Nr. 155. Montag, 12. Juli 1886. W5. Iahrnanst. Zeitung. !v«ä>,!lN!er<,tl«n«prkI6: Ali! Posivcisenl.unss: «.»nzjiihri« fi, l5. h.,lbjähriz fi. 7.5U. Am «lomptoll: llelne ^„levate l>!« z» < Z^llcn 2s,lr,, >;>öf^i>> ^n, .^cilc « li-, l ! c, »sl,,, „ Wi^,',!)o!»»ssc» pl. ^^ilc » lr. Die «»'»idacher Zeil»»»" eilchei»! l<,,,lich mi! «u«»,,b!»<> der Sonn und sseieilagc. Dic «>m!«lNsN»lou b^Nud.t sich Uahnhofftraß: ,5,, tic »«cbaltlon wirnerftrahc 15,--llner«c «lieie wl>st>c» !üch< ,i»!!e!l,"»i!,c!! u,,b Mniiuscri^t!- nlchl ,«lüs» die Verordnung der Ministrrieu der ssiuau^en und des Handels vom ?. Juli l««s!, bctrefflud die Durchführung des Gesches vo>n ii. Juli 1tt»li über die ^eitN'eise ZoN-freiheit von bulgarischen und serbischen Mais und Hirse. Nichtamtlicher Iheil. Die euglischen Wahlen. Vier Jahre sind darüber verflossen, seitden» il« Irland jene, den Abscheu der ganzen gebildeten Welt hervorrnfeilden Grenelthaten begangen wllrdcn, die sich an die Einbringung nnd Votierilng der Landacte anschlössen. Seit 'dem Jahre 1882 ist wohl mehr keine jener von fanatischer Wuth eingegebenen bestialischen Racheacte erfolgt, die gemeiniglich mit den Namen «agrarifchc Verbrechen, bezeichnet wurden. Wer aber hierans etwa dc» Schlnss ziehen wollte, dass die Stim-lnnng in Irland einen radicalcn Umschwung genommen, dass man den Weg der Gewaltmittel gänzlich beiseite zn lassen sich gewöhnt habe, um mit gesetzlichen Mitteln die geforderte Sanierung der misslichen Lage herbeizuführen, der würde sich einer gründlichen Täuschung hingeben. Der grimme Hass. momentan dnrch die strengen Maßnahmen der Regierung erstickt, loderte im Verborgenen weiter nnd jeder Anlass zn neuer Auf-regnng sonnte denselben zur hell ausbrechenden Flamme entfachen. Tie gegenwärtige» Wahlen, in welchen das englische Volt über Appell seiner Königin seine Stellung znr Homcrule Bill kundgeben soll, habcn sich zn einem solchen gefährlichen Anlasse entfaltet, und die blutigen Vorgänge in Dublin dürften bedancrlicherweisc nur das erste Auzeicheu einer allgemeinen vnllanischen Ernption sein, die nun das bedancrlichc Eiland wieder zn verwüsten droht. Mit verhaltenem Ingrimme hat man bisher in Irland den Gang der Wahlen verfolgt, die immer ungünstigere Chancen für Gladstone und für sein Reformwerk, mit dem er eine hundertjährige Fehde zn heilen vermeinte, zntage fördern. Es sind bis jetzt bereits mehr als Zweidrittel der Wahlen vollzogen nnd sie alle haben gezeigt, dass das große Volk gar keine Neigung zeigt, Irland eine gesonderte Selbstverwaltung zu gewähren. Der ganze südliche Theil Englands ist einhellig für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Zustände eingetreten, während andererseits im nördlichen Theile die Gegner der Vill ebenfalls namhafte Erfolge zu verzeichnen habcn. Und was dem Wahlsiege der Anti-Gladstoneaner noch eineu höheren moralischen Wcrt verleiht, ist der Umstand, dass sie ihre Clindidaten in den auch früher innegehabten Bezirken mit einer viel imposanteren Majorität durchgebracht haben, als dies bei den Wahlen im Jahre 1885 der Fall gewesen. An dem cndgiltigcn Resultate der Wahlen ist wohl mehr jetzt kaum etwas zu ändern, nnd der Mahnruf des Partei-Organes des Premiers, der «Daily News», welches den unglücklichen Ausgang dem Schisma in der liberalen Partei zuschreibt und alle Anhänger der Regierung zur Rettung herbeiruft, dürfte kaum mehr imstande sein, die Situation günstiger zn gestalten. Weit richtiger sasst die miuistcr'ielle «Pall Mall Gazette, die Sachlage anf, welche bereits jede Hoffnung auf einen Sieg Gladstone's ausgegeben hat nnd meint, dass es sich jetzt nur darum handeln müsse, den Erfolg der Tories fo weit als möglich einzuschränken. Und es ist nicht zn verkennen, dass diesem Umstände eine sehr große Bedeutung beizulegen ist. Denn wenn es den Gladstoneaneru gelingen sollte, das Verhältnis zwischen den Anhängern der einzelnen Parteien wenigstens annähernd in dem Maße zn erhalten, wie es die bis« herigen Wahlen ergeben, so wäre für den zähe an feinem Portefeuille haltenden greisen Premier zumindest jener — allerdings zweifelhaste — Erfolg errungen, dass auch die Tories nicht über die zur Regierung unbedingt nöthige Majorität verfügen würden. Die An- hänger des Vertreters von Midlothian find nämlich von einem solch unbegrenzten Glanbcn an die prädestinierte Mission ihres Meisters erfüllt, dass sie schon jetzt darauf anfmcrksam machen, Gladstone werde selbst dann nicht znrücktrcten, wenn er anch bei den Wahlen unterliegt. Wem sollte er auch weichen? fragen deren Wort' flihrer. Die Conservative» für sich allein werden die Majorität nicht erlangen, nnd die liberalen Unionisten werden sicher keinem Misstrauensvotum zustimmen, ehe nicht ihnen die neue irische Vill vorgelegt ist. Diese werden es daher in ihrer Hand haben, die Entscheidung herbeizuführen, und da wird Gladstone vor Einbringung der neuen Vorlage geeigneten Boden für Compromissr finden. Haben dann die Liberalen an der Zustandebringnng des Reformwerks selbst mitgearbeitet, so werde anch