden dcr Kronländcr Salpeter'Raffincricn für den Acrarial» gebrauch errichtet. — Von Seite Baicrns lind Hanno^ uers sind ebenso wie von Preußen die Znsagen, an der bevorstehenden Münzkonfcrcnz Theil zu nehmen, bereits eingelangt. — Eine letztwillige Anordnung, dahin lantcno: «All mein Vermöge» soll dem Pric» sttr D. An. übcrgcbcn wrrdcn," anf daß er damit insgeheim so verfüge, wic ich ihm aufgetragen habc," wurdc für unwirksam erklärt, da dieselbe keine Erbs» cinsctzling zu Gunstcn dcs D. An. enthält lind die-sonstigen Erben lind Legaten daraus nicht zn cnlneh« lMl! sind. — In der letzten Sitzung der Präger Handels» kammcr wnrde, dcr Beschluß gefaßt, die Errichtung einer Börse in Prag nencrdings bcim l. k. Ministe« rililn zn befürworten. — Ein Eisenbahn «Ingenieur hat eine Vorrich« tullg crfnnocn, durch welche die Kommunikation wie» dcr hergestellt wcrdcu kann, falls über Flüsse füh» rcudc Eiscnbahnbrückcn dnrch Elementar > Ereignisse theater" ebeil nlir entweder Sänger und Sängerin« ucn, welchc dcn Höhcplinkt ihres Glanzes übcrschrittcu, oder bcgabtc Anfänger engagircn kann. In der dieß-jährigen'Saison finden sich Vertreter der beiden b» zeichneten Seiten, nnd somit können dic Darstellungen befriedigen. In „Robert" ernteten Herr Vicl-czizky (Nobcrt), dcr in Ermangclnng eines gcnü> gellden zweitcll Tcilors anch dcn „Naimbcant" iin großen Dlictte dcs zwcitcn Aktcs sang, und Fr. Nor > se d, wclche cbclifalls dic „Alice" und die „Isabella" ans dem analogen Grnndc vorführte, reichen und verdienten Beifall. Minder entsprechend war Herrn Binder 's ^cistnng als „Bertram". Dic Ehö'rc warcn glit cinstndirt und hielten sich wacker, wic überhanpl das Ensemble genügend war; wcßhalb al»ch in den folgenden Ncpctitionen dicsc Opcr recht beifällig alif-genonlnlcn wordcil ist. Mindestens sonderbar bleibt cs jedoch, daß trotz der Ankündigung anf dem Theaterzettel das große Duett im zweiten Akte (zwischen Raimbcaut und Bertram) bei dcr Icptcn Darstellung wegblieb, ohnc daß man es dcr Mühe wcrth hiclt, den Grund dieses Wcglasscns dcni Pnbliklnn anzuzeigen. Im „Nachtlager" crzcllirte Hr. Haag (Jäger), dcr übrigens als ein Sänger mit gntcr Schnlc ln^d angenehmen Vortrag geachtet ist. Fr. Kurz.Preiß. die nach einem längern Krankenlager noch in ihrer Nekonvalcszcnz als „Gabriele" die Bühne betrat, war sichtlich noch so sebr leidend, daß cs uns nncrklärlich war, wie man in einem solchen Znstandc überhaupt noch singen kann. Die Theilnahme dcö Publikums war für dic leidende Fran allgemein, imd wir enthalten uns jeden weitern Eiugcbcns über ihre i/ci-stung. — Dic fast permanent falschen „Hörner" im Orckestcr batten an dicsem Abende besonders Gelegen« beit, sich ansznzeichncn, was znr Belustigung des Publikums auch wirklich eintraf. Eine Rcprisc diescr Opcr fand bis jetzt nicht Statt. Die. erste Produktion der licblichcn und sehr be-liebtcn „Martha" war wohl nnr cinc Gcncral»Probc, nnd man konntc mit vollem Rccht sagcn, daß dicsc Oper hicr noch jcdcsmal bcsscr gegeben worden ist. Die Repetition entsprach bei Writem mehr. Frau Norsed (Martha) schicu ctwas unsicher, obwohl sic sich scholl als „Isabclla" im „Robert" als brave Ko-loratnr < Sängcrin hcrvorgelhan. Frl. Ehr i st i n u s (Nan<,-y) nlacht rrfreulichc Zorlschrittc im Gesang wie im Spiel, wclchc sie in dicscr Parthie zlir vollcn Geltllng brachte; cin wiederholtes Hervorrufen lohnte ihre ^cistllngcn. Icdenfalls öffuct sich dieser talentir-ten lind strebsamen Kunstnovize, bei ftcißigcm Sln» dinill lind einer tüchtigcil ^citnng, lioch cinc schölle Zli» knnst. Hcrr Biclczizky (^ioilcl), in