>«i für Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. ^ OI. Montag mn November 184O. W^ »albiädr,« ädr,g », dalbiädrig 4 ^. C.M., uni> wird ialbiabria »»raus« Der Gesanft «nd die Thräne. Nach de,» Illyrischen des ^uro lVIaticK.') e»Dwe! Wesen sind es, die sich liebend einen» Der Mensche» Schmelze» lindernd nur erscheinen: Wie des Gesanges Macht uns hoch entzückt. So auch der Thräne Lauf die Oual erdrückt. Ja des Gesanges und der Thräne Macht Ward an der Wiege schon uns zugedacht. Der Knabe spielt und singt dnrch's bunte Lebe», Er fühlet nicht der Wünsche brennend Streben! Doch bald entschwindet diese gold'ne Zeit — Und Thrcincn linder» seines Herzens Leid — Mit frohen, Sang tritt er in's ferne Land, Umschlungen von der Hoffnung zarte», Band. Es zieht den Iüngl>ng an die Macht des Schonen, Die Lieb'ergreift sein Herz mit Zauberlönen; Er preis't der Liebe Macht mit süße». Klang, Vis eine Thrän' gebrochen de» Gesang. — Der Thräne Macht vernarbt die wunde Brust, Und in der Zukunft sucht er neue Lust. Es wünscht der Mann und hofft nur stels vergebens. Getäuscht sieh! er sich nah' dem Ziel des Lebens. Der Freundschaft Harmonie — auch sie entflieht — Den letzten Schmerz die fülle Thrän' entzieht. Des lockenden Gesanges ferner Schall Ertönt in ihm noch ma»chc» Wiederhall. Der Greis an seines Dascms engen, Rande Blickt rückwärts nach de», schwcrgedrückten Lande, Bis ihn, der Tod zu», neue» Leben winkt. Und er ihm Ihränend in die Arme sinkt. Dann rufe» ihn der Geister Melodie',, Dahin —dahin — wo mis're Wünsche blüh'». Der Deserteur. Vaterländische Erzählung von Michael Heinro. (Beschluß.) Dos folgenden Tages Abends hatte T—r nach Hause zu kommen, allein der Mond beleuchtete schon die Spitzen des Hochgebirges und er war noch nicht angelangt. Ma­ri a brachte die Kindlein zur Ruhe, betete besorgt und in­ ')^VI,»i>nnn ilirll^i ll> guilinu l«2i. u Il»rlnvcu ^orniem. brünstig für ihren Gatten, und legte sich ebenfalls zur Seite der geliebten Kleinen. Aengstliche Träume störten ihre Ruhe. Plötzlich war es ihr, als ob ein sonderbares Geräusch entstanden — als ob die Nacht bereits dem hel­len Tage, dem schimmernden Sonnenstrahl gewichen sei.— Sie erwachte-—bekanntes Glockengeläute von dem Thurme ihrer Heimach drang in ihr Ohr — das Gemach war grell erleuchtet — immer mehr und mehr Lärm — Menschenstim­men von Außen. — Mari a erholte sich aus ihrer Be­täubung, und bemerkte nun, daß dicker Rauch, durch wel­chen dunkelrothe Feuerstammen blitzten, ihre Schlafstube er­füllte. Ihrer Sinne kaum mächtig, ergriff sie das in der Wiege ruhende kleinste Kind und stürzte zur Thüre hinaus ins Freie, wo sie, vom Rauche fast erstickt, ohnmächtig zu Boden fiel. Mittlerweile hatten sich auf den Ruf der Sturmglo­cken zu Feistritz unter Anführung des Pfarrers und Ma ­riens Vaters eine Menge Menschen versammelt, welche bemüht waren, nach aller Kraft und Thunlichkeit zu retten, so wie auch der ohnmächtigen Mari a bald mit frischen, Wasser Hilfe geleistet wurde. Doch kaum kam sie zur Be­sinnung zurück, als sie mit herzergreifender Iammerstimme die Namen ihrer Knaben rufend, wieder in das brennende Wohnhaus zurückstürzen wollte. Der alte Johann stand in der Nähe. Der Befehl, Marie n in ihrem Vorhaben zu hindern und in das brennende Wohnhaus zu stürzen, war Eins. Mit starrem Erstaunen sahen die Uebrigen, mit tödtlicher Angst und bebender Erwartung sah Mari a den Invaliden in Flammen und Rauch verschwinden. — I m nämlichen Augenblicke fuhr ein