Laibacher Seituna. .4^ «»8. Samstag am 3«. December »8H2 Di, V.l>! »1),l- Ieitimg" erschtiilt, mit AnSnahmt der Sonn- und ss.iertag,, täglich, und kofltt samiilt den Neilagen im Tom^ploir ganzjährig ll st., halbjährig 5 z Iy fr m„ K''r,»,!'c,!!d im (5o»,vloir qau,jährig <2 fl., kalt'jührig tt ft. Nr oie Zustellilüg in's Hcms nnd haldiählig 2« fr. ,»el,r ^u entrichtt». Vl it d,r »Uoü »o'l t», fr«! .,a»z,ähr!g, l»,lc> ssrcuzl'ano >mi> ^»oruckter Adresse 15 !>.. halbjährig 7 st. 3U sc. — In stra t > o >, «g, b >i h r für einr Z^'allsn^Ul u5„' o,n '«öl,«, oerielde» ,ür „u. maliqe «inscha>r dreimalige 5 kr. (5. M. Inserate bis 12 Zeile» foüen l st. s>,r 3 Mal, 50 kr. ,.,r ^ Mal ,mb 40 lr. s.'.r l Mnl ,!«'.«,chall„. Zu t>il,'s» ^rbnhrcii ist nach dem „proviserischen Geseh, vom 6. November ^850 für ^»»sertwnsilämptl" noch lO lr. fül »ine jedesmalige Hmschmiuug i,l»zu zu rech»,». Eiulllliliilss jm PrüU'liinnlillil Al tlllü Zulir ^l3)Ä lmf tlie „UlmlM Heilung". Pränumerationspreis für Laibach, im Zeitungscomptoir abgeholt: ganzjährig N fl., halbjährig fl. ä.3tt. ins Haus zugestellt ... „ 12 „ „ „ 6 — Mit Post portofrei zugcsaltdt .... „ 1« „ „ „ 7.30. Um keiue Störung in der Zujenduug eintreten zu lasseu, werden die auswärtige p. ^. Abounenten besonders aufmerksam gemacht, ihre Beltellung ungesäulnt machen zu wollen, uud daher gebeten, die Pränumerationsgclder im vollen Betrage portofrei einzusenden. — Die ausführliche Pränumeratiotts-Anküttdignttg ist iu den Veilageu diezer Leitung wiederholt abgedruckt worden. Laibach im December 18Ü3. I. U. ^lsilllIUU)l (b ./etl. VüMbelg. ___________ Icilungst-Verleger. Amtlicher Theil. ^Ve. k. k. apostol. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. December d. I. zum Bischöfe roll Cattaro de:i Domprobst an dem dortigen Cathedralcapitel, Dr. Vincenz Zu bra »ich, aller-gnädigst zn erlxnneu geruht. Das Filianznnnisterillm hat zu Finanzratheu bei der Fmanz-Procuratur für das Konigleich Ungarn zu ernennen befunden: den Finanzrath der kiisten-lündisch'dalmatinischel» Finanzprocuraiur, Dr. Hermann Gödel, den provisorischen Aushilfe » Nefenten bei dem Pesther D>st< lctS-Oberlaudee.gerickite, Dr. Alois Alth, die Fiscalc bei dem u>igar,scheu ('lni^lliln», ic^ulium Directorate, AudreaS Vajay, Joseph ^oczün uud Iohanu Kossalko und den Alis--Hilfs-Referentel, bei dem genannten Directorate, Dr. NicolauS v. Rehorovszky. Heute wird ausgegeben und versendet: das Landes - Regierungsblatt für das Herzogthum Kram. Erster Theil. XXI. Stück, V. Jahrgang 1863. Dasselbe enthalt mtter Nr. 186» Kundmachung der k. k. Statchalterei für Kram vom 2. December 18!!ll wegen Bemauthung der Krainbnrger Brücke an der Kanker-Kapler Straße. Nr. 186. Umlaufs « Verordunng der k. k. Finanz-LandeSdircctiou für Steiermart, Käruten und Krain vom 9. December 18Ü3, betreffend die Stampel, behandlung der BerechtigungS - Urkunden zum Be« triebe von Gewetben, Unternehmungen. Erwerbs-geschäfcen, oder znv Vornahme einzelner, eine be» sondere Befugniß bedürfender ElwerbSacte. Laibach, am 31. December 1863. Vom k. k. Redactiousouveau des Laudes-Negierungs-blatteS für Kram. Nichtamtlicher Theil. Qrientaliscke Angelefteuheite«. Von der türkischen Grenze, 23. December. Aus Braila wird üder dcn Vorgaxg bei Matschm fol« geudes Nähere berichtet -. Am 11. December waren nur zwei russische Ka« nonenschaluppeu gegen Matschin zu aufgebrochen, aber am 12. sind 3 andere Donauschalnppen nebst zwei Dampfschiffen ebenfalls dahin abgefahren. Unter den Schaluppen befanden sich auch die fürstlich walach'« scheu. Der nächste Zweck dieser vou General Engel-hart unternommenen Erpeditio», war die Zerstörung ler türkischen Sllandballelieu von Macschm. Das Bombardement war belderseits sehr heiß. und dauert« am 13. bis am Abend, zu welcher Zelt daun em Dampfboot nach Brmla zulüttk» beiden vou den Affairen bei Malschm zurückge» kommenen Dampfern Posto faßre. Die Truppen» omchmaische danerl, fort. Am 23. ist eine ganze Vngade zum ArmeecoipS iu die kleiue Walachei ab« gegangen. Nicht nur Bukarest allein, sondern auch die nach Budesti führende Straße wird verschanzt uud befestigt. An Verschanznngeu des befestigte» Lagers bei Budefti wlrd noch immer gearbeitet. Die Türken haben seit der Affaire vom 13. d. bei Toltscha Matschin etwa 10.000 5is 12.000 Maun couceutrirt. Dle von dem Wiener Correspondeuten der „NnilHb. Allg. Ztg." gebrachte Mittbeilu»g, daß di, Behaup» tung eiliger Journale, eie woltau-rralachlschen Tlllp» pen seleu der russischen Arme« einverleibt worden, e „TimeS" und „Chronicle" führeu eine Spra-che, dic nach Sturm klingt; die Gereiztheit ihrer Ausdrucksweise lst groß. Das Peelitenblatt läßt plön-lich seine kunstvolleu Paraphrasen und hypothetischen Verclansulirungen fallen, und sagt: „Die Zeit ist gekommen, zu handeln, und kraftig zu handeln. . . . Wir hatten bisher die Achtung der Welt, und unser Ruf steht auf dem Spiele."