Dienstag den 10. December 1822. L a i l> a ch. Gemäss des eingelcingtcn hohen Hofcanzleydeereteö »om -?i v., Erhalt 16. l. M., Z. 2u,6n, haben Seine k. k. Majestät mit a. h. Entschließung vom 20. v. M. geruhet, den befllgten Töpfern, Carl Buresh am Neu, ^-m Nr. 2)8, und ThomaS Mahalik bey der Maria-. Hülfer-Liuie Nr. 209 zu Wien, auf dic Erfindung einer neuen Oatttmg von Öfrn, welche im Wesentliche darin bestehe: „,) daß sie Ersparnis an Holz möglich machen; ' 2) daß sie wohlfeiler anzuschaffen, leickttr zusammen zu setzen, auszureinigen und zu transportiren, in jedem Lo-cale »zweckmäßig auszustellen, und ohne Beschädigung der äußern Theile, im Innern zu repariren ftyrn; 2) daß sie im Zimmer oder von außen cchcitzt werden können; 4) daß sie jede Form, und jrd? delie-^>Ze äußere Verzierung zulassen; 5) daß ma>.'. für die inneren Bestandtheile Gußeisen. Eisenblech odce gedrann« ten Thon, für die äußeren aber MctaUbleä, jeder Art, verzinnt oder unverzinnt, Gyps oder Gypsmarmor, ge° brannte ftuerftste Masse mit oder ohne Glasur, weda-woodartige CompoNtionen, f^nerffste Pappe, oder end-, lich eine versetzte Masse auZ aufgelösten Papieradfällen und Thon verwenden, und diese sämmtlichen Stoffe entweder mit einem leichten Anstriche, oder einem da^cr-, haften Locke übergehen oder bronziren könne; 6) daß ^ man durch Vorschiebung oder Öffnung äußerer Beftaud-.theile entweder die Wa'rme direct erhalten, oder durH Sperrung der Öffnungen das ganze Zimmer bey dem allmähUgen Durchzust- der kalten Luft durch, d^u Ofen vollkommen gleichförmig erwärmen 'könne; 7) daß man in den Öfen sine oder zwey Röhren zum Warmhalten der Speisen oder Getränke, oder zum Kochen und Backen anbringen könne, ohne daß davon ein Dunst entstehe, oder nach jedesmahliger Sperrung der äußeren Öffnungen, im Zimmer etwas bemerkt werde; 3) daß die Öfen, wenn der Schornstein nicht ganz fehlerhaft angebracht ist, auch bey, widrigem Winde nicht tauche; 9) daß d>c äußeren Theile der Öfen höchstens lauwarm, mithin die 'Anfühlenden nicht beschädiget werden; 10) daß man eben die äußeren Theile dieser Öfen für Caserneu, Fabriken, Spitäler tc., von Iiegclmauer mit Eisen verbunden, zum Kochen im Zimmer und zum Heitzen von Außen einrichten könne, ohne vor einigen Jahren eine Reparatur zu benötkigen; endlich n) dl.ß man nach dem Muster der fraglichen Öfen schon vorhandene eiserne Öfen mit geringen Kosten, jedoch ohne die Erzielung drs bedeutenden Holzerfparnisses, verbessern könne," ein fünfjähriges Privilegium, nach den Bcftim» mungen des a. h. Patentes vom lt. December 1820, zu verleihen. Laibach am 22. November 1822. W i e n. Die unter Anführung Sr. Erc. des Banus, Gra, fe" Ignaz v. Gnulay, zusammengesetzte landftändische Deputation der Königreiche Crootien ^nd Slavonien hat zu Verona am 1«. November das Glück g>!