^N 44^ R843. Kaiser Earls Iagdritt. Nomanz». UV ^^s trug Herr Carol Wagnus Zumeist in Winterszeit Einen Pelz von rauhen Fellen, Ein ärmlich schlechtes Kleid. Die Seinen aNe schmähten Well Hoffahrt solcher Tracht. Di« liebten nur Sammt und Seide, Und reiche Kleiderpracht. AIs nun Herr Carol Magnu Allsammt erschaut einmal, So recht im höchsten Glänze, Um sich im güld'nen Saal, Ruft er mit eins: »ihr Herren, Mich kommt 'ne Iagdlust an! Hallo! Hallo! zum Walde! Ich weis' Euch heut' die Bahn.« Da gab's denn finst're Brauen, Vielhäusig: Ach und Weh', Denn draußen j>:gte wirbelnd - Der wilde Sturm den Schnee. Doch sich' — schon warf vor'm Thore Der Kaiser sich ouf'S R^ß. Ob ungern oder willig. Ihm nach mußt' wohl der, Troß. Und — hui! — hinaus zum Walde, Ihm nach. das Häuflein braust, Vom Schneegeflock umstöbert, Das Haar vom Nord durchsaust. Herr Carol wallen Fluges Im zott'gen Pelz voran: »Ihr sollt, so lang' ihr lebet. Mir denken auf die Bahn!" Und —frisch— durch Moor und Schluchten Geht's jetzt im schnellsten Lauf, Durch's Dorngestrüpp' hinunter, Durch's Dorngestrüpp' hiiiauf. Uid wo es sich am Dicksten Verschlinget und verwirrt, Just mitten durch Herr Magnus Die schmucken Herrlein führt. O weh! — wie schnell in Fetzen Reißt da nicht jede« Kleid, Wie flirrt's ringsum und flattert's, Zu all' der Herrlein Leid. Dock) wie auch rings die Fahnchen Von Dorn und Staude weh'n, Herr Carol scheint noch immer Von all' dem nichts zu seh'n. Und immer toller jaget Er fort, waldein, waldaus, Bis alle, fast halbnackend Und starr vor Sturmgebrauö. Als d'cauf Herr Carc>l wieder Absteigt vor seinem Sch!oß, Um Gott.' wie schaut erbärmlich Der erst so schmucke Troß! »Ei, ei, ihr wackern Herren, Wie kommt's, daß ihr doch gar So schr am Leib zerrissen. Fast all' der Kleidung bar?« »Ihr wißt euch schlecht zu schützen Vor Dorngesträuch und Wind, Doch denk' ich — send von heute Ihr anders wohl gesinnt.« Und haltet solche Tracht mir Nicht wieder für zu schlecht; Ein Pelz, so wie rer meine, Der ist gerade recht. Johann N, Vogl. 186 Vaterländisches. Skizze einer geognostisch - geologischen Beschreibung des Königreichs Illyrien. Von Franz Edlcn v. Nosthor n. (Fortsetzung.) Gntstehnngsart der Felsgebilde. Alle geschichteten Felsarten der primitiven Zei> werden als ursprünglich auf plutonlschem Wege end standen, oder als durch Plutonische Kräfte verändert» neptunische Gebilde, welche die Metamorphischen ge> nannt werden, betrachtet. Alle geschichteten Felsarreli der Transitlons » , dec secundären, der tertiären, de> Diluvial - und der Alluvial»Periode sind ncptuni-schen Ursprunges. Die Massengestcine der primitiven, Transitions-secundären und tertiären Zeit sind plutornschen lll' sprungeS. Einige derMafsengesieine der Tertiär-unt der Diluvial-Periode sind vulkanischen Ursprunges. Als Endresultat aller geologisch-wissenschaftlichel Forschungen, über den Bau deS Felsgebäudes de> Alpen im Königreiche Illyrien, ergibt sich: daß die geschichteten primitiven, Transitions»unt secundären Bildungen ursprünglich auf nepcuni-schem Wege entstanden sind, und daß sie sich hori-zontal auf einander gelagert haben. Einzelne kleine Emporhebungen durch die Mas-sinaesteine aller dieser Perioden, welche aus 5em Innern der Erde emporgestiegen sind, haben in allen diesen Perioden Statt gefunden, mehr oder minder kleine Störungen in den Schichtenstellungen, so wie in den Structur-Verhältnissen dieser Fclsartcn hervorgebracht. Aber die Haupremporhebung der südöstlichen Alpen, welche sie zu den gewaltigen Höhen cmportrieb, und ihncn die gegenwärtige sichtbare Gestalt gab, hat erst nach der letztenPenode dersecundä-ren Zeit, vor dem Anfange der tertiären Feit Statt gefunden, und zwar durch den Granit-Gneis der Central-Kctte, welcher auf plutomschem Wege dem Innern der Erde entstiegen ist. Dieser hat nicht nur alle aufliegenden primitiven, Transitions-und secundären Bildungen empor gehoben, sondern sie auch auseinander geschoben, so daß auf der Hauptaxe der Emporhebung die Menge der Primitivgebilde zu Tage kam, und zu den gewaltigen Höhen