3TRAMMATIK VON DR. EARL WEIWHOX.D ORD. PROFESSOR AJ» DKHSwSSrBff'lWHBI«. BERLIN FKRD. ÜÖMMLER'S VERLAGSBUCHHANDLUNG I1AHRW1TZ USD GOSKMAIfX 1867. lUIUISCHE GRAMMATIK GRAMMATIK DER DEUTSCHEN MUNDARTEN VON KA.BA WEINHOLD. ZWE1TKB THEIL. DAS BAIRISCUE GEBIET. BERLIN FEllü. DÜMMLEB'8 VERLAGSBUCHHANDLUNG IIABBW1TZ UKU OOSSMAN.N 1867. BAIR.ISCHE GRAMMATIK VON Du. K&EL W£I»HOLD OHD. FHOFESSOR AN DEP. U.N1VEHMTÄT KU KIEL. BEELIN FERD. DÜIIULBR'S VERLAGSBUCHHANDLUNG * IIAKIIWITZ UNI» UOHbMANN 1867. JOH. ANDREAS SCHMELLER ZUM GEDABCHTNI8S. Vorwort. D er zweite Band meiner Grammatik der deutschen Mundarten behandelt den bairischen Dialect und schliefst das oberdeutsche Gebiet ab. Ich konnte mich hier iu vielem kürzer fassen und auf die alemannische Grammatik verweisen, da die Grundlage dieselbe ist und beide Dialecte auch in den einzelnen Bildungen vielfach übereinstimmen. Trotz dem war die gesonderte Bearbeitung notwendig, wie dieser Band beweisen mag. Ueber meine schriftlichen Quellen gibt das Verzeichnifs derselben Auskunft. Um die Kenntnis der lebenden Mundarten stund es hier für mich weit besser als bei dem alemannischen. Wo ein Sohmeller seine sichere und weit reichende Hilfe bietet, fühlt man sich nicht leicht verlassen. Auiserdem bot sich manches andere, das beste darunter das kärntische Wörterbuch von M. Lexer. Ich selbst habe zehn und ein halbes Jahr in der Steiermark gelebt und die dortige Mundart kennen zu lernen getrachtet. In meine Sammlungen gieng alles über, was damals meines wissens über das steirische aufgezeichnet war. In der Auffassung und Behandlung des grammatischen Stoffes ist die bairischc Grammatik von meiner alemannischen nicht unterschieden. Ich habe auch hier kein Verzeichnifs der eigentümlichen Worte des Gebietes beigefügt, weil ich weder vm ein Wörterbuch noch ein Handbuch der Dialecte, sondern eine Grammatik schreibe. Bis an die Mainlinie bin ich nun mit meiner Arbeit von Sfiden her vorgerückt. Ob 10h dieselbe überschreiten werde« weils ich nicht. Dankbar würde ich indessen allen sein, die mich zunächst für die mannichfachen fränkischen Mundarten durch Mittheilungen aus lebendigen und durch Nachrichten über handschriftliche Quellen unterstützen wolten. Brunswik vor Kiel, 26. Oktober 1867. K. Weinhold. Verzeichnifs der bennzten Quellen nnd Hilfsmittel mit. den gebrauchton Abkürzungen Ahd. Gl. Althochdeutsche Glossen von Heinr. HoiTinann. Bresl. 1826« Altenb. Uk. Urkundenbuch der Benedictinerabtei z. h. Lambert in Altenburg N. Oesterreich 0. M. B. gesammelt von II. Bürger. Wien 1865. Amis. Der Pfaffe Amis vom Stricker, herausg. von Beneke in seinen Bey trägen 2, 499 - 608. Angenge. Das Angenge bei Hahn Gedichte des 12. 13. Jahrh. 1—40. Arch. Archiv für Kunde Österreich. Geschichtsquellen. Ileransgeg. von der Kais. Akademie der Wissenschaften. Wien. A v e n t. Johannis Aventini Chronica — anfenglich dnreh den Allthoren in Latein verfertigt, homachmals aber von ihm selber in gnt gemein hoch Tentsch gebracht. Frankf. a. M. 1566. Ayrer. Ayrers Dramen heransgeg. von Ad. Keller. Stnttg. 1865. 5 Bdo. Bavaria. Landes- nnd Volkskunde des Königreichs Bayern. I. Ober- nnd Niederbayern, linnchen 1860. II. 1. Oberpfalz und llegensbnrg 1863. Bair. Freih. Die altbairischen landständischen Freibriefe mit den Landesfreiheitserklärungen, heransg. durch Gnst. Frh. v. Lerchenfeld. München 1853. (zu Grunde liegen die Ausgaben der Freiheiten von 1515 nnd 1568). Ben ed. Pr. Die Benedictbeurer Predigten, herausg. als Speculum ecclesiao von J. N. Kelle. München 1858. Berchtesg. Schenk. Schenkungsbnch der Probstei Berchtesgaden ans den Jahren 1111—1217, in den Quellen zur bayrischen n. deutschen Geschichte 1, 231-364. Bernh. Stift. Stiftungsbnch des Klosters St. Bernhard (N. Oestorr.) heransg. von H. J. Zeibig, in den Fontes rerum austriac. VI, 127 — 346. Der pro-logus teutoniens ist das von Pez script, r. anstr. IL 287 — 300 gedruckte Gedicht. Biter. Biterolf nnd Dietleib herausg. von v. d. Uagen in den deutschen Gedichten des Mittelalters II. 1. Castelli Wörterbuch der Mundart in Oesterreich u. d. B. Wien 1847. Chmel Mas. Urkunden Briefe und Actenstücko zur Geschichte Maximilians I. und seiner Zeit, herausg. von J. Chmel. Stuttg. 1845. Cimbr. Wb. J. A. Schmellers sogen, cimbrisches Wörterbuch, d. i. deutschet Tdioticon der VII. uud XIII. ccmuni, herausg. von J. Bergmann. Wien 1855. Coloez. Koloczaer Codex altdeutscher Gedichte. Heransg. von Gr. Mnilath n. J. F. Köffinger. Pestb 1817. Denkm., Dkm. Denkmäler deutscher Poesie und Prosa vom 8—13. Jabrh. herausg. von Möllenhoff und Scherer. Berlin 1864. Dietr. Fl. Dietrichs Flucht herausg. von E. Martin. Berlin 1866 (deutsches Heldenbuch II.) Dipl. Botenman. Diplomatar der Probstei Rotenmann in Obersteier, saec XV. Von dem Erzherzog Johann dem Joanneumsarchiv in Graz geschenkt und von mir damals benuzt; später verschwunden. DSp. Der Spiegel deutscher Leute, her. von J. Ficker. Innsbruck 1859. Nach der Seitenzahl des Drucks citirt. £ mm er. Geb. A. Der Tepler Text des Kminerauer Gebete (Dkm. LXX.VII.) heransg. von Frz. Pfeiffer. Sitzungsb. 52, 25. ff. Einmer. Schenk. Schenkungsbuch des Klosters St Emmeran in Regensburg aus dem J. 975 —1220, in den Quellen zur bayr. und deutschen Geschichte I, 7-146. Enik. Jaus Euikel Fürstenbuch von Oesterreich, bei Rauch Script, rer. austr. I, 252 — 373. — Enikel 1—9, die Erzählungen aus dem Weltbuch bei v. d. llagen (iesamtabeuteuer II., 493 — 650. Entekr. Entekrist, bei Hoffmann Fundgruben II, 106 — 134. Exhort. Exhortatio ad pleitem christianam, Dkm. n. LIV. — Exhort. und gl. Ilrab., welche dasselbe sprachliche Gepräge tragen (uamentl. Exhort. in der Fuldischen Iis.) habe ich in der alem. Gramm, benuzt, mufs sie aber nun als bairische Sprachdenkmäler anerkennen. Entscheidend ist das an für oa (<}), welches alemannisch nicht vorkommt, § 67. Exod. Exodus, herausg. aus der Wiener Hs. in den Fundgr. II, 85—101. Fastn. s. Fsp. g. th. Fragment» theotisca vcrsionis antiquissimae evangelii S. Matthaei et aliquot homiliarnm, edd. St Endlicher et Boffmadfi Fallersieb. Vindoh. 1834. Mit Vergleichung der späteren Ausgaben des ganzen und einzelner Theile. Frauenb. Frauenbuch Ulrichs von Lichtenstein, hei Lachmann Ulr. v. L. 594—660. Franend. Fraucudieust Ulrichs, ehd. 1 — 593. Berlin 1841. K rommann die deutschen Hundarten. Vierteljahrschrift Nürnberg und ftörd-IIngen 1854-^-59. 6 Bde. Frommann zu Gräbel, die Grammatik Frommanns in Gräbel» sämtl. Werken. Nümb. 1857. 3, 227- 268. Ksp. Faxtnachtspiele aus dem fünfzehnten Jahrb.. herausg. von Ad. fteller. Stuttg. 1851—53. 3 Bde. Nachlese 1858. fiarel. Meraner Bruchstücke von Pleicrs Giirel, her. von .1. Zingerlc in den Wiener Sitzungsber. 50, 456 — 558. Geinenf. Pfr. Pfrnndenordnnng des Klosters Geisenfcld (Baiern) in den gulleii zur bayr. u. deutsch. Geich. 1,414— 440. (13. Jahrh.). 30 gem. Leben. Heinrich vom gemeinen leben und des todes gelingt!«, her. von Diemer in den Wiener Sitz.-Ber. 18, 271—310. Genes. Genesis ans der Wiener Handschr., bei Hoffmann Fundgruben II, 10-84. Georg. Der h. Georg Beinbote von Dnrne, bei v. d. Hagen deutsche Gedichte des Ma. I. (1808). Germ. Germania. Vierteljahrgschrift für deutsche Alterthumskunde, her. von Frz Pfeiffer. 8tnttg. n. Wien 1856 - 66. XI. Ilde, gl. Adm Admonter Glossen, bei Hanpt Zeitschr. II 368 — 381. gL Altach. Glossen ans Oberaltach, Graff Spracbsch. I, LVI. f. gl. Gass. Gasseier Glossen bei Diez altroman. Glossare 73 — 80 (Bonn 1865). gl. Eminer. I. Kmmeraner Glossen zn den Tit. patr. nnd sanct., bei Pez I. 401 — 414, verglichen mit Dint. III. 226—234. gl. Flor. Glossen ans St. Florian (Oberösterreich) bei Graff Dint. HI, 143—157. gl. Fris. Freisinger Glossen zu lat. Grammatikern in Clm. 6411, mir von Fr. Kein« mitgetheilt. gl. Hrab. Die sogenanten Hrabanxchen Glossen, lienuzt in einer vortrefflichen Abschrift, welche Herr Job. Schwarz, Mitgl. des paläograpb. Instituts in Wien, für mich 1865 machte nnd Herr Prof. Th. Sickel collationierte. — Vgl. Exhort. gl. Melk. Melker Glossen, bei Pfeiffer Germania III, 352. f. gl. MonB. Monseer Glossen bei Pez thesanrns anecdot. noviss. 1,319—414, verglichen mit Dint. III, 172—183. gl. Salisb. Salzbnrger Glossen, bei Graft' Dint. III, 2J5—314. gl. Tegerns. Die Glossen der Tegernsee* Handschr. n. 140 (c. I. Monar. 18140). Ich besitze eine eigenhändige Abschrift, gl. Vindob. Wiener Glossen, bei Craff Diut III, 324 —337. gl. Zwetl. Zwetler Glossen, nach Gerberts iter nlemannicnm bin Hoffmann ahd. Gl. 25 - 55. Götweih. Uk. Urkunden im Anhange zu dem Salbuch des Benedictinerstifte« Götweih, her. von Karlin. Wien 1855. fTi äz. Hymn. Prosaische Uebersetznng der kirchlichen Hymnen in der Hs. 34/21. fcL der Gräser Univers.bildiothek. XV. Jh. firüz. Priv. Privilegien der Hauptstadt (iraz. Ans dem .lohnnnenmsarchiv her. von J. Wartinger. (iraz 1836. Hräz. Voc., ein lat. deiitsWi. VocabulHrius der Gräzer Univ.bibl., von 1506, siffn. ü j. fol. — Vor. Ii. ein andrer Vocubnl. dos 15 16. Jahrb. sign. fol. g. Horn, (iesta Roman-• rinn d. i. der Roemev tat, her. von A. Keller. Qned-linbnrg 1841. Gndr. (indiun, eitiort .....-Ii der Volhnerwlien .Stropheiizählnnfr. Gundach. Gnndachers von .hulenhnrfr Christes hört. Nach meiner eigenen Abschrift der Hs. in der Wiener Piaristenbibliofhek. /3 < Haupt Zeitschrift ftir itoutscfaerAlterthnm, her: von M. Haupt. Leipzig Berlin 1841-66. XIII Bde. XII Hei hl. Seifried Helhling, heraus?, von Th. G. v. Karajan, in Haupts Zeitsohr. IV, 1 — 284. H e I m br. Gedicht vom Meiersohn Helmbrecht von Wernher dein G&rtner, her. von Haupt in seiner Z. IV, 321 — 385. nerberst. Selbstbiographie Sigmunds Freih. v. Herberstein i486 —1533, her. von v. Karajan in den Fontes rer. austriac. 1. 1, 69—39R. — Herb erst. > Mose. Sigmunds v. Herherstein Moscovia. Wien 1557. Höfer. Die Volkssprache in Oesterreich ob der Ens in gramraat. krit. Bemerkungen von M. Höfer. Wien 1800. Hohen f. TTk. Urkundenbuch des Cisterzienscrstifts zn Hohenfurt in Böhmen. Heransg. v. Matth. Pangerl. Wien 1865. Insbr. Ps. Aus einem mittelhochdeutschen Psalter. Nach einer alten Hs. herausgegeben (von J. Kingerle). Tnsbr. 1856. Nicht rein bairisch. Is. 1. Freisinger Glossen zu Isid. de offic., gedr. bei Avcntin Beiträge VII, 248 — 252. Verglichen mit einer Abschrift von F. Keinz. I s. 2. Emmeraner Glossen zu Is. de off., bei Graif Sprachsch. I, XLVII. J o s. Geschichte Josephs in Aegypten. Deutsches Gedicht des XI. Jahrh. nach der Vorauer 11s. her. von J. Diemer. Wien 1865. Jnngl. Der Jüngling Eonrads v. Haslau. her. v. Haupt in seiner Z. VIII, 550-586. Jnvav. Der diplomatische Anhang in (Kleinmayrn) Nachrichten vom Zustande der Gegenden und Stadt Jnvavia und von dessen Verwandlung in das heutige Salzburg. Salzb. 1784. Raiskr. Die Kaiserkronik nach der ältesten Hs. des Stiftes Voran, heransg. Ton .1. Diemer. Wien 184». ' Kaltenb. Die österreichischen Pantaidinge, heransg. von Kaltenbäck. Wien. J. Karaj. Deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrh., heransg. von Th. G. v. Ka-rajan. Wien 1846. Karl. Karl d. Gr. von dem Stricker, her. von K. Bartsch. Qnedlinb. 1857. Kindh. Die Kindheit Jesu von Konr. v. Fussesbrunnen, bei Hahn Ged. 67 bis 102. Die von Feifalik seiner Ausgabe (Wien 1859) zn Grunde gelegte Hs. ist berücksichtigt (A.). Klosternenb. Lied. Lieder ans der Klosterneuburger Hs. n. 1228 (vgl. Mone Anzeiger 1839. 347 — 54). Einen handschriftl. Auszug verdanke ich dem seither verstorb. Chorherrn Dr. Zeibig. Klosternoub. Uk. Urkundenbnch des Stiftes Klosterneubnrg bis zn Ende des 14. Jahrh. bearbeitet von H. Zeibig. Wien 1857. Kozroh., Oertlichkeiten des Bisthums:Freising ans Kozrohs Hs. ausgehoben von K. Roth. München 1856. (Kozrohs Hs. ist 810—48 angefertigt). Krone. Die Krone von Heinrich v. d. Türlin, heransg. von Scholl. Stnttg. 1852. (Der Schollsche Text war zu revidieren). Laber. Hadamars von Laber Jagd, her. von J. A. 8chmeller. Stuttg. 1850. L Baj. los Bajuvariorum, her. von J. Merkel bei Pertis leg. III. Leier. Kärntisches Wörterbuch von Matth. Leser. Leipzig 1862. xin Litanei. Heinrichs Litanei, in Holtmanns Fundgr. II, 216—237. Ludw. Historie von sand Ludweyg, Papierhs. der Grazer Univers.bibl. XIV. Jh. Nach eigenhändiger Abschrift Luterotti. Gedichte im Tiroler Dialecte von C. v. L. Insbruck 1854. Mai. Mai und Beaflor. Kino Erzählung aus dem 13. Jahrb. Leipzig 1848. Maister. Die Vocalverhältnisse der Mundart im Burggrafenamte (Progr. des Bozener Gymn.). Insbr. 1864. Margr. S. Margreten Marter, herausg. von Bartsch in Pfeiffers Germ. IV, 440—459. Mafsm. Kleine Sprachdenkmale des 8—12. Jahrh., herausg. von Malsmann. Quedlinb. 1839. Max Jagdb. Kaiser Maximilians I. geheimes Jagdbuch, her. von Th. G. v. Karajan. Wien 1858. MB. Monumenta Boica. Monaci 1763. ff. M egeub. Das Buch der Natur von Konr. von Megenberg, her. von Frz. Pfeiffer. Stuttg. 1861. (Hs. B. 1377 geschr.)." * A3 SC . Mcichelb. C. Moichelbeck historia frisingensis. Aug. Vind. et Graecii L II-1724. 29. Meier. Meleianz von dem Pleier, her. von K. Bartach. Stnttg. 1861. Melly. Vaterländische Urkunden, her. von Ed. Melly. I— CXIH. Wien 1846. — Melly Sieg. Beiträge zur Siegelkunde des Mittelalters. Wien 1846. I. (einziger Bd.). Mer. Str. Das alte Stadtrecht von Meran, her. von Frz. Pfeiffer bei Haupt VI, 413-430. Mils t. Genesis und Exodus nach der Milatäter Handschrift, her. von J. Diemer. Wien 1862. M. Magd. Klage Marien Magdalenen, in derselben Hs. der Wiener Piaristen, welche Gundach. enthält. Kigenhändige Abschrift Mon. Habsb. Monumenta habsburgica, her. von der histor. Commiss. der kais. Akad. der Wissenschaften. L Abth. Zeitalter Maximilians I. 3 Bde. Münch. Bauo. Münchener Bauordnung von 1489, in Münch. Str. 203—222. Münch. Str. Das Stadtrecht von München, her. von Frz. Auer. München 1840. Musp. Muspilli, her. von Schmeller. München 1S32. Nasal die Laute der 'l'epler Mundart. Prag 1863. (Aus den Beiträgen zur Geschichte Böhmens II. 1.). Neith. Neithart von lleuenthal, her. von M.Haupt. Leipzig 1858. Notizbl. Notizblatt Beilage zum Archiv für Kunde ögterr. Geschichtquellen, herausg. v. d. k. Akad. d. Wiss. Wien. Nürnb. Pol. Nürnberger Polizeiordnungen aus 'dem 13 —15. Jahrh., her. von J. Baader. Stuttg. 1861. Oberbair. Arch. Oberbairisches Archiv für vaterländische Geschichte, her. von dem histor. Verein von und für Oberbayern. München. Obermünst Schenk. Schenkungsbucb des Stiftes Obermünster in Regensburg, iu den Quellen z. bair. u. deutsch. Gesch. 1, 155—224. 12/13. Jahrh. xnr Ort». Ortnit, nach der Amhruer and Windhag-Wiener Hs., bei y. d. Hagen Heldenbach I, 1—69 (1855). Otack. (Hackers Reiinkronik, in Pez Script, rer. austr. HI. Ratisb. 1745. Otfr. F. Die Freisinger Handschrift von Offried, welche mehrfach baltisches einmischt. Parz. Wolframs ▼. Hachenbach Parzival, nach Lachmanns Ausgabe, Berlin 1833. Petr. Das Verbrüderungsbuch des Stiftes St. Peter zu Salzburg ans dem 8—13. Jahrh. Uit Erläuterungen von Th. 6. von Karajan. Wien 1852. Pfaffenl. Gedicht vom Pfaffenleben, her. von Haupt in den Altdeutsch. Blättern I, 217-236. Physiol. Erster, zweiter Physiologus, bei Hoffmann Fnndgrnben I, 17—21. 22-37. Pichler. Ueber das Drama des Mittelalters in Tirol von F. Pichler. Tnsbr. 1850. Prise. Emmeraner Gl. zn Priician und Donat, Graf Sprachsch. I, LX. f. Ps. Deutsche Interlinearversion der Psalmen, aus der Windberger Hs. zu München her. von GraiT. Qnedlinh. 1839. (1178 geschr. vgl. Hanpt 8, 120 ans weit älterer Vorlage). Raben. Rabensohlacht, ans der Windhag-Wiener Hs. hei v. d. Hagen Heldenbach 1,349—542 (1855); K. Martin 219- 326. Rauch soriptores rernm austriacarum. Vindob. 1793. 3 Bde. Ring. Der Ring von Heinr. Wittenweiler, her. von L. Bechstein. Stuttgart 1851. Das Gedicht ist schwäbisch, die Hs. rührt aber von einem Baiern her. Rügen. Buch der Rügen, her. von Th. G. v. Karajan bei Haupt II, 45 — 92. Sachs. H. Sachs, citiert mit dem Titel der einzelnen beuuzteu Gedichte. Sehlager. Wiener Skizzen des Mittelalters von J. E. Schlager. Wien 183C bis 46. 5 Bde. Schm. Die Mnudarten Baierns grammatisch dargestellt von J. A. Schmelier. München 1821. Schm. b. Wb. Bayerisches Wörterbuch yon J. A. Schneller. München 1827 -37. 4 Bde. Schmeltzl Jud. Comoedia Judith durch Wolffgang Schmeltzl. Wien 1542. Schmeltzl Lobspr. Ein Lobspruch der hochlöblichen Stat Wienu durch Wolffg. Schmeltzl. Zum dritten mal vbersehn. Wien 1849. Schöpf. Tirolisches Idiotikon von J. B. Schöpf, nach dessen Tode vollendet von Ant. Hofer. Insbr. 1866. Schottenst. Urkundenbuch der Benedictinorabtei zu den Schotten in Wien. Her. von E. Hauswirtli. Wion 1859. Servat Servatius, her. von M.Haupt in seiner Zeitschr. V, 78—182. Städtekr. Die Chroniken der deutschen Städte vom 14—16. Jh. Erste Abtli. die Chroniken der fränkischon Städte. Leipz. 1862. 64. I. II. Steir. Mitth. Mittheilnngen des histor. Vereins für Steiermark. Graz 1850. ff. 13 Bde. XV Stricker Ged. Kleinere Gedichte vom Stricker, her. von K. A. Hahn. Quedlinburg 1839. Stromer. Ulman Stromere Püchel von meim geschlecht und mein abentewr 1349—1407, in den Chroniken der fränk. Städte I. Suchenw. Peter Suchenwirts Werke, her. von AI. Primisser. Wien 1837. Hierzu Aug. Xoberstein über die Sprache des österr. Dichters P. Sachenwirt. Naumburg I. 1888. II. 1842. III. 1852. SumerL Sumerlaten. Mittelhochdeutsche Glossen aus den Handschriften der Hofbibliothek zu Wien, her. von Hoifmann von Fallersleben. Wien 1834. Sy on. Bruder Lamprechts von Regensburg Tochter Syon. Nach meiner Abschrift der 1314 beendeten Lobriser Handschrift. Tan dar. Tandarios vom Pleier, nach den Mittheilungen El. H. Meyers bei Haupt XII, 488. Tegerns. Arzn. Tegernseer Arzneibächlein aus dem 13. Jahrh., her. von Frz. Pfeiffer in den Wien. Sitz.-Ber. XLH, 127 — 158. Teichner. Teichners Gedichte im Lassbergschen Liedersal, als Ls. nach der der Nummer Gedichte citiert Auch Karajans Abhandlung über Heinrich den Teichner, Wien 1855 (Denkschriften der k. Akademie der Wiss. VI.) ist benuzt. Tit. Wolframs Bruchstücke von Sigune und Schionatulander, nach Lachmanns Ausgabe. — j. Tit. Der jüngere Titurel, her. von K. A. Hahn. Quedlinburg 1842. Trient. St. Die ältesten Statuten der Stadt und des Bisthums Trient, her. von J. A. Tomaschek, im Areh. £ K. österr. Gesch. XXVI, 69—228. Die Hs. welche ältere und jüngere Statuten enthält, ist 1363 vollendet. Tschischka. Oesterr. Volkslieder mit ihreu Singweisen gesammelt von Frz. Tschischka und J. Schottky. Pesth 1844. 2.A. — Darin S. 254. ff. Tschischka zur Diabetologie. Tücher Baub. Endres Tuchers Baumeisterhuch der Stadt Nürnberg 1464 —75. Her. von M. Lexer. Stuttg. 1862. Tnndal. Tundalus in Hahn Ged. des 12.13. Jahrh. 41 — 66. Vor. Deutsche Gedichte des 11. und 12. Jahrh. aufgefunden zu Vorau und her. von J. Diemer. Wien 1849. Aus verschiedenen Vorlagen von einem Schreiber, wenig Blätter ausgenommen, zusammengeschrieben. Warn. Die Warnung, her. von Haupt in s. Zoitschr. I, 439 — 537. Weitenfeld. Hans Weitenfelders Lobspruch der Weiber und Ueiratsabrede zu Wien. Her. von J. ilaydinger und Feifalik. Wien 1861. Wernh. Wernhers Maria, in Hoffmanns Fundgruben II, 147—212. Die Ausgabe Feifaliks Wien 1860 ist benuzt für die Wiener Hs. A. w. Gast Thomasin von Zirclaria der wälsche Gast, her. von H. Rückert. Quedlinb. 1852. Wien. Merf. Der Wiener Merfart, bei v. d. Hagen Gesamtahent II. n. 51. Wigam. Wigamur, bei v. d. Hagen und Büsching deutsche Ged. des Mittelalters I. (1808). XVI Wildon. verk. W. Herants vonWildon verkehrter Wirt, Hagen Gesamtabeut. II. ii. 43. Wilh. Der h. Willehalm Wolframs von Eschenbach, in Lachmanns Wolfram. Winsbeke. Der Winsbeke und die Winsbeldn, her. von Haupt, Lpz. 1845. Wittelsb. Uk. Urkundenbuch zur Geschichte des Hauses Wittelsbach. Der Quellen zur bayr. u. deutsch. Gesch. 5. Band. Hünchen 1857. Wolfd. Wolfdietrich, aus der Ambraser Hs. bei v. d. Hagen Heldenbuch I, 73—151 (1855). Wölkst Gedichte Oswalds von Wolkenstein, her. von B. Weber. Insbr. 1847 (W Wiener Hs., X Wolkensteiner, I Insbrucker). Alem. Gr. Weinhold Grammatik der deutschen Mundarten. I. Alemannische Grammatik. Berlin 1863. BAIRISCHE GRAMMATIK, Einleitung. Volk und Gebiet. § 1. Die Baiern sind ein oberdeutsches Hauptvolk, das unter diesem Namen erst spät erscheint: Jordanis de reb. get. c. 55 nennt die Baioarii zuerst und schon in ihren heutigen Sitzen als Ostnaclibarcn der Schwaben. Fast gleichzeitig gibt Venantius Fortunatas den Lech (Licca) als Grenzfluß; von Botana (Baiwaria) an und nennt deu Bajoarius, durch dessen Land seine poetische Lebensgeschichte des h. Martin hindurch nach Italien wandern soll. Woher dieses Volk stammt und wann es in das Land östlich des Lechs einzog, erzählt kein Zeuge jener Jahrhunderte. Darum war den neueren *) Gelegenheit zu Mutmaßungen gegeben, bis Kaspar Zeuis (die Deutschen und ihre Nachbarstfimme. München 1837. S. 367 ff. und die Herkunft der Baiern von den Markomannen. München 1839. 1857) mit möglichster Sicherheit ausführte, dals diese Baiwaren die alten Markomannen seien, welche sich von ihrem Jahrhunderte behaupteten Baiohaim (die verkürzte Namensforin Buia« gibt der Geogr. von Kavenua 4, 18) den Namen Männer von Baia, Baiirard, beigelegt hatten **). Nach der Zerstörung des hunnischen * I Die zuletzt von Rnilhart, Contzeu und Rettberg behauptete Abkunft der Ituierii vun den Skiren, Kugen. Turkilingen und Ilcrulern entbehrt allen 0rundes, vgl. darüber auch M. UUdinger österreichische Geschichte 1, 488 f. **) Ueber den Namen genllge hier folgendes. Die volle Form liegt nur in der latinisirteu Bajurarii, Bujovarii, Baioarii, Boioarii vor: Stamm ist Bai, deutsch wie schon Zeith aussprach. in Bai zu wandeln; varii kennen wir aus Amptivarii, Anyrirarii, Chatuarü, Chatltoirü, die deutsche Form aus den angelsächsischen t'ant-rare, Vihtrurt. Wir haben somit ein Bairarjät, l'ahrarä dir dun Xum. PI. aufzustellen, N. »g. Pnmari, im Fem. ward Paiirariu gebraucht. Mit Ausstiils de» w wkisu..li.. Buir. Gramm. 1 §1- 2 States waren die Markomannen von dem thüringischen Reiche aufgenommen worden und sie selbst erscheinen als Thüringer; nachdem der Frankenkönig die thüringische Macht gebrochen hat, geraten auch die ehemaligen Markomannen in fränkische Abhäugigkeit und der Name Franci wird von den Geographen auch von ihnen gebraucht. Dann nennen sie sich Baiern und ziehen in die weiten Lande zwischen Lech und Ens, zwischen Böhmerwald und den nach Welschland schauenden Alpenjocheu. Wann dieses geschah, wissen wir nicht; die Sage spricht vom Anfang des sechsten Jahrhunderts (Zeufs Nachbarstämme 370); gegen Ende desselben finden wir sie bereits in den südöstlichen Alpeu. So war nun Noricum mit Theilen von ßhätien und Pannonien von dem markomannisch-bairischen Volke besetzt; aber auch nördlich der Donau längs dem Baier- und Böhmerwald bis zum Fichtelgebirge hinauf dehnte sich dasselbe aus. Der Nordgau war uud blieb in seiner Volkstümlichkeit bai-risch *). Die Baiern südlich der Donau überuamen sehr bald ihren Theil an der grofsen deutschen Aufgabe der Eroberung des Ostens. Die ersten hellen Lichter in der vorkristlichen bairi-schen Geschichte fallen gerade auf Kämpfe gegen die neuen slavischen Nachbaren, die sich gegen Ende des 6. Jahrhunderts in den Ländern südlich der Donau bis hinauf zu den Drau-quellen ausbreiteten. Die Baiernherzöge Garibald I, Tassilo! und dessen Sohn Garibald II, die ältesten welche wir bei Namen wissen, kämpfen glücklich gegen die unter avarischer Ober-herrlichkcit stchnden Slovenen. Der kriegerischen Abwehr folgte friedliche Landgewinnung durch geistliche Stifter. Der Bischof von Salzburg bringt den Karantanenflirsteu in seine Abfinden wir dura stimmend Priori» 776 Roth Oertlichkeiten des Bist. Freising III. XXIII, nnd mit. Tausch »Tischen w und g als bildenden Consonanten (§ 178) den N. pl. Peigira gl. Cnssel. 228, N. ig. Peigiri 814. Mciehelb. I. n. 306. Hierzu nun mit Verengung des « zu (vgl. auch Bitkeim Pert» 1, 46. 192 und S 46) Ptgiri 818. Meicliell). I. n. 293. Pegirn «24. 839 ebd. u. 442. 607. und mit j statt g und dem allen «»• Pejari* 774. Mcichelb. I. n. 51. Zu dem Ptgiri, pl. PitjirA stimmt der nord. pl. Btejnrar. Die fortschreitende Verkürzung ftlhrte notwendig aus Peigiri auf /frier«, Beirr. In Pagiri Pctr. 85, 88. 49 haben wir <1 = vi § 39. Der Versuch Conr. Hoftnanns Baier von einem gernutmnWen keltischen hajire Streiter herzuleiten (Pfeiffer Germ. 7, 475) ist schon von Glück die neuste Herleitung des Namens Baier iMlinclicn 1804) zurückgewiesen worden. *) ITeber die wechselnden Geschicke des von seinen Kachbarn stets abhängigen Lande« nördlich der Donau W. Giesebrcclit Jahrbücher des deutschen Reichs unter K. Otto II. 181 ff. (1840). Vgl. auch Zerns 374 ff. 3 §1. % hängigkeit und bereitet die weltliche Herrschaft über Kärnten vor. Von dem Pusterthale aus wirkte das von Tassilo II gestiftete Innichen als Missionsstation wol auch nationaler Art auf die Slaven im oberen Drauthal; Kremsmünster arbeitete unter den Aber die untere Ens und die Steier vorgeschobenen Slaven *). Entscheidendes brachte dann die Zerstörung des Avarenreiches und die Einverleibung der Karautanen und Donauslaven in den fränkischen Stat durch Karl d. Gr. (791—96). Nun zogen viele Deutsche in diese südöstlichen Alpenländer, theils vom König mit den wüsten Grfinden beschenkt oder belehnt, theils nach Kriegsrecht aus eignem Willen die gewünschten Orte und Strecken besetzend. Dai's Franken und Sachsen sich also unter Karl in Oesterreich, Kärnten, Steiermark nieder-lielsen, verraten noch heute manche Ortsnamen **); aber die Menge der Ansiedler zog aus Baiern herein und gewann diese Landschaften dem bairischen Stamme. Die Bischöfe von Salzburg und Passau entwickelten eine sehr fruchtreiche Thätigkeit in dieser Richtung. Die äui'sere Sicherung erfolgte 803 durch die Einrichtung der fränkischen Grenzprovinzen***), zunächst der von Friaul (Friaul, Istrien, Liburnien, Unterpannonien, Kärnten) und der im Ostlande (Un-terpannonien nördlich der Drau, Oberpannonien und Ostmark bis zum Wienerwald). Dnnn theilte sich die Kirche 810 ihre Provinzen ab: Salzburg gebot nördlich der Drau, Aquileja südwärts. In dem nördlichen Sprengel behielt sich das 798 zum Erzstift erhobene Salzburg Kärnten (mit Einschluß der späteren Steiermark) vor, während Passau die ihm 803 überwiesene Ostmark in Pflege hatte. In der Ostmark aber kam durch die Einfälle der Ungern ein langer Stillstand der deutschen Arbeit. Nach der Entscheidungsschlacht von i)07 nameu die Magyareu das Land bis zur Ens fest in Besitz, darüber hinaus jährlich in Wilsten Scharen streifend, bis Baiern, aber nicht Kärnten, durch deu kräftigen * ) Bei aeiner Gründung durch Herzog Tassilo 790 erhielt es die decania Stamm,». MH. XXVIII. 2, 198. **) HUdinger Österreich. Geschichte 1, 160. — v. Ilormayr die Sachsen in lunerösterreich in den Beitrügen zur Linning der Preisfrage des Krzhen. Johann für Geographie nnd Historie Iunerüsterreichs im Mittelalter. Wien 1819. ***) E. DUmmler Uber die südöstlichen Marken des fränkischen Reich« unter den Karolingern (Archiv fllr Kunde österr. (ieschichtmiuellen X.). 1* §1- 4 Herzog Arnulf seit 926 einige Ruhe vor ihnen gewann. Die Schlucht vom 10. August 955 auf dem Lechfelde entschied, dafs die Deutschen, nicht die Ungern, in diesen Landen herrschen solten. Als ihre Folge entstunden die Markgraftchaften Kärnten und Ostmark. Diese schob ihre Grenze auf dem rechten Donauufer sofort bis zur Traisem vor, auf dem linken bis in die Wachau. Der erste selbständige Markgraf Liutpolt aber erweiterte die Mark noch vor 990 bis an das Ende des Tulner Feldes. Volle Sicherheit und fester Abschluis kam jedoch erst unter Markgraf Adalbert, welcher die Ungern auch aus den Strichen zwischen Donau und Thaya vertrieb, die Grenzfeste Heimburg 1050 gründete und nun von Ens bis Heimburg über die Markgrafschaft Oesterreich unabhängig gebot. Das tüchtige Babenberger Haus hat hier mit den Passauer Bischöfen und den Klöstern die Verdeutschung glücklich durchgeführt. Weniger geschah von weltlicher Seite für diesen Zweck in Kärnten, mehr in der im 11. Jahrhundert davon abgetrennten oberen Karautauermark, welcher die Traungauer Ottokare von ihrer Steierburg den Namen Steiermark liehen. Das meiste für Anbau und deutsche Bevölkerung thaten aber doch die geistlichen Stifter: die mit fürstlichen Rechten seit K. Otto II. waltenden Bischöfe von Salzburg und Passau, in erster Reihe das reiche Freising, das schon im 10. Jahrhunderte zu beiden Seiten der Donau rüstig ansiedelte und gleicherweise im Lande ob der Ens, in Kärnten, Steiermark und Kram auf weiten Gütern deutsches Leben pflanzte und hütete. Neben Preising zeichnete sich Bamberg aus, das K. Heinrich II. am Inn, am Attersee,, au der oberen Drau, an der Lavant und der Ens reich ausgestattet hatte. Von den Klöstern wetteiferten vorzüglich Tegernsee und Niederaltaich. So kam es, dal's das Donauthal bis Preisburg, das ganze Ensthal, das obere und mittlere Murthal, das schöne Lavant-tlial und Möllthal, die oberen Gegenden der Gurk, Drau uud Gail deutsch geworden sind. Auch über die Thaya drangen deutsche Ansiedler vor; doch geschah es erst im 13. Jahrhundert, und gleichzeitig stiegen sie über das Waldgebirge nach den MoldauqueUen hinüber. In Böhmen haben aber erst weit spätere Zeiten nach gewaltigen Erschütterungen des Landes die Verbindung zwischen den deutschen Moldauquellen und dem alten deutschen Egerlande hergestellt. 5 §3. § 2. Alles dieses ist bairisches Gebiet und bairiscber Dia-lect herrscht darin. Der bairische Dialect wird heute gesprochen von den Alt-baiern (in Ober- und Niederbaiern und Regeusburg), von den Nordgauern in der Oberpfalz, in Theilen der gegenwärtigen Kreise Ober- und Mittelfranken, im Egerlande und an den böhmischen Abhängen des Böhmerwaldes. Ferner von den Oesterreichern ob und unter der Ens, den Salzburgern, den Tirolern, den Deutschen in Steiermark, Kärnten und Krain, so wie in den Strichen an der Thaya und der ungrischen Grenze. Das bairische grenzt westlich an das alcmannische imd fränkische, nördlich an das fränkische, obersächsische, czechische und mährische, östlich an das mährische, slovakische, magyarische und slovenische, südlich an das slovenische und italienische. Wir suchen die äul'seren Grenzen nun genauer zu verfolgen. Im Westen schied ursprünglich der Lech die Alemannen und Baiern *), doch ist das bairische allmählich zurückgewichen. Jezt scheidet der Inn von seiner Quelle bis Telfs hinab die beiden Dialecte; von dort springt die Grenzlinie hinüber nach der Loisach und der Ammer, geht an dieser hinab durch den Ammersce bis Fürstenfeldbruck und wendet sich von da hinüber nach dem Lech, den sie kurz oberhalb Augsburg berührt. Dem Lech folgt sie bis zur Mündung in die Donau, geht an dieser eine kleine Strecke aufwärts gegen die Wörnitz hin, und wendet sich westlich von Graisbach nach der Altmühl hinab, die sie westlich von Solenhofcn (Zeul's 375) überschreitet. Sie zieht nun nach der schwäbischen Kezat und streicht an der Rednitz hinab bis zum Einflul's der Pegnitz, welcher sie bis zu ihren Quellen folgt. Von diesen schneidet sie hinüber nach der warmen oder katholischen Stainach und geht dann am Nordabhang des Fichtelgebirges (nördlich der Waldsteine und der Kornberge) nach den Quellen der Schwesnitz **). Norden und Osten. Von den Schwesnitzquellen tritt die Nordgrenze des bairisch-oberpfalzischen hinüber in das böhmische Egerland beim Städtchen Asch, geht an den Abhängen des *) vgl. Alera. Gr. § 4. In dem Weistum von Peitingau wird die recht« Lech-«eite *wüpkalp genannt, Weist. 3, 646 f. **) ßavarin. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. München 1863. II, 193. Ii. Rilckert Thomasin von Zirclnre. S. 498 f. §2. 6 Erzgebirges bis Klösterle *) und dann längs der Eger bis Postelberg und Laun, wo sie auf das czechisohe Sprachgebiet trifft. Nördlich der Eger herrscht die obersächsische Mundart Böhmens. Die Grenze zwischen oberpfälzisch und czechisch geht von Laun in südwestlicher Richtung über die czechischen Orte Pra-schin, Tauchowitz, Hirziwitz, Domauschitz, Kaunowa, Herrndorf, Schanowa, Tschistay nach Kralowitz, dann westlich nach dem deutschen Voitles bei Rabenstein und dem gemischten Ma~ netin, von hier südlich und südwestlich in der Richtung auf Mies, in dessen ländlicher Umgebung das czechische überwigt. Von hier springt es gegen Pilsen vor, indem der Staber Bezirk (die ehemalige Herrschaft Chotieschau) deutsch ist **). Der nördlichste deutsche Ort ist hier Littitz. Von hier läuft die Grenze zwischen den beiden Sprachen über Stich, Litschin, Holeischen nach Bischof-Teinitz und von hier in einem südwestlichen Bogen über Milowetz, Taus, Klentsch nach dem Czerkowberge. Nun geht die Sprachgrenze am Abhang des Böhmerwaldes südöstlich über Tauser, Maxberg, Kaltenbrunn, Braunpusch bis gegen Neugedein; von da über Glossau nach Wessely, Drosau, Niemtschitz, Ozachrau, Seewiesen, Swinna, Kadwanitz, Stachau, Kaltenbach, Winterberg, Gansau auf den Kubaniberg. Innerhalb der zuletzt genannten Strecken, zwischen den Quellen des Chamb und der Wottawa treffen oberpfalzisch und österreichisch auf einander. Neumark, dessen Mundart Jos. Rank in seinen Erzählungen benutzte, ist noch oberpfälzisch, ebenso das Gebiet der freien Bauern; bald dahinter aber beginnt die österreichische Mundart ***). Die Grenzorte haben manche Eigentümlichkeiten aus beiden Mundarten. Vom Kubaniberg streicht die czechisch-deutsche Grenzlinie über die deutschen Überschlag, Repaschin, Solletin, Ober-Sablat, Stadlern, Wolleschlag, das gemischte Prachatitz und die deutschen Tonnetschlag, Frauenthal, Zaborz zum Pugla-taberg. Zwischen diesem und dem hohen Würzen springt ein *) Mittheilung des Herrn Gymnasiallehrer Ign. Petters in Leitmeritz. **) Die Herrschaft Chotieschau ist durch Einwanderung zwischen 1660—80 germanisirt worden. Mittheilungen des Vereins fllr Geschichte der Deutschen in Böhmen. 1863. n. IV. S. 24 IT. Ueberhaupt fallen die Germanisationen im westlichen Böhmen sttdlich des Egerlandcs zum gm Isen Theil erst dem 17. Jahrh. zu. ***) Ign. Petters, Bemerkungen über deutsch« Dialectforschung in Böhmen (die Lesehalle der deutschen Studenten zu Prag. Prag 1862) und briefliche Mittheilung. 7 §3. kleiner deutscher Keil, zu welchem auch die gemischten Orte Elhenitz und Ncttolitz gehören, in das czechische vor. Südlich vom hohen Würzen wendet sich die Grenze südostwärts über die slavischen Orte Smietsch, Berlau, Hollubau, Czernitz a. d. Moldau *), Nettrowitz, Oemau, nach dem deutschen Mairitz bei Schweinitz und über die deutschen Sonneberg, Winau, Böhm-dorf an die niedcrösterreichische Landesgrenze, welche bis Bernschlag an der Grenze des ßudweiscr und Taborer Kreises auch die deutsche und slavische Nation scheidet. Der südliche Theil des Taborer Kreises ist deutsch, so dal's hier der czechische Leib einen starken fremden Pfahl von SO. her in sein Fleisch empfangt. Die Grenzorte sind westlich Schlages, Obermühl, Rigersschlag, Neudeck und östlich die slavischen Raduun, Jare-schau, Bernhards, Wiltsohitz, Köuigseck und Temmersschlag. Von hier tritt die Linie nach Mähren über, streicht durch Waltersschlag, Lippnitz, Datschitz **), Pastreicli, Pulowitz, lladotitz, Pulitz, Gösling, Wisokein, Vöttau, Chwalatitz, Schittern nach Fraimersdorf und biegt nun südwärts über Edenthurn, Fröschau, Luggau an die österreichische Grenze bei Bauinöhl. Von hier läuft sie nordöstlich über die slavischen Orte Maispitz, Brenditz, Winau, Seiletitz, Skalitz, Ribnick, Kakschitz, Jescram, Pausch nach dem gemischten Kanitz und von da über die deutschen Pralitz, Laz, Woikowitz südlich nach Polnlitz und an die Thaya bei Weifsstätten und Muschau, darauf wieder nördlich nach Pausratim und in einem nach NO. vorspringenden Winkel nach Auspitz. Dort biegt die Linie zurück nach Tracht und geht über Pollau, Saitz und Neudeck nach Eisgrub, von wo ab die Thaya deutsch und mährisch scheidet***). Dieser deutsche Streifen an der österreichisch-mährischen Grenze ist durch deutsche Ansiedler und durch Einwirkung *) Nördlich von dieser Linie liegt eine Anzahl deutscher Ortschaften um Bud-weis auf beiden Ufem der Moldau und Malt, ie ihren EinHufs auf die andien Theile der Insel Hubert. Vgl. No« bei Frommann 5, 201 ff. ***) Jos. Hein, Handbuch der Statistik des österreichischen Kaiserstate». Wien ■ 852. I, 225 — 228. 231 f. §2. 8 der Aussetzung zu deutschem Recht im 13. Jahrh. gewonnen worden *). Von der Thayamflndung ab macht die March die Sprachgrenze zwischen deutsch und slovakisch, dann vom Einfluis der March die Donau bis Presburg. Hier stofsen deutsch, slovakisch und magyarisch zusammen; letzteres tritt nun als Ostnachbar auf. Oestlich von Presburg ist noch ein Stück der groj'sen Schütt bis Somerein und Yayka durch protestantische Einwanderer aus Innerösterreich oder Tirol im Anfang des 17. Jahrh. deutsch geworden **). Von Vayka geht die Grenze zwischen deutsch und magyarisch SW-wärts über Wieselburg, Wüstsomerein, Taden, Heiligenstein, Güiis nach Rotenthurm (Vövösvär) a. d. Pinka ***), an diesen Flul's hinab bis zur Rab, dann an dieser aufwärts bis S. Gothard und S. Marton, von hier hinüber nach Neuhaus und nun an der steirisch-uugerischen Landgrenze südwärts bis Badkcrsburg. Von der Rab an weicht das magyarische ostwärts zurück und das slovenische nimmt seine Stelle als Nachbar ein. Die Südgrenze des bairischen Gebietes, welche bei Rad-kersburg beginnt, läuft durchweg gegen fremde Nationen, zuerst gegen die Winden, dann gegen die Welschen. Von Radkersburg bis Spielfeld folgt die Sprachgrenze dem Laufe der Mur; darauf streicht sie über den Flnfs hinüber am Abhang des Posruk hin, so dafs Leutschach noch windisch, Arnfels noch deutsch ist, und steigt über den Kadi und Hart-nigg in den Peistritzgraben, von wo sie sich nach Lavamünd wendet. Unter-Drauburg ist eine deutsche Sprachinsel. Von Lavamünd geht die Sprachgrenze gen NW. über Rabenstein, Langegg, Riesen, Wölfnitz nach der kleinen Saualpe, von hier wellenartig über Feistritz, Riggcn, S. Johann, Schmiddorf, Oster-witz, S. Michael am Zollfeld, Kading, S. Peter am Ulrichsberg, Hardegg, Tigring nach Mosburg, Nussberg, Gradenegg, und streicht dann nach SW. zwischen Ossiacher und Wörter-See hindurch nach S. Magdalenen im Gailthal, folgt der Gail ein Stück aufwärts, weicht dann aber nördlich ins Gebirge zurück *) v. Chlumccki im Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen XVII, 6. 14. 18. 26. 81. 38. **) ('ober die Huidbmiern vgl. u. a. Schreier, deutsche Weihnachtspiele aus Ungern. Wien 1858. 8. 4. 6. 804. ***) Ucber die Mundart der Heanzcn, wie diese Deutschungem westlich von GQns und der Pinka heilsen, Schröer bei Krommann VI, 21 II. 179. 330. 9 §2. und zieht südlich von Judendorf, Pogöriach, h. Geist, Bleiberg, Kraut nach Vellach, Hermagor uud Möderndorfw) an der Gail, von wo sie die Alpeu übersteigend nach Malborget uud Poiitafcl vordringt. Das deutsche ist übrigens auch südlich dieser Linie in einigen kärntischen Gegenden dein windischen überlegen: an der unteren Gail um Windischfeistritz, Thörl, Arnoldstein, ferner südlich dem Wörter-See um Hollcnburg und Gupf, ebenso in der Gegend von Völkerinarkt und Griffen. Ganz deutsch sind an der kärntisch-krainerischen Grenze**) an der Guilitz Tarvis, Goggau, Flitsch, Raibl und Weilsenfels. Die steinerne Brücke über die Fella zwischen Pontafel und Pontebba trennt Kärnten und Friaul, deutsch und italienisch. Das windische stöfst von Osten heran uud geht nun neben dem italienischen nach Süden auf den Isonzo los, während deutsch und welsch eine gemeinsame Alpenwnnderaug nach Westen antreten. Auf dem Grat der karnischen Alpen ***) und dann weiter auf dem Südwall des Pusterthals läuft die Sprachgrenze bis in die Qucllgegend der Rienz, streicht dann zurück über den Seckogel hinüber nach Pflaurenz im Euncbergcr Thal und geht, das Vilnöser Thal umfassend, nach S. Peter im Gröduer-thal und über Castelrut auf die Wasserscheide von Eisack-Etsch und Avisio. Nachdem sie auf derselben bis zur Etsch gelaufen ist, drang sie im Etschthal früher südlich bis über Trient hinab. Diese Stadt f) war noch vor drei Jahrhunderten deutsch; deutsche Schauspiele wurden daselbst iin 16. Jahrh. aufgeführt ff) und das Concilium tagte hier als in einer deutschen Stadt. Die bei *) Hein, Statistik I, 218. Remhardi. Sprachkarte 48. I.exer, kärntische» Wörterbuch XVI. — Bis Möderndorf hätten nach v. Ankershofen, Geschichte des Iler-zagthums Kilrnthcn II, 89 f., die langobardischen Fürsten Tnso und Caco, Polin" des Herzogs Gisulf von Friaul, nach Besiegung der Slaven unter Hämo das Gailthal mit Deutschen besetzt. **) Die deutscheil Ansiedelungen in Krain sind eine nach der andern im windischen untergegangen. Nur die gröfate, die Gotscheer. hnt sich erhalten. Die Got-soheer-Sprachinscl umfal'st den gröfsten Theil des Gerichtsbezirk Gotschee und einzelne Gemeinen aus den Bezirken Trcflen, Neustadt lind Tsi'henieinbl, Hein I, 220. Die Gotscheer Mundart ist wie die Proben bei Frommann 4. 394 IT. zeigen, bnirisch mit windischen Einflüssen. *** I Auf dem SUdabhaiif; in Friaul liegen die deutschen Colonien Tamau (Tischlwang) und Sapada (Pladen 1 mit Sauris. lieber diese letzteren Jos. Bergmann in den Wiener Jahrbüchern Bd. CXX. ( XXI (daraus in Strickers Germania 8, 92 ff.) tl Die Trienter Statuten aus dein 18. 14. Jahrhundert sind deutsch verftfal. Archiv fllr Kunde österreichischer Geschichta<|ucllen XXVI. 104. tt) Pichler, da« Drama in Tirol S. B». §2. 3. 10 und südlich von Trient einmündenden Thäler von Cembra und von Pergine (Val Sugaua) waren im 14. Jahrh. ganz deutsch und behaupteten sich darin lange *). Aber das ist längst anders geworden. Das rührige welsche Element, hauptsächlich durch den Clerus und die Handelsherren gefordert, hat das trägere deutsche immer weiter nach Norden zurückgetrieben **). Jetzt dringt das italienische schon über Salurn hinaus gegen Bötzen vor, die Orte am linken Ufer von Salurn bis Leifers sind bereits seit längerer Zeit gemischt Auf der rechten Etschseite geht die Sprachgrenze Salurn gegenüber hinauf auf den Kamm des gewaltigen Gebirges, welches Nord- und Südtirol trennt ***) und folgt demselben bis in die Gletschermassen des Zufallferner und des Ortles. Dem bairischen Sprachgebiet gehört das Uelten-thal und das Vintschgau bis zur Maiser Heide an. Bei Mals beginnt eine alemannische Mundart. Kurz gedenken wir noch der alten dreizehn deutschen Gemeinen in den veronesisefaen und der sieben in den vicentini-schen Alpen zwischen Brenta und Astico. Sie wurden wahrscheinlich im 11.—13. Jahrh. angelegt und hiengen damals durch > die ebenfals von Deutschen bewohnten Thäler von Folgaria, Terragnolo und Valarsa ohne grofse Unterbrechung mit den übrigen Deutschen der Tiroler Südalpen zusammen. Der Senat von Venedig, dem sie gehorchten, sorgte dafs sie deutschredende Priester erhielten und pflegte dadurch ihre Sprache. Die österreichische Regierung, der sie darauf bis 1866 unterthan waren, hatte für diese deutschen Interessen keinen Sinn, und so gehn diese Colonien ihrer Verwelschung unaufhaltsam entgegen f). Ihre Mundart ist bairisch. § 3. Die Sprache des bairischen Volkstammes ist oberdeutsch und der alemannischen nah verwant. Mit diesem bildet *) Kink, Vorlesnilgen Uber die Geschichte Tirols. Insbr. 1850. S. 42. **) Der Gipfel der bewufsten oder nnbewufsten Fahrlässigkeit der Regierung war die 1866 geschehene Zuweisung der deutschen Gegenden von Bötzen, Meran und Klausen an das welsche Bisthum Trient, ein SeitenstUck tu den czechischen Maßregeln in Böhmen. ***) Kleine vorgeschobene, aber schwerlich 7.11 haltende deutsche Posten sind die nördlich von Fondo liegenden Gemeinen Proveie, Laurein nnd S. Feiice. t) Deutsche Zeitung vom 8. Dec. 1847 (Stricker, Germania 2, 823 f.) J. Bergmann in den Wiener Jahrbüchern CXX. CXXI ( Stricker 8, 92 f.) Schmeller, Uber die sogenannten Cimbero der VII. und XIII. comninni, Abhandlung der bairischen Akademie 1838. II. 3, 559 — 708. Schmellers sogen, eimbr. Wörterbuch, herausgegeben von J. Bergmann. Wien 1855. 11 §17.18. das bairische einen deutschen Hauptdialect. Es haben sich aber aus dem ursprünglich gemeinsamen so viele Besonderheiten entwickelt (§§ 119. 201. 243. 337. 370), dals die getrennte Behandlung gefordert ist. Der alte Kern des bairischen Dialects findet sich im alten Herzogthum Baiern (Ober- und Niederbaiern mit Rcgensburg), so wie in Tirol und Salzburg. Von hier sind die bairischen Laute und Worte nach Kärnten, Oesterreich und Steiermark hinübergetragen worden. Eine selbständigere Stellung nimmt die oberpfalzische Mundart, die im alten Nordgau (Nürnberg*) eingeschlossen), sowie im Egerlande und an den böhmischen Abhängen des Böhmerwaldes bis gegen die Wottawa herrscht. Der Karacter des bairischen Dialects ward von Alters her gerade nicht schmeichelhaft geschildert **); er galt im Mittelalter für polternd, unfein und rauh ***). Seb. Franck sagt von den Baiern in seinem Weltbnch (1534. f. 54. rw.): es ist auch nit seer ein höflich volk, sunder grober sitten vnd sprach; und ein Schriftsteller des 17. Jahrh., Caspar Skopp (Scioppius) spricht in seiner consultatio de pmdentiae et eloquentiae parandae nwdi«, wo er sich ausführlich über den bairischen Dialect äu Isert f): wenn die Fremden ihn hören, müßten sie aus dem Ton und der schleppenden Aussprache die Menschen selbst für faul und stumpf halten. Dagegen heben die eingeborenen Dichter unserer Tage, welche sich der Mundart bedienen, mit grolser Begeisterung den Wolklang, die Weichheit und Treuherzigkeit hervor. Karacteristisch ist für das bairische im allgemeinen die Kürzung oder der völlige Abstols der Suffixe und Flexionen, wobei selbst der Stamm zuweilen leidet; ferner die im 12. und 13. Jahrh. sich vollziehende Fortschiebung von i und ü zu ei und au, von tu zu eu; die Neigung altes ai und au in einfache Längen zu verengen, welche je nach der Gegend rein oder *) Dafs die Nürnberger Mundart bairisch ist, beweist schon die Dualform des 2. Pen. Pron., ferner die Wochentagnamen Ertag und Pfmxtag lletztrcr kommt wenigstens in alteren Schriften der Stadt vor). Uebcr den bairischen Karacter des littmbergischen vgl. auch Bavaria IT, 104. 213. **) Im Reinardu* 4, 382 heifst es »tridula bmarien guttun er.rbn liqutn*. Bei Petrus v. Zittau chron. anlae regiae (Dobner V, 89) Bannuqu* lui/urn* hnnl »t hm Erultntu vocem mutant nimit atqm ft.rncrm. ***) Der Ruhm der Baieru war im Mittelaller Uberhaupt nicht fein. vgl. W. Wackernagel bei Haupt Zeitschr. 6, 355 f. Den Leumund der Oestreicher behandelt Th. G. v. Karajan in den Wiener Sitxungaborichteii XLII. t) Die Stelle bei Pfeiffer, Germania XI, 321 f. §3. 12 getrttbt sind, doch sticht ou für ai, au besonders hervor. Dazu kommt die Bewarung der Diphthonge ie, uo, üe, zum Theil mit neuer Färbung (vgl. namentlich ea)\ die Bevorzugung der Zwischenstellungen vor den reinen Vocalen: man vergleiche das Verhältnils von a zu o, von o zu a\ die Diphthongisirungen neuer Art: ea für e, eo für o und o, oa für o, ow für o, ue für o, 6, ä (= ai); die Abneigung endlich gegen den Umlaut. — Die Konsonanten werden weich gesprochen; das alemannische gutturale ch ist unbekannt, im Auslaut schwindet ch sogar, wie überhaupt der konsonantische Wortschluis arg gefährdet ist. Die Liquiden l und /• lösen sich gern vocalisch auf; n wird oft genäselt. Aus den Formen ist die 2. Plur. Prs. in—tu ein hervorstechendes Kennzeichen des bairischen geworden; aus den Worten, so weit sie die Grammatik angehn *), der Dualis des 2. Personalpronomens, mit pluraler Bedeutung. Wir haben zwei Hauptgruppen: die bairische und die ober-pfälzische oder nordgauische. Der oberpfalzische Dialect herrscht im allgemeinen zwischen Böhmerwald und Rednitz, zwischen Altmühl, Donau und dem Fichtelgebirge**). An seiner westlichen Grenze, namentlich an der schwäbischen Rezat und Rot, dringen schwäbische und fränkische Elemente ein, sowie sich von der Donau her zwischen Nab und Regen bis Schwandorf hinauf, ebenso vor dem bairischen Walde zwischen Kegen und Donau bairische Einmischung kund gibt ***). — Karacteristisch sind für das nordgauische die gebrochenen Diphthonge, namentlich ii für ie üe e w 6u für uo und o, äi für oi für ö und ti\ ferner ist du für ä karacteristisch, i für e; ia, welches das bairische reichlich hat, besitzt das oberpfälzische nicht. Eigen ist demselben die Vertretung des j durch g, im übrigen grofse Weichheit der Konsonan-ten ■(■). — Eine besondere Stellung nimt die Nürnberger Mundart ein, einmal durch die sehr alte politische Verbindung der Stadt mit Franken, sodann durch das bewegtere Leben der rührigen Bewoner. Die fränkischen Beziehungen haben aber den bairischen Karacter der Mundart nicht angegriffen; wenn *l Ein Verzeichnils der Worte, welche als eigentlich oder vorzugsweise bairisch angesehen werden können, gehört in eine lexicalieche Arbeit über die deutschen Mandaten, nicht in ein grammatisches Werk. •*) Ueber seine Ausdenung in Böhmen « 2. **•> Bavaria I, 357. II, 188. 313. t) Bavaria II, 194 ff. 218 ff. 13 §3. jetzt die nordgallischen Vocalbrechungen und das g für j mehr und mehr schwinden, so hängt diefs mit der steigenden Gewalt des gemeindeutschen zusammen. In Nürnberg lassen sich die raschen Wandelungen der Volkssprache binnen wenig Geschlechtern deutlich wamemen: Grübel sprach ein anderes nürnbergisch als die Enkel*). Die Mundarten von Baiern, Tirol, Salzburg, Oesterreich, Kärnten und Steiermark bilden einen in sich einigen Dialect. Sie tragen dieselben Züge und unterscheiden sich mehr durch Einzelheiten der Laute, durch den verschiedenen Gebrauch der Sprachwerkzeuge, durch gewisse Worteigenheiten, als durch abweichende grammatische Erscheinungen **). Auf die Gestalt der Volksprache wirkt nicht blofs verschiedene Abstammung, sondern auch die geistige und sittliche Bildung: abgelegene Landschaften halten au alterthümlicheren Lauten und Worten eben so gut wie au alten Sitten und Sagen fester, als die dem grofsen Verkehr übergebenen; die ärmeren Vorstädte grofser Städte sprechen einen verdorbenen Jargon, dessen Hoheiten nicht dem Dialect zufallen. Auch die Bodenverhältnisse wirken. In den ebenen Theilen werden die Vocale heller, die Consonan-ten schärfer ausgesprochen als in den gebirgigen. In diesen arbeitet mehr der Gaumen, dort mehr Zunge und Zähne. Der Niederösterreicher erkennt den Steirer sofort an dem palatalen Klange der Rede. Von Osten nach Westen, von der steirisch-ungrischen Grenze über das Steirer- und Kärntuerlund Iiis ins Tirol hinein wächst die Aspiration der Kehllaute. Wenn der Wiener und Neustädter über den Semering hinüberkonunt und dorscht und Würscht für dort, Wirt hört, so weils er sich in Steiermark. Aber dieses rscht, 'seht flir rt eignet überhaupt den Alpeuländem und der Salzburger, Kärntner, Tiroler haben es gleich dem Steirer. Den Zillerthaler und Duxer erkennt mau im übrigen Tirol an seinem ü und ö für « und o, an dem gutturalen Wandel von r in ck oder g (§ 163); aber im übrigen ist *l Kronunanns Ausgabe von Grllbels Werken (Nürnberg I85TJ 3, 2'21. **l Hugo von Trimberg in einer bekannten Stelle Feine« Kenners (S. 245 lies Bamlierger Drucks | karacterisirt die uns angehenden Mundarten so: (ir irort) die Beirr, zerzerrent, — Egerlml tili swentel, Önterrich tiu ickrrntet, Stirrlant tiu bai lenket, Kernten ein teil tiu senket. — Notizen Ilher die Verschiedenheiten der bairischen Mundarten gab 8. Muzel in der Bavaria I. 355 IT.. Ilher die nbcrpflUzisehen Fentsch ebd. II, 218 f. I'eberaiclitliehe Verweisungen auf das gemeinsame der Mundarten gibt ^Schindler, Bair. Cirammatik S. 42H II'. §3. 14 seine Mundart die Tiroler. Der Lesachthaler hat alterthflmlichere Vocalc als die andern Kärntner, aber er steht darin nicht allein, sondern hat an dem Meraner in Tirol einen Genossen, der seiner Sprache das alte Gepräge ebenso treu erhielt, während es in den andern Thälern sich rascher abgriff. — Das reine o für a ist auf gewisse Landschaften beschränkt (Passau, Unterinnthal, Müllthal, Rabthal), allein es ist nur der Superlativ der allgemeinen Verdumpfung von «; reines a für o scheint nur Oesterreich und dem östlichen Baiern zuzukommen, aber die Neigung das o sich nach a hin zu öffiien, hat der ganze Dialect. Schärfer und enger sticht hervor, wenn wir e für ai nur am Regen und der Ammer (Oberösterreich) finden, oe für öü nur in gewissen Tiroler und Kärntner Thälern, ai für oe zwischen Inn und Oberisar, zwischen Schwarzach und Böhmerwald, au für d abgesehen vom Nordgau nur im liuken Rotthal, in Uelten (Tirol) und in der östlichen Steiermark, au für o allein zwischen Sale und Salzach, eo für o nur in Oesterreich, ou für tu einzig an der Seinpt (Baiern). Aber das sind kleine Zuckungen einzelner Muskeln, nicht Abweichungen im Körperbau; die Farbe spielt hier und da anders, doch die Zeichnung bleibt dieselbe. Das kärntische unterscheidet sich von dem Tiroler oder steirischen nicht mehr, als das Lavauttlialer kärntisch von dem Gailthaler oder Möllthaler, oder die unterinnthalische Mundart von der etschländischcn. Wer hier nach Abgrenzungen strebt, gerät zuletzt darauf, nicht die Länder sondern die Häuser von einander zu sondern. Ein einziger Laut, zwei oder drei besondere Worte gentigen in die sprachliche Physiognomie besondere Züge zu tragen. Aber die Wissenschaft ordnet nicht nach oberflächlichen Varietäten, sondern nach organischen Unterschieden. Erstes Buch. Die Laute. Erster Abschnitt. Die Vocale. 1. Kurze Vocale a.ä e — i.e — w . ü, o . ö. A. § 4. Iu den ältesten bairisclien Sprachdenkmälern zeigt sich die überwiegende Fülle des a in Stamm- und Sprofssilben nach allgemein deutscher Art. Gegen die Trübungen waltet Widerstand. Wir finden nicht bloJ's in halon, fana das o noch nicht durchgedrungen (yikalot Musp. haln Genes. 70, 33. fana Dkm. LXI.) sondern namentlich auch in den Umlautfällen das a sehr häufig gewahrt: chulpir gl. Cassel. 75. alpiz gl. Teg. 14. altist Musp. irpalgida gl. Möns. 397. Amichn Petr. SO, 32. Kamßo IG. 39. framade* fg. th. 43, 30. Mimiii Petr.21, 20. Nandila 81, 29. Orandil 802. MB. XXVIII. 2, B0. «Ii gl. Cnss. 149. 218. gl. Ilrab. (neben mli). van Ii gl. Cass. 103. pantirum gl. Kinmer. I, 407. canti gl. Gass. 83. mannitco fg. th. 41, 18. imgila fg. th. 16, 1. Angitman Petr. 42, 14. Aukilperkt MB. XXVIII, 2, 63. Ankilhaoh. Ankinuh« 55. Lankincatni 46. Ariho Petr. 2, 31. u. ö. Ilarilme Petr. 60, 26. 1fariperht 17, 19. Harigutr 20, 9. AkiKari 80, 6. Walakari 48, 17. Winidhari 17, 6. Sariii Ntzbl. 6, 71. Lant-inari Petr. 87, 37. arplih gl. Teg. 256. huarpida gl. Ilrab. 1161. pidarpi gl. Kinmer. I, 807. vartigu 296. hartinun gl. Cass. 23. farhir 82. piharUt gl. Teg. 68 nr. starhi 60. grabir fg. th. 88, 7. teaffina 21, 16. potateaffi gl. Teg. 260. Axili. Chazili e. 1038 MS. XX VIII. 2, 86. Katili. Wazili Petr. 1, 36. 37. »««' gl. Teg. 226. .1*7« Petr. 82, 16. Jtagilhart Potr. 29, 18 (neben Rtgilh.) Itiiginperht 36, 24. llaktimker 1070,96 Eminer. Schenk. 100. Unechtes a für ? finden wir seit 10. Jahrh. in den mit luim und pPr/tt zusammengesetzten Eigennamen: Mackalm 92;".. Jurav. n. 61, 4. Ötkalm c. 930. Meichelb. I. n. 998. Dtl-hnlm. digikalm c. 930. Juvav. n. 61, 82. 92. Rihhnlm. Willikalm 976/1001 Emmer. Bchank. 17. Autkahn Meichelb. I. n. 1003. Ptrklkaltti. Kundhalm n. 1018. Mi-gmkalm 1004. Notiz. III. 6, 66. Gmlkalm 1035. MB. XXVIII. 2, 81. H'illi-hnlm 2, 83. Beginkalm c. 1052. Meichelb. I. n. 1223. Kerhalm n. 1224. ifegi*-Mm c. 1090. n. 1266. Willikalm c. 1130. MB. 1,11. dazu Adalknlm Petr. 168,45. Willikalm 154, 30. ß. Wolßalm 2,41.«. — Kugilprakl Petr. 164, 47. ß. Huad-prakt 163. 16. ß. §4.5. 16 Ffir a statt o kann ich aus dieser Zeit nur anführen prarte gl. Teg. 43. rw. prarta 197. Unechtes a im Ausgang von Adverbien und Conjugatio-nen zeigt sich in hiuta Dkm. IV. 3, 5. unta IV. 3, 3. 11. gl. Teg. 188. rw. 193. rw. oda Dkm. LXXVH, 3. 4; auch sota (für hoho) gl. Teg. 198 rw. ist so behandelt. In Suffixen und Flexionen kommt unechtes a im 10—12. Jahrh. nicht selten vor, indessen scheint die Neigung dazu im alemannischen stärker, alem. Gr. § 10. 79. 112. Das in Liquidalverbindung und ursprünglich nach einem a-Stamme hervorklingende unechte a geben die Schreiber der ahd. Zeit gern wieder: Willihalam Petr. 123, 35. chnlmcer gl. Salisb. 297. chalaai gl. Teg. 187 rw. gilam gl. Sal. 301. pivalah gl. Altacli.Teg. 264. Möns. 828. ftrtuelahaniu gl. Teg. 288. elawaz gl. Möns. 319. melawet 826. votugen gl. Teg. 86. rw. fartma fg. th. 58, 8. «rnwwirl.Teg. 188. rw. irparammgo gl. Sal. 810. haram Mona. 322. «Horum Teg. 260. warum!» Otfr. F. IV. 18, 12. garaua gl. Teg. 188. rw. mraph Sal. 304. araker gl. Enun. I. 418. Marachmart 1141. Meiclielb. I. n. 1817. Penige c. 980. ebd. n. 1065. ttraret gl. Mona. 399. iceralt 328. werrnchunga Teg. 237. rw. moro-gim 199. rw. forahta fg. th. 59, 3. forahtento 12. storah gl. Mon». 821. /V-rackart e. 1000. Meiclielb. I. n. 1158. durah fg. th. 5, 5. gl. Sal. 298. Aus anlautender Verbindung weil's ich nur zauvei gl. Teg. 235. rw. anzuführen. Im scharfen Gegensatz zu dieser Einschiebung steht die Unterdrückung von echtem a der ßildungssilben, die sich ebenfalls besonders gern vor r zeigt: zndlonte gl. Ilrab. 1067. tmtchri 1041. zunlrum 1345. «ehre fg. th. 15, 9. Imngritu 29, 2. hungragnn 29, 7. nottmm 17. bittro 81, 20. gimidrit 81, 28. Mlabrts 29. höhsedle 21, 14. ntmaklm 43, 25. muraz Dkm. I.V, 18. tmsro 19. 26 untrfm 25. gitovgni gl. Teg. 199. gicorirntu ebd. rw. hin tri. msiprido gl. Mona. 828. chumi/tuodlo 326. pituncHlit 353. Aulser einfachem a finden wir ungehörig für die Kürze Circumflex und Doppelung in den älteren Denkmalen gebraucht. « für « steht z. B. in Petr., gl. Emm. I., Phys. I., Genes., Wernh., Bened. Pr., Parz. D. G.; doppeltes z. B. Petr. 26, 17 Paatto. 42,44 Aalfrid. 64,15 Aadalgoz. 71,25 Taato. 78, 5 Aato. 75, 2 Aarahad. 79, 33 Aarfrid. 87, 28 Aarpreht. § 5. In denselben Wegen bewegt sich das bairische a auch in den folgenden Jahrhunderten. Sein Umfang schwindet freilich durch den Umlaut (§ 9. 12), durch die Denung (§36), durch die Neigung zur Verdampfung (§ 20. 28. 63); in den Affixen ferner durch die allgemeine Bcliwiichung derselben. Indessen lebt es doch noch reichlich fort, wozu vorncmlieh die Abneigung des Dialects gegen den Umlaut, so wie der Zug o zu öffnen IT beitragen. Diese aus o entstehenden a sind freilich unecht; auch machen sie zweifelhaft ob einige Worte mit ursprünglichein aber gewönlich zu o verdumpftem «, echtes oder unechtes « haben. Es sind van und wanen mit seiner Sippe. van ist sehr häufig. Es mögen lieiuibelege genügen: van: an Helbl. 1, 880. 8, &G0. 4, 638. Otack. c. 800. Teichuer La. LII, 94. : bau Otack. c. 424. 549. : bran Helbl. 7, 504. : dun Teichner La. 89, 32. : begrnt Helbl. 4, 8. : gän Otack. c. 69. 295. Teichner La. 142, 62. ; tan Helbl. 15, 309. Teichner La. 88, 23. :lün Jüngl. 1207. Teichner La. 64, 88. : man Helbl. 1, 783. JOngl. 546. 644. Otack. c. 691. Teichner Li. 57, 42. Uietr. Fl. 9664. : tmder-tliin Teichner L«. 209, 7. :getan Krone 16847. Gundach. J572. Helbl. 4, 171.574. Otack. c. 811. Teichner L». 208, 18. 228, 26. : gerne* Otack. c. 81. Noch heute iat van dem bairischen Dialect geläufig, Schm. § 8l6. LcxerIX. — trotten: mnen Helbl. 7, 920. Wimen Ludw. f. 4. mmt 5. rrr. gemahnt: land Ayrer 965, 19. hei/wandt: verstand Sachs sehn Tug. gewönlich Münch. Str. 135. gewanhait 1319 Altcnbnrg. n. 130. gebanhait 1329 Schotterst, n. 161. 1372 Klosterneub. n. 458. inmhaft 1532 Notzbl. 8, 370. 1563 O&bair. Arch. XXV, 293. Der gewönliche Laut des bairischen a ist zu o geneigt (§ 22.). Rein wird es nur gesprochen in den meisten Fremdwörtern, z. B. Ahner, Lampe, Marter, Part, Lawerant, Tatzerl, Kaum; ferner in einer Reihe nicht durch eine Regel zu begrenzend*« Worte, z. B. Anka, Glander, starr, Karpfen, brav, klappern, Kapell, Natur, aß (dafs), Aachen, Ach, Acht, Haxen, Runen: Sellin. § 104. LexerVIII. Schöpf bei Frommann HI, 16. Maist«r 5. Tschisclika 254. Frommauu V, 203. Au der Nab tönt a namentlich vor r rein: Narr, hart, schwarz, Ars, Schm. §. 105. In den deutschen Colonien der venctianischen Alpen wird a in der Regel rein gesprochen, eimbr. Wb. 37. Der Widerstand des Dialects gegen den Umlaut, namentlich vor doppelter Consonanz findet sich auch in der Schrift oft angegeben, obschon gebildete Schrciber im allgemeinen das «, e dem a vorziehen. Für das 13. Jahrh. mögen Reime die Fortdauer des unumgelautcten « belegen: kalte (f.) : behalte Neith. 14, 27. gesamt: ensnmt Krone 8091. banden |inf.) : min den Otack. c. 129. muule (pt cj.) : lande Neitli. 31, 11. nant (cj.pt.) : traut Utack. c. 130. langer: imger Para. 565, 4. stränge: Itmge Serval. 381. phran-gen: engangen Otack. c.367. schau Ist: wankt Otack. c. 132. entniidel: zadel Ilehnbr.848. mähten (cj. pt.) : uhtm Otack. c. 399. geslaht (n.) :muht Otack. c. 740. 784. Noch heute geht durch den bairischen Dialect Abneigung gegen den Umlaut des a. Ucbrigens wird das umlautfahige a bairisch von dem nicht dem Umlaut unterworfenen dadurch unterschieden, dals es als reinestönt, dieses als dumpfes. Wir fügen einige Worte mit gemeinem ä (e) hinzu, die in Tirol und Kärnten a haben: Taller, tammern, zarrn, yarben, hacken, Schöpf bei Froiiiinaun 111, 1(5. Lexer VIII. WsiaauLU, Uftlr. tinuiun. 2 18 § 6. Für e habe ich a in bairischen Denkmälern der mittleren Zeit auiser in — halm für heim (Amhalm Arch. XIX, 269. Wilhalm: galm Otack. c. 31. 157) nicht gefunden, denn har für her im Keim auf clar Tandar. 2059 ist als bairiscli sehr bedenklich und et war für etwer Trient. St. 106. wird auf die Unsicherheit des zweiten Compositionstheils im Vocalismus zu-rückgehn. Die heutigen Mundarten freilich haben a für e ge-wönlich vor r und zum Theil auch vor l am Regen, an der Nab und der Tepel, auch in Steier, Schm. § 183. Nassl 4. Im Etsch-thal, Pustertlial und tingrenzenden kärntischen Orten kommt es auch vor andern Oonsonanten vor: gäbe, frafse, afs (es), Lexer IX. 62. Luterotti 287. Vgl. & für e vor § 39. Ungemein häufig finden vir a für o; dasselbe ist zwar nicht ausschließlich (aleni. Gr. §11. 70. 112) aber doch vorzüglich bairisch. Ich gebe zunächst Belege aus älteren Schriften: Keime, sol: schal Krone 1026. wo!: erhal Fraucnd. 487,8. :schal 492, 6. aalte: gemalte Hahn Ged. 8,63.—spor:dar Wlgam. 320. Kor: geicar Otack. c. 100. gebaren : wärm Kindh. 72, 1. : erfaren Pichler 108. vermin-m : karren Otack. c. 129. 882. .-narren 486. :pharren 71. gesworn: unerfarn Dieti. Fl. 4060. .- b«-warn Helbl. 2, 60. 4, 653. erstorben: darben Otack. c. 56. «Wien: eruirben c. 116. darf: bedarf c. 772. : warf c. 14. 72. 163. dort: erstart: fort Wolken«.. XXIX. 1, 28. ; wart. Helbl. 7, 500.725. mort: unverkärt Wolkenst. XLTII. 1, 6. ; tr. start XXIX. 1, 26. port: wart OUck. e. 40. wart.- ort Avent. C. III. »ort: Alphu.-t Dietr. Fl. 9558. : enbart Helbl. 2, 869. : gebärt 8, 448. :fart gem. L»b. 607. Helbl. 2, 896. 4, 645. 7, 811. .- Irmengart Ncith. 38, 6. .- rerspart Helbl. 1, 528. : schart 2, 953. : wart Krono 11204. .-zart Pichler 103. worte: harte Wemh. 170, 40. Tundal. 47, 7. 54, 65. Krone 3480. Otack. c. 30. Worten: harten Tundal. 48, 76. :Meinkarttn Otack. o. 124. : warten Angenge 8, 1. : widerwarten Otack. c. 8. sorge: ckarge c. 817. sorgen : argen c. 875. forcht: marcht c. 94. worcht: marcht c. 438. ijcworckt: gemurcht c. 361. 683. — hove: dravt Helbl. 1, 844. — gut: hat Helbl. 2, 1410. blater : loter 2, 1298, — machen : wochen Wigam. 2480. Aus der Schreibimg a für o in vielen dieser Stellen, so wie durchgchends in den prosaischen Quellen ergibt sich unwiderleglich, daf's diese Reime nicht auf Verdumpfung des «, sondern auf Oeffnung des o beruhen. Man sehe: paldretm (polterten) Avent. XXXII. salte Hahn Ged. 8, 68. — tunn 1888 1 iohenfurt. Uk. n. 81. mit auzgenamer rede. 1850. Schottenst. n. 288. — chan liing 11. d. chatten Otack. 18». — rar 1303 Altenburg. Uk. n. 94. 1306 Kloster-neub. n. 112. 1838 Hohenfiirt. n. 81. 1382 Notizbl. 9, 216. vorsprechen 1386 Schottenst. n. 386. 1430 Obbair. Arch. XXIII, 312. varen 1414 Scliottenst. n. 435. rar (entstellt in dem titelhaften vor = vron >. B. rar Dyemnt sein kousfrowe 1290 Altenburg. n. 50.) fuefsspar Voe. v. 1432 Frommann IV, 805. tar 1388 Ilohen-ftirU n. 81. geparu 181(1 Melly Siegelknnde 84. Verlarn Dipl. Rottenman. 18. gebaren 1376 Notizbl. 4, 653. gesmirn 1404 Schottenst. n. 897. 1480 Obbair. Arch. XXIII, 315. rerworren Jiingl. 594. zarn Otack. 16». charib 1482 Frommann IV, 294. rerdarben 1403 MB. XXXV. 2, 250. verstorben 1358 Schottenst. n. 366. darf 1366 Hohenfurt. n. 128. Kkekendarf. Mengestarf 1358 Schottenst. n. 260. Ifrosmiarß 1868 Notizbl. 4, 434. Marichartsdarff 1468 Altenburg. n. 424. geworfen Kaiserkr. 164, 15. wurden w. Gast A. 5176. 5308. Gschtfr. XI, 223. Ho- 19 §6. 7. lienfurt. n. 81. rorrardeni. vorvadern 1463 Altenburg. n. 433. radern 1305 ebd. n. 99. 1844 Schottenst. n. 217. vadnmg 1858 n. 2G2. dnrt Stricker Ged. 4, 227. T. Artolf 1489. Notizbl. 9, 351. Himelparten 18«2 Schottenst. n. 276. wart Ka-rajan 20, 24. : hart H. Sachs I, CCCXL. warte» Hahn Ged. 8, 1. rarster 1432 Frommann 4, 294. des margens 1381 Altenburg n. 174. 1347 n. 224. murigen Otack. 27*. margengah 1290 Altenburg. n. 50. 1350 Schottenst. n. 238. pargen 1488 Obbair. Arch. XXV, 149. Wiener Arch. XXV, 85. paringer (Böiger) Trient. St. XXXI. verpargt 1482 Obbair. Arch. XXV, 87. fursarig 1480 M. llabsb. I. 3, 271. besarigten 1356 Klosterneub. n. 37S. versargen 1403 MB. XXXV. 2, 249. 1415 Notizbl. 9, 300. itarich 1432 Frommann 4, 295. rnirht Kaiserkr. 853, 23. »•drehten 8, 8. gewirkt 161, 25. — "fersten Eger 1339 MB. XXVII, 122. Soppen : knappen Biter. 7712. — «der 1826 Melly Siegelkiuide 109. Attackrr Dipl. Kotenmann 18. 1438 Notizbl. 9, S85. rast 1432 Frommann 4, 298. driuckel 301.— nach 1333 Altenburg. n. 178 1355 Klosterneub. n. 373. 1876 Notizbl. 4, 553. des Mitachs 1343 Klosterneub. n. 315. macht 1338 Holienfurt. n. 81. machten 1868 Schottenst. n. 260. tachter 1811 Gösser Urk. (Joann. Archiv zu Grik). 1312 Altcnburg. n. 117. 1430 MB. XXXV. 2, 70. 1439 Notizbl. 9, 350. Fsp. Nachl. 249, 17. Was Jie heutigen bairisch-österreichischen Mundarten betrifft, so wird das o allgemein nach « geneigt gesprochen, Schm. . s. §332. Bavaria I, 347. Schöpf bei Frommann 3, 16. Lexer IX. — Frommann 5, 202. 205. Ganz rein wie a lautet es in Baieru, Oberpfalz, Oesterreich gewöhnlich vor »i und ■/■ (ran. Korb. Wart. Kam. Harn. Darf, gwarfn. bargen) Schm. § 316. 345. Bavaria II, 202. Ilöfer, Volkssprache 91; in Kärnten erscheint reines a auch vor t: Zuopate Lexer IX. Die Oberpfalz samt Nürnberg spricht auch in fremden Worten a für o: Kaifont, Saldot, Kamedi, Allapatterie Bavaria a. a. O., Frommann zu Grübet 3, 229. Indem sich u über den gewöhnlichen Umfang hinaus zu o öffnet, begegnet man auch einigen a, die durch o hindurch auf m, selbst auf « = tu (§ 21) zurückgchn: Santekot (Sundukcit, Sttndigheit) Catcchism. der VII coinuni von 1862 (eimbr. Wh. 75). frantsekajt Vocab. n. 1432 bei Froinmann 4, 295. Aus heutiger bairi-scher Mundart ist San (= Htm) anzufilrcn. § 7. Bedeutende Bcschräukimg erlitt das kurze alte a durch die Deliung nicht blofs fast aller Worte auf einfachen Conso-nanten, sondern selbst vieler auf doppelte (§36), während in der Kegel alle hochdcutsch gedehnten a in der Mundart gekürzt werden. Die Zahl der erhaltenen echten kurzen a ist dalier gering: z. B. Rapp, hatt, traf, tratt, «tack, erschrack, Hacken. Schwankend ist die Quantität in Sal, Thal, llan, Schwan, /Und, Vater, Glatt, Gras, llamer, Kamer: Schindler über die Quantität im bayrischen und einigen andern deutschen Dialecten (Abhandl. der bair. Akad. 1830. S. 755.). Geringen Ersatz gibt die Verkürzung von d, sowol echtem als unechtem. 1* § 12.13. 20 Aufser in Jammer und lassen wird dieses geschärfte a in der Mischung von hochdeutsch nnd Mundart gehört in schlaffen, straffen, rotten, Strafte, brachen, Sprache, ferner in Pabst, Plast (bläst), paggn (bogen) -. Schm. § 691. Lexer VIII. Schöpf bei Frommann 3, 16 f. Schon bei Ayrer 1201, 34 treffen wir den Keim straffen: schaffen. Ebenso hört mau a für schriftgemälses ut: raj's, Schaffer, Jpatter, z' nagst. Diese unechte Kürzung tritt auch in dem aus ai entspringenden mundartlichen ä § 39 hervor: im kärntischenpockbannik, Arba/se, Ammafse, f ratschein Lexer XI, im nürnbergischen ha mm derhamm, Raff, Lattern, Sattn, hatzn, bafsn, hafsn, fast, Master Frommann zu Grübel 3, 230; einzelnes davon aurjh in der ver-wanten Tepler Mundart, Nassl 4. Allgemein ist, abgesehen von dem selbst hochdeutschen zwanzig, dieses a für ai in dem tonlosen Artikel a, ar, an, in unbetontem kä (kein); der älteste Beleg ist anander 1290 Altenburg. n. 50. Garel I, 96. Neues ei (altes ■$) wird nur ausnamweise zu a, seltener noch daher zu u. Doch kommt es im ganzen Dialect vor in san, sand (sein, semd = sind) §296. Am Regen hört man auch die Possessiva mä, sä, Bavaria II. 201, in Nürnberg Wall (wile) Frommann zu Grübel 3, 231. Verbreitet ist ba (bi). Die De-miuutivbildung Im wird in den oberpfälzischen Gegenden westlich der Vils und in Nürnberg la gesprochen: Grübel 3, 231. Bavar. II, 201. Das österreichische nalli, neulich, inufs aus der Ausprache nailich sich erklären. Wie d aus ai, so zeigt auch d aus au diesen Vorgang. Allgemein sind kaffin, laff'n, ruffn, Haff'n, ebenso für neues au (u) in den Präpos. äff, ass. Iu Tirol hört man auch rachn, in Nürnberg glabst glabt, derlabt, Erlabtniss, rabt, Hapt, auch titehnäisi-ges Fra, Frommann zu Grübel 3, 229. § 8. In den Suffixen und Flexionen ist echtes a erloschen. Im 13. Jahrh. zeigt es nur noch ßant, so im Reim : lant Biter. 3635. : gesant Karl 1533. ftande : lande Dietr. Fl. 383. : sande 3725. f fanden: anden Gudr. 846, 3. : banden 1451, 3. : landen Otack. c. 656. Das a in dem Suffix -ar halte ich in dieser Zeit nicht mehr für echt, sondern für unechten durch r begünstigten Laut: ndelar: mir Otack. c. 772 _ diennr 1295 MB. XXXV, 20. burgarmruler 1324 Klosterneub. n. 211. dtrledggnr Ludw. f. 2. rw. meagnrm (d. pl.) Trient. 21 §8. St. 71. amptarm 168. »ekaffarä Tl. — »mar 1294 MB. XXXV, 19. pestar 1312 Altenburg. n. 117. Ebenso tönt heute er wie ar, a, dar da, äbar ibdl, Mnada', Vatta' u. s. w. ' Auch vor n und t erscheint dieses irrationale a: 0" /■ 1 ilannan Bened. Pr. 886. zmitchan RUgen 886. nuechslun g. Rum. 91. human. »techlan Max Jagdb. 2. imtllan 12. ■— leuurnt Trient. St. IIB. nackat MB. XXXVI. 2, 129. Margr. 203. Fsp. Nach]. 261, 18. Sachs, getwitlral, -ritten 1483. No-tizbl. 4, 453. gemutergal 1603 Obbair. Arch. XXV, 282. 237. Heute kommt a in den Suffixen und Flexionen vor in Tirol (Wippthal, Zillerthal, Samthai, Pusterthal, Schöpf bei Frommann 3, 16) in Unterkärnten (Gurk- und Glanthal, Lexer VIII), in den venetianischen Alpen (cimbr. Wb. 37) in der Oberpfalz (Bavar. II. 200). In dem Infinitiv, soweit er r;cht verkürzt ist, hört man nach m, n, ng oft an, oder mit nasaler Verschweigimg des n blofses a: so in Baiern, Oberpfalz mit NOrubcrg und Böhmen, Oesterreich, in kärntischen und tiroler Tbälern. Jn der Oberpfalz nimmt auch die feminale Endung e und die adjecti-vische den Klang von a an, Bavar. n. 199. Frommann zu Gräbel 3, 231. & . Von den Präfixen zeigen be und ge in der mittleren Zeit Neigung zu dem unechten ai banchaidenhait MB. XXVJLi, 92. gastaig Klosterneub. n. 152. Heute hört man dtirchgehends in der, ver, zer den a-Laut, meist mit Verschluckung des n Bav. I, 351. Bav. H, 199. Lexer VIII. Schöpf bei Frommann 3, 16. Höfer Volksspr. 72. In Steiermark und Tirol (Unterinnthal) wird auch ba für be —, in den VII comuni ga ftir ge — gesprochen. In dem zweiten tonlos gewordenen Theil von Zusainen-setzimgen ist a ein völlig unechter Laut. Er lälst sich schon im 14. Jahrh. nachweisen. viertal 1330 Schottenst. n. 166. 1492 Oberbair. Arch. XXV, 179. drittal 1493 ebd. 194. — mentlach (menschlich) Ludw. f. 3. elach Fsp. 1006, 4. bmflack Meran. St. 1. — det nütachs 1345 Klosterneub. n. 816. Die heutigen Mundarten haben es ganz ebenso: namentlich in den Substantiven mit -heit. und den Adjectiven mit lieh z. B. Anrät, Worhat, Houzat, Glegngat, Dicknt; öttla, rödla, 'freundla,-güetla, hausla. Doch auch sonst kommt es vor: Pruxttach, Für-tach, Tischtuch = tuoch, Lexer XII; Hirma Herberg, Tdma Tag-werch (Passau). Auch die angelehnten Pronomina haben unechtes a: so im Zillerthal ach filr ich und euch, mach filr mich; ferner allgemeiner gimniar, gibstarsch, gibstnan. §. 8. 9. 22 Erwähnt mag auch das a in umadum (umundum) werden; ich finde es schon bei H. Sachs, z. B. Delphos, Vier Angel-tiigend; jezt ist es allgemein, so wie überhaupt und in stehen den Verbindungen zu ed, ad wird. Eingeschobenes a habe ich in Schriften der jüngeren Zeit selten gefunden: chanappe Parz. G. 647, 27. — tagwerach 1529 Obbair. Arch. XXV, 276. — Heute ist es zwischen r ch deutlich zu hören, z. B. Furacht, fÜrachtn. Die Beziehung des r zu unechtem a zeigt sich überhaupt durchgehends; es löst sich im Auslast gewönlich zu a auf: mi", e", de", Be", obpfälz. Hau' Kar, und obpfälz. auch vor n: Hou'n, Kou'n. Ä § 9. Der Laut, den ä bezeichnet, ist das offene e; ä und e sind nur verschiedene Schriftzeichen. Wir finden geschrieben ae, cb, dann &, e, ä, auch ae, seltener de. Am häufigsten drückt ä (das wir grammatisch von ae, dem Umlaut des ä scheiden) den Umlaut von a aus. So findet es sich in gl. Cass. (caumncli 84) fg. th. (renti 31, 1) Necrol. Petr. z. B. Aechram 17, 12. Aegüperht 42, 22. Aengihcalh 43, 4. Raegindrud 77, 3. Maeginhilt 77,15. Cuerüo 88,34. Aegino 92,4. Aella 105, 7. Weidhu ri 24, 8. Wcernhceri 42, 45; ebenso MB. XXVIIL 2, 61. Hartman a. 788, 58. Aemicho. Deothwri 805. Namentlich beliebt wird es im 12. 13. Jahrh., wie u. a. beweisen Emmer. Schenk., Milst., Vor., Litan., Pfaffenl., gem. Leb., Wemb. Berl. Hs. Auch im 14. Jahrh. brauchen es noch die Urkundenschrciber, z. B. getcknefte. taegleich. tiulhaeftig 1318 Altenburg. n. 127. llartneit Schottenst. n. 140. gaaultich 1819 Klosterncub. n. 179. tm'tzm 1343 Notizbl. 4, 126. iartarge 1340 Schottenst. n. 195. gem-hnift 1355 Notiibl. 4, 319. rmterläehr» 320. glnub-hneßigm 1856 Klostcmcub. n.878. irätld. ütkeher. taelzzen. wtingmrtm 1370 Notizbl. 4, 485. Für e Belege: getcllUt Kaiskr. 12. 5. eiche 1344 Klusternenb. n. 310; beliebt im 15. Jahrli. glnczleieh 1412 Notizb. 4, 12. Ilgen, chlmerlein 1418. ebil. 396. Plncz. PrUnnt-lein 1438 Altenburg n. 37«. tlgleieh. BtrÜwu*. llUlinge.r 1452 Notir.bl. 4.:!. mlrck-lichen. gemlllen. geirlrn 1475 M. Ilabsb. I. 2, 174. uMlen. rItter 1477. ebd. 207 hedhuk 208. slftt 1480. I. 3, 129. Auch den unechten Umlaut (alem. Gr. §§ 12.15) finden wir durch « bezeichnet: Kerhart Pctr. 22, 42. Naotliwrt 45. Hicrttrich 104« MB. XXVIII. 2,212. Laent/ridus Notizbl. 6,303. Swcertztnbach MB. XXXVI. 1,532. Pfa-fenmos 2,19. vocehse (cj.) Litan.220,8. vaernde D. Sp. 38.40.47 u.o. äschcn. tüchenRing 2. gewaschen 3. c. «/•«. 3. d. harp/e g. Rom. 65. 23 § 34. 35.36. Auch « für a aus o ist hierher zu stellen: eärgenant 1868 Schottenst. n. 260. des minjtm 1389 Stubenberger Urk. (Joann. Archiv zu Grit».) § 10. Für die Brechung e ward ebenfalls ä geschrieben, was sich nur aus der früh geöffneten Aussprache dieses ursprünglich engen Lautes erklärt, § 12. 43. Aeparhelm 818/88 MB. XXVIII. 2, 18. aer fg. th. 6, 8. daer 7, 9. 9, 11. aerda 28, 21. 26, 18. aerdlihhiu 20, 22. haerda 9, 2. irdo Emmer. Geh. A. 5, 9. darr Karaj. 36, 20. aerdiikm 6, 16. smmderz Kaiskr. 167, 2. fridebraechtl 461, 9. */"<"'■ 'iml Barl. C. 11, 26. ttnltn 321, 26. tfhen 27, 36. amlb. halfen, galter» 1294 MB. XXXV, 16. whmltiam-ten 17. bargen 19. diaaelben 1804 Schotten?!, n. 97. 98. dasaelbe 1818 Altenbnrg. n. 127. melde n. 128. gaelda 1819 n. 183. mah-dt 1367 Klosterneub. n. 434. — Mit dem Zeichen i: wirre M. Magd. 19. tllch-ter 24*. sprichtn 1844 Klosterneub. n. 810. gachlhen 1477 M. Habsb. I. 2, 207. beellh 1481. I. 3, 92. Auch das irrationale e der Affixe findet sich in älterer Zeit mit ä geschrieben: Cota.eecalc Petr. 16, 9. namieta Phys. 1, 17. midmnau 20. iemmi Karaj. 9,18. niemati Milst. 183, 11. chornstadala Genes. 89, 8. zagale Pfade«'- 167. diemtf Parz. G. 14, 10. geminmert 1816 MB. XXXV, 41. tevrar 1817 Schottenst. n. 186. ambate MB. XXXVI. 1, 33. ietwedaerz 91. lempmer 92. pfii/ner 97. Jinit 2, 47. pamät MB. XXVII, 194. siechat g. Rom. 20. gelittat 84. pwhlch. pirchAch 1455. Notizbl. 4, 144. mbehunmlrt 1475 M. Habsb. I. ?, 176. Ebenso in Präfixen: ka- Dkm. LV. AB. gaulaht Karaj. 94, 7. anullen Dkm. LV, 16. B. da-harn 1291. Wittelsb. Uk. n. 178. E § 11. Unter E vereinigen sich ihrem Ursprung nach verschiedene Laute: die Brechung aus i, der Umlaut aus a, und die aus mannicbfachen Vocalen stammenden irrationalen e. Geschrieben wird aufser ä (§ 9) und e: e, e, e, ee. Ohne Rücksicht auf die Quantität erscheint f im 12 —14. Jahrh. gern ftir e, seltener ist ee, z. B. see Dkm. LV, 9. A. Eenen 1319 Klosterneub. n. 184. een Trient. St. 90. 1) Das gebrochene e hat sich bairisch nach allgemeinem Gesetz entwickelt. Nur einzeln, und darin vom alem. sich scheidend, dessen grofse Neigung hierfür alem. Gr. §§ 14,81.114. dargelegt ist, greift e weiter als im gemeinen Deutsch. So wird scef, sehe/ dem schif vorgezogen, so schon Otfr. F. DI. 8,11.13; ziemlich oft findet sich /ehe: Milst. 120,2. 141,25. Exod. 86,10. Bened. Pr. 28, vereinzelt wertsche/te Haupt 8, 152. Es ist auch auf die im Biter. vorkommenden Reime zwischen i imd e vor zz und ck aufmerksam zu machen, § 13. Stehend ist die Brechung in Iltis: elledie Schm. 1, 44. eltes Megenb. elltatpälg § 11.12. 24 1386 Arch. XXVII, 96; heute bair., österr. elldeis, eltas Schm. a. a. 0. Lexer 148. Auch in dem fremden Fem sei, Pem-stel für Pinsel ist e allgemein. Mehr noch ist die Nürnberger und oberpfalz. Mundart diesem «geneigt: hemel Voc. v. 1432 bei Frommann IV, 297. wemmern (: hemmern) Sachs unterdr. Wahrh. wemert (:jemert) sieben Hauptl. brengen (: Tiengen Fsp. 163,27. : verhengeii Sachs Sieben Anstöfs. breng: gelieng Ayrer 2290, 26. brengen Städtekron. 1, 124.132. prengen Tucher Baub. G3.70.120. Noch heute hat die oberpfalzische mit der Nürnberger und west-böhm. Mundart dieses e vor n und r, ebenso kommt es in Tirol vor, vgl. § 26. Nassl 6. Frommann III, 17. 19. Einen breiten zu e neigenden Klang hat i vor r auch am Lech, Schm. § 274. Im ganzen Gebiet, ausgenommen die Obe -pfalz, wird neb für nit, nicht, gesprochen, so daJ's nit daneben nur in gebildeterem Munde, so wie in Kärnten, Tirol, Oberbaiern erscheint. Stei-risch (Lasnitxfchal) hört man auch met für mit. An der Nab spricht man selbst neck* nix, Bavar. II, 202. Ueber den Widerstand gegen die Brechung § 18. Der Klang des e ist im allgemeinen zu ö geneigt: stöln, Hölm, Gold, göbn, löbn, Schaff, WSda, not, lösn, Pflöger, wögn, zöchn. Schm. § 200. Höfer l'o. Schöpf bei Frommann 3, 20. Lexer IX. Grübel 3, 238. Nassl 6. § 12. Den Widerstand gegen den Umlaut hat §5 behandelt. Indessen ist doch das e aus a auch früh und häufig in der Schrift nachzuweisen: itlidm gl. Cass. 98. telili. rmmilantemo gl. Teg. 14. Impir gl. Cass. 77. zendi 8. leuli 26. nemnhi fg. tli. 51, 10. tennm gl. Mona. 878. .-ndi gl. Cass. 8. lenti 26. ntndimto fg. th. 50, 26. fmtie gl. Hrab. 485. EnkUperU 789. MB. XXVIH. 2, 50. Engilkeri 874 ebd. 2, 69 Frenckin 829 Mcichcll.. I. n. 540. lh-ririh 788 MB. XXVIII. 2, 51. (hmdheri. Werdila 874. 2,69. ptcktrir gl. C.s». 161. ferit fg. th. 9, 12. 19, 19. Scenizaalt 1096/1148 Emmer. Schenk, n. 187. Innt-skeffi gl. Cass. 188. Pletiri>ack 887 MB. XXVIII. 2, 72. chezzm. keein gl. flor. 149. Tkeeeilo trad. I.uniclac. 1. 4. Reetiperc MB. XXVIII. 2, 72. metlokmn gl. Mona. 328. tregit fg. th. 15, 27. ga tregit 43,18. nrtjihn gl. Teg. 189. rw. ehir gl. Teg. 188. rw! nidenlekit gl. Mona. 855. — gueltigute l'salin 186, 11. wmflisle 24, 17. gty lemenet 146, 2. memmiginte 24, 12. grrberet 8, 9. rentier Meran. St. 5. twerze.-tot Megenl). B. 23, 25. gemecltel 1405 Schaltonst, n. 402. Obschon das bairische dem Umlaut des a abgeneigt ist, hat es denselben doch in manchen Worten angenommen, spricht ihn aber dann, wofern es nicht dehnt, wie ö: höbe, Ösl, Gönt, bötmer, Kölbr, Töldr, Jorbn, hörtn u.dgl. Schm. § 134. Schöpf bei Frommann 3, 20. Maister 12. Tschischka 257. Nassl 6. Grübel 3, 238. 25 §12. Vgl. ferner über den Umlaut eigentlich der a- Klasse zugehöriger Masculina im Plural § 339. Wir erwähnen dabei der Eigentümlichkeit, dafs Substan-tiva mit dumpfem a (ä) wenn sie im Plur. und im Compar. Umlaut entwickeln, denselben als ö zeigen, in der Verkleinerung aber reines a haben: Stätt, PI. Statt, Dem. StdÜ. — Bant, Reuter, Bdntl. — käld, Köhln, kältin. Maister 13, Schleicher bei Kuhn Zeitschr. 6, 224. In den alten Denkmälern erscheint zuweilen Umlaut durch unechtes i: nemin (D. Sg.) fg. th. SS, 7. 43, 4. 47, 7. 61,11. 22. 61, 8. tcedin gl. Uons. 367. menkin gl. Emmer. 412. nonategin Dkm. LV, 9. B. In andern Fällen ist wegen des Mangels eines erkennbaren Grundes unechter Umlaut anzusetzen: Kemmuln Petr. 42, 18. Frendun 43, 6. pkerrtr 1802 Gösser Urk. (Joann. Arch. Grits). Cherpko 1248 Heiligenkreuz. n. 109. der Chdrph MB. XXXVI. 2, 281. herpke Pars. G. 628, 23. tutewerze gl. Flor. 148. merze Tegeras. Ar/.n. 12. d. Swerzpach MB. XXXVI. 