der Theater» ivclt als ein trefflicher Künstler bekannt, ist unbestreit- bar der Glanzpunkt dcr Operngescllschaft, nnd jede seiner Kiinstlcistuugcn wird durch allgemeinen Beifall ansgezcichnet, was natürlich auch bci dicscr Parthic dcr Fall war. Herr Binder (Plumket), zu dcsscn Bcilcfizc dic crste Produktion dicscr Opcr gcgcbcn wurde, wolle scinc Stinnnc hie und da mäßigen, denn bei dcr Kraftanstrcngnng müssen Wohlklang dcr Stiinmc, sowic dcr Vorlrag vcrlicreu; dic kühlc Auf« nabine seiner nclicrn ^cistlingcn ist hicfür cin hinrci-chcndcr Bcweis. Wic abcr kam Hr. Licbcl zli dcr Parthic dcs „Tristan"?? Da war allcs nur !.'«>'-Icliul«, das kailn man doch nicht „singen" nennen, lind im Spiele wollcn wir doch kcincn „Kaspcrl"; cin ^ord ka>l!l koniisch wcrdcn, abcr er wird, wcnn cr vor dcr Angcbctctcn knict, doch nicht ordinär lächerlich. — Warum blicbcn die frischen, krästigcn Stimmen dcr Herren 'Radler und Vickcrmann ulibcschäftigct? Die Ehörc warcll durchaus schwach. — Wic obcn bemerkt, war die zweite Vorstellung im Einzelnen befricdigcndcr als dic crste. — Der Wie« dcrholnng dcr „^ucrczia" wohlltc Ncfcrcilt nicht bci. Bcim rczitircndcn Schanspicl ist von dcutschcn klassischen Stückcn nichts gegeben worden. Fräulein Ouandt hattc zu ihrcr Beilcfizc das historische Schauspiel: „Peter dcr Großc und scin Sohn", nach dcm Fralizösischcll dcs Fonchcr von Grandjeai:, gewählt. Die jnnge Dichterin in Berlin, Elisc Schmidt, RRÄV erstört'werden. Dieselbe besteht in Schiffen, auf vclchen eine Art Drehscheiben mit Eiseilbahnschienen )crart ailgcbracht ist, da6 die Maschinen auf selbe mi. und am jenseitigen Ufer mit leichter Muhe wieder ausfahren können. Wiru, 29. Nov. Dic Direktion der priv. österr. Nationalbanl hat mit Zustimmung der hohen Finanz-Verwaltung die Einleitung getroffen, daß die Einkom» menstcucr, welche für das Slencr.Vcrwaltnngsjahr 18üö—iitt entfällt, und für die Dividenden der Bank' Aktien, fo wie für die 4perz. Zinseu der, behufs der Erlangung neuer Aktien geleisteten Einzahlungen zu entrichten ist, vereint aus den Erträgnissen dcö Iu> stitutes berichtigt w^rdc. Die Nalionalbank wiro demgemäß statt der ein> zelncu Besitzer der Ariicu und At'lien'Jutcrimsscheiuc und für dieselben die vorschriftsmäßige Fassion zum Behufe der Steuerzahlung bei der nied. österr. Steuer» Administration überreichen. Trieft, 29. November. Sc. kaiscrl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ferdinand Ma^. milian hat unserer Stadt abermals einen Veweis von dem alle Mitglieder des Allerhöchsten Kaiscrhan-seö in so hohem Grade auszeichnenden Wohlthätig» kcitssinuc gegeben, indem Sc. kais. Hoheit an den Herrn Podest-'» zwei Staatöschuldschcinc zu 1W0 ft. gelangen ließ, deren jährliche Zinsen im Betrage von 10U fi. in Silber am 7. November jedes Jahres ei. ncr durstigen und würdigen Familie ans Trieft auf Bestimmung des Stadt. Rathes verabreicht werden sollen. Der Podest^ Hcrr M. Tommasini ladet die Be« wohurr unserer Stadt znr Theilnahme an dem Dank» feste ein. welches kommenden Sonnabend in der Ka< tbedrale St. Just für die Wiedergenesmig Sr. kai. serlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Ferdinand Mal Vormittags um 10 Uhr stallsin' den wird. — Der Zimmermann I. Delucca und der Schneider V. Dclncca danken im „Diavolctlo" dem Herrn P. Spol a r. welcher sie am 29. Okto> bcr init eigener Lebensgefahr während der Spring, siuth. die sie plötzlich beim Fifchen überraschte, im Vereine mit cincm seiner 'Arbeiter vom Tode gc. rettet. , Vozcu. 