Mtmcher«» Ieitung. Nr. 379. Vl«»ll»el»»!on«pi«<«: I», «onytoli «an,j. ft, ll, halbj. fl. 5 50. Nilr die Znftlllunss in« H»»« ^»lbi «i li. «i! df? Post ,«n,i, fl, l». halbj. ? «), Donnerstag, 4. Dezember. Inl,»l«»n»g«l»«l: Fill Nell!« I»»tl»t, »»» »» « Z,iln» « ki.. groß«« v« Zellc « ll.; b«! 6ft««n lvltbllholungen p«l Zeilt » tl. 1879. Amtlicher Theil. Der Iustizminister hat den Staatsanwalt bei dem ÜMldesgerichte in Klagenfurt Ludwig Kickh über sein Ansuchen, dann den Rathsfecretär des Grazer Landes» Gerichtes Theodor Schönlieb nnd den Sccretär bei der steiermärkischen Finanzprocllratur Dr. Alphons Heinefctter zu Räthen bei dem Landesqerichtr in vraz ernannt. Das l, l, Landtsgericht in Strassnchen in Lemlierg !>at aus Antrag der t. l. Ilaatsanwaltschaft »nil dem Erkenntnisse vom !?. November 1«7l». Z. 15b98, die Äeiterverbreitimq dcr Zelt-lchrist „Mumac" Nr. 2!l vom 14. November 1879 wegen des Artikels ,.?i«ün «t,lii - lxitrou,» Xr6> lo8t,^u i»c8<»" nach tz l»,'', Tt. G «erboten. Das l, l. Landesssericht in Strafsachen in Lrmberg l»at aus Antrag der t, t, Staatsanwaltschaft mit dem Erkenntnisse vom l7. November 1879. Z. 1559». die Wciterverbreituna der Flug« lchrift »Du ?ol»!cr dürfen behaupten', dass nicht bloß dlejenigcil. welche zur Lösung der Wehrfraae activ beitragen, sondern alle Mitglieder der Verfafsungs° Partei un Stillen hoch aufalhmcil werden, wenn das Wehrgesetz angenommen sein wird. War eS doch auch so bei dem ungarischen Ausgleich und dem Berliner Vertrage. Ist es denn wirklich die Aufgabe, um nicht zu sagen das Verhängnis der Verfassungsp.irtei, in allen bedentungsuullen Fragen Fehler zu bca/rM? Vermag sie. welche die grohen Tradnionen des Deutsch, thnms m Oesterreich fortzutragen behauptet, niemals d,e kleinen Gesichtspunkte abznschütteln?" c-r-l Ueber dieselbe Frage änßert sich dcr „Sonn. und Felertags.Cour.er" i „Die Verfaffungspar ei des Ab-geordnetenhauses hat sich „icht zu entschließen ver» möcht ,n der Frage der Ernenerung des Wchrgch'hes ihren Parteistandpunkt dem Staatsintercsse unterzuord-nen. Zwar hat man in den Clubs zahlreiche Ueber-Mgungsopfcr gebracht, aber nicht auf dem Altar des Vaterlandes fondern zu Gunsten der Opftositionstaktil. "'" bas Zustandekommen der Zweidrittel-Majorität fur die Reglerungsvorlage zu hintertreiben, haben sich Freund und Feind unler das Eimgteils.Nollidach des Mlk schen Antrages zusammengeschar«. obwohl an diesem Antrage den meisten von seinen jetzigen An> Hangern nur das Eme gefällt, dase er die Regierungs- vorlage zum Falle bringen kann. Klingt e« nicht wie bittere Ironie, dass, während ganz Europa von Waffen starrt und jeden Augenblick em neuer Kampf losbre-chen kann, im österreichischen Parlament von Armee» reductionen gesprochen wird? Europa macht jetzt einr der gröhlen weltgeschichtlichen Krisen durch. Solche ungeheuere Verschiebungen der Machtverhältnisse aber können sich nicht friedlich und ohne Waffengewalt vollziehen. Es ist ein nnvermeidlicher Umgestaltungsprocrss, der in unserer Zcit so viele Milliarden Armee«Aus-lagen verschlingt. Oesterreich kann diesen Piocess weder verhindern noch aufhalten. Es muss denselben mit durchmachen nnd dafür seine ganz? Kraft einsetzen. Da» mögen jene Abgeordneten bedenken, wrlche jetzt die Armee durch Rrduttionrn oder Organisierungs-Expe» rimente