^t, die ehrfurchtsvollste, Huldigung bendcr Lander ft^ die der Krone Unaa'.n durch die AUerliöchste Gnade ^r. Majestät des Kaiserü und Königs wieder einverleibten Theile Croatiene und des Küstenlandes, welche bisher dcnEarlstädter und Fiumaner^Kreis bildeten, vor dem Al, lerhöchston Throne darzubringen. Um dieft ehrenuottö Sendung zu erfüllen, versammelte sich die Deputation in dem P.'Uofte Girolamo Ottj, r.nd begab sich von da in H, ,en in einem durcy ein C^vallerie - Detasche» ment cröffl'^in ici'frliLien Zuge, wachen die Diener« schaft d'e von der Mu^ nicipalit?it bereits angekündtte allgemein? Beleuchtung, 454 welche d<^Bestimmung hatte, unsern erhabenen Sou» veranen.'ein-en neuen Zoll der Dankbarkeit darzudrin» - Kei^ und die Anwesenheit so vieler hohen Häupter zu feyt'ln^fand amMomagAbends, (den 25.,) Statt. Einige der ansehnlichsten Gebäude gewährten durch ihre architektonische Beleuchtung ganz besonders einen herrlichen Anblick. Einen wunderbaren Glanz verbreitete die Porta nuova mit der ganzen Straße, die durch Pyramiden erleuchtet war. Die Porta Borsari, der Pallast Massei auf dem Platz delle Erbe, der Platz selbst uni> die schön ausgeschmückten Kaufläden waren mit Wachs iUuminirr. Auf tzer Straße del Corso erhob sich derAr« co de Gavi mit allen Säulen und denselben Piedesta-len, die er in seiner ersten Anlage hatt?, und auf derselben Stelle, wo er ehemahls gestanden hatte, ganz von Holz gebaut und auf eine Art erleuchtet, welche die ganze schone Proportion dieses Denkmahls darstellte, des' sen Zerstörung man sich noch mit Wehmut!) erinnert. Doch selbst die schönsten Puncte mußten bey weitem dem wahrhaft überraschenden Schauspiele nachstehen, welches Ver Platz della Brä darboth. Der große Pallast der Hauptwache, das ganze Amphitheater, auf alicn Außenseiten beleuchtet, die Kirche St. Agnes, und eine Fort-fetzung von Bögen und Pyramiden, welche die zwey gro-ßen Denkmahler mit einander in Verbindung brachte, gewährten einen eben so majcstätlschcn als manigfalti, gen und symmetrischen Anblick, der jeden Au5?ruck übersteigt. Ihre k.k.,Majestäten geruhten, von den übri» gen vornehmen Personen 0er verschiedenen Höfe bcglci-tec, aus den Wagen zu steigen, die ausgezeichnet be» leuchtete neue Straße zu Iuß zu durchwandeln, und alsdann unter dem Frohlocken der zahlreich versammelten Volksmenge wieder in den Wagen zu steigen, und Schritt! für Schritt die Gasse der Porta nuova und die übrigen interessante« Partien der Stadt zu durchsah» ren, wodey Sie mit der chnen eigenen Huld und Herab' lassung diese Beweise der Hochachtung der getreuen Ein, wohner aufnahmen. — Auch die angränzenden Hügel nnt ihren zerstreuten Hausern, wie auch die Castelle waren beleuchtet, und daher konnte man auch von den Ctschbrücken aus nicht minder schön und überraschend die Beleuchtung übersehen, und die Symmetrie, welchl in ihrer Anordnung herrschte. Alle Gasscn, alle Plätze wimmelten von Volk, welches hieben zeigte, wie sehr es sogar bey Gelegenheiten des größten Volksjubels die Ordnung und erwünschteste Nuhe zu beobachten wisse. — Morgen reisl der Herzog von Wellington noch Mai» land ab, geht nach Como und Genua, und kehrt in un» gefähr 14 Tagen über Pesaro Hieher zurück. — Sc. Maj. der Kynig von Preußen wird «m »7. December hier wieder erwarttt, und hofft, wie man allgemein vermu thet, in den ersten Tagen des kommenden Jänners wie-der in Berlin einzutreffen.