2l. November. Schon in der Sitzung vom 2l. April 18!!4 yattc dcr Gemcindeansschuß die« scr Stadt den Antrag zur Errichtung eines Avmcn> uersorgungshauses mit einstimmigem Beifall begrüßt, lind ein Comit^ znr Einbringung geeigneter Vor< schlage erwählt. Dieses erstattete in der Sitznng vom 24. Oktober 1884 einen eben so umfassenden als mit Wärme fur den Gegenstand abgefaßteil Bericht. Dem-ungeachtet blieb dem Gcmcindcausschuß, so sehr er anch von der Nothwendigkeit eines solchen Institutes dnrchdvnngsn war. bei der damaligen Finanzlage nichts anderes übrig, als die Ausführung der vom Comit« gestellten Anträge einstweilen zu vertagen. Als jedoch der erste Hcrr Magistratsrath Joses Rößlcr vor wc< nigcn Tagen riu Geschenk von 209 st. znr Gründling eines Armenversorgnngshanses widmete, ergriff der Gemeinoeausschiiß diesen Anlaß, um die früher ver« tagte Ausführung dieses menschenfreundlichen Werkes neuerdings zu versuchen, und faßte in seiner Sitzung vom 20. d. den Beschluß. das Comil^ für die Er< richtung eines Armenvelsorgnngshallses solle die Uu« terhandlungcn über die Ausmittlnng der hiczli nöthi« gen Fonds wieder aufnehmen und über deren Erfolg dein Gemlindeauöschuß berichten. Es machlc sich hierbei die Anschauung geltend, daß der Zwcek, der Gottesmutter ein Prachtdenkmal ;n sehen, und der Zweck, der crwerbsnnfähigm Ar> mnlh ein bescheidenes Obdach zn geben, sich gar wohl vereinigen ließe, wenn das Armenhans mit dem Standbilde der Gottesmutter geschmückt würde, die doch vorzugsweise eine Beschützerin der Armen ist. Möge diese Anschauung auch iu weiteren Krei« sc» dic vorherrschende werden, dann dürfen wir nut Zuversicht erwarten, daß der Grundstein zu einem so menschenfreundlichen Werke in nicht gar ferner Zeit gelegt werden wird. In Verona ist nachstehender amtlicher Erlaß veröffentlicht worden: „Erlaß, durch welchen die Provinzlalkcmgregatlo« neu des lomb.'vcnctianischen Königreiches definitiv kou« stilnirt erklärt werde». Auf Grundlage des Allerhöchsten Erlasses vom 16. Juli 18^!, durch welchen die Einberufung der Zcnlralkoiigregatione» angeordnet wurde, und nament» lich auf Grundlage des Artikels 4 des besagten Er. lasses, welcher dic Sphä'rc der Attributions,» der Pro< vinzialkongregalionen, wie sie durch die Dekrete vom 4. und 1l). August 1848 erweitert wurde, als nnver' ändert beizubehalten erklärt, und in Folgc einer Zn< schrift des k. k. Ministeriums des Innern vom 26. v. M. werden die bis jetzt provisorisch bestandenen loml'.'Venetianischen Prodinzialkongregationen als de» finitiv konstituiit erklärt. Deutschland. Aus Kurhesseu. 24. November. Nach uud »ach ist doch manches alls der „Mittheilung." welche das Ministerium Hasseupfiug über die Versa ssungs-Angelegenheit an den Vund gelangen ließ. bekannt geworden, und man weiß nun anch, daß sie in der Hauptsache nicht den Beifall desselben erhielt. Die Regierung bemühte sich uämlich, in derselben die Un> Möglichkeit weiterer Verhaudlnngeu mit der letzten Ständcvcrsammlung nachzuweisci.. da diese eine förmliche Kommunikation mit der Regierung, wozu die Geschäfts« ordnuug auffordere,-uilterlassen und sich oaranf be« schränkt hatte, den Bericht des Ausschusses der ersten Kammer ohne Diskussion anznnehmcn lind dann den« selben als ihre „Erklärung kurzer H.i»d an die Rc« gicrung gelangen zu lassen. Es sei demnach schon jetzt gegründeter Anlaß für die Bnndes-Vcrsammlnng vorhanden, die Vcrfassungö-Angelegenheit zum defi> nitivcn Abschlüsse zu bringen. Es muß jedoch dir BundeZversammlung anderer Meiuuug gewesen sein, da uou der Negierung nicht weitere Verhandlungen mit der jetzigen Slänocvcrsammlung stattfänden. Man hofft jedoch um