Wagen im ge­streckten Gallop gegen die Mühle zu. Es war T—r. Ein Paar Worce der Umstehenden erklärten ihm das Gesche­hene und die Gefahr der Kinder. Das Feuer griff um sich, bereits brannte das Wohnhaus ganz lichterloh, —Jo ­hann konnte unmöglich mehr zur Thüre heraus. — Schon war das Schrecklichste zu fürchten, und T—r im Begriffe, sein eigenes Leben an die Rettung seiner Kinder zu wa­gen. Doch auf einmal sah man den wackern Johann, A4« seinen Pfeifenstümmel im Munde, von einer andern Seite anmarschiren, den größern Knaben an der Hand, führend, den kleinern im Arme. Die Aeltern umarmten weinend ihre geliebten Kinder, während der Invalide schon wieder mit donnernder Stimme und eine Menge militärischer Commandoworte einmischend die Löschanstalten leitete. Den vereinten Bemühungen gelang es endlich, dem Feuer Ein­halt zu thun, welches aber das ganze Wohnhaus so wie den größten Theil der Mühle eingeäschert hatte. Die Ur­sache dieses Unglücks «konnte man nicht entziffern, doch glaubte man allgemein, daß Feuer müsse angelegt worden sein, da es zuerst im Wohngebäude ausbrach und dadurch die reichlichste Nahrung erhielt, weil dort nach dem leidi­ gen Landesnnßdrauche dürres Reisig und Brennholz bis an das Strohdach aufgeschichtet war. T—r dankte dem Schöpfer für die glückliche Rettung seiner Geliebten. Der alte Johan n lachte zu den un­zähligen, ihm gespendeten Aeußerungen des Lobes und Dankes, indem er versicherte, un der ganzen Sache sei gar Nichts gewesen, sobald er mit Geistesgegenwart han­delte, die er aber wohl nicht verlieren tonnte, da >er schon Feuer paßirt sei, aus denen Tausende von Kartätschenku­geln sprüheten. Die beste Habe der Familie war in dem feuersichern, neu. erbauten Gewölbe geborgen gewesen und gerettet. T—r hatte wieder gute Geschäfte im Handel gemacht. I m nächsten Frühjahre sah man bereits eine Schar sonneverbrannter, rüstiger Gesellen mit Holzschuhen an den Füßen, unter lustigem Gesänge und Geplauder in einem italischen Jargon an der Brandstätte versammelt, unter deren rührigen Händen mit unglaublicher Schnellig­keit neue Mauern emporstiegen. Am Jahrestage nach dem Brande stand die Feistritzmühle nebst Wohn- und Wirth­schafcgebäuden aus Stein gemauert, und mit Ziegeln ge­deckt, wieder da. T—r bat den würdigen Pfarrer zu Gaste, welcher das neue Gebäude nach der frommen Landessitte einseg­nete, wornach eine kleine Festtafel gehalten wurde, an wel­cher außer den Heimischen auch noch der Pfarrer, Ma­riens Vater, der wackere, wälsche Baumeister, und der ebenfalls zu Gaste gebetene Bezirkscommissär Theil nahmen. Das Gespräch kam auf den Brand zurück, und der alte Johan n erzählte, wie er — ein kluger Soldat — schnell die Gefahr übersah, das Feuer ihm den Rückzug durch die Thür zwar abgeschnitten habe, er aber mit den Knaben in den Armen rückwärts bei einem Fenster heraus und in den Mühlgang gestiegen sei, wo er sich dann in Sicherheit befunden, und im Vergnügen darüber, daß er das Werk so gut ausgeführt, des Feindes gleichsam spot­tend, am nachstürmenden Feuer noch seine Pfeife ange­brannt habe. Die Gesellschaft erlustigte sich in munterm Gespräche, an welchem nur Mari a nicht so fröhlich, wie die Uebri­gen, Theil nahm, als der Gerichtödiener schweißtriefend hereinkam und dem Bezirkscommissär« rapporiirce, der De­serteur Marti n G—r sei nach heftiger Gegenwehr im Gebirg? in der bereits beschriebenen Verkleidung ergriffen, und so eben unter starker Militär-Escorte, durch einen Ba­nonnettstich verwundet, eingebracht worden, und werde in das Stockhaus nach Laibach transporcirt. Marie n fiel ein Stein vom Herzen, denn bis jetzt hatte sie, durch die Drohung Martin s eingeschüchtert, des zweimaligen Besuches gegen Niemanden erwähnt, was sie nun -zum Erstaunen Aller erzählte.