^Wir mögen noch auf deu Beistand der deutschen Mächte hoffen — wir werden ihn gewiß sehr ger:ie annehmen — aber ihr Zögern und Schwanken darf uns nicht langer hemmen und hil.dern." Iu einem zweiten ürtikel macht „Chronicle" das Geständniß, daß „bisher die Gegen-, lrart der Flotten im Bosporus, weit entfernt, deu Tiuken ein Schirm und Schnn zu sein, eine Cala-mität für sie war." Die „Times" ist plöftlich wieder ganz lürklsch geworden und crilisirt daS russische Siegcvbulletin in den schärfsten Ausdrücke». Die russische Aussage selbst zeige für den wunderbaren HeloiSrnuö der Tür-ken bei Siuope und lasse den Jubel übel einen durch List und ungeheuere Uebermacht errnugenen Vortheil als Ulnillerlich erscheinen. Die „TimeS" verdammt ferner die Unthätlgkeit der Flotten nach der Hiobspost; denn da die Russen bis zum 2. d. in Sinope blieben und nicht vor dem 4. „ach Sebastopol kamen, so wäre die von Dundas vorgeschlagene Nepres-salie leicht ausführbar gewesen, so daß man in Lo»-don dnrch denselben Courier von dem russischen Angriffe und der verdienten Züchtigung zugleich Kunde erhalten hätte. Doch sagt sie dießmal nicht, daß General Baragnay d'Hilliers die Erpeditiou hintertrieb, da man in London allgemein die Schuld auf Lord Stratford schiebt. Die Schlußfolgerung der „Times" ist, daß eine definitive Kriegsallianz mit Frankreich geboten sei; denn ehe eine „bestimmte und genane Uebereioknnft dieser Art deu Zweck und die Gränzen der Feindseligkeiten gegen Rußland feststelle, werde die Türkei an dem matenellen Beistände, und Frankreich an der Micu'iikm'g Englands zweifeln können, England selbst aber nicht nissen, ob eS sich im Kriege oder Frieden befinde." Das Einlaufe» der Flotten sei jeftt «ine unvermeidliche Nothwendigkeit geworden, und werde wahrscheiulich zu einem Zusammenstoß mit den Nüssen führen. Wenu der Kaiser vvn Nnßland nicht Lust habe, seine Kriegsschiffe in Sebastopol einzusperren, werde er wohl offen mit den westlichen Mächten brechen. Sie („TimeS") bereue die lang hinausgeschleppten Vermittlungsversuche uicht, allein eS bange ihr nicht vor der ullimll l'ulic,. (Wanderer.) W e lt e r r e l ch. * Wien, 28. December. Die zur Belohnung lang und treugeleisteter Dienste der Unterossziere und Soldaten der k. t. Armee erstossene allerhöchste Verordnung, womit der Uebertritt der iste in angemessener Weise geregelt wird, ist ein eben so schdneS als erfreuliches Merkzeichen der edelsten lai'deSväterlicheu Fürsorge für das Wohl jener Braven, welche die schönste uud kräftigste Zeit ihrer LebeuS, ihre Gesundheit, ihr Blnt dem Dienste des Vaterlandes gewidmet hatten, die am Ziele ihrer Dienstperiode angelangt und herausgerissen ans ihren früheren Lebenskreisen und Beschäftigungen, nnlängbar ein großes und nahes Anrecht an die Dankbarkeit der Gesammtheit besipen. D^r Zweck der in Nede stehenden Verordnung ist, Rechnung zu tragen dieser Erkenntniß und deu sie begleitenden Gefühlen, und geeignete Mittel aus. findig zu macheu, damit nicht Jene. die doch in ganz besonderem Maße Berücksichtigung verbleuen, durch die Ungunst äußerer Verhältuisse uud nameut» lich durch die Schwierigkeit, sich iu einem neuen Be- rufskreise heimisch zu machen und festznstelleil, selbst dann zu Noch und herben Entbehrungen oerurlheilt werden, wenn ihre physischen und incelircluelleu Kräfte immerhin »och zu angemessene» Dienstleistungen hiu-reichen. Dieß ist der milde «nid süisorgliche Gedanke, welcher die a. h. Veröl dnung vom 18. Dec. dictirle. Hlernach bleiben sämmtliche Diener- und Manipula-liouoposteu bei k. k. Aenueru uud vom Staate er. richteteu oder auch nur cheillvelse domteu Ausialten, sowlc dlt dem uncere» executive» Dienste angehorlgen Posten bei den ScaacSelse»l'ahnen, Posten, Telegra-phen, Bergwelken, Forsten, Salinen- und Aerarial-fabllkeii, zu welche», anßer 0er Kenntniß des Lesens, Schreiben» und Rechnens, nur eine pract'sche Einübung in die btsouderen DlNlstverrichtUligen e,forderlich ist, den betreffenden Kategorien füi dic