^, Königreich Sardinien. Gen ua. dglsche, uni? im Jahre 1790 >n komql. preußische. l>r gc^uß stetS das vollste Zutrauen Friedrich Wilhelms U., so w>e auä? jenes des jetzt regierenden Königs, beUeioete fett 6. Iuny i6lo die Stelle eines lön. preußischen Staatscanzlers, und gehörte unstleitig zu den auö-gezeichnctslen Stft^tsmeinnern der neucrn Icit. 455 als zener, den die Feuersäule bildet. Durch diesen Rauch leucht" bald hier bald da der feurige Lavastrom durch, wie cm flammender Kometdurch den Flor des nächtlichen Gewölkes; dann liegt wieder schwarzes Dunkel auf dem Berge. Auf ein Mahl zerreißt ein gräßlicher Blitz den schwarzen Vchleyer; die erschrockenen Wolken theilen sich fliehend, und nun zuckt der Fcuerslrahl aus dem Krater empor, hoch, wie der höchste Thurm der Welt; eine gerade, steife, unbewegliche Feuersäule, aus welcher in Gestalt brennender Funken glühende Steine von gewaltiger Masse herabregnen. Das Getose ist schauderlich; es ist, als ob alle Stürme, ausgehrochen «us der Höhle Aols, mit vereintem Rasen die Esse Vulkans anfachten, und die nervigen Arme von Tausend berußten Cyklopen auf die gewaltigen Ambose hämmerten, daß Meer und Land von ihren Schlägen erzittert. — Und ober dieser erschütternden Scene wallt der Mond mild und furchtlos seine ewige Bahn im heitern Himmelsgewölbe, ahn» lich dem tugendhaften und muthvollen Weisen, dcrfest und ruhig die Bahn der Tugend und Ehre wandelt, selbst im Sturme des Schicksals und beym Drohe« mächtiger Feinde. — Auf den Straßen drangen sich Schaa-««n der Flüchtlinge und Neugierigen, rasseln die Wä-sen dahin. Unzahlige Fremde wallen zum Berg , um das Schauspi^ des brennenden Vesuvs in der Nähe zu sehen. ElMge mußten ihre Neugierde schwer büßen; Einen er° schlug der Blitz; ein Anderer verbrannte sich an der Lava; ein Dritter brach sich die Füße. — Am 24. donnerte und tobte es noch heftig im Innern des Berges; aber man sah nichts von ihm, er war in einen dicken Nebel gehüllt; dochfälltin Neapel unausgesetzt ein dichterAschen« ^egen, nähmlich ein sehr feiner, dem WeUensand ahnlicher, nicht glänzender Sand. Alle Leute aufder Gasse, di« lange im Freyen waren, sehen aus, als ob st« brau, -ne Hüte und Kleider trügen. Heute «stein schöner, windstiller Tag, und man sieht an der Stelle des Vesuvs ei« Nen rosenfarbenen Nebel, der lieblich den azurnen Him-Mel begränzt. Alle Gegenstände, als Hauser, Thürme Und selbst Menschen sehen in eintrgewisscn Entfernung schwebenden Luftbildern ähnlich." (V. v. T.) Frankreich. Am 12. November begann in Paris vor der ersten Kammer des Gerichts erster Instanz der Prozeß eines Hrn. Fro m en t(von Nt5mcs) gegenM o n s«e ur (Bru^ der oes Königs). Froment versichert, vom Prinzen im Jahr« »790 beauftragt worden zu seyn, im Süden einen bewaffneten Widerstand gegen oie Revolution zu bilden, ^ut seiner Erzählung stellte er sich m der That an die Sp'tze der NsyaMcn i 6a„ derselben unv fein Bruder kamen um; sein Haus wurde geplündert, und er, zu^ Flucht ins Ausland genöthigt, büßte seinen Elfer und seine Ergebenheit Mit acht >>.nd zwanzigjähriger Landes« Verweisung. —Froment versichert, aller Versprechungen des Prmzen ungeachtet, für seinen Verlust nicht ent« schädigt worden zu seyn. D>'e reun d Gemeinen. '«Die,Regentschaft des Königreichs, der Il)r Gehör» fam geschworen, und die Ihr als dle oberste Ne^ciuüF während der Gefangenschaft unsers geliebten ^onigs (den Gott erhalte) anerkennt, gebiethet mir, an 6ure Spitze zu treten, um Eurer erprobten Tapferkeit un> Kriegesthaten.den Schwung und die Richtung nach dsin einzigen Ziele aller guten und loyalen Spanier zu er» theilen, nähmlich'. i?