2, 127. eh (:felt) Sachs klag. Evang. fleuchtn (: reechen) Helbl. 18, 164. — jenwru boi H. Sachs, z. B. jemert: inemert Sieben Hauptlaster — In den häufig gebrauchten Worten tend (sanct), wenn (wanne, wände) 1399 Schotr tenst. n. 384. wenn (wan) Syon 26*. mag blofse Schwächung wirken. — Vgl. auch § 9. Die heutigen Mundarten zeigen den unechten Umlaut in manchen Worten: so allgemein bair. östr. das Elter (öldr), bair. zebeln, kämt, entern, Erge, Epfl und andere Fälle mit entschiedenem o gesprochen, § 26; in Nürnberg und Westböhmen die Singulare die Iländ, Wand, Bank: Frommann zu Grübel 3, 233. Nassl 6. Die ursprünglich ungleiche Aussprache des e der Brechung und des Umlauts scheint sich im 13. Jahrh. ausgeglichen zu haben*), wenigstens sind Reime zwischen e und e, namentlich vor l, st, g, ch bei den bairisch-österreichischen Dichtern damals häufig. kelle: welle w. Gast 11228. Ilelmbr. 1596. Suchenw. 82, 48. ge/elle: tnille w.Gast 11080. : welle 12380. nelmbr. 1234. gefeilet: wellet Krone 5024. keldt ■ »elde Gudr. 448,4. 493,4. Krone 18832. telden: kelden Gudr. 345, 4. 497,4. 743, 4. hllt: ervelt Krone 18591. Karl 8858. Wigam. 8218. Wildon verkehrt. W. 308. Enikel 363. Garel X, 30. : geee.lt Krone 16695. 25267. weit: vertelt Pari. 218, 11. Wh. 250,27. .-/well Karl 1552. .teil Krone 6286. feiten: gelten Suchenw. 41, 59. — ncmen: ichemen Ortn. 9, 4. Wolfd. 276, 4. Tandar. 5165. — rerprihitien : rennen Suchenw. 28, 51. — Keruden; perndrn Suchenw. 8, 188. — ge-hebe: Übe Krone 13018. lebt -.grebt 4971. frebel: nebel Pare. 802, 18. Wh. 258, 30. kebten: webten Suchenw. 36, 66. — edel.-ifdel w. Gast 13850. Suchenw. 41, 1303. *) J. Grimms Ansicht Gr. ls, 139 f. vgl. auch Koberstein Uber die Sprache P. Suchenwirte 1, 20 f. § 12.13. 26 ledig: geredig Suchenw. 24, 12. _ itete: tete Dietr. Fl. 2278. stet: gepet Snchenw. 41, 865. prit:stet 87, 9. gebeten: kete« Dietr. FI. 3952. : steten 5679. fetter: weter Suchenw. 4,31. —niste: beste Wh. 189, 5. leiste: beste Krone 17222. Kurl 1880. Mai 39, 12. : geste Biter. 4432. Gundach. 4170. :feste Krone 3125. Karl 10509. Meier. 9038. bristen: festen Biter. 10251. ieisten : besten Biter. 446. Karl 6035. Holbl. 15, 598. :festen Gudr. 1497, 4. Krone 22809. Karl 4022. -.gesten Gudr. 1150, 4. Otack. c. 9. 120. swester: fester Pari. S76, 21. Krone 17176. Georg 892. — mege:pflege: ege Krone 22618. : wige Frauend. 34, 6. Krone 24912. meg: weg Enik. 312. degrn: gegen Krone 18472. .-legen Biter. 3790. ;megen Tandar. 1722.2560. -.siegen Gudr. 514,2. Krone 28044. GarelTI, 180. Biter. 2969.8753. Raben. 425, 4. Dietr. Fl. 9226. Enik. 362. Suchenw. 8, 199. degene: engegene. Dietr. Fl. 2743. gelegen: regen Suchenw. 41, 67. legen: pflegen Krone. 25465. verpflegen : legen Dietr. Fl. 223. legen: wegen Biter. 5844. : bewegen 934. pflegen : siegen Suchenw. 14, 157. siegen: pflege, w. Gast 10268. gegent :pflegen! Suchenw. 20, 173. pflegende: legende j. Tit. 292, 4. siege: gewige Biter. 12675, Dietr. Fl. 8999. hingegen: wegen Suchenw. 41, 1471. — brechen: swechen w. Gast 8058. sprechen: »wecken 8492. 11804. verspreche: sweche 10520. — sieht reht w. Gaat 7766. rehte.-eht» Parz. 288, 26. Wh. 415, 18. gesteht»: rehte l'arz. 488, 18. 585, 12. 790, 30. Wh. 18, 30. Von Ende des 13. Jahrh. ab erlauben sich österreichische Dichter sogar Keime zwischen e und ae, § 43; über Keime zwischen e und e, «und e. §48. Es hängt diefs mit der Denung des e zusammen, worüber § 48. Das bairische bewahrt übrigens bis heute Kürzen, die im hochd. verloren giengen, z.B. nenvm, f/ebn, lehn, tretn, betn, lögn, mögn. Man findet daher oft tretten, betten gedruckt und geschrieben. § 13. Wir finden e zuweilen als Entartung andrer Vocale. Am häufigsten ist e für o durch ungenaue Aussprache. In der Schrift kommt es nicht häufig vor: elpaum Gundach. 1454. gewendüich Max Jagdb. 38. reckel 10. seliches Archiv XXV, 84. Der Laut ist übrigens nicht breit, Schm. § 325 f., nur im Etsch-thal hört man ganz offenes ä, Frommann 3, 20. — Hierher gehört auch obersteir. dertn, derschtn = dort, vermittelt durch unechten Umlaut dort. e für m vor r findet sich ziemlich allgemein: Gachwer, der/n, nicht selten mit dem r vorschlagendem a: Gschwear, dearfn. Im westböhmisclicn ist es häufiger. Die Vermittelung bildet ö für ü vor r, §25. e für o fand ich mehrmals in eder 1333 Stubenberger Urk. Notizbl. 9, 133 f. 1396 MB. XXXV. 2, 197. In kernen = kommen (inf. partic.) mag e auf körnen zurückgehn, da die An-name des blolscn Ausfalls von w für das Partic. nicht ausreicht. — Zwischen Lech und Isar kommt ein tiefes e für o vor l vor: Geld, Weif, Welkhe = Gold, Wolf, Wolken, Schm. § 321. e für e steht, abgesehen von herre und merre, in weng wenig, vgl. schon wench Parz. G. 20, 26. wenk Geiscnfeld. Pfründ. 28. 27 §17.18. Ring 3'. Auch bei Ayrer kommt es vor, der im Reim jedoch iring braucht. e für l in reter Gundach. 2224. 2228. Vgl. den Reim zwischen e und gekürzten i im Biter. 12504 itewizzen: vermezzem und zwischen i und e ebd. 2160 wizzen: vermezzen, 6462. 10881 gewizzen : cermezzen. Ebenso vor ck: Biter. 10539 ecken: geliehen. Vgl. § 11. «für ei: ember Sumerl. 2, 60. Frauend. 225, 18. emmer 1308 Altenburg. n. 124 und allgemein, Schm. 1, 54. — zwen-zich 1308 Altenburg. n. 135. — enpfetten (: retten Rabenschi. 60, 6. 574,5. enphettet: gebettet Dietr. Fl. 3273.). Nürnbergisch klänner Grübel 3, 230. — Für neues ei (!) in leckt: Nürnb. Krön. 2, 127. Fsp. 790, 18. 805, 26, noch heute kämt, leckt., leck Lexer 174; vgl. auch sed, send § 296. e für ie in nürnberg. verzk geht aufser der Kürzung auf die Trübung des i vor r; in nürnb. nemmeds, niemand, auf e fiir ie (§ 46) zunächst zurück. Von diesen Vorgängen trennen wir unbestimmtes e in tonlosen häufig gebrauchten einsilbigen Worten: der für dar, Pg. u. o. ; tne man, Ps. 118, 87, heute mer; da das; t* als. — men weniger: aitumenzmuntzigüt 1819 Altenburg. n. 116. ainmnaierziguten 1889. n. 206. — ver für, /.. B. rtrUte Gundach. 1259; oberpflUz. rer vor, GrUbel 8, 285 — rer fiir titelhaftes vrd = rrou: ver Preid 1806 Klosterneub. n. 108. t>er Katrein, ner O'eul 1312 Altenburg. n. 114. 116. rer Ursula 1356 Klosterneub. n. 388. meiner hnuteroioen rem Reichkartrn 1306 Altenburg. n. 103. rem Agnereii 1807 Schottengt. n. 107. Vgl. auch Schm. 1, 596. — end e'd, t" und, an Nab und Pegnitz Schm. § 871. Häufig ist irrationales e im zweiten tonlos gewordenen Theil von Compositionen. Für a: iemen priemen) Wigam. 4074. niemen (:riemm) Laber 2, 3. Dietr. Fl. 8696. iernennen Bened. Pr. 161, und heute allgemein bis zur Syncope: eemed, eemt; nemed, m'mt Schm. 1, 8. — aujferttag 1314 MB. XXXV, 35. 1342 Schottenst. n. 207. — Guntketh 9951001. Eminer. Schenk, n. 9. — Heute u. a. wolten Schm. 4, 60 = woltdn, sotten = sotdn, Kirchfert, Nachper, enckel = enhalb, Uere' = Urhab, Aste Waide = Astach Waid ach, Kirte Sunde — Kirchtag, Sunntag. — Auch für o: Heiret, Monet, Leimet, Grünet. Für au: Knoflech 1432 Frommann IV, 291. Für i: niu-eht Milst. 127, 3. u. ö. niteet MF. 8, 12. dreiz- :ech 1292 Klosterneub. n.48. pkennench 1312 Altenburg, n.113__ irieo'l, allgem. § 12.13. 28 Für i: welech Bened. Pr. 158. Heinrech. Ulrech MB. XXXVI. 2, 83. igleches 1312 Altenburg. n. 116. Pilgrem 1369 MB. XXVII, 203. dieset, genet — dis-, gemit Städtekron. 2, 17. Für ei: ohem 1308 Altenburg. n. 106; «wachet Fsp. 6, 31; nachtl 1611 Notizbl. 4, 492. 1620 4, 298; arm Bing 5*. Heute in den Substantiven in -heit gewönlich. Vgl. auch wolfl, Vortl, Arbt, und für neues ei: iewel = ie ein weil Schm. 4, 57. alldwl alle Weil, Luterotti 139. Für o: Fcdlter Schm. 1, 522. Lexer 89; Herrget (Regen) Harget (Vils-Nab) Bav. H, 199. — Für u: Wandlern, Gwantem Schm. 4, 96. 102; über -um = ung § 139. Für uo: Armet, Barfef»: Frommann zu. Grübel 3, 235. Diesem zersetzten e mag auch das aus thematischem^' entstandene angereiht werden, welches die ältesten Denkmäler zeigen; z.B. Arbeo 749:62. Meichelb. I. n.4. Horskeo n.7. Mar-cheo 772. n. 39. WiUeolf 770.81. MB. XXVIH. 2, 6. calasneo 1. Bajuv. XXII, 11. Hilteo 806 Meichelb. n. 145. reinneo gl. Hrab. 838. freideo 2182. umpidarpeo 2270. keltanteo fg. th. 51,18. nergenteo 53,17. hiszea gl. Hrab. 226. rorea fg. th. 5,10. festeom 61,15. liudeon gl. Hrab. 57. anachudeon gl. Melk, süfteot fg. th. 45, 12. caunhliumunteot gl. Hrab. 654. § 14. Bei der Auflösung der Suffix- und Flexionsvocale in nicht blofs tonlose sondern ganz irrationale Laute, welche nach einigem schwanken allgemein mit e bezeichnet wurden, erklärt sich die Unterdrückung derselben leicht, namentlich bei einem so stark zu Kürzungen geneigten Dialect, wie der bairische ist. Eine Beobachtung des Gesetzes von Warung des tonlosen, von Syncope des stummen e ist von Schreibern, die unter dem Einflüsse des Lebens mehr als der Schule stunden, nicht zu erwarten ; und wie noch heute der Baier und Oesterreicher in Endsilben, namentlich vor l und n, den klanglosen Vocal am liebsten nicht schreibt, so Uelsen ihn auch die alten Schreiber gern weg, unbekümmert um Länge oder Kürze der voraus-gehnden Silbe. Die Unechtheit des Lautes ist allen bewust. Wir geben hier Beispiele der Syncope: mgeintilglen Psalm 3G, 24. tropheunge 64, 12. buon»e 78, 11. sechnt. Hehn, gmargngabt 1232 Notizbl. 6, 345. gebm. lebn Syon 41*. gegnt 56. «weite», hünre. mt.lZH MB. XXXVI. 1, 45. liebm. rnrmntn* 1852 Kotizbl. 4, 295. mugn. bringn. ;/ewnim. gettmum. trhreibn. mrchtn u. a. f. 1473 M. Habab. I. 1, 53. leutn. ihumbn. guelm. »Irtnngn 1529 Nutzbl. 8, 267. geiridmbl 1582 Notiibl. 4, 39. circkhl. mandl. »chlüttl 1609 ebd. 226. Otacker reimte unbedenklich das adv. nähen auf Bdin c. 21. 29 §17.18. Besonders unterligt der Vocal des Suffixes ec, ic der Verschweigung; Wolkenstein reimte kung: drung CVI. 8, 3. Vgl. aufserdem heilcheit Psalm 92, 7. heilchmachunge 95, 6; Parz. 6. oft z. B. wench 20, 26. wunchliche 23, 21. minnchlich 23, 25. einch 24, 25. lebendch 119, 7. Aus späterer Zeit: vleizzk g. Rom. 95. fercklich. kunklig Max Jagdb. 6. 26. Aus der heutigen Mundart heben wir die Zahlworte in zic hervor: zwanzk, vierzk, fuchzk. Gefährdet sind die Vocale der leichten Präfixe be und ge. In be schttzt die Betonuug zuweilen den Vocal, der dann auch zu dem alten i zurückkehrt: Bifang, Bihang, biklem Schm. § 212. In den östreichischen Gebirgen, in Steiermark, Kärnten, Tirol lautet das Präfix, sobald es nicht ganz stuinm ist, wie bi\ vgl. dafür aus früheren Zeiten pilaite 1318 Altenburg. n. 127. pysazz 1379 MB. XXVII, 256. pybeissen 1508 Chmel Maximil. 312. Bei gänzlicher Tonlosigkeit verstummt das e völlig; nur tenuis und media schützen es. Aeltere Beispiele: pstuont Dkm. XCV, 27. pfil Dietr. Ausf. 50, 12. pfingen 201, 1. bsorgen. bhielt Ring 14*. 8W. bschau Notizbl. 4, 226; vor Vocal: beinzi-gen (im einzelnen) Otack. c. 368 u. ö. heute bainzig. Vor h tritt entweder völlige Verschmelzung ein: pentekeit (—behend.) w.Gast AD. 8173. 8180. 9722. 9743, oder eine Art Aspiration des b: bhalten, bhend, bhüet, die sogar zu vollem pf führt: pfüet Got, p/alts behalt es! Li dem vor f und h das b sich auch verhärtet, entstehn hier Verbindungen wie pfil (befilhe) Dietr. Ausf. 50, 12. pjingen (befiengen) 201, 1; psorgei», psunder u. d. gl. In ge schwindet das e schon früh vor Vocalen und vor w und n: kepanlifihont. kepanont gl. Ilrab. 219. 220. galtro gl. Teg. 182. ginzihtigoti 219. rw. goßanomes. gopliroten gl. Salisb. 308. gepanotaz 307. guoptaz 311. gnioze 310; in den Wind-berger Ps.: ganten 18, 18. ginmuwen 50, 20. gnesen 19, 10. gneizen 43, 2. gnozscha/t 91, 15. gntdit 71, 7. gwis. gtcirhte 66, 23. ungwizzene 24, 9. gieult 48, 18. greht 66, 33. Auch Genes. Wernh. Maria zeigen die Syncopc meist vor v> und »». Neithart syncopirt in ge nur vor w, Haupt zu Neith. 58, 7; der Stricker besonders vor n und w, doch auch sonst: Bartsch zu Karl LXXXV. Weniger genaue Schreiber lassen das e auch vor andern Konsonanten weg, vgl. u. a. glung Dietr. Ausf. 111, 2. gslofs 1457 Notizbl. 291. gparen Iiiug2. gtorstü. gturnieret'lA. gtrageit8.d. gsel/enU. gstrichen2.b, § 12.13. 30 gstoßen. gschlagen 8. d. Das g verhärtet sich dabei zu hl kndtmez. kndtmezon Dkm. LXXX. selkrät Vintler bei Haupt 9, 91. Namentlich vor h tritt diese Verhärtung durch den folgenden Hauchlaut stark heraus; das h wird aber dabei gewönlich nicht geschrieben: ch&rrent 1310 Altenburg. n. 110. kört Tegerns. Kaiend. Germ. 9, 193. unkorsam 1488 Oberbair. Arch. XXV, 149; holt 1526 ebd. 273. Heute kaltn, kearn, keien, kilb, Kilf, Korseltam = gehalten, gehören, gelieien, gehilb, Gehilfe, Gehorsam. Eine Eigentümlichkeit der Passeier Mundart (Tirol) ist ge-überall voll zu sprechen, Maister 7. Das Präfix f-ir, fer wird vor l sehr früh ganz verkürzt: fldz Dkm. LV, 25. fldzze 28. fldzem 29. fldzzames 30. fldzari gl. Teg. 255. rw.; floran gl. Teg. 74. vloran Salisb. 301. vlwri gl. Teg. 190. rw. vliomri 255. rw. vlornussi gl. Salisb. 305. Bliesen Milst. 30, 20. v 16s 81, 13. vluren 26, 11. flos Genes. 26, 38. fliesen Wemb. 192, 38. flieset 189, 11. vloren Parz. G. 330, 12. dos D. 520, 14. u. a. Auch in dem Präfix (leh- wird der Vocal allmählich verschwiegen: thainen 1334 Altenlmrg. n. 183. Im 15.16. Jahrh. sind dhein, ddiein die gewöhnlichen Formen von dehein. ^ § 15. Die Apocope von e tritt nach allgemeinem Gesetz nach kurzem Stamme auf liquida oder t ein; indessen beachtet das bairische diese Bedingung nicht, sondern stöfst endendes e selbst nach schwerem Stamme ab. In der Deklination (§§ 338 — 340. 342. 345. 348. 350. 351) und Conjugation (§§ 280. 2*86. 293. 307. 309. 310. 313. 316) sind die Belege zu finden, wozu auch Schm. § 217 — 24. 231—33 zu vergleichen ist. Im Anfang des 13. Jahrh. hersch'te diese Apocope schon völlig. Thomasin v. Zirclare, der zwar Friauler aber des österreichischen Dialects ganz kundig war, dann Neithart v. Iieuenthal, Heinrich v. Tür-lein, der Stricker, Ueiubot v. Dorn beweisen es durch ihre Keime. Am Schluls des Jahrhundert zeigt Otacker, wie weit die Steirer unbedenklich kürzten; über den Vorgang bei Suchenwirt s. Koberstein über die Sprache Peter Snchenwirts 1, 53 f. Die Urkunden und andre Schriften des Verkehrs stelui ganz im Einklang damit; es genüge auf die Geisenfelder Pfründenord-nung (13. Jahrh.) zu verweisen: wvrst, 2. spenst 14, auf Wittelsbacher Urk. v. 1290 n. 177. ehauff. gewinn, underwind, das Pfarrkirchner Urbar chws. geit*. hif (MB. XXXVI. 2.) Im bi'soudeiu mag noch der Verkürzung von ze in uiiiuittel- 31 § 34. 35.36. barer Anlenung an du nnd hin gedacht werden, die seit Ende des 13. Jahrh. Regel ist: dato 1290 Wittel*!). Uk. n. 175. Megenb. SS, 34. 108, 29. 134, 29. dutz ze Heran. 8t. 1. dato Allenburch. datz obein Weiden, dazz Prmue, vnd datz Buzendorf. dutz Mulrelt 1814 Altenburg n. 124. datz Stoltenberg, datz Poeeil, dutz Gutmberck, dutz Chietz 1840 Notizbl. 9, 185. dutz »und Johann 1372 ebd. 4, 62. datz den MB. XXXVI. 2, 4. g. Ruin. 88. — hiwz naht Frauend. 367, 1. hintz den MB. XXXVI. 2, 47. § 16. Verschmelzung und Anlenung beruhen auf Syncope und Apocope; in beiden hat das bairische nichts besonderes. Die Verschmelzung erfolgt besonders an der Präposition ze, die sich mit Abwurf ihres Vocals dem regierten Worte vor-stöfst: zanpakte gl. Teg. 179. zartmochanne 241. rw. zerdo 96. zerltiUunnt 186. teruf 182. zimo 180. rw. 241. rw. zingeltame 287. rw. zäbende Joseph 1234. zaller Bened. Pr. 142. zenphäkenne 159. z «Venne 121. ztmer 141. ztimme 159. «in« 160. zim: Aha im Wh. 255, 3. zungeuäden w. Gast A. 1881. zunnitniirn 1877; selbst zden MB. XXXVI. 2, 16. 129. zte» 1309 Altenburg. n. 109 und mit voller Verschmelzung beider Worte zemo = ze demo Dkm. LXXXVII, 36. zero 9. Ueber die Anlenung an da und ze § 15. Noch heute: s' Ingolstadt, z Fuufs, z bei/m, znagng, Bavar. 1, 347. Die Verschmelzung des Artikels mit dem folgenden Wort ist nicht so häufig: dandra gl. Tegerns. 95. rw. daltesten Genes. 83, 38. Joseph 1294. derde Genes. 78, 33. Ueber die heutigen Verhältnisse § 363. f. Verschmelzung der Negation ne: •alt gl. Tegerns. 227. rw. 228. rw. narleitte 228; niet. o.{ neiz aus newtiz. Anlenung von geschwächten Formen des dritten geschlechtigen Personalpronomens, zum grolsen Tlicil mit Verschlingung des Vocals, kann ich bair. aus älterer Zeit nur schwach belegen: im/ Mio gl. Teg. 219. Im 13. Jahrh. blüht sie und erscheint oft im Reim: bater: vater Wh. 264, 21. Otack. c. 16. az er: trazer Wli. 276, 10. eai er "«tzer Otack. c. 129. uat tr:ma»er Uelmbr. 1004. grther:gtiuiz er j. Tit. 202, 2. k" " •• Peter Otack. c. 85. 785. mnht er: tobte,■ Wilh. 187, 4. 250, 26. Dietr. Fl. 2478. nnnd er: einander Otack. c. 7. kund er: benmder Krone 10218. : wmdtr »elbl. 4, 18. betirung er: Vnger Neith. 102, 80. »ark er: zacher Otack. c. 164. _ »in»: zint Wilh. 51, 22. min: (laudiert 16, 4. : Ririert Parz. 682, 17. — baten ■• Hnttuteu Biter. 9050. du« : mm Helbl. 10, 48. — tuot:fuot Neith. 79, 17. mir: •ir« Kindh. 78, 86. ■■ kirz Georg 8117__muotlent: mnitent (genit.) Otack. c. 69. Anlenung von geschwächtem dir brauchen noch Sachs und Ayrer: zu der-.bruder Sachs Tobias u. o. Ayrer 25, 28. u. 5. mitter: ritter Ayrer 1448, 8. In der Volkssprache werden diese Anlenungen geschwächter Pronominalformen allgemein vollzogen: i gib t'r; i sag 'm; gimma'. Die Anlenung von deine, dem an die Präpositionen an, in, § 12.13. 32 von ist gewönlich; es entstehu die Formen aninie, anme, amme, am u. s. w. In gleicher Art verbindet sich -em, -en andern Präpositionen, namentlich uf und zuo. § 17. Den Gegensatz zu der Apocope bildet die Anffl-guug eines unechten e, die in der Conjugation (st. Pt. § 290) und in der Deklination (st. M. N. § 338. 342) sich zeigen. Die folgenden Reimbeispiele belegen auch noch andere Fälle des Vorkommens: hart: z/eure Helinbr. 4S3. jüre:zicüre 792 — leckerte: ble Laber 427, 7. 440, 4. — yeirerle: gerte Wemb. 207, 12. yene (inf.) : ztoiiM Laber 260, 4. — schiere: wirf. w. Gast A. 898. In den heutigen Mundarten ist diese Anfügung nicht ganz unbekannt, wenigstens kommt sie im Ziller- und Pusterthal vor, Schöpf bei Frommann 3, 18. Als Widerspiel der Syncope kann man die Einfügung des unbestimmten Zwischenlautes in Konsonantenverbindungen betrachten. a) im Anlaut: häufig in Theilen der Vorauer Hs. z. ß. pelüt 368,3. benist 9. phelegen 241,1. phelegent 127,8. perinne 364,7. thewulten 205, 22. neue 367, 20. gelas 365, 21. gerunt 364, 12. gertine 14. ehe/eine 365, 20. — Femer: veliehen Parz. G. 599, 7. — dewanch Bened. Pr. 217, 27. dewäch 176, 33. — zewene Kaiskr. 89,18. zewaineec 163, 19. Parz. G. 493,16. zewieil Bened. Pr. 10. zeioeiflich 1528 Notizbl. 8, 191. sewelf 1293 Altenburg. n. 65. — chene/U gl. Emmcr. 1, 406. Parz. G. 523, 30. b) im Iulaut: harewent Ps. 65, 6. surende Parz. D. 90, 15. chereidiaics. steren. Vocab. v. 1432 Froimnann 4, 292. chorcn 294. marekten Wcrnli. A. 2864. e) im Auslaut: l'erehtolt 888. Roth Beitr. 4, 24. in duereh gl. Teg. 227. rw. durch 228. 237. rw. giperehtennaht 242. Churel 1225 Obermünst. Schenk, n. 131. 1290 Alteuburg. n. 50. Karel 1365 MB. XXXV. 2, 116. hargn:faren Karaj. 22, Ii. hören Pfafienl. 15. geren Gundach. 1820. thuren Trient. St. 95. arein, warm Parz. D. 615, 3. forem Trient. St. XXXVIII. wiret Phys. 1, 17. Indem Denung hinzutritt, werden die so entstandenen zweisilbigen Formen sogar im klingenden Reim benuzt: freu: steren Helbl. 11, 15. geren: herren Wolkenst. LXII. 2, 10. terra; hiet-rn (irren: Hirn I Suchenw. 25, 98. tlirm: hirrtt Wölkst. XVII. 3, 2!). »I. dieren : zieren XÜVI. 2, 3. verloren: waren Suchen». 38, 78. raren : sporn 4, 335. geboren ; hören Wulkenst. XVII. 5, 8. dorn: zareu XCVI. 3, t. arm :form Fsp. 1, IB. 33 §17.18. Noch heute ist dieser Zwischenlallt nach r zu hören: Doref, Bereg, Birechn: Schm. § 637. Bav. I, 353. Lexer XII. Vielleicht ist auch in Hanef, Senef das e auf solche Art entstanden, und nicht Rest alten Suffixvocals. I. § 18. Der einfache Urvocal i erleidet Beine älteste und durchgehendste Schmälerung durch die Brechung zu e (§ 11). In einzelnen Fällen, namentlich vor r ist das alte i vom Dialect festgehalten; vgl. auch alem. Gr. §§ 21. 82. 115. hilfti Musp., mhd. hilft seltener als helfe, spUter noch behilf, hilflich Schm. 2, 181. t/ilfe (f.) Otack. c. 328. halpgilt (n.) MB. XXXVI. 1, 8. Schinkel Wolkenst. XXXV. 3,30. Schm. 3,373. Jlirman 1886 MB. XXVII, 299. Urnen Otfr. F. I. 26, 6. lirnet Kaiserkr. 176, 82. Boned. Pr. 117. lirnmge Ps. 49, 18. gelirnig Sachs und noch houte glirnig. Pirhtilo 791 Meichelb. I. n. 103. pirgschaft (Bergsper) Max Jugdb. 14. twirhlingtn Parz. D. 615, 20. sigtln (: terrigel») Wolkenst. XIII. 1, 6. tcihslit gl. Ilrab. 1878. Auch in dem fremden Vituse zeigen bair.-östr. Denkmale oft statt des gemeinen e reines i, vgl. misse: gewisse Dietr. Fl. 356. liehtviisse 1319 Heiligenkreuz. II. n. 63. u. ö.; ebenso chyrbel (eerifolium) 1432 Frommann 4, 295. Die heutigen bairischcn Mundarten haben wenig derartige i; allgemein ist Schnurz, schmirzen (schmiertzet Avrnt. CCXXV.rw.); an der Pegnitz stihln, giren, Hirbst, Lider: Schm. § 206. Frommann zu Grübel 3, 236. In dem allgemeinen kirnen, kirnig, glirnig, girsten bricht der reine Vocal mit Hilfe des Suffixes hervor. Das t in z'immer Erd (zu ebner Erd) Schm. 1, 11 kommt vielleicht auf die Zersetzung des Wortes. Zu erwähnen ist hier, dafs die bairisch - Österreich. Mundarten bis beute der Brechung im 1. Sg. Prs. Ind. der ablautenden Zeitwörter der A-Klasse keinen Eingang gestatteten: ich nimm, gib, triff, brich, sich. Nur in Nürnberg hat sich e meist schou eingedrängt. Wenn man in Tirol i wer, verseht, wert. (Maister 7) hört, so erscheint hier überhaupt das t vor r gefährdet § 11. Ueber die grob mundartliche Brechung von t zu ie, iä, ea §§ 75. 88. 90. Bei dem i für e ist in Betracht zu ziehen, dafs im bairischcn, wie im alemannischen, auch für e namentlich vor r zuweilen t erscheint: suirAn (jurart) 1. Bajnv. I. 16, 12. farsuirotm 1. Bajuv. addit. ad tit. XVIII. (Pertx leg. III, 838 l. niileswirm 1876 MB. XXVII. 232. 239; ytuir MB. ebd. 127. 233. toirmn Sehnt. 4, 155. Wirme l'hys. 2, 35. Haupt 8, 149. : mgthirme WamaoLD, Balr. Gramm. 3. § 18. 19. 34 Krone 17188. virm Tand. 44, 82. Enik. 280. : gehirm Otack. e. 881. trwirmen Haupt 8, 152. tchwirmerey Sachs ungl. Kind. Evas. betchirn (: führ») Ayrer 1475, 28. Mirbot 1884 MB. XXVÜ, 281. bidirbe Hilst. 84, 8. 69, 22. 78, 10. Mirtein 1888 Klosternenb. n. 278. kirczen 1881 MB. XXVII, 265. 1460 ebd. 441. minnitke Kaiskr. 155, 25. Die heutigen Mundarten kennen einzelne solche i, vor r meist mit Denung, z. B. Kürzen; wirken, wirksam; Mirzen; kämt. Irge, Lexer 8; bair. sinlich Schm. 3, 253; das allgemein im Dia^ lect verbreitete Stingl (Stengel) kommt schon ahd. neben stengel vor. Am reichsten kommt dieses i im oberpfalzischen vor: Ihln (Elle), verzihln, verzihrn, bschirn, firti, Pilz, vring, tcinger, Rid, ridn, Kitn, Gabitt, Isel, glisern, gigen, ligen, Gewicht-, sogar mit Verdumpfung: Schlug, Schlügerei; führt ~ Schläge, fährt: Schm. § 206. 138. Bav. II. 200. Frommann zu Grtlbel 3, 236. Die Iglauer Mundart (Mähren) hat es vor r, das dabei gewönlich sich vocalisch auflöst: irwer (x'me'), mirkn (mCkn), I'btal (Erbteil), Irwl (Aermel) Noe bei Frommann 5, 204. § 19. Die Mundart liebt ü offen zu sprechen; daher finden wir schon früh (12. 13. Jahrh.) i für ü geschrieben: limilicke Entekr. 125, 30. tyllen Max Jagdb. 14. hiltzm 1598 Archiv XXXI, 297; hiliern ebd. XXV, 87. dgnner Manch. Bauordn. 28. auf kindtlich 1614 Archiv XXXI, 252. rirsten Kaiskr. 528, 20. Jirbai 1860 Schottenst. n. 26». ipigklich Klostcmeub. Lied. VI. daryber 1650 Schlager 1889, 318. ybrigen 1656 Oberbair. Arch. XXV, 341. echued 1598 Arch. XXXV, 337. glicklich. zichtig 1608 Notizbl. 4, 823. Dazu die Keime: flühtic: pjlihüc j. Tit 812, 1. pflihtt: diuhte Laber 166, 8. tpürn: gekirn Otacker c. 45. geführt: verwirrt Aventin C. ii. Ueber m für i § 33. Auf Grund des oberpfölz. (nürnberg.) ü für 5 hat diese Mundart auch «' für ö: Kipf, hifiieh, Vigl, Schm. § 327; an der Nab und Vils mit nachschlagendem e: Kiepf, hießich, Viegl ebd. 328. Ueber die Denung des t handelt § 51. Ein schwaches Gegenstück gibt die Verkürzung von i. Am häufigsten geschieht sie in den Adjectiven in -lieh; ferner in den mit -rieh komponirten Namen *): Dietrich: dich Biter. 7957. :ich Dietr. Fl. 8098. Biter. 8696. .- mich 7858. Haben. 184, 4. Dietr. Fl. 2924. ,-iich Biter. 8062. Ermrich; ich Dietr. Fl. 2412. Haidenrick 1803 Altenburg. n. 94. Eigentümlich ist im neutr. erbrich die bair. östr. Verkürzung des i: so zeigt es sich in den Trienter Stat. LXVII. Ins-bruck. Fs. 60. 139. 146. feiner bei Herberstein und Sachs. *) Die Verkürzung seheint mir hier durch die Geschichte des -rieh so deutlich, dal« ich Beim zwischen i und • in diesem Falle nicht zugebe. 35 § 34. 35.36. Dieser reimt erdtrich: dich, ungleiche Kinder Evä, :sich, Eigennutz. In Tirol wird Erdr' gesprochen, Schöpf Idiot. 108; vgl. auch Schm. 1, 104. Verkürzung in Ijudwic: sie Suchenw. 15, 107. Doch dauert die Länge daneben fort, wie Ludeteeig, 14. Jahrh. oft, beweist. Die Verkleinerung Im wird ofit lin und len, an Oberammer, Nab, Pegnitz le~, Schm. § 286. Das adjectivische Suffix -in geht im allgemeinen zu -ein über, doch dauert auch gekürztes ■in daneben fort, und lebt noch rein in Kärnten und im Etsch-thal: Lexer X. Schöpf bei Frommann 3, 19. Bekanntlich verdünnt sich in manchen Worten ie zu i: so wird immer, nimmer aus iemer, niemer. Auch im bairischen hört man neben dem diphthongischen iuma', niama': immer, nimmer, nimme; ebenso neben niender, neandert: ninder; so reimt schon Laber 514, 1 ninder: hinder, Suchenwirt 31, 109 ninder : winder. Syncope des i begegnet häufig in den Ordinalzahlen in -igist, z. B. zwaintzgist 1325 Schottenst. n. 154. dreizkint 1332 Notizbl. 4, 101. viertzgist 1340 Schottenst. n. 195. fumfczgvtt 1350 n. 237. »echtzkist 1360 n. 270 u. s. w. § 20. Irrationales t finden wir in Bildungen und Flexionen an Stelle des gemeinen e in älteren Schriften auch des bairischen Gebietes, namentlich im 12. 13. Jahrb., entwickelt. In den heutigen Mundarten tritt es nicht liberal] deutlich heraus; ziemlich kennbar hört man es in Kärnten, Lexer IX; in Tirol und Oberpfalz beschränkt es sich mehr auf die Adjectiv-flexionen, Schöpf bei Frommann 3, 19. Grübel 3, 236; ebenso in Oesterreich und Stcier. Dieses irrationale t zeigt sich auch in tonlosen einsilbigen Worten, wie min Physiol. 1,18 = man, dir = dar, wo e häufiger ist. Ebenso im zweiten Thcil von Zusammensetzungen: auffirt-tag 1380 MB. XXVII, 262. 1387 ebd. 303. mittichen (Mitwoch) 1308 Altenburg. n. 105. 1332 Notizbl. 4, 100. 1415 ebd. 9, 300 weiter verstümmelt zu Mitche, Alirhe, Mitke, Mikte Schm. 2, 651. Aus den heutigen Mundarten sind hier namentlich zu erwähnen: die Zusammensetzungen mit -tac: tig, besonders in Tirol, Unter-kärnten und im Drauthal; ferner mit -lach in Leilirh, Frommann 3, 18. Grübel 3, 236; mit -fang im bair. Bifing Schm. § 120, mit tuoch in kärnt.-tirol.: Fürtich, PruMtich, Tüchtich Lexer XII. Luterotti 283, mit boj in Kniebifs Schm. 2, 367. 3- § 20. 21. 36 Das Suffix ung schwächt sich oberpfälzisch zu -ing: Acht ing, Hoffining, Rechning Schm. § 364. Gräbel 3, 236; suffigirtes euch nttrubergisch zu ich, 'ch Grübel 3, 236. Das i ist in allen diesen Fällen dem irrationalen e ganz nah verwant. Sehr häufig bezeichnen die bairischen Schreiber den Zwischenlaut in einer Konsonantenverbindung durch t: Aolteste Belege: diwingen Bened. Pr. 52. ziuuschiliz 51.— gilivii gl. Möns. 828. Jirtiligo gl. Teg. 240. rw. rernmlih Ps. 105, 18. waliget Phyn. 2, 38. wer Ute 1, 17. Charilnum 1058 Meichelb. I. n. 1247. Engiipirin Petr. 12, 7. Meripirin 78, 28. haripka gl. Möns. 888. gibirigi Otfr. F. III. 8, 8. Utlmpirich Meichelb. I. n. 196. (c. 805). Kundpiric c. 980. n. 1018. purigi gl. Möns. 831. dvrih gl. Teg. 240. rw. starichi gl. Salisb. 800. I'erichta c. 1090. Meichelb. I. n. 1268. Berichtolt 1141. n. 1817. virierchineti gl. Möns. 874. Jüngere: ziwtlf Entekr. 107, 19. — halif Otack. 667. b. swelif bair. Landfr. 1281. pclige Tundal. 54, 10. pelig 1487 Arch. XXVII, 144. galig Fsp. Nchl. 249, 23. voligt bair. Landfr. v. 1281. nachvolig Lndw. 1. rw. chalich 1361 Schottenst. n. 246. martchalich 1290 Altenburg. n. 50. 1862 Klosterneub. n. 346. vernealich Kaiakr. 268, 6. enphtlichen. enpholichen Arch. XXVII, 81. enpjilicht 1412 Ntzbl. 4, 11. enpfalick g. Rom. 76. enpkullich Trient. St. 61. beviligt Tucher Baub. 39. 42. nüllich (: willig) Sachs unnütz. Thier, dollich 1598. Arch. XXXI, 829. — fmiften 1805 Klosterneub. n. 97. mnniwenten 1821 Heiligenkreuz. II. n. 75. 1392 n. 325. amiwend 1432 Frommann 4, 292. phingitlieoche 1816 Altenburg. n. 126 — Churinperch 1100/89 MF. 229 f. aribail. eribtait 1290 Wit-tvlsb. Uk. n. 175. gmrib MB. XXXVI. 3, 183. eribe 1838 Klosterneub. n. 274. ttarib. warib Otack. 24. b. 20. a. charib (Korb) 1482 Frommann 4, 294. stirib 1336 Altenburg. n. 187. gewerif w. Gast A. 1287. wirif 8171. arig Syon 47. b. 1305 Altenburg. u. 97. Marigrtt ebd. Marigarete 1869 Schottenst. n. 290. be-mriglen 1356 Klosterneub. n. 878. perig 1388 ebd. n. 274. Stvbmberigk 1480 Notizbl. 9, 342. echerigen bair. I.andfr. y. 1281. gepirig 1538 Notizbl. 4, 818. porig MB. XXXVI, 286. puritor 1292 Klosterneub. n. 48. ickerigen bair. Landfr. v. 1281. ckaricher w. Gast A. 5363. marick 1830 Schottenst. n. 163. Marickart 1856 Klosterneub. n. 878. tlarick 1432. Frommann 4, 295. Eriklan 1318 Schottenst. n. 140 u. o. Eritag 1315 Klosterneub. n. 163. 1874 Altenburg. n. 288. verich 1856 Klosterneub. n. 878. l'erikt 1827 n. 229 n. o. werkhen 1296 Klosterneub. n. 59. wärichen 1385 n. 259. geworicht 1356 ebd. n.873. voriht Otack. 16. a. durich bair. Landfr. v. 1281. 1322 Altenburg. n. 150. durichel w. Gast A. 1921. Auch die jetzigen bair. Mundarten kennen dieses Zwischen -t nach » und vornemlich nach r: Faribn, stanbn, gestoribn, Hörist, Moring; auslautendes g oder ch fallt gewönlich ab: Biri (Gebirg), duri. In der Oberpfalz ist es auch nach l häufig: Kelich, Schölich, Scholüc, namentlich zwischen l und ng (=gen): Galing, foling Bavar. II, 204. Frommann zu Grübel 3, 245. Uebcr i für r § 162. lieber die Mouillirung von l, die bis zu i führt § 158. O. § 21. Das echte kurze o ist Brechung von u. Der bairische Dialect spricht es, wo es rein bleibt, scharf und offen; gefährdet wird es durch Verderbnifs zu a (§6), zu u (§ 27) durch 37 § 21. 22. Denung (§55) und damit verbundene Diphthongisirung zu oa § 97, ou 102, ua 106. Ueber den Umlaut in 5 § 25. Vor n und r, aber auch vor andern Konsonanten, sehen wir im bairischen das o über das gewönlichc Mals entwickelt: erfüllet Stricker Frauenehre 1289. polzi (pultet) gl. Teg. 16. holden: vergolden Daniel 96. b. mgoltich 1292 Klosterneub. n. 48. erfolt.-wolt Otack. c. 91. gedglt: erholt Wilh. 281, 11. verscholl: holt Wildon verkehrt. W. 836. — vernomen :fromen Daniel 1. b. gefromen: bennmen Karl 1279. rhomftich 1291 Altenburg. n. 67--konig Bair. Freili. ll Arch. XXVII, 74. MB. XXXV. 2, 296. 846. Fsp. 76, 6. unrecht Trient. St. 161. vergönnen 1460 MB. XXXV. 2, 846. znekonft, konftig im 16. 18. Jahrh. häufig, z. B. bair. Freih. 106. Notizbl. 4, 484. 8, 809.° Oberbuir. Arch. XXV, 874. urckonde. pfänden Arch. XXVII, 74. Contrit Petr. 40, 44. ckonte (incendit) Benod. Pr. 118. aponstoti (cj.) gl. Teg. 282. gonst bair. Freih. 7. Obbair. Arch. XXV, 837. — worma gl. Teg. 260. knrn: gesworn Ainis 721. erkorn : verlorn Karl 6846. torn: zorn Daniel 40. tone: verlorne 96. a. zornte Kaiskr. 84,3. antworte:porte w. Gast 9166. .- Worte 9313. gegenwärtig 1298 Altenburg. n. 66. worgen: borgen Labor 821, 7. dorch, dor 1847 Altenburg. n. 226. 280__ chopher Litanei 220, 6. :opher Amis 421. — logen: geflogen Daniel 63. a. iocho-din (d. sg.) gl. Teg. 19. rw. trohtm Dkm. LXXVI f. LXXXII u. 8. Heute läfst sich dieses o für gemeines u namentlich vor Liquiden (n, r) beobachten, so im tirol. Jon ff, gtronkn Frommann 3, 19. oberpfiilz. morren, schnorren, Worm, Gort, horti, Worzl, dorschti u. s. w. Bav. II, 203. Grübet 3, 237. Nassl 7. In Kärnten erscheint es vereinzelt, Lexer X. Die tonlosen nor, zo für nur, zu, kommen auf Rechnung des Tonmangels. Verwant diesem o für u ist das o in frontlich M. Ilabsb. L 2, 206. bair. Freih. 77. frontschaft Notizbl. 7, 204. Fsp. 996,11 indem hier Kürzung von frunt = friunt vorausgeht; noch weiter geht die Zersetzung in fr antschaft 1432 Frommann 4, 289. Auch das o in aigenthomb 1644 Obbair. Arch. XXV, 335. aigenthomb-lich 1643 ebd. 334, 1696 ebd. 356 gehört hierher: u aus uo, wie in Conradus (1186 MB. XXIX. 2, 36 u. o.) im 15. Jahrh. auch deutsch häufig Konrat z. B. MB. XXVH. 2,118. XXXV. 2, 346. 351. 444. Entartende Verkürzungen erfolgten in och = auch, z. : doch Parz. 1,29. :noch 577, 18. ferner in loffo (histrio, loffun gl. Möns. 377) brutloft Bened. Pr. 141. Rabenschi. R. 143 (TJeber-schrift), in loff = lief, geloffen § 277. § 22. Eine reiche Quelle des unechten o ist die Neigung des bairischen a sich zu verdumpfen. Wir können sie durch die Jahrhunderte verfolgen, wobei wir von den allgemein deutschen Fällen (toi. holen, von. geicon. dort) absehen. Den Kitesten schriftlichen Beleg gibt for=far in fg. th., z. B. forbrihhit 6,11. forlaazan 8, 9. forleosnn 6, 1. forlorta 19, 16. forlornissa 46. 18. fomeldet 81, 16. forrtat 81, 27 u.i. w., ebenso gl. Melk, forprohha». fordukent. forslisem. §22. 38 Vgl. ferner: ionoltrei gl. Teg. 262. rw. Ololt 1834 Klosterneub. n. 258. 015er 1350 Schottenst. n. 288. 1856 Altenburg. n. 245. Olhaid 1402 MB. XXVII, 123. Smitztol ebd. XXXVI. 2, 41. zolgulden Herberst. 280. aide Litan. 220, 2. Pars. 6. 438,18.21. 484, 9. polditten 1529 Notizbl. 8, 266. haistolt MB. XXXVI. 2, 99. uinvoltichleich 1334 Notizbl. 4, 101. aynfaltig Ludwig 9. rw. opfolter MB. XXXVI. 2, 275. tachwoldampt 2, 570. geholten 1608 Notizbl. 4, 322. — fromiden Psalm 17, 51 u. 5. vertomblnng 1608 Notizbl. 4, 324. — daran Max Jagdb. 12. furon 1475 M. Ilnb9b. I. 2, 230. an: ton Ayrer 812, IS. 16. »ton: thän Sachs Schöpfung Tl. zymermon 1493 Obbair. Arch. XXV, 196. man: ton Ayrer 818, 15. ermonen im 14 — 17. Jahrh. bairisch Kegel, z. B. 1452 Notizbl. 4, 4. 1529 8, 266. bair. Freih. 60: tchonen Sachs Samarit. ermont 1857 Schottenst. n. 258. gemont 1399 n. 885. gmondt 1475 M. Habsb. I. 2, 230. ermonung 1478 ebd. 469: btywonnng Sachs Ehr Uber Wollust, monir Avent. IV. rw. pontäding. ponfridt 17. Jahrh. Arch. XXV, 43. nachton: hewnwn Sachs Ceres : nation Theologia. wo» 1311 Altenburg, n. 118. 1322 n. 142. Bing 8. b. thron 1476 M. Habab. I. 2, 239. gewonhait 1324 Altenburg. n. 160. — doron Max Jagdb. 12. tchorlachcn 10. gor 1305 Altenburg. n. 98. 1885 MB. XXVII, 292. mortchalich 1824 Altenburg. n. 160. flortmeh 1305 n. 98. Wort 1318 n. 127. Ilerwort 1811 n. 113. vertporn 1839 Klosterneub. n. 277. korner 1418 Schottenst. n. 430. wornung 1468 Mellyn. XV. bedarf 1310 Schottenst. n. 111. worrf MB. XXVII. 128. auffortag 1869 Ntzbl. 9, 171. gorten 1342 Schottenst. n. 211. Sworzenbnrr.h 1817 MB. XXVII, 90. ttoreb Max Jagdb. 14. — hoben, gehobt 1608 Notizbl. 4, 328.824. hon (inf.) : krön Sachs Nachred. hon (1. pl.) 1323 Steir. Mitth. IX, 238. opfolter MB. XXXVI. 2, 275. — hat 1293 Altenburg. n. 65. 1323 Steir. Mitth. IX, 238. Trient. St. 17. 21: tod Sachs Ritt. m. getr. Hund, motlpawm 1482 Frommann 4, 297. — gewöhnet Ps. 82, 4. oht 1290 Wittelsb. Uk. 177 u. o. olite 1297 Altenburg. Ii. 78. ohtzehen 1300 Altenburg. n. 85. ohzik 1285 Wittelab. Uk. 158. geohttet MB. XXXVI. 2, 68. Weinac.hten 1317 MB. XXVII, 91. betrohtn Mai A. 108, 20. ungelorhen : achten Wolkenet. LXVII. 2, 13. wohn Psalm 67, ?. 96,5. wollten 118, 9. widerwohten: ohten Haupt 8, 151. gehöhten Mai A. 197, 3. Wir sebn demnach vorzüglich die Liquida von verdumpfen-der Wirkung auf a. Heute ist dieselbe Neigung über das ganze Gebiet nachzuweisen; am allgemeinsten äufert sie sich an der Donau, am Unterinn und Regen, in den übrigen Gegenden namentlich vor l und einfacher Consonanz: Schm. §§ 108. 111. 112. Höfer 59. Tscliischka 255. Castelli 3. Schöpf bei Frommann 3, 15. Mai-ster 5. Lexer VIII. Bavar. II, 197. Grfibel 3, 237. Nassl 5. Die Grenze zwischen d und vollem o ist schwer zu ziehen. Wirkliches o hört man besonders vor l, m, n und vor einfachem Consonanten im Unterinnthal (Frommann 3, 15. 19), im Mera-ner Burggrafenamt und um Bötzen (Maister 5. Lutterotti 277 ff.), auch zwischen Böhmer- und bairischen Wald (Bavar. I, 357) und oft in der Oberpfalz und Nürnberg (Bav. II, 197. Gräbel 3, 237). Adjectiva mit die&cm n erweitern es bei antretender Flexion zu ä, vgl. old, dlda. In Oberpfalz und Nürnberg, sowie in Westböhmen ist dabei gcwönlich Denung erfolgt (a.a.O. und Nassl 8). Kurz blieben im Nürnbergischen nur wenig 39 § 23. 24. Worte: vo, tcos, worum, wozu gekürztes unbetontes jo (ja) kommt. Frommann bei Grübel 3, 238. § 23. Allgemein geht o aus auslautendem thematischem w hervor, wie in seo, hleo, melo, garo u. s. w.; selbst inlautend findet sich gl. Hrab. 87 saloer = salwer. Bekannt ist ferner die Verschmelzung von ua, we:o, so chom, chot = chvcam, chwat, choden = chweden, chone = chwena dazu chonele (Milst. 9,11) = chwenele, cholcn hotten — chwelen. Vgl. schon 1. Baj. I. 14, 15 suezchol — sweizchweli-, ferner kolde: wolde Krone 11156. choleten Karaj. 23, 12. holten :wol-ten Servat. 1767. Krone 19068. Siehe auch chotemper = qualemptr 1300 Altenbnig. n.87. Geisenfeld.FfHlnd.il. 1805 Klosterneub. n. 97. kolttmber Tucher Baub. 86. SSQ. ckottemmer 1865 Schottenst. n. 380. chotember 1469 Altenburg. n. 437. — ckorder = rhwerder vgl. kor. der: vorder Servat. 639. — choch = ckwec: ekokeken Phys. 2, 83. chochprwme» Tund. 64, 46. koektilbtr Kaiskr. 114, 25. chochtilber 1482 Frommann 4, 292. Für blofses e ist o nicht sicher aus älterer Zeit zu belegen: chominate Parz. G. 561, 21. 572, 15. schofmul (= schef-mül) 1430 MB. XXXV. 2, 301 f. scheinen mir nicht zuverlässig. Doch kommen heute einige Tauschfalle zwischen e und o vor: Schrocka (Passau), ploggazn (kärnt. Drauthal, Lexer 32). Im alemannischen sind sie häufiger: alem. Gr. §§ 25. 83. 116. § 24. Als unbestimmter Laut der Sprofssilben erscheint o nicht so häufig wie e und i, indessen setzen es die alten Schreiber zuweilen, wobei öfter auf u zurückzugehn ist: abo Phys. 1, 20. 21. nipo gl. Teg. 219. wnnio Dkm. XC, 76. — ekol Sumarl. 25, 35. gepol gl. Möns. 829. Imolrlch Petr. 9, 27. Suuaruagol 19, 9. napolo gl. Teg. 68. etafol 223. wektol 229. zadol 18. rw. mrfzapol 248. zutfoli Dkm. LXI, 18. mzmrolmtlik Is. 1. verölt Dkm. LXXXII, 9. 21. gl. Teg. 229. rw. — nronti gl. Teg. 112. mammonti 68. rw. iugont Neith. R. 34, 17. Erlongrskmen Berchtesgad. Schenk, n. 124. — Epor Petr. 88, 4. Eparettal 777 MB. XXVIII. 2, 198. tnidor Otfr. F. II. 11, 27. ehevore gl. Teg. 200. rw. o/ 111 u: neu gl. Hrab. 2440. fg. th. 15, 16. Ferner verschmelzen zu u WO: teula fg. th. 17, 6. inkaruta gl. Hrab. 1182. incaruter 1188. churter Psalm 67, 89 (quarter 94, 12). Hierzn auch nun (neiran) Dietr. Fl. A. 29 u. o. und zalreiche Belege Schm. 2, 698 f. U!i:chuechet Bencd. Pr. 172. chuchunter Haupt 8,123. erkuket Kaiskr. 276,8. ckucekte Tundal. 57, 3. irchucte l'hyx. 2, 23. erbuhte (.-drukte) Scrvat. 1846. derckucht Ludw. 10. chukchen. derehukehmg Voc. v. 1482, Frommann 4, 297. §31. In Bildungssilben erscheint u nicht selten. Dem Dialect ist das Ptc. Prs. in -vnt sehr genem, §§ 289. 312; ferner -unt. in dbunt, z. B. : wunt Biter. 3612. 9241. Dietr. Fl. 9687. ze dbunde Genes. 82, 13. dbtmde : ungesunde Raben. 429, 5. dbunden:erfunden Gudr. 376, 4. Außerdem einzelnes: fadum gl. Hrab. 1880. piltum 1462. rubun 1299 Altonburg. n. 80. zeichun Dkm'. XC, 19. witub Münch. Str. 124. 307. 1419 MB. XXXV. 2, 282. — Liu-butla 1006/28 Emmer. Schenk, n. 23. nivnzugiit 1297 MB. XXIX. 2, 590. — ttoruh gl. Teg. 192. rw. Im verstümmelten zweiten Theil von Zusammensetzungen ist mir u sehr selten begegnet: talung bair. Freih. 20. tolung 1385 MB. XXVII, 293. Als Bezeichnung eines dunkeln Lautes tonloser Präfixe ist w nicht selten gewält worden: puhaphta gl. Teg. 88. mugin. mrbiuchriben. wuleib 1834 Altenburg. n. 188. — guleten, gupürd, gubetrn, gubanhait, gugtben, guhnben, guhoert, gmlift 1829. 1886 Schottenst. n. 161. 184. gugehen. gupvrt. gunanler. guzeug 1834 Altenburg. n. 188. gugeben 1847. 1364 n. 224. 265. gutpreehen 1877 n. 294. furieerden w. Gast 9657. 10701. rurdacht, rurgich. vurtazt. tursigell 1824 Melly Siegelkuude 88. rurdacht, curtnegt 1347 Altenbuig. n. 226. unzuprochen 1331 Altenburg. n. 183. Als Zwischenlaut kam es nicht sehr auf, ist auch auf Stämme in ur beschränkt: 45 § 23. 24. duruft Dkm. LV, 6.26.80. Ekkcknnpuruc Kozroh 122. Otpurnck 806 Meichelb. I. 11.122. Ratpur uc c. 810. l). 256. Reganapnruc. Salzpuruc. Slrdzpuruc gl. Wosaobr. 98. Puruckardu* 906 MB. XXVIII. 1, 140. tcuructa gl. Teg. 58. rw. durah gl. Hrab. 1824. Muap. Ü. § 32. Der Umlaut des u, ü, entsteht im allgemeinen seit dem 12. Jahrh.; frühere Vorläufer tauchen hervor in Uuzüemo fg. th. 17, 7. Uucilu 31, 13. yparmuotemo gl. Teg. 187. Bei allem widerstreben (§29) setzt er sich doch im Dialect ziemlich fest, wenigstens die Schreiber des 13.14. Jahrh. geben ihn oft, wobei die Zeichen iu, v, ue, üe, y keinen Zweifel zu lassen, z. B. Mai. fimfiu. migr.n MB. XXXVI. 2, 14. tili tu. frtr 1, 438. tremUclten 522. Chvenigmt 489. ttvebich 524. inter 1294 MB. XXXV, 14. /«er. gepuertle 1290 Altenburg. n. 50. j'imßich. münze 1316 Klosteraoub. n. 166. mvitte 1814 Altenburg. n. 122. tchüellen n. 123. fnertten. gepirde 1338 Notizbl. 4, 101. dynner Mtlnch. Bauordn. 28. Bis zur Unechtheit ausgedehnt zeigt sich dieses ü nicht ganz selten: frvim 1314 Altenburg. n. 122. J'rim 1850 Schottenst. 11. 234. vertack 1328 Hohcnflirt. n. 73. erfinden 1352 Schottenst. n. 246. fntz 1290 Wittelsbach. Uk. n. 175. Dsp. 18. Oerinek 1316 Klosterneub. n. 166. jing. fndrimg 1367 n. 433. Neunhirch 1352 n. 846. Pirckhauten 1863 n. 417. rentericinden. renter. ckvemen. vrehvend. gepeerd 1361 Ilohenlurt. n. 111. Zu diesem unechten Umlaut hat der Dialect noch heute namentlich vor » ziemlich allgemein Neigung, z. B. ünt, unter, Unter, vgl. Schm. § 368. Lexer X; am aiisgedentesten im Zillerthal, in Stubai und Dux, Frommann 3, 21. Luterotti 148 ff. Die Aussprache dieses ü ist durchgehend wie i § 19, und bei Denung wie ». Wirkliches ü für den Umlaut von u hört man sehr selten; im untern Innthal soll es vorkommen, Frommann 3, 18. Auf die Denung des ü wirkten namentlich n und r ein. Sie war schon im 13. Jahrh. vorgeschritten, wie die Reime zwischen ü und tu § 95, zwischen ü und üe § 109, beweisen. § 33. Aus dem u für o (§28) erklären sich die ü für ö, welche sich im 15. Jahrh. zuweilen finden: getpirnder Herberat. 220. irirter g. Rom. 115. geftgel g. Rum. 166. An der Pegnitz treffen wir heute dieses ü, das natürlich offen wie i geworden ist: »chtcürn, hü/li, Ü/n, Küpf, Vügl, Rvgn Schm. § 327. Grübel 3, 242. Vgl. i für e § 18. Im tirolischen Stubai, das unechte Umlaute liebt, hört man auch vün für von, Luterotti 143. Häufig seit dem 16. Jahrh. ward »7 für i geschrieben. tnlker 1614 Arch. XXXI, 256. tcküldi 1618 ebd. 306. hätjf bair. Freih. 185 § 33.34. Notizbl. 4, 227. hüelff 1688 Schlug» 1842, 78. — stümb 1614 Arch. XXXI, 249. — hüngüben GrtLz. Priv. u. 16. prännen Tucher Baub. 117. erschümen 1688 Notizbl. 4,862. befündenten 16S7 ebd. 361. befündten MB. XXXTI. 2, S. IV. Aniii. hün-ternuß Grilz. Privil. n. 8. Mündern 1609 Notizbl. 4, 227. minder 186. mnn-dern 1706 ebd. 871. sündf Graz. IV. n. 15. wünndtmühl 1675 Ntzbl. 4, 184. ioür, würdet 1609 ebd. 224. hautwärt. würdig 1676 ebd. 186. langicürig 227. schürmb 1614 Arch. XXXI, 258. kürchprobst ebd. 249. kürchendiener 1653 Obbair. Arch. XXV, 839. würgkhimg 1682 Notizbl. 8, 882. _ geschrüben Grilz. l'riv. n. 16. viechtrüb, vertrüben 1608 Notizbl. 7, 184. tmvergräffenlich Grilz. Pr. n. 16. stüff-tmg 1656 Obbair. Arch. XXV, 841. jäfften 1598 ebd. 256. sätten 1706 Notizbl. 4, 368. »litten 1618 Arch. XXXI, 820. »Oxet Grttz. Pr. n. 16. tpüfs Arch. XXXI, 805. wüschen Ring 8. — tprüehwart Bing 19 d. weitiehüehtig 1756 Notizbl. 5, 13. Wir tilgen noch die auf i fllr ie «ich gründenden dünen 1614 Arch. XXXI, 248. 263. thürn 1618 ebd. 305 hinzu. Im heutigen Dialect hört man dieses ü für i vorzüglich vor cerebral gesprochenem h rül, sbült, mütd, Mü/ch; doch auch vor r, namentlich am Lech und Inn, Schm. § 274. Frommann 3, 20; und auch vor teh: frisch, Luterotti 33 f. 2. Lange Vocale d.ce, d.ut — i.S — ü, o.ce. A § 34. Die einfache Länge der .4-K lasse wird in allen ältesten Denkmälern des bairischeu durch d gegeben; auf welchen Zeitraum sich das vorausgegangene e beschränkte, wissen wir nicht. Im 2. Jahrh. n. Chr. hatten die Markomannen bereits d, im dritten ist es für die Quaden belegt*). Schriftzeichen der Länge sind einfaches, accentuirtes und circumflectirtes a, ferner in alter Zeit aa und aha. Im 12. Jahrh. hebt d unter folgendem « in te umzulauten an, §42. Indessen dringt der Umlaut keineswegs durch, wie die Keime schlagend beweisen: undanenäm : getan w. Gast 14367. genäm s »eltsam Otack. c. 896. ungenämen :Kimm w. Gast 14885. undanenämen :sinnen 14889. — prrdigär: gar w. Gaat 8762. twärrn: wären Neith. 68, 4. beswärn: Volehmarn Otack. c. 892. : warn c. 208. gebärd: wart c. 63. betwärt: hart c. 214. : wart c. 23. 367. beswärte :färte Krone 17024. — gab (pt. cj.) : raub Teichner Ls. 231, 113. — hat (2. pt. sg.) :stat Otack. c. 439. gesät: hat Syon 81. stät ladj.) :rät w. Gast 1357. : ge.tät 1984. missetäl 209. räz : daz Otack. c. 407. :naz c. 384. besäz (pt. cj.) :gellät c. 686. — läge : frage j. Tit. 1385, 4. tr&g: Prag Otack. c. 788. rersmäch (pt. cj.) : näch c. 369. versmähen : nähen Gudr. 89, 8. : sähen 46, 4. nähste: gälmtr. Krone 5668. Die heutigen bair. Mundarten sind dem o> entschieden abgeneigt und brauchen dafür fast ohne Ausname a, ein reines helles a, das den Unterschied zu dem nicht umlautfahigen dum- *l BdAX'ifiieEpio« Exc. leg. p. 124. ed. Bonnens. Tatoß^apoc Dio 77, 20. Künitisch kommt vor spite, iteh Lexer X. 47 § 34. 35.36. pfen a allerdings genau herausstellt: also bdn, drän, sän; hui, ndm, war, schwär, Schär; gdb; spät, at&t-, die Plur. Drät, Ndt, Rät; las, gdch, wach (waehe), stdchlan; ebenso nach vorausge-gangner Denung die Plur. Amtar, St&nd, Bäch. In einigen Worten erfolgte Kürzung des d = ce: rafs, nagst (§7). Schm. § 124. Lexer X. Frommann 3, 89. Maister 13. Nassl 4. — Im vorigen Jahrhundert, auch zuweilen noch in diesem (so bei dem oberösterreichischen Dichter Maurus Lindermaier) schrieb und druckte man ä für das reine lange a, wobei die Punkte nicht den Umlaut bezeichnen solten. § 35. Den oben behandelten Fall ausgenommen neigt sich das bairische « in der Aussprache zu o; nur die vincentinischen und veronesischen Deutschen sprechen durch italienischen Einflufs es rein, eimbr. Wb. 37. In einigen Landschaften hört man reines o für d § 56, zuweilen sogar u § 63; über au für ä § 71. Zu bemerkeu bleibt, dafs der Dialect den Uebergang von ä zu o in den gemeindeutschen wo, Dole, Strom, one, Argwon, Mond, Monat, Docht nicht vollzieht, sondern hier d (wenn auch dumpf) behauptet. Demgemäß zeigen die Schriften der Ueber-gangszeit hier gewönlich ai wo Nttrnb. Pol. 27. Max Jagdb. 80. Avent. XXXI. taa 1831 Altenburg. n. 174. maryber 1698 Notiibl. 8, 436. — wasserttram 1460 MB. XXXV. 2, 361; vgl. Schm. 3, 684. — an 1390 Schottenst. n. 360. 1894 n. 864. ahn 1678 Notiibl. 8, 410. — mautag 1408 Altenburg. n. 888. 1470 MB. XXXV. 2, 886. manet XUrnb. Chr. II, 16. 217. brachmaud Tucher Baub. 270. Auch in den Worten in pura mit thematischem w bewahrt der Dialect das d: cldd Voc. v. 1432 Frommann 4, 299. bläb, grober, laber = Klaue, blau, grauer, lauer; ebenso Pfdbm, Pf am = Pfau. Im oberpfalzischen so wie im Inn- und Zillerthal wird hier 6 gesprochen. § 36. Bedeutenden Zuwachs erhält das lange a durch die Denung der alten Kürze, die namentlich vor einfacher Con-sonanz gewaltig um sich griff. Dieses neue a theilt alle Geschicke des alten in Bezug des Lautwandels. Die Reime beweisen, dals der bairische Dialect diese Denung im 13. Jahrh. vorzüglich in einsilbigen Worten vor Liquida, demnächst vor ch (h), t, c (g) schon stark entwickelt hatte. *) Schon ans dem reinen & in Grat ergibt lieh dem kundigen, dar« der gebildete Deutsche Graz iu sprechen hat, wtthrend der steirisehe Bauer mit seinem «rd» völlig im Kechte ist. §36. 48 Am meisten Schutz gaben die Labiale; vor f tritt sogar Verkürzung des alten ä ein. Denung zweisilbiger Worte ist im Anfang des 13. Jahrh. übrigens auch bereits nachzuweisen. „l:äl Krone 19688. : gemäl Mai 13, 20. : stäl Enik. 888. fal: nwl Teichner La. 85, 244. : quäl Wölkst. Gill. 2, 6. hal: twäl Otack. e. 736. 221. schal: mäl Otack. c. 41. tucal: mal Winsbeke 27, 7. twal: mal Neith. 30, 81. Krone 14067. Teichnor Ls. 67, 120. : gemäl Mai 41, 22. : quäl Suchenw. 24, 176. :zal Neith. 28, 83. Kai: kardinal Ilelbl. 7, 1016. : gemäl Gundach. 4804. .- mäl Teiehner Ls. 85, 244. Snchenw. 8, 189. :itäl Dietr. Fl. 8828. : ticül Otack. c. 550. Walken: enphälhen c. 119. kam: ström Krone 12838. uum:räm Wilh. 248, 8. . rayäm Pari. 261, 4. : säm Otack. c. 11. str&m Krone 20541. : getäu Wigam. 4522. mitesam:sträm Krone 810. echam: säm Koloez. Cod. 98, 58. Suchenw. 25, 235. zamikräm Suchcnir. 41, 17. lichameu : nämeii Karl 4168.10816. namen: kirnen Krone 621. quämen: namen: namen ebd. 568. namen: gerämen 1713. benamen: kämen Ilelbl. 2, 860. an: gün Winsbeke 2, 4. Mai 72, 24. Teiehner Ls. 57, 80. :län Krone 2457. Mai 26, 56. 401, 20. rrerlän Enik. 837. :pltin Enikcl 387. :sän Otack. c. 89. •• stän Ilelbl. 1, 810. : getan Frauend. 7, 12. 57, 24. Krone 18006. Mai 61, 80. Wigam. 863. Gundach. 4686. Otack. c. 771. ;tn 1» Ilelbl. 2,1114. Enikel 858. Garel I, 129. Suchenw. 5, 98. im'm: gün : an Krauend. 80, 28. anen: änen Otack. c. 64. ban: understän Teichner Ls. 209, 64. bran: gelän Pari. 245, 4. dan : An w. Gast 3442. .- lau Gudr. 87, 2. Frauend. 824, 26. Mai 18, 16. plan Pari. 718,21. :tdn 274,14. :stän Fruuen.1.23,82. : gelän Willi. 427, lfi. Freuend. 19,19. Krone 18680. Biter. 11883. Gundach. 526. 2258. dran.-erlän Mai 74, IC. gan : län Meier. 94. getan 1656. hegun: gän Gudr. 1824, 2. : rrrlün 629, 4. .-«in Biter. 8104. : gelän Biter. 3826.5552. Meier. 6172. kttn: län w. Gast 34. Fraucnb. 697, 24. Mai 15,10. : getan Krauend. 16, 4. Meier. 1544. Helbl. 7, 204. .- wän w. Gast 2530. Winsbeke 15,1. Krone 2953. man.-ein Otack. c. 23. :gän Gudr. 1829, 2. Woll'dict. 23, 1. Wigam. 8864. Teiehner Ls. 57, 20. :kän Porz. 2, 6. Mai 2,80. ilän Krone 10341. Krauenb. 604, 14. Ortnit 88, 4. Otack. c. 770. : gelän Suchenw. 1,9. : kastelän Willi. 128, 3. :plän Meier. 1518.8170. Uiter. 8092. :sän Parz. 88, 10. 76, 10. 278, 24. 274, 6. 276, 6. 717,2. Meier. 6178. : stän Helbl. 2,1468. : beetän Meier. 8124. : getan Parz. 20, 10. 126, 10. 225, 4. 719, 20. Krane 24608. Frauend. 9, 12. Krauenb. 597, 30. Helbl. 1, 126. Ortnit 171, 2. Garel 1, 68. 8. Raben. 283, 4. Enik. 327. Otack. c. 770. : iran Teichner Ls. 62,6. ran:getän Enik. 859. versau.- län Biter. 3694. :getin Krone 6694. vür-tpan.-sän Parz. 143, 2. : hau Dietr. Fl. 55. u. o. ge.tcan: erlän Parz. 586, 80. .-rerlän Krone 7968. :getäu Freuend. 49, 18. 123, 82. fanen:äntn Enik. 286. _ banden: münden Otack. c. 129. erkunden: verwänden Mai 218, 6. landen: wänden Wilh. 425, 10. Otack. c. 62. laut:stünt c. 778. sanl. änt c. 77. ar:jür JUngl. 228. : war w.Gast 10504. bar.-jär Ilelbl. 2, 1180. gebar :fär Meier. 148. .- jär Otack. c. 20. : klär Wölkst. CI. 2, 17. dar: für Teichner Ls. 58, 20. : här w. Gast 2274. .-jiir Helbl. 2, 252. 1100. Wolfdiet. 26, 1. : klär Wilh. 126, 16. Ernst 178. Meier. 1162. 5192. Wigam. 869. .-inlr Krone 4757. 10343. 20465. Frauend. 116, 2. Krauenb. 598, 12. Mai 198, 82. Meier. 290. Helbl. 4, 42. Dietr. Fl. 3054. Raben. 48, 4. far -.jär Krone 14626. gefar : offenbar Freuend. 224, 28. : jär Gnndach. 541. : klär Enikel 298. : twär Enik. 8,242. : wär Kuben. 621, 4. ritenfar: wär Wildon. M. S. H. 1, 848. gar: offen-bär Keith. 87, 86. : här Krone 5845. 17553. Wolfd. 501, 4. Dietr. Fl. 9907. Raben. 879, 4. Enik. 882. :jär Neith. 87, 33. w. Gast 3876. Krone 8678. Freuend. 2, 1. 120, 10. Mai 18, 26. Helmbr. 256. Ilelbl. 4, 72. Biter. 12023. Dietr. Fl. 278. . klär Meier. 4248. 5146. Garel I, 177. ;icär w. Gast 1000. 2674. Freuend. 1, 10. 9, 22. 47, 81. 114, 4- Fraucnb. 604, 16. Mai 218, 24. Wolfd. 19ö, 4. 269, 2. Dietr. Fl. 1287. Ortnit 6194. Helbl. 1, 1051. Enik. 262. Gnndach. 2257. : zwar Enik. 253. 275. 332. nar :jär Helbl. 5, 8. parijAr 49 §36. Suchenw. 6, 105. schar: nffenbär Helbl. 7, 888. :jär Teichner La. 223, 22. :wär Dietr. Fl. 1787. Raben. 231, 4. getar: offenbär Neith. 14, 83. : här 37, 31. :jär Wolfd. 234, 4. Kar: här Dietr. Fl. 4281. Suchenw. 7, 130. : jär Helbl. 2, 1502. klär Meier. 1142. beirar:gebär Culocz. 110,507. gewar: här Fraucnd.224,20. am: warn Krone 18489 Mai 41, 80. barn:klärn Otack. c. 10. : wärn c. 704. Jarn: järn c. 117. 592. : wärn Krone 8716. Otack. c. 165. 704. er/nrn : ßrn Enik. 1, 182. gefarn:wärn Teichner La. 143, 98. sparn:järn Krone 30038. bewarn: geburn w. Gut 214. :färn Krone 1267. hart: beiwärt Otack. c. 354. wart: betmärt c. 592. 815. bewart :färt Helbl. 2, 684. : betwärt Krone 20345. harte: gebärte Otack. c.589. bewarft: fürte Krone 7566. zarte: gebärte Mai 188, 8. garten: beswärten Otack. c. 830. tcharten : gebarten Mai 119, 8. swarten: gebärten Otack. c. 81. widerwarten:fArten c. 11. urbart:firt c. 256. ab: gib Suchenw. 11, 223. hab : gib Teichner La. 67, 166. haben: gäben Otack. c. 295. taf: gräf Otack. c. 109. getraf: tträf Teichner L«. 89, 64. aßen: getläfen *) Suchenw. 30, 105. klaffen: vertläfen Teichner La. 58, 24. pfaffen: enttläfen 149, 90. tchaffen : tchäfen w. Gaat 6918. : tträf en Teichner Li. 52, 106. 229, 80. : wäfen 160, 28. Otack. c. 733. ungeschaffen: wäfen Suchenw. 37, 42. klaffet: tträf et 28, 43. tträf t: hanttchaft Tcichner La. 69, 68. -.Imttchaß 209, 14. tünthaft : vertläft 283, 88. bade: genäde Helbl. 3, 100. Teichner La. 66, 44. bader: mäder Jüngl. 610. geladen: genäden Teichner La. 86, 42. entladen: genäden Otack. c. 610. schaden : genäden Laber 170, 3. Otack. c. 49. zadtl:nädel Tundal. 53, 13. bat: drät Otack. c. 64.419. :rüt Krone 22418. Emst 288. Mai 15, 12. 78, 6. Otack. c. 19. :ttät Frauend. 57, 12. : tät Krone 3090. mat: wät Suchenw. 9, 31. pfat: genäd 26, 8. rat: wät Dietr. Fl. 8886. sekat: gät Helbl. 2, 1240. ttat: drät Enik. 254. 275. 335. Otack. c. 294. 733. 771. igit Dietr. FL 4341. :hät Neith. 15, 30. 82, 35. ; lät Raben. 311, 4. Otack. c. 49. :rät Frauend. 36, 16. 328, 26. Dietr. Fl. 270. Raben. 177, 4 u. o. Helbl. 2, 310. 1472. 7, 50. Enik. 886. Gundach. 40. Teichner La. 53, 16. Suchcnw. 29, 247. : sät, Helbl. 2, 300. : tät Mai 10, 22. Gundach. 8258. Otack. c. 829. Teichner La. 86, 28. : wät Gundach. 1024. Otack. c. 830. trat: hät Neith. 60, 29. :müt 62, 28. :rät Helbl. 1,1041. 15,712. Wate: dräte Dietr. Fl. 6778. taten : täten Kronu 481. sehnten : taten Otack. c. 813. ttaten:bäten c. 166. gettaten: beraten c. 293. 466. fater : dräter c. 42. 418. bat: geläz Willi. 249, 4. : mäz Tcichner L». 61, 24. daz : antläz Helbl. 7, 1030. , : wäz Frauend. 668, 28. faz: läz Suchenw. 24, 220. fraz : underläz Servat. 2966. haz : gäz Mai 219, 18. s läz Otack. c. 179. Tcichner Ls. 208, 94. las: gäz Suchenw. 8, 201. maz: sträz Krone 14220. rermaz: räi Otack. c. 818. -naz : rät c. 834. saz:gäz Willi. 277, 12. Krone 18629. Meier. 1252. -.mäz Otack. c. 111. :sträz c. 570. : wäz Wilh. 144, 6. kaze: läze Laber 237, 3. fazeu : läzen Suchcnw. 34, 58. kazen:läzen Laber 183, 4. Suchenw. 25, 327. :mäzen Parz. 427, 80. wat: ät Otack. c. 708. fatt: allernätt Otack. c. 441. gatt:lätt Mai 161,40. klag: mäg Otack. c. 11. mag:frag Suchenw. 14, 311. Wolkenat. XXVI, 333. lac: mär Dietr. Fl. 9487. Otack. c. 22. :pflac.: wät Krone 17260. : wäc Wilh. 485, 16. Dietr. Fl. 1899. Tcichner La. 86, 84. 231. 116. pßac:mäc Otack. c.770. tlac : mäc Wilh. 441, 24. : wäc Teichner La. 59, 6. tac : wär Otack. c. 843. Suchenw. 8, 121. Tcichner La. 85, 104. bewae: mäc Otack. c. 89. — klage: he-träge Helbl. 5, 2. tage -.enwäge Krone 5402. jagen : nagen 24678. klagen : mögen Otack. c. 890. nagen : lägen c. 813. sagen: betrügen w. Gast 2536. Otack. c. 5. 20. dtrslagen: fragen Teichner La. 209, 64. tagen :fragen Otack. c. 127. : lägen c. 65. 815. : mögen c. 12. tragen :pßägen Helbl. 8, 454. Otack. c. 261. getragen: frir gen Teichner La. 57, 78. tragen : pßägen Otack. c.705. tagt: beträgt w. Gaat 1648. •) Die hentige Mundart verkürzt <4 vor / wirklich. Wimbold, Bair. Grann. 4 § 36.37. 50 pack: gäch Suchenir. 8, 27. irack: glich Frauend. 87, 4. jach mäch Parz. i08, 8. näch: gäch : geschach: jach Neith. 21, 6. gemach: gäch Helbl. 1,94. •■«äch Mai 183, 12. Diotr. Fl. 4817. Raben. 1026, 4. Otack. c. 772. Gundach. 1684. Teichner La. 85,58. tack (causam): näch Krone 26418. sack (vidit): gäch Meier. 4232. Raben. 803, 4. Otack. c. 18. mäch Parz. 287, 28. 555, 12. 669,12. Wilh. 440, 22. Mai 61, 10. Meier. 264. Helbl. 7, 217. Haben. 496, 4. Wigam. 4624. Gnn-dach. 1280. Otack. c. 770. Suchenir. 11, 6. geschach: gäch Meier. 9748. Dietr. FL 8261. Uliick Winsbeke 18, 6. Wigam. 816. Helbl. 2,662. 8,88. 4, 640. : räch Otack. c. 9. 788. ; sprach Otack. c. 778. sprach : gäch Mai 73, 88. Haben. 69,4. 882,4. .-näch Parz. 716, 16. Frauend. 4, 14. Mai 1, 28. Moler. 296. 1618. Garel III, 72. Helbl. 4, 88. 7, 188. Haben. 186, 4. Teichner La. 58, 82. : räch Otack. c. 550. : smäch c. 738. stach: gäck Raben. 962, 4. suchen: sprächen Otack. c. 439. tlwahen: gähen Helbl. 8, 68. slahtn: gäben 7, 948. Otack. c. 209. aht: bräkt Melcr. 8006. Enik. 262. : gedülit Helbl. 2, 1464. braht: gediht Otack. c. 4. be-dakt: bräkt Mai 41, 20. fallt: brüht Wilh. 117, 4. : gedäkt Krone 6562. maht : bräkt Mai 85, 20. Meier. 6020. Dietr. Fl. 5974. Gundach. 4797. :gedäkt Ortnit 133, 2. Otack. c. 42. naht: bräkt Parz. 638, 13. Wilh. 126, 1. Frauend. 518, 4. Ortn. 260, 2. Gundach. 1286. : bedäht Parz. 127, 12. 868, 8. 412, 28. 624, 10. Frauend. 361, 80. : gedäkt Dietr. Fl. 1765. Haben. 585, 4. Meier. 1498. Helbl. 4, 524. Enik. 8, 820. : undäkt Gundach. 8824. : gäkt Otack. c. 772. Suchenir. 4,235. :genäkt Helbl. 1,122. :c«WiA< Suchenw. 40, 115. slakt: andüht Krone 686. gestallt: bräkt Tcichner Ls. 62, 21. : gedäkt Meier. 8054. eneaht: andäht Mai 205, 12. ahten: fähten Otack. c. 166. Die Zahl der heute erhaltenen alten kurzen a vor einfachem Kousouanten ist sehr gering, § 7, aber auch vor doppelter und verbundener Liquida ist die Kürze sehr gefährdet, z. B. an Donau, Inn, Regen, Nab, Pegnitz Arm, hart, Gärtn, sanft, ganz, läng Schm. § 115. 116; dabei schlägt dem a ein unbestimmter e-artiger Laut nach. Kärut. Homer, Hdnd, Pom Lexer VIII, in der Tepler Mundart Polch (Balg) Nassl 4, in der Iglauer ITdml, Ami, gsdmle Frommann 5, 205. Vor ch tritt die Denung auch ein, z.B. allgemein Ache, Bach, Zacher, hier und da (Meran) auch Sucher (carex); an der Nab Nacht, Flachs (Schm. § 117). Auch vor z, j: Platz, atzen, Fdfs. Im allgemeinen gilt die Regel, dafs alle hochdeutsch geschärften Silben im Dialect gedehnt werden. § 37. Gering ist gegen die Denung die Zusammenziehung, welche durch Consonantenausstofs und Stärkung des Stamm-a durch die Zeitdauer der verschlungenen Endsilbe einige d hervorbringt. Am frühsten und häufigsten geschieht diefs auch bairisch in der Silbe aha, ahe z. B. mAl, ticäl, slAn, fdn. Ueber die Zusammeuziehung in haben § 319. Aus age wird & in zhl = zaget, z. B. zdgel: gezal Krone 13246. Merkwürdig ist die Zusnmmenziebung von tagen im Reim zer-gän: tan Enik. 308. 51 § 34. 35.36. §38. Unter den Reihen der unechten & ist die zal-reichste das &, welches für o durch offene Aussprache entstund; vgl. auch a für o § 6. Die österreichischen Dichter vom Ende des 13. Jahrh. reimen unbedenklich ä (langes und gedehntes) mit o, und die Schreiber des 14. Jahrh. setzen gradezu a für o. klä :fr6 Helbl. 7,400.—gemalt: galt Helbl. 7,346__kam: nehm Wigam. 160__ chör: war Otack. c. 485. laben: gäben Helbl. 4,862. : Swäben 805. — gr&f-.hof Hnlbl. 8, 352. : bitchnf 2, 886. hove: gräve 2, 912. hat: gol Helbl. 5, 95. :Ut 6,24. rit: darcknät Wigam. 1565. chleinät :pnt Otack. c. 349. :dräl c. 770. : hat 760. :rät c. 872. : stat c. 762. dräte-.ge-wä/enäte Enik. 846. a. — grunz : besät (cj. pt) Otack. c. 636. gröz : lax 772. träge: »gnagogt Helbl. 2, 1182. magzoge: beträge 7, 1166. herzogen: wäge» 4, 886. 692. voget: gefräget 8, 1116. h/ich: sack Enik. 826. Aus jüngerer Zeit: tan: län, pan Wölkst. XXIX. 2, 12. tan: län Fsp. 43, 6. tar (tär) twär Pichler 104. rat (rät) : stat 106. chleinät: trat H. Sachs Judith, grafs : nafs Pichler 107. was:sckäfs Fsp. 994, 26. eupßqch:nach Schmeltzl Jnd. C. ij. rw. Belege aufser dem Reim: twa Vor. 278, 15. MB. XXXVI. 1, 14. 54. vgl. § 258. sa 1376 Notizbl. 4, 653. ramisch Frommann 4, 293. schan 1825 Ilohenftirt. n. 72. vranpoten DSp. 87. franbot 1430 Obbair. Arch. XXIII, 818. franpot 1504 BIB. XXXV. 2, 448. lan 1479 M. Habsb. I. 8, 860. g. Horn. 163. geharrt 1338 Hohenf. 8. 393. Uirenczen 1468 Altenburg. n. 426. rar 1432 Frommann 4, 291. — brabsteg 1508 Chmel. Maxim. 307. — chlainad. chlainaden 1292 Notizbl. 6, 346. klainat 1462 MR. XXXV. 2, 864. Nllnib. Pol. 78. natt. schratgadem M. Habsb. I. 8, 345. aufschrattn Arch. XXV, 86. natdnrft 1811 Altenbuig. n. 113. tad 1380 Schottenst. n. 237. grazzer 1867 Hohcnfurt. n. 124. grasztn. genazzen Mnrgr. 188. gross, schau, bestassen 1432 Frommann 4, 291. 293. 297. ßas (ßöz) Trient. St. 75. chlaster 1811 Altenbmg. n. 118. las 1861 Notizbl. 4, 279. 294. Chmel Maxim. 403. lasent M. Ilahsh. I. 3, 346. Rosenberger 1408 Arch. XXXIV, 288. — Ilahrnfurt 1366 Hohenfurt. n. 123. hahenmarcht 1362 Schottens!, n. 275. kacken Chmei Maxim. 495. ffockenlach 1395. Schottenst. n. 365. la (Ith) 1490 Obbair. Arch. XXV, 160.169. czach Ludw. 9. Die heutigen bairisch- österreichischen Mundarten haben sämtlich den Zug, sowol das alte aus ou verengte o, als gedehntes o, nach a hin zu öffnen. Es entsteht dadurch der Zwi-schenlaut a, seltner der wirkliche Diphthong oa § 97, in einigen Gegenden auch ein ziemlich reines «, so um Passau, in Oesterreich ob der Ens; namentlich folgendes n wirkt darauf, z. B. Ränl, Kran, Um, schon. Ueber ä' § 68. § 39. In einigen Worten ist <1 für t durch Einflufs des folgenden r entstanden: 'benhäre Milst. 114, 2'.). kärt:wart Suchenw. 14, 171 . zart 18, 29. gekört: fart Suchenw. 3, 119. 13, 219 .-gespart Wiener Merf. 247. bekärt.-part, gesrhart Wolkenst. XXIX. 1, 20. rerkärt: wart CXIX. 1, 12. gelärf.art Wölkst. XXIX. 1. 26 .- Gerhart OUck. c. 361. garten: gelärten Pichler 158, 4. Es ist an a für e zu erinnern, das die heutigen Mundarten 4* §36. 52 oft vor r haben, § 6, wobei Denung mit unterläuft, z. B. drau-thalisch bläht (Lexer 31, zu blerren) oststeir. Gä'tn, Gerte. Fester und allgemeiner ist A für aim, die Aussprache di hat zu dieser Yerenguug hinübergeführt. Ein Reim wie entweich: sprach Teichner Ls 53, 23 beweist, wie stark dieses ä in der österreichischen Mundart des 14. Jahrh. entwickelt war. Ein sehr altes Beispiel ist Pagiri Petr. 85, 33. 49 (§ 1. Anm. 2.). Vgl. ferner: twa 1822 Schottenst. n. 147. aer 1531 Notizbl. 8, 309. kam Kaiskr. 122, 9. hönigiam 1432 Frommann 4, 298. haiigen 1306 Altcnb. n. 99. gmaneleieh 1802 n. 92. Kaban (Gawciii) 1899. Schlager 1846, 96. Pratauich 1276. Altenburg n. 26. erwatm 1427 Stttdtekr. 2, 17. Dratkircken 12/18. Jh. Sitzber. 13, 171. frascte Kaiskr. 117, 82. Altcnb. n. 122. reblackel Kaiskr. 369, 16. Sämmtliche Mundarten unseres Gebietes haben heute dieses & für ai, doch ist es in reinerem oder dumpferem Ton verschieden. Helles d für ai hört man in den niederösterreichischen Städten vor m, n, /«; durchgehends herscht es in der Iglauer Mundart, Frommann 5, 205; in der Regel in Kärnten, Lexer XI; in dem Tiroler Eggcntlial, Paznaun, Pusterthal, Frommann 3, 89; an der Pegnitz vor sämmtlichen Lingualen (l, n eingeschlossen), vor den Labialen und einzeln vor g, Schm. § 140. Grübel 3, 230. Dumpfer, oft mit einem vocalischen Nachschlage, tönt es im grösten Theil von Altbaiern, auch im bairischcu "Wald, an Vils und Nab, namentlich vor Lingualen, aber auch viel vor / und ch. Schm. §§ 143. f. 146. f. Ueber oa für ai § 96. Verkürztes a für ai erwähnt § 7, den Umlaut desselben in ea § 75. Aus der ai-artigen Aussprache von du (öu) erklärt sich dafs die bairisclicn Mundarten auch a. für altes öu haben: so oberpfälziseh und iglauisch llä, Strä, Bavar. H, 201. Nassl 5. Frommann 5, 205. Bei den Plur. Pdm, Trdm, inf. trdmn, den Subst. Käfer, Läfer, Stdbl, die in Tirol, Kärnten, Stcicr, Oberpfalz vorkommen, ebenso bei dem oberpfälz. Kndl, kann zweifelhaft sein, ob hier nicht d = uniimgelautetein au ist: Lexer XII. Frommann 3, 89. 5, 205. Maister 14. Grübel 3, 229. Nassl 5. Auf demselben Wege durch ai hindurch sind die einzelnen a für eu — iu zu erklären, die sich vor l und n finden. Ziemlich verbreitet ist Äl, Äla Eule; an Nab und Vils Bdln Beule, nah' neulich, Schm. § 24(5; bnirisch Frd'd, lid'ti nan = niun niwan. Schm. § 251. Schm. 2, 704. ir f 7 53 § 50.51.52. § 40. Ffir altes au ist d seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrh. mit Sicherheit nachzuweisen: ttän: zoum Tandar. 8398. zoum: dan Wigam. 3294. chämen: ijoumtn Otack. c. SOG. alte : erhübe Laber 80, 4. urloub : gäb (cj.) Otack. c. 119. 204. 209. 260. 868. 874. 396. 707. 780. vrlab 1898 MB. XXXV. 2, 209. gäben: erlauben Otack. c. 126. 210. 281 : gelouben c. 729. Vgl. ferner die Teichncrschen Reime boum : chäm (cj.) E. 73. a. : gemim A. 54. a. (Karajan 17) gäb-.roub La. 281, 114. gäben : rauben La 229, 76. lauft: iläft C. 104. a. D. 141. b. äffen ; raufen A. 22. b. Öfit: verkauft La 223, 82. «JcA (cj.) ; ouck A. 63. b. Wolkenstcin reimt junkfrä : krä LXX. 1,4; II. Sachs im Cyrus tram:»cham; bnm: alsam.— Andre Belege sind fra Ring 14. d. Korea. Turga. Lintzkha. Alga Herberst. 88. 102. Nordga. Iltga. Schmegnaga Avent. X. zum Anzeig. 6, 198. itram 1480 M. Habsb. I. 8, 142. 1625 Notizbl. 6, 266. gam. tram. pam Wölkst. XXXIV, 8. tarn Max Jagdb. 20. hapt Ludwig 12. vrlab Stromer 76, 26. Nümb. Kr. II, 849. Anzeig. 8, 67. erlabt Chmel Max 495. ach 494. rackvankch 1881 Notizbl. 9, 216. weyrach Kloster-neub. Lied. n. 35. Stromer 100, 28. H. Sachs. Die heutigen Mundarten haben ä sowol ftlr das alte au (ou), als für das neue (w), was sich aus dem überwiegenden a-Ele-ment in dem Diphthongen erklärt. Helles A für altes au hört man namentlich vor Labialen in Altbaiern, am Regen, an Nab, Fegnitz, Tepel, in Oesterreich (samt Iglau), Steiermark, Kärnten, im Pnsterthal, Etschthal, Unter-innthal: Schm. § 171. Bav. H, 199. Grübel 3, 229. Nassl 5. Höfer 60. Frommann 3, 89. 5, 205. Lexer XI. Maister 10. Dumpfes d am Lech, au der Ammer und Oberloisach; breites oa in den österreichischen Manhartsvierteln, Castelli 255. Helles d für neues au liört man fast in allen Worten am Böhmerwald und an der Schwarzach, Schm. § 157. Bavar. II, 199; vor l und den Labialen an Nab, Vils, Pegnitz, Tepel: Schm. § 158. Grübel 3, 230. Nassl 5; nur vor l und 7» in Altbaiern Schm. § 159; in einzelnen Worten auch in Kärnten und Stcier; vor den Dentalen mit dunkelin Laut am Oberregen, Schm. § 161. — Ueber verkürztes a — au § 7. § 41. Wir finden auch a für uo : Ityematen 1290. Altenhurg n. 50. pietam 1432 Frommann 4, 292. kan Klesl nach Scioppius (German. XI, 322). tän (inf.) : mau Otack. c. 739, häufiger im 16. Jahrh. than : an Sachs Griselda. Epitaph. Luther. Avrer 78, 9. Schmeltzl Lobspr. 1112. : han Ayrer 20, 23. 1336,14. : in» 1844, 85. •• Inn Fsp. 124. 27. :van 77, 26. :man Sachs Tobias u. o. Avrer 1160, 11. : nieman Weitenfeld. 284. : •tahn 83; vgl. auch Dietr. Ausf. 302, 6. Nilmh. Kr. II, 128. 259. — than (8. pL) ■ an AyTCr 41, 16. :han Schmeltzl Lobspr. 160. Vgl. 810. Dieses a, gewönlich mit einein unbestimmten Nachschlag, finden wir heute unter Einflüls von m und n in Altbaiern, namentlich im Passauschcn, z. B. Bldm, Gam, Mam, Grämet; grdn, Dänd Schm. § 374. 546. An der Loisach hört man auch :ddr, zd-n-üiu. In Salzburg und Kärnten (wenigstens in Klagenfurt) §41.42.43. 54 ist tan, tdnd, auch grdn bekannt, Österreich, allgemein Mdm. Ueber ao für uo § 68. Zu bemerken ist dafs neben diesem d = uo ein ai = uo auftritt § 66. Umlaut dieses d ist ea § 75. & mit Nachhall für ie in Dd'nl (Passau) wird durch das gewönliche Dea'nl vermittelt, § 74. M § 42. Der Umlaut des & entsteht im 12. Jahrh., findet jedoch im bairischen Dialect dauernden Widerstand, § 34. Die Schreiber guter Handschriften suchen sich allerdings der Neuerung anzuschliefsen, wie Milst. und Windberger Psalm, belegen können: auch sehe man im Melker Marienliede (Dkm. XXXIX) gebaere, wcezzit, irwzzest. In der entschieden ausgeprägten Volksmundart gibt es aber kein a>, sondern nur reines a, wo die gebildete Sprache umlautet. Wo das ae unter Einflufs des hochdeutschen gesprochen wird, hört man geschlossenes e: selic, gnedic, Nehe, § 47; auch die viucentinischen und veronesischen Deutschen sprechen e, cimbr. Wb. 37. Mundartliche Ueber- | gänge von ce sind ai, äi § 66, ea § 75, ie § 91. Alte Schriftzeichen: a>, ae, ae, ae, d, ä, 8; auch e § 47. Geschrieben finden wir ee auch an Stelle des unechten Umlautes von d: Meginraet Petr. 98, 24. — al Plafl'enl. 167. — mm,tag Kaiskr. 8, 81. 4, 19. Parz. 6. 452, 16. Ilciligcukreuz. II. n. 6. 143. 227. 243. Schottenst. n. 207. Melly Siegelk. 88. Notizbl. 4, 104. mmmtl Megenb. B. 39, 12 — inrrhuit Kaiskr. 108, 3. von Wernh. 199, 24. chldrer g. Koni. 11 — grtnvm (n. pl.) 1272 Wiltclsb. Uk. n. 103 — ehrmdem Gundach. 2435. pimpelige Tund. 64, 10. mtete» Psalm 87, 7. Zuweilen entsteht ce durch Zusammenziehung: aus age ege: Mtenhart 1362. MB. XXXV. 2,107. Rcenolt 1365 ebd. 2, 117. Ueding oft, z. B. Notizbl. 4,103. Arch. XXV, 40. Wittelsb. Uk. n. 153. Iwt (legete) DSp. 4. Iwtent 5. leeten 13. geltet 1330 MB. XXXV. 2, 71. Münch. St. 160. An der Oberisar noch tra-t, treust Schm. 1, 481. ans ede: rast, DSp. 23. Konsonantenausfall erfolgte in dem nicht seltenen leet z. B. Karaj. 5, 3. 5. 19, 20. Neith. R. XVIII. 5, 4. Barl. C. 11, 4. DSp. 38. 47. Münch. St. o. verlast Ps. 36, 41. Iwst Barl. C. 183, 11. § 43. In alten Handschriften kommt für e namentlich vor r vor: 55 § 34. 35.36. w gl. Melk. fgth. 8,17. 26,17. 81,19. 68,21. arlihko ig th. 8, 22. armo 61, 7. arltto 51, 17. arairdic gl. Hrab. 570. Aerkart Petr. 87, 28. Aerhilt 108, 88. — parfarh gl. Cass. 79. — Knrilo Petr. 17, 21. Karlind 77, 8. Kar-hnoh 98, 81. Oadalhrr Koiroh 54. Odalgar Petr. 15, 12. Adalgmr 82, 18. Amalkar 32, 21. Baimkar 82, 16. Arngar 87, 7. Modalem- c. 788 MB. XXVHI. 1, 58. Clarmunt. Brodkar 798 Jura via 11. 6. — napugara gl. Gass. 142. _ kultierte gl. Hrab. 1169. — maera gl. Caas. 28. mar Fgth. 45, 2. 61, 16. _ Aeto Petr. 16, 15. 61, 24. — loa gl. Hrab. 88. zteha 154. farlak 847. zahm gl. Caas. 86. Diese cb für S werden auch in den folgenden Jahrhunderten gefunden, ohne indessen zalreicher sich zu zeigen, ausgenommen etwa in der Wiener Hs. von Wernh. Marienleben. Gestüzt werden sie durch die Reime zwischen a und S, w und e. Auch hier erscheint r von Einfluls. Reime von ce : i ins: i Helbl. 9, 2. — hal: eil Helbl. 9, 18. — Jerusalem: nam Enik. 4, 62. — ere: lare w. Gast 988. : tware Enik. 288. 3, 628. croiare: tere w. Gast 8648. litareimere 8638. mtere: lere 1116. • (T8 1498. 1976. ware:ire 1142. 1878. • lere 3676. : mire 8994. minnartt: tere 1560. wart: mtrre: tere Krone 22280. her: mar Wigam. 2752. mir: lar Enik. 302. : tarier Wigam. 3202. Rüedegire» : mteren Dietr. FL 4898 (Hagen) 4916 : hrren (Martin). Auf Denimg des e beruhen Reime zwischen ee imd e a:i talde:feitle Helbl. 7, 1188. Rauch 1, 877. gelt: gef alt 1, 282. her :mar Colocz. 102, 196. 108, 249. Enik. 346. iper: lar w. Gaat 3886. :war 2646. genadic : ledic Otack. c. 288. pflegen : Norwegen Suchcnw. 14, 237. a:e tränst: underrenst Helbl. 4, 230. gerett: getat Teichner La. 171,6. : tat 209, 24. nazic: gehezzic Suchenw. 19, 61. jeger: träger ebd. 26, 59. gesteht : rerdaht Otack. c. 801. : versmusht Wölkst. LXVIl. 4, 14. Vgl. aufserdem der: karchar w. Gast 8980. er richtar 6146. : war Otack. c. 823--Alexander s mar Enik. 309. Lucifer: war Otack. c. 795. Sihetter: mar Enik. 6, 804. tohter: lar Enik. 278. Aus den heutigen Mundarten haben wir hierzu anzuführen, dais in Tirol ce für e vor r, l, h vorkommt: Sael, meer, rwrn, Za ch, im Vinschgau auch filr gedehntes e und e: gad, Fael (Fell), harr, Feeder, Rwgn — Buer, sEd, latgn, Schöpf bei Frommann 3, 90. Jene Beispiele aus älterer Zeit zeigen dafs diese Aussprache früher ziemlich allgemein sich hören liefe. § 44. Aus diesem ce für e erklärt sich auch dais w für das dialectliche e §45 im 12.13. Jahrh. nachzuweisen ist Die Linguale zeigen sich von Einfluls. Aenwicut 1242. MB. XXVIII. 2, 846. Um Herberat. 88. .fal. rngethelt. 1543. Arch. XXV, 85. hältumh c. 1614. Aich. XXXI. 285. — Bralmen-h 1163 MB. XXVIII. 2, 118. teilt, gerehtikhadt 1643 Arch. XXV, 84. tVadtho/en 85. ter-thiidigen 1614. ebd. XXXI, 257. Tratehirchen 1211 Schottenst. n. 16. gastleieh 1840 Schottenst. n. 195. 1843 Altenburg. n. 212. 1353 Klosterneub. n. 868. 1355 n. 368. fleetrhpenche 1316 MB. XXXV, 41. flatchtur ebd. XXXVI. 1,480. flmteh-htnchtl 3, 149. 153. flaick g. Rom. 20. — igen 1387 Ilohenfurt. n. 172. §44.45. ■ 56 Solches oe für ai fand ich auch in handschriftlichen kärntischen Weihnachtliedern aus diesem Jahrhundert: cen, mcent, Aed. — Ein eigentümliches Zeugnils für oe = ai gibt das mundartliche ea für äi § 75, den Umlaut von ai. Ffir neues ei (i) erscheint ce in Mertcenen (Martinum) 1314 Altenburg n. 124. Heute kommt es dafür im Böhmer Wald zu Neumark (noch der obcrpfalzischen Mundart zugehörig) vor, z: B. blärn (bleiben), Schäm (Scheibe), trabt, nädö, ira'sz, räch. Vielleicht läfst sich aus der Mundart von Folgreit in Wälschtirol sä = sei = si (cj.) anführen. Ein nah vcrwanter Vorgang ist ce für öü (au), das seit Ende des 13. Jahrh. wie ss scheint besonders im Auslaut und vor Labialen auftritt. Otacker reimt geäft: chw/t (ptc.) c. 763, Teichner A 23 kernen: bcemen (Karajan 171). Vgl. ferner « (öu, ovis) Aventin nach Schm. 1, 1. Nortga 1865 MB. XXXV. 2, 117. altU 1482 Obbair. Arch. XXV, 88. 1489 ebd. 155. haar 1859. MB. XXVII, 168. f. zeriträet Ilerberst. Moscov. B. rw. — petrn Münch. St. 815. Megenb. B. 888, 12. 1480 Obbair. Arch. XXV, 67. Tegerns. Kai. (Germ. IX, 198. 197) pämb MB. IX, 61. Herberbt. 272. nmzpümen 1618. Arch. XXXI, 808. Pmnkircher MB. XXXVI. 2, 550. kofgamil ebd. 580. smner Münch. St. 365. vertämbt: zämbt Schmelzt Lobspr. 1390. tarnen (pollices) 17. Jh. Arch. XXV, 44. zürn 1386 Arch. XXVII, 95. ztfmb. zämbt Ilerberst. 118. »cMb 1418 Notizbl. 4, 398. Weghaebttl 1826 Klosterneub. n. 228. mchaf Münch. St. 830. chieffei 875. chaflich MB. XXVII, 105. eägen: »pigen Weitenfeld. 856. rächen Voc. n. 1429 Sclim. 8, 18. Ueber e für im g 45. Aus den heutigen Mundarten weifs ich allerdings dieses ce nicht nachzuweisen, indessen mag es vorhanden sein, wenigstens gibt es ce für eu — iu, so das altbairische turn für niun d. i. netran Schm. 2, 704 und verbreiteter am Oberregen, an der Schwarzach und im Böhmerwald (Neumark) z. B. nw, Bterin, Luit, Btedl, doetsch, d. i. neu, Bäurin, Leute, Beutel, deutsch. Schm. §. 252. Petters Bemerk, über deutsche Dialectforechung in Böhmen 71. Vgl. auch ea für ce = öu § 75. t. § 45. Das hochdeutsche $ ist bekanntlich ein jüngerer Laut, der meist aus Diphthongen, und gcwönlich aus ai im Auslaut sowie vor w, r, h entstund, ferner in tcenac, zicene, bede. Die Mundarten neigen sich zur Ausdenung dieses ? und auch das bairische gibt dafür Belege: rejarin 774. Meichelb. I. n. 51. regirin 824. n. 442. heli Exhort. Dkm. LIV, 22. A. nrteltun Isid. 2. enen gl. Salisb. 311. enemo Otfr. F.II. 14, 8. nnhenig 57 § 34. 35.36. fg th. 45, 6. reni'dw Otf. F. IT. 9, 14. iten Mnsp. gutem gl. Mona. 382. pe-dahalp gl. Hrab. 353, fredic 381. tcez fg th. 27, 20. suezcholi 1. Baj. I, 14. 15.*) follettara gl. Saliab. 809. vollettit 308. matara Otfr. F. II. 7, 2. leeet Dkm. LXXVII, 15. Aua spitteror Zeit: heiiger Dkm. XLVII. I, 1. Kindh. 67, 2. helich 78, 81. heiigen Kindh. 67, 28. Wernh. A. 3594. Altenburg. n. 103. heligero Phys. 1, 17. ertelet Dkm. LXXXVII, 16. — dehenin Wemb. 167, 38. zrnir Entekr. 107, 35. eniger Kaiskr. 45, 22. — getceden Kaiskr. 34, 4. chlet 36, 15. led, let (pt.| g. Rom. 17. 96. 138. Klosterneub. Lied. n. 8. Piehler 119. hezzet Karaj. 87, 1. getliho Physiol. 1, 17. gettleichem 1366 Schottenst. n. 281. toetot Wernh. A. 2443. bezechint Karaj. 84, 15. reger Max Jagdb. 84. Schreibweisen des langen e sind e, e, e, ee, ee, e. In den heutigen bairischen Mundarten hat das 8 seine gemeindeutsche Grenze nicht überschritten, da hier die Verengung nach ä vorgezogen wird § 39. Nur an Oberregen und Schwarzach hört man für altes und neues ei im Auslaut und vor Lingualen 8: das E, wetz; wet, flesziy Schm. § 240. An der Pegnitz lautet die Verengung a = ai beim Antritt von Suffix oder Flexion in e um: bräd, Man zu brtider, •kliner Schm. § 141; anderwärts ist es ein diphthongischer Laut ee, Sa § 75. Auffallend ist Sefrid 1052 Meichelb. I. n. 1220. 1291 Altenburg n. 57. Sefrit c. 1140 MB. I, 15. 19 für Sifrit. Da es schon im 11. Jh. erscheint, ist nicht an e = jungem ei zu denken, sondern an jenen Tausch von i mit 8, der sich alem. zeigt, alem. Gr. § 39. 122; vgl. auch i für e § 52. So wie dem w für ai ein ce für äu sich anschlofs § 44, so finden wir auch ein 8 für öü: Pemkircker 1478 M. Habsb. I. 2, 723. tem 709. 788. «inner 724. — Henryk. Nrntal ebd. 781. 815. — vercheß 1805 Altenbuig. n. 98. — niderstreea Arentin bei Sellin. 3, 675. In pem, »ein, Sen liegt sogar unechter Umlaut vor (Baum. Saum, Raun = Savina). § 46. Alt wenn auch nicht ausgebreitet ist e f ü r ie: Weland 928 Juvav. 61, 57. Petr. 22, 12. Kntixbl. 6, 70. Chenperc Kozroh 81, 150. /Mpold -}; 5» Meichelb. I. n. 1301. Detkukalm 930. Juvav. n. 61, 82. Free» 816 Meichelb. 1. n. 363. 818 MB. XXVIII. 2, 18. 836 Meichelb. n. 594. Koxroh 170. Frejtm I'etr. 41, 5. _ fehm fg th. 11, 5. gifelmt gl. Tegerns. 78. nr. uzwelnn gl. Möns. 325. fenc fg th. 61, 6. kafenc 51, 3. pirenc gl. Möns. 338. int/engun Dkm. LV, 8. A. genc fg th. 3, 5 u. o. gengun 11, 15. tiefun 27, 6. apafarmeez gl. Hrab. 178. intles Dkm. I.XXVI, 16. firpletnt gl. Möns. 846. — ceeri gl. Hrab. 1355. — ckrehhuc gl. Hrab. 829. Aus späterer Zeit kann ich nur anführen: Demudis 13. Jahrh. Arch. XIX, 214. nemant. emant. nendert 1396 MB. XXXV. 2, 196. f. bi • /Vt § 50. Die einfache Länge des i unterliegt im bairischen Dialect in dem 12. 13. Jahrh. der Diphtliongisirung zu ei, § 78. Die lebendige Bede hat wahrscheinlich früher damit begonnen als die Schriften anzeigen. Ende des 13. Jahrh. ist im bairischen echtes altes i nicht mehr gesprochen worden, wenn es auch in der Schrift noch hier und da auftaucht. Nur dri bewahrte die einfache Länge noch weiter: drivaltigi g. Rom. 23. dmach Hcrberst. 279, und noch heute altbair. und oberpfalz. dri-doppelt, ecket, brachen, fach, fuefs, schämel', ebenso behält zwt mehrfach das i: zwi-falt, fuejset, lauf, spait Schm. 4, 299. Einzeln begegnet es auch sonst, z. B. in Schlifstein; an der Uz in- z. B. impanne Schm. 1, 412. § 244, in Tirol griset, grtselt Schöpf Idiot. 214. Geschrieben wird für die Länge i, i, i, ii, ii. Zuweilen entsteht i durch Zusammenziehung zweier Silben: 61 § 50.51.52. aus ibe git, gist; aus ige lit, pflit, selten ait = »iget z. B. gesit: strit w. Gast 7372. 7443. 7622." 10749 :zit 7531. 7760. Auch dieses i (liphthongisirt sich zu ei. § 51. Für die Geschichte der Denung des i geben die Keime feste Urkunde: bin :flngerlin Wigam. 929. :ln Dietr. Fl. 4669. : herin Tandnr. 2520. :tln Wigam. 683. 2261. hm: din M. Magd. f. 7. : in Krone 28896. Dietr. Fl. 5569. 6901. :pfelltn Wigam. 2035. : Sabin Tandar. 11897. : sin Wigam. 4028. 4724. in: flurin Tundal. 58, 9. :magetin Wigam. 1895. :min Tandar. 11096. ; «eftin Wigam. 3250. . sin ebd. 2886. Biter. 3164. 5396. 8265. 11857. 12121. :wi» 12381. sin : in Tundal. 69, 69. gewin : din Winsbeke 25, 5. Baidevin; sin Dietr. Fl. 985. gesln: Erwin 968. inne;pilgerine Gudr. 1864, 4. zins: Sawlns Tandar. 14589. — biten: Ilten Gundach. 2871. — wizettfixet Krone 4648. — gwissen iflizen Wölkst. CVni. 1, 4. mich:rieh Kolocz. 99, 102. 107, 398. Die Keime von -lieh und -rieh mit kurzem i haben wir übergangen, da hier Verkürzung des i (§ 19) vorliegen kann. Die heutige bairische Mundart ist reich an gedenten i; im allgemeinen gilt auch hier die Kegel, dals hochdeutsch geschärfite » im Dialect ohne Rücksicht auf die Konsonanz gedehnt werden, während hochdeutsch gedehnte und ursprünglich kurze i, wie zimlich, wider, ligt, siht, gxchi/it kurz bleiben. Wir ftiren hier für die Deining an: Schild, Html, Schiml, Kind, Hirn, Stirn, Grif, Gschrift, Trit, Siz, Rix«, gicis, /riech, glitn, gxchnitn, Strik, Stich, Vieh-, vgl. Bavar. I, 343. Höfer 79. Frommann 3, 90. 5, 206. Lexer IX. Nassl 7. Grübel 3, 237. Man vergleiche dazu die Keime stiren :hiren (klingend gereimt) Wolkeust. XVII. 3, 29. 31. lies»: yiciess Sachs klug. Eräug. Da ü wie t gesprochen wird § 19 und auch hier die Denung einzog, so besizt der Dialect manche «= m; z. B. Sin (;Sünc Söhne), Kinik, Tir, Tim (Türue Thürme), iwl, Bichl (bühel), Fligh Frommann 3, 90. 