Zukunft ausschließlich vorbehalten. In dcr Regel Men dle Au-stcllniigen zunächst bloß ln der ersten Anstellungsstufe erfolgen; es ist jetoch bei besonders verdienstvollen Indivldueu darauf Rücksicht zu nehmen, daß ihnen Posten verliehen weiden, welche die Möglichkeit einer Vorrückung talbieten; Unteroffiziere von ausgezeichneter Couduite und Tiellstleistnng können aus-»ahmöweise sosorc l» höhere Hlenstposten jener Art nncergebracht werde». Das k. k. Atmeecommando l)ac sich vorbehalte» , dergleichen hervorragend ver^ eie»stliche Individuen de» obeisteu Behörden speciell »amhafc zn machen. Um die Evidenzhall ung sowohl der für MllitärS bestimnue» Postc» als der dazu bc-rnfeiieil Aspiraiueil culsprecheui? z» ce»c>alisiien, wird >u Wltl« elne dem Atmee -. Obercommando untoste-henoe Commisslo» ans Neprüsenlante» der höchste» Behörden gebildet. Um es den Militärs möglich zu mache», sich auch schon wahrend ihrer activen Mili-tärdienstlelstüug die nöthige Vorbildung für die von ihnen aspirine» Dienstposte» anzueignen, kann selben ein angemessener Urlanb mit Beibehaltung der sy> stemmäßigen Bezüge nnter Beachtung nöthiger Vor» sichten zur Vechülung jedes unstatthaften Mißbrau» ches bewilligt werden. Die del mal geltenden Vorsich» ten bezügUch der Emrechuuug der Milltärdienstzeit, da»» hilisichllich der Versorgung der n> derlei Civil» bedienstungen übergetretenen Unteroffiziere nnd G«. meinen, bleiben aufrecht. Dc» Gemeindeorganeu wird gleichfalls zur Pslicht geniacht, bei de» von ihnen zn verleihenden Anstellungen die i» dieser Verordnung bezeichnete» MilicälS zu bcrlMsichligen, u»d es sind iuSbesondele zu den Scelien des Feit)' und Wald-anfsichtS-, des lmteren Viarklö-, Straßen- uud Sichel heitSpcrsonals vorzugsweise ausgedleuie Unteroffiziere u»d sonstige MilicärS zn wähle». Tie Be-dachtnahme ans gediente Militärs anch von Seile größerer Privacinstitntc, Gesellschafte», I»dustrien»° ternehmnngen :c,, wohin namentlich Banken, Svcir-casse». Assecuranzen. Eisenbahnen, Dampsschissfahrt-GeseUschafteu u. s. w. gehören, wird denselben ;um Verdienste gerechnet werde». Bei künftiger Genehmi« gn»ss solcher Vereine und Gesellschaften ist die Berücksichtigung der sich um eine Stelle bewerbeuden uud dazu qnalificirten Militärs der gedachten Kategorie vor anderen Bewerbern als Verpflichtung i» den Statnten einznschalten. Wir sind auf das Festeste überzeugt, daß diese humane», im Geiste allerhöchster Gnade und Hnld erftossenen Bestimmungen de» freudigsten Veifal! al-lerwälS finden, und namentlich den Braven, dere» ^»künftiges Looo dadurch so befriedigend festgestellt erscheint, zur höchsten Befriedigung gertichen »nd begeisterte Gefühle des Da»keS und unwandelbarer Ergebenheit in ihren Herzen erwecken werden. ' DaS Postrittgeld für ein Pferd n»d eine einfache Post ist im Einvernehmen mit dem k. k. F>-nanzmmisterinm vom i. Iäxner 1ttl>4 au, in den »achbencmnlen Kronländern nnd Bezirken in folgende« Weise festgeseltt worden: für Niederösterreich mit l ss. N kr.; Oberösterreich 1 fi. 0 kr., Salzburg t si. 8 kr., Steiermark 1 fl. li kr., Kärnteu 1 ss. « kr., Böhmen 1 ft. 4 kr. , Mähren und Schlesien 1 si. 4 kr., Galizien mit Einschlnß von Krakau uud der Bukowina l fl ; Tirol 1 si. 10 kr. : den Pesther Preßburger und Oedenbnrger Postbezirk 1 si. tt kr.; den Kaschauer Postbezirk ! fi.; deu Großwardeiner Postbezirk 1 fl.; die serbische Wojwodschaft und daS Temescher Banat 1 ss. ll kr.; den Montanbezirk (erratisch Littorale) und den Oguliner RegimentSbe» zirk 1 st. 8 kr. ; den Ottochaner nnd Liccaier Regi-meulS- nnd Zengger CommnnitätSbezirk 1 fi. l0kr.; den übrigen croalisch-slavoiiisclien Postbezirk 1 fl. U kr.; Siebenbürgen 1 fl.; das Küstenland 1 ss. 8 kr.; Kram 1 fl. 6 kr. Die Gebühr anf einen gedeckten Statiouswageu wird auf die Hälfte, und für einen ungedeckten auf den vierten Theil des für ein Pferd und eine Post entfallenden Nittgeldes festgesetzt. Die nach Oesterreich gelangenden Eremplare der zu London uud Paris erschemeuden lithographic» ten Corrcspondenzeu sind einer Verfügnng des Han° delsministerinlNS zu Folge gleich anderen politischen Zeitungen dcS nicht znm deutsch-österreichischen Post» vereine gehörigen Anolandcs, nach H. 20 des Gcse-l)es vom 0. September 18^0, der Stämpelabgabe zu nnterziehen. ^ Wien, 29. December. Der Bericht der Handelskammer in Klagenfurt für 1862 bringt über die landwirthschafllicheu Verhältnisse KärntenS folgende Daten. Kärnten mit einem Flächenraum von l79-^l! Qnadratmellen, besiyt »nr 21'^ Quadm. (2l.