Lord Hartington gegen das Ergebnis dieser gemeinsam geschaffenen Arbeit nichts einzuwenden haben. So lauten die Argumentationen der Intimen Gladstone's. Ob sie in Erfüllung gehen werden, ist wohl noch sehr fraglich. Eines geht aber mit Klarheit aus diesen Exptctorationcn hervor, nämlich die Verworrenheit der Parteiverhältnissl, wrlche in England infolge der Gladstone'schen Experimente erzengt worden sind. Nie der Meister selbst, so gefallen sich seine Au« Hänger in rabulistischeu Deuteleien, nnd mit einemmale soll nuumehr das klare Verdict der Wähler gegeu Gladstone's irische Politik ebeufalls eiuen solchen absonderlichen Eommentar erfahren. Die Herren dürften sich jedoch verrechnen, wenn sie meinen, nach den Traditionen ihres Meisters das Resultat der Wahlen sich nach ihrem eigenen Gntdünken zurechtlegen zu können. Die Wähler hatten jetzt ein einziges Ziel vor Augen, sie hielten sich, von allen audcren Nebenzielen absehend, die sonstige politische Richtung des Candidate» hintan« setzend, nur die Frage vor Augen: Ist derselbe f ü r die Union oder gegen dieselbe. Sämmtliche Programmreden drehten sich auch ausschließlich um diesen einen Punkt, und uur so war es möglich, dass selbst radicale und liberale Wähler für einen Conservative» stimmten, wenn er sich nur als Unionisten erklärt hatte. Hieran lässt sich wohl nicht deuteln und mäkeln. Bei dem jetzigen Ergebnisse der Wahlen muss jedoch auch schon das Oberhaus mit in Combination gezogen werden, welches aus denselben leicht den Wunsch zn einer oppositionellen Haltung schöpfen könnte. Im Unterhause selbst wird Gladstone noch viel mehr als zuvor mit deu Parnelliten zn rechnen haben, Dieselbe» Jemlletou. Bnnchreducrei. Das Bauchreden wird heutzutage iu Europa wohl "Ul ""f Jahrmärkten und bei andereu niedrig lom -jchen Belustlgnngen zur Anwendung gebracht- vor^ zeiten war es anders. Besonders bei den verschiedenen religiösen Mysterien — bei nuzählbaren Wuuderu, die der heidnische Oötterglaube gezeitigt, hat das Bauch, reden zu absichtliche,! Täuschungen Anlass geboten. Ans Grotten und Klüften erschollen geheimnisvolle Stimmen, Statuen begannen zn reden, Schatten zu sprechen, Thiere nnd leblose Dinge drückten die Meinung der Götter in verständnisvoller Weise aus. So weit man anch in die Geschichte der Völker hinaufsteigen mag, das Bauchreden hat immer seine Rolle gespielt — die Profanen an die Intervention übernatürlicher Mächte glauben zn machen. Wir entuehmcu deu Myslericu der Culte der AyPter, Perser nnd selbst der Griechen vielfältige Um« stände, welche ihre natürliche Erklärung in d r Akustik der den» Gottesdienste geweihten Gebäude oder in, Bauchreden finden. Ein Baum sprach vor Apollonins, als der egyptische Hohepriester es gebot, nnd «seine Stimme erklang mit sanftem, klagendem Toue, wie die Stlmme einer aus großer Höhe sprechenden Fran., Dle Eichen von Dodone gaben Orakelsprüche ab. Mhagoras aber wendete sich an den Fluss Nessus, drr ,hm mit klarer Stimme antwortete: «Ich grüße d'ch. Pythagoras!. Anch bei den wilden Völkern finden sich Zauberer, dereu Kuusl sich auf Bauchreducrci reduciert. Der Reiseudc Labat erzählt im Jahre 17M. dass er auf der Insel St. Thomas einen schwarzen Sclaven getroffen habe, der die Gabc besaß, eine roh aus Lehm geformte Figur znm Reden zn zwingen. Derselbe Sclave ließ sogar einen Spazierstock eines Eingcborucn spreche». Er wurde dafür der Zauberei überwiesen und lebendig verbraunt. Der Glaube an Zauberei war bei den Pflanzer,, europäischer Abstammung so mächlig. dass sie die Verbrecher, welche ihr Eigenlhum augetastet hatte,,, durch Zauberer ausfindig machen wollte». Diese ließeu „lir zu willig ihre Fetische spreche», um ihrer Rachsucht, ihrem Hasse arme Teufel zu opfern, die -^ wie oft! — an den Vergehen, die sic mit grausamen Marter,, büßen musste», liuschuldig waren. Ein barbarischer Aberglaube, der „och heutzutage i», Iilueru von Afrika und' einem Theile der Westküste des dunklen Coutiueuts herrscht, ist. dass der Tod eiues Individuums, mag er auf noch so natürlichen Ursachen bcrnhcn, immer das Resultat eiucr Verzauberung sei, die von eiuem auderen. dem Verstorbenen feindlichen Iudividuum ausgehe. Darum beruft die Familie, wenn ein erwachsener Meusch stirbt, einen Zauberer, der ihr helfen soll. den Thäter ausfindig zu machen, um sich au ihm zn räche». Nun gibt es verschiedene Methoden, dies zu thuil. auch solche, die au die mittelalterlichen Goltesurtheile mahnen, allein am häufigsten nnd beliebtesten ist das einfache Mittel, durch dcu Mund des todten Opfers selbst, den Namen seines Mörders zn vcrküuden. Ein Reisender, der die Aschanti-Läuder be- suchte, war Zeuge einer solchen Beschwörung. Ein Mann war gestorben. Der ganze Stamm hatte sich nach der Üeichcubestattunq versammelt, um den Schuldige,, zu eruieren. Die Versammlung fa»d im Sterbe-Hause statt und umringte eine rohe. in Holz geschuitteue Statue, die den Verstorbene» persouificierte und mit dessen Amuletten, Waffe» uud Schmuck behängt war. Zunächst der Statue befand sich der Fetischmann, der sie umtauzte, brrälicherte und besang und ihr dann, ehrerbietig sich verneigend, dir Frage vorlegte, ob sie zusriedeugestellt, ob das Leichenbegängnis, das sie gefunden, ihr genüge, die Ehreuvezeigungeu. die mitgegebenen Vurräthe ihrem Range gemäß gewesen seien. Die Statue antwortete — bejahend. Dann unterbreitete er ihr die Bitte, doch den Namen desjenigen zu nennen, dcr an ihrem Hinscheiden Schuld trage, uud zählte langsam einzeln die Namen aller männlichen Mitglieder des Stammes anf, wobei, da sie fortuiähiend verneinte, jedesmal ein Freudengeheul aus der Reihe der Versammelte», die so öffentlich vom Verdachte ge reinigt wurden, ertönte — aber endlich, da der Name eines arnien Teufels, der dem Zauberer nichts oder zu wenig gegeben hatte, genannt wurde, bejahte die Statue zweimal nacheinander. Der Unglückliche ward ergriffe» nnd umso grausamer zu Tode gemartert, als jeder Einzelne die Todesangst, die er selbst gefühlt, ehe der Zauberer ihn losgefprochcn, an ihm mit zn räche» hatte. In China lassen die Priester die Statue» Äud-dha's uud Pulhai's Oralelsprnchc abgeben. Auf Fernando-Po beobachtete ein Reifender, wie bei dem Gottesdienste die Priester dem Umo opferten nnd die Lllilmcher Zeitung Nr. 15)5 1290 12. Illli IM;. habe» schon früher dasselbe, was in der Bill ihnen gewährt wird, als das Minimum der Forderungen Irlands hingestellt. Und gewiss werden sich dieselben dem geschwächten Gladstone gegenüber, der, ans Trans-aetionen gestützt, nnr nothdürftig sein ministerielles Dasein fristen könnte, nicht gefügiger erweisen. Gerade die Unklarheit der Verhältnisse, die sich darin manifestieren würde, dass eigentlich keine Partei die znm Regieren nöthige Actionskraft besitze, wäre ein Ansporn, das Gebiet des Terrorismns zn betreten. Leider ist hiezu der Anfang bereits gemacht. Der Freitag gemeldete Ansturm gegen das Locale der conseroatiuen Arbeiter in Dnblin beweist nur allzn dentlich, dass man wieder gesonnen ist, zu Gewaltmitteln Zuflucht zn nehmen. Politische Ueberficht. (Znr Inspeetionsreise des Unterricht s m i n i st e r s nach Böhme n.) Mit Bezug anf die Inspectiousreise Sr. Excellenz des Herrn Cnltus-und Unterrichtsministrrs Dr. v. Gautsch durch Böhmen schreibt das «Fremdenblatt»: «Der Unterrichtsminister Dr. v. Oautsch hat eine mehrtägige Reise nach Böhmen nntcrnommen, um sich ans eigener Wahrnehmung über den Stand des Unterrichtswesens nnd insbesondere der Mittelschulen zn informieren. Der praktische Wert solcher Bereisungen steht außer jedem Zweifel. Erst die eigene Anschauung schärft den Blick für verschiedenartige Bedürfnisse' und Mängel und lehrt am besten, nach welcher Richtung die reformaturische Thätigkeit oder die bloß administrative Wachsamkeit zu lenken ist. Die czechische sowohl als die deutsche Bevölkernng sind der Reise des Ministers mit gleicher Sympathie entgegengekommen. Das Unterrichtswesen ist ja beiden Stämmen gleich thener, und niemand kann die Vortheile und die Wichtigkeit einer geregelten Thätigkeit der Bildungs-anstalten verkennen. . . . Wenn mm die Bevölkernng empfindet, dass auch die Centralgewalt dem Schulwesen näher tritt, es nnter eine eifrige Fürsorge stellt und auch nicht verschmäht, nm Details sich zu bekümmern, die aber in ihrer Gesammtheit anf das ganze Bil-dnngswesen von Einfluss werden können, so wird sie hierin nur eine Pflege ihrer wichtigsten Interessen erblicken und dankbar entgegennehmen. Die Vielfachheit der territorialen nnd nationalen Verhältnisse, der lo-calen Eigenarten, der Bedürfnisse einzelner Gegenden, welche zwischen der Entfaltung der höchsten Industrie und reiu agricoler Cultur abwechseln, hat eine Mannigfaltigkeit von Schuleinrichtungen und Schulzweckeu zur Folge, welche vom grünen Tische nicht übersehe» werdeu können nnd die, wenn sie richtig behandelt werden sollen, die eigene Prüfung seitens des obersten Leiters des Unterrichtswesens erheischen. Weniger als in irgend einem Ressort ist in dem Unterrichtswesen die klare Einsicht ohne eigenen Einblick zu erreichen, und der Minister entsprach einer richtigen Auffassung seiner Mission, wenn er in Böhmen von Schule zu Schule eilte.» (Kärnten.) Der vom Kärntner Landesausschusse im Einvernehmen mit der Landesregierung auf den 13. Juli d. I. festgesetzte Beginu der Wirksamkeit der Durchführnngsvorschrift über die Einhcbnng der mit dem Gesetze vom 29. Jänner 1886 genehmigten Landesauflage anf den Verbrauch von gebrannten geistigen Flüssigkeiten in Kärnten sowie die Höhe dieser Anflage, steigend von 3 ft. für das Hektoliter gebrannter geistiger Flüssigkeiten bis zn 50 Grad, bis 0 fl. für das Hektoliter von 90—100 Grad der 100theiligen Alkoholscala und voll 6 fl. für das Hektoliter Liqueure aller Art wnrde am 7ten d. M. von der kärntischen Landesregierung publiciert. In» gleichen erfolgte all diesem Tage von Seite des Landesausschusses die Kundmachung über die vorgenommene Eintheilung des Landes in Eiuhebuugsbezirke nnd die in diesen Bezirken aufgestellten 35 EiuhebuugsAcmter, von welchen die Anmeldungen uud Zahlungen