Lieder des Fr««Z Dreser«. Deutsch von A. Pace. Laibach. Jgn. v. Kleimnayr L Fed. Bamberg. 1869. Lieder von Iranz Iresern. Deutsch von W. U a c e. i* Sr. Hochwohlgeboren Herrn AwMck Zitier v. Wtrw, t. k. Linienschisfs-Capitän. Ritter des österr. LeoPoldordenS, des östcrr. eisernen Kronordcns s. Classe, Besitzer des Militär- BerdienstkrcuzeS rc. re., in Chrrrbirtung gewidmet Von A. Pace. Wn die Saiten. Tönet Saiten, Leidens-Kunden, Töne milde, liebes Lied, Und verkünd' Les Herzens Wunden, Ihr, der Harten, die mich flieht. Wie die Wange mir erbleichet, Wie mein Auge bricht und stirbt; Wie aus ihm die Thräne schleichet, Da umsonst um Lieb' es wirbt. Wie von Sehnsucht nach ihr glühet Dieses Herz, nur sie vermißt, Wie's umsonst nach Lust sich mühet, Alles Glück nm sich vergißt. 8 Wie ich ihrem Antlitz wage Nachzufolgen überall, Wie im Herzen stets ich trage Ihrer süßen Worte Schall. Und wie ihr müßt gleich verklingen, Wenn sie nicht Erbarmen fühlt, Ihr, o Saiten, die zn singen Sich erkoren nur ihr Bild! Trag zu ihr Lu Liese Schmerzen, Trauer-Leier, tön' zu ihr, Bring' als Preis dem treuen Herzen, Bring' ihr Herz als Preis zu mir! g Aen Mädchen. Manna fiel vom Himmel nieder, Israels Kindern frohe Spende; Doch verschwand sogleich es wieder, Ging Aurora's Zeit zu Ende. Blinkend ist der Thau zu sehen Morgens nur, zur Zeit der Kühle, Allsoglcich muß er vergehen Bor der Sonne Strahlenfüllc. Rur im Frühling Rosen blühen, Nur im Frühlinge sie prangen; Wenn im Sommer Blitze sprühen, Ist die Blüthe bald vergangen. w Thciu und Manna und die Rosen Gold'ne Jugendzeit bedeuten: O bedenkt, ihr Liebelosen, Liebe blüht zu Frühlings-Zeiten. Jünglinge hältst du gefangen. Bist wohl spröd', weil schön du scheinst; Hüte dich, daß einst mit Bangen Alt und einsam, trüb du weinst. II Unter dem Neuster. Von den Zinnen — Mondbeschiencn — Tönt die Glocke Mitternacht; Liebesschmerzcn Tief im Herzen Haben schlaflos mich gemacht. Mitleidslose, Stolze Rose Bist die Quelle meiner Noth; Schlägst mir Wunden, Hast gefunden Meiner Ruhe sichern Tod. Meiner Liebe Heiße Triebe Zaubern vor das Äug' dein Bild; 12 An dir hangend, Tren verlangend Trüb' mein Herze überqnillt. Einmal wieder Blick hernieder, Nur die Sterne sehen dich; O erscheine, Holde, Reine, Hassen kannst ja nimmer mich! Gib ein Zeichen! Will ja weichen, Schen'st zu sprechen dich mit mir. Spät die Stunde! Ohne Kunde Steh ich Elender noch hier. Sternlein blicket, Ob sie nicket, Schlaft im stillen Kämmerlein? Prüft sie's Sehnen, Meine Thränen, Schließt ihr Herz 'nen Andern ein? 13 Sei ihr Schlummer Frei vom Kummer, Mag sie prüfen meinen Schmerz; Ihre Liebe, ° Wenn sie bliebe Eines Andern — brach' mein Herz. 14 Witte. Frei blick nach andern immer, Kann's ja nicht wehren dir; Doch zeig' den Glanz, den Schimmer Doch öffne 's Ang' auch mir. Das Köpfchen hangt die Rose, Will fortan nicht mehr bliih'n; Das Vögelcin, das lose, Schweigt trübe fürderhin. Es zieh'n nicht mehr die Bienen, Umschwärmend Blükh' und Blatt, Und selbst im Wasser drinnen Jst's Fischlein krank und matt. 15 Es trauerte am Morgen Jedwed' Geschöpf, mein Lieb! Wenn länger noch verborgen Die golbne Sonn' ihm blieb. Und mehr als Rosen blühen, Als Vöglein sind in: Wald, Und mehr als Bienen ziehen, Als Fischlein, mannigfalt, Gedanken in nur weilen, In Liebestranm versenkt, Als Lieder zn enteilen, Sie's kräftig aufwärts drängt. Doch können frei sie schweben Im hohen Aethcr nicht, Erst muß sie neu beleben Des Anges himmlisch Licht. Willst du, daß sie nicht klagen, Im Froste sterben mehr; Willst du, daß froh sie tragen Dein Lob im Land umher, 16 So — liebst du mich auch uimmer — Sieh doch nach mir zurück, Zeig mir des Auges Schimmer, Laß ruh'n auf mir den Blick! 