schwächen wollen. Aber auch die Beschränkung der Wehrgcsktz^ Erneuerung auf die kurze Frist von drei Jahren entspricht jener Würdigung der Weltlage nicht, die man von d»'M österreichischni Parlamente fordern darf. Kurz ausgedrückt, »st diese Zeitbeschlän-kung nichts anderes als der Versuch, die Wehrkraft des Reiches dem politischen Partei'Interesse dienstbar zu machen. Allein die Wehrtraft des Reiches muss in solchen Zeiten den wechselnden Störungen des Partei-geistrs entrück! bleiben. Sie muss von allen Parteien als eine von dein Gegensatze der politischen Principien unabhängige Staatbfraa/ aufqefasst und behandelt werden. Die Reichsregicrung muss in der Lage sein. ihren Allianzcombinationen die verfügbare staatliche Militärmacht für einen voran5sichtl»ch zur Herstellung eine» oesiniliuen Friedenszustandes hinreichenden Zeitraum zu Grunde zu legen." Oesterreichischer Neichsrath. 20. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 2. Dezember. Präsident Graf Coronini eröffnet die Sitzung um 11 Uhr. Am Ministertische: Taaffe, Dr. v. Stremayr. Horst, Dr. Zirmialkowsty, Falkenhayn, Dr. Prajak. Der Leiter des Finanzministeriums überreicht einen Gesetzentwurf, betreffend die Forterhebung der Steuern und Abgaben im ersten Quartale 1880. Das Haus geht hierauf zur Tagesordnung über. In Fortfetzung der Generaldebatte über das Wehrgesetz spricht Abg. Dr. Rabl. Redner er. örtert die polltische Lage, welche eine stetige Erhöhung des Heeresaufwandes zur Folge hatte. Die finanzielle Lage sei eine solche, dass es zwingende Gründe sein müssen, um die Verfassimgspartri zur unveränderten Annahme der Regierungsvorlage zu bewegen. (Beifall links.) Wir wollen, sagt Redner, dass Oesterreich auf die Dauer stark sei; das taun nur durch eine geord- JeMeton. Was die Nebe vermag. ^lnan, ftei nach dem Cnalischm bearbeitet v,n G>. W a g „ er (Verfasser der Me«a"). (Forts.) 1U. Capitel. Der verlorene Brief. ^ Der unfreundliche Septembertag neigte sich zu ^tide; die Dunkelheit brach rasch herein. Es war em 'turmischer Abend und der Wiud peitschte die Rcgen-'lopfen gegell die Fmster des öden, düsteren Schlosses. H Miss Thompson war in ihrem Zimmer mit der "orbereitung zur Abreise am anderen Morgen be, IHaftigt. Sie fürchtete den kommenden Tag, der ihr "le bittersten Vorwürfe seitens ihrer Eltern bringen wurde. Sie hatte alles verscherzt durch ihr thörichtes Alireben, Martin Clifford zu gewinnen. Nun waren "e,hie Träume von einer glänzenden Zukunft ver-'Hwunden. Alles war dahin. 2- Martin Clifford schritt während dessen in seinem HMtner auf und ab. ..Wenn Miss Winham ein andere« Testament si^en will." murmelte er vor sich hin, „wem wird ^ dann ihr Geld vererben? Sie wird ihren Reich-^Utn Fremden hinterlassen. Und wer hätte da wohl w ^/ Aussichten, ihre Erbin zu werden, al» ihre ""»e Gesellschafterin. Ms« Gloom? Sie hat eine sonderbare Zuneigung zu der jungen Gesellschafterin gefasst, und ich glaube, dass sie Miss Gloom zu ihrer Erbin einsetzen wird. Ja, ich muss die junge Dame noch heute Abend sprechen." saate er bestimmt, „und m,r ihren Besitz sichern." Er trat von neuem an die Thür. nm Valerie anzuhalten, wem, sie ,'iber den Corridor gehen sollte. Miss Wmham befand sich in nicht viel besserer Stimmung. S.e war gereizt und gekränkt in ihr Zimmer zurückgekehrt. ^ Valerie durfte