der Landesauflage entgegengenommen werden. (Zur Lage in Ungarn.) Anf dem politischen Gebiete herrscht gegenwärtig in Ungarn vollständige Windstille. Die Minister weilen größtentheils ferne von der Hauptstadt, nnd die Abgeordneten sind znm heimatlichen Herd zurückgekehrt. Der Ausfall der Ernte und die Export-Anssichten beschäftigen das allgemeine Interesse viel lebhafter, als die Rechenschaftsberichte, die seitens einiger Abgeordneter erstattet wurden und über die kanm etwas in eine größere Oeffcutlichkeit gedrungen ist, da von maßgebenden politischen Persönlichkeiten keinerlei Kundgebung erfolgt ist. Dieses Stillschweigen ist umso bemerkenswerter, als die gemäßigte Opposition bereits um Pfingsten eine große Demonstration in Südnngarn geplant hatte. Die Opposition muss sicherlich ihre guten Gründe haben, wenn sie diese Absicht vollständig fallen ließ. (In Kroatien) herrscht gegenwärtig anf politischem Gebiete Rnhe. Der Mnth und die Eintracht der gemäßigten Elemente im Lande werden dnrch die Thätigkeit des Banns sichtlich gesteigert, nnd dnrch die von letzterm eingeführten administrativen Reformen werden jene Missbränche in der Verwaltung ausgemerzt, welche dmch die Starcevic-Partei in politischer Beziehung hervorgerufen und moralisch ausgebeutet wurden. Die Anfgabe des im September zusammentretenden kroatischen Landtages sowie der Regnicolar-Deputation wird dadurch wesentlich erleichtert. (Entrevue.) Wie die «Neue freie Presse» meldet, ist für den Monat Auglist, wie in den letzten Jahren so auch heuer, eine Begegnung des Ministers des Aeußern, Grafen Kälnoky, und des deutschen Reichskanzlers Fürsten Bismarck in sichere Aussicht gcnom« men. Der Ort und der Zeitpunkt der Eutrevne sind jedoch bisher noch nicht gcnan festgesetzt. (Serbien.) Wie man der «Pol. Corr.» aus Belgrad meldet, bernht die auch ill auswärtige Blätter übergegangene Nachricht, als stehe die beabsichtigte Concentriernng von größeren Trnppenmassen im südöstlichen Theile Serbiens mit den angeblich in Montenegro geplanten Agitationen gegen die Dynastie Obre-uovic im Zusammenhange, auf einer willkürlichen Annahme. Die Trnppenznsammenziehungen werden nur zu dem Zwecke stattfinden, um für das erste Aufgebot der Landwehr eine tüchtige feldmäßige Ausbildung zu erzielen. An den Manövern werden daher nebst dem größten Theile des stehenden Heeres größere Abtheilungen der Landwehr theilnehmcn. Die Lagerübungen dürften in Anwesenheit des Königs Milan stattfinden. (England.) Nach der Niederlage in den Städten hatte Gladstone seine Hoffnnngen auf die Landbezirke gesetzt, die er sich dnrch die Wahlrcformcn verpflichtet'glaubte. Nun scheint es. als sollten auch diese Hoffnungen zunichte werden. Die reinsten Agricultur- Distrietc sowie Fabriksarbciter stimmen gegen die ministeriellen Candidate,!. Die Majorität gegen die Home-Nnle-Politik beträgt jetzt schon 100 Stimmen. (Ruhestörungen inIrlan d.) Ueber Ruhestörungen infolge der Wahlergebnisse liegen heute neue Melduugeu vor. Nach dem so blntig abgeschlagenen Sturm des Dnbliner Pöbels auf das dortige Clnb-loeal der conservative» Arbeiter ist es in Londonderry lllld insbesondere zu Cardiff iu der wallisischeu Grafschaft Glamorgan zu ernsten Krawallen gekommen. Als das Nesnltat der Wahl veröffentlicht wnrde, bei welcher sich der Ministerielle Need nnd der liberale Dissident Brand bekämpft hatten, gerietheu die Parteien so hart auciuander, dass mehr als 100 Personen zum Theil schwere Verwundungen erlitten. (Der Freihafen von Bat um.) Ein Communique' des amtlichen «Pravitcljstvenij Vjestnit» bestreitet, dass die Schließung des Freihafens von Batnm eine Verletzung des Berliner Vertrages bedente. Der bezügliche Artikel sei keineswegs das Ergebnis eines Uebereiukommens, sondern eine spontane Ertlärnng Russlands. Die Aufrechterhaltung des Freihafens sei für Vatum materiell nnd commerciell schädlich nnd seit Auflassung des kantasischcn Transits den ansländische» Interessen gleichgiltig. Tagcsllciltzlcitcli. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Agramer Zeitung» meldet, für die Reparatur der römisch-katholischen Kirche iu Stajuica eiue Unter-stütznng voll 200 fl. nnd für die innere Einrichtnng der römisch-katholischen Kirche in Sicica eine Unter'' stützung voll 100 fl. zu spenden geruht. — (Vom Hof e.) Wie die Blätter melden, gedenkt Ihre Majestät die Kaiscri n am 7. August zum Ge brauche der Bäder in Gastein einzutreffen. Sc. Majestät der Kaiser wird seine erlauchte Gemahlin dahin begleiten, dort den deutschen Kaiser begrüßen und dann noch einige Tage in dem Curorte verweilen. Kaiser Wilhelm trifft am 18. d. M. in Gasteiu ein. — (Tcgetth off-Denkmal in Wien.) Das Tegetthoff-Deukmal ill Wien ist nunmehr bis auf einige unwesentliche Details fertig, und bereits konnten dic Planten, imt denen die Baustelle vom Straßenverkehr abgegrenzt war, beseitigt werdeu. Um die Stufen des Denkmals herum ist ein gegen die Straße erhöhter Insel-Perron hergestellt, der mit Steinplatten belegt luird. Vier Gasccmdelabcr mit fünfflammigem Lichte nmgcbcn das gegenwärtig noch von der Bretterverkleidung umhüllte Denkmal. Der Praterstern selbst in seiner ganzen Ausdehnung nebst einem Stück der oberen Praterstraße wird neugepflastert und das Niveau gegen das Denkmal eine kleine Erhöhung erfahren. Ueber die feierliche Enthüllung des Denkmals luird erst nach der Rückkehr des Vice-Admirals Freiherru von Sterncck entschieden werden. — (Verunglückte Touristen.) Die Nachrichten über die Auffindung der Leiche des Markgrafen P all a -viciui widersprechen einander. Es scheint, dass nur die Leiche des Führers Nubisoicr und der Hut des Markgrafen bisher im Schnee aufgefunden wurden. Nach einem Telegramme aus Lieuz ist der jüngere Bruder Rubisoiers bei den Nachforschungen nach den Leichen des Grafen Pallavicini und semer Gefährten abgestürzt. Er ist furcht- Gaben am Fnße einer großen Palme niederlegten. Plötzlich geberdeten sich die Priester äußerst aufgeregt: Umo läfst sich herab! und mit sonorer Stimme scheint ans der Krone der Palme die Antwort auf die Frage der Priester zu ertönen. Aber alle diese und andere Berichte sind lange nicht so interessant für uns, als jene über Zauberkünste in Europa, die sich auf solche Weise leicht erklären lassen. Gegeu Ende des sechzehnten Jahrhunderts wurde eine alte Fran in Rovigo der Zauberei beschuldigt, weil sie mit eiucm Dämon, den sie Cincinnatulus nannte, lante Zwiegespräche sichre. Sie wurde von dem berühmten Criminalisten Coelius Rodigiuus verhört, und dieser vernahm deutlich die Stimme des Dämons, der aus dem Banch der Frau zu reden schien. Sie war also sicher vom Teufel besessen. «Ich habe den Dämon über allerlei Dinge befragt», berichtet naiv der Gelehrte, «er hat zn meinem Staunen über gegenwär-tige nnd fogar vergangene Dinge richtig auszufagen gewusst, über zukünftige Dinge dagegen erwiesen sich seine Vorhersagungen znmeist als trügerisch uud falsch». Ungefähr znr selben Zeil befand sich eine Bauchrednerin in Lissabon. Sie verstand es, ihre Stimme so zu behandeln, dass sie von ihren Fußsohlen, von ihrer ausgestreckten Hand. aus ihrem Nacken uud von allen anderen Theilen ihres Körpers zu kommeu schieu. Sie befragte eiueu unsichtbaren Geist, den sie Peter Johann nannte, nnd er antwortete mit klarer, deutlicher Stimme. Sie wnrde verhaftet, ihr der Process gemacht, und sie entrann mit genauer Noth dem Fenertode. Auch ungefähr zur selben Zeit war Peter Ara-bancon, ehemaliger Leibdiciier .Nönig Franz I. von Frankreich, ein berühmter Bauchredner. Er verliebte sich in eine schöne, reiche Pariser Vürgerstochter, deren Vater kurz vorher gestorben war. Die Mutter verweigerte ihm deren Hand, als plötzlich, da sie eines Tages beisammen saßen, die Stimme des Verstorbenen ertönte, die aus dem Fußboden zu komme« schiel, nnd klagenden Tones über die Qualen jammerte, die er im Fegefeuer erdulden müsfe nnd von denen er nicht eher befreit werden würde, bis seine Frau die Zusage, die er dem Brabancon gemacht, jenem die Hand seiner Tochter zu gewähren, erfüllt habe. Daraufhin beeilte sich die eingeschüchterte Witwe, den Wunsch des Todten zu erfüllen. Brabancon vergeudete aber bald das Vermögen seiner Fran, flüchtete nach Lyou und bewog dort einen jnngen glänbigen Financier durch die Stimme seines knrz vorher verstorbenen Vaters, ihm eine große Summe ausznzahlen — wer erinnerte sich da nicht ähnlicher Kunststückchcn des jüngst verstorbenen Spiritisten Home? .. . Das Thema ist unerschöpflich. Vielleicht kommeu wir noch auf dasfelbe zurück. G. M. (Nachdrull verboten,) Das Opfer der Liebe. Roman von Max von Weißenthurn. (44. Fortsetzung.) Beatrice blickte voll herzzerreißende» Wehes zu ihm hinüber. Sie hatte geahnt, dafs die Antwort ihres Oheims fo lanten würde, wie es thatsächlich der Fall gewesen. Sie wnsste, dass ihre Mutter durch eine uoch gering- fügigere Veraulafsuug die Gattiu des Mauucs hatte werden müssen, den sie aus tiefster Seele achasst hatte. Beatrice fühlte, dass alles verloren sei, nnd die Verzwelflung welche aus Hugo's Worten sprach, raubte chr alle Fassuug. ^ Dass sie ihm so tiefes Weh bereiten musste, sie, d,e sreudigeu Herzens gestorben wäre für ihu, das war mehr. als sie zu ertragen die Kraft ill sich suhlte. «Onkel Richard,, sprach sie mit unsicherer Stimme, «kann es kemcn Zweifel geben? Ich kenne die Geschichte meiner Mutter, aber dieser Fall ist anders, wenn anch ähulich. Ach, nein. es kann ja nicht sein,» rief ste, m leldenschaftlichcm Schmerz die Hände ringend, «es kann nicht sein. dass wenige achtlos hingeworfene Worte mich zn der Gattin' jenes Mauncs gemacht haben sollen? Onkel, wenn du einen Fuukeu Mitleid für nllch lm Herzeu trägst, so sage mir, dass ^es lllcht wahr sel. sage mir, dass ich getränmt ^ ?e s^'F sich, des Schleiers und Kranzes nicht achtend, die Haare von der Stirn. Sir Richard Fitzgerald verhüllte das Antlitz mit beiden Händen. Er konnte es nicht ertragen, sie so schmcrzqebcugt zu scheu Glich ste ja doch so sehr ihrer Mutter, letzt, da ste litt. wie diese gelitten hatte, da das gleiche Unheil auf ihr lastete, welches Marie