>e schmachvoll eriliedllgte u»ld bc, schimpfte Religion unserer Vater, in dem vollen Glanze, de sie un Schooße einer wegen ihres Eifers und lyit'r Anhänglichkeit an die römisch - katholisch , avoNolisaie Kirche mit Recht gefeyetten Natioa umgad, wieder her» zustellen, unsern gefangenen König m dcn freyen Ge« nuß und Ausübung der ihm, Kraft der alten Grund» gesetze der Monarchie, zukommenden Rechte wieder einzusetzen, uno den friedliebenden Spaniern die wahre Freyheit, deren sie von den angeblichen eifrigsten Ver, sechtern derselben, beraubt worden sind, wieder zu schenken.- 436 »Ich h^be im Einklüng mit Eur^r Junta die erfor: derlichen Maßregel:, genoinmen, um Euern dringend« sten Bedlikfuissen ahzuhelfen, und hoffe binnen Kurzem die Frucht unserer Bcmüdu ,gcn zn fthen. Wir führen «inen beschwerdevollen Kilrg, wi'niger vielleicht in Be« Neff der Gefahren, denen w r entgegen gehen, als der Entbehrungen, dencnw»: uns nothgedrungen unterwerfen müssen." »Euer General wird mit Euch den Gefahren tro, hen, und freudig alli En^dchtungcn ertragen. Dte Ehre und öie Pflicht werden ftin Benehmen unabänderlich leUcn, und er treu bis an das Ende seiner Laufbahn ausharren. Ich ermähne Euch nicht, die Gefahren ruhig i ^S Auge zu fassen, noch die Beschwerden frohen Muths zu ertragen, überzeugt, daß eme solche Ermahnung eine Beleidigung Eurer so oft erprobten Tapferkeit, und Eures für die gerechtest? dcr Sachen 5entlick an den Tag gelegten Visiers wäre. Ick leqc Euch bloß die Ordnung und die gute Mannszucht, odne welche die Helden, wüthigsten Anstrengungen fruchtlos sind, Ehrerbiethung, Vertrauen und Unterwerfung unter Euere Befehlshaber, die größte Maßgung und Emtracht mit den Bec wohnern det von unsern Truppen befehlen Landschaften, «ns Herz, auf daß ihr zeigen möget, daß Eure loyalen Gesinnungen sich nicht mit einer, eines braven Soldaten, und vor allen, eines des spanischen Nahmens würdigen Kriegers, unwürdigen Aufführung vertragen." »Unser Benehmen gegen unsere Feinde wird von dem, das sie gegen uns beobachten werden, abhängen. Meine Gefühle und Gesinnungen sind die eines Heer-, führers, dessen Herz nicht gegen die Stimme de« Mensch» heit verhärtet ist, Ver nach Kräften die Schrecknisse, welche der Krieg unabänderlich im Gefolge führt, zu mildern wünscht. Die Betrachtung, daß das auf den Feldern der Schlacht rauchende Vlut, das Glut unserer Brüder, >aß diese größtenth«,ls hingerissene und verleitete Men» schen unsere sandsleute sind, soll und muß ein großmü» thiges Mitgefühl erzeugen. D,eß ist das Betragen, das ich Euch vorzeichne. Wenn aber unsere Feinde fortfahren sollten, den in ihre Gewalt gerathenden Royalisten kei-«e Gnade zu geben, oder sie kri.