somehr, daß diese uun zum Ziele ge« langeu, als der Regierung außerordentlich daran zu liegen scheint und Herr Staatsrath Scheffer, ihr Koni« missär, der schon so klug war, daö ihm angebotene Ministerium nicht anzunehmen, auch so klug sein werde, mit dcu Konzessionen hcrvorzntretcn, welche die Regierung in ihrer „Mittheilung" an den Bund gc« macht, die aber Hasseupftug m seiner letzten Vorlage au die Stände verschwiegen hatte. Tchweiz. Der Bnnbcsrath macht durch Krcisjchrciben vom l4. November dic übliche Anzeige, daß für das Jahr 166l) Bundesrat!) I. Stämpfli znm Bundcspräsic>en« teu und Konstant Forncrod zum Vizepräsidenten von der Bundesversammlung am 1l. Juli d. I. erwählt worden sei. Frankreich. Paris. 26. Nov. Der „Momtcur," berichtet nachträglich über den glänzenden Empfang des Königs von Sardinien in Lyon. und bemerkt zum Schluß, daß der König in allen Städte» von Marseille bis Paris sowohl von Seiten der geistlichen, Zivil« und Militärbehörden, als der Truppen und Bevölkcrun« gen den wärmsten Empfang gesunden habe. Zu Mar» seille seien mehr als 23.000 sardlnischc Unterthanen zum Landungsplätze geströmt, und hätteu ihre Jubel« rufe mit denen der Truppen und Bewohner vereinigt. Nnßland. Tagsbcfch! au die K r i m > A r m e e. Aus dem Hauptquartier in Baktischi'Sarai am 2.^!4. November t8l'ö. Se. Majestät dcr Kaiser haben der Krimarnic^ vom 28.—3l. Oktober d. I. das Glück dcr aller« höchsten Anwesenheit gewährt. Nach den eigenen, bei verschiedenen Anlässen den Truppen wiederholten Worten des Kaisers haben Sc. kaiserl. Majestät diese lange Neise unternommen, um ihnen für ihre loyalen Dienste auf demselben Terrain hat zwar unlängst anch ein Trauerspiel mit dem gleichen Titel geschrieben und vorgelesen, und cin geachteter Kritiker sagt von demselben, daß „dieses Stück die genialen Vorzüge der früheren Produktionen dieser Dichterin besinl, uud dieselbcu noch durch eine strengere dramatische Charakteristik übertrifft, wenn es mich als Gesanimt Organismus große Gebrechen aufweiset", beider konnten wir bei dieser Bearbei-tung von Vorzügen nichts entdecken, und wir staunen nur über den Geschmack, der einc solchc Mache auf dic Bühue bringen konnte. Die Zeit ist uns wirklich zu kostbar, als daß wir sic auf ciuc Zergliederung dieses „historischen Schauspiels" verschwenden könnten, welches hoffentlich nicht wieder auf dic Bretter kommen wird. In Birch-Pfeiffer's „Forsthauö" verdient insbesondere Frl. Ouandt (Rcginc) lobenswcrthc Hervorhebung, die viel Flciß auf diese Rollc verwendet hatte, wenn sic auch uicht überall genügte. Ihre Forc,-o sind jedenfalls im feinen Lustspiele Charaktere mit pikanter, satyrischer Grundfärbung. die sic mit Feinheit und allerliebst darznstellcu versteht. Dic übri» a,en Betheiligtcn trugen mehr oder minder znm Gelingen bei, so daß die Gesammtoarstellmig einc genügend gute genannt werden kann. — In „D a T o n i und sei Burg ei" konnte Frl. Schikauedcr (^urgci) nicht zufrieden stellen; es fehlte jedes tiefere Verständniß des Charakters; von Warme und Innig» keit, von den Uebcrgängeu des hochmüthigcn Mädchens bis zur bezähmten Widerspenstigen war keine Spur; einer solchen Aufgabe ist das Fräulein nicht gewachsen. Dagegen war Hrn. Braunhoser's (Toni) Leistung einc gute. Diesem Darsteller sind Talent. na> mentlich für „Naturbursche" u. dgl., sowic große Büh> nenroutiue uicht abzusprechen, nur wärc nicht selten ein besseres Memoriren zu empfehlen. — Caldcron's „Don Gutierc" verschaffte uns wieder Gelegenheit, eine durchdachte Vorführung dcr Titelrolle durch unsern aner> kaunt braven Schauspieler