5, 206. § 52. Zuweilen kommt * für e vor: fligilonto gl. Teg. 227. rw. j)ridigo 182. rw. bridigari Genes. 79, 8. Milst. 110, 7. bridichlichen Psalm 86, 9. öfter im 15. Jh. in der Nürnberger Mundart vor n: gin Stromer 29, 12. 46, 26. 83,14. 101,2. »tin 27, 8. 14. ztoin 41,4. 44,11; 33, 15. 29,17. In allen diesen Fällen vor n wird auch ie geschrieben § 91. Hb gin = gm, gegen, Mai A. 4, 26 richtig ist? Die heutige Pegnitzer Mundart hat i für gedehntes e Schm. § 206. Frommann zu Grübel 3, 236; auch in der Ileanzenmundart kommt «'s vor, aber meist durch das gewönlich folgende r zu ia geworden, Frommann 6, 338, wozu §§ 77. 91 zu haiton sind. Sonst §. 52. 53. 62 findet sich nur einzelnes: ziemlich allgemein sirig — serig Schm. 3,280, im Etschthal innig, Luterotti 290. oberösterr. twig neben Swig. Vgl. die Spur eines i fllr i § 45. Geschrieben erscheint £ für ie schon früh: intßihit Otfr. F. IV. 7, 86. furizihoma gl. Teg. 1. imustizm 884. Seit dem 12. Jahrh. wird es häufiger. Aber wir müssen dem entgegensetzen dal's der Dialect den Diphthong ie, ia bis heute festhält. Nur in der an der äufsersten Nordgrenze liegenden Iglauer Sprachinsel und bei den venetianischen Deutschen wird i für ie gesprochen: Frommann 5, 206. Cimbr. Wb. 40. Auf diese halbitalienische Aussprache wird auch der Reim wi :st beim Friauler Thomasin, w. Gast 25. 410. u. ö., zu schreiben sein. Auch in dem streben nach hochdeutscher Aussprache vermeidet der Baier den Diphthong und kürzt dazu das i: gissen, geniszen, schliszen, riehen Schm. § 691., und in dieser Art wird auch Eib für Hieb gesprochen, Schm. 2, 141. Auch in fremden Namen ist der Dialect dem ie abgeneigt: Triest wird einsilbig ausgesprochen (Trist), und Trient ward im 13.14. Jh. Trint, Trind geschrieben: 1283 Meichelb. II. n. 178. Trient. Stat. Das ie für üe wird im heutigen Dialect ganz ebenso behandelt; in vornehmerer Aussprache einsilbig und gekürzt: siszer, Bicher, sonst nur in der Iglauer Mundart als i. Zweifelhaft erscheint daher tribesal = trüebesal Ps. 9, 9. 22. 17, 7. 19, 1. 33,6. 36,57. Ö. § 53. In der ältesten oberdeutschen Zeit finden wir zwei verschiedene o: die Länge der yl-klasse und die Verengung aus ou. Dazu treten später die Denung von o und die Verdum-pfung aus d. Das älteste ist die Länge der A -klastte, o = got. sächs. o. Dasselbe findet sich aber nur in unsern ältesten bairischen Denkmälern, indem es dann durch uo verdrängt wird. Wir beobachten über seinen Untergang folgendes. Von den Glossen haben Cassel, nur o, Hrab. o mit einigen oa und ao, Emmeran. I. überwiegend 6, daneben uo, die Freisinger Gl. zu Isid. de offic. (Is. 1. Da.) nur uo, ein einziges oa und das feste o in owahst ausgenommen; in Tegerns. Möns. Salzb. herscht uo, Möns. Salzb. haben einzelne o daneben, Teg. wenige ua. * 63 §53. Von den eigentlich literarischen Denkmälern hat die Ueber-setzung des sancte sator (Dkm. LXI) nur o; in den fg. theot. werden o und uo in wechselndem Zahlenverhältnils, im ganzen aber mit grofsem überwiegen des uo gebraucht, z. B. 3-15 stehn dreizehn 6 neben vierzig uo, 57-61 finden sich zwei o neben zwei uo, 37-48 vier 6 neben fünfzehn wo; die Freisinger Bs. der Exhortatio hat zwei uo, die Fnldische zwei 6; das Em-meraner Gebet (Dkm. LXXVII) zwei o, drei uo, ein wa; die Freisinger Auslegung des Vaterunser (Dkm. LV) drei o, vier uo; das Muspilli hat kein einziges o in Stammsilben, sondeni uo und ua. An den Eigennamen der Urkunden, welche alterthümlichere Verhältnisse leichter als die Schriftrede bewaren, machen wir diese Beobachtungen: In den Freisinger Urkunden von 749-62 (Meichelb. I. n. 4. fg.) ebenso noch im Anfang des 9. Jahrh. zeigen sich nur o und oa, selten ua\ uo findet sehr langsam Eingang, noch 827 n. 510 zeigt zwei o zehn oa kein uo; 829 n. 541 ein o ein oa ein ua, 837 n. 601 fünf o sechs oa, 839 n. 607 sieben o ein uo, 842 n. 615 drei o zwei uo, 843 n. 629 fiinf o zwei oa, 848 n. 654 zwei 6 zwei uo, n. 655 sechs o drei uo ein oa, c. 860 n. 795 ein 6 zwei uo, 955 n. 1031 ein o drei «o; ein 6 kommt anch noch in einer in den Anfang des 11. Jahrh. gehörigen Urk., n. 1292, vor, abgesehen von dem Namen Chonrat der noch später, z.B. 1154 n. 1322 reines o zeigt. Dazu halte man dafs eine Passaner Urkunde von 834 nur t/o hat, MB. XXVIII. 2, 25. f., eine des K. Arnulf von 890 elf Namen mit o, keinen mit uo, MB. ebd. 1, 101. f. In den Salzburger Schenkungen von 963-76, Juvav. n. 74, erscheint kein 6 mehr, das latinisirte hoba ausgenommen und das falschlich dahin gestellte c. 22. Die Nummern der Traditionen n. 106 (1041-60) welche einzelne o zeigen, müssen älter sein. Wir können hiernach sagen dafs in der ersten Hälfte des 9. Jh. 6 in den literarischen Denkmälern bereits im Rückzüge gegen uo ist und diesem in der zweiten erliegt; in den urkundlichen Namen ist seit Mitte des 8. Jh. oa als gefährlicher Neben-buler nachweislich, der zwar um Mitte des 9. verschwindet, aber dafür dem uo weiteren Platz macht, welchem 6 im allgemeinen um 900 crligt; einzeln kommt es allerdings noch im 10. und 11. Jahrh. vor. Auflallend sind folgende Fälle von späterem o": pehoU Genen. 41, 6. deumote 42, 8». keimol 31, 28. krimote Pa. 95. 7. 115.8. § 90. 91. 92. 64 Wenn wir das jüngere ae = üe § 59 dazu halten, müssen wir fast annemen dafs in der Mundart sich 6 noch in einigen Worten vor Dentalen erhielt. Dagegen werden wir o in aigenthomb 1644 Obbair. Arch. XXV, 335. aigenthomblich 1643. 1696 ebd. 334.356 für einen geschwächten unechten Vocal halten müssen. Zu der Geschichte des alten o vgl. übrigens oa § 96, ua § 105, ue § 107 und uo § 113. § 54. Die zweite Hauptart des o entstund durch Verengung des ou, welche das hochdeutsche Organ vor j und w, vor n r h und den Zungeulauten forderte. Eiue Zeit lang kam ao als Uebergangsdiphthong vor, § 67. Das bairische hat dieses o nicht, wie das alemannische that (alem. Gr. §§ 42. 91. 124) über die gewönliche Grenze entwickelt, ausgenommen in der Mundart der venetianischen Deutschen (cimbr. Wb. 39. f.). Es sprach überhaupt nicht ou sondern au uud zog daher die Verengung in ä vor, § 40. Demgemäfs wird auch unser o mehr nach ä geneigt und selbst zu einem d geöffnet § 38. Reines tiefes 6 hört man selten; es kommt vor in Obersteier (Bruck, Oberwölz) und Oststeier; auch läfst sich eine landschaftliche Verdumpfung nachweisen nach öu § 102, ü § 63, ue § 108, ui § 112, ua § 106. Ucbcr Österreich, eo für o § 84; über die Diphthongisirung in au §71. Eine interessante Wiederholung der Verdichtung von au zu o vor Lingualen vollzieht die Mundart von Neumark im Böhmerwald, wo neues au (««) zu o wird: I6ta', uk, Hos, trorö (durch Einfluls des r auch mit Nachschlag eines a: tröarü) Pet-ters Bemerkungen 71. Zu erwähnen sind ein par Reime zwischen 6 und uo: gehörde: geruorde w. Gast 9452. 9486. 9506. rät: guot Wigam. 2119. Der Umlaut dieses o geschieht im 12./13. Jahrh. zu oe. Auch hier äufsert der Dialect Widerstand: «cköne: kröne w. Gast 887. — hören : ören w. Gast 9422. : lären 762. 9151. 18111. 'hört (8. sg.) :u)ort Teichner Li. 62. 33. öl (Oel) :rol Otack. c. 4. 383. Hilten (d. pl.) : täten w. Gast 11378. erlöst (3. pt. cj.) : träst Otack. c. 93. Vgl. ferner dafs Parz. G. das oe ganz meidet (Lachmann z. Parz. 3, 28) und folgende einzelne Belege: schöne (f.) Gundach. 19. schon (adj.) Trient. 8t. 64. Max Jagdb. 34. hören Trient. St. 94. M. Habs. I. 8, 681. storer (1301) Klosterneub. n. 78, 1809 n. 126. unterstoren Trient. St. 94. losen 1342 Klosterneub. 298. — Uebrigens vgl. § 67. § 55. Ein grofser Theil der jüngeren 6 entstund durch Denung, die Reime beweisen sein entwickeltes Leben schon für (55 § 55. 5Ü. Anfang des 13. Jahrli.; auch hier äufscrt sich »• der alten Kürze verderblich. ähvol Otack. c. 4, vgl. mich «oZ: mäl Ilelbl. 4, "93. — vemomen ; chömen w • last 7624. Otack. c. 52. 580. genonim •. kömm Ilelbl. 8, HOC. — gedon:teil,in Otack. c. 9. ton; trän Suclicmv. 41, S47. von ; Salomün 41, 1319. iro»; Salomön Ilelbl. 7, 4. schönest;gewonest Suchenw. C, 11. — hör:kür Wilh. 308, 5. enlwr ■mär Knme C998. : tr'ir Teiehner La. 230, 9. vor: kür Ilelbl. 2, 109G. 7, 1102. Suchenw. 41, 1051. : mir Krone 5577. 27598. Otack. c. 714. : är Helbl. 4, SOG. Otack. c. 16. 125. : tür w. Gast 2066. 7016. Krone 2577. Suchenw. 41, 609. hur ■Wir w. (last 10626. tar: für Suchenw. 44, 53. trür: tor : enpor : tpor: cor ebd. 9, 7. 25, 23. Aren:ßoren 41, C97 (ferner folgende ata klingend behandelt« Keime geboren: hören (liamj Wölkst. XVII. 5, 1. : zum (zorn) XIII. 11, 6.8. erkoren :geporen Suchenw. 20, 122. : verloren Wölkst. XIII. 16, 2. 4. verloren:gtportn Suchenw. 18, 303. : zoren 38, 78.) t'oi-n .-«m Otack. c. 800. törn c. 149. verlorn :türn e. 728. getckorn: örn Helbl. 8, 796. hört: kürt Snchenw. 44, 6. hört: wart Tandar. 14898. Knikel 261. gehört: dort Parz. 42C, 22. Wilh. 336, 14. Otack. e. 688. ; hört Krone 20385. : kort Krone 1576. :ermort Mai 175, 24. : ort Parz. 4, 29. Wiener Merl'. 57. Teiehner La. 230, 12. :wort Parz. 632, 6. Mai 26, 30. Wigam. 5510. Emst 6. Gnndach. 2897. Teiehner Ls. 58, 100. 214, 12. ■ festgehalten, §§ 105. 107.113. Trotzdem begegnet schon sehr früh in den Schriften einfaches w für uo. Wir müssen es entweder aus einer Schrcib-mode deuten, die außerhalb Obcrdcutschlands entsprang, ähnlich dem i für ie § 52, oder es ist eine nachlässige Bezeichnung einer weniger scharfcn Aussprache. Wir finden schon Tutilo 791 Meichelb. I. n. 103. Tuto 811 n. 284. Petr. 42, 11. Um Petr. 42, 13. Meichelb. I. n. 988 c. 910. c. 1010 n. 1198. Udalhurt Petr. 85, 28. Udalger c. 908. Meichelb. n. 986. F.inmut. llihmut Petr. 25, 15. irniuit Otfr. F. II. 14, 3. bluma II. 7, 50. nmiial IV. 6, 35. *tuen Musp.*) zmgUue* gl. Teg. 265. gieürin 238. rw. gitrupta 235. rw. hegntiruta 242. Cmrnt. ltmleger. H'olmut. Ugo 1098/1137 Mcichelb. I. n. 1292. In den Wiudbergcr Ps. ist dieses « nicht selten-auch in den linir.-österr. Handschriften des 18. 14. Jh., z.B. in der Ricdcggcr, be gegnet es nicht unhilulig. Keime sind nicht zalreich: ü :nu: en: Jisü: ilü: ru: gebü: tu llelbl. 12, 45. tfirif Emst 742. gern in : hit Georg 507. 1371. gcbüt.gil Otack. c. 686. In hochdeutscher Redeweise vermeiden die Baicra ihren dialectlichcn Diphthong, sprechen aber dann kurzes u: Buche, fluchen, suchen Sellin. § 691. § 63. Die Neigung n aus n durch Vcrdumpfung zu erzeugen, ist im Dialect nicht mehr vorhanden. Ein sehr altes Beispiel wäre müta (teloneuin) 889 Meichelb. I. n. 901 (mutta 940 MB. XXVIII. 1, 175) wenn dasselbe wirklich unmittelbar got. mota entspricht. Die andern Belege sind weit jünger: *) Das daneben vorkommend» etmtago schoinl mir für die Art dieses » zu zeugen; zu scheiden ist ttüen von stowan = goth. itAjan. 71 § «3. 64. >11 1329 Klosterneub. u. 234. kmrml 1300 n. 112. frm (Frone) Tucher Kaub. 79. hm. Urnen ebd. B. C. schm Nürnberg. Kr. II. 352. Heute findet sich u für o, langes und gedehntes, an der Pegnitz vor Lingualen: Brud, Nüd, grunz, Ruin, — vul, hüln, Hüls, cerlurn, Dur/, Klint, Ürt, /Abu, Kup/, BAdn, Schlüsz u. a., Schm. 3, 42. Fronunann zu Gräbel 3, 241. In Oberbaiern hört man es zuweilen vor s: Im (Schliersec), im luntlial und in Kärnten hier und da vor h und r, Frommann 3, 91. Lexer XI. Mit einein vocalischen Nachschlag kommt es vor n und r vor im Unterinnthal, um Meraii, iinGailthal: IJu'n, Lu'n, sehu'n, gutu'rbm, Su'rg, Schm. § 343. Frommann 3,96. Maistor 11, Lexer XI. In der Duxcr Mundart (Tirol) wird dieses u als langes ü gesprochen. Durch sehr starke Vcrdumpfiuig entstund auch ü aus n vor ii und r. Die frühsten Beispiele geben die Nürnberger: im: zu II. Sachs I. p. DVIII. «» Tücher Baub. 316. : Ihm Saclis Xenophon. tiiiwlm/ Stromer 54, 2. getan (ptc.) :»«n Kap. 33, 15. Sachs Schöpfung III. tknn : sII» Sachs ungl. Kind. Eva. Ihm (ptc.) NOrnb. Kr. II. 84. 862. In dem Partic. than ist das » noch heute niirnbcrgisch; wir finden es ferner vor n im Unteriuntlial und um Meran (Fun. hnn, Mihi, llnne/) Frommann 3,91. Maister 8. Luterotti 17,26; vor r zwischen Salzach und Alz, und in der Ileanzcnmundart, Froinmami 6, 184; ausgedehnter in Kärnten: wie, Mime, Sunie, Gnude, nitchn, Lexer X. — Ueber u und u für a § 28. Mit diesem u für ä wird auf Grund des d für «», § 39, » für ai zusammenhangen. Aus älterer Zeit kann ich es nur im FluDsnamen Kunach (Kainach) 1478 M. Ilabsb. I. 2, 741.784 aufzeigen. Heute erscheint es vor m, n, t, meist mit einem vocalischen Nachschlage an der Donau (kW, mu'nut) Schm. § 154, um Mcran: Fitem, Lt/em, Intern, Zttendl, Maister 9; dazu der Tiroler Ortsname Kiteiut für älteres Kuin*\ im Unterinntal P/u't = Pj'ait, Frommann 3, 97. Auch iu der Heauzenmuudart taucht es auf: kh'tn, Frommann 6, 333. n für au wäre auch aus d = au zu erklären, wenn verchuffen 1311 Altenburg. n. 112 richtig ist. 3. Diphthonge na . ua . ue . wo, üe — ai . ei — eu, eo . ea, iu . io . ia . ie, au . ou, ao, du . eu . öu. AI. § 64. Die älteste und dem bairischen Dialect gcmälsc Bezeichnung der zweiten /-Steigerung ist ai. Allerdings wird schon § 90. 91. 92. 72 im 8. Jb. auch ei dafür und neben ai geschrieben, in gl. Cass. sogar durchgeliends gcbrancht, und ei gewinnt dann auch die Oberhand; allein nachdem im 13. Jahrh. i zum Diphthong fortschiebt, wird von den bair. österr. Schreibern gemeinhin die alte Steigerung durch ai, der neue Diphthong durch ei bezeichnet. Die verschiedenen Zeichen des alten Diphthongs sind ai, ay, ai, uei, an, aie, ai, äi, ei. Die Aussprache der Gebildeten in unserm Gebiet unterscheidet bis heute die beiden ei', das alte ai klingt wie äi d. i. das a mehr nach o geneigt, das neue ei mehr wie äi. Für den - bäuerlichen Dialect ist « = ai § 39, ai = ei = i die Grundregel. Wie manuichfach jenes a wechselt, mag allein aus der im Erzherzogthum Oesterreich nachweislichen Reihe von d.ä.oa, ai, ui, iia erhellen, vgl. Höfer 68. Tschischka 258 und §§ 39. 97. 98. 106. — Am meisten nach äi geneigt hört man ai in der Oberpfalz in flectirten oder sonst erweiterten Formen, Schm. § 152. § 65. Durch Zusammenziehung entsteht ai wie ei § 77: aus age, ege: Pinien vgl. rtagen c. 1180 Meichelb. I. n. 1855. chlait gern. Leb. 92. hetrait w. (last A 7850. liaistalt MB. XXXVI. 2, 63. Tuinliart 188. mit. lies Inisse (tage») 1292 Notizbl. 6, 845. nientais. eritaiz 1339 Ilohenfurt. n. 82. s. Aiten (Egiden) 1310 Schottenst. n. 111. 1861 Altenburg. n. 256. gejaul Krauend. 635, 17 u. o. hain. Irail. »aiten 1343 MB. XXVII, 129. maydezogin 1379 Notizbl. 4, 561. Ueber dieses den mundartlichen Variationen unterworfene ai Schneller § 470. Aus ede: riit: warhait M. Mag'.', f. 21. gerait: gelait f. 7. 24. b. Aus zwei Worten: daiz Kaiskr. 275, 6. daist w. Cfast A. 7517. 7614. 7678. So auch in Oesterreich ob der Ens: däi dafs ich, häi luin hab ich, käi wen kann ich, wenn ich, Stelzhammer XVI; allerdings sind hier nur die Anfange der Verschmelzung, die aber lehrreich sind fiir die ganz vollzogene. Ueber ai aus aJj, al § 158. Durch die offne dialcctlichc Aussprache von eu (öu und itt) sind auch einige ai fllr diese tiefen Diphthonge in die Schrift geraten; z. B. t,fiten MB. XXVII, 98 (Absehr. von 1402). laym-den 1433 MB. XXXV. 2, 311. fraindt Arch. XXV, 122. Ueber ei fiir au § 70. § «6. Andere Functionen von ai erscheinen seltener: ai für « kommt bei den Nürnbergern des 15.16. Jahrh. vor: Maintaü Stromer 44, 2. 4. aytzung 30, 15. MiM. saibeln Ayrer durchgchcnds. «5 für e, ä in einigen Namen des Emmeraner Schenk, n-1085: Haiheenacker n. 95, Gnainf n. 262. 73 § 66.67. Zu diesen beiden verwanten Fällen bietet eine handschriftliche Sammlung kärntischer Idiotismen (Lexers Anonymus) Belege : Dctimpfl, «indem, Taida, traitzen, Lexer VIII. In Kailbla, Waildl aus dem bairischen Wald wird unmittelbarer Ausdruck des mouillirten l liegen. ai für d, ßr: milde Joseph haimeit (hdmit) MB. XXXVI. 2, 47. ~ maintages 1315 MB. XXXV. 2, 46. wairlicke Kaiskr. 263, 27. thain (inf.) 1477 M. Habsb. I. 2, 289. 1541 Notizbl. 7, 139. vndertainikait. vndertainigist Chmcl Maxim. 394. weichsten 1315 MB. XXXV. 2, 46. — Vgl. auch ei § 80. ai für uo kommt vor m und n vor: tnaime 16. Jalirli. Schill. 2, 576; maiinb, steir. Manifest von 1718, plaimbteerlli 1618 Arch. XXXI, 303. Chainradtu 14. Jh. St. Pültener Noemi. Arch. XXXIV, 40!». 420. Tamfoit (= tuomrogt) ebd. vgl. die Tainfaltstrasse in Wien. Tarnttu 16. Jh. Arch. XXV, 121. ttaind Pichler 116, 19. aufferttaiud 1399 Melly Siegelk. 56. _ Vgl. il für uo vor m und « § 41. ai für o (aus ou) wird im MilrzthaJ (Steiermark) gehört: grai/s, haich. AO. § 67. Der Diphthong ao bildet den Ucbcrgang von au zu dessen Verengung o, die in reinem Auslaut, ferner vor den Lingualen und vor h im 8. Jahrh. etwa eintritt, ao ist also Vorläufer von diesem 6 und findet sich bereits von diesem begleitet, sowie auch noch au daneben vorkommt, § 69. Es erlischt im Beginn des 9. Jahrh. Zahlreich haben es die Kabanschen Glossen: strao 533. laon 217. ncaonista 263. raorre 185. aodowan 1322. araodit 893. 2529. plaodi 1176. taod 1312. aotmali 826. kaaotagota 848. dscraot 2369. kanaotit 636. Jlaoz 1514. scaoza 1464. pi-taosit 951. kaoh 101.328. 880. arzaoh 320. 869. dornlaoh 2348. Die gl. Cassel, bieten haolohtcr 172. aorun 6. capaot 214. scraot-irnrn 143. anapaoz 150; gl. Frising. (c. m. 1. 6225) craoanne; gl.Emmer. (c. m. 1.14429) ungahaorclih; gl. Melk, zalaosida; l.Bn-juv. I. IV, 8 hraopant (B. 6. hraobant. B. 7. raopant. corr. B. 1. dhraopant. A. 4. raupen/. B. 2. 5. hrapant. A. 1. hropant) die füldischc Iis. der Exhortatio faoiu. fraotto. canaotit (die Freisinger 6). In Eigennamen begegnet ao häufig: Uranzza 1. Bajuv. I. 3, 1. (A. 1. 3. die anderen IJrozza). — gaoe durchgehend Juvav. n. 6. a. 798. Mattagaoc 801 MB. XXVIII. 2, 43. 15. Aotto c. 803 ebil 46-50. Aotuni 8. Jh. 45 Aoträt JJJ, 53. Aotln- 795. 16. Saothart 801,50. § 157. «8. 74 IIimta 788. 795 ebd. 8. 16. 17. ltoadcaoz 758, 51. Uridgaoz 788, 61. Caozp tritt c. 770, 52. Gttozrick 777, 199. Taozi 795, 16. 46. Craoi c. 788, 9. Ilaokun-Iteti 788, 19. Adalhaok. Kfrktwh 795, 16. 805, 7. Aukilhaok c. 808, 55. — liautp'mtaaUa 793 Meichelb. I. n. 111. Aotuni c. 805 li. 190. Aotker 811 n. 284. Antingai Kozroh 58. 79. Caozetprnnn. Caozetlakkun. Kaozeittein 53. — Htlufig im .Nalibnrgcr Vcrbrilderangsbuch von S. Peter: Amtgoz 17, 18. Aaailt 40, 1. Aon hart 22, 38. Aonolf 81, 13. Aomnuat 19, 22 — Maorolf 18, 13. Maoricho 65, 17 — Jota 42, 27. Aotackar 42, 3. Aotila 47, 29. Aotuni 34, 98. Aotlaut 89, 85. Aotmar 16, 36. 49, 18. 75,8. Antrat 40, 36. Aotker 14, 12. Aotcaoz 49, 21. Aolkit 17, 36. Aolclinekt 42, 48. Aothaid 40, 35. Aolhelta 50, 20. — Naotkarl. 22, 45. Kam 20, 25. Caosilo 50, 19. 83, 86. Caozperkt 16, 20. Caozpald 78, 2. Kaozfrid 79, 22. Caozlmid 40, 40. Caozkari 17, 17. 36, 26. Allicaoz 52, 46. Perktcaoz 16, 25. 36, 27. llelmgnaz 20, 27. Jliltigaoz 65, 36. Otulalgaoz 70, 20. Jtikkaoz 42, 50. Wolfcam 82, 28. — Craoi 49, 41. llaotmot 41, 6. Aoitiln 88,5. Anstrolf 80, 53. Aoitarperkt 16, 13. 32, 27. Aottargaoz 89,44. Aottargn 49, 36. Haottarpald 42, 20. Jliiokm 105, 2. — Uadulaoc 42, 31. Alifeer diesem ao = au begegnet in bairischen Denkmälern des 8.!). Jahrh. ein uo für oa — o, wahrscheinlich nur ein erklärlicher und darum hartnäckiger Schreibfehler, der deshalb auch au die Dauer von oa gebunden ist und mit diesem gegen Mitte des 9. Jahrh. aufhört: gaotnono gl. Ilrab. 98. htrtanm 301. gaatan Emincr. Gebet A. 85. gaolm Exhort A. taozonn Isid. 1. — Canfttein 798 Juvar. n. 6. Aodil Petr. 45, 5. 9. Andalpald 770/81 MB. XXVIII. 2, 51. Amialkart 849 Meichelb. 1. n. 664. Aodal pald Koxroli 290. Aodalkart 300. Aodatkeri 264. Caotkari MB. XXVIII. 2, 52. .ti»/« 817 Mcichclli. I. n. 367. Knuruli 132. Umgekehrt kommt oa für ao vor § 96. § 68. In den heutigen bairischen Mundarten findet sich ein diphthongisches junges ao für o, sowol 6 = ou als gedentes o; es ist ein d mit dumpfem Nachschlag. In Urkunden des Leobner Dominikanerklosters von 1389 (im Stubenberger Archiv) fand ich die ältesten Belege dafür: chlaoster, Uctochenstäyner — raor, vaoergenant. v&odern. Wir begegnen diesem ao vor Lingualen fast in unserm ganzen Gebiet; wenn Ste.lzliaminer in seinen obderenser Gedichten Aar, taod, haoeh schreibt, so sieht dies höchst alterthtimlich aus. und erinnert an die Schreibung derselben Worte im 8. Jahrh. Und doch sind diese heutigen an keine unmittelbaren Fortsetzer der alten. Schucgraff in seinen Wäldler Gedichten (bair. Wald) schreibt uou d. i. a'u. Dieser Triphthong, eigentlich wt)l ein unbestimmter Diphthong, kommt dort vor 1) für«: fraou, liraoud, Naout, rannt, graoujs, laom, hanuch 2) für wo: liaoub, Jfaoul. Faou/s, maoufg, gnaoug, Taoucli, Schaouh, raouha. Es erinnert die doppelte Verwendung dieses ao an die gleiche des alten. Vgl. übrigens auch d für uo § 41. 75 §69. AU. § 69. Die zweite Steigerung de» u wird in den ältesten Denkmälern durchaus mit au bezeichnet, so in gl. Cass. Ilrab. Isid. 1. fg th. Iu den gl. Eininer. und den Namen bei Kozroh steht ou daneben; Einmer. Geb. A hat au wo die jüngere Iis. (Dkm. LXXVII) ou sezt. Im Muspilli stclm zwei an neben vier ou, in den gl. Teg. Möns, herrscht ou. Aufgegeben ist au indessen auch im 10-12. Jh. nicht und gegen Ende des 13. Jh. drängt es sich wieder vor; in der zweiten Hälfte des 14. wird es Regel, ou Ausuame; iui 15. scheint ou zu erlöschen § 99. Aus dem schwanken zwischen au und ou erklären sich einige zusammengesezte Scliriftzeichen: ad: Ramcsaoe. Aotin-ffin Eminer. Schenk, n. 185. 226. Tucnuow 1306 Klosterneub. n. 112; auch Auotilo MB. XXVIII. 2, 35 (fälschlich 6« gesezt) gehört hierher. Ferner 8u: rävp Kaiskr. 180, 20. 24. Srijcu 191, 11. tfiugenlichen 167, 14. und vielleicht das im 14. Jh. begegnende au z.B. Notizbl. 4, 87.ff. 101. 105. 338; vgl. über ü = m § 114. Ueber die unter gewissen Bedingungen erfolgende alte Verengung des au in o § 54; vgl. auch ao § 67. Im 8. 9. Jahrh. kommen noch einzelne au vor Lingualen vor: Mauruch Pctr. 83, 22. Audo Pctr. 48, 29. Audulfu* Kozroh 59. 135. Causo 818. 824 Meichelb. I. u. 368. 446. Pctr. 83, 39. Kozroh 85. Ueber die neuere inundartlichc Verengung des au in « § 40. Dieselbe stützt sich auf die Aussprache du, die jezt wenigstens im ganzen bairischen Gebiet herrscht. —j Ueber den Umlaut du § 72. Zu erwähnen ist das aus Zusammenziehung entstandene au in dein Flulsnamen Sau = slov. Saca, und dem Namen des steirischcn Nebenflusses der Sau, Sacina = Saun (im 12./14. Jahrh. Sounc geschrieben) ebenso wie der Mark an der Savina. wobei auch die Schreibung Sora für Saee, Socina für Sariim in Betracht kommt*). Im 15. Jahrh. kommt au wieder vor: Sauntal 1478 M. Habsb. I. 2, 814. Das heutige San, Santa/. Sdneck erklärt sich durch d => au § 40. *) Tangl in den Steir. Mittheil. X, 95. In der Pariser Liederhandschrift ist ■SA«egge geschrieben, £ ist hier in ou aufzulösen, Alent. Gr. § 70. In steir. I'rkdn des 13. Jh. kommt auch die umgelautete Forin Seeuegge [also zu Souuegge] vor. Steir. Mittli. X. 147. § 90. 91. 92. 76 Da» au in «trau- 1445 MB. XXXV. 2, 336 erklärt sich wo! aus o -+- ir; haw Heu hat unumgelautetcs au. § 70. Neben dem alten Diphthong au hat der bairische Dialect einen jüngeren aus ü entwickelt. Er tritt einzeln im 12. Jahrh. auf, wird au und ou (§ 99.100) geschrieben und hat Ende des 13. Jh. völlig die Herrschaft gewonnen. Das älteste Beispiel wäre fg th 3, 4 au/uori, wenn kein Schreibfehler vorliegt. Milser c. 1155 M1S. XXVIII. 2, 232. auf. dauchte 1251 ebd. XXIX. 2, 403 IT. (hier Überhaupt au = ii, eu = tu, aber ein einziges ei fllr t, welches noch beibehalten ist) Marlarn 1203 ebd. XXVIII. 2, 387. Tranlenberch. Hauten 1280 Wittel»!). Urk. n. 132. auz. haut/mm 1287 n. 168; in der Salzburger Stlnc von 1287 (Köhler Uber Gesch. des deutschen Rechts in Oesterreich S. VI if.) die alten und neuen Voculc; purckmawer. auzzerhalb. tauten! 1292 Klosterneub. n. 48. auf. tau-'tut 1297 n. 59. In einer MUnchener Urk. von 1309 (MB. XXXV. 2, 31 ) steht n und im, durchaus ei, und ein tu neben mehreren tu. Wo iiu 14. Jahrh. noch h gesehrieben ist, darr es mehr fllr altmodische Schreibart als für lebendigen Vucal gelten. Vor r wird gcwönlich awe geschrieben, indem r einen Vorschlag erzeugte: Jfwver c. 1155 MB. XXVIII. 2, 282. purchmamer 1292 Klosterneub. n. 48. nackgtpmum- MB. XXXVI. 2, 17. gepauiecr. tameer w. Gast A. 665. nataaer gem. Leb. 692. Auch das neue au unterliegt dem Umlaut, § 72. Festen Widerstand leistet Auter dagegen (Euter) Schm. 1, 127. Castelli 68. Lexer 12. Schöpf 23. au für gemeines tu, das gleichzeitig erscheint, fbhit sich wol auf einen Tausch dieser zwei Stufen des « zurück; doch ist auch m für in zu erwägen, § 60. mm 1329 Klosterneub. n. 233. uaie». naumzii/ül 1391 Schlager 1846, 96. »am 1399 MB. XXXV. 2, 220. nairnte 1409 ebd. 263. naientkalb 1407 MB. XXXV. 2, 258. naicen. namrunge. 1464 Notizbl. 6, 205. HamM 1317 Klosterneub. n. 167 (im Siegel 1 Umfeld). Umtn-imu 1289. 1291 Alteuburg. n. 46. 59. amptlart 1355 Klosterneub. n. 373. laiten 1357 Schottenst. n. 258. lawt 1360. 1379 n. 273. 318. tarnten 1895 MB. XXXV. 2, 194. piderlawl 1398 ebd. 212. '371 Alteuburg. n. 282. tpraieczen (inf.) 1445 MB. XXXV. 2, 827 ff. bei der Jaukten. Fankltrkunch (neben Vawktentckuech) 1316 Sleir. Mittli. XI, 84. lankte Garel I, 16. belauekt 1351 Schottenst. n. 210. belrwckten 1372 Klostcrnenb. n. 458. Vgl. auch ou fllr in § 101. Aus heutiger bairischer Mundart weifs ich nur das Rauf = rittf. Schin. 3, 158 anzuftlren, so wie aus den XIII comuni ausgebreiteten Beispiele: Faur, Laut, tautseh, Tauvel, eimbr. Wb. 120. 142. 177. Als ou kommt dieser Laut an der Scmpt vor, Schm. § 259. § 71. au für ii und « ist aus älterer Zeit nur dürftig verbürgt: lavmlein, naupffVocab. f« der Gräzer Univ.bibl. f. 5. rw. 26; dagegen ist u-aurhait 1361 MB. XXXVI. 2, 108. autem. 77 § 71.72. 73. autemt. fravss. gelmtzzen Megenb. A. 11, 29. 47, 1. 18. 46, 4. 72, 31 wahrscheinlich durch schwäbische Hand veranlagt. — Heute ist au = u (lang nnd gedehnt) ein oberpflÜzischer Diphthong, der daher auch in der Tepler und Oberplaner Mundart erscheint: Schm. § 113. Bav. H, 194. 198. Nassl 10. Petters Beitr. 72. In der Nürnberger Mundart war es auch lebendig, weicht aber neuerdiugs einem trüben unklaren Laute ou oder uo; Stromerbüchlein 43, 14. Frommann zu Grübel 3, 233. Aufser dem oberpfiilzisohen Gebiet hört man au für a auf der linken Seite des Rotthals, Schm. § 114. Bav. I, 358; ferner vor n in der östlichen Steiermark und im Ueltener Thal (Tirol), Schöpf bei Fronimann 3, 92. Maister 10. — Die Aussprache dieses au ist nicht rein diphthongisch, sondern mehr zweitheilig du; der Umlaut ist äi. Auch für o erscheint au: chaurgerild, ehaurlehen 1257 Passau Notizbl. 5, 168. Heute kommt es vor in Altbaiern, namentlich zwischen Sale und Salzacli (Bavar. I, 347. 360), an der Hz, im Viertel ob dem Wiener W.*dd (Tschischka 261), an Schwarzach und am Böhmer Wald, in der Oberpfalz, Sellin. § 330. 335. Grübel 3, 234. Nassl 10. Es wird hier meistens äv, du gehört, im Pusterthal gradezu ou, Schöpf 92. Das au im Lavauter JJaur, Donner, Lexer XII, ist durch Auflösung des n entstanden. Ueber au filr uo vgl. ou § 103. AU. |EVÄ*V, > ^ § 72. Dieses Diphthongzcichcn erscheint im 13. Jahrh. und ist 1) Umlaut des au, 2) Fortentwickelung des tu, sowol des alten Diphthongs als des Umlauts von v. In beiden Werten findet sich äv, : sein, Heiria, kneidik, speit, teit,, Meißle, zeih, Bavar. II, 198. Grübel 3,234. Nassl 11. — c) für oe: freiht, Qheir, Und, neitn, greifsa, treistn, heicha: Bav. II, 195. 202. Grübel 3, 234. Nassl 11. — Zu bemerken ist dafs die Muudart ou = 6 spricht, also als mundartlicher Grundlaut lÜr dieses oe ein öü anzusetzen ist. 85 §82. £0. § 82. Der Diphthong eo ist die eigentlich bairische Gestalt der Brechung der ersten Steigerung des u; eo herrscht im 8.9. Jahrh., im 10. wird es durch io zurück gedrängt und erlischt im 11. gauz. Deolint Petr. 85, 28. Deomot 43, 10. Deomolh 7J-J- MB. XXVIII. 2, 68. Deo pure Petr. 31, 8. Cotadeo MB. XXVIII. 2, 6. Gotndeo 821 ebd. 29. Kotidfi 927 Juvav. n. 61, 3. Petr. 31, 10. Peradeo Ronoh 31. Ellandeo 168. Engildeo 8$£ MB. XXVIII. 2, 84. 1037 ebd. 84. 976 Juvav. n. 74, 6. c. 1010 Meichelb. I. n. 1176. Petr. 23, 27. Engildeo. Berideo 1004 Notizbl. 6, 21. 89. Berideo 976 Juvav. n. 74, 10. Hamidto Petr. 130, 27. Uandto 782 MB. XXVIII. 2, 41. Himidto c. 780 Meichclb. I. n. 89. Taeadeo 789 MB. XXVII. 2, 51. c/ineo gl. Ilrab. 1406. — clteol Dcukin. LXI, 6. — Pleoninga* 815 Meichelb.I. n. 325. Kozroh 105. theo-noet Otfr. F. I. 19, 2. drnmtta Dkm. LXXVII, 12. damot gl. Hrab. 918. tleonohm fg. th. 53, 2. — teor gl. F.mm. T. 407. Teomwin Petr. 81, 6. Teorinhora 908 MB. XXVIII. 1, 127. Teormtshmtir c. 750 Meichelb. I. n. 6. — drob Dkm. IV. 8, 1. leoban fg. th. 5, 7. Ltoparto 888 Roth Beitr. 4, 24. — Eodo 824 Meichclb. I. n. 467. Endunc 7üfl ebd. ll. 19. Eodemgetdorf Kozroh 122. Deodolt 81. minileod. teofleod gl. Emm. I. Illemlperht 781 Meichelb. I. n. 71. Jlltodwin 888 n. 607. Bleodro 777 MB. XXVIII. 2, 198. Leodro Petr. 91, 16. Read 807 Meichelb. I. n. 150. lteodir 782 n. 97. Erphunetreod Kozroh 31. — Entindnrf MB. XXVIII. 2, 19. farpeotan gl. F.mm. I. 405. gnbcntmto fg. th. 59, 27. thentes Otfr. F. II. 4, 18. den/n fg. th. 38, 6. Musp. theoto Otfr. F. I. 1, 11. deotono fg. th. 39, 16. tltmtom 5, 8. 87, 14. 39, 16. deatun 6, 13. Deoto Petr. 36, 2. Thmto Kozroh 80. Deotto 770 MB. XXVIII. 2, 6. Deota Kozroh 272. DmUm 779 Meichelb. I. n. 70. Deotuni MB. XXVIII. 2, 6. UeotUo 901 Roth Beitr. 4, 33. Deodolt 775 Meichelb. 1. n. 59. Deotolf 85£ MB. XXVIII. 2, 84. Dtotol/adorf c. 900 Meichelb. I. n. 914. Deatbald 927 Juvav. n. 61, 3. Drotpatn Kozroh 161. Deotperht 77. Thtotker Petr. 14, 22. Deotker 800 MB. XXVIII. 2, 10. Dentgit Petr. 43, 7. Iteothnrt Kozroh 109. Deothelm 30. Theothelm 754 MB. XXVIII. 2, 15. Teotlaih Petr. 32, 29. Teotin.ir 15, 88. Deotrih Petr. 9, 160. Deolrich 10j} MB. XXVIII. 2, 80. Deotram VoVr Kinmer. Schenk, n. 10. Deolmint Petr. 10, 2». Irmmdeot 24, 11. — Leotolt c. 780 Meichelb. I. n. 73. arleotan gl. Kmm. I. 408. — Deozinbach 827 Kozroh 55. urdreoz gl. Emm. I. 402. keozuu fg. th. 3, 6. mnrigrrnz 15, 14. kamericreoiol gl. Ilrab. 448. Adnlleoz 767 Meichelb. I. n. 18. 789 MB. XXVIII. 2, 48. Jlrnad-/eo* Kozroh III. Modalität 840 Meichelb. I. n. 610. Wolfleoi Petr. 69, 60. «eo-zanto gl. Teg. 74. rw.*). tpeoz gl. Hrab. 1286. fnreheotan Isid. 1. forleotan fg. th. 5. 1. Ileatan gl. Hrab. 175. freotantem gl. Emm. 1. 407. — ßeogente fg. th. 11, 6. — droh gl. Cass. 27. 114. ftrnhei fg. th. 23, 14. Smeoha, Smeohan Kozroh 41. 42. 213. Feoht 52. 75. Fenhtkireha 821 Meichelb. I. n. 412. leoht fg. th. 25,8.47,19.61,2. I)kin. I.XI, 7. leohte gl. Hrab. 928. rilaleohtiv gl. Salixb. 808. leohttrimo fg. th. 51, 21. Leohtilo 806 Meichelb. I. n. 146. In vcrsclunolzcncn Silben fear fg. th. 25, 10. — deorntm fg. th. 27, 18. — in den reduplicirten Perfecti» hreofan fg. th. 17, 20. umpiecrent gl. Emm. I, 498. — In dem aus fremdem StofT zusammengezogenen ptor gl. Hrali. 697. Ganz zu trennen von diesem eo ist eo — eo (air) in eo Dkm. LV, 6. 7. LXXVII, 2. Eoperht 890. 897 MB. XXVIII. 1, 102. 104. Eolittp 838 Meichelb. I. n. 607. tomer gl. Salish. 309. eotrihl fg. th. 39, 2. neoteiht 21, 3. neoman Musp. — huueo fg. th. o. *) mit i über t. weil dem Abschreiber eo bereits zu altcrthüinlich war. § 90. 91. 92. 86 weo gl. Cas». 182. — Eleoperht Kozroh 109. b. 781 Meichelb. I. n. 71. Ebenso wenig gehört eo =jo § 13 hierher. § 83. In einigen Namen mit stammhaftem eu hat sich in späterer Zeit die Brechung eo merkwürdigerweise neu gebildet: 1) Mansnamen mit Hut: Leotolt zwar schon 780 Meichelb. I. n. 73., aber später IAutolt, Leutolt; 1461 Notizbl. 9, 381 Leotolt. — Liutpolt, Leutpolt, Leupolt (1459. 1469 Altenburg. n. 415. 437) in latinisirter Form Leopoldus 1286 Altenburg. u. 36. Klosterneub. n. 19. 2) Ortsnamen mit Hub —: der Name der steirischcn Stadt Leohen war Liuben, Leuben im 13. Jahrh., noch 1478 Lewben M. Habsb. I. 2, 712. lewbenisch 1499 Melly Siegelk. 92. — Das oberösterreichische Lconbach hiefs Liubenbach Leubenbuch, Garsten. Urk. v. 1219 Arch. VI, 313. Lewbmpach 1472 Haupt 4, 318. Das niederösterreich. Leoberstorf Leubenstorf 1282. 1341 Altenburg. n. 26. 205. Loubestorf 1339 n. 206. Ein neues eo komt für o in Oesterreich ob der Ens, zuweilen auch in den Vierteln ob dem Wiener Wald und ob dem Mannhartsberg vor a) für altes o: Fleo, Streo, Eor, Neot, reot, Scheofs. Treost, heoch. b) für gedehntes o: Deorn, Keorn, Heort, Teochter. Dieses eo klingt auch dumpfer, fast wie eu: ilreun, read, greufs, peufsen, steufsen, Beuset (Bosheit) Höfer 91. f. Tschischka 261. Castelli 13. Man hört eu auch im bairischen Wald an Hz und Wegscheid, Schm. 338. Bavar. I, 357. EU. § 84. Die erste Steigerung des u wird in den ältesten bairischen Schriften weit seltener mit eu bezeichnet, als sich aus der im 8. 9. Jahrh. herschcndcn Brechung eo § 82 vermuten liefsc. Ich weifs wenigstens nur eu fg. th. 21, 22. Deutperht Petr. 28, 5. Leuto 28, 22 anzufüren. Es herrscht durchaus in § 94. Indessen beginnt dasselbe im 12. Jahrh. der neuen Gestaltung zu ru zu weichen; da die Anzeichen davon in der Schrift schon um 1150 sicher sind, müssen wir den mündlichcn Beginn noch früher setzen. Vgl. auch öu für in § 104. Die urkundlich datirten Zeugnisse 6ind 87 Uutoldu* 1137 MB. XXVIII. 2, 103. 1160 ebd. 241. 123t Urk. ob d. Eu» 111. u. 24. mmutatr 1166 MB. XXVIII. 2, 283. LeHbmumiu. Ltupoldus 1159 ebd. 114. Staute c. 1155 ebd. 232. I.mbmmce c. 1180 Meicfaelb. I. n. 1856. Treuenriet 12. Jakrh., Xamhwen Auf. des 13. Jabrh. Kuiiiier. .Schenk, n. 266. Rate o. 1204 Altenburg. n. 2. Strunzenreut 1218 Gütweih. Uk. n. 27. Pmhace». I.eebenbach 1219 Arch. VI, 318. Levprimdiu 1229 Klosterneub. n. 5. Leubmanet-darf. Levpoldus 1232 G5tweig. Uk. n. 38. I*rtuhm zukommt. § 90. 91. 92. 94 Die lebenden bairischen Mundarten haben jenes ie tftr i vor r allgemein; vor m und n zeigt es sich in den Prono-miuidformen im, in, inen, weicht hier aber gewönlich dem ver-waiiten ea, §§ 75. 88. Einzeln erscheint es auch vor andern Konsonanten, z. B. in kSrnt. Kiel, sieb nie, Riese Lexer IX., tirol. Kies Schöpf bei Frommaun 3, 94. In stiege und wiege ist die Diphthongisirung allgemein deutsch, Grimm Gr. I, 163. 3. A. Vor r fludct sich auch das als i gesprochene »7 im 16.17. Jh. gebrochen: gthier 1667 Obcrbair. Arch. XXV, 348. gebierlick 1609 Notizbl. 4, 226. ei(-piert Arch. XXV, 98. fierjang 121. nottier/ticklich 1678 Notizbl. 8, 392. lante-/irrsten 1622 ebd. 381. — Auch dieses ie dauert heute fort. §91. Vor n wird e zuweilen zu ie gebrochen gien Trient. St 120. Insbruck. Ps. 84. Stildtekr. 2, 132. 283. Oberbair. Arcli. XXV, 128. 135. — gien (Regen) 1477 ff. Obbair. Arch. XXV, 23. 30. 61. 146. u. 5. — »Heu 1487 Obbair. Arch. XXV, 147. ttiend 108. 119. — zwitn 1584 Notizbl. 7, 138. zwirn: verdien Fsp. 81, 21. Dieses ie ffir e findet sich besonders in gen, sten in Tirol, das Uutcrinntlial ausgenommen, sowie in Kärnten (Gail- und Möllthal) Frommann 3, 95. Lexer XI. — üeber i für £ § 52. Ganz nahe steht ie fllr oe in schien (Tirol) Frommann 3, 95. Zu erwähnen bleibt endlich ie = eo im Namen Leonhart. Im Volksinunde hört mau nur Lenhart., Le'nhart, vgl. Sellin. 2, 473; geschrieben wird seit Jahrhunderten lAenhart z. B. 1445 MB. XXXV. 2, 328. 1479 M. Habsb. I. 3, 690. - Dazu vergleiche liebart Leopard, Garel V, 73. IO. § 92. Die Brechung des tu zu io ist bairisch im 8. 9. Jahrh. nicht häufig, da der Dialect eo vorzog, § 82. Die fg. th. halien gar kein io, Musp. hat es neben ia. Otfr. F. sezt in einigen Stellen io gegen ia des V: Holter I. 4, 33. riozan III. 24,53. niozent V. 22,5. gibiotan IV. 4,5. firliosan IV. 1,3. Jter IV. 6, 2. thiorna V. 12, 19. In einem Document von 890 Juvav. n. 54 kommt das Adjectiv diotisc vor. Urkundliche Belege sind , Itlindrn 76!> Meichclb. I. n. 22. Ihatkeri 820 n. 392. Vintkhirikn 848 n. 055. Dintpert 868 MB. XXVIII. 2, 69. Dintrirh 874 ebd. 70. Dintmnr 890 Juvaria n. 54. 896 MB. XXVIII. 1, 113. Diotler 897 ebd. 115. nintytr c. 900 ebd. 2, 27. Ileridinthutun c. 900 Meichelb. I. n. 948. In Ktlnndieo 821 MB. XXVIII. 2, 29 lind hmthertrxriend 853 Meichelb. I. n. 67!» kann schwanken zwischen io und eo 103 § 102.95. hervorbrechen, aber auch /.wischen ie und in, wie in den nicht seltenen Füllen dieser Schreibung im 11. Jahrh. *) Im 10. Jnlirli. ist io in den urkundlichen Eigennamen gar nicht selten: loperkt 906 Ml). XXVIII. 1, 139. Diotolt 908 Meichelb. I. n. 987. J)iotric 923 Juvav. n. 61. Engildio. Diotpald. Diotrick 925 n. 61, 5. JHotmur. Dintram 927 n. 61, 2. 8. Diotila. Diotker. Diotrat 930 n. 61,82. Liodro n. 61, 87. /Jiotkrum c. 980 Meichelb. I.n. 991. Diotrick. Dioza. Dwtmar 9jf MB. XXVIII. 2, 73. AM-lioz c. 950 Meichelb. I. n. 1069. Engildio 955 n. 1031. Uiotmar 961 Juvav. n. 188. Uiotpolt. Diotkart c. 960 Meichelb. I. n. 1042. 1045. Diotperkt. Diotkeri. Diotpirich n. 1054. Diotrick (neben Engildieo, Diexi) c. 985 MB. XXVIII. 2, 88. Aus dem 11. Jahrh.: Diomuotiuga c. 1000 Meichelb. I. n. 1122. Itintmnr. Diotperkt. Joduuck c. 1004 Notizbl. 6, 44. Engildio c. 1010 Meichelb. 1. n. 1170. Diotprekt. Urliock c. 1090 n. 1265. 1266. Engildio 1098/1137 n. 1294. Und noch aus dem 12. Jahrb. Engildio c. 1140 MB. I, 15. Das Verbrflderungsbuch von S. Peter in Salzburg hat aus verschiedenen Zeiten Namen mit io, zum Theil auch mit ieo: Diomuod 4, 8. Tagidio 138, 2. Diotpirc 47, 31. Liodro (i3, 3. Lioteri 40, 52. Dieotpreht 58, 44. Dieozn 68, 26. Zu diesem urkundlichen Zeitverlifiltnifs stimmt dals die bairische Glosscnfamilic (Teg. Möns. Salzb. Zwetl) gewönlich io hat, daneben ie, mit einzelnen eo und ia. Reduplicirte Priitorita mit io kann ich nur belegen mit »tiozeme» gl. Teg. 191. stiozame» gl. Möns. 336. Einzelne io bietet auch ein Miinchcner Homilienbruch-stück (Haupt 8, 107 iomer. niomer) und ein Ambraser Predigtfragment (Fundgr.I, 64 f. vio. niomanne). Otlohs Gebet (Dkm. LXXXII), sofern es hier überhaupt zu benutzen ist, hat io, ie und ein ixt. § 93. Die oberösterrcichische Mundart besizt io an Stelle von altem iu nio, drio, Fior, Tior, Diofl, Xiog, Hägen, betringen,, ebenso in Diob, Oriobe, tiof (§ 94), ferner in den Infinitiven trio/en, »ioden, bioten, giofien, rerliosen, JHogen. In dem lezten Falle kommt dieses io auch in den an Oberösterreich und Steiermark grenzenden Gegenden Niederösterreichs vor. Die Analogie, hat dazu geführt auch in dem durch Zusani-menziehung aus kmre.z entstandenen KreuJ» und dem durch Na-salirung diphthongisirten vewtehi dieses in einzuführen: Krio/n, irimeln. Höfer Volksspr. 85, 81. Tschischku 260. *) ßioetperkt c. 1004 Notizbl. 6, 46. — Engildieo. neridien c. 985 MB. XXVIII. 2,88. Dieotprekt. Tienmo tOjf ebd. 77. Tientnar 1027 Juvav. n. 89. Homidieo § 94. »5. 96 iu. § 94. Die zweite Steigerung des u ward im bairischen früh mit iu, selten mit eu § 85 bezeichnet, wiewol eo als Brechung dafür im 8. 9. Jahrh. herschte. In einigen Worten leistet der Dialect Widerstand gegen die Brechung, so dafs iu neben.ie fortgeführt wird: ir;«/i!ii* c. 1130 Meichelb. I. u. 1282 b. — riurom (d. sg.) gl. Möns. 823. — Hup Milst. 162, 29. liupper Neith. lt. 47, 9. 59, 23. Liulrtuta Emmer. Schenk, n. 28. I0)f. JJnpirih 927 Juviir. n. 61, 27. Liupitun Neith. 102, 4. Gaiclitip 70, 9. 18. Hohen (inf.) Milst. 16, 36. Oenes. 20, 32. — tiuf Syon 52. tiufa Otfr. F. V. 6, 2. Hnfen 8, 24. tiuofo 28, 86__liugen (inf.) Vor. 48, 29. : urliugen Dietr. Fl. 2383. :gelingen Otack. 15 .1. — muh Musp. 18. An der Salzach dauert dieses iu rein fort: driu, niu, hiur, Fiur, Stiur, Ditib, tiuf, biugt, liugt, fliugt Schm. §§ 257. 311. Bavar. I. 359; über diesen wie oi und ui gesprochenen ungebrochenen Laut § 98. 111; zu eu entwickelt in denselben Worten § 84. Geschrieben wird ie, iu, il, i"c, ie, yu; über ui § 111. Vor Vocalen geht u in über: iuu, iw, iuw. Vor Liquiden ist die erweiterte Formel iwe im 13. 14. Jahrh. nicht selten: »iuel Kaiskr. 5, 7. — nitre» Kaiskr. 5, 23. friirent Bened. Fr. 76. 94. Parz. D. 187,80. frimende 90,3. — fiwer Kalikr. 5,30. llened. P. 86. Wernh. A. 2980. Tundal. 51, 6. Warnung 299. Parz. D. 130, 9. Gundach. 1015. fixer gem. Lob. 942. fiutrer: ungehiuwer Haben. 698, 1. — hinter Kuiskr. 304, 28. Kidegg. Hs. immer. — »Ihrer MB. XXXVI. 2, 218 ff. »Himer: geh ininer Haben. 192, 5. — hiuwtr : »Hairer: inirer Neith. 13, 15. — Ihrer gern. Leb. 138. Riedegg. Hs. immer, titeer sjiirer Neith. 47, 38. fiwer .• t'mer Freuend. 114, 1. Gundach. 1016. liaben. 412, 1. — meutiwer Parz. I). 553, 12. Ueber den Uebergang von iu zu eu § 84. § 95. Ein zweites iu kennt der bairische Dialect wie das gemeindeutsche in dem seit 10. Jahrh. entwickelten Umlaut von h; auch dieses gieng zu eu über § 85. Zii diesem iu gesellte sich die Denung von m. Wir finden lteime zwischen iu und ii: frinmle: »iimle Wien. Merf. 132. frimitlen : »ündeu 41. gefrimden : »ändern }. Tit. 16, 4. nutinr :fnr Teichner I.s. 172, 10. : rerlür 85, 222. Auch dieses gedehnte « ist zu eu im Dialect geworden, wenn schon nur au.'11a ms weise, § 85. Auf Unsicherheit der Schreiber beruht iu für üe iu jicze gl. Flor. 148. fft'iutte Vor. 364, 20. pfrient Geisenf. Pfr. 6. Das c. 1085 Meichelb. I. n. 1251. Kngihlien c. 1180 11. 1313. Auch ein kommt vor, wobei an ei fllr ie $ 79 zu denken ist: BlÜKdeio 9if MB. XXVIII. 2, 74. Deim-rirh e. 1035 ebd. 83. 103 § 102.97. ähnlich entstandene iu für oü setzt zugleich den im Volksmunde bereits vollzogenen Uebergang des iu in eu voraus: frnl Kindli. 71, 82. /Wurfe 78, 88. 82, 39. Tundal. 46, 46. 58, 8. /rinde, be-tchiude Angenge 26, 75. 27, 86. friudrn Gundach. 2134. frmt Killdll. 97, 79. striut 94, 78. yeilrml. gefriut Tundal. 62, 55. gutriuU entmint Kindli. 90, 62. Zuweilen entsteht iu durch Zusammenziehuug Vinn (nimm) Ami» 1518. — ninr Laber 275, 1. Gciaenf. Pfr. 8. «iicer 1316 MB. XXXV. 2, 47. — Vgl. § 61. 86. OA. § 96. Die älteste Diphthongisirung des o, des Steigerungsvo-cals von a, ist oa. Li literarischen Denkmälern ist es sehr selten: fron gl. Urab. 928. toimter 438. toanti 839. eoazono leid. 1. und mehrmals im Frising. des Otfr. (gegen ««) uintfoarit I. 1, 77. roartun I. 22, 24. moat III. 20, 74. 181. heizmoati III. 20, 129.' roazegen V. 5, 20. boak I. 8, 15. Dagegen begegnet es in urkundlichen Eigennamen bis in die Mitte des 9. Jahrh. sehr häufig; im dritten Viertel des Jahrh. scheint es zu erlöschen. Tomoart Bleichelb. I. n. 140. 197. Toalpah Ko/.roli 4. 63. — 8oamperht 808. 843 Meichelb. I. n. 117. 622. — Choanrät c. 780 Meichelb. I. n. 96. Croauinpach Kozroh 121. 161. Sorna. Soanpure 814. 830 Meichelb. I. n. 310. 562. — Ponpo 771. 824. 841. 849 Meichelb. I. n. 31. 466. 618. 667. Poapituella. Poapintal Kozroh 117. 78. — Oadalpald 825. 833 Mciehelb. 1. n. 492. 596. Oadahjnaz Petr. 70,20. Oadalger Petr. 42, 27. Oadalkir 750. 848 Meichelb. I. n. 8. 655. Uadalcrim 776 u. 56. Oadalgrm 826 n. 597. Oadulhart 782. 808. 853. 860 n. 97. 170. 622. 678. 805. Oadalhilt Petr. 42, 30. Oadalmunt 777 Mcichclli. I. n. 65. Oadalrih 778 n. 65. 827 Archiv XXVII, 258. Oadalmale Kozroh 157. Oadalmih Petr. 44,1. — Urondaut Kozroh 44. Hroadinc 73. llroadnnc 16; 772. 813 Meichelb. 1. n. 41. 294. J/roadolret 777 n. 57. ITroailolvinga Kozroh 5. Jlroadachar 65; c. 760 Meichelb. I. n. 10. llroadperht 824 n. 464. Ilrandpirima Kozroh 62. Ilroadprant 85; 825 Meichelb. I. n. 492. ffrondgi'r 800 n. 704. Ilroadleoz Kozroh 111. Ilroad-Unt 836 Meichelb. I. n. 509. Jiroadirar 788 n. 98. — lhtatilinpach Kozroh 2. 17. 46. 163. — Moatbert Kozroh 8. Moathart 815. 846 Meichelb. I. n. 329. 640. iloatnni 824 n. 472. Bmldinoat 806 n. 281. — Toato 793. 807. 811 Meichelb. I. u. 110. 168. 287. — Oazo Kozroh 26; c. 790 Meichelb. I. n. 98. Oazilo 824 n. 456. — Poazolf 814 Bleichelb. I. n. 297. — Droaz 774 ebd. n. 47. — Oaipald c. 800 Meichelb. I. n. 276. Oaipirin c. 810 n. 178. Oatpurc Kozroh 155. Oatktr 774. 828 Meichelb. I. n. 47. 626. Oatrich 762 BIB. 8, 364. Otuiummc 772 Bleichelb. I. n. 42. Kozroh 17. — Oago 787. 836 Meichelb. I. n. 99. 600. Droago 828 n. 520. Xtroagnn 840 n. 610. — Pnah Kozroh 7. 11. Pouche 825. 833 BIcichclb. I. n.488. 596. Poachmauia Kozroh 64. Iloacheri Petr. 96, 24. Ich füge hier ans Freisiuger Urkunden eine Uebersicht über das Verhältnils von o und seinen Diphthongisirungen /.wischen 8.39 und 866, dem lezteu Jahre, wo ich ou nachweisen kann, bei 839 Bleiehelb. I. n. 607: 6 .1, kein oa, 1 uo 841 n 9 613: 2 <;, 1 oa, — 842 «* » 615: 3 <;. » 2 uo n m • 621: —i 1 oa. 4 HO 843 n II 622: i ■>, 3 oa, —» n n ff 627: 2 4 oa. — Wbihholü. Bair. Gramm. 7 § 109.110. 98 844 Meichelb. I. n 631: 3 d, 2 oa, — 848 » 9 665: 6 6, 1 oa, 8 uo t 849 » * 661: 4 6, 3 oa, 3 uo 849 » * 667: kein 6, 2 oa, 1 uo 868 n 9 678: 1 t, 1 oa, 1 uo 866 n i 704: 6 6, 2 oa, -. 1 So wie wir in einigen Denkmälern ao fllr oa verschrieben landen, § 67, so begegnet auch oa fllr ao (au): Oato 825 Meichelb. I. n. 492. Petr. 89, 86. Oala 860 Mcichelb. I. n. 704. Kozroh 221. Oatilo Kozroh 6.7. Petr. 96, 26. c. 760 Meichelb. I. n. 11. Oatn-ckur 769 Meichclb. I. n. 22. Noato Kozroh 85. Meichelb. I. n. 303 a. 814. § 97. Das heutige oa des bairischen Dialects, ein dumpfes o mit nachschlagendem a, ist von dem alten völlig verschieden und eine Abart des langen ä, sowol in dessen primärer als se-cundärer Bedeutung. 1) oa für langes a (altes und gedehntes), wesentlich vor r, in Altbaiern, Niederösterreich, Steiermark, im kärntischen Gail-thal, an der Pegnitz, vgl. Bavar. I, 357. 360. Castelli Wb. 9. Lexer X. Grübel 3, 240. Einen alten Beleg gibt roat (rat) 1350 Schottenst. n. 238. Die altbairischen Aloam, toan füren sich nicht zunächst auf uo, sondern auf d = uo § 41 zurück. 2) Secundär steht oa für a als mundartlicher Vertreter vou 6, ai, au. a) oa für 6 in Tirol, Kärnten, Oststeier (Waiz), in Baiern zwischen Isar und Lech (Tölz und Stciugaden) und um den Ammergau, Kreut und Ober den Inn hinüber nach der Salzach, auch in den sieben comuiii: froa, Loan, schoan, Oar, Noat, roat, (jroafi, Sc/ioaß, Kloastar u. s. w. — Frommann 3, 96. Mai-stcr 11. Lexer XI. Bavaria I, 360 f. Cimbr. Wb. 38. Für gedehntes o zeigt sich oa namentlich vor r, in Niederösterreich, Tirol, im Drau- und Gailthal, zum Theil auch in Steiermark: voar, Zoarn, Oart, boargn: Castelli Wb. 14. Frommann 3, 96. Lexer IX. Der Umlaut dieses oa ist ea: Kloaster, pl. Kleastar § 75. b) oa ffir ai ist ungemein verbreitet: wir finden es in Altbaiern, in Oberösterreich, auf dem platten Lande von Nieder-österreich, in den zur österreichischen Mundart gehörigen Thei-len von Südböhinen und Mähren, in Tirol und den italienischen Gemeinen, in Untcrkärnten und im Möllthal, in Steiermark, z. B. Oa, Tool, Foam, Loam, oan, toan, Haar, Loab, Rouf, lioadn, 103 § 102.99. iroadla, Pfoat, Kroafs, Schwoag, bloach: Bavar. I, 346. Höfer 68. Castelli Wb. 8. f. Petters Bemerk. 71. Schöpf 96. Maister 9. cimbr. Wb. 78. Lexer XI. Für neues ei (i) kommt oa nur ausnamsweise vor. c) oa für au (ow) vernimmt man in den österreichischen Vierteln ob dem Wiener Walde und dem Manhartsberg: Loab, Zoam, Castelli Wb. 5. Für neues au (w) kommt es in der Neu-märker Mundart (Böhmerwald) vor r vor; a scheint durch die liquida erzeugte Zutliat zu dem dort üblichen 6 = au (u): troarö (traurig) Petters 71. Die Zeit des neuen oa scheint mir beschränkt, da es in der mehr städtischen Aussprache dem reineren d weicht, andrerseits wo es 6 vertritt, nach diesem einfachen Laut zurückstrebt. Ol. § 98. Wir habcu ein altes geschriebenes und ein jüngeres gesprochenes oi zu trennen. Li Schriften kommt oi selten vor, am häufigsten in dem fremden zusammengezogenen voit, vgl. u. a. eoytiehen MB. XXXVI. 2, 89. voytrecht 1352 Schotteust. n. 246. bicoilüt Litan. 218, 21. Das dem romanischen boju entlehnte boie, Fessel, dauert noch im tirol. kärntischen fort, Schöpf 48. Lexer 35, im Plur. mit Jotisirung: Pojen. Ueber oi für oe § 57; das alemannisch häufige oi für öu (alem. Gramm. § 69) zeigt sich bairisch sehr beschränkt. In fröiiren, Froid kommt es in der tirol. kämt. Mundart heute noch vor: Frommann 3, 97. Lexer XII. Der Diphthong oi des heutigen bairischcn Dialccts ist ein offenes o mit nachschlagendem i, das für iu und für ei eintrat. a) oi für altes iu ist eine Gestalt dieses Diphthongs, die zwischen eu und iu die Mitte hält. Schon Aventiu Chronica VIII. rw. sagt: „oi brauchen die Baiern für eu: oich, euch, ist ein silben, werden doch beyde buchstahen gehört." Ks ist heute auf die Fälle beschränkt, in denen altes iu fortdauert (§ 84. 94) und erscheint in Altbaiern, namentlich zwischen Alz und Sale und Salzach, ferner in den niederösterreichisclien Gebirgen, im Unterinn-, Ziller- uud theilweis dem Pusterthale, im kärntischen Gurkthal und iu der mehr städtischen Hede Uberüsterreichs: T § 109.110. 100 Schm. § 258. 312. Bavar. 1,360. Höfer 81. ff. Castelli Wb. 10. Frommann 3, 97. Lexer XI. b) oi für ai ist oberpfalzisch: klof, StoC, Moidla, Bavar. II, 195. Petters Bemerk. 71. f.; auch in Oberösterreich ist es eine Gestalt des alten Diphthongs, Höfer 68. Tschisclika 258. Für neues ei (i) hört man es in Tirol und im Gurk- und Glanthal (Kärnten): /otn, xchroin, loidn, schnoidn, woit, boi/sn, Zoiserl, roichi Schöpf bei Frommann 3, 97. Lexer X. — Ueber eu = ei § 87. In der Mundart von Tilliach im Pustcrthal und von Oberplan (Böhmerwald) kommt oi für o vor: droiht, roidn, toit, Noit, Koizet, groi/s, low, Troist, auch fllr gedehntes o: Doichter; Luterotti 62. Fetters Bemerk. 72. Es ist wol o mit nachschlagendem i. Ganz anders stellt sich oi das aus o mit nachfolgender mouil-lirter Liquida entstund; das o ist regclmäfsig verdumpftes a: oihchi (anbin, hinan); besonders häufig iu der Silbe cd: oje, Ho ix, boid, gfoit: alls, Hals, bald, gefallt; das l haftet auch noch: hoild, boill, schwillt. Unterinntlial und die östliche Steiermark haben dieses oj, oi: Schöpf bei Frommann 3, 97. Luterotti 3. 15. und schriftliche Mittheiluugcn. Auch in wol (iroill) kommt es vor, Luterotti 3. Öl = Ei § 81. OU. § 99. Die älteste Bezeichnung der höchsten Steigerung von u ist au, neben das sich im 9. Jahrh. ou stellt. Im 10. Jahrh. ist dieses zur Herrschaft gelangt, obschon au uicht ganz wich, § 69. Gegen Ende des 13. Jahrh. drängt sich au wieder vor und ou kommt allmählich ab, bis es in unserm Gebiet im 15. Jahrh. verschwindet. Am zähsten halten es die Schreiber in den Worten '/rown und chouf, clioufen. Der Gebrauch ist schwankend uud regellos, wobei auch das neue au für ü ebenso behandelt wird. Einige Beobachtungen: Eine Meissauer Urkunde von 1290 Altenburg. n. 50 hat nur ou, eine Klosterneuburger von 1292 n. 48 dagegen sezt au mit Ausname von frone uud our/i, ebenso erhält es sich in zweien von 1296. 1301 n. 59. 80, in einer andern Klosterneuburger von 1308 n. 123 kommen zwei alte otr, ein neues ow, sonst aber au vor; Klosterneuburger Urkunden 103 § 102.101. von 1311. 1340 n. 138. 290 haben nur au, ebenso zwei steirisehe von 1352. 1354 Notizbl. 4, 294. 317. In einem Document Herz. Albrechts von Oesterreich von 1338 (Melly Urk. n. 37) ist ou für den alten Diphthong, au (einmal ou) fllr den neuen gesezt. Zwei Wiener Urkunden von 1366 Schottenst. n. 284. 285 bevorzugen ou entschieden, in einer Schottenurkundc von 1380 n. 319 stehn sich ou nnd au an Zahl gleich, doch rührt diese Stellung des ou von den häufig wiederkerenden vrow, chouf, choufen her; auch eine Urkunde von 1391 Schottenst. n. 352 schreibt ou noch in diesen Worten, in einer von 1395 n. 365 ist auch hier aw geschrieben. Ueber die Aussprache lälst der bairische Dialect in seinen jüngeren Perioden nur schliefsen, dal» sie nach dem a hingeneigt, also ou mehr Anbequemung an die gemeine Schreibart als wirklicher Laut war; § 69. Aufser ou wird häufig 5 geschrieben; auch ü kommt vor, i. B. gl. Salisb. 311 pimofta, gituogini, guoma, ferner 'tnofte Dkm.' ,XLVII. 1, 12; Kaiskr. fniete 17, 1. küßtat 238, 8. züber 172, 11. gükelwre 66, 5; Genes. 72,18 güice, Entekr. 115, 28 geleobin, 116, 2 coli, Kindh. 74, 29 if u. ö. Vor Vocalen, später auch im Auslaut geht ou in ow, ouw über. In den Zeitworten in pura mit thematischem j (to), welche in der Reihe ü, iu, ou schwanken, zieht der bairische Dialect ouw vor, also pouwen, prouicen, trottwen. Ueber den Umlaut ou § 104. § 100. Die neue Diphthongisirung von ü § 70 wird ebenfalls durch ou im 12-14. Jahrh. bezeichnet. Die ältesten Belege sind Gerdröd 1177/1201 Emmer. Schenk, n.235. Nienhüsen n. 254. Prönowe Berclitesgad. Schenk, n. 116; dann hat die Vorauer Handschr. schon viele ö = ii, die Milstütcr führt dieses neue ou sogar durch. Weiteres geben die Heime zwischen ou und ü, die auf dem Uebergang von » in ou beruhen. Sie kommen wesentlich vor m, b,f vor; aufserdeni vor n, t\ g, ch bnum: rnm:fiüm j. Kr. 12814. rim:sa,,m 88G7. tomcMn 12528. s«»w : htm 12896. 20051. pJUtn: goum Otack. c. 669. rüm: goum c. 221. 699. .-«MM <■•488. boumt: renüm« Laber 87, 4. murne s turne Gudr. 1603, l. tmume: turnt Kr. 3725. znumr: turne j. Tit. 679. 4. gnumeu: tümen Otack. c. 461. träume*: rer-turnen Laber 371, 4. smmel: rümel: rertümrl Kr. 835. rertumel: getrnumet Helmbr. 615. turnt: giiuml Otack. c. 176. gegoumt: rüml r. 438. itiml 0. 142. — Arngin : gebroun Otack. e. 35. :geroun e. 5. .-schau* e. 10. : getrau» c. 35. 38. Brün: .fr,um c. 130. : getroun c. 55. — trübe: loube Krone 11623. gelouben: hüben Suchenw. 9, 197. 10,181. 17,49. zoubtr.-tibtr Krone 8661. — if: tauf Krone § 109.110. 102 20056. Helbl. 1, 1814. 4, 488. 8,216. Teichner Ls. 67, 128. 141, 86. : lauf Krone 7676. 9064. 18888. 28100. Teichner La. 56, 108. 208, 28. 211, 86. Suchenw. 21,25. 22,107. 26,247. 88,114. : »lauf Krone 12375. -.strouf Georg 1066. ; touf Georg 124.8674. 4080.6659. : trouf Krone 19688.27150. httfe: laufe Laber 348,1. hüfen:goufen Helbl. 2, 581. : konfen Haben. 691, 8. : loufen Hclmbr. 1186. Labor 62, 7. 814, 8. gehäfi: »lauft Otack. c. 12. — trüt: anst hout Otack. c. 776. beschaute: lüte Laber 848, 4. träte: sproute Georg 3693. — Ilugen: taugen Otack. c. 279. — auch: buch Helbl. 3, 145. : slüch Hclmbr. 413. krouch: buch Helbl. 4, 894. ; räch 128. Der Schlüte auf die starke Entwickelung des ou=ü im 13. Jahrh. im bairischen Dialect ist hiernach gerechtfertigt. Den Schreibern der Handschriften entschlüpfen daher viele neue ou, wie u. a. die Riedeggcr Hs., die Meraner Bruchstücke des Garel beweisen können. Das in der Voraucr Handschrift vor n, r, l namentlich häufige i für kurzes u löse ich nicht in ou, sondern in uo auf. § 101. In dem 11-14. Jh. treffen wir nicht selten ou für tu geschrieben; vgl. au für tu § 70. Nvtiraihusin Kinmer. Schenk, n. 127. nottser (novus) 1816 Klosterneub. n. 166. grilich Hilst. 8, 15. getroe (:K»tw) Vor. 21, 25. geträe Kniitkr. 492, 81. 495, 1. ungelr/fe 352, 20. getri'icelich Milst. 77, 21. ungetrdelich» Kaiskr. 327, 24. troirt 1386 Klosterneub. n. 266. tratet (f.) Kaiskr. 528, 14. trouicen (d. sg.) :frowcen, Hitcr. 7022. 7152__vrauent (vrimt) 1812 Altenburg. n. 116. gesSne Milst. 6, 18. ansnrne. Knraj. 79, 6. Muts Hilst. 88, 14. — murin Vor. 9, 27. wteWne» 17, 24. tärlichen Kaiskr. 325, 13. — Lorbtstorf 1339 Altenburg. n. 206. taufei Vor. 39, 13. — ee dnvte Karaj. 87, 16. bctlaui (3. cj.) Wernh. A. 3874. hcdole Milst. 88, 5. tttiseh 164, 1.. hole Parz. G. 125, 7. /tätigen Kaiskr. 2, 1. ckort (ehuit, chiul) Hilst. 122, 28. 156, 28. Karaj. 34, 2. 92, 10. lovte Karaj. 23, 4. 26, 2. lovten (d. pl.) Karaj. 22, 21. 23, 17. 87, 16. Hilst. 39, 20. 1297 Altenburg. n. 78. laut 1290 Notizbl. 6, 344. Altenburg. n. 50. 1293 n. 65. 1297 n. 78. 1291 Melly n. 30. Ute Parz. D. 107, 6. Loutirein 1293 Altenburg. n. 65. 69. Hott 1293 Altenburg. n. 65. Fronchenrnuthe. 1144 ebd. n. 1. rätet Milst. 23, 11. roetin Karaj. 5, 12. 6, 8. 16. — chrorzze Karaj. 41, 5. chrorzxeten 96, 10. fldzzit Fundgr. II. 144, 2. — Voustrics 1294 Melly n. 30. urchnusche Mai A. 172, 16. — Höhet Fundgr. II. 144, 5. de Fouhten c. 1150 MI). II, 331. lihte Milst. 3,10. Karaj. 25, 25. lohten Milst. 3, 11. Hier hat deutlich ein Tausch zwischen den beiden Stufen der U- Steigerung statt gefunden. Heute wird dieses ou nur verbürgt für die Mundart an der Sempt (Bach der zwischen Freising und Mosburg in die Isar geht): nou, drou, Four, /tour, Stour, Toufl,, Schm. § 259. Ba-var. I, 359. § 102. Von diesem Diphthong ou oder au trennen wir ein i, ott, welches aus Unentschiedenheit zwischen o und u entspringt und sowol in alten Schriften als in lebendiger Mundart vorkommt. Comtipolt c. 1088 MB. XXVIII. 2, 84. chäne Vor. 353. 12. tmgewän Kaiskr. 327, 28. — brulegäm Exod. 96, 22. britgtlm Milst. 187, 1. sistgome Phys. 2, 38. 103 § 102.103. sitegöm Karaj. 99, 9. Urne Kaiskr. 50, 81. h'men 76, 18. beatmen 887, 26. frtmdiu I'ara. G. 5, 21. — gflde Vor. 208, 7. (Iren,Irl 10|f Emmcr. Selienk. n. 75. urbifr Kaiskr. 464, 14. rare Vor. 858, 27. antwifrte Kaiskr. 76, 16. pourt 1388 Meichelb. II. n. 179. verwirkte Kaiskr. 178, 15. — iberlith gl. Tegerns. 228. r»-. kaf Kaiskr. 503, 33. Affenliebe 388, 7. — jtk Psalm o. Vor. o. Dkin. LZXXII. Genes. 18, 28. mäkle Vor. 212, 5. Wahrscheinlich ist auch ü filr o hierher zu ziehen: will Milst. 14, 3. erbälgem Kaiskr. 225, 24. sflh 208, 18. würden 270, 6. Die Tiroler Mundart hat dieses ou fiir gedehntes o namentlich vor Liquiden und «: ii-ou/, Und, houl, vour, Kourn, Ronan, louan, Houf, Proufei Maistcr 8. Froimnaun 3, 92. In Baiern (um Passau) und im Inuviertel zeigt es sich vor r und hi vour, Dour, Houre, valourn, Dourf, mouring, Douchta, Ouchs; in Steier und Kärnten findet es sich auch vor den andern Konsonanten: groub, loubn, Klaube, Oufn, ouft, Gouda, Poudn, proudeln, Pout, Toute, Pousn, nouch. Lexer IX und mündlich. Auch o sehn wir durch ou vertreten, wie es scheint durch Linguale bedingt: Outjmrch Petr. 64, 12. bmrtes Vor. 218, 16. ntien 377, 17. bride 884,17. ekiiet 347, 22. trloten 349, 13. erlfoe 877, 16. trUstnre. 377, 19. un/rötte 8. Weitere schriftliche Belege feien mir; die heutigen Mundarten haben aber diesen gebrochenen Laut noch um Passau, im Innviertel, in Tirol, Unterkärntcn, Oststeier und auch an der Pegnitz: frou, Stroit, Droitn, Our, Rour, ploudern, Broud, roud, Schou/8, groufs, boufm, Trount: Frommann 3, 92. Maister 11. Lexer XI. Grübel 3, 234 und mündlich wie handschriftlich. Hier und da in diesen Landschaften wird auch das aus d verdumpfte o (lang und gedehnt) zu ou gebrochen; so im Lavcnt-thal, in Oststeier, im Passauisclien: irou, Oumpos, lloun, Zoun, toumn, Schouf, Hönau, Nouhad (Nähe). § 103. Wir haben endlich ou für uo anzutiiren. In den Schriften des 10-13. Jahrh., welche 6, ov, oe fiir uo setzen, ligt der Zweifel sehr nahe, dafs hier ein andrer Laut als uo erscheine; da auch ü fiir ou geschrieben wird, mag ö und seihst oo eben nur eine Umstellung der Zeichen nicht der Vo-cale bedeuten. Wir fassen daher dieses ö, ov als ganz gleich mit uo, bestärkt darin dafs in denselben Urkunden dieselbe Silben mit uo und ov geschrieben sind: so in einer Passaucr des 10. Jahrh. (MB. XXVHI. 2, 73), in Salzburger Schenkungsver-zeichnissen des 10. und 11. Jh. (Juvav. 61. 74. 93. 106. Notizbl. 6, 17. 22. 41. 69. 70. 71); ebenso wird in Handschriften des 12. § 109.110. 104 13. Jahrh. (gl. Admont. Genes. Bened. Pr. Parz. G.) 6 für ou und uo gcsezt. Ganz zu trennen von diesem graphischen ou für uo ist das lebendige, welches ein hervorstechendes Merkmal des oberpfal-zischen Dialects ist, und das in dessen ganzem Gebiete, an Regen, Unteraltinühl, Vilz, Nab, Pegnitz, Rösla, Eger, Tepel zu hören ist; z. B. zou, Kon, Ron, frou, thoun, Four, Boub, Bloud, Brouder, Mouder, gout, Foufs, Hörnten, gnoug, Bouch, Touch: Schm. § 378. Bavar. II, 203. Grübel 3, 240. Nassl 12. öü. § 104. Der Umlaut des ou ist im Wesen cius mit dem Umlaut des au und daher gelten eigentlich die unter eu § 86 verzeichneten alten Beispiele auch hierfür. Wenn wie ich nicht zweifle die Schreibung äi ein Versuch ist, äu auszudrücken, so steigt dieses zum Anfang des 11. Jahrh. hinauf: Pongöic (1004) Notizbl. 6, 141. Allgemeiner wird es im 13. Jahrh., mufs aber bald dem du, eu weichen, da au das ou verdrängt. Unechter Umlaut gibt sich auch kund: J'röwe Kindh. 68, 83. 69, 78. seiner hausvroien erown Vrsula. vnserr vrtw'n 1354 Klosterneub. u. 360. schäume Kindh. 80, 14. Bemerkenswert ist altes äu für iu: griieellch Kindh. 82, 48. .'Jmm GcisenfeUL PO. 47. //ifwiel 1808 Altenburg. n. 95. Ochenpiint Emmcrnn. Schenk, n. 263. RSil. Rtitem. 254. 261. goUMmer B«ir. LnntUY. n. 1281. 1335 Klosterneub. n. 259. — Vgl. eu fflr in § 84. Nur gering sind die Spuren einer Diphthongisirung von e und oe: äu für e: owenzwagen Wilh. K. m. 275, 16. ö» für oe: oMtem 1293 Schottenst. n. 72. Lebende Beweise dafür gibt die oststeirische Mundart, die ein diphthongisches äü (ö mit nachschlagendem ü) hat a) für e, d: präüln, käülda b) für ä (ii): Väülc (Fülle) c) für du: Knoül, für eu == ei Spöül (Speil. Splitter). P'6 o1,erPföli«8che Mundart hatte als Umlaut von ou = uo ein äü = üe; wenigstens setze ich dieses äu als Vorgänger des heutigen äi, ii an, § 81. UA. § 105. Der Diphthong ua als alter Sprofs des 6 § 53 ist dem hairischen Dialect nicht angenehm. Derselbe zieht in den 103 § 102.105. literarischen Denkmälern des 8. 9. Jahrh. o und uo, in den Eigennamen o und oa vor. Die fg. th. haben kein ua sondern neben 6 nur uo *); Musp. hat 14 uo, 5 ua-, Emmer. Geb. (Dkm. LXXVII) sezt nur ein ua neben 6 und u (= uo). In den Glossen kommen ganz vereinzelte ua vor: gl. Emmer. zu Prise, masduam, gl. Tegems. arruarCero 19, ungicuager 63. untartuaut gl. Vindob. 327. Der Schreiber der Freisinger Otfricdhandschrift vortäuscht daher auch zuweilen das Otfriedsche ua mit uo. Als Belege aus bairischen Urkunden kenne ich fllr ua Sutimprrht 829 Meichelb. I. n. 641. — Chmnrat 759 n. 10. 848 n. 622. Kozroh 27. Cnum. Cruanhart 816 Meichelb. I. n. 346. Puanlim Petr. 66, 16. Pumitetltumn 845 Meichelb. n. 637. — Jfiuirm Petr. 50, 29. Luarnn 1041/60 Jnvnv. n. 106. — Ptuipn 759. 830 Meichelb. n. 9. 579. Piuibu 841 n. 612. — Uruadperht 822. 860 n. 417. 474. 837. Ilrmdcoz 830 n. 571. Kozroh 145. Rrnadrat e. 860 Meichelb. n. 732. UadedperU c. 830 n. 571. — Uw,In 7\° MH. XXVIII. 2, 6. Mmttu c. 860 Meichelb. n. 704. Tmto 804 n. 128 (Toto n. 132. Toulo n. 127. 184) Kozroh 254. Tuata Petr. 42, 29. — Jluatmi Kozroh 79**). Hiernach kommt ua im alten bairischen Dialcct nicht zur Geltung. Indessen hatte uo im Yolksmundc bei eintretender Schwächung des zweiten Vocals einen unbestimmten Laut, der sich ua näherte. In einer Urkunde von 1480 im Oberbair. Arch. XXV, 64 fand ich zweimal guat; und die heutigen bairisch-östcrreichischcn Mundarten sprechen an Stelle des alten uo einen Diphthong, der gewönlich als ue, seltener als uo oder ui, nicht unhäufig als ua in der Schrift widergegeben wird. Schindler schrieb u>; die oberbairischen Dichter setzen gewönlich ua; fiir die Gegend an der Ilz wird es auch sonst verbürgt, Bavar. I, 357. Ffir Oberösterrcich ist ue angenommen, während fiir Nic-dcrösterreich ua gilt. In Tirol hat das Unterinnthal und der Anfang des Zillerthals ua, in Kärnten das Drauthal und das Unterland, in Steiermark hört man es ziemlich deutlich. Auch fiir einige Orte der XIU. coinuni ist es verbürgt. — Schindler § 382. Höfer 96. Tschisclika 262. Castclli 16. Petters 71. Lexer XII. Schöpf bei Frommann 3,96. Luterotti 7.21.30.33. Cimbr. Wb. 41. § 106. Von diesem alten Diphthong ua trennt sich ein neuer Doppellaut, der von den Lingualen besonders abhängig ist und sich meist auf mundartliches u zurückführt. *) 3, 14 mmto ist nicht ganz sicher. **) Unsicherheit des Schreibers zeigt sich in Uaoppo e. 930 Meichelb. n. 1016. Voatila 836 n. 599. § 106.107. 106 \ Am häufigsten ist ua filr o, das wir als a zu denken haben. Hs erscheint vor r in Baiern von Passau bis Straubing, vom Regengebirg bis zur Donau, au der Isar hinauf bis Landshut und von da zu den Vils- und Kolbachquellen (Bavar. I, 358); ebenso im Unteriunthal und in Unterkärnten (Frommann 3, 96. Lexer IX): vua, ealuarn, gttuarbm, duart, Wuart, suargn; uarm. — In der Tepler Mundart ist es auch vor andern Konsonanten zu hören: hual, Hualz, vua, Kuarp, nahen, Kuapf, Huaf, Kruat, Huasn, Vuagl, Luach; ebeuso filr verdumpftes a vor nasalirtem n: Muä,//juä, Ruaft, Guas, Nassl 14. Dazu hat die Tepler Mundart den Umlaut na: schüäln schälen, üa~le ähnlich, Güä's, llüäf, Vüägl, Rüädä'. Für o erscheint ua in der Tiroler Mundart (Frommann 3, 96), so wie in Untersteier (Murcck): Luan, Nuat, tuat, gruaß. Für ai durch « vermittelt, besonders vor n, im Unterinnthal, Zillerthal, in Oststeier und in der Tepler Mundart: uan, kuan, Siuan, muan, mein Uad, Schöpf bei Frommann 3, 97. Luterotti 31. 46. 49. Nassl 14. Die Duxer Mundart, die zu unechtem Umlaut sehr geneigt ist, hat üa: früa = froh, Gschrüa = Gcschrei, Luterotti 46. 49. UE. § 107. Aus Schwächung der Diphthonge uo und ua entstund ue, das in gewönlicher Rede früh neben jene beiden, namentlich neben das fester haftende uo getreten sein mag, vgl. Ruedolf 925 Juvav. n. 61, 10. Pueaingen c. 1000 Meichelb. n. 1126. In gebildeter Rede und Schrift dauerte uo noch im 13. Jahrh. rein fort und nur selten entschlüpft ue, das dagegen im 14. sich vordrängt und das uo beseitigt. Das schwanken zwischen uo und ue im Volksmunde bezeugt deutlich das Schriftzeichen ue, das im 12-15. Jahrh. vorkommt: hermüede Karaj. 26, 9. müedir Milst. 75, 25. messe Fundgr. II. 142, 5. wdehse 143, 21. (Dkm. XXXIX. 1, 5. 6, 4)*. güet 1357 Schottenst. n. 258. 1419 Notizbl. 4, 300. guot. huobherre. huoebherre Leoben. Urk. n. 1389 (Stubenberg. Arch. im Gräzer Joanneum). Für ue wird sehr häufig u. gesezt und ii; da beide Zeichen auch üe vertreten, mischt sich ue und üe. Im 15. 16. Jahrh. •) Ich glaube darin keine Boieichnung de» Umlaut» sehen zu dürfen, vgl. Mullenhoir Dcnkin. S. 887. 103 § 102.107. findet man auch m z. B. genweg 1412 Notizbl. 9, 297. Hwetin-ger. Pwech 1429 MB. XXXV. 2, 295. bair. Freili. 86. zwesprueh. darzwe 1509 Notizbl. 5, 496. Das ue läßt sich trotz dem Einflüsse des gemeindeutschen u in bair.-österreichischen Schriftstücken bis in das 18. Jahrh. häufig nachweisen; man vergleiche z. B. 1604 Arch. XVII, 68. 1609 Notizbl. 4, 224. f. 1611 ebd. 484. ff. 1626 ebd. 7, 296. ff. 309. ff. 1712. 1720 Schlager 1839, 354. 356. f. In der Aussprache lebt es bis heute in dem ganzen Gebiete mit Ausschluß der Oberpfalz, welche ou spricht, fort, indem nur die Färbimg des zweiten Vocals (ua, uo, ui) kleine Verschiedenheiten schafft. Wegen des dumpfen gutturalen Anklangs schreiben manche «'. § 108. Ein unechtes ue erscheint für u vor l und r, indem die Liquida einen Vorschlag erzeugt »Ael Vor. 12, 4. mel 47, 10. »mel 62, 12. — «war Psalm 17, 82. »» Para. 788, 9. Krenc 22246. :lm Krone 3867. 12363. :zm Pari. 789, 19. Wien. Mcrf. 159.220. Mehr. 6664. Wigam. 975. — frum:pi»lunm Otack. c. 800 u. o. :heiltuom c. 771. : lier.iigtunm Enik. 280. : rtektuom: ni/.m Krone 22395. : tieehlmm Otack. c. 48. :rltluom Tundal. 66, 10. Krono 12. : rxom Krone 216. 5118.12029. irntuom : .h'tum M. Magd. f. 22. biilmm: «medium Otack. c. 298. — <»»:*««» Hclmbr. 77*. :num IJictr. Fl. 2418. Rahen. 1067, 8. : Inon l'faflenl. 278. Gem. Leb. 302. Parx. 28, 24. 48, 4. 80, 25. 198,6. 298, 16. 649, 13. Wilh. 269, 28. Wins-beke 1, 1. Krone 5031. Biter. 1947. 2081. 0167. Ortnit 20, 4. Wolfdiet. 6, 1. 111 § 148. 149. Emst 264. Mai 180, 32. Helmbr. 617. Meier. 2469. 12600. Wigam. 1405.4128. Otack. c. 17. 24. 184. Enikel 278. 323. — Humdtn: gebunden Parz. 181, 11. : fanden Willi. 208, 4. 808, 24. : begunden Parz. 648, 16. : künden Parz. 326, 14. 493, 18__stuont :fmt Paiz. 352,29. ; begund Otack. c. 446. : hin! Parz. 218, 18. 288, 25. 237, 14. 417, 10 u. 0. Willi. 273, 3. Blai 83, 32. Meier. 6742. Gundach. 1644. 2689. : unleunt Parz. 180, 8. 185, 26. Krone 8022. : munt Parz. 405, 16. Wilh. 146, 24. Krone 25092. Wigam. 2534. Otack. c. 30. : mmt Wilh. 432, 2G. — etimtitiiont Dietr. Fl. 9536. — Verlar :fmr Otack. c. 91. : »nuar Suchenw. 22, 170. ewmren :füren 13, 151. fnorn: lurn Dietr. Fl. 9031. : turn Ilelbl. 14, 60. — fuort: burt Krone 16376. :fnrt 4262. 18078. : hurt Frauend. 262, 26. : spurt Krone 16204. Suchenw. 15, 153. : gegenieurt Krone 4002. hurt: gefuort Wolfd. 217, 4. ruort: npurt Suchenw. 80, 49. antirnrt: zefuort: ruort Krone 27281. hurteifunrte Wilh. 29, 12. hurten: zefuorten Krone 18382. behurten: beruorten Suchenw. 6, 89. — unfuorc: Ilareeburc Helbl. 8, 1166. — huoben : schaben Krone 12416. — fnoz : gnz Parz. 672, 1. buoze: tumernusse Wigam. 1695. prust: turnt Wölkst. XV. 4, 8. — »luht: nuoht Ilelbl. 2, 1362. zuht: gernnht Colocz. 108, 245. : versnobt 291. gemmlu : fnhi Wilh. 61, 8. Seltener findet sich ü für u, doch ist es häufig in Psalm. Vor. Wernh. (Berlin. Hs.). Parz. D. Wilh. K. Tegcrns. Arzn.; vgl. auch Trutolf lOjj" Emmcr. Schenk, n. 52. mroger gl. Admont. 374. hünherro Fundgr. 1, 59. Von lleimcn weils ich nur fuor: WigamAr Wigam. 640. 1845. UAr&t: gemuot Dietr. Fl. 411. Auch ü fiir iu wird sich durch « filr tu vermitteln und also dieses w mit dem ü für n zu vereinigen sein; am häufigsten hat es Vor., sonst vereinzelt: fuohte Fundgr. 1, 62. getruwen Parz. G. 616, 28. in der punte MB. XXXVI. 1, 19. gruozeloht Tegcrns. Arzn. 1. d. Die lieimc zwischen u und uo zwingen dazu gleiche Aussprache iu diesen Füllen anzunemen, und da der Oberdeutsche niemals uo wie u aussprach, dagegen zur Diphthongisirung selbst einfacher Vocalc vorzüglich vor Liquiden neigt, so wird man an eine Diphthongisirung von u zu uo glauben und darauf auch das Schriftzcichen u für u und m in den älteren Handschriften xiirückfÜreu müssen *). • Rückblick auf den Vocalismus. § 115. Der bairische Vocalismus ruht auf der festen Grundlage des deutschen, der sich in bewundernswerter Reinheit auf dem uralten Fundament der indogermanischen Sprache aufbaute. Die Gewichtverändenmgon der drei Urvocale a, i, u iin Ablaute, die Abänderungen in Umlaut und Brechung sind reinlich vollzogen. *) Dafs 3 kein Vocalzeichen gegenüber konsonanti>eheni r int, beweisen die ko.....linntischen f, z. 11. nngeterleirb 1419 Notizbl. 4. 300. frrienlirhen 1432 ehü. 303. Inllucaüil 1525 Obbäir. Arch. XXV. 273. 112 a tu e, ä e o eu iu eo io ia ie ea u : iu u : ü 0:8 au ou : du öu o : ob Aber in diesen Reihen bleibt die lebendige Volkssprache nicht. Ihr Vocalismus ist wilder und reichcr als der streng gepflegte der Schriftsprache. Wärend in diesem nur ausnamsweise Wechselsprünge über die Schranken der drei Klassen geschehen, begegnen wir in den Volksmundartcn den wunderlichsten Tauschen: a wird z. B. zu ii, ai zu d und ü, ue und w zu ai, üe zu eu, i bricht sich zu ie, e zu ea. Es sind dies Vorgänge, die nicht durch die Gesetze des Ab- und Umlaute und der vocali-schcn Brechung zu deuten sind, sondern die auf andern Trieben beruhen. Die Entwickeluug des neuhochdeutschen bewegt sich iu verwanten Wegen. Man denke an die Zerstörung der alten Qiiautitätsvcrhältnissc durch die Denung der Kürzen, durch die Diphthougisirung von i und w, durch die Vereinfachung von ie und uo zu » und u. Auch hier wurden die alten Lautreihen durch einander gerüttelt; aber wilder und kecker geschieht alles in deu Mundarten. § 116. Was zuerst die Quantität angeht so erscheint als hauptsächliche Störung die in groteem Matec durchgeführte D e-uung sämtlicher Kürzen. Im bairischen werden alle im gemeinen Deutsch geschärften Stammsilben gedehnt, und umgekehrt die gedehnten geschärft, vgl. §§ 36. 43. 48. 51. 55. 57. 61.5)5. Auf die Denung haben die Liquiden n uud r, ferner A den grüteten Einflute. Seltener werden alte Längen verkürzt, doch findet sich solches a aus ä (auch aus d=ai, au) § 7, i aus »19, u aus ü 30, e aus e. und ei 13. § 165-167. ' 128 Es entstunden die Reihen — i u a i iu d 6 ai au ou (oiu uöTüa) («0.6) Dazu die jüngeren Umlaute d : m uo : üe 113 § 148. 149. Die Entartung der Suffixvocale und der zweiten Compo* sitionsthcile vollzieht sich in allgemeiner Weise. Für die Diphthongisirnng der einfachen Längen hat der bairische Dialect besondere Neigimg. Von ihm geht die allmählich durchdringende Fortbewegung des i zu ei 78, des u zu au 70. 100 aus. — Wenig entwickelt ist der Ucbertritt von a und e (ä . w . e. w) zu ai; dagegen herrscht au für a in der Oberpfalz, 71. Zwcilautige oder gebrochene Diphthonge entstehn reichlich aus einfachen Vocalen: ao ans o 68, ea aus e ö (<'. ce) 75, eo aus o 83, oa aus a und o 97, äi aus o 98, 6u aus o und o 102, öü aus e und ö 104, ua aus o und u 106, üe aus o 108, vgl. § 117. Dazu kommt der Tausch unter den Diphthongen: ai mit oa 97 und uo 66, au mit oa 97, ie mit ea 74 und di 81, iu mit ou 101 und ou mit uo 103. Die stets vorhandene Gegenbewegung äufsert sich in der Verengung der Diphthonge in einfache Vocale: ai wird zu ä 39 (diefs ä verdumpft sich selbst zu o 56, und verkürzt sich sogar 7), ebenso gibt au seinen zweiten Bestandteil auf imd verengt sich zu ä 40. 7. Auch uo tritt zu d über, dem es blutverwant ist 41. Die Verengung von ai (ai; eu aus öu und iu) in die £-Laute (e.a-.oe 45. 46. 44. 59) ist im bairischen selten; ebenso hat der Dialect e aus ie 4G, ou aus o 54, ü aus iu 69 nicht sehr gepflegt. § 117. Sehr mannichfach sind die Veränderungen der Art. Die mechanische Assimilation erscheint in der Periode, wo die Suffixvocale noch Farbe hatten, ganz in der gemeindeutschen Art, z. B. hartara gl. Teg. 190. rw. wedaran Otfr. F. IV. 22,11. — gisidäi^l Teg. 220. rw. gitprdhili 221. ßreuümi 235. vizisigo gl. Möns. 331. — Enz oh Petr. 65,34. Zozzolo 65,8. Adol-olf 90, 41. mastvogolo gl. Altaich, »elbomo Otfr. F. III. 16, 63. liobomo V. 4, 14. dtomun gl. Teg. 223. »colonter 222. rw. lioh-toro 71. rw. uimro Otfr. F. IV. 19,76. Eporo Petr. 89,17. »io-gapizodo. Iiolodo gl. Tegerns. 229. rw. gieinodon gl. Möns. 398. lohozunga Psalm 76, 18. geiloson gl. Salisb. brochosön gl. Möns. 374. — Adulunc Petr. 42, 9. Gundulperht 16, 10. petulunga gl-Teg. 63. rw. Wxinaoi.il, Balr. Gnom. 8 § 117. 114 Die auf ein festes Assimilationsgesetz gegründeten Erscheinungen des Umlauts und der Brechung vollziehn sich im bairischen wie im gemeindeutschen, zeigen aber auch Besonderheiten. Gegen den Umlaut behauptet die lebendige Volksrede hartnäckigen Widerstand, während in der Schrift Nachgiebigkeit durchbricht. Eigentümliche Acul gerungen des Umlauts sind, dafs das gemeinhin dumpfe a («) des Dialeuts sich in den Fällen, wo hochdeutsch ü oder e eintritt, zu reinem « ( zu e, e und ö zu ä, o zu e und a, u zu o und a, ü zu i zu ö und e, eu zu ei, üe zu ie. Auf diese Verschiebung wirken die Liquiden sehr ein: l wirkt auf die Wandelung von e zu a § 6, von o zu e 13, und verdumpft *l Die durch Vocalij-iruiig von r iu a, l zu i und ä (auch ö) entstehenden IlO|.peIlante ca, ,a, «o; ai, oi, au«, öü gehören nicht hierher §§ 158. 161. 115 § 148. 149. a in o 22, i in « 33. — m verdumpft a in u 28, n ebenso a in o und u 22. 28. 63, erbellt aber auch u in o 21. — r ist besonders kräftig: es wandelt e und o in « 6. 7, S in re 43, ü zu ö und e 13. 25, e zu i 18, u zu o 21, andrerseits a in o und u 22. 28, i in e 11, i in ü 33. Von den übrigen Consonanten wirkt /( am stärksten; es sezt besonders « in o um 22, o in a 7. Bei allen diesen Veränderungen sind die alten Klassenunterschiede der Vocale geschwunden. Das aus a durch Verschiebung entstehende o gehört weder der a- noch der w-Klasse an; das aus e und i gebrochene ea muls von der ««-Klasse, welcher sonst ea als Brechung von eu zukommt, abgewiesen werden; oa aus ai steht dem alten aus o sich brechenden Diphthong ganz fremd. Wir treffen mechanische Veränderungen durch Umstellung der Stimmwerkzeuge aus einer Lagciu eine verwante; diefs ist im Tausch von e und o auzunemen. Eine mechanisch» Umsetzung erscheint auch in ei für ie, ou für uo. Anderwärts geschehen Zusätze und Ablösungen: Zusätze wenn a zu ai und au, Ablösungen wenn ai und au zu ä werden, dessen Länge dadurch entsteht, dals die Zeitdauer von i und u dem a zugelegt wird. Auch blofs äuisere Aehnlichkeit bringt manche wunderliche Diphthongtauschc hervor: das eu für üe in der Mundart des bairischen Waldes beruht darauf dals üe dort wie ie lautet, die Mundart aber für ie das ungebrochene iu in der Form eu vielfach festhält. § 118. Die folgende tabellarische Uebersicht legt die einzelnen Veränderungen mit Verweisung auf die Ausfürung in den Paragraphen des vorausgegangenen Abschnitts vor. 1) Die Vocale der .d-Klasse. A 4 — 8. steht ftlr ä 7. für i und o 6. für ai und au 7. Irrationales a 8. Ä E 9. 10. 12. steht fUr ä und o 13. Irrational 10. 13. Syncope, Apocope 14. 15. Verschmelzung, Anfügung 16. 17. 8* 1 inlaut 9. 12. Denung 86. wird xu o 22, u 28, oa 97. wird au ai 66. zu au 71. I'mlaut von a 9. 12. Denung 48. 48. wird zu i 18, o 23, « 26. zu ea 75, ia 88. § 118. 116 Umlaut 84. 42. wird zu 6 56, ü 68. zu au 71. Umlaut von ä 42. wird zu os 58. Steigerung des a 58. A 84—41. ans a gedehnt 86. steht filr ai 89 (108. 112 «e, tu), ftlr au 40. ftlr i 89, d 88, uo 41. JE 42 — 44. < vertritt « 48. ai nnd eu 44. ö 58. fllr d 66. wird in oa 96, ua 106, uo 118, «e 107, (i aus ou 54). ui 112. Diphthongisirung von <3 96. Diphthongiairung von 6 105. SchwBehung von wo 107. Schwächung von uo 112. Diphthongisirung von 6 118. Umlaut 109. Umlaut von uo 109. wird zu eu, zu ie 89. OA >6. 97. I fllr ä (<1. t. ai. au) 97 ÜA | fllr «, o, vor r 106. UE | für a (= ai), 6, * 108. UI I fllr «1 = ', « 58. AO j für o vor r 68. AU 69 — 71. fUr « und 6 71. Alte Brechung von eu 73. Brechung von eu 82. Alte Steigerung 84. jüngere Fortbildung von i« 84. 85. Vertiefung au oi 98. Alte Brechung von iu 88. Brechung von iu 89. Verticftuig zu üe 110. wird zu i 46. zu ei 81. Brechung von iu 92. Steigerung von « 94. Umlaut von » 95. gebrochen zu io, in, ie 92. 88. zu eu entwickelt 84. 85. wird zu ou 101, zu ei 79. verengt zu i 60. EA [ neue Brechung 75. für ie, üe 75. EO | für ö 83. EU fllr ei 87. fUr äm 86. fUr ie, üe 85. IA | Neue Brechung von e IE 89 — 91. fUr i gebrochen 90. fllr t 91. fUr üe 89. 10 I neues io 98. IU 94. 95. 119 § 148. 149. OV 99 — 108. Steigerung des «99. Fortbildung von « 100, iu 101. Umlaut in im 104. Umlaut ron ou 104. I fllr e» 104, fllr ei 104. I Diphthongierung von e, « 104. UI fllr iu 111. fllr we 113. Vorgleichung des bairischen mit dem alemannischen Vocalismus. § 119. Die Ycrgleichung ergibt den Hauptsatz, dafs beide Dialecte ursprünglich aus demselben Boden entsprossen und ihre Verschiedenheiten erst allmählich entwickelten. Durch die im 12. 13. Jahrh. eintretende bairische Fortbewegung des i zu ei, des u zu au, des iu zu eu setzen sich sehr greifbare Unterschiede fest. Wir gehn die einzelnen Vocale vergleichend durch, soweit sie dazu auffordern*). a' zeigt in beiden Dialecten die Neigung nach der hellen und der dunkeln Seite. Vertreter von e ist es alem. weit häufiger, § 11, ids bairisch, 6. Für o läfst es sich alem. früher deutlich belegen, ist aber heute nicht stark entwickelt, §§ 11. 79. 112, während es bairisch ungemein verbreitet ist, 6. d für o kommt alem. uud schwäbisch vor, §§ 34. 87, ohne aber die bairische Ausbreitung zu gewinnen, 38. — u für ai ist alem. schwäb. früh und seit diem 14. Jahrh. umfänglich nachzuweisen, §§ 34. 87; jedoch wird es bairisch noch abertroffen 39. Für au begegnet d nicht häufig, § 34.87, dagegen bairisch ausgedehnt, 40. — « für uo kenne ich nur aus dem bairischen, 41. ce ist in seinen verschiedenen Bedeutungen weit mehr ein alemannischer als ein bairischer Laut, § 35. 88; dieser Dialect weicht ihm thcils nach d thcils nach e aus, 42-44. ai zeigt in beiden Dialecten dieselben Neigungen. Es vertritt in beiden eu, kommt für a, d in älterer Zeit und ohne grol'se •) Die Verweisungen auf die Paragraphen meiner alemannischen Grammatik Will ich durch das Zeichen § von den bloßen Ziffern der Paragraphen dieser bairischen Grammatik unterscheiden. § 117. 120 Entwickelung vor, §§ 49. 94. 127; 66, steht schwäb. § 94 und hair. 66 auch für «o; und ist für e wesentlich schwäbisch, § 94. ao als Uebergang von au zu o kommt alem. § 50 und bair. 67 vor, aber im bairischen weit stärker. Eigenthflmlich den bairischen Schriften ältester Zeit ist ao für oa. au die alte Steigerung der {7-klasse neigt sich alem. mehr zur Verengimg in o, bair. mehr in d. Ein wesentliches Kennzeichen des bairischen ist das seit 12./13. Jahrh. nachweisliche neue au aus ü, 70, das im alem. Gebiet nur von der schwäbischen Mundart fester angenommen ward, § 51. 96. — Das bairische hat auch ftir iu in älterer Zeit namentlich au 70, während die alem. Mundarten sich zur Diphthongisirung von u und o in au neigen, §§ 51. 96. 128. Schwäbisch ist au fiir ä und o zu Hause. Im bairischen Gebiet eignet au ftir a der obcrpfal-zischcn Mundart als besonderes Merkmal, 71. e der Brechung und e des Umlauts wird von alem. Dichtern des 13. Jahrh. selten § 15, von bairischen häufiger im lleim verbunden, 12. Die Brechung des i über die gemeindeutschen Grenzen ist alem., besonders schwäbisch, häufig § 14. 81. 114, bairisch ausnamsweise, 11. Die Dcnung des e läfst sich seit 13. Jahrh. namentlich vor r und h beweisen. Die bair. östcr. Dichter brauchen sie in zalrcichen Keimen, 48; die alem. vermeiden sie mehr, § 38. e als Verengung von ei kommt alem. und elsässisch besonders in älterer Zeit nicht selten vor und ist auch heute landschaftlich beliebt, § 36. 122. Bairisch ist es beschränkt 45. ea die alte Brechimg von eu kam in beiden Dialcctcn nicht recht zur Entfaltung, § 54. 130; 73. Das neue ea, Brechung von i, e u. s. w., ist bairisch, mit Ausschluß der Oberpfalz, recht heimisch 75; von den alem. Mundarten hat es die schwäbische § 98 reichlich. ei als alte höchste Steigerung des * beider Dialectc ist bei ai schon behandelt. — Das neue aus * entspringende ei gehört zu den unterscheidenden bairischen Kennzeichen, indem das alem. (mit geringen Ausnamen § 57) nur in Schwaben dem neuen Diphthong nachgab, § 99. ei ist ein wesentlich oberpfälzischer Diphthong 81. eo ist der eigentliche Brechungsdiphthong von eu des bairischen im 8. 9. Jahrh., 82; doch ist es auch alem. häufig, §§ 60. 132. — Ein neues eo ist auf Oesterreich beschränkt, 83. 121 §119. eu als weitere Gestaltung von iu ist bairisches Merkmal 84. 85; von den alein. Mundarten nam es nur die schwäbische an § 100. Die übrigen Allen des eu sind beiden Dia-lecten gemein. i aus e scheint bairisch, 18, etwas stärker als alem. belegt, § 21. 115. Der irrationale Zwischenlaut i tritt bair. 129 entschieden stärker als alem. auf § 23. i geht bair. seit 12. Jahrli. zu ei über, und bleibt alem. clsäss., vgl. ei. — Alemannisch ist i für ei § 40, dagegen kommt bair., vorzüglich oberpfalziscli, i für e vor, 52. ia, Brechung von iu, haben beide Dialecte nicht sehr entfaltet; der alem. § 62 jedoch noch mehr .-vis der buirische, 88. — Die Aussprache des gemeinen ie als ia hat das schwäb. clsäss., § 101. 134, wie das bairischc, ausgenommen das ober-pfalzische, 88. Uebrigens zieht das bairischc ea vor. ie zeigt keine Unterschiede; nur scheint die Neigung die A-laute in ie zu brechen, im alem. §§ 64. 102. 135 stärker als im bairischen. io, Brechung von iu, ist beiden Dialecten ohne besondere Vorliebe eigen; bair. 92 scheint es im 10. 11. Jahrh. stärker entwickelt als alem. § 66. 136. — Nicht bairisch ist io für uo § 66, 136; auf Oberösterrcich scheint neues io für tu beschränkt, 93. iu geht im 12. Jahrh. bairisch in eu über, vgl. eu. Die Erweiterung des iu vor Liquiden zu iwe scheint eigentlich bairisch, § 94. o ist über die gemeinen Grenzen im alem. sehr aus u entsprossen, §§ 24. 76. 116; bairisch geschieht es spärlichcr, 21. Die Trübung o aus a haben beide Dialecte gemein. o die alte Länge des a lebt alem. weit länger, §§ 41. 91.124 als bairisch; ebenso ist 6 für ou im alem. bis heute über das ge-wönliche Mals entwickelt, § 42. 91. 124, dem bair. aber fremd. — .Verdampfung des d zu o kennen beide Dialecte reichlich. ö für e und e gellt bair. stark im Schwange, 26; alem. schwäb. kommt es zwar früher vor, scheint aber jetzt verschollen § 28. 84. Nach dem Verliältnil's des o für u ist auch ö für ü alem. häufiger § 27 als bairisch 25. oe für üe und öu ist alem. heimisch, § 45. 92. 125, dagegen bairisch fremd, oe für ir kommt in beiden Dialecten vor § 46. 92; 58. 122 oa als sehr alter Diphthong ans 6, ist in den liter. alem. Denkmälern § 68 häufiger als in den bairischen, aber in den bairischen Eigennamen bis c. 870 sehr beliebt, 96. Das neue oa ist wesentlich bairisch, 97; im alem. Gebiet zeigt es sich nur auf schwäbischem Boden § 87. oi, Verdumpfung von ai, ist schwäbisch § 104, und oberpfälzisch, doch auch in andern bairischen Landschaften nachweislich, 98. ou für 6 begegnet alem., namentlich schwäbisch §§ 71.105. 139; das bairische zweilautige ou für o und d, 103, ist häufig. ou filr uo gibt ein oberpfalzisclies Merkzeichen, 104. Das bairische ou fiir u und iu, 100.101, fallt mit au zusammen. — In den Zw. bouwen, brouwen, trouwen, die daneben « und iu haben, zieht das bairische ou vor. u erscheint fiir o und a in beiden Dialecten gleichartig, §§ 29. 118; 28. — u für i ist alem. § 29. 85. 118 weit häufiger als bairisch, 30. w filr i ist gemeinsam, §§ 32. 119; 33. t1 in seiner Fortbewegung zu au scheidet die beiden Dia-lecte, vgl. au. Die Verengung von iu zu ii zeigt sich alem. § 47. 93. 126 etwas häufiger als bairisch 60. Als Verdumpfung von o und d. kennen ü beide Dialecte, der bairische aber stärker, 63, als der alemannische §§ 48. 93. 126. ua als Diphthong von o ist alem. häufig, §§ 73. 107. 141, kommt aber bairisch nicht recht zur Geltung, 105. — Das neue ua fiir ue hört man in beiden Gebieten § 73. 104; 105. Aufser-dem kennen beide Dialecte eine zweilautige Verdumpfung ua filr d = ai, § 73; 106. Das bairische hat sie auch für o 106, wo das schwäbische uo vorzieht, § 111. uo die alte Diphthongisirung von o halten die alem. Mundarten sehr lange, eigentlich bis heute fest, § 77; die schwäh. und elsässischen ziehen gleich den bairischen im ganzen ue vor. Gemeinsam beiden Dialecten ist die Bewarung des alten Diphthongs gegenüber dem gemeindeutschen ü. In der Oberpfalz hat sich uo zu ou umgestellt 104. 123 § 148. 149. Zweiter Abschnitt. Die Konsonanten. § 120. Verschliils-laute Reibelaute Zittcrlaut Nasenlaute Lippenschlufe P b / ph bh f Zungenschlufs 1 d * » l * 3 tiaumenscliluls k a ch j ng uk ch h Hauchlaut h. Ueber das allgemeine vergleiche man Alcinann. Grainmat. §§ 146. 147. Zu der konsonantischen Lautverschiebung gcnflgc die Tabelle. LippenschluCs Zungenschluls Gnumenschluls Urdeutech . . . Gotisch . . . Altobenieutsch Mittelhochdeutsch b p