Ross' Il'lgeud-jahre vergällt hatte. Wenn die arme Mutter nur um eine Stunde länger gelebt hätte, wie ganz anders würde sich das Leben dcr Tochter gestaltet haben! Laibachcr Zeitung Nr. 155 1291 12. Juli 188«. bar verletzt, und ist keine Hoffnung vorhanden, ihn zu reiten. Wegen schlechten Wetters und Gefährlichkeit der Stellen muss vorläufig jede Nachforschung unterbleiben, bis besseres Wetter eintritt. — (Der Caritc-Baum.) In deu Thälern des oberen Seucgal und des oberen Niger werden ganze Wälder von diesem Baume entdeckt. Die Carite ist der Eiche ähnlich und heißt bei den Eingcbornen, die sie als ergiebige Hilfsqnellc ausnützen, «Butterbaum». Ihre Frucht oder Äultcr gleicht dem Innern einer Marone, und bildet eine weiße Masse von ganz vortrefflichen! Geschmack. Man fammclt diese Frucht, wie bei uns die in-bischen Maronen, lässt sie dann im Backofen dörren, zerflcifcht die Schale und knetet das Flcifch, bis es einen Teig bildet. Dieser Teig wird in ein Gefäß voll kalten Wassers gethan und ordentlich gestampft, so dass die Nutter an die Oberfläche steigt. Man nimmt die Vntter dann ab und stampft fie, um eine compactere Mafsc zu erhalten, noch ein zwcitesmal. Unter der Bevölkerung des Niger und Senegal findet die Vutter vou Carit^ beständig Verwendung. Sie dient zum Kochen, zur Speisung von Lampen, znr Anfertigung von Seife und für die Toilette eleganter Negerinnen, die ihrem krausen Haar mit diesem öligen Teig Glanz verleihen. Diese Art Butter ist gegen Zerschmelzen sehr widerstandsfähig, und deswegeu filr dicfe heiße Gegcud, iu der gewöhnliche Vutter wie Wasser zerstießen würde, ganz geeignet. Der Commandant Gallien ist überzeugt, dass diese vegetabilische Nutter auf einem großen Handelsplatze in allen Ländern Europas Absatz finden würde; es wäre leicht, aus ihr nicht nur Seife, sondern anch Kerzen zu fabri cieren. Allerwärts finden sich anf beiden Ufern des Niger weite Walduugen von Caritc, die anf eine leichte und bequeme Ausbeutung harren und ein Handclsobjcct bieten, kostbarer vielleicht, als die Erdmandel (.-u-adnu). von der die französischen Schiffe enorme Ladnngcn in die Häfen vou Bordeaux und Marseille transportieren. Unter den wunderbaren Väumeu Afrikas nennen wir auch deu Milchbanm oder Tabayba mit seinem reichhaltigen und vortrefflichen Safte, der gleichzeitig ein erfrischendes Getränk uud eine gesunde Nahrung bietet. Ein Schnitt in die Nindc reicht aus, um Milch zu gewinnen. — Englisch-Guyana besitzt auch einen Milchbaum, von den Bewohnern Nya-Nya genannt, der dem afrikanifchcn Tabayba vorzuziehen ist, denn seine Milch ist reichlicher und von besserem Geschmack. Zum Beweise dieut die Thatsache, dass beim Fällen der Bäume, die dann am Nande der Seen und Flüsse treiben, das Wasser eine Stunde lang ganz weih gefärbt erscheint. In den Ländern, wo Ziege und Kuh nicht existiert, find solche Bäume wahre Schätze. Die Eingebornen cultivieren sie auch mit besonderer Sorgfalt. — (Der Stockzahn Leo's XIII.) Der im Kloster der barmherzigen Brüder zu Nom bcfiudlichc Fra Oresenigo gilt für den ersten Zahnarzt der Welt. Er vollzieht die Operationen sowohl mit der rechten als mit der linken Hand. Seine Praxis ist so bedeutend, dass er durchschnittlich täglich vierhundert Operationen zu machen hat. Nebst den armen Lenten, die in hellen Scharen zn ihm kommen, hat Oresenigo auch die gesammte römische Aristokratie zn bedienen. In den letzten Tagen des Iuui wurde der barmherzige Bruder in den Vatican geholt, um dem Heiligen Vater einen schmerzenden Zahn zu reißen. Ein großer Fauteuil ward eigens angekauft. Der Papst hatte große Angst. Oresenigo rückte den Fauteuil zurecht, bann bat er den Papst, ihm in einer Fenster- nische den Zahn zn zeigen. Arglos öffnete Leo XIII. den Mund, und in, selben Moment war der Zahn auch gerissen. Der Papst war so erfreut, dafs er den Mönch den ganzen Tag bei sich behielt. — (Eisenbahn-Unfall.) Der Freitag nachmittags von Wien nach Dresden abgegangene Couricrzug ist vorgcsteru bei Pirna in Sachsen ans durch heftige Regengüsse herabgespültc Erdmasscn gefahren nnd theil weise entgleist. Drei Wagen sind vom Damme herabgestürzt. Verletzt wurde niemand. Der Güterverkehr ist stark gestört und wird vorläufig über eine andere Linie geleitet. Die Passagiere müssen umsteigen. — (Die That eines Wahnsinnigen.) Nachdem am Freitag in Paris die Kammcrsitznng aufgehoben war, feuerte ein anscheinend verrücktes Individuum von der Gallerte eiucu Nevolverschuss ab, um, wie es bei der Verhaftung erklärte, die Aufmerksamkeit auf feiu Elend zu lenken. — (Wald brand.) Wie man uns aus Cilli meldet, entstand vor einigen Tagen auf der zum Gute Straußencgg gchörigcu Waldparcelle in Unterberg ein Boden- nnd Gipfclfeucr, welches sich infolge der herrschenden Dürre in kurzer Zeit ausbreitete und den Wald in einer Fläche von mehr als 80 :i beschädigte. Ein Grundbesitzer ans jener Gegend ist verdächtig, das Fencr gelegt zn haben. Er war zur Zeit des Ansbruches des Brandes in seinem an die beschädigte Fläche grenzenden Walde mit Lanbbrcchen