— Ein halbes Jahr darauf sah man eine große Volks­masse durch die enge Straße des alten Marktes zu Lai­bach sich drängen, aus welcher eine dichte Reihe von Ba­yonneiten hervor blitzte. Ein Stabsofficier mit gezogenem Degen ricc voran. Der Zug bewegte sich Schritt vor Schritt. — Der klagende Ton einer kleinen Glocke auf dem Castell scholl traurig und unheimlich in das Gemur­mel des Volkes. I n der Mitte des Militärs in ein Carr« eingeschloßen, wa„kce ein Mann in Eisen, ein Crucifix in Händen, neben dem Priester, der leise ihm vorbetete. Das Gesicht des Mannes war erdfahl, die Augen fast gebrochen zur Erde gerichtet, die blauen Lipven lissvelcen mechanisch das Gebet dem Priester nach. Es war Marc in G—r. Eine Stunde darauf hatte er geendet. I m Verhör gestand er auch nebst allen übrigen Ver­brechen, daß er es war, der aus Rache für die Weige­rung Mariens , ihm das verlangte Geld zu geben, und aus Grimm und Neid gegen T—r's Glücksumstände, dessen Mühle angezündet hatte. — ^österreichische Gnomen. Von Doctor und VMiolhecar N ichtcr. (Forlsetzung.) 37. Aus allem Diesem dürfte ferner klar geworden sein, baß nächst dem Haupte eigentlich der Magen die wichtigste Lebenspocenz des Stacnstörpers zu nennen sei; denn aus seiner Ofsicine gehen alle die Safte hervor,, da­raus sich der eigentliche Lebensliquor, das Blut, gestaltet, und davon die übrigen festen und fiüßigen Theile des Or­ganismus ihre Nahrung beziehen. Ohne den Magen und seine geordnete Thätigkeit gäbe es also weder Bluc noch Schleim, weder Gallert noch Mark, weder Neruenspiel noch Muskelkraft; daher denn die Abhängigkeit der gesamm­ten Theile des Leibes vom Magen, oder der Gehorsam der Hände und Füße, sobald der Magen mahnt. Das Haupt selbst, wie hoch es über dem Magen steht, ist da­bei bctheiligt, daß er zufrieden gestellt wird; und daher t>as innige Verhältnis; zwischen Kopf und Magen bei allei Unterthänigkeit des letzteren gegen den erster«». — Denn, wie schon oben bemerkt worden, ohne daß das Haupt den Lebensmitteln den Eintritt verstattete, ohne seine Beauf­sichtigung und Vorbereitung derselben für den Magen mit­tels des Gaumens, der Zunge und der Zähne würde der Magen Nichts erhalten und Nichts verkochen. — 38. Diese Innigkeit des Verhältnisses zwischen Kopf und Magen hat (im Vertrauen gesagt) no,ch einen andern hochwichtigen Grund. Das Haupt ist nämlich der Sitz des Denkens, wie das Herz der Centralpunct der Gefühle. Ohne Magen aber würde das Haupt eben so wenig den­ 247 ken, als das Herz fühlen, und somit ist der Magen, ihr mögt lächeln oder lachen, das eigentliche Prinzip des Den­kens und Fühlens, wie bei jedem vernünftigen Menschen, so auch im Scaasorganismus; und Das musi gelten von dem abstracteften Denken, (z. B. über die Theorie des ka­tegorischen Imperativs) wie von der discursiven Polemik der neuesten philosophischen Schulen, von der Theorie des Schonen und Erhabenen bis zur sentimentalen Kunstkritik Über Ovidius Großnase, ja von den Grundprineipien der allopathischen Kochkunst aller Zonen bis zu den kritisch rä­sonnirenden Reformen der Hut-, Frack- und Schuhsohlen­formen. Ohne Magen keine Gelehrsamkeit, keine Kunst, kein Handwerk; nicht einmal das Besenbinden geht