^..':07 Joch) Ackerland; der Ertrag kann höchstens mit 2,000.000 Meyen angenommen werden. Es erscheint daher die Viehzucht als die erste und wichtigste Anf. gäbe der Laudwirthschaft. Das Zuchtvieh, von schöuer Ra<,e, bildet einen Handelsartikel nach Oesterreich; das Mastvieh wüd nach Italien, Tirol und 3r,est gebracht. Die Pferdezucht ist eine änßclst wichtige Quelle des aglicoleu WchlstaudeS; der Bedarf an Zugpferden für deu inneren Ve,kehr wird vollkommen gtdeckt. Reit-, Kntschrn-. und Fuhrpferde bilde» einen beträchtlichen Handelsartikel, namentlich nach Italien. Die Bienenzucht wird in d,n Haidegegenden am stärksten und regelmäßig betrieben, u. z. im slavische» theile Unte,tärnt«l,s und im untere» Gail-thale. Wachs u»d Honig deckt den Bedarf des Landes. — Se. Maj. der Kaiser ?licolauS hat dem Fürste» Daniel vo» Montenegro ein namhaftes Ge scheuk zur Vertheilung au die i» Nothstaud gerathenen Ei»woh»er eilnge» Districce Mouleuegro'S übersendet. — Die Abreise des k. k. österr. Gesandten in St. Petersburg, Herr» Grafen Esterhazy, von hier auf seineu Poste», welche gesteru stattfinden sollte, ist um einige Tage verschoben worden. — Im gegenseitigen Einverständniß zwischen Oesterreich uud Rußlaud wurde, um die Karten der limitrophen Gegenden beider Staaten in genaue Uebereinstimmung zu bringen, in lchterer Zeit eine Verblndnngö - Triangulation vorgenommen, die nun der Vollendung nahe ist. Diese nnd andere mit größter Genauigkeit dnlchgefiilirlen VerbindnngSver-messnügeu berechtigen zn der Hoffnung, daß Enropa in Kurzem ei»er u»d derselbe» geodätischen Operation unterzogen sein »verde. Ein sehr interessantes Nesnlt.n, das dnrch tie erwähnte Triangulation ge« >ro»»en wlilde, ist, daß die Ostsee uud daS adria» tische Men- gleich hohe Spiegel haben, wie dieß anch ro» andern Meeren gegen frühere Annahmen bereits erwiesen ist. — Die „Austria" bemerkt: „Um einen Begriff davon zn bekommen, mir welcher blinden Gehässigkeit gewisse Freihändler an der Spree und Elbe gec ge» die österreichisch - deuische Zolleinigung agilire», lohnt es sich doch, einen Berli»er Brief in der „Hamburger Börsenhalle" vom 23. December zn le-se». Der Zollverci» wird dort, nur um böses Blnt zn machen, bereitS als Oesterreich völlig unterworfen dargestellt, das Ziel der Darmst^ter Coalition sei schon jeyt mit unerwarteter Schnelligkeit mehr als erreicht, uud Wien! Wie»! der allgemeine und freudige Ausruf in dem süddemschen ^'ager. WaS darans für Preußen folge, brauche nicht weiter entwickelt zu werden; seine Freiheit und Unabhäligigkeit in alle» Zoll- »ud Handelssachen sei verloren; eS habe sich vo» Oesterreich vollkommen überflügeln lassen. DaS der Abschluß dieses IahieS. Nun aber kommt die pfiffige Nnpanwendung — uud «>x unxur l<<»un einer ziemllch geraden Rlchluug blö nach Gmund. .ro die Bahn anf daö rechce Ecschufer über, «eht. Dieses Ufer verfolgt sie biß St. Michel«, wo sie unterhalb des Noceeinfiusseö wleder auf das linke Ufer mtc und von da l)a>c an demselben über Tr,ent, Nooeredo. letzteres etwas links lassend, und Ala nach Volargne läuft. Bon hier seyt si«. d,e stärkere Beu. gnng des FlnsseS ve>meidcnd, uochmalb über d« Etsch und mundet in der Nahe vou St. Lncla ln den Veroneser Bahnhof ein. Bei Cenia, ')loml und St. Marca werden Eischdnrchschnitt« nothwendig. — Die Statthalcerei in Venedig lM das Ver-fahren deb Ingenieurs Herrn Zoll oo>> Foili ver-öffentlicht, nach welchen» es gelingen dulfte , die Traubenkrankheit abzuwenden. Im October w»o, „ach Zoli, die Erde nm den Ecock der Nebe bis znr Enc-blößu»g der Wurzeln weggenommen nnd die kleinen Faserchen dieser beseiliac; die Oeffnnng wird mil elnem Gemenge von 1 Theil Holzasche nnd 2 ^hil-leu Straßenstanl) und da« Gan^e mit emem waiiue» Dünger bedeckt und dnrch deu ganzc» Winter bis Anfangs Ma>z belassen. Im October wird die Rcbe beschnitten und der r?n allcn Schmar^yerpfianzen gc« reinigte Rebestock wnd ebenfalls mit einem Gemenge von 3 Pfd. Wasser, 2 Pf»»d Holzasche und 4 l.ln, zen Straßenstaub mit emem Pinsel dickt au allen seulen Theilen bestrichen, am Fuße der We,nhecken wird ein Graben ssezogen zum freien i.'anfe des Regen-, nnd andern Wassers. Im März vor dem Aus-schlageu der Triebe wird an trockenen Tagen der Boden tief umgearbeitet, im Monat Juni wird der Weiustoct geschnitten und mit Straßenstanb bedeckt, dieß »ameullich bei Sonnenaufgang. — Tie