Hrn. Kurz zu scheu. Wir ha» ben zn wiederholten Malen über die vielen Vorzüge, wie anch über die Mängel dieses trefflichen Darstellers be« richtet, so daß wir nicht jede seiner Leistungen zu zergliedern brauchen. Fleiß und Talent verbinden sich hier, deßhalb führt uns Herr Kurz in dcr Regel wahrhaft Gediegenes vor. Herr Braunhofcr (Don Enrique) ist in derlei Parthicn nicht am Platze. Fräul. Quandt leistete recht Verdienstliches als „Donna Mencia"; das wenig beschäftigte Frl. Hclmar gab die „Iaciuta", nnd Frl. Schilauedcr die „Leonora" genügend. Einc dcr besten Productions war Töpfers «Dcr bcstc Ton." Sowohl im Einzclncn wic im En« semble stellten Frl. Quanbt und Fri. Ncichcl, sowic die Herren Karschin, Kurz und Braun- hofcr rccht zufrieden, und mehrfacher Applaus lohnte ihre Leistungen. Für derartige Darstellungen sind auch die vorhandenen Kräfte ausreichend. Ueber die neuen Possen haben wir im AUgemei-neu schon seit Jahren nnserc Ansichten dargelegt, die meisten derselben sind „Dutzend > Ware" ; da werden nur Nollcn für ein Paar Komiker geschrieben, um einige Couplets werden unzusammenhängcudc Szenen, einc Harlckiusjacke von Charakteren. Hingeworfen, und eine brillante „Ausstattung" soll die Schaulust auf den Kulminationspunkt heben. Leistet nnn dcr Ge« sangskomiker uicht Vorzügliches, oder gestatten aller« dings drückende Provinzverhältnisse nicht dic erforder« liche Ausstattung, wird endlich den Couplcts noch die Spitze dadurch abgebrochen, daß der jeweilige Witz gewöhnlich von lokaler Färbung ist; was bleibt dann übrig? Ein solches Gerippe wird man doch uicht mehr eine „Dichtung" nennen? Dcr Gcsaugskomikcr Hcrr Stamps'! leistet scin Mögliches, Flciß uud Streben sind unverkennbar. Hcrr Lcfort ist als Lokalkomiker mit Recht beliebt, er biingt seine vix 'mmion jederzeit zur Geltung, olme je in die bei Ko» mi'kern so häufig vorkommende Trivialität zn gera« then, was wir ihm als ein Verdienst anrechnen. — Frau Kurz« Preiß bewies sich stets als eine gute Lolalsängcriu. Iu Spiel und Gesang entfaltet sie Feinheit und Anmuth, ihre Leistungen erfreuen sich RIV8 vu danken, anf wclchcm sie, bcscclt von grenzenloser ^icbc für Ihn. ihr Blut für dic Ehre Rußlands nnd seines Souveraius vergießen. Mr Reihen dcr Arnlec haben dicsc gnädigen Worte uiit Begeisterung mis dcm eigenen Mundc des Kaisers vernommeii. Dicsc Worte sind ihren Herzen ringegraben und haben m Jedem von uns, vom Geucral l'is zum Soldaten, cin Echo gc> fuiidcn. Sc. Majestät haben während drei Tagcn mit jener Thätigkeit, dic Sic uon Ihrcm Vatcr uiwcr-gäuglichcn Andenkens geerbt haben, alle in uilscru uorgcschobcucu Positionen konzcntrirtcn Tiuppcu zu besichtigen geruht. Sc. Majestät haben die Festungs« werlc auf dcr Nordseitc Scbastopols, dic Positionen von Inlcrman uno Malcuzie, dic Pässe von 'Zjuhar» Karalcs und Tach-Bastin besichtigt und Ihren Weg bis zu der Kosakenketlc von ?jnhar>Karalcs, gegen» übrr vom Baidarlhalc auszudehnen, dic Reserven an der Kalscha und dem Bclbck Revue passircn zu las> sc», dic Spitäler voll Baktschi'Sarai zu besuchen gc> ruht; am 3l. Oktober sind Se. Majestät »ach Sim< phcropol abgereist, nachdem Sie die ganze Armee durch Ihre Anwesenheit, so kurz oiesc auch war, neu belebt, sie zn l>el>en Thaten ermulhigt und cin unver> löschlichcs Andenken an Ihren Aufenthall lliltcr uns zurückgelassen haben. Die Worte jedoch, welche der Baiser aus dcr Ticfc Sciuer erhabenen Seele zu Seiner Armee gc» sprochen hat, hal'cn dcm großherzigen Soilvcräu nicht genügt, den uns die Vorsehung gewährt hat, um das Vaterland für den entsetzlichen Verlust