ihr hrute nicht vorlesen und wurde früher als sonst entlassen. Als das Mädchen auf den dnnklen Corridor trat und an Cliffords Zimmer vorbeigleng. trat dieser mit einem Licht in der Hand hervor. „Entschuldigen Sie. Miss Gloom." sagte er er. regt. „Ich möchte einen Augenblick mit Ihnen sprechen —" „Zu dieser Stunde?" fraate das Mädchen überrascht. „Es ist noch nicht spät und ich mus» mit Ihnen sprechen, weil ich morgen flüh abreise." „Weshalb wollen Sie fort?" Aus dieser Frage ersah Clifford, dass das Mäd« chen von dem Vuchill am Nach„::ttag nichts wusste, und erletchtert alhmele er auf. „Ich muss fort," antwortete er hastig. „Miss Wlnham ist in der Besserung und meine Gegenwart in England erwünscht. Das Gesellschaftszimmer ist erleuchtet. Wollen Sie mich hmüder begleiten und mir gestatten, ein paar Worte mit Ihnen zu reden?" Valerie zögerte. Dann aber willigte sie ein. G» war ihr von Mrs. Sinburn gesagt worden, das» Cl,f. ford wahrscheinlich der Erbe der Herrin des Schlosse» werden würde, und dieser Umstand gab ihm dir Würde der Autorität in den Augen des Mädchens. Clifford gieng die Treppe hinab. Valerie folgte ihm. Sie traten in das Gesellschaftszimmer, welche» durch mehrere Wachskerzen erleuchtet war. Clifford schloss die Thür und rückte für Valerie einen Sessel an den Kamin. ..Nehmen Sie Platz, Miss Gloom." sagte er freundlich. „Ich will Sie nicht lange in Anspruch nehmen. Unsere Belannlschaft ist noch nicht von langer Dauer, aber ich hoffe, Sie werden mir wegen drfsen. was ich Ihnen zu sagen habe. nicht grollen." Es lag eine seltsame Veränderung in seinem Wesen, die das Mädchen in Verwundrrung sehte. Er sah ihr schönes, liebliches Antlitz aus den dunklen, leuchtenden Augen ihm cntgegmstiahli-n. und er fühlte sich durchdrungen von leidenschaftlicher Liebe zu ihr. Alles, was er' bis jetzt hoch geschaht hatte: Reichthum. Macht und Rang, erschien ihm neben diesem Prei» wertlos. „Miss Gloom," begann er nach kurzem Zögern wieder, und die Glut, welche ans seinen Augen W'ühte, erschreckte das Mädchen, ..ich muss morgen das Schlos» verlassen, aber ich kann nicht von hier fortgehen, ohne Ihnen gesagt zu haben, was meine ganze Seele erfüllt. S,e sind ein junges Mädchen, welches keine Erfahrungen gemacht hat. Aber gewiss haben Sie Ihre eigenen Träume von einer besseren Zukunft, von einer 2404 nete finanzielle Lage geschehen. Den Antrag Czebils hält er deshalb für zweckmäßig, weil durch denselben die Ersparungen, welche durch die heuer erfolgten Beurlaubungen bezweckt wurden, auch auf anderen Gebieten der Heeresverwaltung eintreten. Er hoffe noch immer, dass die Negierung beruhigende Garantien dafür geben werde, dass sie im Sinne der Thronrede dauernde Ersparungen im Heeresbudget durchführen werde. Um das Gleichgewicht im Haushalte durchzuführen, muffen nicht dic Einnahmen erhöht, sondern die Ausgaben vermindert werden. Dann werde er mit Freuden für eine zehnjährige Verlängerung de5 Wehrgesetzes stimmen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Kowalski elklärt, die vorliegende Frage sei ciuc emmente Reichsfrage. Ungarn habe bereits die Vorlage unverändert angenommen. In der That hau« delt es sich darum, allen Eventualitäten gcgcl^vcr gerüstet zu sein, nicht bloß für heute und morgen. Die Auslagen für die Armee stehen in keinem Verhältnis zu den