17 Wohin? Wenn ohne Ruh und Rast ich bin, Die Freunde fragen mich, wohin? So fraget doch am Firmament Die Wölk', das Meereselement, Wenn von dem Sturme wild gepackt, Umher sie irren, fortgejagt! Sticht weiß es Wölk', nicht Well', wohin, Nicht ich; Verzweiflung macht mich zieh'n. Doch weiß ich, wo ich mag anch geh'n, Sticht darf ich mehr ihr Antlitz seh'n; Und daß kein Ort ist weit und breit. Wo ich vergäße dieses Leid! 18 Befehle. Nicht soll ich, hast du verboten, Drucken 's weiße Händchen dein; Und du sahst, da du geboten, Wie ich kann gehorsam sein. Nicht soll ich, hast du verboten, Sprechen von der Liebe Pein; Und du sahst, da du geboten, Wie ich kann gehorsam sein. Nicht soll ich, hast du verboten, Jemals zu dir treten ein; Und du sahst, da du geboten, Wie ich kann gehorsam sein. 19 Auch muß ich, hast du geboten, Dich vermeiden, geh'n allein; Und du sahst, da du geboten, Wie ich kann gehorsam sein. Ferner hast du mir geboten, Gänzlich zu vergessen dein; Und ich würd', weil du's geboten, Folgen, wenn es könnte sein. In der Brust das Herz mir stille, Schaffe mir ein and'res Sein; Eher nicht — 's ist Gottes Wille — Kann ich je vergessen dein! L* 20 Wenn Abschied. Warum wend'st du dein Gesicht? Wend'st dich weg vom Armen, Trüben? Zwingt dich Jemand, mich zu lieben? Gib den Abschied, zürn' mir nicht. Reich die Hand zum Lebewohl, Freundlich heiß' mich von dir scheiden, Keine Thran' verrath' mein Leiden, Alle Trauer ruhen soll. Kannt' mein Herz doch auch kein Glück, Da ich dich noch nicht gesehen; Mag cs mir wie ehmals gehen. Alte Zeit, sie kehrt zurück. 21 Wieder wird's wie vordem sein: Wandeln werd' ich dunkle Wege, Auf des Schicksals rauhem Stege Werd' ich einsam geh'n, allein. Und es drückt Las alte Lieb, Drückt Geduld mich in die Arme, Die mir treu in meinem Harme, Treu als Gattin bei mir blieb. Und so trag' ich meine Noth, Trag' die Last, die auf mir lieget, Bis des Schicksals Zorn besieget 's letzte Lieb — der bleiche Tod. 22 Andenken. Schlau hat im Netz dich ein Andrer gefangen, 's wankende Herze, es ist nickt mehr mein; Etwas doch macht, daß an mir du mußt hangen. Was es ist, wissen kaum wir zwei allein. Oft ist dein Reden verlegen, verwirret, Hast du im Menschengewühl mich erblickt; Oft auch, mich fuchend, dein Äug' herumirret, Bist auch wohl, wenn du mich missest, gedrückt. Oft wenn, ermüdet von fröhlichen Scherzen, In dich versunken du weilest allein, Drängen sich dir in die Seel' meine Schmerzen, Mußt an mich denken und fühlst meine Pein. 23 Manchmal, wenn froh dein Geliebter gesungen, Selig gepriesen der Lieb' herrlich Glück, Sind dir ins Herz meine Lieder gedrungen, Welche verkündet ihr traurig Geschick. Strenge, ich weiß es, hast du mich gerichtet, Strenge du jetzt auch dich wendest von mir, Dennoch mit finsterem Blick wird vernichtet, Wer mich verklagt und verleumdet bei dir. Unübersteigbar die Wand sich erhebet, Welche auf ewig von dir mich getrennt; Doch drüber weg der Gedanke frei schwebet. Der keine Schranken, kein Hinderniß kennt. Andere haben dich flehend beschworen, Ihrer zu denken, ich — nie vor dir lag. Alle vergaßt du im Laufe der Horen, Mein doch du denkst bis zum spätesten Tag! 24 Verlorener Hl'anbe. Die Augen strahlen himmlisch klar, Ihr Glanz ist, wie er ehdem war. Das Roth der Wang', so morgenschön, Es glüht, wie 's vordem ich geseh'n. Es lächelt hold der schöne Mund, So süß, wie ehmals auch jetzund. Wie schnell die Zeit auch vorwärts flieht, Dein Busen weiß, wie immer blüht. Dein Körper, Fuß und kleine Hand Sind so, wie ich sie einst gekannt. 25 Die Schönheit, Liebenswürdigkeit, Die hast, wie ehinals, ganz du heut'. Doch an dich glauben kann ich nickt, Verschwunden ist dies himmlisch Licht. Des Glaubens Strahl-Kranz, der umglüht Dein Haupt einst hat, ist nun verblüht. Ein Blick ihn raubt' für alle Zeit, Er kehrt nicht mcbr in Ewigkeit. Was du mir warst, das ist vorbei, Vorbei des Glaubens bohe Weih'. Als Gottheit betet' ich dich an, Ein schön Geschöpf zerstört den Wahn! 26 Acr Seemann. Leb wohl, leb wobl, Untreue! Der Kahn erscheint aufs neue, Der Schuß ruft fort von dir. Du wandle froh und heiter, Mich treibt Verzweiflung weiter, Ein Andrer nahm dich mir! Bei Gott hab ich geschworen, Daß eh' die Seel verloren, Als meine Lieb' soll sein; Und Hand in Hand, verlobet. Hast du bei Gott gelobet, Mir ewig treu zu sein. Auf Meeres weiten Wogen Bin ich in Stadt' gezogen, Wo schöne Mädchen blühn. 27 Doch trotz der Schönheit Walten, Der mannigfach Gestalten Blieb mir für dich mein Glühn. Und von der Winde Wehen Die Segel auf sich blähen Und bringen mich zurück. Dem fremden Mann verbunden Hab ich mein Lieb' gesunden, Verloren war mein Glück. Laßt auf die Segel binden Und geben sie den Winden. Wie ist so hell das Meer! So weit man d'rauf kann bauen, Wir Schiffer ihm vertrauen, Den Mädchen — kann das wer? Nicht schreckt des Meeres Toben Den Seemann, wenn erhoben Die Wellen Tod ihm dräu'n. Erinnerung vergehet; Der Liebe Schmerz erstehet, Und seine herbe Pein. 28 Der Kahn erscheint anf's neue — Leb wohl, leb wohl, Untreue! O schenk dir Gott viel Glück! Dn wandle froh und heiter, Mich treibt Verzweiflung weiter — Anf's Meer, anf's Meer zurück! 29 Soldatenlied. Ich meß fünf Fuß, dazu fünf Zoll, Ade, ihr Eltern Freunde! Mein Lieb und auch ihr Feiude! Ich habe zwanzig Jahre voll Und meß fünf Fuß, dazu fünf Zoll, Bin stark und stramm gebauet, Kommt her und schauet! Du Vaterhaus — gehab' dich wohl! Wer sonst zu nichts zu brauchen, Der mag zu Hause schmauchen; In Schulen stopf er's Köpfchen hohl Mit Wissenschaft sich voll und voll. Der Held will vorwärts dringen, Den Sieg erringen. 30 Gelehrte — werden ausgelacht; Es kann in schlechten Jahren Der Bauer nichts ersparen. Der schönste Stand in Lebens Nacht Ist den Soldaten zugcdacht, 's muß ja der Kaiser geben Das Brot zum Leben. Nirgend daheim nnd überall, Die Welt er froh durchstreifet; Und wo er immer schweifet, Da streiten sich mit lautem Schall Die Frauen nnd die Mädchen all. Jst's ans, das Liebes-Wähnen, So fließen Thränen. Nur einem Liebchen bleibt er treu, Dem Liebchen „Kricgcrchre;" Die zieht in Schlachr und Wehre Wohl immer mit ihm, stets auf's neu, Bis ihn im Feld der Tod macht srei. Den Lorbeer mag im Sterben Er dort erwerben! 31 Es schonet keinen ja der Tod, 's kann niemand ihm entrinnen, 's muß jedermann von hinnen, Daheim, im Feld, ob bleich, ob roth. Das schönste Schicksal mir sich bot: Will Lieb und Lust erwerben, Als Held dann — sterben! 32 Dem Andenken V. Aodnik's. In Wüsten verloren Ein Bogel sich nährt, Wo still er geboren, Sich selbst nur gehört. Die Stern' sind ihm Schwestern Und Bruder der Mond; In keinerlei Nestern Ein Lieb für ihn wohnt. Es kümmern sich nimmer Gefährten um ihn; Still neigt sich der Schimmer Der Jugend dahin. Die köstlichsten Kräuter, Die ihm nur bekannt, Die sucht er — stets heiter — Und sucht unverwandt; 33 So sucht er und mühet Sich jeglichen Tag, Bis 's Leben entfliehet, Der Tod kommen mag. Und aufwärts geschichtet Liegt das, was er fand. Bis alles vernichtet Ein flammender Braud. Drauf endet er 's Leben, Doch Plötzlich, o seht! Dem Feuer entschweben 'nen Phönix, erhöht. So strebt auch und lebet Der Sänger in Noth, Bis neu ihn erhebet Zum Ruhme der Tod! 3 84 Jem Andenken U. SmoLs's. Lange schon bergen dich schwärzliche Decken, Ruhest, mein Freund! du im Grabe allein; Doch die Erinnerung an dich zu wecken, Trinken wir jetzo den perlenden Wein. Alle versammelten Freunde wir trinken, Denken an dich, deine Freud', deinen Schmerz, Traurig beim Trunke die Lieder erklingen: „Glücklich ist der, dem schon ruhet das Herz." Edle Gestalt hat Natur dir gegeben, Hattest Verstand und Vermögen gepaart; Gott gab ein Herze dir, dessen Bestreben Stets nur zu kämpfen für Menschenrecht ward. 35 Kurz nur die freundlichen Sterne dir schienen, Wurdest von Hoffnung und Glück du gewiegt; Konntest des Unglückes Schlag nicht entrinnen, Früh hat des Schicksals Gewicht dich erdrückt. 's Mägdelein, Las du so treulich geliebet, Spottet nun dein in des Bräutigams Arm; All' dein Vermögen durch Feinde zerstiebet, Lässest die Heimat mit bitterem Harm. Sähest Germaniens und Frankreichs Gefilde, Sähest die herrlichen Berge der Schweiz, Fühltest Italiens sonnige Milde, All' dies doch hatte für's Herz keinen Reiz. Ueberall sähest nach Geld dn nnr spähen, Beugen die Knie vor dem goldenen Gott; Nirgend doch konntest du Bruderlieb' sehen, Kehrtest nach Hause, im Herzen den Tod! Sterben nicht konnte die alte Sybille, Ehe man Erd' aus der Heimat ihr gab — Gott dir'S gewährt, daß ein Wunsch sich erfülle: Nuhst in der Vaterlands-Erde im Grab. 36 Ruhest in slavischer Erde, im Lande, Das du im Leben so warm geliebt, Welchem die Vater gebrochen die Bande, Welches den Söhnen jetzt Gräber kaum gibt. 's kann durch die Erde der Jammer nicht dringen, Liegest ja ferne der Trübsal und Pein. Lasset, ihr Brüder, die Gläser erklingen: Stets soll der Freund uns im Andenken sein! 37 Mn der Lismliasin. Bald, mein Lieb, wird auch man bauen Hier die schnelle Eisenbahn; Freu' mich drauf, denn leicht kann schauen Ich die fernsten Städte dann. „Wird man wirklich bald sic bauen, Diese schnelle Eisenbahn, Nimmst mich mit, damit auch schauen Ich die schönen Städte kann!" Nein, alleine werd ich fahren, Lustig, leicht von Ort zu Ort; Und ein ander Lieb wird harren Meiner stets in Süd und Nord. „Fahr' nur zu — nach deinem Willen, Fahr nach Wien, Triest und Graz, Darfst gar nicht mehr nach mir schielen, Find 'nen zehnmal bessern Schatz." 38 Mürrisch seid ihr Krämerinnen, Freundlich ist die Mäklerin, Reiche kann ich mir gewinnen, Schöne — in Triest und Wien. „Ehrlich sind wir Krämerinnen! Leicht — kein Bogel uns bethört, Wollen einen Mann gewinnen, Keiner sonst wird wohl erhört." Nein, ihr wollet Männer haben, Welche immer, unverwandt, Langeweilig vorwärts traben, Wie die Es'lein, eingespannt. „Und dich zieht des Herzens Sehnen Hin zum leichten Vögclein; Bald trittst du mit bitter» Thräncn Ohne Geld und nackt hier ein." Heut noch will nach Brünn ich reisen, Freien Jnda's reiches Kind; Werd' ans Gold und Silber speisen, Froh das Geld streu'» in den Wind. 39 „Ich — ich nehm' mir einen Alten, Dick nnd reich, hier ans dem Ort, Werde ihm sein Geld verwalten, Er mich hüten immerfort." Meine Fran, die laß ich leben Ganz so, wie es ihr beliebt, Doch die Zinsen muß sie geben; Bin stets heiter — nie betrübt. „Ich — ich werd das Hans regieren, Herrin über alles sein, Werde laden nnd fctiren Jedes schmucke Bürschelein." Taglang wird dein Alter greinen, Husten, räuspern in der Nacht; Sieht er dich nur einmal weinen, Ist es ans mit aller Pracht. „Tückisch wird die Jüdin höhnen, Bist verbunden du mit ihr, Salzlos Muß dir kaum vergönnen, Traurig schleppst du sie mit dir." 40 Darum bleibe treu mir immer, Liebe ja nur dich allein. Reich' zur EH' die Hand mir. Nimmer Wird die Bahn uns feindlich sein. „Niemals brech' ick dir die Treue, Dir, mein liebes Vögelein. Kommt die schlimme Bahn, die neue, Wirst gefangen bei mir sein." Werd' mit dir non dannen reisen Nach Triest und Wien im Lauf; 's treue Weib will dort ich weisen, Hindert uns nur nicht — 'ne Tauf. „Ach mein Lieber, wenn wir taufen, Mußt du warten fein auf mich! 's kann der Mann nicht immer laufen, Hat sein Weibchen er mit sich." 41 Aie Zerlassene. Einer Andern gilt die Liebe, Deines Sehnens heiße Triebe; Dn versprachst, daß tren sie bliebe, Znm Altar zu gehn mit ihr; Gott mit dir! Hast vergessen, daß beschworen Du, zu lieben auserkoren Mich allein und uuverloren, Weißt nicht, was du sprachst zu mir; Gott mit dir! Daß mein Herz nur sür dich glühet. Für dich 's Leben lang sich mühet, Alle Lust von nun an fliehet, Stört dich nicht — was liegt an mir? Gott mit dir! 42 Gott mit dir! wie heut, so immer. Gott geb', daß der Tugendschimmer Deines Lieb's nie fall zu Trümmer, Seh ich euch — geb' Tod er mir; Gott mit dir! 43 Die unverehelichte Mutter. Wozu auch wurdest du mir gesandt, Liebliches Kind, himmlisches Pfand! Mir armen jungen Mägdelein, Der unverehlichten Mutter dein? Vater verfluchte und schlug mich gar, Mutter zerraufte sich weinend das Haar, Alle die Meinen, sic flohen mich, Fremde, die zeigten höhnend auf mich. Er, der mein Liebster war allein, Er, der rechtmäß'ge Vater dein, Ging in die Welt, wohin — weiß Gott, Ließ uns allein in herber Roth. 44 Wozu auch wurdest du mir gesandt, Liebliches Kind, himmlisches Pfand? Machst du mir Freud' oder machst du mir Schmerz, Innig stets liebt dich 's Mutterherz! 's scheint mir der Himmel offen zu sein, Seh' ich dir in die Aengleiu hinein; Lächelst dn freundlich, voll Herzlichkeit, Ist sie vergessen die traurige Zeit. Mögen von ihm, der die Vöglein ernährt, Fröhliche Tage dir sein beschert. Machst du mir Freud' oder machst du mir Schmerz, Innig stets liebt dich 's Mutterherz. 45 Aem Sänger. Wer kann Erhellen die Nächte, zerstreuen den Bann? Wer weist Vom Herzen Len Aar, Las er täglich zerreißt, Vom Morgen zum Abend, den Tag hin zerbeißt? Wer lehrt Vergessen die Tage, die 's Leben erschwert, Zu künftiger Plage den Rücken gekehrt, Entfliehen der Leere, die jetzt uns verheert? Willst sein Ein Sänger und kannst nicht tragen die Pein, Nicht Himmel und Höll' in der Dichterbrnst dein? Sieh zu, Bedenk, was du bist und leid' ohne Ruh! Inhalt. Seite An die Saiten .............. 7 Den Mädchen . .. 9 Unter dem Fenster.11 Bitte. .. 14 Wohin?.17 Befehle.18 Beim Abschied.. 20 Andenken .. 22 Verlorener Glaube ..24 Der Seemann. .. 26 Soldatenlied ............... 29 Dem Andenken V. Vodnik's ..32 Dem Andenken A. Smols's .......... 34 Von der Eisenbahn ............. 37 Die Verlassene .............. 41 Die unverehelichte Mutter ...43 Dem Sänger ............... 45 Druck von Jgn. v. Kleiumayr L Fed. Bamberg.