ftlr /' ist boclientz Stricker Ged. P. 4, 241. 247. bochnitz 95 zurfickzufüren, gcmcinmhd. fochenze. Das steirische Boganze, Poganze für eine den Winden eigne Mehlspeise (slov. gibance) stimmt dazu. Einzelue Vertretungen: b für m in bit = mit, cimbr. Wb. 43. b für d in buo = du (Untersteier: Leibnitz). b für g: baue, bmaidi genug, geschmeidig, Höfer 71. § 125. Das iulautendc oberdeutsche b ist Verschiebung von got. sächs. bh, e und zeigt diese Stellung noch sehr deutlich (Alem. Gramm. § 154) indem die alte aspirata nicht selten noch haftet: sowol v (bh) tritt neben b noch oft auf, § 134, als auch / als die Verschärfung von v, § 132. Ebenso begegnet nun b ffir f liubil fg. tli. 6, 14. tüberkeit gl. Möns. 396. geeberet. Psalm 8, 9. freiet Krone 17776. 26468. :nebet Parz. 802, 13. Willi. 253, 29. frebel (adj.) Sumerl. 13, 70. »rebel 16, 71. ; ncbel Suchenw. 3, 142. King 2.b. koluck Oerel I, 31. 272. burckgraben 1453 Archiv XXVII, 117. — In Sckietbel hat der Dialect dieses b festgehalten. Die unaspirirtc media wird, wie § 122 nachwies, iu der ältesten Zeit sehr häufig durch p ausgedrückt, welches in manchen Worten sogar eine phonetische Verhärtung anzeigt. Sehr ausgebildet ist im bairischen der im alciuanuischen weit schwächere Zug (alem. Gr. § 155) ableitendes tr im In-und Auslaut in b zu verhärten. Die gemeindeutschen Beispiele dieses Vorgangs (falb, Schwalbe, gelb, Farbe, herb, gerben) sind bekannt. Die bairischen Belege beginnen iin 12. Jahrh bleib nllgem., kimelblak : rab A.vrer 232, 29. plnben Garel V. 71. NotiibL 4, 800. plaben NUrnb. Pol. 178. erplabt: gekokt Fsp. 267, 22. grab: ob Arm 2892,17. :kab 2391, 13. grab 1441 Schlager 18.16 2. 64. graber Snehaiw. 22, 85. graben Max Jagdb. 2. grabwerirk llerbemtein Moscovia B. ij. rw. >ab Megenb. 395, 10. »trab 1489 Schlager 1842, 41. abentiure Garel I. 121. Laz-laben 1377 Schottenst. n. 311. pkabe Suchenw. 8, 151. pkaben Mas Jagdb. 12. Wzikuolo, Bair. Grauim. || § 165-167. ' 130 falben Fsp. 821, 6. felblein 248, 5. arbeizze MB. XXXVT. 2, 68. harhet 2, 6. harb 1489 Obcrbnir. Arch. XXV, 165. herbein 1479 M. Habsb. I. 8, 884. 1616 Melly n. 18. färbe: darbe Laber 248, 1. färb (f.) Megenb. 23, 23. Max Jagdb. 4. ferbet: erbet Teichner Lb. 210, 53. tparbar Buir. Landfr. 1281 c. 51. echmarben Schm. 8, 475. — Melber, melbig, melbeln Schin. 2, 566. senibe Suchcnw. 9, 185. »enben g. Rom. 161. gerben Suchenw. 14, 155. »erben: sterben Laber 464,4. «rhmerb Schul. 8. 478. — fbig 1318 Klosterneub. n. 154. 1342 Schottenst. n. 211. ebichleich 1300 Altenburg. u. 84. 1305 Notizbl. 4, 9. leb (lea) Megenb. B. 22, 34. g. Rom. 69. Itbynn ebd. leb: beheb Sachs Weltkinder. »nebet Frauend. 508, 31. «eise: hebte Suchenw. 36, 16. — bleib : treib: vertreib Wölkst. IV. 3, 3. tchneiben Ilcrberst. 268. Avent. LXI1T. tpeiben : reiben Pichler 46. Micheltireiber. Wenigtieeiber MB. XXXVI. 2, 138. — Yheilt, 1353 Hohenfurt. n. 101. hibish Kaiskr. 195, 7. lähm Bened. Pr. 60. gilbe Suchenw. 33, 50. — grieben gl. Flor. 157. : lieben Sachs Pallas u. Venus. triube Denkm. XCIV, 16. — horib gl. Rom. 139. — »trüben Arch. XXV, 96. — hnlbe 1358 Schottenst. n. 250. hülbtn ürflz. Vocab. n. 1506. — ribe Garel II, 94. «itrübe 1412 Notizbl. 4, 11. riben Wemb. A. 3624. 3684. germbet Garel XIV, 7. annmbet: truobet Wolkenst. LXXXV11. 2, 9. ruebig 1611 Notizbl. 4, 484. ruebigk-liehen bair. Freih. 147. bernblieh 1476 M. Habsb. I. 2, 239. — witub Münch. Str. 124. witibe 1288 Steir. Mitth. IX, 232. MB. XXXVI. 2, 33. 1352 Klosterneub. n. 343. mitebe 1327 Notizbl. 4, 83. mibe Herbcrst. 281. In den heutigen bairischen Mundarten sind nur einzelne Reste dieses b geblieben, z. B. schneiben wud »peiben mit ihren Formen; Schnctberl; Aull (iuwel, Traunkreis); Methler; ruebig. § 126. Ueber auslautendes b ward § 122 bemerkt, dafs es nach dem oberdeutschen Auslautgcsctz gewönlich iu p übergeht. Seit dein 14. Jahrh. wird indessen sehr oft b geschrieben. Die Mundart stöl'st b zuweilen ab a) im reinen Auslaut: Lä, Lei, Wei, Sto (oberpfiilz.), grö, hat, Kar = Laib, Leib, Weib, Stab, grob, halb, Korb. — b) im verkürzten Auslaut: d (o. no. ro) blei, hie, Lei, Pro, Jiue = ab (hinab, rab), bleibe, Liebe, Probe, Bube. — Schm. § 411. Froin-mann 3,103. Ebenso findet sich Ausstofs: blein Tcichner Ls. 63, 7. bleut Schm. § 412. leckuelien Nürnb. Pol. 70. lezelte Lexer 264. hhch Schm. 2, 142. Lexer 145. Ilörrint Schöpf bei From-mann 3, 103. Im Gegensatz hierzu erfolgt Ein- und Anschub von b vorncmlich an m. Die Schrift bezeichnet ihn im 15-17. Jahrh. sehr reichlich. Wir füren nur einiges an: nttinl>. Phlantnh. ilarumb Herbcrst. 72. nnmbm, genmnben 1G37 Notizbl. 4, 361. ftambenbuum IStammbaum! Fresken a. liunkclstcin Text Bl. 2. 8. Haimbrau MB. XXXVI. 2, 225. tlaheimbtlen. anheimb* 1575 Notizbl. 4, 135. heimb Herberat. 73. Imttmhrit Arch. XXV, 87. paumbett g. Koni. 26. piiuib Hörbarst. 272. tlantttb Arch. XXV, 90. tttwmbnufe 1458 Notizbl. A, 188. gembtm Max Jagdb. 4. kemb 1484 Arch. XXVII, 118. nemb Max Jagdb. 6. nemben. nemblivhen 1630 Notizbl. 4, 88. 1606 Schlager 1839, 882. »tembt Tücher Baub. 164. vemb MB. XXXVI. 2, S. IV. Anm. schermh Nutizbl. 4, 40. farngmbt 1478 M. Habsb. I. 2, 844. anf-nimbt Notizbl. 4, 226. befroinbdet M. Habsb. I. 2, 844. einkhombene 1650 Schlager 1839, 318. 131 § 126-128. Man hört heute noch im Inlaute dieses b, das vor t hart tönt: die frümpfen, die Eömpter. — Vgl. § 122. Auch zwischen l oder r und m schiebt sich b ein: Wilhalbm. Wilhelbm 1678 Notizbl. 8, 890. llerberst. 09. pnnhalbm 1402 Arch. XXVII, 122. Salbm Anh. XVII, 187. Hcrbent. 80. turnierskelhm llerberst. 252. ülbm 84. — urbin 1478 M. Ilab.sb. I. 2, 887. Im Etschthal tritt sogar zwischen Staininvocnl und auslautendes in des Stummes ein unorganisches b, z. Ii. grabm = grämen, Luterotti reimt 288 gldbm : grdbm d. i. glauben : grämen. § 127. Die Doppelung bb ist nicht häufig: Babbenberch bair. I.amlfr. 1281. irebbi Snmirl. 18, 49. reriliebbe.n Kaltenbilek 1, 72. 76. Kobbr, Emmer. Schenk, n. 86. ubbeger Numeri. 20, 36. Mehrfach zeigen die heutigen Mundiirtcn b fiir andere weiche Consonantcn: b für m erklärt sich aus dem gleichen Organ: Erbet. H. Sachs, Erbl Ierbl Enal Schm. 1, 107. 219. Lexer 9; erblat. (adj.) Lexer 9; Marbl Mund, Zirbl Zincl Schm. § 559. So wie sich bn zu m verschmilzt, sehen wir umgekehrt m sich iu bn zersetzen : twalben = ticalni Gräzer Vocab. v. 1506. b für r vor m: oabm arm (Oststeier). b für d vor m («): zfribm, Kreibin, Brobni — zufrieden, Kreide, Brodem, Schm. 2, 378. b für g: P/ab, plabn Höfer 71; taubn (oberösterr.). Die Vormittelung hat hier *o. § 128. Für die Lippenaspiration ist festzuhalten 1) dals ph (pf) Verschiebung von got. sächs. p ist, und sich zuweilen, namentlich in- und auslautend zu / erweicht; 2) dals echtes / Fortsetzung des nnvcrschicbbarcn gotisch-sächsischen / ist und nicht selten v geschrieben wird; 3) dals o seine ursprüngliche Eigenschaft als Aspiration des b inlautend zuweilen noch hesizt, im übrigen aber für /' geschrieben wird. Ph. Die harte Lippenaspirata wird durch ph und pf bezeichnet, mit ph in älterer Zeit vorzugsweise. Häufungen wie phf, fph, phpf beweisen das schwanken; inlautend zeigt sich auch pph, PPf> Pff) Pfyi t'ft- Die Schreibung bf ist sehr selten; anlautend weifs ich sie nur in dem späten bßnxtag 1710 Schlager 1839, 353 nachzuweisen. Neue Schreiber der Mundart ziehen, wie Castelli im Wörtcrb. bf dem pf vor. 9* § 117. 132 Anlautendes ph ist in deutschen Worten sehr selten, da auch in der älteren Sprachperiode p nur wenige einheimische Worte beginnt. Wir können als wahrscheinlich echt deutsch nur anftlren: p/tat, phife, phliye, pfliht. Außerdem sind die aus Schalllauten entstandenen Inteijectionen und daraus formirte Worte nicht entlehnt: phach Fraucnb. 618, 82. pfeck Mai 179, 5. pkeko Schm. 1, 808. pfegaxten Leser 24. — pfateck. pfattchen Lexer 24. pfitscken. pfutichen Schm. 1, 826. Schöpf 498. — pf mixen pfaiuten p/einen pfetern pfuten Schm. 1, 828. Leser 24. Schöpf 497. 608. — pfipfen Fast. 326, 11. — pfuch Schm. 1, 807. pfvzen pfueheizen Fsp. 327, 4. pfugezeu Schm. 1, 807. Lexer 25. Schöpf 502. Castelli «2. Marina 1, 6. — pflouckggen Lexer 25. pßuntpfen Schöpf 600. — pfnehen, pfnecken pfuetihazen pfnichen pfnuchezen Schm. 1, 830. Lexer 26. Schöpf 500. Castelli 82. — pfutuen pf muten, pfneeeken pfnetecken, pfmaen pfneiuen Schm. 1, 381. Lexer 25. Schöpf 500. Mareta 1, 5__pkniu Helbl. 1, 1128. — pknurren Laber 56, 3. Castelli 82. Mareta 1, 6. phurren Hclmbr. 420. a. — pfnotten pfnolzen pfnattem pfnuttern Schm. 1, 331. Leser 25. Schöpf 600. — pfunggen pfmggazen Lexer 25. pfuttch Schm. 1, 826. Schöpf 504. In allen diesen Worten dOrfen wir pf als Schärfung von f betrachten. Dieses Verhältniß ergibt sich überhaupt mehrfach zwischen f und ph. So uin aus den lebenden Mundarten Beispiele zu nennen, hört man an der bairischen Unterdonau das Pfloz Floß, an der Schwarzach der Pf an, in Tirol Pfeifolter, Pfott (fut), pflennen, pfloiten Schöpf 496. 499. 501, in Kärnten pfludern neben fludern Lexer XIII. Auch in älteren Denkmälern begegnet man pf für /: Phater 841 Meichclb. I. n. 611. pharenileu 1292 Notizbl. 6, 345. pUr Neith. lt. 12, 2. pharm ((«uro«) Millich. Str. 128. phien Milst. 18, 8. pjlin* Sumcrl. 17, 73. pfrepß (frevel) Climel Mas. 407. phumf 1812 Altenburg. n. 117. phunften 1305 n. 98. 99. — In fremden Worten pherintach gl. Snlisb. 312. phlum Parz. D. 656, 7. pfoll [follit) Schöpf 501. pfrigl, frigl (von ital. fregare, frieare) I.cser 103. Allgemein schärft sich f zu pf nach dem Präfix ent, z. B. enphahen Milst. 154, 33. enpliic 63, 77. — inphuor gl. Möns. 324. Teg. 24. rw. emphar Syou 42. b. empfüren Nürnb. Pol. 27. entpfürdt M. Habsb. I. 3, 141. — enpfelhen Milst. 92, 13. en-pholhen 61, 6. — enpliinden Milst. 143, 7. — enphirnit Psalm 70,13. cnphlielie Milst. 99, 8. inphreiden Joseph 1051. enphro-meden Karajan 102, 10. Psalm 57, 3. Auch nach bloßem t kommt ph für f vor: manotpliengida gl. Teg. 109. Die meisten Worte mit anlautendem ph sind fremden Ursprungs: 149 § 148. 149. a) aus barbarischen Worten entlehnt: pfait (dazu Zw. mpfettm) allgemein noch heute; pfote, pfunc aus dem slavi-schen, meine deutsch. Frauen im Ma. 451; pfrangen Iget, praggan); wahrscheinlich auch pfluoc, Grimm G. d. d. Spr. 66. b) aus dem lateinischen, seltener aus dem griechischen: phaffe, phachte pkahl, phnlanze, pkanne (pfanzl), phant phenninc, pkerit (gewön-lich dem paravertdm gemäfs pkerift Helbl. 4, 391. 1386 Altenburg. n. 187. 1861 Notizbl. 4, 844. pkerft w. Gast 422. Helbl. 15, 787. 1337 Altenburg. n. 190. 1888 Notizbl. 4, 108. pkarfl 1812 Notizbl. 6, 417. pfeerft Millich. St. 98. g.Rom. 54), pharre, pkate (pascha Milst. 158, 14) Pkät, phawt, pkebe phedeme (pepo), pkeffer, pkellol pheller, pkenich Ipanicum), pkerriek pferer, p/ereich, pketerasre, pkll, philare, pktndn phinunga, phietel, phingeten, pkinztar (phincintac Fa. 80, 1) phipkiz (pituita Sumcrl. 13, 4), phiiter, pklage (plaga Wiener Ilandschr. 3079. pklag Gräser Hymnen), pklanze, phlaster, pklied, pklüme pßumit, pforre, pkorl« pfurzick, phragner, pkrande (prandium Milst. 28, 24) phropfen, phruande, p/ml, p/ml, p/üel, p/ätze. Als Fortsetzung dieses Vorgangs ist das tiroler Pfatten fllr militärischer Posten (Luterotti 116) zu fassen. Eine weichere Aussprache dieses pf verraten: /ahmen gl. Teg. 266. rw. ßattar 48. vittere 1185 Emmer. Schenk, n. 171. ertmde Milst. 28, 24. rragner 1862 Schottenst. n. 276. fropfrit Sumcrl. 18, 11. Ueber pf aus beh vgl. § 121. § 129. Das inlautende ph ist echt als Verschiebung von got. sächs. p. Es ist häufig nachweisbar: aphel, ckapken (Ckappkenberck 1325 Notizbl. 6, 448. Kapk/enberch 1417 ebd. 9, 301, heute noch Kap/enberg, Kap/niulein in Steiermark ) krapfen Schm. 2, 393. naphn (g. pl.) gl. Möns. 834. nappk'e Genes. 34, 42. phapken Milst. 22, 10. rapken Gl. bei Schm. 3, 119. rapfig ebd. tckapfen tckep/m Sellin. 3, 377. tlapker gl. Teg. 70. rw. tlapkfi 230. rw. tliphanto Dkm. LXXVI, 6. stappfel Trient. St. VII. *trapket Kindh. 75, »2. zappken MB. XXXVI. 2, 208. »trumpfen. karpke. rehlnr-pfen Schm. 3, 403. »ehnarpfen »eknurp/tn Schm. 3, 495. — epfeick Megenb. 382, 22. keplien gl. Flor. 152. urkeppkantio Is. 1. Utepfphilo I'etr. 91, 38. pkepktr Tegcms. Arz. 4. b. »eeppke Gene». 84, 8. »refphet 18, 46. »rkepffen Nünib. Pol. 7. »ehephel MB. XXXVI. 1, 54. »cepken (d. pl. navibus) Vor. 204, 15. »epken Karaj. 87, 6. zep/e Schill. 4, 278. kelpken Tegern. An. kelpki Vor. 120, 23. ckempffe Schm. 2, 308. unempfte gl. Melk. »ckerpke Milst. 126, 7. creipkanter gl. Teg. 206. — kip/el Sc-m. 2. 318. nipfen nipfezen 2, 700. grip/en Lexer 124. her qriphett Psalm 6,1. rfip/en Fastn. 526, 11. »lifpke gl. Möns. 823. pulipkana 375. »liplfc Ps. 84, 9. »laipfen Trient. St. 17. Schm. 3, 455. tipfei Sellin. 4, 279. »fli-p/en »nipfezen 3. 278. limpken rimpken Milst. 65, 28. — untiupki gl. Teg. 8. tiephen Koraj. 70, 22. — ehnpphe Vor. 82, 27. Genes. 34, 42. cklnpken Vor. 175, 28. knnpf/nn 1386 Arch. XXVII, 89. hnpphen MB. XXXVI. 1, 18. opkenparen gl. Teg. 96. rw. rupfen rop/ezen Schm. 3, 119. grunfnphe» : Irnphen Servat. 3072. pi/e.ophe Denkm. LXV1II, 1. teapphen Genes. 52, 31. tlnpknri gl. Möns. 377. mnp/fizan gl. Teg. 194. tnphen. Irnphen Vor. 870, 13. topfen (m.) Schm. 1, 451. trap/eztn träupfen Schm. 1, 498. Darpfuni Petr. 51, II. irieorpkan gl. Salisb. 297. — chnnpphen Bened. Pr. 150. gvpfen Schm. 1, 60. Inp/en 2, 487. rupf m 3, 119. mp/en 278. tekupftn 379. »ehlnpfn 456. »lupfen 650. »ekurpfen 399. lupfen 1,452. gizumpht gl. Teg. 196. rw. •eurphu» fg. th. 15, 20. irirnrphnnm gl. S.li-b. 297. irrunphen gl. Teg. 19. Invpha Dkm. LXXVI. 4. trnupki gl. Teg. 195. rw. troupke Teg. Arzn. 10. c. Dieses echte inlautende ph erweicht sich in vielen dieser angefahrten Worte schon früh zu /. Oft stehn noch beide aspi- § 165-167. ' 134 raten, ph und f, neben einander; so um ältere Beispiele zu benutzen, Affoltrapah neben Apholtrapah Kozroh 8, Chajfenberch 1292 Notizbl. 6, 345 neben dem gewöulichen Vhaphenberch. Im allgemeinen blieb nach kurzem Vocal pf, trat dagegen nach langem/ein, vgl. griffen : (/reifen, Schlipfen zu schleifen (slifen), rupfen zu raufen, schlupfen zu schliefen, strupfen zu straufen, tupfen zu taufen und tief, tropfen zu triefen. Nach l und r ist in jüngerer Zeit auch nach kurzem Vocal pf in / übergegangen, doch ist in Harpfe pf gewahrt, ebenso findet sich noch schlarpfen, schnarpfen, schnurpfen neben -rf-. Beliebt ist in ahd. mhd. Zeit die Doppelung ff fiir dieses f aus ph z.H. «cafjina fg. th. 21, 16. tuiffaU Ps. 113, 28. »laffa Dkm. LXXVII, 7. elaf'eo-hiu fg. th. 27, 6. hometaff» gl. Muns. 335. wqfan 329. greife Bair. I.undfr. v. 1281. riffe Milst. 9, 1. »liefen 46, 12. tiefe Ps. 64, 8. trinffanter gl. Teg. 96. tcitnhoffu 14. chauffo gl. Salisb. 312. eliouffe gl. Teg. 96. gtluufen Bened. l'r. 18. äffe 118. giküffotero gl. Teg. 96. rmffenter l's. 158, 4. urtaruoffer gl. Möns. 326. Seit 14. Jahrh. wird ff überhaupt sehr häufig in- und auslautend geschrieben. Vor t findet sich bis gegen das 14. Jahrh. ein unechtes ph für/: iiphter gl. Möns. 319. Dkm. LXVIII, 3. haphta. gihaplitnz gl. Teg. gisinehnpht. gl. Mona. 827. tuldhiiphter Salisb. 312. giechaphl 1290 Altenburg. n. 65. mrt-»••■hnpht M. Magd. 6. — chrephti Denkm. r.XYni, 1. crephti gl. Teg. 48. grephti Mona. 340. — gipht gl. Teg. 180. rw. „iphtihm 256. rw. »tiphte Kaiskr. 12, 19. geetipht 1360 Notizbl. 4, 848. § 130. Die Verhältnisse des auslautenden ph gleichen denen des inlautenden. Es entspricht got. sächs. p und unterliegt zum The.il der Erweichung in f. a) ph: klapf Schm. 2,361. napf. scharpf Schm. §461. From-mann 3, 103. echepf Karaj. 87, 6. seephman gl. Möns. 334. wepf Schm. 4, 122. gelph Kaiskr. 308, 9. 16. sliph Ps. 83, 14. wipf. zipf Schm. 4, 279. schimpf abichladpf Obbair. Arch. XXV, 372. köpf, kröpf, schöpf, scöphsanrh gl. Flor. 147, schöpfbuoch Karaj. 86,^6. tropf, zopf. gupf. rupf Schm. 3, 119. sehlupf ebd. 456. stupf 651. üph fg. th. 11, 9. 25,13. 47,4. — Ferner hält sich ph nach m: dampf, kämpf, krumpf, gl impf, schimpf, kumpf, rümpf, sumpf, stumpf, sumpf. Tirolisch neigt es sich hier zum Ueber-gang in f, Frommann 3, 103. Nach langem Vocal wird pf im Auslaut weicher als inlautend gesprochen. b) Erweichung zu f: traf, schaf. sch&f. sldf. half. warf, scharf, schef. gelf. weif, giwerf. grif. schif. wif (.-^rn/Ncitli. 101,1). 135 § 148. 149. lief. rief. «lief. tief. dorf. kouf. louf. stouf. touf. fünf), umrf. üf. ruof. schuof. mwf. Ein bedeutungsloses ph, zu deuten als p mit uuechtcin h, gleich th, sh, scheint geschrieben in lauph fg. th. 25, 10. liph 29, 13. 59, 12. dieph. lieph Entekr. 123, 5; ebenso inlautend: haupht Vor. 333, 13. »phrcech 1348 Notizbl. 9, 138. F. § 131. In dem oberdeutschen / dauert das got. sächsische f unverschoben fort. Daueben stellt sich ein zweites f als Erweichung von ph, §§ 128-130. Endlich findet sich ein drittes, das aus v (bh) hervorgeht und dieses vertritt, so wie zur grolsen Verwirrung o seit alter Zeit filr f geschrieben ward. Es hangt diefs mit der weicheren Aussprache zusammen, welche das deutsche t' verglichen mit dem romanischen f hat, vgl. Schm. § 452. Sogar vv kommt filr f vor: ginenngin Vor. 97, 13. wollen Kaiskr. 231, 21. ueollestan 91, 31. vrirrig Parz. G. 588, 10. uvragen D. 16, 29. uvil Stromer 41,14. Wilipp 88,32. Wolchmair 94,20. Im Anlaut ist / ausschliefslich die alte, dem got. sächsischen f gleichstehende weichere Lippenaspirata. Nur iu wenigen Denkmälern, z. B. gl. Cassel, fg. th. steht / allein, in den meisten kommt v als Vertreter vor, in mauckcn z. B. der Tegerns. Möns. Glosscngruppc, ilberwigt v. Dieser störende Gebrauch scheint im 9. Jahrh. aufgekommen; er dauert bekanntlich iu manchen Worten bis heute. Im 18.13. Jh. ward der Brauch im ganzen befolgt, f vorzüglich vor u, w, iu, ou, uo, l, r zu setzen, v vor den übrigen Lauten. Im 16. Jahrh. findet sich auch die Wucherverbindung vh, z. B. ehester Schmeltzl Ausscnd. d. Zwelfpoten. a. ij. vhäl Judith D. IV. rw. vhiech F. ij. rw. vhleifsig I). iij. rw--ff im Anlaut kommt im 14. 15. Jahrh. vor, z. B. fiumf 1375 Notizbl. 9, 198. ßumfthalb 1351 ebd. 4, 280. jjfur Kindh. 80, 1. 87, 18. ffroue 93, 15. ffrawen 1400 Schottenst. n. 387. pidreichen 1404 Notizbl. 9, 273. Ueber ph für / im Anlaute § 128. Fremdes r wird wie f ausgesprochen: Feferl (Genofera), Fcnus, fernem, Fietoria, der Fizi (Vice—), Focatifm, Front (Veronica). *) Durch Eiurtuls von m, das »ich durch das f aus u erzeugt, kommt /»mpk, fumpkzig geschrieben vor $ 258. § 117. 136 § 132. Inlautendes / ist entweder echtes unverschobenes f, oder ist aus ph crweicht, oder vertritt » (iA). a) Unverschobenes / findet sieb nur in wenig Worten: tiefe, ofen, rafen (Schm. 3, 58. rafun gl. Cass. 108), sehrofen (Schm. 3, 508); ferner in den flectiorten Formen von liof, huof, elf, weif, wolf, fünf. Vor t ist / auch echt, findet sich aber Bchon in der älteren Periode durch das Sibilationsgesetz (haft, kraft, scliaft, oft, luft, gruft). Dieses / neigt sich frei zwischen Vocalcn zur Milderung in v: neve, oven, revelen (Milst. 17, 16), hoce, hüetse, wolve, einlice, zwelce, fümee. Vgl. die Belege vttvu gl. Mon». 353. Heven (: luven) Neith. 84, 31. Helbl. 4, 354. omn fg. th. 15, 5. hovamanno gl. Mon». 377. Wolvo 927 Juvav. n. 61, 2. Petr. 74, 26. Wol-vola 976 Juvav. 74, 7. Wolvolt Koiroh 289. Iladolveipaek Juv. n. 18. Ueralvet-heim n. 61, 44. Ilrodolvei Kozroh 15. Ruodolveihtuir c. 900 Mcieholb. I. n. 970. Ueber mundartliche Erweichung des f vor t Schm. § 453. (Ausfall von / in fumzehen und cliumtich (Altenburg. n. 110), oder Schreibfelcr?). b) Ueber das aus ph erweichte f handelte § 129. Wir fügen hier hinzu dafs auch dafür n geschrieben ward, das nicht als phonetisch sondern nur als graphisch zu fassen ist. Ulmet Joseph 301. et wende Vor. 256, 1. tei'wen Bened. Pr. 139. Seherin gl. Flor. 149. helrrn Joseph 907. kette, Vor. 295, 9. 296, 16. teivra gl. Teg. 289. rw. sliren Vor. 7, 24. pro*«» (propngines) Ps. 79, 12. Vgl. auch bischuve, bischatlvm MII. XXXVI. 1, 629. Steranesckirirhen 927 Juvav. n. 61, 44. Weihmiite.ven MB. XXXVI. 2, 158. M. Ilabsh, I. 3, 690. Ancli (las v in dem Namen des kilrntisclicn Flusses Larant, Latent ist als Vertreter von fremdem f zu beurteilen*). — Der heutige Dialect spricht dieses inlautende / = ph gewönlich sehr scharf selbst nach Längen aus, Schill. § 459. c) / = ® (M) ist nicht selten: o/or afer Genes. 21, 4. hafrn Geisenf. l'fr. 87. drafen: gräfen Otack. e. 531. Teichner La. 88, 54. draft: kraß 62, 88. : ritersrhaß 84,42. (»tack. c. 531. : Straß Tcichncr 09, 50. gedraß: geseheknß Otack. c. 472. draßen Enik. 844. za/en (: iläfen) Helbl. 1, 1240. : /träfen Neith. 16, 6. grzaßt: gestraßt Wölkst. II. 4, 191). halfen (halben) 13.11 Klosterneub. n. 244. grsrhranffen 1609 Notizbl. 4, 227. yesckraußl Max Jagdb. 18. tairfen (dauben) Trient. St.168. tanffeln Grimm Wb. ?, 844. Schm I, 359. — keßa Garel XI, 267. kefet Bened. Pr. 78. lieft 17. 174. w. Gaat A. 3554. Münch. St. 882. Garel II, 120. iceßl Schm. 4, 35. huirju fg. th. 9, 13. gahnerßn 13, 1. gihuorßm 41, 19. erwerßn DSp. 41 (vgl. auch die Reime werfent: wertent w.Gast 6406. geworfen: erwarten 12252) werfen = werten = werben Schm. 4, 150. dinjig deufig Schm. 1, 359. *) Das Lavcntth.il (heute Laffntal gesprochen) heifst in der Schenkungsurkunde K. Arnulfs Juvav. n. 47 Lavental. Im 16. Jahrh. Laffental, Lexer 171. Suchenwirt reimt Laßnt: drafent 29, 57. Der Name ist mit Latent», Latenza, Lafnifz, einem hiiufigen slldslav. Flufsnamcn, eins. 137 § 148. 149. Im heutigen Dialect steht an Stelle des alten e (bh) meist A; das / hat sich aber erhalten in afer Schm. 1, 30. Lexer 2. Frommann 3, 102 (dazu äfern Biter. 12776. Schm. 1, 30), ober-pfalz. afer (aber, aper) Schm. 1, 31; gelflicht, Zweifel, Knofel, sehraufen *). Fremdem v steht f gegenüber in Prifet Fsp. 373, 35. In der Verbindung ft zeigt sich einzeln Tausch mit ht (cht): seift = seicht Schm. 3, 205. Umgekehrt cht — ft § 184. Vergleiche auch im Auslaut f = ch: Pfarf, Pferraf = Pferch, Lexer 24. Euphonisches f uach Stammliquida und dem Suffix ti ist allgemein deutsch: humft, vemumft, zumft; brunft (Megenb. 128, 35). In Palfe (überhangender Fels Schm. 1, 172. Lexer 15) ist If aus Im entstanden, wenn das Wort vom romanischen balmu, caverna, herzuleiten ist. § 133. Das auslautende / zeigt ganz dieselben Arten. a) = got. silchs. /: hof, huof, gelf, icelf, wolf, fünf, —lif (einlif, zwelif). b) = ph § 130. — Abfall in heutiger Mundart: au auf, Schm. § 462. Frommann 3, 103. c) Verschärfung von v (bh): hef (imp.) Kaiskr. 383, 26. — Kchof (pt. zu schieben) Garel I, 29. — (Huf bair. Landfr. v. 1281. deuf MB. XXXVI. 2, 47. — gewerf Vor. 20, 3. Schm. 4, 151. marf Kaiskr. 371, 7. 409, 20. Bened. Pr. 15. 69.119. Gundach. 1557. zuowarf: Potendarf Otack. c. 14. V. § 134. Das echte v ist die Fortsetzung von aspirirtein b. Es kommt im An- und Auslaut nicht vor. Wo sich anlautend » geschrieben findet, vertritt es f § 131; im Auslaut geht echtes o in f über oder verhärtet sich in p. Ein Beispiel wie selo 1407 Archiv XXVII, 102 ist ganz vereinzelt. Das echte e erscheint also nur im Inlaute und wird hier von seinen Modificationen, thcils/§ 132, theils b § 124 begleitet; e hält den alten Lautstand fest. «rar gl. Emmar. Man«. Musp. «rir Karaj. 8, 2. 21. Kaiskr. 19, 9 u. i. nrer Wittelab. Uk. n. 18C. MB. XXXVI. 1, 42. Klosterneub. n. 376. DSp. Ring. u. a. «ee I'salm 2, 6. Phys. II. VVernh. Pari. D. w. Gast A. gar erat Vor. 49, 27. frera •) Erwähnt sei auch ieß = iewl = ie eine weile, Höfer 71. § 165-167. ' 138 Rcncd. Pr. 41. — grase-, grasen: Aren Neil Ii. 41, 16. : (froren Helmbr. 416. Otack. c. 113. — tote» gl. Flor. 14!). Ps. 69, 9. Iiaranari gl. Möns. 335. — raro gl. Möns. 353. raren gl. Flor. 150. — tjaveger Snmerl. 19, 20. — lasten Vor. 152, 10. — keven Kaiskr. 146, 14. :nwea Neith. 84, 31. Krone 12472. Helbl. 4, 354. Dietr. FI. 3842. hevit fg. th. 48, 26. arber it Muap. heset Wernh. 169, 19. Bened. Pr. 118. Syon 29. b. irlicvc Vor. 84, 9. Ps. 27, 7. hevigora fg. th. 21, 17. kevilo gl. Teg. 257. rw. hevele Milst. 154, 5. — oberere Ps. 104, 33. Bened. Pr. 42. kerer gl. Admont. 869. Ckeveringen Emmer. Schenk, n. 261.— wesiroth gl. Teg. 78. Möns. 346. wesel Haupt 8, 152. gl. Flor. 150. — geweitet Gundach. 3318. — hteerveme» fg. th. 47, 17. irwerne gl. Möns. 392. erwerre Bened. Pr. 43. weinen Kaiskr. 378, 1. Vor. 232, 14. Karaj. 13, 4. Milst. 110, 11. w. Gast A. 251. wertende Bened. Pr. 118. bewirritt Ps. 77, 18. «irvil Ps. 86, 48. w. Gast A. 1528. 7226. murren Ps. 37, 18. Kaiskr. 21, 80. murrt Hened. Pr. 14. irwarren Tor. 296, 28. Litanei 228, 2. werse (f.) Parz. D. 603, 5. irirret JUngl. 79. — iliiire Genes. 46, 6. — eblieeliu gl. Flor. 150. — horel (: botet) Parz. 350, 30. Otack. c. 125. — PAvolo Petr. 94, 42. — cknovelouch Teg. Arzn. 18. e. — trinlthAselc gl. Flor. 153. itimchu-rtle Snmerl. 16, 66. Zuwoileii wird w dafür geschrieben: nun ar fg. th. 13, 19. 57, 8. awer Schottenst. n. 188. Notizbl. 4, 337. — äwmt 1310 Schottenst. n. 112. — huren 1311 Altenbnrg. n. 112. 1323 Klosterneub. n. 201. 1348 Schottenst. n. 215. — hnmersnit 1846 Heiligenkreuz. II. n. 195. — halwen 1311 Altenburg. n. 112. arwaiten. erwalen Stitdtekr. 2, 17. — tuauritchm DSp. 48. — twrn Suchenw. 9, 228. ewenteur 1312 Altenburg. ti. 117. — gemen Klostemcub. n. 219. Notizbl. 9, 133. Schottenst. n. 231. gewe Lalicr 47, 4. gern 1371 Notizbl. 4,531. gegewen 1311 Altenburg. n. 112. — leiren (: lernen) Suehcnw. 44, G9. lernen! Steir. Mitth. 9, 285. — twewen Ludw. 8. rw. — meiner MB. XXXVI. 2, SU. Hohcnfurt. Uk. n. 107. — telme 1312 Schottenst. n. 210. — e.rmen 1323 Steir. Mitth. 9, 238. erhoen 1358 Schottenst. n. 261. _ liiilerwe MB. XXXVI. 2, 63. — geraten 1312 Altenb. u. 114. — hr.le.imen 1809 Steir. Mitth. 9, 236. peleiwe Altenburg. n. 117. — ntutreiwen 1543 Archiv XXV, 84. — elilimel gl. Flor. 145. — liemen 1334 Notizbl. 4, 102. — zuwelrar Suchenw. 11, 306. — einformen Steir. Mitth. 9, 288. nieeritlen Bened. Pr. 46. — tuwinz 1312 Altenburg. n. 114. swert-furwe 1306 Schottenst. n. 100. gelnuwe Wernh. A. 808. erläutern 1548 Archiv XXV, 88. raumer DSp. 68. Dieses aus v (bh) entstandene ir ist heute noch nach gedehnten Vocalen und nach l und r eine Eigenthfiinlichkcit des bairischen Dialects, z. 11. gawen, harnen, göwen, höwen, löwen, halwen, sterwen. Sogar b fllr fremdes p wird zu w aspirirt, vgl. Täwich, und schon 1379 Notizbl. 4, 561 tewich. — Vgl. auch I alem. Gramm. § 166. Ueber o fflr / § 132. W. § 135. Das oberdeutsche w ist derselbe Laut wie das gotische und sächsische c. Zum Unterschiede von dem fiir / ge-sezten v bezeichnete man ihn allmählich mit der Doppelung um, uo, vu, vv. Doch finden wir noch in der älteren Zeit u = uu geschrieben: Uaithan Petr. 90, 43. Luduih 35, 4. uelle fg. th. 17,1. um* 59, 7. uüda gl. Altach. verde Musp. uerden Kaiskr. 74,22. itollen 188, 33. — hreuauanti 1. Uaj. I. 6. Iu Verbindung 139 § 135. mit dentalen, auch nach g, hält sich dieses u = um ziemlich lange: zuiflon gl. Teg. 220. nv. auaram 260. gimomnen 257. — euwre Ps. 37, 6. gemiche 38, 3. ma 333, 22. suerent 62,12. ijualt 62, 11. gtietie 48,18. ungui/sin 36,58. dringe Vor. 7,16. »rufxo 7, 12. srerte 10, 19. scigente 46, 2. zuelf 46, 9. suene. 9, 25. — zitain. zuifien. manne; gualt. gver. gvifie Altenburg. Uk. n. 50. a. 1290. Doppeltes u steht im 12.-14. Jahrh. auch gern für uu, w fiir teuo, z. B. in Milst. Vor. Wernh. (Berl. Hs.) Pfaffi, u. gem. lieben (Wiener Hs.) u. a. Die Verhältnisse des oberdeutschen anlautenden w sind klar. Ks sezt das alte v fort, wird aber seit dem 9. Jahrh. auch in der Schrift durch deu Uebergang der Verbindung hw (urdcutsch hr) in blolses w mit Fremdlingen gemischt. Die mit hu- ursprünglich anlautenden Worte sind die aus dem Interrogativstamm htra (ka) entspriefsenden hirer htcaz, hwelth, hieedar, hinara hwdr, hwanta, hweo; ferner hira/n hirezjan (dazu die Eigennamen Ifwanmol Mcichclb. I. n. 181. Kerhwa* n. 363. JJieezzi Kozroh 116), hweidn, hwaizi, hwelf, hwell, hwenjaii, hwer (m.), hirerbau, hmila, hirisjialdn, hwiz, hte6fan. Schreibfclcr ist hmidarmuoti fg. th. 43, 18. Die Verbindung irr ist früh aufgegeben, § 160, und bldses r an die Stelle getreten. Die Verbindung irl scheint oberdeutsch nicht entwickelt; eine Spur nur erscheint in irliz irluzi. Ueber die Aussprache des anlautenden bairischen n> ist zu bemerken, dals dieselbe sehr fein gewesen sein mag. Nicht nur wird heute noch in bairischen Gegenden, z. B. im Regengebiet io ganz unhörbar (al, uedeln = weil, wuedeln Schm. § 682), sondern auch der Schwund ain Anlaut eines zweiten Compositions-theils spricht dafür. Die ältesten Belege geben die mit iraehar zusainmengeseztcn Eigennamen: Aotackar Petr. 42, 3. Aotukckar 42, 16. Oalarkar 769 Meichelb. I. n. 22. »tacckar 865 n. 718. «lacar «25 Juviiv. n. 61, 4. Otnrkar 61, 8. 74, 11. Otackrr 12. Jahrh. Anh. XIX, 297. u. 6. — Paldaekar 774 Meichelb. I. n. 47. 804 n. 120. 1*44 ii. 630. Pctr. 13, 8. — Cmidachar Petr. 13, 11. 804 Meichelb. I. n. 137. Cnd-«ktkar 788 MI1. XXVIII. 2, 13. Cmdukar elxl. 2, 8. Petr. 70, 33. livndackrr c. :'30 Juvav. n. 61, 84. Grnidarkrnu 1166. 1202 Notizbl. 6, 302. 304. u. S. Noch heute als Omdaeker in Österreichi«chen und bairischen adlichen Geschlechtern gebraucht. — Ji/mrarkar 798 Juvav. n. 6. 815 Meichelb. I. n. 348. — ßrackar c. 790 Meichelb. I. n. 93. Kozroh 67, dazu das adj. (raekari lantelucanus) gl. Teg. 73. — Uroadnrkar Kozroh 65. — iVolfackar c. 7$J Meichelb. I. n. 88. Dieser Abfall von in zeigt sich auch in mitiroch, vgl. mitte-"•och oder mittieh Berth. 55, 35. mittichen 1332 Notizbl. 4, 100. § 165-167. ' 140 Klosterneub. n. 343 u. sehr oft, mittechen Tundal. 44, 27. mitta-chen Vor. 357, 5. heute noch bair. öst. Mitticke, Mitche, Mittig, Mittag Schm. 4, 11. Schöpf 440. Lexer XIII. — Ferner Argaü = Argwan, Schm. § 682. § 136. Wir haben die Verhärtung von anlautendem w zu b § 124 behandelt, die sich seit Ende des 16. Jahrh. zalreich belegen liefs, seitdem aber bis auf wenig Spuren schwand. Den Gegensatz bildet w für anlautendes b (p), das zur selben Zeit auftritt. benmderwar 1292 Wittenbach. Uk. n. 188. offenware Mai A. 11, 1. lobewar Garel II, 1S9. »agwiere Kindli. 95, 4. untugwtere PfafTenl. 151. wandelware gem. Leb. 2J6. eraar Gciscnfeld. I'fr. 38. erwarn 1324 Kloatemcub. n. 211. erwern 1311 Altenb. n. 112. 1323 Steir. Mitth. 9, 238. erwerig 1805 Altenb. n. 98. er-werger 1388 Kloaternenb. n. 273. erweriglichen g. Horn. 20. redwer Otack. 15. b. — geaarich Mai A. 11, 35. — 11 «einen 1889 Schottenst. n. 349. Warbarei Suchenw. 14, 294. — Waltkatar Uerberst. 163. — fnrwiu 1338 Ilohenftirt. n. 81. 1349 Schottenst. n. 281. u. 5. — Cmteliaargh 1494 Chmel Max. 21. — heneerg 1305 Klosterneub. n. 97. hcrwerigt bair. Landfr. v. 1281. _ Schonwerch 1318 Altenburg. n. 119. Slarichenwerch 1340 Notizbl. 4, 107. Weinm-ger 1315 Klosterneub. a. 165. Snewerger 1323 Steir. Mitth. 9, 239. — gebeten 1305 Altenbnrg. n. 97. — wetent Ring 16. — im- »ehr häufig als Präfix z.B. wetehiüdenlicken 1302 Schottenst. n. 91. weleib 1803 Klosterneub. n. 88. wedacht. wetracht 1827 n. 229. weehnne. wettanden 1384 Schottenst. n. 384. wekaltnuft. ohcerürt 1437 Notizbl. 9, 349. wezalt 1508 Chmel Max. 312. — Willewiereh 1288 Steir. Mittli. 9, 282. Oerw.reh 1878 Notizbl. 9, 185. — gewnrn Mai A. 145, 15. — angeworne Gundach. 3203. — Ilerwort 1311 Altenburg. n. 118. MB. XXXVI. 2, 59. — ßeinwot 1312 Alten'jurg. n. 114. — Prannwurch. ilertewurch DSp. 188. 140. Kgenwurch 1305 Altenburg. n. 97. Newenwureh 1338 Klosterneub. n. 273. Afaidwnrg. Juden irurg 147t M. Habsb. I. 2, 627. 826. Swarzenwurger 1292 Wittelsb. Uk. n. 186. — gewm-t 1805 Altenburg. n. 97. — w fllr i durchgehende in Tucher Baumcistcrb. S. In den heutigen bairischen Mundarten erscheint dieses 10 für b noch unter gewissen Bedingungen: 1) in fremden Worten: Wabe (Baba), Warbl Wawerl (Barbara), Waldhauner (Balthasar), Wachus, Wenedict; auch westi = Bestie, iratta u. a. 2) in dem zweiten Theil von Zusammensetzungen: Enchetcach, Faltenvach, Mülwerg, Meinwurg, Hencerig, Ilaidwer, Schm. §. 407. Im Anlaute einfacher einheimischer Worte ist es sehr selten, z. B. der Walken, Frommann 3, 102. Aus dem Tausch zwischen w und b erklärt sich auch Tausch zwischen w und m, dem Labialnasal, der sich zeigt in ican Wemb. 165, 22. 174, 18. Rügen 239 (alem. weit häufiger, alem. Gr. § 166); heute in irinter= munter Schm. 4, 119. irurzab = murz, morBchab Schm. 2, 622. 4, 168. Ferner inlautend pitteiren — bidemen Gundach. 2010, und nach l und »■: Encl, Wind, türnlig, mrteen, Gmund, Halwl, Schm. § 559. Lexer XII. Frommann 3, 100. — Ueber m fiir w § 139. 141 § 148. 149. § 137. Das inlautende w, welches eine stärkere Bezeichnung von stammhaftem v (bh) ist, hat § 134 dargestellt. Hier behandeln wir das als bildender Consonant an vocalische oder liquide Stammauslaute sich schlielsende w, so wie das euphonische. 1) Bildendes w a) plämaz gl. Unna. 888. gramer, chläwe. gl. Flor. 148. läwer, läuten: rhlämeu gem. Lob. 948. tarntet Borth. 49, 21. ehrewel gl. Flor. 145. hrewt. fg. th. 9, 2. »tue 9, 80. lerni gl. Teg. 195, Ihrer Knraj. 50, 1. innre Parz. 281, 12. reiten, «lernen linf.l gem. Leb. 195. treiren Vor. 813, 12. «ewetae Berth. 52, 17. chllwe gl. Flor. 150. giwen Exod. 87, 13, giirenlaz Ph. 6, 11. hlwen gl. Flor. 156. mtwen Gudr. 1217, 4. spiteen Vor. 315, 12. irgruvitän gl. Teg. 95. rw. erc), Anipleut-Er erscheint uuu auch nicht blols iu Zusammensetzungen. In 147 § 148. 149. freier Stellung schwindet t häufig im oberpfälzischcn: treu, Kinn, lein, preün, heiin, wiün, schräun — treten, Kette, löten, brüten, hüten, wüten, schroten, Nassl 15. Manches davon kommt auch in den andern Mundarten des Gebiets vor: z. B. wäldlcr. Iren, oberösterr. Stuin (Stute). — Gcwönlich schwindet t aus der 2. Plur. in -ts nach b, g, p: es geps, habs, bleips, sags, trinks Schm. § 675; ferner vor ht in der 2. cj. Pt. derfst, »ölst, best, niegst; Frommann 3, 105. Grübel 3, 251. Auch aus der Verbindung st fallt es aus: huesn, tcuesn, wie/s, Schm. § 678. Die Einfügung von unechtem t erfolgt meist in Zusammensetzungen, so dafs sie eigentlich Anfügung ist: tamintiniui gl. Teg. 5. rw. allentehalben Kaiskr. 5, 22. wuterthalp Parz. G. 25, 28. zthentvaltic Tundal. 60, 26. erlaublHufi 1575 Notizbl. 4, 186. nacktbaur liair. Freih. 1. Münch. St. 351. nachtpmerickaft 1455 Notizbl. 4, 255. nacklgepuaer MB. XXXVI. 2, 17. 19. nacktper 1480 Obbair. Arch. XXV, 71. Eigentliche Einfügung kenne ich uur in kernter (carnarium) Tucher Baub. 156. Der Dialect liebt heute namentlich nach s diese Einfügung: Asten, GU 1306 Klostenieuh. n. 112. rrrdiligm MB. XXXVI. 2. 263. — nndrnUn Suchenw. 4. -.04. grdranr 223. drnktetz 26, 128. — dap/er bair. Freih. 158. Bei den NUrnheigern des 15. 16. Jh. findet sich dieses d auch. z. B. dort! Stüdfekr. 2, 325. darttrn 307. drank 2,88. 350. durnir 25. dadel. dnil. draff Sachs Zwölf Tvr. d. A. T. dank Vennsn z. Tod. dvdlich, gedrafrn Weltk. — Aus dein 17. Jh. u. a. dag. drtib Arch. XXV, 47. duen. dragen 140. dreiben. duet 141. dridfn. dkeilrn 142. § 165-167. ' 150 Ueber die mundartliche Veranlassung dieses d ist oben gesprochen. In Tirol neigt sich t namentlich vor r zur Erweichung: drestn, Drieb, druckn, Drück, Frommann 3, 104. Auf die älteste Zeit beschränkt und sehr selten in bairischen Schriften ist dk für d: Ukrtukui Petr. 10, 29. dhuahtd gl. Ilrab. 1010; außerdem auf den beidun ersten und zwei andern Müttern der fg. Ib.: dhatme 1, 27, iHinz 1,17. dlien 1,2. dhem 1, 1. dhcnm 1, 19. dlusn 1, 5. dltcr 1, 23. diu» 3. 15.24. 6, 7. dhae 1, 12. dkesema I, 25. dhesia I, 18. dkeso 1, 27. dkesse» 20, 22. dkiu 1, 20. dhim 1, 15. rf/iir 1, 10. 15. dkiu 2, 17. dlmt 1, 24. Ueber th für d § 144. Verschwiegen wird im heutigen Dialect d in Bildungen aus dein Demonstrativstamm da: an«, '«; ente, eheim, ein, en, '«; Schm. § 448. Schöpf bei Frominaun 3, 104. Lexer XIII. cimbr. Wb. 44; auch iu Fiel (Deichsel) Schöpf a. a. o. Schm. § 450. Vorschiebung in kämt, daw&ge, wäldler. dewt (abwegs), kämt, tlawaus = abaus Schm. § 451. Lexer XIII. Ob iu dem Präfix der für er blolsc Vorschiebung eines d an/.uucmcn ist, bleibt noch ungewifs. d für * findet sich in der Passauer Mundart: Daldad, Bir-liugcr schwäb. augsburg. Wörtcrb. 88. d für b im untersteirischen buo — du. d für y in der Verbindung gl, gw § 140. § 146. Inlautendes d ist aus älterem th oder dh verschoben. Es wird im Dialect sehr weich gesprochen, Verhärtung ist sehr selten § 141. Aus diesem weichen Laut ergibt sich nach kurzer Stammsilbe Assimilation an liquidae: bäller, Feller, fremmer, anner, gstanne, Kinner, Wunner; nach lauger Stammsilbe auf liquida tritt Verschweigung des«/ ein: verlohne vcrläuindcn, Schill. § 447. Frommann 3, 105. Ueber die Bewa-rung von altem t für gemeines d nach « und r § 141. Durch sehr reine und weichc Ausspräche von t wird nicht selten d für t geschrieben, § 141. al udrm Syon 57. Megenb. U. 47, 1. ademt BS, 33. 47, 18. preladen 1440 Notizbl. Ii, 554. monaden g. Koni. 152. »adel Ari'b. XXV, 189. tadl/iuum Klosterneub. Lied. XXXIII. — abtreten: mderredm Ayrer 762, 18. keile Arch. XXV, 140. gelte.de» Stromer 61, 26. — leiden!, leidmg Trient. St. 131. gefreyder. meidet- Arch. XXV, 140. fregkeider 139. leide» (lauten) 142. tnegderry |Meuterei) Ayrer 75«, 10. frende ( pt.) igt»tende Wolkenst. CIV. I, 24. — liilet: bitet Dietr: VI. 114.1. »Iridis:niile» Tund. 45, 75. — ander Trient. 8l. 22, tmlet Hcned. Pr. 13.1. gesekra-den Arch. XXV, 142. — blande. Vor. 384, 10 *). blnadic Dkm. I.XXXIII, 2. blüetle *J Lamprccht. Maricnscqu. — Die in manchen Stücken 193-123. 189 (T. 295 lf.) sehr zalreichen d fllr t der Voraucr Iis. haben wir hier gar nicht in Anschlag gebracht. 151 § 148. 149. : müede Mai 8G, 28. Wölkst. XII. 1, 34. LXIII. 2, 5. ktim&de Hened. Pr. 84. fruode Wölkst. XXXV. 2, 28. LXXXVII. 1, 2. mueder -.prueder Wölkst. LXXXV.'l, 13. CIV. 1, 16. Dieses d fiir t wird nach langen und gedehnten Vocalcn in unserm ganzen Gebiete gesprochen: Schm. § 672. Bavar. I. 351. Schöpf bei Frommami 3, 105. Lexer XIII. Nassl 15. Ii) . 4t!) zeigt Eintritt der media fiir die aspirata. Häufiger ist d für die spirans *: giredn (Tirol: Uuterinn, Eisak- und Etschthal: Kärnten: Unterkäruten § 165-167. ' 152 und Laventthal); under bei den Nürnbergern des 15. Jh. üblich: Fastn. 610, 25. 611, 31. 612, 13. 632, 7. 735,23. Krou. II, 63. 83.174. Tucher Baumcisterb. 516, 4; noch heute in den VII. co-rnuni ünder, auch das oberpfUz. uner, untersteir. inner füren auf under = unser zurück. In der Passaucr Mundart ist dd für an uud st üblich: liaddaua, bidd, traudd: Passauer, bist, traust Birlingcr schwül). Wßrterb. 88. Ueber ng für nd § 170. Die Doppelung dd ist nicht sehr häutig: Friddo 828 Meichelb. I. n. 538. Fretklimaringa Kozroh 118. redde 1298 Schottenst. n. 72. 1869 n. 290. redd 1332 Ilohenfurt. u. 76. 1868 Notizbl. 4, 434. retIdelehen (redlich) 1290 Altenburg. n. 50. reddlich 1339 Klosterneub. n. 277. — Fiir dl: gieidda gl. Teg. 92. rw. — Kür II: raddo gl. Admonl. 373. laddock, madda 375. ekledda gl. Teg. 200. rw. middmt Otfr. F. IU. 18, 24. 19, 24. tmiilda gl. Teg. 192. rw. giplöddau gl. Mimik. 324. tiuldi gl. Adm. 375. — Aua .spaterer Zeit redtle = rette, redete l'.ntckr. 107, 22. dh ist auch inlautend sehr selten: hei;Ilm fg. th. 3, 18. fridhu 25. ntdhes 23, 5. § 148. Der A usfall von d ist nicht selten und wird ineist von verwanten Consonunten beeinflulst. Alkali 1353 Schottenst. n. 250. Stromer 77, 21. Fastn. 480, 5. Ayrer 2929, 6. Alhaiu (nee.) llerberst. 69. Alrmu, Alieegg 1376 Notizbl. 4, 554. Cluilaeh 1299 ebd. 6, 367. Oalric c. 1210. Eminer. Schenk, n. 267. Ulmkalcktu 1177 Meiclielb. I. n. 1343. Arch. XIX, !79. Ulrich Meichelb. n. 1345. Ulrnrn 1322 Notizbl. 6, 442. Ki/««/ 1306 Klosterneub. n. 111. ligmln (acc. = holden) 1388 Schottenst. n. 344. zwiermfan 1543 Arch. XXV, 84. -Wim (Nebenll. der Dunau im Mllblkreise, lilt Nardina Kotli Heitr. 4, 40). eru: gekern II. Sachs Schöpf. 11. : kernt Schiiieltzl Judith K. rw. Lobspr. 971. : weru ebd. 898. teeren (werden) : geren Weiteufeld. 209. : kerrn Schnicltzl Lobsp. 64. irern Notizbl. 7, 171. : gern Ayrer 2931, 12. wernl 1309 Steir. Mitth. 9, 235. 1842 Notizbl. 4, 126. toordn: vorn Scluneltzl Lobspr. 1517. : verlorn Fastn. 35, 14. Sebmeltzl Lolispr. 1302. H. Bachs o. : vorn Fastn. 84, 15. Scluneltzl Jud. E. ij. icnern (würden) 1594 Notizbl. 7, 171; Uber die heutigen üblichen Formen teern, mm Sellin. 4, 145. Frommnull zu Grübel 3, 246. Schöpf bei Fromm. 3, 98. — mären (morden) : grlwrn Sachs llcstcr. : zerstören Koni ii. Sanftm. omleick Otack. c. 314. oniimg 1455 Notizbl. 4, 265. vernrnen 1505 Obbair. Arch. 25, 235. Die heul igen Mundarten keimen diesen ganzen Ausfall; auch lielieu sie vor den Suffixen in /, m, » staniinliaftes tl auszusteinen: e'l, AVI, Fa'm, Bo'm, rr'n: edel, Nudel u. s. w. Schill. § 446. Nnssl 15. Aufser vor den liquiden und zwischen r-n füllt, d, besonders aus vor s: bastube 1292 Klosterneub. n. 48. pustuben 1324 n. 211. lastatt 1451 Arch. XXVII, 116. Lassla 1453 ebd., überhaupt im 15. Jh. Ijiissla. — Vor gutturalis am Ende des ersten Worttheils: Ruger Klosterneub. n. 99. 362. MB. XXX VI. 2, 40. Rmkerspurch 1352 Notizbl. 4, 296, heute Rieger (Rüdeger), Rie-kerspurg. — In Zeitworten mit Stamm auf d oder t wird vor flexi-vem t oder st der Staimnauslaut gern verschlungen, vgl. §§ 282. 284. 306. 308. 313. 317. 153 § 148. 149. Einfügung eines anechten d nach Vocalläiige oder nach liquida liebt der Dialect: a) MarSdl: Gridl Wölkst. XXXIX. 2, 1. heute Mariedi, Miedl, Moidl = Marie, pulseiden Meran. St. 4. sodleich södleieh (15. Jahrh.) Schm. 3, 202. Aua heutiger tiroler Mundart: bau du, haudn, traudn, briedn, Aleidn (Meie), bliedn, blüedn (bleuen;, bruidn (breuen) Schöpf bei Froinmann 3, 105. Ebenso unter-kiirntisch: haudn, traudn, Fleidn, Zweidl, blüedn Lexer XIII. — b) nach liquiden, namentlich nach n: Wüdpold 1478 M. Ilabsb. I. 2, 714. auesholdern Stfldtckr. 2, 335. — daheimbden 1575 Notizbl. 4, 135. — amlel, urendel Trient. St. 90. kandel: wandet Otack. c. 687. kandel Münch. Str. 382. enndhalb Max Jagdb. 32. mender H. Sachs o. inendem: lendern Sachs Hester. menil-leich Otack. 31. b. quendel gl. Flor. 155. mindest Iicued. Pr. 143. rindlein Tucher Baub. 169. phindie Meran. Str. 5. erin-dern Ilerberst. Moscov. A. ij. Schlager 1846, 136. erinderung 1755 Oberbair. Arch. 25, 375. ienden Stricker Ged. 3, 75. V. inder P. gewond/ieh 1468 Melly n. 15. gevaötmdlich Kalten back Pan-taid. 1, 247. gewenndtlich Max Jagdb. 38. persöndlich 1473 M. Ilabsb. I. 2,37__dunder: runder Ayrer 112,49. : wunder 3168, 10. manrhunde Vor. 229, 14. — wurden 135(5 Klosterneub. n. 378. ungeverdleich 1437 Notizbl. 9, 348. gepärdet 1333 Notizbl. 4, 101. Die heutigen Mundarten haben dieses unechte i-xiiiij'zani 254. rw. Im 15. Jahrh. wird gern fnz geschrieben, fsc kommt wie Je im 12. Jahrh. vor, z. B. nefcele gl. Flor. 155. brx-cere Vor. 370, 7. Iitidenofce 274, 15. gekeifcen Bened. Pr. 170. — Jte: heifsci Phys. 1, 22; fiir Ja in eancluwfsce Vor. 154, 7. Für z kommt seit dem 14. Jahrh. (z. B. in den Trienter Statuten) durch den Gleichlauf das organisch abliegende Js vor, das im 16. Jahrh. bereits zum gewönlichen Zeichen dafür in-und auslautend geworden ist. *) In dein sputen »»:* 1691 Sehlnger 188». 812 ist keine Kr«eirliuii(f »nxu-neiiien; diefs zt null wol tt vertreten. § 165-167. ' 158 § 153. Auch im Auslaut ist in ganz gleicher Art die Scheidung von z in ein scharfes und weiches erfolgt. Ini 9. Jh. war dieselbe wenn auch in beschränkterem Umfang vorhanden, wie s für z in sumes fg. th. 13, 21. f. kutanes 39,1. f. bezeugen, so wie umgekehrt z für s in seas (inaris) fg. th. 57, 2. 6. Im 13. 14. Jh. wird z mit s gereimt: bm:was Rllgcn 374. Wigam. 1357 Otack. c. 06. ;glas Teichner Ls. 148, 26. — was: vergaz ICiiikel 858. :liaz Wigam. 2207. : gesaz 2183.2520. palas: sag Wigain. 2510. — des : nez Otack. c. 8. einez: meines Helmbr. 774. — wis:fllz Tcichncr Ls. 210, 62.— hetjöz: lös Wigam. 2530. nerlds: seht* Enikel 358. grundUs • gvAz Rügen 712. — litis: ttz Hilgen 284. Hclbm. 1710. Wigam. 1891. tlz : /Irt&i ebd. 2530. münz : uns Otack. c. 5. Schwankungen zwischen scharfem und weichem z mögen in manchen Worten lange bestanden haben, so wird noch im 14. 15. Jahrh. datz oft geschrieben z. B. Schottenst. n. 195. 251. Archiv XXVII, 101. 127. Schlager 1846,493. ff., und noch heute hört man am Regen und an der Obcrnab datz, (letz, tez tiez (ihr), ez, Schm. § 659. Im allgemeinen aber ist der heutige Umfang des weichen z im 14. Jahrh. schon erreicht; die Schreiber brauchen dann s und s nebeneinander fiir z, so wie auch z fiir s häufig begegnet, z. B. mein ez. rechtes, meines, dez seilten, dez lande-. 1830 Schottenst. n. 166. geltez. manne«: 1342 n. 210. gnstbanz 1366 Notizbl. 9, 169. graz Gundach. 3700. ultsez 8701. tncliiz. z'mz Mit. XXXVI. 1, 3. Im 16. Jalirb. schwindet s Milser in wenig Schreibfurincln (z. IS. dz = Uta) ganz nus der Bedeutung de» weichen z. Die Aussprache des auslautenden harten z ist rein, Schm. § 690. Schöpf bei Frominann 3, 106. Nur nach liquida geht es in scharfes s über: gttnsz, Kransz, Tansz, hinsz (hinz), Minsz, Pinsze u. s. w. In Steiermark hört man nach 1 fiir ts (z) ps: IIolps = Holz. lieber Abfall von z § 151. s. § 154. Der bairische Mund spricht s im Anlaut ohne Schärfung aus. In den Verbindungen sl sin sn, sji, sie, st, sc ist allmählich breite Trübung eingetreten; am frühsten in sc:seh § 157. Das in der Vor. Iis. (z. 15. 204, 20. 209, 15. 355, 4) vorkommende sei mag eine Andeutung der Trübung sein, übrigens ward noch im 15. 16. Jahrh. sl, sin, sn, sie geschrieben, vgl. Stromer, ferner Notizbl. 4, 303. 5, 317, 8, 190. 292. Obcrbair. Arch. XXV, 279. 159 § 154.155. In- und auslautend erfolgt diese Trübung nach r: Fergchen, fürscht (für sieb), Zergeh, ergeht, Kurschen (1526 Melly n. 19), Durgeht, Gerschten; auch vor j>: Kaschper, Haschpel, auch in Zusammensetzung: Mosckpar (Mosbere, Lexer 22). Andre einzelne Erscheinungen dieser Art sind: Amschel, Pischtum (schon 1405 Schottenst. n. 403) BmJd-al {eischcall 1477 M.Habsb. L 3, 668). Ohne konsonantische Anlcnung trübt sich s nur höchst selten. Anlautend weifs ich nur schunst Schm. 3, 373. §. 650; ob der Vorgang auch in gehuckte Vor. 176, 15. geschelscha/t Trient. St. 60. 80 vorliegt, ist unsicher. Das oberpfiilz. schal = sol ge- W« hört nicht hierher, da es auf geol zurückgeht. Ebenso ist das allgemein bair. östr. Droschel kein Beleg für den Inlaut, indem es altes droscel zur Quelle hat. Der Beim rossen : gedroschen Otack. c. 555 lülst aber auf die Möglichkeit dieser Trübung nach Vocal im Inlaut schliefsen. Die Bozener Mundart hat seht für st: ischt, längiseht, umsüscht, loscht, Troascht, Luterotti 284. fl'., auch im Mittclgebirg ischt., manscht, lieseht-, vgl. § 157 seh für st. Die im alcmannischcn sehr häufige und durch llcimc für die Ausspräche bewiesene Schreibung s für seh im An- und Inlaute (alem. Gr. § 190), kommt auch in bairischen Schriften vor. Sehr zalreich in der Vorauer Iis. und bei den weit jüngeren Nfirn-bergern des 15. Jahrb., z. B. Stromer und Tücher. — Für In-und Auslaut Belege: mennetlich Vor. 884, 17. Boncd. Pr. 11G. nettliche Wemb. A. 3579. freisten : leisten Wernli. 205, 19. mixten Vor. 148, 24. mitte 188, 14. ■hüfttietum gem. I.eb. 623. häßliche, Mni 18, 19. hobsheit 17, 8. tätlichen Bened. I'r. 147. Wemb. •208, 2. — meunis Vor. 229, 7. rnie Mai A. 5, 6. 19. rmnit 82, 7. — Mit doppeltem t: zmifsen Dkm. XXXIX. 12, 1. Klosterneub. n. 159. fleißlich Haupt 8, III. chriechifsen Vor. 211, 6. himitißiu 884, 21. Stromer oft. Ueber Schürfung von s nach liquida § 151. § 155. In- und auslautend geht nach gemeindeutscher Weise auch im bairischen s in manchen Worten zu r über § 161. Sihi-lation von t vor t. ist gcnicindcutsch in ineist, wista, assimilirt wissa. — Euphonisches s tritt nach allgemeinem Gesotz zwischen vocalischcn oder liquiden Stanunauslaut und das Suffix ti {gast, hluost. geswulst. anst, chunst. durst); ferner zwischen n des Stammes und t der 2. Sg. l'rs.: anst. chunst. Dieses euphonische * zwischen « und t hat der Dialect auch sonst: nehmst, daconst; am Regen ensttreder, an der Nab ensten (= enten, jenseits) Sellin. § 661. Anm.; vgl. auch meine Dialecttbrschung (Wien 1853) S. 81. Ebenso ist der Eiuschub vou s zwischen Conjunction (besonders §155. 160 auf liquida) und angelehntes t (= du) allgemein: weilst, ballst, icennst, obst = weil, sobald n. s. w. du. — Die Anfügung von unechtem » an liquida ist zum Thcil Vorgänger des st: treibt 1607 Oberbair. Arch. XXV, 315. vormcdns 1352 Notizbl. 4, 295. belieben«, aintweders 1631 Obbair. Arch. XXV, 326. Recht mundartlich ist zwischen r und t euphonisches s, das sich meist zu ,sch trübt uud vor welchem r auch schwindet. Aeltere schriftliche Belege sind Wurstenstein 1455 Notizbl. 4, 144; und vor uucchtem t: minderst Archiv XXV, 94. Notizbl. 4, 361. Ich kaun dieses rst, rsclit, seht für rt, rd nachweisen aus dem bairischen Chiemgau (Schm. 2, 614), aus Salzburg, Tirol, Unterkärnten und vielen steirischeu Thälern (oberem Murthal, Mürzthal, ßabthal, i'Yistrizthal, Kainachthal). Im Stubai, um Sterzing und Sillian hört man reines rst: liarsd (Erde), keurst, gwearst, Schwearst, dustearst, or«tig, dörst, Pörstnar, hundarst. Im Vinstchgau tritt das * nur leise und in weuigen Worten ein: dörst, Warst, gkerst, gteerst, Luterotti 258. ff. Das gewönliclie ist gröberes rsclit (mit dem vveichcu seh, vgl. Kumpelt deutsch«: Grammatik I, 302 ff.): Harscht, merscht, Wirsehl, darseht, Orscht, und daraus folgt blolscs «cht: liuschd, hoch-j'äschd, wundtutchd (wundert), glieasclul-, Euschdl (Oertlein), Wischd, Oschd, fuschd. Besonders auffallend wird dieses rsclit wo es in Folge Verschweigung von ch (h) für reht steht: im Unte.r-innthal und Pustertlud hört man fürschtn, Kirsclita, Morschte für fürchten, Kirchtag, Marcht. Schöpf bei Frommaim 3, 99. 110. Auch in die Formel rz hat sich dieses s eingedrängt, wobei das r sehr leicht schwand. An Salzach uud Oberilm hört man blolscs s-z; das r ist zu « vocalisirt: Ileus;, sclieaszen = Herz, scherzen, Schm. § 630. In andern Tiroler Gegenden und in Salzburg ist «chz daraus geworden; lleschz, Wuschet, Schöpf bei Fronimami 3, 99. Wenn Grimm Gesch. d. d. Spr. 1031. jenes schd ftlr rt ohne weiteres dem got. zd = st= späterem rt gleich sezt, s(» scheint er mir zu irren, da das bair. seht erst aus rt hervorgieng, wie das aus der reinen Formel rst deutlich erhellt. Das Gegenstück zu dem Einschub des s (seh) iu rt ergibt der Ausfall von st aus rst. Er findet sich in Obersteier, Oberösterreich und Baiern (Ilm und Par): ert, Gertn, Ftrt, Durt, Wurt, Schm. § 661. Höfer 57. Auch nach dem aus r entstan- 161 § 154.155. denen ch fallt angelehntes a ab, in den bairischen Alpen, im Zillerthal und Dux: mech, deck = mir es, dir es; selbst aus ach schwindet es in Hiech = Hirsch, Schm. § 663. Frommann 3, 108. Ausfall von euphonischem a zwischen n und t belegen ältere Schriften: gunt Krone 8426.10644.12485. u. ö. flunt Wölkst. CIV. 2, 17 {flunat XVII. 5, 16). Bemerkenswert istUebergang von ch in a: in den angelehnten Pronominalformen ich mich dich erscheint er häufig in Tirol (Unterinnthal, Pusterthal), Kärnten (Drauthal) und Steiermark z. B. lian ix, bin ism, ha nun ia, hab diu, hab mich, dich; drahat die. In Tirol kommt er auch nach Conjunctioncn und Präpositionen vor: um dia, afz ia dafs ich, bifz ia, boll ia sobald ich; seltner mitten im Satz ohne Anlenung; doch vgl. Luterotti 82: ztoad mecht i mix rearn*). Ziemlich verbreitet ist at für cht in dennoch, dennocht: in Tuchers Baub. Hs. *S durchgehends dennoxt, bair. kärnt. denneat, denneater Schm. 2, 671. Lexer 58. Umstellung erfahrt a in dem Pronom. ai (ea, illi) das in ü sich wandelt, Schm. § 717. Aulserdem scheint in dem Genit. Sg. der Substantiva in a Umstellung geschchn zu sein: dea gota-houfae 1290 Altenburg. n. 50. § 156. Die Doppelung fa ist, soweit sie nicht Enstellung aus z andeutet, Verstärkungen von einfachem a, oder durch Assimilation entstanden. .Aus aj entsprang/« in schwachen Zeitworten der l.Classe auf a, z. B. wtsaan, loxsan; das einfache « wird später hier wieder eingeführt: teiaen, loeaen. — Aus za: avam gl. Möns. 326. — Aus ha: SaJ'ao 839 Meichelb. I. n. 607. wafaet Phys. I, 20. fejaen 1326 Klosterneub. n. 224. Hefaen: aehaen Kaben. 494, 3. ve/aeler Stromer 89, 7. 104, 15. Drufaetz 1357 Klosterneub. n. 379. — Aus la: a/a Archiv XXV, 121. In manchen Worten ist fa aus einfachem a entstanden und im Inlaut fest geworden, wärend nach altdeutscher und im bairischen heute noch giltiger Kegel im Auslaut einfaches « waltet: gwifaer gicia, rofae ros, kufaea kua. Heute ist vor dem einfachen » Denung eingetreten. — In der Schrift findet sich doppeltes a *) Dm obersteirische ibrit fllr übrig gehört vielleicht «ucli hierher. Wbimolu, Belr. Gramm. XI § 165-167. ' 162 ftir einfaches seit 13. Jahrh. häufig, wo es heute ebenso wie gemeindeutsch keinen Platz hat, z. B. leiten. lösten. 1292 Notizbl. 6, 345. weissen, laustest 1382 ebd. 4, 108. gewessen 1470 Arch. XXVII, 125. dissen. weiss 1475 ebd. 127. 129. eyssen. hosten Mos Jegdii. 4. 8. dess. haust 1575 Notizbl. 4, 135. roßt 220. hoßcetten. diesen 1626 ebd. 7, 296. iniesten, gessettene. weissen, vberwisstn 1604 Arch. XVII, 68. bötsen. distem. kaitztr 1671 Schlager 1889, 336. — laistten 1292 Notizbl. 6, 345. himtfait MB. XXXVI. 2, 255. Yosst. vesste 1857 Notizbl. 4, 337. furstteu 1359 ebd. 339. Vinter Arch. XXVII, 76. l'rawnstorff. Ilantten 1402 Schottenst. n. 393. gaset, jarts. alss. itins 1575 Notizbl. 4, 135. erwachsteu llerberst. Mose. B. rw. thaills» 1626 Notizbl. 7, 296. Ebenso ward fz, fie fllr s im 15. Jh. gern geschrieben. Als phonetischen Grund davon finden wir die scharfe Aussprache des 8 vor t, ferner nach Consonauten und selbst nach Vocal bei eingetretener Apocope: faasten, luastig — Tagss, Manssbild, Weibssbild — im. Ilauss, das Gtsäuss, Schm. § 643. 644. 646. Ueber fs fllr z § 152, fiir ach § 154. § 157. Die Verbindung SC steht an sich den andern Verbindungen des s, z. B. sl, sir ganz gleich; indessen durch scheinbare diphthongische Wandelung in ach hat sie eine besondere Stellung erlangt. Dieses sch ist seit dem 9. Jahrh. nachzuweisen; im 13. erlischt sc. schrichilmar (salix) tchern (sntyra) Freisiug. gl. (C. 1. m. 6411 8. Jh.?) scheidit fg. th. 43, 28. arscheat 61,29. schluanl 15, 7. 23, 1; zicinlich hHnfig in Otfr. F. schiaro I. 21, 15. Jirtchanta II. 6, 28 (iiiifsverstandenj. srhinanlaz II. 17, 11. i'r-sekuteta III. 4, 12. sehe/ III. 8, 11. sckalcka III. 13, 54. schal III. 20, 24. tckulun m. 22, 64. kitckeßin III. 21, 18. gitchiarit IV. 12, 44. schaltu IV. 18, 26. gi-ttkafota IV. 29, 31. sckAna IV. 33, 5. gischanktin V. 8, 55. Inlautend letckil fg. th. 5, 11. hi mischet 15,27. pontischin 81,26. mannisekin 61,18. gieischata Otfr. F. III. 9, 1. — In den Uss. des 11. 12. Jahrh. z. B. gl. Teg., Psalm., Bened. Pr., Vorau, schwanken sc und ich; Milst. hat sch überwiegend; in denen des 13. Jahrh. ist sc im schwinden; so in Pnrz. D. O. Als archaistische Laune erscheint sc zuweilen noch im 15. Jahrh., so im Ring gctcach 8. d. gescrag 9. gercriben 17. stand 19. b. Neben sc kommt auch ssc, neben sch ssch, schs, auch vereinzelt achz (Hohcufurt. n. 96 a. 1349) vor. Andre Bezeichnungen sind sg : sgol Sumerl. 44, 39. agür 44, 8. — forsgenter Sumerl. 17,53. bisgof Wernh. 168,23. mennisgen Dkm. XC, 52. uunagen 144. ktisge Bened. Pr. 40. mlagen Exod. 89, 29. sh ist seit dem 12. Jahrh. nachweislich; in Vor. kommt es häufig vor; in Urkunden des 13. uud aufangenden 14. Jahrh. ist es auch vorhanden. Ueber sch, sc fllr » § 154; sc ach ftir z erscheint in heiter-nescele Sumerl. 19, 66. neschel 20, 11. und allgemein in hirsch (/lierschen Max Jagdb. 22. u. o.). 163 § 154.155. In einigen Tiroler Landschaften (Pusterthal, Mittelgebirg, und den Grenzgebieten des Vinschgaus und Oberinnthals gegen das alemannische) findet sich sch fflr st. Doch ist hier seht wahrscheinlich der Vorgänger und Abfall des t vorauszusetzen : isch, lisch, woasch, muasch, hosch, moansch, mürkscli, sigsch; Luterotti 70. 87. 99.152. 269. 296. ff.; vgl. auch alem. Gramm. § 193. Umstellung von sie (schk) zu gs, gsch ist im Wort Gschlaf fllr Sklav allgemein österreichisch; vgl. schon Wölkst. LV11.1,13 gslaf, LXVI. 3, 9 gslefelein. Anlautend erleidet sch in Kärnten und Tirol in manebeu Worten Falatisirung in tsch: kämt, tschaldern, tschampen, tschupen, tschattern, Tschaup, tscheder, tschepperu, Tscher/el, tschieggen, Tschock, Tschorre, tschu-dern, Tschumper, Tschüppel, Lexer 213. ff. In Tirol eignet dieses tsch vorzüglich dem Etschlande: tschallen, Tschapfen, tschappet, tschattern, Tschaup, tschegken, tschett, tscheppern, Tschipfe, Tschir dung, Tschopf, tschottern, Tschüppl, Tschuem, Schöpf Idiot. 763. ff. In Bozen sogar Tschleim, Tschuh, Tschuld, Tschwur, Frommann 3, 108. Natürlich ist das durch vorgelehntes d' (der) z' (ze) entstehende tsch hiervon zu scheidcn: Tschimpf (d' Schimpf) tschlecht (ze schl.). — Inlautend ist aus dem früh entlehnten fascia allgemein fatsclien geworden. — Sebast. Franc!« erwähnt iu seinem Canzlei- und Titelbüch-lin (Ausg. v. 1538 f. 166. 170) ilal's die Baiern k vor r wie tsch sprechen: Tschristel, Tschreutlin. Heute ist nichts mehr davon zu spüren. Ueber tsch aus z § 150. L. § 158. Zu den Kcibelauteu des Zungenschlusses gehört auch l. Auf vorausgehende Vocale übt es grolsen Einflul's, und geht selbst iu Vocal über. Zu Verbindungen mit andern Con-sonanten ist es sehr geschickt; alem.Gramm. § 194. In der anlautenden Verbindung hl schwindet das radicale h iin neunten Jahrhundert. Während die urkundlichen Namen in den Freisinger Urkunden Meichelbecks tief in das 9. Jahrh. hinein mit hl erscheinen, hat sich in der Volkssprache selbst der gutturale Anlaut bereits verloren, denn im Muspilli allitterirt schon leuuo mit Up und lossan. Die Worte die mm einfaches l statt hl erhalten siud Idadan blast, hlahan, hlancha, hleip, hleitara, 164 hlio, hier (Elba Kozroh 63), hleodar, hlimman, hltnan, Miozän (hldz. hlaz), Mit, hliumunt, hlojan, hlosen, hloufan, Mut (Hludio. Hludolf. Hludiperht) hlütar; vgl. auch den Ortsnamen Hlaginpah 825 Meichelb. I. n. 461. Kozroh 37. 39. 47. Vereiuzelt geschieht Vorschiebuug von Ii Lunzn für Unze, Schm. 2, 485; ebenso Abfall: Ilg Lilie Schm. § 544, Eipeldau Leopoldau. Das bairisclie l hat anlautend den gemeindeutschen Laut. Im Inlaut entwickelt l grofsen Eiuflufs auf den Stammvocal. Zunächst wirkt es auf vorausgehende Kürze dehnend: ales, falen, Stal, quelen, stü, vol, toi, Schm. § 542. — Indem l cerebral wird, d. h. indem sich die Zunge bei seiner Erzeugung mit ihrem vorderen Theil anstemmt, verdumpft es vorausgehendes e und *', die dadurch zu ö und ü werden; das l hat den Klang des polnischen l: Gold, vül, stül, Mütti, wüld. Manche schreiben statt ül ui: cui, Mui, wui, wodurch übrigens die Aussprache nicht getroffen ist. Die Wandelung dieses cerebralen i in u (Grimm Gesch. d. d. Spr. 320) kommt bairisch sehr selten vor; doch hört man iu Oberösterreich Schwäuberl. Im Innthal wird e durch l zu ea gebrochen, § 75. Eine andre Gestaltung des in- und auslautenden l aufser der Cerebralisirung ist die Mouillirung, d. h. I wird zu Ij, uud löst sich auch völlig zu j auf. Wir finden es an der Donau (Passau), au der Isar, im Unterinnthal, in Salzburg und Obersteier: a) im Stamm: «/, Maj, hajd, Hajs, Gstajt, dahajtn, majn, *ujbö (selber), Fajd (Feld), Kaibl, Moj (Mal), Göjd, stöjn, öjta (älter), spijn, Mij (Müle), Gojd, Wojf, IJojz, Gujn (Gulden), Schujd. b) im Suflix el, je nachdem es el, il, dl lautet, entsteht ej, ij, aj: Nayaj, Vätjaj — Hiiabei, Kindei, Lampai — an der bairischen Unterdonau: A/ijij, Sehimmij, vgl. Schmeller § 523-25. Schöpf bei Frommann 3,98. Luterotti 3-32*). Lieder in der Mundart des Salzburgcr Flachlands (Salzburg 1845). Süfs Volkslieder aus Salzburg. Aus anlautender secundärer Verbindung führt Schmeller ein vereinzeltes Beispiel des I für j auf in Glaid = Gjaid, Schm-§ 56, von der altbairischen Ilm. Zwischen l und r zeigt sich bairisch Tausch. *l Luterotti schreibt im Stamm oill, im Suflix aill. 165 § 148. 149. I für r in dem heutigen Ortsnamen Meilberg (bei Wien) für Meurperg 1314 Klosterneub. u. 159; ferner in salicorht, Tucher Baub. 150. 154. und in dem Suffix bei Mörtel = martyrium, Triel Trier, Städtekr. 2,16. — Heute im Rotthal: ahn, Dahn, dalf, an der oberen Nab KuJfürst, Malwulf-, im südlichen Böhmerwald: stälker, Tülk; Schm. § 524. Petters Bemerkungen 72. — Ueber r für l § 164. I für » in kämt. Hurlasse; in den bair.Ortsnamen Prüfling, Steßing; tirol. in den fremden Orgalist, Comulion, dem kämt. Kolfin (confine); Schm. § 569. Lexer XH Frommann 3, 100. Es sind hier mehr äufserc Verlockungen zum Tausch als innere; auch in Landstuhl flir Nannstuhl wirkt das streben sich den unklaren Namen deutlicher zu machen. Wenig Gewicht hat auch tel für verstümmeltes ten (= tan) in söü, wieü (sutdn, wietdn) Schm. § 569. Anm. § 159. Ausfall von l ist durch seine Mouilliriuig nahe gebracht und deshalb schon § 158 behandelt. Aufserdem sch windet es zuweilen in werft, wo gemeindeutsch der Ausfall des r erfolgte. Es genfigen werlt: ert w. Gast 9685. furwerd : werlt 9658. weltlich Karaj. 98, 15. 101, 13. Aus Sebald ward Sebot Stromer 64, 34. 65, 5. 93, 13. Allgemein ist der Ausfall heute in as, aso = als, also; auch häufig in wecher = welcher Schm.4, 61. Ferner hört man bair. sehSd für schlecht, Schm. § 544. Einschub weifs ich aus älterer Zeit nur in bischo/f nachzuweisen, wo die Worte und Namen in -elf einwirkten; biscolf' herrscht im 12-15. Jh. in unserm Gebiet: vgl. auch die Reime •.Ruodolf Otack. c. 112. 119. :tnolf c. 49. Heute zeigt sich eingeschobenes l in tirol. knie/n, strieln, in bair. Zwilfi ■Schm. § 544. Frommann 3, 98; euphonisch steht es in oberöstr. wolend flir wo Enden. In östr. sollen fiir sötten (sotdn) wirkt solle — solcher ein. Umstellung kommt zuweilen in den Zw. in -ein vor, z. B. spöttlen, Luterotti 94. Ueber die Doppelung II ist folgendes zu bemerken. Echt ist sie wie jede Doppelkonsonanz nur wo sie aus Angleichung entsteht. Am häufigsten und ältesten ist II aus Ij: allastrara gl. Möns. 353. ella 826. teile»: eilen j. Tit. 1650, 1. 2. Melle»ti fg. th. 31, 24. illenler gl. Mon«. 376. Ulli fg. th. 21, 18. artrill,m Musp. fotte fg. th. 23, 5. irfnllet 13. Spüter wird wellen. seilen noch am lHngsten mit II geschrieben; in Geselle. Helle, Wille, steiles, stilles, füllen, überhaupt nach KUri« hielt es sich. § 165-167. ' 166 11= lh: wellend (weihend) : eilend Wölkst. XLI, 19. em-pfollen Trient. St. 1. Schnelle = smelKe Schm. 3, 469. seller söller = sölher solther Schm. 3, 135. Schöpf 678. Lexer 234. II —Ib: sellin Vor. 100, 7; durchgehends heute für selb seil Schm. 3, 232. Lexer 231. Schöpf 668. ll=ld: ball: all H.Sachs zehn Jungfr. :gfatt Griselda; allgcin. ball; kämt, auch Pallekin, Mollbret Lexer XH. II flir einfaches l zeigt sich früh: schall Otfr. F. HI. 20,124. K. § 160. Der Zitterlaut des Zungenschlusses ist in der Sprache häufig. Er kommt anlautend einfach und verbunden häufig vor. In der Verbindung hr schwindet im 8. 9. Jahrh. die gutturale aspirata und r bildet nun den Anlaut allein. Es geschieht in den Worten hraban, hradi, href, hregil, Kreit (Breitim. Ilreidperht), hrein, hreo, lirespan, hrinc, hrint, Krtnan, hrtfo, hrts, hriot, Kriu-wan, hros, kroch (Hrocholf), hrod, hrofan, hr&m, hrörjan, Kruf, hrucki. — Schon im 8. Jh. kommt r für hr vor: Rodhart vor 737 MB. XXVII. 2, 12. Roodunc. Roodbertus c. 790. 2, 23. Ruodpirin 788. 2, 13. Roadperht 772 Meichelb. I. n. 46. Auch wird im 8. 9. Jh. fälschlich hr für r gesezt: Ilriiholf c. 770 MB. XXVIII. 2, 57. llraginhelm Petr. 81, 51. Hreginpirin. Hre-ginswind 97, 2. Hrehtwili 17, 1. Urihfrit 103, 26. feorhredir gl Einin. I. 405. Diefs beweist dals Kr aus dem lebendigen Bewußtsein schon geschwunden, zwar bis in das 9. Jh. fortgeschrieben ward, aber eine orthographische Plage unkundiger war, wie die Unterscheidung von J'z und Js heutzutage. In den 1178 geschriebenen Windbcrger Psalmen findet sich auch ein hr für r iu hros Ps. 31, 13. 32, 25. 146, 11. Haupt 8, 121. Ich möchtc glauben dals liier weniger eine archaistische Schreiberlaune als vielmehr die älteste Spur des phonetischen Vorganges vorliegt, wonach /• (gleichgiltig ob altes reines oder aus hr vereinfachtes r) in Baiern, Kärnten und Tirol mit einem scharfen Hauch ausgesprochen wird. Es kommt vor an der Kot, ferner im bairischen Wald (namentlich an der Ilz), im Möll-thal und Pusterthal: Hrab, Ilring, Hrind, Krue/en, Krafen — brüsten, furcht, lireud, breiten ghridden. Selbst in der Verbindung gr wird »■ »spirirt: ghrous, ghrad. Schm. § 632. Bavar. I. 357. Lexer XIV. Frommann 3, 99. 167 § 148. 149. Ans altem wr gieng einfaches r durch Schwund der labial-spirans hervor in lorächa wrechan, wreehjo, wringan, wriso, wrt-dan, writan wrtean, wrist, wrögjan. Im allgemeinen lautet r rein; nur in einigen Gegenden, so in Tirol um Nassenreit und Lienz, wird es geschnarrt, Schöpf bei Frommann 3, 99. § 161. Unter den inlautenden r sind eine Anzahl aus n entstanden. Allgemein deutsch erfolgte diefs in aran, char, peri, nerjan, era, heri, ker, mera, lera, ir dir mir wir, tior, 6ra, horjan, ror, trdr. Auch in waren waere ist das r fest; das von H. Sachs im Reim gebrauchte wagen scheint unechte Form, aus dem damals noch üblichen Sg. was gebildet, welchen Sachs neben war auch im Reim braucht. In den Zw. lesen, genesen, risen, f'rissen, Verliesen ist der Uebergang von s in r mehr oder minder entschieden. — Bei den Präsensformen von friesen und Verliesen hält die Mundart noch heute das s fest; um so auffallender ist daher der von Otacker im Reim gebrauchte Inf. verlieren : furnieren c. 738. PI. Pt. Ind. und der Conj. Prt. haben früh r angenommen. — lesen nimmt zuweilen im PI. Pt. Ind. und im Gonj. Prt. r an: Idrin Vor. 117, 5. laren Kaiskr. 8, 23. Uere Wemb. 164, 4 (Iure Docens Brachst.). Ptc. geleren Vor. 311, 12. Kaiskr. 33,16. gelern Bened. Pr. 14. gelaren Angenge 32, 87. — Ebenso in genesen : ginari gl. Teg. 148. rw. gen&ren : waren Krone 26879. j. Titur. 514, 2. gndren : waren Litanei 232, 32. gentere Angcngc 23, 10. genaren (pl. cj.) Vor. 255, 25. genern (Ptc.) Genes. 48, 15. : bereu Litanei 168 Malsm. irneren Vor. 311, 11. — In rtsen neigen sich die kurzsilbigen Präteritalfornieu zur Wandelung des « in r vgl. riren; schriren Servat. 1797. rirn: bim Parz. 80, 2. Frauend. 93,11. serir: mir Serv. 3514. geriren: geschriren Warnung 1774. — Nicht ganz sicher ist das zu einem Inf. brisen gehörige ptc. gebriren Helbl. 13,129. In lesen, genesen, rtsen kam s wieder zum alleinigen Recht. § 162. Das in- und auslautende r wirkt auf vorausgehende Vocale sehr verändernd: e und o verschiebt es zu a, e zu es, e zu i, u xu o, ü zu ö und e; anderseits verschiebt es a zu o und u, i zu e, i zu ü. Es bricht e und i zu ea und ia, d zu oa, u und o zu ua, ö zu öü; vgl. § 117 und Schm. § 621. Die flüssige halbvocalische Art des r äulsert sich in seiner Auflösung a, gewönlich nach Kürzen: dia, mia, ea, dea, ober- §162. 168 pfälzisch auch nach Längen: Gaua Jahr, Hauet Har, Ein Ehre. Auch in der Verbindung rn: Hou'n, valou'n. — Anderseits verbindet sich r gern mit t als unechtem Nachlaut: arig, Birig, Erichtag, durich § 20, woraus sich die nach u vorkommende Auflösung des r zu i erklärt: Wulm, kuis, Fuicht. — Luterotti gibt die Yocalisirung des r nach o in der Unterinnthaler Mundart mit u: vou,faun, Haan, Luterotti 22. 23. — Es sind dies sämmt-lich irrationale unbestimmte Nachvocalo; dem Organ des r ge-mäls ist a, weshalb auch r mit diesem im Diphthong ia, ua, üa tauscht. Oesterreichische Dialectdichter schreiben gern »', u', ü' fiir ua, üa (= üe): Bi'b, Ku', Kü'len, thu'n, gu't, Grnü't; vgl. auch Scngschmitt im Wiener Schottenprogr. v. 1852. S. 6. Aus dieser Natur des r erklärt sich der Ausfall des r. In älteren Schriften: fonoden> 1342 Schottenst. 11. 211. vOdert Mit. XXXVI. 2, 47. vodern 1317 Klosterneub. n. 169. vadernt 1340 Notizbl. 4, 106. rodrunif 1358 Schottenst. n. 262. loderen (inf.) Stlldtekr. 2, 91. roder Megenb. B. 19, 25. — nuider-.Kader Wölkst. XII. 8, 27. -.quader Sachs Friedens Klagred; vgl. auch Archiv XXV, 78. madren Weitenfcld 178. — tarnt: halt w. Gast 7087. alreste Parz. G. 734, 17. — Pairn: zvain Otack. c. 190. 197. — r/nft: dürft Otack. c. 281. Ferner vom Auslaut des ersten Compositioustheils: Getrudü Necrol. von St. Pölten, Archiv XXXIV, 828. 391. 400. 426. Gedräut Wölkst. CXXI, 76. 325. Am stärksten tritt auch in den heutigen Mundarten der auf vocalischcr Auflösung beruhende Schwund des r vor dentalen ein, ist aber durchaus nicht darauf beschränkt: ä'm, Da'f, fä'n, echwäJli'ß, Fa'k, ge'n, Ho'n, he'n, le'ne. Weit seltner schwindet r aus anlauteudcr Verbindung; doch sind k'od grad, Stumpf Strumpf verbreitet; in Nürnberg wird Büdcrhaus gesprochen. Durch die Auflösung des r wird der Vocal gedehnt; in den Suffixen, z. B. dem Suffix -ern geschieht dies wegen gänzlicher Tonlosigkeit nicht: gesten, ziden. Vgl. Schm. § 632. 633. Höfer 94. Tschischka 262. Schöpf bei Frommann 3, 99. Nassl 14. Fronunann zu Grübel 3, 251. — In Oberösterreich und Steiermark heifst das r nicht aussprechen rathchen. Der Abfall des r vom Schlufs tonloser oder stummer Silben ist alt. und verbreitet, namentlich wird aver sehr häufig ane.h in den prosaischen Schriften des 12. Jahrh. aee geschrieben. Auffallender ist Abfall des r in echter, vgl. lie: echter Otack. c. 221. Es stimmt diefs aber zu dem heutigen Brauch, wonach jedes r im Auslaut schwindet, sobald kein Vocal folgt: nie und mf', Stie' und Blüeh sind also ganz gute Keime (Stelzhammer Lieder in obderennsscher Volksniundart S. XVI. 2. Aufl.). Es 169 § 154.155. heifst also auch dr A'm, er is, aber de Väde, e will; mei Bruadr odr i, aber t ode mei Bruada. Vgl. auch Schm. § 634. § 163. Das Gegenstück zum Ausfall macht der Einschub von r. Selten ist er im Stämmen; in ahd. Periode nur in widar: icirdarsporot gl. Hr. 2316. icirdarstentida 2022. wirdarxtoonti 2304. tcirdar Otfr. F. I. 12, 2. wirdorort I. 11, 21. wirdar-winnon II. 3, 56. wirderwagi gl. Teg. 63. wirdertuon Kaiskr. 426, 17. — verlurst 1755. 1780 Oberbair. Arch. XXV. 373. 394 gilt heute noch in bairischem Schriftgebrauch zum Unterschied von verlust, desiderium Schm. 2, 500, und ist in Steiermark, Tirol und Kärnten lebendig. — Einschicbung an den Anlaut zeigt Brimsen = Binse Schm. § 633. Gern wird r gebraucht, den Hiatus zu decken. Es tritt a) zwischen Stamm und Flexion: i sSret, strdret (sähe, streute), bleire bleiern, früere früher, Schm. § 635. Dabei vertritt es zuweilen thematisches w oder h: geririg Megenb. B. 99, 4, heute rueri (ruhig) Schm. a. a. O.; ebenso in Verben: scriri gl. Teg. 113. rw. schrir :mir Servat. 1959. seriren. spiren Vor. 256, 26. schriren Milst. 155, 21. : kiren Helbl. 15, 354. : riren Servat. 1798. Ptc. geschrirn: diern Otack. c. 96. :/tirriern c. 271. : ziern c. 280; vgl. weiter § 268. — b) zwischen zwei Worten: larma-r-und schrein, lache-r-ode wein — drd-r-i, ge-r-i, dna-r-i — wie-r-i säg, wo-r-e ketnü-r-is — su-r-a När (so ein Narr), zwa-r-Augng (zwei Augen) — a-r-i (abbin), zue-r-i (zubin) — jä-r-id (Milst. 80, 24. Pfaffenl. 49. Warn. 483. 3013. Tundal. 51, 30. Biter. 7875. jariach Kindh. 72, 75. Vgl. Lachmann zu Nibcl. 446, 3). nu-r-ä w. Gast 11360. Umstellung des r erscheint mehrfach: katrustlihho gl. Ilrab. 181. chars gl. Teg. 31. — Diotpreht c. 1090 Meichelb. I. n. 1265 und andere zusammengeseztc Namen mit preht. — Prehentag (= Berhtentag) 1339 Notizbl. 4, 103. 1347 Klosterneub. n. 323. Prechentag 1367 n. 433. Gräz. Priv. n. 26. Prehemtag 1362 Archiv XXVII, 81. 1364 Notizbl. 9, 166. Brehemtag 1397 Schottenst. n. 370. Prechemtag 1411 Schottenst. n. 421. — Namentlich in der Endsilbe -er: chornre Geisenf. Pfr. 33. donreslac Syon 47. b. paldreten Aventin XXXII. unserre (g. sg.) Psalm 6, 10. Vor. 79, 18. iwerre Bened. Pr. 49. allere Ps. 33, 28. wdrri Bened. Pr. 3. Vor. 303, 16. eintwederre (n. sg. m.) 1287 WitteUb. n. 168. — Häufig wird auch das Präfix -er nach vorausgehendem Vocal oder nach I und r umgestellt: ne reget Vor. 216,2. § 165-167. ' 170 dä restarb 221, 16. also regierte Kaiskr. 19, 13. er reslagen Vor. 10, 27. mir rezeiget 304, 14. wol rekande Kaiskr. 9, 12. Ueber die Doppelung rr gilt das gewönliche. Aus Zusammenziehung entstund rr in erre, herre, merre; vgl. auch schierri (comp.) Bened. Pr. 65. Ferner aus Angleichung von rj: marrit Musp. werranter gl. Teg. 245. rw. ganidarrent fg. th. 9, 5. suerren 31, 16. nerrentan 43, 3. cherret gl. Teg. 70. rw. hdrren fg. th. 9, 9. gahorrente 5, 19. romin gl. Teg. 145. rw. Für einfaches r steht es nach Längen und Kürzen; a) nach Längen: märra gl. Teg. 44. wärrer Litan. 218, 7. firrota gl. Möns. 321. virroten gl. Teg. 95. rw. stürrer 320. — b) nach Kürzen: torre Ps. 106, 16. 147, 2. swerrer 1416 Schottenst. n. 446. dorr/ 1566 Oberbair. Arch. XXV, 297. märrkhten 1532 Notizbl. 8,352. fötrsten 1626. 7,296. — So beliebt wie manche andere Doppelung ist rr nicht. § 164. Wechsel mit organisch verwanten Konsonanten geht r mehrfach ein. Ueber l für r § 158; r für l kann ich nur naohweisen in den fremden damiri (damula) gl. Teg. 188. pfarezgra/ Stromer 34,15. C. und dem oberbairischen Fräckelein (Flaconlein) Schm. 1, 600. r für n in Herg = Hönig, Härchel = Hänichel Schm. 2, 202. 235. Das -er in geger, neber, weger beruht auf falscher Analogie. Ueber d für r § 147; r für d in Harmar 1441 Archiv XXVII, 113. f. — steirisch Gre'rn = Grede (gradus), oberösterr. Stuern = Stute. Ueber den scheinbaren Uebergang von rt, rz in seht, sehe § 155. Der Uebergang von r in ch erklärt sich aus dem hartreibenden Laute des am weitesten nach hinten liegenden ch (y* Brückes) und aus der verwanten Stellung von Zunge und Gaumen, welch«! eine gewisse Art des r (r gutturale oder uvulare) einnimmt, vgl. Brücke Physiologie der Spraohlaute 48. f. Dieses gutturale r wird also bis zum tiefsten ch fortbewegt. Im Ziller-thal findet man dies r in «1er vorausgehenden Stellung rch: durch wo ich der, war, jEarchd, Wearchd, Schwearcht (Knie, Wert, Schwert), diarch, wiarch, schiarch, hearchn (hören), /ürch, Thürch, Wuercht (Wort), niedarch, gwtssarch, vgl. Luterotti 35. ff. 40. ff. 171 ' § 164.165. Das älteste Beispiel gibt das allgem. bair. österr. Erihtag, Erching für Ertag dies Martis: Erihtag 1318 Schottenst. n. 140. Erichtag 1340 Heiligenkreuz. II. n. 198. 1438, 1449 Nürnberg. Krön. I, 464. 11, 156. Stromer 69,21. H. Sachs o. Erchtag 1362 Notizbl. 4,385. 1430 Oberbair. Arch. XXIH, 315. Vgl. auch Schm. 1,95. Lexer 50. Schöpf 108. — Gewönlicli schwindet aber das zitternde r ganz und blofs das tiefe ch bleibt: so auch mitunter im Zillerthal, ferner vor d, t, z an Oberisar, im Botthal und an der Uz: Eachd, hdchd, wdchdn, Wiachd, fuchd Erde, hart, warten, Wirt, fort, Schm. § 623. In den bairischen Alpen schwindet nach diesem ch suffigirtes z oder angelehntes #: Hich = Hirz Hirsch; ech, deck: er es, dir es; Schm. § 663. In der Verbindung rn hört man im Zillerthal mit einer Art Verhärtung des ch ungefähr gn: Huagn, Zuagn, zittagn, Horn, Zorn, zittern, Schöpf bei Frommann 3, 99. N. § 165. Die nasale liquida der Zungenlaute ist nicht so flüssig wie l und r, indessen durch die Nasalirung ebenfalls beweglich. Im Anlaut ist es von allen Liquiden die am wenigsten zahlreiche *). Auch die Verbindung hi ist unbedeutender als hl oder Ar. Die damit früher anlautenden Worte hnach, knüpf, hnigan, hnel hnol, hnuen, hauten, hnuz zeigen in unsern Quellen bereits einfaches n und den guttural verschwunden. Die bairischen Mundarten neigen in manchen Worten zur Verschweigung des anlautenden n: bairisch Arw, Ack, ider, Uesch, auch im Ortsnamen Impfenburg, in Apoleon und Ankinat. (nanquinet) Schm. 1, 24. 2, 764. §611; oberpfalzisch acher (nachher), eben, Est Schm. § 611; tirolisch Ost, Önpeln Schöpf bei Frommaun 3, 101; kärntisch Ater, Essel, Est, Elle, Och, Uesch Lexer XIH. 197. 