zn trösten, den es in der Perfol» Scincs erlauchten Vorgängers cr> litteu hat. Se. Majestät geruhten, als Sic Sich in Sini> pheropol bchujs der Besichtigung dcr Spitäler auf> hieltru, an die Krimarimc den beigefügten, vom 1. November daUncn Befehl zu erlassen. — In diesem Befehle hat der Kaiser in AnSdrücken, -die Seine cr> habencn Gcsiilnnngcu bellnidcn. die Znsicherung Seiner souveränen Dankbarkeit den Kriegern erneuert, wclchc die Pflichten drr Ehrc nud dcö Eides glwis. scnhaft erfüUl haben. Zur Vervollständigung haben Se. kais. Majestät für die Kruppen, welche die Festungswerke von Scba» jtopol vertheidigt haben, eine silberne Medaille zu bestimmen geruht, welche am St. Gcorgsbandc getra» gen werden foll. Die zahlreichen Vcwtifc, welche mir dic Tnippell dcr Krimarimc von den sie beseclcnden Gefühlen dcr Selbstverlälignling gegeben haben, siiw nur eiilc nil« zweifelhafte Vürg,chaft. daß sie sich sämmtlich ohne Alisilahilic des laiserlichcn Wohlwollens würdig zri> gen werden. Was Euch anbelangt, tapfre Vertheidiger von Sevastopol, so wünsche'ich Euch Glück zu dem El> rcnzeichen, welches, iubcm cs Eure Brust schmückt. Zeugniß ablegen wird von Enrer Betheiligung an der denkwürdigen Leistung, wclchc dem. alten Rllhmc dcr nationalen Armeen neuen Glanz gegebeu hat. Ich befehle, daß dcr beigeschlossene, in Drnck ge> legte kaiserliche Befehl vor den Kompagnien, den Es» kadroncn, den Batterien und der Mannschaft von der Marine verlesen, uud daß das mit der Unterschrift Sr. Majestät selbst versehene Original unter dcu Aktcu des Generalstabs der Armee als ein kostbares! Andenken an das erhabene Wohlwollen Sr. laiscrli» chen Majestät für dic Krim-Avincc aufbewahrt werde. Der Kommandircnde <>l clirl', Gl'ncral'Adjntaut F il r st Gort f ch alof f. Tagsbcfchl an die K r i m ' A r,n e c. «Tapfere Krieger der KriM'Armcc! In Meinem Befehle vom 30. August habe Ich Euch die Gefühle ausgedrückt, wclchc Meine Serlc mit aufrichtigen» Dank für Eure Dienste erfüllen, wo< durch dcr Ruhm dcr Vertheidign,g Sewastopols uer< cwigt worden ist; aber es genügte Mciucm Herzen nicht, Euch aus ocr Ferne für dlc Heldenthaten dcs Muthes und dcr Selbstverleugnung zu danken, mit welchen: Ihr — selbst von unsern Feinden bewundert — die mühevolle Zeit cincr Belagerung vou fast ciuciu Jahre aufgehalten habt. Hier in Enrer Mitic habe Ich gewünscht, Euch oic Gefühle Meines Wohlwollens, Mcmcr Dankbarkeit anszusprechen. Ich habe bei Euren« Wiedersehen Eure Fernoc empfnn» den, welcher Ich nicht Worte zu geben vermag; dcr glänzende Znstand, in wclchcm Ich bei den abgchal» lencn Revuen die Trnppeil der Krimarmce gefunden, haben Meine Erivartung übrrlroffeu. Es hat Mir wohlgethan, Euch zu seheu und Euch bewundern zn l'önneu. Ich danke Euch vou ganzem Herzen für Eure, für die Heldenthaten, dnrch .die Ihr Euch bewährt habt, für Eure tief in Euch wurzelnde Uncrschrockenhcit. Dicsc vcrbürgcn Mir dic ulwerletzcc Bewahrung dcö Ruhmcö dcr russischen Arnn'en. so wie die stete Bereitwilligkeit Meines tapfern Heeres, sich für den Glauben, den Herrscher uno das Vaterland zn opfern! Znm Andenlcn an dic unsterbliche und rühm-reiche Vcrlheioignng Sebastopols habe Ich für die einzelnen Trnppen. wclche die Fcstnngswcrke verthei' digc haben, cine silberne, an dciu St. Gcorgbandc zn tragcndc Medaille gestiftet. Möge dieses Dcnkzeichen die Dienste des Einzelnen bezeugen uno für Eure zu. künftigen Kricgsgcsähttrn zur Krästignng dcr crhabc. nen Gedanken von Pflicht und Ehrc beitragen, wclche die unerschütterliche Slüyc dcs Thrones nnd dcs Vaterlandes bilden. Die anf diese