-ghrechtlich hinzumor« >en, so werden wir Gleiches mit Gleichem vergelten. ten-.Wlr werben es mit Schaudern und Entsetzen thun, «her das Interesse der heiligen und gerechten Sache, die wir verfechten, und das schreckliche, aber nichtsdestoweniger billige Nepressaliengesetz erhi-ischt es gebietheri ch.« „Navarreser, die Freyheit unsers gefangenen Königs liegt »n Eure« Hand. Spanien blickt auf Euch und auf Umen Heldenmuth, den nachzuahmtn es sich anschickt. Das gesam,me Eu^pa vewun^err Fnch! W^che Auft multterung, welcher Sporn für Euer ritterliches Ge-. müth! Der Hselführer , dem das Glück geworden, so tapfere Krieger zu 5efchlia.cn, wird sie zum Siege führen, oder glorreich in ihren Reihen fallen." Carlos O'D onnel. Osmanisches Reich. Der österr. Beobachter enthalt auö Constantinopel vom 9. und 11. Nov- Folgendes ron dcn wichtigen Veränderungen, welche im Ministerium vorgefallen sind: «Schon seit längerer Zcit waren die Klagen d,'rIa-nits^aren geg<-n Haler Efcndi, — der bctanntl'ch durch eine Reihe von Jahren, als Präsident des Con» seils, zuletzt aber als N'schandschi Baschi (Großsiegelde« wahrer) den entschiedensten Einfluß auf die Staatsangelegenheiten behauptete, — immer heftigcr und lauter geworden." „In den ersten Tagen des Novembers veninigten sich die Ältesten des Corps zur Abfassung eincr Bitt' schrift an den Sultan, worin sie mil ehrfurchtsvoller aber fester Sprache desagcen Günstling als emen der Haupturheber der über das osmanischc Reich c,ekommc-. ilen Unfälle bezeichneten, und um seine Entfernung vsn den Geschäften ansuchten. Abdullah Basä^a, der rey den Ianitscharcn in großem Ansehen steht, und sie mehrere Mahle schon glücklich zum Gehorsam zurück brachte, nahm es, auf ichrc Vitte, übe? sich, gedachte Vorstellung dem Monarchen zu-ud','r7eichen, und mit einer bündigen Denkschrift von seiner Hand zu begleiten." «SultanMahmud woUtcvor allcm sich mit eigenen Augen von der Wahrheit der Anoden überzeugen. Oc durchzog, wie jetzt öfter gcscku-ht, am 9. ,m strengsten Incognito die Straßen oon Constantiiwpel. EZ herrschte die größte Nuhe. Der MonarH besprach sich mit mehreren Personen, die lhm unter Weges begegneten; die Aufklärungen, welche er bey dieser Gelegenheit sich verschaffte , brachten seinen Entschluß zur Neife.« „Noch in derselben Nacht wurden der Großwestk Salik Pascha, und 5er Mufti, beyde C5eaturen H^ let Efendis, abgeftht, und das Reichssi^-l obdena-n!-tcm Abdullah Pascha, wrlHcr in der lctzceni Z^it das bey Bcutari stehende Armeccorps befehligte, anvertraut. Die erledigte Stelle des Mufti erhielt Sidki Sa« d«, jenes Mitglied der Ulemas, welches, als Präsident der Conferenzen, allen Verhandlungen des Lord Ttra-i)« ford mit den türkischen Ministern beygewohnt hatte." ,>Es war jedoch vorhcrzusthen, daß es tzierbey alle,« nicht sein Verbleiben haden würde. Wirklich bekam H «^ let Efendi selbst am »o. Nachmittags Befehl, sich aus 45? aus der Hauptstadt zu entfernen; ein Kapidschi Baschl ZcleUete t den griechi-fchen Insurgenten geführten Cvrrespondenz veranlaßt worden. Ein anderer, welchsr die von dem sogenannten Maschen Senate zu Tag geförderte Constitulwn zu -Ukerfcyen und zu verbreiten