Gefahren, denen Oesterreich ausgesetzt wäre, wenn die Sclüagfertigkeit der Armee nicht erhalten würde. Auf die Weisheit nnd Einsicht des Monarchen vertrauend, werde er für die Regierungsvorlage stimmen. Abg. Wiesen bürg führt aus, dass man trachten müsse, dem Staate durch Ordnung der Finanzen Macht und Ansehen zu verschaffen. Nur durch Erspa-ruugen im Kriegsbudget werde man imstande sein, das Deficit zn beseitigen. Fürst Alfred Liechtenstein erklärt, man dürfe an der Organisation der Armee nicht rütteln. Unfere Kriegsstärke sei kleiner, als jene der anderen Staaten. Wenn man aber am Präsenzstande rüttle, so verändere man damit die Präsenzzeit des Einzelneu und damit den Grad der Ausbildung der Armee. Als Vertreter der Reichspartei, welche die schwarz.gelbe Fahne stets hochgehalten habe, werde er für die Regierungsvorlage stimmen. (Beifall rechts.) Abg. Fux verwahrt die Verfassungspartei, welche so viel für die Armee gethan habe, gegen den Vur-wurf, ein Feind der Armee zu sein. Die Verfassungs-vartei schätze und verehre die Armee. Aber Oesterreich sollte endlich die Initiative mit Ersparungen imHecvs' aufwmldc ergreifen, es könnte sich unsterblichen Ruhm dadurch elwerlicu. Der Czedik'sche Antrag convenie.e ihm (Redner) nicht; wenn er aber dennoch sür denselben stimmen werdc. so geschehe dies um der Einigkeit der Verfassullgsvarte! willen. Als Argument für die zehnjährige Votierung des Wehrgesetzes werde auch der mögliche Krieg mit Russland angeführt. In der Thronrede weide ader versichert, dass wir mit allen Staaten in freundlichem Einvernehmen sind. Redner schließt mit der Erklärung, das« er als Mitglied der V^rfaf-sungspartei, der Partei der finanziellen Ordnung, gegen das Gesetz in dieser Fassung stimmen werde. (Beifall links.) Abg. Dr. Gregr anerkennt dic Schwere der Lasten, welche der Hecresaufwand uns auferlegt. Aber wir stchen vor dem allgemeinen Wehrsystcin als einer Thatsache, welche die Versassungspartei vor zehn Jahren geschaffen, und müssen nun die Consequenzcn der-selben ziehen. Er könne sich den Versicherungen der Krone nicht verschließen, welche die Vorlage mit der allgemeinen Weltlage motiviert. Wenn er und seine Vartel für das Gesetz stimmen, so thun sic es in dcr Hoffnung, dass dic Regierung die materiellen Interesse des Voltes wahrnehmen werde. Er stehe nicht ans dem Standpunkte des einseitigen Nationalistic, esses, sondern auf dem Standpunkte des eminenten Reichs-interesses. (Bravo! rechts.) Abg. Dr. Meng er führt aus, dass durch die zu große finanzielle Anspannung der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit der Armee ungeachtet ihrer Tapferkeit im Ernstfalle gefährdet werden könnte. Das Par« lament wolle sich nicht in die innere Organisation der Armee einmengen, aber Pflicht des Parlamentes ist es. die Steuerkraft des Voltes wahrzunehmen. Abg. Klun erklärt, dass er die Ehre Oesterreichs zu hoch schätze, als dass er dieselbe Gefahren aussetzen sollte. Er müsse auch vom slavischen Standpunkte für die Regierungsvorlage stimmen. Es fei den Slaven Oesterreichs vorgeworfen worden, dafs sie dem Pan« slcwismus zuneigen. Das sei im Widersprüche mit den Thatsachen; die Slaven Oesterreichs stehen an Patriotismus keiner anderen Nationalität Oesterreichs nach. Die slavischen Völker seien es, welche die größte Steuerlast tragen. So