ohne Magen. Um« üllie Il>e>>^v<»!,e. — 3». Das Gefühlsvermögen eines aus verschiedenen Nationalitäten zusammengesetzten Staates zerfällt, wie beim Menschen überhaupt, in das niedere und höhere. Jenes ist das Gefühl der sinnlichen, physischen, zum Theil aus dem Magenstammenden Behaglichkeit oder Unbehaglichkeit. Dieses oder das höhere Nationalgefühl, das Gefühl für Narionalehre, stammt aus dem Bewußtsein der sittlichen Würde, und entwickelt sich zugleich mit dieser durch man­cherlei Erlebnisse, Ergebnisse und Schicksale, besonders durch sogenannte Feuerproben, welche die Nationen durch die Jahrhunderte ihrer Existenz zu bestehen hatten. Die Na­tionalgefühle sind also gemischter, nämlich sinnlicher und sittlicher Natur, und je behaglicher sie sind, desto leichter würden sie in Nationalstolz, ja National-Uebermuth aus­arten, wenn nicht die unergründlichen Wege der Vorse­hung diesem Uebergreifen der Nationalgefühle dadurch vor­gebaut hätten, daß sie die Vereinigung mehrer Nationen zu einem großen Ganzen im Verlaufe der Zeiten vorberei­teten und endlich durchsetzten. Denn der Nationalstolz, der edelste und gerechteste nicht ausgenommen, ist immer egoistischer, rücksichtsloser Natur, und darum geneigt zu parteiischer Selbstüberschätzung, wenn er nicht durch den Anblick anderer Nationalitäten und deren Vorzüge gemä­ßigt würde. — Da nun das österreichische Nationalgefühl, das nie­dere wie das höhere, eigentlich eine Mischung aller Na­tionalgefühle des Kaiserstaates zu nennen ist, diese Gefühle aber aus der Empfindung der sinnlichen und sittlichen Be­haglichkeit oder Unbehaglichkeit entspringen, so ist der öster­reichische Nationalstolz eigentlich eine Art Sublimat der gefühlten sinnlichen und sittlichen Behaglichkeit, entstanden und geläutert in der Vereinigung der nacionellen Vorzüge zu einem gemeinschaftlichen, harmonischen Ganzen. — 40. Zum Haupte gelangt das Gefühl der nationel­len Behaglichkeit oder Unbehaglichkeit durch den Hals. — Denn der natürlichen Ordnung gemäß, geschieht der chemi­sche Proceß der Verdauung unter dem Schutze der Brust in stiller Verborgenheit also, daß, wiewohl die Einnahme des Magens öffentlich ist, und gleichsam unter den Augen des Hauptes statt findet, die Zubereitung und Vertheilung der Täfce und Kräfte dennoch ganz dem 'Magen anheimgestellt bleibt, dergestalt, daß weder das Haupt, noch irgend eines der Glieder sich darein mengen, wie der Magen an's Werk gehet und wie er gebahrt. Die Ursache Dessen scheint in der anerkannten Rechtlichkeit, Thätigkeit und Dienstfertig­keit des Magens selbst zu liegen, ale welcher Nichts für sich behält, was für die einzelnen Theile der leiblichen Ge­sammtheit gehört, Steine und Nägel etwa ausgenommen, die selbst in Roßmägen liegen bleiben und zur Last fallen. Eben so nimmt er nur ungern mehr ein, als er vertragen oder begewältigen kann. Dieses allgemeine Vertrauen, das der Magen genießt, spricht sich auch nicht laut aus, son­dern fühlt sich nur, und dieses Gefühl geht dann mittels des Halses bis zum Haupte, ja bis in das Cl-üni»,,,, und ist so gut, als die sconcrirteste Rechnunglegung, so gut als eine von den betreffenden Parteien unterfertigte Liquida­tion. — 41. Die Ursache Dessen ist sehr einfach. Denn der Hals, durch welchen der Rumpf mit dem Haupte in Ver. bindung steht, empfängt aus der Vertheilung des Magens gleich den übrigen Gliedern, was ihm gebührt, und fördert, was dem Haupte bestimmt ist, weiter, gerade so, wie dies bei den Miccelbehörden