200 **); steir. Abinger Nabiger. Umgekehrt tritt n auch vor: allgemein in der Koseform von Anna: Nanne, Nani, Nanl, Naiineii; bairisch in Narb, Naten, Nassel, Nasen, Natt, Neichte, Nure (ürhab), Schm. § 610; tirolisch Namme, Neu (Ene), Natle, Neidl, Niechhalm, Nigl Schöpf *) l und m sind fixt gleich hllulig, r ain hXuligsten. **) Das in Kärnten und Tirol gesprochene rl, il (Lesachthal, Vinschgau, Oberinnthal, Zirl) für »et, nii beruht nicht auf Verschweigung des », sondern auf ne gativem Gebrauch von ikl. § 165-167. ' 172 460. ff. 464. 468. f.; kärntisch nabach, Natt, Naten, Nauke Lexer 10. f. 195. f.; steirisch nabich, niedweda, Nigl, Nommaröl. Aus der vorgelehnten verstümmelten Präposition en (in) entsteht Nau, naufaren (en ouwe) Schm. 1, 2; derselbe Vorgang der iu neben (en eben) allgemein ward. Die verstümmelten nctuf, nab, nun, nein sind auch allgemein (hinauf u. s. w.). § 166. Bei inlautendem n wirkt die Näselung auf Ausfall.. Die älteren" Schriftwerke geben ftir den in dem heutigen Dialect stark ausgebildeten Vorgang schon Beispiele. a) in Stämmen: Suidune Petr. 113, 4. Suidpurc 91, 33. Suidher 42,52. Suidmod 115,45. ASaneuid 41,11. Raginsuid. RUimid 13. — weleu Psalm 71,10. 96,1. Vor. 361,18. — veig&n (für Biegen) Vor. 10, 19. gigen 150, 18. 191, 19. — Der Name Chutrun (Archiv XIX, 271. Gudrun Obermünst. Sdhenk. n. 118. Chutrun Chudrun Chautrun Chaudrun der Gedichthandschr.) wird nicht hierher gehören, sondern der Ausfall des n war in der Form des Namens vor seiner Aufname von den Oberdeutschen vollzogen. — Unsicher ist der Ausfall in den zusammengesezten chomnn g. Rom. 118. xibel (sinwcl) Tucher Baub. 5. b) in Suffixen und Flexionen: pendigo fg. th. 31,29. phen-nic Kaiskr. 35,3; permet (permint, Pergament) vgl. pirmetin (adj.) Nürnb. Pol. 177. permeter Nürnb. Städtckr. I. 271, 13. — In dem Ptc. Prs.: flieget Flexcl bei Schlager 1846, 76. eckreget Ayrer 2248, 9. brinnet 2203, 27. In den heutigen Mundarten ist die starke Näselung des inlautenden mit einem Konsonanten verbundenen n allgemein: siift, Ruft (sanft, Ranft), Fni'd, FreCd, KiTd, Misch, lüg, eck; ebenso vor anstofsender Endung: Boül, braum, koär, Boär, moäxt, »cheCst. Vgl. Schm. § 564-568. Bavar. II, 206. Schöpf bei Frommann 3, 101. Frommann zu Grübel 3, 249. f. — Bei den vicentinischen Deutschen ist auch der nasale Klang geschwunden: fif, Fester, Fistak, eimbr. Wb. 44. n. 54. — Von Suffixen stölst es ent (Subst. und Ptc. Prs.) mit grofser Ueberein-stimmung aus: Abet, Geget, Juget, tauset — brenned, liged u. s. w. § 289.312. Vgl. auch die substantivisch gebrauchten: da* Ldfed, Gwinned, Sterbed, Renned u. s. w. Sellin. § 235. 591. Frommann zu Grübel 3, 250. § 167. Wir fügen den Abfall von n hier gleich an, der ebenfalls auf Näselung zurückgeht. Aus älterer Zeit kann ich ihn nur iu dem tonlos gewordenen nie (men = man) nachweisen 173 § 167.168. Ps. 113, 87. Haupt 8, 152; ferner im fremden Namen Katrey 1350 Schottenst. n. 239, in taver MB. XXXVI. 2, 278 u. ö. und mit Schwund des ganzen Suffixes in deckelach (: geBach) Frauend. 348, 19. Aufserdem kommen aber die Reime zwischen den Endungen en und e zur Erwägung: geteiltn: wellt w. Gaat 492. : snelle 498. 507. banne.: mannen Helbl. C, SS. 7,82. küntginne: gewinnen Dietr. Fl. 2142. kunatigunnen Helbl. 4, 848. Dietr. Fl. 7640. landen:handt w. Gast 11782. mtert:waren Dietr. Fl. 1450. herzt: merzen Haben. 880, 3. tiarchen: marche 439, 3. knaben: aht Wigam. 4416. Ueber den durch Näselung veranlagten Abfall von n im heutigen Dialect ist zu merken: das n schwindet an einsilbigen Worten mit langem oder gedehntem Vocal: Mä, ai, dei, »', »*, St", Su, oberpfälz. lou, tou, göi-, stöf, schür. Kurz sind nur no, »cho, vo nun, schon, von. Schm.-§ 564. 568. Schöpf bei Frommann 3, 100. Frommann zu Grübel 3, 28. Nassl 14. Die Infinitivendung schwindet an vocalischen Stämmen ganz bis auf den nasalen Nachklang: mä", na, su, bau, schau, schrei Schm. § 581. In einigen bairischen Gegenden südlich der Donau bleibt nach Vocalen, nach m, n, f und den gutturalen das e der Endung: baue, schaue, neme, nenne, ka/e, merke, trückne, mache; in der Oberpfalz nach Vocalen, m, n, /«, Schm. § 583. f. Nassl 14. Ziemlich allgemein ist der Abfall der ganzen Endung nach n und ng, z. B. grein, moan, prenn, bring: Lexer 149. Schöpf bei Frommann 3, 101. — Das substantivische Suffix -en wirft weit seltener das » ab; Schm. § 583. f. 588. In der Oberpfalz schwindet » im feminalcn -in: Bäueri, Wörti, Köchi, Frommann zu Grübel 3, 250. — Das adjectivische Suffix -in (tn, en) nasalirt im Auslaut das n stark; Sellin. § 593. Die Deminution /in wird durchgehends zu le, la oder blol'sem l, Schm. § 596. ff. Lexer XIH. Frommann zu Grübel 3, 250. § 168. Im Gegensatz zu dem schwinden des n steht der Einscliub des lingualen nasals. Derselbe erfolgt nicht so reichlich wie im alemannischen (alem. Gr. § 201); indessen ist er doch genügend nachzuweisen. Aus schriftlichen älteren Quellen a) in Stämmen vor lingualen: chrenzzen Hilst 122. 16. hamdnitcher Gundacb. 1460. ttrennten 1455. pewnte Stromer 30, 20. fluntl Wölkst. XVII. 5, 16 (Jlml CIV. 2, 17). planten Wölkst. XVII. 5, 14. meint! Tücher Haub. 288. Ayrer 2203, 21. — vor gutturalen: iungnndi Otfr. F. I. 16, 14. langende Kaiskr. 189, 5. l*a-genilir.hr. 145, 23. branklen 296, 9. tweingen w.Gast A. 1656. genunk Stromer 37, 25. 27. — b) im Suffix ie: chuninginne Pari. G. dritte Hand oft (Lachmann zu Parz. 654, 16). etting Tucher Baub. 124. thiheiningtmo Otfr. F. I. 1, 96. aitoma- § 168.169. 174 gen II. 12, 76. heyllingen 1867 Klosterneub. n. 488. heylling 1488 Notizbl. 4, 456. heyling, künfting, eicing, toring, gneding u. u. bei H. Sachs (aber auch ehlmg, früling). selbing Otack. c. 124. Archiv XXV, 79. vulling bair. Freih. 82. neheub-ling 1488 Archiv XXV1J, 146. czächtinger 1432 Melly n. 98, und sogar in falschem ig in poriger (Borger) pariuger Trient. St. XXXI. Im Suffix ich, als wBre es es ic, potmg Schmeltzl Lobspr. 1179. Schm. 1, 224. In den heutigen bairischen Mundarten zeigt sich diese Na-salirung in Stämmen ohne durchgreifende Regel: gern vor st: meinst, Ginnst,, Schm. 2, 602. 94, tirol. Faunst Frommann 3, 101, kärntisch Pietist Lexer 26; ferner vor z: faunzn, schnaunzn Lexer XIII., sonst vereinzelt: tirol. binsz, Hanggn. Ziemlich fest ist die Nasaliruug im Suffix -ic, am häufigsten aber wenn die Flexion -en folgt: die deininge', peininge" Schm. § 473, Frommann zu Grübel 3, 247. Das ng geht zuweilen in blofscs n über: meininen, peininen, wie auch echtes inc zu in wird: Pfennin, Bifin Schm. § 474. 480. — Uebrigens wird auch der adjectivische Compositionstheil lieh nasalirt: ehling, endling, kaisaling. m Zu erwähnen haben wir auch der Nasalirung des Suffixes -ich in alten slavischcn Berg-, Flufs- und Ortsnamen; in Steiermark und Oesterreich sind sie nicht selten: Medelich Medling, Moniich Mandling, (hlich Oefsling — Zürich Ceirich Zeiring — Aiiiicli Ardning, Gestnich Oesting, Glibenich Gleiming, Grebenich Gröbming, Jede-nich Irdning, Laznich Losing, Linnich Liesing, Lomnieh Lobming, Semmich Semering, Stilbenich Stttbing, Xellnich Zelling. Bei dem mg aus -nich könnte man an Umstellung des » denken, indcascn sprechen die Behandlung von lieh und rieh, sowie Beispiele wio Gröbming, Ardning, Irdning, Gleiming dagegen. Ueber die Einfügung eiues nicht nasalen n im Plural schwacher Substantiva §§ 349. 350. 352; es liegt allerdings hier nicht blolses », sondern das Suffix -en zu Grunde. Wir gedenken endlich des euphonischen n, welches zur Deckung des Iliatus im bairischen beliebt ist. Es tritt a) zwischen vocalischen Stammauslaut und Flexion: geunen Schm. 2, 8. tlrä-n-et, nä-n-et, b) zwischen zwei Worte: bei-n-üns, zue-n-enk, teie-n-i sag, baj-n-i, Arnim (sobald ich komme) Schm. § 609. Frommatm 3, 101. In Fällen, wie: von enk, main i, kain End, ain ieder ist kein euphonisches » auzunemen, sondern hier ist vor dem vocalischen Anlaut das stammhaftc n bewahrt. § 169. Aus der Verwantschaft als uasale folgt der Ueber-gang von m zu n und umgekehrt, § 139. Obgleich das alemannische das bairische in der Wandelung des m zu n überragt, alem. Gr. § 203, so können wir doch aus dem bairischen, vorzüglich aus älteren Quellen diesen Vorgang stark belegen. 175 § 169. a) in Stämmen: breutegau:.«« Teichner La. Cl, 8. : geslütt ebd. 56. 98. den prertigan Syon 28. —fram: dtm Tandar. 5268. : man Wigam. 589. gram:pan Wölkst. XXIX. 2, 14. kam: getan Wigam. 4522. : scMn 160. — mm': an Dietr. FL 158. : dm Haben. 1054, 4. : began Gudr. 49, 2. .- kastelän Dietr. Fl. 1364. .- man Gudr. 218, 2. 856,2. Karl 2888. Hai 86, 4. Meier. 2867. 8625. :eiitran Dietr. Fl. 9281. Wigam. 387. ■■ gewan Dietr. Fl. 2362. — undancnäm : getan w. Gast 14368. — ratn: hau Raben. 497, 4. Paltram :kan 57,4. : man Dietr. Fl. 5948. Hintram : kan Raben. 994, 4. : man 1037, 4. — tarn: an Dietr. Fl. 8843. : Iran Wigam. 4454. .- man Meier. 1374. 9750. :mdertin Enikel 306. — freistem: man Dietr. Fl. 2251. Raben. 563, 4. Enikel 362. : gestän Raben. 842,4. :gewan Krone 15576. — lobetam: dan Wigam. 2428. : hau 1221 : kan Enikel 334. :man Dietr. Fl. 3000. :getan Raben. 882, 4. :gewan Dietr. Fl. 746. wunnesam: in Wölkst. XXIX. 2, 10. — tarnt Um Dietr. Fl. 1529. : gewan Wigam. 1365. gezam: an Enikel 351. wider-zum: began Wolkenat. XXIX. 2, 5. — amt: schaut w. Gast 7824. : zekant Tandar. 2045. — samt: kamt Riter. 11289. Raben. 805,4. Dietr. Fl. 4412. -.laut Dietr. Fl. 10. : genant Krone 16563. : gertint Enikel 260. : gewant Meier. 3610. Enikel 332. sand bei IL Sachs und Ayrer in und aufsor Reim oft, vgl. auch allsander: einander Ayrer 3145, 18. — schämt: genant Krone 4183. — ckanf Vor. 262, 17. kanpket Parz. G. 654, 22. — arm.-bani Karl 7428. : bewarn 3644. 7414. _ ge- tennet: gekemmet Parz. 78, 6. — entfrernte: sente Wigam. 2440. — kken/un Musp. chenphe Vor. 34, 10. — tnezig Ludw. f. 5. enzecklick Vor. 160, 15. — keim: bein Stricker bei Pfeiffer Vebungsb. 29, 54. : ein Stricker Dan. 47. b. 48. b. : mein Dietr. Fl. 1867. :gemein Enikel 388. : schein Karl 3526. : Liehtenstein Frauend. 31, 22. 871, 1. 542, 13. : künegein Wigam. 2816. — oekeim: ein Karl 1162.3400. 11787. : dekein Meier. 11574. : kein Wigam. 3666. : schein Karl 4983. : stein Biter. 10338. Karl 8496. 8204. Garul III, 86. kein Wemb. 206, 34. g. Rom. 105. heinlich Milst. 12, 17. — hei nie : gesteint- Gudr. 1181, 4. Heime: eine Bitcr. 5676. : kleine 5196. — im:im Stricker Dan. 27. a. 98. b. : in Dietr. Fl. 1709. :sin w. Gast 680. Frauend. 374, 11. Dietr. Fl. 8495. :uiigewin Daniel 77. a. — giniiue. .'MUS Wigam. 2111. :rersinne Raben. 774, 4.— grimmes: innt Daniel 34. b. :fi-lentinne Gudr. 629, 4. grimmen : gewinnen 921, 4. — stimme: sinne Enikel 810. — limmet: hrinnet Raben. 946, 6. — dienen : nirmen Gudr. 1226, 4. 1484, 4. : riemen 1146,4. — Räme: krtnt Encnkel 298. : löne Raben. 69, 6. : schönt Dietr. Fl. 1438. Enenkel 259. — pisouu:gaum Enenkel 273. 328. povnyarten Geisenf. Pfr. 47. Pavngarten 1317 Klosterneub. n. 168. MB. XXXVI. 2, 34. paungarten 1399 Schottenst. n. 384. 1462 Dipl. Kotenman. 16.b. Bnir. Freih. 228. — /mm: sun w. Gast 10694 Raben. 945, 4. Dietr. Fl. 2372. — knnec :frumec Wigam. 2518. 2728. 8058. 5126. — knmmer: entranne Wigam. 2271. — kamt: phwit w. Gut 2800. — a/terchunft Genes. 72, 8. — stnnphe Exod. 97, 1. — ritm: garzün Parz. 660,28. iponlün 77, 28. — mom: tutm Biter. 8110. Enikel 308. — hertunm: hwn Dietr. Fl. 8133__grvonen: pltunnen Beruh. Stift. 133. Pluenostern 1335 Steir. Mitth. XI, 87. b) in Suffixen und Flexionen: gadtm: laden Syon 23. : entladen Amis 841. — besem: wesen Otack. c. 448. — ayden g. Rom. 85. buosen Psalm 78, 18. — fallen: allem w. Gast 100. Die heutigen bairischen Mundarten schwächen allerdings m in Suffixen häufig: Aten, Besen, Boden, Busen, Faden, Widen, doch vergl. § 139; ebenso geht im Dativ masc. neutr. der pronominalen Dcclination m regelmäßig in n über. In Stämmen aber ist n filr m nicht häufig: bair. Bdngart, Bäntcel (Uaumgart, Baumwolle), Hdngartn Piaimgart cn, Zern Zen Ziemer, sant, Sanste Samstag; kärntisch grün gram; oberpfalz. leint, kinst — kumt, kommst. Schm. § 556. f. Lexer XII. § 168.169. 176 § 170. Aus dem nasalen Character des bairischen in- und auslautenden n ergibt sich leicht völliger Uebergang von n in ng in der Schrift. Mechanisch erfolgt er durch Umstellung: agen, egeh, igen, ugen wird zu ang, eng, ing, ung. Aeltere Belege: gemenget: gesegent j. Tit. 188, 1. geng 1334 Notizbl. 4, 102. 9, 284. 1489 Archiv XXVII, 151. »engt (segeme) 1386 ebd. 90. Heng Aventin XLI. reng (plu-via) Scluneltzl Lobspr. 961. jungt Ludw. f. 6. rw. Hierher auch fatchang, verstümmelt au» fatenaht, 1312 Notizbl. 6, 417. 1887 Klosterneub. n. 269. 1352 Heiligenkreuz. II. n. 207. MB. XXXVI. 2, 63. Otacker c. 792 fatchang: lang. — galing (galgen) Fastn.sp. Nachl. 257, 5. betarmg besorgen, M. Habsb. L 2, 227; erleding H. Suchs. — In dem heutigen Dialect ist diese UmsteUung allgemein: sang, irang, Gengad (Gegend), gleng glengat, Reng renga, Rengsspmg, umring, rtrboring, to-röng, peisSug. Bei diesem ng aus Umstellung ist zu erwägen dafs en hinter radicalem g allgemein wie ng lautet, also Augng, sagng, biegng, Schm. § 579; nördlich der Donau auch nach den andern gutturalen: Funkng, machng, rauchng. Schärfer tritt die nasale Potenzirung des n ohne derartige äufserc Anlenung hervor. Demnach ward n ohne weiteres für ng geschrieben: giganne Otfr. F. II. 16, 18. atgin 1842 Schottenst. n. 211, mgien 1861 Altenburg. n. 256. vergien 1477 Oberbair. Arch. XXV, 28. gin Stromer 25, 8. 27, 8. 46, 15. gan 75, 6. Uberliu 47, 14. ze ivnnest Stricker Ged. 4, 880. V. Umgekehrt steht ng ftir nn, und noch heute wird so im Dialect gesprochen : tiltgen Vor. 247, 2. sebrangen. lundtchrang Notizbl. 4, 396. spmg (spannen) King 4. c. Heute u. a. gwingen gwang gwungen, der Gwing; denger dennoch, Höpping, Geadaring (= in). Hieraus erklären sich auch die bei bairisch-österrcichischen Dichtern nicht seltenen Keime zwischen nn und ng: danmii: befangen Angenge 21, 1. : ergangen 52, 59. mannen: ergangen Gudr. 1508, 4. [schrange: danne gem. Leb. 975). s,-.krängen: gegangen Gundach. 1681. 1809. — erebenne: lenge Otack. c. 357. — ringe: kuniginne Gudr. 692, 4 (grimme: ringe Haben. 248, 6, vgl. mm: nn). Pfenning: entrinn Enikel 325. lantgräfinn: Düring 299. bringen: binnen TundaL 44, 70. : kuniginnen Gudr. 225, 4. 592, 4. 686, 4. 906, 4. dingen : brinnen Tundal. 53, 63. : gewinnen Angenge 6, 76. Karl 1642. Hche.mmmgen : sinnen Raben. 410, 4. gewinnen: gedingen Gudr. 946, 4. : gelingen M. Magd. f. 18. b. : missetingen Gudr. 877, 4. sinne* : dinges Angenge 11, 84. ringen :prinne„ Schmcltzl Lobspr. 699. sinnen: singen 372__brunnen: gelungen Wigam. 1799. : sangen 4406. entrannen : Mittelungen Enikel 314. gewannen: drangen 289. ; gelungen 802. 850. wunne: mandunge Angenge 3, 48. gewänne: getmunge 8, 10. § 171. Wechsel der lingualen und der gutturalen media nach a zeigt sich in dem mundartlichen ng für nd: begmg Olack. c. 1. 19. gtweug Tucher Baub. 186. rang 165. 187. 204; daher die Reime and: lang Otack. c. 1. druugen: tavelrunden w. Gast 1054. : verbunden Daniel 44. a. 177 ' § 164.165. Aus den heutigen Mundarten gschwing, ling, gfungen; auch der steirische Ortsname Strajsengel, für älteres Strafeendel, entstellt aus altem Strazinola. Auch für nt kommt ng, ngg vor: Flingg, Granken neben Grünten Schm. 2,115. Nicht selten gleicht sich nd zu nn an: z. B. anner, finnen, Linn, daher die Reime finden: hinnen Stricker Dan. 127. b. : erwhmm w. Gast 12964. Sachs and Ayrer schrieben gradein finnen und reimten es a. B. ; hrinnen H. Sachs zehn Jungfr. : innen Schöpfung II. Ayrer 242, 18 : kännen Ayrer 137, 10 : eerinnen 64, 23. fnnnen : hrunnen Sachs Zerstör. Jerus.: besannen Sachs. Ayrer 67, 28. : enlrunntn 772, 84. Ebenso nnden:kunnen Gudr. 842, 4. künde: brunne Laber IIS, 4. Gewöhnlicher und allgemeiner ist Assimilation von nj :nn. Außerdem vertritt die Doppelung einfaches n nach Kürzen und selbst nach Längen: kapeinnono fg. th. 23, 2. chleinno gl. Sa-lisb. 312. cheinnin Denkm. LXXXII, 58. toainnen Gundach. 4601. Sehr störend ist dieses unechte nn in Verbindung mit andern Konsonauten; es wuchert im 15-17. Jahrh. am ärgsten. Selten wird n für nn gesezt; z. B. mano Musp. ine Ps. 55, 12. wne Vor. 7, 21; dazu deu Reim erschinen : uberzinnen Krone 5309. Vgl. auch alem. Gr. § 204. Dritte Sippe. Die Konsonanten des Gaumenschlusses. K. G. Ch. H. J. Ng. Nk. E. § 172. Das Verhältnils der bairischen wie der alemannischen Gaumenkonsonanten war in der ältesten Zeit nach der neuen Lautverschiebung rein. Die alte media war also in k, die tenuiB iu ch übergegangen, h war geblieben. Aber der Zug nach Ausgleichung mit den andern deutschen Dialecten führte allmählich eine Rückbewegung ein, durch welche die tenuis auf die frühere Stufe zurückgieng, uud auch die aspirata itn Anlaute wenigstens wieder zur tenuis sich zurückschob. Wärend also in der ersten althochdeutschen Periode k gegen got. sächs. g, ch gegen k stund, g gar nicht vorhanden war, schwindet später das echte oberdeutsche k, wird durch g ersezt, und ein neues k für ch kommt auf, wenigstens im Anlaut, h behauptet seine alte unverschobenc Stelle, wo es sich nicht zu ch verschärft. Vgl. auch alem. Gramm. § 205. Die Worte denen anlautendes k (auch c geschrieben) ursprünglich zukam, sind folgende: WziaaoLD, Bair. Gruua. 12 §172. 178 Im (ki, ke), kapala, kadam, kähi, kakan, kutan kaltn, kalgo, kulla, kalza, kamal, kanuin, kambar, tun kangan, kam, kam, kapheu, karba, karo, kart kerta, karto, kail, kataro, katn katilinc, kauz Icaoz, kaioi, kazza, ktpau, kepal, keil, keitila, keilt, keil, kelo keif, kellan, keltan, kir, kerni, kerila, kerran, kettar, kewdn, kezan, — kipil, tief, kiel, kift, kiht, killen, kimpen, kintn, kinnan, kir, kir, kltal, ktl, kiozan kwin _ klanz, Ihm, klat, klau, kleif, klimman, klimo, kttean, kluojan — knitun — koffa, holt, komo, tot, kouck, koufana, koukal, komna — kr&w, krapan, kram, kran, kranjan, kraue, krau, krätac, kräeo, kräzan, kreoz, krien, krlfan, krillo, krim, irinaii, Irinnen, kr int, krintil, kr'rnbo, knie, krüen, krnft, krönen, krunt, kmojan kruani, kruopa, kruoz, kruzi — kuft, küefen, kmnp, kunt, kimnw, kunt, kupfa, kurt. Uebrigens setzen die eigentlichen Sprachdenkmäler der ältesten Zeit schon . 296. — eknhkinn gl. Teg. 197. rw. Salnhko 836 Meichelb. I. n. 590. lihhil gl. Saliab. 297. — tuokho gl. Mona. 349. nakkit fg. th. U, 12. — ptmhhan gl. Teg. 94. Ueberladene Zeichen sind hch und Ms gimahrhon gl. Teg. 94. mahehota 196. Imikcknugn 195. tlerihchi. biheke Phya. 1, 17. lakchen, mtkeken Vor. 14, 11. 12. ineakekete, 7. 8. rikekeset 826. 18. tebrihehe Kaiskr. 407, 18. mikckelen 92, 23. deckhimt fg, th. 29, 4. frilichk». Kaiskr. 258. 17. tarkhen. getpmchkeis 1835 Notizbl. 4, 102. § 206. 207. 188 Sehr selten ist chch: Echcha 932 Juvav. n. 61, 85. Andre schriftliche Wucherzeichen gelten fllr die Verhärtung des ch: eck: acckar fg. th. 15, 11. Otacckar 865 Meichelb. n. 718. (vgl. überhaupt acckar § 135). acche» Ps. 73, 7. nacchot Vor. 8, 10. pacchm 16, 36. kadanccko Eminer. Geb. A. 7. — F. er ho 836 Meichelb. I. n. 590. pecckun gl. Möns. 826. pleccken Kindh. 94, 19. necke», meccken Tund. 44, 18. irreeckm Vor. 66, 26. Recckn Petr. 94, 48. mtkecckel Vor. 14, 2. Ercckana Petr. 60, 24. kliccke Ps. 134, 7. Heeke Tund. 44, 18. »ckriccke Syon 22. b. »triccke 23. b. poccke Vor. 28, 1. kek: Aotakckar Petr. 42, 15. akeker HB. XXXVI. 2, 3. nakchter 124. ir-uekeken Ph.vs. 2, 22. bleichen, dekeke» Genes. 28, 28. gekekchet 21, 25. »prekeke-lokte 45, 11. Ekckartzaaer 1368 Klosterneub. n. 418. ekeker 1414 Schottenst. n. 440. merkchleick 1412 Notiibl. 4, 11. plike.ke Vor. 273, 22. dikeke Genes. 28, 22. eernikeken Kxod. 87, 8. rükeke Geisenf. Pft. 89. Cklükckel 1279 Wittelsb. Uk. n. 181. trukehen Genes. 12, 15. pukehetn 1441 Schlager 1836. 2, 56. cht: »achken 1884 Klosterneub. n. 256. nachkter MB. XXXVI. 2, 200. peckke ebd. 2, 207. eckke 1884 Klosterneub. n. 257. reckkel (Rockel) Max Jagdb. 10. merckken g. Rom. 25. gedenchket Gundach. 3099. dickke 581. gesockkt 3100. geh: enmgckel 1802 Schottenst. n. 91. ekek: äckcker 1372 ebd. n. 297. Femer kk: akker 1866 Klosterneub. n. 482. MB. XXXVI. 2, 240. markkt 1706 Schlager 1839, 848. »ckenkken 1480 Notizbl. 4, 109. 1706 ebd. 868. f. flekhen. bedcnnklmng 1582 ebd. 4, 89. Winkhl 1682 Obbair. Arch. 25, 850. »tükkel. wärkhlich 1706 Schiaper 1839, 849. ckk im 16-18. Jahrh. in- und auslautend beliebt, u. a. iickher 1528 Obbair. Arch. 25, 275. ruckkte 1525 Arch. 17, 189. peckken. dickke» 1603 Notizbl. 4, 485. »chickhung 1608 ebd. 321. bedeckhen. trmckhenkait 1609 ebd. 225. ertlreckhet. übereckickhet 1759 Obbair. Arch. 25, 886. vülekher Ilerberst. Mose. B. rw. gkh: agkher 1528 Oberbair. Arch. 25, 275. flegkken Ilerberst. Mose. B. rw. pegkhe». »tergkküt. trugkkten 1525 Arch. 17, 189. § 183. Selten erscheint ch inlautend für c, gemeines g: Reckimlt Petr. 91, 86. cvmftiehem Denkm. LV, 86. lenchelot Megenb. B. 857, 14. Ueber die aspirirte Ausspräche von gemeinem g § 177. Häufig dagegen tritt ch für h auf. Die älteren Schriften vermeiden es oder setzen die Doppelung hh: gatekkanc fg. th. 13, 5. gniekkanle 11, 25. gahiahhnn 8, 21. dekkeinn. nnkhein Musp. Häufiger wird ch fllr 7t erst im 14. Jahrh., doch reimt schon Ende des 13. ch auf h vgl alterwichen: riehen Helbl. 2,765. geliche : otterwiche 8, 298; vgl. ferner enpfdehen : machen Teichner Ls. 67, 97. verziehen : geliehen 87, 33. ziechen : siechen 140, 58. Einige Belege aufser Reim mögen hinreichen: virtmieche Karaj. 58, 1. liehen 1310 Klosterneub. n. 130. eerierken 1325 n. 165. 1183 Notizbl. 4, 100. ebd. eechent. oeckeim. peckaimuck. »ecken! 1889 ebd. 104. geliehen. Itcken. verlachen 1352 ebd. 296. leicken 1856 Klosterneub. n. 878. Häufig bei Stromer neben k, z. B. heeechen 50, 18. lecken 53, 24. mcichennahten 35, 7. geliehen 27, 22. ziehen 44,27. Auch im 16. 17. Jshrh. kommt dieses ch vor. denn es dauert bis heute in den Mundarten des Gebietes: z. B. Dnchl, Stacht, Taehen, fachen, ZAcher, Echer, »ecken, fliehen, Liehen (davon der häufige Familienname 189 § 181.182. Lechner), Ziehe, Queckel, zechen, Nichnad (Nahe), lllckt, Peichel, leichen, Stichen, scheuchen, deuchen, Truckeu, Pichl Bühel. Vgl. Schm. $ 496. Schöpf bei Frommann 8, 110. Lexer XIV. In der Oberpfalz wird h nur selten zu ch, gewönlicher zu j, Barar. II, 306; in Oesterreich wird g vorgezogen, § 178. Allgemein wird h vor t und nach r und l zu ch. Auch diei's ist früh zu belegen: vurchta gl. Salisb. 148. nicht Vor. 16, 13. licht 103, 10. ammichtis 110, 24. geichicht. rechten 1368 Schreiber 1, 689. nacht Stromer 64, 1. kriecht 86, 7. ur-fechd Chinel Mas. 411. befelchendt 1609 Notizbl. 7, 215. befdchen. anbefelchmg 1765 Oberbair. Arch. 25, 369. Vgl. dazu die Reime niht: bricht w. Gast 2690. naht: gemacht Amis 2850. 2402. : bedacht Otack. c. 66. macht: getlakt Suchenw. 16, 106. prahle: machte Gundach. 148. geiwackt:akt Suchenw. 86, 66. Nach allgemeinem Gesetz geht c vor t in h über, das nun dieser Vergröbernng zu ch ebenfalls unterliegt: gechlacht 1354 Klosterneub. n. 362. hucht, gebucht Vor. 278, 8. 26. Aus heutiger Mundart weiis ich nur das oberinnthaler Jachd anzuführen, das übrigens schon auf der äulsersten Grenze des Dialcects vor-kommt. Inden folgenden Beispielen liegt altes ch vor: gerächt: lacht F.nikel 2, 481. verdacht: mäht Otack. c. 667. rächt: mahl c. 801. gestockt: betraht c. 870. erimackten : trabten c. 387. Aufserdem u. a. erplicht, erechricht Anzeiger 2, 40. § 184. Ausfall des ch erfolgt nach r: jannerten Meran. St. 2. und noch heute Hart, Mit neben March Schm. 2, 619; ferner tchnar'e, Kir't, Fur'e-, auch nach l iu wele, sölt, Schm. jj 429. 480. From-mann 3, 110. Einschub eines ch kommt vor « und t vor: mucksten 1438 Schlager 1846, 493. eerwuecksten Otack. c. 789. vuegst. mieg-ttung Voc. v. 1432 (Frommann 4, 297. 299). Achtel, Knichtl (Knüttel). Rauchte (Rute) Sellin. § 434; oberöster. Ihiracht, kcirackten, Veicktl (Veitel). Ueber das ch in dem schw. Perfect -et (echt) § 805. Ueber ch nach r § 163. Tausch zwischen ch und / begegnet vor t und z: ullgemein bair. österr. Juchzen, fuckzk (fu-Jztkn, fu-ftik); körnt. Lucht Leser XIII; Salzburg, nackzen Schm. 2, 676. Auch pfercht (pfeift, Pferd) 1369 Hohenfurt. Uk. n. 129 gehört hierher. Beispiele von ft für cht § 132. § 185. Das auslautende ch zeigt dieselben Verwirrungen wie das inlautende. Es gieng zum Theil in c über; andrerseits aspirirte sich c und h zu ch. Das echte ch sezt älteres c vor und findet sich reichlich nach Vocalen und liquiden. Ein Gesetz über seine allmählich eintretende Verhärtung lälst sich nicht auffinden; nur erfolgt sie stets nacli «, zuweilen nach l (Volk, Falke), sehr selten nach r (Fark, Fack)', nach kurzem Vocal kommt sie ziemlich oft vor. Dagegen erhält sich auch ch; vgl. die noch heute gütigen Iicime § 206. 207. 190 geschmach : uAch Otack. c. Sil. :sach Servat. 626. bloch:doch Georg 8974. kalch: enpfalch Teichner La. 214, 70. Engeischaich: enpfalch Frauend. 814, 29. martckalch : enpfalch Biter. 8282. Otack. c. 89. march: starck Gundach. 1892. — Schm. § 507. Frommaun 8, 110. Loser XIV. Ueber c für ch § 181. § 186. Die störende Neigung, auslautendes c zu aspiriren, läßt sich früh und reichlich nachweisen; u. a.: teack gl. Teg. 190. rw. manachfalt Mona. 847. phermlach Salisb. 812. — einii-k fg. th. 5, 9. wirdich 8, 26. — wikc Musp. folcwich gl. Teg. 46. rw. Deot-mck Petr. 40, 40. Gertnich 4, 4. Nordwich 1, 6. — ouchsalpa gl. Mona. 829. — phlvock gl. Teg. 188. rw. «nasluoch 48. — Prvnninch Petr. 1, 58. Nttorinch 101, 5. Welisinch 925 Juvav. n. 61,5. Irinch 978 n. 74, 1. giduinck gl. Mona. 328. huo-rilinek 820. urtprinch 319. Arrinch gl. Teg. 195. rw. — travch Musp. Witines-percli 890 Juvav. n. 54. IJiltipirch Petr. 41, 21. Willipirch 4, 21. Diatpirich c. 961) Meichelb. I. n. 1054. Xeganesbwch. Salzhttrch. 798 Juvav. n. 6. Ihltmburch. Almitburch 890 ebd. n. 54. Diotpurch 950 Meichelb. n. 1086. Ritpvrch Pctr. 1, 82. Wusapttrch 4, 10. In den Handschriften des 12-14. Jahrh. begegnen diese ch auf allen Seiten. Sie hafleu in der lebendigen Aussprache, wie die Keime beweisen: lach: lach Otack. c. 777. pflach:sach Mai 51, 10. dach: nach Otack. c. 800. •• »ach Enikel 358. tach: gesekaeh Gundach. 2622. : sprach Gudr. 1166, 1. : versprach Ayrer 1468, 3 ( vgl. auch lag: gemach Ayrer 985, 17. : vach 2204, 38. n«cA :frag 1017, 5. : hog 988, 34. : zwag 2284, 12). mdcnenrh : »ach Iliter. 7362. — gedr.ieh : streich Krone 3555. streich: seich Dietr. Fl. 6636. 9722. A. kriech: dick Ayrer 1476, 9. — charch: Patriarch Otack. c. 798. : starch 758. March: barck 62. berch: toerch Biter. 4058. 10660. Otnit 176, 2. Otack. c. 4. 69. 788 u. o., auch Porz. 157, 11. 787, 25 wird taerch: berch zu schreiben sein. Heute wird das c am folgerichtigsten in der Oberpfalz aspi-rirt, wobei aber mehr ein weiches ch (gh) gehört wird: magh, Augh, Fraugh (Krage), Schlogh (Schlag), Kriegh, Pflough, Balgh, Sargh, Bergh, ebenso mit Apocope Schlcgh, Pfleügh (Schläge, Pflüge), vgl. Sellin. § 467. Bavar. II, 204. Nassl 15. Auch in Niederösterreich wird weiches ch gesprochen. In Steiermark, Kärnten und im gröl'sten Thcil von Tirol ist die Aspiration jezt nicht zu hören; nur im Zillcrthal: Sunnduch, winnach, fertach, Frommann 3, 109. Umgekehrt erscheint in älteren Schriften c für ch: brac Vor. 48, 2. Knraj. 80, 11. sprac oft im 12. 18. Jahrh. z. B. Vor. 47, 1. Kaiskr. 40, 11. 200, 20. Bened. Pr. 76. Parz. G. 558, 3. 814,23. — spric Vor. 75, 6. iiemiseun Dcnkm. LV, 19. Kysalric. Petr. 25, 10. Ditric. Fridric. Odalric. 1177-1201 Emmer. Schenk, n. 225. herlic Vor. 48, 25. Vgl. auch § 181. § 187. Ch für h ist stark entwickelt; früh und häufig sind die Belege dafür vorhanden. Wir begnügen uns an den Keimen: such : back Wolfd. 465, 2. : brach Gudr. 57, 2. Karl 3646. Ortnit 141,4. Helbl. *. 1148. Enikel 854. Dietr. Fl. 2580. : dach Ortnit 97, 4. 117, 2. : sprach Wolfd. 129, 4. Syon f. 50.b. :mderwach Biter. 7362. getckach:pach Ortn. 455, 2- 191 § 187-189. : brück Dietr. Fl. 2632. : zerbrach Stricker Geil. 4, 2. :rach Dietr. Fl. 2568. :sprach Gudr. 36, 2. Garel 1, 107. : gesprach Guudaeh. 10. : versprach Neith. 45, 37. zerbrach :phnach Servat. 3086. stach : obedaeh Georg 470. gäch: sprach Teiehner La. 214, 86. enpfäck: gemack Otack. c. 88. — mpfalck: kalch Teiehner Ls. 214, 71. : Engeischaich Frauend. 814, 29. : marschalch Biter. 3232. Otack. c. 89. _ berch :ferch Kaben. 810, 4. — geileich: streich Krone 3555. gedieh : rersihticlrk Teichner Ls. 212, 46. vergich: dich Helbl. 2, 1078. lieh: ich Otack. c. 614. :mich c. 180. :ßiziclich c. 731. : sich c. 826. sich: dich M. Magd. f. 5. :rich Krone 7615. wich: genzlich Otack. c. 886. — doch ": loch Neith. 9, 9. — Vgl. auch die Reiinc neck : gebrech IL Sachs zehn Jungfr. fiach: kroch lütter m. d. Hunde, scheuch : euch Ayrer 59, 18. Die heutigen Mundarten haben dieses ch für h allgemein: gäch, zach, rauch, Rech, Schleck, Vieh, nchiech, hoch, Floch, Schitech, lief eich, schelch, Schm. § 495. 501. Frommann 3, 110. Lexer XIV. Fromniaun zu Grübel 3, 248. Unechtes ch erscheint in schlauch, falch (schlau, fal), wo wahrscheinlich falsche Analogie wirkte, wenn nicht ciu altes Vcrhältnifs zwischen u und ch hier vorbricht. Dieses zeigt sich sehr greifbar in dem Worte diu, das auf dig zurückgeht. dicklich Milst. 120, 35 (dielich Exod. 86, 46). — Engeldich Archiv 19. 298. Klosterneub. Uk. n. 145 (latinisirt im Klostcrncuburgcr Totenbucli 4. Aug. Engel-decko). Oertraut Engeltichin 1321 Heiligenkreuz. Uk. II. n. 75. Engildiech Archiv >9, 266. 1312 Klosterneub. n. 145. 1317 u. 167. — Hamedieh 1070.95 Eminemn. Schenk, n. 92. — Sigediech ObermUnst. Schenk, n. 44. § 188. Abfall von ch weisen die heutigen Mundarten namentlich in einsilbigen Worten auf, z. B. i, di, mi, eu, ä (auch), lei (kärntisches Liebliugswort aus leich gleich, Lexer 175, ebenso im Pusterthal, Etschthal und Vintschgau, Schöpf 380), do, no; Bu, Bau, Brau, Ran, Ble, Bru, Spru, Tue; in den Ortsnamen auf ach und hach; in den Adjectiven auf lieh (lech, lach); auch in Milch schwindet es, wo eingeschobenes i bleibt: Miili, Schm. § 427. 428. Schöpf bei Frommann 3, 110. Lexer XIV. Tschischka 256. In Obcrösterreich hört man sogar Pra für Pracht. Aus älterer Zeit weil's ich den Abfall nur bei Zusammensetzungen nachzuweisen: Uli int Petr. 95, 37. Kgstet bair. Land*, v. 1281. Chirwiler 1269 Wittelab. Uk. n. 97. Ckirlingt Stricker Gäuhttuer 60. B. C. milmarH Stromer 63, 25. 96, 2. Ueber h fiir eh § 196, « für ch 155; d für ch zeigt sich vereinzelt in dem tiroler meinach (mein Eid!) Luterotti 92. § 189. Als Anhang zu ch müssen wir die Verbindung chie = t/u hchaudclu, welche namentlich in den Zw. chwedan, rhu-dun, chwellau, chweman, den Adj. t/ueck, querh, und dem Subst. ch trenn erscheint. Das w verschmilzt sich mit folgendein e oder a mehrfach zu o: koden, holen, kamen, kone, koppe (t/uappe). Andrerseits § 206. 207. 192 fällt w ganz aus: so steht kirre zu got. quaimis und quirren, ker-ren zu querren, kackezen zu quackezen, Nettkack zu Nestquack. Der Dialect neigt sich auch zum Voratofs von k vor w: oberpfalz. quatschen: watscheln; dazu das gemein deutsche queck, got. quius zu vieus, quellen : wellen. Abfall von k vor w in wainen: got. quainon, dazu das kämt. quienzen Lexer 170; bair. Tischwihel: Tischquihel, Tischquele Schm. § 620. In cerqualten, hequeltigen (H. Sachs) ist das qu aus der Verschmelzung des Präfixes ge mit dem Stammanlaut w entstanden. Tausch von kw mit tw (zw) in qualm : twalm, quickezen: zwickezen, Quihel: Zwehel, quitschern : zwitschern. H. § 190. Das bairische wie das deutsche h Oberhaupt ist zweierlei: a) Hauchlaut, spiritus asper; b) weicher Reibelaut, der bei der tieferen Trennung des germanischen Volkes von den nächstverwanten sich aus der tenuis k entwickelte und der weiteren Verschiebung widerstund. Hauchlaut ist anlautendes h nur in den Ausrufen, z. B. ha, he, hei, hi, ho, hu, hupp, husch, hu/s. Ferner zeigt sich h in älteren Quellen nicht selten vocalischem Anlaut vorgetreten: hnbnahtigun Massm. 69. tatest gl. Salisb. 297. h/war Musp. kaostarpald Petr. 42, 20. Ileperkart 42, 8. Iltmmo 36, 19. Hellimpurck 21, 21. Iferchanfrid 21, 23. Ilerehanpirc 41, 8. Utrimperht 25, 16. her Musp. kerdhu fg. th. 3, 18. 9, 2. heeigon. hio. hiowiht Musp. Iiisanger Petr. 47, 48. Misker 86, 13. kouck Otfr. F. IV. 1, 27. kutuik I. 18, 2. Aus späterer Zeit am häufigsten in Theilen der Vorauer Iis. z. B. 865. f. 372; femer vgl. hosterlichen Phys. 1, 22. hostern 1305 Altenburg. n. 99. Jlerchenger n. 98. harewis (ermiz) MB. XXXVI. 1, 28; zuweilen im Präfix er: Ring 6. b. c. 7. c.; bei Ilerberstein kuntzt. Dieses auch sonst in mittelalterlichen Schriften nicht unbekannte. h scheint im bairischen Dialect nicht ohne tiefere Bedeutung. Allgemein österreichisch ist hiez, hiezt; in Tirol hört man habans (abaus, hinab), Henkel (Enkel, Knöchel), Hegedex, allgemeiner hinter = unter, unter; an der bairischen Unterdonau auch hart = art, ort (ungrade); Frommann 3, 110. Schmeller § 502. In dem sog. cimbrischen Catechismus von 1602 kommt dieses h öfter vor, so wie umgekehrt anlautendes h abfällt, cimbr. Wb. 48. — Die Römer mochten die vocalisch anlautenden germanischen Kamen wirklich mit h sprechen, und also Harii, llelisii, Hermunduri u. s. w. nicht blols schreiben. Das hauchende h vertritt einzeln s, gleich dem griechischen spiritus asper. Am verbreitetsten in dem Plural Prs. Ind. des 193 § 181.182. Verb, sein: mer han oder hen, es häkln oder hats, sä hannd, hend, hen, Schm. § 951. Höfer 115. Schöpf 667. Lexer 231. Bairisch hört man auch haggara! hex, und selbst hau haute für schau, schaut; Bavar. 1,350. Im Oberinnthal hall = seil, selb; higst siehst; hoggar sakra! Schöpf bei Frommann 3, 107. § 191. Sehr stark ist die aspirata h (= got. h, urdeutsch k) im Anlaut entwickelt. Es scheint dafs der Laut in früherer Zeit schärfer war, denn die Römer walten ch zur Wiedergabe, und wir konnten ein aus anlautendem h entsprossenes ch nachweisen § 180. Auf eingetretener Milderung beruht der Schwund des h in den Verbindungen hw, hl, hr, hn, der im 9. Jh. schon so eingebürgert war, dais auch die Schrift das h aufgab, §§ 135.158. 160. 165. Der alemannisch nicht seltene Abfall von anlautendem h (alem. Gr. § 231) kommt bairisch so gut wie nicht vor; ich weifs nur alben Vor. 342, 9 anzugeben. Ueber unechtes hr für r in heutiger Mundart § 160. § 192. Im Inlaut läfst sich der Spiritus asper kaum nachweisen, höchstens in pfnehen, mit Verschärfung pfnechen, Schm. 1, 330. Als Bildungskonsonant tritt h mehrfach auf, gleich und wechselnd mit j und w: aus älterer Zeit wehadinc *) 1. Bajuv. I. 12, 8. erblühet Ps. 102, 14. blühet Bened. Pr. 40. Aus jüngerer Zeit die allgemein bekannten Ehe, Wehe, blähen, wehen, drehen, mähen, blühen, glühen u. s. w. Vor einigen Jahrhunderten schrieb man h zwischen zwei Vocalen zur Deckung des Hiatus: mühe Herberst. Moscov. B. iij. gereuhen Ayrer 750, 33. Ganz falsch ist es in gehen, stehen eingebürgert, die ebenso schlecht sind als derjehinige 1631 -Obcrbair. Arch. 25, 326. Für altes ch (ursprünglich 4) sezte sich h allgemein fest in nahi, sehan, lihan. Es findet sich aber auch für geinein bewahrtes ch a) zwischen Vocalen: rahata Is. 1. lahm, tahar Prise, gamakntan gl. Melk. 'praaha fg. th. 37, 4. »midahi gl. Möns. 320. — tibi Kozroh 33. teihu Prise. «wikin. zeikin Entekr. 120, 3. 4. btzihintn Phvs. 1, 17. — mihilim Kozroh 53. »ihilis Entekr. 120, 7. erchikit Phys. 1, 18. gitunihot gl. Teg. 14. rw. putirikun *) duellium; die Anmerkung J. Merkels in seiner Ausgabe der 1. Baj. ist leider völlig milsrathen. WciBKOLD, Bair. Grsam. 13 § 206. 207. 194 8». — Hihihi 843 Meichelb. I. n. 617. rihi Musp. »trthit Entekr. 116, 35. »lihaii-tero gl Teg. 20. ylihe Haupt 8, 125. garalihi gl. Teg. 81. rw. Impliha. wätlihi 199. esillhin Salisb. 812. gcwallechlthrn Vor. 8, 16. — mgerohin Entekr. 120, 29. — Jordiihent gl. Melk, gizuhit gl. Teg. 20. — /mähen Kaiskr. 279, 14. vir/luohet Vor. 11, 16. douhoten Milst. 76, 32. — In jüngerer Zeit ist dieses h selten: ge-braiehen 1479 M. Ilabsb. I. 3, 816. gerehen 1608 Notizbl. 4, 485. gtleihe. rer-«uhen 1484 ebd. 7, 43. genuhet 1338 Gschtfr. 11, 221. b) an liquida: tehinnn fg. th. 21, 16. Allimi Petr. 52, 33. Scalho 925 Juvav. n. 61, 5. sctdhe Emmer. Geb. A. 63. marichallien 1478 M. Ilabsb. I. 2, 658. wellt ml/t in alter Zeit allgemein und lange fortgeführt: welher 1479 M. Ilabsb. I. 3, 348. weihe» 1509 Chmel Maxim. 821. 1698 Notizbl. 8, 464. »nlhen 1448 Notizbl. 6, 559. »olh »olher 1529 ebd. 8, 266. — »tanke» Phys. 1, 18. tcrenhenter gl. Salisb. 296. — marha Musp. Starkant 927 Juvav. n. 61, 27. Btarhmd 1311 Klosterneub. n. 138. pfarrkirhen 1399 Schottenst. n. 384. Wir dürfen dieses h nicht als blofses Schriftzeichen betrachten, sondern iu wirklicher Aussprache den Grund suchen. Avcntin sagt iu seiner Chronika VII. rw. (1566): „Österreicher haben das ch ohne das c, als Kirlien Kirchen, Bülter Bücher." Daraus ist die Verhandlung nach r, zuweilen auch nach l und « entstanden, § 184. Ueber hh § 182. § 193. Nach allgemeinem Gesetz sibilirt sich ch (gemeines c) vor t zu h. Die älteren Schriften beobachten die Regel genau; z. B.: du Ilten Vor. 58, 12. bedahtr »8,11. geruhten. ge»tahten 261,4.5. rntch ruhte 39, 24. erstrahle Ps. 54, 23. wnhta Phys. 1, 18. warahtm fg. th. 29, 22. mar Ate Wernh. 168, 27. u In ritte 164, 36. — kiu/Hihta fg. th. 58, 20. blihte Vor. 251, 28. — enchuhte Vor. 169, 21. zahle Ps. 68, 6. — Ebenso sibilirt sich altes e (gemeines g) vor (: brühte, muhte, gehabt. Diese beiden ht werden unbedenklich init einander gereimt: bedaht: brüht Mai 41, 20. : naht. Krone 4080. unbedaht: »Iaht Krone 5165. nahte: smahte Gundach. 3711. erschrakt: maht Gudr. 59, 1. erschrahten : ahm Gundach. 2692. : betrübten 3375. erwaht: andnht Mai 205, 12. blihte: nihte Milst. 14,6. : rillte Mai 92, 27. : enrihle. Ilclbl. 1, 648. geschihte: gesihte Bitcr. 7808. § 194. Dieses h vor t und « wird gradezu verhaucht und schwindet daher in der Schrift: %rata ls. 1. brüten Vor. 201, 20. rnrbrat 178, 24. anbiete Ps. 8, 9. ret. rela Musp. retiriiignn fg. th. 15, 7. rhnet Vor. 310, 22. et Milst. 67, 20. iwet Bened. Pr. 82. niwet 48. 79. hinel (hiimht) Vor. 254, 23. Pertetz Petr. 56, 4. Adalpret. Rnutpret. H'rntilprit Emmer. Schenk, n. 75. leot Mafsm. 65. feutic Gundach. 1218. getehil Vor. 14, 20. Gundach. 718. 729. 1497. 1818. M. Magd. o. bair. I.andfr. v. '881. Pirtilo Kozroh 112. Pirtila Petr. 106, 14. trotin Phvs. 1, 17. loehat Vor. 142, 24. /orten Vor. 36, 9. 142, 24. ftutic Gundach. 1156. gefurten Tegerns. Ann. 14. — Vor »: calasneo 1. llaj. XXII, 11, vgl. Schm. 2, 431. fiat fg. th. 5, II. ßanii MI«. XXXVI. 1, 7. waeanti Mafsm. 65. furiwatt gl. Möns. 865. teatmir gl. Ilruh. 68. intiri»lrn.te 2285. mint 1353 Klosterneub. n. 856. 1854 Schottenst. ii. 151. 1860 n. 269. zenest 1298 Notizbl. 4, 60. i'ftr die wirkliehe Verhandlung zeugen die Reime: 195 § 181.182. bräht: ttät w. Gut 8331. dräte: nähte Wien. Merf. 181. llfU: lit w. Gest 3247. lieht: biet 1801. tchief.nieht Wigam. 8626. 4078. nmt:ftiukt w. Gast 1878. behnot: vernoht 1948. rertuoht: muot 5227. ertuoht: tuot 5187. — forht : dort w. Gast 2435. 2847. 5586. : ort 6688. Parz. 222, 26. : port w. Gast 599. bort: gevorht Wigam. 2118. porten :forhten Pari. 182, 6. — hthiten: erlitten j. Tit. 1594,1. : trotten 275, 1. 1577, 1. hoehtten: troetten Wölket. CXVII. 3, 4. nahtt :fatt Otack. c. 441. Selbst wenn wir die Reime Thomasius als eines Ausländers abziehen, so genügen die übrigen doch zum Beweise. Uebri-gens mag die Aussprache von ht, h» nicht gleichmälsig gewesen sein; und so wie H. Sachs nicht nur nit im Reim braucht, so werden auch die andern bald cht bald blolses t genommen haben. Die heutigen Mundarten verschweigen ebenfalls h vor t, so in Altbaiern und Oberpfalz brat, Nat, sedein (sechteln), Knet, ret, achtet, Faiten (Feuchte, Fiechte), Liet, Furt Schm. § 433, allgemein nit, net. Doch fast häufiger wird h vor t zu ch geschärft, § 183. — Alemannisch ist die Verhauchuug ausgebildeter, alem. Gr. § 234. Zwischen Vocalen kommt die Verschweigung von h auch nicht selten vor: infäit fg. tli. 18, 13. enpfäen Vor. 200, 16. Alien Kaiskr. 240, 4. geteheen Vor. 226, 6. betckeen 1526 Notizbl. 6, 314. verlief Vor. 368, 23. fliet 365, 26. // 186. Anlaut g 124. Einschub 126. ateht flir m 124. 125, fllr r (bh) 18f. fllr I» 124. 127. fllr g 124. 127. fllr d 127. C siebe X. §200. 198 Anlaut 179. Inlaut 181. Aualaut 186. Uebeigang in t 179. 181. 186. Aua/all 184. AbfaU 188. Schriftzeichen 182. CH. | vertritt h 180. 188. 187. vertritt e (g) 180. 188. 186. 187 Einachub 184. fllr / 184. Chw = Q 189. D. Anlaut 146. Inlaut 146. Aualaut 149. , . ---- sü' a «Ar Ä?' .J® Auafall 148. " Doppelung 147. flir < 146. 146. 149. Einachub 148. Anfügung 149. fit* - Uf n. ... Anlaut 181. Inlaut 132. Aualaut 188. Zeichen r 181. 182. fl»r ph 129. 182. 188. v (bh) 182. 188. Bildelaut 178. wird tu t 140. Anlaut 176. Inlaut 177. Aualaut 174. Einachub 177, Auafall 177. «"»j 176, aua h und ch 177. fllr d 170. 177. Anlaut 190. 191. Inlaut 192. Aualaut 196. Ausfall 194, Abfall 196. Bildclaut 192. An- und Inlaut 198. wird iu g, l 176. Anlaut 172. Inlaut 173. Aualaiit 174. Abfall 174. Wechsel mit p 178. Schriflzeirlicii 174. wird iu j 172. 17g. An- und Inlaut 158. Cerebralea I lf>H. Mouillirung (bis zu j) l58. Einachub, Auafall 1S9. Doppelung 169. Vortretender Hauchlaut 190. fllr r.h 192. 196. fllr c 198. 196. flir s 190. J. fllr g 198. fllr l 158. K. C. fllr ch 179. 188. fllr h 178. L. fllr hl 158. fllr r und n 158. 199 § 200- Einschub, Ausfall 188. Doppelung 188. wird iu n 169. fUr Im, um 139. für v 189. fllr n, »ff 139. An- und Inlaut 16B. 166. Abfall 166. 167. Torschub 166. Ausfall 166. Doppelung 171. wird zu ng 170. 199. Anlaut 121. In- und Auslaut 122. Doppelung 123. wird zu b 121. 122. 125. In- An- Auslaut 128-130. wird zu p 128. fflr hn 16». nasaler Einsehul" I «8. euphonisches » 168. fllr m 169. für ng 170. NG. fllr », aus gen ■ 170. 170. flir nd 171. P. flir pf 128. fllr t 123. Ph. PF- ftlr / 128-180. aus bef- 128. 189. An- und Inlaut 160. 161. Wirkung auf Vocale 162. Aua- nnd Abfall 162. Einschub, Umstellung 168. Doppelung 163. zu l 158, »u d 147. zu ch 164, zu hr 160. rl zu recht, echt 165. An- In- Auslaut 154. 165. Ausfall 166. Umstellung 155. wird zu r 156, zu $eh 154. Doppelung 156. SC, SCH 167. Schürfung zu leck 157. wird zu f* 154. An- In- Auslaut 140. 141. 148. Aus- und Abfall 142- 143. Doppelung 144. wird zu d 141, zu J> 128. fllr hr, mr 160. aus i 161. fllr I, d, » 163. S. euphonisches t 155. Ein- und Anschub 155. fllr ich 164. für ch 155. fllr z 153. f» für s 152. I T. (Ur d 140. Vor- und Einschub 140. 142. Anschuli 148. Th fllr d, t, ht 144. Inlaut 184. wird zu b 124, zu » 134. *u / 182. fllr / 131. aus / 132. § 200.201. Anlaut 135. Bildelaut, euphonisches u 187. Schwund 185. wird au b 124. Anlaut 150. In- und Auslaut (z. j) 151. 158. Ausfall 151. Reime zwischen a und z 151. 158. palatale Schürfung 150. 151. Sibilation 151. Schriftzeichen 152. § 201. Die Vergleichung des bairischen mit dem alcmannischen Konsonantismus zeigt keine wesentlichen Unterschiede. Die Verschiebung der mutae ist in gleicher Weise erfolgt und ebenso die Rück-bewegung ausgeführt. Nur hat das alemannische im engern Sinne das anlautende ch in der Aussprache bewahrt (alemannische Gr. § 219), während das bairische dasselbe im 13.-15. Jahrh. in der Schrift noch häufiger als das alemannische zeigt, in der Sprache selbst aber keine Spur davon hat. Im bairischen ist der Tausch zwischen h und w stark; b filr ic ist im 13.-16. Jahrh. ein. bairisches Merkzeichen, §§ 124. 125; ebenso b fiir w § 136. Alemannisch kam dieser Wechsel nur zuin Anfang der Entwicklung, alem. Gr. § 155. 166. Bei den liquiden tritt folgendes hervor: Das cerebrale l ist bairisch weit stärker entwickelt, § 158, als alemannisch, alem. Gr. 167. 194; auch die Mouilliruug hat der bairische Dialect reichlich ausgebildet, der alemannische nur gering, alem. Gr. § 227. Der Uebcrgang von m zu n geschieht bairisch zwar kräftig, § 169, doch nicht so üppig wie alemannisch, al. Gr. § 203. Das umb fiir ung ist nur bairisch, § 139. Tausch zwischen m und ic ist beiden Dialecten gemein, § 136. 139. al. Gr. § 166.168. In der Nasalirung steht das alemannische voran, al. Gr. § 201 gegen bair. § 166. r ist bairisch flüssiger als alemannisch: r für d und n, ch filr r kommen alemannisch nicht vor; ebenso nicht rächt, rschz, »cht filr rt, rz. W. aus hm 185. ans b, aus m 186. z. aus t 150. Zweites Buch. Die Stammbildung. § 202. Aus den Lauten entstellt die Wurzel, aus dieser wächst der Stamm hervor. Die Wurzel ist das ungeformte und unbestimmte allgemeine, der Stamm erst bat Gestalt und Begriff. Die beiden Hauptarten der Wurzeln, verbale und pronominale, begründen zwei Hauptgattiingen der Stämme, von denen die verbale an Zahl und Inhalt gewaltig üherwigt, indem die Zeit-und Neunworte daraus entsprießen. Die pronominalen Wurzeln geben die Formwörter. Die Stammbildung geschieht durch Ableitung und Zusammensetzung. Zum eigentlichen Wort wird der Stamm erst durch Antritt der Person- und Casusendungen, also in der Conjugation und Declination. Erster Abschnitt. Die verbale Stammbildung. 1. Ableitung. § 203. Die einfachste Art der Staimnbildung ist die ge-wönlich mit Steigerung verbundene Fixirung des Wurzelvocals; ferner wird Doppelung (Ueduplication) angewant, endlich ein einfaches Suffix angefügt. Aus den so gebildeten Stämmen werden neue Stämme geformt, welche iu Gestalt und Begriff abgeleitet sind *). Die dabei gebrauchten Suffixe sind zum Theil die schon bei der ersten Stammbildung verwanten. Als untergeordnete Weisen, die Gestalt und zum Theil den Begriff des Stammes abzuändern, erseheinen a) die Verschiebung des auslautenden Stammkonsouantcn, b) die Vorschiebung eines Consonanten, c) Einschiebung eines Nasals. *) Schleicher Compendium der vergleichenden Grammatik 288. ff. (I.A.). § 206. 207. 202 Der Dialect kaim hier keine anderen Wege gehn als die gemeine Sprache; daher können wir uns kurz fassen, zumal auf die aleinannischo Grammatik § 243-287 zu verweisen ist. Der Unterschied der beiden oberdeutschen Dialecte liegt hier höchstens in dem häufigeren oder geringeren vorkommen des einen oder des andern Bildungsmittel. Labiale Suffixe. § 204. Die labialen Suffixe sind wenig entwickelt; eigentümlich ist denen in labialer muta dafs sie dem Stamme, der in liquida regelmäfsig ausgeht, ohne Bindevocal antreten. In dem Stainmauslaut mb, mp, mpf ist die labialis nicht Affix, sondern der rechte Stammkonsonant, vor welchem m aufschofs. Ebenso ist durch Umstellung zuweilen rb, stets ap aus b-r, p-a entstanden. In der Formel mft, n/t ist / euphonisch. Ueber bildendes w § 137. Nicht selten ist das Suffix -»», das sich vocalischen und liquiden Stämmen unmittelbar, andern mittels a und w, die natürlich sich zu e (t) schwächen, anschlieist. Die alem. Gr. § 245 gegebenen Beispiele gelten auch für das bairische. Doppeltes Suffix d-ama: z. B. plddem Otack. c. 339. plüdem in pludemic Syon 46. a-aman: dchsmo gl. Möns. 355. bruaeme Berth. 303,12; vielleicht auch im Fischnamen bruhaema Schm. 1, 250. Linguale Suffixe. § 205. Ableitendes ta, ti ist entweder unverschoben in den Verbindungen ft, at, ht (soweit f und a nicht euphonisch sind), oder es steht für got. sächs. du, di, vgl. alem. Gr. §§ 246-248. Das erste tritt, stets ohne Bindevocal an. Aus bairischen Quellen tragen wir zu den a. a. O. gegebenen Beispielen nach: Jl masc. gewrrß Neith. 12, 32. bair. Freih. 7. miß Servat. 527. — fem. klaß Helbl. 2, 1890. kriß Teichner L«. 67, 174. hArcriß 1. Bajuv. I. 8, 3. uzwurß gl. Mona. 367. — ailj. kriß (ktißicklickm P«. 103, 1. heißt (f.) ebd. 68, 3. 19). >i fem. gut Ilelbl. 8, 78. AI maac. pfnuht Neith. 188, 36. — fem. nnediiht Ps. 45, 4. Unter den Suffixen in t == älterem d ist das Suffix at auch im bairischen nicht selten. Es bezeichnet gewönlich eine Handlung und schwankt in dem Geschlechtssuffix. Masc. hawtt hauet Oberbair. Arch. 25, 155. Schm. 2, 130. Bachtt ebd. 1, 144. Dünget 1, 882. Die Mannsnamen Tarchnat 779 Meichelb. I. n. 70. achir. Amatn 846 ebd. n. 645 (Amata n. 661. Amata n. 660). — fem. (vielleicht ist ata anzusetzen) brmgat Nürnb. Pol. 59. vexxat (: Hat) Helbl. 4, 548. ciltat Ps. 88, 37. 203 § 181.182. 90, 10. jagat Frauend. 529, 17. sckeltat SumcrL 5, 14. scheltate Milst. 123, 12. icizzata Schm. 3, 407. sckraiat 608. — Neutr. Gebückt 1696 Arch. 35, 216. Gfragat (oböstr.). Geleknet Schm. 2, 469. Menat Menet 591. Pfadlat Gcisenf. Pfr. 5.11. Geräumt Schm. 3, 84. Saicfat 8, 189. Schalet 3, 804. Gsckerat, Gsckmatzet (oberSstr.). Sterbet 8, 656. Tailet Klosterneub. Uk. n. 318. Wachset Schm. 8. 656. (keimtet 4, 92. — Vermischungen mit der participialen Endung ed = end treten hier durch die Mundart ein, §§ 289. 312. Schm. § 1048. 1051. it — Mac. in alten Eigennamen: ita:Exit 822 Meichclb. I. n. 421. Spulit 808 n. 154. — itan: Jfmito MB. XXVIII. 2,10. Afunzito Petr. 59, 35. — fem. in ita scheinen bairisch nicht entwickelt, während sie alemannisch wuchern, alem. Gr. § 247. — Neutr. gidawiti gl. Zwetl. 29, 24. oteiti Tegerns. 196. — Von Zw. in e entsteh» Feminina in etin, •/.. B. güuumHi gl. Tegerns. 74. terchineti 234. cirterchinSti 232. rw.; ebenso von schw. Zw. in o Substantiv« mit schwankendem Geschlecht, otjan oder otin: gipeziroti gl. Teg. 61. gidanefazzöti 229. rw. gidingoti 4. giftd-scöti 221. rw. upcrmngaloti gl. Möns. 380. intlehanoti gl. Teg. 263. rw. meniguti 200. offendte Psalm 50, 7. giraedti gl. Teg. 60. piroupoti 263. vmcehaalöti Möns. 368. ungiwtzinöti Teg. 220. rw. § 206. Die Doppelsuffixe ft, nt, nt, ht sind bairisch dieselben wie alemannisch. Bei nt ist /.wischen liquida und t das « zuweilen euphonisch; zu den allgemeinen Beispielen (alem. Gr. § 248) fügen wir pranst (Brandgereute) Obcrbair. Arch. 25, 54. 300. gewerst 1311 Notizbl. 6, 392. ht bildet zalrcichc Adjectiva; dabei kommt Vorschiebung eines andern Suffixes in -l vor. Nicht selten schwindet h aus ht. nht, ahti wird gcwönlich cht; doch widersteht es auch dein Umlaut. In dem eht, et kann auch altes iht sich bergen. plesiit (hlttfsliclit) 1441 Schlager 1836. 2, 55. pauschal I.cxer 19. glatzat P»p. 858, 32. ttrat Suchenw. 29, 111. — eingaktie Karaj. 100, 12. — aderlat Lexer 3. lanckhlat Herberst. 356. benkecht (knotig steir.). drullet II. Sachs, kalbet Schm. 2, 177. klotzet 366. bullet, kalbet IL Sachs, kraustet Klosterneub. Lied. n. XXXI. kröpfet Megenb. II. 103, 24. lampecht Schm. 2, 467. lacket 433. Masse/ 581. maulet, mokt 2, 566. 568. narrächt Avcntin CCXIX. b., narret II. Sachs, panschet Lexer 19. sandecht »ehm. 1, 23. schnaket II. Sachs, strummet Schöpf 722. weihet Schm. 4, 8. In 'lern sieirischen Manifest von 1713 betreffend das landschldige Kaubgesindcl finden *ir in den Personalbeschreibungen folgende Adjectiva in -et: braschet, pucklet, falzet, O'derkauket, krnmbhaxet, kurzstocket, krumbtntzet, stutzzeket. gilbileht Lexer 114. grauweicht Scbm. 2, 98. langkhlet Herbcrst. 357. ma-"leht Suchenw. 31, 72. rihlet, schwärztet II. Sachs, scheibleckt Schm. 3, 310. 'Pmnkelecht Berti:. 484, 3. ttrifleht Karl .2018. feehwindlat I.uterotti 296. zunger-Scbm. 4, 270. In dem ateir. Manifest von 1713: altlet, branntet, fälblet, grüblet, an kraustet, langtet, liechtlat, anrnthlat, rundscknäblet, anschwärztet, gettro-*•"» weifslet. § 206. 207. 204 Das Suffix oht (-loht) hat sich bis in das 15. Jh. erhalten. angnht gl. Möns. S38. iutaloht Tegerns. 45. posckot Wolkenst. XL VI. 1, 15. chrinnoht gl. Möns. 390. Jltchoht gl. Hrab. }868. gilocht Sumerl. 81, 36. hakot Megenb. 208, 33. holoht gl. Möns. 822. hoverocht Sumerl. 31, 20. knodot Megenb. 285, 2. knospot Wolkenst. III. 2, 17. lochot Vor. 189, 27. lockeroht Phys. 1, 21. tnaseroht Sumerl. 81, 22. trokt w. Gast 13268. rinnot MB. XXXVI. 2, 5. scharot Megenb. 150, 21. scheckot 448,14. setpoht gl. Teg. 196. »cuopoht gl. Flor. 148. stmkoht Parz. 885, 19. iKipognbt gl. Teg. 288. törrot Nürnb. Kr. II, 75. — vaixteloht Megenb. 313, 4. feiloht Wolkenst. XLIV. 2, 16. gelblot Megenb. 346, 22. grüenlot 452, 25. guldlocht Wolkenst. V. 1, 11. grizeloht Tegerns. Arzn. 1. d. kluntzlot Wolkenst. XLIV. 2, 1. kürnlot. traizlot. kritzlot Megenb. 829, 18. 301, 24. 353, 82. kretutslot StHdtekr. II, 79. 80. hmtzlot. numzlot Wölkst. XLIV. 2, 1. rädeloht Neith. 75, 9. rinkeloht 74, 14. ringilokt gl. Teg. 82. roerlot Megenb. 36, 35. roeelocht Wolkenst. XLIV, 17. säurint Megenb. 841, 29. schtbelokt Neith. 52, 8. spreckeloht Genes. 45, 11. sprinkelokt Megenb. 321, 11. stückeloht 93, 8. smerzlot 23, 25. weizelnt 90, 28. misplot. zisplot Wölkst. XLIV. 2, 1. § 207. Das Suffix -d (got. sächs. j)) bildet viele Substan-tiva, während Verbalbildung damit nur in geringen Spuren vorliegt. Es tritt theils unmittelbar, theils durch Bindevocal an den Stamm (al. Gr. § 249). ad ist nicht häufig. Wir erwähnen die Msc. in adan: anado. maguptzado gl. Möns. 333 (-pizodo gl. Teg. 229. rw.). holodo gl. Teg. ebd. irrado Tegerns. 233. rw. m-echado 234. — fem. iu add: miltada Denkm. LXXVII, 10. — Neutr. in ad ja: püadi. id — Msc. ida: die Personennamen Canit. Elit. Spulit Kozroh 251. 186. 175 (wenn nicht zu ita); in idan: prtmnido gl.Teg. 199.rw. juchede Sumerl. 12,78. wullülo 20,1. — Neutr. ida: ferid gl. Teg. 263. rw. lagarid Möns. 346. camurdrit 1. Ba-juv. I. 19,3. — idja: jungidi gl.Teg. 63. gimahidi gl. Möns. 395. gehoerd Megenb. 91,33. jungide Vor. 250,14. menede Milst. 138, 30. geswlbede Karaj. 78, 1. gesemedt Vor. 78, 17. gesetzede Mer. St. 1. gezüchide Megenb. 195, 19. Fem. in ida zur Bezeichnung von Handlung und Eigenschaft sind auch haiiisch häufig. Wir begnügen uns mit folgenden Belegen: argida gl. Ilrab. 1668. pnldida gl. Tegerns. 100. rw. gipärida Möns. 856. gtbiurde Ps. 104, 43. bävede 68, 30. gichundida gl. Teg. 31. bedruchede Ps. 17. 56. ermde, liermde Angenge 29, 36. ubergefnzida Denkm. XC, 96. gefehida 134. birmgidr. Ps. 13, 11. gefolgeda Dkm. XC, 87. anngivluzidn gl. Möns. 347. gitrn-mida 380. gerde Syon 34. pigikeda Dkm. XC, 69. rlmeida gl. Ilrab. 1541. P'~ gnumida gl. Möns. 875. gikepbtida gl. Teg. 60. inhepida 72. rw., gehebede. Milst. 60,27. rerheride Ps. 18, 11. känida gl. Möns. 381. uberkärdt Denkm. XC, 92-gekuget Tegerns. An. 1. d. kurseida gl. Hrab. 1691. gungidn fg. th. 59, 29: j»»" geil Ps. 113, 9. gelnbede Bened. Pr. 53. gilengida gl. Mens. 828. gilimphida gl-Teg. 220. firm&ritla Dkm. XC, 117. vermanede Ps. 118, 22. gemerrbede 71, 8. ginietida gl. Möns. 367. gimiscidn Tegerns. 6. zemnlide. rermufkide Ps. 18, 7. 3*" mmgida Dkm. XC, 119. murdrida 1. Bajuv. I. 19, 2. tirnidirida gl. Möns. 852. grnuhtnmedc Sumerl. 17, 11. gipriteida gl. Teg. 197. piritida'HI. urrechida 62- 205 § 181.182. ßrruoffida Dkm. XC, 118. gerüerde w. Gant 9482. gaalbtde Karaj. 77, 19. eeham-ede. Berth. 266, 6. gucmtida. gucikida gl. Teg. 220. getckickede Wilh. 241, 30. pitcirmida gl. Teg. 220. an tsegida 222. biteztde Ph. 2, 8. slaffida gl. Ural). 1664. püorgida. pitpmuida gl. Teg. 219. 234. widarttentida Mona. 386. tlerokida 383. zutlirida 343. gtttmgede Ps. 69, 4. mgestuomede Dkm. XC, 138. pituuuida gl. Teg. 72. rw. ctunmlida gl. Hrab. 2168. umüprida gl. Möns. 386. arteilida 401. Immida fg. th. 21, 17. pitraklida gl. Möns. 366. pitrugida 819. gelruabede Pt. 80, 87. ttopida gl. Teg. 205. uberin'mide Dciikm. XC, 92. gmebida gl. Fris. - Teg. 78. zauod 203. fem. in Ada: ebinod gl. Salisb., ebenet Schm. 1, 11. mitlelode Tegems. Ann. 2- b. npfroda gl. Blons. 401. Neutr. in fidja: gougeladi Dkm. XC, 107. murmulndi 116. lalbode Ps. 182, 2. Pilraktodi gl. Teg. 223. rw. irrgodi 247. iruoede Ilelbl. 15, 296. Aus dem aus walt entstandenen uneigcutlichen Affix olt sind Mascul. in oldei und aldei formirt: guggaldei Waith. 82, 21. kolxoldei llaupt Neith. S. 138 und die Tanznamen hnppaldti Neith. 18, 8. Iraialdei ebd. XXVI, 7. miaaldei 65, 88; vgl. Haupt *u d. Stelle. Wir müssen denselben Sinn für oldei wie für olt anneincn- § 208. Von dem Suffix 2 (alem. Gr. § 250) fahren wir folgendes auf. Unmittelbarer Antritt in schwachen Zeitworten: §208. 206 jiizan gl. Möns. 865. tanzen Schm. 2, 846. pfuzen 1, 807. — putzen Berth. kalten, rülzen, schnalzen, walzen — kränzen, lausen Neith. 68, 8. ranzen, achlenzen. Irensen. zwinzen Neith. 46, 8. — harzen, harzen, kurzen. Das Suffix az zeigt sich namentlich an Zeitworten; es schwächt sich später zu ez, und hat nur mundartlich, z. B. kärntisch, die Aussprache als az. In dem jüngeren ez mischen sich az und iz, das leztere kenntlich durch den Umlaut. anmalt gl. Teg. 248. chachazzan. ßogorazzan gl. Emm. I. 409. irgiccazan Schm. 2, 25. kagazjan gl. Cass. 288. lahazan (lokazunga) Pa. 76, 18. — achazen. hahazen Lexer 2. atmazen (oberöstr.) päpazen Avent. XVIII. rw. pleuiazen, plicka-zen kUmt. tlugazen östr., feurazen kSrnt., gagazen gugazen oböstr., gigguzen kämt., gnrrazen tirol., lechazen oböatr., raphazen Megenb. 896, 21. seharazen oböstr., achnrrazen tirol., acknopfazen oböatr., »chrafazen bair., tchwapazen, takazeu kiirnt.. aufazen oböatr. achezen, alhezen Schm. 1,17. 47. blinkezen 287. hlehzen Sumcrl. 2, 76. bocke-zeit Berth. 270, 25. vallezan gl. Teg. 88. fneteezan 84. ßoekezen Wilh. 898, 18. ßuchezen Haupt 8, 181. femmezen ßmmezen Schm. 1, 582. gaimezen 2, 46. garre-zen. gurreztn 2, 60. 68. gilgtzen 89. kächezen. kickezen 280. kräezen 877. mrm-mezen. mummeztn 575. muckezeu 549. naffezen Ph. 118, 28. pfiehezen pfuchtttn pfupfezen Schm. 1, 807. roffezen Pa. 18, 2. rollezen Schm. 8, 80. ränetan gl. Mona. 827. aaffezm Schm. 8, 208. eaipfezen. mpfezen 278. tchlipfezen 466. aehlm-gezen 452. achnackezen 482. acroirezen gl. Teg. 260. rw. aeretan gl. Mona. 355. alopkeza» (elopkezari gl. Tegerna. 250. rw.) atuckezen steir. Manif. v. 1718. dalktzen dnlkezen Sellin. 1, 368. tokezen Wilh. 898, 14. topezun (topezunga gl. Mona. 320) wakzm Ilelbl. 15, 236. wammezen Schm. 4, 75. wärest» gl. Teg. 280. wimezjan 203. wineliezan (wincheztmga gl. Mona. 832). Die frcquentative und intensive Bedeutung dieser Zeitworte findet sich ganz ebenso in denen auf iz. Wir füren au: atmUzen Klosterneub. Ld. XXXIII. blemizen kiirnl. cremiziin gl. Tegeros. 4. rerdiebitzen Kaltenb. 1, 72. ßckizen östr. hrxrhilr.ru Megenb. 396, 21. himllitzen 92, 10. hälitzen Schm. 2, 166. karwitzen 334. lakizan gl. Teg. irmnkkizea Docen Mise. 1, 226. oblilzen kämt, pnpitzen Sachs, snhnopfitzen Schm. 8, 493. amakizen Bauch scr. 1, 198. twilizi'm Musp. tropkizen Pa. 71, 6. wiphizen Rauch I, 198. zänkesen Schm. 4, 272. Von den Substantivbildungen durch -z (al. Gr. 250) heben wir die weiblichen Thicruaincn kämt, in az, oberbairisch in iz hervor: Kalbazn, Lampaze; Kaibiz, Larnpiz, Lexer 12. Schm. 1, 134. Dabei ist zu erinnern an die inännl. ganazzo, scliräv-aze (Wolfd. 496, 3) und an die hypokoristischen Eigennamen in aza, azi-, izo iza izi z. B. Amaza Emaza, Amazi Tugazi Ebezi — Agrizo Elizo, PiKza (Ihuniza Engiza Mer iza, Imizi. Slavisches Motiv liegt in jenen Thiernamen gewils nicht vor (Lexer 12). In üein Worte singoz (Glöckchcn, Nbf. Singess, Singrün Schm. 3, 254. Schöpf 675. Lexer 233) nemo ich ein Suffix oz am Stamme sing an; das sog. eimbr. Zingot, Zingarot (eimbr. Wh. 169) scheint diels zu bestätigen. Das Doppelsuffix nz zeigt sich in fischenz (f.), in Namen wie Scarenza (Petr. 47, 41) Sigunzo (ebd. 91, 46), wozu die Flufs- 207 § 181.182. namen Pagenza, Ratenza vielleicht gehören. Von Zw. weil» ich nur golenzen Berth. 83, 24 aufzufüren. Das n dieses Suffixes ist secundär. § 209. Das Suffix s ist dem -z nah verwandt. Es ist au Substantiven etwas reicher entwickelt als dieses. Indem wir im allgemeinen auf id. Gr. § 251 verweisen, heben wir die hairiseheu Flulsnamcu in -sä im besondern hervor: Liubata MB. XXVIII. 1, 310. — Ipita. Ihäta ebd. 1, 421. Citren, ita Meichelb. I. n. 69. — Filvsa Meichelb. n. 374. Auch Frauennamen in isä sind bekannt, /,. B. Enisa, Etwa Meichelb. L n. 164. 635. Besonders thütig ist das Suffix -is zur Bildung von scliw. Zw. von iterativer und intensiver Bedeutung; der Vocal wird in jüngerer Zeit syncopirt: nltitim, geilixi'm, irgriurisiin, harmitihi, htilitAn, herritän, lichisvn, luttitön, kimei-titön, quellitön (vgl. qnelletunge Kxod. 91, 17) twkitün, riuwitön *). — geltet, Megenb. 126, 28. geilte» Pa. 100. oral. 8. kerte» P». 9, 27. pfekten Sumerl. 2, 29. riikten Megenb. 125, 34. gerechten Notizbl. 4, 133. renten w. Gast 7414. Wh««/ Bened. Pr. 135. trübten Berth. 56, 29. vintön gl. Teg. 23. Neuere Belege: glnmten Schm. 2, 98. grätschen 2, 125. ramten 3, 92. Für Zw. in -ason sprechen einige Spuren: prochasön gl. Teg. 235. rw. (broehoson gl. Möns. 374); auch ultasunga gl. Möns. 347 führt auf ein altason. Verbindung von n und s in traganso, segansa gl. Teg. 228. rw. gl. Möns. 383. seginsa gl. Zwetl. 43, 21. Das seltene Suffix verleitete zu Verstümmelungen. Otacker reimt c. 285 segisen:/»/•/-*en; später Sägeisen, Wageisen neben Segensen, Wegensen Sellin. 3,213. 4,41." Das Suffix ss tritt für sich nicht häufig auf: eimuti Ia. 1. — gmitta gl. Emm. Bntlerittn (Pusterthal MB. XXIX. 1, 85). rätitta — rälutta. tcrnnlntta gl. Teg. 25. 59. Gewönlich tritt noch -n vor; doch ist alem. diese Bildung häufiger. volnatti. miltnatti. kulihnatti Ia. 1. intlnchamuti. kamznatti gl. Emmer. — erbaltniste Sumerl. 14, 53. blüenittn fg. th. 59, 27. rerdnmpnitte Karl J916. geraneniste Berth. 211, 10. irfuntnitte Sumerl. 7, 20. gnntnitta fg. th. 53, 7. breinn.45,9. gitlmipt. 43, 3. forlurn. 45, 18. manniten. 41, 18. «■•irn. 4.1, 16. retein. Sumerl. 6, 52. — zidennittidn gl. Teg. 65. ttanlnittede Sumerl. 17, 8. rer. •certnettide Pa. 15, 14. nfann utta gl. Teg. 233. wtrdmuta gl. Möns. 331. Spätere Belege: erbolgtn-nutte Pa. 77, 54. eanrhn. 77, 67. üferknbenn. 92, 6. knmrrn. Wigam. 1695. Mit Apocope: gedechtnvtt Notizbl. 4, 8. bedenknntt 8, 186. dingnutt M. Habsb. I. 8, •) Das Zw. xikiten Neith. 26, 1 ist durch seine Betonung und durch die Denung des i auftUllig und in der Bedeutung dunkel. Man bedenke Ubrigena tegiten »»» teginte, ic,igelten aua teaginte, vgl. oben. § 206. 207. 208 840. dromut Arch. 27, 112. eancnuss (:Lactu 1 w. Gast 5271. mpfelmus. ent-pfremdn. Trient. 8t. XI. III. /««fern. Sachs, behalt». Trient. St. I. verheugnust (: gut») Otack. c. 616. 822. kumern. (die volksthllmliche Heilige Knmmernufs, Schm. 2, 300). phrengnuzs Arch. 27, 78. verreetnuss Otack. c. 822. versawmn. Notizbl. 4, 3. Wimms Schm. 4, 89. — einnussi gl. Mona. 378. füln. 219. vlom. 95. rw. Hin. 87. ofann. 95. rw. fancalpn. 245. rw. werdn. gl. Möns. 831. wuntn. Teg. 95. rw. pizeichn. Mona. 897. Ans späteren Quellen findniizzt g. Rom. 95. begreb-nizze 24: jehügu. 26. haltniisse j. Tit. 831, 4. beschaidnüzze DSp. 109. wernü»»e Meran. St. 7. Diese Subst. in nussi schwanken in älterer Zeit zwischen fem. und neutr. Im heutigen Dialect sind alle Subst. in —Miss, nist weiblichen Geachlechts, Schm. § 881. Wir fügen Beispiele der Erweiterung in nussida hinzu: verborgnusside Ps. 28, 9. einnuss. gl. Teg. 247. vanchn. Ps. 18, 11. bevintn. 27, 5. filnuttida gl. Teg. 247. haben. Ps. 22, 10. holtn. 88, 22. litbn. 15, 16. Zita. gl. Teg. 260. ofann. 72. reinn. Phys. 1, 20. werdn. gl. Teg. 58: pizeichn. 289. btwollenn. Phys. 1, 20. § 210. Das Suffix 1 tritt sehr häufig in der Nominalbildung auf. "Wir verweisen im allgemeinen auf al. Gr. § 253. f. Nomina in al. masc. in ala: angal, gebal, kltal, nechal, nebal, scamal, snabal, stadal, ttitdal {wandt. L Baj. I. 4, 26. chumiitudal pastor gl. Teg. 80) ituhal, zadal. — hamel Otack. c. 177. kofel Wölkst. III. 1, 22. techel (Mafs) MB. XXXTI. 2, 47. 100. — in ala s: nabalo. sedalo. fem. iu alA: delisala, fuchala, hachala (hachele gl. Flor. 150), hantala gl. Teg. ' 256, kabala, masela Humerl. 8, 75. nä«lala, scintala, spenala, staffala, twegala, wisala, ztisala Sumerl. 22, 50. — An weiblichen hypokoristischcn Eigennamen ist alA nicht selten; Tgl. auch den Flufsnamen Rotala MB. XXVIII. 1, 422. Neutr. in ala: adal, fasal, mtluU, »egal, watal, wefal, sungal. — Spreckel, »prinkel Megcnb. 224, 38. 321, 12. Adjectiva: berhtal, forteal (forteali gl. Teg. 15. rw.) hazzal gl. Hr. 678. scamal gl. Teg. 247. rw. sprähhal 71. stechal gl. Möns. 846. werpal gl. Teg. 68. r.inir/al Schm. 4, 278. — Agezzel Ps. 136, 6. gogel Wilh. 877, 3. krispel. krumpel Wolkenst. L. 1, 10. rogel Schm. 3, 69. swankel Parz. 806, 18. triegel j. Tit. 1652, 2. wadel Krone 1972. warbel 26452. zorftel Phys. 1, 21. Von den Nominibus in al werden schw. Zw. 1. 2. Kl. abgeleitet, z. B. ntahaljan, nayaljan; berhtalon, hantalSn, »tammalun, iratlalun, wantalon, zabulon; in jüngerer Zeit kommen diese Bildungen von intensiver Bedeutung auch ohne nachweisliche Mittelglieder vor, z. B. brasleln T.abcr 483, 7. rerdammel.m Bened. Pr 122, dräeln Schm. 1, 408. gassle» Ring 8. d. gigelen Schm. 2, 25. gugelen Wilh. 403, 28. Mangeln chlin-geln Ring 11. c. chriemeln 10. b. trappeln, kraspeln Megcnb. 198, 85*. 148, 11. pageln g. Rom. 124. rainein Schm. 8, 95. rubelen Ps. 21, 14. tangein Parz. 104, 8. minien Schm. 8, 251. rertrhandeln 870. »chnackeln 482. schobein Megenb. B. 108, 13. webeln Krone 19841. Während sich al gewönlich früh zu el schwächt, hält sich der alte Vocal bei vorgetretenem Affix -8 lange: Masc. cruazieal gl. Teg. 246., gruozsal Wernh. 165, 8. Fem. harlsal Ayrer 1277, 7. — Neutr. whtesal Servat. 185. bruolttal Sumerl. 8, 8. chmtesal 10, 30. chuozitul ls. 1. dtchetal Ps. 62, 9. gedmengaal Bened. Pr. 186. ßuzetal Sumerl. 8, 86. fuolital gl. Teg. gonrnal (rcrgoumsaln 209 § 181.182. Servat. 1495) gronit. gl. Emm. I, 408. hotcit. Teg. 87. rw. marris. gl. Emm. 408. neizital gl. Teg. 106. öpia. Emm. 409. ougit. gl. Salisb. 810. p/rangt. Otack. c. 296. riuwet. Servat. 946. ruomit. gl. Teg. 228. tobet. Bened. Pr. 141. twanct. Angenge 8, 21. uopit. Is. 1. zuhti. Bened. Pr. 180. smtetal Pa. 65, 19. — alt: drütli Prise, geniertale Snmerl. 2, 40. ruoiniteli gl. Mona. 866. § 211. Nomiiia in il. Msc. -Ha sind häufig; sie haben zum grofscn Theil eine active persönliche Bedeutung: tteinpAzil gl. Möns. 828. Jridebrechel Kaiskr. 464, 9. brimrel Margr. 897. pörgel Klosterneub. n. 99. druil gl. Zwetl. 27, 82. drahtel Sumcrl. 19, 9. tan-dregil 1. Baj. I. 4, 27. encliil gl. Zwetl. 28, 28. goumel Genes. 62, 26. käuel Schm. 2, 180. pitumheckel Megenb. 380, 11. hengel Laber 175, 4. igil gL Teg. 117. underkou/el Nümb. Pol. 124. uockumil gl. Teg. 228. leafel Gundach. 1413. raigel Megenb. 168, 11. vorreitet Warn. 1811. ridewmzel Neith. 124, 12. tcbebel ebd. XIX, 20. tchricktl Ps. 104, 33. tetzel Megenb. 14, 3. miUhe/el g. Rom. 112. dor/tprenzel Neith. 84, 12. sterzel Megenb. 423, 8. rnrtunzel Neith. 124, 13 (rore-lenzel 84, 14). tregil gl. Teg. 40. treibet Neith. XXII, 11. undertribel Nürnb. Pol. 24. trempil gl. Zwetl. 48, 21. trugil gl. Zwetl. 48, 31. tiicbil. koratnpil gl. Möns. 821. tumil Bened. Pr. 80. wutchel Schm. 4, 189. leitet Wernh. 205, 1. zeiget Schm. 4, 230. an- einzöget 4, 237. iremztml Prise. Der Dialect hillt diese Masc. in -et vielfach statt der hochdentachen in -er fest, Schm. § 1044. Aufserdem werden Masc. instrumentaler Bedeutung in -il gebildet: bendil, biekel, pritil, chegil, cldächel, chnutil, chriebel, chrowü, driaeü, flegü, grebel, griffet, gurtil, lejU, nüwel (Sumerl. 15, 8), ridü, reitrihtil (gl. Teg. 202. rw.), tsluzil, apruzil, atemp/el, atichel, atingel, swenket, werbet, zuntil, zwichel. Masc. in itan: berito gl. Teg. 257. rw. tidiln Schm. 3, 201. wiiilo gl. Teg. 233. rw. — Fem. iu itö und iltin (at. und schw. Formen sind gewönlich im seihen Worte in Brauch): driteila, erbita ahd. Gl. 62, 22 ßegita gl. Möns. 331, bami-grimmila gl. Emm. 412. langete Milst. 6, 10. nettila. nipktila gl. Teg. 956. rw. rifßlu 186. tihbila 208. tincbila gl. Zwetl. 44, 8. treichila 45, 80. tpinnila gl. Möns. 327. tprachiln Sumcrl. 23, 62. ttnpfel Megenb. 71, 28. tif/ila gl. Teg. 38. rw. mintila gl. Möns. 353. zwitilo. Mit Verstärkung des geschwächten -et: rietella gl. Teg. 88. rw. »wertella ahd. Gl. 62, 21; und entlehntes lagella gl. Teg. 114. rw. Fem. in -411m: werpili gl. Teg. 192. rw. Neutr. in ita: pikit, encbel Tegerns. Ann. 5. d. — in ilja, meist mit deminutiver Bedeutung: brimiti gl. Zwetl. 27. 8. bnckili Prise, damili gl. Zwetl. 27, 16. drütli Prise, gipih gl. Teg. 56. Uamßli gl. Hrab. 788. hHakiii Mona. 329. mimiti 832. medili fg. th. 37, 8. wmuUi gl. Mona. 327. tnuabili 382. marili Teg. 63. tpirili 46. tamantrngili Schm. 1, 486. Adj. in ila: durkil. /etil Genea. 79, 25. Inzil. mickil. miuwil Ps. 68, 36. nbil. zieitehil. Die schw. Zeitworte in il sind in der älteren Zeit stark entwickelt und feien auch dein heutigen Dialect nicht. Die Bedeutung ist verstärkend: duzein Helbl. 8, 439. eklengibm gl. Teg. 263. rw. klingeln Megenb. 292. 21. keimein 302, 7. koppeln 39, 7. krünteln 39, 9. grupilön gl. Teg. 63. Miwfc Barth. 176, 24. kördelem 268, 17. mitten Sumerl. 2, 74. äugeln Berth. 614, 19. WIIXHOI», Bair. Grsuu. 14 § 206. 207. 210 pratteln Megenb. 93, 2. qniziUn gl. Möns. 379. bereimeln Megenb. 85, 28. renein xtlnih. Pol. 167. erscrudelen Ps. 68, 7. artcwHlin gl. Teg. !88. »igeln Neith. 18, 27. halsslegililn gl. Teg. 205. rw. zesprizelen Ps. 104, 82. irspurilän gl. Teg. 281. nr. »windeln Megenb. 39, 9. trüfteln 336, 12. tütein Jllngl. 179. wüppetn Schm. 4, 121. winteln Megenb. 440, 24. wispeln 108, 23. zärtlen 15, 1. zügeln Sellin. 4, 237. _ Das iterative tritt bestimmt hervor in: fuefseln, funkeln, wabeln, weltein, züngeln, gewissermalsen auch in ferrlen von fern gleissen Schm. 1, 552. Das partitive, d. i. das annemen oder annähern u. a. in: altilen, jntleln, menseherln; das wonach riechen oder schmecken: böckeln, nenelen, »Hefteln, wildelen; das iiiteste Beispiel ist meines Wissens toeteln Berth. 178, 29. Mit u verbindet sich l am seltensten; auch ist al oder il meist in denselben Worten nachweislich. Mac. angul. satnl\ carinii (cornus Prise.); vgl. auch al, (las indessen auch ans al hervorgehn kann: angol gl. Teg. 121. aphol 196. echot 209. cepol 1. Baj. IV, 4. harzol gl. Teg. 198. rw. wehiol 229--scliw. Mase. napulo gl. Cass. 60. Fem. Papula gl. Teg. 259. rw. chi-uitnla 85. quenula. ringula ahd. Gl. 62, 23. »penula gl. Zwetl. 45, 31. »tachula 46, 12. — riculla gl. Teg. 34. »prachulla 264. »trimulle 51. Ncutr. mittuli gl. Möns. 826. mittulli gl. Teg. 32. Auch an Eigennamen kommt u als Bindevocal vor l vor, obschon nicht so häufig wie a oder t; vgl. Tinnulo Pctr. 95, 30. Sabulo Meichelb. I. n. 390. — Atula Pctr. 40,16. Musula 96, 33. Der Flnfs Urula MB. XXIX. 1, 45. — llwjuli Emm. Schenk. 12. Situli Meichelb. I. n. 93. Zw. murmuten Ps. 100. orat. 3. Zu crwähucn ist noch das an Demonstrativa antretende hinweisende mundartliche -l. Wir finden derl, del, de/d, durchflectirt, ferner dal da, wol wo, »ofsl so, enchel, deml jenseits; herenchl, dreml diesseits; Schm. § 749. 569. Amn. § 212. Das Suffix -r verbindet sich am liebsten mit a. Mac. in nra: achar, ehar, etat, fingar, hamar, horar, jämar, chochar, »umar, widar, winlar, wuachar — gater, hader, »acher, saifer, teaber.— in ara n: cheraro, habaro, »cirara, zantaro. Fein, in arä und oc«b: ädara, blatara, fedara, langara, lebarti, leitara, Imlra, tlengora; riestere. Neutr. in ara: altar, ileonostar gl. Kinm. 404, eitar, fnodar, tastar, legar, Mailar, polttar, »ilabar, wazar, metar, winlar--in arja: legari, mwitari, »chapere gl. Flor. 147, vgl. auch die collectiven gehihler Jtlngl. 969. getammer Wölkst. XXV. 8, 4. gewammer 3, 3. gewimaer, simmer u. a. Sehr zalreich sind die aus Verbal- und Nominalstänuncn gebildeten persönlichen Masc. in arja. Es genügen: arahari gl. Teg. 13. pinlari Möns. 838. ßäsari. ßiomri gl. Teg. 255. rw. freitlari. graozari gl. Möns. 339. pihapari 354. heili'tari. herari. mürari 330. rähssari gl. Teg. 27. redinuri 260. rnnezari gl. Minis. 854. pitarwari 355. sci-pari gl. Teg. 13. »Inphari Mona. 377. »tnotari 384. urtuochari 337. trnginari Teg. 27. irahtari Möns. 842. werrari 875. — In den Windberger Psalmen steh» aus der HlU>ren I'rsibrift noch viele are, %. B. berhorare 9, 42. bedechare. helfare US, 20. orthabare 62, 12. mholdare 57, 5. harm»charare. leidigare 71. 4. ant- 211 §212. reitare 88, 28. riktare 49, 7. tangare 49, 1. betebirmare 30, 3. seledare 104, 12. betuockare 9, 42. abeiratkare 114, 9, ztcbare 33, 28. Daneben aber auch die unigeluutctcn und auf « deutenden rere, z. II. fuortere 9, 21. kel/tere 118, 18. hertcirre 67, 89. besckirmiere 32, 29. tantmre 9, 17. urtuocktere 7, 18; auch Apocupe tritt auf: mpbaluer 29, In. Drei Purinen linden eich im Kminerauer Schenkungsbuch 1177-1201, z. B. Ilnlcenare n. 231. Huntere n. 230. Fuolerar. Kamerar 222; ebenso in den Bened. Fr. littirerchare 162. kuotare. kuotare. aJeher 88. Im 12. Jh. ist ere häulig. z. B. im ersten Glossar der Sumerlateu; es kann auf kurzes wie auf langes a weisen. Gegen Ende des 13. und im 14. Jahrh. brauchen die österreichischen Dichter apocopirtes langes irr im Keim, z. B. Enikel siratr:prätar 293. : pur,/ter 301. :ckamerar 295. •• tun,her 308. : iriltirerchcer 302. Ilelbling riktter: eribier 7,761. mar: nerrmtesr 7, 734. : toufar 7, 402. : roubirr 2, 164. : gttuockasr 2, 797. ; tütclurr 7, 744. Otacker hat sehr viele irr; im pl. das bequeme irre, irren, z. B. c. 8 iwer: Botemburgirr, ridlwren: leeren, tnurnrren : betmatrea. Und so auch in andern Quellen, z. II. Colocz. 98, 64 tckualter: mirr; fllr den Teichner zeugt schon sein stehender Schlufsreiin Teicknirr. In der gewönlichen Verkehrssprache scheint aber das kurze -er vorgezogen zu sein, vgl. ans Bertholds Predigten: fürköu/er 3, 20. ßuoclier. hazzer. ntder. tenzeler 176,10. pfragener 216,11. reliter 15,17. »atzunger. trugener 3,21. tu berner 216, 38. zör-ner 67, 34; und dieses er blieb. Der Dialect braucht dieses Suffix -er auf das leichteste, um besonders aus jedem beliebigen Substantiv ein actives persönliches Masculinum herzustellen; so u.a. Archiv 35, 135. ff. Ayrer, J/ünerayrer. Häringer. Ifünerer. Oder. Wildtprädter, und heute u. a. Abschieder, Brantweiner, lloclizeiter, Hofstaller, Mar-staUer, Straj'ser, Urlauber. Als unechter Auswuchs ist -er an fremden Namen und Worten zu betrachten: Chrittoffer 1878 Notizbl. 4, 556. Sabater (: dalier) Sachs Urstcnd u. Hiinmelf. In Febrer (Februar. Tucher) ist wie in dein allgemein gebrauchten Jänner (Januar) Schwächung des -ar. Dem er treten auch an diesen persönlichen Bildungen die Suffixe l, n und r vor: JrlsckrlarcWimbeite 23,9. göthrre Megenb. 116, 24. könfelare KUgen 1343. sprenzelmre Stüh. 54, 27. züngelten Winsbeke 9, 8. — giidemler Mer. St. I. giinsltr. öbstler. trkmällxlrr Archiv 35, 136. kordehr Berth. 60, 1. kraulirr. pßmzler Trient. St. 114. realer Mer. St. 5. tagirr Megenb. 13, 88. tenzeler Berth. 20, 87. Aua heutigem Dialect: Brrglrr ( oststeir. Jlrri/bnld), Abbrändler, Filzirr ( Bewoner einer Filze, Morgegendl, Qrenftler, Kerzler, .Vieler (imih-nnter Knecht Srhm. 2, 589), Lrbnröjtlrr | Sellin, f 10311,' Sekä/Ier, fltckmeidltr, Siebler, Taniller, Cmaudlrr. oktenare alul. Gl. 61, 16 und noch Orktner-, mulinari Emm. Gl. und noch beute Müllner, dabei wol Einflufs von molinariuf, — Gefildner, Flatekner, Kouchner. Lollarr, Mautner, Ballier (Trient. St. 108 taltunriut rinearum, noch heute im Etsch-lande, Schöpf 6781, Seidner (Münch. Str. 190), Tatrkner. Ileirandtnrr. Gemse rer, (Unserer, Hutterer, Klampftrer, Riemerer. Sailerer, Tauberer, Wilderer, Sellin. § 1031. Zu diesen persönlichen masc. können feminina in arjä, arä ohne weiteres formirt werden; z. B. ßurara. folleistara, salpara 14* §212. gl. Möns. 326. 325. In späterer Zeit wird um das Geschlecht deutlich zu machen die Anfügung der Bildung -inne vorgezogen. Neben den persönlichen Masc. in ari, eure, er finden sich alte Belege einer sachlichen Bedeutung: buckelaere Gudr. 356, 2. ([h)lewari gl. Emmer. (lewar Sumerl. 44, 29. lewer j. Tit. 320, 1. heute noch Leber Sclnn. 2, 528). aaccari gl. Teg. 230. Man vgl. dazu die Einwirkung der aus dem lat. entlehnten chellaii. solari. spkhari. wiluri. wiwari — pfetercere, zentenwre. Neuere Bildungen sind die aus Zw. abgeleiteten Masc. in -er, welche eine einmalige Handlung bezeichnen: der Blicker, Blitzer, Donrer (Donnerschlag), Juchezer, Kracher, Pumper, Putzer (Verweiss), Spritzer, Wanker (H.Sachs christl. Geduld). Vgl. Schm. § 1049. Adjectiva in ar: peiikr gl. Emm. 410. pitlar. chleber. frasar. hailnr. hlilar. lungur. miignr. itigtr Schm. 3, '209. tincclmr. limber. waehar. ireigar. Schwache Zeitwortc in ar sind nicht selten. Sie entsteh» in älterer Zeit aus Nomiuibus in ar ■/.. B. heitarjan. nidar-jan — antaron, gangardn,sIdfaron — biliaren, Idutareu, seigren. Jüngere allgemeine Bildungen: brhutern Ilclbl. 2, 1244. chlamjikeren denen. 27, 18. eigern Fsp. 688, 28. glmkern Krone 18241. muntern Otack. c. 600. pumpern 087. poldern. icholdtrn Avcnt. XVIII. ich weigern Fsp. 538, 24. ilotern Megcnb. 446, 17. materen Vor. 38, 17. weberu Schm. 4, 7. Doppclsuffix t-ar in den Vcrwantschaftsnamcn fatur. bruo-dar — muotar. swestar. tohtar. tra in Msc. doh(d)ar, schw. müstro (jledermustro gl. Teg. 14). — Fem. half tra. muoltra. scultara. — Neutr. fuotar. hlah-tar. ehortar. querder. ruodar. Mit vorausgehendem euphonischem s: kalstar und die adj. dinstar. Jinstar. Die Suffixe ir und ur sind weniger sicher nachzuweisen, da sich iu ir geschwächtes ar birgt, für ur der Dialect, weun ich richtig beobachtete, überhaupt keine Neigung hat; vgl. übrigens alem. Gramm. § 256. Sicher schcint mir « nur im Eigennamen Sigur z. B. Meichclb. I. n. 9. 211. 352. 397. 470. In ehilbur, chilburru, seigur, slengura, adj .frdeur, siehur u. ä. ist u aus a verdumptt. Die Zw. mit -ir sind meist Ableitungen aus Comparativcn. Die aus romanischen Infinitiven in ire entlehnten Zw. in Sjren können als Fremdlinge hier nicht in Betracht kommen. 213 §213. § 213. Ueber Bildungen durch das Suffix -n vgl. alem. Gr. § 257. f. Wir bemerken hier folgendes: Schwache Zeitworte in en(in,an) sind häufig gewesen und dauern noch jezt fort; wir füren nur an: äiusenen Schottenst. n. 388. clizinin gl. Möns. 347. geveetintn l\s. 19, 6. Helmen Herberat. 75. ßulune» Bened. Pr. 86. niiheunn Milst. 14, 18. gerahinen Genes. 14, 29. trnganvn gl. Teg. 96. warnen Möns. 884. white,im Ps. 48, 6. — y fahlen, halmen, verkältnen, lernen, »u Ihnen, ttrichenen, weif mm, werlin es; Schm. § 1068. Die üppig vorhandenen Adjectiva in in, welche meist eine stoffliche, doch auch eine ethische Eigenschaft (vgl. /drin] huor-lin, scamalin) bezeichnen, geben weitere Bildungen her: Zeitw. in einen, in der Oberpfalz (Nab, Pegnitz) beliebt, bezeichnen das ähnlich sein in der Eigenschaft: alteinen, biereinen, brenneinen, bockeinen, ej'sigeinen (II. Sachs), /auleinen, finstereinen, gueteinen, hundseinen, Mauseinen, misteinen, miichel-einen (H. Sachs), raucheinen, schwarzeinen, schwci/seinen (Ayrer), wildeinen. Dazu gehören Adjectiva in -einig: gro/seinig, jungeinig, langeinig, spateinig; auch -einat (einicht) wird gehört; Schm. § 1065. 1, 70. Bavar. II, 213. Die von Masculiuis persönlicher Bedeutung abgeleiteten Feminina in inndn leben thcils in voller Form -inne durch die ältere Zeit fort, thcils in der Kürzung in, welche laug und kurz von den Dichtern des 13. Jahrh. im Keim gebraucht wird. Auch uoch im 15. 16. Jahrh. dauert diese Form in -ein fort: bürgeret» Niirnb. Pol. 60. wirtein 10. kunegein mein) Sachs Hester.— Weit seltner als von Masc. werden diese persönlichen Feminina von Neutr. oder von Adject. gebildet: löcherinne (perforata) Megenb. 392, 1. — dur/tiginne Kaiskr. 82, 9. stumminn Megenb. 15, 3. Beachtenswert ist das im 11 -13. Jahrh. vorkommende mdn-inne, nueninne (Ps. 71,5. Vor. 5, 20. 364,3. Karaj. 47,8. Litanei 220, 35. Bened. Pr. 104. Pfeiffer Uebungsb. 27, 17. B.), welches dem weiblichen Geschlecht der Luna gegen den männlichen deutschen Manc zum recht verhelfen solte. Wir können dabei ungefähr an Bildungen wie die Menschin, die Gsellin Schm. § 1035 erinnern. Der Bindcvocal u vor n zeigt sich auffallend gern in ältester Zeit an Eigennamen. Organisch ist er nur in HugunoMeichelb. I. n. 55. 340. Uantuni Meichelb. I. n. 59. Siguna Petr. 33, 24. Unecht dagegen u. a. in Uraitun Petr. 77, 16. — Liutuno Mei- § 206. 207. 214 chelb. n. 75. Wolfuno Petr. 110, 27. — Aruna Petr. 97, 4. Liu-tunn 107, 5. (auch der Flulsnaine Gurduna MB. XXVIII. 2, 65). — Adaluni Petr. 91, 15. Alhuni 52, 33. Alpuni 96, 45. Atiuni 52, 50. Aotuni Meichelb. I. n. 190. Aruni MB. XXVIII. 2, 58. Palduni Meichelb. I. n. 90. Pazuni n. 374. Perhtuni Petr. 33, 7. Cozzuni Meichelb. I. n. 149. Deotuni n. 75. Dinguni n. 189. Dorfuni n. 84. Dhruduni Petr. 10,29. Erphuni Meichelb. n. 48. Haohuni Petr. 91, 24. Heimuni Meichelb. n. 565. Helmuni n. 38. Hringuni n. 90. Laipuni Petr. 52, 52. Alahtuni 53, 2. Otuni Meichelb. n. 71. Risuni Pctr. 33, 21. Seaftuni 71, 24. Sinduni 32, 35. Teoruni 34, 12. Doppeltes n: mktunnea gl. Hr. 2459. Das un in nordruni gl. Teg. 185 geht auf on zurück. Verbunden r und n in Msc. pilarn gl. Teg. 199. rw. (pilern Sumerl. 30, 35). zwitarn 32. — Fem. diorna. — Neutr. ««TO. — Adj. nuohturn gl. Teg. 237. Wir erwähnen noch des unechten en, das im 16. 