wollen Sie auch jetzt die Opfer tragen, die ihnen als nothwendig auferlegt werden. Es wäre geradezu Hochverrath, wenn man von der öfter-reichischen Monarchie verlangen wollte, dass sie allein die Waffen niederlege. In Anbetracht, dass die Vorlage eine Forderung der Machtstellung Oesterreichs sei, werden er und seine slovenischen Stammesgenossen für die Regierungsvorlage stimmen. (Beifall rechts.) Als Redner für die Anträge der Majorität des Ausschusses hat sich noch Landgraf Fürstenberg; gegen diese Anträge haben sich die Abgeordneten Dr. von Plener, Dr. Ruß, Wagner, Haase, Freiherr v. Kotz, Mauthner, Wünsche, Matscheko und Dr. Ritter von Forster einschreiben lassen. Die Sitzung wird sodann geschlossen. Nächste Sitzung morgen; Fortsetzung der Wchrgesetzdebatte. Politische Uebersicht. Laibach, 3. Dezember. Dal ungarische Oberhaus Hal gestern die zehnjährige Verlängerung des Wchrgesetzes augenom-men. Im österreichischen Abgeordnelenhaufe dürfte die Debatte hierüber wahrscheinlich schon in dcr heuti< gen Sitzung beendet werden. Der deutsche Reichskanzler Fiirst Bismarck hat, wie die „National-Zeitung" mittheilt, Veranlassung genommen, den Führern und Mitgliedern der natiunal-ll'ueralen Fraction des Abgeordnetenhauses seine leli« hafte Befriedigung über die Behandlung der Eisenbahnfrage durch die national-liberale Fraction mitteilen zu lafsen. Der König von Dänemark hat bei dem Galadiner, das »hm zu Ehren im Berliner Schlosse veranstaltet wurde, in wenigen Worte» seiner Freude über den ihm gewordenen Empfang und seinein Dank dafür Ausdruck gegeben. Er betonte, sein Aufenthalt am Berliner Hofe werde für alle Zeit zu seinen glänzendsten Erinnerungen gehören. Die intimen Besprechungen, welche Christian IX. mit Kaiser Wilhelm und dem deutschen Kronprinzen hatte, wurden in Berlin viel erörtert. Doch zweifelt man dafelbst, dass cin Ausgleich nnt dem Herzog von Cumberland ans Grund kcr braunschlveigischen Erbfolge irgend welche Aussicht Habs. Man fasst die Haltung Preußens zu dieser Angelegenheit in dic lakonischen Worte zusammen: «Oeld ja, Land neu,!" In der französischen Deputiertenkammer erklärte gestern der Mmistcr Waddiugton, bic Regierung könnc nicht sin ihr aufgedrungenes Programm eigenen Heimat, von einem treuen und guten Herzen, das Sie liebt." Valerie erbleichte. Das Bild Sir Arthur Rush-fields trat klar vor ihre Seele und erfüllte sie mit geheimem Weh. Clifford blickt? verwundert auf das junge Mädchen. War es möglich, dass sie seine Liebe heutc schon erwiderte? „Nur wenige Tage sind es, Miss Gloom," fnhr er fort, „ dass ich Sie kennen gelernt habe, abev die Liebe fragt nicht nach der Dauer der Bekanntschaft. Valerie, ich habe Sie geliebt von der Stunde an. in welcher ich Sie zum ersten male sah. Ich liebe Sie und lege mein Herz zu Ihren Füßen. Darf ich hoffen. meine Liebe erwidert zu sehen?" Seine Blicke ruhten erwartungsvoll auf ihrem lieblichen Antlitz. Bevor sie jedoch die Llpften öffnete, um zu antworten, beeilte er sich, ihr zuvorzukommen, vielleicht, weil er sah, dass ihre Uebenaschung keine freudige zu sein schien. „Ich muss Ihnen mem«- Verhältnisse erklären, ehe ick, cine Antwort von Ihnen verlangen kann," sagte er. „Ich bin ein angeschener Mann, habe Zutritt zu allen Gesellschaften, zähle zu meinen Freunden hochstehende Persönlichkeiten, habe