Medaille gravirtcn vcrciiiigtcnNa» mcnszügc meines Vaters, ni'.stcrbüchcn Aildeiikcns. lind die Mmiigen wcrdcn cin gemeinschaftliches Zeug« niß dcr Gcfühle Unseres Wohlwollens für euch al'le» gcn. Mögen sie in ench flir ewige Zeiten u,id un« Ihcilbar das Andenken an den Kaifer i)cikolanö Pan« loivitfch uud das Mciuigc erhallen! Ich l'in stolz anf euch, wie Er cs war. Wic Er vertraue ich Mich curcr bewährten Ergebenheit, eurem glnhendcu Dienst' eifcr! Ill Seinem Namen nnd in dem Meinigcn danke Ich nochnials el»ch tapfern Vertheidigern von Sevastopol, da>ike ich der ganzen Armee! Simphcropol, l^lA. Novenldcr t8iii». Unterzeichnet: Alexander. Ans einer Knndmachulig ans Krakall. 23. Nov., ersehen wir, daß der Verkehr auf dcr WarschaU'Wie« ucr Bahu eingestellt ist. I Tclcgraphische Dcpcschcll. "Paris, Millwoch. Der „Eonstitutionucl" versichert, General Canrobert's Mission habe allerdings den beabsichtigten Erfolg gehabt; derselbe sei jedoch nicht mit der Abschließnng eincr Militärkonvention bc> anftragt gewesen. R o m, 23. Nov. Ein hcftigcr Rcgcn, dcr am 2U. d. Ms. fiel, schwellte die Wildbäche an, uud hemmte den Posteniauf bei Pcsaro und Sinigaglia, ohne übrigens erheblichen Schaden anzurichten. " A t h c n, 23. Nov. Dcr ottomanischc Ver> trctcr bei dcm hiesigen Hofe, Iömael Sllfti Bcg, ist hicr angelangt. 'Berlin, 29. November. Se. Majestät der König hat in Person die Eröffnung dcs Laudta> gcö vorgenommen. Die Nede enthält bezüglich dcr auswärtigen Angelegenheiten folgende Stelle: Der Kampf zwischen mehreren Mächten Europas ist zn meinem anfrichigen Vcdancrn noch nnbecnoigt; indeß anch heilte ist unser Vaterland noch eine Friedens-statte. Ich hoffe, daß cs blcibcn nni) cs mir gelin-gcn werde, die Ehre und Machtstellung Preußens zn wahren, ohne dein Lande schwere Kriegsopfer alifzu« lcgcn. Ich bin stolz, dasi kcin Voll kampfbereiter uud opferfreudiger als das Mciuige ist, wenn wirk' lichc Gefahr für feine Ehrc und Intcrcssen droht. Dieses zuversichtliche Bewußtsein legt mir dic Pflicht anf, uutcr treuer Festhaltnng abgegebener ErklärnU' gen keinc Verbinolichfritcu einzugehen, deren politi« schc und militärische Tragweite nicht zu übersehen wäre. In der Stellung, welche Preußen. Oester-reich uno der deutsche Blind in Folge übcreinstim« inender Beschlüsse eingenommen, licgl cine starke Bürg» schaft für die fernere Wahrung jencr unabhängigen Haltung, wclche ebenso mit ansrichtigcm Wohlwollen uud unparteiischer Würdigung dcr Verhältnisse nach allcn Seitcn hm verträglich, als für die Anbahnung eines gerechten uno dauerhaften Friedens förderlich ist. Bezüglich dcr inneren Angelegenheiten dcs Kö» nigreiches wurdcn Gescpcsvorlagcn über dic Regelung ocr ländlichen Gemeinden, dcs Polizciwcsens, der öst« lichen Provinzen, die Gemcindeordnungcn dcr wcstli' chcn Provinzeil und die Verbesserung dcr kreis, nud proviuzialständischcn Einrichtungen zugesichert. Telegraphische Depeichen der »Triester Ztg." P aris, 29. November. Vor dcr Revue nahm dcr Kaiser von seiner Brust die Militärmedaille lind überreichte sie dem Könige mit den Wortcn, daß cr würoig sri, sic wcgcn scincs Muthes und seiner mili« täuschen Thaten zu tragen. Dcr Kaiser und der Kö« ilig wohnten gcstcrn Abend dcm Balle im Stadthanse bei. Dcr König eröffnete den Tanz mit drr Prin« zrssin Mathilde. Das Fest war glänzend. Der Kö« nig übergab dcm Prinzen Napoleon das große Band des Ordens dcr Annniiciadc. Heute geht der König nach ^onoou. des verdienten Beifalls. Dic Posse ist sonach im Ganzen genngcnd vertreten. — Untcr den gegebenen Possen heben wir «Ein Hausmeister aus