bemüht gewesen, wurde ebenfalls mit dem Tode gestraft. Dasselbe Schicksal traf Mrigens «ach einen, der während der Abwesenheit des Fürsten v»n der Wallachey dort aufgestellten Kaimakam, Nahmens ConstantinNegri, welcher, so wie der ehemahlige ^aimak«m in derlMoldau, Stephan Vo-9s rid ^s, vor e.inigenTagen von Silistria nach Coustan, t.n^pel gefühct ward, wo der erstere am 8. im Quartiere dss Fanarz hingerichtet wurde. Das feinem Haupte an» gelüftete Iafta lautet w5ttlich wie folgt: ».Dieß ift Ve? „verruchte Leichnam deä Constantin Negri, Kmmakam »in d^r Wallachey,, an dem die Todesstrafe vollzogen ^.worden ist, weil aus seinen neuerlich in Beschlag genon», ^menenPapieren erhellte, daß er mit seinem Bl ude« Theo-^doraki, dem Nebelten»Häuptling in Morea, einen ^heimlichen Briefwechsel unterhalten, und an de« Verschwörung thätigen Antheil genommen hatte." — Vo» gorides ist vor der Hand nach Kleinasien verwiesen. Die vielfältigen Klagen , Velche gegen die von itzW verübte» Bedrückungen, während der ihm anvertrauten Gewalt, ans beyden Fürstenthümern eingelaufen waren, scheine» diese Strenge veranlaßt zu habend »Der am L. November abgesetzt« blsherige Ianit« scharen-Aga hat den Kul Kiaja, ooer,Lieutenant, des CorpZ, zum.Nachfolger erhalttn.^ ».Das Pcstübel scheint, laut den sichersten Angaben, in der Stadt und den nahc gelegenen Ortschaften aufgehört zu haben, und sich bloß auf Bujukdere und Ieni« koj am Vosphor zu beschlänken, wo große Sterblichkeit herrscht.« Beschluß der in unserm Freytag,Zblatte Nr. 9» abgebrochenen Nachrichten über d«e letzten Expedition«» Zer türkischen Flotte: Wahrend der ganzen Fahrt der türkischen Flotte durch den Archipelagus hatten nicht mehr als zwey un-.bedeutende Affairen mir der Insurgentenflotte Statt ge» habt; nähmlich vorNap 0 li di N 0 mania am »Z. un> 20. September. In der eisten lamen vierzig griechische Sch'ffe mit der afrikanischen Dwiston ins Gefecht; drey davon wurden adgefchmtten, wovon zwey in Flamme.« aufgingen, und e-i-ns auf den Strand gericth; die übrigen Hygen slch in den Golf zurück. Am folgenden Tagt liefen sbermahls 70 Scklsfe der Insurgenten vom Golf aus; die Türken formirtcn drey Divisionen und schnit» ^en in kurzer Zeit zwanzig dieser Schiffe von den übrigen aH; sie wÄ-ren nnfehldar verloren gewesen, wenn nicht die Furcht Hes Kapuda'a Pascha, daß untcr diesen Schiffen Vrandcr seyn machten, ihn bcwogcn hätte, die feilugen ^zurüH zu ziehen. Wenige Tage nachher segelte tüe türkische Flotte nach Candia. Dlcse Nachtichten sind aus dem Journal am Vorü des türkilchen Admir^lfchiffcZ, auf welchem der obgedachte Beamte mehrere Tcige vcr-we^te, gezogen. Hiermit (sährt der Berichterstatter zu Prevcsa fort) sind alle feit vier Wochen ausgestreute» Erzählungen widerlegt. Der K«pudan Pascha hat Na-poli di Romania, welches übllgcns noch spat im OctVber mdcn Handen der lütten war, keine»Beystand 433 lei^n können; dagegen hat er nlcht ein einziges seiner Schiff« verloren, und kein Seetreffen zu liefern gehabt, da die Insurgenten, außer vor NapoU die Romania, ihm nirgends zu Nabe Ztkomn.en sind. Auf Candia waren die Tücken zwar im Veskh aller festen