ein gutes Einkommen und kann meiner Gattin ein angenehmes und luxuriöses Leben bieten. O. ich würde imstande sein, jeden Ihrer Wünsche zn erfüllen. Nun antworten Sie mir, Valerie, wollen Sie meine Gattin werden?" „Es schmerzt mich, das alles zu hören, Mr. Clifford", sagte das junge Mädchen. „Ich danke Ihnen für die Ehre, welche Sie mir erweisen, aber ich muss Ihr Anerbieten ablehnen.' Clifford war sprachlos vur Staunen. Valerie, die Gesellschafterin, welche freund- und hilflos in der Welt dastand, schlug seine Hand aus, die er ihr anbot, — er konnte es nicht fassen. „Ich weiß die Ehre zu würdigen, die Eie mir schenken. Mr. Clifford." fuhr Valerie nach einer kurzen Pause fort, „aber ich werde nie heiraten." „Nie heiraten? Wie? Sie sind erst achtzehn Jahre alt und Ihrc uuvcrglcichliche Schönheit würdc alle Damen des Hofcs überstrahlen. Miss Gloom, haben Sie bereits geliebt?" fragte er rasch. Es kanl ihm der Gedanke, dass kein anderer Um» stand als unerwiderte Liebe Valerie zn einem solchen Entschluss gebracht haben könnte. Eine tiefe Nöthe überzog ihr Antlitz und ihre Augen blickten verwirrt; aber schnell fasste sie sich wieder und sah ihn furchtlos an. „Sie haben geliebt," fuhr Clifford fort, halb fragend, «und ein böses Geschick hat Sie von Ihrem Geliebten getrennt?" ..Sie'haben recht, Mr. Clifford," erwiderte Va< lerie mit Stolz. „Ich habe geliebt und werde bis zu meinem Todc lieben; aber das Geschick trennt mich von dem Manne, den ich liebe. Ich stehe scit meiner Geburt verlassen in der Welt, und meine Zukunft wird der Vergangenheit gleichen. Aber ich bin nicht unglücklich,' ich thue meine Pflicht. Sie wissen jetzt, weshalb es mir unmöglich ist, Ihre Gefühle für mich zu erwidern." (Fortsetzung folgt.) annehmen, das Parlament müsse offen sagen, ob das Ministerium sein Vertrauen besitze oder nicht. Sel das Vertrauen unvollständig, so werde das Cabinet demissionieren. Der rumänische Minister des Aeußern, Voe-resco, hat ein informierendes Circular an die aus' wärtigen Vertreter Rumäniens über die von SeUe einiger Mächte noch zu erlangende Unabhängigkeits" anerkennung gerichtet. — Die erste in den eben zusammengetretenen Kammern zur Discussion gelangende Vorlage wird jene über die Retrocession der rumänischen Eisenbahnen sein. Auf der serbischen Slupschtina in Nisch kamen bei der Adressdebatte sehr stürmische Scenen vor. In-folge dessen hat der Finauzminister Iovanovik neuerdings abgedankt, Ilia Margetiö wurde an dessen Stelle ernannt. Der Adressentwurf der Majorität wurde schließlich mit 113 gegen 35 Stimmen als Basis fur die Generaldebatte angenommen. Derfelbe enthält als Forderungen die Erweiterung der Pressfreiheit und die Finanzreform. Beide Forderungen wurden mit ElN-willigung der Regierung in den Entwurf aufgenommen. Im Laufe dieser Woche soll die zehnte Conferenz in der griechischen Frage stattfinden. Die griech»-schen Commissure wollen, wenn in derselben keine Ver« ständigung erzielt werden sollte, einen Protest niederlegen uud dann Constantinopcl verlassen. So wird wenigstens aus Athen versichert. Mit Rücksicht auf die allarmierenden Nachrichten, welche seit geraumer Zeit über die Vorgänge in Gus in je verbreitet wurden, dürfte die Mittheilung des „Vakit" von Intercffe sein, dass der erste Termin für die Uebergabe des genannten Districtes an Mon«' te negro erst am 27. November abgelaufen ist, und dass die Mächte sich noch in letzter Stunde, nämlich an dem vorhergegangenen Tage. über eine Frist" erstrecknng geeinigt haben. Noch am 20. November wurde Mukhtar Pas^a hievon verständigt. Alls den von russischer Seite angeregten Vorschlag, andett Gebiete anstatt Gusinjes an Montenegro abzutreten, wollten die Mächte schon darum nicht eingehen, we» schon dessen bloße Discussion eine Verletzung des Vel" liner Vertrages involvieren würde. Aus Sofia vom :;(). u. M. wird gemeldet, daft Fürst Alexander die Annahme der Adresse der bulgarischen Sknpschtina verweigerte, ikaravelow beantrage hierauf in geheimer Sitzung, die Adresse al>zuändell>, sein Antrag wurde aber von seiner Partei verworfen Dem Vernehmen nach ist der Fürst entschlossen, deü Kriegsminister Parenzow, trotz des auch gegen ihü gerichteten Tadclsvotums, in jeder evelituellcn Mini' stercombinatiun beizubehalten. Allem Anscheine nach drohen dem jungen bulgarischen Staate schwere Vel' Wicklungen. Zu den inneren Schwierigkeiten kommen äußere Nach einer der „Pol. Corr." znkommenden Meldung aus PhilippoPel vom 30. v. M. sterben die v0l> der türkischen Regierung nach Bulgarien zurückgeschickten und an der bulgarischen Grenze zurückgewiesenen N>U< hamedamschm Flüchtlinge haufenweife auf den Straßen-Namentlich ist dic Situation in del» Grenzdistrictel' und im Vilajet von Adrianopel eine unbeschreibliche Me Behörde von Esll-Saghra hat um schleus Entsendung von Hilfe angesucht. Die Pforte hat, N»^ weiter aus Constantilmp.'l gemeldet wird, ein Telegraf an den Fürsten Alexander von Bulgarien gerichtet, ^ welchem sie darüber Beschwerde fuhrt, dass den na^ Bulgarien zurücklehrenden muhamedauischen Fluchs lingen unter nichtigen Vorwänoen der Eintritt " Bulgarien verweigert wird. Einer der ..Pol. Corr." aus Prisreud vo" 25. v. M. zukommenden Meldung zufolge foll f""' Tage zuvor ein ottomanifcher Mnnitionstransvol' bestehend aus 23 Tragthicren, auf dem Wege znM" Mitrovica und Novibazar beim Uebergangl- über l» Nogazna-Planina von einer etwa 3(X) Mann Mle Arnautenbande überfallen worden sein. Die E^on, bestehend aus einem Officier und neun Mann, sel e^ waffnct und dann nach Novibazar zurückgeschickt, Tragthiere dagegen nebst deren Führern und der ^ dung von oen Ärnauten weggeführt worden. Der Generalgouverneur von Ostrumel'e ' Aleko Pascha, hat zu dem Erlass vom N. Novels mit welchem die Turnvereine aufgelöst wurden, nachstehende Ergänzungsdecrct erlassen: Die U"«' schastcn, welche die verschiedenen Corps dcr Mlllz Reserve bilden und nicht unter Waffen stehen, w" zu den militärischen Manövern in folgender ">"" ^ rufen werden: I.) vom 26. Oktober bis ^ ^"p"^' ^ den dic Manöver zweimal wöchentlich und '"' "i^l jeder Gemeinde abgehalten werden; 2.) vom ^ ^ bis 2U. August finden die Manöver jeden A"^p, statt; .l.) zwischen dem 20. August und dem 2l). tember werden in der Dauer von 14 Tagen 0" ».^. ßen militärischen Manöver »nnerhalb dcr >" ^i' Uebungen vun der Prooinzialvertrctnng v"M"Z ^ Grenzen ausqeführt werden; 4.) die MaMl A ^ welche die verschiedenen Cadres der M ^ ""^ ^ müssen sich jedesmal, wenn sie zur Thcllnauu ^ diesen großen militärischen Manövern emlielUsr» ^ j den, mit ihren eigenen Waffen > militärischen Manöver werden unter der Ueverwl^