und rcferirenden Stellen der Fall ist; d. h. zum behaglichen oder mißbehaglichen Gesammi­gefühle des Rumpfes gesellc sich das Hals-Wohl oder Wehe, und so gelangen die Resultate des Gemeingefühles zum Haupte, dessen Wohlbefinden von jenem des übrigen Kör­pers bedingt ist, und das jedes Wehe zur Wissenschaft nimmt, nebstdcm, daß es sein eigenes Wehe zu tragen hat, wenn z. B. das Blut zu gewaltig zu Kopfe steigt, oder die Kopfnerven heftig angegriffen werden, oder Rheumatls­men, Schnupfen u. dgl. das Haupt belästigen. Kurz, das Haupt empfindet nebst dem allgemeinen noch sein eigenes Wohl und Wehe, und daraus ergiebt sich dann, was man körperliches Gesammtwohlbehagen, Gesammt-Wohl oder Wehe nennt. Wer sieht nicht, daß der Hals, wiewohl er nur gleichsam eine Fortsetzung des Rumpfes und der Un> tersatz (Postament) des Hauptes zu sein scheint, eben durch seine Zwischenstellung zwischen Haupt und Rumpf, dadurch er unmittelbar an jenes und diesen anschließt, von hoher Wichtigkeit im ganzen Staatorganismus sein muß, wie­wohl er nur eine Durchgangsstelle (Canal) für die Lebens­kräfce und Säfte aus dem Munde in den Magen und die Lunge, aus diesen zurück zum Haupte zu nennen ist. Man denke sich das Haupt unmittelbar auf den letzten Wirbel des Rückgrathes und das obere Ende der Brust oder auf die beiden Achseln gestellt: wie stände es um die freie Bewegung desselben? Würde das Haupt nicht bei der Glut und Heftigkeit des Blutes alle Stöße und Wal­lungen desselben, so zu sagen, aus der ersten Hand em­pfangen und am ruhigen Denken fort und fort gehindert werden? Ein kurzer Hals ist, wie die Aerzte versichern, schon eine Art Prädisposition zum Blutschlage; wie erst, wenn gar kein Hals die Heftigkeit des Blutes schwächte, kühlte, dadurch, daß er seine Bahn verlängerte? 42. So ist denn auch der Hals im Staatsorganis­mus ein hochwichtiges Glied, ohne welches die Souoeräne­tät, Unabhängigkeit und freie Bewegung des HaupceS un­ 348 möglich wären, abgesehen von der Mißgestalt, welche sich ergäbe, wenn das Haupt unmittelbar auf dem Rumpfe säße. Ohne die Canäle des Halses käme das Blut zu heiß zum Kopfe, die Luft zu kalt in die Lunge, und die Dünste aus dem Magen (wer kennt nicht die Kraft der Dämpfe?) würden, abgesehen von anderen Unzukömmlich­keiten, fort und fort auf kürzestem Wege zum Haupce auf­steigen, dieses betäuben, also, daß es in seinen Functio­nen fort und fort gehindert, d. h. im Denken gestört und gehemmt wäre. Zwar würden mit Ersparung des Halses auch dessen Krankheiten, als der Kretinismus, Luftröhren-Schwindsucht, Halsgeschwülste u. s. w. erspart; aber was sind diese Uebel gegen die gestörte oder gehemmte Thätig­keit des Hauptes? Das sollten die Hände und Füße, die Brust und der Bauch bedenken, wenn es ihnen vorkommt, daß das Haupt zu hoch stehe, zu weit von ihnen entfernt sei, um ihnen schnell zu Hülfe zu kommen. (Fortsetzung folgt.) Neues. (Lichtbilder.) Man berichtet aus München, daß dort der Maler Isenring aus Sc. Gallen seine Da­guerreotypen zeigt, welche größtentheils in Portraits be­ stehen. Durch eine eigenthümliche Methode hat er es da­ hin gebracht, vollkommenere Portraits hervorzubringen, als bisher geschehen ist. Selbst farbige Portraits, deren Un­ möglichkeit Arago ausgesprochen hatte, finden sich in sei­ ner Sammlung. Sie sind freilich noch unvollkommen, doch unterscheider man schon die Colorirung des Fleisches, der Haare und der Gewänder. Er hofft, bald günstigere Re­ sultate zu erzielen. — Das „Nci,«