Unlerilelnrnulg Plackn, ei» Ehrende n k m a l in A „ svach zu errichte», hat ein, feste Grundlage erhalten. Se. Majestät der König Ludwig, ein warmer Verehrer von Plat/us Dichtknnst, hat sich, wie die „Mg. ^tg." meldet, ans ganz freiem Entschluß erboten, das Erz zu einer Staiue be> der Ausführung dieses Denkmals zu schenken. Se. Majestät d«r König Marimili^u halie sich mit Arr und Weise der Errichtung dieses Denkinals, namentlich auch mit der AnfsteUnng desselben in der Stadt, anstatt im Hofgarten, vollkommen einverstanden erklärt, und es gewinne allen Anschein, daß diese Angelegenheit rasch gefordert werden wird. — In Genu a werden durch Zuschüsse des Wohlchatigkeits'Comit'' täglich gegen 12.000 Brote zu 30 Centimes für das K>log,amm au die Bedürftigen verabfolgt. — Piladelvbia hat seit dem vorigen Jahre einemedicinische Fcicnlcat zur Blldnng jnnger Frauen. Die Anstalt, au der fünf Professoren unterrichten, von denen drei weiblichen Geschlechtes sind — mich die Anatomie wird vo» einer Frau gelehrt — erfreut sich bereits lebhafter Theilnahme. — Ein Dnbliner Blcut berechnet, daß in den Jahren 1848 bis 18ü1 nicht weniger als 2,972,000 Pf. St. oou irischen Answaxderern in Amerika an ihre zurückgebliebenen Verwandten und Freunde ube>-schickt worden, theils als Unterstül)u»g überhanpt, größtentheils aber, um lhneu das Nachkomme» übers Meer zn erleichtern. Trieft. 28. December. DaS seit einigen Tagen herrschende stürmische Wetter, welches uns «,u wahr. haft nordisches Schneegestober als Christgeschcuk be» scherce, ist anch der Schlfffahrt hinderlich. Der ^!loyd-dampfer „Arciduca Francesco Carlo" mnßte gesteo, gleich nach der Abfahrt von Pirano der Gewalt des Sturmes weichend, dabin wieder znrückkehreu. (Tr. Z.) Trieft, 29. December. Die Getteidepreise sind >n deu oeneticiuischen Provinzen leider »eueroings gestiegen; der Preis von ss. 9 für Mais ist gerade daS Dreifache l>,s gewöhnlichen Werthes, und die Noth allgemeui sedc groß, weil anch die Weinlese völlig Mlßrcuve,, ist, welche sonst wenigstens die Mittel lieferte, das mangelnde Getreide einzutaufe». Besonders aus den Niederungen an der Elsch und dem Po kommen uns diV tramigste» Berichte über das dort herrschende Elend z». ^ der strenge Winter nicht einmal Taglohnverdienst <,uf Feldern nnd bei dcu durch d,e Fürsorge der Regierung eröffneten Stta-ßenarbeicen znlcißt. Wir können uns dabe, „icht der traurigen Betrachtung erwehren, daß das einzige Nahrungsmittel 1ti,er armen Classen (Mais) in der Walachei fi. ll pr. St. kostet, aber weil ..ie die Zeit deS niedrigen Wasserstandes bennpc wurde, um die Felsen am el« sernen Thor zn sprengen oder einen Canal anzulegen, nicht herauf transportirt werden kann. Dasselbe gilt von Sissek, wo der Preis auf fi. 6^ steht, wo aber, obschou die Seekuste so nahe, wegsame Communica-tionen fehlen. Es ist in jenen Gegenden noch eine Welt aufzuschließen ; dieß kann jedoch nur geschehe» , wen» mit gldßtel Energie an den berettö beschlossenen Cim? mnuicatlonSwegeu (Schiffbarmachung der Saoci blo Agram und Flügeldahn b,o Sliinbcucr) gea»l'<ülec wird. Im Gemeinderach lst der Antrag genehmigt worden, daß das städtische llpercintlge Anleihen von 420.000 Gulden proloNgirt und zur Hälfte mit dem Schlüsse des Jahres lt>l!4, z»r anderen Halfce aber am Eüde 18.'».", zurückgezahlt werde. In Betreff des botanischen Gartens wnrde das Anerbieten des Avothekergrennums, der Gemeinde ge-geil Ellegmig von 10..'i00 fi. in drcijahrtge» üinnen das beneffende Grundsiück ^ls Eigenchnm zmückilistll len, lnsofern bevorworces, daß dadurch der bccanische Gatten »icht beelntlüchcigc wü>ce, weil << an einen andern Ort verlegt werden könuce. An der lebhafte» Discussion, welche sich bel d«es.m Anlasse entspa»», betheiligti sich ancl' der H?rr Podest", indxn er !e>> nen Vorsil) dem Birepilisloentell He,rn Ritter von Minerbl ul'erill'g. Eidlich winde el„stlm>n,g te» Beschlnß gesas'l: dae gegexwartige Grundstück, anf welchem der boianische Gallen sich b.fl»de vr>n ihm roigenommene» Verbesseiungel cce> Gr»,!' stüctes, l»S Einvernehmen z» ftpen. jedoch die Encfell nilng der Pflanzen nicht zu gestatl,n. r^llälisig den botanischen Garten beizubehalten, und endlich de» Herrn Podest« zn ersnche» . dem Gememder.'lhe i» dieser Beziehung bmiien sechs Mo„acen Amrage vor« znlegen. (Trieste. ?lg.) 'Krakau. 