emporgetricben wurde. Viele dei'Transinons ^Gesteine wurden damals Metamorphnt und in Urgesteine verwandelt. Schon waren die großen Unebenheiten in dem Felsgcbäude der Alpen vorhanden, als die tertiäre Zeit begann. Bie muß eine ungeheure lange Dauer gehabt haben, um alle ih-e Epochen gehörig zu entwickeln. Die geschichteten tertiären Ablagerungen sind neptunischer Entstehung. Allein während und nach dem Ende dieser Epo< chen haben noch plutonifche und vulkanische Iräfte große Veränderungen hervorgebracht, so jwar, daß wll alle Schichten neptuinscher Bildungen dieser Ieil in einer veränderten Lage finden, und daß viele Ge» bilde auch eine veränderte Structur zeigen. Die jüngste allgemeine Erdrevolution ist die rein neptutnsche Diluvial-Periode. Als sie eintrat war schon die Zeit plutonischcr und vulkanischer Ereignisse vorüber, daher wir alle Schichten dieser Periode in »hrcr ursprünglich horizontalen Lage finden. Das Vorkommen von Knochen ausgestorbencr Gattungen urweltlicher Thiere, aus dem Geschlechte der ?»o1^ä6rm6n beweifet, daß damals in den Alpen ein tropisches Clima herrschte, daher gehört auch diese jüngste Periode einer allgemeinen Erdrevolution einer längst vergangenen Zelt an, wo das Menschengeschlecht noch nicht die Erde bewohnte. (Fortsetzung fclgt.) Der Kauf. Zu Budschia, in der Regentschaft Algier, sollte für tie Besatzung, wenn auch nicht zu deren Unterhaltung, em Gefängniß eingerichtet werden. Ein klei-n«< steinernes Haus von nur einem Steckwerk« hatte dem Ingenieur am zweckmäßigsten geschienen, da eS sich mit einigem Umbau für jene beinen Seitenfenstern ein» gesetzt und die Maurer arbeiiecen an dem Ausbessern und dem Anwürfe dcv etwas schadhaften Wände, denn in dem alten Zustande hätten die Gefangenen sie mit Leichtigkeit durchbrtchen können. Die Arbeiter waren so lhälig, daß das Haus schon »n zwei Tagen für se>ne künftigen Bewohner ftrtig werocn konnte, von denen Manche bereitS ihrer unbefchränk, ten Freiheit überdrüßig schienen. Zum Zeitvertreibe kamen die Soldaten öfter herbei und sahen zu, wie ihr künftiger Aufenthalts-ort seiner Beendigung nahte. Besonders dieZephire waren in diesen Besuchen unablässig; sie waren über» zeugt, daß auf sie bei dem Baue insbesondere gerechnet worden war, und daß die nette kleine Wohnung für sie eine Art von Vaterhaus seyn würde. Mehr als Einer sagte, indcm er das Gebäude mit nicht allzu bestürztem Blicke maß: „Dort werde ich also Sonntag sitzen t« 187 Doch vor Allem müssen wir denen, die e< nicht wissen, erklären, was ein Zephir ist. ?)n Wort. Das ist eine Thüre, die dem Kartätschenfeucr widerstehen würde." AlS er indessen näher herzu trat, sah er mit großem Erstaunen besagte Thüre ganz von Nägeln starren, die dicht neben einander dergestalt eingeschlagen waren, daß die Spitzen einen gucen Zoll lang hervorragten. Die Tischler schickten sich an, diese Thür, dle Nagelfpitzen nach innen,:in die Angeln zu hängen. Es muß hier bemerLt werden, (was dem wackeren Ansiedler unbekannt war),, daß die Soldaten im Stock-Hause, wenn sie übler Laune und vor allem, wenn sie betrunken waren, mir Fäusten und Füßen von innen an die Thüre donnerten,, sobald sie hinter jhnen sich schloß, als wäre das arme Holz Schuld an dem zeitweiligen Verluste ihrer Freiheit. Das Gepolter war so beschwerlich und für den Posten dicht vor der Thüre so betäubend, daß man den Einfall hatte, die Näa/l,, die jedermann seh.n konnte,, dergestalt anzubringen, daß ein solcher Lärm künf-tig unmöglich wurde. Der erstaunte Ansiedler suchte mit den Augen die Verkäuf>r. Er bemerkte in der Ferne Jacques Leroux, der seine Ursachen hatte, nicht zu nahe zu kommen und den Verlauf d^r Dinge in der Perspektive beobachtete, lief auf ihn los, führte chn vor das Haus und fragte, was zum Teufel für ^ine Thür man ihm da einhänge, „Das ist ja," sprach Iarques, »eine sichere Vertheidigung gegen die Araber." »Das würde ich begreifen," rief der Käufer, „wenn die Spitzen nach auswärts stünden5 aber se, hen Sie nicht, daß man sie nach innen anbrmgt? Heda, gute Freunde!" schrie er die Arbeiter