17. Jahrh. gern au Adverbia und Präpositionen tritt: niehtrn (: pichten) Ayrer 780, 7. — imnin (: krümln-w) Ayrer 78fi, 18. wider-umbm 1631 Oberbair. Arch. 26, 32S. — jetzunden (■• ihtnemim) Ayrer 788, 21. tiuttiiralo Huflixe. §214. Ueber die Bildungen durch das Suffix -c (gemeindeutsch g) vgl. alem. Gr. § 259. 260; das bairische stimmt ganz mit dem alemannischen. Von collectivenNeutris in ig kann ich nachweisen GexchieiMrig Schm. 3, 551. Schultrig Geisenf. Pfr. 2. Von den zahlreichen Adjectivcn in -ie (seltener ec, heute noch ik auslautend gesprochen) seien nur einzelne Be-1 lege gegeben. Ableitung aus Adj. plidemic Syon 46. bündig, Unfug, feinlig, handvSlIig (Sachs Bauer m. d. Zopf), heuerig, mithin (Berth. 322, 27), rindig Schm. § 1034. — Al" Pronom. meinig, unterig, rnkerig, ihnerig Schm. § 1084, daig vgl. § 852s hirig NoUibL 4. 220. 8, 308. nllhieig ebd. 4, 207., vgl. auch Lexer 141; entig. hintig Schm. § 1034. — Aus PrHpos. hermutig Notlabl. 7, 311. obenauf'/, untig, hrruntrig, rördig, zwidrig, mutflrig Schm. § 1034--Ans Adv. heurig bair. Freih. 156. heghrndig (pronitus) Sachs lehn Tugenden, mnrgnig g. Rom. 168. grzundig Trient. St. XXVIII. nichtig Piachlcr 50. — Aua Zahlen tweüg, dreiig, Schm. jj 1034. rierdig NUnib> Pol. 39. — Ahm Vc r b :i 1 h L U iu iu c u: htkeviv. ri'i'ic j. Tif-497, 8. hülfe Dietr. Fl. 6450. gucheffir. Berth. 160, 11. abn-etig Sellin. 4. 175. telpieetieh Megenb. 32, 32. Die Wuoherfonnen in -eclttig sind bairisch fast gar nicht entwickelt, im Gegensatz zu alemannisch (al. Gr. § 248). Ich weil« nur ablechtig Schm. 1, 9 anzuführen. 215 § 181.182. Ueber die Nasalirung des -ic § 168. Schwache Zeitworte in -ig, nicht Ableitungen von Nominibus in ic, sind u. a.: einigen (legitimere) Schill. 1, 7. fäuchtigen Megenb. 66, 31. ächtigen (»teil. tadeln), krSnigen Schin. 2, 388. eroberigen 1898 MB. XXXV. 2, 212. ruttigen (rnstigung Notizbl. 6, 313). läufzigen Megcnb. 120, 10. § 215. In dem Suffix -sc hielt sich altes c unverschoben. Wir verweisen auch hier auf alem. Gr. § 261 und geben nur einige Belege aus der mit isc vollzogenen Adjectivbildung. iirhtiich Schill. 1, 22. nnadnlieu gl. Emm. 407. adamantiec Möns. 888. ge-piinriech Megenb. 160, 1. birgitch Wolkenst. LXXI. 1, 19. bumbruch LXX. 1, 26. butiehisch Berth. 44, 4. preohtitch. prenkiech. entitch Sachs, üzfertk l's. 68, 11. frtniec gl. Möns. 388. gentiech Megenb. 189, 33. gendnuch U. Sachs, giriteh gem. Leb. 812. glünbuch Megenb. 90, 26. grämuch. grenfuch Sachs. Inndgerichtitch bair. Froih. 181. iammergituck 1793 Arch. 35, 201. heunisch, hudrisch Sachs, iglitch Megenb. 139, 33. mlenüch Borth. 141, 22. knlbritch Wölkst. LVIII. 4. 9. kenriech Suchenw. 4, 457. knqipuch Ilclbl. 8, 103. chrüteninch Megcnb. 106. 10. krmpel-iech 19, 1. leunitch Sachs, lictnüc Dcnkm. LV, 19. mannitch Sellin. 2, 581. merz-inch (»mir. 1216, 4. »MM Wölkst. XLIV, 15. morditk Genes. 64, 39. rügklach Schm. 3, 73. runibluch Wölkst. LXX. 1, 27. »ügliteh Megcnb. 117, 11. echlüchtiich Sachs, smicluch Wolkenst. LXXII. 1, 7. tie/elitch Suchenw. 41, 1166. trieliich Wölkst. XLIV, 14. tumbriiich LXX. 1, 25. «iatfiwA Van. 497, 16. Von Substantiven fiircu wir auf: falwisch (in. f.) Sumerl. 8,17. — Fem. ibischa Sumerl. 21,13. rdtisca ralinisca Ps. 48,3. unwirdiski 29, 5. — Neutr. hiwiski Phys. 2, 23. klttbixch kleu-bisch (Flachsbündel) MB. XXXVI. 2, 553. § 216. Das Suffix -ch muls älterem c entsprechen; darin liegt die Prüfung fllr die Schreibung ch statt bairischein c (gemeinem g), so wie ffir h statt ch. Nach liquiden verhärtet sich gemeindeutsch ch zu k (Schalk, walken, Falke, melken; stark, Marke, wirken); bairisch bleibt es jedoch aspirirt § 181. Eine Ausnaine macht das unterländische Sperk (Sperling) und das wäldler sperken (trocken sein Schm. 3, 577); ebenso schmirken schmirkeln (nach Schmer schmccken Schm. 3, 475). Mit bindendem a: Masc. potah, fetah, wahrscheinlich auch zitarah (citaroh, Zittroch Schm. 4,294). — Fem. lerahha gl. Möns. 321. snarrahha 350; auch morahha | Maurach Schm. 2, 609; bei Otacker verduinpft manroche, c. 129 maurochen: krochen). Vgl. auch die Eigennamen z. B. Azach» Petr. 3, 35. Uazacha 1, 33. Mit bindendem i: Msc. ratih, wuotih; stnbich Ilclbl. 2, 337. Eigenname Utih Meichelb. I. n. 11. — alticho gl. Teg. 200. (alticche Joseph 854). anicho (herzustellen aus anick abavus. § 206. 207. 216 Trient St. 90; anacho anacha cimbr. Wb. 106. b. anke enke Lexer 7). Eigennamen: Amicho Petr. 84,13. Emicho Meichelb. I. n. 323. Ambricho Petr. 84, 29. Pernicho 45, 6. Hazicho Meichelb. n. 8. Helicho n. 168 (Heliho n. 215). Imicho Petr. 17,25. Kipihho Meichelb. n. 358. Maoricho Petr. 65, 17. Nendihho 22, 22. Si-picho 84,42. — Fem. armicha (paupercula) gl. Teg. 231. rw. jri-rirhn. leticha Sumerl. 21, 30. Vgl. auch die Flulsnamen Sabi-nichi, Tumiwichi MB. XXIX. 1, 97. Sabinich ebd. 2, 40. Adj. allih gl. Teg. 61. — Zw. (sanichen Graff 5, 686) ze-zaniken Genes. 48, 22. Mit bindendem u: Msc. chranuh. hapuh. Eigennamen Epuhho Petr. 110,13. Saluhho 24, 3. Salucho Meichelb. I. u. 36. Patuclio n.492. Scutticho Juvavia n. 61, 55. Wituchi Meichelb. 1. n. 155. — Fem. miluh. Flulsnamen Matucha MB. XXV1I1. 2, 59. Wcrducha Meichelb. n. 474. Adj. apuh. § 217. Das Suffix Ä; vgl. alem. Gr. § 263. Ohne Bindevocal u.a. Msc. bifelh. barh. Neutr. mar/t. Adj. scelh. dicerh. Zw./e&a«. sicelhan. schelchen Schm. 3, 352. Mit a: Msc. pot(dc gl.Teg. 264. rw. xpoi'aJt gl. Möns. 329. »torah 321. tatraho 328. — Fem. malaha. «alaha salhe (Ps. 136,2). *melaha «melehe (Genes. 19,23). — Neutr. collectivcr Bedeutung: aganahi gl. Frix. poumahi gl. Möns. 344. pinazaki. laknrnhi. «emidaki 320. tlackaki 349. ckindtihe Gene». 70, 11. wiltakc Vor. 148, 16. Uit Apocope: alber-unrk Wilh. 4 9, 7. Schröck, awack l.exer 4. 10. J'ackack, Pachtach 13. ptuehach Otack. c. 741. fedrach Karaj. 106, 7. i/raumch Schm. 1, 118. roerach Megenb. 30U, 20. reUach Kloaterneub. n. 148. gemichach Schm. 3, 189. ipraidarh gl. Flor. 14S. apülach Tucher llaub. 303. Hndaeh Wilh. 59, 27. Kaidach Kloaterneub. n. 140. krunibitach Notizbl. 4, 235. zatutach Kaltenb. 1, 183. ztilach. zeinach. zigack Schm. 4, 251. 264. 244. — Mit Umlaut semedthc Sumerl. 22, 38. pirchäch (:guprach Otack. c. 377). plmdräch (: murrh) c. 360. mzckrriick Münch. Str. 491. liatrck Ilerth. 101, 9. Ein collectiver oder wenigstens iterativer Sinn liegt wol auch in dein tiroler f/etuenach Schöpf 773 das Gcthue, Gebaren. Zwischen Lech und Ammer in dem schwäbisch-bairischen Greiizstrich kommt dieses -ach mit pluralcr Verwendung als PluriilsufTix vor, Schm. § 802. Ueber das pluralc Doppelsuffix Iah, lahi der Deininutiva vgl. unseru § 245. Mit bindendem i fem. meriha. § 218. Die weiche fricativa j ist in der Verbal- und Nominalbildung von Bedeutung, indem sie 1) das Suffix aja bildet, aus 217 § 218.219. welchem die ßindevocale t, ö, e der schwachen Verba entspringen § 303, nnd 2) an viele Substantiva und Adjectiva zwischen den Stamm und die thematischen Endungen tritt §§ 338. 340. 342. 348. 350. 368. § 219. Das Suffx nc (nasalirtes c) ist auch im bairischen häufig zur Substantivbildung verwant; vgl. alem. Gr. 264. f. Mit a selten: Msc. rlnanc Rudi. XIII, 19. Schm. 3, 102. — Neutr. honanc. Adj. cdanc Bened. Pr. 175. Mit i: Msc. adaling, edling Trient. St. 2. Notizbl. 4, 100. amerinck Megenb. 223, 31. engring (lentigo) Gräz. Voc. preitinc gl. Mona. 337. pücking Nürnb. Pol. 168. frukinc. gemzinc. Neith. 75, 14. greizzing Münch. St.888. greuzinc, grüzinc Schm. 2, 120. gritine Berth. 320, 39. Kalinch Kindh. 70, 33. bellinc (Salzsieder) 1484 Dipl. Rotenm. 128. b. kkmine. mteehenine Neith. 91, 86. mnodinc. p/ennine. *nur-rinc Sumerl. 42, 16. trvhtinc gl. Mona. 324. windinc Sumerl. 7, 33. wip/eling Megenb. 817, 16. zentrme Rertli. 224, 6. Vgl. dazu Eigennamen wie: Premmini: Petr. 96, 27. Prnninc Meichelb. I. n. 317. Ihmminc n. 112. I/roadinc n. 818. Maine n. 352. Irmc n. 605. Irjinc n. 510. Tarninc Petr. 99, 26. Wanmc Meich. n. 822. Häufig tritt dem inc das Suffix l vor: Mac. aphtarlinc gl. Teg. 29. uberbleiblmg llerberst. Mose. B. rw. bilinc Pa. 104, 12. praitl. Schmeltzl Lobspr. 947. kebetl. Sumerl. 12, 77 (kebielinc Kaiskr. 234, 20) rhomtl. Vor. 63, 10. rhunnel. 88, 10. krejtl. knluterl. Schmeltzl Lobspr. 891. 888. drtil. MB. XXXVI. 2, 191. eilt. fläcH. Megenb. 249, 14. einer/. Sumerl. 2, 46. achl. Schmeltzl Lobspr. 884. fliigl. Megenb. 404, 21. frt/tl. Arent. XXVIII. rw. fruchl. M. Habsb. L 8, 878. gelel. Neith. 40,82. gröftl. Schm. 2, 121. kelbel. Barth. 224, 25. bendel. Helbl. 2, 69. herl. Sumerl. 45, 70. Korr!. 1, 28. hmgrrl. 7, 55. buorl. gl. Teg. 252. rw. unlerluchtl. Ps. 56, 11. mngl. Schmcltzl Lobspr. 882. meist. Helbl. 15, 308. mueml. Schm. 2, 576. ncftl. nörfi. Schmeltzl. Lobspr. 887. 889. phifferl. Sumerl. 40, 81. rir.ml. Schm. 3, 87. tckebl. Krone 24687. •cktrl. Sumerl. 5, 75. tchinderl. Schm. 3, 372. »cknüdrrl. 489. tckttzl. Milst. 25, 22. tehil. MB. XXXVI. 2, 180. mitil. gl. Teg. 222. tälmbl. »iekl. Schmcltzl Lobspr. 883. 890. tilzl. Schul. 3, 299. mitil. gl. Teg. 222. tpenl. Schm. 3. 569. tprurl. 574. »pitzl. Megenb. 246, 18. tprenizl. Schmcltzl L. 885. ttänderl. Schm. 3, 646. Hertel. Schmeltzl L. 946. iiberl. Schm. 1, 15. umpil. gl. Teg. (Grufl Gc. 4|. wind/. Schm. 4, 108. wintert. Sumerl. 45, 75. wär/l. Megenb. 362, 38. karterkl. M. Habsb. I. 8, 378. zugl. Schm. 4, 288. zwei/. 4, 298. zwinel. Sumerl. 6, 9. — Ueber Namen von Thieren, Bäumen, Obstsorten in -ling Schm. 2, 483. Fem. in ingä: Arktring Weitenfeld. 122. Schmeltzl L. 272 (äckterin Schlager 1839, 85. 184). effling Fap. 684, 23. Adjectiva in inc sind nur fiir die ältere Zeit sicher aufzustellen, da die heutigen Adjective in ing sich fast durchaus als neu nasalirt aus -ig ergeben. nrawine. einine. ktelinr. ituline. unwarinr. Von den Adjectiven in -linc lälst sich nur die adverbiale Verwendung belegen: •irerhling Schm. 1, 110. urbtrrling 1478 M. Habsb. I. 2, 611 (gewSnlich *r-btring ebd. 2, 786. 877. urbring Schmeltzl Lobspr. 1181, vgL Schm. 1, 185). w. § 206. 207. 218 pliipßing Sarlia Einigkeit, ßügtlmg Meier. 2078. fiirachling (aus für »ich, vorwärts, Sellin. 1, 855). i/rittling Schm. 2, 125. mursiling gl. Möns. 875. niialing Schm. 2,4X8. »Hindi, i), 643. her- hmUrwärtl. 4, 163. nberwindl. 4, 108. — finater-li»gen Pur*. 82, 10. ßugelingen 385, 10. gtthl. Megenb. 77, 7. kraitl. 263, 10. ntnrzil. gl. Teg. 246. rw. ruckel. Genes. 28, 36. auuderl. gem. Leb. 10231. tusirhl. l'arz. 615, 20. — blindling», ßnaterl. griff/, riickl. »chrittlmg» Schm. 2, 483. § 220. Mit u bindet sich nc meist in femininis. Muse, hör nunc. — In Eigennamen nicht selten: Adalunc Petr. 14, 17. Altana 73,10. Poilal. 33,18. Hrod. 87, 35. Htm. Meichelb. I. n. 13. Lang. Petr. 40, 56. Liut. Meichelb. n. 312. Müt. n. 97. Sur. n. 604. Swid. Petr. 75, 15. Walt. Meichelb. n. 605. — Mit l: Harüunc Petr. 90, 44. Fein, ungd, unge, seit 14. 15. Jahrh. gewönlich -ung: ahhmga gl. Teg. 256. rw. oktal, alta». gl. Mona. 382. 381. anae. gl. Teg. 201. — irparam. Teg. 281. /letal. gl.Möns. 352. pezir. 351. bibetumgt Sumcrl. 10,26. gebilid. Ps. 102, 18. blt. 7, 18. plttzvnga gl. Teg. 260. rw. blechet. 204. rerplüunge Ps. 58, 14. bouliuunga gl. Teg. 204. pre»t. 229. gapurj. gl. Hrab. 579. anadähl. gl. Salisb. 309. ferdamn. Deukm. XC, 145. erdempfange Sumerl. 17, 77. dench. Pi. 18,18. dol. Vor. 276, 29. drete. 21, 11. dtkimga gl. Teg. 236. — eitc. gl. Teg. 357. ml. 78. rw. ebenttng Otack. c. 69. — fei düng Schm. 1, 526. featiminga gl. Möns. 34S. ßrmunge Berth. 143, 5. geßektunge Sumerl. 13, 67. flewmtg Grilz. Hymn. /Heining Teichncr La. 60, 105. frügnnga Denkm. XC, 144. antfrütunga gl. Möns. 348. — gdh. Denkm. XC, 132. gerunye Syon 23. ginunga gl. Teg. 261. grabungt Sumerl. 17, 5. cremizunga gl. Möns. 319. — euthabnnge Berth. 254, 18. hell. Vor. 276, 29. kerinnga gl. Möns. 338. — gijäznnga gl. Teg. 214. — kerunge Krone 7444. zerknueznug Insbr. 1*8. chormgt Suinerl. 19, 18__ladmiga gl. Teg. 263. rw. leUnm. Denkm. XC, 118. llhtnnge Borth. 568, 1. erliuhl. Ps. 43, 3». lob. 9, 14. loch. Sumerl. 5, 12. lohoz. Pa. 76, 18. ftrlougtnmga Dcnkin. XC, 111-Ittnlnng 1404 Schottcnst. n. 398. Inonnga gl. Teg. 260. rw. Inmnnga gl. Teg. 89. Intt. gl. Mona. 319. Intti». gl. Teg. 224. — mtizungt Ps. 20, 14. rermeinaam. w. Gast. 1263li. meld. gl. Möns. 356. mendilnnga gl. Teg. 87. rw. tnetlunge Sumerl. 13, 63. mttaitnt/a gl. Teg. 261. — najjfat. gl. Möns. 352. nio». 348. geniitimge Sumcrl. 2, 55. — quelle». F.xoil. 91, 17. widerqutt. gl. Teg. 239. ijuichil. 258. rw. quizil. 252. rw. — ruckung Archiv 27, 112. ruft. gl. Sulisb. 309, ref». Teg. 102. cerr&tmg Teichner La. 144, 34. beredin. Milst. 96, 12. reia. gl. Möns. 341. ml. Sumerl. 18, 66. rih. gl. Teg. 208. riht. Musp. rünez. gl. Teg. 268. rw. rw. Sumcrl. 16, 83. — »agunge. Ps. 47, 18. aamnaal. Münch. St. 139. »amen, lloheuliirt. Uk. n. 82. tetiL gl. Kons. 878. »ceni. 325. beache.tig. Megenb. 79, 6. achid. Servut. 1687. unterteil!. Denkm. XC, 129. »en. Syon 48. b. beaneid. Guniluch. 380. anlag, gl. Mona. 869. »pell. Pa. 118,85. lpt1. 78. 4. »pur. gl. Teg. 227. umbealcunge Pa. 140,3. Itnnrr. Sumerl. 17, 46. «sei. gl. Teg. 241. wuUtr. Sumerl. 0, 49. amin. gl. Teg. 213. awintil. gl. Möns. 356. — toptz. gl. Mona. 819. trad. fg. th. 51, 19. trau-lieial. Bcneil. Pr. 102. tnnick. gl. Möns. 339. twerd. Dunkin. XC, 90. — mahl, gl-Teg. 226. mmchil. I'i. 54, 36. wart. 7, IS. weg. Megenb. 28, 4. wektl. gl. Teg. 261. wel. Denkm. XC, 143. werack. gl. Teg. 287. rw. weaen. Vor. 82, 12. gewinn. Bened. Pr. 101. winck. Sumerl. 0, 2. winckez. gl. Teg. 204. wirair. 233. geteilt. Milst. 131, 25--zeichen. Ps. 59, 5. bezaigeu. w. Gast 10438. ßrzih. Meichelb. I. n. 1213. zwiachenunge Sumerl. 6, 45. , Ueber mundartliches umb flir ung § 139. 2. Zusammensetzung. § 221. Zusammensetzung ist die Verbindung zweier Wort-stitmiuc zu einem neuen Wortstamme, wobei die beiden Begriffe 219 § 181.182. in einen dritten verschmelzen. Der Begriff des zweiten Theiles wird durch den ersten nur näher bestimmt, so wie auch die grammatische Form durch den zweiten Theil bedingt wird. Blols in Zusammensetzungen mit he.it, Schaft, tuom, lieh, haft, »am, sowie in den Personennamen verliert der zweite Theil das Ueber-gewicht in der Bedeutung und wird so bedeutungsschwach wie ein Suffix. Gewönlich verbinden sich nur zwei Stämme, doch kommt namentlich durch die Präfixe auch drei- und mehrfache Zusammensetzung vor. Ein wirkliches (flectirtes) Wort kann mit einem andern nur uneigentlichc Zusammensetzung eingehu. Am reichsten und vielfachsten ist die Coniposition der Nomina; die Zeitworte verbinden sich eigentlich nur mit Präpositionen. — Vgl. alem. Gr. §§ 288. 30G. § 222. Der erste Stamm tritt entweder unmittelbar oder mit seinem thematischen Vocal an den zweiten. Die sogenanten Bindevocalc sind daher a, i, u. Jedoch wird diefs Verhältnifs früh unrein, indem unechte a, i, u sich an falsche Stelle drängen, uud auch o als Trübung auftritt. Das allgemeine e verdrängt dann die alten Yocale. Indem wir auf alem. Gr. §§ 289 bis 292 verweisen, heben wir einige Beispiele aus den bairischen Quellen aus. Bindcvocal a a) «cht: Subst. kimackrät gl. Teg. 206. hnemtnl gl. Altach. Krpakati, C«-maleih Petr. 28, 81. 17, 14. krnmirunl L Haj. III. 1, 6. mannlinuj.it gl. Teg. Iii". mittilagart Musp. rrpatnrm gl. Mona. 363. tmalatit 841. tpernteaft gl. Hr. 1119. Stillamdl Petr. 48, 8. tragatluol gl. Möns. 363. «tradeol fg. th. 53, 2. mra.j,ll 1- Haj. I. 8, 1. Witigartadorf MB. XXVIII. 1, 434. Woladeo I'ctr. 31,11. - Adj. PI«, atahorte gl. Emm. 406. cklagalik gl. Möns. 821. rnlni-.iktim gl. Teg. BS. frumatam fg. th. 48, 12. gerahaft gl. Mens. 840. nrnnnh. 354. tamararti 349. trama/ih gl. Hrab. 1454. tramalnt gl. Teg. 72. rw. b) unecht: fllr i: Anttahail Petr. 102, 81. — fllr »: Fridaperhl Petr. 8,8. Hadapwrc 10, 17. maguzoko gl. Mona. 330. icitakopka 321. Bindcvocal t. Derselbe ist sowol thematisches i als Vertreter von ja: a) echt: Snbst. al «: lirutigomn fg. th. 27, 6. kwrgitor Vor. 162. 3. ,3) ja: AUkari Petr. Uli, 6. pilitlae 1. Haj. I. 4, 1. ekinnizand gl. Mona. 324. frritra: 413. gowriprirttir 883. heridegan gl. Teg. 218. Uiltimunt l'elr. 17, 12. Marigrnr. fg. th. 15, 13. temmitaac gl. Hrab. 1837. rmtHeganta gl. Mona. 383. tnliha* 898. weppigerta 388. u-etlipar» gl. Hrab. 1952. In weritcorl (Jenes. 81, 18 kann • jüngere dialcclliche FHrbung de» gemeinen e »ein. — Adj. fllr ja: aripilöt gl. Teg. 202. tMMe fg. th. 37, 2. getilät gl. Mona. 877. minnikaft 351. b) unecht: fllr a: Alpigund Petr. 63. 5. Altignnd 55. 22. Cotidto 81. 10. •pilimmm gl. Mona. 375. Waltiperkt Petr. 17, 82. — fllr «: jilirrezn gl. )|um. 400. figimar Petr. 17, 6. Sitipoto 67. 9. § 206. 207. 220 Bindevocal u a) echt: Subflt. fridudink gl. Emm. 409. Fridupeeht Petr. 42, 6. Fridugti 65, 37. FridnrAt 802 MB. XXVIII. 2, 67. lladuperkt Meichelb. I. n. 68. n. 476. Ihidupurc. Petr. 102, 1. JJadumiir 17, 27. Siguwalk 9, 28. Witucouo 68, 80. — Adj. »itulik gl. Hrab. 1134. b) unecht fllr a: Ifaguttalt Kozroh 20. IVarupurc Petr. 41, 10. Wanugrim 68, 31. Wimeart 41, 5. Wimrili MB. XXVIII. 2, 66. — fllr ja: Wilupcrc Petr. 21, 19. — An fremdem Wort trimbm gl. Hrab. 252. Der Bindevocal o, der zuweilen erscheint, ist selten Ab-schwächung von u: Fridowalh Fetr. 61,23; zuweilen aus wa. hervorgegangen: SSopurc Meichelb. n. 485. Caroheri Petr. 54, 31. palolih gl. Hrab. 2112. »catohqft 1951; gewönlich Verdum-pfung von a: Cotoperlit Petr. 85, 38. Cotomar 101, 36. spilostat, gl. Möns. 377. monotako Denkm. LV, 9. Wasogrim Petr. 79, 38. — Adj. tagolih gl. Hrab. 930. — Verdumpfung von »: EUin-purgochircha 1004 Notizbl. 6, 42; von i =ja: redohaft Denkm. LXXX, 15. In den folgenden Belegen für die Zusammensetzung gehn wir noch weniger als in der alem. Gr. §§ 293-310 auf Vollständigkeit aus, sondern wollen nur die Arten durch Beispiele erläutern. A. ZuNammeiigGKezte Substantiv». § 223. Substantiv mit Substantiv (nachdem zweiten Wort gereiht): tmmnäder Litan. 221, 4. ckintamme Vor. 297, 6. werckart MB. XXXVI. 1, 8. ekintbam Milst. 71, 20. br,Hinke Berth. 216, 3. mnhimte Ph. 79, 9. walblwt Vor. 180, 19. schnpfpumh Karaj. 86, 6. durperdiet Neith. 64, 20. fuozdrük gl. Möns. 854. weraltikt fg. th. 43, 21. born/al Meran. St. 3. mmfart Helbl. 7, 812. blmte/ariee Berth. 223, 20. ichanlßeckt 205, 32. klä/agel 484, 14. gampelfole 319, 18. kanifride bair. Liuitfr. v. 1255. bulmfrmkinc MB. XXXVI. 1, 86. ackar-gain: gl. Möns. 355. naktganger Berth. 318, 39. tatelgadem Klosterneub. Uk. u. 161. giutge.be Kindh. 92, 7. fenengelt Otnck. c. 64. uergulze j. Tit. 1371, 1. kantgraf 1480 M. Habsb. I. 3, 412. Urerift 1. Baj. I. 8, 8. rogthaber MB. XXXVI. 2, 114. vaterkeime Phys. 2, 28. nAtkelfer Berth. 170, 6. anberre Milst. 106, 17. dietkeufel NUrnb. Pol. 180. hehnhnlde. Bened. Pr. 164. teiehia Servat. 81. leaktkur fg. th. 27, 5. ßurchella gl. Möns. 321. diernkint Wernh. 161, 8. arablahhnn gl. Möns. 329. rbnitlaib MB. XXXVI. 2, 226. ncinleib gl. Hrab. 1911. licklege Tit. 21, 4. griulehm MB. XXXVI. 1, 100. barclite Wolfd. 80, 4. mimarlata gl. Hr. 2567. bantgemahele Ps. 24, 17. mielman Milst. 157, 9. regenmantel Wolfd. 79, I. genmarkt Helbl. 2, 1093. «andelmeil Frauend. 577, 1. kirrbmenege Servat. 2886. kaetmetze MB. XXXVI. 1, 105. Ilpnara gl. Möns. 393. narrt Ilelbl. 2, 995. «p'"' geniz Neith. 98, 7. gluntpkama gl. Möns. 321. valranb DSp, 24. burerekt Berth. 235, 34. wektelrede Mai 232, 3. gunregen Ps. 124, 6. migrain Ilelbl. 7, 198-brantraite Sumerl. 33, 22. koverlbe Neith. 82. 17. kimilrmna gl. »Ions. 34«. mmiekelrlt j. Tit. 1142, 2. talrun* 1480 M. Habsb. I. 3, 420. abruuet Senat. 3132. mnuckelraate 1247, 4. betteeac Warn. 352. wätscar MB. XXXVI. 1, 58. arantearf 1. B. I. 18, 8. hantnehnft .Teiehner Ls. 59, 67. trmmteeide Genes. 59, 5. fridcsrklll Wolfd. 98, 4. Jinetehlber gem. Leb. 942. pudnuenf Ps. 61, 26. »/«»" guckurre Otack. c. 90. brtulac Vor. 287, 9. töUldf Berth. 259, 22. rialeUUy 221 Neith. 96, 84. trupfttal Mer. St. Sl. rittal Warn. 154. twintttgt Sumerl. 84, 84. halmtlrauf MB. XXXVI. 2, 819. prätttuol gl. Mona. 861. guottwendart JUngl. 364. tuomtac fg. th. 7, 16. wuoftal gem. Leb. 983. rettieagen Pa. 19, 9. wtinwackt Klosterneub. Uk. n. 274. mahdweide Wolfd. 582, 1. rogelweide Sumerl. 1, 36. beckwelle Vor. 803. 27. kräutelwerk geflügeltrerk 1569 Archiv 85, 141. tutewerze Sumerl. 31, 9. arweiziritrh Ilclbl. 2, 1294. walotrurf 1. Baj. I. 8, 5. winckelzant Sumerl. 80, 32. mmtckehtlle Pfaffen!. 54. kimilzormga 1. Bajuv. I. 8, 4. ätamzukt gl. Teg. 203. Die Compositum eines pluralen Subst. mit einem andern Stamm, •/.. B. augenpru Megenb. 10, 20. augenmver 285,28. vertier muoter 122, 11. rittdermilch 340, 2 ist uueigentliche Zusammensetzung. Adjectiv mit Substantiv: volpat Tcgema. Are. 12. d. telpponm gl. Mona. 321. trätgebette Milst. 43, 4. höhgedingt j. Tit. 1046, 1. tunderdron Neith. 101, 14. altßant Musp. icikHeitck ilclbl. 2, 1072. tmterßhml Ps. 118, 4. altfrouwe Mai 61, 6. mittigart fg. th. 37, 3. gnotgerne Ps. 51, 3. halpgilt MB. XXXVI. 1, 8. elienkellungr Sumerl. 5, 12. mittelhaf MB. XXXVI. 1, 81. ebenkät Neith. 48, 10. tr&tkint Servat. 1229. recklacken Sumerl. 33, 69. niderlant oberlant Berth. 250, 14. frlläz 1. Baj. I. 5. Innrieben Helbl. 9, 59. mähliul Sanier]. 29, 81. eigenmär Milst. 113, 26. lltl-macherinne Berth. 176, 10. wertman Fraucnh. 649, 16. lantmwrung Nürnb. Pol. 72. ebenmäze. Sumerl. 28, 81. kmitnifz Den km. LXXX, 12. wankelmuat Neith. 24, 30. trätmuoter Berth. 254, 4. ebennaht Megenb. 194, 9. millname Genes. 26, 31. früneratt Servat. 234. wegtrat M. Ilabsb. I. 2, 883. litreitte Pa. 82, 6. wärtage (in.) Berth. 512, 21. frnnetal Servat. 1116. wihtane Pa. 39, 4. tmaltät MB. XXXVI. 1, 15. ebentchalck Litan. 219, 41. liktienßekeit Berth. 217, 22. geleich-telzel Megenb. 14, 3. mittertpill Ilerberst. 222. nidertwaige. MB. XXXVI. 1, 37. r eiltrager Mer. St. 6. mindert rät Parz. 437, 26. altweg Schm. 1, 52. telpweli gl. Möns. 348. wärwart Schm. 4, 123. Adverb mit Substantiv (nach dem ersten Wort): dununumß gl. Teg. 13. rw. danßirt Parz. 820, 7. dannrßirt Servat. 985. darttreckung Ilerberst__herapaziri (mrdioeritas) gl.Mona.377. — kinbringtert Helbl. 2, 1277. hinend Schm. 2, 200. hingeher Mer. St. 6. hinewerf Ps. 21, 6. hinwarf g. Rom. 56. hinzng Schm. 4, 237. — iuuapurin gl. Teg. 8. — Atterwein Suchenw. 4,115. norderwint Pa. 47, 2. tunderirint Sumerl. 2, 21. wetterrirhr Pnrz. 767, 5.— immernot Helbl. 1, 1158. abertät Schill. 1, 10. tamanwitt gl. Mona. 378. tmaene-ladtmgt Pa. 21, 26. tamkauf Sellin. 8, 244. »untariira gl. Teg. 25. rw. tnntlerglatl Wilh. 14, 9. sundergllz 398, 10. mnderkrie j. Tit. 841, 4. tnndermuut Wilh. 399, 28. tundernät Gudr. 94, 2. tundertckin Parz. 741, 8. tvntartcaz gl. Teg. 10. tnndertite Wilh. 314, 14. tnndertpräckr. Gudr. 939, 3. tundert.it j. Tit. 841, 4. — wolantt Syon 21. wolawilligi Dcnkm. XC, 150. — dingetgeber Berth. 198, 20. Verbalstamin mit Substantiv: regefiwer Berth. ^70, "-'!• rennkolz Otack. c. 40. macklän Nllrnb. Pol. 106. knpßntpil Helbl. 4, 830. tietuock 8, 313. rennegewant 8, 823. mnzgiwäti gl. Möns. »33. Zahlwort mit Substantiv: ninoed Megcnb. 15, 6. nintrhirht Schm. 8, 317. Die F.igcnnamen Kinkart, Kill her i, Kinwnrkt u. a. — zwigrlt Wilh. 151,4. zwignlte bair. Landfr. v. 1281. sici-'"»/ Trient. St. XLV. zwitpän II. Sachs, zmitpil Schotlen.3, 3. ingemeide. Megimb. 135, 21. (e.inmerts Herbst Schm. 4, 161). inzikt Krone 19171. Die Denung sezte sich in manchen Worten, aber höchst schwankend fest. Aus der Denung folgte die Fortbewegung in ein, die wir schon bei Megenberg vollzogen finden, z. Ii. einj'al 230, 20. einßuz 54, 6. einguz 389, 19. rinzug 8, 10. 19) ita, it, hochtonig. Itl6n fg. th. 48, 24. itslakt gl. Salisb. 310 (itslach gl. Teg. 231). itweege Kiudh. 79, 10. ita mit gl. Teg. 250. 20) miti, mit, hochtonig. mitkaber (condoininus) M. Halisb. I. 2.178. Mitkeller, mitkellmge Berth. 214, 6. mitslafel g. Rom. 112. 21) nah, hochtonig. nihgeliürc. Parz. 1, 1. nükfart Wilh. 102, 18. unkfalge Megenb. 187, 33. «ichgelui Karaj. 14, 17. nAkja'gt Wilh. 458, 22. näekklaffer Megenb. 199, 23. nick, klager Münch. Str. 59. nähmuut MB. XXXVI. 2, 201. nackrecht Schm. 3, 23. nähgerihte Helbl. 2, 131. nuhslac Krone 2369. »ächsalt bair. Fruili. 193. nähtuge Tcichncr Ls. 208, 183. 22) nidar, nider, hochtonig. niderfal Ps. 19, 2. niderfart Mai 85, 6. »iderkemde Megenb. 77, 17. nider-land Wolkenst CV1. 1, 9. nidertail Megenb. 487, 5. niderumt Sclim. 4, 194. nidtr-tue Parz. 212, 28. 23) oba, obe, hochtonig. nbedach Neith. 63, 11 (abdah gl. Teg. 198). i.hemnn Wolkenst. XXVI, 88. Bei Schm. 1, 12 Obacht, Obknet, Oklatl, Obmann, Obichntz, Obiicht, Ohtorg. 24) obar, ober, hochtonig. aberhant Berth. 241, 34. »berlenlcr MB. XXXVI. 1, 626. aberieere Karl 1652. § 227. 25) ubar, über, hochtonig. uberarbeitunga Denkm. XC, 118. «Aer.« Bened. Pr. 6. uberdzali Denkm. LXX VII. 14. nbergtbärida XC, 96. uherprAwe Megenb. 10, 25. uberdnn gem. I.eb. 638. ubtrfal Neith. 25, 12. nherfanr Krone IISl. «berfart 20281. ubertli Dkm. XC, 112. uberffnz Milst. 52, 9. nberffuat Mai 176, 9. ukerganc Tcichner Li. 233, 47. »bergende Wölkst. CIV. 1, 28.' uberglast Kindh. 76, 68. übergärt Otack. c. 149. uherguz c. 879. uberhant c. 516. überhitz' Megenb. 376, 12. uberhüki Henkln. XC, 89. uberhArde 92. uberhuar Angenge 84. 20. uherl-.re Wilh. 12«, 10. uberklage M. Ilabsb. I. 3. 280. uberchAsi Denkm. XC, 141. nherkraft Warn. 266.. WaimioLD, Bair. Gramm. § 227. 226 «4fffa-fl»fa_Pari. 281, 29. uberlast Wölkst. CV. 1, 12. überleite Wilh. 891, 28. uberlendeSchottenst. n. 287. uperlid gl. Teg. 259. rw. uberligiri Denkm. LXXVI, 11. übermal Münch. Str. 66. ubamäze Berth. 32, 27. ubermerkman MB. XXXVI. 1, 52G. ubermmti Dkm. XC, 89. ubermüeder Neith. 40, 20. uberriitle Laher 533, 4. ubertage Teichner Ls. 57, 108. ubertaz Trient. St. LVI. ubertchür Krone 25538. iiparitlikti gl. Teg. 199. rw. uberttprt'tcha Denkm. XC, 96. ubermnal Otack. c. 251. uberliure Krone 3195. ubertnre Milst. 152, 82. ubertranc Wien. Merf. 658. uber-trinker Berth. 190, 86. ubertrunrhili Dkm. XC, 14. übermal Bened. l'r. 98. übermal Pars. 235, 24. übermalt (Transsylvania) Otack. c. 404. uberwinidu Denkm. XC, 92. uhtrmegani gl. Zwetl. 49, 14. ubermette Münch. Str. 229. uhtrtmnme j. Tit. 203, 2. ubermunsch Laber 340, 6. ubtrzierda Denkin. XC, 106. uberzini Klosterneub. Uk. n. 140. 26) üf, hochtonig. iffart Bened. Pr. 108. aufßug Megenb. 171, 21. aufganc 55, 23. aufhallung 22, 5. njirhnpavt gl. Mona. 348. ifhti» Schm. 1, 32. aufmacberiane Megenb. 226, 11. lifi/humß gl. Hr. 1984. anßatz Schm. 3, 297. außitzer Megenb. 270, 12. auftrat 275, 15. Hierzu mit üfana: ufenrunst Ps. 102, 12. 27) umpi, umbe, hochtonig. umbftmc Megenb. 246, 2. umbganc 44, 18. umplkanck gl. Mona. 361. umpi Ith» gl. Teg. 86. umbkraiz Megenb. 44, 19. umblauf 56, 19. umberede Mai 201, 9. vmbtrmch Ps. 9, 8. umpiiatga gl. Mona. 862. umbeeaze (in.) Wemb. 168, 80. umbe-lezze Wilh. 208, 80. «mbxihlichait Megenb. 438, 6. nubcjtwaue Frauend. 282, 29. umbeiueif Neith. 63, 33. umbetribe 82, 15. umpihuurft gl. Hrab. 28) un, hochtonig. a) Verneinung: unbraurh, undurft Schm. 1, 72. mbitre 187. une Berth. 811, 88. uufiät 71, 27. untramida gl. Muns. 388. unfriuut Pa. 67, 26. ungenzi gl. Muna. 341. ungwut Klosterneub. Uk. n. 162. umnäht Milst. 21, 10. mmime 148, 2. mruacke 97, 15. unlrAet Karl 2998. unmipheit Frauend. 5, 10. itngewin Milst. 71,6. — b) Verschlechterung: mdie.t KUgen 1177. unente. Ps. 9, 5. unera gl. Teg. 254. un/tuet Ilelbl. 15, 201. ungeßtl Wölkst. I.X.XXVIII. 1, 5. unfogel Jüngl. 263. unlinnt Krone 5243. unlah Schm. 1, 73. m«ii( Frauend. 418, 25. mtiuphi gl. Möns. 320. Unwille Kloaterncub. Uk. n. 162. — c| Steigerung: Unbräfe, Unrertlruß, UnhSh Schm. 1, 73. Vnkenner Schöpf 782. unknnder Krone 19629. Unlärm Schöpf 782. unmrzze Milst. 140, 18. Unockee Lexer 247. 29) untar, utuler, hochtonig. underbant Syon 68. b. untergehende w. Gast 6711. mde.rhint Pars. 2, 28. mtarpotn gl. Teg. 246. rw. unterprach 138. untarpruit gl. Altach. underdige Wernh. 162, 86. uuterfanc gl. Teg. 247. rw. underßt Pari. 230, 2. undergurt Megenb. 456, 22. undergürtrl 19. nndrrhefleHn Prauenb. 601, 27. underkiiufel Mer. St 17. IInterläz gl. Teg. 182. nnterlucheline Ps. 56, 11. untlermarrh (Kettenglied) llerberst. 857. umlerrnuek Megenb. 415, 14. underreit Willi. 5, 12. wider*«/» 167, 18. vnderickiebe j. Tit 822, 2. mdertckupkare Ps. 52, 8. underslnc Pars. 534, 5. untersrklacht Schm. 3, 427. undernprAr.hr. Otack. c. 65. underitrru c. SH9. undertail Megenb. 229, 82. undertrahte Wilh. 265, 16 undertmAle Krone 29850. undermendr. Syon 19. b. underwindel j. Tit 772, 2. entarvmrf gl. Hrab. 1715. mderzäpfel Megenb. 293, 27. 30) uo.(d), hochtonig; vgl. &. uoquimila gl. Teg. 14. rw. unrkumil 78. rw. uaipunna 74. Awaktl gl. Hrab. 151. Is. 1. 31) ur, hochtonig. uraß Lexer 10. urbar Nüst 104, 86. urbnl Par*. 488, 16. urpumt gl. Teg. tot. nrd.mrh Denkin. XC, 146. urdrutzr GehQgde 994 urfar gl. Zwetl. 49, 35. urßhe Wolkenst. XIII. 18. 9. urfluht Ps. 98, 23. «r/iir gl. Möns. 356. urgiß gl. 227 § 227.228. Ter. 246. urgiht Ps. 63, 7. urhab Syon 19. b. urkmf Schm. 1, 984. urchmde. urkunft Krone 11802. urchuole Pa. 66, 11. urlaib Megenb. 148, 82. urliuge Karaj. 35, 26. urldse Bened. Pr. 48, urlAsunge Pa. 110, 11. urloup. urreckida gl. Teg. 220. ursntz Schm. 3, 295. umhin Wernh. 148, 87. ursinnecheit Sumerl. 6, 14. ursiaht Sellin. 3, 428. wrsprinch gl. Möns. 819. urnmeh gl. Teg. 248. rw. urtät Schm. 1, 461. urteili fg. th. 6, 8. urtriwida gl. Hrab. 788. urwerck Ia. 1. Urgenin Dcnkm. XC, 141. 32) üz, hochtonig. Ae/art. auzßuz Megenb. 102, 26. Azganc. magmnre (f.) Milst. 68, 6. auzkrümler Megenb. 14, 6. izktmft Bened. Pr. 166. Äsreue Frauend. 402, 11. autlauf Megenb. 845, 20. ielnz gl. Mona. 377. auzsetzel Megenb. 160, 30. iztuht gl. Teg. 185. tztregel Sumerl. 31, 3. auzwechsel Megenb. 273, 20. auswerte Scbm. 1, 117. Schöpf 28. üzwurß gl. Möns. 367. 33) widar, wider, hochtonig. widerbot Helbl. 1, 588. widerbruht Krone 8372. widerdram gl. Zwetl. 62, 89. widerdriez Wolkenet. XVI. 2, 6. wider/al XXIV. 5, 8. widerfart XII. 4, 18. wider-fihe Xeitli. 54, 19. wider/ehte Litanei 236, 29. wider/reise Otack. c. 56. widrr-galtn Mcgeuh. 292, 9. widergelt Milst. 108, 1. widerglast Otack. c. 8. w'hnb Wölk. CX VII. 8, 9. widerhugunge Ps. 69, 1. widricheritla gl. Mona. 841. widerUn Krone 5686. -nuere Dietr. Fl. 6776. -muat Kindli. 91, 85. -müefe Serval. 302. widerquetnnga gl. Teg. 289. -ra/sunge Ps. 87, 20. -recht Schm. 8, 24. -reise Wilh. 315, 22. -säte Serrat. 744. -slac Syon 29. -spei Mai 114, 14. -spmicheit Megenb. 48, 3. -stentida gl. Teg. 280. rw. -stit Otack. c. 262. -strebe Bened. Pr. 174. -stürz Wölkst. CXII. 2, 14. -swal Otack. c. 165. -swanc Biter. 10926. -jwägi gl. Teg. 68. -wanc Parz. 470, 8. -wartida gl. Teg. 246. -wehsei Klosterneub. U*. n. 187. -Winne Vor. 70, 11. -wint Krone 10648. -nie 26423. -««*< gl. Teg. 81. rw. 34) zuo, hochtonig. zualben, tubranl Schm. 4, 218. tuofart Servat. 875. -fiuht Pa. 9, 9. fang Megenb. 386, 6. -gäbe 205, 5. -gebArung Sehottcnsl. n. 351. -hewsel Notizbl. 4, 29». -chlage. Otack. c. 366. -lende Warn. J670. -lauf Krone 9064. -man Strieker Geil. 4, 197. -matt, -aialler Schm. 4, 213. -muns gl. Möns. 338. -nuin/t Ps. 88, 23. sät Megenb. 88, 20. -sehuz 186, 8. -gesell Areh. 25, 21. -cersih! Ps. 72, 27. -sunne Megenb. 97, 12. -tal 412,29. -tatic.heil 5'J, 84. -triberinnr. Herth. 26, 14. -weih Schill. 4, 213. -tue Megenb. 281, 2. -zuht 29, 34. 35) zur, hochtonig (vor abgeleiteten Subst. steht gewönlich tieftoniges zar, zir). zurganc gl. Ilrali. 878. zurgangida gl.Teg.230. turlust 241. tunrän 199. rw. zurwari 243. zurwarida gl. Hr. 788. zurwerf Teg. 19. B. Zusammengcsezte Adjectiva. § 228. Adjectiv mit Adjectiv. lautbrecht, rotbrecht Schm. 2, 516. 8, 166. tänftfdacht Megenb. 67, 6. giekel-fih Neith. 25, 8. witfengec Pnrx. 317, 24. bmriefol Ps. 148, 16. algar Litan. 216, 20. swarzgel Wam. 129. guotgerne. Pa. 68, 42. tenftgriffic Megenb. B. 24, l. bittergrimme Warn. 502. ebengriz Milst. 7, 7. bleichgrüene Teg. Arm. 11. b. ehen-heinlich Milst. 12, 17. ehenh.re I, 23. rehthtne Ps. 86. 20. alth.unueh Helbl. I, 264. ebenjunc Milat. 10. 5. winiglid, Ps. 16, 16. poe.li.tia Megenb. 46. 23. wislis Wilh. 181, 13. lau'mier Schm. 2, 516. «ieamrwiV- Megenb. 153, 27. frtmmt Teg. Arzn. 14. b. epanmuoti gl. Mona. 358. liepgememe Neith. 18, 38. /»'»»«'» Sehm. 2, 721. kleimmge Senat. 527. samarart gl. Teg. 105. rw.. m,ch,lrtd,c Ps. II,3. guotsmlic Ilelbl. 1, 34. gogelsat Neith. 77, 87. klein,rhatz.g Aotizbl. 8, 186. läneteime Berth. 170, 27. altsesz Schm. 8, 286. M/.iec* Berth. 291, 88. scharpfsiktie Megenb. 43, 27. litersnel Tit. 159, 8. guotsprih, gl. Mona. 354. 1Ä* § 206. 207. 228 wAhsprähhal 848. lancatate Bened. Pr. 115. ube.ltietic Krone 192G2. wlsetief Vor. 81, 28. nähwentic Ps. 48, 88. selpwetic Megenb. 82, 82. tdielwillic Ps. 14, 6. altwist Para. 109, 18. rAtwt* Warn. 189. wärwort gl. Hrab. 2581. halpzagen Karaj. 102, 1. Hierzu die Zusammensetzungen mit beere, ha/t, lieh, natu: a) verholen bare Parz. 454, 20. lülpärt Sumerl. 14, 48. offenbare (adr.) I'arz. 659, 7. b) eigtnhaft gl. Emm. gerah. gl. Möns. 840. «mgrisk. Tcichncr Ls. 85, 100. hrh. 208, 101. unerlAtth. Krone 8466. sunderh. Mai 141, 11. tith. Otack. c. 406. trngenh. Berth. 288, 2. wurh. Parz. 781, 24. neith. (weithafte. f. Tucher Baub. 264;. wizzenk. Otack. c. 174. gewonk. c. 489. c) mit lieh treten AdjectiTa zahlreich zusammen; wir führen nur an: allth gl. Möns. 875. baltl. Fraucnd. 404, 11. deutscht. Schm. 1, 406. erberl. frumbl. Schottenst. n. 402. fälscht. Fraucnd. 408, 17. freit. Wittelsb. ük. n. 168. gefüecl. w. Gast 8495. gart. Wittelsb. Uk. n. 186. geilt, goelt. Wölkst. LXXI, 28. gogell. LXX, 1, 24. haisert. Megenb. 479, 26. iunchl. Ps. 161, 25. charchl. Milst. 181, 5. krencl. Berth. 170i 11. käudl. Suchenw. 85, 7. kurzl. Otack. c. 657. miltl. fg. th. 43, 19. rmel. Karl 10309. scharfl. j. Tit. 749, 1. slehtl. Suchenw. 19, 68. sluml. Wolkenst. XCIX. 8, 14. geswwgerl. Berth. 31 2, 31. tiurl. Biter. 5649. träcl. Parz. 4, 18. tuwpl. gl. Mona. 378. wackert. Garel IX, 24. mmkell. j. Tit. 789, 4. giwaral. gl. Teg. 183. rw. werthl. fg. th. 43, 29. miltl. Wilh. 128, 9. gewist. Otack. c. 2. zurtl. gl. Möns. 327. — gtdigenlih Vor. 276, 17. eigenl. Meier. 1768. unziganganl. gl. Möns. 818. irhalpunl. gl. Teg. 61. behagenl. Serv. 2921. ungn-haorentl. gl. Hrab. 1724. unirralwntl. gl. Teg. 78. verwAzenl. Ps. 13, 2. meidenl. Otack. e. 714. unarwisentl. gl. Möns. 410. wistenl. Schottenst n. 402. tentrioor-deid. Krone 242. mwerzogenl. M. Ilabsb. I, 8, 288. — Abent ichlich Ps. 100. orat. 2. blidecl. Krone. 24440. inprünsticl. Suchenw. 41, 807. gedihtickl. Ps. 29, 15. emzicl. Litan. 286, 2. gefr.llecl. Milst 106, 81. fbuteet. Wilh. 14, 8. frumecl. Ps. 30, 42. fmdict. Suchenw. 18, 49. geiticl. 82, 16. grimmecl. Wilh. 38, 8. heilicl. Suchenw. 41, 1041. helltet. Wilh. 38, 14. behendict. Megcnb. 29, 74. Iiezzirl. Sn-chenw. 88, 112. mneret. 29, 288. unchustichl. Pu. 13, 5. mkuttecl. Tcichncr La. 208, 78. leihticl. Megcnb. 18, 22. uberlestecl. Wilh. 150, 5. listicl. Otack. c. 59. durhliuhtecl. Willi. 40, 12. lusticl. Suchenw. 41, 1822. mekticl. 18, 422. minnecl. genadicl. Suchenw. 8, 186. dnrknecticl. Wittelsb. Uk. n. 168. gnuhtirl. Pa. 80, 41. ringecl. Warn. 1239. durhsihticl. Megcnb. 29, 74. sl&nicl. Pa. 86, 2. stillecl. Otack. c. 733. üppict. Suchenw, 80, 281). mverwendicl. Neith. 28, 19. willict. Suchenw. 19, 14. wunnecl. Berth. 141, 5. — witzenclich Gundach. 8419. d) irretavt Kindh. 89, 52. lanesom gl. Teg. 289. rw. gelegene. Notizbl. 4, 89. lieht. Ps. 88, 1. galihs. fg. th. 15, 12. manacs. Denkm. 466, 4. wietacs. gl. Möns. 409. § 229. Substantiv mit Adjectiv. heimbachen I.abcr 507, 8. trenbernde. wunntb. Frauenb. 515, 21. 516, 5. gmtbotst Ilelbl. 7, 811. erbeigm w. Gast 4288. pluotfar Tegerns. Arxn. 2. d. rifrige Gudr. 1456, 4. windfüchtig Schm. 4, 110. trhoenrfol PS. 44, 1. tAtfwrrig 139, 14. redgeh Schm. 3. 51. hirngeil Helbl. 2, 725. numgirtc w. Gast 86K7. wmtergimt gl. Mona. 388. steinherte Wernh. 181, 14. friuntholt gl. Möns. 862. goltiep Milst. 160, 5. frtuntlAs Wölkst. XGIX. 8, 14. hercmieze j. Tit. 261, 2. hern.ied» Gudr. 516, 1. dunnmme, w. Gast 14867. zdhernnz Mai 187, 34. har-nasrkvämec Parz. 409, 12. fueszraum Schm. 3, 83. tnabelraze Xeith. 78, 84. sä-AerrieA Mai 105, 40. tchameröt Frauend. 402, 27. liutsalic Berth. 482, 16. kaut-, landstfs Schm. 3, 286. fridesiktic l's. 127, 6. anrsiuui gl. Möns. 410. nassnilec Farz. 812, 9. spnttespnke Frauenb. 603, II. lußetüezt Fraucnd. 429, 11. beretware Karl «770. wintrunrhan gl. Möns. 325. ruomw.crke Frauenb. 603. 12. katwaks Henkln. XI.VII. 3. Ml. keimwart Knrnj. 37, 12. lidwtick Otack. c 101. madewellic Litan. 225. 85. IritmenKek Ps. 64, 8. gatewerde Wernh. 186, 21. Hineilt Krön« 227 § 229.228. 26726. tiueelwmnic gl. Mona. 391. ntutreu Suchen«. 18, 21. rehtwiaic fg. th. 28, 28. kuttenwit Helbl. 8, 453. bwzwürtic Helbl. 8, 854. Zusammensetzungen mit bare, haft, lieh, »am: a) dribart Otack. c. 667. egebar Milst. 128, 31. fridebare j. Tit. 155, 4. froudenb. Wernh. 182, 18. gruotb. Wilh. 144, 9. handelpar Megenb. 474, 28. heilbare Mai 83, 33. herzeb. Wilh. 144, 17. hmgerb. Parx. 487, 28. hmpfl. 885,6. kriuzeb. j. Tit. 158, 2. briub. 1567, 1. kusseb. Krone 16734. ItutarpM gl. Teg. 222. ßüslebare Parz. 613, 28. meienh. Parx. 281, 16. rätb. Krone 7206. mreiseb. j. Tit. 1526, 2. riuweb. Parz. 518, 16. saldeb. 825, 26. sehadeb. Otack. c. 413. schatzpar Megenb. 90, 21. schlnb. Krone 24031. tenedeb. Freuend. 149, 27. sin/leb. j. Tit. 1671, 1. «ihmenb. Tit. 104, 3. tmtfb. Wilh. 135, 30, weiarnb. Frauend. 149, 14. teirdeb. j. Tit. 859, 2. zorneb. Willi. 145, 4. zuhlb. Parz. 343, 18. b) pü hn/t gl. Mona. 859. dienslh. Milat. 149, 29. eh. bair. Landfr. v. 1255. eitnrh. gl. Emm. 408. ellenth. Suchcnw. 14, 18. eudeh. Mai 16, 8. ßurh. Gundach. 2908. freudek. Parz. 523, 18. begeh. Suchenw. 1, 4. hei/h. Krone 22882. helfh. Teichner La. 84, 16. herk. Kindh. 79, 57. herteh. Parz. 224, 18. kaubelk. Mrth. 488, 16. klageh. Pari. 527, 28. lizk. Pa. 141, 10. lugrh. Gundach. 2364. meilh. Ia. 1. minnih. gl. Mona. 351. nnmh. Megenb. 76, 30. unrnith. Karl 3290. opaik. gl. Emm. 407. nrdenk. Teichner Ls. 61, 39. juelek. Tit. 116, 3. redek. Ilcrth. 482, 28. regimh. gl. Emm. 407. mtrhk. Otack. c. 429. aaldeh. Parz. 655, 28. aichth. Teichuer La. 229, 47. aidelh. 207, 78. aigek. j. Tit. 749, 4. ituhelh. 738,4. aändeh. Parz. 522, 30. wmidelh. Suehenw. 6, 119. wegeh. Wulkut. XII. 2, 2. wim-derh. Karl 10243. wuoeherh. Berth. 489, 16. ii»»h. Krone 5549. githuh. gl. Mona. 827. tmivelh. 11413. c) adalllch gl. Teg. 228. anguttl. fg. th. 43, 23. hetel. Neith. 101, 7. ge-burtl. Tnnd. 51, 14. daul. gl. Hr. 1134. diel. Bened. Pr. 62. irrdhl. fg. th. 43, 22. antfunchl. P». 28, 11. villi, w. Gast 726. ßuktl. Freuend. 411, 25. forahtl. gl. Mona. 354. freut. 403. gensl. Wölkst. XVIII. 4, 8. girdl. Ps. 18, 14. halt. Freuend. 405, 1. helft, j. Tit. 744, 3. hirtl. gl. Mona. 343. hAnl. Teg. 63. kmmd. Mona. 879. hurtl. Otack. c. 684. huart. Litan. 234, 38. itisl. gl. Möns. 377. UI. 410. Choral. 340. kämpft. Wilh. 128, 25. ehlegnl. gl. Möns. 821. kottl. 8uehenw. 6,213. hui. Franend. 519, 24. lähhituninl. gl. Möns. 3113. antlitl. Bened. Pr. 60. lehanl. gl. Mona. 352. urlaupl. Parx. 639, 27. tugil. gl. Teg. 239. rw. mag-tuoml. Parz. 805, 1. mazl. Servat. 1596. nettM. P». 58, 20. mortl. Suchen*. 20, 111. »Ml. Vor. 158, 23. beriehtl. Otack. c. 138. tranll. gl. Möns. 409. sehillt. Wilh. 220, 7. tehhnbert. Berth. 79, 18. getckriftll. M. Habab. I. 2, 547. gesell. Megenb. 188, 18. ttol. gl. Hr. 1925. eigtl. Parz. 4, 16. sigauumfl. gl. Mona. 326. tlM. j. Tit. 744, 1. piimei l. gl. Möns. 410. spilit. gl. Teg. 259. sumarl. gl. M.ina. 342. mitlitagil. 849. urteilt. Willi. 184, 28. heilt, gl. Teg. 228. rw. >ranel. Tit. 97,4. wi.nl. Mona. 836. wazarl. Teg. 69. rw. mtteuel. Pa. 161,5. tdherl. I.itan. 236, 8. zwivell. Otaek. c. 644. d) murheitsam Wernh. 181, 18. dimntlt. gl. Saliab. 314. frumas. fg. th. 48, 12. frides. Vor. 189, 1. freit». Karl 7425. mgrUtu. Suchenw. 80, 241 helfet. Krone 26886. gehuget. Kaiskr. 58, 18. lenhtt. fg. th. 51, 21. lobet. Karl 321. miett. H. Saeh». mimte*. Pa. 88, I. gesuhlt, fg. th. 7, 11. gennt. Wernh. 165, 34. redt. Schm. 8, 51. gerne». 3. 3. «ere«. Garel II, 81. uilliu. Denkm. 465, 2. mmuis. gl. Mona. 388. zitrs. Warn. 3417. § 230. Adverb mit Adjectiv. Jilosprähhal gl. Mona. 855. filnatiuri Teg. 89. rw. — fornentic gl. Mona. 340. nidnnentic, 323. »zenentic 8>'5__hernpazer gl. Mona. 855. — tAtän lotten. aetten) Schm. 3, 183. — "otfe.il Berth. 147, 89. umlgtsmae 168,80, moltä» Schm. 4, 60. woltwillig Pa. 68, 42. Verbalstamm mit Adjectiv. jage bare Laber 184, 4. siufzeb. Parz. 312. 1. — btrhafi Kindh. 70 17. I'btk. Wilb. 215, 15. sparh. Faatn. HO. 16. tareh. Karej. 70. 5. — erbettlieh § 206. 207. 230 Fl. 89, 16. pügl. Megenb. 19, 81. ml. 160, 16. greifl. Notizbl. 7, 303. lebt. Megenb. 83, 80. schreibt. 16, 21. verteehl. 22, 29. B. tibi. w. Gast 243. — unerpermenlieh M. Habsb. I. 2, 87. büwent. Parz. D. 564, 29. ßndenl. 547, 19. mtrchbanl. gl. Mona. 891. leidenl. Nllrnb. Pol. 117. antehenl. Chmel Max 418. nertehenl. Trient. 8t. XIV. sterbml. Wilh. 26, 7. sträfenl. Teichner La. 207, 91. unertuelchenl. Pa. 91, 15. treffen!. Chmel Max 418. betriugenl. Berth. 515, 7. durabiceranl. gl. Mona. 390. Kesmtl. gl. Teg. 240. — ausgenamencbleich Hohenf. Uk. n. 82. — gebärt am Vor. 12, 7. Zahlwort mit Adjectiv. eindraft gl. Teg. 246. rw. emfalt. einharti gl. Hr. 2091. einhellig Avent. IX emjehtie Gundach. 251. ainliitz Megenb. 154, 28. einmündig Avent. IX. eingenite Karaj. 101, 18. ainteil Megenb. 100, 14. aintchichtig bai. Freih. 157. eintnel gl. Hr. 2604. eintlriti 2092. einnilli 2093. — zwifalt. zm'firbig Megenb. 166, 83. zmigädig. tinihärig Schm. 4, 299. twitcharpf Megenb. B. 63, 32. zmitchoene 68, 3. mulähtie 141, 22. zwitpännig Schm. 8, 569. zioitriu gl. Zwetl. 55, 18. zwimaht Pfafienl. 515. — drieckot Megenb. 288, 8. dritägleich 466, 81. — fiortcdz gl. Mona. 340. — lieben-, nemgetcheid Schm. 2, 697. 3, 825. — zehanteilic gl. Teg. 104. rw. — tüienfar Biter. 23U8. §231. Präposition mit Adjectiv. 1) ä, hochtonig; vgl. ar 6. igtxzil Karaj. 108, 9. äherzi gl. Teg. 62. rw. Alane Bened. Pr. 175. Ariup gl. Hrab. 957. 2) abe, ab, hochtonig. abfarb, abfroedig, abgelten Schm. 1, 9. abholt Otack. c. 234. abkräftig, ab-mögig Schm. 1, 9. abiige Milat. 91, 19. ablaite Schottenst. n. 218. abschätz Schm. 8, 421. ahgetchmaeh 1,9. abschmaif 8, 681. abtueni 1, 444. abaioart gl. Teg. 14. rw., abwärtig Megeub. 281, 10. abwesig Schm. 4, 175. abwitsig 1, 9. abworlig Megenb. 240, 21. 3) after, hochtonig. aftergläubig Avent. V. aftencerhg gl. Mona. 845. afterwbniich Avent. XV. rw. 4) ana, an*., hochtonig. anadähtic gl. Teg. 201. annebangelih fg. th. 51, 80. anelich Milat. 12, 7. ana-gnlth fg. th. 45, 21. anrmtic Wilh. 8»8, 8. anziechlich Otack. c. 18. In neuerer Zeit namentl. mit dem Sinn der Annliherung an den Staminbegriff', ao im Rteir. Manif. v. 1718 anfalb, ankrauslel, anrothlet, anichwarzlet ■ bei Sclun. 1, 60 anher-riich, ankalt, ansäuerlieh, an warm, ateir. u. a. unguet, anttnrk. 5) ant, ent vor einfachen Adjectiven hochtonig, vor abgeleiteten tieftonig. tnhutnec Krone 10764. 6) ar. arrhuttic gl. Hr. 1000. 7) bi, theils hochtonig und dann verlängert und diphthon-gisirt, theils tieftonig und geschwächt. a) biderbe, biklemm Schm. 1, 140. beyhendig Oberbalr. Arch. 26, 180. beilich Schm. 1, 164. pitprähhal gl. Teg. bigestendie Neith. 189, 6. pe-wegig Megenb. 267, 17. — b) begänne j. Tit. 1549, 2. behende Megenb. 1:', 1. behendic Krone 5489. behagen Georg 1414. betcheid Schm. 8, 824. beiihtic Otack. c. 184. 8) durh, hochtonig. dnrhpnete Megenb. 41, 20. -brSitec Wolfd. 430, 1. -edel Berth. 223, 8. -fellic Krone 6027. -grate Berth. 480, 30. -gründe Helbl. 2, 370. -guot Genes. 36, 7. 227 § 231.228. Wolkenst. LXVI. 1, 8. -leueht CVn. 8, 2. -loh gl. Mona. 846. -murin Arch SB, 121. -nahte Milst. 24, 6. -rumic Klosterneub. Uk. n. 817. -echellicWien Merf. 269. -»oheinend Megenb. 65, 12. -echleckt Selon. 1, 893. -,ieek Megenb' 386, 32. -siktec Krone 14279. -sinnic gl. Teg. 284. 9) fir, ver, hoch- und tieftonig. firiwiz gl. Möns. 354. — verrihtic Berth. 810, 25. 10) fora, vor, hochtonig. vorgar (vorgarae PS. 64, 11). formeb gl. Hr. 2084. forawitac gl. Möns. 319. 11) fra, hochtonig. frapald gl. Möns. 848, frapaldlih gl. Teg. 220. 12) fr am,, hochtonig. , framhäre Genes. 32, 14. 13) furi, für, hochtonig. furiburtie gl. Teg. 71. rw. furefluzzig Ps. 50, 20. fursehellic Laber 186, 7. fnnihtig Megenb. 193, 4. fürmel 52, 19. 14) ga, gi, ge, unbetont, tonlos, vgl. § 14. ungipart gl. Möns. 381. geberht Karaj. 25, 19. gifage Krone 6285. gefnoe Karaj. 75, 15. gihel gl. Möns. 346. gehenie Vor. 371, 2. gahlot fg. th. 15, 8. ungekäre Karaj. 35, 19. geliep Milst. 72, 19. getan Krone 61)87. gelieh 191159. geminne Helbl. 7, 910. genoele Syon 46. b. greht Ps. 16, 13. geechuaeh Milst. 158, 11. ginpräkkal gl. Möns. 826. giemert 866. gnaltig Ps. 23, 8. — Die heutige Mundart hat viele Belege fllr die bedeutungslose und beschwerende PrMdgirung von ge: u. a. glink, genah, gnette, gnotig. gtehamig, gteknell, gnekwüel, gspäk, gtpurig, gepftlig, gitolz Schm. § 1026. — Die älteste Fonn des Präfixes gam ist erhalten in gumtini = com-unis. 15) gagan, gegen, hochtonig. gagemoürtic Servat. 8405. 16) hintar, hinder, hochtonig. kmderlittie Megenb. 48, 20. hinterecrenchie gl. Teg. 68. kmterleituek, ständig, Heilig, .„Ünnig, -«artig Schm. 2, 218. 3, 268. § 232. 17) in, hochtonig. inchunde Karaj. 50, 10. mhitxic Gundach. 375. inwendig Megenb. 26, 31. •uwiti gl. Hrab. 998. 18) ita, ite, hochtonig. ■(eniuioe. 19) miti, mite, hochtonig. mitewig Megenb. 492, 8. milUt Krauenb. 629, 15. milgewant Chinel Max 418. 20) nah, hochtonig. nährtelec Karl 1611. nächeetzic Megenb. 284, 9. nähwendic Wernh. 192, 22. naehtünnig Schm. 3, 268. 21) nidar, hochtonig. niderbrüitec Wilh. 167, 4. 22) udar, über, hochtonig. uberfineter Teichner Ls. 148, 81. nberfnxlie Megenb. 60, 7. nherfriktie 292, 14. -gräz Berth. 294, 8. -her Teichner Ls. 69, 59. -hitzig Megenb. 411, 25. -Mellich Ps. 24, 5. -kmtl. Mai 68, 22. -l'ndie Schottenst. n. 170. -litkt HelbL 7, 1059. -IU Angeiige 84, 83. -eaenke Neith. 79. 29. -werlick Megenb. 75, 80. «berscheinig, -t>mig. -linnig Schm. 1, 16. 8, 258. 268. § 206. 207. 232 23) üf, auf, hochtonig. ifreht Genen. 18, 22. tmfnutig Wolkenet. LXVIH. 2, 4. 24) umbe, um, hochtonig. »mbnefs, umbsessig Sclim. 8, 287. 25) un, hochtonig, kann vor jedes Adjectiv oder Particip zur Aufhebung oder wenigstens zur Schwächung des Stammbegriffs treten. In manchen Verbindungen steigert es: ungroß, unlang, unreich,, Schm. 1, 73. Lexer 247. Schöpf 782. 26) untar, under, hochtonig. mderhAric Milst. 74, 11. mdtrwendic Krone 28800. «nlerzam gl. Teg. 203. Megenberg nimmt bei Adj., die eine annhliernde Eigenschaft in Farbe oder Geschmack bezeichnen unter eis Uebersetzung des lat. >«6: underpitter S55, 80. uaderplairk 344, 20. undergel 369, 11. mderrAt 355, 32. undertwurz 355, 32. 27) uo, hochtonig. uochtilo pl. Mona. 822. uokaltic Litau. 216, 9' . 28) ur, hochtonig. uralt gl. Hr. 942. urpUti 1125. urbowe Klosterneub. ük. n. 148. wbiltig (frbietij.;) Herbcrst. 167, urbütig Chmel Max 5. urgolilih gl. Teg. '-47. urhcrz. urhläzi gl. Hr. 1108. 1101. urliummtlih Is. 1. urmari gl. Teg. 227. urmärig Ps. 70, 27. urmöti gl. Hr. 983. umeli 1128. vrtwnic Teg. 183. urtprächi gl. Hr. 1124. uriur gl. Hr. 72. urtriuwi fg. th. 7, 23. vrwäfni gl. Hr. 1686. urwach, urwhiziy Schm. 1, 100. 29) us, hochtonig. dzeeraib Pa. 68, 11. avzlendig Megenb. 822, 9. auzlieb 55, 14. 30) widar, wider, hochtonig. widarpirki gl. Hr. 1657. m'ilerprächig Megenb. 44, 5. widerbruhtic Tundal. 44, 57. widergenge Otack. c. 742. widarmötlih gl. Hr. 1674. widenazic Biter. 12941. spaue JOngL 157. -ttendic Uertb. 11)3, 33. -streb g. Rom. 118. -sünnig Schm. 3, 268. -martic Karaj. 97, 6. -wendie j. T. 809, 2. -tarn Wölkst CX1I. 2, 6. -zmme Milst. 102, 13. -zuami fg. th. 45, 18. 31) zur, tonlos. zurganclich gl. Teg. 232. rw. zurwünic Pa. 113, 89. svraar gl. Teg. 258. rw. C. Zusammenlese/, te Zeitworte. § 233. Eigentliche Verbindung geht das Zeitwort nur mit mehreren Präpositionen ein. Im (ihrigen ist die Zusammensetzung leicht lösbar und daher uneigentlich. Solche lösbare Compo-sitiou ist a) prädicativ nominativ: kintwesen Berth. 45, 3. meit-wesen Wernh. 179,18. frautaufen Schm. 1, 597. b) accusativ: nitbechen Wernh. 149, 23. jdmerbern Mai 135, 4. sippebrechen Berth. 216, 15. rdtfragen Karl 518. federflocken Syon 35. messe-frinnen Berth. 3, 28. niuwegern 234, 33. frbudemuchen Krone 22058. meitpriiefen Megenb. 461, 14. augenreiden 188,6. meersagen Berth. 85, 4. stritscheiden Parz. 268, 9. phahtsniden Rügen 1279. lobsprechen Wernh. 197, 34. sldftrinken Krone 7361. 233 § 235. 236. Fester sind die instrumentalen Verbindungen, wie tadebrechen Berth. 45, 2. chniefallen Wemb. 156, 37. huntaslayon gl. Ilrab. 2066. vingerzeigen Wernh. 2264; und die locativen: hellebrennen Wilh. 454, 18. winkelsehen Neith. 36,29. — lithüsgen JüngJ. 475; ebenso Composita, in denen das vorgestellte Substantiv adverbiale Bedeutung annimmt, wie spottelachen Neith. 64, 11. ndtzogön gl. Möns. 356. Dagegen sind adverbiale Verbindungen, wie dingesgeben Berth. 216, 1. dannescheiden Mai 152, 2. vol-koclien Megenb. 374,10. jachtaufen Sellin. 1,597 leicht lösbar. Die adverbia falle und misse verbinden sich dem Zeitworte fest: foliebringen, -farn, -gän, -harren, -laufen, -leisten, -laben, -reden, -leihen, -aurclien. inissebrlsen, -denken, -fallen, -gen, -hagen, -halten, -tüten, -nieten, -sagen, -stau, -treten, -warn. Eine grolse Zahl scheinbar zusaminengese/.ter Verba ergibt sich als Ableitungen aus compouirtcn Nominibus, ■/.. B. abanstön fg. th. 47,10. geweterblitzen iierth. 481,28. gemuot/agen Servat. 856. holiferten M. Magd. f. 32. gruntfesten Ps. 101, 26. stigelr fritzen Ayrer 3358, 9. houpithaftön gl. Emm. 409. rehthaftigen Ps. 18, 13. winthalsen Berth. 275, 28. ebenhiuzen Neith. 86, 23. verwarldsen Berth. 43, 35. ebenmdzen Milst. 41, 7. dorrmaulen Fastn. 54, 6. husgenozen j. Tit. 258, 4. framspuotiyen Ps. 1, 3. upertrunchanon gl. Möns. 325. § 234. Die Präpositionen, welche dein Verhuin unmittelbar vortreten, sind ant, ar (a), bi, far, ga, ur, sar; unter den übrigen sind durh, hintar, ubar, untbi, untar genauer als die ganz lose vortretenden übrigen componirt. Die Partikel ita. ist fest; dar, her, gagan, hina sind trennbar. Vgl. auch alem. Gr. § 307-310. 1) d (aus ar), untrennbar, betont. äwichen Bened. Pr. 10. 2) aha, ab, trennbar, betont abbauen Schm. 1, 186. abpern Otack. c. 881. abpeixen Mcfjenh. 227, 15. »b-achten l schimpfen, ost-teir.). abhalten (zerknittern, steir.). abebiderben Ps. 1110. abdnuben Ayrer 2748, 88. nhdreschen Laber 118, 2. -fretzen Megenb. 218, 17. -geilen Schm. 2, 81. -graben Megenb. 278, 27. -hären 309, 5. -hegroten Xllrnb. Pol. 27. -chtsen Wolkenst. XCV. 2, 14. -leibes Schm. 2, 417. -lesen Megenb. 385,19. -Inese» 378, 18. -mauzen Wr.lk. XVIII. 3, 1». -maigen K«i«»rkr. 83tj. 16. ■rarmeizan gl. Kmm. 409. -nagen Megenb. 39", 2«. -nesen Fastn. 791, IS. -reiten Megenb. 234, 28. -riuten Milst. 28, II. hsh Notizbl. 4. 302. -scapm gl. lex-196. -sceran Möns. 346. -schroten Teichner Ls. 24, «8. -sinnen PfaflVnl. 5K8. »warben Ps. 140, 7. -traufen Megenb. 293. 6. -tilgen Avent. XVIII. -tmm bair. Landfr. v. 1281. -weian gl. Salisb. 310. -wisci» Bened. Pr. 150. § 227. 234 3) aftar. aftnrqueman ist aus ajtarquemo, -quumjt zu folgern. 4) ana, an, betont, trennbar. anebietrn. anbacken Berth. 323, 13. andingen Wernh. 15T, 16. -Jan. -Jrummm Schm. 1, 612. -cangan gl. Teg. -haften Genes. 17, 22. -Chiron gl. Möns. 354. -chwemen Milst. 148, 4. -leggan gl. Teg. 184. -Ihnen gl. Teg. -laufen Milst. 65, 3. -menen Laber 57, 3. -reichen Milst. 25, 18. -ruofjan gl. Teg. 184. rw. -tchowen Mil-t. 104, 81. -slahan gl. Möns. 376. sten Milst. 167, 37. -etinchen 186, 22. -ttötan gl. Teg. 185. -hwn gl. Möns. 386. -unden Ps. 77, 28. -Kunden Schill. 4, 102. -warten Wernh. 154, 27, -«eigen Wittelab. Uk. n. 158. -winden Mai 212,36. -zwtren Weitenfeld. S. 44. 5) ant, int, ent untrennbar, tieftonig. Schon in den ältesten bairischen Quellen stehn ant und int nebeneinander, int mit entschiedenster Neigung, das t abzustoßen, z. B. fg. th. infdit 13,13. inluhhen 17,26. inmanen 57,8. Früh wird ent die gewönliche Form; auch hier fallt t gern ab, und folgendes / geht dann in ph Ober, z. B. enphengen Gundach. 241. enpheeten 273. enphliehen Milst. 99, 8. enpjarwen Megenb. 221, 24. enpfrömden 73, 17. Durch Eiuflul's des Substantiv antldz kommt ant noch im 12. Jahrh. in aniläzen vor. Die Zusammensetzungen mit ant sind sehr zalreich. 6) ar, ir, ur, er, untrennbar, unbetont. Die herrschende alte Form ist ar; daneben findet sich in Denkmälern des 9. Jahrh. ur (Exbort., Is. 1., gl. Emm. 1., Tegerns. Gl. in canones (Olm. 19417) z. B. Exhort. urgepan, Is. 1. uraugjan, urhapan, urhepfan, urlomtn, urreclian, urmochan, ur-teilan, urwahxan, gl. Emm. urdikken, urneran, urquintan, urrachdn, urspurjan, urweichen. Iin 10. 11. Jahrh. ist ir verbreitet; dann folgt er. Das Präfix ist häufig und verstärkt oft nur den Stainin-begriff. Vgl. alem. Gr. § 307 n. 7. 7) az, betont, trennbar. azkenkjan gl. Hrab. 860. azwesan 160. 8) bi, b«, untrennbar, unbetont. Sehr zahlreich; der Begriff wird gewönlich nur verstärkt; doch ist auch instrumentale und privative Bedeutung vorhanden. Alem. Gr. § 308. n. 9. 9) dar, in älterer Zeit ganz unverbundene Localpartikel, später im Infinitiv dem Zw. sich etwas euger anschlielsend, sonst aber getrennt. Von einer Verbindung kann nur dann gesprochen werden, wenn der Verbalbegriff dadurch verändert wird, wie in den mundartl. darkeren Vorkerungen treffen, dartuen weiter trachten, sich anstrengen, Schm. 1, 388. 10) der, untrennbares unbetontes Präfix: 235 gleichbedeutend mit er, in manchen Zw. auch gleich sev (derreifsen, derrinnen, dersclilagen); in der alten Zeit nicht nachweislich, sondern erst seit dem 12. 13. Jahrh., vgl. derbraht. der-liuhtet Litan. 223, 14. 220, 16. derworben. de ratet Parz. 82, 4. 64, 6. underwunnen Neith. 100, 14. derarbeiten Berth. 258, 3. Im 14. Jahrh. ist es häufiger, so bei Megenb. und Suchenwirt in Ludw., Bing ist der Regel; es zeigt sich auch bei Wolkenst., in den Fastn.; über sein vorkommen in den Nürnberger Kro-nisten des 15. Jh. vgl. Lexers Glossar zu Städtekr. I, 484. II, 544. Dieses der (da) ist im bairischen allgemein verbreitet: Schm. § 1059. Schm. 1, 389. Höfer 72. Lexer 58. Schöpf 80. Frommami zu Grübel 3, 276. 11) durh, trennbar, tieftonig, nach dem Sinn zuweilen hochtonig. darhptuen Wölkst. LIX. 8, 12. durchtraten Otick. e. 148. durhpaizen Megenb. 105, 24. durnhpringan fg. tb. 6, 12. dureheuen Megenb. -fauchten ebd. 85«, 32. -fidem Wolkenst. XXXIII. 3, «. -flocken L. 1, 11. -gern ICH. 1, 6. -gliejen Borth. 127,'28. -grabe» S_von 46. -hitzen Megenb. 21«, 8. -hiilern IS, 21. -kochen 480, 2g. -legen 427, !).' -merken 5, 7. -mische» 435, 18. -nngen III, 14. -schocken Wolkenst. XCII. 2, 4. -sitzen Teichner Ls. 62, 68. -slün Margr. 204. -stechan gl. Teg. 240. rw. -stfizen Mai 85, 16. -strichen Milst. 36, 20. -Kalken Laber 510, 5. -unten Karl 8042. -froren fg. th. 45, 5. 12) far, fir, /er, untrennbar, unbetont. Neben /ar kommt in einigen Denkmälern des 9. Jahrh./or vor: ziemlich oft in fg. th./orbrihhit 5, 11. /orlaazan 3, 9. for-leosan 5, 1. forlorta 19, 16. /ormeldet 31, 15. forreat 27. for-stentit 13, 8; einigemal Is. 1. (forcheonan. /orjagon. /orulaat), gl. Melk, (/orprohhan. fordühent. /ornluan), einzeln Otfr. F. I. 4, 65 /ormonanti und aus älterer Urschrift gl. Teg. 235. rw. forntoza-vtee. Umgestellt zu /ra kommt /ar einmal gl. Hr. 1203 vor: /ratripan. Die in /or sich zeigende Verdum|ifung ist in für (/urwerden w. Gast A. 10701. /urirarten M. Habsb. I. 2, 808.) gesteigert. Neben /ar ist fir früh vorhanden; die spätere gemeine Form ist ver, die sich vor lazan und liomn früh in blofses u, / verliert, § 14. Ueber die Bedeutung alem. Gr. § 308. n. 12. 13) /ona, von, betont, lose verbunden. vonerhiren Ps. 14, 9. 14) f'ora, vor, betont, lose verbunden. enrhrieven Milst. 1, 1. vorbringen, rorfehteu Wilh. 82", 26. vnrgtn. -garmtn Ps. 86, 58. -län. sebomren Ps. 86, 18. -sehen, -springe» Kmne 2fi73'.l. -sprechen, -betrübten Megenb. 214, 14. -wesan gl. Teg. 240. -zelten Milst. 102, 2. 15) /ram, betont, trennbar. frampringan gl. Hr. 2154- framarliotan 2135. framteorren gl. Möns. »84--slahm Teg. 244. rw. § 234.235. 236 16) furi, für, betont, lose verbunden. fürbieten Millich. Sir. 2. turbreilm Bened. Pr. 126. euripringan gl. Teg. 204. rw. fürehaufen Megenb. 228, 14. furehumen Ps. 16, 14. furiraugon gl. Teg. 202. furlegen Bened. Pr. 46. furnemen Milst. 5, 84. euritcorren gl. Muns. 828. fori-tetzjnn Teg. 198. rw. fort motzen Otack. c. 865. -truhten Megenb. 302, 27. -trefan gl. Teg. 205. rw. -walken Laber 431, 3. furiziohau gl. Teg. 285. b. § 235. 17) ga, ge, tonlos, untrennbar. Die älteste Forin ist ka, ga, daneben früh ki, gi, dann allgemein ge. Ueber blolses g § 14. Die nur unmerklich verstärkende Wirkung des Präfixes, ebenso die Beziehung zu dem Perfect ist alein. Gr. § 309. n. 16. dargelegt. Das bairische liebt dieses Präfix mehr noch als das gemeindeutsche, Schm. § 1057, gibt es aber vor dem Ptc. Pt. auf. 18) gagan, gegen, betont, trennbar. gngenmäzen Pa. 48, 23. gagnnmezin gl. Teg. 220. 19) hina, hin, betont, trennbar. Kinefarn Pa. 38, 28. hintekeiden Otack. c. 776. hintneiden MB. XXXVI. 2, 124. Iii ilem beutigen Dialect sehr gebräuchlich, um n) weg, fort auszudrücken: Kinheim, hinfallen, -füren, -laufen, -legen, -echt ngen, -wetzen-, intr. hintein, -werden. b) drückt et den Vorzug nua wie über: eine» hinarbeiten (in Arbeit Ubertreflen), •tchitfttn, -trinken, -ziehen, c) iat es — ver: hindingen. Schm. 2, 200. f. 20) hint, hintar, betont, trennbar. kintbleiben, -lasten, -nein Sel m. 2, 217. hinterbleiben, -füeren Schm. 2, 218. 118. hindergän. hintertmnen Schm. 2, 219. -tertnehen Genes. 22, 43. -tlm gl. Möns. 819. 21) in, betont, trennbar. mhuntmen Ps. 93, 23. ingraben Krone 7307. inleiben M. Habsb. I. 2, 867. internen Mellv n. 15. geinniuaen l'i. 50, 20. intmerjan gl. Möns. 826. rnfno» Vor. 85, 26. ' Durch zurückziehen der Betonung schwächt sich in zu en: enbizen, enblanden\ dagegen verlängert es sich auch zu in, ein. Bei Megenberg sind diese ein häufig: einplanen -giezen -graben -muehen -schieben -tragen -tropfen -malzen -ziehen. 22) ita, it, betont, fest verbunden. itkeurn Schm. 1, 129. iteniwen Bened. Pr. 112. idrueken Megenb. 18, 28-itewlzen Milst. 10, 15. 23) mite, mit, betont, lose verbunden. mitleiden Megenb. 124, 19. mitwandeln 458, 27. 24) nach, betont, trennbar. nachfolgen Wolkenst. II. 44, 15. nächgen, -gängeln Wölk. II. 8, 32. -jagen Krone 24508. -reden Megenb. 128, 4. -tlaphen Otack. c. 94. 25) nidar, nider, betont, trennbar. niderfallen Megenb. 83, 24. -holden gl. Teg. 231. rw. -legen Bened. Pr. 4. -tchiezen Kran* 26245. -tilzen Megenb. 417, 34. -tlahen Bened. Pr. 11. strecken Megenb. 128, 20. -tropfen 86, 27. -trucken 840, 21. 237 § 235. 236. 26) oba, obe, betont, lose verbunden. 0paWnin gl. Hr. 2187. oUigm Otack. c. 288. Laber 401, B. ahtigen. -walten Schm. 1, 12. S 236 27) upar, über, tieftonig, meist untrennbar. Lw» Krone 3184. -pawn Notizbl. 8, 14. -bittn Ilelbl. 8, 1080. -brangen uberberni Krone P ,67 ,dfrm Megenb. Neith. 209 5. «h . T . 8 4 ^lUnchs"«.;. -me« Berth. 103, 0. 898 8. -dienen Schm. 1, 8/0. -er« m«m.™ vviv n i» -Metel» Hdhl. 6, 140. -^ Megenb. 176,12 Sa M^ge'nb. J14. -bitten Megcnb. 168, »l. Jr- 0£ck. c "wtofZel., -mainen^ Milst. 62, 10. -tnej» • mt. 1848, 4. laden Kr.» ^^ UlhlT 99, 7. ä ffit a-Ä'ÄS 'Ä-Bsrir s wt -tnellen Wölkst. CVIH. 8, 10. Krone 1689^ «^ 0( i k -ttiizen Will, 438, 8. -^e* Georg 4 < -.«ta». gl-Mona. M«^ ^^ { c. 800. «par«oc*.i, 2, 2. -aeofien Notizbl. 8, 4. -M.tren Wilh. 813, 4. oo\ Af auf betont, trennbar. Milst. 80, 24. -tnon Bened. Pr. 142. -wegan gl. Teg. 190. rw, 201 6t, umbe, betont, trennbar. 7*m" , ' ..5 „Mike,,. -/Barm Wernh. 186, 21. -jroi«. srJKm.... — '«Vkcmut nur u„ Zw. vor, die vo« NomW.bu. n,it .. .b-SCW?mt»;«r »«to-, in Ton „»<1 tatarkrit «bw.mk.n4 sää ÄH--^ 88. «ufarr«*» Helbl. 4, 28». -rea— 4. IM. chicken Mll.t 151, Wilh. 286, 26. -teaphen Pa. 16. 14. h^ 199. rw. -.Hefen 83. -acA/ezca Krone 21126 r/0Ae» SI». '^« w. Gaat 8491. -tprnuen Wölk. Genes. 39, 42. -^ TrU St. 94. -leren Neith. 34, LXXXIX. 3. 2. -sprisj«» Meier. 1019J. ""r 11. -winden, -teilen gl. Mona. 820. «c vgl. ar. 31) «*, «uc, betont, lose verbun^n . ^ Bechen Milst. 11, 8. -tnmm »UJ: tg^ „„f >K,,nb. genb. 209. 26. <««'<"• 76. 24. „ § 236.237. 238 178, 7. üzgiezen Ps. 78, 11. auzhduten Megenb. 281, 24. -Aifern 820, 5. üz-gileiton gl. Teg. 192. rw. -mann Ps. 78, 10. -nichen Milst. 68, 5. -fiemen Bened. Pr. 48. -räksm Megenb. 126, 84. -rinnen Bened. Pr. 24. -illtan fg. th. 21, 20. tmtoldm M. Habsb. I. 8, 898. izsprengan gl. Teg. 205. rw. -xtiuhen Pfaffenl. 745. aussuggeln Wölk. XXXI. 1, 81. itswimman gl. Teg. 186. aufwarten Fastn. 109, 28. iswer/an gl. Teg. 244. auswnrzeln Megenb. 284, 14. Erweitert uz an itardinsan fg. th. 15, 18. -pulzjan gl. Emm. 410. -gän fg.th. 9, 11. -liuehtm gl. Teg. 192. -tcurzfm 192. rw. 32) widar, wider, trennbar mit schwankender Betonung. widerbellen Georg 5779. -piugnn gl. Teg. 197. widerehlwm Ps. 27, 10. widerbringen Krone 25462. -prehen Megenb. 78, 28. -danken Megenb. 829, 28. -denken Krone 25463. -dintan gl. ZwetL 52, 37. -drucken Megenb. 362, 28. -fän fg. th. 61, 6. -gelten Ps. 7, 18. -haben Berth. 254, 20. -handeln Wölkst. CXVII. 4, 6. -hellen Laber 430, 7. -klimmen 533, 1. -kriegen Berth. 531, 24. -linen Ps. 7, 18. -mezzeu Hilst. 126, 35. predigen Berth. 532, 4. -reden Milst. 187, 9. -tagen 10,8. -schaffen Berth. 841, 15. schelten Krone 8786. sekowen Otack. c. 774. sitzen Milst. 8, 15. slahen Megenb. 487, 18. stillen Laber 480, 5. stritan gl. Teg. 241. rw. -triben Otack. c. 167. -wegen Wilh. 279, 27. -wenkrn Otack. c. 624. -werpkan fg. th. 47, 15. -winden Krone 12711. -Bönen Schm. 4, 38. -ziehen Megenb. 104, 9. 33) zar, zvr, zer, untrennbar, tonlos. In den ältesten Denkmälern za, zi, später häufig ze; ebenso findet sich zu der späteren Nebenform zur (so bei den Nürn-bergeru des 15. Jh.) oft zu. tapläjan fg. th. 43, 13. zuplnuen Fsp. 261, 2. zehrechen Pa. 86, 21. Zedenten Megenb. 103, 28. zadriuzan Is. 2. zu/allen Tucher 41, 29. tnfaran fg. th. 26, 18. tußetschen Fsp. 261, 11. zerßoezen Megenb. 58, 24. zefuaren Ps. 11, 8. ta-gangan fg. th. 5, 23. zukam en Tucher 79, II. eerklucken llclmbr. 129. tercknosten King 7. au lechzen Tucher 41,27. teliden Tegems. Aren. 16. c. ztrlotsen Rügen 1155. zurlustan gl. Möns. 829. zermulen Ps. zuquetseken Fsp. 261, 9. Zarinnen 92, 15. steinten Neith. 64, 81. Serratien Otack. c. 165. tasceilan fg. th. 5, 23. tisnidan gl. Teg. 200. rw. zespanen Laber 842, 4. tasprengan gl. Melk, tespreite» Ps. II, 8. »istirran gl. Teg. 192, zustoren Fsp. 91, 13. zustreuen 104, 8. tateilan gl. Melk, tiwtiben Fdgr. 1, 60. tiaerfan gl. Teg. 192. 34) zuo, betont, trennbar. tnagifähen gl. Möns. 325. tuogifungjan gl. Teg. 193. twßockm Megenb. 270, 28. zrngin Otack. c. 43. -haften Ps. 62, 9. -halnn gl. Teg. 207. -hüllen Megenb. 188, 15. -lachen 84, 10. -losen gl. Möns. 337. -liehen Genes. 78, 89. -mischen Megenb. 103, 26. -nnwen Berth. 25, 15. -qneman gl. Teg. 238. -riieren Otack. c. 48. schicken Megenb. 450, 1. schocken Wölkst. CIV. 1, 17. scripan gl. Möns. 825. schüren Wölk. CXXI, 82. smucken Megenb. 277, 6. sprechan gl. Teg. 184. stedjan 184. -wieen Megenb. 186, 30. -zämen 480, 17. § 237. In der Regel werden nur zwei Stämme mit einander verbunden; doch finden sich auch drei vereinigt. Am häufigsten ist das eine davon ein Präfix, z. B. nahgebür, hantgemahel, genozsam, beunnübern, verungelten, zuogefdhen. Hier wie in den Decompositis überhaupt werden aber stets zwei Haupttheile verbunden, deren jeder freilich ein Compositum sein kann, z. B.: 239 § 235. 236. nnhtteld-haber MB. XXXVI. 2, 114. hnd-enp/ähfrm Megenb. 88, 28. leitgeb-ht't» Mi'ran. 8t 20. ekel-gilecheit Vor. 296, 29. kwe-gumpelmtm Ilelbl. 18, 2. weroltreht-mUo Musp. vruolmnuz-zU Waben. 687, 8. kleinfel-rSt Frauend. 431, 24. klein/el-bitzeröt 433, 32. § 238. Die nneigentliche Zusammensetzung ist vorzüglich genitivisch. Sie entsteht erst allmählich, da vorher zur Bildung eines neueu Begriffs die Verbindung zweier Stämme vorgezogen ward. Unterscheidendes Merkmal der uneigentlichen Zusammensetzung von der blofsen Vorstellung eines Genitirs vor ein andres Wort bleibt die Entstehung eiues neuen selbständigen Begriffes. Es treten sowol starke als schwache Genitive in solche Verbindungen : x. B. prterlpet Millich. St. 193. numtbild Xllrnb. Pol. 107. frithbrurh M. Halisb. I. 3, 286. mint*prüt Litan. 225, 30. fridabure Ph. 78, 3. gotriulinul, gute»/,tri, nunmenklMer Ilcrlh. 43, 4. hsrskraft Karl 5115. antwerchnum Millich. St. 176. turneimmnn Berth. 176, 28. Im, Itzimge Tegerns. .Vnz. 6. b. — botmbrit, mtmrnganc Megenb. 9, 28. A. It. meccitiktu gl. Möns. 400. /rnwinklünler Berth. 43,3. tunnimart Megenb. 107, 22. frtirintm gl. Teg. 193. ougmatide Neith. 4, 2. »pmuunierppi gl. Mona. 400. tmiitiizr.il Megenb. 77, 10. Unechte d.i. scheinbar genitivische Zusammensetzungen sind die helbliugschen Eigennamen Argenßnt, Argen/im, Miltenfriunt, Mütendienst, Mütengruoz, Miltenruf, 2,1337-49. 1372. 1383. Unechtes » in genitivischer Zusammensetzung erscheint seit 12. 13. Jahrb.: suonstac Milst. 30, 10. Karaj. 96, 3. treusliant Münch. St. 177. Oberbair. Arch. XXV, 160. Adjectivische genitivische Composita sind die mit steigerndem altem uud gote», vgl. Schm. 2,83. Im 12. 13. Jahrh. ent-stehn auch Zusammensetzungen mit genit pl. wie freudenßühtie, erenriche u. a., und unter ihrem Einflüsse die mit unechtem wundern: wundernküene, -holt, -schoene, stark, -wert. Die. accusative Zusammensetzung ist verbaler, meist imperativer Art und bildet lebendige Appellativa. Z. B.: hnbrdmtc Frauend. 3, 12. titrrvhtU Wölk. XI.V, 6. ntknüthanl («eheues Wild) Megenb. 133, 4. Itckntpiz Berth. 85, 25. rimrgazzt (Schwert) Neith. 49, 20. gib. acht |lexter Laib des Gebttckcs| Sellin. 2, 13. Besonders wurden tliese accusativen Composita in der Na-mengebung beliebt: bei Ncitliart Wezerant 74, 22 und in einem unechten Liede XXXIX, 3 HebenstrU. Bei Helbling finden wir: Brichen/rid, Ltmberslint, Müsrhenkelch, Rütelsehrin, SlinUzten-, bei Wolkenstein Tritenprei LXVIL 3,8. in den Fastnachtspielen Hebenstreit 196. Leckenprei 306. Schlickenprein 403. Tragdeii-knaben 861. Fleuchdenzol 372. Schürzenesel 446. Scklickenmost, -wurst 214. Scheuhenpßueg 445; bei Ayrer Nagenran/t 2262, 32. § 236.237. 240 Htrewgütlein 2240, 19. Ebenso heilst ein Wert der Rüeremagel 1340 Klosterneub. Uk. 289, ein Weingarten Lerenpauch 1410 Schottenst n. 417. Nicht accusativo imperative Composita sind u. a. der llab-nicht Schm. 2,136. Raumauf Schm. 3, 84. Klaubauf (steirisch). Stichauf Sellin. 3, 607. Schabab 3, 305. Alis imperativisclieu Sätzen zusammengefügt sind die Namen: Aehtderiil Ilelbl. 18, 160. lUnzgrap. Slantliiderfle»chen 154. getritoinniht 15,512. glouhmirmmer 1851 Ilo'ienfurt. Uk. u. 98. 1Vi»chtuir»g»ef» Faatn. 845. Leckuueker-bt» 540. lau»an»lonh 386. kixmmdiearakapp 837. »chmutzindiegelten 514. Ueber derartige noch heute im bair. österreichischen Gebiet übliche Namen vgl. meine Bemerkungen in Frommanns Zeitschr. IV, 199. Vcrwant sind die präpositionalen Verbindungen: durliden-ewelh Helbl. 13, 167. endänriu 13, 160. Uneigeutlichc Zusammensetzungen siud auch die Composita aus zwei Präpositionen oder aus Adverb und Partikel: der Obenauf Schm. 1,12. Form Tücher Raub. 35. 46 (Vorauazalung). Garant (Nürnberger Abcndglocke) Ktililtckr. 2, 11. die Langau» (Kegelban) Schm. 2, 480. der Aufüber (oberes Stockwerk) Schm. 1, 82. der Hin und her (Ileruinzieher) 2, 201. der Auf u»d nieder (Begleiter) 1, 31. der Ober und über (durcheinander) 1, 15. 3. Zur Stammbildung. A. Das Geschlecht der Substantivs. § 239. Ueber das gemeindeutsche hat J. Grimm Gr. III. 311-563 gehandelt. Iiier verzeichnen wir nur die Abweichungen des bairischen vom gemeindeutschen Gebrauch. Als inasculina kommen im bairischen vor: a) die gewönlich weiblichen almer Lexer 5. — atrhe, bei österr. Dichtern des 12-14. Jalirh. nnd noch fortdauernd Sellin. 1, 122. Lexer 10. IIöferl32. Schöpf 20. — bank King 18. h. — pari bair. Landfr. r. 1281 o. 60. — bibel Sellin. $881__bluem Graswucba Sellin. 1, 236. -buller Wölkst LXIII. 2, 10. Schm. 1, 225. Höfer 182. — fane, in der alten Sprache allgemein in., im bair. noch jetzt Sclim. 1, 532. Höfer 182. Lexer 89. Schöpf 118. — form llerberst 161. Sclunelfsl Lobspr. 1258. Schm. 1, 568. — gämb» Max Jagdb. 20. Schm. 2, 49. — glotz Neith. 39, 18. — gnn»t Wolkenst CXV. 2, 10. 18. Oberbair. Arch. XXV, 45. Schm. 2, 57. — jagd, im Unterinnthal Schöpf 290. Luterotti 48. — cbol (carbo) g. Koni. 81 ti. früher überhaupt. — krette llöfer 182. — ekrezze Exod. 88, 8. Sclim. 2, 399. — lall früher allgemein, bairisch fortdauernd: Oberbair. Arch. XXV, 338. Sellin. 2, 506. — laun Schm. 2, 470. — lin» ebd. 485. — Int, noch jezt Schm. 2, 509. — luft, in der Bedeutung bewegte Luft noch heute. — Inten Sclim. § 881. — hui, mit den Zus.setz. gelu»t, nnlu»t, molluit, noch jezt, Schm. 2, 5U9. f. Höfer 182. Lexer 182. — gemach, noch jezt Schm. 2, 542. Ungemach g. Kon. 19. — malte Ps. 7, 5 u. ö. mull Schm 2, 572. — mime, anfnam. autnam Muh neinen, die Aufu.) Sclim. 2, 692. f. — niere Megenb. 84, 19. f. — ver-gnüege,■ Schm. 2, 687. — Vernunft, neben f., Schm. 2, 695. — räche ebd. 8, 10. — keiroi. noch jetai Schm. 2. 130. — rote ebd. 8, 178. — rüt Schm. 8, 166. 241 § 268. 269. obentrtt, morgenrät früher allgemein. — scheuch H. Sachs, scheuche» Schm. 8, 839. Schöpf 605. — schneck Schm. 3, 483. — schnepf ebd. 493. Schöpf 640. — schölle, noch jezt Schm. 8, 849. — schruu/en Caatelli Wb. 18. — schmal be, auch in. Schm. 3, 585. — situ, fortdauernd: Ayrer 327, 15. Schm. 8, 292. Schöpf 676. _ sli Gundach. 8494. — spital Schm. 8, 581. — spitz ebd. 588. — stauch Schm. 3, 606. — strigel ebd. 684. — tauf, in der Bodeutung Taufaakrament noch m.: Schm. 1,431. Schöpf 788. — teun Schm. 1, 446. llöfer 132. — traupea dauert als m. fort, Schm. 1, 498; kämt wird der Traupe (Menge) von die Traupe (Weinbere) unterschieden, Lexer 67. — wade, noch jezt Schm. 4, 28. Lexer 249. — gemalt fortdauernd Schm. 4, 72. — Wappen g. Rom. 149. — mittwoch Stromer 46, 17. Schm. 4, 11. — wunder (Neugier) ebd. 4, 114. — zälier Schm. 4, 239 nach alter Art. — zeh, sehen Schm. 4, 239. Lexer 268. Schöpf 826. — stfer Sellin. 4, 228__zwifel Schm. 4, 802. Lexer 268. Schöpf 884. — Anzumerken ist auch öateireich. der Parschon (Person) Höfer 57. b) die gemeindeutschen neutra: bli Kaiaerkr. 64, 81. Tundal. 56, 46. — etile, in eiten bair. Denkmalen gern als masc., noch g. Rom. 157, heute der Tuck-end Schm. § 881. — ßofs Schm. 1, 592. — gater Mai 41, 8. ileluibr. 648. Helbl. 1, 698. Schm. 2, 80. Schöpf 178. Lexer 110. — gift Schm. 2, 18. — geheiz, noch in. Schm. 2, 246. — gejaid als m. MB. XXXTI. 2, 53. — kint wird bei Beziehung auf Knaben in alter Zeit zuweilen als m. gebraucht, z. B. Milst. 90, 86. 100, 16. Kaiskr. 403, 18. 404, 26. 439, 18, ebunso wie harn, z.B. Vor. 19, 18. Milst. 71, 20. — kttaul, oberpttlz. Schm. § 881. — leder ebd. — Hut, in alter Zeit zuweilen iu., so durchgehend* in Windb. Ps., ferner Milat 36, 11. 86, 4. 98, 16. 108, 21. Entekr. 183, 4. — lop Vor. 62, 1. Mai 128, 1. — Ii* Pa. 124, 8. — polster Caatelli Wb. 18. — schrit Schm. 8, 620. — segel Wolkenst. V. 6, 14. § 240. Als feminina kommen im bairischen vor a) die gemeindeutschen masculina: acher (Ahorn), gleich den andern ßaumnamen kärntisch wciblich. — beding bottick Schin. 1, 224. Caatelli Wb. 18. — düng Caatelli Wb. 18. — gurt Schm. 1, 71. — Hörtel Wolkenst. LII. 8, 1. Archiv XXV, 68. Schm. 1, 71. — fiurhake Mer. St. 11. — husten Schm. 2, 254. Caatelli Wb. 18. — atlerlafs Caatelli 18. — ge-loube Vor. 12, 10. 16, 23. — mäne Haupt 8, 158. — nbermuot Milst. 1, 17. 10, 20. 82, 14. Bened. Pr. 178. Genes. 29, 20. Biter. 10584. — sarg Schm. 3, 282. — scheitet ebd. 8, 414. — schAz Genes. 86, 2. g. Korn. 42. II. Sachs. Schm. 8, 411. — urtel Herberat. 259. — viektrieb Archiv XVII, 54. — fllr gemalt sei des in manchen alten Schriften neben dem maac. erscheinende f. angemerkt: Pa. 48, 18. Vor. 822, 7. Genes. 47, 88. Bened. Pr. 86. — Uttel Schm. 4, 291 in älteren bairischen Schriften. • b) die gemeindeutschen neutra: afs Schm. 1, 116. — biet Klosterneub. Uk. n. 111. Bernhard. Stift. 189. Sa-chenw. 12, 40. NUrnb. Kr. II. 73. Tucher Baub. — gyaid Max Jagdb. 20. — leis, teilt (Gleie) Schm. 2, 508. — mäz Trient. St 85. Schm. 2, 623. — Schwei» Höfer 182. — gespunst Castelli 18. — urteil im bair. lange als f. erhalten Schm. 1, 441. — Die fremden Logis, Magazin, Militär, Revier Sellin. § 881. Wcinhold Weihnacht-spiele S. 202. Anin. 3. § 241. Als neutra finden sich im bairischen a) die gemeindeutschen masculina: eifer Höfer 183. — eiter Schm. 1, 127. — umbehanc Vor. 172, 8. — harn Tegerns. Arzn. 1. b. — hefen, Hafen Topf, im bair. Wald Schm. 2, 155. — hat Haupt 8, 111. Krone 10648. — Adnie Schm. 2, 202. Castelli 18. Schöpf 274. — kämpf Vor. 262, 17. Litan. 216, 13. — kät Schm. 2, 843. Lexer 165. .Schöpf 338. — 16» Vor. 88, 14. Warn. 472. Schm. 2, 474. — «Wo«? Milst 68, 12. 91, 88. 166, 7. Genes. 40, 88. — mensch in allgemeiner Bedeutung Schm. 2, 601. Schöpf Wiuuoiu, Bair. (iraaua. 16 § 236.237. 242 483. - monat, mannt Schlager 184G, 142. Sclim. 2, 684. Schöpf 418 Lexer 101 - «m fa.ältere,Zeit, Schm. 2, 616. _ n.mt Vor. 76, 7. 276, 18. 828, 21. Kaiskr' 33«i bI1^,""' mac- - no„rh Schm. 1, 112. _ ,al Vor. Oed. 3 270 cZii lV f'Z™' "ehr Muß* nofh d"> Schm. i 18, 7';l1Mb\ny2*- - nooh heute Sdm. 8, 674. äf-äss. ;fi-..*är?ru - -—«- b) die gemeindeutschen femininst: eck Schin. 1, 25. Schöpf 101. Castelli 18. — fernen Mil.t I" 87 r ■ . m wl^alt8" T "V " .ÄrH-SachÄf-^-sTh^ 193 wie altes Mmtt». - kal Schi«. 2, 290. - tiefer (Muudk.) Caatelli 18 _ mh Megeuh. 27, 84. 83 27. 81, 9. Schm. 2, 574. - ,par in UteTz.it, heuTe H VZ 'Z n,i,Cn GV°r •Slhm' 8' 67ß- ~ «""/Schm. 4, 115. - , Mm 12. IT. Jh. nicht selten, jeat nur fem. B. Die Verkleinerung der .Substantivs. § 242. Ueber die gemeindeutschen Verkleiuerungsmittel vgl. Grimm Gr. 8, 664-705, und dazu alem. Gr. §§ 269-273 Die Verkleinerung durch Antritt eines t an den Stamm linde ich bairisch nur durch fingiri gl. Möns. 332 belegt; allein m den Personennamen kommt diese Deminution sehr häufle zur Anwendung, z. Ii.: ° Ali Petr. 91, 8. Atli Meichelb. I. u. 18. Pinn, u 90 //»,,; ., a«;>• tr „ Imü, UW, l'eppi, Itcui Smi Stasi /„., ar. J ' ,reil,L U,'< "<"""• die Verwesung dievn mZ^^Z *tZ 1*T"1,en,"lme" h«'m> » 6«nUg. Moiri, MuH:;/. Malli, Unna, Patin Rammi Ä«* Z' z. A"""' L"m' Mm,i- «M-ft Thany, ' "■ 8ehall»> Sehnrbi,apari, Lateinisch werden jene Personennamen in / im Genit. in T', 1 n\T wah™°l>einlich gieng auch die den sehe Deklination m den obliquen Fällen in en, das dann auch den Nom. und Ace. ergriff. Einen Beleg aus den gewöu- hehen Substantiven giebt das bair. sehr häufige Wort Zgetin, da , ht mehr aus bairischen Quellen mit den, Nom. niagotl, sondern nur mit magettn nachzuweisen ist 243 § 242.343. Philipptn (: hnlztn Otack. c. 708. ; st» c. 707). Liebtin. Otttin 1290 Altenburg. n. 50. llougtin 1296 n. 78. K,triebt 1860. 1894 Schottenst. u. 288. MB. XXXV. 2, 179. Gilgtin 1360 Schottenst. n. 268. Jorigcm 1878 Klosterneub. ük u. 464. Petrein 1418 Schtftteust. n. 428. Der Genitiv geht in -eins, z. B. Ilougeim a. a. O. § 243. Am stärksten ist im Dialect die Verkleinerung durch -l ausgebildet. Diefs l tritt mittels der Vocale a, i, u an den Stamm, wie die hypokoristischen Eigennamen noch zeigen, uud nimmt bei diesen die schwachen Endungen in an, dn ebenso wie in i (in?) an, z. B.: Adula Petr. 6, 26. Azala 63, 16. Pczala 4, 7. Izala 4, 28. IVitala 4, 22. Aottilo Petr. 83, 5. Caozilo 88,36. Edilo Meichelb. I. n. 31. FrivntUo Petr. 110,89. Iltimilo. J/ulzilo Meiclielb. n. 14. Iliniln Petr. 84, 60. Altkilo Meichelb. n. 55. Sfimilo Petr. 88, 46. Onilo Meichelb. n. 31. Rmdilo Petr. 84, 17. Sarkilo 57, 1. Tassilo (6. Jahrh.). Tutilo Meichelb. n. J0. Wigilo Petr. 84, 8. _ Cundila Petr. 101, 8. Enzila 5, 14. Gitila 4, 15. Uitila 4,3. Nordila 34, 12. K,izila 4, 15. Waltila 101, 4. — Azili Petr. 1, 47. Ptzili 3, 86. Pilpili 88, 28. Eckiii Kmmer. Schenk, n. 8. Ckazili Petr. 3, 47. Gunzili 188, 18. Mazili 120, 84. Ratiii 1, 86. Rizili 138, 17. Watiii 1, 87. Sarulo Meichelb. I. n. 29. Tmnula Petr. 95, 80__Alula Petr. 40, 16. Mus- ula 96, 83. — Huguli Kmmer. Schenk, n. 12. Situli Meichelb. n. 12. Wir haben §§210-212 die Stammbildung durch die Suffixe alr, il-, td- behandelt. Dcminuircnde Bedeutung zeigt sich hier nur in den Ncutris in ilja (Ui). Dals wir die Form also ansetzen müssen und demnach Ui, nicht ili, im Nom. Sg. haben, beweisen die N. Acc. PI. z. B. n. ehindUi Denkm. LTV, 15. — acc. gruobili gl. Teg. 217. hwohili Möns. 329. houpitUi. pohtarli gl. Möns. 328. mdnili gl. Teg. 187. soeheli gl. Flor. 153. mobUi gl. Möns. 323. Ganz unrichtig ist hier * geschrieben worden. Die volle Form wäre -liu, wofür wir frwchleu Megenb. 82, 19, chindleu 16,19 anfüren können, ohne jedoch zu verschweigen dals die Hs. A. von Megenberg vieles nicht bairische hat, und der Schreiherhicr ein alemannisches -liu (alein. Gr. § 270) ohne bedenken in bairischen Laut übertragen haben kann. Jene Uo, Ua, ili mufsten bei der vorrückenden Lautschwächung der Suffixe allgemein zu ele, el werden. Deminution iu männlichem und weiblichem Geschlecht schwand. Zwar hört man noch heute nicht blofs der liarfl, Poldl, Görgl, die Burgl, Wawl, Aliezl, Real, sondern auch der Schmiedl, Zirrrgl, die Bad, Gottl (Schm. § 884). Allein hier kann auch eine ltcaction des sinnlichen Geschlechts gegen das grammatische vorliegen. Sicher verbürgt ist aus den mittleren Jahrhunderten nur das neutrum. 16* § 243. 244 Die Verkleinerungen in neutralem -el sind seit 12. Jahrh. häufig, vgl. halmel Vor. 305, 2. chindel 353, 15. bvchel Wernh. 183,21. Idmbell57,26. ärmel Rügen 1652. händel 1649. röfsel 1488. flänsel. gränsel Parz. 113, 8. büechel Frauend. 142, 5. kindel 3, 5. röckel 160,26. griuzel Ilelbl. 15, 348. sünel 1,133. Bei Megenberg, Wolkenstein, in den Urkunden des 14.15. Jahrh. und sonst begegnen reichlich Belege. Bei der gänzlichen Tonlosigkeit dieses el selbst nach langem Stamm, wird das e früh syncopiert: Glum/. Noarl Eminer. Schenk. 1177/1801 n. 222. 252. jerl (JerheT) Helbl. 1, 1016. freul (:*eul) Wolkenst. LXIV. 1, 12. Maridl. Gridl XXXIX. 2, 1. airl Megenb. 294, 84. aederl 400, 11. peindl (Beinchen) 294, 8. erl (ein kleiner Er, Männchen) 195, 8. hihidl 193, 26. J»«mJ 138, 6. Herl 128, 82. Es wird heute allgemein im bair. Österreich. Sprachgebiet nur l statt gemeindeutschem el geschrieben. Li der Aussprache unterscheidet Schmeller § 886 zwischen Füefsl, Katzl, Mannt und dem „kleinem, liebem" Füe/sel, Katze/, Mandel. Beim Anschluls an Stämme in -er wird früh nur l geschrieben : fingert gem. Leb. 62. Par/.. G. 27,10. Frauend. 116, 10. 228, 6. Garel III. 118; •0 auch Kndert (aus Ender Andreas) 1377 Notizbl. 9, 201. In heutigem Dialect u. a. Ackert, Brüederl, Vaterl, Fingerl, Hascherl, Waaserl. Aus diesem l an Stämmen in er entstund jedenfalls die nicht unbeliebte Dcmiuutionsforin erl: beischerl (,:/erl) Helbl. 1, 1014. timperl Avent. LXIV. Heute u. a. Bueberl, Weiberl, Gluaerl, Veigerl, Wurzerl; Gschaf-terl, Gschmacherl\ auch an Personennamen z. B. Miezerl, Lipperl, Pepperl, Regerl, Sofferl. Mit Vocalisirung des r wird daraus al, das in den Mundarten unsere Gebiets sich stark äufsert, z. B. Buebal, Diendal, Vegal, Schallal (Schälchen), Sehnebai-, au Namen u. a. Miedal, Soffal. Die Verkleinerung durch 4, -erl ist für den heutigen bai-risch-österreichischen Dialect ebenso karacteristisch, als für den alemannischen die durch -Ii, fiir den schwäbischen und elsässi-schcn die durch -le (alem. Gr. § 270). Den Plural bilden diese Verkleinerungen heute in -ein: Dierndeln, Mädeln, oder auch Weamlan, Miarlan, llerzlan*). *) An Ilm und Par, also in einem schwäbisch-bairischen Grenzstrich, bilden die Deminutive in -l den Plur. in le (d. 1. len): dat Weiht, die IVeilde: dat Biähl, die Biäble Bavar. I. 858. 245 § 268. 269. Die Unterinnthaler und Zillerthaler Mundart zieht den Plural in er vor: Deanlar, Kindlar, Madlar, Schiachlar, wobei das r im Zillerthal seinen gutturalen Beiklang § 164 erhält: Deanlarch, Zöpßarch. Schm. § 802. Luterotti 32. 35. ff. 90. 102. § 244. Zu der Verkleinerung durch Ii verhält sich die Verkleinerung durch lin ebenso wie in zu i § 242. Es scheint erst aus Ii hervorgegangen und tritt gradezu an dessen Stelle. Den Dichtern empfahl es sich für den Reim; dadurch ist zugleich die Länge des i verbürgt, später auch durch den Ueber-gang in lein. Jenes alte Ii nam zunächst im gen. dat. die neue Bildung an, vgl. d. sg gademline Ps. 35, 5. hüseline 101, 7. — g. pl. giprentilino gl. Teg. 187. rw. leKinchlino gl. Möns. 339. chindline Denkm. LXXXLI, 29. — d. pl. pettilinun. scellilinun gl. Möns. 339. 385. nessinchlinon Denkl. IV. 5. B. 1. gadunlinen Ps. 103, 23. Das -lin gieng allerdings seit 13. 14. Jahrh. im allgemeinen zu lein über, doch blieb auch noch ein gekürztes lin in Brauch: huttlin 1SS0 Notizbl. 8, 291. Janelm. kindlin, teasserlin, boi Aventin Schm. § 888; gllcklm Weitenfeld. 274. Daraus entstund durch Schwächung len: bereit« Vor. 41, 21 lembelen — spUter änlen. peilten, pühlerlen. mäntlen 1479 Oberbair. Arch. 25, 59. gnetlen 1494 ebd. 199. fendlen. käuten 1625 Archiv 17, 188. Aus diesem len wurden le und lax minie, frömele Mer. St. 18. spunnevärle 5. ckäeerle 7. angerle M. Ilabsb. 1.2,141. pächle Ilcrbernt. 269. ckämerl« 187. rölckkle 77. mUnickle 271. schifte 189. Ställe. 95 u. o. (längte, mangle Weitenfeld. 181. f. kann von dem Augaburger Drucker herrllrcn). Im heutigen bair. öaterr. Dialect kommt le in KHrnten bei den Stammen in er vor: Valerie, Vetterte, Federle, Fingerle-, in Tirol zeigt aich zn-weilen Ia: Weilala Luterotti 112; in der Oberpfalz ilt la gewönlich: Ayrer 2929, 5. 24 Uta, ein wengla; bei UrUbel das Urania, Bratla, Dreckla, Kindta, KiieUa, Nägala, P/ändla, Seklängla. § 245. Eine besondere Stelle nemen die nicht zalreichen Doppelformen in -ichIi, nasalirt inchli ein; kdnckti gl. Casa. 86. hünicklin gl. Flor. 154. tniklein Fsp. 688, 26. — eini-sincli gl. Cass. 84. neuinekili Denkm. IV. 5. B, 1. eninckit Pa. 105, 80. tninekel 1806 Altenburg. n. 101. eninkel Stricker 8, 28. Hier ist das gutturale und linguale Suffix zur Deminution verbunden, wie dieselben, nur in umgekehrter Stellung, als lahi .(lach lech lieh) ebenfalls zur Verkleinerung auftreten. Im Sg. kommt diese Form nicht häufig vor: Jticheleck Berth. 484, 8. ealkeleck (gen. -s) 84, 25. zonberleck (dat. -Itke) 264, 29. gtltiich IL Sachs. § 236.237. 246 fm PI. — n. äcterlach Oberbair. Arch. 36, 68. ßtchtlech Berth. 480, 5. -r-gen. äcterlach Oberbair. Arch. a. a. 0. — dat. diernlech, Isnehteleh Berth. 88, 34. gewendelech 118, 18. mit löbelahen, tiechtlehen 173, 4. — acc. äcterlach 1481 Oberbair. Arch. 26, 78. 142. tcheibloch Kilrnb. Pol. 176 (1467). dinglich Fastn. 158, 25. H. Sachs. Schindler § 802 fuhrt aus der Gegend zwischen Lech und Ammersee, also aus einem Grenzstrich, der viel schwäbisches hat, dieses deminutive lach im Plural auf: Madlach, Kittlach; eben von dort das collective ach (ech): Buebech, Dier-nech, Wegkech. Obschon der Dialect -ch nicht als Verkleinerungsmittel ausgebildet hat, so verrät er die Anlage dazu doch in alticho (prcsbytcr) gl. Tegerns. 200. anicho (zu schliefsen aus anick oder urendel Trient. St. 90) und andern § 216 verzeichneten Bildungen mit -ch. Auch hypokoristische Eigennamen in -ich sind dort verzeichnet. Eine Fortsetzung davon mit Verhärtung des ch in k geben die ncithartschen Namen Watke (m.) 63,26. Heilte (f.) 37, 38. Die verkleinernde Kraft des z äufsert sich nur an den hyperkoristischen Eigennamen, die sich in ältester Zeit sehr häufig finden, z. B. Ato Petr. 2, 8. Ezzo 1,16. G'ezo 1,61. Ilezit 1,11. Heizt, 3, 84. 7/nozn 2, 17. Jzo 150, 7. Linzo 3, 33. Naza 1, 36. Wezo 2, 18. Pento Emmer. Schenk, n. 44. Satt n. 74. igrizzo Petr. 17, 28. — Aza Petr. 5, 11. ßieta 4,47. Enztt 5, 17. Ezn 157, 6. (leta 4, 42. Genza 157. 14. (liza 4, 43. Heiza 157, 17. Lima 4,38. l.tmza 4, 11. Itaza 4, 45. Riza 4, 87. Waza 4,45. Weza 167, 14. Piliza 5, 80. Engiza 167, 28. Chuniza 4, 27. Jmiza 4, 9. Mtriza 4, 50. — Vitzi Petr. 2, 29. Enzi 2, 89. Gunzi 8, 33. Huzi Einmer. Schenk, n. 34. Chuonzi n. 42. Liuzi Petr. 58, 58. Lenti 1, 47. Mezzi Meichelb. n. 13. Pezzi n. 486. Ott Petr. 1, 6. Rhu 138, 26. Rnozi 2, 33. Truati 123, 16. Zizi Meiclielb. I. n. 198. — Am azji Einmer. Schenk, ii. 102. Tagati n. 18. Ebeti n. 85. Egezi Notizbl. 6, 47. Die starke Fortdauer bezeugen die Namen bei Neithart: Masc. Arne 35, 23. Batze 54, 37. Buoze 55, ß. Gätze (Gätze-man 96, 20) Goze 98, 20. Lanze 35, 23. Ijutze 66, 37. Merze 7, 17. Kunze 54, 9. Tuoze 42, 8. üoze 54, 14. — Fem. Matze 103, 19. Hierzu aus unechten Liedern die weiblichen Hetze, Metze LIV, 19. Kunze XXV, 12. Heute sind noch geläufig Heinz, Hinz, Kuenz Schm. 2, 220. 314. C. Steigerung der Adjcctiva. § 246. Die Steigerung des Adjectiva geschieht nach allgemein germanischer Weise am gewönlichsten durch das Suffix i* oder du, wclches auf dieselbe Grundform jane zurückgellt. Im 247 § 246. Comparativ schliefst sioli an das «r oder or (»• aus s) die sogen, schwache Flexion, im Superlativ tritt noch das Suffix ta hinzu: Comp, altiro, -«, -a liuporo, -a, -a Superl. altisto, -a, -a liupösto, -a, -a. Ein Grund weshalb die einen Adjectiva ir, die andern or vorziehen, ist noch nicht entdeckt. Manche brauchen beide Formen; die zusanunengcsezten begünstigen im allgemeinen das schwerere or. Der bairische Dialect zeigt übrigens weit weniger Neigung fllr or als der alemannische (alem. Gr. §§ 282. 284), auch erlischt in ihm diese Form weit früher. Aus dem 13. Jahrh. weifs ich nur deu Compar. grozzoreu Dietr. Fl. W. 2818 (grözozer R.) und den Superlat. fordrost: tränt Biter. 6075.11113. Auf ein späteres wenigueten 1532 Notizbl. 8, 370 lege ich nicht viel Gewicht, weun auch früher uü = öst sich zeigt: Liubusta 1006-28 Emmer. Schenk, n. 23 (Liuposta Kozroh 159). Das bairische zog ir, ht vor und behielt in dem geschätzteren Superlativ das i sehr lange bei. Vgl. die Reime hoesitt: litt Tcichnor 233, 58. — hoehitt: gepritt Otack. c. 723. — liebiit: fritt c. 708. _ mimitt: fritt Otack. c. 759. 773. : litt Bitcr. 8454. — fordritten : rtr-mitten Otack. c. 154. tmruten : Christen c. 412. Noch in den späteren Jahrhunderten wird dieses -tut häufig geschrieben, so in den Acten und Briefen aus Maximilians I. Zeit, z. B. bei Chmel Maxim. 310.f. 328.; in den g. Rom.; bei Herberstein; vgl. ferner u. a. einst, durc/deuc/itigisfer. mechtigister. genedigister 1604 Notizbl. 4,121. mitglichist. gehorsamist Notizbl. 7, 184. gnedigisten. gehorsambisten. ziraintzigisten 1650 Schlager1 1839,31.3. genedigister. liebwertste 1722.1728 Archiv 25,362.f. Noch heute ist ist die dialectliche Superlativform, Schindler §S 893-95. Die Uinhiutwirkung des Comparationssuffixes bat sich merkwürdig festgesezt. Zu dem ploezer, rauher Megenb. 30,16. 10,30 stimmen heutige f'roeher, rauher, schläuher, fördertet, öberist, Schm. § 895. Bei Adjectiven mit auslautendem z im Stamme tritt im Superlativ die regelrechte Verkürzung ein: beste, teste, groeste. Auslautendes h schwindet oft: na-r (:w51, 11. znhiu ebd. g. zeheu g. zehü g. so Ruf zum linksgchn des Zugviehs Schm. 4, 215; ti rechts ebd. 419. zu zu Lockruf der Sch weine. ztl hufv Ilctzruf Wolkensteiu X 1,3. § 262. Uneigcntliche Interjcctionen, d. i. im Ausruf gebrauchte nominale oder verbale Formeln. gotweiz Milst. 51,23. Karaj. 111,7.— weizgot Milst.12,11. 89,12. 136,8. Neith. 43,38. Raben. 388,1. — wizze Krist Neith. 40, 39. Krone 13063. Helmbr. 635. lüwes Vor. 238, 20. ah les Phys. 2, 36. mein! Schm. 2, 591 elliptischer Ruf der Verwunderung. Elliptische betheuemde Formeln sind sam mir got, Beiname des bairischen Herzogs Heinrich X. sammirgot der guote Helmbr. 798. sam mir diu heilige zit Ilelbl. 8, 892. sem mir daz hfire Sonnenlicht Milst. 143, 14. sam mir min Up Ilelbl. 1, 928. sam mir guot unde Up 1, 1125. sem mir disiu zeswiu hant Karl 4110. sam mir der Up min Amcis 1965. sammir llili/emdres Up Neith. S. 217. sam mir Durinkhart ebd. S. 180__so dir diu Up Strickcr 5, 132. selftir (so helfe dir) din Up Genes. 30, 19. sä sich da! dal heute gradezu: nimm hin! — Neith. 10,1. Berth. 75, 17. 422, 8. Fstn. o. Sachs o.; im plur. flcctirt set Parz. 270, 1. Fastn. Nachl. 254, 29. 257,30. Heute sets; überhaupt mit Anlenung des Personalpronomens: sede, »er, ses, sfts oder setter, sens Sehin. 3, 180. Lexer 229. Schöpf 663. Vgl. hierzu sehenu Ps. 131, 6. Haupt 8, 139. u. ö. wd nn clliptischc Frage, fragender Ausruf u. a. Neith. 99, 29. wd nu ritter wd wd wd Krone 18353. Vgl. Grimm Gr. 3, 302. wd/en, wd/end Wehcruf; u. a. Raben 375, 1. wS vgl. oice. Weixuold, Bair. Oranna. §262. 274 wela nu, age nunc fg. th. 53, 3. wole wole, cugc Ps. 34, 36. tool Karaj. 47,1. Verbindung mit her, hin, dar, dan Schm. 4, 59. wänc (aus wenac) nu wenc Genes. 54, 2. hoy weng 51, 31. ach tcenc Parz. 104, 21. ja wench Joseph 514. werigot Milst. 55, 23. 89, 10. Genes. 62, 20. tceregot Joseph 410. 563. wergot Ps. 40, 9. Milst. 38,19. 51,10. Kaiskr. 3717. 4604. Tundal. 54, 39. Urstende 122, 84. Jüdel 133, 35. Neith. 37, 8. wie auffordernd gebraucht, auch mit angehängtem Pronomen der bezüglichen Person: wie du! wiets! wies! wiens Schm. 4, 4. zeter Wiener Merf. 446. Otack. c. 743. zetter Wolkenst. LXX VI. 1, 11. Drittes B u c Ii. Die Wortbildung in Conjugation und Deklination. § 263. Der Stamm ist eine feste Lautbildung mit Begriff, allein zur Auwendung im Satz ist er noch ungeeignet. Zum Wort wird er erst durch Antritt der Personen uud Casusendungen; erst Conjugation und Declination machen den Satz möglich. — Die Endungen welche sich dem Stamme anschlicfsen, sind pronominale Formen. Declination und Conjugation ergeben sich demnach .als Vorgänge der Zusammensetzung, durch wclchc die mannichfachcn Beziehungen eines Satzes zum Ausdruck kommen. Vgl. im allgemeinen Schleicher Compendiuin § 242. ff". 268. ff. Erster Abschnitt.. Sie Conjugation. § 2(54. Das bairischc Zeitwort hat selbständige Formen liir ein Genus: das Activum; für zwei Zeiten: das Präsens uud das Perfectum; ftir drei Modi: den Imlicativ, den Optativ (Con-junetiv) und den Imperativ; ffir drei Personen in zwei Zahlen. Von dem Dual sind nur schwache und zweifelhafte Beste iu der 2. nachzuweisen. Das Perfect ist übrigens im Dialect seit lange im schwinden, indem der Iudieativ durch Umschreibung gegeben wird: t han gschlaffn, i hin gxtantln, i han yxchlujjfn ghapt, i hin gstaiulii gwem. Für den Conjunctiv ist allgemein die apocopierte schwache Forin in Brauch gekommen: » nemet, gebet, schlaget, u. s. w. (§ 323). Infinitiv und die Participien sind nominale Bildungen. — Das Zeitwort theilt sich in zwei Hauptklassen: die starken Verba welche ihre Tempusstämme durch Ablaut oder durch licdupli-cation gestalten, und die schwachen, welche unter durchgehender Anf&gung eines Suffixes au den Stamm, ihr Perfect durch Zusammensetzung mit dem Perfect von thuu herstellen. 18* 276 I. Die starke Conjugation. A. Die TempnHstämmo. 1. Die ablautenden Klassen. Der Tempusstamm entsteht aus der Wurzel durch Ablaut. Wurzelvocal ist entweder a oder i oder u. § 265. Die ^-Klasse. Die Ablautreihc ist i im Präsens (nebst Infin. und den Par-ticipien), a im Prt. Sg., d im Prt. PI. und Prt. Conj. Durch Einwirkungen verschiedener Auslautkonsonnntcn erfolgen Störungen. Ganz rein ist die Ablautreihe nur a) vor muta (aufser k, ch, f) und spirans (Grimm X oder II.) 1) Prs. (nebst Inf., Ptc. Prs. Prt.) i: gibu (PL gebarn geben, Conj. gebe, Inf. geban, Ptc. Prs. gebanti, Ptc. Prt. geban) 2) Prt. Sg. a: gap 3) Prt. PI. Pt. Cj. dt PL gdbum, Cj. gdbi geebe. Das t des Präsensstamms muls sich vor a der Endung zu e brechen; diefs geschieht in allen Formen, aufser im Sg. Präs. Ind. Nur die drei Zw. bitten sitzen ligen leisten durch ein ihrem Stamm ursprünglich sulfigirtes j Widerstand. — In 1. Sg. Prs. Ind. widersteht das bairische bis heute der gemeindeutschen Brechung*): ich gib, sich, lies, iss. Nur an der Pegnitz hat sich mit Ausname von gib, sich, auch liier die Brechung eingedrängt, und sogar den Imperativ ergriffen: les, frefs, vergej's. Schm. § 932. Frommann zu Grübel 3, 235. f. Bei pflegen, wegen, weben leistet die Mundart gegen das falsche o im Prtc. Prt., welches das gemciudeutsche sich erlaubt hat, Widerstand: gepflegen Wolkenst. XI. 3, 20; aus 16. Jahrh. Schm. 1, 328 und noch heute pflegen neben pflogen Scbm. § 949. gewegen hat erst in neuerer Zeit die Nebenform gewogen im Dialcct erhalten, Schm. 4, 42. — Ebenso bei weben Schm. 4, 6. *) Neigung zur Brechung zeigt zuweilen in üstorr. Urkunden die 1. pr«. von vrrjehe*: ick rerieke Klosterneub. n. 9S. 1307. f. 1361. verieh. teritch Hohenfurt. Uk. n. 125. 128. IU. 277 § 268. 269. § 266. b) vor liquida oder vor / k ch at ht (Grimm XL oder II.) dieselbe Vocalreihe, nur im Ptc. Prt. o (u): 1) nium (inemam. nemo, neman. nemanti) 2) nam 3) ndmiiH. ndmi meine 4) noman. Ueber die Brechung im Prs. gilt das unter a) bemerkte. Im Ptc. Prt. bleibt das alte u vor m gern ungebrochen, namentlich findet sich numen, vgl. unvernumen: gefrumen Parz. 453,19. benumben: widerumben Ayrer 807, 11. Durch Einflufs der dritten Abtlieilung dringt das w im 16. Jahrh. auch in den PI. Prt. z. B. numen: brummen Sachs Gespr. zw. Waldbrudcr u. Engel, ja selbst in den Sg. z. B. num : evangelium Sachs Plag. Evaug. : mmmarutn Thcologia : herzogt/mm Komiida. ntimb : schir umb neben kam : ach warn Sachs Leander. Anch sonst bricht die Störung der reinen Vcrhfdtnissc herein: roch Aventin LIV. rw. truß Stclzhainmcr 267. Einen Gegensatz bildet das Ptc. Pt. kernen vgl. Klosterneub. Lied. IV. ehernen Enikel 282. Ludw. f. 8. chömen Gräzer Hymnen ; noch heute ist kernen gcwönlicher als kumen. Im Inf. über-wigt kernen Aber kumen, welches sein « aus Verschmelzung von we hat. Schm. § 949. 2, 296 Lexer 164. Im Prs. » kimm, ma kemm. § 267. c) vor doppelter oder verbundener liquida (Grimm XII, 1). Das d im PI. Pt. Ind. und im Conj. Pt. ist durch u verdrängt. 1) wir/u (werfam u. s. w.) 2) warf 3) wurfun, wurfi würfe 4) worfan. Die Brechung des t im Prs. und des u im Ptc. Pt. wird durch m und n gehindert: aicimmen geawummen; binden gebunden. Störungen im Prt. geschehen in älterer Zeit mehrfach: Das m dringt aus dem PI. in den Sg. Prt.; Sachs hat die Keime geirunn : aunn, verbünd: rund, fund : kund, drung : hör-nung : zung, zwung : ho/nung, gebur : irur(d). Er braucht also überhaupt u filr a im Sg. Pt. dieser Abtheilung. Zwar wird, wie schon diese Störung zeigt, das u im PI. Pt. im 16. Jahrh. gcwöulich uoch festgehalten (vgl. auch gemnnen § 236.237. 278 banden zwangen bei Aventin, drangen Sprüngen sungen zwungen bei II. Sachs, mit Trübung vor r warfen Aventin XXXI. rw. worben (igstorben) Ayrer 2184, 1); indessen dringt auch schon iin Gegensatz zu dem Eingriff des u des PI. in den Sg., das u des Sg. in den Plural: beculhen Ilerberst. 79. 188. funnden 84. 102. wurden Wolkenst. X. 6, 4. Max Jagdb. 40. Herberst. 72. 79 u. o. stürben, verdarben Sachs Hanrei. In dem Conj. Pt. meidet der Dialect den Umlaut: enphullich Trient. St. 51. entgalten (1473) M. Habsb. I. 3, 483. zerrann (:prunn) Schmeltzl Lobspr. 1204. sunge Schlager 1839, 297; vgl. auch § 29. Wenn heute überhaupt noch einmal der Conj. eines starken Prt. vorkommt, so hört man nur reines u, nicht ü: er galt, runn, sung, vmrd Schm. § 941. § 268. Die /-Klasse. Die Ablautrcihe ist i im Präsens (mit Inf. und Ptc. l'rs.); im Pt. Sg. ai (ei), im PI. Pt. im Conj. uud Ptc. Pt. i. Seit der im 13. Jahrh. sich festsetzenden Fortschiebung des i iu ei werden Prs. uud Pt. Sg. gleich, doch schcidet die Aussprache das neue U und alte, ui § 64. Das ei des Pt. verengt sich vor h stets zu e, iu reinem Auslaut oft *). 1) bitii beite 2) bait. deh, scroti uiul scre 3) bitun. gabitan. Die Verba in pura schieben zwischen kurzes i des Stammes und die Enduug gern euphonisches /•: Pt. PL leriren t ickriren Helbl. 15, 354. trkriren Milst. 155, 21. ITaupt Neith. 170, «B. tpiren. tariere» Vor. 250, 2«. — Cj. Pt. tcriri gl. Teg. 113. r\v. tchrier 17.18. Jahrb. Arch. 25, 31. — l'tc. tchrirta Giiiidacb. 790. gttckriren: geriren Warnung 1774. getrhriru : die.rn Otack. c. 9«. :J'nrirru. c. 27 i. :zieru c. 280. betckriren Warn. 1259. IlSp. 111. backrir» Augenge 88, 22. pttckrireu 1845 No^ tizbl. 9, 136. besekrieru Hörbarst. 241. getckrira: im Ural. 115, 40. geeckrin : abtekmin Ayrer 1362, 81. — pttpirts Denkm. XC, 23. bttpirn Anginge 38, 22. Von schreien kommt noch jezt das Ptc. geschrirn im Dialect vor, Schm. 3, 504, wo auch ältere Belege stehn. In dein Ptc. von speien ist statt r thematisches w iu Verhärtung zu b zur Herrschaft gehingt: gschpibn Sellin. 3, 553. Interessant ist der von Schm. 3, 504 nachgewiesene Inf. schreyren. *) Hieses c für ei zeigt sich auch im Prt. vi in liilen zuweilen: Irl Pichler 119. ledl Klostcraciib. Lied. VIII. led g. Koni. 17. 96. 138. 279 § 268. 269. Der im alemannischen nachweisliche scheinbare TJebertritt der t-Formen von schrien und spien in die u-Klasse (al. Gr. § 333) geschah bairisch nicht. Das von Schmeller 3, 504 erwähnte schroten schruin im Iufin. ergibt sich aus unsern §§ 98. 112 als mundartliche Verdumpfung. Auch lihen hat bairisch nicht luhen neben lihen, al. Gr. § 333. Das Ablautverhältnifs im Pt. ist in jüngerer Zeit gestört worden. Zwar kommt noch im 16. Jahrh. das echte ei im Sg. Pt. vor, z. B. bei Aventin bleib, schreib, zerreifs, schleich, bei Sachs im Reim erschein : allein, beschreib : weih, abreiss : schtceiss. Indessen läfst sich seit dem 15. Jahrh. auch das plurale t im Sg. nachweisen: erschin 1474 M. Ilalisb. I. 2, 147. 1482 Oberbair. Arch. 25, 92. 1515 ebd. 258. schrie Aventin LXIII. CCXVII. Hieb LXIX. rw. vertrieb Sachs unterdrückte Walirh. schrib. rertrib Schmeltzl Judith. B. ij. beschrieb: lieb Sacha Haus d. Neides, trieb: lieb cambis. t.vrannei. triebe, griff Avent. CXXIV. rw. begriff: tief Sachs Frauen v. Argus, wich Avent. LXIV. Iilie Herberst. 106. Der heutige Zustand, wonach die Vocalverschiedenheit von Sg. und PI. Pt aufgehoben ist und in beiden entweder kurzes i (besonders vor /, t, fz, ch und meist auch vor d) oder gedehntes herrscht, schcint schon im 16. Jh. die Regel gewesen zu sein. Gegen heutigen Brauch finden wir gedehnt Ptc. er-lieden: verschieden Sachs Crösus, : frieden Passion, biss (Pt. Sg.) ; abliese Ritter m. d. getreuen Ilund. Den Ucbergang von stnminhaftcin h in Zw. der /-Klasse in g behandelte § 177. Eine ganz entstellte Form ist Ptc. ergroffen (: geloffen) Ayrer 1808, 17. § 269. Die tf-Klasse. Die Ablautrcihe ist iu im Präsens, das sich indessen mit Ausname des Sg. Prs. Ind. zu io, ie brechen muls. Das iu verschiebt sich seit 13. Jahrh. in eu, welches in manchen Gegenden auch in die Formen eindringt, denen eigentlich ie zukommt § 88. Im Pt. Sg. ist au, ou Stammvocal; vor den dentalen und vor h verengt es sich in o. Dem PI. Pt., dem Conj. und Ptc. Pt. gehört u zu, im Ptc. meist zu o gebrochen. Die Zw. sufen, sugen, luchen haben dieses ti in allen Präsensformen, seit dem 13. Jh. au. 1) sliufu, sliufam sliefen (schleufe schleufen). sufe saufe. 2) sluf, bot fros zoh 3) sluffun, öuten u. s. w. 4) gasloffan. § 236.237. 280 Die Zw. in pura mit themat. v neigen sich dazu, das wo zu ow zu diphthongisiren: PI. Pt. rowen : getrouwen Servat. 426. — Ptc. zerblouwen: schouwen Teiehner Ls. LIU, 35. zuplauen: getrauen Fastn. 261, 3. genowen Geisenf. Pfründ. 29, genauen 1500 Oberbair. Arch. XXV, 221 genewen Nflrnb. Kr. II, 313. gerouwen ifromcen Gudr. 738, 4. : houwen 717,4. geravsen 1489 Oberbair. Arch. 25, 159. geroun : Arragoun Otack. c. 5. Die Störungen des Ablauts im Pt. gehn in ganz gleicher Art wie in der /-Klasse vor sich; Sg. und PI. gleichen sich aus, indem das ou des Sg. weicht: im 16. Jh. verlur:nur Sachs, Ayrer 1467, 19. verlur Hcrberst. 97. verluer 190. verluhr Avent. LV. — stub: hub Sachs Frau Zucht, anbut: mut Ilorat. u. Mu-tius. entbud: gemut Peter u. Lisa, vergus: Ma.mmüianus Sachs röm. Kaiser, zug: schlug: trug Passion, kruch: ruch Sachs Tod zuckt d. Stülcin. Aber in den Vcrbis mit 6 im Sg. Pt. drängt sich das o in den Plural: erboten Hcrberst. 80. flohen 76. zohen 76. 95 (neben zngen 76. 79). zogen Aveut. XLIII. Schlicfslich ward allgemein o als Vocal des Pcrfectstamms eingeführt, das vor /, fz, ch kurz, sonst lang gesprochen ward. Der Conj. Pt. behielt noch einige Zeit sein u bei: klob klube, kroch kruche, zog zage, verlos ver Iure, gofz gu/ze, soß suffe. Heute werden fast nur schwache Formen im Conj., im Ind. dagegen umschriebene gebraucht: i hob schoben, i schiebet; i hob soffen, i saufet. 2. Die Uebcrgangsklasse. § 270. Als Ucbcrgang von den ablautenden zu den re-duplicierenden Zeitworten gelten die Verba, welche a im Präsensstamm, 6 (uo) im Perfect haben und ursprünglich alle das Suffix ja an den Präsensstamm fügten. Das o des Pcrfects ist vielleicht aus a -{- a, nämlich einem a der Keduplication und dem a des Stammes, entstanden, wie Bopp vgl. Gr. § 602 annimmt*). Das alte j ist nur noch in der ältern Zeit an sieerjan (sweri-gen Genes. 33, 37. Vor. 19, 26), hefjan, skefjan erhalten und durch den Umlaut an den späteren Formen siccrn, heuen, skepfen *) Als Stmnmrocal nahm A. Ilnlzmann u an, das im PrHs. sich zu « geschwächt bähe, Grein dagegen 84. DSp. 12. 24. n. ö. Im Inf. ist die nasalirtc Form sehr selten: gangan fg. th. 59, 30. gengen Vor. 32, 20. 234, 25. Ebenso im Ptc. Prs. canganti fg. th. 31, 9. Die heutigen Mundarten brauchen im PI. Imp. gern gengen, gengts, gengen«-, auch im Inf. ist gengen zu hören. Nur treten störende Mischungeu mit einem schwachen lactitiven gengen ein; Schm. § 952. Lexer 112. Schöpf 186. Ilöfer 118. Per f. kenc gene im 9. Jahrh. herrschend; vgl. noch Städtekr. § 236.237. 286 2, 85. f. geng. — Ncbenf. geinch Vor. 194, 4. gageingin ls. 1. Das gewönliche ist gienc. Seit 11. 12. Jahrh. wird auch ginc geschrieben: arginc gl. Teg. 261. Die Verkürzung greift in die Aussprache ein; II. Sachs braucht gieng und ging im Reim. — Aus dem mundartlichen nasalen » (§ 170) erklärt sich gien gin fiir gieng gieng(e), z. IJ. begien 1361 Altenburg. n. 256. v er gien 1477 Oberbair. Arch. 25, 28. abgia 1342 Schottenst. n. 211. Ptc. Pt. cangan (anacangan gl.Teg. 201), gangen; mit mundartlicher Verschweigung des en nach ng: gang, im Reim ergang :lang Otack. c. 268. gang: anvang Pichler 134. : lang Fastn. Nachl. 252, 32. § 275. c) o (uo). Für das bairischc sind nur die beiden Vcrba hruo/an und heuofan in diese Klasse zu stellen. Pt. hreofun fg. th. 17, 20, lin übrigen ist nur ie zu belegen. § 276. Reduplicierende /-Klasse. Stammvocal ai (et). Im Pt. lassen sich belegen ea: scead fg. th. 61, 20. arscheat 61,29. heaz 29, 21. — e: apafarmeez gl. Ilrab. 178. — sonst ie. § 277. Rcduplicicrcndc 17-Klasse. Stammvocal au (ou), vor dentalen o. Im Pt. ist belegt eo: umpiscreot gl. Emm. 408, — io: etio-zanm gl. Möns. 336. stwzeme» gl. Teg. 191. — im übrigen ie. Vor den labialen w uud f tritt ie gern in iu über: PI. hin gl. Teg. 204. lim Vor. 78, 16. hiuwen: Immen Neith. 171, 100. — firliuf Otfr. F. V. 6, 6. (P. V. ia). ty Vor. 28, 3. 250, 13. Joseph 16». Genes. 26, 18. 66, 86. leuf Suchenw. 43, 47. PI. /i»/V» Otfr. F. I. 22, 16. liufrn Vor. 62, 22. teufet (2. pl.) Snchcnw. 45, 83. In beiden Zeitworten finden sich unechte Formen des Pt., als wäre es aus einem ablautenden u -Stamme. Pt. hon Willi, in. 392, 16. Kam Garel II, 225. honen IX, 26. Ein ganz falsch gebildetes Ptc. gehieben Ayrer 1627, 32. 1712,23. Später und störender bei laufen: Pt. Sg. Inf Wolkenst. I. 6, 9. Stromer 7(5, 26. Sachs o. Ayrer 2279, 17. luff Schmelzl Lobspr. 1404. PI. lufen DSp. 5. Oberbair. Arch. 25,150. g. Rom. 36. ln/en (: schroffen) Sachs Friedes Klagred. — Heute ist die einfache Form wie alle einfachen Präterita fast aulser Brauch; aus Kärnten bringt Lexer 174 lue/. — Ptc. geloffen Ps. 58, 3. 287 § 268. 269. Stromer 46,11. entloffen Ayrer 1808,16. Heute noch ist gloffen, glSfn weit fiblicher als gelaufen (glaffn). Aus dem bairischcu Untcrlandc (Vils) führt Schmeller § 949. 2, 443 das Ptc. gelüffen (gliffn) mit dem Pt. liff an. Das im ftbrigeu schwache Zeitw. bäumen bildete das Ptc. Pt. nach dieser Abtheilung gebautem; nicht selten im Keime, : hoteen Otack. c. 787. :sehoutren Helbl. 8, 12. Karl 10139. erboween: frouwen Krone 11523. 23030. Otack. c. 728. :houwen Georg 2566.5733. erboun: getroun Otack. c. 548. gepauen Münch. Bauo. 17. Herberst. 89. gepawn 1480 Oberbair. Arch. 25, 63. gebawen H. Sachs; auch uoch heute zuweilen ge-, erbauen Schm. 1, 135. Lexer 18. § 278. Die Flexionen sind Kcste von Prouominibus, welche die persönlichen Beziehungen zu dein Verbalbegrift' hinzubringen. Dieselben schließen sich in stän, gän, tuon, bin unmittelbar an den Stamm; bei allen übrigen Zeitworten dient a zum Bindemittel, das sich im Indicativ vor t. und s zu t, im PI. Pt. Ind. zu u schwächt. Auch im 1. Sg. Prs. Ind. ward es «. Im Conj. Prs. verschmilzt a mit dem Potcntialsuilix ja zu ai, das ahd. in S sich verengt. Im Conj. Pt. schwand « und ja wandelte sich in ji = i. — Alle diese Verhältnisse lassen sich nur noch in der ahd. Periode erkennen; darauf tritt überall kurzes tonloses oder stummes e in die Flexionen. § 279. Ucbersicht der Flexionen (Bindevocal und Flexionssuffix). ß. Die Flexionen. Prs. Ind. Sg. 1. u o 2. is 3. it. Aeltcr« Endung JUngers Endung c (i. « — iin. on. en) es est et -t PI. 1. amen emes imes en Conj. Sg. 1. e PI. 1. emes em 2. (nt) et 3. S 3. en 3. ant ent 2. es 2. et et (ent) -U ent en e (u a) es est fast) e (i. a) en (em/) et ets en (in. an) (end) § 236.237. 288 Imp. Aeltcre Endung Sg. 2. i PI. 1. 2. at et Inf. Ptc. Prs. Pt. Pt. Ind. Sg. 1. 2. an anti an PI. Conj. i 3. — 1. omes eines um un 2. nt ot 3. un on Sg. 1. i i • 2. ts is 3. i i 1. imes im 2. it PI. 3. in Jüngere Endnng. —> e en et (ent) -ts en (an. in) ente ende (ede) \inde unde\ en (on. in. un) - («) e (est, t) - (*) en (in) et en e en et en. § 280. Von der alten Endung der 1. Sg. Präs. Ind. a-\-mi ist die eigentliche Flexion in vorgeschichtlicher Zeit geschwunden, und nur der Bindcvocal, zu u verduinpft, in den ältesten Denkmälern nachzuweisen. Derselbe schwächt sieb zunächst zu o z. B. stincho. malo gl. Fris. wir/o wirdo ßrswigo prinno stihho gl. Teg. 202. 227. rw. 233. 240. rw. ßrnimo. pidwingo. strito. apascapo. virgilto. pivindo gl. Möns. 329. 335. f. 340. 358. ebenso gl. Altacb. Admont. Dcnkm. LXXXVI. XC. u. a. Nach einigen Schwankungen in unechtes a und i (fiiicisa gl. Admont. 374. ferhizi Dcnkm. XC, 29. ginihi Vor. 121, 21) sezt sich allgemein das a fest, welches besonders nach kurzem Stamme in liquida der Apocopc unterliegt. Die Neigung des Dialects zum Ab-stofs des endenden e (§15) vernichtet auch nach langen Stämmen das e in der 1. Sg., vgl. die Iicimc schin: min Krone 29532. schilt (:schilt) w. Gast 9161. besinn:drin Teichner Ls. 85, 231. uberwind: sint Ilelbl. 15, 144. beschcid: meit Teichner Ls. 230, 196. heiz: weis w. Gast 9453. Idz: daz Otack. c. 723. sprich : sich w. Gast 1611. entwich: «tä tlich Ilelbl. 3, 182. Die heutigen bair. Mundarten apocopicrcn durchaus: ich gib, Iis, sich, nimm, gild, wil d, brich} beug u. 8. w. 289 § 268. 269. Ziemlich früh tritt eine unechte Endung in -n auf: apanun gl. Admont. 369. Sumerl. 1,35. irgibun gl. Admont. 371. guttun Sumerl. 8, 13. irgibon Sumcrl. 6, 27. stdon 3, 31. — pkligin ich Exod. 91, 11. pidigen ich Vor. 41,19. Joseph 648. Im alemannischen ist dieses unechte en, das wahrscheinlich durch Einwirkung der 1. Sg. Pr. der 2. 3. schw. Conj. entstund, weit entwickelter (alem. Gr. § 339). § 281. Die 2. Sg. geht in ia aus, das aus i (=«) + ««' = ti = ta = tea zusammenwuchs. Das ia schwächt sich zu «8, und es ist nicht leicht zu entscheiden, ob das ia im 11. 12. Jahrh. noch das ältere i oder ein neues verdünntes ist. Beschwert wird ea durch Antritt eines unechten t. In der reineren Schriftsprache des 13. Jahrh. lebt ea noch fort; im Verlauf des 14. weicht es allgemein zurück. Der Endvocal unterliegt der Syncope. In den Zeitworten der Ucbcrgangsklassc wirkt das alte j des Suffixes in 2. Sg. Umlaut (§ 270). Auch in andern Klassen zeigt er sich zuweilen, •/.. Ii. »loeffea Parz. 43, 28. lu-zzeat Milst. 132, 5; hvat 19. Der heutige Dialect meidet diesen Umlaut, nur in der Oberpfalz (Nab, Pegnitz) hört man grübet, ac/dügat, fdrat, und auch fällst, schläfst, läufst, Schm. § 947. § 282. Die 3. Sg. endet in it, d. i. »(o) -+-1 = ti. Die Verhältnisse stchn hier ganz wie bei der 2.: it schwächt sich früh zu et, doch dauert noch länger daneben ein it fort, dessen Vocal ebenso unecht ist wie a in at: fliugat Phys. 1, 21. Ueber den Umlaut gilt das vorhin bemerkte: die Zeitwerte der Ucbcrgangsklassc haben ihn stark, z. B.ferit fg. th. 9, 12. melet Milst. 151, 26; melt (:erieclt) Stricker Ged. 11,12. arheeit Musp. tregit Vor. 30, 4; tregt:regt Parz. 698, 5; negt:tregt Syon 41. Wolkenst. XLII. 3," 21. packet MB. XXXVI. 2, 207. ducket Ps. 57, 10. slekit gl. Möns. 355. tcehtit Vor. 342, 22. — Von den andern Klassen neigen sich die reduplicierenden vornemlich zum Umlauts slafßt Ps. 40, 9. rastet Milst. 17, 2. lefst M. Ilabsb. I. 3, 351. leet: sta-t Helbl. 8, 906. Otack. c. 164. blaset Karaj. 75, 8. enpha-het Ps. 145, 9. : dreeket Parz. 470, 11. gefrht: er-luvht Syon 31. Als Seitenstück zeigt sich, freilich selten, unechte Brechung z. B. pflegt: lebt Pfeffenl. 528. nembt: sekembt Sachs Klaffer. : gezembt Frau Zucht. WkiüholI), Bair. Giainm. 19 § 236.237. 290 Die Syncopc erfolgt sehr ausgedehnt. Bei Stämmen anf d oder t verschmilzt gewöhnlich unter Syncopc des Vocals der Flcxions- mit dem Stammkonsonanten: wirt, gilt, heilt, wint; auch Int, rtt kommt vor. Nach b, g wirft die heutige Mundart das t ab und verstärkt dabei den Stammauslaut: gipp, höpp, treipp, ligg, springg. Vgl. § 143. § 283. Als Flexion der 1. PI. schliefst sieh in den ältesten Denkmälern vi es durch a an den Stamm; die alte Endung ist merkwürdig treu erhalten. Wir belegen fanumamet gl. Teg. 286. rw. ßnumama gl. Cm». 212. sapreektme» gl. Hrab. 9!I7. voraspreckamet gl. Teg. 251. rw. uzletuwex gl. Mun«. 896. irtkupmae» Doeen Mise. 1, 232. arelakamet gl. Teg. 235. rw. misnme* 261. rw. pimikkames gl. Möns. 398. pivallames Teg. 239. mtfakume* Denkm. I.V, 21. ßüzzamr* ebd. 25. 80. fontitzame* gl. Teg. 285. rw. — pilickime» gl. Salin!). 296. rrizime» gl. Vindob. 388. — teiderpelleme* gl. Teg. 235. rw. pittrmm 233. rw. letevie* fg. th. 47,9. htm-cemet 47, 17. gimmemet gl. Teg. 188. mpkinde»im 234. virpioteme» gl. Mona. 378. fwriziokaum gl. Teg. 282. rw. — Mit Verdumpfung dev es: lazeimm Otfr. f. III. 8, 18. Die nächste Form ist -cm, wofür mir aber bairischc Belege mangeln. Darauf tritt en ein, an das späterhin sich nicht selten unechtes d oder t anfügt. Bei Anlehnung des Personalpronomens fallt entweder das flexive n ab: werde wir, gebe wir; oder die ganze Flexion schwindet: geb wir, bint wir. Noch heute spricht man: trage mer, gebe mer, oder gemme', segme', stemme'; zuweilen mit doppeltem Pronomen: vier gemme', vier segme', Schm. § 909. §284. Die 2. PL gieng in at aus, d.i. at(asi). Aus bairischen Quellen kann ich das a nicht mehr belegen, sondern nur das farblose et, dessen Vocal der Syncopc stark unterliegt, sowie bei Stämmen auf d oder t die Endung nicht selten ganz schwindet, z.B. rat hat) Rügen 50. wert gem. Leben 952. ampet Gundach. 1673. Nach b, g, p stölst die heutige Mundart die Endung wie in 3. Sg. ab. Die alcmannisch beliebte uasalirtc Endung ent (al. Gr. § 342) jst bairisch selten, aber sicher: intfdhent Otfr. F. II. 12, 56 (wo freilich auch P. das n hat), gdnd er: ander Pfaffenl. 82. lunt: hant Frauenb. 597, 6. begänt: lant- 612, 1. 2. sehent Bened. Pr. 122. gebent Rügen 1077. sprechent Inshr. Ps. 10. behalten!. DSp. 18. — Die Endung en (alem. Gr. a. a. O.) ist mir bairisch nicht begegnet; vgl. § 287. 291 § 268. 269. Für die heute im bairischen fast allgemeine Endimg der 1. PI. in -et» habe ich keinen älteren Beleg als aus dem 14.15. Jahrh. seitz Anzeiger 2,40. Ring 18. c. 26. e. u. ö. Die Bemerkung Schindlers § 910. 7. dafs diese Endung etfz, tfz in den meisten bairischen Gegenden erst seit einigen Mcnschcnaltern eindrang, scheint den Zweifel zu berechtigen, ob dieses ts wirklich, wie J. Grimm G. d. Spr. 968. f. 974 aufstellte, die Flexion der 2. Dualis fortsezt. Ich wenigstens ziehe die Schmellcrsche Deutung (a. n. O.) auf das suffigirte Pronomen der 2. PI. esz (§ 358) vor. Mit Ausuame des kärntischen Lcsachthals (Lexer 59) haben alle Gegenden unsers Gebiets jezt dieses -ts angenommen. Im 17. Jahrh. war es sogar in die schlesischc Mundart eingedrungen: in Wenzel Scberfi'crs Gedichten S. 641 lesen wir: „Venus rieft: Frau was wollts haben? wollt es fällen einen Graben? o gehts heim und spinnt dafür." § 285. Die 3. PI. gieng in ant aus = a-f-ft" mit eingetretenem Nasal. Dasselbe ist iin 10. Jahrh. schon zu ent geschwächt. In Otfr. F. kommt nur einmal mit vor: farant V. 22, 1. Im 11. Jahrh. sezt sich allgemein dieses ent fest, welches die. Mundarten der Donau noch heute festhalten, während nördlich en herrscht, das seit dem 14. Jahrh. neben ent, end iu die Schrift eindringt. Vgl. sehen, hangen 1376 Notizbl. 4, 553. nenien, geben Trient. St. 45. 55; und schon Vor. 284, 23 bergen. Bei Suchenwirt ist der Abstofs des t durch den Reim gesichert: piten:siten 31, 113. tragen : sagen 38, 226. : tagen 19, 59. fertigen : gestrigen 6, 99. Idzen: strdzen 37, 30. lau : man 32, 29; vgl. Koberstein über die Sprache Peter Suchenwirts 1, 41. Von mundartlicher Färbung des Endungvokals habe ich im Gegensatz zum alemannischen geringe Spuren bemerkt: ant-läzont Denkin. XC, 77. Häufiger ist int; vgl. auch Otfr. F. I. 10, 25 sizzint. § 286. Im Conj. Präs. ist e, das aus ai = a-+-ja entstund, der karacteristischc Endungsvokal. Doch lüfst sich die Länge des e fiir unsere Denkmäler nur noch theoretisch ansetzen, nicht mehr nachweisen. Als mundartliche Färbung des gemeinen e. zeigt sich zuweilen in älterer Zeit a: 2. Sg. gilazzast Denkm. LXXXII, 18. — 3. Sg. bigeba Denkm. LXXXII, 40. iresa LV, 14. gl. Teg. 241. rw. arquema 219. rw. teerda 218. rw. Denkm. LV, 6. 8. 19* § 236.237. 292 sceida LXXXIIT, 5. — PI. 1. farperamea. gildzames gl. Teg. 236. rw. inkinnames 201. rw. giicinname* 237. — 3. werdan gl. Teg. 246. gl. Vindob. 325. gehloufan Dcnkm. IV. 3, 8. — Ebenso kommt i filr e vor. Auch im Conj. ist schon im 13. 14. Jahrb. die Apocopc stark entwickelt: Sg. 1. geniez: verhiez Krone 25247. kies: blies Ilelbl. 3, 7. jech : ßch 8, 385. — 3. les: des Helbl. 2, 278. fehl :reht w. Gast 11683. lig:unsihtig Teichner Ls. 208,43. trag: mag ebd. 60,86. achin: min Krone 144. belip: wip w. Gast 432. läz: das Teichner Ls. 230, 192 (ld:uid Krone 1833). Für die 1. PI. belegen wir die volle Flexion: piliccemes gl. Möns. 319. giicinnemes 333. 391. firslintemes 350. pimtdemes gl. Teg. 236. rw. Mit Verdumpfnng bittemus Otfr. F. I. 28, 1. singemus I. 6, 15. — gildzames. fiiyeramcs gl. Teg. 236. rw. in-kinmmes 201. rw. giicinnames 237. Mit Abwurf des es i wesem Isid. 1. Daraus wird bald en, für das Otfr. F. mundartlich an zeigt in furan IU. 26, 51. lesan IV. 5, 55. Uuechtcs d oder t schliefst sich später an das -en in 1. 3. PI. an. Die erweiterte Form eis, ein (alem. Gr. § 343. 344) habe ich bairisch in der starken Conj. gar uiclit, in der schwachen spärlich getroffen § 309. § 287. Im Imper. Sg. 2 steht der Stamm nackt, indem das näherbostimmendc Pronomen sehr früh abfiel: also gip, «»»», »Inf, lauf, heiz. Die Zeitworte mit Suffix -j (die der Ucbergangs-klasse, sowie bitjan, sizjan, ligjan) haben das voealisirte j als i oder e mit dem Schein einer Flexion: bitti bitte, ligi lige, seephi-e, hevire u. s. w. Der Dialect stöfst aber auch dieses e gern ab. Das in bairischen Schriften des 12-15. Jahrh. bemerkbare streben, der 2. Sg. Iinp. e anzuhängen, x. B. slä/e Milst. 78, 29. nime Tegerns. Arzn. 16. b. hi/fe Gundach. 419. 452. verwürfe 181. isse g. Rom. 74, hat daher keinen lebendigen Grund. Die 1. PI. Imp. erscheint in den vorliegenden Quellen nur in der ebenso indicativcn als conjunctivcn Endung -en. Ob sie früher indicativc oder conjuuctirc Form hatte, ist nicht leicht zu beantworten, da die Endung -omes, die sich anderswo für 1. PI. Imp. nachweisen läfst, auch in 1. PI. Conj. auftritt § 286. Für den Indicativ spricht die gotische Form und die 2. PI. Imp. in -at, für den Coujuuctiv ein Beleg in der schwachen Conjugation § 287.288. § 310, der freilich nicht vollwichtig gegen die iiidicativcn Zeugnisse erscheint. Die 2. PI. lmp. endete in -nt, das sich früh zu et schwächt. , Hin Beispiel fiir et neben gewönlichcm et gibt Otfr. F. V. 16,23 farat. Zuweilen kommt nasalirtes ent vor: oft nement in Vor. und Milst. z. B. Vor. 194, 7. 196, 11. 203, 17. 204, 1. 221, 25. 225, 18. Joseph 549. Karaj. 4, 19; aul'scrdcm ver nement DSp. 43, und in den Insbr. Ps. vergehend 29. sehend, körnend 33. sin-gent 29. hehent 133. begreifend 2. Die Endung -en länd ich nur Vor. 271, 12; sie ist schwerlich aus bairischcr Quelle. Fttr -ts sprechen in älterer Zeit kembts Klosterneub. Lied. XXXV, 10. wiehz Uliland 2, 1 *). Heute ist diese Endung allgemein beliebt, Schm. § 910. Amn. § 288. Die Endung des Infinitiv an ist ursprünglich das neutrale Suffix ana. Die Schwächung en ward mitunter schon im 9. Jahrh. geschrieben: suerreu fg. th. 31, 1(S. zi pedenchenne Denkm. LV, 29; doch kommt an im allgemeinen bis in das 10. Jh. fest, und nachher noch als mundartliche Färbung vor, z. B. ltdan Denkm. LXXXII, 9. iehan Genes. 83, 20 und seihst im lteim geltan: getrau Kaiskr. 11,6. Gleich diesem uncchtcn an steht oa: irbieton Dkm. LXXXII, 18. un ebd. LXXX, 9. werdun Haupt 8, 111; häufiger in. Im heutigen Dialect wird der Endvokal meist ganz verschwiegen; das n geht nach b dann in ni über: gebm; in dem bairischen Oberlande und iu der Oberpfalz auch nach /: In h/m Sellin. §§ 576. 577. Mach m und h wird die Endung auch ganz verschwiegen: nein 1292 Notizbl. (i, 345. chom Vor. 143, 15. 145, 17. beleih Stromer 27, 8; ebenso nach n und ng: gewinn : wirtin Teiehner Iis. 85,260. : kunigin Otack. c. 34. bring: ding Teiehner Ls. 67," 64. dring: ring Otack. c. 824. In Kärnten unterdrücken die Stämme in m, n, ng die Iiifinitivcndung ganz oder bilden sie in in: kemm, finn, pring neben kemmin, ßnnin, p ring in. Für Abstol's des flexiven u und Ucwarung des Vocals gibt es einige alte Belege: giwinni. bringi Vor. 109, 21. bihalti 114, 80. virlisi 109, 18. Dazu die Keime beginne: sinne Syon 30. J'ehte: knehte Krone 21533. Aus den heutigen Mundarten stellen *) Obgleich du» Lied von einem alem. Schreiber herrührt, ist diese Form doch als bairisch in Anspruch zu ueiucu. § 236.237. 294 wir dazu den Infin. in -«, der in Tiroler Thälem (Wippthal, Ehren-berg, Passeil) in Kärnten (vgl. die Mosburgcr Wcihnachtlieder in meinen Weihnachtspielen) und auch in Nürnberg allgemein, anderwärts, nämlich in Oesterreich, in der Oberpfalz und West-böhmen bei den Zw. in m, n, ng erscheint § 8. Die Casus des Infinitivs, Genit. und Dativ, sind annes, anne, geschwächter ennes, enne, die sich auch nach langen Stämmen zuweilen in enes, ene kürzen, worüber Syn- und Apocope Gewalt hat: fames farne, liegens liegen. Selten ist der Aus-stofs des n: »winde» Parz. G. 197, 16. springe» 8.37, 15. trinkes Stricker Ged. 5, 129. In den vollen Endungen äulsert sich zuweilen das unechte i: mit ezzinni Bened. Pr. 91. zi heeini Vor. 103, 13. zi gebini 114,10. ze nwenni Bened. Pr. 48. § 289. Das Participium Präsentis hat die Form anti, mit Umlaut enti (z. B. gl. Mona.), daraus ente und ende. Die geschwächte Form inde ist bairisch nicht häufig, dagegen liebt der Dialect unte, unde. Die ältesten mir bekannten Belege siud aus der Voraucr und Milstättcr Handschrift. primmile Vor. 171, 24. rliehmute 174, 20. Knraj. HS, 18. wallmUr. Vor. 369, 26. lauf ante. 41, 18. wnltmde Kaiskr. 128, 31. haUnnde Karaj. 78, 17. tlnffunde (: munde) 80, 5. Vgl. ferner brinnunde (: munde) Tundal. 52, 77. wegunte Fuwlgr. II. 144,32. ttinchunde. Litan. 225, 26. imidund(e,n: wunden) Biter. 6585. gebnnd Syon 28. b. Iii/und 25. tlcrbund 21. ttinchunde 41. b. tweiguud 28. wallunde w. Gast A. 6676. imkimgurule. 1333 Geachichtfr. 9, 221. 1845 Klosterneub. n. 317. Dipl. Koteninan. o. gevallund 1878 Notizbl. 4, 559. nutehnnde 1412 ebd. 12. be-greiffnnd Trient. St. IX. rarund Dipl. liotcumnn. 24. b. hidtunde. nnligunde. 1479 M. Ilabsb. I. 3, 176. ßiegmde Mcx Jagdb. 8. bitlnnd 1480 M. Habsb. I. 3, 281. 1514 Notizbl. 7, 121. antlottunde 1526 ebd. 6, 313. gepietwnde 1580 4, f>29. gebictund 1649 Oberbair. Arch. 25, 336. Heute scheint dieses und erloschen. Ausstofs des n kommt iu alter Zeit selten vor: helede Parz. G. 466,22, vgl. § 312. Dagegen ist beute üsterr. tirol. oberpfiilz. allgemein: singet, jliafset, brennat, steliat Frommann 3, 104.452. zu Grübel 3, 250. § 290. In dem Präteritum Sg. 1. 3. ist der Stamm llexioiislos, da die Flexionen, für 1. ma (mi), für 3. ti, in vorgeschichtlicher Zeit abgcfidlcn sind. In beiden Personen zeigt sich seit dein 12. Jahrh. die Neigung zum Ansatz eines unechten e. 1. runde, Ph. 68, 25. — 3. runde Karaj. 105, 4. : runde Mai 114, 22. wurde Milat. 143, 34. Karaj. 74, 20. 81, 22. 100, 5. Bened. Pr. 85. Klosterneub. n. 112. Schottenst. n. 16S. Notizbl. 9, 214. DSp. o. pnrge Milat. 70, 4. Inge. 155, 12. umohte. 9, 10. tchunfe Vor. 5, 8. 25. gehiezze Milat. 29, 9. getlwmte Kaiskr. 147, 22. viele 817, 18. gerove 149, 14. erektile, verlöte Wernh. 149, 2. ose 164,10. 295 § 290-292. ■ scheine:reine 164,21. virlute Bened. Pr.71. greife: tmbetweife Neith. 90,18. warte Frauenb. 611, 10. teige Fraucnd. 95, 20. lagt;enge Gundach. 912. hieze 3. In der Schriftsprache des 15. IG. Jahrh. erscheint dieses e sehr häufig; der lebendige Dialect gab das ciufaclie Prät Ind. überhaupt auf. § 291. Die 2. Sg. Pt. der ablautenden und rcdupliciercn-den Zw. hat ihre indicativc Form vor der Zeit unserer Quellen aufgegeben, dagegen haben die Verba mit verschobenem Präteritum §§ 325-336 iu ihrer 2. Sg. das tu (= tea) bewahrt. Jene Klassen uemen die Ergänzung aus dem Conj., aber ohne das -» der 2. Sg. Conj., also qudti, verprdchi, wurß, pismisi, caputi. Der Umlaut wirkt dann hier wie im Conj., indessen findet er auch starken Widerstand, woftlr die folgenden zugleich die Apocopc belegenden Beweise stchn mögen: gab: nrläp Otack. c. 448. bat: Hat c. 439. jat: tat Wolkenst. CIV. 3, 27. lag: tlac CVII. 3, 8. : tac Otack. c. 439. pfiäg-.ehlag ebd. täch: brach Wölket. CVII. 2, 13. »Miu.'zm» Suchenw. 41, 303. gepar: offenbar, : trhar 21, 203. 391. 41, 111. Gegen diese Form in -i (c) erhebt sich eine Gegenbewc-gung, indem zuerst im 12. 13. Jahrh. die Flexion -es dem Stamm des Pt. Cj. antritt, also die 2. Conj. ohne, weiteres henuzt wird: huobest Vor. 297, 4. truogest geht1 reut 5. ■ wurdest 23. nanut Mengst DSp. 5. genas: säst: wast Wolkenst. CIL 3, 8. Diese Endung in -es, est, aber ohne Umlaut, sezt sich allmählich in der 2. Sg. Ind. Pt. fest; doch kommt die alte conjunctivische in i (e) bis in das 15. Jahrh. vor. Eine andere seit dein 14. Jahrh. vorkommende Endung dieser Person ist t am conjunetivischen Perfectstammc: secht Suchenw. 41, 661. 819. spreehtu 41, 133. 151. trilgd 41, 182. Indessen hat es sich nicht fester gesezt uud auch nicht so verbreitet wie alemannisch (al. Gr. § 345); die alte Flexion der 2. Pt. wird jedenfalls nicht darin auftauchen. Ueber das te in der scliw. Conj. § 314. § 292. Im PI. Pt Ind. ist der Bindevokal zu u verdumpft. In 1. kann ich nur onus nachweisen: eonuprttchomes gl. Teg. 231. pisprdh/tomes gl. Möns. 376. ineinonee gl. Teg. 184, weiter geschwächt: gMozames gl. Möns. 336. stiozemes gl. Teg. 1,91. — Das u zeigt sich aber noch in den gekürzten Formen quamum gl. Cass. 194. kasdhum fg. th. 29,6. — intf engun Denkm. LV, 9. — on: bigunnon Otfr. F. I. 1,414. — Die gewünlickc Endung ist en, zuweilen zu in verdünnt. Bei Aulcnuug des Personal- § 236.237. 296 pronomcns wird das n oder die ganze Endnng abgeworfen: läge wir, wttrve wir — wurd wir, hiez icir. Die 2. gebt in ut aus: qudmut gl. Cass. 193. ßrnanmt 211. frdzut gl. Möns. 332. rcurphut fg. th. 47,15. arduogut 23, 23. Geschwächter ot: pisprähhot gl. Teg. 196. rw. gl. Möns. 340. piqu&mot gl. Teg. 232. Möns. 386. firplesot Möns. 346. fcnciezot Tegcrns. 204. rw. Die gewönliche Endung ist et. Für die nasalirte Form kann ich nur liegint Entekr. 133,11 anführen. Die 3. endet in un, z. B. quätun fg. th. 5, 17. gttsahun 3, 3. wdfun gl. Möns. 325. firprdkhun 330. inprdhliun gl. Teg. 200. stächun 100. rw. piwullun gl. Möns. 336. scultun 398. swuoi-mun 320. giwunnun. drungun. nur tun Teg. 94. tripun Möns. 359. jrisici/diun Teg. 200. rw. nuzun Möns. 362. zugun Teg. 201. ßrun gl. Cass. 191. fuorun fg.th. 3,2. gl. Teg. 200. felun fg. th. 11,5. uzwelun gl. Möns. 325. intfengun Dcnkm. LV, 8. A. liezun gl. Teg. 194. rw. 237__Neben un ist im 9. u. folg. Jahrlu on nachweisbar: z. B. ndmon Otfr. F. II. 9, 84. hiazzon IV. 6, 50. stdehon V. 4,44. gichuron gl. Tegerns. In Otfr. F. begegnet auch imcclitcs am giburgun IV. 35,38. funtan I. 22, 22. frani-liezan IV. 30, 24. truugun IV. 16, 21. Die jüngere gemeine Endung en, woneben auch in zuweilen sich zeigt, wird in dem 14. ff. Jahrh. nicht selten durch unechtes t, d beschwert. § 293. Der Conj. Prät. hatte ja als karacteristischcs Suffix; dasselbe gieng durch ji in n (t) über. In wie weit die Länge des i in der Zeit unsrer alten Denkmäler noch anzunemen sei, mag fraglich bleiben. Der allgemeine Gang ist hier von t:i:e und zu Apocopc und Syncope. Die 1. Sg. endet in i, die Flexion m war längst geschwunden: sprachi Dcnkm. LXXVII, 2. vluri gl. Tegerns. 190. rw. virluri Möns. 335. — Der Umlaut entwickelt sich nach dem Gesetz in den Schranken des Dialects. — Die Schwächung des i in e gibt bereits Otfr. F. II. 14, 45 liafe. In der 2. Sg. in is tritt ziemlich früh t an; das is ist schwächt sich zu es est. Die 3. Sg. hat wie 1. i als Endung, nachdem das Pcrsonal-sufiix t längst vor der Zeit unserer Quellen geschwunden war: anulugi gl. Mona. 360. qudli fg. tli. 57,24. kusähi 19,25. irrähi 297 § 320. 321. Möns. 359. pari 3.33. gindriTog. 148.190. rw. /«ort fg. th. 3,4. irsciedi Möns. 320. güiezi Tegenis. 233. rw. u. 8. w. Für den Umlaut, der im 12. Jh. bereits neben dem reinen Stammvocal erscheint, zeugen u. a. gwbe Vor. 153,1(5. Karaj. 3, 20. geeze Vor. 153, 17. leere Wernh. 164, 4. Der Widerstand tritt später namentlich noch bei u hervor, z.B. verbut:talmut Helbl. 2, 1185. Junde: stunde Mai 128, 14. funt: kunt Teiehner Ls. 56, 85. sunge : junge Gudr. 394, 3. bürg : Sulzpurc Otack. c. 361. Für die Apocope sind hier schon einige Belege angeführt, denen wir hinzufügen schin : in Krone 11796. stig: unschuldic Teichner Lb. 230, 83. geswüer :J'ür Helbl. 10, 61. zerntnn: ge-irunn Otack. c. 211. Die 1. PL endete iu im es: irscinimes gl. Möns. 366; verkürzt arwelim gl. Ilrab. 213; in und en sind die Fortsetzer, au welche zuweilen iu den späteren Jahrhunderten t oder d autritt. Die 2. PI. hat it it et; die Stämme iu t stol'sen die ganze Endung zuweilen ab: biet, but. Die 3. PI. geht in in, in aus: qudmin gl. Teg. 221. »dhin 233. slihhin. 220. rw. icurjin gl. Möns. 358. jielin 363. Jengin fg. th. 19, 2. sluogin 29, 23. kruopin gl. Emiu. 404. Ueber die spätere Zeit gilt das allgemein bemerkte. § 294. Das Part. Prät. wird durch das Suffix nn gebildet. Mundartliche Färbungen des gemeinen en zeigen sich in geseehan Genes. 83,20. erdugon Denkm. LXXXII, 29. bicolohon 48. ge-nomon gl. Vindob. 325. Häufiger ist in. Stämme in m, n, ng stolsen die Endung nicht selten ab: choni Vor. 168, 24. Kaiskr. 212, 14. benom Schorn Otack. c. 3. vernuni: durum Teiehner Ls. 53, 110. 171, 23. gcnum:kum Suchenw. 24, 76. erschin Gundach. 2673. 2789 u. ö. besunn: tcunn Teiehner Ls. 189, 43. versunn: sunn Otack. c. 429. uncersunn: prunn Suchenw. 15, 81. enp/ang :gedrang Otack. c. 129. gejung :lang Teiehner Ls. 60, 28. :stamj Suchenw. 18, 302. gelang: jung Otack. c. 419. : sprang Suchenw. 28, 282. gesung: ho/nung 41, 1478. betwung: betterung Otack. c. 425. C. Die Zeitworte sein und thnn. § 295. DasVerbum substantivum entlehnt seine Formen drei verschiedenen Stämmen, zweien fiir das Präsens, dem dritten für das Pcrfcct. § 295.29». 298 a. St. an b. St. jni c. St. was l'ra. Ind. Sg. 1. — pim 2. — bi» bist 8. iit (itt) — PI. I. — («in »ein) pirome» pirum piritn bir'm -en birn bin 2. — (»It. »eit) pirut kirnt birt (binl) 3. {»inttili) »int — (»eiml. tend taut!) Conj. Sg. »i, ti» n. 8. w. 3. Sg. bi 3. Sg. wete »ei »ei» u.s.w. Imp. Sg. 2. (»ei) bi» tau PI. 1. treten S. | »eil. »eil») tretet Inf. »in — irrtttn-ett Ptc. Trs. tretende, I'rttt. Ind. — — Sg. I. tent (wnr) 2. wtiri irrere (icimI) 3. trat (war) PI. 1. würun -en u. s. w. Conj. — — iniri wtere I'te. — — getreten getreu gewett § 296. Von dem Stumme an bat sich nur in 3. Sg. Ind. der Vocal erhalten, obsclion zu » geschwächt. Abstofs des t, der iu der lebendigen Ilede völlig angenommen ist, erscheint schon in nis Ütfr. F. I. 20,12. is Vor. 120, 13. Parz. G. 469,4. 556,16. 572, 25. — Iin PI. Ind. und im Conj. blieb vom Stamme nur x übrig. Die in den fg. th. 9, 25. 15,1. 19,10. 23, 2. 43,4. 45,24. 61, 13 vorkommende Form sintun der 3. PL, die an die richtige Präsensendung die des Ind. Pt. anhängt, hat iin fränkischen und sächsischen »Muh die Parallele und ist vielleicht nicht bairisch. Durch Eiufluls der conjunctiviscben Formen sein, seit, für 1. 2. PI. Ind. gieng »ind unrecht in seind seit 15. Jahrh. über, z.B. 1419 Notizbl. 4,301. Münch. St. 208. Arch. 12,284. Oberbair. Arch. 25, 286; bei Arentin und Ilcrbcrstein stehend, ebenso im 17. 18. Jahrb., vgl. Notizbl. 7, 326. 8, 72. Schlager 1839, 354. 1846, 132. Oberbair. Arch. 25, 327.346. — Aus diesem heute noch üblichcn seind ergab sich die Schwächung send, die obcrbairisch und nürubcrgisch im 16. Jahrh. oft nachzuweisen ist: tenmlt 1559 Oberbair. Arch. 25, 291. tend (nendt) : nbgebrenndt IT. Sachs Hc-lager. Wiens. : end Orisclila n. o. : kend neun getr. Frauen. Ayrer 104, 9. : bekennt unterdr. Walirh. : künitl Ayrer 57, 25. : gen en dt 17, 15. : regime»t Sachs u. : trend Belag. Wiens. Heute noch erhalten, i. B. in Salzburg, in Oesterreich und Tirol unter Tausch des » mit h\ kend § 90; mit Abatofs des d: »en 1508 Chmel Maxiin. 312, heute nUraberg. tum. Vgl. § 14. 299 § 320. 321. Verbreitet ist dazu die Nebenform samt: in ßaiern, Salzburg, Oesterreich, Obersteier; hier und da z. B. um Pussau mit Denung sänd. Vgl. § 7. Störung kam in den PI. Ind. durch das eindringen der con-junctivischen Formen, als die indicativen von 1. 2. aus St. pu abwelkten. Seit dem 12. Jahrh. wird 1. «in 2. «it beliebt, seit dem 15. Jh. finden wir auch in 3. «ein fiir sind: Notizbl. 4,303. 395. Trient. St Gräzer Hyinn. Chmel Maxim. 323. ff. Schlager 1846,193. Bei Stromer, Aventin, Ilcrberstein, Sachs ist es häufig uud behauptet sich leider. — Dagegen lautet die 1. gern «eiml durch Antritt von unechtem d. In 2. PI. wird mundartliches -ts belegt in «eyts Bing 41. c. 51. d. «eitz Aufseis 2,40. Bing 26. c. «ei'cz 18. c. 30. c. seyz 52. b. § 297. Der Conj. Prs. bestellt aus dem Stainmauslnut s, aus dem Potentialsufiix ji (fiir ju) und den wenigen erhaltenen Pcrsonalendungcn. Das bairische flectirt «i «*« «i sin sit sin; die Formen sie sie« u. s. w. kommen im 12. Jahrh. vor, aber sind unbeliebt. Seit 13. Jh. geht i in ei über. Die Zersetzung des ei iu e zeigt sich wie im Indicativ. Bei II. Sachs sen: sehenden wittenb. Nachtigall. Den Imp. sl kann ich aus älterer Zeit nicht nachweisen. Inf. sin, später sein; im 13. 14. Jahrh. ist besonders die präfigierte Form gesin beliebt. Im wälschen Gast reimt sin auf i: bi 2000. 2011. 3385. 6310. : dri 2944. :frl 2707. 8910, auf t = ie : erzeni 9093. :wi 4368. : siet 2533. — Oberösterr. san für sein; im übrigen hört man heute saiii. § 298. Der Stamm pü ergänzt die Indicativfornien des Präsens. Die Personalendungen treten iin Sg. unmittelbar au den Stamm. Sg. 1. pim gl. Hrab. 43. f. gl. Melk, bim fg. th. 33, 9. 37, 11. Dann bin. Sg. 2. bis, bis an das Ende des 13. Jahrb. nachweisbar, :tuis Georg 2643. :ungems Syon 2o. b. Daneben bist, schon fg. th. 17, 12 und im 13. Jh. im grolseu Ucbergewicht. In den VVindbcrg. Ps. ist bist Ausname. PI. 1. piromes gl. Mona. 363. bireines Otfr. F. II. 6, 57. pirum gl. llrab. 605. pirim gl. Teg. 96. biron Otfr. F. IV. 5, 6. birin Vor. 98, 6. Bened. Pr. 61. biri wir Vor. 99,16. biren Ps. 65,11. § 298.299. 300 bire wir 78, 4. 89, 7. 122, 3. pirn Phys. 2, 24. Genes. 68, 12. Vor. 353,5. Joseph 651. Bened. Pr. 18. bim Phys. 2, 24. Bened. Pr. 44.171. Ps. 19, 10. 89, 7. Ilaupt 8,107. Kaiskr. 46,14. 90, 27. 139, 22. 273, 19. 302,1. Milst. 22, 6. 96, 26. Karaj. 77,25, 79,9. Exod. 101,10. Wernh. 207, 28. Litan. 230, 20. Im Reim: diern Helbl. 1, 985. 1188. :sehrirn Servat. 3236. — pir wir Vor. 325,24. 350,15. 355,29. Joseph 652. Genes. 68,13. bir wir Ps. 43,27. 89,9. 125, 1. Exod. 98, 6. Litan. 217,24. Bened. Pr. 49. — bin im Reim: hin Karl 11373. Pfeiffer Uebungsb. 63,253. PI. 2. pirut gl. Hr. 510. birut fg. th. 7, 10. 23, 5. 43, 2. 61, 8. jnrt Kaiserkr. 275, 1. Litan. 230, 1. Dietr. Fl. 3909. birt Ps. 4, 3. 81, 6. Vor. 7, 18. 157, 16. 254, 10. Kaiskr. 94, 4. 128, 30. 193, 28. 294, 30. Exod. 98, 43. Wernli. 170, 28. Bened. Pr. 94, 103.137. Im Reim: wirt Litan. 232,37. Kindh. 95, 8. Parz. 419,17. Wigam. 5494. Helbl. 1, 1218. Enikel 2,122. Otack. o. 733. — Vereinzelt bint: chint Karaj. 53, 7. Auffallend ist der Conj. bi, den ich freilich nur in 3. Sg. bi:si Amis 154 nachweisen kann. Inip. bin kommt bairisch erst spät vor, wenigstens belegen kann ich ihn erst im 13. Jahrb.: j. Tit. 612. 772. 1297. 1299. Ortu. 230,1. 478,2.4.—Vgl. ferner Ring 29. c. 31.44 c. g.Rom. 29. 72. bisz IL Sachs. Iu den heutigen bairischen Mundarten ist er nicht gerade häufig; Schill. 1, 209. Lexer 27. Schöpf 41. Vgl. alem. Gr. § 353. § 299. Der Stamm was gibt für den Ind. Prs. des Ver-bum substantiviim keine Formen; nur mit Futurbedeutuiig steht mite Ps. 145, 1. wieit Ps. 36,15. 61, 1. u. ö. — Im Conj. finden wir neben si wese z. B. Denkm. LV, 14. gl. Teg. 241. rw. Vor. 24)2, 20. : genese Georg 494. Der Inip. wie ist in alter Zeit sehr häufig und auch im 12. 13. Jahrh. sehr beliebt; im Reim: 2. laugeno 63. screc/io Ps. 9, 2. zemtilo 17, 47. — Die 2. KI. flcctirt in otti und on: chlagoni gl. Hr. 1733. petom 1969. — arton fg. th. 53, 14. selidoti. splizon. tagon. chennon. zucanyon. chizilon gl. Fris. leidlüion gl. Teg. 103. rw. zuiflon 220. rw. c/iuton 107. grieerimmon Möns. 344. cerbtison. nascon gl. Admont. 371. spe-hon 372. dolon. ribon. zouberon 373. anton. erlihteron 374. cal-lon. rachison. lobon. teckon. zimbron. teeion. granon Prise, ctdon Sumerl. 1,4. Blolses o: lobo Ps. 145,1. Ueber un = on § 304. — Die 3. Kl. flcctiert in ein: sagetn fg. th. 7,14. 23, 24. 27,20. gl. Hrab. 41. dolem 800. hlinem 2396. pimartem 927. Später en: sagen gl. Teg. 238. geinen gl. Admont. 371. maseren 372. ehoren 374. senren 375. ginen. stiren, hahlen Prise. Jerstaben Sumerl. 12, 35. (Mundartlich an § 304). Durch Anlenung des Personalpronomens blieb das -n geschflzt: sagen ich Ps. 49, 13. Milst. 1, 16. Vor. 81,16. 252,7. 346, 21. 351,24. Kaiskr. 164,13 u. ö. Spärlich ist unechtes -en in 1. Sg. Prs. der 1. soliw. Kl. nachzuweisen: biwiein ih Vor. 190, 10. glauben Denkm. 20* § 365. 366. 308 LXXXYII, 13. Im alemannischen ist dieses unechte -en häufig, alem. Gr. § 361. Im allgemeinen ist nach dem 12. Jahrh. e die Endung der 1. Prs. Ind. der schw. Conj. Mundartliche Färbungen sind: toufi, Otfr. F. I. 27,49. zelli III. 20,45. mordi gl. Adm. 375. gesuozi 374. ruofi Denkm. LXXXII. 4, 1. — glouba Dkm. XC. 4, 11. getriia 69. forsca gl. Adm. 374. Apocope erfolgt selbst nach langem Stamme. Vgl. die Reime bejac: mac Otack. Vorr. beweer: bihtegeer Teichner Ls. 67, 41. mein: nein Otack. c. 54. vielt: Witerfelt Helbl. 6,21. swent :pre-sent 1, 983. warn :/arn 2,1014. § 308. Die Endungen der 2. Sg. sind is, o«, es, später allgemein es uud mit Anschlufs von unechtem t est. Die 3. Sg. Ind. Prs. geht in it, ot, et aus, jünger allgemein in et, das nur selten ät geschrieben ist: sla/wt Pliys. 1,18. dienät MB. XXXVI. 2, 47. Auch unechtes it zeigt sich. Dentale Stämme stofsen die Endung oft ganz ab, z. B. schut: bat Ilelbl. 3,3. muot :guot w. Gast 3198. swent: Jent Helbl. 2,78. Heute werfen die Stämme in b,p, g, k das et in 3. Sg. 2. PI. gern fort: glaupp, lepp, schlepp, legg, sagg, streck. Die 1. PI. Prs. flcctiert in den ältesten Denkmälern noch in mes: 1. Kl. immtrimes gl. Mon». 333. leeeimes. irleillimes 368. gistatime* 300. zellimes 303. gileceimes gl. Teg. 190. rw. piseirmimes 238. rw. Jirsümime* 239. rw. — vperimriemes gl. Möns. 881. irleillemes gl. Teg. 87. 206. rw. gislalemes 235. Wernes 208. rw. rechemes 239. rw. ginidttremes 240. — gahueenmes gl. Möns. 325. giliilames 885. 2. Kl. eklagomes. ckaromes gl. Ilrab. 1707. kaxpentome* 816. hientemiie* 815. mraeknmes. kapärmnes gl. Emm. 404. üzinrurzomes gl. Teg. 192. rw. sceizotne* 205. rw. wietertenrlomes 239. genaues ebd. rw. rorasprekhomt» gl. Möns. 878. giaffannme« 380. gizeimnmts 387. 3. Kl. dikkames Dcnkm. LV, 7 (a für c). Die allgemeine spätere Endung en (im 14-16. Jahrh. auch end) hat mundartliche unechte Färbungen in in und on (furhton Ps. 8, 107) nicht häufig. Bei angelehntem Pronomen wird die Endung angegriffen: lebe wir, leb wir. Die 2. PL endet in it, dt, et., später in et, das nach dentalem Stamme, heute auch nach b, p, g, k ganz wegfallen kann. Nasales ent ist selten: nennent Otfr. F. III. 18,44. redent Kaiskr. 385,25. meynent Insbr. Ps. 4. — Die heutigen Mundarten lieben die Endung -eis, § 284. Schm. § 910: ej'z lebt», schaut», habt«. Die 3. PI. geht aus in ant, dnt, ent, daun allgemein iu ent. 309 § 320. 321. Auffallend hat Otfr. F. einige Mal en für ent, Kelle bei Ilaupt XII, 100. Sonst tritt erst im 14. 15. Jahrh. neben dem auch später festgehaltenen und heute noch südlich der Donau zu hörenden ent (end) die nördliche Form en auf: hoeren, leben 1376 Notizbl. 4, 553. tlieidigen Trient. St. 55. glauben 1473 M. Habsb. I. 2, 61. ruren 1483 Notizbl. 4, 449. Mundartliche Färbungen des ent sind int, ant: gloubant, gidingant Denkin. LXXXII, 2. — tmt: dionunt Dcnkm. LXXXII, 43. suochunt 44. zezanikunt Genes. 48,22. dinunt Vor. 113,21. irkennunt 99, 7. § 309. Der Conj. Präs. hat in 1. Sg. je, oe, i, vorher je, de, ie. Das j in 1. Klasse ist gcwönlich geschwunden und das e nach o ineist abgefallen. Die Apocope tritt auch hier stark auf. Die Endungen der 2. Sg. sind je*, des, is; fiir je* gcwönlich es, dann est. Unechte Färbung u. a. in bidenchast Dcnkm. LXXXII, 71. helfast LXXXIII, 4. In der 2. Kl. kommt die Erweiterung durch j vor: lustdges gl. Möns. 350. leiddge« 352. Die ältesten nachweislichen Ausgänge der 3. Sg. sind je, oi, i. Das j schwindet früh; andrerseits kommt die erweiterte Form ije vor: nerige gl. Möns. 397; ebenso in 2. Kl. dge: chos-oge gl. Vindob. 332. irgeilisoge gl. Möns. 360. manage 393. cisclioie Phys. 1,20. zunoye. gl. Tegerns. 235. rw. richisoju Dcnkm. LV, 12. Als unechte Färbung des gemeinen e zeigt sich im lc/ten Beispiele a, das wir auch in fruma Denkin. IV. 3, 12 finden. Die gcwönliche Endung iu 2. Kl. ist d; ■/.. IJ. itaietzo gl. Möns. 352. mahn 355. upamangalo 397. wimido gl. Tegcrns. 107. genta 235. rw. ha/ss/egilo 263. rw. kawerdo Denkin. LXXVII. 13, 10. hunyiro LXXXII, 7. Für die Länge in 3. Kl. zeugt folgte fg. th. <51, 22. Ueber die im 13. Jahrh. schon waltende Apocopc sehe man , die Keime: keil.- meil Helbl. 10, 31. tpinn: geri» 8, 210. wom ; beirnrn Krone 3052. genäd: küt Otack. c. 3:i. bekual: gmt w. G«»t 9084. fritl: gebrül Ilelbl. 8, 2.1. Die volle Flexion der 1. PI. in mes belegen noch girrimes (destruamus) gl. Teg. 61. rw. go/anames (promamus) 254. rw. pizeüemes (ducamus) 241. — anadome« gl. Teg. 239. eepanomm 94. rw. zuolosonies 193. gizamomes 232. — Das alte m zeigt sich noch in zuolosum gl. Möns. 337. dikkem Dcnkm. LV, 6. — Otfr. § 365. 366. 310 F. V. 23,76 hat den dumpfen Ausgang in -tuim: tlemus. (Im übrigen hat F. die Endung in mea nach Keiles Bemerkung, Haupt XU, 103 gleich den andern Handschriften Otfrieds nur bei der imperativen Bedeutung der 1. PI. Conj.). Dann tritt« allgemein ein. Erweiterte Form chirigen Karaj. 32, 3. Die 2. PI. endet nachweislich in (j)et, ot, et, später allgemein in et, häufig mit Syncopc. Die 3. PL schliefst in -Jen, den on, en. Die gewönliche Endung in 1. Kl. ist sehr früh en, zuweilen mit unechter Färbung an: gidiomuotan gl. Teg. 244. gidieniutan, missehellan gl. Vindob. 325. Erweiterung in 2. Kl.: leidogen gl. Teg. 184. topögen 193. vizwgen gl. Möns. 387. § 310. Der Impcr. geht in 2. Sg. in i, 6, e aus, d. h. der Stamm ist nur mit den SufHxvocalen bekleidet. Die allgemeine folgende Endung e ist zuweilen als i gefärbt, seltener als a: mac/ia Denkm. LXXXII, 8. inluihta 2. bidencha 45. Für Apocope zeugen die Keime ynum: boum Helbl. lf>, 243. rermnch : buneh Enikel 1, 208. Io»: ro» Otack. e. 276. 638. Die 1. Pl. Imp. zeigt in loböen fg. th. 41, 4 konjunetive Form, im übrigen läfst sich der Modus nicht erkennen, da auch in lepame* (agamus) gl. Teg. 184. rw. unechtes a stehu kann; vgl. § 287. Die 2. Pl. schliefst mit indicativcr Endung: at (singat gl. Hrab. 1742) it, St, et; dann allgemein mit et oder -t; heute mit -ts. § 311. Die Infinitivendungen sind jan, on, en. Das j fehlt in 1. Kl. schon früh, •/.. It. Musp. touwan, likkan, hukkan, varnenkan, kintarkan, gl. Möns. 341 pütumplan; anderseits dauert es vor geschwächtcm Vocal /.icinlich lange fort: ganerien Denkm. LXXVII, 13. nerigen Karaj. 30,4. Genes. 33,37. irwerien Vor. 62,6. verigin Milst. 20,11. wergen Vor. 312,26. Für die frühe Schwächung zu en vgl. gl. Hrab. kaenup/en 484. kafogen 486. rihten 996. Unechte Färbungen des en sind im 11. 12. Jahrh. in*), seltener an: gixagan gl. Teg. 240. rw. mwkan Genes. 28, 18. Umstellung des en zu ne nach liquida erinnere ich mich sehr selten: geteerne: Herne Wernh. 205, 28. *) Schon Otfr. F. hat zweimal in: bimani* I. 26, 8. «villi» IV. 8, 5. 311 § 320. 321. Nur vereinzelt zeigt »ich in alten Quellen Abstofs des n: !/i/o ui Vor. 103,12. berichti. leri 113,22. Iliiiiiig dagegen wird nach m oder n des Stammes oder des Suffixes diu ganze Endung verschwiegen: erparm: arm Otack. c. 56. 103. stürm: irirm g. Rom. 26. man : daran Otack. c. 74. geman: i/elän c. 23. erchenn : etice» c. 818. mein: ztoem c. 105. rersann : in Htm c. 31. lern : gern JUngl. 480. : krrn w. Gast 10676. erchirn: gestirn Otack. c. 299. — rerehen: gehen Otack. c. 841. rechen: sprechen Teichncr I.a. 172, 88. orden: worden Krone 7909. einträfen: M/en 26290. gewäfen: släfen 158. verlangen : taugen Wernh. 183, 45. In dem heutigen Dialect wird der Vocal der Infinitivendung stets unterdrückt; dabei wandelt sich n nach labialein Stamin-auslaut iu m: tjlaubtn, lehnt, kauft»t, nach gutturalem in ng: be-gegng, ruckng, machng Schm. §§ 576. 577.57!). Nach vocalischein Stamme wird das » vorniiselt: mit, sehnet, bau Schm. § 581. In der Tiroler und Kärntner Mundart haben die vocalischeu Stämme Neigung zur erweiterten Endung: ttineii § 302, ndnan, kräuan (säen, kräen) Luterotti 90. 279. Der Genitiv des Inf. lautet annes, iinnes, ennes, der Dativ unne, dune, ernte; dann einten, eune und gekürzt enes, ene. bis zu ene, en. Unbcstiuuntc Färbungen sind innis, inne, zuweilen unne: zi gimahuune gl. Salisb. 296. vordrunne 309. Die alemannisch nicht seltene Einschichung eines d weiis ich bairisch nicht zu belegen: alem. Gr. § 371. § 312. Das Partie. Präs. endet in anti, onti, SntL Neben auti steht schon in gl. Ilrab. umgelaiitetcs enti. Das gcwünlichc ist dann geschwächtes ente, ende. Die Nebenfärbung inte, indt ist nicht selten; amle ist nicht häufig, vgl. Hand«: gesandt Wernh. 199,16. hineintut MB. XXXVI. 2, 7. Ganz besondere Neigung hat der Dialect zur verdumpflcn Form unte unde: chuchunter Haupt 8, 12». hungernnte Pa. 106, 36. hidrmuntr Milst. 50. 14. irahsunt 113, 35. — hrinnuude Karaj. 52, 8. dieuundc 40, 14. Jiurunde Kaiskr. 112. 9. redundr Vor. 166. 19. irrinmide 241, 27. rahmide. Mihi. 83, 13. nreim-unde 32,8. trrchtwde 10, Ii. gliunde Tundal. 47. «7. ßnhznnde 225. 16. ruhluude 233.7. lobunde Kindh. 92, 87. sirnnzunile (rem. Leb. 215. sagunde Hai A. 157, 17. rhlagitnde 160. 21. Illfaillldl 16», 17. 167, 4. senunde «von 23. b. gähnnde 27. stnmlnnde DSp. 88. wartumde 54. trainnnd 11. schutund Lodw. 12. rw. rul-,/»»,;. irarlund 1872 Schottenst. n. 298. furgand 1378 NotlxbL 4, 559. pegermt 141« ebd. 5, 105. mmmd 1457 ebd. 6, 566. ranlnml Trient. 81. IL kriegundt VII. lomkunt XVII. rerfefstund 1482 Oberbair. An h. 25, 91. .j. horui.dt Max Jagdb. 22. raetundt Ilerberst. 97. lauttun.U 208. srhteebunde 1620 Kntisbl. 4, 298. Oaxu die Reime: treinnndc: munde. Haben. 321, 1. : ehund. Huck. c. 736. SUochund :Jund c. 149. trahtund: stund c. 819. Kurland: stund c. 783. § 365. 366. 312 Die Apocope äulsert auch an dem Ptc. Prs. ihre mundartliche Kraft, vgl. der clagent. ijagent Laber 210,7. merent: verhörend Teicbner Ls. 211, 6. Ausfall des Nasals, womit sich zuweilen Syncope vereint, kommt zwar in älterer Zeit nicht sehr häutig in der Schrift vor: töüde :/röüde Parz. 76, 28". 291,4. schamediu Parz. G. 27, 9; später granet Ayrer 2957,9. weinet 1820,16. gartte.de 1611 Notizbl. 4, 486. Dagegen ist in den heutigen Mundarten ed {ad) = end allgemein verbreitet: redet, jaget, reret — lotzat, rögnat, räukiat, saufati Höfer § 72. Castelli Wb. 32. Frommaun 3, 104. zu Gräbel 3, 250. § 313. Im Präteritum Ind. Sg. 1. 3. ist ta, der liest von teta, die älteste Endung, die früh zu te wird. Das im 11. 12. Jh. vorkommende ta zweifle ich als echte alte Endung an: erkärta Ps. 88, 5. bcdacta 43,16. irbeizta Genes. 34, 3. zunta Denkm. LXXXH, 5. 6. dnrtfa. tuizfa. hmigerota. weinofa Denkm. XC, 14. 16. giuuirihla 97. Mint vergleiche die unechten Kudungen Io: zugilprechato Hudlieb II. 226. tcolfo Otfr. F. I. 4, 86. gewitoto Denkm. XCIV, 25. ge/rumeta 8. —ti: muodoti Denkm. XC, 15. gemndofi 16. giwthiii Vor. 100, 14. irlfitfi 16. irlüteriti 101, 27. kiriti 107, 16. tanti. lätfi Bened. Pr. 13. »tili, tlarrhfi 87. u. n. m. Die Apocope vernichtet nicht Bcltcn das e in te. Die bairisch-österreichischen Dichter des 13. Jahrh. scheuen sich nicht die verstümmelten Formen im Keime zu brauchen: taget: unrerzaget Georg 5277. erlacket: gemachet Helbl. 7, 617. erwachet: gemachet Georg 1817. Helmbr. 867. witet: gepritet Meier. 3308. bouwet: edumwet Krone 1311. Belege der Apocope nach echt § 305. — Nach « kommt die Apocopc schon im 11. 12. Jahrh. vor: pfefirot: bot Milst. 47, 2. ordenot: mit Milst. 18, 8. Angengc 8, 67. rcrwandrlot : «Öl Milst. 83, 16. Ferner pettot Milst. 82, 15. Slot 63, 12. leitnt 106, 33. er-greiffot 105, 33. freitchot Knrnj. 23, 2.1. erbidimat 41, 18. getegenat 74, 5. tuo-ckot 83,7. rorderot Vor. 134, 24. dorrot, geeegennt Wemh. 150,8. trmrot 153, 11. wunderol 164, 35. lechtot A. 1803.— Vgl. auch marierot: t() 3. -et -t, — PI. 1. -en (in. nn) mtd 2. -et, -I (tt) 3. -ent (int. ant. null inip. -e (i. «), — Inf. -en (in. um), -u -et, -t, -tt Prt. Sg. 1. 3. -ele, -el, -le, -t (eehle. echt) 2. -etat (etett), -let, -ett PI. 1. 3. -eleu, -len (-ton, -tan, -tin) 2. -etil, -tet Ptc. Pt. -et, I. § 319. Das Zeitwort haben, das der 3. schw. Kl. zugehört, verlangt durch Schwankung in die 1. Kl. und durch seine zusammengezogenen Formen eine besondere Darstellung. Die vollen Formen bedürfen keiner besouderen Ausführung. Das b geht in mundartliches ir häufig über, z. I). 1. PI. heitren 1313 Altenburg. n. 120. 1323 Klosterneub. n. 201. 1343 Schottenst n. 215. 1578 Notizbl. 8,410. — 3. PI. hawent 1311 Altenburg. n. 112. 1323 Klosterneub. n. 201. Ucbertritt in die 1. Kl. uud damit Umlaut kommt nicht selten in der älteren Zeit vor, z. B. 3. Sg. hebit Phys. 1, 20. — 3. Pt. hebele Milst. 159, 7. hebte Stricker Hahn XII. Bartsch Karl XCVI. — 3. PI. hebeten Milst. 158, 26. 161, 11. hebten Bartsch Karl XCVI. —• Ptc. gehebt gehejtt im 15. Jahrh. häufig: 1464 317 § 325. MB. XXXV. 2,371. 1473 M. Habsb. L 2,138.142. 1475 Oberbair. Arch. 25,17. 1483 Notizbl. 4,451. Bair. Freih. 180. 1509 Chmel Maxim. 323. 1526 Oberbair. Arch. 25, 274. Die Verdumpfung des stammhafteu a wird mit o bezeichnet: hoben im 15. Jh. nicht ganz selten. Nach Ausstofs von b erfolgen Zusammcnziehuugcn. Prs. Ind. han. 2. hm. 3. hat. PI. 1. hau. 2. hat. 3. haut. 1. Sg. han geht auf altes haben zurück, das sich noch bei Stromer 75, 28 findet, obgleich schon im 11. 12. Jahrb. habe gebräuchlicher war. Die Quantität schwankt; man vergleiche han: an Frauend. 59, 25. Dietr. Fl. 1286. Otack. c. 316. :]>an Otack. c. 200. : tlan Frauend. 25, 4. :gan Ortnit 66,3. :kan Parz. 634, 17. Mai 38, 36. : man Parz.. 39, 18. Wilh. 170, 7. w. Gast 2566. Krone 10155. Gundach. 205. Wigam. 1304. — hdn: kappelldn Parz. 76, 2. : Idn 684,29. Krone 10112. Syon 32. : stän Karl 3888. :getan Parz. 276, 8. Wilh. 39, 13. Neith. 99, 36. Frauend. 50,5. Stricker Ged. 3,124. Gundach. 4781. Otack. c. 200.295.706. :tedn Parz. 9, 15. 67,7. Neith. 7, 1. 100,24. Karl 3845. — Die Form han kommt auch in Prosa häufig vor. Vcrdumpft hon 1323 Steir. Mitth. 9,238. Insbr. Ps. 2,50. :dar-von Sachs ungl. Kinder Evas. Heute i hänn, i hdn; in Tirol sogar hun. 2. Sg. hus Ps. 16,4. 17,37. 38. 21,9. 30, 35. 103, 10. Syon 26.27.30. Im Reim: da Syon 40. b. Lunpr. Franciao. bei Pfeiffer Uebungsb. 62, 212. : Ylias Ortn. 54, 2. : da: Teiehner Ls. 231, 207. — Häufiger ist hart. Reime: fast Otack. c. 772. :ga»t Krone 29467. Melcr. 1059. Teiehner Tis. 172,84. :latt Krone 2399. — : last Wilh. 233, 3. Karl 335. Krone 10377. 13160. Stricker Ged. 5, 66. Meier. 2617. Dietr. Fl. 5359. Wolfdietr. 120, 1. Syon 56. : stuxt Ortn. 131, 4. 3. Sg. hat wird fast nur auf d gereimt: ad mir dt Otack. e. 422. : drdt w. Gast 9104. : begdt Ilelbl. 7, 1197. : lat Wilh. 95, 23. w.Gast 1824. Stricker Ged. 11,185. Meier. 1412. Gundach. 1353. :rat Parz. 40,3. Wilh. 80,19. Neith. 99,30. Kindh. 68, 24. w. Gast 9553. Karl 510. Helbl. 8, 105. Otack. c. 43. :sdt Helmbr. 1132. : stdt Gudr. 822,3. w. Gast 3485. Frauend. 105, 1. Stricker Ged. 11, 179. Meier. 1392. : tat w. Gast fi. Mai 125, 14. Wigam. 502. Ilelbl. 7, 692. 1208. Otack. c. 156. :ndt Parz. 783, 17. Neith. 5, 22. w.Gast 11645. Ortn. 111,4. § 365. 366. 318 Auf kurzes a: etat Neith. 15, 30. Mai 193, 33. Meier. 1405. Otack. c. 2. : gestatt Wolkenst. XXVI, 340. Die Verdampfung wird seit 13. Jahrh. durch hot bezeichnet, z. B. 1290 Altenb. Uk. n. 50. 1322 n. 146. 1323 Steir. Mitth. 9,238. Trient. St. 17. 21. 89. Archiv 25, 139. Im Keim: tod Sachs llitter m. getr. Hund. Durchgehcnds wird mit tiefem a heute haut, hat gesprochen; in der Oberpfalz haust, haut. Zusainmcnziehuugcn aus liebit sind bairisch selten. Ich kann nur anfuhren hit: get Warnung 2348. 337G. :gtt, »tet Krön« 313. :»tft 18640. heil Vor. 108, 19. : ge.irarheit w. Gast 11169. : le.it (legete) 11187. Im alemannischcn kommen diese Formen häufig vor, alem. Gr. § 374. FL L han: daran Otack. c. 19. : län Tara. 349, 9. : eritin Stricker Ged. 12, 626. PI. 2. hät: ergät Para. 12, 1. ilät Wilh. 173, 3. : rät Pari. 674, 1. Wilh. 161, 16. Karl 1029. tMerrät Beben. 108, 4. : stät Karl 2295. : tat Ami* 87. Knik. 866. : teät Parz. 278, 3. — Aua nasalem Im heut (Vor. 872, 6. Dietr. PI. 6) haut: gemant Krone 2685. hänt: gänt Wildon. verk. Wirt 345. : laut Fraucnb. 597,6. : stättt 601, 14. — Vgl. auch haialWolkat. XVIII. 3, 8. XIX. 4, 9. Die 3. PL, die noch heute in voller Form liabent lautet, obschon seit dem 14. Jahrh. daneben haben in der Schrift Aufname. fand, zieht sich zu hant zusammen mit schwankender Quantität. haut: errkant gem. I.eb. 72. : hmt Mni 111,30. ; getraut Wigam. 4561. — hänt : länt Karl 7363. Stricker Ged. 11, 21. :>tänt Kindh. 89, 30. Karl 1855. 9254. Formen in e sind mir aus dem Dialect nur in der Tiroler 3. PI. hend bekannt, Schöpf 227. Luterotti 45. ff. — Die 1. PI. hiennt Oberbair. Arch. 25, 201 (1494) steht vereinzelt. § 320. Im Conj. Prs. kommt die Zusaiumcnziehung wenigstens im PI. vor: 1. PI. hau : man Heier. 1775. — 2. hat: lät I'arz. 370, 1. — 3. hän : län Karl 4338. :«tän Stricker Gel. 11, 83. kan tan Sachs Mllssiggaug. In 1. 3. Sg. wird die volle Form gewöulich durch Apocopc verkürzt, ebenso iu 2. Sg. Iniper. Im Iufin. ist han sehr gebräuchlich. kän:gän Gudr. 942, 1. w. Gast 6069. Frauend. 118, 7. : län Parz. 355, 12. Wilh. 109, 15. :plän Otack. c. 409. litän Freuend. 108, »7. Otack. e. 159. :getan Pen. 347, 3. 414, 30. Wilh. 269, 1. Kindh. 67, 25. Frauend. 25, 20. Georg 1383. Wigam. 4184. han: an Freuend. 117, 6. Otack. c. 399. : kan Mclcr. 1450. : mau Porz. 346, 27. Willi. 80, 27. 83, 9. 114, 10. Krone 353. Meier. 1426. Otack. c. 200. : man Purz. 316, 3. : geican Otack. c. 337. 319 § 320. 321. Aus verdumpftem hoben (z. B. Notizbl. 4, 324) wird hon, : krön Sachs Nachrcd. § 321. In dem Präteritum sind im 11. 12. Jh. die vollen Formen habete u. s. w. noch sehr häufig, dann werden aber die zusammengezogenen bevorzugt. 8. Sg. Ind. häte:drale Kindh. 89, 22. Karl 170. 2141. Ami» 409. 739. j. Tit. 402, 2. Dietr. Fl. 6924. Otack. c. 798. träte Wcmh. 203, 3. Karl 146. 1S46. : späte Amis 252. Mai 43, 29. 90, 17. : täte Genes. »6, 30. — 8. PI. täten: täten Wendi. 184, 26. Karl 561. Mai 124, 15. Gundach. 1527. Otack. c. 822. : lerne-miteii Mai 150, 40. Sven 58. ;priläten Otack. 776. :4eräten Mai 90, 12. Otack. c. 9. 406. : geraten Angenge 3, 50. j. Titur. 359, 2. :rerraten Otack. c. 565. : täten Kindh. 81, 86. Wernh. 201,8. Rllgen 660. Krone 25893. Karl 4150. 7000. (leorg 5549. Gundach. 1282. n. ö. : gelitten Amis 604. : vertäten Haben. 242, 5. ; träten Wernh. 205, 37. Ilaben. 693, 6. Für Kürze des a wcils ich nur hatte Wernh. C. 3426 aus älterer Zeit anzufüren; heute lautet der Conj. Prt. kurz halt (Schöpf 227. Frommann 3, 453), das Ptc. Pt. . I. 1, 483. 1479 3,856. 1532 Notizbl. 8, 332. 1560 Archiv 25, 79. Ilerberst. 199. — 1*1. 1. mngn 1488 Archiv 27, 149. — PI. 2. muget ebd. — PI. 8. mugen 1477 M. Ilabsb. I. 2, 269. Das u wird gefährdet durch den Umlaut und die Oefl- nung zu o. Der Umlaut kommt zwar seit Ende des 13. Jahrb. für diese Formen in der Schrift vor, z. B. 1. Conj. mitge Gundach. 248. — 3. Conj. m/ig bair. Landfr. v. 1281. Indessen sezt er sich erst später fest (vgl. auch § 29) wie die Beispiele für reines u zeigen. Die offene Aussprache deuten an migen 1566 Oberbair. Arch. 25, 297. vermögen: kriegen Ayrer 2181, 30. Heute ist ü (i) nur noch im Infin. hier und da zu hören. Die Formen mit o kenne ich seit Ende des 13. Jahrh. 3. PI. Ind. mögen 1285 Wittelsb. Uk. 11. 158. Trient. St. 152. XX. XXXVI. 1389 Schottenst. n. 849. 1498 MB. XXXV. 2, 432. Max Jagdb. 6. 24. NotizbL *) Ueber indicatives singul. meg bei angelehntem ih oder u in den OUiricdschcn llss. vgl. Kelle bei Ilaupt XII, 130. 325 § 320. 321. 8, 2G7. 7, 139 (1629. 1541). — 8. Sg. Conj. mögt 1347 Altenburg. n. 22G. Trient St. XXXIX. Den Umlaut in ö kann ich seit 15. Jahrh. aufzeigen: Ind. 1. PI. mögen bair. Frelh. 7. 1480 M. Ilabsb. 1.3, 130. 133 : entgegen Ayrer 764, 38. mögend 1479 M. Ilabsb. 1. 3, 168. — 8.1*1. mögen 1526 Melly n. 19__ Conj. 3. Sg. mögt 1476 II. Ilabsb. I. 2, 185. 1669 Oberbair. Arch. 25, 299. — 3. 1*1. mögen 1483 Archiv 27, 135. Dieses ö (als e gesprochen) hat in den jetzigen Mundarten im Ind. l'l. und im Conj. sich festgesezt. Im Infinitiv treten dieselben Vocale wie im PI. Ind. auf. Der Iniinitiv aller Prätcritopriiscntia ist eine neue und späte Bildung, da das Pcrfect im deutschen keinen Infinitiv besizt. Die älteste nachweisliche Form ist magern fg. th. 59, 23. gl. Emm. 403. gl. Teg. 247. rw. Mit e kenne ich keinen Beleg; muffen vermag ich erst spät nachzuweisen, doch kann es früher vorkommen: Trieut. St. LXVIII. 1480 M. Habsb. I. 3, 401. 1505 Oberbair. Arch. 25, 234. 1528 Notizbl. 8,192. Mit Umlaut bei Aveutin und Ilerbcrstcin, im Keim: fugen Sachs zweierlei Belohnung. Ayrer 63, 32. : kriegen Ayrer 755, 25. Gleichzeitig zeigt sich der Iufiu. in o: mögen Trient. St. 100. Max Jagdb. 48. Seit dem 15. Jh. ist auch mögen in Brauch, z. B. 1475 Oberbair. Arch. 25, 17. (Wiener) Archiv 19, 155. llerberst. 74. 370. Notizbl. 4, 121. 7,296. — Ilcutc wird mögen und nivgen (megn niign) gesprochen. Das Partie. Präs. ist selten: megende Kaiskr. 101,25. ge-megend: regend j. Tit. 266, 1. — niugenile: kugende j. Tit. 226, 2. ; fügende 193, 2. 596, 1. § 326. Das Präteritum ist mahta, Umlaut und Vcrdumpf-ung variieren es. Ind. Sg. 1. motte Denkm. LXXVI, 10. — 3. miktn fg. th. 41,27. 59,24. 61,12. Otfr. F. I. 8, 3 (P. V. mahta). Im übrigen genügen die Reime Sg. 1. mahle: tmahle Gundach. 3710. mahl: beilühl Otack. Vorr. — 3. Sg. : ohle Wigam. 1351. 3287. : iahte Warnung 2976. : ilahtc Mai 35, 13. 39,32. :4e-trabte Ilelbl. 15, 619. mahl.- brüht Otack. c. 165. : nlier/aht c. 43. : naht Krone 26332. Otack. c. 657. : rertmähl c. 69. : tracht Dernli. Stift. 138.— 3. II. mahlen : brühten Otack. c. 375. :bedahten Warnung 2998. 3552. Gundach. 2162. : ht-fruhten Mai 103, 19. Aua der Proaa jüngere Beweise den «: 1. Ind. macht 1346 Archiv 27, 76. 1401 Schottenst. n. 389, in den Altenburg. Uk. stehend. — 3. Sg. macht 1859 Notizbl. 4, 389. — 3. PI. machten 1350 Schottenst. n. 237. 1362 n. 275. Das verdumpfte mohte ist seit 11.12. Jahrh. (Ps. Milst. Vor.) nachweislich. Reime aus dem 13. Jahrh. 3. Sg. mahle-.lohte Krone 20056. 28300. Mai 85, 1. 196. 85. Wigam. 1724. Gundach. 5067. — PI. mohten: gefohten Otack. e. 157. : tobten Mai 201, 16. Otack. c. 1. § 365. 366. 326 Den Conj. Prät. in a finden wir in den Hss. des 11.12. Jh. häufig, vgl. Vor. Milst. Genes. Bened. Pr. Auch Otfr. F. II. 10,1 hat mahti gegen PV mohti. Jüngere Belege sind : 1. Sg. macht: acht Wolkenst. XXV. 1, 7. — 8. Sg. mähte: ahte Wigam. 683. maht: üht Otack. c. 224. : brüht c. C56. macht Ludw. f. C. rw. — 2. Fl. mähtet: getrahtet Gundach. 8815. — 8. PI. mähten: ahten Otack. c. 399. Gleichzeitig tritt der Umlaut in e (auch ce geschrieben) auf. Vgl. u. a. 1. Sg. mashte Kaiserkr. 112, 10. 166, 1. Wernh. 181, 42. mcht Vor. 883, 12. —■ 2. Sg. mehtes ICaiekr. 81, 80. mmhtes 145, 29. mtehtest 166, 5. — 8. Sg. miehte Kaiskr. 41, 80. 107, 29. mehte Vor. 203, 3. — 1. PI. mähten Wemb. 186, 1. — 3. PI. mähten Kaiskr. 102, 12. 107, 80. Wernh. 209, 2. Dazu die jüngeren Keime: 8. Sg. mehte : gebrehte Helbl. 2, 728. meht: nngesleht Teichner Ls. 209, 17. mieht: ficht Otack. c. 96. — 3. PI. mähten: brtehten : gcdtchten Otack. c. 288. Auch im 15-17. Jahrb. kommt noch e vor z. B. mecht 1478 M. Habsb. I. 2, 394. 16. Jh. Archiv 25, 84. mechten 1652 Oberbair. Arch. 25, 338. Doch kann dieses e für ö stehn. Die Formen in o kommen im Conj. lange unuingelautet vor. Vgl. 8. Sg. mähte: lohte Gundach. 4383. mochte 1529 Notizbl. 8, 267. — 3. PL mohten: gefohten Krone 2736. : geflöhten 14040. mochten 1479 31. Habsb. I. 3, 861. 1530 Notizbl. 8, 290. Daneben ist freilich der Umlaut seit 13. Jahrh. nachzuweisen: 1. Sg. moehte 1389 Klosterneub. Uk. n. 279. — 8. Sg. michte 1287 Wittelsb. Uk. n. 168. Kindli. 83, 74. — 8. PI. mücliten Megenb. ß. 35, 8. Das Partie. Prt. kommt selten uud spät vor: vennoht: brüht Otack. c. 164 — gemngt 1508 Chmel Maxiin. 299 — gemögt Hcrberst. 198. — Heute gmiigt, gmScht, gmiigt. Der Conj. Pt. (Indic. ist aul'scr Brauch) lautet jetzt mächt, mächt, oder in neuer schwachcr Bildung möget,mächet, auch vi ächtet (mecktet), Schm. 2, 557. Lexer 191. Schöpf 441. Tschischka 271. Frommann zu Grübel 3, 260. § 327. Pra. Ind. Sg. 1. 8. Kcal seol schul sol sal (sul) 2. sealt *coli scholl soll (solst. sol) PI. 1. scnlun schalen stillen suln schollen scholn u. s. w. Conj. sculi -e, schalle -«-, sulle -l-, solle S-Partic. scolanter solenter Pt. Ind. scolta -e, schölte, solte -tU Conj. scolti -e, schölte (schulte), solte -ö-I'tc. geschalt gesolt. Der alte Anlaut mit sc (scli) hält sich bairisch sehr lange: in den Urkunden des 14. Jahrh. ist er sehr häufig und auch im 15.16. Jh. ward er noch geschrieben, z. B. schol Archiv 25, 58. 27,102. schulten Stromer o. schuln 1407 Archiv 27,102. schotte 327 § 325 . g. Kom. Ring. Stromer o. acholt Archiv 25, 121. — Die ober-pfälzische Mundart und die der VII. Comuni hat es noch, Schm. з,349. Cimbr.Wb. 166. Was den Stammvocal iin Präs. betrifft, so findet sich das echte a des Sg. aulser in den ältesten Quellen noch u. a. scal Vor. 347, 27. 348, 20. 349, 12. 352, 15. ml:aal Helmbr. 756. :tul Neith. 239, 67. : mal Fastn. 62, 15. sali Litanei 221, 18. Das mundartliche a für o (§ 6) ist hier nicht anzusetzen, wol aber in dem Prt. mite (: (je/alte) Angeuge 8, 63. Verdunipfung des o zu u (§28) kommt nicht häufig vor: sul Vor. 41, 19. ac/iul Bened. Pr. 69. Klosterneub. Uk. n. 209. Der PI. wird Einfluls haben. Zu der 2. Sg. merken wir an, dals sich das alte aolt noch zuweilen an der Salzach hören läl'st, Schm. § 907. Das jüngere aolst u. a. iu Max Jagdb. oft. Iin w. Gast 13290 du aol (: icol) ist weder indicativc noch conjunctivc Form und Hilst sich der 2. Sg. tuo vergleichen, § 302. Im PI. Prs. ist der Stanunvocal schon in den ältesten Quellen и, woraus sich auf II oder l mit einem andern Cousonantcn im alten Stammauslaut schlieIsen lielsc: 1. Pl. tculm Denkm. I.V, 10. Ii. «cm/m wir ebd. 32. — 2. «>•»/«( Kxburt. — 3. tmlim fg. th. 7, 15. Für den Umlaut im PI. Ind. ist m'den 1299 Notizbl. 6,367 < mein ältester Beleg; im 15. Jh. ist er ziemlich häufig. Wol durch Einfluls des Sg. zeigt sich allmählich o im PI. Ind., z. B. 1. PI. *colen Vor. 349, 16. — 2. PI. solf.golt Karl 1596. — 3. PI. acoli'n Vor. 369, 4. Es gewinnt langsam Boden. Dazu tritt im 15. 16. Jahrb. der Umlaut >7: 2. PI. achölt liing. aölt II. Sachs. — 3. PI. aöllcu Melly n. 19. : stellen II. Sachs Messias. In den VII. Comuni hat ö das ganze Zw. ergriffen: ich achöll, bar schöln; ich achölte; geschölt; achöllen eimbr. Wb. 166. Im Conj. Präs. herrscht reines u noch über den Umlaut m; im 13. Jahrh. ist das ü durchaus nicht so sicher, wie die Herausgeber von Dichtern des 13. Jahrh. glauben. Noch im 17. Jh. kommt aull u. s. w. vor. — Zu der Form in o (aol aolle) findet sich der Umlaut: 1. Sg. soll:öl II. Sachs zehn Juugfr. — 3. Sg. achoeOe 1335 Steir. Mitth. 