12. Kamstag den 19. März 1836. F-rühlingslust! 2venl» des Eises Decke schwindet«. Wenn des ersten Blümchens Hauut Aus dein Schnee empor sich windet, / Wenn der Baum sich neu dclaubt. Wenn die Winds leiser wehen, Gleich wie Gottes Sch^pfunZehauch, Fühl' ich's keimen und erstehen Tief in meinem Busen auch. Und ev zieht ein mächtig" Sehnen Aus der Tiefe an das Licht, Und der Busen muß sich dehnen Bis die harte Rinde blicht, Und ein Frühling muß «sprießen Wie auf Gottes weiter Flur, Und da jubeln und begrüßen Menschenbrust sich und Natur! Und da gibt's ein frölich' Singen l Rlngs ein großes Frühlingslied -^'>r' ich weil und breii erklingen, und ich sing' und juble mir. Greise Bäume, mildentzücket» Leben auf zum Iugendtraum, Denn auch sie hat Lenz geschmücket Mit dein bunten Vlüthensaum'- Und das Blühen, und dic Liede».. AN die Lust erdrückt mich fast, Ui'd berauscht, zur Erde nieder H'chet mich die Freudenlast! Meinen Schlummer n> behüten Wölbet sich ein Blätterhaus, Und der Baum streut weiße Blüthen Auf den Schläfer segnend aus. V. der als Affe auftrat, oder die scllcne Intelligenz eines Elephanten, der sich als ein Mensch von anständigen Sitten zeigte. Damals war die schon« Zeit der Porte St. Martin. Seither hat sich dieses Theater vergebens alle erdenkliche Mühe gcgeden, di« unbeständige Menge zurückzurufen. Es hat Duelle. Mordthaten, Ehebrüche, Scheußlichkeiten aller Art auf die Bühne gebracht, allein das Publicum blieb nichts desto weniger aus» Dieß brachte den erfindungsreichen Director zum Nachdenken. „Man will nichts mehr vom Mittelalter, sprach er zu sich selbst, der Roman-tismus starb in den Windeln, det Ehebruch ist aus der Mode, und das Publicum liest meine Anschlage-zellel nicht mehr; aber ich werde Mittel finden, das Undankbare wieder zurückzuführen.« Und Herr Harel halle Nechtj denn seil 24 Tagen zeigt er dcn ncugie« . IS . rigFN Parisern die reisenden Beduinen, welche absichtlich aus dem Lande derKamehle und der Giraffen gekommen sind, um sich der Hauptstadt der Franzosen zu zeigen. Die guten Pariser sind sonderbare Leut". Keiner derselben rührte sich, als es galt, die Trophäen zu begrüßen, welche der Sieger von Algier sandte; kein Mensch begab sich in das Inualidenhaus, um die bei Nauarin eroberten Flaggen zu sehen. Da kommen einige Männer der Wüste, einig« wilde Nomaden, und gan; Paris ist auf den Beinen, um sie zu bewundern. Dießmal allerdings ist die Sachs wahr, ohne alle Beimischung von Charlatanerie. Es sind wahrhafte Beduinen, ganz so, wie sie Neisende uns beschreiben, wie «inige Maler sie gemalt haben, die ihre' Köpfe daran wagten / diejenigen dieser Wilden zu kopiren. Diese Beduinen sind keine Afrikaner von der Art derjenigen, wie man sie auf unsern Theatern darzustellen pflegt, Arme und Beine mit goldsnen Ningen überladen, ihre Gewander von Edelsteinen glänzend, und die Wohlgerüche des Morgenlandes vor ihnen her duftend. Nichts von all' dem! Sie treten auf mit bloßen Füßen und Armen, und mit geschornem Haupte. Ein einfa, ches weißes Tuch wallt von ihren Schultern und schlingt sich in zahlreichen Falten um Hüften und Beine, Ei-ne Schnur, welche sie kreuzweise tragen, und an welcher mehrere kle-inere amuletarlige Gegenstände hängen/ ist ihr ganzer Schmuck. Schweigend und ernst, mit nachlässiger Haltung, ,traurigen Blicks, ohne allen Ausdruck im Gesicht, stellen sie sich neben einander in eine Linie, gleich aufgezogenen Mumien; sobald aber der einförmige Ton einer baskischen