der Vorstadt" und „Wo steckt dcr Teufel" hervor, welchc recht gcrnndct gegeben wurdcn und beifällig» Aufnahme fanden. Insbesondere zrichnct sich dic lei)tc Possc durch ncuc Idecn und schlagende Witze ans, nnd gehört sicherlich unter die besseren Bühneuproduktc in diesem Genre. Wir können nicht nmhin, noch eine Beschwerde, dic von viclen Seiten mit Recht erhoben wnrde. vorzubringen. Es ist wohl leicht möglich. daß wegen plötzlichen Unwohlseins eines Mitgliedes ein an-noneirtcs Stück uieht gegeben, und das Publikum nieht früher vou der Abänderung in Kenntniß gesetzt wcrdcn kann; wcnn aber dic Direction schon zn Mittag weiß (wie cs am 27. Nov. der Fall war), daß cinc Acndcrnng getroffen wcrdcn muß, so schrint cs uns doch Pflicht zn sein, mittelst zweier Annoncen an den hierzu bestimmten Tafeln des Thea-tergebändcs das Publiknm hicvon zn avisircn. In früheren Jahren ist dicsc löbliche Gepflogenheit auch stets beobachtet worden. — Dr. K l u n. M i s z e l l o lt. (Indianer Justiz.) Das nordamcrikanisehc Vlatt, ,,Thc Elinton Eolintv Erpreß" , erzählt von cincr kürzlich stattgcfnndcncn Hinrichtung eincs India» ncrs. und bcwcist uns damit, daß hcutc noch Dinge geschchcn, dic wir ganz nnd gar dcr Nomantik anheimgefallen glaubten. Dieser Indianer hattc scin Weib im Nansche erschlagen, nnd wnrde von dcn Acltestcn scincs Stammcö vcrurtheilt, dcn schrecklichen Tod '>» sterben, den dcr Indianer-Codex bloß denen vorbehält, die sich an Blutsverwandten vergreifen. Der Verurtheiltc erhielt vor Allem cin Bcil, um bei dcr Anfertigung seines Sarges behilflich zn sein, dcr aus einem ausgeholten, mitten cntzwcigesägtcn Baumstamm bestand. Nach vollbrachter Arbeit erst wnrde er an cincn Baum, seinen ^eioenspfahl gebunden. Im weiten Kreise rings nm ihn wurden Fcucr angc-zündct, deren Scheiu auf scinc Gestalt ficlcn; an dcn Feuern im Krcife saßen seine Stammesgcnosseu, bc-tranken sich im Feuerwasscr, sangen wildc Kriegslic-dcr, tanzten ihrc wilden Tänze nnd unterbrachen sic nur von Zcit zu Zeit, um cincn Pfcil in das Fleisch dcs vcrurthciltcn Mörders abznscndcn. Nascn und Ohrcn warcn ihm früher abgcfchnittcn wordcn. So stand cr blntcnd am Baume gcbnuden; dann schlicfcn die Rächer dcn Tag über, nm bci Einbrnch der Nacht Tanz nnd Spiel und Trinken mW Pfcilschic. ßen von Neuem zu beginnen. Das danertc sieben Tage und Nächte; so langc lebte dcr Gefolterte und stand aufrecht am Baume; crst am 7. Tagc saiik sein Haupt; er war todt. Seine Brüder hüllten ihn in ein weißes ^cintnch, lcgtcn ihn in dcn Sarg und zogen von dannen. Dic Erschlagene war gerächt. (HVenn'ö angeht.) In dcr Regcl werden dic Dienstboten von dcr Herrschaft beaufsichtigt; es kom« men aber auch Fälle vor, wo das Gcgcnthcil statt' findet. So wollte dicscr Tagc in cincm Wicncr großen Hansc eine Köchin sehen, ob die Fran auch regcl» mäßig das Ausgabcbuch für dic Küchc kontrolirtc, nnd führte zwischcn ^Geuiüse und Milch" auch einen Po» stcn: „Wcnn's angeht" ... 1 ft. an. Aus Bcsragcu crzähltc sic dic Anccdotc. daß cin Koch bci cincr Hcrr-schast cincn ähnlichen Posten cin ganzes Jahr in Rechnung gestellt habe. ohne daß er entdeckt ward; aber sie habe sich nur zum Scherz überzeugen wollen, ob die Gebieterin dcn Küchenzettel mit der gebühren« deu Aufmerksamkeit rcvidirc. Die sorgsamen Hausfrauen mögen daher fleißig nachschancn, «wenn's angeht." Loluücs. Dcr «historische Verein für Kärntcn" hat in dcr dicßjährigcn Generalversammlung den Geschäftslcitcr und Sekretär des „krainischen historischen Vereines, 5crru Dr. Klun zum Ehre um itglicdc crivahlt. Druck und Verlag von I. v. Kleinmayr