26. December, ^tach de» h«er eün gegangenen ^tachrichcen a»ö dem westliche» Thclle Gali^iei's wnrden Se. kalselliche Hoheit oer d»tch lanchtigste Herr Erzherzog Carl vuowig aiif der Reise nach ^emberg mit den 'unverkennbare» Zeichen der tiefsten Ehrerbietung und der nngehenchellste» Frende Seliens der Vedölkel»»g überaU empfa'gen. Allenthalben hatte» si.h die k. k. Behöroen. das Officietcorps. die Geistlichkeit, die Schuljugend u»0 gros;e Massen Volkes zur Begrüßung Seiner falser-llchen Hoheit eingefnnden, und aÜe jene Olle, welche Höchstdleselben, se, «S ln der Morgeu« oder At»e»d-dammernng passircen, waren festlich belenchtet, so na^ mentlich di, Sraoie Podgorze, Wiel,czta nnd iliorczyce. D e u l l ch i st^g in de> hiesigen katholischen St. Hedwigs-K'rche Scatl. Vou dort wlrd die selche nach dem leluen Willen deo Verstorbenen, w>e es heißt, nach Erfnrt gediachc und daselbst an der Seice seluer ihm voransgegangexen Tochter bestattet werden. Se. Majestät der ^on«g haben geruht, an die Witwe deo Generals ein elge»-. haudlgeS Beileidoschreiben zu rlchcen. Der Velstor-bene hinteiläßt zwei Söhne, von denen der älteste gegenwartig im 31. Iufanterle»Regiment zu Erfln, st ans chnifülstllch hell»' schen Diensten ,n die königliche Armee übergeliete». Die dießseitigen Ranglisten erwähnen seiner zuerst im Jahre 1824 und zwar als Capltän von der Ar. mee znr Dieustlelstung beim großen Geueralstabr commandilt. In demselben Jahre fand dann se,». Einranglrung in den grosien Generalstab Stall. 1828 Major »u große» Generalstab, 1829 Chef des G< neralstabeS, der General'Inspectiou der AltlUerie :«l inl. uno Mitglied der Ariillerle-Plüfnngs-Commission, 18!jij preußischer Militai-Comuussallns beon Blü,tc nnd dem großen Geneialstabe aggregilt, 18ll8 Obeist-l'encenant, 18W Oberst, 1842 Bevollmächtigter l^i der Militär. Commission des deutschen Bundes u»d anße!orde»lllch^ »lster bei den Höfen von Callsruhe, Darmstadt »nd Wlesbaden, im Verbleid in diesen Missionen 184N Gene»al'Major, ging er »ach einer kurzen Znrückg^ zogenheic als Abgeordneter nach Frankfurt a, M. und erhielt 1849 ans sein A»s»cheu als General Diente-»ant den Abschied. Vielfach in den parlamentarischen dämpfen jener Zelt thatig und anf kurze ?e,c lm Herbst 18i»0 Minister der ausivHrtigeu Angelegen, heilen, trac er erst 18l'»2 wieder »n bestimmte amt-liche Thätigkeit zurück, als des Kvi.igS Majestät ihn onrch die allerhöchste Cabineto-Ordre vom A. August jenee Jahres zum General - Inspmenr des Militär. CrziehungS- und BildnngSwesenS ernannt und ihm die Ober-Militär-EraminationS-Commlsslon nnlerge« ordnet hatte. Viiincbcn, 24. December. Das Geburtofest I Ihrer ko»,glichen Hoheil der durchlauchligsten Prinzessin Elisabeth wurde heule im hohen Familienkreise auf die herzlichste Weise gefeieit. Ee. Majestät der Kaiser überreichten Ihrer liebenswürdigen Braut em prachtvolles, aus Blumen der seltensten Art ge» bnndenes Bo»q»et, das ein kalseilicher Hofgartner gestetn Abends ans Wien hierher gebracht hatte. (karlsruhe, 2l. December. D>e Caplane Finneiseu und Giaui sind heule ihrer Haft euilassen worden. F r a u k r c i ch Paris. 22. Dec. Gestern sollte zu Versailles die ehemals dem Prmzen vou IoiuviUe ziigedoilge Domalne Ramcy dem Confiscations « Decrete gemäß rerst/lgert wisden. Da sich aber kei» Meh>bittender el»fa»d, so konnte der Veikanf nicht vollzog,» werden. Man schreibt a»s ^.'ille und Valeüciennes. daß im nördlichen F«a lkreich sich ganze Banden vo» Bettlern nnd verschämten Unglücklichen, tie kein Ol^ d.ich haben nnd dasselbe oft unter den Thorwege» suchen, z» zeigen angefangen. In den Scadlen vell haftet man sie, die Gefängnisse t)er Wacheu dl,»en f»r die Nacht als Znssnchtsst^tte, und d?s Morgens fnl'ic lnan ste an die Thore. ,deilel Ge> lüch en snllie. C>'eirlß ist, daß w.der Sir G. G>cy, lil'ch ^.ors> I. ^t»ss^ll. noch Loid Pa »Nüie fich deS v ,wallte» Inner» annebme» wrll.n; ^,'oid Pan» »nine ist »ach sei lem ^andsi^e in Schottland '!ll, r-iei Abledueiioe» schnyen Gesnodvelts» rücksichte» l'or. So viel st,l)t je>.tt fest , daß ma» A'l>>^en ma.hs, ^'ord Palmeüio» znm Wieder« einlrilt ins Cabiüec z>: bewegüi. Dnrch den Tele« giaphe» wisstN wir, daß dieselben nicht frnchilos waien. H ll» r r i k n. El!>e Ba„de ron 200 Abenteurern bat sich in Sa» Francisco anf der Brigg „Carolina" einqe^ schifft, laildete in ^'a Pla; (in der mericanischen Psc-rinz Niedercallfornie»), bemächtigte sich des Com-mandancen des Plal)es, n. warf ihn l»s Gefanq»,ß, pflaüzte ei» Banner mit zwei Sler»e» aiif und cnoc clannrle die Nnabdaügi^keit der Pi'vinz. Diese ?