Plätze; aber das ganze übrige Land war in der Gewalt der Insurgenten. Der Kapudan Pascha mußte bey Suda, um sich Lebensmittel zu verschaffen, ein blutiges Gefecht liefern, wobey er 200 Mann verloren haben soll. Wenn die Türken nicht in wenig Wochen Meiste« vonMesalongi sind, so werden sie auf der Westseite von Morea vor den, Winter schwerlich mehr etwas unternehmen können. Dasselbe ist der Fall auf der Ostsei' te, wenn es ihnen nicht gelingt ein beträchtliches Ar: weccorps aus Livadien zur Verstärkung des in Korinth besindUchen heran zu ziehen. Beydes hängt von Umstän« den ab, worüber sich bis jetzt nichts mit Bestimmtheit sagen läßt. Außer diesem Bericht von Prevesa wird aus C 0 rfu noch Folgendes gemeldet: Am 2. kam ein österreichisches 'Handetsfcchneug von Kormth nach e'mer viertägigen Fahrt hier an, dessen C^pitän aussagt, daßam!2.Oc« toder icoo Mann und 5ao üMhiere mit Proviant beladen, von Korinth nach Napoli di Romania abgesendet wurden, welche diese Festung ohne Hinderniß erreichten, und d.'n Zweck ihrer Sendung vollständig erfüllten. Auf dem Rückmarsch nach Korinth h«tte die Mannschaft ein unbedeutendes Scharmützel mit einer Streifpartie der Insurgenten, wobey sie einig« Gefangene machte. ' Derselbe Capitän hörte im Vorbeysegeln vor dem ssastell von Lepanto, die Freudcnfchü'sse, welche weqen Besehung von Vrachori und Anatoliko dort abge« feuert wurden. Auch ward ihm vor seiner Abreise von Korinth ver, sichert, (was er jedoch nicht verbürgen kann), daßColo« «ottoni an semen Wunden gestorben sey. Afrikanische Raubstaaten. Italienische Blätter melden aus Tunis vom 3. No^emb>.'r: „Am 22. Octooer erhielt der Bey von Tunis bestimmte Aufschlüsse über eine Verschwörung, von de, «en Daseyn er schon seit einigen Monathen Anzeige hat-k>, und welche den Umsturz der bcsschenden Regierung, und die Ermordung sämmtlicher Mitglieder der regierenden Faw'li« beabsii.uigte. ?ln der Spitze der Verschwö- rung stand der Großfchahmeister des Vey, sie sollte am letzten October auZbrechen, der Großschahmeister zum Pascha erhoben und mehrere seiner Verwandten mit den ersten Ttaatswürden bekleidet werden; der Soldateska war die Plünderung der Stadt verheißen worden. Der Schwiegersohn des Großschahmeisters ward zuerst ergrif-fon, des Landes verwiesen und unterwegs erdrosselt. Der Großschahmeister selbst eingekerkert, und in der Nacht auf den 28. Qctober erwürgt; den folgenden Tag traf seinen kranken Bruder dasselbe Schicksal, sein Sohn befindet sich noch im Kerker, so wie alle Frauen, Sclaven, Mameluken. Freunde, Verwandte und Bekannte des Staatsverrnthers. Die Gefahr war um so größer, als einige Araberhorden aus dem Innern zur Mitwirkung eingeladen waren. Jetzt ist alles ruhig, und alle Besorgnisse sind verschwunden. Der Schatzmeister, ein Maure von Geburt, war von unserm Bey zu derhöch-sten Stuft von Macht undNeichthum erhoben worden; d» kersbura. — Herr A'oys Cobelli, k. k. Beamter, vo« Wien nach Triest. — H.'.>rr Aloyg Busan und Herr 2lloys v. Bedckovick, D^>ntirte der k. croatischen Stande; der hochwürdia? Herr Constacitin Stanich, aricchisch^ Bischof, und Herr Joseph Kuss^uich, k. k. Rath, g«' w?f!