Trommel sich hören läßt, ändert sich die Scene plötzlich. Wie durch einen Zaubcrschlag beleben sich die Automaten: sie springen auf, drehen sich in rückivciscn Bewegungen um sich selbst, gleich einem Räderwerke, in welchcm einige Zähne fehlen, hierauf führen sie Sprünge aus, wobei sie von Zeit zu Zeit ein -wildes Ächzen hö'rcn lassen. Ihre Bewegungen sind ungestüm, hastig und ohne Anstand, ihre Schritte un. regelmäßig, dagegen aber entwickeln sie die Leichtigkeit der Gazelle; ohne Anlauf erheben sie sich über den Vo-den, sie pir^mttiren ohne alle Anstrengung, und kehren ohne irgend ein Geräusch auf den Boden zurück. In allen ihren Bewegungen herrscht eine Entschiedenheit, die Bewunderung und Staunen erregt. Beim Anblick der Leichtigkeit, Schnelligkeit und unermüdlichen Ausdauer die/er Sohne der Wüste, neben denen unsere zierlichen Tänzer als wahre Statuen von Blei erscheinen, sieht man erst ein, welche Kraft die Natur uns gegeben hat; man erkennt die ganze Vollkommenheit, welche unsere physischen Fähigkeiten durch ausdauernde Übungen erhalten können. Hier ist Alles Natur, von Kunst ist nichts zu sehen. Jeder Tour oder Übung geht eine kreisförmige Bewegung der Beduinen voraus. Diese Afrikaner sind daran gewöhnt, sich von den Nomadenstämmen ihrer Landsleute umgeben zu sehen. In der Wüste ist ein Amphitheater bald errichtet. Die erste Reihe legt sich nieder, die zweite kniect, die dritte steht, die vierte sitzt zu Pferde, die fünfte endlich besteigt ihre Kamehle. In jenem Lande, wo die Lust eben so heiß ist als der Sand, wo Nuhe und Bewegungslosigkeit gewissermaßen Bedingungen der Gesundheit sind, laßt sich leicht begreifen, daß Beweglichkeit und Leichtigkeit in großem Ansehen stehen. Es handelt sich nicht darum, mit Anstand zu gehen, d^? Sprünge müssen mit Heftigkeit geschehen. Es liegt nichts daran, ob man im Tacte springt, wofern man sich nur recht hoch erhebt und unterwegs große Lebhaftigkeit entwickelt. Die reisenden Beduinen vereinigen d>F hier genannten Eigenschaften in einem staunenerregenden Grade. Es ist nicht möglich, eine genaue Beschreibung at< lci ihrer wundervollen Kraft, und Geschicklichkeitsstük« ke zu gßhen, das Merkwürdigste dabei ist jedoch, daß man ihnen ohne VeftrgniZ oder Unruhe zusieht. Nur der Zustand der Nuhe beengt sie, die gefährlichsten Sprünge sind ihr Element, und das Alles kostet sie so wenig Kraftaufwand, daß der Zuschauer glaubt, er w<5> re dasselbe zu leisten im Stande. Sie machen keine großen Vorbertitungen, wie unsere europäischen Equi-libristcn;al!e ihre Sprünge werden mit der Schnelligkeit des Gedanklns ausgeführt, und wenp sie aufhören, so sind sie weder ermüdet, noch außer Athem, und lächelnd zeigen sie ihre groß?n, weißen Zahne, so daß man ge. neigt ist, sie für Gnomen unserer neuern Dichte zu halten. Zuverlässig sind sie die größten Gaukler Emo-pa's und Aftika's. Uncer der Bande befindet sich ein junger Bursch?, der, nach seiner außerordentlichen Agilität zu schliern, Muskeln von Stahl und Quecksilber in den Ader«, zu haben scheint. Seine Sprünge sind 7 bis 8 Fußhoch. Während.er sich in der Luft mchreremal überschlägt, ergreift e.' ein Gewehr und schießt es los. Auch ein Komiker, der schwärzer ist als die andern, und dcr Ka-muki heißt, befindet sich unter den Beduinen. Seine Sprünge sind das Bizarrste, was man sehen kann; er gleicht dem wiedererstanden.'