^achricht hat die Bölkei»»g vo» Melico l» große A»fregli»g oersept, n«d ma» glaubt, daß Sanca Anna diese Geleg,iih.il benupe» wisd, um sich ^»m Kaiser ansrnfe» z» lassen. Man vermnlhet, daß oie» s.Iben Freibencer auch Absichten auf die Provinz So» uora haben. Neueste Pust. (5orrcsp0lld?n;. Trieft, 30. December. — ä, — Die leple Correspondenz. d«e Sie in der „^aibacher Zeitung" des scheidende» Jahres druk« ke» lass'», soll gleichsam als e>» q»ler Voibote zu de» lüofllgrn Nollzeu Ihren Lesern sehr friedliche Nachxchlen biinge». Der Dampfer, welche» n'ir selt Dinstag hier ans C o » st a » t i » o p e l erwa^lele» , langte >>ach ei» nem stüünisch.» Wetter glücklich heute NachlS in »nseiul Hase» an, und tnachte nns die g ü <> st « ^ st e » Nachltchte». Die vereinigten Flotten ankern immer rnhig im Bosporus. Der ü lli e Vorschlag der vier G r o ß m ci ch t, lss sr gllt w i e a » geno in m e ». Das M l n > ss e r i n m wird gewechselt wer 0 e >» » n c> a » die Sielle ter Kl > egspartt« trltc jene des Fr»ede>» S. Der Sieg der Russe» l» S«nope und i» Asien ent« ulnlbigce die Kriegslnst nnd diückte den Fanatismus nieder. D>e FriedlichgellüNle» albme» leichter, u„d t>e» V^inister» wnroe eme ble>te»e Bahn eidffxet, nm sich zu Fiiedensverhandlnl'ge» einschließen zu könneu. I» diesen welligen Worte» habe ich de» ^anze» Hanplstand der orientalischen Angelegenheit angedeutet, und glanbe. diese Worte sind genüge,,d. »m »eue Hoffnungen hegen zu köoncn, daß uichr »ur der Friede Europa's nicht gestört, sondern auch jener der strel» li»de» Parteien geschlossen werde» a»,rd. Ocrtlichco und Provin.nelles Vaibncb. am >w. December. Ans Wippach wird uns über die groß? Kalte geschrieben, die daselbst am 23. d- herrschte; laut der gefühlten Vo,me,k»"g<" gab es seit dem Jahre >823 dorc keine» so kalten T.ia, als der genannte war. a» dsm "cch die kalte Bma mit ungewöhnlicher Heftigkeit tr-bte. — Anch in i'a'bach wird die Kalte immer empfindlicher. d,r Schnee liegl fußdoch. Gester» F'üh stand der Thermoler auf — U" lt. ; heule 8 Uhr Morgens schon — 12° tt. IS6« F e nil l e t o tt. Vaterländische Bücherschau li. Kurzgefaßte Geschichte der Steier mark,! von Jos. Wartinger, subst Landschaft's.-undIoanne ums.Archivar. 3. vermehrte Schulausgabe gr. 8. Seiten ll2. Gratz Ferstl's Buchhandlung. 3ö artinger ist der Veteran unserer noch lebenden heimischen Historiker; um sein unvergängliches Denk.^ mal, das Münzcabinet und das Archiv des Joan, i neums. schlingt sich ein herrlicher Kranz, welchen ihm, der Dank der Mit- — die Pietät der Nachweis siechten. Wer in den^letzten 30 Jahren dieMeschichte der Stciermark gelernt, si? treu. bündig und bleibend ^ gelernt hat — hat sie ursprünglich aus Wartingers, Leitfaden, der schon in seiner ersten Auflage — ein ^ treues, geistiges Bild des Verfassers — einfach, ge' j diegen, wahr, schlicht, deutlich, vaterländisch, ehrlich erschiene» ist. Wartinger hat unsere besten geschicht-> lichen Talente in Steiermark aufgefunden und ge^ weckt — ohne ihn würde die Historic unscres sil'o'nen ! Landes höchstens das Vorrecht el'en nur einiger! Historiker desselben geblieben sein. Was Aquilin (5äsär, von Vorau, für die Bibliotheken, Kindcrmann für Bevorzugte, Muchar für Gelelnte als Quellen^ studium schufen, hatWartinger in seiner Geschichte für Schule und Volk, also für Haus und Leben ge> leistet, und wenn^die Geschichte der Steicrmark nicht mehr Gemeingut geworden, als sie es eben ist, so trifft wahrlich nicht den rastlosen War ting er, nicht seine Gleichgesinnten der Vorwurf — sondern nur die Steirer im Allgemeinen. Die dritte Auflage, gedrängt, correct und bündig, läßt, i» Bezug auf Verständlichkeit, in Bezug auf Vollständigkeit, nichts zu wünschen übrig. Der kisto, rischc» Rechtschreibung unserer willigsten Namen — des Landes und' der Hauptstadt, wird hier vollkom men Rechnung getragen. Wenn das Z der richtige Laut für T u»d S ist. so ist das T im Worte Graz überflüssig, und wcnn Steiermark eben ein deutsches und kein griechisches Land ist, so ist in seinem Namen das I und nickt das fremde V — wie Warlinger es auch folgerecht in der Vorerinne-rung aus Original > U'kuiUen in Herzog Oltokars Testament darllnil, die richtige Schreibart. Nur der eckle Zopf sklavischer Nachdetung des Fremden wird da freilich noch lange das deutsche — bey, sey, drey, frey, als griechischer Wurzel entsprossen, mit dem Zopfe des griechischen H) schreiben. Das ganze Werk