>n? Dcputirt? der k. «oatisck'en Stände, alle vo« Verona nack, Aaram- — Herr ^,os. Mcrvih, Kreisamts' Kan^cllist, von Trieft. — H-rr August Gattorno, Kauf' mann, von 3embcrg nach Tricst. Abgereist den 5. December. Herr Ioftph Onderka. Dr. der Medicin, nach G^ß' W e ,-b s e l c u r s. Am /^ D^c. wa? ^uWien der Mittelpreis ^" Staatsschuldverschreibungen zn S pCt. ,n EM- 85^, WienerStc,dt'Vanc?,O^!g^U2i/2.pCr.inCM.'^7/^ Curs aufAuqsburq. für 10c» Guld. Curr., Gulden 100 Ufo. — ConventionsmünzevEt. 2/>9?/ß. Vank-Actien pr.Stück 9431/6 in CM. Ignaz Aloys Edk. v. Kleinmayr, Verleg«« und Redacteur. Pränumerations-Anzeige. «^ey dem nun herannahenden Jahresschlüsse sieht sich die unterzeichnete Verlagshandsung verpflichtet, den resp. Herren Abonnenten der Laibacher Zeitung für die bisherige Abnahme zu danken und zugleich in Erinnerung zu bringen, Ihre Bestellungen fnr, d^s künftige Halbjahr um so gewisser noch im Laufe dieses Monaths an die Verlagshandlung gangen zu lassen, weil die Auflage der Zeitung nur nach der Anzahl der Pramnnerantm sich richtet, und daher spater eintreffenden Bestellungen, für den nicht gehaftet werden kann. Der Pränumerations -Preis dieser Zeitung, sammt Illyrischem Blatt und Beylagen, bleibt forthm derselbe, nähmlich: ^ in der Stadt für das ganze Jahr 6 fi. 3o k., für das halbe Jahr I fi. iZ fr. mit Couvert im Comptoir 7 „ 3o « ,^ ,, „ „ 3 „ -ä5 „ portofrey mit der Post, 9 ,, — ,, „ « » « ä » 3o „ Das I3yrische Blatt wird, wie bisher, auch ferner auf Verlangen besonders (ohne Zeitung) verabfolgt. Der Pränumevations-Betrag ist: im Comptoir ganzjährig 2 fi., — kr., halbjahrig mit 1 fl. — kr. mit Couvert „ 2 „ 3o „ „ „ 1 „ i5 „ mit der Post „ 3 „ 3o „ „ „ 1 „ 4a „ Bestallungen können entweder, mit portofreyer Einsendung .der Pränumerations-Gebühr, im Zeitungs-Comptoir, oder beym hiesigen löbl. k. k. Ober-Postamt?/ so wie auch bey den zunächst liegenden k. k. Postämtern gesthehcn. "^ /W^ ^ Laibach am 10. December 1822. pr. Edel v. KleinmayNchen Zeitungs-Verlag. e 5 Im Comptoir der Laibacher Zeitung/ so wie auch bey den hiesigen Herren Buchhändlern und Buchbindern, ist zu haben: . Schreib-Kalender ^"' für alle Religionsgesellschaften des Königreichs Illyrten auf daö Gemeinjahr . «nb die Polhöhe derHauptstadt Laibach berechnet von Professor Frank. . Snck-Kalender . ^ ^ '.^ ^ für-,das Jahr III. , ' 122Z. , , ^'^^ ,/ IV. Wand-Kalender / ,. M das Gcmeinjahr U 0 V U ? 1' H t i ^ U ! 1 K » n «l 's » clnc» 1« t » ! 6 23. Ferntt sind im Comptoir der Laibacher Zeitung Mchsiehende Verlags ? Artikel zu haben: Abhandlung über die Wembereitung nach Elisabeth Gervais; aus dem Französischem übersetzt von Frcphen'n v.Maskon, nebst einem Anhange der Hummel'schen Ankündigung des Wein- und Bier-Apparates. Aerarial - und Domestical - Quittungen (Nro. i und 2). Exhibitm-Bögen. . . ^ Kuchenrechnungen. dette summsrische Extracte. Laibacher Schematismus von allen Jahr-gangen. Provinzial-Gesetzsammlung des Laibachcr Gouvernements für das Jahr i8iZ. Pupillar-Tabellen. Sperr-Relationen. Summarische - Ausweise der Getrautt^ Gebornen und Gestorbenen. Wirthschastsämtliche - Vorladungen.