beschäftigt, — (Schwere Zeiten.) Na, weißt, es sind doch zu miserable Zeiten. Ich wollte gestern eine Zehnguldcu-Note wechseln, glaubst du, ich habe eine gehabt? Local- und Prouinzial-Nachrichtcn. — (Sanctionicrtes Landesgesetz.) Seine Majestät der Kaiser haben mit Allerhöchster Entschlie-ßnng vom 2!). Inni d. I. dem vom Landtage des Hcrzog-thums Kram beschlossenen Gesetzentwürfe, betreffend die Verbanung nnd Correction des Trebiza-Bachcs, die Allerhöchste Sanction allcrgnädigst zn ertheilen geruht. — (Deputationen beim Hofrathe Grafen Chor ins kl),) Herr Hofrath Graf Chorin sly cmpfieng im Lanfe der vergangenen Woche mehrere Deputationen, welche erschienen waren, um dem von Kram scheidenden Herrn Hofrathe anlässlich seiner Eruennung zum wirklichen Hosrathe ihre ergebensten Glückwünsche darzubringen. Unter andern waren erschienen der gefammtc Beamtcntörper der l. l. Landesregierung und der k. l. Bczirtshanptmannschaft Laibach unter Führung des Herrn Regierungsrathes Autou Gl oboe nil, der Landessanitätsrath mit dem Herrn Regierungsrathe Dr. Keesbacher an der Spitze, sowie die Mitglieder der Handels nnd Gcwerbekammcr für Kram mit dem Präsidenten Herrn Iofcf Kufchar. Herr Hosrath Graf Chorin sty dankte den Erschienenen in warmen Worten und schloss mit dem Wunsche, es mögen ihn alle in freundlicher Erinnerung behalten. — Wie wir erfahren, wird Hofrath Graf Chor in sky schon Ende dieser Woche sich auf sciucn nencn Posten nach Graz begeben. Das aufrichtige Bedauern, welches sein Scheiden von hier allenthalben begleitet, legt Zeugnis ab von der ungclhciltcu Sympathie, welche dem schcideuden Herrn Hofrathe von den ihn, unterstehenden Beamten fowohl als von der hiesigen Gesellschaft überhaupt cnt' gcgengcbracht wird. — (Personalnachricht.) Herr Oberlandesgerichtspräsident Dr. Ritter von Wafer hat eineu sechs- wöchentlichcn Urlaub angetreten und sich nach Klagcnfnrt begcbeu. -- (Militärisches.) Se. Majestät der Kaiser geruhten die Enthebung des Majors Edmund Allex in, der technischen Artillerie, Commandanten der Pulverfabrik iu Stein, über feine Bitte krankheitshalber von seinem dcrmaligen Dicnstposten, vorbehaltlich seiner anderweitigen Verwendung, anzuordnen und anzubefehlen, dass demselben bei diesem Anlasse in Anerkennung seiner in der bisheri gen Verwendung geleisteten pflichteifrigen nnd erspricßli chen Dienste der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekanntgegeben werde, daun an dessen Stelle den Hauptmann erster Classe Johann Schwab, der technischen Artillerie, vom Stande der Pulverfabrik in Stein, znm Commandanten derselben, unier vorlänfiger Belassnng in seiner gegenwärtigen Charge, zu ernennen. — (Jahresbericht des l. l, Obergymna sin ms zn Laibach,) Der soeben am Schluss? dc? Schuljahres 1«85M; zur Ausgabe gelangte Jahresbericht des hiesigen k. k. Obergymnasiums enthält nebst den ge^ wohnlichen Schulnachrichtcn zwei interessante Aufsätze wissenschaftlichen Inhaltes. Der erste führt den Titel I,iul)Ij»»8ko b.-l l^6 (Das Laibacher Moor), von Johann Subic, und ist eine turzgedrängte naturhistorische Skizze des Morastbeckcns. Obwohl sich der Verfasser wegen des eng bemessenen Raumes nur auf das Nothwendigste beschränken musste, finden Wir doch ein reiches Materiale angesammelt, welches uns ein überaus anregendes Bild des für die zukünftige Landescultnr so wichtigen Territoriums bietet. Der Aufsah ist in folgende Abschnitte eingetheilt: 1.) Das Moorgebiet, 2.) Der ehemalige und gegenwärtige Zustand des Laibacher Moores, 3,) Die verschiedenen Schichten des Morastes. 4.) Ueber das Entstehen des Moores. 5.) Votanische Skizze des Moor beckens. Damit sich der Leser ein beutlicheres Bild des beschriebenen Territoriums machen könne, gab Professor sl !'" f,,,l>, s!,,fr. Weizen pr. Heltolit. 6 lit! 7 27 Butter pr. .Wo . . — «5,------- Korn » 5, 20 6 2<^ Eier pr. Slüct . . — 2____ Gerste . 4 6 4 !>7 Milch pr. Liter . . — 8------- Hlifcr » 3^25 3 20 Rindfleisch pr. Kilo — «4 — ... Halbfrncht . ------- l> 70, Kalbfleisch . ^_ .,l; ------ Heiden > 4 23 si^- Schweinefleisch « ^32------- Kulurnz ^ 4 «7 5 22, Händel pr. Slikk. - 35------- Erdäpsel 100 Kilo 3 20------- Tauben » - 1«____ Linsen pr. HeNolit. 0----------- Hcn pr. M. Ctr. . 2,3<»------- Erbsen , '»!------------Stroh . . . 2 «5 — Fisolen » !1>-----------Holz, hartes, pr. Rindsschmalz Kilo — !)4------- Klafter »;> bewölkt, wenig Sonnenschein. Abends halb 0Uhr Kegm D„s Tagesn.ittcl der Wärme an beiden Tagen 1'.« nud 16,5°, bcziehuugs>vcisc um 2,1° und 5.4" unter dem Normale. _______Verantwortlicher Redacteur: I. Na«lic. Vom üefsten Schmerze erfüllt über das vor- ^ 8» zeitige, unerwartete Hinscheide» unseres theuren Gatten, ^ >W beziehnngeweise Bruders und Schwagers, des Herrn ^ » Unton 'Zorenta > » Fleischhauers und Hausbesihers W »> silhlcn wir nns verpflichtet, allen, die dem thrnren W M Todten zn seiner lchten Ruhestätte am 8 d M ein ^ l» so ehrendes Gelcüc gaben, unseren inniastrn Dnnl >> ^W anszndvückcn. >^ » Insbesondere »ilt dies,r unser.Dank den lieben W » Anverwandten dem öbl.h.rsigrn ilitalnica-Sänaer. > > ^''^' ^'« ll^n.'chen Tur^^^^^ » » Fleischhauer-Geuosseuscha t w>uie deu aeebrte» Sv.