11, 88. - 3. PI. sollen 1478 M. Ilabsb. I. 2, 384. Im Infin. erscheinen sämtliche Vocale des Präsens aulser «. § 365. 366. 328 Partie. Prs. scolanter gl. Teg. 95. gl. Möns. 364, scolonter gl. Möns. 362. gl. Teg. 222. rw. gl. Salisb. 313. scolenter Ps. 39, 30. solenter 97, 10. Im Prät. ist o der feste Stammvocal, der im Conj. auch umlautet: 1. 3. Sg. schält 1368 MB. XXVII, 194. f. — 2. Sg. schöltest Megenb. 132, 27. — 3. PI. schölten Megenb. B. 75, 24. 122, 22. MB. XXVII, 280. Sölten ebd. In Klosterneuburgcr Urkunden des 14. Jh. finden wir auch « filr o im Conj. Pt., z. B. 3. Sg. schult 1306. 1320 ebd. n. 112. 190. — 3. PI. sulten ebd. 240. Aus heutiger Mundart ist die unechte nürnberger Coujunctiv-form soltet zu erwähnen, Schm. § 961. §328. Prs. Ind. Sg. 1. 8. gan 2. gamt (gam) PI. gnnnen (gönnen. gönnen) Conj. ginnte Inf. gnnnen gönnen Prt. Ind. ginnte Conj. ginnte giintle Ptc. entnimm — gegmnet gönnet gönnet. Aus alid. Zeit liegen mit Ausnamc der 3. PI. arpunnun gl. Möns. 368 keine bairischen Belege vor. Das einfache an onda ist gar nicht in uusern Quellen zu finden. Die ältere Form der 2. Sg. ist (/anst (für gant), im Beim: kamt Helbl. 8, 368. Syon 58. b. Suchenw. 1, 62. Das nur scheinbar ältere gurn findet sich z. B.: Alischans Wilh. 38, 2. : ürjans Parz. 524, 20. Im PI. tritt o neben das richtige u im 14. 15. Jahrb., umlautend gönnen 1480 M. Ilabsb. I. 3, 122. Im Conj. sind u und ü die Stammvocalc der älteren Zeit, m wird mit widerstreben von dem Dialcct behandelt § 29. Auch im Infin. wird reiues u behauptet, vgl. die lteiine: brunnen Gudr. 653, 4. : verbrunnen Amis 1144. : beguiinen Krone 1640. : chunne Otack. c. 4. : «innen Wilh. 394, 28. Gudr. 95,4. Amis 173. j. Titur. 1619, 2. : versunnen Tit. 31,2. Krone 23371. Georg 4380. : uninnen Wiener Merf. 506. Laber 276, 3. : ge-wunnen Gudr. 528, 4. Krone 4489. 21058. Wigam. 24. Otack. c. 772. Im 15. 16. Jahrh. findet man günnen oft, allein bis heute ist günnen herrschend, Schm. 2, 52. Lexer 127. Schöpf 224. In den italienischen Colonien, ebenso in einigen Tiroler Thälern ist nach der besondern Mundart gestaltet günnen zu hören. 329 § 320. 321. Das im 14. 15. Jli. auftretende o greift nicht tief: gönnen Klosterneub. Uk. n. 96. 1458 Archiv 27, 120. vergönnen 1450 MB. XXXV. 2, 345. 1473 M. Ilabsb. L 2, 141. Mit Umlaut vergönnen 1532 Notizbl. 4, 39. Im Prät. kann ich nur die Form in u belegen (vgl. unda Otfr. F. I. 27, 31. giuneta III. 22, 29. güuuti V. 25, 101 gegen P. V. unda. gionsta. gionsti); ftir o weifs ich aus älterer Zeit nur yond Vor. 107,10. — Im Conj. haftete unuingelautctcs u, z. II. 1. Sg. gunde: drunde Parz. 71,4. : gründe j. Tit. 564, 3. : nmiule Mai 63, 23. : stunde Biter. 1257. — 3. Sg. /unde Wilh. 38,10. : munde Laber 398, 3. : stunde j. Tit. 240, 1. enbunde: munde Krone 4097. gund: Admunt Otack. c. 392. — 3. PI. guuden: funden Krone 20417. :stunden Biter. 12404. Otack. c. 87. -.gewunden Gudr. 113,4. Die heutigen Mundarten haben nur den Conj. Pt. gun-net, gunnat. Für die st. Forin des Partie. Prät. zeugt enhunnen:ent-runnen Tund. 56, 59. : gewannen Warnung 3004. Krone 1386. — Häufiger und im 13. Jnlirli. herrschend ist die scliw. Forin gunnet gunt. Umlaut: günnet bair. Freih. 47. giint ebd. 53. ge-günnet 1441 Archiv 27, 113. eergünnet 1479 M. Habsb. I. 3, 328. vergünt 1475 Archiv 27, 127. vergündi:gsindt Schmeltil Lobspr. 1278. Heute gunnt, eergünnt. — Zu gönnen findet sich das Partie, gönnet bair. Freih. 35. gont 49. vergönnt ()berbair. Arch. 25, 208. § 329. Pr». Ind. Sr. 1. 3. chan 2. eknntl PI. chmum {künneii., könne») Conj. rknnne rlt»».it |i»nne) Inf. rhu«um. hinnen {Lünilrn) hiinntn Prt. Ind. chnnitr |iiwife) Conj. rlmnilr. künde ekündr künde (knnl, künnel) Ptc. (rer)i-kunneii. {knnl knnl). Auch bei diesem Zw. sind die bairischen Belege der ältesten Zeit sehr selten. Das a des Sg. unterliegt im Dialect der Verdumpfung, so dals II. Sachs nach heute noch giltiger Nürnberger Aussprache k-on reimt: Ion, thron, Mammon (Xenophon und Tugend, Tobias, Geiz). Im Ind. PI. und im Conj. bleibt « sehr lauge rein, doch dringt der Umlaut seit 14. Jahrh. fester durch. Heute beherrscht § 365. 366. 330 er das ganze Präsens mit Ausname des Sg. Ind.: künnen kinn kinna, Sellin. 2, 307. Tschisclika 271. Schöpf 333. Lexer 164. Nur in den VII. XIII. Comuni reines u, eimbr. Wb. 140. — Neben diesem künnen ist können seit 16. Jh. in der Schritt nachzuweisen. Ayrer reimt mit können uud künnen z. B. 753, 24. 757,3. 2178, 29. Nürubcrgisch gilt heute nur könna. Die Einschicbung eines d findet sich zuweilen im 16. 17. Jahrb., z. B. Inf. künden Sachs, kinden Oberbair. Arch. 25, 294; vgl. auch Schm. § 928. 2, 307. Schöpf 333. In dem Prät. Ind. hat der bairische Dialect durch die ganze ältere Zeit u im Stamme; Otfr. F. I. 27, 31 hat kunda gegen PV kondu. Mit Apocopc cliund: stunt Meier. 12419. Tcichner Ls. 233, 6. ; icunt ebd. 85, 71. Erst im 15. Jh. arbeitet sich elionde chonden mehr hervor, doch dialcctisch gilt noch weit später u, z. B. kundten Avent. LXIV. khunden 1652 Oberbair. Arch. 25, 338. Auch im Conj. Prät. herrscht n, ■/.. B. cliunde: munde Neith. 17, 29. Gudr. 383, 4. Mai 3, 20. — 3. Sg.: begunde Neith. 23, 24. : künde j. Tit. 234, 4. : munde Helbl." 8, 792. Syon 28. b. : stunde Georg 254. kund: stund. Wolkenst. XXII. 5, 7. Im ganzen 16. 17. Jahrb. herrscht noch das «, daneben kommt freilich auch ü vor (Ayrer k und: find 1473, 33. :«tuend 2201,33) und auch mitunter kände, khönnde. — Heute lautet der Conj. Prt. (Indic. kam aufser Brauch) kunt uud auch künt (Lind), unecht könnet (kinnt) Schm. 2, 307. Lexer 104. Schöpf 333. Tschisclika 271, nflrnberg. könt, käutet Frommaun zu Grübel 3, 260. Der Conj. kunt (Scbm. und Schöpf a. a. O.) ist von kennen entlehnt, indem der Dialect können und kennen viel verwechselt. Das Partie. Pt. bat starke Bildung in verchunnen (:ge-wunnen) Kindli. 70, 63. Das heute neben dem schw. kunt, künt, gikiint, könt mit participialcr Bedeutung vorkommende künnen kirnt ist der Infinitiv, Griiiuu Gr. IV, 168. § 330. l'ro. Ind. Sg. 1. 3. tar 2. tarst PI. turren Conj. tum tirre Inf. türmt türu Ft. Ind. tnrnte Conj. taritr. tönte (lürtlr). Das H im PI. Prs. Ind., im Conj. und Inf. behauptet sich lange gegen den Umlaut, vgl. Conj. 1. Sg. turr Fastn. 37, 24. — 331 § 320. 321. 3. Sg. thur Herberst. 94. — Inf. turren Trient. St. 69. thuren 1501 Chmel Maxim. 395. Im Prät. ist tonte die richtige Form; im Conj. zeigt sich iin 15. 16. Jh. der Umlaut törste, auch türste, das sogar in den Indicativ abergreift, z. B. thürst:fürst Aventin C. IY. rw. Für die Partic. fehlen Belege. Das Zeitwort schcint im 17. Jahrh. von dem Dialect aufgegeben zu sein. Die einzige Spur iu den heutigen Mundarten des Gebietes ist das von Höfer § 90 neben dürfen aufgeführte deuren. §331. Prs. Ind. Sg. 1. 3. darf 2. dürft (ilarfet. darf et) PI. darfm Conj. durji. dnrft dürft Inf. darfen dürfen Prt. Ind. durfte. Conj. durfte dürfte (durfte) Ptc. gedurft -ö- -n-. Die 2. Sg., die richtig dürft lautet und so noch im 15. Jh. mitunter vorkommt, wird daneben fälschlich in dar/es gebildet: bedürfe* Ps. 15,2. bedarfstu gern. Leb. 709, dann darfst. — Unechtes e in 3. Sg. bedarj/e Gundach. 197. Der rechte Stammvocal im PI. ist u; Umlaut, Brechung iu o, Umlaut ung des o sind jüngere seit 15. Jh. neben einander geltende Erscheinungen. Das ö wird offen gesprochen und deshalb im 18. Jb. auch dürfen geschrieben (Oberbair. Arch. 25, 375. Schm. 1,395), das auch den heutigen Mundarten geläufig ist: Schm. a. a. O. Lexer 78. Schöpf 80. Froimiiann zu Gräbel 3, 259. In den VII. Comuni lautet Inf. dürfen, Prs. i durf\ du durf, der darf, eimbr. Wb. 116. Im Prät. ist o der Stammvocal. Im Conj. PI. lautet dasselbe später um und wird auch e geschrieben: bederf/te I Ierberst. 219. Das u tritt daneben zuweilen auf; mein frühstes Beispiel ist 1. PI. Conj. bedurfte wir Vor. Ged. 82, 12. Die heutigen Mundarten haben neben derfet, derft im Conj. Pt. dürft, dürfet Schm. 1, 394. Das Partic. ist erst spät belegt: bedurft 1480 M. Ilabsb. I. 3, 148. bedorft g. Rom. 114. 164. bedörß 1480 M. Habsb. I. 3, 271. Heute derft, giderft. § 332. Pre. Ind. Sg. 1. 8. niDOI (muc. mna) 2. muntt PI. muozeu mutzen (müeu) § 365. 366. 332 Conj. »inose miieze lud. mause muoste. Conj. muose muoste mHeute (»Ittel miiet). Den alten Stanunvocal 6 kann ich bairisch nur iu dem Emmeraner Gebet nachweisen (inozzi Dkm. LXXVII, 8. 9), die übrigen Quellen haben schon uo, neben das sich (las schwächere ue stellt, welches noch heute herrscht. Im Verlauf des 13. Jh. tritt im PI. Ind. und im Conj. der Umlaut üe auf, obschon das reine uo oder ue fortdauert. Das üe lautet jezt ie, ia, oberpfölz. ei (öi). In den VII. Comuni überwigt oe das üe: ich'mos, du mögt, nutzen, cimbr. Wb. 148. Das Prät. belegen die ahd. Quellen nicht; im 11. 12. Jh. lautet Ind. und Conj. muose. Die Form in -et wird durch Reime des 13. 14. Jh. bewiesen: 3. PI. muosten: buosten Parz. 137, 9. : t/ruosten Otack. c. 399. : tevosten c. 47. — 3. Conj. müexte : irüeste Kindh. 89, 05. j. Tit. 514,2. Gundach. 125. müest: wüest Tcichncr Ls. 143,9. Das ältere muoee scheint seitdem erloschen. — Ilcute steht neben müest ein neues mäe/set (■miefiat), müestet (»wütet) Schui. 2, 637. Lexer 194. Tschischka 272. Froinmann zu Grübel 3, 260. Inf. und Partie. PI. begegnen erst in neuer Zeit; das Ptc. ffmüej'st (ijniit'/nt). Zu bemerken ist das schwinden des Stamniauslautes z in den meisten bairischen Muudartcn: Prs. Sg. mue, mau, PI. müen tt lüfte. — Cj. Pt. muet miiet mueeht § 151. §333. 2. /-Klasse. Prt lud. Sg. 1. 3. weil 2. weist PI. wizzitn -en Conj. wizzi -e. Imp. wizze Inf. wizzan. l'le. wizzimti -uuti -entle Prill. Ind. wisltt -r, wisse, weste wesse (miste wusle) Conj. wisti (hoiihL wie Ind.) Pl«. gewizzen ijetrizzeii, gewisl gewest. Zu dem Präs. ist wenig zu bemerken. Das t! für ei iu tvez Ig. th. 27, 20. leent Denkm. LXXVII, 15 ist zwar selten, aber im altbairischen nicht ohne Beispiel § 45. In neuerer Zeit wird das ei in d oder oa verengt. — Die 2. Sg. waie Ps. G8, 7. 23 beruht auf falscher Voraussetzimg, ebenso die 3. Sg. mtixt, die in neuerer Zeit zuweilen vorkommt. Der PI. Prs. Ind., der Conj., der Imper. sind ohne Eigcnthüm-lichkeitcn. Aus dein Conj. erwähnen wir nur die 2. Sg. icizi» Otfr. F. III. 5, 18. Der Imp. teizze Ps. 138, 22. Mai 97, 14. 889 § 338 . Helmbr. 1310, mit Apocope v-izz Syon 26. Megenb. 19, 29. g. Rom. 34. 115 — PI. 2. wizit fg. th. 34,3 *). wizzet trist. Der Inf. kommt im Vergleich mit den andern Vb. mit verschobenem Prät. merkwürdig früh vor: Dat. ziwizanne gl. Teg. 244. Ebenso das Partic. Prs. ■wkzanto Denkm. LXXVII, 4. viiz-zunta ebd. LXXVI, 5 (irizzunde Syon 23. b. wissunt 1534 Notizbl. 5, 322). Die älteste Form des Präteritums ist icixta fg. th. 5, 2. Aus späterer Zeit die Reime 3. Sg. mute: ist» Syon 52. b. : litte Vor. 6G, 20. Syon 21. tritt: vermitt Otack. c. 312. — 3. PI. wisten: etangelisten Guiulncli. 2237. : litten Otack. c. 101. : nuten c. 100. gewisten: mitten Wilh. 107, 1. Spater noch leisten : ehrixten Sachs Rcldger. Wiens, dazu 1. Sg. wifste Ilcrberst. 77. 185. _ 8. PI. wifste» ebd. 300. — Conj. 3. Sg. mint: litt Wigam. 3150. wisst Aventin LXXII. — 3. PI. ieisten: Christen lliter. 3218. Otack. c. 309. : tjefristen c. 253. wista assiinilirt sich in wüm, 3. Sg. fg. tli. 61, 11. 3. PI. irissun gl. Teg. 263. Auch Otfr. F. bat neben dem iu den Otfried-schen Hs. gewöulichcn wessa uud wesht nicht selten (nach Kelle bei Haupt XII, 135 zwanzigmal) die Formen in wiss-, Im 11.12. Jh. sind sie nicht selten, z. 13. Genes. 41, 8. 29, 25. Vor. 13,10. 112, 13. — Conj. 2. Sg. vnaris Otfr. F. II. 3, 61. — 3. Sg. jir-wissi ebd. I. 1, 10. trisse Frauend. 583, 26. — 3. PI. tvissm gl. Teg. 20. Otfr. F. II. 14, 98. Die heutige Mundart hat den Conj. wisset (der Indicativ ist. nicht gcwönlicli) Schm. 4, 184. Lexer 259. Tschischka 272. eimbr. Wb. 112; im nüruborgischcn auch n-ijstet Frommann zu Grübel 3, 260. Das aus wista durch Iircchuug entstehende v-esta finde ich in bairischen Quellen erst im 11. 12. Jahrb., z. I). Karaj. 54, 6. Milst. 94, 14. Genes. 66, 23. Es ist dann beliebt, wie die Reime zeigen: Ind. 1. Sg. weste: beste Stricker bei Pfeiffer Vehungsb. 36. : neste Labor 142, 5. weit: best Ayrer 2220, 9. — Sg. 3. : bette M. Magdal. f. 6. Krone 17222. Karl 1830. Mai 39, 12. Otack. c. 315. :gehrede Kindh. 96, 47. : fette Krone 3125. 8501. Karl 10509. Meier. 9088. Otack. c. 98. 733. : geste Bite'r. 4432. (inndach. 4170. 4478. Otack. c. 744. weit er : Barbester j. Tit. 1381, 2. : Streiter Otack. c. 172. teett: best Suchenw. 22, 102. Ayrer 989, 16. : lest Sache Königin aus I.am-purt. — 2. PI. irest:best Avrer 2218, 25. — 3. PI. westen: besten Biter. 446. Karl 6035. Stricker Ged. 11, 80. Uelbl. 15,598. Otack. c. 14. 454. :gep reiten Otack. c. 374. 467. 707. -.festen Wernh. 201, 15. Gudr. 1497, 4. Krön.' 22809. Karl 4022. Otack. c. 500. 676. Conj. 1. Sg. wette: besten Wernli. 172, 7. -.feste Kalien. 221, 3. : gaste Avrer 3144, 34. ; rette Tundal. 59, 45. west:beit Ayrer 2228, 32. -. fest Suchenw. 27, *) Uber die indicative 2. PI. wizit (fUr wimU) Otfr. F. IV. 7, 61 Kelle bei Ilaupt XII, 134. § 365. 366. 334 100. Sachs Gespr. zw. Tod u. Leben. — 3. Sg. irrste: beste Strieder Gcd. 12, 184. j. Titur. 331,1. Dietr. Fl. 58. Otack. c. 3GG. : gebreite Laber 147, 3. : geile Wigam. 5474. : nette 1458. weit: fett Schmeltzl Lobspr. 1091). — 2. Fl. wett er: aweiter llelmbr. 1054. — 3. PI. wetten: betten Otack. c. 65. : gebretten c. 329. ; hantfetten e. 422. In der Oberpfalz int noch heute der Conj. wette erhalten, Schm. § 968. Aus westa assimiliert sich wesrn; dasselbe ist nicht so häufig wie tfeste, und erlischt früher. Alte Belege: 3. PI. Ind. wessun Otfr. F. I. 14, 4. — 3. Conj. wem ebd. IV. 19, 59. Im Reime 3. Sg. Ind. weste: esse Ilelbl. 1, 1121. : messe Otack. c. 85. 147. 870.468. 740-:presse Willi. 391, 19. — 3. FI. wessen: Hessen Dietr. Fl. 8644. — 3. Sg. Conj. wette :ette gem. Leb. 820. : messe Syon 49. Otack. c. 111. 255. In die Schriften des 16. f. Jahrb. drängt sich das gemeindeutsche miste, auch icoste ein, Conj. icüste; allein der lebende Dialect lullt es von sich fern. Das Partie. Prt. kommt st. und schw. vor: gewizeen :ßizzen Otack. c. 101. :versliizen c. 250. .- wizzen Krone 4517. 4831. anfaer Keim und in Prosa, oft mit adjectiviachcr Bedeutung, beliebt. Mit Brechung gewezzen: vennezzen Bitcr. 6461. 10880. geteist wird erst in jüngerer Zeit häufig; Reimbelegc kenne ich erst aus dem 16. Jahrh., z. B. gewist: bist Sachs Gespr. zw. Tod u. Leben. : ist Ayrer 2912, 25. : list Ayrer 2217, 5. be-wist: ist 50, 7. Heute ist gewist die gebräuchliche Form, erweitert gwifstet Luterotti 45. Häufiger als gewist ist gewest in älterer Zeit; im Reim: fest Krone 3671.16690. Otack. c. 733. : gest c. 277. : lest c. 436.738. Teichner Ls. 143,71. : nest Ortint 491, 3. Vgl. aufserdein Münch. Str. 108. 348. g. Rom. 28. Schlager 1846, 99. Archiv 27, 144; unecht erweitert gewesset bair. Landfr, v. 1281 c. 7. — Oberpfal-ziscb noch heute gwest Sclun. 4,184. § 334. Von den zu den Zcitwortc.il mit verschobenen Präteritum ursprünglich gehörigen Zw. eigan haben sich aulser dem adjcctivisch angewanten Ptc. eigan bairisch sehr geringe Reste erhalten: 2. I'l. eignt Exhort. eigant Otfr. F. II. 18, 6. — 3. PI. eigun fg. th. 5, 13__ 3. Conj. eigi fg. th. 15, 8. aige Karaj. 12, 19. 15, 8. — 2. PL eiqit Otfr. F. IV. 2, 83. 19, 67. V. 20, 71. § 335. Das Zeitwort te eil an, wollen, hatte im Präs. anfanglich nur optative Formen; indessen sind dieselben in den ältesten vorhandenen Quellen bereits stark mit indicativen versezt. Prils. Ind. Sg. 1. 3. wili wille wil 2. wile. wil, will (wilit) PI. I. wellemet wellen 2. wellet weit 8. wellen (willen), wellest (wallest) Conj. welle (wolle) Imp. 2. PI. wellet Inf. wellen (wällen) Plc. wellenter 335 § 325 . Prilt. Ind. welta, wolle Conj. weite (wolle), wolte Ptc. gewällt, gewolt. Die conjnnctivisehc Brechung zeigt sich im Ind. Sg. dieses Zw. auch in den ältesten Quellen nicht, dagegen liahen sich hier die conjunctivischen Personalen düngen meist erhalten. Ind. Sg. 1. wllle gl. Cum. 334. will*. Otfr. F. I. 17, 49. V. 8, 1. Indicative» willo Otfr. F. III. 20, 148. 28, 60. mlo Denkm. XC, 81. Spkter allgemein wil. — 2. Sg. wile. F.xnd. 85, 7. Cewönlich wil und oft im Reim : ril Knraj. 47, 9. Tundal. 45, 5. w. Gast 92. 9763. Krone 18407. Frauend. 5, 21. Georg 687. 3488. Mai 27,7.131,19. Helbl. 3, 140. Gundueli. 4289. Dietr. Fl. 3904. Enikel 812. Wolkenst. LXVIII. 1, 10. -.Mtill w. Gast 11664. : eil Mai 26, 9. Helbl. 10, 15. Otack. c. 429. — Das indicative will wird im 18. Jalirlt. ebenfalls im Beim gebrauebt, : hefilt Willi. 194,25. Wigam. 650. Syon 28. 38. b. :terfilt Georg 234. :gehilt Otack. c. 458. .- schilt Ortnit 116, 2. Wolfd. 64, 1. : geeilt Parz. 31)4, 30. Wigam. 3165. Das junge willst linde ich zuerst im 16. Jahrh. (Herberat. 293). An der Salzach hört mim noch zuweilen will Schm. g 907. — Sg. 3. wili Musp. Denkm. LV, 29. teile Phys. 2, 29. wille Ps. 1, 2. Sonst wil. Im PI. ist e der herrschende Vocal; Otfr. F. sezt III. 20, 92. 134. IV. 9,33 wellen. II. 21,22 weüit (-et). II. 4,89. III. 15, 46 wellant gegen wollen wollet wollent, PV. Vor dem 14. Jahrh. erinnere ich mich keines -o- aus bairischen Quellen, aber auch dann ist -e- noch iu Kraft, z. B. 1344 Schottenst. n. 217. 1390 n. 350. 1402 n. 392. 1438 Notizbl. 6, 534. 1488 ebd. 4, 132. 1484 MB. XXXV. 2,414. 1493 Chmel Maxim. 1. 1526 Notizbl. 6, 313. 1538 ebd. 4, 313. Hcrberst. 77. 335. Aventin Gramm. Daneben wird auf Grund der geschlossenen mundartlichen Aussprache (§ 26), die mich heute herrscht, wollen geschrieben, z. B. 1473 M. Habsb. I. 2, 66. 1604 Notizbl. 4, 122. 1608 ebd. 322. Aventin Chron. u. sonst. Bei Sachs auch, und gereimt u. a. : gsellen Sachs Vater Sun u. Narr. — Schm. 4, 54. Höfer 129. Tschischka 272. Lexer 259. Frommann 3, 456. Cimbr. Wb. 110. Für die Pluralcndungcn fahren wir an 1) wellenies fg. th. 7, 20. — 2) weitet:gefettet Mai 66, 37. '.gesellet Parz. 649, 21. Häufiger syncopiert weit '.gefeit Otack. c. 112. : fielt Krone 17391. Mai 38, 21. : zeit Ilelbl. 3, 178. :gezelt Warnung 181. Gundach. 4772. — Die Endung -ent Karaj. 40, 24. Kaiskr. 11,31. — 3) Die 3. PI. behauptet ihren conjunctivischen Ausgang -en ziemlich zäh; II. Sachs reimt wollen mit'gesellen; vgl. auch wellen Klosterneub. Lied, immer, M. Habsb. I. 2, 165. Notizbl. 4, 313. 6,313. Herberst.0. wollen 1604.1608 Notizbl. 4,122.322. Noch heute allgemein welln, wölln. Das indicative wellent drang nicht durch; es ist im 12. Jh. nicht selten, vgl. Ps. 89, 26. 67,35. § 365. 366. 336 Vor. 30,4. 155,5. 242,13. 350,27. Kaiskr. 253,19. Bened. Pr. 108, und: bestellmt Pfaffenl. 46. Für den Stiimmvocal des Conj. Prs. gilt dasselbe; «wird festgehalten, seit 15. Jh. zuweilen ö geschrieben, das o ist selten und dein Dialect nicht gemäls. — Apocope in 3. Sg. well: gesell Suchenw. 4, 561. wäll: brell Weitenfeld. 110. : Israel Schineltzl Judith. I). rw. — In 2. PI. kommen wellet uud das gekflrztc weit vor, vgl. weit: helt Meier. 10921. : erweit Frauend. 363,17. 364,9. :gezelt Otack. c. 2. Vom Im per. kann ich mir die 2. PI. belegen: wellet Ps. 4, 5. 73, 5. Notizbl. 4, 314 (1548). Der Inf in. tcellen behauptet sich bis heute. Einige Belege aus der mittleren Zeit: 1456 Archiv 27, 119. 1475 Oberbair. Arch. 25,18. 1525 ebd. 17,136. I-Ierberst.; : bestellen Ayrer 780,20. — wällen 1473 M. Ilabsb. I. 2, 65. 1475 Oberbair. Arch. 25, 17. 1569 ebd. 299. Das Partie. Pias, wellenti fg. th. 61, 20. 26. Ps.5,4. 36, 1. Heute noch in den italienischen Kolonien belente eimbr. Wb. 110. Im Präteritum ist e ebenfalls der echte Stammvocal. Im). Sg. 3. treibt fg. tli. 50, 11. iirelt: lirlt Wigam. 3333. — Sg. 2. wellot gl. (!aas. 237. — PL 3. weIlm, fg. th. 1», 8. gl. Cassel. 286. — Conj. PI. 1. mitten 1479 M. Itahsb. I. .1, 190, und auf« reimend in 3. PI. «teilen: Palte» Helbl. 3, 348. Dieses « auch gesehrieben 3. Sg. Külte KUrnb. Pol. 27. Archiv 19,155. — 2.1*1. trollet 1564 Oherhair, Arch. 25, 29 1. Seit dem 11. 12. Jh. herrscht o im Präteritum: wolte wolde. Der Coujunctiv sträubt sich gegen den Umlaut, vgl. Sg. 1. wolt -.holt Neith. 72, 28. Suchenw. 27, 54. 38, 277. — PI. 2. wählet : vergoldet Hclmbr. 182. wolt: sott Krone 19594. Frauend. 53,8. — PI. 3. wollten : doli len Kabcu. 232, 1. Heute gilt noch im Conj. wollet, wollt neben wället. Das Partie. Prt. ist spät nachzuweisen: gewällt 1579 Notizbl. 7, 152. gewolt Sachs. — Heute gewällt, giwällt, gwollt; cimbr. gabelt. §336. 3. U- Klasse. Prs. Ind. Sg. 1. 3. tflllC PI. logen Conj. tage, lüge Pt. Ind. toktr. Conj. w*te (Ptc- tagt) Von diesem der i/-Klasse ungehörigen Präteritopräsens haben sich die rechten Formen seit einigen Jahrhunderten verloren. II. Sachs reimte noch 3. Sg. tätig:nag (Balk im Aug) 337 § 320. 321. und auch Ingolstädter Reime von 1562 haben noch taut/ (Schm. 1, 437). H. Sachs reimt in 3. PL tägen: mügen (Schöpfung), im Prät. dockt: macht (alter Weiber Roismarkt). Die Fastn. 35,6 haben 3. Conj. Prs. tügimüg und Ayrer 3.Pt. Conj. dächt:mächt 1073, 32. Eiu schwaches Parte. Pt. tugt begegnet :mugt Fastn. 81,11. Allein daneben sucht sich ein jüngeres regelmäfsiges Zw. tugen, später taugen, zu bilden: 3. Sg. Prs. tugt Kindh. 85, 60. toget:zöget Laber 157, 7. taugt Trient. St. XXXV. 11. Dazu später Pt. taugete, tauget; und Ptc. taugt, gitaugg. § 337. Die Vergleichung der Conjngationsformen im bairischen und alemannischen beweist die übereinstimmende Grundlage und Entwicklung. Nur in Einzelheiten treten Verschiedenheiten hervor, die zum Theil zu karacteristischeu Merkmalen wurden. Aus den Flexionen heben wir folgendes hervor. Die unechte Endung der 1. Sg. Prs. Ind. iu -en ist bairisch §§ 280. 307 weit weniger entfaltet als alemannisch, alem. Gr. 339. 361. Die 2. Pl. iu -ent begegnet allerdings in bairischen älteren Schriften, aber selten und der Zweifel an der dialectlichen Begründung ist erlaubt, §§ 284. 287. 292. 308. 310. 315. 319. 334. Die Endung -en erscheint bairisch gar nicht. Vgl. dagegen al. Gr. § 342. 363. — Dagegen kam bairisch, freilich erst spät wie es scheint, für die 2. PL die Endung -U auf § 284, die alemannisch unbekannt ist. Die Erweiterung des Conjunctivsuffix durch ein wucherndes j ist bairisch bei den starken Zw. gar nicht, bei den schwachen wenig nachweislich, §§ 286. 309 gegen alem. Gr. §§ 343. f. 364. Das Partie. Präs. geht bairisch während der mittleren Zeit mit Vorliebe in unde aus, §§ 289. 312, alemannisch ist diese Form nicht häufig, al. Gr. §§ 352. 372. Eine unterscheidende Vorliebe des bairischeu oder alemannischen für eineu oder andern der unechten Endungsvokale kann ich nicht zugeben. In der 3. PL Ind. der schw. Präterita zeigt das alemannische allerdings früher und weit stärker als das bairische die Neigung, das u in o zu öffnen (tomee, tot, ton); allein dieses o ist auch bairisch genügend erwiesen § 316, uud Wuhholu, Bair. Uraun. §887. 888 tun wenigsten darf die von J. Grimm (Pfeiffers Germ. 3, 147) als karacteristisckcs Zeichen des alemannischen behauptete Länge des o angenommen werden, welche nur nach völliger Zersetzung des ganzen Suffixvocalismus möglich wäre. Die längere Fortdauer jenes o im alem. hangt mit der stärkeren Neigung dieses Dialects für die unbestimmten Suffixfarben zusammen. EigenthQmlich bairisch ist die gutturale Verstärkung der Endung der schw. Präterita: echt §§ 305.317. Die im alem. häufige nasale Verstärkung (alem. Gr. § 358) ist bairisch selten § 305. Der Suffixvocal der 2. schw. Klasse o schwindet bairisch weit früher § 304. 317 als alemannisch, alem. Gr. § 357. Von Eigentümlichkeiten in einzelnen Verben ist folgendes zur Vergleichung wichtig. Der Uebertritt der leichten Stammformen von schrien, spien, lihen in die U-Klasse (schruwen, spuwen, luhen) welcher alemannisch gern erfolgt, alem. Gr. § 333, zeigt sich bairisch nicht, § 268. Die Nebenform sten hat im bairischen in neuerer Zeit das alte stän ganz verdrängt, § 271, während in den heutigen alem. Mundarten stän herrscht, und sten nur in den nördlicheren Gegenden häufiger auftritt, alem. Gr. § 332. Ebenso ist bairisch gen heimisch geworden, § 274, wie alem. gän, al. Gr. § 335. Das Verbum substantivum hat im bairischen nicht das Partie. gesin § 297, das alemannisch seit dem 12. Jahrh. ungemein beliebt ist, alem. Gr. § 353. Eigentümlich bairisch scheiut der erweiterte Inf. tnonen § 302. Von dem Zw. haben sind die in e oder ei zusammengezogenen Präsensformen (hen. het. heit) bairisch sehr selten, § 319, alemannisch sehr häufig, al. Gr. § 274. Im Prät. lieht das bairische die Formen mit ie (hiete) ungemein, § 321, die sich alemannisch nicht mit Sicherheit nachweisen lassen. Iu scolen hält das bairische deu Doppcllaut mit gröfserer Neigung fest, § 327, als das alcmaunische, al. Gr. § 379. In wellen wein kommt der alemannisch häufige Ausstols des l (al. Gr. § 387) bairisch nicht vor, § 335. Im Prät. ist o dem bairischen ursprünglich nicht gernäfs, dagegen dem alemannischen von je eigen, a. a. 0. 889 § 338. Zweiter Abschnitt. Die Deklination. Vgl. Alemann. Grammatik § 389. L Die nominale Deklination. Alem. Gramm. § 390. A. Vocalisches Thema. 1. /I-Klasse. § 338. Masculimun. Thema tuga Aullcrc Kudung Jüngere Endung. Sg. N. tue tue (läge) G. taga-t, e-» (it, tu) taget lagt lag D. tuga, t (i, a, o) läge lag A. lac lae (läge) I. taga, in, » P!. N. taga, » läge G. tagö tage, (eu) D. tagu-m, um, am lägen Uli, ou A. taga. e läge Thema winja Sg. X. mini mue G. teine-t Thema srtca Sg. N. iin, a G. titee-t Die Unterabtheilung der .<4-Klasse mit thematischem j zeigt dasselbe nur noch im N. A. Sg. seil * vocalisiert, das sich leicht zu e schwächte. In den andern Casus ist j ganz geschwunden. Dagegen bewaren die Masculina mit thematischem w dasselbe lange in den obliquen Casus; im N. A. Sg. vocalisiert es sich zu u oder o z. Ii. »eu fg. th. 15, IG. neu, »eo gl. Hrab. 2440. Winmeo 825 Meichelb. I. n. 457. Tegariiuro Kozroh 56. Mathen 1052 MB. XXIX. 1, 110. — An die endungslosen N. A. Sg. tritt seit 11. 12. Jh. zuweilen ein unechtes e an: rücke. Ps. 17,10. boume Kaiskr. 167, 33. toufe Gundach. 542. chauße 1843 Schottenst. n. 216. rate 1505 Notizbl. 4, 303; vgl. auch § 355. Der Gen. Sg. geht in geschwächtes es schon in den literarischen Denkmälern des 9. Jahrh. aus; im in »eaz fg. th. 57, 2.6. mag die ältere Endung aufzeigen, die durch Ortsnamen des 22* § 338. 840 8. 9. Jh. weiter belegt wird: Frigüsinga» 756 Meichelb. I. n. 5. Prisingas 766 n. 16. Polasinga» Kozroh 18. Allinga» Kysingas 75. Eigeltingas 166. Kakinya» 170. Alhmuntingas 172. Heri-tingu« 203. Tuzlingas 8. Jh. MB. XXVIII. 2, 54. In den späteren Gozpoldasdorf c. 1010 Mcichclb. I. n. 1197. Ebaraspach c. 1090 n. 1262 mag dagegen, ebenso wie in Christa» Dcnkm. IV. 3, 2. cota» Dcnkm. LXXVII, 13 ein unechtes unbestimmtes u erscheinen, das sich dem unbestimmten i des 11. 12. Jahrh. vergleicht. Die Syncope vollzieht der Dialect auch nach schweren Stämmen. Zuweilen fallt die ganze Endung ab; vgl. die Keime rät: hät Neith. 38, 19. nit: lit 75, 17. bau: gewan Otack. c. 227. gewin: hin c. 274. frum: pistuoin c. 357. munt:stunt c. 811. Vgl. § 342 und alem. Gr. § 391. Der Dat. Sg. endet in den ältesten Denkmälern in a und e. Die Endung u wird durch Ortsnamen des 8. 9. Jahrh. belegt: llrddoleinga 759 Meichelb. n. 8. Pollinga. Flurininga. Frigisinga 762 n. 12. Chrakinaehra 766 n. 17. ad Wanga Kozroh 34. ad Fiska 73. Perga 141. Authade»hofa 156. Eüinhofa 277. ad Purhätalw/a 278. ad Aeringa Takahartinka Wikinka, in loco llei-minka MB. XXVIII. 2, 54 (8. Jahrh.) — Gleichzeitig auch e: ad Hobe 765 Meichelb. I. n. 13. ad Perge, ad Pöhe 824 n. 482. Dieses e ist die einzige Dativendung in den literarischen Denkmälern der Zeit, wie gl. Hrab. Emmer. Ex bort. fg. th. Musp. Ein späteres a ist entschieden unecht: Perga c. 1010 Meichelb. I. n. 1182. Steininanberga 1027 MB. iXIX. 1, 11. de Pucha c. 1130 Meichelb. n. 1285. trancha Dcnkm. LXXVII, 6. »laßa 7. deonosta 12. taga L XXXIII, 4. Genes. 16, 14. toufa Deukm. XC, 20. unrdta 125. niuota 126. »cdhtuoma. branta. rouba. un-gewinna 141. taga Haupt 8, 106. Man sehe die gleichzeitigen unechten Endungen in o: tiufelo Denkin. XC, 18. 56. goto XCIV, 17.31. zorno 11, und t: dionosti Dcnkm. LXXXII, 9. tiufeli XC, 1. keieti 12. barrni 71. himili Ps. 134, 6. Bened. Pr. 69. »teini Vor. 95, 20. u. a. m. Das gemeine e wird schon früh nicht blofs nach leichten Stämmen abgeworfen: zuo derno minnirin tan Kozroh 178. tail Denkin. XLVI, 40. bluot: tuot 80. muot :guot Wernh. 150, 31. : tuot 151, 27. rat: lut Dietm. v. Aist MF. 33, 12. tot: not w. 341 § 320. 321. Gast 2824. um : sin Krone 13086. galm: twalm Helbl. 15, 769. melm : heim, Holt: doli Otack. e. 9. Der Instrumentalis geht in u aus: a/lu dinu »motu fg. th. 45, 20, mit eidu 31, 12. mit dinu ikiltu Denkm. LXI, 11. ad Pahhu Kozroh 82; zuweilen in iu: ad Waldiu 792 Meichelb. I. n. 109. az Waldiu Kozroh 70. de Waldin 37. in Wangiu 798 Juvavia n. 6. ad Pachiu c. 930 Meichelb. I. n. 1025. lougiu Musp. — Zu o geschwächt: kldiru moto gl. Emm. 404. in char-charo Denkm. LXXVI, 17. § 339. Der Noin. PI. so wie der Acc. haben iu den Denkmälern des 9. 10. Jahrh. a als Endung, das auch im Nom. seine, ursprüngliche Länge (die alte Nominativendung war d-s, die accusativc a-ns) damals bereits eingcbfllst haben mufs, da e daneben vorkommt, z. B. schon gl. Hrab. 860 meldare. Das geineine e unterliegt später sehr stark der Apocope. Nom. diep : lief w.Gast 3091. irint: tint 3250. bitckolf: Rnodolf Otack. c. 718. wo//: hischolf c. 738. — hoch P«. 17, 5. gnisl Megenb. 35, 24. fisch Trient. St. 88. reindt. freie»,Ii 1457 Notizbl. 6, 565. Acc. tacilac Otack. c. 105. — krieg, stütz 1875 Archiv 17, 84. Die Apocope ist in den heutigen Mundarten durchaus Regel, Schm. § 795. Ziemlich früh hemerkt man Uebertritt von Masc. der A-Klassc in die /-Klasse; derselbe wird durch den Umlaut sichtbar. wmgene. Milat. 101, 8. 163, 9. wiegen MB. XXXVI. 1, 433. Geisenfeld. Pfr. 28. trügen: pflegen Otack. c. 743. 555. — liegt 1840 Schotten*!, n. 195. läge Trient. St. LVII. teg Stromer 46, 16. — riete Pa. 12, 2. : statt Raben. 781, 5. : litte rlid. 6. — gedenke Borth. 13, 27. geilirnch g. Korn. 70. — melde vgl. gen. meld 1478 M. Ilabsb. I. 2, 659. dat. mittlen MB. XXXVI. 2, 114. — hets: Wels Ilelbl. 4, 170. — merchte vgl. dat merckten 1356 Archiv 27, 77. — städel dat. stvdeln Mflnch. Str. 281. — ketten 1453 Notizbl. 4, 183. — mied Stromer 52, 11. — ehänfe dat. r.kenffen 1856 Archiv 27, 77. — küet: müet Ilelbl. 3, 368. In dem heutigen bairischen Dialect ist der Umlaut im PI. der alten ^4-Klasse gradezu Regel geworden, nur die Subst. Ilund und Schuh, sowie die mit d aus au im Stamme entziehen sich ihm, während die mit « aus ai in f. umlauten (Rd.f: Rt.f), Schm. §§ 796. 148. Das plurale Suffix er (ir) greift in jflngerer Zeit aus dem Neutrum (§ 343) stark in das Masculinum Aber: »tainer (: ainer) Wolkenst. II. 3, 29. pacher Trient. St. 33. chSler g. Rom. 31. steher Herberst. 334. stender (Stendern : lendern) Sachs Klag der brflderl. Lieb. — Heute findet es sich an den Masc. Baum, Dorn, Geist, Gehalt, Leib, Mann, Rand, Straufs, Wald, Wurm, §339. 342 welche daneben auch die ganz flexionslosen Nom. Acc. Bäum,, Dorn u. s. w. brauchen, Schm. § 797. Im Zillerthal ist bei Bttab schwache Endung und er verbunden: dö Buebmer Schm. § 802. Die Ableitungen in -el treten im PI. in die schwachc Deklination in den heutigen Mundarten über: die Schimmeln, Teufeln u. s. w. Der Gen. PI. endet in 6; das jüngste Beispiel ist gaheizzo :frd Genes. 37, 18. Im 11. Jahrh. mag also archaistisch o zuweilen von den Dichtern noch für das gemeine e gebraucht worden sein. Die alemannisch seit 13. Jahrh. beliebte schwachc Endung des Gen. PI. (al. Gr. § 392) kommt bairisch in jeuer Zeit sehr selten vor; ich weifs nur tailen Trient. St. XI anzuführen. Seit dem 16. Jh. hat sie sich aber in die dortige Schriftsprache eingebürgert, Schm. § 809. Die älteste nachweisliche Endung des Dat. PI. am zeigt sich nur noch ganz spärlich: pergam, in dem EminerancrBrachst, der Ilraban. Gl. (Clm. 14429) und eriptam gl. Emm. 406. Dagegen sind um und om in den ältesten Quellen häufig: /«tf geschrieben: Holzte 846 Meichclb. n. 641. Das thematische ,/ kommt noch im 11. 12. Jahrh. vor: herie Vor. 381, 8. herige 67.17. 47,1. Milst. 137,15. Midie Denkm. LXXXIII, 1; indessen war es schon im 9. Jh. auch geschwunden: gafore gl. Ilr. 383. ehttnne fg. th. 9,4. arbe 61, 20. kantige gl. Melk. — Für das thematische tr zeugen retee Warnung 35. mehre Milst. 81,21. Tegerns. Arzn. 8. b. horeu-e Vor. 38,19. horice Ps. 39, 2. emerwe Tegerns. Arzn. 3. b. § 365. 366. 348 Apocope erscheint früh: hAs fg. th. 9, 30. Ferner die Reime aus 13. Jahrh. bild: schilt w.Gast. 8665. gesind:sint 7397. rieh :8celeclich Helbl. 1, 40. guot: armuot 1, 59. Der Instrumental endet in u: pantu gl. Emm. 406. mit unrectu 401. diu gamezzu gl. Hr. 1151. mit mildiilu meginu fg. th. 25, 8. mit diu ouiru, in paradisu Musp. §343. Der Nom. und Acc. PI. giengen in «, dann in u aus. Für a weifs ich aus unsern Quellen nur anzuführen loca publica qua< vocantur dorfa 849 Meichelb. I. n. 658, fiir u nur irnrtu fg. th. 47, 13*). Fllr die Neutra in ja, die alemannisch noch zuweilen im N. Acc. PI. in/« enden, fand ich bairisch sicher nur t, z. B. Nom. caruni Exhort. nezi gl. Möns. 328. gi-machidi gl. Salisb. 310. ephili gl. Möns. 385. ga-nsinchli. honchli gl. Cass. 84. 86. rndnili. snoupili Teg. 187. — Acc. mutte gl. Hr. 1892. heri fg. th. 19, 16. pincurti 15, 29. giposi gl. Möns. 320. stuchi 328. sinawerpüi 326. peri 333. Das einzige mir bekannte Beispiel fllr ja: merimanniu Phys. 1, 19 ist nicht zweifellos; gl. Teg. 22 haben syrenq merimanni. Die gewönliche nackte Gestalt des N. Acc. PI. wird durch das Suffix ir, er (alt as) beeinträchtigt, die früh und gern an den Plural der Neutra autritt. Vgl. plechir gl. Möns. 397. pletir 353. cha/pir gl. Cass. 75. picherir 151. eigir Möns. 336. farhir gl. Cass. 82. grabir fg. th. 23, 7. hdrir gl. Möns. 333. holir gl. Emm. 405. lirindir Cass. 69. lempir 77. swtnir 78. Dazu die Ortsnamen Tearuneshusir Kozroh 9. Reodir 109. Der bairische Dialect pflegte dieses Suffix sehr stark und mit Ausname sehr weniger Worte {llur, Jahr, Schaf), deren erstes übrigens früh, wie eben bewiesen ward, das ir hatte, kommt diese Form an allen vor. — Ueber das er an den Deminutiven in -l § 243. Das unechte e schliefst sich in Schriften der mittleren Zeit an den einfachen Stamm wie an das Suffix er im N. Acc. PI. z. B. laude:sande Denkm. XLVH. 4, 4. tore Ps. 106,16. glide :fride Biter. 11423. — chelbere Ps. 49, 10. gröbere Vor. 326,7. husere Ps. 48, 11. abkotere 113, 12. getelere 59, 7. telri Bened. Pr. 11. *) Dietrich bist. decl. decl. theot. p. Ii euch! aus pl. Möns. 397 nintrn chindn rhinilo, tunrum filint nr/iotum die Kndiinß " des S. Acc. PI. Ki-utr. zu beweisen; indessen macht die dem Original nlhere I'arallelstelle der gl. Teg. 87. rw. ßliot ne-P'ilum tunrum ehind tinero chindo den Acc. chindo ganz verdächtig. 889 § 338. Der Geil. PI. endet in 6; dieses 6 tritt auch hinter das Suffix ir, z. B. rindiro gl. Möns. 400. Die Neutra in ja zeigen sowol jö (apkutio gl. Emm. 405. teeppeo 409. aotmdlco gl. Hr. 884. mutteo 828. herjo Musp. rippeo Denkm. LXI, 16) als bloßes 6: rthho fg.th. 5, 23. chunno Musp.— Unechtes o mag in worto Genes. 45, 45. dingo Denkm. LXXXVU, 2. wercho 16. anzunemen sein. Abstoß des gemeinen e erfolgt nicht blofs nach dem Suffix (rindere : rinder) sondern auch nach Icichten (tal, her) uud schweren Stämmen, z. B. element: ent w. Gast 2319. laut: genant Otack. c. 56. :underwant c. 10. reht: sieht c. 112. Die Einmischung schwachcr Endung (alem. Gr. § 396) kommt auch in bairischen Quellen vor: kapeinnono fg. th. 23, 3. — eigenen gl. Viudob. 325. werchun Denkm. LXXXVI. 5, 15. dingin Vor. 93, 2. dingen: teidingen Otack. c. 554. rehten : Albrehten c. 248. dorffern Trient. St. 10. Worten Schm. 4, 165. thieren, stucken Schm. § 809. In der Mundart scheint sie erloschen. Ueber die Gcnit. in ino der Deininut. in Ii § 244. Für den Dat. PI. kann ich die Endung am nicht belegen, wol aber die jüngeren um und om. um findet sich in fg. th. gl. Emm. Dkm. LV, so wie in Ortsnamen des 8. 9. Jh.: Feld tan MB. XX VIII. 2, 54. Ilolzhuswn Kozroh 61. 71. Dorfum 122 (ob Uritdiusum c. 900 Meichelb. I. n. 975. l'acliarum Smidaheimum c. 930 n. 1009 richtig gelesen ist?). • om: spilom, wuntrom Is. 1. porstirom, galazzom gl.Emm. 410. Niwij'arom Kozroh 124. 140 (der Nom. Niwifar ist aus in loco nominatu Niucura (d. i. Dt. Sg.) zu scliliel'scn). Häufiger siud ttn und on. un herrscht iu den gl. Teg. Möns. Salisb. Vindob., kommt auch vor fg. th. 39, 20 wdfnun und ist iu den plur. Ortsnamen auf hfmin häufig, z. B. I)urjingeshusun 775 Meichclb. I. n. 67. Usinhusun 836 n. 598. Tellanhusun c. 900 n. 944. J'allanhusun Jlemmanhüsun c. 1052 n. 1225. 1226. on ist iu den Glossen seltener, doch erscheint es hier wie in den Ortsnamen, z. B. worton gl. Emtn. 404. chindon gl. Teg. in Gregor, c. past. aronton gl. Vindob. 330. wtbon 326. zun-galon Musp. SmidahtUon 846 Meichelb. I. n. 641. Ifolzhüson 875 n. 859. Gutinhuson c. 900 n. 922. Sceftildron Kozroh 270. Bu-deleshüson 1002 MB. XXVIII. 1, 301. § 843.344. 850 Jünger noch ist an: llarthüaan, Husan c. 1085 Meichelb. I n. 1251. 1254. Päran 1090 n. 1267. Holzhünan 1100 n. 1270. Pallanhuxan. Holtolfahman. Tierneehuean c. 1140 n.1303. werchan Vor. Phys. 1, 21. Die andere unbestimmte Endung in kommt schon c. 855 Hvtin Meichelb. I. n. 717 vor, vgl. auch zitin gl. Teg. 109 und Bened. Pr. oft. Die Neutra in ja haben Ausstofs des j: entum fg. th. 9, 9. giwdttun gl. Möns. 344. güdzzom gl. Emm. 410, oder Ausstofs des eigentlichen Endungvocals und dafür i aus j: biwurtim fg. th. 11,23. aperuntim gl. Emm. 411. stuchin gl. Möns. 364. gimccin 327. gimahtin 322. werdmurin gl. Teg. 200. Für die Endung jum kenne ich keinen Beleg. Ueber den Dat. mum der Demi-nutiva in Ii § 245. Das Suffix ir begegnet häufig zwischen Stamm und Endung pimtirum gl. Emm. 407. pllUnm 406. porttirom 410. — juhliirtm gl. Wessobr. — rcllireu Milst. 23, 21. — hitsertn Ps. 47, 3. grelleren 67, 7. feiere» Phys. 2, 30. holrrn Vor. 176, 1. u. s. w. Unechte Färbung: amplnrm Trient. SL 163. 2. /-Klasse. § 344. Masculinum. Thema gasti Die zu dieser Klasse gehörigen Masculina sind vor der Zeit unsrer Quellen in die A- Klasse übergetreten. Nur von dem Instrumental Hilst sich bairisch noch eine Spur nachweisen: de Moren/tiiiiu Kozroh 27. Der Plur. erhielt sich in seiner karacteristischen Art. Der N. Acc. iu t ist in den ahd. Quellen nicht selten. Auch sind die Masculina der CT-Klasse übergetreten: foozi gl. Cass. 34. fuozi gl. Teg. 237, lidi fg. th. 43, 7. gl. Cass. 37, mni fg. th. 23,11. gl. Emm. 410., »cilti gl. Möns. 361. — Der Umlaut wird früh entwickelt und ist fiir den Plural der Klasse bezeichnend. Alte Belege: zendi gl. Cass. 8. zeni gl. Möns. 343. «legi 351. niriiwuertä (gen.) Dkm. LXXVII, 5. Im Gen it. wird das j schon im 9. Jahrh. zuweilen ausge-stofsen: zano fg. th. 15, 6. Alte Formen Sg. _ I. gatju PI. N.A. gttli Jttngere Formen PI. geste gute, gesttn G. gfMj-i, gethi D. gesti-m, » 351 § 325. Den Dativ im im belegen wdkim gl. Hrab. 1475. »partim fg. th. 31, 19. wanim gl. Möns. 401. Vielleicht ist auch das i in vuozin gl. Möns. 365 echt. § 345. Femininum. Thema kra/ti Alte Formen Jttngere Formen Sg. N. traft N. A. traft G. Irr/« traft G. D. krefie (i. «) traft. D. krefti traft A. traft I. kreftja PI. N. krefti PI N. G. A. treffe G. kreftj-6, krefti D. treffen (eiieu) V. krefti-m, n A. krefti Die karacteristische Flexionsart der Feminina in i erhielt sich nicht blofs in den ältesten bairischen Schriften, sondern durch deu Umlaut und den nackten Stamm im N. A. Sg. treten die Merkmale noch heute kenntlich heraus. Der G. und D. Sg. zeigen nur das thematische • statt der alten Endungen ai» und ai. Daneben kommt nackter Stamm mit reinem Vocal vor, aber nicht häufig. Auch von den uui-gelauteten wirft der Dialect allmählich das -e ab: heidensche/t Bened. Fr. 19. rittersche/t: he/t Otack. c. 10. stet ihr et Krone 6579. gebirt 1334 Steir. Mittli. 11, 86. u. ö. Von dem echteu alten i ist das jüngere unbestimmte zu scheiden, das gleich a als Färbung des gemeinen e erscheint. So finden wir in Denkm. XC gimeitheite 106. fiantsee/te 118. binum/te 148. — umnezecheiti 95. uppicheiti 113. anaddhti 106. ineihti 117. ungezum/ti 135. — abuwta 114. angista 122. Vgl. dazu auch burga Haupt 8,108. — bigihto Denkm. LXXXII, 48. Der Gcnit. naht es, der in deu adverbialen Fonneln tage» unde nahte», de» nahte», eine» n. auftritt, ist freilich nach Analogie von tage», äbentle», morgens gebildet. Für den Instruin, fehlen alte Belege; doch wird er noch in jüngerer Zeit erhalten in ihtiu, ni/itiu, noch im 14. 15. Jahrh. ichteu 1311 Göiser Urk., mit niehten Suchenw. 37, 117. 141. ze nihtetd 1404 Schottenst. n. 398, die auf das alte Fem. iriht zu-rückgehn. N. Acc. PI. enden in den alten Quellen gleichinäfsig in i (für is. ins). Das jüngere e färbt sich im 11. 12. Jahrh. in unechtes t oder a; z. B. dur/ti Denkm. LXXXII, 10. tugindi Bened. § 365. 366. 368 Pr. 83. — arbeita Dkm. LXXXII, 9. 56. nahta LXXXVII, 11. sculda XC, 77. kispennta Haupt 8, 111. naht ist oft flexionslos, z. B. fg. th. 9, 2. Milst. 2,11. Parz. 795, 13. — Apocope ist im 13. Jh. schon entwickelt, u. a. kunet : umweht w. Gast 8901. schüer: erkür Helbl. 3, 228. In den folgenden Jahrh. ist der Abstofs des e Regel, und auch heute noch, sofern nicht Uebertritt in die schwache Klasse geschieht, Schm. § 803. 865. Im Gen. ist das thematische » sowol erhalten als ausgestoßen; ehteö fg. th. 43, 21. steteo 47, 6. eculdeo 61,27. purgeo gl. Melk, mmatdted Emmer. Geb. A. 3. Denkm. LXXXVII, 2. meimuarteo Emm. Geb. A. 12. ßrinlusteo 17. — ehto gl. Emm. 402. Tegerns. 245. tato Musp. meimuerto. oizmheito Denkm. LXXXVII, 5. firinlusto 6. steto gl. Möns. 377. — In den neueren Jahrh., namentlich seit dem 16. nachweisbar, hat sich schwache Form in den Gen. PI. eingedrängt: der Dänken, Bräuten, Früchten, Händen u. s. f. Schm. § 789. 809. Der Dat. PI. gieng in maus: arbeit im fg. th. 25, 2. 45,5. stetim 9,12. Kozroh 61. turim fg. th. 25, 16. In den Glossen herrscht in, dann en. In neuerer Zeit hat sich in der Umgangssprache eine Wucherform festgesezt: Bräute neu, Bändelten u. s. f. Schm. § 789. 810. Für das Wort hant ist zu bemerken, dals dasselbe aus Nachwirkung seines früheren [/-Themas dem Umlaut gern widersteht, z. B. Gen. PI. hante Ps. 8, 6. 27, 6. handc: erkunde Wigam. 5496. — Dat. banden: anden Raben. 519,1. : enblanden Frauend. 404,5. : landen Gudr. 833, 4. w. Gast 11775. Mai 77,13. : runde» Krone 11913. Raben. 391, 6. — Der Umlaut kommt daneben vor. Im Oberpfalzischen wird auch der ganze Sg. umgelautet, so schon Ayrer 1918, 1 hend: gebrendt. §346. 3. {/-Klasse. Thema fridu J Sg. N. fridu, 0 A. fridu, o I. fridi» PI. D. fridum, mm. Die alte U- Klasse ist bairisch weit weniger gut erhalten als alemannisch (alem. Gr. § 400). Wir können hier nur folgende Casus belegen: Sg. N. «mw fg. th. S, 6. 18. fridku 3, 25. 26. unfridu gl. Ur. 2386. Voc. iuhu fg. th. 3, 9. — medo gl. Teg. 242. rw. Motu. 878. tito Otfr. F. I. 4, 8 (? Phva. 1, 18). 353 § 320. 321. Acc. «UttM fg. tk. 7, 2. 21, 1. — fr'uln gl. Tag. 87. Mona. 3B8 (? Oenea. 46, 29). unfrido Denkm. LXXXII, 60. Instr. unfridiu gl. Teg. 87. Mona. 858. ur hugju Denkm. LV, 28. ta tigiu fg. th. 5, 10. eitiu gl. Kmm. 402. PI. Dat. Maae. fmim gl. Teg. 182. rw. motun gl. Saliab. 806. — Fem. A/m-Mtwi fg. th. 81, 2. htm lim gl. Teg. 181. rw. Mona. 865. Bekantlicli traten die Masculina im Sg. in die A -Klasse, im PI. in die /-Klasse Ober, das Fem. huntu ganz in die /-Klasse, das Neutr. fihu verlor sich in die Neutra der vl-Klasse. Außerdem neigt sich fride in der Schriftsprache zum Uebertritt in die schwache Deklination, woraus sich der Nom. friden 1478 M. Ilabsb. I. 2, 669. Gen. friden» Herberst. 223 ergab. Indessen flectiert der lebendige Dialect noch heute der den Frid, de» Frid», dem Frid Schm. 1, 602. B. Konsonantisches Thema. Alemann. Gramm. § 401. 1. Die Nomina in -n (Schwache Deklination der Snbitantiva nnd Adjectiva). § 347. Musculiuuiu. Thema mdnait Alte Formen Junge Formen Sg. N. manu mime (/. a) (eu) G. D. iiunnii (au. on. un) minien (tue) A. utüittiit, au (an. in) mimen PI. N. A. miinun, ou mimen G. münono, ane, on mtinenr en (un. on) D. initnum. an (kh) Mühen (trnen. tuen) Thema wüjan Sg. N. wiljn, en, o mille G. Kiljiu, in. willen Die Masculina mit thematischein j bewaren dasselbe gewön-lich wenigstens im Nom. in der alten Zeit; das j löst sich gern in der Schrift zu e auf (§ 13), z. B. calaneo 1. Baj. XXII, 11. Arbeo, lloruken (8. .Th.) Meichelb. I. n. 4. 7. Mareheo 772 n. 39. Sindeo c 780 n. 88. Hilten 806 n. 145. Reel-eo, Feileo Petr. 24, 19. 83,53. epmddvzeo gl. Hrab. 641. reinneo 838. fendeo 1284. fatureo 2063. freideo 2182. umpidarpeo 2270. iraltenteo, milteo Emm. Geb. A. 27. 52. keltanteo fg. th. 51, 18. nergenteo 53, 17. foragetujeo gl. Melk. Das jüngste Beispiel des erhaltenen j wäre wiüie Kaiskr. 37, 12 trenn dieses ie nicht etwa aus der Unsicherheit des Schreibers, ob er i (mlli Milst. 86, 33) oder « setzen solle, entsprang. WliauOLD, Bair. Gramm. I 23 § 860. 361. 872 Das o im Nom. Sg. kommt noch im 11. 12. Jahrh. neben dem gemeinen e häufig vor; z. B. der mahtigo Phys. 2, 23. ein-hurno liebo 24. sunno 29. der lebendo. mennisco Haupt 8, 106. mennescko Denkm. LXXXVII, 7. gemto Genes. 50,8. ano 75,44. chempho Vor. 96, 14. prunno 328, 12. herro Vor. 355,3. Karaj. 56, 8. Litan. 216, 10. Dieses o tritt selbst noch später mit einem gewissen Anspruch auf ältere Endung auf, wie ich aus MB. XXXVI. 2,29 (c. 1325) der

on Karaj. 31, 12. — Ace. vorhtun Denkm. LXXXII, 13. pldtemn Genes. 15,9. nuu» Denkm. LXXVII, 9. situn XC, 27. Karaj. 35,13. bezzeron Karaj. 33, 5. Ganz dasselbe gilt für den Nom. Acc. PI. Die Genitivendung ono begegnet noch gl. Teg. Möns, oft. Das verkürzte on mit der Nebenform mm (z. B. zungun Ps. 30, 37) steht neben dem gemeinen en. Im Dat. PI. ist das konsonantische Thema ausgeworfen. Die alte Endung om begegnet noch fg. th. 5, 8 deotom, 17, 9 kShistom, muste aber schon im 9. Jh. on und selbst un weichen, das u. a. bereits in gl. Cass. 9. hiuffilun sich zeigt. Auch hier erscheint unbestimmtes om: zungon Phys. 1, 19. minnon Milst. 119, 12. Im allgemeinen ist die Neigung des bairischen zur Färbung des gemeinen en geringer als die des alemannischen; namentlich erinnere ich mich nicht des alem. häufigen an (alem. Gr. § 405). Aus dem heutigen Dialect ist die allgemeine Einfügung eines en zwischen Stamm und die regelmäßige Endung zu erwähnen, wodurch eigentlich doppelte Formen entstelm, also die Albenen (Albmg), Adernenßruebenen (Gntebme) u.dgl. Es kommt in Baiern, Schm. § 863, wie in Oesterreich, Tirol, Steier und Kärnten vor. § 350. b) Thema festin Volle Formen Gekürzte Formen Sg. N. G. P. A. festin, en festi, e (a) PI. N. A. festin, en „ G. festin«, en „ D. ftsimm, nn, -im in en fettin, en Ueber diese meist aus Adjectiven gebildeten Feminina alem. Gr. § 406; im alemannischen ist ihre Flexionsweisc reicher und hunter vertreten als bairisch. Die jüngere Art der Ahstolsung des thematischen n zeigt sich 6chon in unsern ältesten Quellen und ist weit häufiger als die vollere Endung. Doch hielt sich diese auch im Sg. lange, im 11-14. Jahrh. nicht selten mit unechtem t z. B. Nom. guotin Karaj. 11, 11. 15,5. diemuotin 15,6. — Gen. fäuhtin Megenb. 53,8--Dat. menegin Milst. 152,30. derhin Karaj. 11,17. odin. prodin 20, 23. abulgin 20, 25. — Acc. edilin Denkm. XXXIX. 13,2. routin Karaj. 5, 12. 6,3. wuostin 12, 16. guotin. diemnotin 23,23. Für das geschwächte en: Nom. raizten Megenb. 75, 23. fäu/tten 9, 27. kelten 8, 4. — Dat. ekelten, ckalwen Te- 359 § 320. 321. gerns. Arzn. l.b. 13. b. groezen. güeten. falten Megenb. 12,32. 122, 24. 127, 30. — Acc. ekelten Tegerns. Arzn. 1. b. Megenb. 7,24. fäuhten 11,32. Nocb heute kommt dieses en in allen Casus vor, Schm. § 849. — Den Nom. PI. ina kann ich bairisch nicht belegen, nur in im Acc.: lentin fg. th. 41, 2. — Gen. salz-xutino gl. Altach. Möns. 327. — Dat. hartinun gl. Cass. 23. aren-dinun gl. Teg. 202. jmrdinon gl. Emm. 405, und mit Ausstols des konsonantischen Themas unchutkim Is. 1. digin gl. Möns. 352. unsemphtin 338. In der -nlosen Deklinationsart geh» alle Casus mit Ausname des Dat. PI. gleichmälsig in t oder später in e aus. Als unechter Endvocal kommt im 11.12. Jahrh. a in den Schriften vor: Nom. guita Denkm. LXXXII. 72. — Dat.ßrwizgerna XC, 108. tumpwilliga 112. — Acc. ubilu LXXXII, 3. gihortama 13. gemeinsama 40. Der heutige bairische Dialect, sonst zur Apocope sehr geneigt, schtizt das e dieser Feminina und nur in den nördlichen Landschaften wirft er es ab, Schm. §§ 219.220.856. Es linden sich demnach noch heute die beiden karacteristischen Formen die Braite und Braken, Fetti und Fetten, Sehnelli und Schnellen, Völle und Völlen u. s. f. im bairischen neben einander. Für diefs betonte e hört man auch unbestimmtes i. Die apocopierten Formen (die Fett, Finster, Grö/s, Kränk u. s. w.) die heute nur beschränkt vorkommen, lassen sich übrigens in den früheren Jahrhunderten sehr reichlich nachweisen. Vgl. die Keime, Nom. Sg. guot: tuot w. Gast 8372. suoz: muoz 14091. schoen:hoen Helbl. 2, 150. — Gen. unguot: tuot w. Gast 6702. gehorsam: nom Otack. c. 46. — Dat. ungehorsam: Adam Helbl. 2, 234. Gundach. 261. hoen: ochoen Helbl. 2, 149. griien : blüen 7, 23. tuoz: muoz w. Gast 9523. menig : wenig Sachs zwölf Helden des A. T. — Acc. breit :geteit w. Gast 8982. ich: lit 8995. suoz : muoz 7584. ungehorsam: nam Otack. c. 47. Auch aufser Keim begegnen diese Formen, namentlich im 14. Jahrb.; man vergl. z. B. den Gehrauch P. Suchenwirts, der überall dtrr, gail, gcech, griien, hoech, kerg u. 8. w. sezt, Koberstein quaestion. suchenwirt. spec. II. p. 26. § 351. Neutrum. Thema herzan Hg. S. A. krrza kme (o) ti. D. kirim kenn (m) (nu) a N. A. krrzun (in) ktrien (.«. m. m) (am) G. kenrm-d . O. kenom o» ■ § 365. 366. 360 Die zu e geschwächte Endung im N. A. Sg. unterliegt der Apocope, z. B. oug: trotte Otack. c. 728. daz alt: ziel/alt Teichner Ls. 141, 48. Unechte Färbimg ist o: daz zegenclicho Haupt 8, 107. Unechte Nebenform im Dat. Sg.: dem zehentun Bened. Pr. 45. Im N. Acc. PI. findet sich schon fg. th. neben un unechtes in: Nom. wundarentin 5, 17. Acc. augin 17, 27. Gen. dero soazono mngo Is. 1. — Dat. mit Ausstofs des Themasuffixes augtrm fg. th. 11, 3. gl. Melk, orom fg. th. 11, 30. augon Eunin. Geb. A. 21. Das gemeine en spielt im 11.12. Jahrh. in unbestimmten Farben: herzin, herzon Phys. 1, 19. ougon 21. ougun Denkm. LXXVII, 8. Hervorzuheben ist die Neigung der wenigen Substantiva dieser Klasse durch Aufgabe des Themasuffixes in die starke Klasse fiberzutreten. Namentlich finden wir das bei herze: D. 8g. herze Ps. 7, 11. Bened. Pr. 88 : »merze w. Gast 2091. 14452. her!:. g. Horn. 128. — X, PI. herze Krauend. 342, 17. herz Gundach. 4161. Suchenw. 38, 144. 41, 807. — G. PI. herze Neith. 9, 15. 32, 8. Suchenw. 34, 114. Iiertz llerberst. 843. — A. PI. herze Ps. 7, 10. 47, 16. Bened. l*r. 25. 76. Suchenw. 80, 162 : »merze Hai 229, 18. hertz Grit/.. Hymn. Fiir auge. D. Sg. aug Sachs Balk im Aug. — Fiir icange Acc. PI. Milst. 94, 30. Es ist Weise des heutigen Dialects, das m auch iu dem Noin. Acc. Sg. anzufügen: Augn, Ohm, und im Plur. ein zweites n einzuschieben: Augnen, Augna. — Der unechte Gen. herzen» ist schon bei Ayrer 35,25 hertzens: *chertzens nachzuweisen. Uebergetreten zu dieser Klasse sind das mundartliche Neutr. das Mensch, und die Plurale von Verdienst, Gras, Geschäft Schm. § 870-72. 2. Die Substantiva in -tar. § 352. Die Verwantschafisworte in tar, welche ihren Acc. Sg. nach pronominaler Art in an, den Plural nach der {/-Klasse bildeten (alem. Gr. § 409), zeichnen sich im bairischen im PI. gar nicht, im Sg. höchstens durch die bis in das 15. Jahrh. bemerkbare Flexionslosigkeit des Gen. aus, woneben indessen auch die flectierte Forin auftritt, z. B. fater fg. th. 9,28. fateres 15,8. — Im N. Acc. PI. finden wir nacktes Thema und Flexion: bruoder fg. th. 9,21. bruodere Milst. 94,34. bruodra (unechtes a) Denkin. LXXXII, 62. Seit dem 14. Jahrh. bemerkt man schwachc Flexion im Sg. 361 § 325. Geil, rattern Ring 9. e. 10. b. Schmeltzl Lnhapr. 38. nutet lern 1680 Oberbeir. Aich. 28, 349. — Dat. rattern (14. Jahrh.) Arch. 27, 80. bair. Freih. 9. prüdem Klosterneub. Uk. n. 209. hruedern 1608 Notizbl. 4, 321. — Acc. hrnetlern bair. Freih. 225. Noch heute ist im G. D. Sg. die schwache Endung beliebt, im Acc. dagegen bei Mutter, Schwester, Tochter ungebräuchlich, Schm. § 848. C. Mischungen. § 353. Die Mischung der Flexionen entsteht theils durch Einförmig des pronominalen Acc. Sg. (an) in die nominale Deklination, theils durch die Vereinigung vocalischer und konsonantischer Themaformen. Der pronominale Accus, an hatte in alter Zeit sich in cot, truhtin und man festgesezt. Für cot kann ich ihn aus bairischen Quellen nicht mehr bezeugen, aber für truhtin: truhtimn fg. th. 41, 4. trohtinen Bened. Pr. 119. 129. 184. trotinin Phye. 1, 17. für man: mannan fg. th. 19, 26. 41,11. Vgl. auch iemannen Vor. 308, 25. niemannen Genes. 56, 14. Bei man kommt hinzu a) Flexionslosigkcit in allen Casus, z. B. G. Sg. man:an Gundach. 212. :kan Parz. 697, 18. :Ga-wdn 536, 18. — D. Sg. man : dan Otack. c. 738. : han Frauend. 321, 4. :gewan Wilh. 50, 5. — N. PI. man-.getan Wilh. 252, 16. :wan Gundach. 1356. -.gewan Wilh. 51, 7. — G. PI. :/an Biter. 4921. : gewan Gudr. 633, 1. — D. PI. :an Rügen 1069. : dan Biter. 5000. — A. PI. :hän Parz. 698, 29. :karl Karl 1419. Im N. A. PI. scheint in älterer Zeit die Flexion allgemein verschmäht worden zu sein. Im G. D. Sg. und PI. sind dagegen die Flexionen es, e, o, um früh nachzuweisen, z. B. G. Sg. mannet fg. th. 3. 17. 29, 17. gl. Mona. 334. — D. Sg. manne, fg. th. 13, 24. Musp__G. 11. manna fg. th. 89, 3. Musp. Denkm. LT, 3. — D. II. man- »hm fg. th. 3, 2. 23. 23, I. 37, 4. mannan Muap. (manntn Bend. Pr. 65. mannan Denkm. XC, 32). b) Die schwache Form begegnet im Sg. gar nicht, im PI. ist sie jung: N. PI. mannen Avcntin, Acc. :»ehratmen Schmeltzl Lobspr. 1065. Gleichzeitig erscheint das unechte Suffix er mit Umlaiitwirkung: mannet-Voc. v. 1429 (nach Schindler), mrnnrr Schmeltzl Lobspr. 1005. Mit eingeschobenem d mender häufig bei II. Sachs, z. B. in Ilester mender:lender, Dat. mendern: lendern. Ileutu sind mannen, manner, menner, mender neben ein- § 365. 366. 362 ander im Brauch; die erste Form ist die seltene und vorneme, Schm. 2, 577. Die Zusammensetzungen ieman, nieman flectiercn zunächst wie das einfache man-, nur ist der schwache D. Sg. niemanden 1477 M. Habsb. I. 2, 101. yemanden 1492 Arch. 27, 160 hervorzuheben. Aufserdem ergeben sich besondere unveränderliche Formen a) durch Antritt von unechtem d oder t: iemant nie-mant seit 14. Jahrh. sehr häufig; verkürzt niemt Otack. c. 124. niemd Megenb. B. 43, 5. nyemt Wolkenst. CX. 2, 2. niempt 1360 Schottenst. n. 273. Arch. 25, 121. nyembt Wolkenst. CXVII. 2, 15. niembt Ilerberst. o. — b) wird der Genit. unverändert in allen Fällen gebraucht: yernand» 1478 M. Habsb. I. 2, 720. ye-mancs Trient. St. XLIX. nyemandx 1478 M. Habsb. I. 3, 791. niemand» 1539 Schlager 1846, 289. niemandtz 1543 Archiv 25, 84. nyembt» 1528 Notizbl. 8, 356. Die heutigen Formen schliel'sen sich an: eamed, eamt, eamets — neamid, neamt, neameds Schm. 1, 8. Schöpf 468. iemp eamp Lexer 148; am Wiener Schneeberg eamst neamet Tschischka 269. §354. Die Personennamen können soweit es ihre Endung erlaubt sowol stark als schwach flectiert werden, also G. D. Ludwige», Ludwige und Ludwigen; Häteguwle und Hiltegunden. Die Masculina haben im Acc. nach den ältesten Denkmälern an, d. i. pronominale Endung: Aotrdtan 774-804 MB. XXVIII. 2,53. Arperhtan, Adalhöhan Kozroh 266. 849 Meichelb. I. n. 658. Daher wird auch die fortdauernde Accusativendung en nicht als schwache sondern als pronominale Flexion zu betrachten sein: Dietrichen, Dietm&ren, Albrehten, Gernöten, Meinharten, Ortwinen, Ruodolfen, während wir die weiblichen Accusative Gerdruten, Hilten für schwache erklären müssen. Auffallend ist der Acc. in e, der in Biterolf, Klage, im 20. Liede der Nibelungen, in der Kabenschlacbt und bei Neithart vorkommt: Engelwdne Neith. 54, 32. Dietriche Biter. 11176. Raben. 647,6. Rüedegere Raben. 128,6. liloedeline Biter. 5391. — Jiuteline Neith. 20, 2. Vgl. Haupt zu Neith. 54, 32. Es ist das unechte e, das seit 11. 12. Jh. im N. Acc. Sg. M. und Neutr. erscheint §§ 338. 342. §355. Die fremden Personennamen werden entweder in der fremden Flexion beibehalten oder fügen sich, was gewön-licher geschieht, der deutschen Art in st. oder schw. Form. 363 § 325. Masc. Nom. a) die fremde Form wird beibehalten: Georius, Paulus, b) wird gekürzt: Georis :prts Georg 188. Zachreis 1362 Melly n. 54. Johans:dans Otack. c. 738. Jan* 1339 Notizbl. 4, 104. Pauls 1509 Chmel Maxim. 317 (oberösterr. Paus Höfer 57). c) die fremde Endung wird ganz abgestofsen: Geori:fri Georg 155. Honori: si Otack. c. 433. Pertelme 1355 Klosterneub. n. 373. Andre: e Otack. c. 400. Ladüld: da c. 71. Wenzld: da c. 203. Nyclo 1361 Hohenfurt. Uk. n. 111. In dieser Form blieben die Namen oft unverändert, z. B. Dat. Ladüld: dd Otack. c. 381.765. Wenzld: dd c. 232. Acc. Wenzld: sä c. 734. d) der Nom. erhält eine besondre Form: Thoman 1332 Hohenfurt. Uk. n. 76 und heute noch Thoman. Fflr die Flexion der andern Casus: Gen. It. SalomAnet fg. th. 9, 9. Maytetet Vor. 58, 2. Lattlabt 1441 Notizbl. 6, 556. — schw. Martiljen Wilh. 455, 7. Junten 1350 Schottenst. n. 234. Georijtn 1852 n. 246. Wenitrken 1333 Hohenfurt. Uk. n. 78. Frantzen, Pamln 1409 Schottenst. n. 42. Faulten 1447 MB. XXV. 2, 336. — schw. u. st. Jantent 1362 Kloaterneub. n. 416. Gorigent 1350 n. 284. Dat. st. Jetute. Pilale. Petre, fg. th. — schw. Amiren:gen Otack. e. 400. Ckar-Inlen : rotten e. 7. It Aride» : liden c. 8. hrAnen : änen c. 267. Tercaganden : unde« c. 427. Johannen 1860 Mellr n. 48. Alntheten 1362 Schotlenst. n. 276. Czache-regten 1365 Notizbl. 9, 168. Hauten, Faulten 1473 Oberbair. Arch. 25, 9. Pakunken 1325 Hohenfurt. Uk. n. 69. Pkilipten 1500 Chmel Max 212. — acliw. und st. Moytene Exod. 95, 37. Milst. 131, 21. Acc. Chrittan fg. th. 59, 11. Danach werden auch die andern Acc. in ea zu beurtheilen sein: Jetuten fg. th. 29, 22. Itränen : »innen Olack. e. 728. Gahnmreten : beten c. 425. Cidegatten: bitten Parz. 615, 29. Niehues 1361 Klosterneub. n. 416. Claten. Hauten 1473 Oberbair. Arch. 25, 9. Wigulentrn 1557 ebd. 390. Lazarn M. Magd. 7. Andren Klosterneub. Uk. n. 886. :ttfn Otack. e. 881. Berteimen 1876 Kloaterneub. n. 477. Wenzlan : an Otack. c. 635. .- dan c. 689. r hun e. 738. .Vyclan 1885 Hohenfurt. Uk. n. 80. Xiclon 1855 n. 378. — Acc. in «: Artlire Pari. 318, 7. Die weiblichen Fremdnamen zeigen dieselben Erscheinungen. Neben den vollen fremden Formen im Nom. finden wir Kürzung: Christin, Christein 1355 Schottenst. n. 252, Marei z.B. M. Magd., Kahri :/ri Otack. c. 644. Katrey 1350 Schottenst. n. 239. In den andern Casus ist die schw. Form beliebt: Gen. Stenken (Sidonie) 1347 Hohenfurt. Uk. n. 89. — Dat. Amphibien :prisen Tit. 39, 1. Clauditten : mitten Parz. 390, 23. Sigunen: brünen Tit. 36, 1. IAussen : mausen, Isolden: tealden j. Tit. 1606. — Acc. Annen:mannen Otack. c. 108. — Auch die gekürzten Namen flectieren schwach: Gen. Martin 1288 Steir. Mitth. 9, 232. Ofmein 1291 Altenb. Uk. n. 57. Sophein 1330 Schottenst. n. 164. — Dat. Martin 1333 Hohenfurt. Uk. n. 78. § 365. 366. 364 Ein Verzeichnifs der in heutiger Mundart oft wunderlich verkürzten männlichen und weihlichen in ßaiern beliebten Vornamen gibt Schindler § 692. § 356. Die Ortsnamen folgen, sofern sie deutschen Ursprungs sind, in der älteren Zeit der Deklination ihrer Wortklasse. Besonders zu erwähnen sind die genitivischcn und dativischen. Die genitivischcn beruhen auf Ergänzung eines heim, htm, stat u. dgl. nnd sind meist patronymische Namen: ad Frigisingas Kozroh 2. ad Antheiingas, ad Achingas, adBaldüingas, ad Brunningas 798 Juvav. n. 6. in loco Frigisingas Meichelb. I. n. 70. Heritingas Kozroh 203. in loco nominato ad Felmochingas 840 n. 609. in loco Omaras c. 960. n. 1039. — in oppido Frigisingas Kozroh 11. 15. Meichelb. n. 57 (777). ad oppidum Frigisingas Kozroh 19. in rilla Ehingas 772 Mcichelb. n. 39. in terri-toria Zollingas n. 46. Aus dem heutigen Dialect haben wir hier die obcrpftllzi-schen mit zum eingeleiteten Ortsnamen zu erwähnen: zum Dörf-leins, Grüenleins, JTöfleins, IAenlas, Manglas u. a., bei denen Hof, Reut u. dgl. zu ergänzen ist, Schm. 2, 471 und wofür wir aus dem 14. Jh. aus dem südlichen Böhmen diese Belege bringen: pey eim dorff datz dem Trautmans und daz leit nahent pey ierm darf datz dem Steherleins 1365 Hohenfurt. Uk. n. 119. datz da gehaissen ist Seherleins pei Stroh nie: gelegen ebd. n. 127 (heute Sacheries). Die dativischen sind meist von einer Präposition abhängig; wenn sie fehlt, hat der Dativ locative Bedeutung erhalten. adDorfa Kozroh 77. ad Packiltahofa 278. de Antkadetko/a 156. ad Wangu 34. ad Ptrge 162. ad Holzt 195. in paga Felda 818 Meichelb. I. n. 374 — de. Patinprmnin Kozroh 13. ad PAktcarrin 161. — ad Keizaka Kozroh 126. ad ftneitu 270. dt Memnestleti 168. — ad Feoklkirkun Kozroh 153. ad Pirktilinckirickan 271. Meichelb. I. n. 593 (836). ad Rikkn Kozroh 82__ad Feldnm MB. XXVIII. 2)»54. ad Pr.rgam Kniroh 141. ad Prnnnom 46. ad horfmi 271. od IMzkAtm 7t. ad Utgilinkitm 828 Meichelb. n. 522. de Smeoknn Kozroh 41. ad I'erckovan. ad Ulroagon 840 Meiclielb. I. n. 610. — in loe.o qui ragnaminatnr Ckrakinaekra Kozroh 18. in loe.it nnnenpatis Kkinga et Ptrga 141. in loco qni dicilar Fogaleelda 147. in loco nnnenpata Fiska 73. qwr dicilar Eilinkn/n 277. ad iptum lamm qni dieitnr Lima 17. in loco nnncu/mnte Wanga 34. kic loent a ralgo condilnn est Cotafridit steli 209. in loco nnnenpata Fiskam 152. in loco llegilinkntnn Meichelbcck n. 522. — in rilla ipiae dieitnr Azzalinga 777 Mcichelb. I. n. 59. in rilla nnnrnpanle Ainkeringa 798 Juvav. n. 6. in rilla qnae dieitnr lltoninga Kozroh 4. ad lacum qni eocatnr Eri-ckinga 4. in villa quer dieitnr Trnklkeringe. 10. in loco Mazilinga 32. nrhe nnn-euponte Frigitinga 756 Meichelb. T. n. 5. in rilla qair raeatnr Tilamaninga, in loco q. v. Itinga Juvav. n. 6. — ad Aeringn ad Takakarlinka ad Wikinka MB. XXVIII. 2, 54. ad Frigitinga Kozroh 1. ad Tnllininga 8. ad Lieeringa ad Tengikilinga 798 365 § 320. 321. Juvav. u. 6. — in l'ittiiKjuiH in Flurinint/um in Hitmgum in Grefolringum in Pollin-yuni Kozroh 74. ad Brüdolvingum 830 MB. XXVIII. 2, 87. ad Celtingm 866 Meichelb. I. n. 706. ad Greffoleingan 869 n. 727. de Trnhtharingun Kozroli 10. in villa Brnneningnn 1000 MB. XXVIII. 1, 288. m locu Hiubingun nominato 1062 Meichelb. I. n. 1218. de Heidolvingun c. 1090 n. 1269. de Marzilingan c. 1090 Meichelb. n. 1263. de Kiinntingan. de Itmininkun c. 12G7. de Steinlutringan. de .Suu-hingan c. 1130 Ii. 1285. de Zolling,au n. 1313. — Die heutige Scheidung in den patrony mischen Ortsnamen auf ing ost- und westlich des Lechs, wonach die plurale Form ingen schwäbisch, die singulare iny bairisch ist, erweist sich hiernach nicht als ursprünglich. Wir heben noch besonders hervor dals in dem Verzeichnis der Salzhurgcr Kirchen von 798 (Juvav. n. 6) die betreifenden Namen meist iu ingun ausgehn, daneben aber auch in ingu uud ing (ad Tuliurdittg, ad Flozzing) vorkommen. In dem jüngeren Verzeichnis ebd. u. 7 begegnen dieselben Namen auf tagen und auf ing. I)ic fremden gewöidich nach Möglichkeit umgcdcutschtcn (Msnamen bleiben entweder unverändert, z. B. ze Dolet: Tre-buchet Parz. 261, 2. ze Prettin: da: ttd Otack. c. 214. 221. ze Afeildn: getan Biter. 4758. ze Clemün, ze Villach, ze Vrinach, ze Schiaß ich Frauend. 163, 15.il'.; oder es wird ihnen die deutsche Flexion gegeben: ze Grwze Frauend. 24, 19. ze Rabene Biter. 4751. ze Wiene Frauend. 11, 1. — ron Ad munden : nun Jen Otack. c. 260. ze Wienen : dienen Ilelbl. 4,151. t/en Winnen MB. XXXVI. 2, 51. II. Die pronominalA Deklination. A. Die Pronomina. 1. Persönliches Pronomen, a) ungeschlechtigei persönliche« Pronomen. § 357. Erste Person. 8g. N. ifh (/. it) PI. wir (mir, mer) G. Mi* mein meiner mer Unter D. mir (mer) nntit nnt Snt (iu est) A. mich (mit. mi me) untih tau uns. lieber das etymologische alem. Gr. § 412. Bei ich und mich geht in angelehnter Stellung in Tirol (Unter-iuuthal) und Steiermark das ch in « Ober § 155: bin ie, harn min. Gewöidich sind die gekürzten Formen /, mi me. Die erweiterte Gcnitivform meiner keime ich zuerst aus Suchenw. 44, 20. Im Dat. Sg. und N. PI. unterliegt i vor r der mundartlichen Brechung in ie § 90: tnier 1311 Altenburg. Uk. n. 112. $ 357,858. 366 wier 1290. 1295 ebd. n. 50.73. 1304 Schottenst. n. 98. Heute ist mia gebräuchlich. — Dumpfes wür wird im 16. 17. Jahrh. geschrieben: 1532 Oberbair. Arch. 25, 306. 1631 ebd. 325. — Unechtes e zeigt sich angeschlossen: mire Vor. 316, 5 :schiere Wolkenst. LXI. 1, 8. Im N. PI. vollzieht der Dialect den Tausch des w mit m (§ 139); die frühesten schriftlichen Belege dafür fand ich bei Ayrer u. a. 999, 28. 1223,6. 1903,2. 1978, 34. u. ö. Heute mir, miar, tonlos vier, mar, ma'. Im G. D. A. PI. liebt das bairische Umlaut: Dat. ans Notizbl. 4, 316. Acc. Uns 1350 Schottenst. n. 234. Im DSp. immer tIns, heute durchaus Unser, uns, ins, angelehnt und verstümmelt iss, ess. In den italienischen Colonien iis, cimbr. Wb. 53. Merkwürdig ist der Dativ unsis Genes. 28, 23 *), welcher durch (das alem. Gr. § 412 übersehene) unscs Griesh. Pr. 1.124,1 Bestätigung erhält und die aus got. unsis bekannte Form für das hochdeutsche verbürgt. Unecht ist dagegen der Dativ unee 1317 Klosterneub. Uk. n. 168. Der alte Accus, unsich ist für das 11. 12. Jahrh. mehrfach zu belegen: unsich Genes. 59, 19. Joseph 277. unsech Genes. 22, 41. Vor. 44, 1. Bened. Pr. 124. 158. Die jüngsten Belege finden sich bei Wolfram v. Eschenbach Parz. 121, 6 (wo alle Hs. außer D. uns setzen). Wilh. 122, 6. 124, 23. 142,7. • § 358. Zweite Person. Sg. N. du (de) Dual, es et is, lex tit PI. ir er 6. diu dein deiner euker imetr cur D. dir (der. dr) tut iu eu (iuk. euck) A. dick (di. de) e»k iwik iuek euck Vgl. alem. Gr. § 413. Die Formen des Sg. sind wenig veränderlich. Bei (tu ist die nur Gundach. 792 bemerkte Nebenform diu zn erwähnen. In der untcrsteirischen Mundart (Leibnitz) hört man buo für du. Angelehnt kürzt sich du zu de, (f. Hinter Pronominal-formen wird dem angelehnten d, t euphonisches s vorgeschoben : wo-s-d' bist, wenn-s-d' magst, dem-s-d' ghörst, den-s-d' wüst, Schm. § 722. Auch im Dat. Acc. sind bei Anlehnung geschwächte For- *) Dia Milst. Ua. 80, 21 hat au dieser Stelle nur «im. 889 § 338. meu üblich: der dr; di de. Vgl. u. a. die Heime beider: weiter Ayrer 825, 13. mitter: bitter 925,5. sutter: mutter 579, 26. Ein Hauptvorzug und Merkmal des bairischen DialectB sind die dualen Formen. Leider haben wir bis zum Ende des 13. Jh. keine Belege dafür, obschon sie natftrlich in lebendiger Volksrede bestanden haben müssen. Schon bei den ältesten Schriftstellern, die sie haben (Otacker. Teichner) ist die duale Bedeutung dieser dualen Formen schwankend oder ganz in die plu-rale übergegangen (Grimm G. d. deutsch. Spr. 973), filr die folgende Zeit ist dies noch mehr der Fall. Heute vertreten die dualen Formen völlig die pluralen, die nur in den italienischen Colonien, welche den Dual verloren haben, vorkommen und in dem Gemisch von Mundart lind Schriftsprache neben den dualen gehört werden. Die Belege für den Dual sind Nom. ez Otack. c. 451. 1314 MR. I. 234. f. Teichner Ls. 85, 260. DSp. 17. Ring 19. b. g. Rom. 60. 106.116. 119. 156. tß Schmeltzl Lobapr. 182. u Teichner A. 66. a. (Karajan 17). g. Rom. 58. Ring I.e. 3.d. 5. b. 20. b. 31. b. 32. d. 83. 36. b. 41. c. 43. d. 44. 49. d. 51. 51. d. 52. b. Faatn. Nachl. 268,3. Vintler. 1548 Notiabl. 4. 814. m M. Kleal. >7« 1443 M. ruller (nach (irimin O. d. d. Sp. a. a. O.). Heute es (Regen) e/z ntj'z, auweilen ij'z. Schm. § 718. 910. Anm. Schöpf 109. Lexer 87. Tachiiichka 267. Ilarar. II. 208. Man erinnere aich des got. jut, alt», aga. git, nordfrie*. jat, altn. it. — Zu den mit (, rf anlautenden Nebenformen th (Regen) dnez ihm (künt. öaterr.) tiz (oberpfltlz. Schm. § 718. tiz diz Nab. Schwarz-acti, diaz Röala Bavar. II. 196) halte man die alte Nebenform pit, fllröiach (it. Nicht zu verwechseln mit diesem döfz ist das suffigirte tu, das aus euphonischen t und ös bei Anlenung an pronominale Formen entsteht: wo-t-s seit», wenn-t-s mügts, den-t-s wollt« Schm. § 722. — Wir haben § 284 die bairischen 2. PI. in ts auf Suffigierung des es (ös) an die pluralc Endung des Verbums gedeutet: oee gebts, nemts; Imp. gebts, habts! Beachtenswert ist dafs durch den Einfluls des österreichischen Dialects auf den schlesischen während der politischen Verbindung dieses Landes mit dem habshurgischen State der Dual im 17. Jahrh. sich auch schlesisch nachweisen läfst: W. Scherffer hat S. 611 wollt es Julien einen Graben t und deugemäfs auch die 2. PI. in -ts § 284. Der Nom. enk, den man an der untern Nab hört, ist eine falsche Bildung aus dem D. Acc. An der Wcstnab hört man enks. Gen. enker, enka\ kann ich au» älterer Zeit nicht belegen. Dat. eneh Otack. c. 451. enk Ring 8. b. Fastn. 991, 16. Nachl. 264, 8. enck 1314 MB. I, 234. f. M. Klesl. enkeh Otack. c. 167. 450. 451. 368 Acc. eneh Otack. c. 451. H. Sachs Juliau Act. 2. enk Karaj an Tcichncr 17. Fastn. 1007, 3. Nachles. 264, 3. Uchcr das fehlen der eigentlichen Pluralfbrinen in der reinen Mundart ist oben gesprochen. Wir bemerken zu denselben aus älteren Schriften: ir schwächt sich in Anlehnung zu er, z. B. gänd er: ander Pfaffcnl. 82. sit er: riter Helbl. 8, 342. wert er gem. Leb. 957. c/da/et er Pfafienl. 83. Nach pronominalen Formen wird dem suffigierten er (= ir) t vorgeschoben: wo-t-er seid, icenn-t-er wollt. Ich glaube dafs auch die von Lexer 59 aus dem Lesachthal angeführten Belege für der = ihr nicht anders zu deuten und also in d-er(ir) aufzulösen sind: wo der seit, weil der seit, wenn der hdm ketup, pall der göfse hat, da/s der hausla wart. Im Gen. D. Acc. geht das iu dem Dialect gemäls in eu über: bereits fg. th. 18, 22 eu, in Vor. sehr häufig. Im Gen. gehn die Schreibungen itcer, iuuer, immer, iur, ewer (Joseph 579) eeer (Vor. 65, 19) neben einander her. Keim iur: tiur Dietr. Fl. 4981 (Hagen), Otack. c. 86. Der Dat. iu, eu läfst sich bis in das 16. Jahrh. verfolgen: eu DSp. g. Korn. o. 1437 Notizbl. 6,498. 1446 ebd. 4,110. 1447 Melly u. 10. 102. 1470 M. Habsb. L 1, 11. 1480 3, 679. 1488 Archiv 27, 149. 1493 Chmel Maxim. 6. 1518 Notizbl. 5, 300. Bei vocalischcr Anlenung wandelt sich u in w: iuw es Genes. 18, 28. Erweitertes iuwe Genes. 58, 3. — Uebrigens drängt sich bereits im 12. Jahrh. die accusativc Form iueh in den Dativ: iuh Kaiskr. 28,12. euh Vor. 35, 12. Die volle Form des Acc. läfst sich bis in das 13. Jahrh. verfolgen: iuuih fg. th. 21, 1. gl. Teg. 181. Milst. 149,4. iuuuih fg. th. 61, 7. gl. Möns. 365. ieih Bcncd. Pr. 37. iuweeh Phys. 2, 31. Parz. G. 438, 27. Gekürztes iuh, iueh, euch ist das gc-wönliche, doch kommt auch fälschlich dativisches iu eu für den Acc. vor, z. B. tu Otack. c. 450. 575. Gundach. 81, ew 1372 Archiv 27, 83. 1397 MB. XXXV. 2, 205. 1408 Archiv 34, 288. 1441 Notizbl. 6, 557. 1457 ebd. 567. 1479 M. Habsb. I. 3, 675. 1480 Schlager 1846, 515. 1485 Notizbl. 7, 58. 1518 ebd. 5, 300. Auch noch im 17. Jahrh. fand ich eu (oy) ffir euch, z. B. in meiner Handschrift bairisuher Weihnachtspicle. Die heutige Mischsprache von Mundart und Schriftdeutsch hat auch noch eu neben euch Schm. § 721. — Man sieht dafs Dat. uud Acc. in einander übergriffen. 369 § 320. 321. § 359. Dritte Person. • «Ir b 145, r 147, t 145. 147, fllr a 'U7> fl>r 1 145. 146. 143. durch t vertreten 140. 141. durch r vertreten 164 d Abfall 149. Ausfall ng| Anfllgung 149, KinfUgung 148. Verschweigung im Anlaut. Vorschiebung ]45 Doppelung 147" du Demoiistratirslnnini 332. dllig, da/ig .jj-i ihr/, dürfen :"j3j' >'"- 363. Deklination nominale 338 _ 856. st«'k« 338 — 46. schwache 317 — 56. pronominale 357_gj. Vergleichung der bair. und alem. 370. Dccomposita 237. Dcminution ]g7. 242_4ä. denken 324 ,hr 863. derl 863. denen 363! ebner, dtrin, dezzi 395. 253. rf* 145. 147. Diphthonge 64-114.116. dirre, ditin, diz 365. I! 368. 140. 178. 366. 866. 358. Dualis des 2. Personalpronom. 358. dmken 322, E. din dl, dn = gl, gn döge, doig dorgen d« 11 — 17. 17. 838. 342. 16. au- und eingefügt angelent apocopiert 15, vgl. Apocope. Brechung u. Denung 4gs (tlr 185. hoi Ausruf 261. hu, hutch 261. hunt 258. hwa Interrogativstamin 254. hwer hwus 367. I. i 18—20. der Brechung widerstehnd 18. für e 18, > 19, « 19. 32. eingeschoben SO. 1(2. irrationales i 20. 280 — 88. 298. 304 — 16. 338 - 48. 347 —49. 368. f. Heime zwischen i and i aus l zu ü i verkleinernd < Verengung ans im 54. Aussprache 38. jüngere Diphthongiairung zu uo 113. Verdampfung au« u B6. Umlaut 64. 57. A Ausruf 261. >; Suffix in der 2. schür. Conjug. 303. 313. 317. öd Suffix 207. iti 206. (E. Umlaut von A 57. ffir er, c „ 58. ffir tu, Su, üe 59. OA. aller Diphthong 96, neuer 97. Ol. 98. öl 109. OU. der alte Diphthong 99. der neue aus 4 100. ffir iu 101. ffir uo 10». Zwischenlaut zwischen o und » 102. ÖÜ Umlaut 104. im Anlaut 121. fllr in- und auslautendes b 122. Kinschuh 122. p ffir ph, f 128. ffir t 123. aus th, Uo 122. Doppelung 123. Participium Prta. 289. 3l2. Prit. 294. 317. Passau 1. Peigira 1. peikingegot 251. Perfect 264. 82». Störungen des Ablauts im Perfcct 266 — 269. Personalendungen des st Pcrf. 290 — 98. — des achw. Pcrf. 318 — 16.318. Personennamen 354. 355. pf 128. 159. ffir h (bh) 121. entlehnte Worte mit anlautendem pf "128. ph 128 — 130. zu / ebd. ph = p 130. §§ Possessivpronomen 362. Prilpoaitionen 256. 257. Prllpos. zusaniinciigesnzt mit Ad- jectiven mit Substantiven mit Verb. Prilsens: Personen Ind. 1. S| 2. Sg. 281. 308. 1. PI. 283. 808. 281. 232. 226 — 27. 284—86. 280. 807. 3. Sg. 282. 308. 2. PI. 284. 308. 3. PI. 285. 308. — Conj. 286. 309. Präteritum s. Perfect. Pritteritoprilscntin 325. Prehenluc 168. Presburg 2. Pronomina 252 — 255. Deklination 357 — 67. 370. Q = chw 189. R. im Anlaut aus Ar 160. aus irr 135. 160. Eindufs auf Vocale 162. Ab- und Ausfall 162. Kinsehub, Umstellung 16». euphonisches r 168. gutturales r (»vA, eh) 164. r aus t 161. ffir u 164. Tausch mit d 147. 163. mit ( 141. 168. mit 1 158. 164. Auflösung zu ii oder « 162. Xachlaut i 162. Doppelung 163. rudteheu 162. Kcduplication im Vb. 272. Kelativum 254. riteu, r/ii» 161. rm aus r» 189. ru : gn 164. rtl, rtchl fllr rt 155. rt fllr rtt 155. S. t im Anlaut euphonisches * ffir eh 165, fllr h ffir teh ffir s Keime zwischen t uud t zu lt zu r Sachsen in Daiern ml Suffix Salzburg MIHI (Uli* Hilf 154. 165. 190. 164. 150. 151. 153. : 161. 145. 147. 161. 1. 210. 1. 262. 393 sä, tun, sär tch fllr a fllr (I H 258. • 163.154.157. II 154. 157. 157. 166. 337. 224. 327. 268. 866. 263. 880. 861. 360. 155. 860. 183. zu tsch tch;, — rt soll, tcnlan schuft tcholte schriren der teche, teile »I neu, toe, si Peraon. Pron. ti, sin Person. Pron. si um gestellt aus it Sihilation der Gutturale tim 261. sin, tint 296. .tlu Pronom. 359. töner, tör Pronom. 362. sp tauscht mit ti 178. tpiren 268. fs 152. 166. t fllr tch 154. st tm ts unigeatellt 151. Stammbildung 202. IT. sttin, sten, stantan 271. Steiermark 1. 2. Steigerung der Adjectiva 846. 247. sahen 258. Suffixe gutturale 214—220. labiale 204. linguale 305 —313. Suffixvocale der schw. Conj. 803 — 806. Suoerlntivbildnng 346. ticer 355. 367. Syncope 14. "im schwachen Perf. 806. 813. T. i 140 —143. fUr d 140. 141. durch d vertreten 145. 146. Abfall 148. Binsebub 142. Vortritt 140. Antritt 143. Doppelung 141. 148. unverschobenes ( 141. t au p 123. t und r tausehend 141. 168. Tannen — St. Annen 140. tar, (po 212. Substant. in tar flectiert 852. tar, turren 38«. teta 801. Uz. tiz Dual 858. th fllr d. t 144. fllr ht 144. Tirol 2. IS tl, In = gl, gn 140. tum, tot, ton Pluralendungen im schw. Perf. 837. 336. 3. tone, tagen Trient trnhtm tt in 2. PI. ttck fllr ich 167, fllr z ttchr = kr tte = tet (komi («»» tz u. 858. 284. 287. 808. 160. 157. 143. 224. 300 - 802. 152. 28 — 31. 21. 28. 61. 31. 28. 30. 135. Brechung Denung eingeschoben fllr « 28, fllr e, i 80, fllr o fllr in, A aus M 30, fllr t» In PrSlixen, Suffixen und Flexionen 81. 280 -88. 292. 294.308. 338 — 43. 347 — 49. 351. Keime zwischen m und A 61. Umlaut «9. 32. «-Klasse der Nomina 346, der Verba 269. Wik Suffix 216, ul 211. Umlaut m- Umsetzung von Diphthongen 117, an Suffix 218. mc 220. un der = unaer 362. 147. «iig zu nmni 139- Ungern, Sprachgrenze 2. nnner = unser 8fi2- nntit * 357. nssa Suffix «"9- ü. im 60, Arten aus iu fllr ai 63. fllr o zu i X 1 tJ. aA Umlaut fllr i 83, fllr fi Denung. Reime zwischen » und in 95. Uebergangsklaase von den ablaut. iu den reduplic. Verben '70. Uabertritt aua den st. au dem schw. Nom. und umgekehrt 847 — 861. 60 — 63. 60. 62. 68. 114. „ J . ff' 83. 38. 38. 394 UA. « alter Diphthong an* t 105. neuer Diphthong fllr o, o, ä, 6, ai 106. UE. Schwächung aoi uo fllr ö, ä ÜE. Umlaut fllr ie, flir a vertreten durch tu durch ia UI. fllr iu fllr w, fllr 6, ä (ai) 107. 108. 100. 110. 84. 89. 111. 111. Y. echtes v (bh) fllr/ r zu / gewandelt v durch w vertreten fremdes v IIS. 183. 184. 181. 183. 183. 183. 184. 181. van 5. Vcrbnlzusainmensetzung 233—86. Vergleichung der bair. und alem. Con-jugation 387, Deklination 870. des bair. u. alem. Consonontiamus 301. Vocalismus 119. Verkleinerung 243 — 45. Verkürzung der LKngen 7.18.19.80.116. verlurtt 163. Voronesische Deutsche 3. Verschiebung der Vocale 117. Vicentinische Deutsehe 3. Vocalismus, Ucbcrsiclit 118. w. anlautendes w, w aus ha 135. in im An- und Inlaut zu b 135. bildendes w 187. » fllr b 136. fllr h 137. w fllr v euphonisehee u v tauscht mit g 178, mit i ia it Hase. h thematisches Neutr. «s cht wachar in Eigennamen at Instrumental weit, wissen . . wtizgot Vellen mne Ausruf wer wtrigot wirdtr wiu, wui Instrumental woch Ausruf Wortbildung wr: r wurchm fl 184. 187. 186. 189. 18fi. 181. und 888. 843. 189. 186. 6. 299. 867. 867. 261. 888. 262. 886. 962. 867. 202. 163. 867. 261. 263. 185. 160. 322. An- In- Auslaut 160 — 158. Ab- und Ausfall 161. fllr t 160. 163. Reime ebd. zu Uch 160. 161. durch d vertreten 147. s verkleinerndes Sufllz 245. Zahladverbia 260. Zahlwörter 258 — 260. tc 162. Zeitwort 264. st 163. Zusammensetzung eigentliche 331 — 237. uneigentliche 288. tu 162. eis 150. zwanzic 258. zair 260. a 162. A.W. Schade's Burhdrnclterel CL. Srhsdel in Berlin. Ktallsclirniharatr. 47. In demselben Verlage sind ferner erschienen: $rriMt)0 (.ÖUdjatl), Ueber Kritik und Geschichte des Goethe-schen Textes. 1866. Velinpapier, gr. 8. geh. 15 Sgr. Diese kleine Schrift stellt dnrch zahlreiche Beispiele nnwiderlegliclTfest, wie verderbt der Text ist, den wir bisher in Goethe'« Werken lasen. Sie ist «Uen Verehrern unsors grüßten Dichters zu ompfelilen. gelbrök (Dr. 0.), Ablativ Localis Instrumentalis im Alt-indischen, (xnechischcn, Lateinischen, Deutschen. Hin Beitrag zur vergleichenden Syntax der indogermanischen Sprachen. 8. geh. 15 Sgr. 1 «rhltm C^acob), Kleinere Schriften. Erster Band. Reden und Abhandlungen. 1864. gr. 8. geh. 2 Tlilr. 15 Sgr. , ~ " ---Zweiter Band. Abhandlungen zur Mythologie nnd Sittenkunde. Mit einer photolithographischen Tafel. 1865. gr. 8. geh. 3 Thlr. 7~T - Dritter Band. Abhandlungen zur Literatur und Grammatik. Mit einer photolithographischen Tafel. 1866. gr. 8. geh. 3 Thlr. -----Ueber den Ursprung der Sprache. Aus den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften vom Jahr 1851. Sechste Auflage. 1866. 8. geh. 10 Sgr. ^omnjrr (CS.), Der Dreißigste. Aus den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1864 1865. gr. 4. eart. 1 Thlr. 22 Sgr. Das Friedegut in den Fehden des deutschen Mittelalters. Aus den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1866. 1867. gr. 4. geh. 10 Sgr. Ueber die Formel „der Minne und des Rechts emes andern mächtig sein.'- Aus den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1866. 1867 gr 4 geh. 10 Sgr. ^laljit (Dr. <£. X £), Ueber den Ursprung und die Bedeutung des Namens Germanen. Ein Vortrag in der germar nistisch - romanistischen Section der in Hannover tagenden Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner am 2!). September 1864 gehalten. 1864. 8. geh. 10 Sgr. Jlnuli (Dr. £«rl), Ueber die Benennung der Körpcrtheilc bei den Indogermanr-n. 4. geh. 8 Sgr. Stfintl)ttl (Prof. Dr. *}.), Gedäehtnifsrede auf Wilhelm von Humboldt, gehalten an seinem hundertjährigen Geburtstage Honnabend den 22. Juni 1867. Velinpapier, gr. 8. geh. 6 Sgr. Philologie, Geschichte und Psychologie in ihren gegenseitigen Beziehungen. Ein Vortrag, gehalten in der Versammlung der Philologen zu Meifsen 1863, in erweiternder Ueberarbeitung. 1864. gr. 8. geh. 15 Sgr. Karl Weinhold BAIRISCHE GRAMMATIK Izdala: Narodna in univerzitetna knjiznica, Ljubljana © 2015