an, „diese Thür will ich nicht, und wenn ich sie wollte, ließe ich die Spitzen nach außen kehren." Die Arbeiter erhoben bei dieser Anrede ein lau» tcs Gelächter, und fragten ihn, warum er sich ,n etwas mische, was ihn nichts angehe. Er erwiederte, das Haus sey sein, und sie fingen an, noch stärker zu lachen. Als er endlich noch immer auf seinem Verlangen bestand, wurden sie ungeduldig und schickten ihn zu einem Officier, der in der Nähe auf Und ab spazierte und se»ne Cigarre rauchce, mit den Worten: „Wenden sie sich an jenen Officier vcm Gcniecorps; er wird Ihnen am besten Auskunft a,e-ben." Indeß hatte Herr Jacques Leroux sich unsichtbar gemacht. llnftr Colonist suchte also den Officier auf und sagte ihm, er solle doch, da er die Aufsicht über die Arbeit habe, die Nagelspitzcn nach außen u»d nicht nach innen setzen lassen. Der Officier hieß ihn ganz kurz sich packen und nicht um fremde Dinge kümmern. Jetzt gab es eine Weile die lächerlichsten Miß»-Verständnisse , bis endlich dem armen Colonisten Aar wurde, er habe ein Stockhaus gekauft und sey UM sein Angeld geprellt. In der That sah er in seinem Leben keinen Heller mehr davon. Was Jacques Leroux betrifft, so können wir nicht dafür stehen, daß er den Entschluß faßte, sich künftig solcher Späße zu enthalten. Gewiß aber ist, daß cr es war, der das Lusthaus, dessen Eigenthü-m.'r zu ftpner vorgab, am nächsten Sonncage einweihte. Feuil let 0 n. (Eine Prüfung.) Der Engländer Howe besaß ein unermeßliches Vermögen, und war über-dieß ein geistreicher Mann; er verheirathete sich mit Miß Julie Mallst, einem schönen Mädchen. Am Hochzeiccage, nachdem er bei dem Frühstücke noch behauptet hatte, man könne niemals auf die Liebe und Treue einer Frau zählen, sagte er zu der sei-nigen, er müsse m Geschäften einen Gang machen. Mehrere Stunden darauf schickte er ihr ein Brief, chen, in welchem er meldete, dringende Geschäfte riefen ihn sogleich nach Holland. Mao. Howe hoffre, diese Abwesenheit würde nicht von langer Dauer seyn, aber sie »rrce sich, denn sie hörte siebzehn Jahre nichts wieder von ihrem Gatten. Howe war indeß nicht abgereiset; er nahm vielmehr eine kleine Wohnung am Ende derselben Straße, m welcher seine Frau wohnte, lcgte sich einen andern Namen bn, und war, da er erst kurz vorher nach London gezogen, völlig unbekannt. In der Nähe des Hauses seiner Frau befand sich ein kleines Kaf-fehhaus, daß er öfters beluchte, und wo er nach drei Jahren in einem Journale las, seine Frau habe sich an das Gericht gewendet, damit dasselbe die Angelegenheiten' ihres Mannes ordne, der verschollen sey. Er folgte den Gerichtsverhandlungen, die sich nach dem Wunsche der Frau endigten, Mit großer Aufmerksamkeit. Es vergingen wieder viele Jahre, und seine Frau nahm ihre Wohnung bei einem gewissen Satt, den Howe in dem Kaf-fehhause hatte kennen lernen, und in dessen Hause er nun auch ein Zimmer Mlcthete. Dieses Zimmer stieß an das Wohnzimmer der Madame Howe und er tonnte fast Alles hören, was da gesprochen wurde. Am siebzehnten Jahrestage ihrer Verheirathung erhielt endlich Mad, Howe, als sie eben mir ihrer Schwester bei Tische saß, einen Brief ohne Namensunterschrift, in welchem sie ersucht wurde, sie möge sich am nächsten Abende an einer bestimmten Stelle in dem James «Parke eii-finden. Sie übergab das Briesch.n ihrer Schwier und sagte: »Ob ich gleich alt geworden bin, hibe ich doch immer noch Anbeter." Die Schwester besah den Brief auf-merksam, unl> rief endlich: „Es ist die Hand'Howe s!" D>e Frau, die lhrcn Mann wirklich geliebt halte, sank in Ohnmacht. Man kam überein, daß sie am nächsten Abende mit ihrer Schwester und ihrem Schwager zu dem Stelldichein gehen sollte. Kaum waren sie fünf Minuten dort, als Hcwe ohne alle Verlegenheit erschien, mit seiner Frau sprach, als habe er sie erst den Tag vorher verlassen, sie küßte, ihr dcn Arm gab, und mit ihr nach Hause g>ng. Icht leben sie glücklich mit einander, und Howe ist von seinem Wahne zurückgekommen, das es keine treullebenden Frauen gäbe. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleinmayr.