Die k. k. Lyeeal-Bibliothek in Laibach. Von (Vorgetragen in den Monats-Versammlungen vom 6. November und 4. December 1856). Laik ach l.857. Druck von Zgnaz v. Kleinmayr ee Fedor Bamberg. ,10 ^Hch glaube allen Fremden und Einheimischen, welche die k. k. Lyceal - Bibliothek zu benützen oder zu besehen ge¬ neigt sind, einen Dienst zu erweisen, wenn ich ihnen einen gelrcuen Abriß der Geschichte und Einrichtung derselben biete. Die Laibachcr Lyceal-Bibliothek zählt heutigen Tages über 22.943 Werke verschiedenen Inhaltes, welche in 32.300 fcstgcbundcncn und in 2773 brochirtcn Bänden in dem zweiten Stockwerke des Lyceal - Gebäudes anfbcwahrt sind. Die Entstehung derselben ist folgende: Mittelst h. k. k. Hofdccrctes vom 1 9. des Cbristmonats 1788 ward die Verzeichnung der vorhandenen Bücher von den aufgehobenen Stiften und Klöstern in Kram, nach der unter dem 4. Mai und 23. September 1782 crflofsencn Vorschrift in Juncrösterrcich anbefohlcn. Diesem Befehle unterzog sich in Folge Nescriptes des inncrösterreichischcn Gnberniums vom 11. April 1789, ter damalige Lehrer der Filosofic und Dircctor der filosofischen Facultät in Laibach, Herr Franz Wilde. Er begann das Werk mit der Revision der ans verschiedenen in Kram aufgehobenen Klöstern und anderer nach Laibach gebrachten Büchersammlungcn, und zwar - 1. Der Ackcrbaugescsischaft, der sogenannten »^emlenmw opero8orum« ; 2. der schätzbaren Carl Edlen v. Perr'schen; 4 der beträchtlichen Sitticher Cisterzicnser; 4. der Augustiner in Laibach; 3. der Jesuiten in Laibach; chrr ' Von dieser bedeutenden Anzahl Bucher sonderte Fr. Wilde alle zur Versteigerung bestimmten Duplicatc und Triplicate genau ab, sortirtc nach und nach die unbrauch¬ baren und rcgistrirtc die brauchbaren der Vorschrift gemäß in die betreffenden Fächer, und legte das Resultat seiner langwierigen Bemühungen im Amtswegc vor- In Hinsicht dieser vorgenommcnen Arbeit haben Se. Majestät Leopold II. im Jahre 1791 mit Allerhöchster Eutschlicstuug zu bewilligen geruht, dast nm Ly c c n m z u Laibach eine öffentliche Bibliothek, wozu das Gebäude im zweiten Stockwerke des Schulhauses, wie bereits er- wähnt, und ein ansehnlicher und zweckmäßiger Büchervor- ralh schon vorhanden war, errichtet und die Aufsicht dar¬ über dem erwähnten filosofischeu Lehrer Fr. Wilde nebst seinem Lehrauitc anvcrtraut, und dafür ihm, nm den Fleiß, welchen derselbe seit dieser Zeit auf die mühsame Revision des oberwähntcn Büchervorrathes verwendet hat, zn belohnen, eine jährliche Zulage vou 200 fl. nebst freier Wohnung bestimmt, und vom 1. Mai 1789 an aus dem Studicnfonde angewiesen. Damit diese neu in's Leben gerufene, und in Laibach allgemein, namentlich von der wißbegierigen Classe schon lange bcnöthigle Bildungsaustall bestehe und von Jahr zu Jahr au Ausdehnung gewänne, wurde laut h. Hofkauzlci- 8 Verordnung vom 31. December 1791 zur Erhaltung und Vermehrung derselben ein Beitrag von jährlichen 300 fl. aus dem krainischcu Studieufvnde flüssig gemacht, welcher im Jahre 1809 ans 600 fl. erhöht wurde. Diese Dotation genießt die hiesige k. k. Lyceal - Biblio- thek noch heutigen Tages, welche aber nicht allein für die Anschaffung der Bücher, sondern auch für das Binden derselben und die erforderlichen Kanzlei - Requisiten ver¬ wendet wird. Um an diesem wohllhätigcn Institute jeden Leser An- theil nehmen zu lassen, wurde das Lesezimmer am 13. Februar 179 3^ erössnct nud das literarische Publicum ein-, geladen, in den dazu bestimmten Stunden sich einzusindcn. Geleitet durch die Wißbegicrdc benützte» viele Lescsrcunde, meistens aber die Heranwachsende Schuljugend, die lange gewünschte Gelegenheit. Die Bibliothek wurde so zahlreich besucht, daß, uni alle Leser gehörig zu untcrbrnigen, es ost an Raum gebrach, was besonders seit dem I. 1814 nicht selten der Fall war. — Obschon im Lesezimmer über 60 Sitze für die Leser in der Bereitschaft stehen, finden sich ihrer häufig, zumal im Winter an den wöchentlichen Ne- creationstagcn, oder gegen die großen Hcrbstfericn, so viele ein, daß ein Drittel, wohl auch manchmal die Hälfte derselben wegen Mangel an Platz entweder stehen, oder aber dasjclbe unvcrrichtctcrweisc verlassen mußte. Aus den Lese-Journalen, welche bis zM Jahre 1848 in allen öffentlichen Bibliotheken gesetzlich geführt werden mußten, ist cs ersichtlich, daß einige Jahre hcr, besonders aber vom Jahre 1839, da das Lesezimmer um die Hälfte des früheren vergrößert wurde, jährlich über 10-, I I-, 12-, ja manches Jahr auch nahe an 13.000 Leser, außer den Professoren, welchen das Recht znstcht, Bücher, die sic zu ihren Vorlesungen benöthigcn, „ach O 6 Hause zu nehmen, die Bibliothek besuchten, und Bucher aus den meisten wissenschaftlichen Fachern, vorzüglich aber grie¬ chische, lateinische, französische, deutsche und italienische Klassiker, dann geografische, mathematische, naturhistorische und literarische Werke, vermischte Schriften und Abhand¬ lungen über bildende und schöne Redekünste lasen. Auch sla- vische Schriften in verschiedenen Dialectcn werden seit einigen Jahren von der studirenden Jugend mit besonderer Vor¬ liebe , namentlich die in Laibach hcrausgcgcbcncn und noch erscheinenden Zeitschriften, als: »Novico«, »Äovenga«, »VoclW« und »Danica«, wie auch einige poetische Schrif¬ ten unserer vaterländischen Dichter, unter denen die V. Voänik'schen Lieder, bran/, Dresern'schen Poesien, Domo¬ rodni «lasovi des D. loman, Orloanslea liovica von Ibo- soslii, ?o«mi Nalsia Valjavca liracmanove^a in N. kra- prolnilcovo pesmi am häufigsten verlangt. Nach den me- dicinischen und theologischen Schriften geschehen in der neuesten Zeit sehr seltene Nachfragen. Diese werden wahr¬ scheinlich deßhalb so selten gesucht, weil die Theologen in ihrem Seminar eine eigene Bibliothek besitzen; jene aber meistens darum, weil wir in Laibach seit dem Jahre 1830 keine medicinisch - chirurgische Lehranstalt mehr haben. Durch die Acguisition der Obcrburger Büchersamm¬ lung im Jahre 1798, erhielt die Laibachcr Lyccal-Biblio¬ thek abermals einen schätzbaren Zuwachs, welchen der oben erwähnte filosofische Lehrer F. Wil d c nach der hohen Vorschrift vom 28. Juni 1798 bestens zu ordnen sich an¬ gelegen sein ließ. Dieser Absicht zu Folge nahm der Bibliothekar ein allgemeines neu rubricirtes Verzeichnis) aller bis zum Jahre 1801 vorhandenen Bücher ans, deren Anzahl sich aus 13.239 Bände belief. - Laut hoher Hofkanzlei-Verordnung vom 23. März 7 1823 geruhten Kaiser Fra»; I. zu bewilligen, daß die Baron C.^Zois'sche Bibliothek um 7000 fl. angckaust und > der Lai^ächer einverleibt werde. Diese ausgezeichnete Büchcr- sammlung zählte 4394 Bände, größtenthcils naturhistori- schc, chemische, bergmännische und botanische Werke, welche letztere wahrhafte Zierden der Laibacher Bibliothek bilden. Da ich eben von diesem Zweige der Wissenschaften Erwähnung mache, so darf ich bei dieser Gelegenheit un- scrn in der Botanik ausgezeichneten Landsmann, den für die Wissenschaften zu früh verstorbenen Präfectcn des Lai- bachcr Gymnasiums, Herrn Franz Hladnik, den all¬ gemein geschätzten und geliebten Manu, der auch ein großer Wohlthäter der hicrortigcu Bibliothek war, nicht uner¬ wähnt lassen. Dieser ausgezeichnete Krainer hat im Jahre 1836 das namhafte Geschenk von 646 Bänden, größtenthcils natu r h i st o ri s ch er uu d b o t a n i s ch c r W e r k e, der hicrortigen Bibliothek gemacht, und sich auch damit für die Bibliothek als uneigennütziger Geber, namentlich aber durch sein umfangreiches Herbarium bi orno 6 ur¬ ni olivno unsterblich gemacht. Die Bibliotheksverwaltung stets um die Ausbreitung und Vermehrung des Büchcrschatzes besorgt, hat im Jahre 184-6 die zahlreiche Barth. Kopitar'sche Bibliothek käuflich um 1400 fl. an sich gebracht, zu welcher Erwer¬ bung aber der damalige Bibliothek-Scriptar, gegenwärti¬ ger Bibliothekar, Herr Michael Kastclitz, das meiste bcigctragen hat. Durch diese Accquisition wurde der Laibacher Bücher¬ schatz um 2106 stark gebundene Bände und um 1080 Brochürcu vermehrt, unter welchen die slawischen Werke mit ihren wcrthvollen Jncunabcln den ersten Platz cinnch- mcn; — ein Schatz, welchen außer der k. k. Hofbibliothck * AM /L UM 8 in Wien wahrscheinlich keine andere Bibliothek in der ganzen österreichischen Monarchie besitzen durfte. Kaiser Ferdinand I. hat zu bewilligen geruht, daß der ganze Betrag von 1400 fl. für die B. Kopitar'schc Büchcrsamm- lung aus dem Staats-Schatze auf ein Mal ausgezahlt werden solle, ohne die jährliche Dotation der Laibachcr Bibliothek im geringsten zu verkürzen oder zn bcnachthci- ligen. Kopitar war ein Krainer, mithin mar es auch mehr als billig, daß sein Bücherverlaß in Krain verbleibe. Einen ebenso schätzbaren Zuwachs hat die Bibliothek im Jahre 1849 von dem gewesenen hierortigcn k. k. Hof- rathc Herrn Carl Grafen v. Welsperg als Geschenk erhalten. Schriften dieses Zuwachses sind meistens juridi¬ schen Inhaltes und belaufen sich auf 320 Bände. Auf diesen und ähnlichen Wegen ist die Laibachcr Lyccal-Bibliothek in 63 Jahren bis zur gegenwärtigen Große herangcwachscn; sie befindet sich im zweiten Stock¬ werke des Lyccal - Gebäudes in 6 Zimmern, wovon zwei besonders geräumig sind (der kleine und der große Saal), und zwar in 103 großen und 4 kleinern Schränken. Gleich beim Eintritte in das ziemlich geräumige und von zwei Seiten erleuchtete Lesezimmer bemerkt der Ein- trctcndc an der südlichen Seite zwischen einigen der an- muthigstcn Ansichten Krams auch mehrere von der Hand des ehemaligen, in Laibach gewesenen Zcichnunglehrers Andreas Herlein in Ocl gemalte Portraits der gewesenen Wohlthätcr der hierortigcn Bibliothek, und diese sind: Sc. Eminenz Sigmund Auto n Graf v. Hohe n- wart, Fürst-Erzbischof zn Wien, geboren am 2. Mai 1730 zu Gcrlachstein in Krain, gestorben zn Wien am 30. Juni 1820; Sigmund Zois Freiherr v. Edel¬ stein, geboren zu Trieft am 23. November 1747, ge¬ storben in Laibach am 10. November 1819; Sc. Exzellenz 9 G e org J a c ob Graf v. H o h e nwart, Oberst - Erbland- Truchscß in Krain und der windischen Mark, wirklicher geheimer und präsidirendcr landeshauptmannschaftlicher Rath; Hubert Graf Barbo v. Waren stein, k. k. landeshanptmannschaftlicher Sccretär; Carl Edler von Peer, vr. der heil. Schrift, Stadtpfarrer und Gcncral- Vicär in Laibach, gestorben den 7. Mai 1776 im 78. Lebensjahre; Johann Jacob Schilling, I>r. ver¬ heil. Schrift, Domherr und General - Vicär in Laibach; Mathias Cop, k. k. Bibliothekar, geboren am 26. Jänner 1797, gestorben am 6. Juli 1836; I)r. Josef C a l a s a n z L i k awetz, k. k. Professor der Jilosofic und Bibliothekar in Laibach, geboren im Jahre 1773 auf dem Schlosse Schinkau in Böhmen, gestorben am 13. Jänner 1830. In Rücksicht der einzelnen Fächer muß bemerkt wer¬ de», daß die Fächer der griechischen und lateinischen Klas¬ siker noch am besten bestellt sind. Doch gewahrt man auch in diesen Fächern manche Lücke. In den Schränken der deutschen Klassiker und Litera¬ tur sind nur einige berühmte Schriftsteller vorhanden; cs wäre zu wünschen, daß das Feld des deutschen Parnaß besser bestellt und mit Schöpfungen nnd Ausgaben ncuercr und neuester Schriftsteller bereichert wäre, nach welchen sich viele Lesefrcundc so häufig umseheu. Was die italienische, französische, englische und spa¬ nische Literatur anbclaugt, ist damit die Bibliothek am schwächsten versehen, obwohl auch darnach häufige Nach¬ fragen geschehen. Betreffend die neuern Sprachen, so vermißt man wohl am meisten unter diesen jene der Italienischen, da diese unsere nächsten südlichen Nachbnrcn sind, mit welchen wir täglich in enger Verbindung stehen und mit ihnen viel verkehren. 10 Noch schwächer ist die Bibliothek mit der Literatur der französischen, englischen und spanischen Sprache besetzt. Mit den juridischen Werken ist sic reich ver¬ sehen, doch nur mit Autoren des vorigen Jahrhunderts, welche den hentigcn Ncchtsfrcunden kaum dem Namen nach bekannt sind und wovon sie keinen Gebrauch mehr machen können. Von den neuern juridischen Schriften hat sie aber nnr so viele, als sie deren von dem oben erwähnten Herrn Hofrathc zum Geschenk bekommen hat. Das Fach der Geschichte ist nächst den lateinischen und griechischen Klassikern am besten versorgt. Freunde dieses Faches finden in dieser wissenschaftlichen Abthcilnng wohl eine ergiebige Auswahl geschichtlicher Werke, namentlich ans der Geschichte von Oesterreich. Nicht so gut ist die Bibliothek mit geografischen S ch rift e n versehen.— Physikalische, chemische, botanische und berg- m ä n n i s ch c Fä ch c r sind ziemlich gut bestellt, besonders die Botanik. Von diesem Zweige der Wissenschaft zählt die Bibliothek mehrere schöne Werke berühmter Botaniker, wovon in der neuesten Zeit ein häufiger Gebrauch gemacht wird. Ebenso genügend entsprechen auch die m a t h e m a- tischcn Werke den gegenwärtigen Anforderungen, ob¬ gleich sich auch hier bereits der Mangel an den neuesten Schriften immer fühlbarer herausstcllt. Mit slavischen Schriften konnte sich die Lai¬ bacher Bibliothek bis in die neuesten Zeiten nicht rühmen. In diesem Fache war sie sehr stiefmütterlich bedacht. Bücher slavischen Inhaltes, deren die Bibliothek bis zum 19. Jahr¬ hunderte besaß, waren meistens Geschenke aus der Baron Zoiö'schcn Bibliothek, und Cop war der erste Bibliothekar, der diesem für uns Krainer so wichtigen Felde seine Auf¬ merksamkeit widmete. 11 Der erste und eifrigste Slave, der sich schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit unserer Sprache zu beschäftigen anfing, war P. Trüber, der krainischc Religions-Reformator; er schrieb mehrere Werke asketischen Inhaltes in dem krainischen Dialecte, die er in Württem¬ berg auflegcn ließ, als: Lervi in druxi del nov. lesla- menta; In cc-Ii liatebiamu«; ksalter Davidov eto. Er brachte im Jahre 1661 von der benannten Stadt den Buchdrucker Johann Man lins (Ilans Nanel) nach Laibach, wo er mittelst des Buchdruckes die Sprache nach und nach im Lande am ehesten und leichtesten aus dem Schlafe zu wecken und auf eine höhere Stufe zu heben dachte; dcßhalb machte er auch in Laibach den typografi¬ schen Versuch, und ließ anfänglich nur kleinere Schriften und Aufsätze, d. i. Lieder, Predigten und Zeitschriften da¬ selbst auflegcn, wie dieses eine Klageschrift des Laibacher Bischofcs Peter von Secbach beweiset. Von diesen kleinen Schriften sind aber die wenigsten ans uns gekom¬ men. Die scharfen Maßregeln, welche zur Vertilgung der sich cinwnrzelnden Religions-Grundsätze cingclcitet wurden, haben uns die literarischen Denkmäler beinahe ganz ent¬ rissen. Von den größeren Werken ans der Manlius'schcn Druckerei ist keines aufzufinden, es scheint übrigens auch daß Manlius nicht über 20 Jahre in Laibach geblieben sei, wahrscheinlich mußte er cs wegen der Religion wieder ver¬ lassen. Das bis nun bekannte Werk aus sciner Officin befindet sich in der Laibacher Bibliothek und ist nachste¬ hendes: „Ilorbardi ^uersporxii baroni« eto. rernm doini nnliliaecpie preolaro ^estarum xloria praestaniissiini, vila et mors, ad «alutem et oonnnoclurn patriae transacta, et in Doruatiao extremis linibn« ad Oadatslilcnm X. 6al. Oot. in praelio adversus Inres«, omni« meinoriae orudelis«. Olnistianorum «alutis oppuxnalores xloriosissime opetita. 12 X 6eor^io Xbisl de Laltenprun liaereditario ampliss. ditio- ni« Oorit/.ieusis dap. properanter <1 lurlnilonte deseripta. kaliaei ex olk. 1. Nanlü ROI-XXV. Dieses Merkchen ist von Hannsen Khratzenbacher in's Deutsche übersetzt und in Lnibnch im Jahre 1676 gedruckt morden. Von dieser Zeit an biö auf den P. Marcus ist nichts Besonderes in der Slavistik geschehen. Auch dieser Mönch beschäftigte sich nur atö Dilettant mit der slavischen Sprache und gab vom Jahre 1781 bis 1789 einige Schrif¬ ten heraus, die er theils in Laibach theils in Wien drucken ließ. Weit berühmter ward dessen Zögling Valentin Vodnik als slavischer Schriftsteller und Sprachforscher, der unter den ausgezeichneten Gelehrten unseres Vaterlan¬ des einen ehrenvollen Platz verdient. Er schrieb Verschie¬ denes, unter Andcrm: »I'wanioe od lepil» umetnost«, »I'esmi pokušnjo«, 4 Jahrgänge der »Imblanske Xo- vim« (1797 — 1800). Diese Zeitschrift erschien größ- tcnthcils in der Absicht, unsere Sprache von fremden Bei¬ mischungen zu reinigen und einigermaßen zu bilden, erregte aber bei dem Lesepubliknm so wenig Theilnahme und In¬ teresse , daß sie nach dem vierten Jahrgange anfhören mußte und nun im Lande sehr selten geworden ist, wie sich Vodnik in einer Strophe, die er in einen Band der genannten Zeitschrift schrieb, welche er als Donum auctoris der hier- ortigen Bibliothek gab, selbst schon im Voraus ansdrückte die also lautet: 8mo stare Xovice Xexodne drobnice, Xam dobri so kotje Za delat' napotse; 8e bomo ^medile lsavca dobile, Lertekla bo -linia Zastosin nas ism': Xobcdeu na« nima, b'ot sex in bukvisce. 13 Zn eben dieser Zeit bildete sich ein Verein gelehrter Slaven in Krain, welche vom Jahre 1784 — 1802 die ganze heil. Schrift nach der VnIZata in die krainische Sprache übersetzt in 13 Länden Herausgaben und die unser Vodnik bei dieser Arbeit fleißig mit Nath und That unter¬ stützte. Auf diese Art hat sich die slavische Literatur mit dem 1ö. Jahrhunderte zu heben angefangcn, und zwar im Frühlinge des Jahres 1830 bricht eine neue Aera für dieselbe in Krain mit dem Erscheinen des 1. Heftes der „lirsMsIin Obelioa« (Krainische Biene) an, welchem nach langen Zwischenräumen noch vier gleiche folgten. Die Herausgabe genannter Hefte besorgte M. K a stelitz. Diese angenehme Erscheinung, je unerwarteter in jener Zeit sie war, mit desto größerer Freude war sic von den Slaven ausgenommen. Sie enthält ausschließlich poetische Productc verschiedener Gattung, größtenthcils originelle und sowohl dem Inhalte als der Sprache nach hinlänglich gelungene Arbeiten. Eine desto größere Be¬ wunderung und herzliche Anerkennung aber verdiente jener Verein größtenthcils junger Dichter, weit sie durchaus keine Vorgänger oder Führer zu ihrem heimischen Parnaß fan¬ den und daher durch eigene Kraft die dichterische Laufbahn betraten, denn außcr den Vodni k'schen Liedern (stosmi 2» posteuäigo), die in Laibach im Jahre 1808 heraus- kamcn, einigen Liedern von P. Dainko, einigen im Primic'schcn Lesebuche vorkommenden Jarnik'schcn und einigen wenigen, hie und da erschienenen Kleinigkeiten ist in dcr Poesie Geschriebenes nichts bekannt. — Von dieser Zeit an hat sich unsere Sprache immer mehr geho¬ ben. Den größten Aufschwung haben ihr die verschiedenen in Laibach erschienenen Zeitschriften, am meisten aber die „Aovioe« in ihren 13 Jahrgängen gegeben. Die Bibliothek besitzt nur wenige Manuscripte und 14 diese wenigen sind meistens ^«oolion; das vorzüglichste unter diesen ist: »De oivilate Doi 8i. ^uxustini«, welches nnicr dem Prior Hermann im Jahre 1347 zu Freu¬ denthal in Krain auf Pergament geschrieben wurde. Das Titelblatt dieses Mannscriptes erscheint in drei Spalten abgetheilt und ist nach dem damaligen Geschmacke stark verziert. Unter den Verzierungen bemerkt man Thicre, verschiedenartige Blumen und buntes Laubwerk. Geschrie¬ ben ist es in altgothischer Manier mit vergoldeten und versilberten Initial-Buchstaben. Das erste Blatt, welches mit dem