zerfällt, nach der Häupteln-theilung der Geschichte der Steiemiark, in 12 Pnio den, in eben so viel Hauptabteilungen, welche in l>0 Paragraphen ein vollständiges Gild der Landes, geschichte, von den Ureinwohnern bis auf unsere Tage liefern. Vor allen ist die Geschichte der Cul. tur und der geistigen Entwicklung der Steittmälker reicher vertreten, als wir es in jüngster ^eit bei irgend einer Spclialgeschichte unserer Nachbarländer fanden, die Notabilitäten in Kunst und Wissenschaft bilden ein kleines Pantheon, das dem Sohne des Landes gewiß die innigste Achtung tür die geistigen Leistungen seiner Heimat einstoßen dürste. Der §, 87 zeigt mil euen so viel Freimüihigkeit als Wahrheit die religiösen Parteiungen in unserer Hei, mat; der §. 88 ein männliches Ehre dem Ehre gebührt; dcr §. 96 und 97 geben Fingerzeige für ein noch unbebautes Feld — eine Kunst und Literatur-geschichte unserer Heimat, für welche sich aus War-lingers Schrift das Urlheil heraubstellt: Die Steier« mark war stets eine sichere Vormauer für Deutsch land, ein treuer Hort der Habsburger — der Be^ schirmer der westlichen Bildung g,gm die östliche Sündflulh der Barbarei — war «in Land, das nicht zurückblieb hmttr seinen Nachbarn im Rech. lcn und Guten. Dr. Rudolf Puff. Schreiben des hochwüldigen Missionärs für Central - Afrika, Herrn Lucas Ieran, aus der Laib acher Did- cese, vom Ü0. September l. I. cms Kairo. (Schluß.) Unsere Schisssleute und Diener sind insgesammt Muhamedaner, es ertönen nicht die bekannten Na» men: Joseph, Johann, Matthäus, sondern nur immer: > Ali, Halil, Mahmud u. s. w. Sie sind nichtsdestoweniger gutherzige Leute, gegen uns sehr freundlich ! und artig, wiewohl sie sich oft unter einander in ! die Haare fahren, das man, würde man ihr Natu-rel! nicht kennen, oft glauben sollte, es gehe auf Tod und Leben. Bei jeder Gelegenheit wollen sie 'ein Bakschich (Geschenk) von unZ haben, und um 'es zu erhalten, wenden sic Schmeichclkünste an. i Wenn man diese Leute beten sieht, so kann man sich einer herzlichen Webmuth nicht erwehren. Christliche l Seeleute hatte ich auf dem ganzen Wege von Trieft ! l)is Alexandric» niemals einen Engelsgruß weder 'beten gehört noch gesehen, obgleich es Dalmatiner , waren, deren Herzensgute sonst bekannt ist, um so ! häufiger aber hörte ich sie Flucdworle ausstoßcn. Die Ungläubigen hingegen aus unseren Sch,ffen beten täglich Der Reis (SchissZcapitän) schämt sich nicht, früh Moigenö im Schiffe, oder wcnn wir anhalten, an der Fmlh nicdcrzukmen, öfters den Boden zu küssen, andächtig, lailgalhmig und laut, daß es rings wiedcrhallt, Allah (o Gott) zu rufen; so betet Jung und Alt am frühesten Morgen; wenn wir kaum die Augen geöffnet, hörten wir schon ihr dumpfes Ge-murmel. In unserer Reisegesellschaft befindet sich auch ein in der Nähe von Ehartum wohnhafter Sclavenhändler, der aber sein Geschält aufgegeben zu habcn scheint. Eine gewisse Härte und Erl'ar-mungslosigkeit sprach ihm aus den Aua/n; es ward mir immer unheimlich, wcnn sich unsere Blicke be. gegnelc». Gegen uns zeigte er sich jedoch aufsaß lend freundlich; l>«i Tische ließ er sich es recht ange legen stii», uns zu bedienen; was Moga sprach, suchte er zu ocrdolmeischen, wenn es auch für Araber und nam.ntlich flir ihn, als S^N'ciihändler, nicht gar schmeichelhaft sein mochte, w.'lcbe Absicht ihn aber bci seiner Handlungsweise Icilcle, konnte ich nicht enträthseln. In der Nacht oom 22. zum 2I. Seplllnber erhol) sich auf dem Nil «in bedeutender ^turm, bei welchem es nicht ohne Unglück abging Schon am Abende sank vor unsern Axgen ein ge. schcilertes schiff, von dcin dan,> nur mehr d^s Vor.-de»theil aus dem Wasser hervorragte; am siühesten Morgen segelten wir an einem umgeworfenen großen Schiffe vorüber, in dessen Naye sich 6 - « Personen aus der seichten Furt!) befanden, vermuth-lich Schissleule, die bald daraus dein Schiffe zu» schwammen, während das übrige Personale sich in das nächste Dorf gefiüchtll haben mochte; nach später eingezogenen Erkundigungen hatte hier ein Wcib mit einem Knaben dcn Tod in den Willen gesunden, Erst am 25. gegen halb 5 Uhr näherten wir uns Kairo, der Hauptstadt Acgyplcns. Schon von scrne bemerkten wir drei colossale Pyramiden, welche sich kühn emporhoben, als Denkmäler vorchristlicher Jahrhunderte. Bald darauf crblicklen wir die große, aus Alabaster ausgcsührte Moschee Ojamia el Kallah, >ul der man schon seit 25 Jahren baut, die noch immer nicht vollendet ist und de