-n W » dern der prachtvollen Kränze und Widm g l'^^de7 > » endl.ch aNeu welche dnrch ihre Betheiligung den > » theuren Verblichenen nud nns i„ so reiche». Ma,,e W W Laibach, 12. Juli 188«. W M Die trauernde Familie M M ...I,^ ?'^ «)^" Veweisc aufrichtisser Theilnahme W »» a»Iassl,ch des Ablebens nnscrrs vielgeliebten Söhnleins W M für die vielen gespendeten prachtvollen Krause nnd W W Blun.en. sow,e für die zahlreiche Bel»eili,inug an, > D> Le.chenbegangnlsse sprechen wir allen Verwandle». > «» Freunden und Betannten unseren innigsten D.,nk an.'. W W Ncu,uarktl aui 10. I„,i 1886. M W Die trällernden Eltern. W 1293 Course an dor Wiener Dorse vom 19. Juli 1886. N^ d^ oW^e» ^5^ Geld Ware ElaatS Aulchcn. IvlcNllülc ....... «5.Ü0 «5, 35 Sülcrient«....... t«i c>5 ««A», >8.'.'^> 4"/,, c>aal«lose 250 fl, ,31 — I,1i! - >«<>s.!! .^"/^ ^„,s 5l>U ^ I40Ü0I40 75 >«»l>4^ ktaalslost . . ION „ !<^ —Il>«50 /b<"c> „ . . 50 !!!o.»!e>!tcuschcinc , , per kt. 55------------ ^"/,. Ocs«, Gol^rcnlr, steuersoi . ,18 70,18»,', l-'ttlttr, Notenrenlc, slcucrsrci , ,Nl! - IN» 15 »N», Ooldrcn«^ 4"/« . . . ,10585,0«'- » PaPicnslXe 5"/„ . . . . Ü4 «0 !>4 !>s> « >h,!»^noNlä. I, I«7<< , 120- lütt h»lcg..Vosc <,<>/<, ,00 sl. . . »L5-50izH?s, ^ rundentl. - Obligationen (silr , <1",>l,ischc....... ,0120105«« ^"/° magisch?.......,06------------- ° /o »!cd«öster,üilbisch« . . .10!» —lio — °.^« obfroslevleichiich« , , . .10550-- °°/° slcilische....... ,us.^c> — - »/n iroalischt ,Mb slavonische , 105 i!0 105 !!0 ü ,« sitdtobülnilch«..... 10l, 25!l05 75 <^c!d Wave 5"/n Tcmcscr Vanat . . . . »05 i><»iNs> s,c> 5<"„ M'ssavischc......l«:'>'40 105 !»0 Älldere üssentl. Nnlchen. Donou.Ntss.'^'osc f>°/„ inn sl. . i>? ü.'> 1I? 5« ^>r, A>,!e>bc '«?«, slcuerjrei . — — — — «nltben t>, Etadc» i»5 :>o!c,s>>'0 Aolchc» d, Ktadlgcmeinde W><» lS'lbn »>1^ ("rid) , , . . !8/,"/,, Gold. >2^> 25 i^>,',» d!o. in f>» .. « <>/, "/., ><»u 50100^0 No, in 5!» ,, « <"/„ . 07'— !'?»«> t!r. ^,an>!^»-Cchultvcvschl,«"/,, 100 25 !00 75 il lsl,Hypl'th>,!cut!a«l >oj, f>>/,<>/„ K,I i!s> - '- O,l!,-»!,n, A'onl verl, 5"/,, . , 101 >lU l«i s,n tl°. .. 4V,"/„ . 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Bahn.....I0l30!02 70 Diverse iiofc (pül Elilll,, 00 s>...... 1775>«17«'— <älaN,-l'<.'Ic <0 s!...... <5>L5 !.', 75 4"/o Donau.Damplsch. , ach^Pran!ic!l<^>nlch, lt<> fi, 2N'7>'< 21 50 O!c»cr ^sc 4» si..... ^« — <7>— '4>,' <>« N..... <2'50 43 — Nolhc» Kreuz, öss,l«l'>, >>, w!>. ,< ^« il »«» Rl!dc!<-^»Ie II) f!..... ,« ?s, 1«, 25 C.Uui^'osc -^ E<,-G^Ni,>il, ^,'l'ft !„!^-Ocstcvr. ^ant X00 sl. , n5>— »15 «5 wonlvcrcin, Wicncr, Kw fl. . iy<'—K>l<« Bd,nr.^Ä!,sl,.Ocs!,i!0l»lI.S.<0«/<, »ü» 5,0 i!!!0 5^ ^>dl.«Ä>!sl,<.Hand.u.O, !!>. 27L'80^77-10 livctilvanl, Vlllg U»g, itUU ll. . ,««4 50 2U5 — Tcpvsi>c»l>a»l, Allg.UW si. , ,«0—I!»0'5<> E?cl>l»v'Oc!.,N!cl>eli,'>l.l>N(>Il. s»,?-— 5,lN — H»^^l^lcnl>., osl. ^0«)!i, 25"/nlH, ^ ^-— —. — Vaxderb,, rsl. .uus!. ^,5<>"/„ «««'3N Oa!!? !0<» !l.....70 75 71' - !i'cllchic>!"i!ll. ÄI!»), !4l» ,l. . ,.<,»—!i53'75 «cid »uare Nctien v«u Transport Unternehmungen. (per Stück), Mbrcchl-Vahn «uo sl, Silber . —'— — — Äl!ö!d ss>,,!n,»l8ahn ÜO« fl. Silb. >!»! 75IÜ2 - Ä»!siN-T>pl, Eiscii!'. !iNNfl.u fl, . . If>8—170 — „ Wcftbabn ^0« sl, , . . «s,«—ük? - Uuschlichrabcl Vifl,, 5UU sl. pfschifj.ch>!« - Ges. Ocstcrr,500 st. ll^i.....,78—»80 — DrlN!- 75^07 -- Fc>d»mi>t»-Aiordl', 1000 jl. ^U»i. ^»» 2ü?5 y!a!!,z'^c>>ci ^ahn wu,l. Nilbcr lliü—2i!»5« Fili'slirchrn.^nlcs,!! Ib,20!»!!.S, 16« »»!««„<» »Haü^Üarl'lüldwig ^,i!00il,^M. —'— —- — Graz HöIlacherE.»^,i!l»0sI ö,W.----------------- ltahlcudcrg ^'icül'ahii 100 II. . — — —-— Hasch.1» Odc>d.6>lc»b. uuo jl. K, — — —- -^e!»l'w!h- °' ^'- /2U 2522« ?b i!ll»)d, öfl. lli.g., Tncsl5>U0 dlo, (III, ii) ^ , !«!>lll»il . 163 7K1U4 — Piag Dux« liij>:»l>, >.'>(,sl, Kilb. — — — — Nudl'ls', ayu 2!»u >>, Slider , iuz — iz»» .»»<) Sicbciilulr^.r 6lje»b, liuu sl. , .-— —-. Slllaleelj.»!^!.:! ^,», ,l, ö. W, ,>«27«0«2»'— Oell, , W>b — Sild.Norbd.Aelb.^zooN,!!'!»,,!»« — l«ß««abn «l»0 70sl, 0, W,1l»7 «5 1l»7 50 , Wr,, Nt» 1!»0 sl 10« 75 10? — Iran^port'OeleUlchasl !0U fl, , —'— — ^ Nny.-ssaliz, ltiscnl', !-<»« <>. Silber ,7» 25 »7» ?b Ung Nordl'stbahn ü«»c» fl. Silber ,75 50 l?« — NnssWcslbMaab.OrazizonO^ ,75.- !75> 25 InbustrieActicn !c!l- uni> Ht»hl°^!!d, !» W,r» 1C0 !l, , — — - — Hlscnliahnw,^'«!!,«. ,, «'» fl,4l<"/n — - —' -«»ilbcmUH»", Papicri. u. ltt.»»«. «5« «» — ^lc>nl>i>i°OcIcll!ch., öf»<:rl.«»lp>»c .»7^0 »' «n Pragci !i>st».^!»r,.(»ej. ^0» «l, , N.8 5« Ilii s.v ^algoT.irj, »tilcnr.'ff. >0u sl. — - — — Wastcns.G., Oeft, in W, I«V «b — Irifailcr «ohlcn» <»s^. 70 sl. . —- —' - Devisen Onüfchc Platze......«2 - «2 w Vo»lrn.........lü«!!5!2«U0 Paris .........5« Uli^ l»» 15 Petersburg ........- — — — Valuten. Ducalcn........ 5 «4 5 W ^0'^rauc« Slii«fr..... io u« 10 0» Silber......... —- - —-— DuUtjchc Neichöb^ülulX,'!! , «zz — <;!< 0ü