prächtigen Anfangsbuchstaben »Uloriosis« an- fängt, ist ebenso verziert wie das Titelblatt, und hat das Besondere, daß unten in der Mitte, in einem runden Kreise im goldenen Felde der heil. Augustin auf dem Stuhle sitzend, mit dem Pastorale in der Hand und dem offenen Buche, unter dem. Titel: »Aisei onlur omnipotens Dens. Fmen'ft gemalt vorkommt. Das Buch ist in Groß- Folio geschrieben, zählt 172 Blätter und ist, bis auf die Deckel, welche durch die Folge der Zeit, ungeachtet sic stark beschlagen, viel gelitten, dennoch sehr gnt erhalten. Ebenso merkwürdig als selten ist auch ein auf einem über drei Schuh langen und bei vier Zoll breiten Pcr- gamentstreifen gemalter Sack-Kalender vom Jahre 1448, welcher in Krain gefunden wurde. Die darin verkommenden Heiligen, Himmelszcichen und die Monate, welche die Hauptbeschäftigung eines jeden Monats aus- drückcn, sind auf ähnliche Weise, wie jene in unser» Draliken, durch allegorische Figuren sinnbildlich dargestcllt. Dieser Kalender ist noch sehr gut conservirt, namentlich aber die Vergoldung bei den Heiligen noch so lebhaft und frisch, als wenn er erst vor einigen Jahren angefertigct wäre. Hip politi li. 1'. Dioti onni inm trilinSne a tl n o - x o r m s n i o o - 8 l u v o n i o uin o t § e i in n u o- 16 81a v o n i o o - Inti n um. Von diesem Wörterbuche ist bereits das Titelblatt und der Anfang bis alreo - iro, primae parlir,, wie auch der Anfang 8eounsta« pari!« bis Vangmachen, in Laibach bei Johann Georg Mayr 1711 gedruckt worden. P. Hippolit war ein Neustadtler nnd Priester des Kapuziner-Ordens. Japel Georg. Slavische Sprachlehre, d. i. voll¬ ständiger Grammatical-Unterricht von der kraiuischcn und windischen Sprache, wie sic in Krain, in dem österreichi¬ schen Litorale, in der Grafschaft Görz, in Steiermark und Kärnten gesprochen wird, oder vielmehr gesprochen werden soll; daun wie sie von den Kroaten, Dalmatinern, Sla- vouiern, Böhmen, Polen und Nüssen leicht verstanden werden kann. Geschrieben in Klagenfurt 1807 auf 388 Folio - Seiten und auf 30 Auhangsblätteru. Diese Gram¬ matik ist mit dem „Imprimatur« iu Wien am 20. März 1807 versehen worden. Kumcrdaj Blasius. Krain'ischc Grammatik. Kumerdaj verfaßte diese Grammatik, welche er mit andern Dialecten verglich, auf 234 halbbrüchig geschriebenen Bo¬ gen; doch ehe er sie vollenden und zum Drucke geeignet unfertigen konnte, übereilte ihn der Tod. Als Prachtwerke verdienen nachfolgende kaiserliche Ge¬ schenke genannt zn werden: b'errsrio 6. II oostume antioo e m o stor¬ il o st i tutt i i p o p o I i a n t i o Ii i e m o st e r n i, «loria stol xoverno, stella milima, stolia relixiono, stelle arte, soienLö. Manu 1817 lk., 21 Bände in Folio. 8toria stolia soul tura stal «uo ri8or^imknto in Italia sino al 8eeolo sti biapoloone per aervire sti oon- tinuariione allo opere sti IVinolrolinann v st' /Vxinoourt. Venema 1813, III. Vol. Uol. 16 st i n a o o t o o 3 d k I p 3 18 2 Xo reale d e 11 6 8 o i eime e ilelle a rti «l j Nilano, pubblienla da Ni- olnde- stisi. Nilano 1812, III. Vol. stol. Olliese grinoipali cl' sturopa, dedioalo 3 8ua 8anlita stoone XII. 1'onl. Nas. Nilano 1824. I'> i n o o sg i c o 6' d i V e » exia inisuralo, illu^lrato e