« Iocko> aber mit der Agilität Iocko's vereinigt er.die Kraft eines Herkules. So spaziert ;. B. der Kamuki aus dem Theater umher und begegnet dem ebengenannttn Burschen; na5> «mi-gen Complimenten, wie sie in der Wüste Sitte seyn wogen, setzt der Bursche einen Fust auf das Kn!e ' des Kamuki, mit noch gröberer Leichtigkeit den andern Fuß auf die Schulter, endlich beide Füße auf den geschornen Kopf desselben, worauf der Kamucki lä. chelno umhergeht, auf einem Weine steht, und es äußerst drollig findet, seinen Kameraden zum Kopfputz zu haben. Nun kommt ein dritter Beduine, der, ohne alle Anstrengung, und gleichsam als schritt er Stufen hinauf, sich "uf den Kopf des Burschen stellt, und der Kamuki geht noch immer als ein wunderbarer lebender Obelisk. Das ist noch nicht Alles; ein Kind klimmt von Glied zu Glied, ein zweites folgt seinem Beispiel, und beide schlingen sich während der Bewegung gleich Schlangen um di^ lebende Säule. Endlich macht der Kamuki eine Bewegung, der Obelisk stürzt ein, und jedes fällt auf die Hände, ohne mehr Geräusch zu machen als eine Katze, TMichtige Ontveckung. Unlängst hat man in London einen eigenthümlichen Fall der Heilung der Abzehrung, einer in England und Frankreich so gewöhnlichen und mörderischen Krankheit gehabt. Eine junge Dame in Schottland, welche allmählich an dieser Krankheit ihrem Grabe entgegen ging, dabei aber doch die Gewohnheit beide« hallen hatte, früh aufzustehen, und von dem Fenster ihres Schlafzimmers die Schönheit der Natur zu beob-«chien, bemerkte eines Morgens, daß ein Hund, welcher der Familie gehörte, und der so mager war, daß das Fleisch kaum seine Knochen bedeckte, den frischen Thau von einem Chamillcnbecte abzulecken pflegt?» Dic junge Dame beobachtete den Hund, und fand, daß das Thier an jedem Morgen dasselbe that. Es währte nicht lange, so veränderte sich der Hund sichtbar zu seinem Vor-lheitt i er sing an, kräftiger und stäcker zu werden, und ward am Ende dick und fett. Dieß veranlaßte die Dame, cinen Versuch zu machen, das Beispiel des Hun-dcs nachzuahmen. Sik ließ sich mithin den Thau von einem Ehamillcnbcete hohlen, trank jeden Morgen etwas'davon, und bemerkte, als sie eine Zeit lang die-sts fortgesetzt hatte, bedeutende Erleichterung, ihr Ap-^ Petit wurde regelmäßig; ihr Geist gewann wiedcl Spannung, und sii warü am Ende vollkommen wiede« hergestellt. Tragische Begebenheit. s.!« «'"^"'^" Vergolder in Paris unterstützte mlt seinem Verdi^nst^ <- - ' " "icnste seine arme Mutter; zum lwcUuck "er halte «r nichc innncr Arbeit, und da er überdicß kränklich war, so quälte lhn der Gebanke, das Schicksal seiner Mutter nicht erleichtern zu können, und er beschloß, sich aus Verzweiflung das Leben zu nehmen. Bei der ersten Gelegenheit, als er allein war, führte er seinen schrecklichen Vorsatz aus. Er verstopfte sorgfältig alle Nisse und Öffnungen seiner Stube, zündete sodann Kohlen an, setzte sich mit einem Licht und Schreibezeuge an einen Tisch und schrieb: Ich bin 20 ^'ahre alt, und will sterben. Den Freunden der Wissenschaft Folgendes. Die Wirkungen des Kohlendampfes sind: Erstlich beißt ein dicker Dampf die Augen ; .l dciltcn, Ncic ftiii Ich ih!!l nur gefällt; Vlosi V:?nttcln nü!> Vcstreiten Ist sei,, Thu» auf di'iser TM<. KopfloZ spricht ans sciüln Blickeü Kiihichcit, K^aft zeigt die Gestalt; lind dcr Hoheit Zcichcri schmücken Es als Siliübild 2er Gewalt. AuflöfilNF Ves NagagryzihI im illzirischen Matte M'. N. Leib, Vcil, Viel, Vlei, Liev. ,----------------- - .....- .. ,-------f" Nevacteur: M-. 5'av. KeinriH. ^erlegcri Mnaj Rl. Edler v. Aleinmnlzr.